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Alonso De Ojeda

Alonso de Ojeda

Alonso de Ojeda oder Alonso de Hojeda (sprich ocheda;
- um 1466 in Cuenca, Neukastilien, Spanien; † 1516 in Santo Domingo) war ein spanischer Seefahrer und Entdecker. Ojeda war der Spross einer verarmten Adelsfamilie. Er trat als Page in den Dienst des Herzogs von Medina-Celi, Don Luis de Cerda, eines der frühesten Gönner des Christoph Kolumbus. Er bekam durch die Protektion des Bischofs von Burgos und des späteren Patriarchen der Westindischen Inseln Juan Rodríguez de Fonseca die Chance, Christoph Kolumbus bei seiner zweiten Amerika-Expedition zu begleiten. Bei Aufständen der einheimischen Arawak machte sich Ojeda einen (zweifelhaften) Namen, nach Spanien kehrte er 1496 zurück. Er wurde bekannt durch die Gefangennahme des Kastizen Kaonabo. Nachdem Kolumbus auf seiner dritten Fahrt die an Perlen reiche Küste Venezuelas entdeckt hatte, unternahm Hojeda im Jahre 1499 zusammen mit zwei Kartographen, dem Basken Juan de la Cosa und dem Florentiner Amerigo Vespucci, einen Beutezug dorthin. Diesmal kommandierte er drei Schiffe auf eigene Rechnung. Man entdeckte den Golf von Maracaibo und die Halbinsel Goajira. Über die Bahamas kehrte man mit 232 geraubten Indianern nach Spanien zurück. Zwei Jahre später ließ sich Hojeda als Statthalter in Maracaibo nieder und gründete unter dem Schutz von vier Schiffen eine Niederlassung. Der anhaltende Widerstand der Eingeborenen und der Mangel an Nahrung trieb die Mannschaft zur Meuterei. Man setzte Hojeda gefangen und ging mit ihm nach Haiti, um ihn vor Gericht zu stellen. Von dort nach Spanien deportiert wurde er jedoch 1503 freigesprochen. Im Zuge dieser Expedition entdeckte Ojeda 1499 die Küste Guyanas, er landete in der Orinoco-Mündung und in Trinidad und gab einer schiffbaren Bucht den Namen "Venezuela" (Klein-Venedig), weil sie ihn an die Bucht Venedigs erinnerte. Nach Ojedas Rückkehr nach Hispaniola kam es zu Reibereien mit Christoph Kolumbus, da sich dieser in seinen Entdecker-Privilegien verletzt sah. 1502 stattete Ojeda eine weitere Expedition aus, mit der er am amerikanischen Kontinent landete. Er gründete die Kolonie Santa Cruz, die sich aber nicht lange hielt. Schuld am Mißerfolg war in erster Linie die Untüchtigkeit seiner Helfer und extreme Grausamkeiten gegenüber den Einheimischen. Schließlich zerstritt sich Ojeda mit seinen Begleitern, diese beschuldigten ihn, für den König bestimmte Reichtümer zu veruntreuen. Ojeda kehrte als Gefangener nach Spanien zurück, wo ihm der Prozess gemacht wurde. Obwohl er letztlich von allen Vorwürfen freigesprochen wurde, ruinierte der Prozess Ojeda finanziell, auch sein Ruf litt. Es gelang Ojeda dennoch, noch einmal nach Hispaniola zurückzukehren. Gemeinsam mit seinem ehemaligen Partner Juan de La Cosa versuchte er, die Idee von Kolonien auf dem amerikanischen Festland zwischen Cabo de Vela und dem Golf von Uraba zu verbreiten. Letztlich gelang es ihm, die Unterstützung der spanischen Regierung zu erlangen und er begann seine letzte Expedition auszurüsten. 1505 startete er einen erneuten Versuch und ließ sich noch 1508 mit der gesamten Nordküste Südamerikas (unter dem Namen Neu-Andalusien) belehnen, doch hatten seine Gründungen keinerlei Erfolg. Doch bereits die Landung am amerikanischen Festland gestaltete sich als Fiasko: Feindlich gesinnte Eingeborene rieben die Spanier auf, diese mußten die Flucht am Seeweg antreten. Ojeda war dennoch nicht entmutigt und gründete an einem anderen passend erscheinenden Ort die Kolonie San Sebastián. Beim Versuch, Nachschub für die kleine Siedlung zu besorgen, erlitt Ojeda Schiffbruch und fristete seinen Lebensabend in bitterer Armut in Santo Domingo. Alonso de Hojeda starb einsam in tiefster Armut 1515 auf Haiti. Ojeda, Alonso de Ojeda, Alonso de Ojeda, Alonso de Ojeda, Alonso de Ojeda, Alonso de Ojeda, Alonso de Ojeda, Alonso de Ojeda, Alonso de Ojeda, Alonso de

1466

Ereignisse

Politik und Weltgeschehen


- 19. Oktober: im Zweiter Frieden von Thorn muss der Deutschritterorden Pommerellen, das Kulmer Land und Elbing abtreten und die Oberhoheit des polnischen Königs Kasimir IV. anerkennen
- Vertrag von Conflans
- In Straßburg erscheint durch den Drucker Johannes Mentelin die erste gedruckte Bibel in deutscher Sprache
- In Peru besiegen die Inkas die Chimu und erobern ihr Gebiet

Geboren


- 11. Februar: Elizabeth von York, Königin († 1503)
- 10. August: Gianfrancesco II. Gonzaga, Sohn des Markgrafen Federico I. Gonzaga von Mantua und sein Nachfolger († 1519)
- vermutlich 27. Oktober: Erasmus von Rotterdam, holländischer Humanist († 1536)
- 30. November: Andrea Doria, genuesischer Admiral und Fürst von Melfi († 1560)

Gestorben


- 30. Juni: Peter von Aragón, portugiesischer Politiker und Militär (
- 1429)
- 25. September: Ulrich I., Graf von Ostfriesland (
- 1408)
- 13. Dezember: Donatello, Künstler (
- um 1386) ko:1466년 simple:1466

Neukastilien

Das Vizekönigreich Peru, welches zunächst Vizekönigreich Neu-Kastilien hieß (auf spanisch: Virreinato del Perú bzw. Virreinato de Nueva Castillia), war eine spanische Kolonie in Südamerika. Es wurde im Jahre 1542 gegründet und umfasste zunächst den Großteil des von den Spaniern beherrschten Südamerikas, bis es durch die Gründung 1717 des Vizekönigreichs Neugranada (heute Kolumbien, Ecuador, Panama und Venezuela, letzteres war zuvor Teil des Vizekönigreichs Neuspanien) und durch die Gründung 1776 des Vizekönigreichs des Río de la Plata (Argentinien, Bolivien, Paraguay und Uruguay) an Größe verlor. Das Vizekönigreich Peru ging mit der Unabhängigkeit Chiles im Jahre 1818 und Perus 1821 unter. Während des 17. Jahrhunderts umfaßte das Vizekönigreich sechs Audiencias oder Provinzielle Verwaltungseinheiten: Panamá, Santa Fé de Bogotá (Kolumbien), Quito (Ecuador), Lima (heutiges Peru), Charcas (Bolivien, Paraguay, Argentinien und Uruguay) sowie Chile.

Präkolumbische Zeit

Am Anfang des 11. Jahrhunderts trat unter den Aymara, den Umwohnern des Titicacasees, ein Mann Namens Manco Cápac auf, der sich Sohn der Sonne nannte, die Stadt Cuzco erbaute und mit seiner Gattin Mama Oello das Inkareich gründete. Die nachfolgenden Inka-Herrscher vergrößerte durch friedliche Unterwerfung angrenzender Volksstämme ihr Reich so sehr, daß es zur Zeit seines Falles das Gebiet von Quito bis an den Río Maule in Chile und vom Pazifik bis zu den Urwäldern des Maranon umfaßte.

Entdeckung durch Francisco Pizarro und Unterwerfung der Inka

Nachdem die Spanier 1522 von einem mächtigen Reich gehörten hatten, das sie nach der zuerst erreichten kleinen Landschaft Biru Perú nannten, begannen Francisco Pizarro, Diego de Almagro, ein Abenteurer, und Hernando de Luque, ein Priester, 1524 in Panama die Entdeckungsfahrten von der darischen Landenge aus. Mit zwei geringen Schiffen und 114 bewaffneten Seeleuten segelten Pizarro und Almagro an der Westküste Südamerikas südwärts, gelangten aber 1524 nur bis Biru und auf einer zweiten Fahrt 1526 bis Tumbez und kehrten um, weil sie sich zu einem Eroberungszug zu schwach fühlten. Pizarro begab sich daher nach Spanien, und nachdem er 26. Juli 1529 vom Kaiser Karl V. die Erlaubnis erwirkt hatte, Peru zu erobern und dort als Generalkapitän zu herrschen, wenn er auf eigne Kosten die nötigen Truppen ausrüste, landete er 1531 in der Bai San Matheo mit drei Schiffen, 280 Fußsoldaten und 27 Pferden. 1525 war der 12. Inka, Huayna Cápac, gestorben und hatte seinem ältern Sohn, Huáscar, Peru, dem jüngeren, Atahualpa, das neueroberte Schyrireich (Quito) übergeben. Huáscar suchte es ihm zu entreißen, unterlag aber in einer Schlacht am Fuß des Chimborazo und wurde gefangen genommen. Diese inneren Kriege sowie eine im Volke gehende Weissagung vom Untergang der Herrschaft der Inkas durch weiße, bärtige Männer, Kinder der Sonne, begünstigten das tollkühne Vordringen der Spanier. Von der Bai San Miguel aus, wo Pizarro im Mai 1532 die erste spanische Kolonie in Peru gegründet hatte, trat er im September den Marsch ins Innere an, erreichte auf einem beschwerlichen Weg über die Kordilleren glücklich Cajamarca, wo sich das Heerlager Atahualpas befand, und ließ denselben, als er sich bei einer Unterredung 16. November weigerte, Christ zu werden, ins Gefängnis werfen, während zahllose Peruaner niedergemetzelt wurden. Nachdem Atahualpa Huáscar hatte ertränken lassen, wurde er selbst unter der falschen Beschuldigung, einen Aufstand erregt zu haben, zum Feuertod verurteilt und, als er sich die Taufe hatte gefallen lassen, zur Erdrosselung begnadigt (29. August 1533). Um die Eroberung Perus zu erleichtern, erhob Pizarro einen Bruder Huáscars, Manco Cápac II., zum Scheinkönig unter spanischer Oberhoheit und besetzte Cuzco, die alte Hauptstadt des Landes, wo er noch ungeheure Beute machte, während er zu gleicher Zeit die neue Hauptstadt, Lima, gründete. Zwar machten die Peruaner, welche bisher die Herrschaft der Spanier und die Ausbreitung des Christentums in stumpfer Resignation ertragen, 1536 unter Führung Manco Cápacs einen verzweifelten Aufstandsversuch, konnten jedoch Cuzco den tapferen Brüdern Pizarros nicht entreißen, und selbst der zum offenen Kampf entbrennende Streit zwischen dem Eroberer von Chile, Almagro, und den Pizarros, der 1538 mit des Niederlage und Hinrichtung Almagros endete, besserte ihre Lage nicht. Die Peruaner führten von den Schluchten und Berghöhen der Anden aus noch lange einen erbitterten kleinen Krieg; an der Küste und in den fruchtbaren Ebenen bekämpften sich aber die Spanier fortdauernd und Pizarro organisierte mit großem Geschick die Kolonisation des Landes.

Tod Pizarros und Gründung des Vizekönigreichs Neu-Kastilien, des späteren Vizekönigreichs Peru

Aber am 26. Juni 1541 wurde er durch eine Verschwörung des Sohns und der Freunde Almagros ermordet. Die spanische Regierung setzte darauf Christobal Vaca de Eastro als Vizekönig ein. Dessen Nachfolger Blasco Núñez de Vela (seit 1543) wurde 1544 von Gonzalo Pizarro gestürzt, doch konnte sich derselbe gegen den neuen Vizekönig, Pedro de la Gasca, nicht behaupten und wurde 1548 hingerichtet. Ab 1667 regierte Pedro Antonio Fernández de Castro Andrade, (
- 1632, Monforte de Lemos - † 1672 in Lima) der Conde de Lemos als Vizekönig bis zu seinem Tod. Neu-Kastilien wurde später in Vizekönigreich Peru umbenannt, da eine spanische Provinz gleichen Namens entstand und es so oft zu Verwechslungen kam. Diesen Namen trug das Gebiet bis zur Unabhängigkeit im 19. Jahrhundert.

Teilung des Vizekönigreichs

Ein Vizekönig, der in Lima seinen Sitz hatte, verwaltete seitdem mit Zuziehung der Audiencia (des höchsten Gerichtshofs in Lima) das Vizekönigreich Peru, zu dem noch Chile, Paraguay, Buenos Aires und Terra Firma geschlagen wurden; erst 1739 wurde die Terra Firma nebst Quito als eine besondere Statthalterschaft unter dem Namen Neugranada und 1776 Buenos Aires als ein eigenes Vizekönigreich des Río de la Plata von Peru getrennt. Während am Hof des Vizekönigs in Lima Reichtum und glänzender Luxus herrschten, wurden die armen Indianer zu der schwersten Arbeit in den Bergwerken gezwungen, der sie massenweise erlagen. Der hoch entwickelte Ackerbau der Inkazeit, die blühenden Gewerbe gingen zu Grunde, die Straßen und Wasserleitung verfielen, der Verkehr mit dem Ausland war gänzlich untersagt, der im Innern in die engsten Fesseln eingeschnürt. Mehrere Male fanden noch Indianeraufstände statt, dann sank die eingeborene Bevölkerung in ihr Phlegma zurück, und in Perú herrschte Ruhe, selbst dann noch, als schon alle anderen spanisch-amerikanischen Länder die Herrschaft des Mutterlandes abgeworfen hatten.

Unabhängigkeitskampf

San Martín

Von Peru aus wurden 1809 Neugranada und 1813 Chile zurückerobert, und Argentinien fühlte sich nicht sicher, solange noch die spanische Herrschaft in Perú bestand. Nachdem daher der argentinische General José de San Martín der Revolution in Chile zum Sieg verholfen hatte, landeten die verbündeten Argentinier und Chilenen am 8. September 1820 in Pisco, südlich von Callao. Arenales, ein chilenischer Offizier, drang im Oktober in das Innere vor, brachte am 6. Dezember unfern von Pasco dem spanischen Brigadier O'Reilly eine empfindliche Niederlage bei und blieb von nun an Gebieter der Gebirgsprovinzen im Osten von Lima. Von allen Seiten strömte ihm die Bevölkerung zu, der Aufstand verbreitete sich auch über die Nordprovinzen, und Abfall und Verräterei in den eignen Reihen machten die Lage des Vizekönigs immer gefährlicher. Die spanischen Befehlshaber, untereinander uneinig, bildeten endlich eine Kriegsjunta, von welcher der Vizekönig Pezuela entsetzt und an seiner Stelle der General Laserna gewählt wurde. Am 6. Juli mußte Laserna Lima räumen und sich in das Innere bis Iauja zurückziehen, worauf am 28. Juli 1821 die Unabhängigkeit Perus proklamiert und am 3. August der chilenische Oberbefehlshaber San Martín zum Protektor der neuen Republik erwählt wurde. San Martin bekundete jedoch bald Gelüste nach unbeschränkte Macht. Dazu entstanden zwischen ihm und dem chilenischen Admiral Lord Cochrane Streitigkeiten. Am 4. Mai 1822 brach in Lima ein heftiger Aufstand aus. San Martin legte endlich den Oberbefehl nieder und schiffte sich im August nach Chile ein. Während ein Militäraufstand den Kongreß zwang, den Obersten Riva Aguero zum Präsidenten der Republik zu ernennen, gewannen die Spanier wieder mehr Boden, schlugen die Republikaner 1823 in mehreren Gefechten und nahmen am 19. Juni Lima ohne Waffengewalt.

Bolívar

Die Spanier sahen sich zwar schon am 16. Juli genötigt, Lima wieder aufzugeben; doch erlitten die Patrioten in mehreren Gefechten fast nur Verluste, und ganz Oberperu fiel wieder in die Hände der Spanier. Die Parteikämpfe in Spanien seit 1820 fanden indes auch in Perú ihren Widerhall, indem auch unter den dortigen spanischen Offizieren zwei Parteien bildeten. Die eine verwarf jeden Vergleich mit den Patrioten, die andere riet im Geiste der spanischen Cortes zu Unterhandlungen und war bereit, den Amerikanern das Recht selbständiger innerer Verwaltung zu gewähren. Infolge davon brach zwischen dem Vizekönig Laserna und General Olaneta ein offener Kampf aus. Die Kunde hiervon bewog Simón Bolívar, der am 10. Februar 1824 vom peruanischen Kongreß zum Diktator ernannt worden war, an der Spitze von wohldisziplinierten 11.000 Mann zu einem Einfall in Perú. Er schlug die Spanier am 6. August bei Junin auf der Hochebene der Anden und am 9. Dezember in der Ebene von Ayacucho. Der Vizekönig fiel verwundet in Gefangenschaft, und Canterac kapitulierte am 10. Dezember 1824 mit dem Reste des Heers. Nur Callao blieb bis 22. Januar 1826 im Besitz der Spanier. Am 6. August 1825 erfolgte die Unabhängigkeitserklärung Oberperus, dessen Provinzen Charcas, La Paz, Cochabamba, Potosi und Santa Cruz sich unter dem Namen Bolivia zu einer besonderen Republik vereinigten. Bolívar strebte danach, Peru wie Bolivien mit Kolumbien zu einem Staat zu vereinigen, und oktroyierte Perú wie schon früher Bolivien am 9. Dezember 1826 eine antidemokratische Konstitution. Doch empörte sich Peru dagegen, wählte Lamar an Stelle Bolívars zum Präsidenten und begann 1829 mit einem Einfall in Ecuador den Krieg gegen den Befreier, welcher nach dessen Tod mit der Sicherung der Selbständigkeit Perus endete.

Siehe auch

Liste der Vizekönige von Peru, Peru, Geschichte Perus, Geschichte Ecuadors Kategorie:Südamerika Peru Peru Kategorie:Peruanische Geschichte Kategorie:Chilenische Geschichte

Spanien

Das Königreich Spanien (amtlich spanisch Reino de España, katalanisch Regne d'Espanya, galicisch Reino de España, baskisch Espainiako Erresuma) liegt im Südwesten Europas und nimmt den größten Teil der Iberischen Halbinsel ein.

Geographie

Spanien befindet sich, ebenso wie Portugal (im Westen) und das zum Vereinigten Königreich gehörende Gibraltar (im Süden), auf der iberischen Halbinsel, von der Spanien sechs Siebtel einnimmt. Im Nordosten, entlang des Gebirgszuges der Pyrenäen, grenzt Spanien an Frankreich und den Kleinstaat Andorra. Außerdem gehören die Inselgruppen der Balearen, im Mittelmeer gelegen, und der Kanaren, im Atlantik, sowie die an der nordafrikanischen Küste gelegenen Städte Ceuta und Melilla zum Staatsgebiet. Spanien ist das drittgrößte Land Europas. In Frankreich besitzt Spanien die Exklave Llívia. Außerdem gehören Spanien die vor der marokkanischen Küste gelegenen Inseln Islas Chafarinas, Peñón de Vélez de la Gomera, Alhucemas, Alborán und die Islas Columbretes. Die Zugehörigkeit der Insel Perejil ist zwischen Marokko und Spanien nicht geklärt. Der höchste Berg Spaniens ist mit 3.718 m Höhe der Pico del Teide auf der Insel Teneriffa, die zu den Kanarischen Inseln gehört. Die Städte Ceuta und Melilla liegen in Nordafrika und grenzen an das Mittelmeer sowie Marokko. Der nördlichste Punkt Spaniens ist die Estaca de Vares, der westlichste das Kap Toriñana, beide in Galicien, der südlichste die Punta Marroquí bei Tarifa, der östlichste das Kap de Creus. Die größte Ausdehnung von Norden nach Süden beträgt 856 km und von Osten nach Westen 1020 km. Die Nordküste Spaniens verläuft fast in gerader Linie und bildet nur zwischen Gijón und Avilés sowie zwischen Ribadeo und A Coruña (spanisch La Coruña) bedeutendere Vorsprünge nach Norden. Gegenüber den übrigen Küsten des Landes zeichnen sich diese Küstenabschnitte durch Schroffheit und schlechte Zugänglichkeit aus. Ursächlich hierfür ist, dass hier die Gebirge fast überall dicht ans Meer heranrücken. Zugänglich sind diese Küstenabschnitte nur an den Mündungen der Flüsse und der tief in das Land einschneidenden Meeresarme (Rías), die insbesondere an der Küste von Galicien häufig auftreten. Auch die Westküste Spaniens trägt im Ganzen diesen Charakter; doch ist sie viel zugänglicher als der Norden, da hier die Gebirge nur in den Kaps bis an das Meer herantreten und sich im Hintergrund der Rias gewöhnlich Ebenen befinden. A Coruña Charakteristisch für die Süd- und Ostküste sind dagegen eine Anzahl weiter, flacher Meerbusen und dazwischen befindliche, in felsige Vorgebirge endende Landvorsprünge. Diese Abschnitte sind zugänglicher als die Nord- und Westküste. Die wichtigsten Buchten der Südküste sind von Westen nach Osten die Golfe von Cádiz, Málaga und Almería sowie die Bucht von Cartagena, an der Ostküste die Bahía von Alicante und der Golf von Valencia. Die größten Flüsse Spaniens sind der Duero, der Tajo und der Ebro. Die Vegetation der Iberischen Halbinsel teilt sich in drei große Bereiche auf:
- Vegetation des feuchten Spanien: Eichen, Buchen
- Vegetation des trockenen Spanien: immergrüne Eichen (Steineichen, Korkeichen), Pinien
- Vegetation der Gebirge je nach Höhe: Steineichen, Korkeichen, Eichen, Kastanien, Wiesen, Tundra Intensiver Anbau von Kulturpflanzen erfordert Bewässerungsanbau.

Bevölkerung

Sprachen

In Spanien werden überwiegend Spanisch (Español/Castellano, "Kastilisch"), Katalanisch (Català) und Galicisch (Gallego), sowie das Baskische (Euskara) gesprochen. Die spanische Sprache ist im gesamten Staatsgebiet Amtssprache, während die anderen drei nur in den entsprechenden Autonomen Regionen diesen Status genießen. Ferner wird in der Autonomen Region València eine Variation des Katalanischen, Valencianisch (Valencià), und auf den Balearen wird eine weitere lokale Variante des Katalanischen, das Mallorquin (Mallorquí/Balear), gesprochen. Daneben existieren einige Minderheitensprachen, welche von einer geringen Anzahl von Menschen gesprochen werden. Zu diesen zählt Asturisch-Leonesisch (Bable), Aragonesisch (Fabla aragonesa) und Aranesisch. In Melilla spricht die masirische Minderheit zudem Tamazight, in Olivenza (Extremadura) wird noch teilweise Portugiesisch gesprochen. Portugiesisch Während der Urlaubssaison arbeiten in den Tourismusregionen auch Saisonarbeiter aus Deutschland und Polen, vielfach auch Südamerikaner. In einigen Tourismusregionen wie der Costa Blanca oder der Costa del Sol sind vergleichsweise viele Deutsche und Engländer dauerhaft ansässig. Als Fremdsprachen werden meist Englisch und Französisch gesprochen. Jüngere Spanier sprechen als Fremdsprache zumeist Englisch, Ältere eher Französisch. In der breiten Bevölkerungsmasse sind anwendbare Fremdsprachenkenntnisse aber nach wie vor nicht die Regel. In von Touristen gerne besuchten Gebieten am Mittelmeer, den Balearen und auf den Kanarischen Inseln ist zum Teil Deutsch gebräuchlich. In Katalonien wird an den Schulen und Universitäten größtenteils auf Katalanisch gelehrt; Spanisch darf dort jedoch von allen Studenten in Unterricht und Klausuren benutzt werden.

Religion

Spanien ist ein vorwiegend katholisches Land. 92 % der Bevölkerung (Stand: 2000) gehören offiziell der römisch-katholischen Kirche an. Im Rahmen einer Studie des staatlichen Meinungsforschungsinstitutes Centro de Investigaciones Sociológicas im Jahr 2002 gaben hingegen nur 80 % der Befragten an, Katholiken zu sein. 12 % bezeichneten sich als nicht religiös. Finanziert wird die katholische Kirche vom spanischen Staat auf Grundlage eines Vertrages zwischen diesem und dem Heiligen Stuhl. Da also in Spanien die katholische Kirche nicht aus direkt entrichteten Steuern der Gläubigen finanziert wird, bringt ein offizieller Kirchenaustritt somit keine finanziellen Vorteile. Innerhalb der katholischen Kirche gibt es die in sich sehr stark geschlossene Gruppierung Opus Dei. Die Muslime machen 0,5 %, die Protestanten 0,3 % der Bevölkerung aus. Juden, Angehörige anderer Konfessionen und Konfessionslose stellen 7,2 % der Bevölkerung. Siehe auch: Katholische Kirche in Spanien, Islam in Spanien, Protestantismus in Spanien, Judentum in Spanien

Größte Städte

Städte mit über 100.000 Einwohnern, mit Einwohnerzahl. (Stand: 1. Januar 2004)

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte Spaniens Die Ureinwohner der Pyrenäenhalbinsel waren die Kelten und die Iberer, nach denen auch die Halbinsel benannt worden ist. Im 11. Jahrhundert v. Chr. siedelten sich die Phönizier an der Südküste an; die berühmteste von ihren Kolonien war Cádiz (Gades). Die Bezeichnung Spanien leitet sich von der römischen Bezeichnung "Hispania" ab (phönizisch "Küste der Klippschliefer"; was die Phönizier für Klippschliefer hielten, waren in Wirklichkeit Kaninchen). Geprägt wurde das Land auch durch die jahrhundertelange arabische Vorherrschaft, deren Erbe sich sowohl in der Architektur als auch in der Sprache niedergeschlagen hat. Mit der Vertreibung der Mauren von der iberischen Halbinsel (Wiedereroberung - Reconquista) und der Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus im Jahr 1492 stieg Spanien vorübergehend zur Weltmacht auf.

Politik

Gemäß der Verfassung vom 6. Dezember 1978 ist Spanien ein sozialer und demokratischer Rechtsstaat mit der Staatsform einer parlamentarischen Monarchie (Art. 1, Abs. 3 der spanischen Verfassung). Der Königstitel ist erblich. Der derzeitige König ist Juan Carlos I. Der König ist Staatsoberhaupt und Oberbefehlshaber der Streitkräfte. Thronfolger ist Prinz Felipe de Borbón y Grecia, der gleichzeitig den Titel
Fürst von Asturien (Príncipe de Asturias) trägt. Wohnsitz der Königsfamilie ist der Palacio de la Zarzuela in Madrid. Die Rolle der spanischen Krone wird in der Verfassung im Wesentlichen auf repräsentative Funktionen beschränkt. Darüber hinausgehende Funktionen des Königs sind die Bestätigung von Gesetzen und die Ernennung und die Entlassung des Regierungschefs. Das oberste Gesetzgebungsorgan in Spanien ist das Parlament (Cortes Generales). Die Cortes unterteilen sich in zwei Kammern, das Abgeordnetenhaus (Congreso de los Diputados) und den Senat (Senado). Die 350 Mitglieder des Abgeordnetenhauses werden per Direktwahl für vier Jahre gewählt. Der Senat besteht aus 259 Sitzen. Davon werden 208 Mitglieder direkt vom Volk gewählt und die restlichen 51 von den Parlamenten der autonomen Regionen bestimmt. Senatoren werden für eine Amtszeit von vier Jahren ernannt. Der Ministerpräsident (Presidente del Gobierno, wörtlich übersetzt "Regierungspräsident") und die Regierungsmitglieder werden vom Abgeordnetenhaus gewählt. Derzeitiger Ministerpräsident ist José Luis Rodríguez Zapatero vom sozialdemokratischen Partido Socialista Obrero Español (PSOE). Sitz des Regierungspräsidenten ist der Palacio de la Moncloa in Madrid. Spanien ist seit Januar 1986 Mitglied der Europäischen Union (bis 1992: „Europäische Gemeinschaft“). Siehe auch: Politische Parteien in Spanien, Liste der spanischen Ministerpräsidenten, Baskische Befreiungsbewegung Euskadi Ta Askatasuna (ETA)

Autonome Regionen

Hauptartikel: Autonome Regionen Spaniens Spanien gliedert sich administrativ in 17 autonome Regionen oder Gemeinschaften (Comunidades Autónomas), vergleichbar den deutschen Bundesländern, und in die zwei autonomen Städte Ceuta und Melilla. Die autonomen Regionen selbst gliedern sich ihrerseits in insgesamt 50 (52 mit Ceuta und Melilla) Provinzen (provincias), die fast alle nach ihrem jeweiligen Verwaltungssitz benannt sind. Kämpfe gibt es u. a. um die Autonomie des Baskenlandes, deren blutige Form die ETA betreibt. Katalonien strebt auf politischem Wege die Unabhängigkeit an.

Wirtschaft

Währung

Die Währung in Spanien ist seit dem 01.01.1999 der Euro. Der Umtauschkurs zur vorigen Währung, den Peseten,
pesetas (PTS), beträgt: 1€ = 166,386 PTS bzw. 1 PTS = 0,6010 €-Cent. Nach wie vor werden noch Preise in Peseten angegeben, gerade bei teuren Gütern die nicht allzu häufig gekauft werden wie Autos oder Wohnungen. Als großzügig abkürzende Größenordnung werden hierbei gerne Millionen PTS, Million Pesetas verwendet: so kostet z.B. eine Wohnung in der Umgangssprache 25 Mio. PTS oder ein Auto 2 Mio. PTS. 1.000.000 PTS entsprechen 6.010,12 €, also rund 6.000 €. 500 Peseten entsprechen ziemlich genau 3,0051 Euro. Daher kann mit Dividieren durch 500 und anschließendem Multiplizieren mit 3 recht einfach von Peseten auf Euro umgerechnet werden. Umgekehrt können Euro durch Dividieren mit 3 und anschließendem Multiplizieren mit 500 einfach auf Peseten umgerechnet werden. In Gesprächen wird gelegentlich noch die Währungseinheit Duro benutzt. Ein Duro entspricht 5 Peseten, also ungefähr 3 Cent. Um von Euro auf Duro umzurechnen, reicht es, den Eurobetrag durch 3 zu dividieren und anschließend zwei Nullen anzuhängen (oder mit 100 multiplizieren).

Bruttosozialprodukt

Das Bruttosozialprodukt beträgt 596,5 Mrd. US$ bei einer Wachstumsrate von 2,0 %. Das Bruttosozialprodukt pro Kopf beträgt 14.580 US$. Das Bruttoinlandsprodukt wird
- zu 66% mit Dienstleistungen,
- zu 30% von der Instustrie und
- zu 3% durch die Landwirtschaft erwirtschaftet. Die Forschungs- und Entwicklungsausgaben bezogen auf das Bruttoinlandsprodukt betragen 0,96%. Die Arbeitslosenquote liegt bei 11,4%, die Inflationsrate bei 3,1%. Die Staatseinnahmen von 274,6 Mrd. € setzen sich
- zu 29% aus der Einkommensteuer,
- zu 35% aus der Körperschaftssteuer zusammen. Die Staatsausgaben betragen 275,2 Mrd. €, das Haushaltsdefizit beträgt 0,3% des Bruttoinlandsprudukts.

Landwirtschaft

36% der Landesfläche werden landwirtschaftlich genutzt, Bewässerungsfeldbau wird auf ca. 20,1% der Anbaufläche betrieben. 144 000 km² der Landesfläche sind bewaldet. In Spanien werden folgende Agrarprodukte hergestellt: Getreide (vor allem Weizen und Reis), Gemüse, Oliven, Weintrauben, Zuckerrüben, Zitrusfrüchte wie Orangen und Zitronen, Fleisch (Schaf, Ziege, Kaninchen, Geflügel), Milchprodukte (z.B. Manchego-Käse), Seefisch und Meeresfrüchte.

Infrastruktur

Straßennetz

Spanien verfügt über ein gut ausgebautes Straßen- und Autobahnnetz von 663.795 km Länge. Das Straßennetz ist zum allergrößten Teil befestigt. Das Fernstraßennetz umfasst Nationalstraßen,
carreteras nacionales, und Autobahnen, den sogenannten autovías (gebührenfrei) und autopistas (mautpflichtig, de peaje). An den Zahlstellen der gebührenpflichtigen autopistas kann mit Bargeld oder Kreditkarte bezahlt werden. Teilweise verlaufen gebührenpflichtige Autobahnabschnitte parallel zu gebührenfreien. Rund um Ballungszentren gibt es meist gebührenfreie autopistas, viele Fernverbindungen sind gebührenpflichtig. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt:
- innerhalb geschlossener Ortschaften 50 km/h
- auf Landstraßen 90 km/h
- auf Landstraßen mit einem Randstreifen von mindestens 1,5 m Breite oder einer zusätzlichen Fahrspur 100 km/h
- auf den Autobahnen 120 km/h Seit Sommer 2005 werden in Spanien Geschwindigkeitskontrollen mit stationären Radargeräten durchgeführt. In geschlossenen Ortschaften nachts immer mit Abblendlicht fahren. Vorsicht beim Einfahren in Autobahnen: hier gilt zwar wie im deutschen Sprachraum „Vorfahrt gewähren“, jedoch wird einfahrenden Autofahrern meist nicht Platz zum Einscheren eingeräumt. Für Linksabbieger gibt es gelegentlich eine Art „Wartespur“ in der Mitte der Straße, von dieser Wartespur kann dann nach rechts in auf die Fahrspur eingeschert werden. Seit Juli 2004 sind in Spanien Warnwesten gesetzlich vorgeschrieben. Diese müssen bei Unfällen und Pannen getragen werden. Reservebirnen und zwei rote Warndreiecke müssen ebenso im Kraftfahrzeug sein. Grüne Versichertenkarten sind zwar nicht Pflicht, aber empfehlenswert, da die Polizei mit ihnen vertraut ist. In den letzten Jahren hat die Zahl der PKW und die Verstädterung in Spanien stark zugenommen. In Spanien gibt es 467 KFZ/ 1000 Ew. 78% der Bevölkerung leben in Städten; die Bevölkerungsdichte beträgt 82 Ew/km². Vielerorts herrscht auch durch die engen Straßen akute Parkplatznot. Eine durchgezogene gelbe Linie am Fahrbahnrand weist auf ein Parkverbot hin. Die lokale Polizei besitzt oftmals eigene Abschleppwagen. Die Parkgebühren in Ballungsräumen liegen auf demselben Niveau wie in Metropolen im deutschsprachigen Raum. In manchen Ballungsräumen (Madrid, Barcelona) sind die Straßennetze gerade im Berufsverkehr örtlich überfordert; teilweise gibt es Verkehrsleitsysteme wie in Valencia (Stadt).

Fahrrad

Fahrradfahren wird von den Spaniern zuerst als sportliche Betätigung aufgefasst; als Verkehrsmittel wird das Fahrrad selten genutzt. Fahrradfahrer sind im Straßenverkehr rechtlich nicht besser gestellt, wie dies beispielsweise in Deutschland der Fall ist. Fahrradwege sind meist nur in touristisch attraktiven Regionen bekannt. Die einzelnen Radwege sind oftmals nicht miteinander verknüpft.

Fernbusnetz

Spanien verfügt über ein sehr gut ausgebautes Busnetz. In kleinen und großen Städten gibt es spezielle Busbahnhöfe. Das Busnetz verbindet insbesondere kleinere Städte und Dörfer, aber es gibt auch überregionale Linien und internationale Verbindungen. Busfahren ist in Spanien vergleichsweise billig.

Schifffahrt

Auf 1045 km Kanälen und Flüssen ist Binnenschiffahrt möglich. Die größten Seehäfen sind Barcelona, Valencia, Bilbao, Gijón und Santa Cruz de Tenerife. Zwischen der Iberischen Halbinsel und den Balearen gibt es eine Reihe von Fährverbindungen.

Bahnnetz

Das Bahnnetz (traditionell Breitspur) der staatlichen Eisenbahngesellschaft RENFE wird durch ein normalspuriges Hochgeschwindigkeitsnetz (AVE, ungefähr 525 km Streckennetz) ergänzt. Das Fernverkehrssystem wird
Grandes Líneas genannt, der AVE ist hiervon ausgenommen. Die RENFE betreibt in den Ballungszentren lokale S-Bahn-Netze, die sogenannten Cercanías. In folgenden Regionen gibt es Cercanías-Netze: Asturias, Barcelona, Bilbao, Cádiz, Madrid, Málaga, Murcia/ Alicante, Santander, San Sebastián, Sevilla und Valencia. Schmalspurstrecken werden von regionalen Gesellschaften betrieben. Die spanischen Fernverkehrszüge der Grandes Líneas werden in Tag- und Nachtzüge unterschieden. Tagzüge sind der Alaris, Altaria, Arco, Euromed, Talgo, Intercity und Diurno. Nachtzüge sind der Trenhotel und Estrella. Diese Zugtypen unterscheiden sich in ihrer Bauart und fahren auf festgelegten Strecken. Eine Klassifizierung nach der Zug-Geschwindigkeit und Haltepunktdichte wie im deutschen Sprachraum gibt es in Spanien nicht. Fahrkarten werden nicht für eine Strecke, sondern für ein Produkt verkauft. Die Tagzüge haben haben Raucher- und Nichtraucherplätze und einen Speisewagen. Es gibt Sitzplätze erster und zweiter Klasse. Die erste Klasse wird als Preferente und die zweite Klasse als Túrista bezeichnet. In der ersten Klasse werden kostenlos Zeitungen, Essen und Getränke gereicht. Während der Fahrt werden Kinofilme gezeigt. Die Nachtzüge verfügen über die ersten Klassen Gran Clase und Preferente und die zweite Klasse Túrista/ Litera. Die Züge haben eine Cafetería bzw. ein Restaurant. Die erste Klasse besteht aus Schlafwagen und hat ein Bad bzw. eine Waschgelegenheit. Die zweite Klasse des Trenhotel hat Vierbett-Abteile, die zweite Klasse des Estrella Sechs-Sitz-Abteile. Tickets für Fernverkehrszüge beinhalten eine Sitzplatzreservierung; der Zug kann ohne gültiges Ticket nicht betreten werden. Seit den Terroranschlägen in Madrid im März 2004 werden beim Einstieg Gepäckkontrollen ähnlich wie an Flughäfen durchgeführt. In den Fernverkehrsbahnhöfen finden sich Schalter für den Vorverkauf, die venta anticipada und den Kauf mit sofortigem Fahrantritt. Fahrkarten für den Regional- und den Fernverkehr müssen getrennt gekauft werden. Für den Fernverkehr ist es bedingt durch die Reservierungspflicht sinnvoll, Tickets im Voraus zu kaufen. Dies ist auch über das Internet möglich; die Tickets müssen teilweise am Bahnhof abgeholt werden. Die Städte Barcelona, Bilbao, Madrid und Valencia verfügen über U-Bahn- oder Metronetze, in Sevilla und Palma de Mallorca sind entsprechende Netze im Aufbau. Einige Städte wie Alicante und Barcelona besitzen neu eröffnete Straßenbahnnetze.

Flughäfen

Rund 40 Städte verfügen über einen Flughafen für Verkehrsmaschinen. Die größten spanischen Fluggesellschaften sind Iberia, Spanair, Vueling und Air Europa. Die Flughäfen von Madrid und Barcelona sind unter den Top 10 der Passagierzahlen der europäischen Flughäfen. Zwischen den Flughäfen Madrid und Barcelona gibt eine Luftbrücke,
puente aéreo: zwischen 07:00 und 23:00 starten in sehr kurzem Zeitabstand zahlreiche Flüge. Die puente aéreo wird von der spanischen Fluggesellschaft Iberia betrieben.

Kultur


- Literatur: Miguel de Cervantes, Tirso de Molina, Lope de Vega, Pedro Calderón de la Barca, Francisco de Quevedo, Rosalía do Castro, Federico García Lorca, Camilo José Cela, Javier Marías, Arturo Pérez-Reverte, Manuel Vázquez Montalbán, Miguel Delibes, José Zorrilla
- Musik: Flamenco, Manuel de Falla, Paco de Lucía, Joaquín Rodrigo, Pablo Sarasate
- Film: Pedro Almodóvar, Julio Médem, Luis Buñuel, Alejandro Amenábar, Alex de la Iglesia
- Malerei: Pablo Picasso, Salvador Dalí, Diego Velázquez, El Greco, Joan Miró, Francisco de Goya, Bartolomé Esteban Murillo
- Bildhauerei: Eduardo Chillida
- Architektur: Antoni Gaudí, Santiago Calatrava, César Manrique

Medien

Die meisten überregionalen Tageszeitungen erscheinen in der Hauptstadt Madrid:
El País (durchschnittliche Auflage im Jahr 2003 ca. 561.000 Exemplare), El Mundo (379.000), ABC (346.000) und La Razón (205.000). In Barcelona erscheinen La Vanguardia (240.000) und die wichtige regionale Zeitung El Periódico de Catalunya (221.000). Von Bedeutung sind auch täglich erscheinende Sport-Medien wie Marca (549.000) und As (303.000), die meisten Spanier lesen Regionalzeitungen, fast jede größere Stadt im Land hat hier ein Angebot, beispielsweise Diario de Sevilla oder auch Diario de Mallorca. Die staatliche Fernsehanstalt Televisión Española betreibt zwei Sender, TVE 1 und TVE 2. Private TV-Programme sind Antena 3, Telecinco und Canal+. Das Fernsehprogrammangebot wird durch regionale Fernsehsender abgerundet. Im Bereich des digitalen Fernsehens gibt es die Angebote Digital+ und Auna.

Sport

Fußball ist in Spanien der mit Abstand wichtigste Publikums- und auch ein viel betriebener Breitensport. Weitere Mannschaftssportarten sind Basketball, Handball und Volleyball, an den Universitäten erfreut sich außerdem Rugby großer Beliebtheit. Der Motorsport, insbesondere Rallye (Carlos Sainz ist derzeit der bekannteste spanische Fahrer), Formel 1 (Fernando Alonso jüngster Weltmeister im Jahre 2005) und Motorradrennen (Dani Pedrosa) genießen die Aufmerksamkeit der Zuschauer. Ein großes Radsportereignis ist die Vuelta, weitere international beachtete Rennen sind die Baskenland-Rundfahrt, die Katalonien-Rundfahrt und das Clásica San Sebastián. Bedeutende Individualsportarten sind Tennis, Padel, ein relativ neues, dem Tennis ähnliches Spiel, und Golf. Im Nordosten Spaniens und im Lande Valencia wird Pelota, der baskische Nationalsport, gespielt. Ein typisch spanisches Spektakel ist der Stierkampf, der nicht als Sportart angesehen wird. Nach Meinung seiner Anhänger ist er als eine Kunst anzusehen, in der Eleganz und Ästhetik eine wichtige Rolle spielen. In den Augen vieler Kritiker stellt er eine archaische und brutale Tradition dar, die es aufgrund der mit ihr verbundenen Tierquälerei nicht wert sei, in ihrer heutigen Form fortgeführt zu werden.

Nationale Feiertage

Der spanische Nationalfeiertag wird am 12. Oktober anlässlich der Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus gefeiert (
Día de la Hispanidad). Am 6. Dezember wird die Annahme der Verfassung im Jahre 1978 (Dia de la Constitución) gefeiert.
- 1. Januar -
Neujahr
- 6. Januar -
Heilige Drei Könige und Epiphanias
- 19. März -
St. Josef
- 1. Mai -
Tag der Arbeit
- 12. Oktober -
Nationalfeiertag (s.o.)
- 1. November -
Tag aller Heiligen
- 6. Dezember -
Tag der Verfassung
- 25. Dezember -
Weihnachten In den einzelnen Provinzen gibt es noch weitere Feiertage, so wird z. B. in Katalonien am 24. Juni St. Joan (spanisch St. Juan) gefeiert.

Weitere Themen


- Liste katalanisch-spanischer Ortsnamen im katalanischen Sprachgebiet
- Tourismus in Spanien
- Stierkampf
- Kfz-Kennzeichen (Spanien)
- Postleitzahl (Spanien)
- Portal:Spanien
- Spanische Küche
- Weinbau in Spanien
- Redewendung: Das kommt mir spanisch vor

Weblinks

20px Wiki-Portal Spanien
- WikiTravel-Eintrag zu [http://wikitravel.org/de/Spanien Spanien]
- [http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/laender/laender_ausgabe_html?type_id=14&land_id=157 Länder- und Reiseinformationen] des Auswärtigen Amtes
- [http://www.spiegel.de/jahrbuch/0,,ESP,00.html Spiegel online / Jahrbuch / Spanien]
- http://www.guiadeayuntamientos.info/ - spanischsprachige Website mit Informationen über sämtliche spanische Gemeinden
- http://www.spanischebotschaft.de/ - Website der spanischen Botschaft in Deutschland
- http://www.proel.org/lenguas2.html - Informationen über die Sprachen in Spanien (auf Spanisch)
- http://www.ccape.es - Deutsche Handelskammer für Spanien
- http://www.cibera.de - cibera - Virtuelle Fachbibliothek Ibero-Amerika / Spanien / Portugal
Kategorie:Staat Kategorie:Monarchie Kategorie:Land in der EU Kategorie:Mittelmeer fiu-vro:Hispaania ja:スペイン ko:에스파냐 ms:Sepanyol simple:Spain th:ประเทศสเปน zh-min-nan:Se-pan-gâ


1516

Ereignisse

Politik und Weltgeschehen


- Gründung der Fuggerei in Augsburg durch Jakob Fugger
- Das Tessin fällt endgültig an die Schweizer
- 23. April: Erlass des bayerischen Reinheitsgebotes für Bier
- 19. Dezember: Franz I. und Leo X. schließen das Konkordat von Bologna

Geboren


- 18. Februar: Maria I. (England) (Maria Tudor, Bloody Mary), Königin von England († 1558)
- 26. März: Conrad Gesner, schweizerischer Arzt, Naturforscher und Altphilologe († 1565)
- 23. April: Georg Fabricius, Protestantischer deutscher Dichter, Historiker und Archäologe († 1571)
- 29. Juni: Rembert Dodoens, flämischer Botaniker und Physiker († 1585)

Gestorben


- 23. Januar: Ferdinand II., König von Aragonien und als Ferdinand V. König der vereinigten spanischen Monarchie (
- 1452)
- 2. Februar: Juan Díaz de Solís, spanischer Seefahrer und Entdecker (
- 1470)
- 29. November: Giovanni Bellini, italienischer Maler (
- um 1430)
- 13. Dezember: Johannes Trithemius, war Abt im Kloster Sponheim, vielseitiger Gelehrter und Mystiker (
- 1462)
- Johann Scheyring, Rektor der Universität Leipzig, Domherr in Magdeburg (
- 1454) ko:1516년 simple:1516

Santo Domingo

Santo Domingo de Guzmán ist die Hauptstadt der Dominikanischen Republik und mit 2.023.029 Einwohnern in der eigentlichen Stadt und 3.014.633 in der Agglomeration (Stand jeweils 1. Januar 2005) zugleich die größte Metropole des Landes. Santo Domingo ist Sitz eines Erzbischofs.

Geografie

Sie liegt an der Südküste der Insel Hispaniola und besitzt den bedeutendsten Hafen der Republik (La Haina).

Geschichte

Hispaniola Die Stadt wurde 1496 von Christoph Kolumbus' Bruder Bartolomeo an der Mündung des Flusses Ozama gegründet und ist somit die älteste, von Europäern errichtete Stadt in der Neuen Welt. Sie hieß La Nueva Isabela. 1502 wurde sie wegen eines Hurrican und einer Ameisenplage am Westufer des Flusses Ozama neu gegründet und erhielt den heutigen Namen. Die Kathedrale Santa Maria de la Encarnación ist die älteste Kathedrale Amerikas (Grundsteinlegung 1521, eingeweiht 1540). 1546 wurde sie von Papst Paul III zur ersten erzbischöflichen Kathedrale der Neuen Welt erhoben. Sie barg bis 1992 die Gebeine von Kolumbus, die anlässlich der 500-Jahrfeier der Entdeckung Amerikas in den neuen Faro a Colón überführt wurden. 1538 wurde hier die älteste Universität Amerikas eröffnet. Während der Trujillo-Diktatur hieß Santo Domingo von 1936 bis 1961 Ciudad Trujillo.

Kultur

Die UNESCO erklärte 1990 die historische Altstadt (Ciudad Colonial) am westlichen Ufer des Río Ozama zum Weltkulturerbe der Menschheit.

Bildung

Mit vier Universitäten ist die Stadt ein bedeutendes Bildungszentrum.

Söhne und Töchter der Stadt


- Manuel del Cabral, dominikanischer Schriftsteller
- Michel Camilo, Pianist und Komponist im Jazz- und Klassikgenre
- Leonel Fernández, Staatspräsident der Dominikanischen Republik

Weblinks


- [http://www.geschichteinchronologie.ch/kol-index.htm#1 Der Amerikanische Holocaust in Mittel- und Süd-"Amerika": Die Insel Hispañola / Santo Domingo und die Ereignisse während den Kolumbusfahrten - 3 Mio. tote Indios etc. Chronologie] Kategorie:Hauptstadt in Mittelamerika Kategorie:Ort in der Dominikanischen Republik Kategorie:Weltkulturerbe Kategorie:Ort mit Seehafen ja:サントドミンゴ

Seefahrer

Seefahrer sind Menschen, Gruppen oder Völker, deren Leben hauptsächlich von der Seefahrt geprägt ist.

Bekannte Seefahrer und Seefahrerinnen

700 v. Chr. - 601 v. Chr.


- Kolaios von Samos, segelte im 7. Jhdrt v.Chr. erstmals über Gibraltar hinaus

600 v. Chr. - 501 v. Chr.

500 v. Chr. - 401 v. Chr.


- Hanno, Karthager, erforschte um 470 v. Chr. die zentralafrikanische Küste
- Himilkon, Karthager, erforschte um 480 v. Chr. Britannien

400 v. Chr. - 301 v. Chr.


- Pytheas, Grieche, fuhr zwischen 330 v. Chr. und 310 v. Chr. bis zum Polarkreis (Thule)

300 v. Chr. - 201 v. Chr.

200 v. Chr. - 101 v. Chr.

100 v. Chr. - 1 v. Chr.

0 - 99 n. Chr.

100 - 199

200 - 299

300 - 399

400 - 499

500 - 599

600 - 699

700 - 799

800 - 899

900 - 999


- Erik der Rote, Wikinger, besiedelte 985 Grönland

1000 - 1099


- Leif Eriksson, Wikinger, um 1000 erste Entdeckung Amerikas "Vinland"
- Freydis Eriksdottir, Wikingerin, um 1000 erste europäische Kapitänin in Amerika

1100 - 1199

1200 - 1299


- Vadino und Ugolino Vivaldi, Italiener, die Brüder versuchten 1291 als erste Afrika zu umsegeln und Malabar zu erreichen

1300 - 1399

1400 - 1499


- Zheng He, Chinese, erforschte zwischen 1405 und 1433 Asien und Afrika
- João Gonçalves Zarco, Portugiese, 1418 "Wiederentdecker" des Madeira-Archipels
- Gil Eanes, Portugiese, fuhr als Erster 1434 über das als Ende der Welt geltende Kap Bojador hinaus und kehrte wieder zurück;
- Dinis Dias, Portugiese, erreichte 1444 den westlichsten Punkt Kontinentalafrikas, das im heutigen Senegal gelegene Cabo Verde,
- Alvise Cadamosto, Italiener, erforschte im Dienste der Portugiesen 1455 und 1456 die westafrikanische Küste und entdeckte drei der Kapverdischen Inseln
- Didrik Pining, Deutscher, möglicherweise Entdecker Amerikas 1471
- Diogo Cão, Portugiese, erforschte zwischen 1482 und 1489 die Westküste Afrikas bis zur Walfish Bay
- Bartolomeu Dias, Portugiese, erreichte 1487 das Kap der Guten Hoffnung und umrundete Afrika
- Christoph Kolumbus, Italiener, entdeckte 1492 Amerika
- Vasco da Gama, Portugiese, umsegelte zwischen 1497 und 1499 Afrika und erreichte Indien
- Vicente Yáñez Pinzón, Spanier, entdeckte 1499 die Mündung des Amazonas und erforschte später die Küsten Mittelamerikas
- Amerigo Vespucci, Italiener, erforschte ab 1499 die Ostküste Südamerikas

1500 - 1599


- Alfonso de Albuquerque, Portugiese, eroberte und verteidigte von 1503 bis 1515 den östlichen Seeweg nach Indien für Portugal
- Ferdinand Magellan, Portugiese, begann 1519 als Erster eine Weltumsegelung und erforschte den Pazifik
- Juan Sebastián Elcano, Baske, ihm gelang zwischen 1519 und 1522 unter Fortsetzung der Expedition von Magellan als Erstem die Umsegelung der Erde
- Giovanni da Verrazano, Italiener, suchte 1524 in der Nähe des Hudson River nach der Nordwestpassage
- Richard Chancellor, Engländer, erreichte 1553 auf der Suche nach der Nordostpassage die Dwina-Bucht im Weißen Meer
- Martin Frobisher, Engländer, entdeckte 1576 auf der Suche nach der Nordwestpassage die nach ihm benannte Frobisher Bay
- Sir Francis Drake, Engländer, erster englischer Weltumsegler zwischen 1577 und 1580
- John Davis, Engländer, erforschte ab 1585 die polaren Meere und Küsten und entdeckte die Falklandinseln
- Juan de Fuca, Grieche, befuhr in den 1590er Jahren den Pazifischen Ozean von Mexiko bis an die heutige kanadische Küste für die Spanier

1600 - 1699


- Luis Vaez de Torres, Herkunft unklar, erforschte 1606 die Archipele der Südsee sowie die Südküste Neuguineas
- Henry Hudson, Engländer, erforschte zwischen 1607 und 1611 mehrfach die Nordwestpassage
- Abel Tasman, Niederländer, entdeckte 1642 Tasmanien und die Südinsel Neuseelands sowie 1643 die Tonga- und die Fidschiinseln

1700 - 1799


- Jean-Baptiste Charles Bouvet de Lozier, Franzose, Antarktisfahrt 1738, entdeckte die Bouvet-Insel
- Vitus Bering entdeckte Seeweg von Kamtschatka nach Alaska 1741-1742
- Louis Antoine de Bougainville, Franzose, umsegelte als erster Franzose die Erde 1766-1769
- James Cook, Engländer, unternahm zwischen 1768 und 1779 drei ausgedehnte Forschungsreisen rund um die Welt
- John Paul Jones, Amerikaner, gilt als Vater der US Navy, 1775
- Jean-François de La Pérouse, Franzose, erforschte weite Teile des Pazifiks 1785-1788

1800 - 1899


- William Edward Parry, Brite, erforschte zwischen 1819 und 1827 die Nordwestpassage
- Joshua Slocum, Kanadier, umsegelte zwischen 1895 und 1898 als erster Mensch allein die Erde

1900 - 1999


- Roald Amundsen, Norweger, durchschiffte zwischen 1903 und 1906 als erster die Nordwestpassage
- Thor Heyerdahl, Norweger, segelte 1947 mit dem Floß Kon-Tiki von Südamerika nach Tahiti sowie 1970 mit dem Papyrusboot Ra II von Marokko nach Barbados

Bekannte Seefahrervölker


- Griechen
- Melanesier
- Phönizier
- Polynesier
- Wikinger

Bekannte Förderer der Seefahrt


- Heinrich der Seefahrer

Siehe auch


- Seevölker
- Liste der Entdecker !

Entdecker

Entdecken lässt sich nur, was schon vor und unabhängig von der Entdeckung existiert, beispielsweise Inseln, Sterne, Tiere, im Gegensatz zu Erfindungen. Bei vielen Entdeckern und Entdeckungen sind Einschränkungen zu machen: Sie werden aus europäischer Sicht gesehen, sie stützen sich auf vorangegangene Erkenntnisse, die Geschichte der Entdeckung ist beschönigt. Beispiele für die weite Bedeutung des Wortes Entdecker:
- um 250 vor Chr. entdeckt Archimedes von Syrakus das nach ihm benannte Prinzip. An seiner heutigen, allgemeinen Fassung haben auch Galileo Galilei und Blaise Pascal teil.
- 1492 entdeckt Christoph Kolumbus Amerika. Dort lebten vorher schon Menschen, Kolumbus war nicht der erste Europäer auf amerikanischem Boden und hat bis zu seinem Tod geglaubt, den Westweg nach Indien entdeckt zu haben.
- 1569 entdeckt der Humanist Wiguläus Hundt eine Handschrift des Nibelungenliedes auf Burg Prunn im Altmühltal - heute der Prunner Codex genannt.
- 1770 entdeckt James Cook Australien. Genau genommen hat Cook die Entdeckung Australiens nur abgeschlossen, Abel Tasman und andere hatten vor ihm einzelne Kenntnisse über den Kontinent nach Europa gebracht.
- 1772 entdeckt Carl Wilhelm Scheele den Sauerstoff.Gleichzeitig und unabhängig von ihm entdeckt auch Joseph Priestley das Element.
- 1784 entdeckt Johann Wolfgang von Goethe den Zwischenkieferknochen (Intermaxillarknochen, Os incisivum) des Menschen.
- 1826 entdeckt Georg Simon Ohm das nach ihm benannte Gesetz in der Elektrotechnik.
- 1846 entdeckt Johann Gottfried Galle den Planeten Neptun. Die Existenz des Planeten war auf Grund anderer Beobachtugen vorhergesagt worden.
- 1870 entdeckt Heinrich Schliemann die Ruinen von Troja. Er gräbt sie an der von Homer bezeichneten Stelle aus.
- 1880 entdeckt Alphonse Laveran den Erreger der Malaria. Die Krankheit ist schon in der Antike (Hippokrates) genau beschrieben worden.
- 1911 entdeckt Roald Amundsen den Südpol. Er war der erste Mensch am Pol. Dessen Existenz und Lage waren bekannt.
- 1964 entdecken Arno Penzias und Robert Woodrow Wilson die kosmische Hintergrundstrahlung
- 1985 entdeckt eine amerikanisch-französische Expedition das Wrack der Titanic.

Literatur

Enzyklopädie der Entdecker und Erforscher der Erde von Dietmar Henze, 5 Bände, Akademische Verlagsanstalt, Graz, 1978-2004

Siehe auch:


- Liste der Entdecker, Entdeckung Kategorie:Entdeckungsgeschichte

Page

Page ist eine Stadt in Arizona am Lake Powell, nordwestlich des Grand Canyonsiehe: Page (Arizona) Der Ausdruck Page bedeutet außerdem von französisch: page = Edelknabe
- an europäischen Höfen im Mittelalter und bis um 1918 einen jungen Adligen im fürstlichen Dienst
- heute einen uniformierten Hoteldiener vom englisch: page = Seite
- die Seite eines Buches
- kurz die Homepage oder eine beliebige Seite im Internet - zum Beispiel die Frontpage. Personen
- Alan Page
- Anita Page
- Bettie Page (
- 1923), U.S. Model
- Clarence Page
- Earle Page (1880-1961)
- Frederick Handley Page
- Page, Geraldine (1924-1987), Schauspielerin
- Greg Page
- Ian Page
- James O. Page
- Jennifer Page, Sängerin
- Jimmy Page (
- 1944), Musiker (Led Zeppelin)
- John Page (1744-1808), U.S. Politiker
- Larry Page, Google
- Lawrence E. Page, Google-Mitbegründer
- Oran Page (1908-1954), U.S. Jazzmusiker
- Patti Page (
- 1927), Musiker
- P. K. Page (
- 1916), kanadischer Schriftsteller
- Richard Page
- Thomas Nelson Page (1853-1922), U.S. Romancier
- Tim Page (
- 1944), britischer Photograph
- William N. Page Kategorie:Begriffsklärung

Herzog

Herzog, von althochdeutsch: herizogo "der vor dem Heer zieht", ist ein Adelstitel.
- Ursprünglich waren Herzöge germanische Heerführer, die für die Dauer eines Kriegszuges von Stammesfürsten durch Wahl oder durch Los bestimmt wurden.
- In der Merowingerzeit waren Herzöge königliche Amtsträger mit vorwiegend militärischen Aufgaben, denen der König ein Herzogtum mit Oberhoheit über Land- und ggf. Markgrafschaften verliehen hatte.
- Im Frühmittelalter entstanden im Raum des fränkischen Reiches erbliche Stammesherzogtümer, die von den Karolingern aufgehoben wurden, mit dem Niedergang der königlichen Zentralgewalt Ende des 9. Jahrhunderts aber wieder auflebten. Die Stammesherzöge im Ostfrankenreich zu Zeiten Heinrichs I. waren in der Regel Mitglieder regionaler Herrscher-Dynastien.
- Im Heiligen Römischen Reich verwandelten sich im 12. und 13. Jahrhundert die Stammesherzogtümer zunehmend in Territorial- und Titular-Herzogtümer. Ein Herzog war danach Herrscher über bestimmte, räumlich oft zerrissene Territorien oder Träger des vom König verliehenen Adelstitels. Die Herzogswürde wurde vom König als Lehen vergeben und konnte auch wieder entzogen werden (siehe Heinrich der Löwe und dessen Absetzung in Sachsen und Bayern 1180). Auf diese Weise wurde der ursprünglich auf ein Stammesgebiet bezogene Titel eines "Herzogs von Sachsen" nach 1180 aufgespalten und regional neu zugeordnet: Der Erzbischof von Köln erhielt vom deutschen König den Titel eines "Herzogs von Westfalen" (einer bis dahin zu Sachsen gehörigen Region, quasi West-Sachsen), während das Fürstenhaus der Askanier den Titel eines "Herzogs von Sachsen" für den Ostteil des bisherigen Stammesherzogtums erhielt (seit 1356 als Kurfürsten von Sachsen mit Sitz in Wittenberg). Durch Aussterben der Wittenberger Askanier 1423 ging der Kurfürsten- und sächsische Herzogstitel an die noch viel weiter östlich sitzenden Wettiner, die Markgrafen von Meißen über, wodurch der ursprünglich auf das heutige "Niedersachsen" zentrierte Herzogstitel und Landesnahme in das heutige "Land Sachsen" um Dresden und Meißen geriet, mit dem er bis dahin überhaupt nichts zu tun hatte. Während sich in Bayern der stammesbezogene Herzogstitel seit 1180 auf die Ländereien der Wittelsbacher beschränkte, die ihn seither führten, kam der Titel eines Herzogs von Schwaben seit dem Aussterben der Hohenstaufen 1268 völlig außer Gebrauch. Der "Herzog von Franken" führte als Ehrentitel des Fürstbischofs von Würzburg bis 1802/03 ein Schattendasein. Zugleich aber traten im Spätmittelalter durch Rangerhebungen verschiedener Fürsten neue dynastisch-territorial definierte Herzogtümer hinzu: Den Anfang machten die 1180 der von ihnen früher besetzten Stammesherzogtümer Sachsen und Bayern verlustig gegangenen Welfen, die im 13. Jahrhundert für ihre Erbbesitzungen in Norddeutschland den Titel eines "Herzogs von Braunschweig" erhielten. Im 14. Jahrhundert wurden auch die slawischen Fürsten von Mecklenburg, im 15. Jahrhundert der Graf von Württemberg vom Kaiser zu Herzögen "befördert". In der Frühen Neuzeit ebbte diese Form der Rangerhöhung ab; statt dessen versuchten seither einige Herzöge, den höherwertigen Kurfürsten-Titel (mit dem Recht der Teilnahme an der Kaiserwahl) zu erlangen, was dem Herzog von Braunschweig-Lüneburg 1692 gelang, dem konkurrierenden Herzog von Württemberg erst 1803. Mit der Zerschlagung des "Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation" zwischen 1801 und 1806 und der Herrschaft Napoleons I. über Deutschland erfolgte eine weitere Folge von Rangerhöhungen für anpassungsbereite deutsche Fürsten: Bisherige Herzöge wurden - wie der von Württemberg - erst zu Kurfürsten, dann zu Königen befördert, bisherige Fürsten - wie die diversen Linien von Anhalt - stiegen zu Herzögen auf. Nach dem Sieg über Napoleon führte 1815 der Wiener Kongress der Siegermächte zu einer weiteren, letzten Welle solcher Rangerhöhungen. Meist bedingt durch Verwandtschaft mit mächtigen Monarchen Europas, insbesondere mit dem russischen Kaiser oder dem König von Preußen, stiegen in Deutschland einige bisherige Herzöge 1815 zu "Großherzögen" auf (Sachsen-Weimar-Eisenach, Oldenburg, Mecklenburg-Schwerin und Mecklenburg-Strelitz, Luxemburg). Regierende Herzöge in Deutschland (mit dem Prädikat "Hoheit") waren zwischen 1815 und 1918: der Herzog von Braunschweig (Linie Wolfenbüttel bis 1886, Linie Hannover ab 1913), der Herzog von Anhalt (ab 1863, davor mehrere Teil-Herzogtümer), der nur bis 1866 regierende Herzog von Nassau, der 1890 das souveräne Großherzogtum Luxemburg erbte, der bis 1864 als Herzog von Schleswig, Holstein und Lauenburg regierende König von Dänemark (der in diesen drei Staaten vom König von Preußen abgelöst wurde, welcher zugleich Nassau annektierte) sowie die (in dieser Dreier-Kombination ab 1826 in Thüringen herrschenden) wettinischen Herzöge von Sachsen-Coburg und Gotha, Sachsen-Meiningen und Sachsen-Altenburg. Außerhalb Deutschlands existierten in Europa ab 1815 souveräne Herzogtümer auch in Italien - Modena, Parma und Piacenza, Lucca, Guastalla, Massa und Carrara). Alle diese Staaten verschwanden 1859/60 im Zuge der italienischen Einigung. Das 1815 anstelle der einstigen Adelsrepublik Genua geschaffene "Herzogtum Genua" war von vornherein unselbständiger Bestandteil des Königreiches Sardinien. In vielen europäischen Monarchien wurden bzw. werden königlichen Prinzen zusätzlich historische Herzogstitel verliehen (mit Ländereien und Einkünften, aber ohne Herrschaftsrechte). Dies galt für Frankreich bis zum Ende der Monarchie 1848/70 und für Italien entsprechend bis 1946, es gilt heute noch für Spanien, Schweden und Großbritannien. siehe auch
- Liste der Stammes-, Territorial- und Titularherzogtümer im Heiligen Römischen Reich
- Herzogsstuhl
- Woiwode
- Herzogtum Braunschweig Kategorie:Adelstitel Kategorie:Rechtsgeschichte

Christoph Kolumbus

Christoph Kolumbus (span. Cristóbal Colón, ital. Cristoforo Colombo, port. Cristovão Colombo, eingedeutscht (bzw. latinisiert) Kolumbus;
- wahrscheinlich zwischen dem 25. August und dem 31. Oktober 1451 in Genua; † 20. Mai 1506 in Valladolid) war ein italienischer Seefahrer in spanischen Diensten, der den Europäern - ungewollt - den Weg in das bis dahin unbekannte Amerika eröffnete. Im Bestreben, auf dem westlichen Seeweg von Europa nach Ostasien zu gelangen, erreichte er am 12. Oktober 1492 die dem amerikanischen Kontinent vorgelagerten karibischen Inseln. Er selbst glaubte bis zu seinem Lebensende eine Route auf dem Seeweg nach "Hinterindien" entdeckt zu haben. Seine frühere Bezeichnung als europäischer Entdecker Amerikas wird heute kaum noch verwendet, seit erwiesen ist, dass er nicht der erste Europäer war, der nach Amerika gelangte. Doch seine Fahrten im Auftrag der spanischen Krone hatten eine dramatische Veränderung des europäischen Weltbildes zur Folge und führten zur Kolonisation der Neuen Welt durch die europäischen Mächte. Die Bewertung seiner Taten und Leistungen ist Gegenstand kontroverser Debatten. Seinem Entdeckerdrang und seinem Mut, in völlig unbekannte Gewässer vorzustoßen, die ihn zum Urbild des Entdeckers werden ließen, steht seine Mitverantwortung für den Völkermord an den Ureinwohnern Amerikas im Zuge der Konquista gegenüber.

Werdegang bis 1480

Nach langen und kontroversen Debatten um Ort und Zeit seiner Geburt neigt die Forschung heute mehrheitlich zu der Ansicht, dass Kolumbus im Jahr 1451 in Genua zur Welt kam. In einem Rechtsstreit von 1479 gibt Kolumbus an, 27 Jahre alt zu sein und 100 Gulden zu besitzen. Ebenso umstritten ist bis heute die Frage seiner Herkunft (siehe den Abschnitt Die Diskussion um seine Herkunft) und seines Lebens vor den großen Entdeckungsfahrten. Folgende Version gilt heute unter Experten als die plausibelste: Der Vater des Kolumbus war der Genueser Wollweber Domenico Colombo († 1498), seine Mutter Suzanna Fontanarossa, die Tochter eines Wollhändlers. Kolumbus hatte drei jüngere Brüder, Bartolomeo, Giovanni Pellegrino und Giacomo (span. Diego), und eine Schwester, Bianchinetta. Zunächst übte er das Handwerk seines Vaters aus. Nach seinen eigenen Aussagen fuhr er aber auch schon mit 14 Jahren zur See. Ein Studium an der Universität von Padua, von dem mitunter die Rede ist, ist deshalb unwahrscheinlich. Vielmehr brachte er sich die Grundlagen der Kartografie im Selbststudium, zusammen mit seinem Bruder Bartolomeo, bei und erhielt ansonsten kaum eine formale Bildung. 1474 reiste Kolumbus mit einem Schiff nach Chios, wo er ein Jahr blieb. 1476 erreichte er mit einer Handelsexpedition den Atlantischen Ozean. Die Schiffe wurden am 13. August vor dem Kap St. Vincent/Portugal von Freibeutern attackiert, Kolumbus konnte sich aber schwimmend zur portugiesischen Küste retten. Ab 1477 lebte er in Lissabon. Portugal war damals ein Zentrum der europäischen Seefahrt. Der Bruder des Kolumbus, Bartolomeo, wohnte schon in Lissabon als Kartograf; die Brüder arbeiteten eine Zeit lang zusammen als Zeichner. Bald darauf, wahrscheinlich noch im gleichen Jahr, nahm Kolumbus an einer Fahrt in den Nordatlantik teil, die ihn angeblich bis in das sagenhafte Thule führte. In Diensten der portugiesischen Flotte nahm er an weiteren Fahrten teil; 1482-1483 begleitete er eine Expedition entlang der westafrikanischen Küste, die bis zum portugiesischen Handelsposten São Jorge da Mina in Guinea reiste. 1479 heiratete er Felipa Perestrello e Moniz. Ihr gemeinsamer Sohn Diego wurde 1480 geboren. Felipa stammte aus einer adligen Familie mit italienischen Vorfahren, ihr Vater Bartholomeus war an der Besiedlung Madeiras beteiligt gewesen und Gouverneur von Porto Santo. Kolumbus lebte daraufhin einige Zeit auf Porto Santo, wo er sich seinen Lebensunterhalt wiederum als Kartenmacher verdiente und zugleich die Seekarten, Logbücher und Papiere aus dem Nachlass seines verstorbenen Schwiegervaters studierte. Ungefähr zu dieser Zeit muss er begonnen haben, sich intensiv mit einer Seeroute nach Süd- und Ostasien zu beschäftigen.

Die Idee

Ostasien Indien und das Kaiserreich China waren für Europa wichtige Bezugsquellen von wertvollen Gütern wie Seide und Gewürzen. Seit dem Eindringen der Osmanen in die Levante Mitte des 14. Jahrhunderts und der weitgehenden Entmachtung des Byzantinischen Reiches standen die Landwege nach Indien (dieser Begriff wurde damals für ganz Süd- und Ostasien verwandt) den Europäern nicht länger offen. Hohe Zölle führten zu stark steigenden Preisen für die Luxusgüter. Schon 1418 hatten die Portugiesen auf Veranlassung von Heinrich dem Seefahrer damit begonnen, eine Seeroute nach Indien südostwärts um Afrika herum zu suchen und dabei große Teile der afrikanischen Küste erkundet. (siehe Gewürzroute) Kolumbus entdeckte für sich jedoch um 1480 die Idee einer Westroute nach Indien wieder, die auf Aristoteles zurückging, der behauptet hatte, man könne den Ozean zwischen den Säulen des Herakles (Gibraltar) und Asien innerhalb weniger Tage überqueren. Diese Theorie wurde auch von anderen Gelehrten unterstützt, unter anderem von Pierre d'Ailly (1350-1420). Kolumbus besaß ein Exemplar der Imago Mundi von d'Ailly, das er mit zahlreichen Anmerkungen versehen hatte. 1474 hatte er in zwei Briefen mit Paolo dal Pozzo Toscanelli über seinen Plan korrespondiert und von diesem Zustimmung erhalten. Des Weiteren las er die Bücher von Marco Polo und hatte auf seinen Reisen in den Norden möglicherweise von den Fahrten der Wikinger nach Nordamerika gehört. Anzunehmen ist, dass Kolumbus auch die seit dem Mittelalter populäre „Navigatio Sancti Brendani“ über eine Westfahrt des irischen Mönches Brendan bekannt war. Indizien für das Vorhandensein einer Landmasse im Westen Europas gab es einige. Nach einem Sturm abgetrieben, fand ein portugiesischer Kapitän weit im Westen ein fremdartiges Stück Holz, das augenscheinlich bearbeitet worden war. Weitere Hölzer und fremde Pflanzen wurden an die Küsten Madeiras und Porto Santos gespült. Schließlich gab es Gerüchte, dass auf Flores (Azoren) zwei Leichen fremdartigen Aussehens aus dem Westen angespült worden waren. Kolumbus erfuhr von diesen Indizien während seines Aufenthalts auf Porto Santo, als er sich mit Seeleuten unterhielt und die Papiere seines Schwiegervaters las, unter denen sich auch so genannte roteiros (geheime Logbücher portugiesischer Seefahrer) befanden, die ihm Aufschluss über Strömungen und Winde des Atlantiks gaben und so bei der Ausarbeitung seines Plans hilfreich waren. Kolumbus erkannte, dass man sich die Passatwinde für eine schnelle Fahrt nach Westen zu Nutze machen konnte, indem man zunächst südlich steuerte. Die Kugelgestalt der Erde, Voraussetzung für den Plan des Kolumbus, war seit der Antike und auch im Mittelalter den Gelehrten bekannt gewesen und Ende des 15. Jahrhunderts allgemein akzeptiert, entgegen vieler Klischees auch von der katholischen Kirche, die sich nurmehr gegen das Heliozentrische Weltbild wehrte. Vorstellungen einer scheibenförmigen Erde fanden sich allerhöchstens im einfachen Volk, hatten aber keinen Einfluss auf die Akzeptanz der Idee einer Westroute nach Indien. Unterschiedliche Theorien existierten aber bezüglich der Distanz, die auf solch einer Route zurückzulegen wäre. Diese Unterschiede beruhten auf verschiedenen Auffassungen über die Ost-West-Ausdehnung der eurasischen Landmasse. Seit Ptolemäus nahm man allgemein an, dass Eurasien 180° der Erdbreite einnahm, die restlichen 180° also noch unbekannt waren. D'Ailly dagegen kalkulierte mit 225° Ausdehnung der Landmasse und Kolumbus übernahm diese Auffassung. Tatsächlich beträgt die Breite etwa 130°. Da er zudem für die Entfernung zwischen den Breitengraden eine zu kleine Zahl annahm, erhielt er einen Abstand von unter 4.500 km zwischen den Kanaren und Zipangu (Japan). Der tatsächliche Abstand beträgt fast 20.000 km, doch aufgrund seiner falschen Zahlen hielt Kolumbus die von ihm später entdeckten Inseln in der Karibik für dem indischen Festland vorgelagerte Inseln, da sie ungefähr dort lagen, wo nach seiner Kalkulation Indien lag.

Das Werben um Unterstützung

Japan Damit er seinen Plan durchführen konnte, benötigte Kolumbus die Unterstützung eines Staates oder Staatsoberhauptes. Um 1484 stellte er seine detailliert ausgearbeiteten Pläne für eine Expeditionsfahrt dem portugiesischen König Johann II. vor. Experten des Königs lehnten die Pläne aber ab, weil sie korrekterweise die Distanz für weitaus länger hielten und den Plan damit für nicht durchführbar. Nach dem Tod seiner Frau Felipa verließ Kolumbus mit seinem Sohn Diego 1485 Lissabon in Richtung Spanien, wohl auch, um so seinen Gläubigern zu entkommen. Er hoffte, das Königspaar Ferdinand II. von Aragón und Isabella I. von Kastilien für seine Pläne gewinnen zu können. Diese hatten durch ihre Heirat ihre beiden Königreiche verbunden und befanden sich im Kampf gegen die Mauren. 1486 kam Kolumbus auf Aufforderung von Königin Isabella erstmalig zum Hof nach Córdoba, wo er freundlich empfangen und vom Verwalter der Krongüter und Schatzmeister der santa hermandad Alonso de Quintanilla anvertraut wurde. Alonso wurde schnell zu einem enthusiastischen Befürworter der Pläne von Kolumbus, der noch weitere Freunde fand. Bald traf er Beatriz Enriquez, die die Mutter seines zweiten Sohnes Fernando wurde. Beatriz blieb seine lebenslange Partnerin und wurde von Kolumbus auch in seinem Testament bedacht, die beiden heirateten jedoch nicht. Ein zur Prüfung seiner Pläne eingesetztes Komitee lehnte die Idee zwar als unpraktikabel ab, doch Kolumbus folgte dem Hof weiter von Ort zu Ort und wurde ab und zu mit königlichem Geld unterstützt, damit er mit seinem Plan nicht zu einem anderen Staatsoberhaupt Europas zog. Der einflussreiche Kardinal Pedro González de Mendoza, dessen Bekanntschaft Kolumbus gemacht hatte, verschaffte ihm eine erste Audienz bei Königin Isabella, die aber noch keinen Erfolg brachte. Das spanische Königspaar war mit dem Krieg gegen die Mauren beschäftigt und konnte zu diesem Zeitpunkt wenig mit seinen hochfliegenden Plänen anfangen. Nach einer langen Zeit unergiebigen Wartens im Gefolge des spanischen Hofe