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FARC

FARC

Die FARC, eigentlich F.A.R.C.-E.P. (Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia - Ejercito del Pueblo – Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens / Volksarmee), ist eine kolumbianische, marxistisch orientierte Guerillabewegung. Aktiv seit 1964, gehört sie zu den ältesten noch aktiven lateinamerikanischen Guerillaorganisationen.

Anfänge

Ursprünglich war die FARC der militärische Arm der PCC (Partido Comunista Colombiano/Kommunistische Partei Kolumbiens), welche den politischen Kampf gegenüber dem militärischen favorisierte und somit die FARC eher Selbstverteidigungscharakter hatte. Dies änderte sich erst Anfang der 1990er Jahre u.a. mit der zunehmenden Bedeutungslosigkeit linker Parteien und dem verschärften militärischen Vorgehens seitens der Armee (z.B. der Angriff auf das Generalsekretariat der FARC im Dezember 1990).

Heutige Form

Die FARC wird von Manuel Marulanda und weiteren Befehlshabern kommandiert, darunter José Briceño alias Mono Jojoy, Tomás Medina Caracas alias Negro Acacio und Leon Saenz Vargas alias Alfonso Cano. Die Truppenstärke wird auf 10.000 - 30.000 Mann unter Waffen geschätzt, wobei der Frauenanteil bei circa 40% liegen dürfte. Die FARC führt den Bürgerkrieg gegen den kolumbianischen Staat sowohl mit Guerilla-Methoden Terror als auch im konventionellen Kampf. Circa 35% des Landes befinden sich unter der Kontrolle der FARC, in den betroffenen Gebieten besitzt sie weitgehende Bewegungsfreiheit und bestimmen die lokale Gesetzgebung. Die FARC finanziert sich hauptsächlich aus Lösegeldzahlungen und den Erlösen aus dem internationalen Drogenhandel. Die Einnahmen werden auf jährlich über 300 Millionen US-Dollar geschätzt, andere Quellen gehen von bis zu 980 Millionen US-Dollar aus. Im Jahr 2000 hat die FARC die Praxis der Erpressung im „Gesetz 002“ festgehalten, wonach jeder Kolumbianer mit einem Vermögen von über einer Million Dollar eine „Revolutionssteuer“ von zehn Prozent zahlen muss. Sie sieht die Entführungen als Druckmittel, wie etwa bei dem bekannten Entführungsopfer Ingrid Betancourt (Präsidentschaftskandidatin) im Februar 2002. Ähnlich lukrativ ist der Drogenhandel. Kolumbien produziert rund 70 Prozent des weltweit konsumierten Kokains und versorgt etwa drei Viertel des Heroinmarktes der USA. Die Drogenanbaufläche hat sich in den 1990er Jahren auf rund 120.000 Hektar versechsfacht. Die permanenten Verstöße der FARC gegen das Internationale Völkerrecht sind seit Jahren bekannt und belegt. Selektive Morde und Massaker an Zivilisten, Geiselnahmen, direkte Gewalt, Verletzungen der Menschenrechte und ihr autoritärer, militärischer Regierungsstil in der von ihnen verwalteten Enklave stehen im krassen Widerspruch zu ihrem demokratischen Anspruch. In Kolumbien ereignen sich fast die Hälfte aller weltweit registrierten Geiselnahmen. Berüchtigt sind die „pescas milagrosas“, die „wundersamen Fischzüge“, bei denen künstlich Straßensperren errichtet werden, um potenzielle Entführungsopfer abzupassen. Ideologische Absichten sind hinter dem Ziel eines unbarmherzigen Krieges zurückgewichen, welcher mittlerweile zum Selbstzweck geworden ist.

Ziele

1993 stellte die FARC im Rahmen der Plattform für eine Regierung der des Wiederaufbaus und der nationalen Aussöhnung folgenden Zehnpunkteplan auf, der als Gesprächsgrundlage mit der Regierung dient : # Die Lösung des Konflikts mit politischen Mitteln. # Die Armee darf keine innenpolitische Funktionen wahrnehmen. # Die Durchsetzung der Gewaltenteilung zwischen Justiz und Politik, Pressefreiheit und demokratische Mitbestimmungsmöglichkeiten auf allen Ebenen. # Stärkung des internen Konsums, Schutz der einheimischen Industrien vor ausländischer Konkurrenz sowie staatliche Kontrolle über den Energiesektor. # Verwendung von 50% des Staatshaushaltes für Sozialausgaben und 10% für die Förderung der Wissenschaften. # Einführung eines progressiven Steuersystems. # Entwicklungsprogramme für ländliche Regionen # Revision der derzeitigen Energiepolitik und Neuverhandlung der Verträge zur Ausbeutung der Bodenschätze mit den multinationalen Unternehmen. # Der Aufbau souveräner, auf dem Recht auf Selbstbestimmung basierender Beziehungen zu allen Ländern der Welt. # Nicht-militärische Lösung des Drogenproblems.

Kürzliche Entwicklung

Unter dem Präsidenten Andrés Pastrana Arango 1998-2002 kam es zu Friedensverhandlungen mit der FARC. Unter anderem wurde der FARC ein etwa 40.000 km² großes Gebiet zur Verfügung gestellt, die so genannte Zona de despeje, in der die FARC de facto die volle innere Autonomie inne hatte. Die Regierung von Präsident Pastrana hatte die Forderung der FARC auf die Kontrolle dieses Gebietes erfüllt, um dort Verhandlungen zu ermöglichen. Alle sechs Monate muss das Parlament über die Aufrechterhaltung der Zone in Abhängigkeit von Fortschritten bei den Verhandlungen neu bestimmen Mit der Forderung drastisch gegen die FARC vorzugehen gewann Pastranas Nachfolger Álvaro Uribe die Wahlen 2002. Er gab also den Verhandlungskurs auf und strebt aktuell eine militärische Lösung des Konflikts an. Am 21. Februar 2002 hat Kolumbiens neuer Präsident Uribe in einer Fernsehansprache das endgültige Aus für den Friedensprozess erklärt. Die neutrale Zone soll von der Armee wieder besetzt werden. Am 20. Februar 2005 meldet die Zeitung EL Tiempo, dass der Sprecher des Oberkommandos der FARC, "Raúl Reyes", in einem Rundfunkinterview erklärt habe, die Zeit der Zurückhaltung und der militärischen Regeneration der FARC sei vorbei und man strebe nach wie vor, wie das auch die Angriffe auf militärische Ziele in jüngster Zeit gezeigt hätten, die Machtübernahme im Land an. Die Europäische Union hat die FARC auf die Liste der Terrororganisationen aufgenommen. Die FARC lieferte sich am 27. Oktober 2005 um 5 Uhr heftige Kämpfe mit den Paramilitärs der AUC. Starker Regen und Nebel behinderte das erreichen des Militärs nach San José del Palmar in der Provinz Cauca. Bestätigt wurden am Tag darauf aber nur zwei Tote des AUC und sechs Gefangene. Die FARC blockierte Anfang Oktober 2005 den Verkehr der Provinz Arauca, Hauptlieferant des Erdöls in Kolumbien. Auch die Provinz vom Putumayo nahe der Grenze mit Ecuador ist durch eine Bombe an einem Hochspannungsmast durch fehlende Elektrizität in der selben Woche behindert worden. Siehe auch: Ejército de Liberación Nacional (ELN)

Literatur


- Raul Zelik, Dario N. Azzellini: Kolumbien - Große Geschäfte, staatlicher Terror und Aufstandsbewegung ISBN 3-929-008-48-3

Weblinks


- http://www.redresistencia.org
- http://www.farc.de (Kritische Seite zum Thema FARC)
- http://www.farcep.org
- http://www.bbc.co.uk/spanish/specials/1441_farc/index.shtml ein BBC Spezial (spanisch) zum 40. Geburtstag der FARC Kategorie:Kolumbien ja:コロンビア革命軍

Kolumbien

Kolumbien (spanisch Colombia) ist ein Staat im nördlichen Teil von Südamerika und grenzt an Brasilien, Peru, Ecuador, Venezuela und Panama. Kolumbien liegt am Pazifischen Ozean und an der Karibik.

Geografie

Kolumbien liegt im Nordwesten Südamerikas und grenzt sowohl an den atlantischen (1.600 km Grenzlinie), als auch an den pazifischen Ozean (1.300 km Grenzlinie). Im Südwesten liegen Ecuador und Peru, im Nordosten Venezuela und im Südosten Brasilien. Die westliche Hälfte Kolumbiens wird von den Anden dominiert, die in drei große Bergketten geteilt sind: die westliche, die zentrale und die östliche Kordillere. Zwischen den Bergketten fließen die großen, teilweise befahrbaren Flüsse Cauca und Magdalena in den atlantischen Ozean. Die Hochgebirge beherbergen die zum Teil aktiven Vulkane Galeras, Huila, Nevado del Ruiz, Purace, Tolima und Doña Juana. Die höchsten Gipfel sind der Pico Cristóbal Colón sowie der Pico Simón Bolívar, beide jeweils 5.775 m hoch und in der Sierra Nevada de Santa Marta gelegen. Die östliche Hälfte ist durch dicht bewaldetes Flachland charakterisiert, durch das die Flüsse Putumayo, Yapura, Meta und Guaviare fließen, die entweder im Orinoco oder im Amazonas münden. Kolumbien hat Küsten sowohl am atlantischen wie am pazifischen Ozean. Die bekanntesten Inseln im Atlantik sind der Archipel von San Andrés und Providencia (770 km nordöstlich von Kolumbien), mit den Inseln San Andrés, Providencia und Santa Catalina. Der karibischen Küste vorgelagert ist die Insel Fuerte und die Archipele von San Bernardo und del Rosario. Im Pazifik liegen die Inseln Malpelo und Gorgona und Gorgonilla. Je nach Meereshöhe unterscheidet man vier Klimazonen. In den Flachländern (Llanos) herrscht tropisches Klima über 24° C, zwischen 1.000 und 2.000 m gemäßigtes Klima (17-24° C), zwischen 2.000 und 3.000 m kaltes (12-17° C) und in den Bergregionen (Páramos) ab 3.000 m Höhe hochalpines Gletscherklima (unter 12° C). Kolumbiens größte Städte sind die Hauptstadt Santa Fé de Bogotá, Medellín, Cali, Cartagena de Indias, Barranquilla, Ibagué, Manizales, Pasto, Cúcuta und Bucaramanga. Siehe auch: Städte in Kolumbien

Umwelt

Kolumbiens Lage mit unterschiedlichen Höhenstufen und Klimazonen, die den Übergang und Kontakt zwischen Amazonas und Anden einschliessen, heterogene Bodenbedingungen bedingen eine große Biodiversität mit einer hohen Anzahl endemischer Arten. Kolumbien ist eines der Länder mit der größten Artenvielfalt pro Gebietseinheit weltweit: Mit nur 0,7 % Anteil an der weltweiten Festlandsmasse vereinigt das Land 10% aller Tier- und Pflanzenarten des Planeten auf seinem Staatsgebiet. Obwohl Kolumbien den Schutz seiner natürlichen Ressourcen bereits seit den 70er Jahren vorantreibt, haben neben natürlichen Umweltkatastrophen (häufig entweder bedingt durch extreme Trocken- oder Regenzeiten) vor allem das dynamische soziale und wirtschaftliche Wachstum und die bürgerkriegsartigen Auseinandersetzungen in den letzten Jahrzehnten erhebliche Umweltschäden mit sich gebracht. Mit der Verfassung von 1991 hat sich das Land nun explizit der Erreichung einer nachhaltigen Entwicklung verschrieben; etwa 60 Verfassungsartikel beziehen sich direkt oder indirekt auf die Umwelt. Den normativen Rahmen für die Ausgestaltung dieser Vorgaben bildet das Gesetz 99 von 1993, durch das ein Umweltministerium als Bestandteil des Nationalen Umweltsystems (Sistema Nacional Ambiental, kurz SINA) geschaffen wurde. Zum SINA gehören nebem dem Ministerium unter anderem die Regionalentwicklungsbehörden, die mit dem Management der natürlichen Ressourcen und ihrer nachhaltigen Entwicklung beauftragt sind, städtische Umweltplanungsbehörden und -systeme wie das DAMA in Bogotá und der Ecofondo, der Zusammenschluss aller Umwelt-NGOs. Staatliche Umweltpläne sollen zur Erreichung der ehrgeizigen Ziele beitragen. Allerdings werden den Regionalentwicklungsbehörden unter anderem überhöhte Betriebskosten, fehlende Investitionen in Umweltprogramme und die Aufgabe wieder aufgeforsteter Gebiete vorgeworfen. Diese und andere Mängel sollen deshalb mittels einer weitgreifenden Umweltsektorreform beseitigt werden. Dazu wurde bereits im März 2003 ein Gesetzesvorschlag vorgelegt; darüber hinaus wurde das Umweltministerium im April 2003 zum Ministerio de Ambiente, Vivienda y Desarollo Territorial fusioniert. Derzeit gibt es Bestrebungen, die bereits seit Jahrzehnten bestehende Nationalparkverwaltung (UAESPNN - Unidad Administrativa Especial del Sistema de Parques) umzustrukturieren. Insgesamt wird die bisherige Umweltpolitik von Präsident Uribe oft als ein Rückschritt hinter bereits erzielte Erfolge bezeichnet, insbesondere, da die Umwelt- und Naturzerstörung als Folge des bewaffneten Konflikts von Jahr zu Jahr steigt.

Klima

Da der Äquator durch Kolumbien läuft, liegt das Land in der tropischen Klimazone. Der Norden, also die Karibikküste, liegt in der subtropischen Zone. In Gebieten unterhalb 550m werden Durchschnittstemperaturen von 25°C bis 30°C gemessen (tropischer Bereich), zwischen 550m und 2300m Jahresmittel von bis zu minimal 18°C (gemäßigter Bereich) erreicht. Zwischen 2300m und 3000m beträgt die Temperatur nur noch 10 - 17°C. Bogotá, welches in einer Höhe von 2550m über dem Meeresspiegel liegt, hat eine Jahresdurchschnitttempereatur von 13°C. Über 3000m liegt die kaltgemäßigte bis kalte Klimazone mit Temperaturen zwischen - 17,8°C bis +12,8°C. Jährlich gibt es zwei Regenzeiten (April und Oktober) und zwei Trockenzeiten, die aber nicht extrem ausfallen. An der Westküste der Anden fällt die größte Menge an Niederschlag. Im südlichen Teil des Landes werden ca. 3000mm Niederschlag pro Jahr und gemessen, im Norden bis zu 10.000mm. Einige Orte mit einem Niederschagsvolumen von bis zu 16.000mm im Jahr gehören zu den regenreichsten Gebieten der Erde. Die östlichen Gebiete werden weniger stark beregnet. Durch den Passatwind sind diese Teile der Karibikküste sehr regenarm (unter 400mm Niederschlagsmenge pro Jahr und m²). Weiterhin ist die Niederschlagsmenge in den Hochtälern und Hochbecken durch die Regenschattenseite nur bei 1000mm angesiedelt.

Bevölkerung

Kolumbien mit einer Bevölkerungszahl von ca. 42,31 Mio. hat auf Grund seiner Geschichte eine sehr diversifizierte Bevölkerungsstruktur. Auf jedem Quadratkilometer leben durchschnittlich 31 Einwohner. 72% der Gesamtbevölkerung leben in den Ballungsgebieten und Städten, hauptsächlich in den Tälern des Río Magdalena und des Río Cauca sowie an der Küste des karibischen Meeres. Allein in Bogota, die Hauptstadt und das Zentrum der Industrie, lebt ca. 1/7 der Bevölkerung. Die Bevölkerung setzt sich aus drei sehr unterschiedlichen Gruppen zusammen: den indigenen Indios, den europäischen, zumeist aus Spanien stammenden Kolonisten und den importierten Sklaven aus afrikanischer Herkunft. Die heutige Demografie des Landes besteht aus einer Mischung dieser Gruppen. Demografie Verbindungen zwischen diesen Gruppen waren und sind sehr weit verbreitet. Den größten Anteil an der Bevölkerung stellen mit 60 % die Mestizen, deren Vorfahren Europäer und Indigene waren. Zur hellhäutigen Bevölkerung gehören die Kreolen, Nachfahren der europäischen Kolonisten, die somit die größte Minderheit mit 20 % darstellen. Weiter sind mit 16 % die Mulatten in der kolumbianischen Gesellschaft vertreten, Nachkommen von Europäern und afrikanischen Sklaven. Rein afrikanische Vorfahren haben 4 % der Bevölkerung, 3 % zählen zu den Zambos, die von afrikanischen Sklaven und indigenen Indios abstammen. Im Dorf Palenque de San Basilio existiert die einzige spanischbasierte Kreolsprache in Lateinamerika. Die Menschen dort sind zum größten Teil Nachfahren entlaufener Sklaven und sprechen Palenquero. Heutzutage werden nur noch 1 % als Indigene klassifiziert, unter anderem durch ihre Kultur und Sprache. Dominant ist die römisch-katholische Glaubensrichtung (ca. 90 % der Bevölkerung). Völkerbewegungen vom Land in die Stadt sind massiv. Stadtbevölkerung ist von einem Anteil von 57 % der Gesamtbevölkerung im Jahre 1951 auf 74 % 1994 gestiegen. Dreißig Städte haben mehr als 100.000 Einwohner. Die östlichen Llanos Kolumbiens, die aus 9 Departamentos bestehen und 54 % der Fläche ausmachen, beherbergen nur 3 % der Bevölkerung und damit eine Dichte von einer Person pro Quadratkilometer. Siehe auch: Afrokolumbianer

Geschichte

Nach der Entdeckung Mittelamerikas durch spanische Seefahrer entstanden mit Santa Marta (gegr. 1527) und Cartagena de Indias (gegr.1533) die ersten kolonialen Stützpunkte an der kolumbianischen Karibikküste. Als im Jahr 1537 die ersten spanischen Entdecker unter Gonzalo Jiménez de Quesada in das Andengebiet vordrangen, wurden die Chibcha unterjocht. Die Spanier erbauten einige Siedlungen, die die ehemaligen indianischen Handelszentren ersetzten, so zum Beispiel Santa Fé de Bogotá und Tunja (gegr. beide 1539). Wenig später erfolgte die Gründung einer Provinz, aus der sich das Vizekönigreich Neugranada entwickelte. Kolumbien ist einer der Staaten, die durch den Zerfall Großkolumbiens im Jahr 1830 entstand (andere sind Ecuador und Venezuela). Bis zum Jahre 1903 gehörte Panama zu Kolumbien. Kolumbien gehört zu der 1969 gegründeten Andengemeinschaft, die seit 1995 eine Freihandelszone zwischen den Mitgliedsstaaten aufgebaut hat. Seit Jahrzehnten dauert nun schon der Bürgerkrieg in Kolumbien an. Nach einer Welle von Gewalt und Terror verhängt Präsident Álvaro Uribe Vélez am 12. August 2002 für 90 Tage den Ausnahmezustand. Der im Jahre 2003 von Präsident Álvaro Uribe begonnene Friedensprozess mit den Paramilitärs droht zu scheitern. Ein Grund dafür ist das spurlose Verschwinden des Gründers der Paramilitärs, Carlos Castaño, ein anderer die Forderung der Paramilitärs, für ihre Taten, einschließlich des Drogenhandels, nicht bestraft und an die USA ausgeliefert zu werden. Siehe auch: Liste der Präsidenten Kolumbiens

Verwaltungsgliederung

Kolumbien ist in 32 Provinzen untergliedert (Hauptstädte in Klammern): right #Amazonas (Leticia) #Antioquia (Medellín) #Arauca (Arauca) #Atlántico (Barranquilla) #Bolívar (Cartagena de Indias) #Boyacá (Tunja) #Caldas (Manizales) #Caquetá (Florencia) #Casanare (Yopal) #Cauca (Popayán) #Cesar (Valledupar) #Chocó (Quibdo) #Córdoba (Monteria) #Cundinamarca (Bogotá) #Guainía (Puerto Inirida) #Guaviare (San José del Guaviare) #Huila (Neiva) #La Guajira (Riohacha) #Magdalena (Santa Marta) #Meta (Villavicencio) #Nariño (Pasto) #Norte de Santander (Cúcuta) #Putumayo (Mocoa) #Quindío (Armenia) #Risaralda (Pereira) #San Andrés und Providencia (San Andrés) #Santander (Bucaramanga) #Sucre (Sincelejo) #Tolima (Ibagué) #Valle del Cauca (Cali) #Vaupés (Mitú) #Vichada (Puerto Carreño) Zusätzlich: Bogotá - Distrito Capital

Wirtschaft

Kolumbien ist der größte Produzent zahlreicher Schnittblumenarten. Bei der Produktion von Nelken steht es weltweit an erster, bei Schnittblumen insgesamt an zweiter Stelle. Mit 3.500 verschiedenen Orchideen-Arten hat Kolumbien die größte Vielfalt der Welt. Ebenfalls an erster Stelle steht Kolumbien bei der Produktion von Smaragden und Guadua-Holz. Es ist außerdem der zweitgrößte Kaffee-Produzent der Welt und steht bei der Produktion von Bananen weltweit an dritter Stelle. Bei der Produktion von Kartoffeln ist Kolumbien in Lateinamerika führend. Das Land ist der zweitgrößte Exporteur landwirtschaftlicher Produkte in die USA. Darüber hinaus ist Kolumbien weltweit der viertgrößte Produzent von Kohle und Nickel und hat außerdem eine sichere Erdölreserve von zwischen 1,54 bis 1,84 Milliarden Barrel. Ein Teil der kolumbianischen Wirtschaft wird direkt oder indirekt vom Anbau und der Produktion von illegalen Drogen beeinflusst. So bauen Bauern insbesondere Koka, aber auch Schlafmohn an, da sie sich so ein besseres Einkommen versprechen als bei der Produktion von Nahrungsmitteln oder Kaffee; und der Druck der Drogenkartelle ermöglicht es den Kokabauern oft auch nicht, auf legale Waren umzuschwingen. Hauptexportgüter Kolumbiens sind Kaffee, Bananen, Schnittblumen, Smaragde, exotische Früchte, Textilien, Lederwaren, Lebensmittel, Erdöl und Erdölderivate, Kohle und Kohlederivate, Gold und Zucker.

Politik

Als Präsidialrepublik ist Kolumbien in die Exekutive, Legislative und Judikative aufgeteilt. Das Parlament besteht aus zwei Kammern, dem Kongress (congreso) und dem Senat (senado). Die geltende Verfassung wurde am 5. Juli 1991 nach einem Volksentscheid verabschiedet. Fast alle Ämter, vom Präsidenten bis zum Abgeordneten, werden direkt vom Volk gewählt. Als volljährig gilt jeder ab dem 18. Lebensjahr und nur Mitglieder der Armee und Strafgefangene dürfen nicht wählen. Der Präsident und die Senats- und Kongressabgeordneten werden zu einer Amtszeit von vier Jahren gewählt. Kolumbien ist Mitglied in der Südamerikanische Staatengemeinschaft, Organisation Amerikanischer Staaten und den Vereinten Nationen. Beitrittsverhandlungen zu Mercosur werden geführt.

Parteien


- Partido Liberal (liberale)
- Partido Conservador Colombiano (konservative)
- Movimiento de Salvación Nacional (konservative)
- Alianza Democrática M-19 (ehemalige M-19 Guerillagruppe)
- Polo Democrático Independiente
- Unión Democrática
- Unión Patriótica (komunistische)
- Partido Comunista de Colombia (komunistische)
- Movimiento Obrero Independiente y Revolucionario
- Partido para Defensa del Folklore Nacional.
- Oxígeno verde

Bildungswesen

In Kolumbien wird die Bildung in vier Stufen aufgeteilt, Vorschule (preescolar), Schule (educación básica), Gymnasium (educación media) und Universität (nivel universitario). Verantwortlich für die Bildung ist das Ministerium de Educación Nacional. Im Durchschnitt sind die staatlichen Bildungseinrichtungen für die Familien günstiger als die in privater Hand. Außerdem werden auch nicht staatlich anerkannte Titel, meist von privaten technischen Schulen, angeboten, die oft die Selbständigkeit des Auszubildenden zum Ziel haben. Im Vorschulalter werden den Eltern, fast ausschließlich aus dem privaten Sektor, Kindergärten angeboten. Die letzten zwei Jahre vor der Grundschule werden Kinder (4-5 Jahre) und transición (Übergang) (5-6 Jahre) genannt. Von einem Kind in der transición Altersgruppe wird erwartet, dass es schon mit dem Lesen- und Schreibenlernen angefangen hat. Die Schulzeit eines Kindes begrenzt sich auf neun Jahre, fünf davon in der Grundschule (básica) und vier im Gymnasium (secundaria). Meist nur für Familien, die die nötigen finanziellen Mittel haben, bieten Schulen zwei weitere Jahre der Educación Media, auch Bachillerato genannt, an. Schüler die das Bachillerato machen haben meist zum Ziel die Universität zu besuchen. Universitäten werden sowohl vom Staat als auch privat betrieben. Technische Abschlüsse werden nach drei Jahren, Graduierte (vergleichbar mit Bachelor) nach vier und Diplome nach fünf Jahren vergeben. Ergänzend werden Master- und Doktortitel, letztere nur durch staatlich anerkannte Institutionen, angeboten. Die bekannteste Universität Kolumbiens ist die Universidad Nacional de Colombia mit Hauptsitz in Bogotá.

Kultur

Siehe auch: Liste berühmter Kolumbianer

Kunst

Kolumbien rühmt eine lange Geschichte der Künste, die bis in die präkolumbischen Zeiten zurückgeht. Bekannt sind aus diesen Zeiten Goldfiguren, Schmuck und Tonarbeiten. In der Hauptstadt Bogotá sind im Goldmuseum viele dieser Stücke zu bewundern. Ein Großteil der Kunststücke ist aber seit der Entdeckung, erst durch die Entdecker und dann durch Grabräuber, verschwunden. Die diversen Volksgruppen stellen weiterhin unterschiedlichste Arten von Kunst her, unter anderem die handgewebten Handtaschen (Mochilas) und Hängematten der Guajiros. Zu den bekanntesten kolumbianischen Künstlern des 20. Jahrhunderts zählen Enrique Grau, Fernando Botero und Alejandro Obregón. Bekanntester kolumbianischer Schriftsteller ist der Literaturnobelpreisträger Gabriel García Márquez.

Musik

Die traditionelle kolumbianische Musik ist sehr vielfältig. Die Musik der Karibikküste, wo viele Afro-Kolumbianer leben, ist stark von afrikanischen Rhythmen geprägt, wie man es in Stilen wie der Cumbia und dem verwandten, aber melodischeren Vallenato hören kann. Eine neue in dieser Region Kolumbiens entstandene Musikrichtung ist der ebenfalls stark von afrikanischen und karibischen Einflüssen geprägte Champeta. Völlig anders ist dagegen die traditionelle Musik der Andenregion um Bogotá, die eine Mischung spanischer und vorkolumbischer Stilelemente ist und damit der Folkloremusik des Hochlandes von Peru und Ecuador ähnelt. Im Rest des Landes ist die traditionelle Musik vor allem von spanischen und italienischen Einflüssen geprägt. Salsa ist in Kolumbien, wie auch im Rest Südamerikas ebenfalls sehr beliebt. Berühmte kolumbianische Salsa-Interpreten sind die Grupo Niche, Fruko y sus Tesos und Joe Arroyo. Eine der populärsten Salsa-Tänzerinnen ist Maria del Pilar, die inzwischen zusammen mit ihrem Guitarriero Nico Berdugo auch in Europa bei zahlreichen Auftritten gefeiert wird. Die bekannteste Musikerin Kolumbiens ist die Sängerin Shakira. Mittlerweile haben es auch der Pop-Sänger Juanes und der Vallenato-Interpret Carlos Vives zu internationaler Berühmtheit gebracht. In den kolumbianischen Großstädten gibt es seit den 90er Jahren eine ständig wachsende moderne Musikkultur. Trotzdem wächst die Szene weiter. Im Jahr 1994 fand zum ersten Mal das Festival „Rock al parque“ statt, dass mittlerweile das größte kostenlose Rockfestival Lateinamerikas ist.

Sport

Kolumbien ist besonders für Fußball und Radsport international bekannt und seit einigen Jahren durch Juan Pablo Montoya in der Formel 1 vertreten. Bekannteste Tennisspielerin ist Fabiola Zuluaga. 2005 hat die Golfspielerin María Isabel Baena erstmalig einen Titel für Kolumbien bei dem in New Jersey, USA ausgetragenen Match Play-Meisterschaft gewonnen. Clara Juliana Guerrero ist die weltbeste Kegelspielerin, eine Sportart in der auch u.a. die Geschwister Paola Rocío Gómez Ardila und Jaime Andrés Gómez Ardila das Land vertreten. Berühmte Boxer sind der legendäre Antonio Cervantes "Kid Pambelé", der vier Jahre lang Weltmeister in der Gewichtsklasse 140 Pfund Juniorgewicht der (WBA) war und Miguel "Happy" Lora, der zwischen 1985 und 1989 den Weltmeistertitel in der Gewichtsklasse 118 Pfund Bantamgewicht der (WBC) hielt.

Fußball

Eine Fußballliga wurde 1924 angedacht und durch den Beitritt 1936 zu der Confederación Sudamericana de Fútbol (CONMEBOL) besiegelt. Die Nationalelf spielte zum ersten mal 1962 in Chile bei der Weltmeisterschaft mit. Aus drei Spielen erhielt sie aber nur einen Punkt, spielte aber mit einem 4:4 gegen die UdSSR eine historische Partie. 1964 wurde die Bundesliga „Federación de Fútbol de Colombia (Fedebol)” mit Unterstützung der FIFA gegründet. Kolumbien wurde 1974 von der FIFA die Austragung der 1986 zu spielenden Weltmeisterschaft zugesprochen, die aber letztlich wegen Uneinigkeiten zwischen Privat- und Staatsfinanzierungen 1981 an Mexiko ging. Der bisher größte Erfolg der Fußball-Nationalmannschaft ist der im Jahre 2001 errungene Titel der Copa América, welcher zudem in Kolumbien ausgetragen wurde. Weitere Höhepunkte waren die jeweilige Qualifikation zu den Fußball-Weltmeisterschaften von 1962, 1990, 1994 und 1998, sowie der historische 5:0-Sieg über Argentinien in Buenos Aires. Dieses Spiel diente der Qualifikation zur Weltmeisterschaft 1994 in den USA. Die Nationalmanschaft wird nicht die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland bestreiten, da sie sich trotz einem 1-0 im letzten Spiel gegen Paraguay nicht qualifizieren konnte. Siehe auch: Kolumbianischer Fußball

Radsport

Das erste in Etappen gefahrene Rennen Südamerikas wurde 1951 in Kolumbien absolviert. Erster bekannter kolumbianischer Radrennfahrer bei der Tour de France war Cochise Rodríguez, der das Rennen 1977 als 27. beendete. Fabio Parra gewann 1988 drei Etappen und endete als Dritter in der Gesamtwertung. Luis „Lucho“ Alberto Herrera gewann 1985 und 1987 zwei Bergetappen und wurde dadurch zum kolumbianischen Nationalhelden. Von sich reden machte seit Ende der 1990er Jahre zudem der aus Medellín stammende Santiago Botero. Er wurde 2002 Zeitfahr-Weltmeister bei der Straßen-Radweltmeisterschaft im belgischen Zolder. Darüber hinaus sicherte er sich unter anderem drei Etappen bei der Vuelta a España sowie bei der Tour de France, bei der er im Jahre 2000 zudem als Gewinner des Bergtrikots die Avenue des Champs-Élysées in Paris erreichte. 2005 gewann der Kolumbianer Ivan Parra zwei Etappen beim Giro d’Italia.

Inline-Skating

Seit einigen Jahren zählt Kolumbien in dieser Disziplin zu den stärksten Nationen weltweit. Die bekannteste Inline-Skaterin ist Cecilia Baena (Sportlerin des Jahres 2001 in Kolumbien), bei den Panamerikanischen Meisterschaften 2005 gewann sie neun Medaillen. 2004 wurde sie in Italien dreifache Weltmeisterin. Außerdem gewann sie das größte Inlinerennen der Welt, den Berlin Marathon mit 10.000 Teilnehmern. Weitere bekannte Weltmeister, sowie Weltrekordhalter sind Diego Rosero und Jorge Andrés Botero.

Tejo

Tejo, eine moderne Version eines Indianerspieles namens Turmequé, wird schon über 500 Jahre lang in den Provinzen Cundinamarca und Boyacá gespielt und wurde im Juni 2000 vom kolumbianischen Kongress zum Nationalsport ernannt. Die moderne Version sieht vor, eine eiserne Halbkugel, den Tejo, in einen metallischen Kreis zu werfen und so, die an den vier Himmelsrichtungen aufgelegten Schwarzpulvertaschen, die Mechas, zum lauten Knall zu zwingen. Wer die meisten dieser Mechas zum Explodieren bringt, gewinnt das Spiel, das sowohl im Team als auch einzeln gespielt werden kann. Die Partien werden traditionell von alkoholischen Getränken begleitet. Die Brauereien sind daher naturgemäß die größten Sponsoren.

Infrastruktur

Kolumbien bedient sich eines Bahnnetzes von 3.304 km Länge, davon aber nur 150 km in Standardbreite, die hauptsächlich zur Förderung von Kohle aus dem El Cerrejón zum Hafen Bahía Portete dienen. Der Personenverkehr auf der Schiene beschränkt sich auf drei kurze touristische Strecken. Zusammen mit den 112.998 km Straßennetz, von denen nur ca. 26.000 km gepflastert sind, besitzt Kolumbien daher eine der am schlechtesten Verkehrsinfrastrukturen Süd- und Mittelamerikas. Der Straßenausbau liegt mit etwa 100 m/km² unter dem lateinamerikanischen Durchschnitt von 118 m/km². Häfen von größerer Bedeutung sind die von Barranquilla, Buenaventura, Cartagena, Muelles El Bosque, Puerto Bolivar, Santa Marta und Turbo. Die Flughafenanzahl wird auf 980 geschätzt, wobei fast jede Millionenstadt einen international angebundenen Flughafen hat. Es sind etwa 1,89 Millionen Festnetztelefone in Betrieb. Offiziell funken 413 LW/MW- und 217 UKW-Radiosender; es sind ca. 5,5 Millionen Fernseher im Einsatz. Seit der neuen Verfassung von 1991 sind die staatlichen Investitionen in die Infrastruktur zurückgegangen, die privaten dagegen angestiegen. Dadurch ist die Beteiligung des Privatsektors in Infrastrukturprojekte des Transportes, Strom und Wasserversorgung rasant gestiegen. Seit 1994 werden Teile des Fernstraßennetzes in Konzession an Privatunternehmer vergeben, die bis dato dadurch 10% bis 15% des Straßennetzes verwalten. Erfahrungen zeigen, dass die Bau- und Unterhaltkosten dadurch von 300% über den ursprünglich veranschlagten Kosten auf 40% reduziert werden. Diese Strecken werden über eine Maut finanziert.

Gesundheitswesen

Der Altersaufbau ist charakterisiert durch einen großen Anteil an junger Bevölkerung. Zwischen 1985 und 1990 ist zwar der Anteil von Menschen unter 15 Jahren von 45,7% auf 36% gesunken, dennoch ist dieser Wert sehr hoch. Für die männliche Bevölkerung ist die Lebenserwartung zwischen 1965 und 1993 von 54 auf 66,5 Jahre gestiegen, bei Frauen von 59 auf 72,4 Jahre. Die medizinische Versorgung ist nicht gleichwertig über das Staatsgebiet verteilt; Küstengebiete und ländliche Regionen sind hier benachteiligt. Ärzte, medizinische Angestellte und Krankenhäuser konzentrieren sich auf die Ballungsgebiete. 23.520 Ärzte, 13.815 Zahnärzte und 43.065 Krankenpfleger verrichten ihren Dienst an der Gesundheit; 1989 wurden 45.858 Krankenhausbetten gezählt. Durch mangelnde Ernährung und schlechte Wohnbedingungen sind die Krankheiten Tuberkulose, Malaria, Ruhr und Typhus in den wenig medizinisch versorgten Gebieten weit verbreitet. Um diesen Missstand zu beseitigen, hat der kolumbianische Staat Weltbankdarlehen aufgenommen und Einnahmen aus der Erdölproduktion für den Aufbau des Gesundheutssystems verwendet. Mutterschaft und Zahnarztbehandlung werden durch die Sozialversicherung unterstützt. Auch Arbeiter im Industriesektor sind unfallversichert und bei Invalidität versichert, die Angehörigen erhalten auch eine Unterstützung. Die Sozialversicherung wird durch Arbeitnehmer, Arbeitgeber und durch den Staat mit Hilfe von Beiträgen finanziert.

Medien

Kolumbiens Medienwelt besteht im wesentlichen aus dem Fernsehen (3 Hauptsendern), der Presse und dem Radio. Die meistgelesenen Zeitungen sind El Tiempo und bis zur Umwandlung zur Wochenzeitung El Espectador. Die Medien sind in Kolumbien in der Hand von wenigen Großunternehmern. Die Organización Ardila Lülle ist Eigentümer von Radio Cadena Nacional (RCN), ein großer Radiosender, seit 1995 auch dem eigenen TV Sender RCNTV und auch des größten Musikverlegers Sonolux. Der Grupo Santo Domingo und weitere Firmen und Beteiligungen der Familie Santo Domingo sind (Teil)Inhaber von Radio Caracol, Caracol TV, Bogotá City TV und der Zeitung El Espectador.

Weitere Themen


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- Britisch-Kolumbien
- District of Columbia

Literatur


- Curth, Oliver: Musik der Welt: Kolumbien. 2002 Lugert Verlag, ISBN 3-89760-803-0
- Dilger, Gerhard: Kolumbien. Beck`sche Reihe Länder. 1996 Verlag C.H. Beck, ISBN 3-406-39864-2
- Raul Zelik/Dario N. Azzellini: Kolumbien-Große Geschäfte, staatlicher Terror und Aufstandsbewegung. ISBN 3-929-008-48-3

Weblinks


- [http://www.presidencia.gov.co/ Homepage Regierung/Präsident von Kolumbien]
- [http://www.auswaertigesamt.de/www/de/laenderinfos/laender/laender_ausgabe_html?type_id=14&land_id=82 Informationen des Deutschen Auswärtigen Amtes]
- [http://www.toedte.privat.t-online.de/dkfz.html Deutsch-Kolumbianischer Freundeskreis e.V.]
- [http://www.kolumbienweb.de Kolumbienweb]
- [http://www.kolumbien-aktuell.ch/ Kolumbien (CH)]
- [http://www.colegioandino.edu.co/willkommen.php Deutsche Schule Bogotá]
- [http://www.cia.gov/cia/publications/factbook/geos/co.html CIA: The World Factbook - Kolumbien] (englisch)
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Guerilla

Der Begriff Guerilla [], und davon abgeleitet Guerillakrieg, über das Französische aus dem Spanischen entlehnt, bedeutet Kleinkrieg mit nichtregulären Kombattanten. Wer ihn betreibt, wird auch Guerrillero genannt.

Wortbedeutung

Etymologisch stammt das Wort vom spanischen guerra für Krieg. Guerra ist seinerseits ein Lehnwort aus dem Germanischen werra (= wild, durcheinander). Die Wandalen brachten dieses Wort während der Völkerwanderung auf ihrem Weg über Spanien nach Nordafrika. Guerrilla ist die Verkleinerungsform von guerra und bedeutet Kleiner Krieg. Der Ausdruck Kleiner Krieg war im deutschen Sprachgebrauch bis ins 19. Jahrhundert hinein üblich, bevor es zusammen mit dem zunächst neu geprägten deutschen Wort "Volkskrieg" (und für guerrilleros: "Freischärler") durch den "Guerilla"-Begriff verdrängt wurde. In dieser Form wurde es dann als Fremdwort wieder in die deutsche Sprache übernommen. Es handelt sich also um eine Rückentlehnung. Zum ersten Mal wurde der Begriff "Guerrilla" im 19. Jahrhundert während des spanischen Widerstandes gegen Napoleon gebraucht. (Vergleichbar sind hier der Tiroler Aufstand unter Andreas Hofer und die Freikorps in den deutschen Befreiungskriegen gegen die napoleonische Besatzung.) In Spanien hat das Wort guerrilla aufgrund seiner Verbindung mit dem Kampf gegen die französische Besatzungsmacht eine durchgehend positive Konnotation, wie damals (und länger noch) auch in Deutschland der Volkskrieg (vgl. dazu die frühen Denkschriften von Gneisenau). Als Analytiker der Guerilla sind Carl von Clausewitz, T. E. Lawrence, Mao Tsetung, Carl Schmitt und Ernesto Che Guevara hervorgetreten.

Bedeutung und Geschichte

Das Wort Guerilla bezeichnet
- eine militärische Taktik: kleine, selbstständig operierende Kampfeinheiten, welche die taktischen Zielsetzungen der Armeeführung, meist im Hinterland des Gegners, unterstützen und dabei außerhalb ihrer Kampfeinsätze nicht als Soldaten erkennbar sind. Zur Guerillataktik gehören "nadelstichartige" militärische Operationen, die den Gegner nicht vernichten, sondern zermürben sollen.
- den Guerillakrieg als eine spezielle Form politisch motivierter, revolutionärer oder antikolonialer Kriege. Beim Guerillakrieg handelt es sich um eine "Waffe der Schwachen" gegen einen militärisch, vor allem militärtechnologisch überlegenen Gegner. Voraussetzung für einen Guerillakrieg ist die fehlende Hoffnung der Bevölkerung, ihre politischen und sozialen Forderungen mit politischen und rechtlichen Mitteln erreichen zu können, wie dies in einer Diktatur, einem von einer fremden Macht besetzten oder dominierten Land der Fall ist. Entscheidend für den Erfolg der Guerilla ist der gleichzeitige, dem militärischen Kampf gleichwertige politische Kampf. In einer offenen Feldschlacht müsste die Guerilla notwendig unterliegen, weil ihr sowohl die militärische Ausbildung wie Ausrüstung einer konventionellen Armee fehlt. Ein entscheidendes Kennzeichen der Guerilla ist ihre hohe Mobilität und Flexibilität. Guerilla-Einheiten sind in ständiger Bewegung, um dem militärisch überlegenen Gegner auszuweichen. Ihr Erfolg ist davon abhängig, ob es ihr gelingt die Entscheidung darüber zu behalten, an welchem Ort und zu welcher Zeit und unter welchen Bedingungen die militärische Konfrontation mit dem Gegner stattfindet.

Legitimität und Legalität der Guerilla

Die Strategie der Guerilla wird mit Blick auf die Genfer Konvention und die Haager Landkriegsordnung als unkonventionelle Kriegsführung bezeichnet. Hier handelt es sich allerdings um internationale Verträge, der zwischenstaatliche bewaffnete Konflikte behandeln. Die Guerilla entspricht in ihrer Entstehungsphase eher dem Begriff der levée en masse, wie er in der Haager Landkriegsordnung definiert ist (daher auch "Volkskrieg"). Erst wenn die Guerilla den letzten Schritt zur Revolutionsarmee vollzogen hat, entsprechen ihre Kämpfer als Teil einer militärischen Befehlsstruktur den Kombattanten der Haager Landkriegsordnung. Die meisten modernen Verfassungen enthalten ein Widerstandsrecht (Beispiel Grundgesetz: "Gegen jeden, der es unternimmt, diese (verfassungsmäßige) Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.") oder sogar eine Widerstandspflicht (Französische Verfassung). Von großer Bedeutung für die Guerillabewegung ist die Frage der "Belligerenz", die Anerkennung als kriegführende Partei. Die politische Anerkennung durch Staaten von internationaler Bedeutung oder die Anerkennung als Verhandlungspartner durch den Gegner bildet die Grundlage für die Erreichung der politischen Ziele der Guerilla (siehe die Diskussion um die Anerkennung der palästinensischen PLO). Erst als kriegführende Partei können gefangene Guerilla-Kämpfer ihren Rechtsstatus als Kriegsgefangene geltend machen. Ohne den Status als völkerrechtlich legal bewaffnete Kriegsteilnehmer ("Kombattanten") werden Guerilla-Kämpfer wie Franctireurs (Heckenschützen) angesehen, also als Schwerkriminelle behandelt. Beispiele aus dem 2. Weltkrieg und gegenwärtig (2005) aus Guantanamo Bay zeigen jedoch, dass die Regeln der Haager Landkriegsordnung oft genug nicht einmal regulären Soldaten gegenüber eingehalten werden. Die militärisch-politischen Gegner der Guerilla hingegen werden immer versuchen, die Anerkennung als kriegführende Partei zu verhindern und die Guerilla sprachlich wie politisch zu kriminalisieren: Verbrecherbanden, Terroristen, Agenten einer fremden Macht etc. Demgegenüber ist die Guerilla stets bemüht, ihre Legitimität (die revolutionäre Richtigkeit ihres Tuns) und ihre Legalität (die Gesetzlichkeit ihrer Kriegshandlungen) unter Beweis zu stellen. Dazu gehört die Schaffung tatsächlicher oder scheinbarer politisch-demokratischer Strukturen (Asamblea de Guaímaro im kubanischen Unabhängigkeitskrieg oder das Parlament der palästinensischen PLO) sowie von politischen Auslandsvertretungen in unterstützenden Staaten oder in internationalen Organisationen wie der UNO. Die Einführung von klaren Befehlsstrukturen, einer hierarchisch-militärischen Ordnung mit den dazugehörigen Rängen soll besonders in der letzten Phase, in der Entwicklung zur Revolutionsarmee, die Gleichwertigkeit der Guerilla gegenüber der konventionellen gegnerischen Armee herausstellen. Erst wenn der Gegner sich gezwungen sieht, mit der Guerilla offiziell zu verhandeln, ist tatsächlich die Belligerenz hergestellt.

Die Entwicklungsphasen des Guerillakrieges

Erfolgreiche Guerilla-Kriege durchlaufen in der Regel folgende Phasen:
- Der Guerillakrieg beginnt als Aufstandsbewegung, also ohne oder mit nur schwacher eigener Bewaffnung. Die Waffenbeschaffung erfolgt durch Überfälle auf gegnerische Militäreinheiten oder -einrichtungen. Die Kämpfer sind keine Soldaten und verfügen häufig nicht einmal über eine militärische Ausbildung. Sie sind Teil der Zivilbevölkerung und werden aufgrund ihrer politischen Ziele durch diese unterstützt. Ohne diese Unterstützung ist die Guerilla zum Scheitern verurteilt. Das unterscheidet die Guerilla vom Terrorismus, der auch ohne Unterstützung der Bevölkerung auskommt.
- Guerilla-Einheiten können keine strategischen Erfolge erringen, also etwa strategisch wichtige Gebiete dauerhaft besetzen, sondern müssen sich stets wieder zurückziehen.
- Zur Erreichung strategischer Ziele müssen die Guerilla-Einheiten die Form einer zentral gelenkten Armee annehmen. Sie treten damit aus der taktischen, defensiven Phase in eine strategisch offensive Phase ein. Es entsteht eine Revolutionsarmee.

Anti-Guerilla-Kriegsführung

Der Guerillakrieg stellt eine konventionelle Armee vor Probleme, die es bei zwischenstaatlichen Kriegen nicht gibt:
- Der Gegner ist nicht eindeutig zu identifizieren. Jede Person, etwa in einem besetzten Land, kann ständig oder zeitweise zur Guerilla gehören, diese militärisch, logistisch oder politisch unterstützen. Das gilt für Männer wie Frauen, auch für Kinder, Jugendliche und alte Menschen.
- Es gibt keine Front, welche die Anhänger und Gegner des herrschenden Regimes voneinander trennt. So wird meist von Regionen gesprochen, die von der Regierung oder von der Guerilla "kontrolliert" werden. Ein Gebiet kann aber auch nachts von der Guerilla und am Tag von der Regierung kontrolliert werden. Der Begriff der Kontrolle ist dabei sehr unbestimmt. So kann es vorkommen, dass derselbe Geschäftsmann sowohl an die Regierung wie an die Guerilla Steuern zahlt. Durch den Einsatz von Kontraguerilla-Einheiten versucht die reguläre Armee sich der flexiblen Kriegführung der Guerilla anzupassen (Vietnam). (Nicht zu verwechseln mit der konterrevolutionären Guerilla, die von einer fremden Macht eingesetzt wird, um mit Mitteln der Guerilla-Taktik eine bestehende revolutionäre Regierung anzugreifen - siehe Contra (Organisation)). Die Regierungsarmee wird also immer versuchen, Zivilbevölkerung und Guerilla voneinander zu trennen. Das kann etwa durch Aufrufe an die Bevölkerung geschehen, bis zu einem bestimmten Zeitpunkt ein Gebiet zu verlassen. Alle nach diesem Zeitpunkt in diesem Gebiet befindlichen Personen werden dann als Guerilleros bezeichnet. Die Bevölkerung, die dieses Gebiet verlässt, muss untergebracht und versorgt werden, wozu sich das Militär meist weder personell, logistisch oder materiell in der Lage sieht. Die so entstandenen campos de reconcentración (Kubanischer Unabhängigkeitskrieg) oder concentration camps (Burenkrieg) sollten die Kämpfer von der übrigen Bevölkerung trennen und damit der Regierungsarmee ein klar umgrenztes Feindesland für den Angriff definieren. Die in den Lagern herrschende Not (Hunger, Krankheiten) führt jedoch in der Regel zur politischen Stärkung der Guerilla. Eine freiwillige Aussiedlung von Menschen aus den von der Guerilla kontrollierten Gebieten wird dadurch unwahrscheinlich. Da die unvermeidlich unterschiedslose Bombardierung von Guerillagebieten durch die reguläre Armee nicht nur die Guerilla trifft, sondern jeden, der sich dort befindet, werden die dort lebenden Menschen gezwungen, sich in den Schutz der Guerilla zu begeben. Das herrschende Regime treibt so oft neutrale Teile der Bevölkerung auf die Seite der Guerilla. Erfolgreichere Anti-Guerilla-Strategien versuchen, die Guerilla politisch zu isolieren. Das kann auf unterschiedliche Weise geschehen:
- für einzelne Bevölkerungsgruppen wird eine verbesserte wirtschaftliche Lage erreicht (z.B. Unterstützung der Rauschgiftproduktion und -vermarktung in Kolumbien oder Afghanistan).
- es wird eine der Guerilla ähnliche Kontraguerilla geschaffen, die im Namen der Guerilla Taten begeht, die der Guerilla angelastet werden und sie in den Augen der Bevölkerung diskreditiert (Vietnam, Kuba).
- da die Guerilla, besonders in ihrer Entstehungsphase, meist dezentralisiert kämpft, entstehen häufig kämpfende Einheiten, die nicht die politischen Ziele der Bevölkerung teilen, sondern persönliche Bereicherung oder Macht gewinnen wollen (Caudillismo - militärisches Führertum). Diese können von dem herrschenden Regime oder einer fremden Macht leicht für ihre Ziele eingesetzt werden. Zahlreiche Aufstände in Lateinamerika und Afrika nahmen diesen Weg und führten über eine Volksbewegung zu einer Bereicherungsdiktatur, die schließlich mit dem ursprünglichen militärischen Gegner zusammarbeitet und die Revolution durch einen Austausch von Herrschaftseliten ersetzt. Grundsätzlich kann ein Anti-Guerillakrieg nicht militärisch gewonnen, sondern der Konflikt nur politisch, durch teilweises oder völliges Nachgeben gegenüber den Zielen der Volksbewegung, gelöst werden.

Beispiele von Guerillakriegen


- der 30-jährige Unabhängigkeitskampf der kubanischen Mambises gegen die spanische Kolonialherrschaft 1868-1898 war in seinen militärischen Phasen Guerillakrieg und endete mit der Besetzung Kubas durch die USA.
- der dreijährige kubanische Revolutionskrieg gegen den Diktator Fulgencio Batista 1956-1959 endete mit der Flucht des Diktators und führte zu einer kubanischen Revolutionsregierung.
- der achtjährige algerische Unabhängigkeitskrieg gegen die französische Kolonialherrschaft 1954-1962 endete mit der Gründung der Demokratischen Volkrepublik Algerien.
- der Krieg des vietnamesischen Volkes gegen japanische Besatzung, französische Kolonialmacht und später gegen US-amerikanische Besatzungstruppen 1941-1973 endete mit der Errichtung eines sozialistischen Staates.
- Der Guerillakampf der Gruppe um Che Guevara in Bolivien scheiterte 1967 an der fehlenden Unterstützung durch die Bevölkerung.

Guerilla und Partisanenkrieg

siehe Artikel Partisan Das Wort Partisan stammt aus dem Italienischen, während Guerilla spanischen Ursprungs ist. Militärisch gesehen handelt es sich um Synonyme. Die in Europa gegen die faschistische Besatzung kämpfenden irregulären Einheiten werden als Partisanen bezeichnet, während die Befreiungskämpfer der antikolonialen Bewegungen nach dem 2. Weltkrieg in der Regel Guerilla benannt werden.

Literatur


- Carl von Clausewitz: Vom Kriege. Potsdam 1832 (postum hgg. von Marie von Clausewitz, zahlreiche Auflagen)
- T. E. Lawrence: The Seven Pillars of Wisdom. 1926
- Ernesto „Che“ Guevara: Ausgewählte Werke in Einzelausgaben Band 1; Guerillakampf und Befreiungsbewegung. ISBN 3-89144-004-9
- Mao Tse-Tung: Ausgewählte Werke. Band I, S. 209–291 (Strategische Probleme des revolutionären Krieges in China) und II, S. 83–222 (Strategische Probleme des Partisanenkriegs gegen die japanische Aggression), 1968, Verlag für fremdsprachige Literatur
- Hans von Dach: Der totale Widerstand. Kleinkriegsanleitung für jedermann. 1958 [in der Bundesrepublik Deutschland beschlagnahmt]

Siehe auch


- Partisan, Stadtguerilla
- Liste militärischer Taktiken
- Kombattant
- Terrorismus Kategorie:Kriegsart Kategorie:Kriegs- und Gefechtsführung Kategorie:Politischer Widerstand Kategorie:irregulärer Verband ja:ゲリラ ms:Gerila

Lateinamerika

Der Begriff Lateinamerika, auch Iberoamerika, bezeichnet die amerikanischen Länder südlich der USA und umfasst den Bereich von Südamerika, Mittelamerika, Mexiko, und der Karibik. Die Völker dieser Region, in denen die englische Sprache vorherrscht (z.B. Jamaika, Belize, Guyana) werden häufig aus dieser Zuordnung ausgeschlossen. Normalerweise bezieht sie sich nur auf die Länder, in denen das Spanische und Portugiesische (Sprachen, die mit dem Lateinischen verwandt sind) vorherrschen. Im Gegensatz dazu spricht man von Nordamerika auch von Angloamerika.

Etymologie

Lateinamerika erstreckt sich vom Rio Grande del Norte bis zum Kap Hoorn. Im Westen begrenzt der Pazifik, im Osten der Atlantik den Erdteil. Dieser umfasst Mexiko, Mittel- und Südamerika und wurde vornehmlich von romanischen Völkern geprägt. Buchstäblich betrachtet könnte man eigentlich erwarten, dass der Begriff Kulturen und Regionen in Amerika bezeichnet, die in Bezug zu romanischen Sprachen stehen, da diese ihrerseits vom Latein abstammen. Aber französisch sprechende Bereiche Amerikas, wie Québec und Akadien in Kanada, sowie Haiti, gelten gerade nicht als Teil von Lateinamerika. Gleichwohl wurde die Bezeichnung "Lateinamerika" zuerst während der französischen Besetzung von Mexiko (1862-1867) vorgeschlagen, als Napoleon III. Erzherzog Maximilians Interessen unterstützte, Kaiser von Mexiko zu werden. Die Franzosen hofften, dass ein umfassender Begriff vom "lateinischen" Amerika ihre Absichten unterstützen werde. Die Mexikaner vertrieben schließlich wohl die Franzosen, aber die Ironie der Geschichte wollte es, dass sie die "Latein"-bezeichnung als Spur hinterließen. Die Alternativbezeichnung Iberoamerika wird zuweilen gebraucht, um die Beziehungen der Völker zu ihren auf der iberischen Halbinsel gelegenen früheren Kolonialmächten Spanien und Portugal auszudrücken.

Lateinamerikanische Länder

Mittelamerika


- Costa Rica
- El Salvador
- Guatemala
- Honduras
- Mexiko (geographisch oft auch zu Nordamerika gerechnet)
- Nicaragua
- Panama

Karibik


- Dominikanische Republik
- Kuba
- Puerto Rico

Südamerika


- Argentinien
- Bolivien
- Brasilien
- Chile
- Ecuador
- Kolumbien
- Paraguay
- Peru
- Uruguay
- Venezuela Spanien und Portugal werden auch die Mutterländer Lateinamerikas genannt.

Religion

Der größte Teil der Bevölkerung Lateinamerikas ist Römisch-katholischen Glaubens, jedoch gibt es auch Protestanten, in Kuba existieren auch Santería und Macumba. Die Religion spielt sehr oft eine große Rolle für die Menschen.

Literatur


- Winter, J.; Scharmanski, A.: Sind die Andenstaaten unregierbar? Ursachen der politischen Krise in Bolivien, Ecuador und Peru, in: Zeitschrift Entwicklungspolitik 14/2005, Frankfurt/M., S. 30-34
- H. Miller Bailey; A.P. Nasatir: Lateinamerika. Von Iberischen Kolonialreichen zu autonomen Republiken, Zürich, 1969
- Bundeszentrale für politische Bildung (Hrsg.): Lateinamerika I. Geschichte - Wirtschaft - Gesellschaft, Reihe: Informationen zur zur politischen Bildung, Heft 226 und 244 ([http://www.bpb.de/publikationen/02087139891746602090001778419203,0,0,Lateinamerika_I.html online])
- CeLA-Arbeitshefte des Centro Latinoamericano (CeLA) der Universität Münster ([http://www.uni-muenster.de/CeLA/publik/Ah/Arbhefte.htm online, PDF])

Siehe auch


- Portal: Südamerika
- Portal: Mittelamerika
- Dokumentationszentrum_Menschenrechte_in_Lateinamerika
- Barriadas

Weblinks


- [http://www.lateinamerikanachrichten.de/ Lateinamerika Nachrichten - Die Monatszeitschrift zu Lateinamerika]
- [http://www.lateinamerika-links.de/ Lateinamerika-Links.de - Links zu Lateinamerika, Spanien und Portugal]
- [http://www.drittewelt.de/lateinamerika.shtml Lateinamerika Medienportal]
- [http://www.npla.de/poonal/archiv.html Poonal - Nachrichtenarchiv]
- [http://www.ila-web.de/ ila - Informationsstelle Lateinamerika]
- [http://www.matices.de/ matices - Zeitschrift zu Lateinamerika, Spanien und Portugal]
- [http://www.alolatino.de/ alolatino.de - el portal latino :: Portal zu Lateinamerika, Spanien]
- [http://www.fdcl-berlin.de/ FDCL - Forschungs- und Dokumentationszentrum Chile-Lateinamerika]
- [http://www.cibera.de/ cibera - Virtuelle Fachbibliothek Ibero-Amerika / Spanien / Portugal]
- [http://www.uni-muenster.de/CeLA/index1.htm Centro Latinoamericano (CeLA) der Uni Münster] Kategorie:Lateinamerika Kategorie:Südamerika Kategorie:Mittelamerika ja:ラテンアメリカ ko:라틴아메리카 simple:Latin America th:ละตินอเมริกา zh-min-nan:Latin Bí-chiu

1990

Ereignisse

Jahreswidmungen


- 1990 ist „Internationales Jahr der Literatur“
- Der Pirol (Oriolus oriolus) ist Vogel des Jahres (NABU/Deutschland)
- Die Buche (Fagus sylvatica) ist Baum des Jahres (Kuratoriums Baum des Jahres/Deutschland)
- Die Pyramiden-Hundswurz (Anacamptis pyramidalis) ist Orchidee des Jahres (Arbeitskreis Heimische Orchideen/Deutschland)

Januar


- 1. Januar: Arnold Koller wird Bundespräsident der Schweiz
- 2. Januar: Der Kunstpreis der Wolf-Stiftung geht dieses Jahr an den Maler Anselm Kiefer
- 7. Januar: Der Schiefe Turm von Pisa wird aus Sicherheitsgründen für Besucher gesperrt
- 15. Januar: Wendezeit in der DDR. Demonstranten stürmen die Berliner Stasi-Zentrale. Die dabei sichergestellten Akten arbeitet bis heute die BStU auf
- 20. Januar: Militärintervention in Baku
- 26. Januar: Die Deutsche Terminbörse nimmt als erste neue Börse nach dem 2. Weltkrieg den Handel auf

Februar


- 2. Februar: UdSSR: Das Zentralkomitee der KPdSU gibt das Machtmonopol der Partei auf
- 3. Februar: Bulgarien. Andrej Lukanov wird Ministerpräsident
- 5. Februar: Wendezeit in der DDR: Das Wahlbündnis Allianz für Deutschland wird geschlossen. Acht Vertreter des Zentralen Runden Tisches (darunter Wolfgang Ullmann, Rainer Eppelmann, Matthias Platzeck, Tatjana Böhm) werden in die Regierung Modrow aufgenommen
- 11. Februar: Die bedingungslose Freilassung Nelson Mandelas markiert den Anfang vom Ende der Apartheid
- 15. Februar: Im Celler Prozess gegen die – neben Karl Koch – am KGB-Hack beteiligten DOB, Pedro und ein Hacker namens Urmel wird das Urteil gesprochen. Sie werden zu Freiheitsstrafen auf Bewährung zwischen 2 Jahren und 14 Monaten verurteilt
- 16. Februar: Der SWAPO-Politiker Sam Nujoma wird zum ersten Präsidenten des unabhängigen Namibia gewählt

März


- 11. März: Litauen erklärt sich für unabhängig
- 11. März: Komoren. Said Mohamed Djohar wird zum Staatspräsident gewählt
- 14. März: Michail Gorbatschow wird zum Präsidenten der UdSSR gewählt
- 18. März: Erste freie Wahl zur Volkskammer in der DDR
- 18. März: Zwölf Gemälde im Gesamtwert 100 Million US-Dollar, werden von zwei Dieben, die als Polizisten verkleidet waren, aus dem Isabella-Stewart-Gardner-Museum in Boston, Massachusetts, gestohlen. Das ist der größte Kunstraub in der Geschichte der USA
- 21. März: Mit Nujomas Vereidigung als Staatspräsident durch UN-Generalsekretär Pérez de Cuéllar wird Namibias Unabhängigkeit vollzogen
- 21. März: Lee Teng-huis wird Präsident der Nationalversammlung in Taiwan
- 24. März: Islam Karimow wird Staatspräsident in Usbekistan
- 25. März: Erste demokratische Wahlen seit mehr als 40 Jahren in Ungarn
- 27. März: Der nach Kuba sendende US-amerikanische Fernsehsender TV Martí nimmt seinen Betrieb auf
- 30. März: Estland erklärt sich zur Republik

April


- 1. April: Start der privaten Lokalsender in Nordrhein-Westfalen. Als Erster geht Radio Duisburg auf Sendung
- 3. April: Bulgarien. Petar Mladenov wird Präsident
- 5. April: 18 Tage nach den ersten freien Wahlen zur Volkskammer der DDR konstituiert sich diese und wählt Sabine Bergmann-Pohl zu ihrer Präsidentin
- 9. April: Einführung des Mehrparteiensystems in Nepal
- 12. April: Lothar de Maizière wird erster (und letzter) demokratisch gewählter Ministerpräsident der DDR
- 12. April: In Hardegg (Niederösterreich) wird der Grenzübergang über die Thayabrücke Hardegg – Čížov in die ČSFR eröffnet
- 23. April: Namibia wird Mitglied bei den Vereinten Nationen
- 23. April: Bürgerbefragung in Karl-Marx-Stadt: 76 % entscheiden sich für die alte Stadtbezeichnung „Chemnitz
- 24. April: Nursultan Nasarbajew wird Staatspräsident von Kasachstan
- 25. April: Oskar Lafontaine wird bei einem Attentat lebensgefährlich verletzt

Mai


- 4. Mai: Lettland erklärt seine Unabhängigkeit
- 5. Mai: Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten: In Bonn beginnt die erste Runde der Zwei-plus-Vier-Gespräche
- 10. Mai: Kulturabkommen zwischen Deutschland und Vietnam. In Kraft seit dem 6. März 1991
- 18. Mai: Theo Waigel und Walter Romberg unterzeichnen den Deutsch-Deutschen Staatsvertrag zur Bildung einer Wirtschafts-, Sozial- und Währungsunion
- 22. Mai: Die Vereinigung der beiden jemenitischen Staaten, der Arabischen Republik Jemen und der Volksrepublik Jemen, wird vollzogen
- 23. Mai: Gabun. Der ungeklärte Tod des Oppositionspolitikers Joseph Rendjambe löst Unruhen und Tumulte in Libreville und Port Gentil aus
- 23. Mai: Kulturabkommen zwischen Deutschland und Ruanda. In Kraft seit dem 2. April 1991
- 25. Mai: Parlamentswahlen in Myanmar
- 29. Mai: Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und Bangladesch
- 29. Mai: Ein Abkommen zur Errichtung der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBWD) wird unterzeichnet
- 30. Mai: Neue Verfassung in Schleswig-Holstein tritt in Kraft
- 30. Mai: Frankreich verhängt in Folge des Auftretens von BSE ein Importverbot für alle britischen Rindfleisch-Produkte
- 31. Mai: Kulturabkommen zwischen Deutschland und Singapur. In Kraft seit dem 23. August 1991

Juni


- 1. Juni: Karl-Marx-Stadt wird in Chemnitz rückbenannt, nachdem in einer Befragung 76 % der Bürger für den alten Namen gestimmt hatten
- 6. Juni: Susanne Albrecht wird – als erste der ausgestiegenen und mit neuer Identität in der DDR lebenden RAF-Terroristen – in Ost-Berlin festgenommen
- 11. Juni: DDR-Regierungschef Lothar de Maizière besucht offiziell die USA und hat eine Begegnung mit Präsident George H. W. Bush
- 13. Juni: Der endgültige Abriss der Berliner Mauer beginnt
- 17. Juni: In der Bundesrepublik Deutschland letztmalig arbeitsfreier Nationalfeiertag, seither nur noch nationaler Gedenktag
- 19. Juni: Das Schengener Abkommen wird von den Benelux-Staaten, Deutschland und Frankreich unterzeichnet
- 20. Juni: Die EWG und die EFTA beginnen Verhandlungen über die Schaffung des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR)
- 22. Juni: Während in Berlin die zweite Runde der Verhandlungen zum Zwei-plus-Vier-Vertrag beginnt, wird der Checkpoint Charlie abgebaut
- 23. Juni: Souveränitätserklärung der Republik Moldau
- 28. Juni: Die KSZE-Menschenrechtskonferenz in Kopenhagen einigt sich darauf, demokratische Grundprinzipien wie freie Wahlen und Mehrparteiensystem festzuschreiben
- 29. Juni: Mit der Aktualisierung des Montreal-Protokolls während der Ozonschichtschutz-Konferenz in London wird beschlossen, die Herstellung von Fluorchlorkohlenwasserstoffen (FCKW) bis zum Jahr 2000 weltweit zu beenden

Juli


- 1. Juli: In der DDR löst mit Inkrafttreten der Wirtschafts-, Währungs- und Sozialunion der beiden deutschen Staaten die D-Mark die Mark der DDR als gesetzliches Zahlungsmittel ab
- 1. Juli: Aufhebung der Beschränkung des Warenverkehrs zwischen Australien und Neuseeland
- 14. Juli: Der bayerische Schauspieler Walter Sedlmayr (Theodor Hirneis oder Wie man ehem. Hofkoch wird, Polizeiinspektion 1) wird ermordet aufgefunden
- 19. Juli: Das Bundesverfassungsgericht beurteilt unterschiedliche Kündigungsfristen für Arbeiter und Angestellte als unvereinbar mit dem Grundgesetz
- 21. Juli: Roger Waters gibt auf dem Potsdamer Platz in Berlin das bislang größte Konzert in der Geschichte der Rockmusik (The Wall)
- 22. Juli: Die Volkskammer der DDR beschließt das Ländereinführungsgesetz

August


- 1. August: Bulgarien. Schelju Schelew wird Staatspräsident
- 2. August: Zweiter Golfkrieg: Irakische Truppen marschieren in Kuwait ein
- 3. August: Souveränitätserklärung Armeniens
- 6. August: Zweiter Golfkrieg: Die Vereinten Nationen veranlassen mit der Resolution 661 Wirtschaftssanktionen gegen den in Kuwait einmarschierten Irak
- 10. August: Sondergipfel der Arabischen Liga nach irakischem Einmarsch in Kuwait
- 10. August: Die Raumsonde Magellan tritt nach 15-monatiger Reise in die Umlaufbahn der Venus ein
- 22. August: São Tomé und Príncipe gibt sich eine neue Verfassung
- 23. August: Die Ost-Berliner Volkskammer stimmt für den Beitritt der DDR zur Bundesrepublik Deutschland
- 24. August: Die Werchowna Rada (Oberster Rat), das Parlament der Ukraine, erklärt die Unabhängigkeit des Landes
- 29. August: Das Atom-Testgeländes bei Semipalatinsk, Kasachstan, wird geschlossen
- 31. August: Auf dem Weg zur Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten wird in Berlin der Einigungsvertrag unterzeichnet
- August: Ein Friedensabkommen beendet nach 15 Jahren den libanesischen Bürgerkrieg

September


- 10. September: Bei einem Treffen in Jakarta einigen sich Vertreter der Parteien Kambodschas auf die Annahme des UN-Friedensplanes
- 10. September: Die Basilika Notre-Dame de la Paix in Yamoussoukro, Elfenbeinküste, die größte christliche Kirche der Welt, wird geweiht
- 12. September: Auf dem Weg zur Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten wird in Moskau der Zwei-plus-Vier-Vertrag unterzeichnet
- 13. September - Deutschland und die Sowjetunion vereinbaren einen Kooperations- und Nichtangriffsvertrag mit 20 Jahren Laufzeit.
- 14. September: Das weltweite Human Genome Project zur Entschlüsselung des menschlichen Genoms wird gegründet
- 18. September: Liechtenstein wird Mitglied bei den Vereinten Nationen
- 19. September: Der Palast der Republik wird wegen Asbestbelastung geschlossen
- 24. September - Die DDR tritt aus dem Warschauer Pakt aus.
- 27. September - In Berlin vereinigen sich die west- und ostdeutschen Sozialdemokraten. Der Vorsitzende der Ost-SPD, Wolfgang Thierse, wird auf dem Parteitag Stellvertretender Vorsitzender der Gesamt-SPD.

Oktober


- Oktober: in Bordeaux wird eine hervorragende Wein-Ernte eingebracht
- 3. Oktober: Mit dem Beitritt der der Gebiete der DDR samt Ost-Berlins zum zum Geltungsbereich des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland wird die Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten vollzogen. Damit enden die Reste der Alliierten Vorbehaltsrechte bezüglich Gesamtdeutschland und Berlin als Folge des Zweiten Weltkriegs – Deutschland wird vollends souverän. Erstmalig ist der 3. Oktober als Tag der Deutschen Einheit auch gesamtdeutscher Nationalfeiertag, wodurch die Bürger der alten Bundesrepublik Deutschland in diesem Jahr – neben dem 17. Juni – einmalig zwei Nationalfeiertage begehen
- 12. Oktober: Ägypten. Ermordung des Präsidenten der Volksversammlung Dr. Refaat Al-Mahgoub
- 12. Oktober: Wolfgang Schäuble, deutscher Bundesminister des Innern, wird bei einem Schussattentat schwer verletzt
- 14. Oktober: Im vereinten Deutschland tritt das von der Volkskammer der DDR am 22. Juli beschlossene Ländereinführungsgesetz in Kraft. In den Neuen Ländern finden Wahlen zu den Landesparlamenten statt. Dabei wird im Landtag Mecklenburg-Vorpommerns, Sachsens, Sachsen-Anhalts und Thüringens die CDU stärkste Partei, in den Wahlen zum Brandenburger Landtag die SPD
- 21. Oktober: In einem Treibnetz wird – als sechstes Exemplar überhaupt – ein Riesenmaulhai gefunden und – mit Sendern versehen – tags darauf wieder freigelassen
- 22. Oktober: Handelsabkommen zwischen der EU und Rumänien
- 22. Oktober: Souveränitätserklärung von Turkmenistan
- 25. Oktober: Kasachstan erklärt seine Souveränität innerhalb der UdSSR; im darauffolgenden Jahr wird es ein unabhängiger Staat
- 27. Oktober: Saparmurat Nijasow wird Staatspräsident von Turkmenistan

November


- 6. November: Das 9. Zusatzprotokoll der Europäischen Menschenrechtskonvention, das jedem Bürger ermöglicht, sich persönlich an den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte zu wenden, wird vorgelegt
- 9. November: Demokratische Verfassung in Nepal
- 9. November: Die Sowjetunion und Deutschland unterzeichnen den „Vertrages über gute Nachbarschaft, Partnerschaft und Zusammenarbeit“
- 11. November: Der UN-Sicherheitsrat verabschiedet die Resolution 678 (der Irak soll sich bis zum 15. Januar 1991 aus Kuwait zurückziehen)
- 14. November: Unterzeichnung des Deutsch-Polnischen Grenzvertrags zwischen Deutschland und Polen
- 19. November: OSZE-Gipfeltreffen in Paris
- 29. November: Ägypten. Neuwahlen zur Volksversammlung

Dezember


- 2. Dezember: Bei der Bundestagswahl 1990, der ersten gesamtdeutschen, wird die Regierung von Helmut Kohl im Amt bestätigt
- 5. Dezember: Bangladesch. Sturz des Präsidenten Hussain Mohammed Ershad
- 7. Dezember: Mit dem Inkrafttreten des Stromeinspeisegesetzes in Deutschland wird die Stromerzeugung durch erneuerbare Energiequellen politisch deutlich unterstützt
- 11. Dezember: Nach einem Referendum tritt die neue Verfassung in Benin in Kraft
- 15. Dezember: Souveränitätserklärung Kirgisistans
- 17. Dezember: In Albanien wird ein Mehrparteiensystem eingeführt
- 19. Dezember: Bulgarien. Bildung der Regierung unter Dimitar Popov
- 19. Dezember: Die Raketensondierungen in Zingst werden aus Sicherheitsgründen vorläufig eingestellt
- 20. Dezember: Der erste gesamtdeutsche Bundestag tritt zu einer konstituierenden Sitzung in Berlin zusammen
- Ford kauft Jaguar

Kultur


- 5. Mai: Uraufführung des musikalischen Dramas Das verratene Meer von Hans Werner Henze in Berlin
- 24. August: Die Diddl-Maus wird von Thomas Goletz erstmals skizziert
- 1. Oktober: Kulturabkommen zwischen Deutschland und Guatemala. In Kraft seit dem 23. April 1992
- 30. Oktober: Uraufführung der Oper Der Tulifant von Gottfried von Einem in Wien

Katastrophen


- 13. Januar: Nahe Perwouralsk, Russland. Bei einer Tupolew Tu-134 der Aeroflot auf dem Weg von Tjumen nach Ufa ließ ein Brand in einem Frachtabteil Triebwerke und Elektrik ausfallen. Beim folgenden Absturz verloren 27 der 71 Insassen ihr Leben
- 25. Januar: New York, USA. Einer Boeing 707 der kolumbianischen Luftfahrtgesellschaft Avianca ging beim Anflug auf den John F. Kennedy International Airport der Treibstoff aus und sie stürzte während der Landung ab. 73 Menschen starben, 74 wurden gerettet
- 14. Februar: Bangalore, Indien. Ein Airbus A320 der Indian Airlines sank beim Landeanflug zu schnell und stürzte ab. 92 Menschen starben, 54 wurden gerettet
- 26. Februar: Der Orkan Wiebke tobt in der Nacht vom 26. auf den 27. Februar mit Böen der Windstärke 9 bis 10 über Süddeutschland und richtet dabei Millionenschäden an. Auf dem Jungfraujoch in der Schweiz werden Windgeschwindigkeiten von 285 km/h gemessen. Wiebke wird erst als „Jahrhundertereignis“ eingestuft, erweist sich jedoch später als eines von vielen schweren Unwettern über Deutschland. Die deutsche Küste erlebt in der Zeit vom 26. bis zum 28. Februar zwei Sturm-, zwei Orkanfluten und eine Windflut
- 5. Mai: Guatemala-Stadt, Guatemala. Eine Frachtmaschine Douglas DC-6 stürzte auf die Stadt. 24 Personen starben
- 11. Mai: Bei Lohr am Main, Deutschland verunglückte eine C-160 Transall der Deutschen Luftwaffe. 10 Menschen starben
- 20. Juni: Erdbeben der Stärke 7,7 im Iran, 40.000 bis 50.000 Tote
- 1. Juli: Schwere Unwetter mit grossen Hagelschäden in der Oststeiermark (Raum Hartberg)
- 16. Juli: Erdbeben der Stärke 7,8 auf Luzon, Philippinen, 1.621 Tote
- 1. August: Eine aus Eriwan, Armenien kommende Jakowlew Jak-40 der Aeroflot prallte beim Anflug auf Stepanakert, Nagorny-Karabach bei schlechter Sicht gegen einen Berg. Keiner der 47 Insassen überlebte
- 10. August: Eine Antonow An-12 der Afghanischen Luftwaffe verunglückte kurz nach dem Start bei Shindand, im Westen Afghanistans. Alle 83 Insassen starben
- 29. August: Ramstein Air Base, Deutschland. Ein Militärtransporter vom Typ Lockheed C-5A Galaxy der US Air Force stürzte unmittelbar nach dem Start ab. Es starben 13 der 17 Besatzungsmitglieder
- 11. September: Nord-Atlantik. Bei einem Überführungsflug von Malta nach Peru via Island stürzte eine Boeing 727 der peruanischen Faucett vor Neufundland, Kanada ins Meer. Alle 18 Insassen kamen dabei um
- 2. Oktober: Baiyun, Volksrepublik China. Während der Notlandung einer