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Casanare

Casanare

Das Departamento de Casanare ist eine Provinz im Osten Kolumbiens. Es grenzt im Südosten an die Provinz Vichada, im Süden an die Provinz Meta, an Arauca im Norden und westlich liegt Boyacá. Durch die Ölförderung sind die Aussichten für die Region sehr gut. In der Landwirtschaft dominiert der Reis. Daneben werden Yucca, Zuckerrohr, Mais, Kakao, Sorghum und Bohnen angebaut. Eine wichtige Rolle spielt die Rinderhaltung. Dem Abholzen des Waldes kommt weniger Bedeutung zu.
Kategorie:Provinz in Kolumbien
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Kolumbien

Kolumbien (spanisch Colombia) ist ein Staat im nördlichen Teil von Südamerika und grenzt an Brasilien, Peru, Ecuador, Venezuela und Panama. Kolumbien liegt am Pazifischen Ozean und an der Karibik.

Geografie

Kolumbien liegt im Nordwesten Südamerikas und grenzt sowohl an den atlantischen (1.600 km Grenzlinie), als auch an den pazifischen Ozean (1.300 km Grenzlinie). Im Südwesten liegen Ecuador und Peru, im Nordosten Venezuela und im Südosten Brasilien. Die westliche Hälfte Kolumbiens wird von den Anden dominiert, die in drei große Bergketten geteilt sind: die westliche, die zentrale und die östliche Kordillere. Zwischen den Bergketten fließen die großen, teilweise befahrbaren Flüsse Cauca und Magdalena in den atlantischen Ozean. Die Hochgebirge beherbergen die zum Teil aktiven Vulkane Galeras, Huila, Nevado del Ruiz, Purace, Tolima und Doña Juana. Die höchsten Gipfel sind der Pico Cristóbal Colón sowie der Pico Simón Bolívar, beide jeweils 5.775 m hoch und in der Sierra Nevada de Santa Marta gelegen. Die östliche Hälfte ist durch dicht bewaldetes Flachland charakterisiert, durch das die Flüsse Putumayo, Yapura, Meta und Guaviare fließen, die entweder im Orinoco oder im Amazonas münden. Kolumbien hat Küsten sowohl am atlantischen wie am pazifischen Ozean. Die bekanntesten Inseln im Atlantik sind der Archipel von San Andrés und Providencia (770 km nordöstlich von Kolumbien), mit den Inseln San Andrés, Providencia und Santa Catalina. Der karibischen Küste vorgelagert ist die Insel Fuerte und die Archipele von San Bernardo und del Rosario. Im Pazifik liegen die Inseln Malpelo und Gorgona und Gorgonilla. Je nach Meereshöhe unterscheidet man vier Klimazonen. In den Flachländern (Llanos) herrscht tropisches Klima über 24° C, zwischen 1.000 und 2.000 m gemäßigtes Klima (17-24° C), zwischen 2.000 und 3.000 m kaltes (12-17° C) und in den Bergregionen (Páramos) ab 3.000 m Höhe hochalpines Gletscherklima (unter 12° C). Kolumbiens größte Städte sind die Hauptstadt Santa Fé de Bogotá, Medellín, Cali, Cartagena de Indias, Barranquilla, Ibagué, Manizales, Pasto, Cúcuta und Bucaramanga. Siehe auch: Städte in Kolumbien

Umwelt

Kolumbiens Lage mit unterschiedlichen Höhenstufen und Klimazonen, die den Übergang und Kontakt zwischen Amazonas und Anden einschliessen, heterogene Bodenbedingungen bedingen eine große Biodiversität mit einer hohen Anzahl endemischer Arten. Kolumbien ist eines der Länder mit der größten Artenvielfalt pro Gebietseinheit weltweit: Mit nur 0,7 % Anteil an der weltweiten Festlandsmasse vereinigt das Land 10% aller Tier- und Pflanzenarten des Planeten auf seinem Staatsgebiet. Obwohl Kolumbien den Schutz seiner natürlichen Ressourcen bereits seit den 70er Jahren vorantreibt, haben neben natürlichen Umweltkatastrophen (häufig entweder bedingt durch extreme Trocken- oder Regenzeiten) vor allem das dynamische soziale und wirtschaftliche Wachstum und die bürgerkriegsartigen Auseinandersetzungen in den letzten Jahrzehnten erhebliche Umweltschäden mit sich gebracht. Mit der Verfassung von 1991 hat sich das Land nun explizit der Erreichung einer nachhaltigen Entwicklung verschrieben; etwa 60 Verfassungsartikel beziehen sich direkt oder indirekt auf die Umwelt. Den normativen Rahmen für die Ausgestaltung dieser Vorgaben bildet das Gesetz 99 von 1993, durch das ein Umweltministerium als Bestandteil des Nationalen Umweltsystems (Sistema Nacional Ambiental, kurz SINA) geschaffen wurde. Zum SINA gehören nebem dem Ministerium unter anderem die Regionalentwicklungsbehörden, die mit dem Management der natürlichen Ressourcen und ihrer nachhaltigen Entwicklung beauftragt sind, städtische Umweltplanungsbehörden und -systeme wie das DAMA in Bogotá und der Ecofondo, der Zusammenschluss aller Umwelt-NGOs. Staatliche Umweltpläne sollen zur Erreichung der ehrgeizigen Ziele beitragen. Allerdings werden den Regionalentwicklungsbehörden unter anderem überhöhte Betriebskosten, fehlende Investitionen in Umweltprogramme und die Aufgabe wieder aufgeforsteter Gebiete vorgeworfen. Diese und andere Mängel sollen deshalb mittels einer weitgreifenden Umweltsektorreform beseitigt werden. Dazu wurde bereits im März 2003 ein Gesetzesvorschlag vorgelegt; darüber hinaus wurde das Umweltministerium im April 2003 zum Ministerio de Ambiente, Vivienda y Desarollo Territorial fusioniert. Derzeit gibt es Bestrebungen, die bereits seit Jahrzehnten bestehende Nationalparkverwaltung (UAESPNN - Unidad Administrativa Especial del Sistema de Parques) umzustrukturieren. Insgesamt wird die bisherige Umweltpolitik von Präsident Uribe oft als ein Rückschritt hinter bereits erzielte Erfolge bezeichnet, insbesondere, da die Umwelt- und Naturzerstörung als Folge des bewaffneten Konflikts von Jahr zu Jahr steigt.

Klima

Da der Äquator durch Kolumbien läuft, liegt das Land in der tropischen Klimazone. Der Norden, also die Karibikküste, liegt in der subtropischen Zone. In Gebieten unterhalb 550m werden Durchschnittstemperaturen von 25°C bis 30°C gemessen (tropischer Bereich), zwischen 550m und 2300m Jahresmittel von bis zu minimal 18°C (gemäßigter Bereich) erreicht. Zwischen 2300m und 3000m beträgt die Temperatur nur noch 10 - 17°C. Bogotá, welches in einer Höhe von 2550m über dem Meeresspiegel liegt, hat eine Jahresdurchschnitttempereatur von 13°C. Über 3000m liegt die kaltgemäßigte bis kalte Klimazone mit Temperaturen zwischen - 17,8°C bis +12,8°C. Jährlich gibt es zwei Regenzeiten (April und Oktober) und zwei Trockenzeiten, die aber nicht extrem ausfallen. An der Westküste der Anden fällt die größte Menge an Niederschlag. Im südlichen Teil des Landes werden ca. 3000mm Niederschlag pro Jahr und gemessen, im Norden bis zu 10.000mm. Einige Orte mit einem Niederschagsvolumen von bis zu 16.000mm im Jahr gehören zu den regenreichsten Gebieten der Erde. Die östlichen Gebiete werden weniger stark beregnet. Durch den Passatwind sind diese Teile der Karibikküste sehr regenarm (unter 400mm Niederschlagsmenge pro Jahr und m²). Weiterhin ist die Niederschlagsmenge in den Hochtälern und Hochbecken durch die Regenschattenseite nur bei 1000mm angesiedelt.

Bevölkerung

Kolumbien mit einer Bevölkerungszahl von ca. 42,31 Mio. hat auf Grund seiner Geschichte eine sehr diversifizierte Bevölkerungsstruktur. Auf jedem Quadratkilometer leben durchschnittlich 31 Einwohner. 72% der Gesamtbevölkerung leben in den Ballungsgebieten und Städten, hauptsächlich in den Tälern des Río Magdalena und des Río Cauca sowie an der Küste des karibischen Meeres. Allein in Bogota, die Hauptstadt und das Zentrum der Industrie, lebt ca. 1/7 der Bevölkerung. Die Bevölkerung setzt sich aus drei sehr unterschiedlichen Gruppen zusammen: den indigenen Indios, den europäischen, zumeist aus Spanien stammenden Kolonisten und den importierten Sklaven aus afrikanischer Herkunft. Die heutige Demografie des Landes besteht aus einer Mischung dieser Gruppen. Demografie Verbindungen zwischen diesen Gruppen waren und sind sehr weit verbreitet. Den größten Anteil an der Bevölkerung stellen mit 60 % die Mestizen, deren Vorfahren Europäer und Indigene waren. Zur hellhäutigen Bevölkerung gehören die Kreolen, Nachfahren der europäischen Kolonisten, die somit die größte Minderheit mit 20 % darstellen. Weiter sind mit 16 % die Mulatten in der kolumbianischen Gesellschaft vertreten, Nachkommen von Europäern und afrikanischen Sklaven. Rein afrikanische Vorfahren haben 4 % der Bevölkerung, 3 % zählen zu den Zambos, die von afrikanischen Sklaven und indigenen Indios abstammen. Im Dorf Palenque de San Basilio existiert die einzige spanischbasierte Kreolsprache in Lateinamerika. Die Menschen dort sind zum größten Teil Nachfahren entlaufener Sklaven und sprechen Palenquero. Heutzutage werden nur noch 1 % als Indigene klassifiziert, unter anderem durch ihre Kultur und Sprache. Dominant ist die römisch-katholische Glaubensrichtung (ca. 90 % der Bevölkerung). Völkerbewegungen vom Land in die Stadt sind massiv. Stadtbevölkerung ist von einem Anteil von 57 % der Gesamtbevölkerung im Jahre 1951 auf 74 % 1994 gestiegen. Dreißig Städte haben mehr als 100.000 Einwohner. Die östlichen Llanos Kolumbiens, die aus 9 Departamentos bestehen und 54 % der Fläche ausmachen, beherbergen nur 3 % der Bevölkerung und damit eine Dichte von einer Person pro Quadratkilometer. Siehe auch: Afrokolumbianer

Geschichte

Nach der Entdeckung Mittelamerikas durch spanische Seefahrer entstanden mit Santa Marta (gegr. 1527) und Cartagena de Indias (gegr.1533) die ersten kolonialen Stützpunkte an der kolumbianischen Karibikküste. Als im Jahr 1537 die ersten spanischen Entdecker unter Gonzalo Jiménez de Quesada in das Andengebiet vordrangen, wurden die Chibcha unterjocht. Die Spanier erbauten einige Siedlungen, die die ehemaligen indianischen Handelszentren ersetzten, so zum Beispiel Santa Fé de Bogotá und Tunja (gegr. beide 1539). Wenig später erfolgte die Gründung einer Provinz, aus der sich das Vizekönigreich Neugranada entwickelte. Kolumbien ist einer der Staaten, die durch den Zerfall Großkolumbiens im Jahr 1830 entstand (andere sind Ecuador und Venezuela). Bis zum Jahre 1903 gehörte Panama zu Kolumbien. Kolumbien gehört zu der 1969 gegründeten Andengemeinschaft, die seit 1995 eine Freihandelszone zwischen den Mitgliedsstaaten aufgebaut hat. Seit Jahrzehnten dauert nun schon der Bürgerkrieg in Kolumbien an. Nach einer Welle von Gewalt und Terror verhängt Präsident Álvaro Uribe Vélez am 12. August 2002 für 90 Tage den Ausnahmezustand. Der im Jahre 2003 von Präsident Álvaro Uribe begonnene Friedensprozess mit den Paramilitärs droht zu scheitern. Ein Grund dafür ist das spurlose Verschwinden des Gründers der Paramilitärs, Carlos Castaño, ein anderer die Forderung der Paramilitärs, für ihre Taten, einschließlich des Drogenhandels, nicht bestraft und an die USA ausgeliefert zu werden. Siehe auch: Liste der Präsidenten Kolumbiens

Verwaltungsgliederung

Kolumbien ist in 32 Provinzen untergliedert (Hauptstädte in Klammern): right #Amazonas (Leticia) #Antioquia (Medellín) #Arauca (Arauca) #Atlántico (Barranquilla) #Bolívar (Cartagena de Indias) #Boyacá (Tunja) #Caldas (Manizales) #Caquetá (Florencia) #Casanare (Yopal) #Cauca (Popayán) #Cesar (Valledupar) #Chocó (Quibdo) #Córdoba (Monteria) #Cundinamarca (Bogotá) #Guainía (Puerto Inirida) #Guaviare (San José del Guaviare) #Huila (Neiva) #La Guajira (Riohacha) #Magdalena (Santa Marta) #Meta (Villavicencio) #Nariño (Pasto) #Norte de Santander (Cúcuta) #Putumayo (Mocoa) #Quindío (Armenia) #Risaralda (Pereira) #San Andrés und Providencia (San Andrés) #Santander (Bucaramanga) #Sucre (Sincelejo) #Tolima (Ibagué) #Valle del Cauca (Cali) #Vaupés (Mitú) #Vichada (Puerto Carreño) Zusätzlich: Bogotá - Distrito Capital

Wirtschaft

Kolumbien ist der größte Produzent zahlreicher Schnittblumenarten. Bei der Produktion von Nelken steht es weltweit an erster, bei Schnittblumen insgesamt an zweiter Stelle. Mit 3.500 verschiedenen Orchideen-Arten hat Kolumbien die größte Vielfalt der Welt. Ebenfalls an erster Stelle steht Kolumbien bei der Produktion von Smaragden und Guadua-Holz. Es ist außerdem der zweitgrößte Kaffee-Produzent der Welt und steht bei der Produktion von Bananen weltweit an dritter Stelle. Bei der Produktion von Kartoffeln ist Kolumbien in Lateinamerika führend. Das Land ist der zweitgrößte Exporteur landwirtschaftlicher Produkte in die USA. Darüber hinaus ist Kolumbien weltweit der viertgrößte Produzent von Kohle und Nickel und hat außerdem eine sichere Erdölreserve von zwischen 1,54 bis 1,84 Milliarden Barrel. Ein Teil der kolumbianischen Wirtschaft wird direkt oder indirekt vom Anbau und der Produktion von illegalen Drogen beeinflusst. So bauen Bauern insbesondere Koka, aber auch Schlafmohn an, da sie sich so ein besseres Einkommen versprechen als bei der Produktion von Nahrungsmitteln oder Kaffee; und der Druck der Drogenkartelle ermöglicht es den Kokabauern oft auch nicht, auf legale Waren umzuschwingen. Hauptexportgüter Kolumbiens sind Kaffee, Bananen, Schnittblumen, Smaragde, exotische Früchte, Textilien, Lederwaren, Lebensmittel, Erdöl und Erdölderivate, Kohle und Kohlederivate, Gold und Zucker.

Politik

Als Präsidialrepublik ist Kolumbien in die Exekutive, Legislative und Judikative aufgeteilt. Das Parlament besteht aus zwei Kammern, dem Kongress (congreso) und dem Senat (senado). Die geltende Verfassung wurde am 5. Juli 1991 nach einem Volksentscheid verabschiedet. Fast alle Ämter, vom Präsidenten bis zum Abgeordneten, werden direkt vom Volk gewählt. Als volljährig gilt jeder ab dem 18. Lebensjahr und nur Mitglieder der Armee und Strafgefangene dürfen nicht wählen. Der Präsident und die Senats- und Kongressabgeordneten werden zu einer Amtszeit von vier Jahren gewählt. Kolumbien ist Mitglied in der Südamerikanische Staatengemeinschaft, Organisation Amerikanischer Staaten und den Vereinten Nationen. Beitrittsverhandlungen zu Mercosur werden geführt.

Parteien


- Partido Liberal (liberale)
- Partido Conservador Colombiano (konservative)
- Movimiento de Salvación Nacional (konservative)
- Alianza Democrática M-19 (ehemalige M-19 Guerillagruppe)
- Polo Democrático Independiente
- Unión Democrática
- Unión Patriótica (komunistische)
- Partido Comunista de Colombia (komunistische)
- Movimiento Obrero Independiente y Revolucionario
- Partido para Defensa del Folklore Nacional.
- Oxígeno verde

Bildungswesen

In Kolumbien wird die Bildung in vier Stufen aufgeteilt, Vorschule (preescolar), Schule (educación básica), Gymnasium (educación media) und Universität (nivel universitario). Verantwortlich für die Bildung ist das Ministerium de Educación Nacional. Im Durchschnitt sind die staatlichen Bildungseinrichtungen für die Familien günstiger als die in privater Hand. Außerdem werden auch nicht staatlich anerkannte Titel, meist von privaten technischen Schulen, angeboten, die oft die Selbständigkeit des Auszubildenden zum Ziel haben. Im Vorschulalter werden den Eltern, fast ausschließlich aus dem privaten Sektor, Kindergärten angeboten. Die letzten zwei Jahre vor der Grundschule werden Kinder (4-5 Jahre) und transición (Übergang) (5-6 Jahre) genannt. Von einem Kind in der transición Altersgruppe wird erwartet, dass es schon mit dem Lesen- und Schreibenlernen angefangen hat. Die Schulzeit eines Kindes begrenzt sich auf neun Jahre, fünf davon in der Grundschule (básica) und vier im Gymnasium (secundaria). Meist nur für Familien, die die nötigen finanziellen Mittel haben, bieten Schulen zwei weitere Jahre der Educación Media, auch Bachillerato genannt, an. Schüler die das Bachillerato machen haben meist zum Ziel die Universität zu besuchen. Universitäten werden sowohl vom Staat als auch privat betrieben. Technische Abschlüsse werden nach drei Jahren, Graduierte (vergleichbar mit Bachelor) nach vier und Diplome nach fünf Jahren vergeben. Ergänzend werden Master- und Doktortitel, letztere nur durch staatlich anerkannte Institutionen, angeboten. Die bekannteste Universität Kolumbiens ist die Universidad Nacional de Colombia mit Hauptsitz in Bogotá.

Kultur

Siehe auch: Liste berühmter Kolumbianer

Kunst

Kolumbien rühmt eine lange Geschichte der Künste, die bis in die präkolumbischen Zeiten zurückgeht. Bekannt sind aus diesen Zeiten Goldfiguren, Schmuck und Tonarbeiten. In der Hauptstadt Bogotá sind im Goldmuseum viele dieser Stücke zu bewundern. Ein Großteil der Kunststücke ist aber seit der Entdeckung, erst durch die Entdecker und dann durch Grabräuber, verschwunden. Die diversen Volksgruppen stellen weiterhin unterschiedlichste Arten von Kunst her, unter anderem die handgewebten Handtaschen (Mochilas) und Hängematten der Guajiros. Zu den bekanntesten kolumbianischen Künstlern des 20. Jahrhunderts zählen Enrique Grau, Fernando Botero und Alejandro Obregón. Bekanntester kolumbianischer Schriftsteller ist der Literaturnobelpreisträger Gabriel García Márquez.

Musik

Die traditionelle kolumbianische Musik ist sehr vielfältig. Die Musik der Karibikküste, wo viele Afro-Kolumbianer leben, ist stark von afrikanischen Rhythmen geprägt, wie man es in Stilen wie der Cumbia und dem verwandten, aber melodischeren Vallenato hören kann. Eine neue in dieser Region Kolumbiens entstandene Musikrichtung ist der ebenfalls stark von afrikanischen und karibischen Einflüssen geprägte Champeta. Völlig anders ist dagegen die traditionelle Musik der Andenregion um Bogotá, die eine Mischung spanischer und vorkolumbischer Stilelemente ist und damit der Folkloremusik des Hochlandes von Peru und Ecuador ähnelt. Im Rest des Landes ist die traditionelle Musik vor allem von spanischen und italienischen Einflüssen geprägt. Salsa ist in Kolumbien, wie auch im Rest Südamerikas ebenfalls sehr beliebt. Berühmte kolumbianische Salsa-Interpreten sind die Grupo Niche, Fruko y sus Tesos und Joe Arroyo. Eine der populärsten Salsa-Tänzerinnen ist Maria del Pilar, die inzwischen zusammen mit ihrem Guitarriero Nico Berdugo auch in Europa bei zahlreichen Auftritten gefeiert wird. Die bekannteste Musikerin Kolumbiens ist die Sängerin Shakira. Mittlerweile haben es auch der Pop-Sänger Juanes und der Vallenato-Interpret Carlos Vives zu internationaler Berühmtheit gebracht. In den kolumbianischen Großstädten gibt es seit den 90er Jahren eine ständig wachsende moderne Musikkultur. Trotzdem wächst die Szene weiter. Im Jahr 1994 fand zum ersten Mal das Festival „Rock al parque“ statt, dass mittlerweile das größte kostenlose Rockfestival Lateinamerikas ist.

Sport

Kolumbien ist besonders für Fußball und Radsport international bekannt und seit einigen Jahren durch Juan Pablo Montoya in der Formel 1 vertreten. Bekannteste Tennisspielerin ist Fabiola Zuluaga. 2005 hat die Golfspielerin María Isabel Baena erstmalig einen Titel für Kolumbien bei dem in New Jersey, USA ausgetragenen Match Play-Meisterschaft gewonnen. Clara Juliana Guerrero ist die weltbeste Kegelspielerin, eine Sportart in der auch u.a. die Geschwister Paola Rocío Gómez Ardila und Jaime Andrés Gómez Ardila das Land vertreten. Berühmte Boxer sind der legendäre Antonio Cervantes "Kid Pambelé", der vier Jahre lang Weltmeister in der Gewichtsklasse 140 Pfund Juniorgewicht der (WBA) war und Miguel "Happy" Lora, der zwischen 1985 und 1989 den Weltmeistertitel in der Gewichtsklasse 118 Pfund Bantamgewicht der (WBC) hielt.

Fußball

Eine Fußballliga wurde 1924 angedacht und durch den Beitritt 1936 zu der Confederación Sudamericana de Fútbol (CONMEBOL) besiegelt. Die Nationalelf spielte zum ersten mal 1962 in Chile bei der Weltmeisterschaft mit. Aus drei Spielen erhielt sie aber nur einen Punkt, spielte aber mit einem 4:4 gegen die UdSSR eine historische Partie. 1964 wurde die Bundesliga „Federación de Fútbol de Colombia (Fedebol)” mit Unterstützung der FIFA gegründet. Kolumbien wurde 1974 von der FIFA die Austragung der 1986 zu spielenden Weltmeisterschaft zugesprochen, die aber letztlich wegen Uneinigkeiten zwischen Privat- und Staatsfinanzierungen 1981 an Mexiko ging. Der bisher größte Erfolg der Fußball-Nationalmannschaft ist der im Jahre 2001 errungene Titel der Copa América, welcher zudem in Kolumbien ausgetragen wurde. Weitere Höhepunkte waren die jeweilige Qualifikation zu den Fußball-Weltmeisterschaften von 1962, 1990, 1994 und 1998, sowie der historische 5:0-Sieg über Argentinien in Buenos Aires. Dieses Spiel diente der Qualifikation zur Weltmeisterschaft 1994 in den USA. Die Nationalmanschaft wird nicht die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland bestreiten, da sie sich trotz einem 1-0 im letzten Spiel gegen Paraguay nicht qualifizieren konnte. Siehe auch: Kolumbianischer Fußball

Radsport

Das erste in Etappen gefahrene Rennen Südamerikas wurde 1951 in Kolumbien absolviert. Erster bekannter kolumbianischer Radrennfahrer bei der Tour de France war Cochise Rodríguez, der das Rennen 1977 als 27. beendete. Fabio Parra gewann 1988 drei Etappen und endete als Dritter in der Gesamtwertung. Luis „Lucho“ Alberto Herrera gewann 1985 und 1987 zwei Bergetappen und wurde dadurch zum kolumbianischen Nationalhelden. Von sich reden machte seit Ende der 1990er Jahre zudem der aus Medellín stammende Santiago Botero. Er wurde 2002 Zeitfahr-Weltmeister bei der Straßen-Radweltmeisterschaft im belgischen Zolder. Darüber hinaus sicherte er sich unter anderem drei Etappen bei der Vuelta a España sowie bei der Tour de France, bei der er im Jahre 2000 zudem als Gewinner des Bergtrikots die Avenue des Champs-Élysées in Paris erreichte. 2005 gewann der Kolumbianer Ivan Parra zwei Etappen beim Giro d’Italia.

Inline-Skating

Seit einigen Jahren zählt Kolumbien in dieser Disziplin zu den stärksten Nationen weltweit. Die bekannteste Inline-Skaterin ist Cecilia Baena (Sportlerin des Jahres 2001 in Kolumbien), bei den Panamerikanischen Meisterschaften 2005 gewann sie neun Medaillen. 2004 wurde sie in Italien dreifache Weltmeisterin. Außerdem gewann sie das größte Inlinerennen der Welt, den Berlin Marathon mit 10.000 Teilnehmern. Weitere bekannte Weltmeister, sowie Weltrekordhalter sind Diego Rosero und Jorge Andrés Botero.

Tejo

Tejo, eine moderne Version eines Indianerspieles namens Turmequé, wird schon über 500 Jahre lang in den Provinzen Cundinamarca und Boyacá gespielt und wurde im Juni 2000 vom kolumbianischen Kongress zum Nationalsport ernannt. Die moderne Version sieht vor, eine eiserne Halbkugel, den Tejo, in einen metallischen Kreis zu werfen und so, die an den vier Himmelsrichtungen aufgelegten Schwarzpulvertaschen, die Mechas, zum lauten Knall zu zwingen. Wer die meisten dieser Mechas zum Explodieren bringt, gewinnt das Spiel, das sowohl im Team als auch einzeln gespielt werden kann. Die Partien werden traditionell von alkoholischen Getränken begleitet. Die Brauereien sind daher naturgemäß die größten Sponsoren.

Infrastruktur

Kolumbien bedient sich eines Bahnnetzes von 3.304 km Länge, davon aber nur 150 km in Standardbreite, die hauptsächlich zur Förderung von Kohle aus dem El Cerrejón zum Hafen Bahía Portete dienen. Der Personenverkehr auf der Schiene beschränkt sich auf drei kurze touristische Strecken. Zusammen mit den 112.998 km Straßennetz, von denen nur ca. 26.000 km gepflastert sind, besitzt Kolumbien daher eine der am schlechtesten Verkehrsinfrastrukturen Süd- und Mittelamerikas. Der Straßenausbau liegt mit etwa 100 m/km² unter dem lateinamerikanischen Durchschnitt von 118 m/km². Häfen von größerer Bedeutung sind die von Barranquilla, Buenaventura, Cartagena, Muelles El Bosque, Puerto Bolivar, Santa Marta und Turbo. Die Flughafenanzahl wird auf 980 geschätzt, wobei fast jede Millionenstadt einen international angebundenen Flughafen hat. Es sind etwa 1,89 Millionen Festnetztelefone in Betrieb. Offiziell funken 413 LW/MW- und 217 UKW-Radiosender; es sind ca. 5,5 Millionen Fernseher im Einsatz. Seit der neuen Verfassung von 1991 sind die staatlichen Investitionen in die Infrastruktur zurückgegangen, die privaten dagegen angestiegen. Dadurch ist die Beteiligung des Privatsektors in Infrastrukturprojekte des Transportes, Strom und Wasserversorgung rasant gestiegen. Seit 1994 werden Teile des Fernstraßennetzes in Konzession an Privatunternehmer vergeben, die bis dato dadurch 10% bis 15% des Straßennetzes verwalten. Erfahrungen zeigen, dass die Bau- und Unterhaltkosten dadurch von 300% über den ursprünglich veranschlagten Kosten auf 40% reduziert werden. Diese Strecken werden über eine Maut finanziert.

Gesundheitswesen

Der Altersaufbau ist charakterisiert durch einen großen Anteil an junger Bevölkerung. Zwischen 1985 und 1990 ist zwar der Anteil von Menschen unter 15 Jahren von 45,7% auf 36% gesunken, dennoch ist dieser Wert sehr hoch. Für die männliche Bevölkerung ist die Lebenserwartung zwischen 1965 und 1993 von 54 auf 66,5 Jahre gestiegen, bei Frauen von 59 auf 72,4 Jahre. Die medizinische Versorgung ist nicht gleichwertig über das Staatsgebiet verteilt; Küstengebiete und ländliche Regionen sind hier benachteiligt. Ärzte, medizinische Angestellte und Krankenhäuser konzentrieren sich auf die Ballungsgebiete. 23.520 Ärzte, 13.815 Zahnärzte und 43.065 Krankenpfleger verrichten ihren Dienst an der Gesundheit; 1989 wurden 45.858 Krankenhausbetten gezählt. Durch mangelnde Ernährung und schlechte Wohnbedingungen sind die Krankheiten Tuberkulose, Malaria, Ruhr und Typhus in den wenig medizinisch versorgten Gebieten weit verbreitet. Um diesen Missstand zu beseitigen, hat der kolumbianische Staat Weltbankdarlehen aufgenommen und Einnahmen aus der Erdölproduktion für den Aufbau des Gesundheutssystems verwendet. Mutterschaft und Zahnarztbehandlung werden durch die Sozialversicherung unterstützt. Auch Arbeiter im Industriesektor sind unfallversichert und bei Invalidität versichert, die Angehörigen erhalten auch eine Unterstützung. Die Sozialversicherung wird durch Arbeitnehmer, Arbeitgeber und durch den Staat mit Hilfe von Beiträgen finanziert.

Medien

Kolumbiens Medienwelt besteht im wesentlichen aus dem Fernsehen (3 Hauptsendern), der Presse und dem Radio. Die meistgelesenen Zeitungen sind El Tiempo und bis zur Umwandlung zur Wochenzeitung El Espectador. Die Medien sind in Kolumbien in der Hand von wenigen Großunternehmern. Die Organización Ardila Lülle ist Eigentümer von Radio Cadena Nacional (RCN), ein großer Radiosender, seit 1995 auch dem eigenen TV Sender RCNTV und auch des größten Musikverlegers Sonolux. Der Grupo Santo Domingo und weitere Firmen und Beteiligungen der Familie Santo Domingo sind (Teil)Inhaber von Radio Caracol, Caracol TV, Bogotá City TV und der Zeitung El Espectador.

Weitere Themen


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Literatur


- Curth, Oliver: Musik der Welt: Kolumbien. 2002 Lugert Verlag, ISBN 3-89760-803-0
- Dilger, Gerhard: Kolumbien. Beck`sche Reihe Länder. 1996 Verlag C.H. Beck, ISBN 3-406-39864-2
- Raul Zelik/Dario N. Azzellini: Kolumbien-Große Geschäfte, staatlicher Terror und Aufstandsbewegung. ISBN 3-929-008-48-3

Weblinks


- [http://www.presidencia.gov.co/ Homepage Regierung/Präsident von Kolumbien]
- [http://www.auswaertigesamt.de/www/de/laenderinfos/laender/laender_ausgabe_html?type_id=14&land_id=82 Informationen des Deutschen Auswärtigen Amtes]
- [http://www.toedte.privat.t-online.de/dkfz.html Deutsch-Kolumbianischer Freundeskreis e.V.]
- [http://www.kolumbienweb.de Kolumbienweb]
- [http://www.kolumbien-aktuell.ch/ Kolumbien (CH)]
- [http://www.colegioandino.edu.co/willkommen.php Deutsche Schule Bogotá]
- [http://www.cia.gov/cia/publications/factbook/geos/co.html CIA: The World Factbook - Kolumbien] (englisch)
Kategorie:Staat Kategorie:Südamerika ! ja:コロンビア ko:콜롬비아 ms:Colombia zh-min-nan:Colombia

Vichada

Das Departamento de Vichada ist eine Provinz im Osten Kolumbiens. Es grenzt im Norden und Osten an Venezuela, im Süden an die Provinzen Guainía und Guaviare, an Meta im Westen und nordwestlich liegen Casanare und Arauca. Landwirtschaft und Rinderhaltung sind die wirtschaftlichen Standbeine der Region. Es werden Mais, Yucca, Kochbananen und Kakao auf minderwertigen sauren Böden angebaut. Weiterhin spielen Jagd, Fischfang und im Bergbau Eisen und Uran eine wichtige Rolle. Die Bevölkerungsmehrheit bilden Ureinwohner verschiedener Stämme. Sehenswert ist der Nationalpark Tuparro.
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Meta (Kolumbien)

Das Departamento del Meta ist eine Provinz im Zentrum Kolumbiens. Es ist umgeben von den Provinzen Vichada im Osten, Guaviare im Süden, Caquetá im Südwesten, Huila im Westen und im Norden liegen Santa Fe de Bogotá, Cundinamarca und Casanare. Die Wirtschaft basiert auf Landwirtschaft und Rinderhaltung. Es werden Reis, Mais, Bananen und Sorghum angebaut. Die Industrie spielt eine untergeordnete Rolle und ist hauptsächlich in und um Villavicencio angesiedelt. Durch diese Provinz fließt der Großteil des Flusses Meta und beheimatet den Macarena-Nationalpark.
Kategorie:Provinz in Kolumbien nb:Meta (provins)

Boyacá

Das Departamento de Boyacá ist eine Provinz im Nordosten Kolumbiens. Es grenzt im äußersten Nordosten an das Land Venezuela. Die weiteren Grenzen teilt es mit den Provinzen (im Uhrzeigersinn) Arauca, Casanare, Cundinamarca, Antioquia, Santander und Norte de Santander. In der Landwirtschaft werden hauptsächlich Kartoffeln, Weizen, Gemüse, Agaven, Kaffee, Tabak und Früchte angebaut. Boyacá ist Haupterzeuger für Smaragde. In der Industrie dominieren Eisenverarbeitung, Zement- und Getränkeherstellung. Für Touristen sind der See von Tota und die Termalbäder von Paipa empfehlenswert. Eines der wohl schönsten Kolonialdörfer Kolumbiens liegt ebenfalls im Departamento de Boyacá: Villa de Leyva.
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Öl

Öl (von lateinisch oleum; aus griechisch έλαιον: 'Olivenöl') ist eine Flüssigkeit, die sich nicht in Wasser löst, also hydrophob beziehungsweise lipophil ist. Um Öl und Wasser mischen zu können, benötigt man einen Emulgator. Ansonsten bilden sich sehr schnell wieder zwei Phasen, die Ölphase (oben, da weniger dicht) und die Wasserphase. Auch Milch ist eine Emulsion aus Wasser und Öl, bei der sich der Rahm oben absetzt, wenn sie nicht homogenisiert ist.

Allgemeines

Öl besteht aus einem oder mehreren flüssigen Kohlenwasserstoffverbindungen. Diese unterscheiden sich von Kohlenwasserstoffen wie Alkoholen, Ketone und Ether durch die Nichtpolarität, von den festen Fetten durch ihre Kettenlänge und die Vernetzung der Einzelmoleküle. Der Ausdruck "Das geht runter wie Öl" hat mit Öl nichts zu tun, sondern bezeichnet Bier, vergleiche dänisch Øl oder englisch Ale.

Gruppen von Ölen

Organische Öle

Organische Öle (selten auch als fette Öle bezeichnet) sind chemisch Triglyzeride, die sich von organischen Fetten nur durch ihren Schmelzpunkt unterscheiden. Der niedrige Schmelzpunkt ergibt sich aus den im Molekül enthaltenen ungesättigten Bindungen. Daher wird auch von "gesättigten", "ungesättigten" oder "mehrfachungesättigten" Fetten/Ölen gesprochen. Als gesund gelten die ungesättigten Fettsäuren. Viele Pflanzenöle in dieser Gruppe dienen unter anderem als Nahrungsmittel und werden daher auch als Speiseöle bezeichnet (zum Beispiel Rapsöl, Sonnenblumenöl, Distelöl, Olivenöl, Leinöl, Kürbiskernöl, Hanföl). Tierische Öle (wie z. B. Fischöl oder Klauenöl) werden seltener als Nahrungsmittel genutzt. Sie finden aber Verwendung in der chemischen Industrie (z. B. Schmieröle, Seife) oder im Maschinenbau (Schmierstoffe).

Ätherische Öle

Ätherische Öle sind flüchtige, so genannte "trocknende" Öle, welche sich in verschiedenen Pflanzengruppen finden (z. B. Zitronenöl).

Mineralöle

Mineralöle kommen als Erdöl im Erdinneren vor und sind Kohlenwasserstoffverbindungen. Die meisten von ihnen gehören chemisch gesehen zu den Alkanen. Die natürlich vorkommenden Rohöle sind allerdings meist verunreinigt und besitzen bis auf wenige Ausnahmen (Erdöl aus Libyen) zum Beispiel einen hohen Schwefelgehalt sowie Beimengungen anderer Verbindungen. Aufgrund ihres chemischen Aufbaus sind diese Mineralöle Ausgangsstoff für viele Verbindungen der organischen Chemie, beispielsweise zur Erstellung von Kunststoffen. Mineralöle werden vorzugsweise als Energieträger genutzt und in Kraft- und Treibstoff umgeformt (raffiniert). Sie stellen daher einen der wichtigsten Energieträger unserer Zivilisation (zum Beispiel Heizöl, Dieselöl, Schweröl) dar. Weiter werden Mineralöle auch zu Schmierzwecken eingesetzt, das heißt metallische, zueinander bewegte Flächen so auf Abstand zu halten, dass sie nicht in direkten Verschleiß-Kontakt kommen (Motoröl). Leichtflüchtige, ebenfalls aus Erdöl gewonnene Substanzen (zum Beispiel Benzin, Kerosin) werden nicht zu den Ölen gezählt. So genannte Synthetische Öle basieren auch auf Erdölraffinaten, besitzen eine ganz spezielle Molekülstruktur, die so beim Rohöl nicht vorkommt. Es werden synthetisch hergestellte Kohlenwasserstoffe und Salze zugesetzt. Die Annahme, synthetische Öle würden chemisch hergestellt und enthielten ausschließlich nicht in der Natur vorkommende Substanzen, ist falsch.

Silikonöle

Silikonöle oder auch Syntheseöle basieren auf halborganischen Polymeren und Copolymeren aus Silizium-Sauerstoff-Einheiten und organischen Seitenketten. Sie sind relativ unempfindlich gegenüber Oxidation, Wärme und anderen Einflüssen. Neben der Verwendung als Schmierstoffe in der Industrie finden sie auch in Körperpflegeprodukten oder spzeziellen industriellen Anwendungen (z.B. der Entschäumung) Verwendung.

Thermoöl

Thermoöl wird zur Übertragung von Wärmeenergie, in Wärmeübertragungsanlagen, verwendet. Es wird in Erhitzern erwärmt und über Rohrleitungen an die Stellen transportiert, an denen ein Produkt erwärmt werden muss. Dies geschieht in einem geschlossenen Kreislauf. Der große Vorteil von Thermoöl gegenüber von Wasser ist der wesentlich höhere Siedepunkt. So kann eine Temperatur von über 300 °C erreicht werden. Thermoöl kann sowohl aus Synthetischen Ölen als auch aus organischen Ölen hergestellt werden.

Anwendungen


- Schmierstoff: Schmieröl (zum Beispiel Motoröl, Getriebeöl), Schmierfett
- Brennstoff/Treibstoff: Dieselöl, Heizöl
- Hydrauliköl (Hydraulik (Technik))
- Petrochemie (Kunststoff, diverse Chemikalien, Synthetische Fasern, Asphalt)
- Wärmeträger (Thermoöl)

Weblinks


- [http://www.io-warnemuende.de/research/de_oel_allgemein.html Öl allgemein, Öl im Meer] Kategorie:Öl ja:油 simple:Oil

Landwirtschaft

Landwirtschaft ist der Prozess, durch den gezielten Anbau von Pflanzen (Ackerbau, Gartenbau, Obstbau, Weinbau, nicht jedoch Forstwirtschaft) und durch die Nutzung und Zucht von domestizierten Tieren (Viehzucht) Nahrungsmittel, Futter, Fasern und andere gewünschte Rohstoffe zu produzieren. Sie dient der Ernährung der Menschheit und ist heute vorwiegend auf Erzielung von Profit ausgerichtet. Profit

Einordnung

Allgemein

Landwirtschaft beinhaltet dreierlei:
- Subsistenzwirtschaft: Hierbei produziert der Landwirt genug Nahrungsmittel für sich und seine Familie (jedoch nicht mehr).
- (generell in den sogenannten "entwickelten" Ländern und in anderen Ländern ebenfalls mehr und mehr) die Produktion eines finanziellen Einkommens durch Landkultivierung oder kommerzielle Viehzucht. Neben Nahrungsmitteln und Futter nimmt die Produktion von anderen landwirtschaftlichen Erzeugnissen wie Zierpflanzen, Düngemittel, Leder, industriellen Chemikalien (Stärke, Ethanol, Farbstoffe und Plastik), Fasern (Baumwolle, Wolle, Hanf, Naturseide und Flachs), Kraftstoffen (Methan, Biodiesel, Biomasse) sowie zugelassenen medizinischen Wirkstoffen (Biopharmaceutica, legalen Drogen (Alkohol, Tabak) und verbotenen Drogen (Marihuana, Opium, Kokain) zu. Auch die Produktion genetisch veränderter Pflanzen und Tiere steigt an.

Ökonomische Einordnung

In den Wirtschaftswissenschaften wird die Landwirtschaft als Primärsektor (auch: Urproduktion) bezeichnet. Die Betriebswirtschaftslehre bezieht sich in vielen Grundlagen auf die landwirtschaftliche Produktion.

Bedeutung in Deutschland

Im Jahr 2003 gab es in Deutschland ca. 420.700 landwirtschaftliche Betriebe ab 2 ha LF. Darin waren rund 1,3 Millionen Personen haupt- oder nebenberuflich beschäftigt, was 560.000 Vollzeitarbeitsplätzen entsprach. Insgesamt wurden 17 Millionen ha (Hektar) Boden landwirtschaftlich genutzt (das sind ca. 49,3 Prozent der Gesamtfläche). Davon entfielen auf die Pflanzenproduktion rund 11,8 Millionen Hektar und auf Dauergrünland rund 5 Millionen Hektar. Im Vergleich dazu spielen Obstanlagen, Baumschulen und Weihnachtsbaumkulturen hinsichtlich des Flächenverbrauchs keine große Rolle. Deutschland war 2004 mit Waren im Wert von 13,8 Mrd. Dollar weltweit viertgrößter Exporteur von Agrarprodukten.

Rechtliche Einordnung

Der Begriff der Landwirtschaft wird in Deutschland grundlegend durch § 201 Baugesetzbuch(BauGB) geregelt.

Produktion

Bereiche

Baugesetzbuch Baugesetzbuch Generell kann die Landwirtschaft in zwei Produktionsrichtungen eingeteilt werden:
- Viehhaltung
- Pflanzenproduktion. Welche dieser Formen lokal überwiegt, ist vom Standort abhängig: Auf leichten Standorten (schlechter Boden) ist die Viehhaltung konkurrenzkräftiger, während auf besseren Böden die Pflanzenproduktion wirtschaftlicher ist. Unformatierten Text hier einfügenUnformatierten Text hier einfügenUnformatierten Text hier einfügen

Ziele


- Ernährungssicherung durch die Erzeugung hochwertiger Lebensmittel,
- Schonung der natürlichen Ressourcen Boden, Wasser und Luft,
- infrastrukturelle, wirtschaftliche, soziale und kulturelle Belebung der ländlichen Räume,
- Pflege der Kulturlandschaft und Erhalt der Artenvielfalt,
- in Zukunft möglicherweise vermehrt Erzeugung regenerativer Energien

Formen der Landwirtschaft


- historische Landwirtschaft :bis zur Erfindung des mineralischen Düngers
- traditionelle Landwirtschaft :bis ca. 1960
- moderne Landwirtschaft :erzielt hohe Ernteerträge durch Züchtung spezieller Sorten (in einigen Staaten auch bereits unter Einsatz der Gentechnik), durch Monokultur, sowie den Einsatz von Futtermitteln, Kunstdünger (dessen Entwicklung maßgeblich zur Erholung der Wälder in Mitteleuropa beigetragen hat), Insektiziden, Fungiziden, Herbiziden und Wachstumsregulatoren (den so genannten Pflanzenschutzmitteln). Der intensive Einsatz der genannten Produktionsfaktoren dient der stetigen Ertragssteigerung, führt aber oft zu negativen Wechselwirkungen mit der Natur (Umweltschutz) und den erzeugten Lebensmitteln (Fragen zu Rückständen in Nahrungsmitteln). :
- bäuerliche Landwirtschaft :
- industrielle Landwirtschaft :
- extensive Landwirtschaft :
- ökologische Landwirtschaft ::versucht, modernes Wissen zu nutzen und dabei die genannten negativen Wechselwirkungen zu vermeiden. Die Agrar- und Ernährungswissenschaftliche Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel führt seit Sommer 2003 einen auf mehrere Jahre ausgelegten Vergleich der beiden Produktionsformen durch, dessen Ergebnis in der aktuellen Diskussion hilfreich sein kann.

Methoden

Hinsichtlich der Produktionsmethoden wird heute unterschieden in (alphabetisch):
- Biologische Landwirtschaft (oder auch Ökologische Landwirtschaft), zu der auch die Unterform der auf den Lehren R. Steiners gründenden Biologisch-dynamischen Landwirtschaft zählt
- Konventionelle Landwirtschaft mit der Unterform der integrierten Landwirtschaft
- Permakultur
- Synergistische Landwirtschaft

Politik

Hauptartikel: Agrarpolitik

Politische Konfliktfelder

Die Landwirtschaft in Deutschland, Europa und weltweit befindet sich in einem tiefen Umbruch: Große Erfolge in der Produktivitätssteigerung auf der einen Seite stehen ungleicher Verteilung, Preisdumping, zahlreichen Betriebsaufgaben sowie ökologischen Problemen gegenüber. Die seit 1992 eingeleiteten Reformen der europäischen Agrarpolitik mit einem komplexen System von Ausgleichszahlungen konnten Fehlentwicklungen nicht verhindern. Die gegenwärtige Situation ist für die soziale Lage der landwirtschaftlichen Familien, für die Volkswirtschaft und für die ökologische Situation von Boden-, Gewässer- und Tierschutz mit hohen Belastungen verbunden. Die große Zahl der Betriebsaufgaben ist Zeugnis einer existenziellen Not. Die in der Öffentlichkeit heftig diskutierten Krankheiten bzw. Skandale – BSE-Krise, Maul- und Klauenseuche – sind keine Einzelphänomene, sondern sind teilweise Ausdruck von Strukturproblemen der Landwirtschaft in der Zerreißprobe zwischen ökonomischen und ökologischen Erfordernissen. Zugleich ist die weltweite Krise der Landwirtschaft ein Kernproblem globaler Gerechtigkeit: Während auf den Weltmärkten ein Überschuss an Nahrungsmitteln herrscht, die Preise immer weiter fallen und subventionierte Überschussprodukte aus den USA und der EU die Eigenproduktion von Nahrungsmitteln in Entwicklungsländern zurückdrängen, ist es nicht gelungen, das Problem der Welternährung zu bewältigen. Der rapide Verlust an fruchtbarem Boden und der bedrohliche Rückgang der Verfügbarkeit von Wasser, das zu 70 % in der Landwirtschaft verbraucht wird, ist schon heute eine der primären Armutsursachen. Wirksame Armutsbekämpfung für die 800 Millionen hungernden Menschen ist nicht möglich ohne eine tiefgreifende Reform der globalen Agrarpolitik. Die Centrale Marketing-Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft mbH, die heimische Agrarprodukte in den Medien bewirbt, ist bei den Landwirten weitgehend umstritten, da sie ihre Beiträge zwangsweise erhebt.

Geschichte

Centrale Marketing-Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft mbH] Hauptartikel: Agrargeschichte Der systematische Anbau von Pflanzen begann vermutlich vor rund 12.000 Jahren am Ende der letzten Eiszeit. Es ist wahrscheinlich, dass die Entwicklung nahezu gleichzeitig in Amerika, China und dem mittleren Osten einsetzte. Dabei werden die Veränderung des Klimas durch das Ende der Eiszeit, das Bevölkerungswachstum und die beginnende Sesshaftigkeit als sich begünstigende Faktoren angesehen. Im 8. Jahrhundert wurde der Ackerbau auf die Dreifelderwirtschaft umgestellt. Die bis dahin verwendeten Ochsen wurden durch Pferde ersetzt, wodurch schwere Eisenpflüge eingesetzt werden konnten. Durch die Entdeckung Amerikas 1492 entwickelte sich ein reger, weltweiter Austausch an Agrarprodukten, der für nahezu alle Völker einschneidende Änderungen bewirkte (Columbian Exchange).

Aktuelle Diskussion

Erneuerbare Energieträger

Die landwirtschaftliche Produktion von Erneuerbaren Energieträgern kann nicht mehr leisten als den durch die Sonne gegebenen Energieeintrag. Solange die Nicht-Bilanzierung der Nutzung von fossilen Brennstoffen in unseren Wirtschaftssystemen anhält, kann jede Form der landwirtschaftlichen Produktion von regenerativen Energieträgern (unabhängig von ihrer Nachhaltigkeit) nicht mit der Nutzung der fossilen Energiegewinnung konkurrieren. Das Prinzip der Nachhaltigkeit ist in Deutschland gesetzlich festgeschrieben.

Siehe auch

Portal:Land- und Forstwirtschaft, Agrarpolitik, Forstwirtschaft, Landwirt, Leibgedinge, Erzeugergemeinschaft, Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft, FAO, Haupterwerbsbetrieb, Nebenerwerbsbetrieb, Zuerwerbsbetrieb

Weblinks


- [http://www.zbmed.de/bonn_service.html Fachinformationszentrum: Bereichsbibliothek für Ernährung, Umwelt und Agrarwissenschaften, Bonn]
- [http://www.destatis.de/themen/d/thm_land.php Statistiken zur Landwirtschaft in Deutschland]
- [http://www.verbraucherministerium.de/index-0005BCF0323B1050A9746521C0A8D816.html Ernährungs- und agrarpolitischer Bericht 2005 der Bundesregierung]
- [http://www.situationsbericht.de Situationsbericht des Deutschen Bauernverbandes]
- [http://www.cma.de/wissen_100489.php Materialien zum Thema Landwirtschaft der CMA]
- [http://www.kritischer-agrarbericht.de/index.php?id=79 "Kritischer Agrarbericht" des AgrarBündnis e.V.]
- [http://www.agrar.de/infothek Infothek - Suchmaschine zum Thema Landwirtschaft]
- [http://www.landtreff.de Forum für die Landwirtschaft]
- [http://www.datenmatrix.de/cgi-local/hdbg-bildarchiv/bildarchiv.cgi?action=projektbilder&id=-lf-&templ=04_01_projekte_bilder&start=0&proseite=10 Dokumentation zur Geschichte der Landwirtschaft in Bayern aus dem Archivbestand des Hauses der Bayerischen Geschichte] !Landwirtschaft Kategorie:Umwelt- und Naturschutz ja:農業 ko:농업 simple:Agriculture

Yucca

Yucca ist eine Gattung aus der Familie der Agavengewächse und kommt besonders in Mittelamerika vor. Sie wird wegen ihres palmähnlichen Schopfes als „Palmlilie“ bezeichnet, ist aber keine Palme. Die Bezeichnung „Yuccapalme“ ist deshalb auch falsch. Sie hat spitze starre Blätter und eine weißliche Blütenrispe, die wie ein großes Maiglöckchen aussieht. Pflanzen, die älter als zehn Jahre sind, können blühen. Maiglöckchen Hausfrauentip für die Art, die bei uns als Zimmerpflanze, Yucca elephantipes, genutzt wird: „Sie sind ziemlich robust, und man kann, wenn die Yucca zu groß geworden ist, sie einfach abschneiden und deren Stamm in mehrere Stücke zerteilen. Die abgetrennten Stücke bilden ziemlich schnell Wurzeln aus. Es dauert nicht allzu lange, dann treiben sie auch erneut aus.“ Von den Ureinwohnern Amerikas wurden die verschiedenen Yucca-Arten über lange Zeit vielfältig genutzt, da alle Pflanzenteile auf die eine oder andere Art zum Verzehr geeignet sind.

Arten (Auswahl)

Amerika Amerika Es gibt ungefähr 40 Arten in der Gattung Yucca wie beispielsweise:
- Aloe Yucca Y. aloifolia L.
- Y. angustissima Engelm. ex Trel.
- Y. arkansana Trel.
- Y. baccata Torr.
- Y. baileyi Woot. & Standl.
- Joshua Tree Y. brevifolia Engelm.
- Y. campestris McKelvey
- Y. constricta Buckl.
- Y. elata (Engelm.) Engelm.
- Y. elephantipes - Die Art, die bei uns als Zimmerplanze häufig zu finden ist.
- Y. faxoniana (Trel.) Sarg.
- Y. filamentosa L. - Die Art, die mit vielen Sorten bei uns in den Gärten häufig zu finden ist und im Juni/Juli blüht.
- Y. glauca Nutt.
- Y. gloriosa L.
- Y. guatemalensis Baker
- Y. harrimaniae Trel.
- Y. ×karlsruhensis Graebn.
- Y. louisianensis Trel.
- Y. necopina Shinners
- Y. pallida McKelvey
- Y. reverchonii Trel.
- Y. rupicola Scheele
- Y. schidigera Roezl ex Ortgies, "Mojave Yucca"
- Y. schottii Engelm.
- Y. tenuistyla Trel.
- Y. thompsoniana Trel.
- Y. torreyi Shafer
- Y. treculeana Carr.
- Y. whipplei Torr.

Weblinks


- http://www.atlantis-pharm.com/Yucca-Nutzpflanze.htm
- [http://www.wdr.de/tv/ardheim/archiv/011028_5.phtml Yucca-Vermehrung] Kategorie:Agavengewächse

Zuckerrohr

Wikipedia:Taxoboxen Zuckerrohr (Saccharum officinarum) ist eine Pflanze aus der Familie der Süßgräser (Poaceae) und wird dort der Unterfamilie Panicoideae mit etwa 3270 weiteren Arten zugeordnet.

Beschreibung

Vom Aussehen her ähnelt es dem Bambus oder Mais oder jeder anderen Einkeimblättrigen Pflanze. Die Halme können einen Durchmesser von bis zu 5 cm und eine Höhe von bis zu 4 m erreichen.

Geschichte

Seine Geschichte begann vermutlich auf Neuguinea, wo man 1928 eine nahe verwandte Wildpflanze, das Gras Saccharum robustum, entdeckte. Bis zur Züchtung der Zuckerrübe aus der Runkelrübe war das Zuckerrohr die einzige Quelle, um Zucker zu gewinnen. Als ursprüngliche Herkunftsgebiete werden Insel-Indien, aber auch Neuguinea (und China) angegeben, die genaue genetische Herkunft ist aber noch unklar. Im Mittelmeergebiet war das Zuckerrohr schon während der Römerzeit bekannt, es erfuhr eine weitere Verbreitung durch die Mauren, Araber und reiste mit der entstehenden Plantagenwirtschaft der Spanier nach Südamerika. Die Portugiesen brachten es in die Bucht von Benin, auf die Kanaren, in die Karibik und nach Mittelamerika. Der Zuckerrohranbau in der so genannten Neuen Welt hat entscheidend zur Verschleppung schwarzafrikanischer Ethnien in die Sklaverei (10 - 15 Mio. Menschen) und zur Ausrottung ganzer Volksgruppen in Mittelamerika geführt. Heute wird Zuckerrohr weltweit angebaut und stellt etwa 55% der Zuckerproduktion. Hauptanbauländer sind Indien, Australien, Thailand, Südafrika, die karibischen Inseln wie Kuba, Jamaika und die Dominikanische Republik und natürlich Brasilien. Die Arbeitsbedingungen auf den Zuckerrohrfeldern sind teilweise katastrophal. Häufig werden Kinder und Frauen als Arbeitskräfte eingesetzt, schlechte Bezahlung ist in den Regionen des Zuckerrohranbaus ohnehin an der Tagesordnung. Entsprechend billig kann der Rohrzucker angeboten werden, in der EU ist er allerdings wegen sehr hoher Zölle trotzdem nicht konkurrenzfähig gegen den Rübenzucker.

Nutzung

Inhaltsstoffe des Zuckerrohrs sind Zucker (überwiegend Saccharose) mit einem Anteil von bis zu 18% und ein Wachs, das teilweise auch industriell genutzt wird. Bei der industriellen Rohr-Zuckerfabrikation werden die faserigen Bestandteile des Zuckerrohrs (die Bagasse) als Brennstoff für die Zuckerproduktion genutzt. Der Anbau des Zuckerrohrs geschieht über Stecklinge. Halmstücke aus dem unteren Bereich der „Zuckerrohrhalme“, die zwei bis vier Knoten aufweisen, werden je nach Technisierungsgrad entweder manuell oder maschinell reihenweise dicht hintereinander in den Boden gelegt und angehäufelt, so dass die Halmstücke leicht mit Boden überdeckt sind. Der Reihenabstand beträgt 1,2 bis 1,5 m (pro Hektar 15.000-20.000 Stecklinge). Nach kurzer Zeit (ein- bis zwei Wochen) treiben die Stecklinge aus, d. h. sie bilden Wurzeln und treiben an den Augen neue Halme (Rohre) aus. Rund 3 bis 4 Monate Wachstumszeit benötigt der Bestand bis zum Reihenschluß. Die erste Ernte, das Schneiden des Rohrs, kann 9 bis 24 Monate nach dem Auspflanzen erfolgen. Der Erntezeitpunkt richtet sich nach Zuckergehalt und Reifegrad. Die Halme werden direkt über dem Boden und in einer Höhe unter dem zuckerlosem Blattapparat abgeschnitten. Die “Halmstümpfe” schlagen wieder aus und nach weiteren 12 Monaten kann die nächste Ernte geschnitten werden. Bis zu 8 Ernten können auf einem Zuckerrohrfeld wachsen. In Indien beträgt die Nutzungsdauer z. B. 2 Schnitte, in Brasilien dagegen 5 Schnitte. Eine Zuckerrohrpflanze kann bis zu 20 Jahre alt werden. In Brasilien wird Zuckerrohr auch dazu verwendet, einen Schnaps (den Cachaça) zu brennen, der zur Herstellung von Caipirinha benötigt wird. Außerdem dient aus Zuckerrohr gewonnener Alkohol als Kraftstoff für Autos (siehe Flexible Fuel Vehicle). Der aus frischem Zuckerrohr gepresste, meist gekühlte Saft ist z.B. in Kuba oder Spanien als Guarapo ein beliebtes Getränk.

Bilder

Image:Saccharum-officinarum-harvest.JPG|Zuckerrohr-Ernte ohne Maschinen. Image:Cuba canna da zucchero.jpg|Links und rechts Zuckerrohr-Plantagen auf Kuba.

Literatur


- Hobhouse, Henry: Sechs Pflanzen verändern die Welt. Chinarinde, Zuckerrohr, Tee, Baumwolle, Kartoffel, Kokastrauch. Klett-Cotta : Hamburg 4. Auflage 2001, 401 S., ISBN 3-608-91024-7 (spannend zu lesende Geschichte mit komplett anderer Perspektive)

Weblinks

Kategorie:Süßgräser Kategorie:Nutzpflanze ja:サトウキビ

Mais

Mais (Zea mays L.) ist ein Getreide aus der Familie der Süßgräser (Poaceae), das ursprünglich aus Mexiko stammt. Phylogenetische Studien deuten darauf hin, dass sich der heutige Mais (Zea mays ssp. mays) von Zea mays ssp. parviglumis ableitet. Nach der Domestizierung trug jedoch auch der Genfluss von anderen Teosinte Typen zur heutigen Form bei. Zu erwähnen ist hierbei insbesondere der Beitrag von Zea mays ssp. mexicana zum mexikanischen Hochlandmais. Im Gegensatz zu den einheimischen Gräsern ist Mais keine C3-Pflanze sondern eine C4-Pflanze. Es gibt ca. 50.000 verschieden Maissorten. Mais enthält weniger für den Menschen nutzbares Eiweiß als die meisten anderen Getreide.

Geschichte

Mais wurde in Zentralmexiko domestiziert. Er stammt von der Teosinte aus dem Gebiet des Rio Balsas ab. Dem domestizierten Mais aus dem Tal von Tehuacan wurde lange ein Alter von etwa 9000 Jahren zugeschrieben, nach neuen C14-Daten stammt er jedoch nur von etwa 4700 v. Chr. Zwei Maiskolben aus Guila Naquitz, die weniger als 5 cm lang sind, wurden auf 3300 v. Chr. datiert. Insgesamt stammen die ersten voll-neolithischen Siedlungen in Mexiko aus der Zeit um 3500 v. Chr. (unkalibriert). Aus Trincheras am Rio Casas Grandes im nördlichen Chiahuahua und Las Playas im nördlichen Sonora stammt domestizierter Mais, der auf etwa 1000 v. Chr. datiert ist. Aus Trincheras ist auch Amarant bekannt. Die ersten Ackerbausiedlungen im Südwesten liegen in auf den Niederrassen von Flüssen, eventuell wurde Mais hier ausgesät, nachdem die Frühjahrsüberschwemmungen zurückgegangen waren. Seit 1100 v. Chr. sind aus dem Gebiet von Tucson Arizona kleinere Bewässerungsanlagen bekannt. Bereits 1525 wurden in Spanien die ersten Felder mit Mais bebaut, nachdem Christoph Kolumbus die Pflanze in der Karibik entdeckt und mit nach Europa brachte. Von dorther brachte er auch das Wort "Mays". Dieses leitet sich von "mahiz" ab, dem Wort für Mais in Taino, der Sprache der Arawak.

Genetisch modifizierte Sorten

Seit den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts werden mittels Gentechnik schädlingsresistente und herbizid-tolerante Maissorten, entwickelt und angebaut, so etwa der Bt-Mais. Bt steht dabei für Bacillus thuringiensis. Dies ist ein Bakterium, welches ein für den Maiszünsler giftiges Protein synthetisiert. Damit sollen dessen Larven abgetötet werden.
Der Maiszünsler (Ostrinia nubilalis) bohrt sich in das Innere des Stängels oder des Kolbens und vernichtet dadurch große Teile der Ernte. Bt-Mais ist gegenüber dem Befall von Maiszünsler und auch Westlicher Maiswurzelbohrer resistent. Insbesondere in Nordamerika werden diese gentechnisch veränderten Sorten angebaut. Genveränderte Sorten werden inzwischen auf 11% der weltweiten Anbaufläche (140 Millionen Hektor) angebaut, vor allem in Nordamerika, wobei der Anteil wächst (Stand: 2003, Quelle: AFAA).

Risiken

Gefahr und Nutzen des Anbaus von genetisch modifiziertem Mais sind wie allgemein bei genveränderten Nutzpflanzen umstritten. Der Schädling kann auch mit unbedenklichen Methoden (z.B. Aussetzen von Schlupfwespen) abgewehrt werden. Bt-Mais der Firma Monsanto hat in Freilandversuchen nur 80% der Schädlingsraupen abgetötet. Eine solche Sterblichkeitsrate ist jedoch ideal um resistente Schädlinge zu züchten. Das eingebrachte Bt-Gen ist bereits in nahen Verwandten des Mais, der Teosinte (Zea spec.) in Mexiko, nachgewiesen. Eine generelle Verbreitung des Gens beschleunigt die Entwicklung von resistenten Schädlingen und stellt damit den langfristigen Nutzen von Bt-Mais in Frage. Herbizid-tolerante Maissorten erhöhen das Risiko der Entwicklung herbizid-resistenter Unkräuter durch Kreuzbestäubung. Diese Art der Genübertragung sogar zu entfernt verwandten Pflanzen wurde für Ölrapspflanzen experimentell bereits nachgewiesen.

Kennzeichnungspflicht

In der EU muss genetisch modifizierter Mais in Lebensmitteln kenntlich gemacht werden, beispielsweise mit dem Hinweis genetisch veränderter Mais oder aus genetisch verändertem Mais. Chemisch modifizierte Lebensmittelzusatzstoffe (Zusatzstoffe der zweiten Generation) aus genverändertem Mais, wie etwa modifizierte Maisstärke, müssen nicht gesondert gekennzeichnet werden. Nicht ausgezeichnet werden bisher tierische Produkte, die durch Verfütterung von genverändertem Mais gewonnen werden. Dieser kann seit August 2005 zu diesem Zwecke in der EU importiert werden. Die gesetzliche Kennzeichnungspflicht schützt jedoch nicht vor Fehlangaben der Saatgut-Hersteller: Syngenta, eines der weltgrößsten Biotechnologie-Unternehmen, hat nach eigenen Angaben zwischen 2001 und 2004 vesehentlich eine Maissorte (Bt-10) vertrieben, deren Anbau nicht geprüft und genehmigt war. Im Jahr 2000 wurde die genveränderte Bt-Maissorte StarLink vesehentlich für den menschlichen Verzehr angebaut, obwohl der Anbau wegen möglicher allergischer Reaktionen nur für Futtermittel zugelassen war.

Wirtschaftliche Bedeutung

Heute wird Mais weltweit angebaut, und ist in vielen Ländern ein Grundnahrungsmittel. In Europa und Nordamerika ist er ein wichtiges Viehfutter, da die Silierung der Maispflanzen die Vorratshaltung für den Viehwirtschaftsbetrieb möglich macht. Im Jahr 2004 wurden laut Statistik der FAO weltweit 705 Millionen Tonnen Mais produziert. Damit liegt Mais deutlich vor Weizen (624 Mio. t) und Reis (608 Mio. t). In der Nutzung gibt es sehr große Unterschiede zwischen den Entwicklungsländern und den Industrieländern. In den Entwicklungsländern wird der Mais überwiegend für die menschliche Ernährung eingesetzt (Tortillas, Maisbrei) - die Industrieländer verwenden den Mais hauptsächlich in Form von siliertem Mais für die Tierfütterung.
In Deutschland wurden 2004 etwa 1,7 Mio. Hektar mit Mais (Körnermais und Silomais) angebaut. Siebzig Prozent des in Deutschland angebautes Mais wird für Futterzwecke (Silomais) verwendet. Der Rest wird in der Lebensmittelindustrie verarbeitet - zu
- Körnermais (die Maiskörner werden im Gegensatz zum Silagemais vom Kolben getrennt, Konserven)
- Maisstärke (Maizena)
- Glukosesirup
- Maiskeimöl
- Cornflakes
- Popcorn
- Polenta
- Erdnussflips
- Maispapier (auch Zigarettenpapier) Neben dem in Europa vielfach angebauten gelbfarbenen Mais gibt es auch rote und blaue Sorten, die interessante Farbeffekte in Nahrungsmitteln geben können. Auf der Basis von Maiskolbengranulat werden Ölbinder und Ölbindemitteln hergestellt. Mais ist ein Sommergetreide – die Aussaat erfolgt von Mitte April bis Anfang Mai. Die Pflanzdichte sollte dabei etwa 10 Pflanzen/m² betragen. Die Ernte findet meist erst im November bzw. die des Silomais Anfang Oktober statt. Der Hektarertrag von Körnermais liegt bei der Ernte zwischen 80 und 100 dt/ha.

Kornformen

Die Form des Korns wird durch das Nährstoffgewebe bestimmt: (engl. Begriffe) #Hartmais (flint = Kiesel, Feuerstein, flach, rund) #Zahnmais (dent). Die meisten Sorten im europäischen Anbau sind Zahnmais-Sorten. #Puffmais (popcorn) #Zuckermais (sweet corn) #Stärkemais (flour corn) #Wachsmais (waxy corn) #Spelzmais (pod corn)

Trivia

Es gibt zwei Arten von Maismehl: In Ländern, in denen eher selten Mais gegessen wird, wird der Mais einfach zermahlen. Dort wo Mais ein tägliches Grundnahrungsmittel ist, werden die Körner viele Stunden mit etwas gebranntem Kalk gekocht, enthülst, wieder getrocknet und erst dann zermahlen; nur so sind einige lebenswichtige Eiweißstoffe des Mais für die menschliche Verdauung erreichbar, zudem verbessern sich Geschmack und Backeigenschaften. Das so gewonnene Mehl wird in den Südstaaten der USA hominy und in Mexiko masa harina genannt. In Westafrika, wo Mais erst in den letzten Jahrhunderten als Grundnahrungsmittel populär wurde, traten wegen der Unkenntnis dieser Methode häufig Mangelerscheinungen auf. Ergänzend werden in den meisten Ländern mit hohem Maiskonsum auch viele Hülsenfrüchte gegessen, die ebenfalls die Eiweißarmut des Mais ausgleichen helfen; (Siehe auch: Essentielle Aminosäuren). In Österreich, vor allem in Ostösterreich wird für Mais meist das aus dem ungarischen stammende Wort Kukuruz verwendet. Weitere Trivialnamen sind: "Türkischer Weizen" (oft auch kurz "[der] Türken") oder "Welschkorn". "Maiskolben" ist wegen seiner Form ein lokaler Spitzname für den Augsburger Hotelturm. Spezielle harte Maissorten werden geschnitzt in den USA als einfache Tabakspfeifen ("Missouri-Meerschaum") benutzt und sind auch in Europa im Tabakfachhandel erhältlich. Hybride Maissorten sind sehr stark verbreitet. Sie tragen dank Heterosis-Effekt besonders reich, ihre Körner sind aber unfruchtbar. Dem Landwirt bleibt aus seiner Ernte kein Saatgut mehr, er muss es für jede Aussaat neu kaufen - eine sehr gute Einnahmequelle für die Saatgutindustrie.

Krankheiten


- Auflaufkrankheiten
- Wurzel- und Stängelfäule
- Kolbenfäule
- Maisbeulenbrand
- Turcicum-Blattflecken

Siehe auch


- Maissirup
- Nshima

Weblinks

Infos zum Thema Mais:
- [http://www.lateinamerika-studien.at/content/geschichtepolitik/mais/mais-1.html Mais in der Hand der Europäer]
- [http://www.maiskomitee.de/ Maiskommitee]
- [http://www.sagen.at/doku/hda/mais.html Sagen um den Mais]
- [http://www.biosicherheit.de/mais/121.doku.html Wie der Mais nach Europa kam]
- [http://www.museums.org.za/bio/plants/poaceae/zea_mays.htm Mais (engl.)]
- [http://hometown.aol.de/haenelgunar/Mais Maissorten]
- [http://www.dekalb.de/mais/mais_maisanbau.html Maisanbau]
- [http://www.maiskomitee.de/ Deutsches Maiskomitee e.V.] Neuerdings sind Labyrinthe in Maisfeldern (Maislabyrinthe) sehr beliebt geworden:
- [http://www.agrar.de/aktuell/mais.htm Übersicht der Maislabyrinthe in Deutschland (2005)]
- [http://www.maislabyrinth.at/ Österreich] Mais Mais Mais Kategorie:Fruchtgemüse Kategorie:Öl und Fett ja:トウモロコシ ms:Bijirin simple:Corn

Kakao

Kakao [] ist ein weltweit verbreitetes Nahrungsmittel, das vor allem in Form von Schokolade genossen wird. Da eine Reihe von Entwicklungsländern hauptsächlich vom Kakaoanbau leben, ist er auch als Handelsgut von globaler Bedeutung.

Die Pflanze

Der Kakaobaum (Theobroma cacao) gehört zur Gattung Theobroma, die zur Unterfamilie Byttnerioideae der Malvengewächse gehört. Diese Gattung umfasst rund 20 Arten: immergrüne Büsche und kleine Bäume, die im Unterholz der Regenwälder Lateinamerikas wachsen. Obwohl der Baum bis zu 15 Meter erreichen kann, wird er auf den Plantagen auf 4 Meter gestutzt. Die Blätter können an der Blattader bis zu 35 cm messen. Blattader Es gibt zwei Unterarten: Forastero aus Südamerika und Criollo aus Mittelamerika. Der Forastero, der robuster ist und höhere Erträge liefert, stammt ursprünglich aus dem Amazonasgebiet. Der Criollo hat zwar die höhere Qualität (Criollo bedeutet "der Einheimische, oder der Kreole"), ist jedoch weniger ertragreich und empfindlicher gegenüber Krankheiten. Es ist bekannt, dass die Indianer Mittelamerikas mit dem Criollo sehr früh geregelten Kakaoanbau trieben. Die bekannteste Kreuzung der beiden Sorten ist der Trinitario, der gegen Ende des 18. Jahrhunderts offenbar aus einer Hybridisierung der beiden Varietäten hervorgegangen ist. Seinen Namen hat er von seinem ersten Vorkommen, der Insel Trinidad. Die Gruppierung nach Criollo, Forastero und Trinitario geht auf Cheesman (1944) zurück und richtet sich nach typischen Merkmalen der Früchte und Samen. Trinidad Die Bäume von Criollo zeichnen sich durch lange, spitze, warzige, weiche und gefurchte Samen mit weißen Samenlappen aus. Für die Criollos ist eine rote oder gelbe Färbung der reifen Früchte charakteristisch. Außerdem weisen die Früchte eine raue, höckerige Oberfläche mit zehn deutlichen Längsfurchen auf, gegenüber den Forastero ist die Fruchtschale wesentlich dünner. Die frischen Kotyledonen der abgerundet-stumpfen Samen sind weiß oder hellviolett gefärbt und fermentieren rascher als die der Forasteros und nehmen im Verlauf der Fermentierung ein zimtfarbenes Aussehen an. Kotyledonen Die Früchte der Forasteros sind im Unterschied zu den Criollos weniger gefurcht und können manchmal nahezu glatt und rund sein. Ihre Färbung ist zur Reife gelb oder grünlichgelb, die der Kotyledonen dunkelrot oder tiefviolett, fermentiert schokoladenbraun. Dieser Baum ist wesentlich widerstandsfähiger, hat einen kräftigeren Wuchs und ist ertragreicher als der Criollo. Deshalb wird er heute bevorzugt angebaut; ca. 80 Prozent der weltweiten Kakaoernte stammen vom Forasterobaum. Allerdings sind die Bohnen nicht so aromatisch wie die von Criollo. Der Trinitario ist meist selbststeril, weshalb er nur durch Stecklingsvermehrung bzw. Pfropfung vermehrt werden kann. Kotyledonen Kakao zu kultivieren ist nicht einfach: Er trägt außerhalb 20° nördlicher und 20° südlicher Breite keine Früchte, braucht gute Böden und ausreichend Wasser; zudem verträgt er keine Temperaturen unter 16 °C und ist anfällig für Krankheiten und Pilze. Da er zur Bestäubung auf Mücken und kleine Fliegen angewiesen ist, liebt er Schatten und verrottendes Laub. Während ein Baum Tausende von Blüten hervorbringen kann, ist nur bei einem Bruchteil davon die Bestäubung erfolgreich. Von den sich entwickelnden Früchten werden darüber hinaus zahlreiche in frühen Stadien abgeworfen ("Cherelle Wilt") und nur einige Dutzend Früchte erreichen die Reife. Die fünfzähligen Blüten stehen direkt am Stamm (man nennt dies Kauliflorie), die Früchte haben eine ledrige Schale, sind gelb, 15–20 cm lang und wiegen bis zu 500 g. Unter einer äußerst harten Schale befinden sich in fünf Reihen angeordnet 30–60 weißliche Samen, die von einem weißen, süßen und schleimigen, sehr schmackhaften Fruchtfleisch (Pulpa) umgeben sind und nach einem komplizierten Umwandlungsprozess (s.u.) den Kakao liefern. Die Samen bestehen im Wesentlichen aus den großen gefalteten Keimblättern. Je nach Varietät sind die Samen weiß (meist Criollos) oder violett (Forasteros).

Geschichte

Kakao] siehe auch die Geschichte des Kakaogetränks Die Geschichte des Kakaoanbaus beginnt im Mittelamerika. Die Azteken kannten die Pflanze seit dem 14. Jahrhundert. Sie galt als heilig und wurde als Geschenk des Gottes Quetzalcoatl betrachtet und verehrt. Die aus der Frucht gewonnenen Bohnen wurden allerdings nicht nur als Opfergabe verwendet, sondern auch als Zahlungsmittel und zur Zubereitung eines herb-würzigen Getränkes, dass mit dem heutigen Kakao geschmacklich gesehen nicht viel gemeinsam hatte. Der Name lehnt sich an den Gott an: Xocóatl und war eine Mischung aus Wasser, Kakao, Mais, Vanille und Cayennepfeffer. Als die spanischen "Conquistadores" 1519 Mexiko eroberten und die Azteken unterwarfen, entdeckten sie sehr schnell, dass ihnen Braunes Gold in die Hände gefallen war. In den Schatzkammern Moctezuma II., des letzten aztekischen Königs, fanden die Spanier 25 000 Zenter Kakao. Wenn man bedenkt, dass ein Sklave zu dieser Zeit 100 Kakaobohnen kostete, war dies ein gewaltiger Reichtum.

Inhaltsstoffe

Die Samen enthalten 40–53 % Fett, 15 % Eiweiß, 8 % Stärke, 7 % Gerbstoffe, 1–2% Theobromin und ca. 0,3 % Koffein. Theobromin ist ein Alkaloid mit ähnlicher Wirkung wie Koffein, nur deutlich schwächer. Oft mit Koffein verwechselt hat es jedoch eine deutlich differierende Wirkung auf den Organismus. Es wirkt mild und dauerhaft anregend, auch stimmungsaufhellend. In Kakao und Schokolade kommt es in ungefährlichen Mengen vor, so dass man es nicht überdosieren kann -- ungesüßtes Kakaopulver enthält 1 bis 3 Prozent Theobromin. Ungefährlich ist es allerdings nur für den Menschen, denn Tiere wie zum Beispiel Hunde oder Pferde verarbeiten die Substanz viel schlechter und darum kann sie für sie sogar tödlich sein. Beim Menschen kann es (bei einer hohen Dosis, ähnlich wie es auch hochdosiertes Koffein vermag) besonders in Kombination mit Koffein einen Rauschzustand auslösen.

Weltproduktion und Anbau von Kakao

Rausch Kakao wird in Ländern angebaut, die sich in der Nähe des Äquators befinden. Die Hauptanbaugebiete haben sich inzwischen von Mittelamerika nach Afrika verlagert. Das Land mit der größten Kakaoproduktion der Welt ist die Elfenbeinküste mit 1,300 bis 1,150 Mio. Tonnen Kakaobohnen und produziert 37,5 % der weltweiten Ernte, die jährlich zwischen 3,250 und 3,065 Mio. Tonnen liegt. Weitere wichtige Kakao-Produzenten sind Ghana (Weltanteil: 13,4%), Indonesien, Nigeria, Brasilien, Kamerun, Ecuador, Malaysia und Kolumbien. Wichtigste Exportländer sind Elfenbeinküste, Ghana, Malaysia, Mexiko und Brasilien. Auch im Südosten Kubas wird Kakao angebaut. Der Anbau unterscheidet sich auf den Kontinenten deutlich. In Amerika baut man den Kakao auf großen Plantagen an, wodurch das natürliche Umfeld verloren geht und sich Monokulturen bilden. Wegen seiner Empfindlichkeit gegen Sonne und Wind wird die Kakaopflanze oft zusammen mit Schattenpflanzen (Kakaomutter) z. B. Bananen angebaut. Die Arbeitsbedingungen sind sehr schlecht: Es werden Hungerlöhne gezahlt, die Arbeitszeit ist zu hoch und Kinderarbeit ist an der Tagesordnung. Verarbeitet wird der Kakao überwiegend in Europa und den USA. Hauptabnehmer sind weltweit überwiegend die USA, die Niederlande und Deutschland.

Herstellung

Deutschland Um aus den Fruchtkernen des Kakaobaums, die einen hohen Gehalt an Bitterstoffen haben und noch nicht nach Schokolade schmecken, Kakao zu gewinnen, sind mehrere Schritte notwendig: # Fermentation: Die von Hand gepflückten Kakaofrüchte werden aufgeschlagen und die Samen (Kakaobohnen) mit dem sie umhüllenden Fruchtfleisch werden entnommen. Die Bohnen werden nun bis zu 10 Tage gegoren (Prozess der Fermentation), bis sie ihre typische braune Farbe erhalten und Aroma entwickelt haben. Wichtig ist, dass die Bohnen kurz ankeimen und dann absterben. Während der Fermentation erwärmen sich die Bohnen und das Fruchtfleisch auf etwa 50 °C; dabei verflüssigt sich das umhüllende Fruchtfleisch und löst sich von den Bohnen. Mikroorganismen, welche die Fermentation unterstützen, werden durch Insekten (Fliegen) auf dem Fruchtfleisch hinterlassen. # Trocknen: Die Bohnen werden ein bis zwei Wochen in der Sonne ausgebreitet und verlieren bis zu 50 % ihres Gewichtes; die Fermentation findet ihren Abschluss. Nach der Trocknung beträgt der Wassergehalt der Kakaobohnen nur noch 7 % oder weniger. In besser ausgerüsteten Plantagen werden die Bohnen in beheizten Trocknern getrocknet. Nach diesem Arbeitsschritt werden die Bohnen in Säcke abgefüllt und in die Verarbeitungsländer transportiert. Dies sind hauptsächlich Länder in Europa und Nordamerika. Dort werden die Bohnen dann zu Kakaomasse verarbeitet.

Chemische Betrachtung der Kakaofermentation

Bei der Fermentation wird ein Teil des Zuckers des Kakaofruchtfleisches und der Bohne zunächst in Alkohol und dann in Essigsäure umgewandelt, genauer oxidiert. Die Essigsäure zersetzt das Pflanzenmaterial und setzt Aromastoffe frei. Beim anschließenden Trocknen wird die Essigsäure größtenteils entfernt.

Kakao oder Schokolade als Suchtmittel?

oxidiert Der einzige Kakao-Bestandteil, der in der Lage sein könnte, ein Wohlgefühl auszulösen, ist das Phenylethylamin. Das Molekül dieses Stoffes ist sehr ähnlich denen der Amphetamine, wie zum Beispiel Ecstacy und kann auch die Ausschüttung von Dopamin im Hirn veranlassen. Damit wirkt es auf Teile des Gehirns, die für Glücks- und Lustempfinden verantwortlich sind. Eine Hundert-Gramm-Tafel enthält bis zu 700 mg (0,7%) davon, meist aber weniger (50 bis 100 mg). Weiterhin sind Theobromin, Coffein, Anandamid und Salsolinol enthalten. Theobromin zum Beispiel stimuliert das zentrale Nervensystem, allerdings nicht so stark wie andere Alkaloide. Koffein wirkt anregend, ist aber im Kakao in wesentlich geringeren Mengen enthalten als im Kaffee oder Tee. Anandamid ist, wie auch das Phenylethylamin, ein Bestandteil (allerdings nicht der Hauptbestandteil) von Haschisch und Morphium. Die Wirkung von Salsolinol ist noch unklar. Trotz dieser Inhaltsstoffe: Die Mengen sind so gering, dass man 20 bis 30 kg Vollmilch-Schokolade essen müsste, um eine berauschende Wirkung spüren zu können.

Weblinks


- [http://www.schokolade.de/kakao_ursprung.htm Ursprung vom Kakao]
- [http://www.giftpflanzen.com/theobroma_cacao.html Die Inhaltsstoffe im Kakao]
- [http://www.ifp.tu-bs.de/MS4/bpsp/broch.htm Hintergründe eines Genusses]
- [http://www.schokolade.de/kakao_verarbeitung.htm Verarbeitung von Kakaobohnen]
- [http://www.exoteninfo.com/index.php?smid=1&page=plantinfo.php&plantid=25 Exoten-Info: Theobroma]
- [http://www.theobroma-cacao.de/herstell/herstell.htm Herstellung von Schokolade und Kakaopulver] vergleiche: Carob siehe auch: Fairer Handel Kategorie:Malvengewächse Kategorie:Stoffgemisch Kategorie:Lebensmittel ms:koko

Bohne

Als Bohne bezeichnet man sowohl die runden, teils länglichen oder nierenförmigen Samen von Bohnenpflanzen als auch die sie umgebende Hülse (siehe Stangenbohne) mitsamt der eingeschlossenen Samen (grüne Bohnen, Prinzeßbohnen). Bohnen gehören zu den Hülsenfrüchten und sind nur nach dem Garen genießbar (durch das das gesundheitsschädliche Protein Phasin zerstört wird), wobei Nasskonserven in der Regel bereits fertig gegart sind. Die frischen Bohnen werden als Palbohnen bezeichnet. Sie werden lediglich angetrocknet, und meist über Wochenmärkte vertrieben. Bohnen sind reich an Stärke und Protein, allerdings ist das enthaltene Eiweiß nicht physiologisch vollständig, weswegen die essentiellen Aminosäuren Methionin und Tryptophan durch andere Nahrungsmittel, wie z.B. Getreide, ergänzt werden müssen. Sie enthalten größere Mengen der Mineralstoffe Calcium, Kalium, Magnesium und Eisen (v.a. in der Form von Leghemoglobin), sowie der Vitamine B2, B6, C, E, Provitamin A (Betacarotin) und Folsäure. Das Vitamin C unterstützt die Aufnahme des enthaltenen Eisens, geht allerdings durch das Kochen zum größten Teil verloren, und sollte daher aus anderen Quellen ergänzt werden. Verzehr von Bohnen in großen Mengen kann zu einer stark v