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Puntland
Puntland ist bzw. war ein am 23. Juli 1998 einseitig als "souverän" erklärter Staat in Somalia. Er umfasst das so genannte Horn von Afrika, also den Nordosten von Somalia. Hauptstadt ist Garoowe. Der Staat wurde bislang international nicht anerkannt und gehört völkerrechtlich weiterhin zu Somalia. Im engeren Sinne umfasst der Teilstaat nur die drei somalischen Provinzen Bari (mit Bosasso), Nugaal (mit Garoowe) und Mudug (mit Galcaio).
Die Namensgebung ist abgeleitet vom sagenhaften Goldland Punt altägyptischer Überlieferungen, das sich am Horn von Afrika befunden haben könnte.
Heimatregion des Abdullahi Yussuf Ahmad
Die Separat-Republik war im Bürgerkrieg 1998 von dem ehemaligen Oberst Abdullahi Yusuf Ahmed gegründet worden. 1997 bis 2000 saß Yussuf in einem instabilen Staatsrat mit Mogadischus "Präsident" Ali Mahdi Mohammed, den er zuvor bekämpft hatte. Als es in Puntland wegen geforderter Neuwahlen 2001 zur Konfrontation zwischen "Präsident" Yussuf und dem "Senat" des "Staates" kam, ersetzte letzterer den "Präsidenten" am 14. November 2001 durch dessen schärfsten innenpolitischen Gegner Jama Ali Jama aus Bosasso (in Nord-Puntland). Hinter diesem Machtkampf stand die anno 2000 in Mogadischu gebildete Übergangsregierung Somalias, die einen Zweifrontenkrieg gegen ein Bündnis der Puntland-Separatisten mit oppositionellen Warlords in Südwestsomalia verhindern wollte. Nur eine Woche später kehrte Yussuf, der sich zunächst nach Galcaio (in Süd-Puntland) zurückgezogen hatte, an der Spitze loyaler Truppen in die "Hauptstadt" zurück und erklärte sich zum Gegen-"Präsidenten".
Äthiopisches Eingreifen in den Bürgerkrieg
Möglich wurde das durch direkte Waffenhilfe einiger Tausend Äthiopier, die von Addis Abeba zur Verstärkung im Kampf gegen die somalische Übergangsregierung geschickt worden waren. Bereits 1996 hatte Äthiopien mit Truppen in den somalischen Bürgerkrieg eingegriffen, 1997 das südwestsomalische Luuq (Lugh) besetzt und 1998 die Abspaltung "Puntlands" überhaupt erst ermöglicht. Bis Ende 2002 verhalfen die Äthiopier sowohl Yussuf zum vollständigen Sieg über Jama (Eroberung Bosassos im Mai 2002) als auch den Rebellen der Rahanwayn Resistance Army (RRA) unter Hassan Mohammed Nur Shatigudad bei der Eroberung Baidoas im Landessüden. 2003 stimmte Jamas Stellvertreter und Nachfolger einem Waffenstillstand, Yussuf im Gegenzug dazu einer Machtteilung zu. Da sich Jama aber vorübergehend in die eigentlich schon außerhalb Puntlands liegende Grenzregion Sanaaq zurückgezogen hatte, kam es Anfang 2004 auch zur bewaffneten Konfrontation mit Somaliland entlang der Grenze zwischen beiden abtrünnigen Republiken. Auch der Grenzverlauf zwischen Mogadischu und Garoowe ist nicht genau definiert.
Wiedervereinigung mit Somalia
Auf einer gesamtsomalischen Friedenskonferenz in Kenia (ohne Teilnahme Somalilands) söhnte sich Ende 2004 aber die Übergangsregierung mit den meisten Warlords aus, neuer Präsident Somalias wurde ausgerechnet Abdullahi Yussuf Ahmad. Die Sezession Puntlands endete damit vorläufig, die Region strebt aber weiterhin nach Autonomie.
Kategorie:Somalia
Kategorie:Geschichte (Somalia)
Kategorie:Äthiopien
Kategorie:Geschichte (Äthiopien)
ja:プントランド
1998
Jahreswidmungen
- Das Schweinsohr (Gomphus clavatus) ist Pilz des Jahres (Deutsche Gesellschaft für Mykologie)
- Die Feldlerche (Alauda arvensis) ist Vogel des Jahres (NABU/Deutschland)
- Die Wildbirne (Pyrus commúnis) ist Baum des Jahres (Kuratoriums Baum des Jahres/Deutschland)
- Die Sumpf-Stendelwurz (Epipactis palustris) ist Orchidee des Jahres (Arbeitskreis Heimische Orchideen/Deutschland)
- Die Unke (Bombina) ist Tier des Jahres (Schutzgemeinschaft Deutsches Wild)
Politik
- 1. Januar: Flavio Cotti wird Bundespräsident der Schweiz
- 1. Januar: Deutschland. Der Beschluss über die Abschaffung der Gewerbekapitalsteuer tritt in Kraft
- 1. Januar: Deutschland. Der Solidaritätszuschlag wird von 7,7 auf 5,5 Prozent gesenkt
- 1. Januar: Honduras. Carlos Roberto Flores Facussé tritt sein Amt als Staats- und Regierungschef an
- 1. Januar: Malediven. Die neue Verfassung tritt in Kraft
- 1. Januar: Kooperationsabkommen zwischen Mazedonien und der EU
- 2. Januar: Ausbruch der Vogelgrippe in Hongkong
- 4. Januar: Israel. Außenminister David Levi tritt zurück
- 4. Januar: Valdas Adamkus wird Staatspräsident in Litauen
- 7. Januar: Ottawa, Kanada. Der Rechtsanspruch der Ureinwohner auf das von ihnen bereits vor der Ankunft der Europäer besiedelte Land wird von Obersten Gericht bestätigt
- 11. Januar: Kuba. Direktwahlen zur Nationalversammlung
- 16. Januar: Die Präsidenten der USA, Estlands, Lettlands und Litauens unterzeichnen die „US-Baltic Charter of Partnership“
- 16. Januar: Bundestag genehmigt Lauschangriff
- 21. Januar: Papst Johannes Paul II. besucht Kuba
- 23. Januar: Volksrepublik China. Methangas-Explosion in einer Kohlegrube in der Provinz Liaoning. 80 Tote
- 29. Januar: Kanada, Japan, Russland, USA sowie die Mitgliedsstaaten der europäischen ESA schließen den Vertrag über den Bau der internationalen Raumstation ISS
- 1. Februar: Costa Rica. Miguel Anguel Rodriguez Echeverría wird Staats- und Regierungschef
- 1. Februar: Litauen. Assoziierungsvertrag mit der EU
- 3. Februar: Armenien. Staatspräsident Lewon Ter-Petrosjan tritt zurück
- 4. Februar: Schweres Erdbeben in Afghanistan. Etwa 4.500 Tote
- 5. Februar: Deutschland. Bundespräsident Roman Herzog auf Staatsbesuch in der Ukraine
- 6. Februar: Korsika, Frankreich. Der Präfekt Claude Erignac wird auf der Straße erschossen
- 9. Februar: Georgien. Zweites Attentat auf Eduard Schewardnadse
- 10. Februar: Die Todesstrafe in Aserbaidschan wird abgeschafft
- 14. Februar: Japan. Schwere Grippewelle. Etwa 16.000 Schulen werden vorsichtshalber geschlossen
- 21. Februar: „Weimarer Dreiecks“-Gipfel zwischen H.Kohl, J.Chirac und A.Kwasniewski
- 24. Februar: Laos. Khamtay Siphanedone wird Staatspräsident
- 28. Februar: Eskalation der Lage im Kosovo
- 1. März: Kooperationsabkommen zwischen Tunesien und der EU
- 1. März: Das Partnerschafts- und Kooperationsabkommen zwischen Deutschland und der Ukraine tritt in Kraft
- 4. März: Israel. Staatspräsident Ezer Weizman wird in seinem Amt bestätigt
- 6. März: Jyväskylä, Finnland. Entgleisung eines Personenzugs. 11 Tote, 40 Verletzte
- 10. März: Chile. General Augusto Pinochet Ugarte legt sein Amt als Oberkommandierender des Heeres nieder
- 10. März: Indonesien. Hadji Mohamed Suharto wird zum 6. Mal als Staats- und Regierungschef bestätigt
- 10. März: Kulturabkommen zwischen Deutschland und Südafrika. In Kraft seit dem 10. Januar 2000
- 11. März: Dänemark. Ministerpräsident Poul Nyrup Rasmussen wird in seinem Amt bestätigt
- 13. März: Kap Verde. Währungsabkommen mit Portugal
- 14. März: Tiflis, Georgien. Besuch des türkischen Regierungschefs Mesut Yilmaz
- 15. März: Sofia, Bulgarien. Besuch von Papst Johannes Paul II.
- 17. März: Volksrepublik China. Zhu Rongji wird Ministerpräsident. Staatspräsident Jiang Zemin wird in seinem Amt bestätigt
- 17. März: Der Ausnahmezustand in Sambia wird aufgehoben
- 19. März: Indien. Atal Behari Vaipayee wird Premierminister
- 24. März: Bangladesch. Ein Zyklon vernichtet mehrere Dörfer. Über 250 Tote, etwa 3.000 Verletzte
- 25. März: Argentinien. Aufhebung der Amnestiegesetze von 1987
- 25. März: Kirgisistan. Kubanischbek Schumalijew wird neuer Regierungschef
- 30. März: Rückkehr von Prinz Ranariddh aus dem Exil nach Kambodscha
- 31. März: Beginn der Verhandlungen über Estlands EU-Beitritt
- 1. April: Bolivien, Ecuador, Kolumbien, Peru und Venezuela unterzeichnen einen Vertrag zur besseren Zusammenarbeit und Drogenbekämpfung
- 1. April: Botswana. Staatspräsident Quett Ketumile Joni Masire tritt im Alter von 72 Jahren zurück. Neuer Staatspräsident wird Festus Gontobanye Mogae
- 1. April: Deutschland. Fusion der Stahlkonzerne Thyssen und Krupp-Hoesch
- 4. April: Iran. Ein durch starke Regenfälle ausgelöster Erdrutsch im Südwesten tötet etwa 120 Menschen
- 5. April: Japan. Die längste Hängebrücke mit 3.911 m wird eröffnet
- 9. April: Armenien. Robert Kotscharjan wird Staatspräsident
- 10. April: Mehrparteiengespräche zwischen Großbritannien und Irland
- 15. April: Tod von Pol Pot in Kambodscha
- 18. April: Volksrepublik China. Regimekritiker Wang Dan wird aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig aus der Haft entlassen
- 18. April: Großbritannien schließt Friedensabkommen mit der IRA
- 19. April: Dr. Thomas Klestil wird im Amt als Bundespräsident in Österreich bestätigt
- 20. April: Auflösung der Rote Armee Fraktion
- 22. April: Konkordat zwischen dem Heiligen Stuhl und Sachsen-Anhalt
- 23. April: Belgien. Ausbruch des mutmaßlichen Kindermörders Marc Dutroux aus dem Gefängnis
- 24. April: Ruanda. 22 Todesurteile werden öffentlich vollstreckt
- 26. April: Guatemala-City, Guatemala. Bischof Juan Gerardi Conedera wird ermordet
- 28. April: Japan und die USA unterzeichnen ein neues Sicherheitsabkommen
- 29. April: Das Kyoto-Protokoll über die Klimaänderungen wird unterzeichnet
- 30. April: Friedensabkommen für Nordirland
- 4. Mai: Armenien. Außenminister Wartan Oskanjan besucht Deutschland
- 4. Mai: Deutschland. Der armenische Außenminister Wartan Oskanjan trifft zu einem Besuch in Bonn ein
- 4. Mai: Indonesien. Die Energiepreise werden um bis zu 70 Prozent erhöht. Die Folge sind Krawalle und Unruhen
- 6. Mai: Alois Estermann zum Kommandanten der Schweizergarde gekürt und zehn Stunden später ermordet
- 7. Mai: London, Großbritannien. Bekanntmachung der Fusion von Chrysler und Daimler
- 9. Mai: Algier, Algerien. Explosion einer Bombe in einem Café. 17 Verletzte
- 11. Mai: Indien. Unterirdische Atomtests
- 12. Mai: Grenzstreit zwischen Eritrea und Äthiopien
- 12. Mai: Eritrea. Gefechte um den Grenzverlauf zu Äthiopien
- 13. Mai: Indien. Unterirdische Atomtests
- 15. Mai: Benin. Staatspräsident Mathieu Kérékou übernimmt auch den Posten des Regierungschefs
- 21. Mai: Indonesien Rücktritt des Präsidenten Suharto
- 22. Mai: Algerien. Bombenanschlag in El Harrach. 15 Tote
- 24. Mai: Parlamentswahlen in Senegal
- 26. Mai: Rahmenabkommen zwischen Deutschland und Kolumbien über technische Zusammenarbeit
- 1. Juni: Gründung der Europäischen Zentralbank (EZB)
- 3. Juni: Gründung von ATTAC
- 5. Juni: Beiderseitige Luftangriffe zwischen Eritrea und Äthiopien
- 6. Juni: Burundi. Beginn der Übergangsverfassung
- 8. Juni: Nigeria. Entlassung aller politischen Gefangenen
- 10. Juni: Paris, Frankreich. Staatspräsident Jacques Chirac eröffnet im Stadion Stade de France die 16. Fußballweltmeisterschaften
- 11. Juni: Belgien. Königin Fabiola wird 70 Jahre alt
- 12. Juni: Burundi. Pierre Buyoya word Staatspräsident der Übergangsregierung
- 15. Juni: Bosnien und Herzegowina. Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen verlängert das Mandat der Friedenstruppe SFOR
- 15. Juni: Kooperationsabkommen zwischen Bahrain und der EU
- 15. Juni: Burundi. Erste Friedensgespräche mit Tansania
- 21. Juni: Gnassingbé Eyadèma wird als Staatspräsident in Togo in seinem Amt bestätigt
- 21. Juni: Burundi. Waffenstillstandvertrag mit den Hutu-Rebellen
- 22. Juni: Bosnien und Herzegowina. Die „Konvertibilna Marka“ ersetzt alle 3 bestehenden Währungen
- 25. Juni: Volksrepublik China. US-Präsident Bill Clinton trifft zu einem mehrtägigen Besuch in Peking ein
- 25. Juni: Großbritannien. Wahlen in Nordirland
- 29. Juni: Dänemark. Ein verschärftes Ausländergesetz tritt in Kraft
- 30. Juni: Erstmals Kommunalwahlen in Mosambik
- 1. Juli: Deutschland. Gesetzesänderungen im Eheschließungsrecht treten in Kraft
- 4. Juli: Japan. Die erste Raumsonde Japans wird Richtung Mars geschickt
- 4. Juli: Das Verfassungsgericht in Aserbaidschan wird gegründet
- 6. Juli: Hongkong, Volksrepublik China. Der Flughafen Chep Lap Kok nimmt seinen Betrieb auf
- 12. Juli: Jamil Mahuad wird Staatspräsident in Ecuador
- 17. Juli: Irak und Syrien schließen einen Vertrag über eine neue Erdölleitung
- 22. Juli: Iran testet erfolgreich eine Mittelstreckenrakete. Reichweite etwa 1.300 km
- 26. Juli: Erste eigene Nationalwahlen in Kambodscha
- 27. Juli: Deutschland und Armenien unterzeichen eine Abkommen über finanzielle Zusammenarbeit
- 30. Juli: Japan. Der bisherige Außenminister Keizo Obuchi wird neuer Regierungschef
- 31. Juli: Volksrepublik China. Pekings ehemaliger Bürgermeister Chen Xitong wird wegen Korruption (2,2 Milliarden USD) zu 16 Jahren Haft verurteilt
- 2. August: Einmarsch militärischer Truppen aus Ruanda und Uganda in die Republik Kongo
- 3. August: Waffenstillstand zwischen Eritrea und Äthiopien
- 3. August: Waffenstillstandsvertrag zwischen Eritrea und Äthiopien
- 7. August: Bombenanschlag auf die US-Botschaft in Nairobi, Kenia. 253 Tote, Tausende Verletzte
- 7. August: Bombenanschlag auf die US-Botschaft in Daressalam, Tansania. 10 Tote
- 7. August: Nairobi, Kenia. Bombenanschlag auf die US-Botschaft. 253 Tote, über 5.000 Verletzte
- 8. August: Iran. Die iranischen Diplomaten in Afghanistan werden ermordet
- 10. August: Ecuador. Jamil Mahuad Witt wird Staatspräsident
- 12. August: Bhutan. König Jigme Singye Wangchuk bestimmt, dass die Regierung nicht mehr von ihm ernannt, sondern gewählt wird
- 12. August: Albanien. Ermordung des Abgeordneten Hajdari
- 14. August: Indien. Bei einem Erdrutsch im Bundesstaat Uttar Pradesh wird ein ganzes Dorf verschüttet. Über 200 Tote
- 28. August: Belize. Said Wilbert Musa wird Premierminister
- 31. August: Algier, Algerien. Bombenanschlag. 19 Tote, 60 Verletzte
- 31. August: Bosnien und Herzegowina. Der deutsche VW-Konzern eröffnet wieder sein Werk in Sarajevo
- 4. September: Unterzeichnung des Wye II-Abkommens in Sharm El-Sheikh, Ägypten
- 12. September: Albanien. Azem Hajdari, führender Oppositionspolitiker, wird ermordet
- 15. September: Brüssel, Belgien. Die Europäische Kommission gibt die Potenzpille Viagra frei
- 18. September: Algerien. Bombenanschlag in Tiaret. 22 Tote, 30 Verletzte
- 25. September: Mikuláš Dzurinda wird Ministerpräsident in der Slowakei
- 27. September: Wahlen zum 14. Bundestag der Bundesrepublik Deutschland führen zum Ende der 16 Jahre andauernden „Ära Kohl“, Gerhard Schröder wird Bundeskanzler in einer Koalition von SPD und den Grünen, die letztgenannten sind damit erstmals in ihrer Geschichte an der Bundesregierung beteiligt
- 28. September: Albanien. Regierungschef Fatos Nano tritt zurück
- 29. September: Albanien. Pandeli Majko wird neuer Regierungschef
- 3. Oktober: Australien. Premierminister John Winston Howard wird in seinem Amt bestätigt
- 4. Oktober: Fernando Henrique Cardoso wird zum 2. Mal Präsident von Brasilien
- 6. Oktober: Dominica. Vernon Shaw wird Staatspräsident
- 6. Oktober: Großbritannien. Premierminister Tony Blair auf Staatsbesuch in der Volksrepublik China
- 9. Oktober: Israel. Ariel Scharon wird neuer Außenminister
- 9. Oktober: Italien. Ministerpräsident Romano Prodi tritt zurück
- 11. Oktober: Bei den Präsidentschaftswahlen in Aserbaidschan wird Heydär Äliyev wieder als Präsident gewählt
- 15. Oktober: Kirgisistan wird Mitglied der Welthandelsorganisation WTO
- 16. Oktober: Der ehemalige Diktator Chiles Augusto Pinochet Ugarte wird in London, Großbritannien unter Hausarrest gestellt
- 16. Oktober: Malediven. Staatspräsident Maumoon Abdul Gayoom wird für 5 Jahre wiedergewählt
- 17. Oktober: Kirgisistan. Referendum zur Einführung des Privateigentums an Grund und Boden
- 18. Oktober: Parlamentswahlen in Mazedonien
- 21. Oktober: Italien. Massimo D'Alema wird neuer Regierungschef
- 24. Oktober: Deutschland. Palästinenserchef Yassir Arafat trifft in Bonn ein
- 26. Oktober: Friedensvertrag zwischen Peru und Ecuador
- 26. Oktober: Deutschland. Wolfgang Thierse wird zum Bundestagspräsidenten gewählt
- 26. Oktober: Ecuador und Peru unterzeichnen unterzeichnen ein Friedensabkommen in Brasilia, Brasilien
- 27. Oktober: Deutschland. Gerhard Schröder wird zum Bundeskanzler gewählt
- 28. Oktober: Das oberste Zivilgericht in London, Großbritannien, hebt den Haftbefehl gegen Augusto Pinochet Ugarte auf
- 10. November: Ungarn. Beginn der Beitrittsverhandlungen mit der EU
- 15. November: Burkina Faso. Blaise Compaoré wird zum 2. Mal als Staatspräsident gewählt
- 23. November: Volksrepublik China. Staats- und Parteichef Jiang Zemin und Präsident Boris Jelzin, Russland unterzeichenen in Moskau, Russland das Grenzabkommen über den gesamten Grenzverlauf zwischen den beiden Staaten
- 24. November: Emile Lahoud wird Staatspräsident des Libanon
- 24. November: Sailele Tuila'epa Malielegaoi wird Premierminister in Samoa
- 25. November: Das oberste Zivilgericht in London, Großbritannien, nimmt die Aufhebung des Haftbefehls gegen Augusto Pinochet Ugarte zurück
- 26. November: Irland. Der britische Premierminister Tony Blair hält eine Rede vor dem irischen Parlament und ist somit der erste Premierminister seit der Gründung der Rebublik Irland, der eine Rede vor dem Parlament halten darf
- 29. November: Volksrepublik China. Besuch des Staats- und Parteichef Jiang Zemin in Japan. Dies ist gleichzeitig der erste Besuch eines chinesischen Staatspräsidenten in Japan
- 30. November: Amtsantritt von Hun Sen als Regierungschef von Kambodscha
- 30. November: Parlamentswahlen in Syrien
- 1. Dezember: Albanien. Die erste demokratische Verfassung tritt in Kraft
- 6. Dezember: El Hadi Omar Bongo Ondimba wird nach demokratischen Wahlen erneut Staatspräsident von Gabun
- 10. Dezember: Bulgarien. Abschaffung der Todesstrafe
- 14. Dezember: Guinea. Staatspräsident Lansana Conté wird in seinem Amt bestätigt
- 15. Dezember: Algerien. Ismail Hamdani wird Ministerpräsident
- 17. Dezember: Das oberste Zivilgericht in London, Großbritannien, nimmt den Beschluss gegen die Aufhebung des Haftbefehls gegen Augusto Pinochet Ugarte wieder zurück
- 18. Dezember: Guinea. Wiederwahl von Lansana Contée als Staatspräsident
- 20. Dezember: Volksrepublik China. Der Regimekritiker Liu Nianchun wird vorzeitig aus der Haft entlassen und nach USA abgeschoben
- 25. Dezember: Kambodscha. Khieu Samphan und Nuon Chea, zwei ehemalige Führer der Khmer Rouge (Roten Khmer) ergeben sich
- 26. Dezember: Angola. Ein Flugzeug der Vereinten Nationen wird von der UNITA beschossen und stürzt ab. 14 Tote
- 31. Dezember: Bulgarien. Der IWF gewährt einen neuen Kredit i.H.v. 1,6 Mrd. USD
- 31. Dezember: Tel Aviv, Israel. Die amerikanische Botschaft wird wegen Bombendrohung geräumt
Katastrophen
- 10. Januar: Ein Erdbeben der Stärke 5,7 im Nordosten der Volksrepublik China. 70 Tote
- 2. Februar: Philippinen. Eine Douglas DC-9 der Cebu Pacific Air mit 104 Menschen an Bord prallt gegen einen Berg. Niemand überlebt
- 3. Februar: Ein US-Militärflugzeug kappt im Tiefflug das Kabel einer Seilbahn in Cavalese in den Dolomiten. 20 Touristen, größtenteils Deutsche, sterben
- 4. Februar: Erdbeben der Stärke 6,1 in Tadschikistan und Afghanistan, 2.323 Tote
- 4. Februar: Schweres Erdbeben in Afghanistan. Etwa 4.500 Tote
- 16. Februar: Taiwan. Ein Airbus A300 der China Airlines verfehlt die Landebahn in Taipeh. Insgesamt sterben 203 Menschen
- 19. März: Afghanistan. Eine Boeing 727 der Ariana Afghan Airlines zerschellt im Anflug auf Kabul an einem Berg. Keiner der 45 Insassen überlebt
- 10. April: Ein Erdbeben der Stärke 5,8 im Iran. 12 Tote
- 20. April: Bogota, Kolumbien. Eine Boeing 727 der TAME Linea Aerea del Ecuador fliegt gegen einen Berghang. Dabei sterben alle 53 Menschen an Bord
- 5. Mai: Amazonas, Peru. Absturz einer von einer Boeing 737 der Luftwaffe. 74 Menschen sterben, 13 werden gerettet
- 22. Mai: Ein Erdbeben der Stärke 6,6 in Bolivien. 105 Tote
- 30. Mai: Ein Erdbeben der Stärke 6,6 in Tadschikistan und Afghanistan; etwa 4.000 Tote
- 3. Juni: ICE-Unglück Eschede: Der ICE Wilhelm Conrad Röntgen entgleist aufgrund eines defekten Radreifens bei Eschede und reißt dadurch eine Straßenbrücke ein. 101 Tote
- 9. Juni: Ein Zyklon im Bundesstaat Gujarat zerstört tausende Gebäude. Ca. 3.000 Tote, 100.000 Obdachlose
- 27. Juni: Erdbeben im Südwesten der Türkei, etwa 130 Tote
- 17. Juli: Grubenunglück im Talkumwerk der Naintsch Mineralwerke GmbH in Lassing (Steiermark), 10 Tote
- 17. Juli: Erdbeben der Stärke 7,0 auf Papua Neuguinea, 2.183 Tote
- 7. August: Auf die US-Botschaften in Nairobi/Kenia und Daressalam/Tansania werden Terror-Anschläge verübt, die über 200 Menschenleben kosten
- 15. August: Die Brennerautobahn (A13) wird von einer Schlammlawine verschüttet. Fünf deutsche Urlauber werden in ihren Autos zerquetscht. Die Unpassierbarkeit dieser wichtigen Strecke (München-Inntal-Italien) legt weiträumig den Verkehr lahm, auch die Tauernautobahn (A10) wird verstopft
- 29. August: Quito, Ecuador. Eine Tupolew Tu-154 der Cubana stürzt unmittelbar nach dem Start in bewohntes Gebiet. Bei dem Unglück sterben 70 von 90 Menschen im Flugzeug und 10 Anwohner
- 2. September: Eine MD-11 der Swissair stürzt vor Halifax nach einem Feuer an Bord ins Meer; alle 215 Passagiere und 14 Besatzungsmitglieder kommen ums Leben
- 25. Oktober: Der Holzfrachter Pallas läuft vor Amrum auf Grund und sorgt für die bisher schwerste Ölpest der deutschen Nordseeküste
- 30. Oktober: Honduras. Der Wirbelsturm Mitch fordert etwa 5.500 Tote
- 11. Dezember: Surat Thani, Thailand. Ein Airbus A310 der Thai Airways stürzt während des Landeanflugs etwa 3 km vor dem Flughafen ab und explodiert. 101 Menschen sterben, 45 können gerettet werden
Wirtschaft
- 1. September: Die neue HypoVereinsbank entsteht durch die Fusion der Bayerischen Hypotheken- und Wechselbank mit der Bayerischen Vereinsbank
- Oktober: Smart beginnt mit dem Verkauf ihres ersten Autos, dem smart city-coupé
Wissenschaft
- 26. Februar: Totale Sonnenfinsternis (Kolumbien, Venezuela, Karibik)
- 22. August: Ringförmige Sonnenfinsternis in Indonesien und Malaysia
- Samuel Huntington veröffentlicht das Buch, Kampf der Kulturen: Die Neugestaltung der Weltpolitik im 21. Jahrhundert, Goldmann, 1998, ISBN 3442755069. – Allerdings nur die deutsche Übersetzung. Das amerikanische Original ist bereits 1996 erschienen!
- Eine neue Art der Isarog-Spitzmausratte wird beschrieben und als Palanan-Spitzmausratte (Archboldomys musseri) bennant
Kultur
- Mai: Das dritte Europäische Jugendchor-Festival (EJCF) findet in Basel statt
- 6. Juni: Am ersten „Sozialen Tag“ von Schüler Helfen Leben tauschen 35.000 Schülerinnen und Schüler in Schleswig-Holstein Ihre Schulbank gegen einen bezahlten Job: und spenden fast eine Million Euro für mildtätige Zwecke
- 1. August: In den deutschsprachigen Ländern tritt die Rechtschreibreform in Kraft
- 19. September: Uraufführung der Oper A Streetcar Named Desire von André Previn an der San Francisco Opera
Sport
Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden siehe unter der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.
- Die XVIII. Olympischen Winterspiele finden in Nagano, Japan, vom 7. bis 22. Februar statt
- Gastgeber Frankreich gewinnt im Finale der Fußball-WM gegen Titelverteidiger Brasilien
- Am 10. März beendet der Trainer des FC Bayern München Giovanni Trapattoni eine emotionsgeladene Pressekonferenz mit dem inzwischen berühmten Satz „Ich habe fertig!“
- Mit dem 1. FC Kaiserslautern wird erstmals ein Aufsteiger direkt deutscher Meister im Fußball
- Die Tour de France wird von Marco Pantani gewonnen, der Vorjahressieger Jan Ullrich schlägt. Die Tour wird überschattet von einem Dopingskandal. Mehrere Teams werden ausgeschlossen
- 17. Juli: Felipe Juan Froilán de Todos los Santos de Marichalar y de Borbón, Sohn von Infantin Elena von Spanien und Jaime de Marichalar
- 6. Oktober: Mia-Sophie, deutsche Kindersängerin
- 29. Oktober: Prinz Constantin-Alexios, Sohn von Kronprinz Pavlos von Griechenland und Kronprinzessin Marie-Chantal von Griechenland
- 1. Januar: Marga Faulstich, deutsche Glaschemikerin ( - 1915)
- 1. Januar: Helen Wills Moody, Tennisspielerinnen ( - 1905)
- 5. Januar: Georgi Wassiljewitsch Swiridow, russischer Komponist ( - 1915)
- 5. Januar: Sonny Bono, US-amerikanischer Sänger, Schauspieler und Politiker ( - 1935)
- 5. Januar: Wilhelm Herz, deutscher Motorradrennfahrer, Motorradweltrekordhalter (1951) ( - 1912)
- 5. Januar: Junior Wells, US-amerikanischer Blues-Musiker (Mundharmonika) ( - 1934)
- 6. Januar: Thomas Ellwein, deutscher Politologe ( - 1927)
- 6. Januar: Otto Schmitt (Erfinder), Biophysiker und Erfinder ( - 1913)
- 7. Januar: Richard Hamming, US-amerikanischer Mathematiker ( - 1915)
- 8. Januar: Rudolf Sigl, Ordinarius und Direktor des Instituts für Astronomische und Physikalische Geodäsie ( - 1928)
- 9. Januar: Kenichi Fukui, japanischer Chemiker ( - 1918)
- 10. Januar: Orlandus Wilson, US-amerikanischer Gospelsänger und Arrangeur ( - 1917)
- 11. Januar: Klaus Tennstedt, deutscher Dirigent ( - 1926)
- 12. Januar: Ramón Sampedro, Tetraplegiker und Befürworter der Sterbehilfe ( - 1943)
- 15. Januar: Gulzarilal Nanda, indischer Politiker ( - 1898)
- 16. Januar: Ludwig Waldleitner, deutscher Filmproduzent ( - 1913)
- 18. Januar: Josip Uhac, Diplomat des Vatikans und Bischof der römisch-katholischen Kirche ( - 1924)
- 19. Januar: Carl Perkins, US-amerikanischer Rockabilly-Musiker ( - 1932)
- 23. Januar: Hilla Limann, ehemaliger Präsident von Ghana ( - 1934)
- 23. Januar: Alfredo Ormando, italienischer Schriftsteller ( - 1958)
- 30. Januar: Ferdy Mayne, deutscher Schauspieler ( - 1916)
- 30. Januar: Samuel Eilenberg, polnischer Mathematiker, gilt er als Begründer der Kategorientheorie ( - 1913)
- 2. Februar: Raymond Bernard Cattell, britisch-amerikanischer Psychologe ( - 1905)
- 3. Februar: Gabriel Laub, tschechisch- und deutschsprachiger Journalist, Satiriker und Aphoristiker ( - 1928)
- 5. Februar: Eduardo Francisco Pironio, Kardinal der römisch-katholischen Kirche ( - 1920)
- 6. Februar: Ferenc Sido, ungarischer Tischtennisspieler ( - 1923)
- 6. Februar: Falco, Sänger, Musiker ( - 1957)
- 6. Februar: Carl Wilson, US-amerikanischer Musiker (The Beach Boys) ( - 1946)
- 8. Februar: Halldór Laxness, isländischer Schriftsteller ( - 1902)
- 10. Februar: Erich Mückenberger, Vorsitzender der Zentralen Parteikontrollkommission in der DDR ( - 1910)
- 14. Februar: Karl Biehlig, Professor für Waldhorn an der Hochschule für Musik Franz Liszt in Weimar ( - Horn von Afrika, im äußersten Osten des Kontinents am indischen Ozean gelegen.
Das Land grenzt an den Golf von Aden im Norden, den Indischen Ozean im Osten, Kenia im Süden, Äthiopien im Westen und Dschibuti im Nordwesten.
Das Territorium setzt sich aus dem ehemaligen UNO-Mandatsgebiet (eine frühere italienische Kolonie) Somalia sowie dem britischen Protektorat Somaliland zusammen.
Nach dem Fall der kommunistischen Diktatur unter Siad Barre im Jahr 1992 hat Somalia keine allgemein anerkannte oder faktische Regierung mehr.
Geographie
Somalia liegt im Osten des Kontinents, am so genannten Horn von Afrika auf der Somali-Halbinsel. Der nördliche Teil des Landes ist zumeist bergig und im Somali-Hochland durchschnittlich 900 bis 2.100 m ü. NN; der höchste Berg ist der Shimbiris (Shimber Berris; 2.416 m). Nach Süden hin erstreckt sich ein Flachland mit einer durchschnittlichen Höhe von 180 m. Die Flüsse Juba und Shebelle entspringen in Äthiopien und fließen durch den Süden Somalias und damit durch die Somali-Wüste in den Indischen Ozean. Die Küstenlinie ist 2.720 km lang.
Somalia wird beeinflusst durch Monsunwinde, ein ganzjähriges heißes Klima, unregelmäßige Regenfälle und stetig wiederkehrende Trockenperioden. Außer in den Berg- und Küstenregionen liegt die durchschnittliche Maximaltemperatur am Tag zwischen 30 und 40 °C.
Der südwestliche Monsun sorgt in der Gegend um Mogadischu für ein relativ mildes Klima in den Monaten von Mai bis Oktober. Zwischen Dezember und Februar bringt der nordöstliche Monsun ein ähnliches mildes Klima. In der sogenannten Tangambili-Periode zwischen den beiden Monsunen (Oktober bis November und März bis Mai) ist es heiß und feucht.
Bevölkerung
°C
Im frühen 17. Jahrhundert vermischten sich die einheimischen Kuschiter mit arabischen und persischen Händlern, die sich entlang der Küste niedergelassen hatten.
In der heutigen Zeit leben 60 Prozent aller Somalier teilweise oder vollständig als Nomaden. 25 Prozent der Menschen leben als Farmer, die sich in der fruchtbarsten Region des Landes zwischen Shebelle und Juba niedergelassen haben. Der verbliebende Teil der Bevölkerung (15 bis 20 Prozent) lebt in städtischen Gebieten.
In Somalia leben einige Bantugruppen, die auf dem Land arbeiten. Des weiteren gibt es noch mehrere tausend Araber, sowie einige hundert Inder und Pakistaner.
Clanstruktur und ihre Bedeutung
Von besonderer Bedeutung für Gesellschaft und Politik Somalias ist die Clanstruktur. Als gemeinsamer Stammvater aller Somali gilt Hill. Der Überlieferung nach stammen von seinem Sohn Samaal die „echten", d.h. nomadisierenden Somali (Samaal) ab, von seinem Sohn Saab die „unechten", d.h. sesshaften Somali (Saab), denen man auch alle nicht-somalischen Bevölkerungsgruppen zurechnet. Die Samaal gliedern sich wiederum in die Nordgruppe mit den drei großen Clanfamilien der Darod, Issaq und Dir sowie die Hawiye im Zentrum und im Süden. Die Saab (bedeutendster Clan: Rahenwein) sind fast ausschließlich im Süden Somalias beheimatet. Jede dieser Clanfamilien zerfällt in eine große Zahl Subclans und „Lineages" (Geschlechter; Somali: „Reer" d. h. „Leute aus", „Nachkommen von"). Letztere sind Einheiten von einigen Hundert bis einigen Tausend Männern, die anfallendes Blutgeld (diyas) gemeinsam bezahlen bzw. erhalten. Dieses System verschafft dem einzelnen Somali zwar Schutz für Leben und Eigentum, führt jedoch zu endlosen Blutfehden, die sich nicht nur auf einzelne Verbrechen beziehen, sondern traditionell auch Auseinandersetzungen um Wasser- und Weiderechte sowie – in jüngerer Zeit – den Kampf um die politische Macht und die Kontrolle der humanitären Hilfe umfassen.
Zu den Minderheiten Somalias gehören die Bantu (ca. 100 000 hauptsächlich am Unterlauf des Juba in Südsomalia lebende ehemalige Sklaven), kleinere Gruppen gemischter Herkunft in den Küstenstädten (Reer Brava, Reer Hamar) sowie die „Berufsgruppen" (Midgan, Tomal, Yibir u.a.), die sich auf Dienstleistungen für die herrschenden Clans spezialisiert haben. Alle Minderheiten sowie die sesshaften ethnischen Somali gelten aus Sicht der Samaal als nicht gleichberechtigt und unterliegen traditionell einer gesellschaftlichen Benachteiligung.
Ca. 98 Prozent der Frauen sind genital verstümmelt; 80 – 90 Prozent werden der besonders schwerwiegenden Form der „pharaonischen Beschneidung" (Infibulation) unterworfen.
Sprache
Seit 1972 ist Somali Amtssprache in Somalia. Das Somali (Eigenbezeichnung Af-ka soomaali-ga) ist eine Ostkuschitsche Sprache aus der Sprachfamilie der kuschitischen Sprachen und damit Teil der afroasiatischen Sprachfamilie. Somali wird heute von etwa 7-10 Millionen in Somalia (Somalis), Südost-Äthiopien, Dschibuti und Nordost-Kenia gesprochen.
Als Handels- und Bildungssprachen werden Arabisch, Englisch und Italienisch genutzt.
Geschichte
Für vorkoloniale Geschichte siehe: Sultanat Adal
1908 wurde Mogadischu, das bis dahin unter der Oberhoheit von Oman oder Sansibar gestanden hatte, Hauptstadt der neueingerichteten italienischen Kolonie. Bis 1920 hatten die Briten in ihrem Somaliland-Protektorat den antikolonialen Aufstand des Muhammad ibn ʿAbd Allāh Hassān niedergeschlagen.
Obwohl die Italiener von Somalia aus 1934 Äthiopien (Ogaden) überfallen hatten (Italienisch-Äthiopischer Krieg 1935-36), gaben die 1941 siegreich einmarschierenden Briten 1950 diese Kolonie ausgerechnet Italien als UN-Treuhandgebiet zurück.
Nach längeren Verhandlungen kündigte die britische Regierung am 7. Mai 1960 für den 1. Juli 1960 die Unabhängigkeit für das Schutzgebiet an. Die beiden Kolonien Italienisch-Somaliland und Britisch-Somaliland schlossen sich zur Republik Somalia zusammen.
1964-67, vor allem aber 1976-78 unterlag Somalia Äthiopien im Krieg um die von Somalis bewohnte äthiopische Region Ogaden.
Zu Beginn der 1990er Jahre kam es zu blutigen Unruhen. Aktuelle wirtschaftliche Daten über Somalia liegen nicht vor. Der Staat hörte im Jahre 1991 de facto auf zu existieren und spaltete sich in zwölf durch Warlords beherrschte Stämme sowie den unabhängigen Staat Somaliland im Norden auf.
Im August 1992 bemühten sich die Vereinten Nationen, die mehr als 2 Millionen hungernden Menschen des Landes mit Lebensmitteln zu versorgen. Am 8. Dezember landeten 28.000 UN-Soldaten unter US-amerikanischer Führung in Somalia, um die Nahrungsversorgung zu sichern (Operation Hoffnung).
Nachdem einige Kriegsfürsten gegen Ende des Jahres 1992 zum Frieden aufgerufen hatten, verschärfte sich die Situation 1993 erneut, als 23 pakistanische UN-Soldaten von Rebellen des Clanführers Mohammed Farah Aidid getötet wurden.
Ab April wurden dann auch erstmals deutsche Soldaten eingesetzt, deren Aufgabe es war, indische UN-Brigaden mit Nachschub zu versorgen. Die Lage verschlechterte sich jedoch. Die Inder erschienen nicht, weswegen die Aufgaben der Bundeswehr nicht erfüllt werden konnten.
Andere Soldaten wurden inzwischen in blutige Kämpfe verwickelt, wobei auch mehrere Somalier getötet wurden. Für weltweites Entsetzen sorgten am 3. Oktober 1993 die Bilder der nackten Leichen zweier US-Soldaten (Master Sergeant Gary I. Gordon und Sergeant First Class Randall D. Shughart), die von einer aufgebrachten Menge durch die Straßen Mogadischus geschleift wurden (in der sogenannten Operation Irene, die 2002 in "Black Hawk Down" verfilmt wurde). Am 3. März 1995 wurde die UN-Mission schließlich mit dem Abzug aller Blauhelm-Soldaten erfolglos beendet. Der Bürgerkrieg in Somalia wurde fortgesetzt.
Derweil bemühen sich Kräfte in Somalia wieder eine Regierung zu etablieren.
Seit dem 13. August 2000 wird das Land von einer sogenannten Übergangsregierung provisorisch "regiert" (ohne Somaliland).
Die "Inter-Governmental Association for Development" (IGAD), gehalten durch die Vereinten Nationen
und die vereinigten Staaten, hielten 2002 eine Konferenz namens "National Peace and Reconciliation Conference" in Eldoret, Kenya. Dies war bereits der 14te Versuch der Vereinten Nationen und ihrer Unterstützer, um Somalia unter eine demokratische Regierung nach westlicher Art zu zwingen. Der neue Staat wird Demokratische Republik Somalia (somali Jamhuuriyadda Dimoqraadiya Soomaaliya, arab. Dschumhūriyyat as-Sūmāl ad-Dīmuqrātiyya جمهورية الصومال الديمقراطية) genannt.
Eine "Reconciliation Conference" erreichte 2004 eine Übereinkunft über eine "nationale Regierung” für Somalia. Die Afrikanische Union autorisierte Äthiopien und vier andere ostafrikanische Nationen um Truppen in der Stärke von 7.500 Mann zu stellen.
Seit Ende 2004 ist der "Machthaber" der ehemals separatistischen Region "Puntland" deren Präsident. Neue Hauptstadt soll Baidoa in Südwestsomalia werden.
Die sehr ans Gewohnheitsrecht und an die nomadische und islamische Kultur gebundene somalische Bevölkerung verwehrt sich in weiten Teilen des Landes trotz dieser internationalen Bemühungen gegen die Wirksamkeit einer neuen Regierung.
Am 26. Dezember 2004 wurden die Küsten des Landes von einem Tsunami heimgesucht, der nach offiziellen Angaben mindestens 132 Menschen tötete und viele Tausende obdachlos machte. (Siehe auch: Erdbeben im Indischen Ozean 2004)
Am 26. Oktober 2005 haben islamische Geistliche in Mogadischu eine "Fatwa" veröffentlicht, die sich gegen die Beschneidung bzw. Genitalverstümmelung an Mädchen richtet. Darin wird die in Afrika weit verbreitete traditionelle Praxis als "unislamisch" verurteilt. Sheich Nur Barud Gurhan, der stellvertretende Vorsitzende der Dachorganisation somalischer Geistlicher, setzte die Beschneidung mit einem Mord gleich. Zur Durchsetzung wird die Fatwa wohl kaum kommen, da das Land von Clanchefs beherrscht wird.
Politik
Somalia besitzt zur Zeit keine nationale Regierung. Stattdessen teilt sich das Land in 18 Regionen auf, die jeweils unterschiedlich verwaltet werden:
Die Transitional National Government (TNG) in der Hauptstadt Mogadischu versucht die Staatsgewalt auszuführen.
Jedoch ist der Einfluss der TNG nur auf ein kleines Gebiet beschränkt. Im Februar 2002 stellte die TNG ein neues Kabinett mit 31 Mitgliedern auf. Die TNG stellt außerdem den Außenminister Yusuf Hassan Ibrahim und gilt in vielen Ländern als Vertreter Somalias. Sie repräsentiert das Land in den Vereinten Nationen, der Arabischen Liga und anderen internationalen Organisationen.
Somalia wird zu den failing states gerechnet, denjenigen Staaten, in denen eine gesamtstaatliche Autorität sich nicht dauerhaft etablieren konnte, die von innerem Zerfall und Bürgerkriegsgefahr dauerhaft bedroht sind.
Gesundheitswesen
Am 8. März 2004 begann die erste landesweite Kampagne gegen die Genitalverstümmelung von Mädchen. Der Präsident der Übergangsregierung, Abdikassim Salat Hassan sprach dabei von einem Verbrechen gegen die Religion und gegen die Menschlichkeit. Es war das erste Mal, dass ein prominenter Mann in Somalia offen über dieses Tabuthema sprach.
Wirtschaft
Somalia gehört zu den ärmsten und am wenigsten entwickelten Ländern der Welt. Das Land besitzt kaum Ressourcen, und die ohnehin schon angeschlagene Wirtschaft kam durch den Bürgerkrieg endgültig zum Erliegen.
Land- und Viehwirtschaft bestimmen hauptsächlich das ökonomische Geschehen. In Somalia gibt es viele Nomaden, die hauptsächlich von ihrem Vieh leben. Zusätzlich zur landwirtschaftlichen Tätigkeit werden Bananen angebaut, die zu den Hauptexportgütern zählen.
Des weiteren werden Fisch, Mais, Hirse und Zucker für den inländischen Bedarf angebaut oder hergestellt. Der kleine industrielle Sektor, der hauptsächlich landwirtschaftliche Nutzgüter produziert, beträgt nur 10 % des BIP. Viele Fabriken wurden während des Bürgerkriegs geschlossen.
Kultur
Der somalische Romancier Nuruddin Farah gilt als einer der bedeutendsten afrikanischen Schriftsteller der Gegenwart.
Entwicklungszusammenarbeit
Aufgrund der unsicheren politischen Lage sind in Somalia nur vereinzelte internationale Hilfsorganisationen tätig. Bekannt ist nur ein Schweizer Projekt in der Stadt Abudwak in Zentralsomalia.
Weitere Themen
- Liste der Städte in Somalia
- Somalischer Bürgerkrieg
- Black Hawk Down
Literatur
- Mark Bradbury, The Somali Conflict, Oxford 1994
- Thierry Vircoulon, La Crise somalienne; in: Afrique Contemporaine, Nr. 177, 1996, S. 3-16.
- Mathias Weber, Der UNO-Einsatz in Somalia, Denzlingen 1997
- Abdirizak Sheikh, Mathias Weber, Kein Frieden für Somalia?, Frankfurt 2005
- Mark Bowden, Black Hawk Down - Kein Mann bleibt zurück, München 2002
- Michael Birnbaum, Krisenherd Somalia, Heyne Verlag München 2002
- Dustin Dehéz, Somalia vor der Rückkehr der Übergangsregierung - Eine Anleitung zum Scheitern äußerer Intervention, Düsseldorfer Institut für Außen- und Sicherheitspolitik, Analyse Nr. 18, 2005
http://www2.dias-online.org/Dokumente/analyse/DIAS-Analyse-18_10.2005.pdf
Weblinks
- [http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/laender/laender_ausgabe_html?type_id=19&land_id=156 Reiseinformationen des Auswärtigen Amtes]
- [http://www.zeit.de/2003/08/Djibouti?term=Horn DIE ZEIT: Die Wacht am Horn - Einsatz der Bundeswehr vor Afrikas Ostküste]
- [http://www.dw-world.de/dw/article/0,1564,1661822,00.html Deutsche Welle: In Somalia formiert sich neues Terrornetzwerk]
- [http://www.cia.gov/cia/publications/factbook/geos/so.html CIA - The World Factbook - Somalia]
Kategorie:Staat
ja:ソマリア
ko:소말리아
ms:Somalia
simple:Somalia
th:ประเทศโซมาเลีย
zh-min-nan:Somalia
Horn von Afrika
Als Horn von Afrika wird umgangssprachlich der östlichste, keilförmige Teil von Ost-Afrika bezeichnet.
Dieses "Horn" stellt die Fläche des Kontinents dar, die zwischen dem Golf von Aden und dem eigentlichen Indischen Ozean auf der Somali-Halbinsel liegt, deren Gebiet sich nicht ganz mit der Fläche deckt, die sich hinter dem Begriff Horn von Afrika verbirgt, sondern noch darüber hinaus reicht: Das „Horn“ umfasst nämlich neben dem Staat Somalia auch den östlichen Teil Äthiopiens (Ogaden) und je nach Abgrenzung werden gelegentlich ganz Äthiopien sowie Dschibuti und Eritrea hinzugerechnet.
Der Begriff Horn von Afrika ist in den Medien vor allem seit dem Ogadenkrieg zwischen Somalia und Äthiopien 1977/78 gebräuchlich. Direkt an der äußersten Spitze des Horns liegt heute die abtrünnige somalische Region Puntland.
Kategorie:Geographie (Afrika)
Kategorie:Geographie (Somalia)
ja:アフリカの角
ko:아프리카의 뿔
Bari (Somalia)Bari ist eine Region in Nordost-Somalia bzw. Puntland, ihre Hauptstadt heißt Bender Cassim (Boosaaso) und liegt direkt am Meer. Früher lebte diese Region, die größte von Somalia, hauptsächlich vom Fischfang. Dies ist auch der Grund, weshalb zahlreiche, große Städte direkt an der Küste liegen, wie zum Beispiel Qandala, Calula und Bargaal. Bari ist das wirtschaftliche und politische Zentrum Somalias. Die Region wird größtenteils vom Majeerteenclan kontrolliert. Im Norden grenzt Bari an den Golf von Aden, im Osten an den Indischen Ozean. Die Nachbarregionen sind im Westen Saanag und Sool (Somalia), im Süden liegt Nugaal.
Kategorie:Region in Somalia
Nugaal
Nugaal ist eine Region in Zentralsomalia bzw. Puntland. Ihre Hauptstadt ist Garoowe, ihre südliche Nachbarregion heißt Mudug. Nördlich von Nugal liegen Bari und Sool. Im Westen grenzt Nugal an Äthiopien und im Osten liegt der Indischer Ozean.
Kategorie:Region in Somalia
PuntPunt war ein sagenumwobenes Goldland, dessen Name sich häufig auf altägyptischen Inschriften findet. Es befand sich vermutlich am Horn von Afrika, vielleicht im heutigen Somalia (Puntland) oder in Eritrea, vielleicht aber auch viel weiter südlich, etwa in Mosambik oder Simbabwe. Die Ägypter importierten von dort seit dem 3. Jahrtausend v. Chr. Weihrauch und Myrrhe, Edelhölzer, Elfenbein und Gold.
Punt wird in den alten Inschriften auch oft als "Land der Götter" bezeichnet und oft im Zusammenhang mit Ophir, einem anderen sagenhaft reichen Land bzw. benachbarten Goldland, erwähnt. Gold aber holten die Ägypter auch aus der sudanesischen Küstenregion. Möglicherweise also lagen Punt und Ophir zwar tatsächlich südlich Ägyptens, aber doch viel näher?
Im Hatschepsut-Tempel in Deir el-Bahari wird an der Wand der „Punthalle“ genannten Pfeilerhalle eine dieser Expedition von 1482 v. Chr. dargestellt. Wo auch immer die Ägypter friedlicher Gesandtschaften und Handelsexpedition zu früheren oder späteren Epochen einst auf Punt getroffen sein mögen, zumindest kriegerische Unternehmungen Ägyptens nach Süden gingen zur Regierungszeit der Königin Hatschepsut aber nicht über den Sudan hinaus.
Weblinks
- Hatscheputexpedition [http://www.maat-ka-ra.de/german/bauwerke/djeser/dj_portico_2_hall_punt.htm]
- [http://www.sachmet.ch/Punt/Punt%20Titel.htm Text und Übersetzung des Expeditionsberichts Hatschepsuts]
Kategorie:Fiktiver Ort
Somalischer BürgerkriegDer Somalische Bürgerkrieg begann nach dem Zusammenbruch des Regimes von Siad Barré. Im Juni 1991 rutscht das Land schnell in ein völliges Chaos ab. Der Bürgerkrieg, der seither in drei Vierteln des Landes gewütet hat, wirkt zunächst sehr unübersichtlich, läßt sich aber wenigstens grob in einzelne Phasen unterteilen:
Noch 1991 erklärt sich der Norden Somalias für unabhängig, ohne hierfür allerdings internationale Anerkennung zu finden. Die sich schnell dramatisch verschlechternde humanitäre Situation im Land führt im Dezember 1992 zur Verabschiedung der UN Sicherheitsratsresolution 794 und 1993 zur Entsendung einer peacekeeping-Truppe unter amerikanischer Führung. Der UN-Einsatz, dessen Hauptziel in der Versorgung der Zivilbevölkerung mit Lebensmitteln besteht, ist von Anfang an geprägt von Mißverständnissen und Fehleinschätzungen. Schließlich werden die UN-Truppen im März 1995 wieder abgezogen, ohne nachhaltige Erfolge bei der Versorgung der Zivilbevölkerung oder der Wiederherstellung von Ruhe und Ordnung zu erzielen. Mit dem Abzug der UNO gerät Somalia zeitweise aus dem Blickfeld der internationalen Presse.
Neben den für afrikanische Verhältnisse typischen Stammesrivalitäten und - insbesondere das Verhältnis zwischen Äthiopien und einzelnen somalischen Gruppen belastenden - religiösen Differenzen zeichnet sich die Lage in Somalia weiterhin durch eine außerordentliche Proliferation von Kleinwaffen aus. Dieses (in Zentralafrika allerdings nicht ganz unbekannte) Phänomen ermöglicht einzelnen Gruppen die schnelle und einfache Rekrutierung von Bewaffneten und ist gleichzeitig für eine allgemein zu beobachtende Militarisierung der verbliebenen Gesellschaftsstrukturen verantwortlich zu machen.
Der seit 1991 andauernde innersomalische Krieg weist einerseits wesentliche Merkmale eines klassischen Bürgerkrieges auf, andererseits aber auch davon abweichende somalische Eigenheiten und seit dem Ende des „Kalten Krieges“ veränderte Charakteristika eines solchen Konflikts neuen Typs. Es gibt faktisch keine Großmacht, die einer bestimmten Bürgerkriegspartei zum Sieg verhelfen trachtet, vielmehr ist das Eingreifen der USA und Äthiopiens darauf gerichtet, auf Kosten der Kriegsopfer den Status quo eines Patts zu erhalten, um ein geteiltes und schwaches Somalia leichter dominieren zu können.
Der Konflikt gliedert sich in verschiedene Ebenen und Bereiche. Zu ethnischen und persönlichen Gegensätzen kommen soziale und traditionelle, religiöse und ideologische, historische und politische. Südsomalier (z.B. Darod) kämpfen gegen Nordsomalier (z.B. Issaq), Bauern (z.B. Rahanwayn) gegen Nomaden (Mehrheit der Somalis), Moslems gegen Christen, Linke gegen Rechte, Junge gegen Alte, Männer gegen Frauen, Zentralmacht gegen Seperatisten, Stadt gegen Land. Diverse Allianzen und Bewegungen spalten sich wie das Land und seine Clans, Warlords wechseln ihre Bündnisse häufig. Zur innenpolitischen Anarchie kommen die organisierte Kriminalität (Drogen-, Mädchen- und Waffenhandel, Schmuggel und Terrorismus) und äußere Faktoren. Zu diesen äußeren Faktoren zählen vor allem die Erbfeindschaft mit dem christlich-orthodoxen Äthiopien, das bewaffnet interveniert, um oppositionelle Warlords gegen die Übergangsregierung zu untersützen, aber auch sunnitischer Islamismus (al-Ittihad) ebenso wie der Expansionismus bzw. lutheranisch-evangelikale Fundamentalismus der USA.
Die nachfolgend aufgeführten Artikel und Beiträge beschäftigen sich zumindest zu wesentlichen Teilen mit einigen Aspekten des somalischen Bürgerkrieges. Die in roter Schrift aufgeführten Stichworte sind noch nicht angelegt, um Mitarbeit wird dringend gebeten.
Existente und mögliche Beiträge
- Abdirashid Ali Shermarke und Mohamed Ibrahim Egal beleuchtet Umstände der Machtergreifung Siad Barrés und die Rolle Egals bei der Auslösung des Issaq-Aufstandes in Nordsomalia 1988, der zum Sturz Barres und zur Abspaltung Somalilands führte.
- Siad Barré vom Stamm der Darod war jener letzte gesamtnationale Präsident und Diktator, der 1976-78 Ogaden erobern wollte, 1981 die Issaq entmachte und dessen Sturz 1991 den somalischen Bürgerkrieg einleitete.
- Ali Mahdi Mohammed und sein United Somali Congress (USC) führten zwar 1991 zum Sturz Barrés, doch die Unbotmäßigkeit seines Stellvertreters und Truppenführers Aidid löste den Bürgerkrieg in Mogadischu überhaupt erst aus.
- Mohammed Farah Aidid spaltete den USC, vertrieb die Amerikaner nach der Schlacht von Mogadischu, die sich mit der UNO (Operation Hoffnung) in seinen Kampf gegen „Präsident“ Mahdi eingemischt hatten, und erklärte sich selbst zum „Präsidenten“. Sein Sohn Hussein kämpft von Äthiopien aus weiter gegen die Übergangsregierung.
- Präsident der Übergangsregierung (Transitional National Government, TNG) war 2000-2004 Abdulkassim Salat Hassan, bis 1991 noch letzter Innenminister und Vizepremier unter Barré. Neuer Präsident wurde 2004 ausgerechnet der Separatistenführer Abdullahi Yusuf Ahmed von Puntland.
- Letzter Verteidigungsminister und ranghöchster somalischer Militär ist Siad Hersi alias „General Morgan“. Hatte er 1991 noch das Kommando über die somalische Armee in einer Stärke von 225.000 Mann, so beherrschen statt dessen heute 75.000 Milizionäre das Land, von denen Hersi nur noch 1.200 folgen, mit denen er die Hafenstadt Kismayo im südwestsomalischen Jubaland belagert.
- Ebenfalls in Südwestsomalia liegt die neue Hauptstadt Baidoa, die von den starken Aidid-Feinden der Rahanwayn Resistance Army (RRA) beherrscht wird. Weitere wichtige Bürgerkriegsparteien sind die Somali National Alliance (SNA) im Somali Reconciliation and Restauration Council (SRCC), eine Art Gegenregierung der Warlords. Milizführer Ali Osman Ato unterstützte erst Aidid, dann Mahdi in Mogadischu. Heute hält ein anderer Warlord, Musa Sudi Yalahow, weite Teile der bisherigen Hauptstadt besetzt.
- Vermeintlich noch immer Verbindungen zu al-Qaida ebenso wie zur Übergangsregierung sollen die Fundamentalisten der al-Ittihad al-Islami haben, die zwar schon 1996 von äthiopischen Gruppen vernicht worden sein sollen, seitdem aber immer wieder als Vorwand für bewaffnetes Eingreifen der Äthiopier und die Blockade der Küste auch durch deutsche NATO-Schiffe (Operation „---„) herhalten müssen.
Filme
"Black Hawk Down" (2001/ Ridley Scott)
Kategorie:Somalia
Kategorie:Bürgerkrieg
Abdullahi Yusuf AhmedAbdullahi Yusuf Ahmed (Somali: Cabdulaahi Yuusuf Axmed, 15. Dezember 1934, Galkacyo, Mudug, Somalia) ist zur Zeit Übergangspräsident Somalias. Er ist ein Mitglied des Darod Stammes.
Als Offizier und Parteiführer, leitete Yusuf eine Guerillabewegung in den 1970ern, die das Ziel hatte, den Somalischen Diktator Siad Barré zu entmachten. In den 1990ern trat er als Führer hervor, als er seine Heimatregion Puntland 1998 für unabhängig erklärte.
Er wurde auf einer Sitzung des Übergangsparlaments gewählt, die in Nairobi, der Hauptstadt des Nachbarstaates Kenia stattfand, und am 14. Oktober 2004 vereidigt. Seit der Wahl lebt er in Kenia. Die Wahl fand in Nairobi statt, da die Hauptstadt Somalias als zu gefährlich angesehen wurde.
Er stellte sein Kabinett Ende 2004 zusammen, welches auch einige führende Warlords enthielt.
Der Präsident versprach, die Versöhnung zu fördern und das Land neu aufzubauen. Aber seine Regierung wurde durch interne Widersprüche geschwächt. Insbesondere zerstritt Yusuf sich mit einigen Warlords über die Frage, wo die Verwaltung lokalisiert werden sollte. Der Präsident und der Premierminister schlugen aus Sicherheitsgründen eine Verlagerung nach Mogadishu vor. Letztendlich verlegte er die Übergangsregierungsinstitutionen zusammen mit seinem Premierminister Ali Mohammed Ghedi und dem Sprecher des Parlaments Sharif Adan von Nairobi in die Städt Mogadischu und Jowhar.
Der mögliche Einsatz von Friedenstruppen und hier im besonderen der Einschluss äthiopischer Truppen war ein weiterer Streitpunkt. Äthiopia wurde mehrfach beschuldigt, rivalisierende somalische Warlords zu unterstützen, um das Land schwach zu halten.
Siehe auch: Puntland
Kategorie:Somalier
Kategorie:Mann
ja:アブドゥラヒ・ユスフ
Ali Mahdi MohammedAli Mahdi Mohammed ( - 1939) ist ein somalischer Politiker und Warlord, der sich 1991 nach dem Sturz des Dikators Barré zum neuen Präsidenten ausrief. Die Namenswahl "Mahdi" soll an einen früheren Nationalhelden Somalias, Muhammad ibn ʿAbd Allāh Hassān, erinnern.
Obwohl Mahdi Vorsitzender des United Somali Congress (USC) war, der bei der Einnahme Mogadischus und dem Sturz Barrés die führende Rolle gespielt hatte, stieß sein Anspruch, daher automatisch zum neuen Präsidenten berufen zu sein, auf Widerstand seitens des USC-Milizführers Hussein Farah Aidid. Noch 1991 kam es zur Spaltung des USC, der Hauptstadt und des Landes. Ein Bürgerkrieg begann, die UN-Mission 1992/93-95 konnte die rivalisierenden Parteien nicht versöhnen.
Obwohl sich Aidid nach dem Abzug der US-Truppen zum Gegenpräsidenten ausrufen ließ, wechselte sein wichtigster Geldgeber und Verbündeter, Osman Hassan Ali "Ato", zu Mahdi über und bildete mit diesem sowie Abdullahi Yussuf Ahmad seit 1997 einen instabilen Staatsrat, in dem Mahdi nur mehr den Vorsitz ausübte, aber nicht als Präsident galt. Aidids Nachfolger und Verbündete bildeten eine Art Gegenregierung.
Mit der Einigung auf zwei weitere Übergangsregierungen bzw. Interimspräsidenten seit 2000 verschwand Mahdi in der Bedeutungslosigkeit, seit 2004 ist Yussuf Präsident.
Mohammed, Ali Mahdi
Mohammed, Ali Mahdi
Mohammed, Ali Mahdi
Mohammed, Ali Mahdi
2001
Jahreswidmungen
- 2001 ist „Internationales Jahr der Mobilisierung gegen Rassismus, Rassendiskriminierung, Fremdenfeindlichkeit und damit zusammenhängende Intoleranz“ (UNO)
- 2001 ist „Jahr des Dialogs zwischen den Kulturen“ (UNO)
- 2001 ist „Internationales Jahr der Freiwilligen“ (UNO)
- Die Mäandertrüffel (Choiromyces meandriformis) ist Pilz des Jahres (Deutsche Gesellschaft für Mykologie)
- Der Haubentaucher (Podiceps cristatus) ist Vogel des Jahres (NABU/Deutschland)
- Die Esche (Fraxinus excelsior) ist Baum des Jahres (Kuratoriums Baum des Jahres/Deutschland)
- Die Herbst-Drehwurz (Spiranthes spiralis) ist Orchidee des Jahres (Arbeitskreis Heimische Orchideen/Deutschland)
- Der Feldhase (Lepus europaeus) ist Tier des Jahres (Schutzgemeinschaft Deutsches Wild)
- Die Glockenblume (Campanula) ist Staude des Jahres (Bund deutscher Staudengärtner)
Politik
- 1. Januar: Moritz Leuenberger wird Bundespräsident der Schweiz
- 1. Januar: Griechenland. Beitritt zur Wirtschafts- und Währungsunion
- 6. Januar: Parlamentswahlen in Thailand
- 6. Januar: Ariel Scharon wird zum neuen Ministerpräsidenten Israels gewählt
- 7. Januar: John Agyekum Kufuor wird Staatspräsident von Ghana
- 14. Januar: Dr. Jorge Sampaio wird als Staatspräsident in Portugal in seinem Amt bestätigt
- 20. Januar: Gloria Macapagal Arroyo wird Staatspräsidentin auf den Philippinen
- 20. Januar: George W. Bush wird zum neuen Präsidenten der USA vereidigt
- 25. Januar: Armenien wird in den Europarat aufgenommen
- 25. Januar: Aserbaidschan wird in den Europarat aufgenommen
- 26. Januar: Demokratische Republik Kongo. Joseph Kabila wird Staatspräsident
- 2. Februar: José Maria Neves wird Premierminister von Kap Verde
- 7. Februar: Ariel Sharon wird Ministerpräsident von Israel
- 16. Februar: US-amerikanische und britische Kampfflugzeuge bombardieren Ziele nahe Bagdad, da der Irak gegen das Flugverbot verstoßen habe
- 20. Februar: Erste Kommunalwahlen im Jemen
- 25. Februar: Pedro Pires wird Staatspräsident vom Kap Verde
- 25. Februar: Republik Moldau. Parlamentswahlen
- 26. Februar: Vertrag von Nizza, die Erweiterung der EU betreffend, unterzeichnet
- 1. März: Bulgarien. Volkszählung (bis 15. März)
- 4. März: In einer Volksabstimmung der Schweiz stimmen 76,7 % der Wahlbeteiligten für die Verfassungsinitiative „Ja zu Europa“ und damit gegen einen EU-Beitritt der Schweiz. Die Wahlbeteiligung lag bei 54,7 %
- 7. März: Algerien und Deutschland schließen ein Seeschifffahrtsabkommen
- 7. März: Dileita Mohamed Dileita wird Premierminister in Dschibuti
- 12. März: Die UNESCO bestätigt, dass Taliban zwei der größten aus dem 5. Jahrhundert n. Chr. stammenden Buddha-Statuen in Bamiyan, Afghanistan, zerstört haben
- 16. März: Katar. Der Streit um die Hawar-Inseln wird beendet durch Urteil des Internationalen Gerichtshofs
- 18. März: Die Gewerkschaft Ver.di wird in Berlin gegründet
- 25. März: Norwegen ist Mitglied des Schengener Abkommen
- 27. März: Laos. Bounnhang Vorachit wird Ministerpräsident
- 31. März: Sturz des Staatspräsidenten Bernard Dowiyogo von Nauru durch Misstrauensvotum
- 4. April: Vladimir Voronin wird Staatspräsident von der Republik Moldau
- 4. April: Silvia Cartwright wird Generalgouverneurin (Staatsoberhaupt) von Neuseeland
- 15. April: Der Investitionsschutz- und Förderungsvertrag zwischen Deutschland und El Salvador tritt in Kraft
- 29. April: Parlamentswahlen in Senegal
- 8. Mai: Serbien und Montenegro wird Mitglied in der Weltbank
- 13. Mai: Mazedonien. 6. Regierungsumbildung
- 22. Mai: Taliban erwägen, Hindus in Afghanistan zum Tragen einer Markierung zu verpflichten
- 29. Mai: König Abdullah II. von Jordanien auf Staatsbesuch in Deutschland
- 30. Mai: Die Kulturkommission zwischen Kanada und Deutschland trifft in Berlin zusammen
- 1. Juni: Interimsabkommen zwischen Mazedonien und der EU
- 1. Juni: Blutbad in Nepal. König Birendra und fast die ganze Familie wurden durch den Sohn Birendras getötet, der sich anschließend selbst tötet
- 4. Juni: Prinz Gyanendra Bir Bikram wird König von Nepal
- 7. Juni: Großbritannien. Wiederwahl von Tony Blair als Premierminister
- 8. Juni: Iran. Wiederwahl von Mohammad Chātemī zum Staatspräsidenten
- 16. Juni: Berlins Regierender Bürgermeister Eberhard Diepgen wird durch ein Misstrauensvotum im Zusammenhang mit dem Berliner Bankenskandal gestürzt. Sein Nachfolger wird Klaus Wowereit
- 17. Juni: Parlamentswahlen in Bulgarien
- 18. Juni: Mazedonien beendet die diplomatischen Beziehungen zu Taiwan
- 19. Juni: Mazedonien nimmt diplomatische Beziehungen zur Volksrepublik China auf
- 20. Juni: Pervez Musharraf wird Staatsoberhaupt in Pakistan
- 20. Juni: Pakistan. Das Parlament wird aufgelöst
- 24. Juni: Ilir Meta wird Regierungschef in Albanien
- 26. Juni: Bundeskanzler Gerhard Schröder besucht Ljubljana, Slowenien
- 28. Juni: Rumänien erhält Beobachterstatus in der | | |