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Huey

Huey

Der UH-1 "Iroquois" ist ein leichter Mehrzweckhubschrauber der US-Army von Bell Helicopters. Der spätere UH-1 "Huey" entstand ab 1955 als "Bell Model 204" (so sein ziviler Name) im Rahmen einer Ausschreibung der Armee für einen leichten Hubschrauber für SAR-Aufgaben, Transport und Pilotenausbildung. Seinen Erstflug hatte er am 22. Oktober 1956. Bekannt wurde der Huey (der Name entstand aus seiner ersten Typbezeichnung HU-1) durch seine Einsätze im Vietnamkrieg, wo er für so gut wie jeden Zweck benutzt wurde, inklusive Bodenunterstützung, obwohl er dafür eigentlich nicht konstruiert war. Entsprechend hoch war auch die Verlustquote: Von den über 7.000 in Vietnam eingesetzten Hueys kehrten nach Ende des Krieges nur 2.000 Stück zurück. Der UH-1A wurde Vater für eine ganze Familie sehr erfolgreicher Hubschrauber aus dem Hause Bell. Die erste Modifikation, der UH-1B, hatte eine vergrößerte Kabine für bis zu 9 Mann oder 3 Tragen. Ab 1965 wurde die nächste Version UH-1C produziert, die mit neuen verlängerten Rotorblättern manövrierfähiger und schneller waren. In geringeren Kontingenten wurde das Modell 204 auch an die anderen Waffengattungen der US-Armee und zivile Abnehmer geliefert, richtig erfolgreich wurde aber erst das Modell 205, das ab 1965 als UH-1D in die Produktion ging. Durch eine andere Anordnung der Treibstofftanks schuf man Raum für 14 Passagiere oder 6 Tragen. Von diesem Modell wurden von Dornier in Lizenz 352 Stück für die deutsche Bundeswehr gebaut. Ab 1967 wurde die Produktion auf das nochmals leistungsgesteigerte Modell UH-1H umgestellt, von dem fast 8.000 Stück für die Army und andere Abnehmer gebaut wurden. Aus dem Modell 205 wurden später weitere militärische und zivile Versionen entwickelt, wie der Bell 206 JetRanger III, die zweimotorige Bell 212 ("Twin Huey") oder das Bell 412 (mit 4 statt 2 Rotorblättern). Bei der US-Army wurde der UH-1 inzwischen fast vollständig durch den UH-60 Black Hawk ersetzt. Die letzten Exemplare sollen Ende 2004 eingemottet werden. Ab diesem Datum sollen die Hubschrauberregimenter der Army nur noch aus AH-64 Apache, CH-47 Chinook, OH-58 Kiowa und UH-60 bestehen. Neben "Huey" ist auch "Teppichklopfer" als Spitzname bekannt. - Bedingt durch das Prinzip des Induzierten Widerstandes an den Rotorblättern wie auch jeder Tragfläche treten an den Blattspitzen Luftwirbel auf, was beim Durchlauf des folgenden Blattes zu dementsprechenden Knallgeräuschen führt. Der Hubschrauber ist so schon aus ca. 10 km Entfernung zu hören - erst als leises Grummeln, das immer lauter wird, und dann immer stärker werdende Knallgeräusche wenn der Hubschrauber nur noch ca 1,5 km entfernt ist. Seit der Einführung von Blättern neuer Geometrie in den 90er Jahren ist dieser Effekt wegen der Verschlankung der Blätter schon deutlich vermindert. Bedingt durch den Anstellwinkel und den Vortrieb führen die Rotorblätter eines jeden Hubschraubers sogenannte Schlagbewegungen aus, das vorlaufende Rotorblatt hat dabei die Tendenz hochzuschlagen, was zur Auftriebsverminderung führt. Das rücklaufende Blatt verliert im Richtungsflug bedingt durch die Rückanströmung an Auftrieb und schlägt nach unten. Die halbkardanische Rotorblattaufhängung der UH-1 (typisch für Zweiblattrotore) verhindert dabei ein Rollen um die Längsachse. Der belltypische Stabilisator dämpft entsprechend dem Kreiselprinzip allzu heftige Schlagbewegungen der starr miteinander verbundenen Hauptrotorblätter und vom Piloten kommende Steuereingaben.

Technische Daten des Modells UH-1H (205A-1)

OH-58 Kiowa
- Triebwerk: 1 Avco Lycoming T53-L-13 Wellenturbine mit 1.400 WPS (1.044 kW)
- Höchstgeschwindigkeit: 204 km/h
- Dienstgipfelhöhe: 3.840 m
- Reichweite: ca. 510 km mit Standard-Treibstoffzuladung von 814 l
- Flughöhe: 4280 m
- Leergewicht: 2.363 kg
- max. Abfluggewicht: 4.309 kg
- Rumpflänge: 12,77 m
- Länge über alles: 17,62 m
- Höhe über alles: 4,42 m
- Rotordurchmesser: 14,63 m Siehe auch: Liste der Hubschrauber

Weblinks


- [http://www.fas.org/man/dod-101/sys/ac/uh-1.htm FAS UH-1 Huey Helicopter]
- [http://www.rettung112.de/html/sar_41.html Bell UH-1]
- [http://www.tpub.com/content/uhhelicopters/TM-55-1520-210-10/ Bedienungsanleitung] (englisch)
- [http://www.rth.info/index.php?goto=typen.uh1d.htm Bell UH-1 in der Luftrettung]

Literatur


- Bell UH-1D Luftwaffe Siegfried Wache, F-40 Nr. 28 ISSN 1430-0117,
- Bell UH-1D Heeresflieger Siegfried Wache, F-40 Nr. 33 ISSN 1430-0117

Galerie

Bild:UH-1 Iroquois03.jpg|Seilwinde in Aktion Bild:UH-1 Iroquois02.jpg|Seilwinde Bild:UH-1 Iroquois00.jpg|Innenraum Bild:UH-1 Iroquois01.jpg|Tanken Kategorie:Bell Kategorie:Hubschraubertyp

Hubschrauber

Ein Hubschrauber (vor allem in der Schweiz auch: Helikopter, abgekürzt: Heli, zu griech. hélix "Windung; Spirale" und pterón "Flügel") ist ein Flugzeug, das durch einen oder mehrere motorisch angetriebene Drehflügel, Auftrieb und Vortrieb erzeugt. Die Drehflügel, Rotoren genannt, wirken wie sich drehende Tragflächen, daher gehören die Hubschrauber auch zu den Drehflügelflugzeugen, im Gegensatz zu den normalen Starrflügelflugzeugen.

Funktionsweise

Flugzeug Flugzeug Flugzeug Flugzeug Die rotierenden Rotorblätter erzeugen, wie die starren Tragflächen beim Flugzeug, infolge ihrer Anstellung gegenüber der Anströmungsgeschwindigkeit einen dynamischen Auftrieb. Beim schwebenden Hubschrauber entspricht die Anströmgeschwindigkeit der Umlaufgeschwindigkeit welche von der Fluggeschwindigkeit überlagert wird, wenn sich der Hubschrauber fortbewegt. Die Blattanstellung wird an allen Blättern gleichzeitig (kollektiv) durch das Anheben der Taumelscheibe vorgenommen, die auf der Rotorachse unter der Blattebene angeordnet ist. Über ein mit dem Rotor mitlaufendes Gestänge werden an den Blattwurzeln die Profilnasen angehoben bzw. gesenkt. Geht der Hubschrauber in den Vorwärtsflug, Seitenflug oder Rückwärtsflug über, so wird die Blattanstellung und damit der Auftrieb der Blätter während des Umlaufs um die Rotorachse verändert (zyklisch) indem die Taumelscheibe geneigt wird. Dabei erhalten im Normalflug die nach vorne laufenden Blätter einen geringeren Anstellwinkel und damit einen geringeren Auftrieb, die nach hinten laufenden Blätter werden höher angestellt und liefern einen grösseren Auftrieb. Man könnte annehmen, dass sich der Hauptrotor durch diese ungleichen Auftriebs-Komponenten zur Seite neigt. Dies ist aber nicht der Fall, da sich der Hauptrotor physikalisch wie ein Kreisel verhält. Das Gesetz der Kreisel-Präzession bewirkt, dass sich die Kräfte, die auf den Hauptrotor ausgeübt werden, um 90° in Drehrichtung versetzt auswirken. Der grössere Auftrieb der rücklaufenden Blätter lässt also die Rotorebene hinten ansteigen, der kleinere Auftrieb der vorlaufenden Blätter lässt die Rotorebene vorne absinken. Infolgedessen neigt sich die Rotorebene leicht nach vorne und der Hubschrauber erhält den nötigen Vortrieb. Die zyklischen Veränderungen des Auftriebs bewegen die Rotorblätter auf-und abwärts und verursachen am Blattanschluß veränderliche Drehmomente. Diese werden durch mechanische Schlaggelenke aufgefangen. Der mit dem wechselnden Auftrieb einhergehende veränderliche Widerstand bewirkt dass die Blätter ’’vorauseilen’’ bzw.‚ ’’zurückbleiben’’ wollen. Diese Bewegungen in der Rotorebene werden durch Schwenkgelenke ermöglicht. Neuere Rotorkopf-Hauptrotorblatt-Kombinationen kommen ganz ohne Gelenke aus (gelenkloser Hauptrotor), da die Hauptrotorblätter flexibel sind (z.B. glasfaserverstärkter Kunststoff) und alle notwendigen dynamischen Bewegungen kompensieren. Wird der Rotor durch den Antrieb in Drehung versetzt, so würde sich gleichzeitig der Rumpf in die entgegengesetzte Richtung drehen. Um den Hubschrauberrumpf stabil zu halten, muss daher das Giermoment ausgeglichen werden. Dieses kann auf mehrere Arten geschehen:
- seitlicher kleiner Rotor am Heck, der eine seitliche Kraft ausübt
- zweiter waagrechter Rotor, der sich in entgegengesetzter Richtung dreht und dadurch das Giermoment ausgleicht; hier sind Anordnungen hintereinander oder übereinander möglich
- einen Luftstrom, der zum Heck geleitet und dort seitlich ausgeblasen wird. Diese Methode wird auch als sogenannte NOTAR-Konstruktion bezeichnet (Abkürzung für engl. NO TAil Rotor = kein Heckrotor)
- seitlicher in Flugrichtung angebrachter Rotor, begünstigt durch seine Anordnung den Vortriebswirkungsgrad
- zwei ineinander greifende Hauptrotoren, deren Drehachse einen Winkel von ca. 30° bilden. Heckrotoren gibt es in verschiedenen Ausführungen. Mögliche Ausführungen sind zwei Blätter, drei Blätter oder vier Blätter oder ein ummantelter Heckrotor (Fenestron = Fensterchen, frz.). Da der Heckrotor ein Lärmfaktor ist, wird ständig versucht, den Heckrotor weiter zu entwickeln. Bei vierblättrigen Heckrotoren geht man dazu über, diese in X-Form anzuordnen. Die derzeit wahrscheinlich leiseste Form eines Heckrotors ist der Fenestron. Hierbei drehen sich die Blätter nicht frei in der Luft sondern befinden sich in einer Art Gehäuse im Heckausleger. Wie bei einem Jettriebwerk gibt es hier einen drehenden Anteil (Rotor) und einen festen Anteil (Stator). Damit der Lärmpegel aus dem Heckrotor gering ist, besteht ein Fenestron aus mehr als 4 Blättern (bis zu 12), die mit unterschiedlichem Abstand angeordnet sind. Dadurch wird der Lärm über mehrere Frequenzen verteilt und erscheint insgesamt leiser. In der Regel hat der Heckrotor eine festgelegte Umdrehungsgeschwindigkeit, welche abhängig ist von der Umdrehungsgeschwindigkeit des Hauptrotors (feste Verbindung). Der Antrieb des Heckrotors erfolgt aus dem Hauptgetriebe (für die Hauptrotoren und sonstige Pumpen) heraus über Wellen und Umlenkgetriebe bis zum Heckrotor. Die Antriebswellen drehen sich normalerweise mit einer anderen Geschwindigkeit als der Heckrotor, um Interferenzen (Aufschwingen) zu vermeiden. Die Kraft zum Ausgleich des Giermoments wird über unterschiedliche Anstellwinkel der Heckrotorblätter erreicht (gleiches Prinzip wie die kollektive Verstellung des Hauptrotors). Für kleine Hubschrauber können andere Regeln gelten. Während des Reisefluges ist bei vielen Hubschraubern der Heckrotor ohne Funktion (sofern die Richtung beibehalten wird). Das Seitenleitwerk und die Endplatten des Höhenleitwerkes werden durch den Vorwärtsflug angeströmt und kompensieren so das Giermoment. Die Endplatten haben daher eine leichte Schrägstellung zur Seite. In welche Richtung die Endplatten zeigen ist abhängig von der Drehrichtung des Hauprotors und der Anordnung des Heckrotors, da sich hieraus die Richtung des Giermoments ergibt. Sollte der Antrieb ausfallen, können Hubschrauber trotzdem sicher landen. Sie gehen dann in einen Sinkflug über, wobei durch die Luftströmung der Rotor angetrieben wird. Dieses wird als Autorotation bezeichnet (siehe auch Autogyro). Auch ein Ausfall des Heckrotors (z.B. Bruch der Antriebswelle oder ein Bruch der Steuerstangen, welche den Anstellwinkel der Heckrotorblätter kontrollieren) führt nicht zwangsläufig zum Absturz. Bei ausreichender Vorwärtsgeschwindigkeit kompensieren Seitenleitwerk und Endplatten das Giermoment. Der Hubschrauber kann dann ähnlich wie ein Flugzeug landen (mit dem Kufenlandegestell z.B. auf Gras). Hubschrauber können nicht so schnell wie Flugzeuge fliegen, meistens 200-250 km/h, einige Kampfhubschrauber bis 340 km/h. Auch die maximale Flughöhe ist begrenzt und liegt bei ungefähr 5000 Metern, wobei einzelne Modelle unter gesonderten Bedingungen auf eine Dienstgipfelhöhe von bis zu 9000 Metern gelangen können. Der Höhenrekord von 10.211 m wurde im Mai 2005 von Didier Delsalle mit einem Eurocopter Ecureuil/AStar AS350B3 aufgestellt. Die physikalische Begründung für die beschränkte Höchstgeschwindigkeit ist folgende: Schaut man von oben auf die Rotor-Ebene des Hubschraubers, so bewegt sich für einen Beobachter bei einem zweiblättrigen Hubschrauber ein Rotorblatt mit einer bestimmten Geschwindigkeit (der Drehgeschwindigkeit) nach vorne zur Nase, das andere zum Heck. Zu der Drehgeschwindigkeit des Rotorblatts addiert sich nun die Geschwindigkeit des Hubschraubers. Es kommt lokal am vorschlagenden Blatt zu einer Überschallgeschwindigkeit, das führt zum Abreißen der Strömung, die negative Einflüsse auf die Flugeigenschaften haben - für den Piloten äußert sich dies in starken Schwingungen, die die Kontrolle des Hubschraubers unmöglich machen können. Meist wird die Vorwärtsgeschwindigkeit eines Hubschraubers jedoch durch einen Strömungsabriss des rücklaufenden Rotorblattes begrenzt. Das nach hinten laufende Rotorblatt erhält einen größeren Anstellwinkel als das nach vorne laufende Blatt. Am inneren Bereich des rücklaufenden Rotorblattes kommt es durch die Vorwärtsgeschwindigkeit des Hubschraubers zu einer Anströmung von der Blatthinterseite aus. Am äußeren Bereich des rücklaufenden Rotorblattes kommt es durch den erhöhten Anstellwinkel zu einem Strömungsabriss. Daher kippen viele Hubschrauber in Richtung zum rücklaufenden Rotorblatt bevor das vorlaufende Blatt in den Überschallbereich kommt. Dafür kann ein Hubschrauber in der Luft stehen bleiben (Schweben, Schwebeflug, auch "Hover" genannt) und sogar rückwärts und seitwärts fliegen. Außerdem kann er sich im Schwebeflug und langsamen Vorwärts- oder Seitwärtsflug um die Hochachse drehen. Außerdem kann ein Hubschrauber senkrecht starten und landen und benötigt daher keinen Flugplatz. Für Hubschrauber gibt es viele Verwendungsmöglichkeiten, sowohl im militärischen wie auch im zivilen Bereich, der Rettungstransport für erkrankte und verletzte Personen gehört wohl zu den bekanntesten. Daneben werden Hubschrauber außer zur normalen Personenbeförderung auch eingesetzt zur Bekämpfung von Waldbränden, als fliegender Kran, zur Verkehrsüberwachung und vieles mehr.

Entwicklungsgeschichte

Rotorblatt inspiriert]] Schon Leonardo da Vinci hat Ende des 15. Jahrhunderts Skizzen eines Hubschraubers angefertigt, aber erst im 20. Jahrhundert gelang die technische Umsetzung dieser Idee. Pioniere der Hubschrauberentwicklung waren Alberto Santos Dumont, Louis Bréguet, Juan de la Cierva, Étienne Oehmichen, Oscar von Asboth und Igor Sikorsky. In den frühen 30er Jahren bauten Louis Bréguet und Rene Dorand mit dem Gyroplane-Laboratoire den ersten Hubschrauber, der über längere Zeit stabil flog. Bis zum Juni 1937 hielt er wohl alle internationalen Rekorde für Hubschrauber. 1937 übernahm der Focke-Wulf Fw 61 die Spitzenposition. Beide Hubschrauber wurden nicht in Serie gebaut. In Serie gebaut wurde noch während des zweiten Weltkriegs der Sikorsky R-4 Hoverfly, ein Nachfolger des Sikorsky VS-300. 1955 rüstete die französische Firma Sud Aviation ihren Hubschrauber Alouette II mit einer 250 kW-Turboméca-Artouste-Wellentubine aus und baute damit den ersten Hubschrauber mit Gasturbinenantrieb. Ein weiterer technischer Meilenstein war die MBB BO 105, die als erste Maschine über einen gelenklosen Rotorkopf verfügte. Heute fliegt bereits die vierte Hubschrauber-Generation, z.B. der Eurocopter EC 135 mit modernen Werkstoffen und Glascockpits. Seit den frühen siebziger Jahren gibt es nun auch flugfähige, ferngesteuerte Modellhubschrauber, die heute ihren großen Vorbildern fliegerisch in nichts nachstehen. Zum Führen eines Hubschraubers benötigt man in Deutschland eine Privatpilotenlizenz PPL(H) oder eine Berufshubschrauberpilotenlizenz CPL(H). Voraussetzung zum Erwerb dieser Lizenzen ist u.a. ein gültiges fliegerärztliches Tauglichkeitszeugnis.

Steuerung eines Hubschraubers

Zunächst muss festgehalten werden, dass ein Hubschrauber konzeptionell ein instabiles Luftfahrzeug ist, das heißt er hat ständig die Tendenz, in irgendeine Richtung zu kippen oder zu drehen. Um sinnvoll fliegen zu können, muss der Pilot diese Kipp- und Drehtendenzen durch kontinuierliche Steuereingaben abfangen. Dies gilt insbesondere für den Flug mit wenig oder gar keiner Vorwärtsgeschwindigkeit. Oberhalb von ca. 60 Knoten verhält sich ein Hubschrauber ähnlich wie ein Flugzeug und ist entsprechend einfach zu steuern. Zur Steuerung des Hubschraubers benötigt der Pilot (der im Gegensatz zu seinem Kollegen im Starrflügel-Flugzeug traditionellerweise rechts sitzt) beide Hände und Füße. Mit der linken Hand kontrolliert er die Kollektive Rotorblattverstellung (o.a.:Blattverstellhebel) (engl. Pitch), mit der der Anstellwinkel aller Rotorblätter verändert wird, wodurch der Auftrieb geregelt wird. Wenn der Anstellwinkel erhöht wird, erzeugt der Rotor mehr Auftrieb - der Hubschrauber steigt. Gleichzeitig würde die Rotordrehzahl abfallen. Um dies zu verhindern, wird das von den Motoren erzeugte Drehmoment erhöht. Der Hauptrotor dreht dadurch mit konstanter Geschwindigkeit. Mit der rechten Hand kontrolliert der Pilot über einen Steuerknüppel die Zyklische Rotorblattverstellung. Sie ändert den zyklischen Anstellwinkel jedes Rotorblatts, während es sich um die Rotorscheibe bewegt. Dadurch kann das Rotorsystem "gekippt" werden, und der Hubschrauber bewegt sich. Vor sich hat der Pilot schließlich zwei Pedale, mit denen der Heckrotor gesteuert wird. Durch Änderung der Leistung des Heckrotors kann der Hubschrauber bei niedrigen Geschwindigkeiten um die Hochachse rotieren.

Hubschraubertechnik

Auftrieb
- Rotorenanordnung

  - Hauptrotor-Heckrotor-Konfiguration
  - Focke-Konfiguration
  - Tandemkonfiguration
  - Koaxialrotor
  - Flettner-Doppelrotor
- Der Rotorkopf
  - Die Taumelscheibe
  - Das Schlaggelenk
  - Das Schwenkgelenk
- Auftrieb und Vortrieb
  - Der Schwebeflug
  - Der Vorwärtsflug
  - Blattspitzenantrieb
- Landevorrichtung

Verwendungszweck

Landevorrichtung
- Luftrettung:
  - Rettungshubschrauber
  - Intensivtransporthubschrauber
  - Großraum-Rettungshubschrauber
  - Notarzteinsatzhubschrauber
  - Ambulanzhubschrauber
- Transporthubschrauber
- Luftwaffe
  - Panzerabwehr
  - Luftabwehr
- Marine
  - U-Jagd
- Polizeihubschrauber
- Bauarbeiten an hohen Bauwerken (Hubschrauberkran)

Wichtige Hubschrauberhersteller

Hubschrauberkran Hubschrauberkran Hubschrauberkran]
- Deutschland / Frankreich
  - Eurocopter Group - EADS
- Deutschland
  - Messerschmitt-Boelkow-Blohm (MBB)
- Brasilien
  - Helibras
- USA
  - Bell Helicopters
  - Robinson Helicopter
  - Enstrom
  - Schweizer Aircraft Corporation
  - Kaman
  - MD Helicopters
  - Sikorsky Aircraft Corporation
  - Boeing Helicopters
- Russland
  - Mil
  - Kamov
- Italien/England
  - AgustaWestland (früher Westland Aircraft)
- Frankreich
  - Aérospatiale
  - SUD Aviation

Portal zum Thema

Portal:Luftfahrt

Siehe auch


- :Kategorie:Hubschrauberhersteller
- Liste der Hubschrauber
- Heliskiing
- Liste von Flugzeugtypen
- Heliport

Literatur


- Helikopter Hysterie Zwo, Heinrich Dubel, ISBN 3929010771
- [http://www.skydivingvideos.de/detail12-001-2.htm HELICOPTER BASICS - Hubschrauber-Lehr-DVD]

Weblinks


- http://www.helionline.de - German Helicopter Database
- http://www.heliport.de - Informationen zu div. Hubschraubertypen
- http://www.heliweb.ch - Helikopter in der Schweiz
- [http://www.hubschrauber.li/sogehts/steuer/mai_ste_tec.htm Schematische Darstellung einer Hubschraubersteuerung]
- http://www.helispot.com/photos/ Fotodatenbank
- http://www.helichris.pfeifhofer.info !Hubschrauber ja:ヘリコプター ko:헬리콥터

Bell Helicopters

baut das neuere Muster Bell 212 (s. Bild) auf]] Bell Helicopters ist ein US-amerikanischer Hubschrauberhersteller, der zum Textron Konzern gehört. Vor der Textron Übernahme war die Firma als Bell Aircraft Corporation bekannt.

Hubschrauber

Das Modell Bell 47 wurde durch seine vollverglaste Kanzel auch als "Goldfischglas" bekannt. Bell stellte u.a den UH-1 Iroquois (Huey) her, der bis heute in vielen Armeen als Kampf-, Transport- und SAR-Hubschrauber dient. Er gehört neben der Mil Mi-8 zu den meistgebauten Hubschraubern der Welt. Mit den Komponenten des UH-1 wurde in den 60er Jahren der erste echte Kampfhubschrauber, der AH-1 Cobra entwickelt. Er besaß als erster Kampfhubschrauber die Tandemanordnung von Pilot und Bordschützen hintereinander, wobei der Bordschütze vorn sitzt. Im zivilen Sektor ist vor allem der Bell 206 "Jet Ranger" zu einem gewohnten Anblick unter den Hubschraubern geworden. Zur einer richtigen Berühmtheit wurde der Bell 222, als diese Baureihe vom Fernsehen als "Super-Helikopter" in der TV-Serie "Airwolf" eingesetzt wurde.

Tiltrotorflugzeuge

Zusammen mit Boeing wird das Bell-Boeing V-22 Tiltrotorflugzeug produziert, in einem Joint-Venture mit Agusta das BA609 Tiltrotorflugzeug entwickelt.

Modelle

Siehe auch


- Liste der Hubschrauber

Weblinks


- http://www.bellhelicopter.com/ ! Kategorie:Hubschrauberhersteller Kategorie:Unternehmen (USA)

SAR (Rettungsdienst)

Search and Rescue (SAR, engl.), zu deutsch Suchen und Retten. Im Behördendeutsch beschreibt SAR den Such- und Rettungsdienst in der Bundesrepublik Deutschland für die Bereiche Luft- und Seefahrt. Hauptaufgabe des deutschen SAR-Dienstes ist also die Gewährleistung schneller Hilfe bei Unfällen mit Beteiligung von Luftfahrzeugen und bei Notlagen auf See (Seenot). Er obliegt Verwaltungen und zum bedeutenden Teil freiwilligen Organisationen (vgl. Katastrophenschutz). Der SAR-Dienst wurde auf Grund internationaler Vereinbarungen eingerichtet. Verantwortlich dafür sind die Bundesländer, doch bei länderübergreifenden Schadenslagen auch das Bundesverkehrsministerium, z.T. das Bundesinnenministerium und das Bundesverteidigungsministerium. Für suchende und rettende Freiwillige (vgl. die "emergenten Organisations-Netzwerke"), die es vereinzelt gibt, wird in Deutschland der Ausdruck "SAR" nicht verwendet. emergenten Organisations-Netzwerke

Luftrettung

Im Bereich der Luftfahrt wird der SAR-Dienst von der Bundeswehr (Luftwaffe und Marine) wahrgenommen. Dieser wurde mit dem Beitritt Deutschlands zur ICAO, der internationalen zivilen Luftfahrtorganisation, aufgestellt. Jedes Mitgliedsland der ICAO muss einen SAR-Dienst unterhalten. ICAO Aufgaben des SAR-Dienstes der Bundeswehr sind:
- Hilfeleistung für in Not geratene Luftfahrzeuge und Rettung von Crew und Passagieren;
- Unterstützung des Seenotrettungsdienstes in der deutschen Nord- und Ostsee;
- Unterstützung der eigenen, verbündeten und befreundeten Streitkräfte;
- Unterstützung des zivilen Rettungsdienstes, sofern militärische Aufgaben dem nicht entgegenstehen und genügend Kapazitäten vorhanden sind;
- Abstellung von Rettungshubschraubern zur Unterstützung der Länder.

Seenotrettung

SeenotrettungDurch die Mitgliedschaft in der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation (International Maritime Organisation, kurz IMO) der Vereinten Nationen muss Deutschland auch einen maritimen SAR-Dienst (Seenotrettungsdienst) unterhalten. Diese staatliche Aufgabe wurde mit einer Vereinbarung zwischen dem Bundesverkehrsministerium und der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger an letztere übertragen und wird dort von Bremen Rescue Radio durchgeführt. Darüber hinaus hält die Marine SAR-Hubschrauber an Nord- und Ostsee zur Seenotrettung vor. Bei der Seenotrettung mittels SAR-Hubschraubern spielt die Aufnahme von Verletzten oder erkrankten Personen mittels der Rettungswinde eine maßgebliche Rolle. Ebenfalls eine Besonderheit ist, dass die Luftrettung über See (engl. "offshore") mangels alternativer Rettungsmöglichkeiten oftmals auch unter sehr schwierigen Wetterbedingungen erfolgt. Insofern unterscheidet die Seenotrettung klar von rettungsdienstlichen und SAR-Einsätzen über Land. Siehe auch: Mann-über-Bord-Manöver

Bergrettung

Mann-über-Bord-ManöverMann-über-Bord-ManöverEin weiteres Einsatzgebiet von SAR-Hubschraubern ist die Rettung in schwierigem, weil gebirgigem Gelände. Hierzu hält die deutsche Luftwaffe - vor allem das Lufttransportgeschwader 61 (Penzing) - alpennah SAR-Hubschrauber vor, die mit ihrer Ausrüstung (u.a. Rettungswinde) eine sinnvolle Ergänzung zur Luftrettung darstellen. Suchflüge und Rettungsaktionen der SAR-Einheiten können im Gegensatz zu vielen nur tagsüber vorgehaltenen zivilen Rettungshubschraubern rund um die Uhr erfolgen. Die deutschen SAR-Hubschrauber in den Alpen werden bei Bedarf durch weitere Helikopter aus den Beständen der Bundeswehr ergänzt, sofern die vorliegende Notlage dies erfordert. Die SAR-Hubschrauberbesatzungen arbeiten vor Ort oftmals mit der Bergwacht zusammen. Trainiert werden neben gemeinsamen Suchaktionen auch Flüge mit Rettungs- und Suchhunden, um z.B. nach Lawinen Opfer orten und retten zu können.

Ausstattung der SAR-Hubschrauber

Wesentlicher Bestandteil der SAR-Rettungsmittel Deutschlands ist das bundeseigene Hubschrauber-Stützpunktnetz. Auf dem Festland unterhält die Luftwaffe der Bundeswehr zahlreiche sogenannte SAR-Kommandos, hinzu kommen SAR-Hubschrauber der Marine auf Helgoland, in Warnemünde und Kiel. Die Marine-SAR-Hubschrauber übernehmen die SAR-Aufgabe über Nord- und Ostsee gemeinsam mit der DGzRS. Dabei sind alle SAR-Hubschrauber in Deutschland ausgestattet unter anderem mit folgendem spezifischem Equipment: SAR-Hubschrauber an SAR-Kommandos
- Beatmungsgerät (Notfall-Respirator)
- Defibrillator und Kardioskop
- Arzttasche
- Vakuummatratze zur Patienten-Immobilisierung
- 2 Krankentragen
- Rettungswinde
- Die SAR-Hubschrauber der Luftwaffe führen außerdem einen Kerosin-Zusatztank mit sich.
- Manche SAR-Hubschrauber sind aufgrund des Engagements ihrer Besatzungen noch darüber hinausgehend ausgerüstet! SAR-Hubschrauber an Rettungszentren ...sind in das Netz der zivilen Rettungshubschrauber integriert. Sie sind analog zu den zivilen Luftrettungsmitteln nach Norm ausgestattet.

Besatzung der SAR-Hubschrauber

Die Besetzung von SAR-Hubschraubern mit Funktionsträgern richtet sich in Deutschland nach dem jeweils zugedachten Auftrag des Kommandos. Rettungshubschrauber Im Bereich der Marineflieger bilden stets mindestens vier Personen der Crew, darunter
- zwei Hubschrauberführer,
- ein Luftfahrzeugoperationsoffizier (LOPO) und
- ein Bordmechaniker mit med. Ausbildungsstand Rettungssanitäter. Zum Einsatz kommen dabei Westland Sea King MK 41-Hubschrauber. Im Bereich der Luftwaffe werden SAR-Kommandos hingegen regulär die Hubschrauber besetzt mit
- einem Hubschrauberführer,
- einem Bordmechanikermeister und
- einem Luftrettungsmeister. Zum Einsatz kommen dabei Hubschrauber vom Typ Dornier Bell UH-1D. Die SAR-Rettungshubschrauber an Rettungszentren, welche ebenfalls die Luftwaffe vorhält, fliegen aufgrund ihres anders gearteten Auftrags (Schwerpunkt Notfallrettungsdienst) mit einer modifizierten Besatzung, bestehend aus
- einem Hubschrauberführer
- einem Bordmechanikermeister,
- einem Rettungsassistenten sowie
- einem Notarzt. Zum Einsatz kommen auch dort Hubschrauber vom Typ Dornier Bell UH-1D.

Einsatzbereitschaft der SAR-Hubschrauber

Die Hubschrauber an SAR-Kommandos sind generell 24h / Tag, ganzjährig einsatzbereit. Tagsüber gilt eine Vorlaufzeit von max. 15 Minuten, im Zeitraum von 30 Minuten nach Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang erhöht sie sich auf maximal eine Stunde. Die SAR-Rettungshubschrauber an den Rettungszentren der Luftwaffe sind analog zum "Christoph"-Rettungshubschrauber-Netz innerhalb von 2 Minuten nach dem Alarm in der Luft. SAR-Rettungshubschrauber an Rettungszentren stehen von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang (max. 21:00h) zur Verfügung.

Alarmierung

Die Anforderung von SAR-Einheiten wird vornehmlich dann notwendig, wenn ein Luft- oder Wasserfahrzeug in eine Notlage gerät oder vermisst wird. Meist wird von den Betroffenen oder aber besorgten Angehörigen bzw. koordinierenden Stellen (Tower / Hafen) zunächst in solchen Lagen die örtlich zuständige Rettungsleitstelle, die Polizei oder die Feuerwehr über Notruf 112 informiert. Sofern die jeweilige Leitstelle Hilfe von SAR-Einheiten benötigt, setzt sie sich mit der zuständigen SAR-Leitstelle in Verbindung. Die Alarmierung der SAR-Hubschrauber an den SAR-Kommandos erfolgt dann über die SAR-Leitstelle Münster (Westfalen) für den Festlandbereich bzw. über die SAR-Leitstelle Glücksburg für den maritimen Bereich. Anfordernde Stelle ist also typischerweise die Luftaufsicht oder eine andere Institution, alarmierende und entsendende (befehlsbefugte) Zentrale jedoch die SAR-Leitstelle.
Mit Notärzten besetzte SAR-Rettungshubschrauber werden über die regional zuständige Rettungsleitstelle eingesetzt, wenn sie für rettungsdienstliche Aufgaben herangezogen werden. Die Anforderung von Rettungshubschraubern zur notfallmedizinischen Versorgung obliegt nicht dem Anrufer, sondern stellt eine Entscheidung des verantwortlichen Disponenten dar.

Vergleichbare Systeme im Ausland

GlücksburgIm Folgenden ist exemplarisch ein Einblick in die Zuständigkeiten für den SAR-Dienst in einigen anderen Staaten der Erde gegeben.
- In den Niederlanden werden Hubschrauber des Typs Bell 412 der Luftstreitkräfte für den Such- und Rettungsdienst eingesetzt. Besonders häufig werden die westfriesischen Inseln angeflogen.
- In Großbritannien gewährleistet die Royal Air Force (RAF) mit Westland Sea King Hubschraubern den SAR-Dienst (siehe Bild).
- In Griechenland hält die dortige Luftwaffe Helikopter vom Typ AS-332 Super Puma für den SAR-Dienst vor [http://www.jetphotos.net/viewphoto.php?id=548848 (Foto...)].
- In Neuseeland übernimmt die Polizei in Küstennähe und die Küstenwache (Maritime Safety Authority) bei ausgedehnten Suchgebieten die Durchführung von Such- und Rettungsaktionen.
- In Kanada ist die Küstenwache maßgeblicher Anbieter des maritimen SAR-Dienstes.
- Auf den Bahamas gibt es keine Institution, die SAR-Dienste mit festangestellten Mitarbeitern betreibt. Diese Aufgabe (Gewährleistung der Seenotrettung) übernehmen ehrenamtliche Mitglieder der Organisation BASRA. Sie werden vom Militär und der US-Küstenwache bei Bedarf unterstützt.

Literatur


- Holger Scholl: Luftrettung. Verlag Stumpf und Kossendey (S&K Verlag), Edewecht 2002, S. 195 ff., ISBN 3-932-750-77-2

Weblinks


- http://www.rth.info/index.php?goto=betreiber.bw.htm Text über den SAR-Dienst der Bundeswehr
- http://www.rth.info/stationen.tab.sar.htm Standortliste der SAR-Hubschrauber
- http://www.sar-71.de Rettungshubschrauber "SAR 71"
- http://www.luftrettung-info.de.vu
- http://www.dgzrs.de/wir_ueber_uns/index_wuu_aufgabe.htm Informationen der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger
- http://www.rettung112.de/html/sar_41.html Daten und div. Bildmaterial zu "SAR 41"

International


- http://www.sar303sqn.nl/ SAR-Dienst in den Niederlanden
- http://www.nzlsar.org.nz/ SAR-Dienst in Neuseeland
- http://www.ccg-gcc.gc.ca/sar/main_e.htm Maritimer SAR-Dienst in Kanada
- http://www.basra.org/index.html Ehrenamtliche SAR-Organisation auf den Bahamas Kategorie:Luftrettung Kategorie:Wasserrettung Kategorie:Katastrophenschutz Kategorie:Luftfahrt Kategorie:Sicherheit

22. Oktober

Der 22. Oktober ist der 295. Tag des Gregorianischen Kalenders (der 296. in Schaltjahren) - somit bleiben 70 Tage bis zum Jahresende.

Ereignisse


- 1797 - André-Jacques Garnerin springt mittels Fallschirm aus einem Ballon. Sein Sprung ist der erste Fallschirmsprung in Europa.
- 1836 - Sam Houston wird erster Präsident der unabhängigen Republik Texas.
- 1895 - Nach einem spektakulären Eisenbahnunfall im Bahnhof Montparnasse in Paris wird der Lokführer zu 50 Franc Strafe verurteilt und muss für zwei Monate ins Gefängnis.
- 1904 - Doggerbank-Zwischenfall. Beschuss britischer Fischerboote vor der Doggerbank durch die Russische Ostseeflotte.
- 1943 - Ein Britischer Bombenangriff auf Kassel zerstört die Stadt größtenteils und führt zum Tod tausender Bewohner.
- 1946 - In der Sowjetischen Besatzungszone werden rund 2100 Wissenschaftler und Spezialisten zusammen mit ihren Familien zu Reparationsleistungen in die Sowjetunion verschleppt
- 1948 - Walter Ulbricht erklärt die Oder-Neiße-Grenze zwischen Deutschland und Polen als endgültig
- 1953 - König Sisavong Vong von Laos ruft einseitig die vollständige Unabhängigkeit des Landes von Frankreich aus.
- 1962 - John F. Kennedy kündigt nach der Entdeckung von sowjetischen Raketenabschussbasen auf Kuba eine Blockade des für die Insel bestimmten Flug- und Schiffsverkehrs an. Siehe Kubakrise
- 1962 - In der Sowjetunion wird Oberst Oleg Penkowski wegen Spionage für die USA und England verhaftet.
- 1990 - Ein Handelsabkommens zwischen der EU und Rumänien wird unterzeichnet.
- 1990 - Souveränitätserklärung von Turkmenistan, das sich somit von der aufgelösten Sowjetunion lossagt.
- 1999 - Maurice Papon, ein Vertreter des Vichy-Regimes in Frankreich während des 2. Weltkriegs, 1961 verantwortlich für die Todesschüsse auf algerische Demonstranten in Paris, tritt seine Gefängnisstrafe aufgrund seiner Verbrechen gegen die Menschlichkeit an.

Wirtschaft

Wissenschaft, Technik


- 1938 - Die erste Herstellung einer Fotokopie einer Schriftvorlage gelingt Chester Carlson in einem Labor, Nähe New York, der darauf ein Patent erhält.
- 1968 - Nach 163 Erdumkreisungen wassert Apollo 7 sicher im Atlantik.

Kultur


- 1725 - Uraufführung des Singspiels "Die Hamburger Schlacht-Zeit, oder Der mißgelungene Betrug" von Reinhard Keiser am Theater am Gänsemarkt in Hamburg.
- 1904 - Mit der "B.Z. am Mittag" erscheint in Berlin die erste deutsche Boulevard-Zeitung im Straßenverkauf.
- 1959 - Uraufführung des Antikriegsfilms "Die Brücke" von Bernhard Wicki.
- 1962 - Uraufführung der Oper "L'opéra d'Aran" ("Die Oper von der Insel Aran") von Gilbert Bécaud in Paris
- 1964 - Jean-Paul Sartre lehnt den ihm verliehenen Literaturnobelpreis ab.
- 1965 - Ein Kulturabkommen zwischen Deutschland und Portugal wird unterzeichnet und am 29. Dezember 1966 in Kraft treten.
- 1985 - Erstausstrahlung der Serie "Die Schwarzwaldklinik" im ZDF
- 1987 - Uraufführung der Oper "Nixon in China" von John Adams an der Grand Opera an Houston, Texas.
- 2005 - Mit einem [http://www.nightwish.com/deutsch/lettertotarjade.html offenen Brief] wird die Sängerin der Band Nightwish offiziell aus der Band ausgeschlossen

Religion


- 1844 - Die von der Miller-Bewegung erwartete Wiederkehr von Jesus Christus bleibt aus. Enttäuschte Anhänger gründen später die Siebenten-Tags-Adventisten.
- 1922 - Wiederbezug der Benediktinerabtei St. Matthias (Trier)
- 1978 - Mit der Inthronisation von Papst Johannes Paul II. beginnt dessen Pontifikat.

Katastrophen


- 1707 - Strandung von 4 Schiffen eines Geschwaders der Royal Navy unter Admiral Sir Clowdisley Shovell auf den Scilly Inseln wegen Navigationsfehlern. Über 1600 Tote, 26 Überlebende
- 1940 - Nach der Kollision mit einem Frachtschiff sinkt der kanadischen Zerstörer "Margaree" im Nordatlantik. Dabei sterben 140 Menschen.

Sport


- Ereignisse aus dem Bereich der Formel 1 siehe dort.
- Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden s. u. der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.

Geboren

Leichtathletik Leichtathletik Leichtathletik Leichtathletik
- 700 - Willibald von Eichstätt, erster Bischof von Eichstätt
- 1197 - Juntoku, 84. Kaiser von Japan
- 1511 - Erasmus Reinhold, deutscher Astronom und Mathematiker
- 1565 - Benedikt Carpzov der Ältere, deutscher Professor für Rechtswissenschaften
- 1591 - Alfonso III. d'Este, ältester Sohn des Herzogs Cesare d'Este
- 1605 - Frédéric-Maurice de La Tour d'Auvergne, duc de Bouillon, französischer General
- 1648 - Alexei I., russischer Zar
- 1688 - Nadir Schah, Schah von Persien
- 1689 - Johann V., portugiesischer König
- 1729 - Johann Reinhold Forster, deutscher Naturforscher
- 1751 - Nathanael Gottfried Leske, deutscher Naturforscher
- 1761 - Antoine Barnave, französischer Politiker
- 1811 - Franz Liszt, Pianist und Komponist
- 1818 - Charles Marie Leconte de Lisle, französischer Dichter
- 1844 - Sarah Bernhardt, französische Schauspielerin
- 1858 - Auguste Viktoria, deutsche Kaiserin
- 1859 - Karl Muck, deutscher Dirigent
- 1860 - Traugott Tamm, deutscher Schriftsteller
- 1869 - Oskar Hergt, deutscher Politiker
- 1870 - Iwan Bunin, russischer Dichter
- 1872 - Alessio Ascalesi, Erzbischof von Neapel und Kardinal
- 1880 - Jan van Beek, niederländischer Fußballspieler
- 1881 - Clinton Davisson, US-amerikanischer Physiker (Physiknobelpreis 1937)
- 1881 - Johannes Freumbichler, österreichischer Heimatschriftsteller
- 1885 - Giovanni Martinelli, italienischer Opernsänger (Tenor)
- 1891 - Kurt Hickethier, deutscher Arzt
- 1899 - Otto Krayer, deutscher Arzt und Pharmakologe
- 1900 - Karl Walz, deutscher Politiker (CDU)
- 1903 - George Beadle, US-amerikanischer Biologe
- 1903 - Curly Howard, amerikanischer Komiker (The Three Stooges)
- 1906 - Kees van Baaren, niederländischer Komponist und Lehrer
- 1906 - Fritz Cremer, deutscher Bildhauer
- 1913 - Robert Capa, US-amerikanischer Fotograf
- 1913 - Bao Dai, letzter Kaiser von Vietnam
- 1913 - Hans-Peter Tschudi, Schweizer Politiker
- 1919 - Doris Lessing, englische Schriftstellerin
- 1920 - Timothy Leary, US-amerikanischer Psychologe
- 1921 - Georges Brassens, französischer Chansonnier
- 1921 - Herbert Gruhl, deutscher Politiker und Umweltschützer
- 1923 - Bert Trautmann, deutscher Fußballspieler
- 1925 - Robert Rauschenberg, US-amerikanischer Maler
- 1929 - Lew Jaschin, sowjetischer Torwart
- 1934 - Julio Jiménez, spanischer Radrennfahrer
- 1936 - Jacques Berndorf, Schriftsteller und Journalist
- 1937 - Manos Loïzos, griechischer Komponist
- 1938 - Sir Derek Jacobi, britischer Schauspieler
- 1938 - Christopher Lloyd, US-amerikanischer Schauspieler
- 1938 - Claus Hipp, deutscher Unternehmer und Künstler
- 1939 - Joaquím Alberto Chissano, mosambikanischer Unabhängigkeitskämpfer, Staatspräsident
- 1942 - Annette Funicello, US-amerikanische Sängerin
- 1943 - Catherine Deneuve, französische Filmschauspielerin
- 1943 - Urszula Dudziak, polnische Jazzsängerin
- 1943 - Robert Fuller, US-amerikanischer Sänger
- 1943 - Robert Long, niederländischer Sänger und Songschreiber
- 1943 - Wolfgang Thierse, deutscher Politiker (SPD), Bundestagsvizepräsident
- 1943 - Hans Hartz, deutscher Musiker
- 1945 - Leslie West, US-amerikanischer Musiker, Sänger und Songschreiber
- 1946 - Eddie Brigati, US-amerikanischer Sänger
- 1948 - Arsène Wenger, französischer Fußballtrainer
- 1949 - Manfred Trojahn, deutscher Komponist
- 1949 - Butch Goring, kanadischer Eishockeyspieler und -trainer
- 1952 - Jeff Goldblum, US-amerikanischer Schauspieler
- 1959 - Stefan Kurt, Schweizer Schauspieler
- 1963 - Brian Boitano, US-amerikanischer Eiskunstläufer
- 1964 - DraÏen Petroviç, kroatischer Basketballspieler
- 1965 - Alison Louise Kennedy, britische Schriftstellerin
- 1967 - Ulrike Maier, österreichische Skirennläuferin
- 1969 - Helmut Lotti, belgischer Sänger
- 1975 - Michel Salgado, spanischer Fußballspieler
- 1975 - Steve Vermaut, belgischer Radrennprofi
- 1975 - Ulyana Gumeniuk, ukrainische Malerin

Gestorben

Ulyana Gumeniuk Ulyana Gumeniuk Ulyana Gumeniuk
- 741 - Karl Martell, fränkischer Hausmeier aus dem Geschlecht der Karolinger
- 1100 - Břetislav II., böhmischer Herzog der Přemysliden, ermordet
- 1383 - Ferdinand I. der Schöne, portugiesischer König 1367-1383
- 1563 - Diego de Siloé, spanischer Baumeister und Bildhauer
- 1764 - Jean Marie Leclair, französischer Geiger, Komponist
- 1802 - Samuel Arnold, englischer Komponist und Organist
- 1818 - Joachim Heinrich Campe, deutscher Schriftsteller, Sprachforscher und Pädagoge
- 1843 - Roman Soltyk, polnischer General
- 1847 - Henriette Herz, deutsche Schriftstellerin
- 1849 - Gottlob König, deutscher Forstwissenschaftler
- 1854 - Jeremias Gotthelf, Schweizer Schriftsteller
- 1859 - Louis Spohr, deutscher Komponist
- 1863 - Johann Friedrich Böhmer, deutscher Historiker (
- 1795)
- 1882 - Ion Andreescu, rumänischer Maler
- 1882 - János Arany, ungarischer Dichter
- 1902 - Walter Hauser, Schweizer Politiker, Staatspräsident
- 1906 - Paul Cézanne, französischer Maler des Impressionismus
- 1919 - Hermann Weingärtner, deutscher Turner und Olympiasieger
- 1922 - Lyman Abbott, US-amerikanischer Religionsphilosoph
- 1928 - Andrew Fisher, australischer Premierminister
- 1943 - Josef Venantius von Wöss, österreichischer Kirchenmusiker, Komponist und Verlagsredakteur
- 1953 - Albert Meyer, Schweizer Politiker
- 1954 - Oswald de Andrade, brasilianischer Schriftsteller
- 1957 - Bok de Korver, niederländischer Fußballspieler
- 1959 - Jorgo Busianis, griechischer Maler
- 1965 - Paul Tillich, deutscher protestantischer Theologe und Religionsphilosoph
- 1969 - Tommy Edwards, US-amerikanischer Sänger
- 1973 - Pablo Casals, Cellist, Komponist und Dirigent
- 1975 - Arnold J. Toynbee, britischer Kulturtheoretiker und Geschichtsphilosoph
- 1976 - Else Brökelschen, deutsche CDU-Politikerin
- 1979 - Arnold Joseph Toynbee, britischer Historiker
- 1979 - Nadia Boulanger, französische Musikpädagogin, Komponistin und Dirigentin
- 1981 - David Burghley, britischer Leichtathlet und langjähriger IAAF-Präsident
- 1986 - Albert von Szent-Györgyi Nagyrapolt, ungarischer Biochemiker (Medizinnobelpreis 1937)
- 1986 - Ye Jianying, chinesischer Politiker, Staatsoberhaupt der Volksrepublik China
- 1987 - Jerzy Chromik, polnischer Leichtathlet
- 1987 - Lino Ventura, französischer Filmschauspieler
- 1990 - Werner Jarowinsky, war Mitglied des Politbüros des Zentralkomitees der SED in der DDR
- 1993 - Jiri Hájek, tschechoslowakischer Politiker
- 1994 - Tilli Breidenbach, deutsche Schauspielerin ("Lindenstraße")
- 1995 - Mary Wickes, US-amerikanische Schauspielerin
- 1998 - Eric Ambler, englischer Schriftsteller
- 2002 - Richard Helms, US-amerikanischer Politiker und CIA-Chef
- 2004 - Jean-François Leuba, ehem. schweizerischer Nationalratspräsident
- 2005 - Franky Gee alias "Captain Jack", kubanischer Musiker
- 2005 - Arman, französisch-US-amerikanischer Objektkünstler und Mitbegründer des Nouveau Réalisme

Feier- und Gedenktage


- Gedenktag des Heiligen Ingbert
- Gedenktag des Seligen Kaiser Karl

Siehe auch


- 21. Oktober - 23. Oktober
- 22. September - 22. November
- Historische Jahrestage - Zeitskala
- Wikipedia:Glaskugel - Wikipedia:Formatvorlage Tag 1022 ja:10月22日 ko:10월 22일 simple:October 22 th:22 ตุลาคม

Vietnamkrieg

Der Vietnamkrieg bezeichnet die letzte, besonders verlustreiche Etappe in einem dreißigjährigen bewaffneten Konflikt, der mit dem Widerstand der vietnamesischen Kommunisten und anderer Gruppierungen gegen den Verbleib bzw. die Wiederkehr der französischen Kolonialmacht ab 1945/46 begonnen hatte (Indochinakrieg). Indochinakrieg in Südvietnam mit US-General William Westmoreland (2 v.l.), Generalleutnant der südvietnamesischen Streitkräfte Nguyen Van Thieu (2.v.r.) und mit dem Premierminister von Südvietnam Nguyen Cao Ky.]] Nguyen Cao Ky __TOC__ Der Vietnamkrieg war ein Bürgerkrieg, ein Stellvertreterkrieg und zugleich der fortgesetzte Unabhängigkeitskampf gegen die in Südostasien sich formierenden US-Interessen. Er stellt somit eine vom Antikolonialismus geprägte Konfrontation im Kalten Krieg dar. Auf der einen Seite kämpfte ein Militärbündnis der USA, der Republik Vietnam (Südvietnam), Australiens und Südkoreas. Auf der anderen Seite stand ein Militärbündnis der Demokratischen Republik Vietnam (Nordvietnam) und der Nationalen Befreiungsfront (franz. FNL, engl. NLF, in westlichen Ländern meist Viet Cong genannt), einer südvietnamesischen kommunistischen Guerillaorganisation. Die UdSSR wie auch die Volksrepublik China stellten Nordvietnam und der Nationalen Befreiungsfront militärische Hilfe zur Verfügung, griffen aber direkt nicht ein. Ab 1970 weiteten die USA ihre militärischen Aktionen, insbesondere die verheerenden Bombardierungen, auf die Nachbarstaaten Kambodscha und Laos aus.

Kriegsursachen

Der Vietnamkrieg war in vielerlei Hinsicht ein direkter Nachfolger des französischen Indochinakrieges (auch 1. Indochinakrieg genannt), den die Franzosen um ihre Kolonien in Indochina und gegen die Unabhängigkeitsbewegung unter dem Führer der Kommunistischen Partei, Ho Chi Minh, geführt hatten. Nachdem die vietnamesischen kommunistischen Streitkräfte (Viet Minh) die französische Kolonialarmee (u.a. die Fremdenlegion) bei der Schlacht von Dien Bien Phu 1954 besiegt hatten, erlangte die Kolonie die Unabhängigkeit. Gemäß der folgenden Genfer Regelung wurde Vietnam vorübergehend in einen kommunistischen Norden und in einen westlich orientierten Süden aufgeteilt. Das Land sollte 1956 durch Wahlen vereinigt werden. Diese wurden jedoch nie durchgeführt. Die südvietnamesische Regierung des Präsidenten Ngo Dinh Diem annullierte die Wahlen. Darin unterstützt wurde er durch US-Präsident Eisenhower. Beide befürchteten einen Sieg Ho Chi Minhs. Als Reaktion auf die Wahlannullierung wurde die Nationale Befreiungsfront (Front National de Libération, FNL), eine Guerillabewegung, als Opposition zur südvietnamesischen Regierung gebildet. Der Westen nannte die Nationale Befreiungsfront Viet Cong, Abk. für Vietnam Cong San, vietnamesischer Kommunist. Die Befreiungsfront selbst gebrauchte diesen Namen nie. Auf die Operationen der FNL reagierten die USA zunächst mit der Entsendung militärischer Berater zur Unterstützung der südvietnamesischen Regierung. Sie befürchteten, dass der Sturz des Saigoner Regimes den Fall weiterer Staaten in der Region zur Folge haben würde (Domino-Theorie). Nordvietnam und die UdSSR stützten die Nationale Befreiungsfront mit Waffen und Versorgungsmaterial, Militärberatern und regulären Truppen der nordvietnamesischen Armee, die über ein umfangreiches Wege- und Straßennetz, bekannt als Ho-Chi-Minh-Pfad, transportiert wurden.

Die US-amerikanische Intervention

Ho-Chi-Minh-Pfad Ho-Chi-Minh-Pfad Ho-Chi-Minh-Pfad Die US-amerikanische Einmischung in den Krieg erfolgte als ein jahrelanger Prozess während der Präsidentschaft von Eisenhower, Kennedy, Johnson und Nixon. Unter Johnson, der selbst enge Kontakte zur Rüstungsindustrie (Kellog, Brown & Root) besaß, eskalierte der Konflikt. Dem offenen Kriegsausbruch ging aber nie eine formale Kriegserklärung voraus. Am 7. August 1964 verabschiedete der US-Kongress stattdessen eine gemeinsame Resolution zum Tonkin-Zwischenfall. Dies war eine Reaktion auf den vermeintlichen Angriff nordvietnamesischer Kanonenboote auf zwei US-Zerstörer im Golf von Tonkin, der jedoch vom US-Geheimdienst NSA manipuliert worden war. Der Vorfall gab dem Präsidenten eine breite Unterstützung für das Eingreifen in einen Bürgerkrieg, der in einem weit entfernten, der US-Öffentlichkeit kaum bekannten Land stattfand. Am 8. März 1965 landeten die ersten 3.500 US-Marines des 7. Marine Regements, 1. Marine Division in Südvietnam; bis 1968 wurden 543.000 amerikanische Soldaten dort stationiert; die Zahl der getöteten amerikanischen Soldaten belief sich durchschnittlich auf über 100 pro Woche. Chef des Pentagons war während dieser Zeit Robert S. McNamara. Die Johnson-Regierung verschärfte im Laufe der Jahre ihren Einsatz, obwohl ein echter Erfolg sich nicht einstellen wollte. Die Vereinigten Stabschefs sahen massivere Bombardierungen als Lösung an; Johnson kam ihren Forderungen wegen der internationalen und innenpolitischen Folgen aber nur halbwegs nach. Der stets optimistische Kommandant der US-Streitkräfte in Vietnam, General William Westmoreland, musste der amerikanischen Öffentlichkeit vor beiden Häusern des Kongresses versichern, dass die Truppensteigerungen und die Überlegenheit der Army schon bald den Sieg bringen werde. Der immer schwächer werdende Glaube an ein „Licht am Ende des Tunnels“ (Westmoreland) wurde jedoch durch die Tet-Offensive am 30. Januar 1968 vollends erschüttert. Hierbei traten ca. 84.000 Kämpfer von Vietcong und Nordvietnamesischer Armee (NVA) zur Eroberung von zahlreichen Provinz- und Distrikthauptstädten an. Insgesamt verloren die NVA und der Vietcong mit über 50.000 Toten und Gefangenen mehr als die Hälfte ihrer eingesetzten Kräfte während der Tet-Offensive. Keine der eroberten Städte konnte gehalten werden, die erwartete Unterstützung durch die südvietnamesische Bevölkerung blieb aus. Militärisch war die Offensive eine schwere Niederlage für die NLF, insbesondere der Vietcong war so stark dezimiert, dass von diesem Zeitpunkt an reguläre nordvietnamesische Truppen die Hauptträger des Kampfes in Einheiten wurden, die nur noch dem Namen nach Vietcong-Einheiten waren. Psychologisch jedoch war dies der Wendepunkt im Vietnamkrieg, denn die überraschende Offensivkraft des Gegners, den man am Rande des Zusammenbruches glaubte, überzeugte viele Amerikaner von der Unmöglichkeit des Sieges. Inzwischen wuchs in der amerikanischen Bevölkerung die Stimmung, von der Regierung mittels eines Krieges ohne klaren Anfang oder sicheres Ende in die Irre geführt zu werden. Als General Westmoreland verlangte, weitere Truppen nach Vietnam zu senden, erreichte Clark Clifford, seit dem 1. März 1968 Nachfolger McNamaras im Amt des Verteidigungsministers, dass Präsident Johnson diese Bitte ausschlug. Er ging in seiner Besorgtheit um die Auswirkungen weiterer möglicher Hiobsbotschaften aus Vietnam auf die öffentliche Kriegsmoral in den USA sogar noch weiter. Zu Beginn der Belagerung von Khe Sanh, einem stark befestigten Außenposten der Marines hoch im Norden Südvietnams, nahe der entmilitarisierten Zone, verlangte er von seinen Stabschefs eine schriftliche Garantie, dass dieser Posten gehalten werden konnte. Dies gelang, nach 77 Tagen Belagerung erzielte die Operation Pegasus den Durchbruch von außen. Auch hier war das militärische Ergebnis für die NVA katastrophal: Während die Zahl der Gefallenen und Verwundeten bei den südvietnamesischen und US-Truppen insgesamt unter 2.000 lag, verloren die Nordvietnamesen nach Schätzungen 10.000-15.000 Mann. Doch die nach Ansicht vieler Militärhistoriker einzig strategisch folgerichtige Antwort, um den Krieg siegreich beenden zu können, die Invasion nach Nordvietnam hinein, wagte die amerikanische Regierung, gleichermaßen aus Furcht vor der öffentlichen Meinung und einem offenen Eingreifen Chinas in den Krieg, nicht.

Widerstand gegen den Krieg

Khe Sanh Khe Sanh Bereits zu Beginn der Auseinandersetzungen ab 1964 gab es eine relativ kleine Oppositionsbewegung gegen den Krieg in den USA, insbesondere in den Hochschulen. Je länger der Krieg andauerte, desto stärker untergruben die täglichen Berichte von der Front die Moral der Zuschauer in den USA und förderten weltweit die Antikriegsbewegungen. In der Bundesrepublik Deutschland bildete der Vietnamkrieg eine wesentliche Voraussetzung für das Aufkommen der oppositionellen, so genannten "neuen Linken". Durch die neuen Medien wirkte der Krieg in besonderer Eindrücklichkeit und Stärke – er wurde der "erste Fernsehkrieg" genannt. Die Journalisten durften in Wort und Bild unzensiert aus den Kampfgebieten berichten. Ab 1965 wuchs die Antikriegsstimmung in Amerika und erreichte ihren Höhepunkt 1968, infolge der Tet-Offensive. Die amerikanische Bevölkerung konnte diese und insbesondere die Kämpfe in Saigon vor dem Fernseher mitverfolgen und bekam einen „kollektiven Schock“. Die Bilder der rund 700 Journalisten vor Ort zeigten verletzte Soldaten, mit Leichen übersäte Straßen und zerbombte Städte in Gebieten, die seit längerem von US-Truppen kontrolliert schienen. Vielen wurde auf einmal klar, dass der Krieg keineswegs bald gewonnen sein würde. Der CBS-Nachrichtensprecher Walter Cronkite formulierte dies mit den Worten: „Was um alles in der Welt geht dort vor? Ich dachte, wir wären dabei, diesen Krieg zu gewinnen!“ Je deutlicher sich die öffentliche Meinung gegen den Krieg wendete, desto häufiger zeigten die Berichte auch dessen dunkle Seite. Da die Reporter direkt mit den amerikanischen Soldaten unterwegs waren, erlebten sie die Gräuel des Krieges hautnah mit und berichteten anschließend darüber. Am 1. Februar 1968 wurde ein Vietcong durch den südvietnamesischen Polizeichef Nguyen Ngoc Loan standrechtlich hingerichtet. Loan schoss den Verdächtigen auf offener Straße vor Journalisten in den Kopf. Die filmisch und fotografisch dokumentierte Exekution bewirkte ein weiteres Anwachsen der öffentlichen Kritik in den USA am Krieg und trug maßgeblich dazu bei, die weltweite Antikriegsstimmung zu verstärken. Das Foto erschien auf zahlreichen Titelseiten und der Fotograf Eddie Adams gewann schließlich sogar den Pulitzer-Preis dafür. Jedoch bereute er später, das Foto veröffentlicht zu haben, da es seiner Meinung nach falsch interpretiert worden war, und verteidigte mehrmals öffentlich den ehemaligen Polizeichef. Laut Loan war der Vietcong vor seiner Exekution der Anführer einer Gruppe, die die Familie eines Polizeioffiziers ermordet hatte. Ein anderes Bild, das zwar erst 1972 aufgenommen wurde, gilt heute wohl als das bekannteste Foto des Vietnamkrieges. Es zeigt eine Gruppe von angsterfüllten vietnamesischen Kindern, die vom Ort eines Gefechts, direkt auf den Fotografen Nick Ut zugelaufen kommen. In der Mitte dieses Bildes sieht man Kim Phuc, ein kleines Mädchen, das nach einem Napalm-Angriff schwerste Verbrennungen am ganzen Körper erlitten hatte. Das Foto entstand nahe dem Dorf 'Trang Bang' als ein südvietnamesischer Pilot beim Angriff auf eine nordvietnamesische Stellung fälschlicherweise eigene Soldaten und Zivilisten attackierte. Das Bild wurde zum Symbol für die Grausamkeiten des Vietnamkrieges und gewann ebenfalls einen Pulitzer-Preis. 'Kim Phuc' überlebte ihre schweren Verbrennungen und setzt sich heute als ehrenamtliche UNESCO-Botschafterin für Frieden ein. In den USA bestand damals noch Wehrpflicht (die seitdem ausgesetzt, aber nicht abgeschafft ist). Viele junge Männer fürchteten, nach Vietnam gesandt zu werden; Hunderte flüchteten nach Kanada oder Schweden, um der Einberufung zu entgehen. Einige ließen sich wehruntauglich schreiben, andere zögerten die Frist studienbedingt hinaus. Wieder andere gingen zur Nationalgarde oder traten dem Friedenskorps bei, um Vietnam zu vermeiden. Die USA begriffen, dass die südvietnamesische Regierung eine feste Basis im Volk benötigte, wenn sie den Aufstand überleben wollte. Um dieses Ziel, "die Herzen und den Verstand" des vietnamesischen Volkes zu gewinnen, wurden die Einheiten der US-Armee als "Zivilschutz"-Einheiten deklariert. Ein Teil der Truppen sollte sich am "nationalen Aufbau" betätigen: Dem Bau (oder Wiederaufbau) von Schulen, öffentlichen Gebäuden, Straßen und anderer Infrastruktur; medizinische Programme für Zivilisten, die keinen Zugang zu medizinischer Hilfe hatten; Erleichterung von Mitarbeit unter den örtlichen zivilen Verantwortlichen; Hygiene und andere Maßnahmen für Zivilisten etc. Die Vietcong bemühten sich nach Kräften, diese Politik, die "Herzen und den Verstand" des vietnamesischen Volkes zu erobern, zu behindern, indem Kollaborateure in der Bevölkerung und Angehörige der Ortsverwaltungen nachts erschossen wurden. Zudem kam es häufig zu Kollisionen mit militärischen Aspekten des Krieges, dem auch viele vietnamesische Zivilisten zum Opfer fielen. Die politischen Richtlinien legten das Hauptgewicht auf das "Leichenzählen" (engl.: body count) als Maß des militärischen Erfolges. Die südvietnamesische Regierung bekämpfte die politische Opposition durch Maßnahmen wie Folter, politische Gefangenschaft und die Durchführung einer Einmannwahl zum Präsidenten 1971. Die meisten Amerikaner unterstützten zu diesem Zeitpunkt die Fortführung des Krieges. Neben dem antikommunistischen Kampf gemäß der Domino-Theorie sah man in der Verhinderung einer kommunistischen Übernahme der Regierungsgewalt in Südvietnam eine vornehmliche Aufgabe. Viele Amerikaner fürchteten auch einen Gesichtsverlust im Falle eines Ausstiegs aus dem Krieg, was Präsident Nixon allerdings später selbst einen "ehrenvollen Frieden" nannte. Nicht zuletzt die Veröffentlichung der Pentagon-Papiere durch Daniel Ellsberg, einen zeitweiligen Mitarbeiter des Pentagon, der an der Planung des Vietnamkriegs teilgenommen hatte, öffnete einer breiten amerikanischen Öffentlichkeit die Augen: Republikanische wie demokratische Präsidenten hatten entgegen den Durchhalteparolen Kenntnis davon, dass das amerikanische Oberkommando und verschiedene Fachleute im Pentagon und State Departement davon ausgingen, dass der Krieg für Amerika nicht zu gewinnen sei, wenn das amerikanische Engagement nicht massiv um ein Vielfaches gesteigert würde. Barry Goldwater, der republikanische Senator von Arizona und Gegenkandidat von Präsident Johnson brachte es auf den Punkt: "Either you fight the war or you better leave it." (Entweder kämpft man den Krieg oder man lässt ihn besser bleiben.) Das amerikanische Volk wurde durch den Krieg polarisiert: Unterstützer des US-Engagements befürchteten, dass andere Nationen in Südostasien (gemäß der Domino-Theorie) binnen kurzer Zeit unter kommunistische Kontrolle gelangten, sobald der Süden in kommunistische Hände fiele. Kriegsgegner brachten vor, dass der verbündeten Regierung von Südvietnam jede politische Legitimität fehle und dass die Unterstützung des Krieges unmoralisch sei. Aus militärischer Sicht betonten Kritiker, dass hier ein eigentlich politischer Konflikt militärisch ausgetragen werde und dem militärischen Vorgehen klare Zielsetzungen fehlten. Einige Antikriegsaktivisten waren selbst Vietnamveteranen, was die Organisation "Vietnamveteran gegen den Krieg" zeigte. Die US-Schauspielerin Jane Fonda besuchte während des Krieges das nordvietnamesische Hanoi, was ihr starke Anfeindungen einbrachte. Inzwischen bereute sie ihre Tat. Anders als bei vorhergegangenen amerikanischen Kriegen wurden die vom Vietnamkrieg heimkehrenden Soldaten nicht als Helden verehrt; Soldaten wurden manchmal sogar wegen Kriegsverbrechen verurteilt. 1968 begann Präsident Lyndon B. Johnson seine Wiederwahlkampagne. Ein Mitglied seiner eigenen Partei, Eugene McCarthy, trat gegen ihn mit einer Antikriegsplattform an. McCarthy verlor die erste Vorwahl in New Hampshire, aber er schnitt überraschend gut gegen den Amtsinhaber ab. Im weiteren Verlauf des Vorwahlkampfs hielt der Präsident am 31. März eine überraschende Fernsehansprache, in der er die Pariser Friedensgespräche mit Vietnam ankündigte. Nach der Niederlage Johnsons im Wahlkampf trat Robert Kennedy für die Antikriegsplattform an. Auch Johnsons Vizepräsident, Hubert Humphrey trat an und versprach, die südvietnamesische Regierung weiterhin zu unterstützen. Robert Kennedy wurde in jenem Sommer ermordet; Humphrey gewann die Nominierung der Demokraten und trat gegen Richard Nixon zur Wahl an. Während des Wahlkampfes behauptete Nixon, einen geheimen Plan zur Beendigung des Krieges zu haben. Die Opposition gegen den Vietnamkrieg in Australien verfolgte eine ähnliche Linie wie die der USA, besonders mit dem Widerstand zur Einberufung. Der australische Ausstieg aus dem Krieg begann 1970 unter John Gorton und wurde 1972 unter Gough Whitlam abgeschlossen. Am 21. Januar 1977 begnadigte Präsident Jimmy Carter diejenigen Amerikaner, die aus Protest gegen den Vietnamkrieg die Steuerzahlung verweigert oder gekürzt hatten.

Moderne Kriegsführung

Jimmy Carter Jimmy Carter Jimmy Carter in Vietnam]] Der Vietnamkrieg bot den durch den kalten Krieg hochgerüsteten Vereinigten Staaten die seltene Gelegenheit, ihre neu entwickelten Waffen zu erproben und auch gegen sowjetisches Kriegsgerät einzusetzen, um ihre Wirkung auch für den Fall eines globalen Konflikts mit der UdSSR einzuschätzen. Die technische Überlegenheit lag zu jeder Zeit des Konflikts auf Seiten der Amerikaner. Jagdbomber wie die F-4 Phantom sicherten die Lufthoheit, strategische Bomber, die in Guam aufstiegen, ermöglichten Flächenbombardements des Dschungels, nicht zuletzt mit dem zu dieser Zeit noch nicht geächteten Napalm. Bereits 1972 setzt die amerikanische Luftwaffe Bomben mit eingebauten Fernsehkameras ein, mit Hilfe deren Bildern sie noch im Flug die Präzision der Zielerfüllung überprüfen kann. Schon zu diesem Zeitpunkt veröffentlichte die amerikanische Luftwaffe Bilder aus einer amerikanischen Bombe, die gegen eine Brücke in Nordvietnam abgeworfen wurde. All diese Vorteile wurden jedoch zunichte gemacht durch den Dschungel, der den Waffensystemen meist die Sicht nahm und dem Viet Cong perfekte Deckung gab, beispielsweise für Hinterhalte. Des Weiteren neigten die oft unerfahrenen amerikanischen Soldaten dazu, gleich ihre kompletten Magazine im Dauerfeuer zu leeren, was u. a. auch zu einer Änderung des Dauerfeuermodus in einen 3-Schuss-Modus in den nachfolgenden M16 Versionen führte. Es wird auch immer gesagt, dass pro getötetem Feind 50.000 Schuss benötigt worden sind, hier wurde aber jegliche Art von Patronenmunition gezählt (also auch Gatling Guns in Hubschraubern) und außerdem jeder getötete Feind in diese Rechnung mit einbezogen, gleich ob er durch eine Mine, durch einen Schuss oder eine Bombe starb. Gatling Insbesondere der exzessive Gebrauch von Luft- und Artillerieunterstützung sowie die amerikanische Doktrin der großen Feuerkraft auf mittlere Distanz, welche eingeführt wurden, um die eigenen Verluste möglichst zu minimieren, führten zu hohen Opferzahlen unter der Zivilbevölkerung. Dies hatte wiederum zur Folge, dass jede größere Militäraktion der US-Armee v.a. unter der Landbevölkerung zahlreiche kommunistische Sympathisanten heranzog. Das militärische Potenzial der Vietnamesen war sehr begrenzt. Die gelieferte Waffentechnik der UdSSR war nicht vergleichbar mit der Waffentechnik der amerikanischen Truppen, zumal eine professionelle Bedienung fehlte. Die (einfallsreichen) Guerilla-Taktiken von General Giap jedoch erwiesen sich als ausgesprochen wirkungsvoll gegen die im Dschungelkrieg unausgebildeten, meist sehr jungen Amerikaner. Daneben müssen die Leidensbereitschaft der kommunistischen Seite und die Kriegsmüdigkeit der südvietnamesischen städtischen Zivilbevölkerung als entscheidende Komponenten hervorgehoben werden.

Die Vietnamisierung

Giap Nach seiner Wahl begann Präsident Nixon seine Politik des langsamen Ausstieges aus dem Krieg. Das Ziel war, die südvietnamesische Armee stufenweise aufzubauen, damit sie den Krieg eigenständig führen konnte. Diese Politik wurde der Grundstein der so genannten Nixon-Doktrin. In Bezug auf Vietnam wurde die Doktrin Vietnamisierung genannt. Das Ziel der Vietnamisierung war, der südvietnamesischen Armee zu ermöglichen, selbst der Nationalen Befreiungsfront und der nordvietnamesischen Armee standzuhalten. Während dieser Periode begannen die USA, nach und nach ihre Truppen aus Vietnam abzuziehen. Die Bombardements wurden jedoch unvermindert fortgesetzt. Allerdings starben immer mehr amerikanische Soldaten, und unter Nixon wurden mehr Bomben geworfen als unter Johnson, so dass eine Lösung der USA aus dem Krieg nicht erkennbar wurde. 1970 ordnete Nixon einen militärischen Überfall auf Kambodscha an, um die an Südvietnam grenzenden Rückzugsgebiete der nationalen Befreiungsfront zu zerstören. Diese Tätigkeit löste weitere Proteste in amerikanischen Hochschulen aus. Am Campus der Kent State Universität kam es ab 1. Mai zu mehrtägigen Demonstrationen. Am 4. Mai wurden dabei vier Studenten von Truppen der Nationalgarde erschossen und weitere neun verletzt (bekannt als „Kent State shootings“). Eine Absicht des Überfalls auf Kambodscha war, die kommunistischen Streitkräfte tiefer nach Kambodscha zu treiben, um das Land zu destabilisieren, was ein Faktor für den Aufstieg der Roten Khmer war, die 1975 an die Macht kamen. Das Ziel der Angriffe war eigentlich, die Nordvietnamesen an den Verhandlungstisch zurückzubringen, um sie mit in die südvietnamesische Regierung zu holen. Es wurde auch behauptet, dass die Zahl der amerikanischen und südvietnamesischen Opfer verringert werde, wenn die Militär- und Versorgungseinrichtungen der Kommunisten zerstört würden. Mit amerikanischer Luft- und Artillerieunterstützung drangen südvietnamesische Truppen am 13. Februar 1971 nach Laos ein. Während der Wahl 1972 war der Krieg noch einmal ein Hauptthema in den USA. Der Antikriegskandidat George McGovern trat gegen Präsident Nixon an. Nixons Außenminister Henry Kissinger erklärte kurz vor der Wahl, dass „der Frieden vor der Tür“ stehe, womit er McGovern schlug, der warnend auf eine Eskalation des Krieges hingewiesen hatte. Jedoch wurde ein Friedensvertrag bis zum nächsten Jahr nicht abgeschlossen, woraus viele schlossen, dass Kissingers Ankündigung ein politischer Trick gewesen war. Kissingers Fürsprecher erklärten, die nordvietnamesischen Unterhändler hätten Kissingers Äußerung als Gelegenheit gebraucht, die Regierung Nixon in Verlegenheit zu bringen, um sie am Vermittlungstisch zu schwächen. Die USA führten das schwere Bombardement Nordvietnams weiter bis zum 30. Dezember 1972.

Das Ende des Krieges

1972 1972 Am 15. Januar 1973 gab es einen Fortschritt in den Friedensverhandlungen: Präsident Nixon verkündete die Beendigung der Offensive in Nordvietnam, der später ein einseitiger Rückzug der US-Truppen aus Vietnam folgte. Die Pariser Friedensverträge wurden am 27. Januar 1973 unterzeichnet, womit die USA offiziell ihre Einmischung in den Vietnamkonflikt beendeten. Die ersten amerikanischen Kriegsgefangenen wurden am 11. Februar von Nordvietnam entlassen. Die Friedensvereinbarung hielt jedoch nicht lange. Obgleich Nixon Südvietnam versprochen hatte, im Falle einer bröckelnden militärischen Situation Militärunterstützung zur Verfügung zu stellen, stimmte der Kongress gegen jede weitere Finanzierung militärischer Tätigkeiten in der Region. Nixon kämpfte auch um sein politisches Überleben im anwachsenden Watergate-Skandal, also unterblieb die versprochene Militärunterstützung. Die Wirtschaftshilfe wurde zwar weitergeführt, hatte aufgrund der verbreiteten Korruption in der südvietnamesischen Regierung allerdings wenig Verbesserungen für die Bevölkerung zur Folge. Der 94. Kongress stimmte schließlich für ein Beenden aller Hilfen. Anfang 1975 drang der Norden in den Süden ein und brachte das Land unter seine Kontrolle. Saigon wurde am 30. April 1975 eingenommen. Erst gegen acht Uhr am Morgen wurden die letzten Angehörigen des US-Marine-Corps vom Dach der US-Botschaft ausgeflogen. Nordvietnam vereinigte Nord- und Südvietnam am 2. Juli 1976 zur Sozialistischen Republik Vietnam. Saigon wurde in Ho-Chi-Minh-Stadt umbenannt, zu Ehren des ehemaligen Präsidenten von Nordvietnam.

Täter und Opfer

Kriegsverbrechen

Der Vietnamkrieg wurde zum Teil auf äußerst menschenverachtende und grausame aber auch extrem umweltschädigende Weise geführt. So setzten die USA das Herbizid Agent Orange ein, welches als Entlaubungsmittel den Vietcong die Deckung im Dschungel nehmen sollte. Agent Orange ist ein sehr starkes dioxinhaltiges Gift, das krebserregend wirkt und das Erbgut schädigt. Selbst Jahrzehnte später werden dadurch in Vietnam missgebildete Kinder geboren. Weiterhin wurde auch das Gift Dimethylarsinsäure (Agent Blue) eingesetzt, um die Reisernten zu vernichten. Die USA weigern sich bis heute, der Republik Vietnam hierfür Reparationen zu zahlen. Der Vietnamkrieg war durch weitere diverse Kriegsverbrechen gekennzeichnet. Das Massaker von My Lai (oder Massaker von Son My nach dem damaligen vietnamesischen Namen des Dorfes) ist das bekannteste der amerikanischen Einzelverbrechen in Vietnam: Am 16. März 1968 überfiel eine Einheit der US-Armee unter Leitung von Lieutenant William Calley und Sergeant Walter Faber das der Kollaboration mit den Nordvietnamesen verdächtigte südvietnamesische Dorf My Lai. In wenigen Stunden wurden etwa 400 bis 500 Zivilisten beider Geschlechter und aller Altersstufen umgebracht und danach das Dorf niedergebrannt. Einige Bewohner wurden auch vergewaltigt und gefoltert. Kaum ein Soldat verweigerte den Befehl zum Mord. Lediglich ein Hubschrauberpilot zwang die Soldaten durch die Drohung, seinen Bordschützen mit dem MG auf sie feuern zu lassen, einige Frauen und Kinder zu verschonen, die er evakuierte. Hintergrund dieses Verbrechens war allerdings nicht ein besonderer Blutdurst des Lieutenants Calley. Vielmehr war er als besonders schlechter Offizier bekannt, der unter dem Druck seines Captains Medina glaubte, befehlsgemäß zu handeln. Später, am 5. Dezember 1969 wurde im Life-Magazin ein ausführlicher Artikel über das Massaker von My Lai veröffentlicht: Die Weltöffentlichkeit reagierte schockiert. Seymour Hersh, der Journalist, der die Umstände der Tragödie recherchiert hatte, bekam 1970 den Pulitzer-Preis für internationale Berichterstattung. Jahre später und nach massivem Druck der Kriegsgegner in den USA wurde das Verbrechen offiziell zur Kenntnis genommen. Lediglich William Calley wurde 1971 zu lebenslanger Haft verurteilt, wovon er aber nur 3 Jahre absitzen musste, um anschließend nur noch unter "Hausarrest" zu stehen. Schon 1974 wurde er von Präsident Nixon auf öffentlichen Druck begnadigt. Calley hat sich bis heute nicht für das Massaker entschuldigt. Heute weist eine Mahn- und Gedenkstätte auf die damaligen Vorkommnisse hin. Ein anderes Beispiel für amerikanische Kriegsverbrechen wurde im Jahr 2003 durch die amerikanische Zeitung Toledo Blade im Rahmen einer Artikel-Serie über die Tiger Force enthüllt. Die Zeitung wurde dafür anschließend mit dem Pulitzer Preis ausgezeichnet. Die südvietnamesische Armee beging Verletzungen der Genfer Konvention zum Schutz von Kriegsgefangenen zahlreich und regelmäßig. Diese reichten von Schlägen beim Verhör bis zu Folter durch Untertauchen in einem Wasserfass und Stromschlägen. Zwar gibt es auch Berichte über Kriegsverbrechen auf nordvietnamesischer Seite, wie Massaker an Zivilisten in den Städten und Dörfern Südvietnams. Diese sind allerdings weniger gut bekannt, da sie auf Grund der Niederlage des Saigoner Regimes in der Geschichtsschreibung des vereinigten Vietnams keinen Raum finden und der Westen sich zumeist mit der Rolle der USA auseinandersetzt. Doch wurden allein während der Besetzung von Hué, im Rahmen der Tet-Offensive, 2000 Zivilisten von den kommunistischen Truppen exekutiert.

Kriegsopfer

der Westen der Westen Die Zahl der Kriegstoten ist schwer zu schätzen, da amtliche Aufzeichnungen schwierig zu finden oder nicht vorhanden sind und viele der Getöteten aufgrund der verheerenden Bombardierungen kaum noch zu identifizieren waren. Viele Jahre unterdrückte Nordvietnam aus propagandistischen Gründen die Veröffentlichung der korrekten Opferzahl. Es ist auch schwierig, genau zu bestimmen, wer als "Vietnamkriegsopfer" gilt; noch heute werden Menschen durch abgeworfene Sprengkörper getötet. Vergiftungen und Umweltschäden durch weitflächigen Einsatz von Agent Orange, gewaltige soziale Probleme, die ein verwüstetes Land mit so vielen Toten mit sich bringt sowie die Verkürzung der Lebenserwartung wirken bis in die Gegenwart. Die niedrigsten Opferschätzungen, basierend auf zuletzt veröffentlichten nordvietnamesischen Aussagen, belaufen sich auf 1,5 Millionen getötete Vietnamesen. Vietnam gab am 3. April 1995 Zahlen frei, wonach insgesamt eine Million vietnamesische Kämpfer und vier Millionen Zivilisten im Krieg getötet wurden. 58.226 amerikanische Soldaten starben im Krieg oder sind vermisst. Australien verlor ca. 500 der 47.000 nach Vietnam entsandten Soldaten; Neuseeland verlor 38 Soldaten. Nach dem Krieg führten die rigorosen Maßnahmen der kommunistischen Sieger, einschließlich der Gefangenenlager und "Umerziehung" zu einem Exodus von 1,4 Millionen Südvietnamesen, zumeist chinesischer Abstammung. Viele dieser Flüchtlinge flohen mit nur sehr schmalen Booten über den Pazifik und wurden als Boat People bekannt. Sie wanderten nach Hongkong, Frankreich, Kanada, in die USA und andere Länder aus. Eine Reihe durch den Vietnamkrieg ausgelöster Traumatisierungen und Krankheiten prägen bis heute das Leben vieler, die diese Zeit erlebt und durchlitten haben.

Zeittafel


- 1945 Nachdem Japan aus Vietnam abgezogen war, übernahmen die Kommunisten die Führung im Norden Vietnams. Ho Chi Minh ruft in Hanoi die unabhängige Demokratische Republik Vietnam aus.
- 1946 In Südvietnam wird von Frankreich eine Gegenregierung eingesetzt.
- 1950 Während die Regierung in Nordvietnam von der Sowjetunion und China anerkannt wird, unterstützen die USA und Großbritannien Südvietnam.
- 1954 In Genf wird auf der Indochina-Konferenz beschlossen, dass Vietnam entlang des 17. Breitengrades vorläufig geteilt wird. Außerdem werden freie Wahlen vorbereitet.
- 1955 Die amerikanische Regierung beginnt Südvietnam militärisch zu unterstützen. (350 Offiziere für die Ausbildung und Organisation der südvietnamesischen Armee)
- 1956 Aus Angst vor einem kommunistischen Wahlsieg verhindert der südvietnamesische Machthaber Diem die gesamtvietnamesischen Wahlen.
- 1960 In Südvietnam bildet sich die Guerillaorganisation Vietcong.
- 1962 Seitens den USA wird der Bestand an militärischen Beratern von 700 auf 16.000 vervielfacht.
- 1964 Im Golf von Tonking wird der US-Zerstörer "Maddox" von nordvietnamesischen Streitkräften angegriffen. Allerdings befand sich der US-Zerstörer nicht, wie von US-Seite behauptet, in internationalen Gewässern, sondern bereits in von Nordvietnam beanspruchtem Seegebiet. Auf Grund dieses inszenierten Vorfalls beschließt der US-Kongress Präsident Lyndon B. Johnson freie Hand bei Militäreinsätzen in Vietnam zu gewähren.
- 1965 Die Operation Rolling Thunder bildet mit schweren Bombardements in Nordvietnam den Auftakt des Vietnamkrieges. Bis zum Jahresende werden in Südvietnam 200.000 US-Soldaten stationiert.
- 1966 Im Laufe des Jahres wird das amerikanische Truppenkontingent in Südvietnam auf 400.000 Soldaten erweitert. der Massenprediger Billy Graham veranstaltet Truppenbesuche und Großveranstaltungen (so genannte Crusades (engl. für Kreuzzüge)) zu Weihnachten 1966 und in den Folgejahren.
- 1967 Mittlerweile werden in den USA zunehmend Proteste gegen den Krieg registriert. Der Aufmarsch wird jedoch fortgesetzt, so dass sich zum Jahresende 500.000 US-Soldaten in Vietnam befinden.
- 1968 Während der so genannten "Tet-Offensive"des Vietcongs geraten die US-Truppen anfangs in Bedrängnis. Die Offensive wurde jedoch schnell gestoppt und war militärisch gesehen ein Fehlschlag für Nordvietnam. Die Wirkung der Tet-Offensive auf die amerikanische Öffentlichkeit war jedoch fatal. Glaubte man bis dahin den Krieg gewinnen zu können, war die Bevölkerung regelrecht geschockt davon, dass Nordvietnam eine solch große Offensive durchführen konnte. Diese Offensive veränderte die öffentliche Meinung dahingehend, dass immer mehr US-Bürger gegen den Vietnam-Krieg waren. Präsident Johnson stoppt die Bombardierungen, während in Paris erste Friedensgespräche geführt werden. Richard Nixon wird neuer Präsident der USA. Sein Sicherheitsberater wird Henry Kissinger. In dem Dorf My Lai verüben US-Truppen ein Massaker an der Zivilbevölkerung.
- 1969 Unter dem Stichwort "Vietnamisierung" will Nixon die US-Truppen nach und nach aus Vietnam abziehen.
- 1971 Die südvietnamesische Armee marschiert mit Unterstützung der USA in Laos ein.
- 1972 Die nordvietnamesische Armee verletzt die Grenze entlang des 17. Breitengrades und betritt südvietnamesisches Gebiet. Die U.S. Air Force verschärft erneut ihre Bombardierungen in Nordvietnam.
- 1973 In Paris wird das Waffenstillstands-Abkommen geschlossen und markiert den Austritt der USA aus dem Vietnamkrieg. Bis März 1973 verlassen die amerikanischen Truppen das Land. Der Bürgerkrieg ist jedoch nicht beendet.
- 1975 Mit der Eroberung Saigons am 30. April durch kommunistische Truppen findet der Vietnamkrieg sein Ende.

Filme

Der Vietnam-Konflikt wurde zwar in verschiedenen Filmen thematisiert bzw. diente als Handlungskulisse; eine angemessene Aufarbeitung steht jedoch bis heute aus. Kritische US-Filme sind:
- Full Metal Jacket (Stanley Kubrick)
- Apocalypse Now (Francis Ford Coppola)
- Platoon (Oliver Stone)
- Die durch die Hölle gehen (Deer Hunter) (Michael Cimino)
- Geboren am 4. Juli (Oliver Stone)
- Hamburger Hill (John Irvin)
- Wir waren Helden (We Were Soldiers) (Randall Wallace)
- Die Verdammten des Krieges (Brian De Palma)
- Coming Home (Hal Ashby)
- Good Morning, Vietnam (Barry Levinson)
- Tigerland (Joel Schumacher)
- Heimatfront (Emilio Estevez)
- Zwischen Himmel und Hölle (Oliver Stone)
- Jacob´s Ladder (Adrian Lyne)
- In the Year of the Pig (1969) (Emile de Antonio)
- Dien Bien Phu (Pierre Schoendoerfer)
- Dear America (Briefe aus Vietnam) Dokumentation
- [http://www.edokus.de/doku.php?id=284 Apokalypse Vietnam</