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Parlement

Parlement

Das Wort Parlement wurde im alten Frankreich ursprünglich für jegliche Art von Versammlungen zur Diskussion oder Debatte verwendet (parler = sprechen). In diesem Sinn wurde es noch von Joinville verwendet, aber seit der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts benutzte man es in einem spezielleren Sinn, um die Sitzungen des königlichen Gerichtshofs (curia regis) zu bezeichnen. Als schließlich um 1300 das Pariser Parlement ein ständiges Gericht mit der höchsten Autorität geworden war, insbesondere für Berufungen gegen die Urteile der baillis und sénéschals, behielt es diesen Namen. Die Bezeichnung wurde auch für die rund 10 anderen gleichartigen obersten Gerichtshöfe verwendet, die nach seinem Modell in den einzelnen Provinzen, z. B. in Rouen für die Normandie, in Rennes für die Bretagne, in Montpellier für das Languedoc usw. eingerichtet wurden.

Unterschied zum Parlament

In der deutschen Geschichtsschreibung hat sich die Konvention durchgesetzt, das französische Parlement mit "Parlament" zu übersetzen. Dabei sollte man nicht aus den Augen verlieren, dass die französischen Parlamente von gänzlich anderer Natur waren als die gesetzgebenden Versammlungen, die man im Deutschen gewöhnlich mit diesem Wort bezeichnet.

Geschichte

Die frühen Kapetinger hatten eine Gewohnheit, in regelmäßigen Abständen ihre Hauptvasallen und Prälaten des Königreichs an ihrem Hof einzuberufen. Diese Versammlung fanden anlässlich eines der großen Festtage des Jahres jeweils in der Stadt statt, in der der König residierte. Hier dachten sie über politische Angelegenheiten nach, und die Vasallen und Prälaten gaben dem König ihren Rat. Aber der Monarch hielt auch Gericht in solchen Fällen, die vor ihn gebracht wurden. In den frühen Tagen der Kapetinger-Dynastie waren das nicht viele, denn der König wahrte immer das Prinzip, dass er Richter mit allgemeiner und unbeschränkter Kompetenz sei; gleichzeitig war es nicht obligatorisch, Fälle vor den König zu bringen. Zu dieser Zeit gab es auch keine Berufungen im eigentlichen Sinn. Nichtsdestotrotz, wenn ein Verfahren vor den König gebracht wurde, beurteilte er es mit Hilfe der versammelten Prälaten und Vasallen, die seinen Rat bildeten. Das war die curia regis. Aber per Gesetz war der König der einzige Richter, während die Vasallen und Prälaten nur beratende Funktion hatten. Während des 12. und frühen 13. Jahrhunderts erfüllte die curia regis weiter diese Funktionen, aber ihre Bedeutung und tatsächliche Kompetenz nahm weiter zu. In den Rat wurden zusätzlich consilarii aufgenommen, die offenbar Männer aus der Begleitung des Königs kamen und als seine ständigen und professionellen Berater fungierten. Unter der Regierung von Saint Louis (die auch den Zeitraum markiert, in dem die Bezeichnung Parlement für diese Sitzungen auftaucht) änderten sich die Dinge. Die richterliche Kompetenz des Parlaments entwickelte sich und wurde klarer definiert; das System der Berufungen wurde ins Leben gerufen, und Berufungen gegen die Urteile der baillis und seneschals wurden vor das Parlament gebracht. Auch Fälle, die die königlichen Städte, die bonnes villes betrafen, wurden von ihm entschieden. In den alten Registern des Parlaments dieser Zeit erscheinen wiederholt die Namen der gleichen Ratsmitglieder. Das legt nahe, dass es eine hinreichende Anzahl von Ratsmitgliedern im voraus festgelegt wurde, aus denen für jede Sitzung eine Liste ausgewählt wurde; die Vasallen und Prälaten dienten noch als komplementäres Gremium. Als nächstes kam eine Reihe von Ordonnanzen, die die Amtszeit des Parlaments festlegten (1278, 1291, 1296, 1308), und es wurde mehr institutionalisiert. Nicht nur wurden die Personen, die das Parlament jeweils konstituierten, im voraus festgelegt, sondern diejenigen, die nicht auf die Liste gesetzt worden waren, konnten nicht in einem Fall urteilen. Die königlichen baillis mussten am Parlament teilnehmen, um ihre Urteile zu begründen, und zu einem frühen Zeitpunkt wurde die Reihenfolge festgelegt, in der die Fälle aus den bailliages angehört wurden. Vor der Mitte des 14. Jahrhunderts wurde das Personal des Parlaments, sowohl Präsidenten als auch Ratsmitglieder, de facto festgelegt, wenn auch nicht de jure. Jedes Jahr wurde eine Liste derjenigen zusammengestellt, die die Sitzungen abholten würden, und obwohl die Liste jährlich festgelegt wurde, enthielt sie doch jedes Jahr die gleichen Namen. Die jährlichen commissaires wurden 1344 officiers; sie hatten feste Stellungen, waren aber noch nicht unabsetzbar. Zur gleichen Zeit wurde das Parlament dauerhafat; die Anzahl der Sitzungen hatte abgenommen, aber ihre Länge zugenommen. Im Laufe des 14. Jahrhunderts wurde es eine Regel, dass das Parlament von St. Martin (11. November) bis Ende Mai tagte; später wurde die Sitzungsperiode bis Mitte August verlängert, während der Rest des Jahres den Urlaub bildete. Auch in Paris war das Parlament eine feste Einrichtung geworden, und durch eine Entwicklung, die in ziemlich frühe Zeiten zurückreicht, hatten die Präsidenten und Ratsmitglieder – statt nur Ratgeber des Königs zu sein – gewisse Machtpositionen erworben, die aber vom Monarchen verliehen wurden; sie wahren in der Tat echte Magistraten. Der König hielt sein Gericht immer weniger in Person; es sprach seine Dekrete in der Abwesenheit des Königs aus. Es kam sogar vor, dass er seine Sache vor dem Parlament als Kläger oder Angeklagter vertrat. Im 14. Jahrhundert kam es allerdings noch vor, dass das Parlament delikate Angelegenheiten an den König weiterleitete; aber im 15. Jahrhundert erlangte es eine im Prinzip unabhängige Gerichtsbarkeit. Bezüglich seiner Zusammensetzung bewahrte es ein bemerkenswertes Merkmal, das an seinen Ursprung erinnert: ursprünglich war es eine Versammlung von Laien-Vasallen und Prälaten gewesen; als sein Aufbau fest wurde und aus Ratsmagistraten bestand, wurde ein Teil der Ämter notwendigerweise von Laien und ein anderer von Geistlichen besetzt, den consillers lais und den conseillers clercs.

Versammlung der Pairs

Das Parlament war zur gleichen Zeit cour des pairs. Dies hatte den Ursprung in dem alten Prinzip, nach dem jeder Vasall das Recht hatte, von seinen Pairs vor Gericht gestellt zu werden, d. h. von den Lehnsmännern, die ihr Lehen vom gleichen Lehnsherrn erhalten hatten; diese saßen mit dem Lehnsherrn als Präsidenten zu Gericht. Dies führte bekanntermaßen zur Bildung der alten Institution der pairs de france, die aus sechs Laien und sechs Geistlichen bestand. Aber obwohl die feudalen Angelegenheiten strenggenommen von ihnen selbst beurteilt werden sollten, konnten sie dieses Recht in der curia regis nicht aufrechterhalten. Die anderen Personen darin konnten ebenso in Angelegenheiten mitwirken, die die Pairs betrafen. Schließlich wurden die französischen Pairs, deren Anzahl sich im Laufe der Zeit durch wiederholte Schaffung von Pairswürden durch den König erhöhte, ex officio Mitglieder des Parlaments; sie wurden erbliche Ratsmitglieder, legten den Eid als offizielle Magistraten ab und saßen und berieten – wenn sie wollten – im Parlament. In Verfahren, die gegen sie erhoben wurden, oder die ihre Rechte als Pair betrafen, hatten sie das Recht eines Prozesses durch das Parlament, wobei die anderen Pairs anwesend oder ordnungsgemäß einberufen worden waren.

Gliederung des Parlements in Kammern

Während das Parlament seine Einheit bewahrte, war es in mehrere Kammern oder Sektionen unterteilt worden. An erster Stelle gab es die Grand chambre, die das ursprüngliche Parlament darstellte. Ihr war die Rechtsprechung in bestimmten wichtigen Fällen vorbehalten, und sie folgte einer besonderen Verfahrensweise, die als mündlich bezeichnet wurde, obwohl gewisse schriftliche Dokumente zugelassen waren. Selbst nachdem die Ämter des Parlaments gesetzlich verkäuflich geworden waren, konnten die Ratsmitglieder nur in der Reihenfolge der Seniorität aus einer anderen Kammer in die Grand chambre wechseln. Die Chambre des enquêtes und Chambre des requêtes entstanden zu der Zeit, als es üblich wurde, Listen für jede Sitzung des Parlaments aufzustellen.

Chambre des enquêtes

Die enquêteurs oder auditeurs des Parlaments waren zunächst Hilfspersonal gewesen, dem die vom Parlament angeordneten Untersuchungen und Nachforschungen anvertraut waren. Aber später, als die Institution der Berufung vollständig entwickelt war und das Verfahren vor verschiedenen Gerichtsbarkeiten eine höchst technische Sache wurde (insbesondere wenn schriftliche Beweise zugelassen wurden), kamen die Dokumente aus anderen Untersuchungen ebenfalls vor das Parlament. Eine neue Form der Berufung entstand Seite an Seite mit der älteren Form, die im wesentlichen ein mündliches Verfahren war, nämlich die schriftliche Berufung (appel par crit). Um diese neuen Berufungen zu beurteilen, musste das Parlament vor allem schriftliche Dokumente studieren, die Untersuchungen, die unter der Jurisdiktion des erstinstanzlichen Gerichts gemacht und niedergeschrieben worden waren. Die Pflicht der enquêteurs war es, eine Zusammenfassung der schriftlichen Dokumente und anzufertigen und über sie zu berichten. Später durften die rapporteurs diese Fragen zusammen mit einer bestimmten Zahl von Parlamentsmitgliedern beurteilen, und von 1316 an bildeten diese beiden Arten von Mitgliedern eine chambre des enquêtes. Bis jetzt hatte der rapporteur zweifellos nur seine Meinung zu dem Fall abgegeben, den er vorbereitet hatte. Aber nach 1336 wurden alle Mitglieder der Kammer auf die gleiche Stufe gestellt und berichteten und gaben ihre Urteile als Ganzes ab. Für lange Zeit empfing allerdings zunächst die Grand Chambre alle Fälle und reichte sie mit Anweisungen an die Chambre des enquêtes weiter; vor ihr wurden auch Fragen erörtert, die sich aus den Untersuchungen der Chambre des enquêtes ergaben, und sie setzte deren Entscheidungen in Kraft oder revidierte sie. Aber nach und nach verlor sie all diese Rechte, bis sie im 16. Jahrhundert ganz verschwanden. Mehrere Chambres des enquêtes wurden nach der ersten geschaffen, und sie waren es, die den größeren Teil der Arbeit hatten.

Chambre des requêtes

Die chambre des requêtes war von gänzlich anderer Natur. Zu Beginn des 14. Jahrhunderts wurde ein Teil der Sitzungsteilnehmer des Parlaments ausgeklammert, um die Petitionen (requêtes) über gerichtliche Fragen in Empfang zu nehmen, die dem König vorgelegt worden waren und noch nicht behandelt worden waren. Dies führte schließlich zur Bildung einer Kammer im eigentlichen Wortsinn, der requêtes du palais. Diese wurde aber ausschließlich ein Gericht für privilegierte Personen; ihr (oder der requêtes de l'hôtel, je nach Fall) wurden die Zivilverfahren derjenigen vorgelegt, die das Recht des Committimus hatten. Berufungen gegen Entscheidungen der Chambre des requêtes konnten vor das eigentliche Parlament gebracht werden.

Kriminalkammer

Das Parlament hatte auch eine Kriminalkammer, die von la Tournelle, die erst im 16. Jahrhundert geschaffen gesetzlich verankert wurde, aber lange vorher aktiv war. Sie hatte keine bestimmte Mitgliedschaft, sondern die conseillers lois dienten wechselweise in ihr.

Provinzparlements

Ursprünglich gab es nur ein Parlament, das von Paris. Das war eine logische Folge der Entstehung aus der curia regis. Aber die Erfordernisse der Justizverwaltung führten nach und nach zur Schaffung einer Zahl von Provinzparlamenten. Ihre Einrichtung wurde zudem im allgemeinen von den politischen Umständen diktiert, nach der Aufnahme einer Provinz ins das Gebiet der Krone. Zuweilen handelte es sich um eine Provinz, die vor ihrer Annektierung eine höchste und souveräne Gerichtsbarkeit für sich selbst hatte, und die diesen Vorteil behalten sollte. Es kam vor, dass zwischen der Annexion der Provinz und der Gründung seines Provinzparlaments ein zwischenzeitliches System eingerichtet wurde, in dem Delegierte des Pariser Parlaments dorthin gingen und Assisen hielten. Auf diese Weise entstanden nacheinander die Parlamente von Toulouse, Grenoble, Bordeaux, Dijon, Rouen, Aix, Rennes, Pau, Metz, Douai, Besancon und Nancy. Von 1762 bis 1771 gab es sogar ein Parlament für das Fürstentum Dombes. Die Provinzparlamente bildeten auf kleinerem Maßstab die Organisation des Pariser Parlaments nach; sie verbanden aber nicht die Funktionen des Pairsgerichts. Jedes von ihnen beanspruchte in seiner jeweiligen Provinz gleiche Macht. Es gab auch große Justizkörperschaften, die die gleichen Funktionen wie die Parlamente ausübten, ohne aber deren Namen zu tragen, zum Beispiel das Conseil souverain des Elsass in Colmar, das Conseil superieur von Roussillon in Perpignan; das Conseil d'Artois hatte nicht in jeder Hinsicht die Obergerichtsbarkeit.

Politische Rechte

Abgesehen von ihren gerichtlichen Funktionen besaßen die Parlamente auch politische Rechte; sie beanspruchten Teilnahme an der höheren Politik des Reichs, und die Stellung von Hütern seiner fundamentalen Gesetze. Im allgemeinen wurden die Gesetze in den Provinzen erst gültig, wenn sie von den Parlamenten registriert worden waren. Dies war die Methode der öffentlichen Bekanntmachung, die vom alten Gesetz in Frankreich zugelassen war. Allerdings prüften die Parlamente die Gesetze, bevor sie diese registrierten, d. h. sie untersuchten sie danach, ob sie mit den Prinzipien von Recht und Gerechtigkeit und mit den Interessen des Königs und seiner Untertanen übereinstimmten; wenn sie meinten, dass dies nicht der Fall war, lehnten sie die Registrierung ab und richteten Remonstranzen an den König. Indem sie dies taten, entsprachen sie bloß ihrer Beratungspflicht (devoir de conseil), die alle oberen Autoritäten gegenüber dem König hatten, und der Text der Ordonnanzen forderte sie auch oft explizit dazu auf. Es war jedoch natürlich, dass der Wille des Königs sich am Ende durchsetzen sollte. Um die Registrierung von Edikten zu erzwingen, schickte der König Lettres de cachet, als lettres de jussion bekannt, die aber nicht immer befolgt wurden. Oder er konnte persönlich kommen und Parlament halten und das Gesetz in seiner Anwesenheit in einem Lit de justice registrieren lassen. Theoretisch wurde dies mit dem Prinzip erklärt, dass das Gericht, wenn der König es persönlich hielt, durch die Tatsache seiner Anwesenheit alle von ihm delegierte Autorität verlor; für den Augenblick war die einzige in ihr existierende Autorität der König, so wie es in der alten curia das Prinzip gegebenen hatte "apparente rege cessat magistratus". Aber vor allem im 18. Jahrhundert behaupteten die Parlamente, dass nur eine freiwillige Registrierung mit Zustimmung des Parlaments gültig sei.

Verwaltungsrechte

Die Parlamente hatten auch in der Verwaltung weitreichende Befugnisse. Sie konnten Vorschriften machen (pouvoir réglementaire), die innerhalb ihrer Provinz in allen Punkten die Wirkung von Gesetzen hatten, die nicht schon gesetzlich geregelt waren, soweit die betreffende Sache in ihre gerichtliche Kompetenz fiel; dafür war es nur nötig, dass ihre Einmischung in der Angelegenheit nicht durch das Gesetz verboten war. Diese Bestimmungen wurden arrêté de règlement genannt. Durch diese Mittel nahmen die Parlamente an der Regierung teil, außer in Angelegenheiten, die einem anderen höchsten Gericht zugeordnet waren; so lag etwa die Besteuerung in der Verantwortung der cours des aides. Innerhalb der gleichen Beschränkungen konnten sie Anordnungen (injonctions) an Beamte und Einzelpersonen richten. Kategorie:Politischer Begriff Kategorie:Französische Geschichte

Jean de Joinville

Jean de Joinville (
- 1224 oder 1225; † 14. Dezember 1317) war adeliger Amtsträger (Seneschall der Champagne) und gilt als erster französischsprachiger Biograf im modernen Sinne.

Leben und Werk

Joinville stammte aus einer hochadeligen Familie der Champagne, in der das Amt eines Seneschalls erblich war. Mit 15 wurde er verheiratet, kurz nach der Geburt eines Stammhalters brach er 1248 zum (6.) Kreuzzug auf, den der französische König Ludwig IX., der Heilige (1214-70) anführte. 1250, bei der desaströsen Niederlage der Kreuzfahrer in Ägypten geriet auch Joinville in Gefangenschaft, wurde aber zusammen mit Ludwig freigekauft. Hiernach folgte er diesem nach Palestina und vier Jahre später (1254) zurück nach Frankreich. In dieser Zeit wurde er zum Vertrauten seines Königs, was er in der Folge als Mitglied des Kronrates blieb. 1267 wurde er von Ludwig gedrängt, an einem neuerlichen Kreuzzug, diesmal nach Tunis, teilzunehmen. Er lehnte jedoch ab, weil er das Vorhaben für falsch hielt – nicht zu Unrecht, denn Ludwig kam 1270 in Tunis ums Leben, ohne Erfolge erzielt zu haben. 1282 gehörte Joinville zu den Zeugen im Kanonisierungsverfahren, das für Ludwig eröffnet worden war und 1290 mit seiner Heiligsprechung endete. Gegen 1305 begann er auf Bitten der Königin die Abfassung von Le Livre des saintes paroles et des bons faits de notre saint roi Louis ("Das Buch von den heiligen Worten und guten Taten unseres heiligen Königs L."), das er 1309 fertigstellte und dem Kronprinzen widmete. Naturgemäß diente das Werk vor allem politischen Zwecken, nämlich der Stärkung der Dynastie durch die Verherrlichung eines mustergültigen Königs und zugleich exemplarischen Christen. Joinville bringt sich aber auch selbst zur Geltung, denn der Form nach hat er das Ganze überwiegend als lebendigen Bericht seiner vielen Begegnungen mit Ludwig verfasst. Da er aber trotz aller Sympathie stets bestrebt ist, die dargestellte Person möglichst objektiv, d.h. auch mit dieser oder jener Schwäche, zu sehen, gilt er als erster Biograf im modernen Sinn. Joinville nahm noch als Hochbetagter an mehreren Kriegszügen teil und starb im für mittelalterliche Verhältnisse biblischen Alter von gut 90 auf seinen Besitzungen in der Champagne. Sein Werk fand keine weite Verbreitung durch Manuskripte, kam aber noch 1547 auch als Druck heraus. Eine deutsche Übersetzung (Th. Nissle) erschien 1854.

Weblinks


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- [http://www.pinkernell.de/romanistikstudium Artikel in "Namen, Titel und Daten der franz. Literatur"] Joinville, Jean de Joinville, Jean de Joinville, Jean de Joinville, Jean de Joinville, Jean de

13. Jahrhundert

Das 13. Jahrhundert begann am 1. Januar 1201 und endete am 31. Dezember 1300.
Etwa zur Jahrhundertmitte war der Übergang vom Hochmittelalter zum Spätmittelalter in Europa.

Ereignisse und Entwicklungen


- Vierter bis achter Kreuzzug
- Untergang der Dynastie der Hohenstaufen
- Die Mongolen unter Dschingis Khan erobern große Teile Asiens und Osteuropas und errichten eine mongolische Dynastie in China
- Marco Polo erreicht China und Tibet
- Erste islamische Reiche entstehen in Südostasien
- Ewiger Bund der Eidgenossen (Gründungsjahr der Schweiz 1291)
- In Straßburg entsteht die erste Bauhütte. Bauhütten gelten als Vorläufer der Zünfte.
- Gründung des Franziskanerordens

Persönlichkeiten


- Franz von Assisi, Gründer des Franziskanerordens
- Albertus Magnus, Universalgelehrter und Theologe
- Thomas von Aquin, Theologe
- Ludwig IX., König von Frankreich
- Friedrich II., Kaiser des Heiligen Römischen Reichs
- Dante Alighieri, italienischer Dichter
- Dschingis Khan, mongolischer Khan
- Baibars al-Bunduqdari, mamluckischer Sultan von Ägypten und Syrien
- Robert von Sorbon, französischer Gelehrter

Erfindungen und Entdeckungen


- Der Kompass wird aus dem Osten eingeführt. Er ermöglicht den Schiffen, von nun an fernab der Küsten zu segeln. 01-13 ! ja:13世紀 ko:13세기 simple:13th century th:คริสต์ศตวรรษที่ 13

Rouen

Rouen [] ist eine Hafenstadt im Nordwesten Frankreichs. Sie liegt an der Seine. Sie ist der Sitz der Präfektur des Departements Seine-Maritime und der Haute-Normandie.

Zur Geschichte

Haute-Normandie Haute-Normandie Haute-Normandie] Für die Zeit ab etwa dem 9. bis 6. Jahrtausend v. Chr. lassen sich erste Spuren menschlicher Besiedlung nachweisen. Nachweis von Ackerbau und Viehzucht für die Zeit ab dem 5. Jahrtausend v. Chr. Um 100 n. Chr. Gründung der Stadt Rotomagus durch die Römer. Seit dem 4. Jahrhundert ist die Stadt Bischofssitz (Amtzeit des ersten Bischofs Saint-Victrice von 385 bis 410). Im Jahr 841 fand der erste Wikingerüberfall auf Rouen statt. Nachdem Rollo, der Anführer der Wikinger, die Stadt vom König von Frankreich Karl dem Dritten im Jahre 911 im Vertrag von Saint-Clair-sur-Epte erhalten hat, wird sie zur Hauptstadt des Herzogtums (franz. duché) Normandie. Im Jahr 1066 wird England von Wilhelm dem Eroberer, Herzog der Normandie erobert. (Schlacht von Hastings) 1204 wurde Rouen durch die Truppen des französischen Königs Philipp-August erobert. Am 19. Januar 1419 während des Hundertjährigen Krieges eroberte Heinrich V. von England die Stadt Rouen und unterstellte die Normandie der britischen Krone. In diesem Zusammenhang wurde Jeanne d'Arc verurteilt und am 30. Mai 1431 auf dem Scheiterhaufen verbrannt. 1449 wird Rouen durch Karl VII. für Frankreich zurückerobert. 1843 wird die Eisenbahnlinie Paris-Rouen eröffnet. Während des Deutsch-Französischen Krieges wird Rouen von der preußischen Armee besetzt (von Dezember 1870 bis Juni 1871). Im Zweiten Weltkrieg ist Rouen vom 9. Juni 1940 bis zum 15. August 1944 von Deutschland besetzt. In dieser Zeit finden schwere Bombardierungen statt, die vor allem die Seine-Brücken und den Güterbahnhof Sotteville-lès-Rouen zum Ziel haben.

Kunst und Architektur

Sotteville-lès-Rouen Sotteville-lès-Rouen Sotteville-lès-Rouen Victor Hugo hat die Stadt als Stadt der hundert Kirchtürme bezeichnet. Zahlreiche Bauwerke wurden durch die Bombardements während des 2. Weltkriegs zerstört.
- Imposante gotische Basilika Saint-Ouen (130 m Länge).
- Die gotische Kathedrale von Rouen inspirierte Claude Monet. Ihr Glockenturm ist 151 m hoch. Er wird von zwei weiteren Türmen flankiert, dem Turm Saint-Romain und dem Butterturm tour de beurre, der mit den Ablassbriefen der Fastenzeit bezahlt wurde.
- Die gotische Kirche L'église Saint-Maclou.
- Das Pest-Beinhaus L'aître Saint-Maclou
- Der Justizpalast (Le Palais de Justice) ist das größte nichtsakrale gotische Gebäude Europas.
- Die große astronomische Uhr (Le Gros Horloge) aus dem 14. Jahrhundert. Eine weltweit einmalige Sammlung von Schmiedestücken (Werkzeuge und Schlösser) befindet sich im Museum "Le Secq des Tournelles".

In Rouen geborene Persönlichkeiten


- Jacques Anquetil, fünfmaliger Sieger der Tour de France
- Bernard le Bovier de Fontenelle, Schriftsteller
- François-Adrien Boïeldieu, Komponist
- Armand Carrel, französischer Publizist
- René-Robert Cavelier, Sieur de La Salle, Entdecker von Louisiana
- Pierre Corneille, Schriftsteller
- Pierre Louis Dulong, Physiker und Chemiker
- Philippe Étancelin, französischer Rennfahrer
- Gustave Flaubert, Schriftsteller
- Ambroise Louis Garneray, französischer Maler und Kupferstecher
- Théodore Géricault, Maler (Le radeau de la Méduse)
- François Hollande, französischer Politiker
- Maurice Leblanc, Schriftsteller (Arsène Lupin)
- Charles Jules Henry Nicolle, Mediziner und Nobelpreisträger
- Jacques Rivette, französischer Regisseur und einer der führenden Köpfe der Nouvelle Vague
- Marcel Dupré (1886
- ) bedeutender französischer Komponist und Organist

Der Hafen

Rouen befindet sich in einer strategischen Position zwischen Paris und dem Atlantik bzw. dem Ärmelkanal (la manche) - die Gezeiten sind noch wahrnehmbar. Der Hafen befindet sich 80 km von der Flussmündung entfernt (6 Stunden Fahrt). Dennoch ist er zugleich Fluss- und Seehafen. Die maximale Schiffslänge beträgt 260 m bei maximal 150.000 Tonnen. Bei Einbeziehung aller Schiffsgrößen ist Rouen der 28. europäische Hafen und der 5. Frankreichs (nach Marseille, Le Havre, Dunkerque, Saint-Nazaire. Es ist der größte europäische Getreidehafen und der größte französische Hafen für Mehl und Düngemittel. Der Öltransport kommt vor allem durch die Raffinerie Le Petit-Couronne zustande. Alle vier bis fünf Jahre kommen mehrere Millionen Besucher zur Schiffsschau (Armada) der weltgrößten Segelschiffe.

Statistische Angaben


- Einwohnerzahl : 106.560 (das Umland "Agglomération de Rouen Haute-Normandie" beinhaltet 34 Kommunen mit 391.375 Einwohnern)
- Geburtenrate (Geburten pro 1000 Einwohner) : 15,31 ‰ (zwischen 1990 et 1999)
- Sterberate : 8,96 ‰ (zwischen 1990 et 1999)
- Stadtfläche : 2.138 ha (21,4 km²), hiervon ...
  - 179 ha für die Seine (Fluss)
  - 306 ha für Grünflächen
- Anzahl von Haushalten : 62.000, darunter
  - 54.000 Hauptwohnungen
  - 12.800 Sozialwohnungen
- Straßennetz : 210 km, darunter 16 km Radwege.

Sport

Sporteinrichtungen :
- 6 Stadien
- 15 Sporthallen
- 4 Schwimmbäder
- 1 Eislaufhalle Anzahl aktiver Sportler : 20 000
Einer der ältesten und bekanntesten Sportereine der Stadt ist der 1896 gegründete FC Rouen. Jedes Jahr findet in Rouen am 1. Mai als internationales Ereignis die ronde infernale (etwa höllische Runde) der 24 heures motonautiques (24 Stunden Wassermotorrad) statt. Sie zählt zur Langstrecken-Motorrad-Weltmeisterschaft (Endurance World Championship / championnat du monde d'endurance).

Kultur


- 8 Theater (Mit je 80 bis 1.200 Plätzen)
- 3 Kinos (25 Säle)
- Universität (40.000 Studenten)
- Partnerstädte: Norwich (England), Hannover (Deutschland), Ningbo (VR China), Salerno (Italien)

Weblinks


- http://www.mairie-rouen.fr Internetpräsenz der Stadt (französisch)
- http://www.agglo-rouennaise.fr Internetpräsenz des Großraumes Rouen (französisch) Kategorie:Ort in der Haute-Normandie ja:ルーアン ko:루앙

Rennes

Rennes (bretonisch: Roazhon) ist die Hauptstadt der französischen Region und des früheren Herzogtums Bretagne. Zugleich ist Rennes Präfektursitz des Départements Ille-et-Vilaine. Mit einer Bevölkerung von 212.494 Einwohnern (1999) ist Rennes die zehnte unter den bevölkerungsreichsten Städten Frankreichs.

Geografie

Rennes liegt im Westen Frankreichs im Osten der Bretagne an der Mündung der Illet in die Vilaine und erstreckt sich auf einer Fläche von 50,39 Quadratkilometer. Die Stadt erlebt seit ein paar Jahren einen großen Aufschwung. Im Großraum Rennes leben heute 550.000 Einwohner.

Geschichte

Frühzeit und Mittelalter

Rennes war im römischen Reich unter dem Namen Condate ("Zusammenfluss", nach der Lage) bekannt, die Kelten nannten den Ort Resnn. Condate war der Hauptort der Civitas Riedonum, also der Gegend der Riedoner. In Rennes hat sich eine Inschrift erhalten, die einen Duumvirn Titus Flavius Postuminus nennt, also aus der Zeit der Flavier stammen dürfte. Die zunehmende Bedrohung durch Invasoren führte im Jahr 275 zum Bau einer Stadtbefestigung, zudem erlangte die Stadt als Bischofssitz an Bedeutung. Nachdem in England die dortigen Briten seit Mitte des 5. Jhs. von den Angelsachsen bedrängt wurden, wanderten einige Briten in die bis dahin Aremorica genannte Gegend in Mordwesten Galliens, Chlothar I., dem Begründer des Frankenreiches gelang es im Jahr 497 allerdings, eine, wenn auch lockere, Oberhoheit der Merowinger über die "Bretonen" genannten Einwanderer zu etablieren. Karl der Große errichtete dann im Osten des Herzogtums Bretagne die Bretonische Mark, die die Grafschaften Rennes, Vannes und Nantes umfasste. Gegen die Bretagne selbst zog Karl in den Jahren 786 und 799, ohne sie seinem Reich einzuverleiben. Im Jahre 851 konnte sich Nominoë der Stadt und der Grafschaft Rennes bemächtigen und sie auch gegen den westfränkischen König Karl den Kahlen halten, der vergeblich versuchte, sie zu erobern. Während Nominoës Nachfolger immer wieder im Streit mit den Grafen von Nantes lagen, griffen seit etwa 875 auch die Wikinger in diese Auseinandersetzungen ein, zumal sie in Noirmoutier vor der bretonischen Küste einen Stützpunkt besaßen. Um 880 kam Herzog Judicaël dabei in der Schlacht von Qustembert gegen Alain I. ums Leben, der Graf von Nantes war und sich mit den Normannen verbündet hatte; durch diesen Sieg erlangte Alain die Herrschaft über die Bretagne. Nach dessen Tod 907 kam es erneut zu normannischen Eroberungsversuchen, 937 wurde dann Alain II. Herzog der Bretagne. 952 erlangten dann die Normannen die Herrschaft über die Bretagne, die allerdings 990 ihre Selbständigkeit unter Conan I. zurückerlangte, der außerdem einen Angriff des Grafen von Anjou abwehren konnte und der, als einziger der bretonischen Herzöge, in Rennes eine von Frankreich unbhängige Münzprägestätte durchsetzte. Auf dessen Dynastie folgte ab 1066 die ebenfalls in Rennes residierende Dynastie Cornouaille mit Hoël I.; dessen Sohn Alain IV. war der letzte bretonisch sprechende Herzog der Bretagne und ein Teilnehmer des 1. Kreuzzugs. Es folgte Conan III., nach dessen Tod 1148 es zu Erbfolgestreitigkeiten kam, die sein Enkel Conan IV. 1156 für sich entscheiden konnte. Allerdings war der Bretagne mittlerweile 1154 im Angevinischen Reich Heinrichs II. ein mächtiger Rivale entstanden. Dessen Sohn Gottfried heiratet Conans Erbtochter Konstanze, sodass die Plantagenets Herzöge der Bretagne werden. Gottfrieds Nachfolger Arthur geriet in die Auseinandersetzungen zwischen dem französischen König Philipp II. August und dem englischen König Johann Ohneland (Arthurs Onkel), in dessen Verlauf der profranzösische Arthur 1203 getötet wird. Als eingezogenes Lehen gelangte die Bretagne nun unter die Oberhoheit Frankreichs, dessen König hier das Haus Thouars bzw. wenig später das Haus Dreux einsetzte. Mit Johann III. erlosch die Dynastie 1341. Zwischen den Erben Karl von Blois und Johann von Montfort kommt es daraufhin von 1341-1364 zum Bretonischen Erbfolgekrieg, unter dem auch die Stadt Rennes zu leiden hatte, eine Auseinandersetzung, die im Zusammenhang mit dem gleichzeitigen Hundertjährigen Krieg zu sehen ist, da Johann als Kandidat der Engländer und Karl als der der Franzosen gilt. Die Montforts setzen sich schließlich durch und regieren in Rennes für die nächsten anderthalb Jahrhunderte. Diese verfolgen eine zunehmend pro-französische Politik, zumal nachdem die Engländer vom Kontinent vertrieben wurden. Der letzte bretonische Herzog, Franz II. (1458-1488), allerdings betonte noch einmal die bretonische Eigenständigkeit, richtete als dessen Symbol in Rennes ein eigenes Parlament als Gerichtshof für die Bretagne ein und näherte sich den Habsburgern an, doch konnte er nicht verhindern, dass der französische König und dessen Heerführer La Tremouille nach seinem Tod seine Residenz Rennes angriffen und schließlich die Hochzeit der Erbtochter Anne mit König Karl VIII. erzwangen, wodurch dieser zum Erben des Herzogtums wurde und es 1491 der französischen Krone unterwarf. Das Gebiet wird 1532 durch König Franz I. schließlich offiziell mit Frankreich vereinigt.

Neuzeit

Rennes prosperierte in der Folge durch den anwachsenden Überseehandel, die Tuchproduktion und die Landwirtschaft der Gegend. Unter Ludwig XIV. stiegen dann die Belastungen allerdings stark an und die bislang den Bretonen gewährte Steuerfreiheit auf Salz wurde aufgehoben; es kam in Rennes daraufhin 1675 zu einer Rebellion, die blutig niedergeschlagen wurde. Im Jahre 1720 verwüstete ein Feuer große Teile der Stadt. Die heutigen großen Plätze verdanken ihre Gestalt dem Wiederaufbau nach der Katastrophe unter der Leitung des Architekten Joseph Abeille. 1789 zeigten sich zunächst deutliche Sympathien für die Revolution, als diese sich dann aber gegen die Kirche wendete, zeigte sich bei der traditionsverbundenen Bevölkerung (den "Chouans") Widerstand, der von der Zentralregierung in Paris niedergeschlagen wurde. Um künftigen Unabhängigkeitsbestrebungen vorzubeugen, wurde daraufhin die Bretagne in 5 Départements aufgeteilt, Rennes wurde Sitz des Départements Ille-et-Villaine. 1857 erhielt die Stadt einen Eisenbahnanschluss. Hier fand 1899 der Revisionsprozess in der Affaire Dreyfus statt. Im 20. Jh. erlebte der bretonische Nationalismus eine Erneuerung. Er zeigte sich in kulturellen Initiativen, etwa der Wiederbelebung der bretonischen Sprache, aber auch in gewaltsamen Aktionen. So wurde in Rennes ein Denkmal gesprengt, dass an den Treueschwur der Bretonen gegenüber Frankreich erinnerte. Der Versuch der deutschen Invasoren allerdings, diese Bewegung im Zweiten Weltkrieg für ihre Zwecke auszunutzen, scheiterte; Bretonen beteiligten sich ebenso wie Franzosen am Kamof gegen die Besatzungsmacht, die 1944 aus Rennes wieder abzog. Nach dem Krieg bemühte man sich, die lange vernachlässigte Region zu fördern, so wurde in Rennes eine Automobilfabrik gebaut. Als Symbol für die kulturelle Eigenständigkeit der Bretonen kann gelten, dass seit 1985 die Straßenschilder zweisprachig sind, auch wenn französisch weiterhin offizielle Amtssprache ist und im Osten der Bretagne um rennes das Bretonische weniger verbreitet ist als im Westen. Schlagzeilen machte schließlich der Brand des alten Parlamentsgebäudes von Rennes im Jahr 1994.

Kultur und Wissenschaft

Zwei Universitäten (Rennes 1: Wissenschaft und Philosophie und Rennes 2: Geistwissenschaft, Sprachen, Literatur) und eine große Zahl an Studenten (rund 50.000) bestimmen den Alltag der Stadt. Gleichzeitig finden zahlreiche Festivals (wie das Musikfestival Les Transmusicales oder "Les tombées de la nuit" sowie "Rock and Solex", das erste Studentenfestival des Landes) statt, die über die Grenzen Frankreichs hinaus bekannt sind.

Sehenswürdigkeiten

An der Place des Lices:
- Les Halles Martenot (19. Jh.)
- Portes Mordelaises, ein kleines Stadtschloss mit zwei Türmen und Zugbrücke
- Reste der alten Stadtmauer (3. Jh.)
- Tour Jehan Duchesne (15. Jh.)
- Befestigungen des 15. Jhs. Am Place St. Anne:
- Kirche Saint-Aubin
- Altes Hospiz (14. Jh.)
- Jakobinerkonvent An der Rue Saint-Mélaine:
- Kirche Notre-Dame en Saint-Mélaine
- Benediktinerkloster Saint-Méöaine (9. Jh.)
- Jardin du Thabor (frz. Garten mit Orangerie, Rosengarten und Volière)
- Promenade "La Motte à Madame" mit Monumentaltreppe An der Rue Saint-Georges
- Palais Saint-Georges mit Park An der Place de la Mairie (Plasenn Ti Ker):
- Mairie (Rathaus)
- Opernhaus Südlich der Villaine:
- Museum der Schönen Künste
- Bretagne-Museum

Verkehr

Die Verkehrsanbindungen sind gut. Neben der Schnellstrassenanbindung besitzt Rennes einen Anschluss an das TGV-Netz. Der TGV-Atlantique verbindet beispielsweise Paris mit den Finistère-Städten Quimper und Brest. Der öffentliche Nahverkehr wird durch ein Bussystem und eine vollautomatische U-Bahn, seit 2002 in Betrieb, abgefertigt. Südwestlich der Stadt befindet sich ein Flughafen.

Industrie

Neben der Produktion von Kraftfahrzeugen der Firma Citroën (die damit eine bretonische Marke ist) - das Werk befindet sich im Vorort St. Jacques-de-la-Lande, unmittelbar neben dem Flughafen -, stellt der Bereich der Telekommunikation den bedeutendsten Wirtschaftszweig der Stadt. In Rennes befindet sich die Hauptredaktion von Ouest-France, der auflagenstärksten Zeitung Frankreichs.

Bürgermeister

Bürgermeister Edmond Hervé ist seit 1977 im Amt.

Sonstige Einrichtungen

In der Nähe des Ortsteils Thourie befindet sich eine Sendeeinrichtung für Mittelwelle, die als Sendeantenne einen 1982 errichteten 220 Meter hohen, gegen Erde isolierten, abgespannten Stahlfachwerkmast mit dreieckigem Querschnitt verwendet. Von dieser Anlage wird das Programm "France Info" mit einer Sendeleistung von 300 kW auf der Frequenz 711 kHz verbreitet. Bis 1997 existierte noch ein zweiter Sendemast von 120 Metern Höhe, der für die Abstrahlung eines zweiten Radioprogramms im Mittelwellenbereich verwendet wurde.

Städtepartnerschaften


- Exeter (Großbritannien) seit 1957.
- Rochester ( Staat New York, Vereinigte Staaten von Amerika) seit 1958.
- Erlangen (Deutschland) seit 1964.
- Brno (Tschechien) seit 1965.
- Sendaï (Honshu, Japan) seit 1967.
- Löwen (Belgien) seit 1980.
- Cork (Irland) seit 1982.
- Setif (Algerien) seit 1982.
- Jinan (Shandong, Volksrepublik China) seit 1985. Die Provinz Shandong hat eine Partnerschaft mit der Region Bretagne,
- Almaty (früher Alma-Ata in Kasachstan) seit 1991.
- Poznań (Polen) seit 1998.
- Sibiu (Rumänien) seit 1999.

Das Parlament

Das Parlament liegt im Zentrum der Stadt. Es wurde im 16. Jahrhundert errichtet. Der Bau wurde mit Hilfe der Weinsteuer finanziert. Es war der höchste Ort der königlichen Justiz in der Provinz der Bretagne. Die ursprüngliche Treppen wurden abgerissen, weil die Richter nicht höher als der König stehen durften. 1675 wurde das Parlament (die Richter) nach dem "Papier-Timbré"-Aufstand nach Vannes geschickt, um die lokalen Ansprüche zu beruhigen. Die Stadt wurde ökonomisch schwach. Die Comtesse de Sévigné erklärte "Ohne Parlament ist Rennes nicht wertvoller als Vitré". Die Offiziere kamen 1690 auf königlichen Befehl zurück. 1720 hat die ganze Stadt gebrannt. Glücklicherweise wurde nur ein Teil des Parlamentsdachs beschädigt. 1726 wurde eine Eisenstatue von Ludwig 14. auf dem Platz errichtet, sie machte deutlich, dass das Parlament ein königlicher Machtort war. 1994 brannte das Parlament, die Beschädigungen waren gross, jedoch wurde das Schlimmste verhindert. Heute ist das Gebäude nach 10 Jahren Wiederaufbau saniert. Das Parlament ist heute noch der höchste Gerichtshof der Region.

Söhne und Töchter der Stadt


- Soazig Aaron, französische Schriftstellerin
- Eugène Bigot, Komponist und Dirigent
- Jacques Philippe Marie Binet, Mathematiker
- Georges Ernest Boulanger, französischer General
- Marcel Callo, katholischer Jugendarbeiter und Gegner des Nationalsozialismus
- Louis-René de Caradeuc de La Chalotais, französischer Jurist
- Julien Louis Geoffroy, dramatischer Kritiker
- René Pleven, französischer Politiker
- Laure Sainclair, französische Pornodarstellerin
- Charles Vanel, Schauspieler und Regisseur Kategorie:Ort in der Bretagne ja:レンヌ nb:Rennes

Montpellier

Montpellier (Okzitanisch Montpelhièr) ist eine der größten Städte an der französischen Mittelmeerküste, gelegen in der Région Languedoc-Roussillon. Sie ist die Hauptstadt sowie Sitz der Préfecture des Départements Hérault. Die Einwohnerzahl lag 2004 bei 244.500 (1999: 225.392), zusammen mit den Vororten lag die Einwohnerzahl 1999 bei 459.916. Die Stadt liegt in hügligem Gebiet etwa 10 km von der Mittelmeerküste entfernt am Fluss Lez. Der ursprüngliche Name Monspessulanus leitet sich entweder vom Mont Pelé (nackter Hügel, vegetationsarm) oder dem Mont de la Colline ab. Eine weitere Theorie ist die Namensgebung durch den Monte Pestelario. Die Stadt ist ein Industriezentrum und bekannt für Textilien, Metallverarbeitung, Wein, Druckindustrie und Chemikalien.

Geschichte

Montpellier ist eine der wenigen französischen Städte ohne römischen Hintergrund. Im frühen Mittelalter war das Dorf Villeneuve-lès-Maguelone eine der größeren Siedlungen in der Nähe, aber Überfälle von Piraten zwangen die Bewohner ein wenig weiter ins Inland zu ziehen. Montpellier wurde erstmals 985 erwähnt und wurde vom Wilhelm III. Graf von Toulouse gegründet. Zwei Weiler wurden vereinigt, eine Burg gebaut und diese Siedlung mit Mauern umschlossen. Die beiden heute noch bestehenden Türme der Wehranlage, der Tour des Pins und der Tour de la Babotte stammen allerdings aus späterer Zeit. Montpellier wurde schnell ein Handelszentrum mit Verbindungen über das Mittelmeer und entwickelte eine gemischte Bevölkerung mit Juden, Moslems und später auch Protestanten. Montpellier kam über die Hochzeit von Marie von Montpellier mit Peter II. 1204 und deren Tod 1213 in den Besitz der Könige von Aragon. Montpellier erhielt 1204 die Stadtrechte und das Recht, jährlich zwölf regierende Stadträte zu ernennen. Nach dem Tod von Peter II. regierte das Köngishaus von Aragón bis die Stadt an Jakob II. von Mallora fiel und von dessen Sohn 1349 an den französischen König Philipp VI. verkaufte wurde, um die Kriegskasse im Kampf gegen Peter IV. von Aragón zu füllen. Im 14. Jahrhundert erhielt Montpellier eine Kirche, noch nicht die Kathedrale, die dem Heiligen Peter geweiht war. Die Besonderheit der Kirche waren zwei hohe Türme. Nach weiterem Wachstum zog schließlich 1536 der Bischof von Maguelone in die Nachbargemeinde Montpelliéret, welches später von Montpellier vereinnahmt wurde. Während der Reformation im 16ten Jahrhundert traten viele Einwohner dem Protestantismus bei, die Hugenotten, und es wurde eine Festung des protestantischen Widerstandes gegen das katholische Königshaus. König Ludwig XIII. belagerte die Stadt 1622 und eroberte sie nach acht Monaten. Die Zitadelle wurde anschließend gebaut um den Herrschaftsanspruch des Königs zu festigen. Die Industialisierung machte im 19. Jahrhundert ein Industriezentrum aus der Stadt und in den 1960ern sorgte die Einwanderung der französischen Algerier für ein rasantes Wachstum.

Bildung

Geschichte der Universität

Montpellier ist eine der ältesten Universitätsstädte Frankreichs. Bereits etwa im Jahre 980 findet ein reger Austausch zwischen jüdischen, christlichen und muslimischen Kulturen in Montpellier statt, insbesondere im Bereich der Medizin. Im Jahre 1180 erlaubt Wilhelm VIII., Herrscher von Montpellier, dass in Montpellier Medizin praktiziert und unterrichtet wird. Schnell wird es nötig, den Unterricht zu organisieren. Kardinal Konrad, ein Legat Papst Honorius III., gründet in Montpellier im Jahre 1220 die erste medizinische Fakultät Frankreichs. 1242 bestätigt der Bischof von Maguelone die Statuten der Hochschule für Freie Künste (école des arts libéreaux). Gegen 1260 sammeln sich Juristen in Montpellier. 1289 gründet Papst Nikolaus IV. durch die Schrift Quia Sapientia eine Universität in Montpellier. Medizin, Recht, Jura und Philosophie zählen zu den Disziplinen des angebotenen Studium generale. Die Universität von Montpellier entwickelt sich zu einem intellektuellen Zentrum mit hohem Niveau. So schreibt sich beispielsweise François Rabelais, ein berühmter humanistischer Schriftsteller, 1531 an der medizinischen Fakultät ein. Die Religionskriege beenden zunächst die prosperierende Entwicklung der Universität; die theologische Fakultät fällt ihnen zum Beispiel ganz zum Opfer. Die Tätigkeit der Universität beschränkt sich immer weiter auf die medizinische Fakultät. Dabei steht Montpellier in direktem Wettbewerb zu Paris; die meisten Ärzte der Könige stammen aus Montpellier. Im Rahmen der französischen Revolution werden die Universitäten abgeschafft. Viele der Professoren unterrichten jedoch im Untergrund weiter. Die Notwendigkeit, Ärzte auszubilden, führt bereits wieder im Jahre 1794 zu der Errichtung dreier Écoles de Santé (Gesundheitsschulen) in Paris, Strasbourg und Montpellier. 1808 wird die medizinische Fakultät der neu gegründeten Universität von Montpellier (Université impériale) angegliedert. 1816 wird eine Fakultät für Literatur, 1838 eine naturwissenschaftliche Faktultät gegründet. Eine Hochschule für Pharmazie bildet sich bald. Die juristische Fakultät wird erst wieder im Jahr 1878 neu gegründet.

Hochschulen in Montpellier heute

Montpellier ist heute neben Paris, Toulouse und Aix-en-Provence eine der größten Studentenstädte Frankreichs. Mit mehr als 60.000 Studenten ist jeder vierte Bewohner der Stadt an einer der zahlreichen Hochschulen eingeschrieben. Heute gibt es drei Universitäten in Montpellier:
- An der [http://www.univ-montp1.fr/ Université Montpellier I] werden u. a. Rechts-, Wirtschafts- und Verwaltungswissenschaften sowie Medizin, Zahnmedizin und Pharamazie unterrichtet.
- An der [http://www.univ-montp2.fr/ Université Montpellier II - Sciences et Techniques du Languedoc] werden Naturwissenschaften studiert.
- Die [http://www.univ-montp3.fr/ Université Paul-Valéry (Montpellier III)] hat sich auf Literatur, Fremdsprachen, Geistes- und Sozialwissenschaften spezialisiert. Für ausländische Studenten werden hier Französischkurse angeboten. Der Campus liegt direkt neben dem der Université Montpellier II. Darüber hinaus gibt es mehrere Grande écoles in Montpellier:
- [http://www.enscm.fr/ École Nationale Supérieure de Chimie] (Hochschule für Chemie)
- [http://www.ensam.inra.fr/ École Nationale Supérieure d'Agronomie] (Hochschule für Agrarwissenschaften)
- [http://www.supdeco-montpellier.com/ École Supérieure de Commerce: Sup de Co] (Hochschule für Betriebswirtschaftslehre) Den Status einer unabhängigen Fakultät hat die Faculté de Théologie Protestante de Montpellier:
- [http://www.iptheologie.asso.fr/facmontpellier/index.htm Institut Protestant de Théologie] (Hochschule für evangelische Theologie)

Sehenswürdigkeiten

Neben den Gebäuden der Universität gibt es im Stadteil Antigone (östlich des Stadtzentrums) mehrere große Wohngebäude des katalanischen Architekten Ricardo Bofill, die im neoklassischen Stil gebaut sind. Die Stadt beherbergt den ersten botanischen Garten Frankreichs, der 1593 gepflanzt wurde. Nahe der Universität ist die Kathedrale von Sankt Peter. Der Triumphbogen Porte du Peyrou steht in der Nähe, wurde 1691 im dorischen Stil gebaut und später zu Ehren von Louis XIV noch erweitert. Im 17. Jahrhundert entstand der Aqueduc de Saint-Clément , der sich über 800 m im Stadtviertel Les Arceaux erstreckt. Er brachte Wasser von der 14 Kilometer entfernten Quelle St. Clément in die Stadt. Der Aquädukt füllte einen Wassertank nahe des Triumphbogens, von wo aus Springbrunnen und öffentliche Wasserentnahmestellen befüllt wurden.

Söhne und Töchter der Stadt

In Montpellier wurden geboren:
- Frédéric Bazille (Maler des Impressionismus, 1841-1871)
- Rochus von Montpellier (ca. 1295-1327), Heiliger der Pestkranken
- Antoine-Jérôme Balard (1802-1876), Chemiker
- Auguste Comte (1798-1857), einer der Gründer der Soziologie
- Léo Malet, französischer Kriminalschriftsteller
- Guillaume Mathieu, comte Dumas
- Charles Bernard Renouvier
- Émile Saisset
- Juliette Gréco, französische Chansonsängerin und Schauspielerin
- Édouard Albert Roche, französischer Mathematiker

Partnerstädte


- Louisville (Kentucky, USA) seit 1955
- Heidelberg (Baden-Württemberg, Deutschland) seit 1961 (siehe Weblink Heidelberghaus)
- Barcelona (Katalonien, Spanien) seit 1963
- Chengdu (Sichuan, Volksrepublik China) seit 1981
- Tiberias (Israel) seit 1983
- Fès (Marokko) seit 2003

Verkehr

Marokko Montpellier hat einen internationalen Flughafen an der A 9 mit etwa 1,3 Millionen Fluggästen im Jahr 2004. Der ÖPNV wird durch die TaM durchgeführt. Sie betreiben eine Straßenbahnlinie und zahlreiche Buslinien in der Region. Eine zweite Straßenbahnlinie wird zur Zeit gebaut (vorraussichtliche Fertigstellung Oktober 2006) und eine dritte ist in Planung.

Weblinks


- [http://www.ville-montpellier.fr/ Offizielle Homepage] (französisch)
- [http://www.maison-de-heidelberg.org/ Heidelberghaus in Montpellier] Kategorie:Ort im Languedoc-Roussillon ja:モンペリエ

Kapetinger

Die Kapetinger waren eine französische Herrscherdynastie (Königshaus), bei denen zwischen den Kapetingern im weiteren Sinne und den Kapetingern im engeren Sinne unterschieden werden muss. Die Kapetinger im engeren Sinne ist die Familie der Könige von Frankreich von 9871328. Ihre Vorgänger waren die Karolinger, ihre Nachfolger die Valois. Die Kapetinger im weiteren Sinne ist die Gesamtfamilie, die seit dem Beginn des 7. Jahrhunderts belegt ist und in ihrem Mannesstamm heute noch existiert. Zu ihr gehören aus dem Hauptzweig:
- die Robertiner zur Zeit der Merowinger und der Karolinger
- die Kapetinger im engeren Sinne (König von Frankreich 987-1328)
- die Valois (König von Frankreich 1328-1589)
- die Bourbonen (Könige von Frankreich 1589-1792, 1815-1830, Könige von Spanien, Neapel, Sizilien etc.)
- das Haus Orléans (König von Frankreich 1830-1848) Darüber hinaus gibt es zahlreiche Nebenlinien, z.B.
- die fränkischen Babenberger oder Popponen
- das Haus Anjou (Könige von Neapel und Ungarn)
- das Haus Burgund (Herzöge von Burgund)

Französische Könige aus dem Haus der Kapetinger

In Klammern: Zeiten der Regentschaft.
- Odo (888-898)
- Robert I. (922-923)
- Hugo Capet (987 - 996)
- Robert II. (996 - 1031)
- Heinrich I. (1031 - 1060)
- Philipp I. (1060 - 1108)
- Ludwig VI. (1108 - 1137)
- Ludwig VII. (1137 - 1180)
- Philipp II. August (1180 - 1223)
- Ludwig VIII. (1223 - 1226)
- Ludwig IX. der Heilige (1226 - 1270)
- Philipp III. der Kühne (1270 - 1285)
- Philipp IV. der Schöne (1285 - 1314)
- Ludwig X. (1314 - 1316)
- Philipp V. (1317 - 1322)
- Karl IV. (1322 - 1328) Beginn der Dynastie der Valois: Philipp VI. (Frankreich) (1328-1350) Siehe auch:
- Robertiner
- Liste der Herrscher Frankreichs
- Französische Königshäuser :
  - Karolinger
  - Kapetinger
  - Valois
  - Bourbonen
  - Bonaparte

Geschichte

Drei Könige Frankreichs stammten schon vor Hugo Kapet aus derselben Linie, sie werden üblicherweise als Robertiner bezeichnet.

Beginn der Dynastie der Kapetinger

Im Jahre 987 war Hugo Kapet Herzog von Paris Herrscher über die Francie, einem Gebiet zwischen Seine und Loire. Als sein Vorgänger Ludwig V. ohne Nachkommen starb, wurde Hugo Kapet durch eine Versammlung der Bischöfe und der wichtigsten französischen Bündnisfürsten (zu denen er gehörte) zum neuen König von Frankreich gewählt. Er ließ sich wie die meisten seiner Nachfolger in Reims krönen.

Ende der Dynastie der Kapetinger

Im Jahre 1328 hatte die Dynastie der Kapetinger keinen männlichen Nachfolger. In Anwendung des Erbrechts entsprechend dem Salischen Gesetz (Lex Salica) das zwischen 453 und 486 n. Chr. entstand, waren die Frauen von der Thronfolge ausgeschlossen. In der Folge wurde Philipp VI. der Neffe Philipps IV. aus der Nebenlinie Valois zum neuen König erwählt. Auch das spätere Königshaus der Bourbonen stellte eine Nebenlinie der Kapetinger dar.

Weblinks


- [http://www.mittelalter-genealogie.de/_kapetinger.htm Materialsammlung]

Stammbaum der Kapetinger (i.e.S.)

Aus der französischen Wikipedia: Généalogie des Capétiens Eine ausführliche Darstellung befindet sich im Hauptartikel Stammliste der Kapetinger
! ja:カペー朝 ko:카페 왕조

Ludwig IX.

Ludwig IX., genannt Ludwig der Heilige (
- 25. April 1214 in Poissy; † 25. August 1270 in Tunis) war König von Frankreich von 1226 bis 1270. 1270

Leben

Er war der vierte Sohn von Ludwig VIII. von Frankreich und dessen Gemahlin Blanche von Kastilien. Er unternahm zwei Kreuzzüge, die beide Fehlschläge waren. Er wurde beim Sechsten Kreuzzug 1248-1254 in Ägypten gefangengenommen, wo er gegen Zahlung eines Lösegelds und dem Versprechen, nie wieder islamische Staaten anzugreifen, frei kam. Ludwig IX. führte dann dennoch den Siebten Kreuzzug 1270 in Tunesien an, bei dem er an einer Infektionskrankheit (Pest?) starb. Im Jahre 1297 wurde er dafür von Papst Bonifatius VIII. heiliggesprochen, Gedenktag ist der 25. August. Berühmt wurde er auch dafür, die angebliche Dornenkrone Christi, heiligste aller Reliquien, für ein Vermögen gekauft und nach Frankreich gebracht zu haben. Als gewaltigen Schrein errichtete er für sie und andere Reliquien die Sainte-Chapelle in Paris. Die Spitze einer Heiligen Lanze, mit der die Seite Christi nach dessen Kreuzestod vom römischen Hauptmann Longinus durchbohrt worden sein soll, wurde ebenfalls von Ludwig nach Paris gebracht, ist jedoch inzwischen verschollen.

Nachfahren

Am 27. Mai 1234 vermählte er sich mit Marguerite von Provence, mit der er folgende Kinder hatte:
- Blanche, geboren am 4. Dezember 1240
- Isabelle, geboren am 2. März 1242
- Ludwig, geboren am 21. September 1243
- Philipp III., geboren am 3. April 1245
- Johann, geboren 1246
- Johann Tristan, geboren am 8. April 1250
- Peter, geboren 1251
- Blanche, geboren 1253
- Robert von Clermont, geboren 1256
- Marguerite, geboren 1257
- Agnes, geboren 1260

Vorfahren

┌──> Ludwig VII. der Junge (1120-1180), │ König von Frankreich │ ┌──> Philipp II. August (1165-1223), │ König von Frankreich │ │ │ └──> Adele von Champagne (1140-1206), │ ... │ ┌──> Ludwig VIII. der Löwe (1187-1226), │ König von Frankreich │ │ │ │ ┌──> Balduin V. (1150-1195), │ │ │ Graf von Hennegau │ │ │ │ └──> Isabelle von Hennegau (1170-1190), │ Gräfin von Artois │ │ │ └──> Margarethe I. (Flandern) (1145-1194), │ Gräfin von Flandern │ Ludwig IX. der Heilige (1214-1270), König von Frankreich │ │ ┌──> Sancho III. (1133-1158), │ │ König von Kastilien │ │ │ ┌──> Alfons VIII. (1155-1214), │ │ König von Kastilien │ │ │ │ │ └──> Bianca von Navarra († 1157) │ │ ... │ │ └──> Blanche von Kastilen (1188-1252) ... │ │ ┌──> Heinrich II. Plantagenet (1133-1189), │ │ König von England │ │ └──> Eleonore Plantagenet (1161-1214) ... │ └──> Eleonore von Aquitanien (1122-1202) Herzogin von Aquitanien

Weblinks


- [http://www.mittelalter-genealogie.de/mittelalter/koenige/frankreich/ludwig_9_der_heilige_koenig_von_frankreich_+_1270.html genealogie-mittelalter.de] Kategorie:König (Frankreich) Kategorie:Heiliger Kategorie:Kapetinger Kategorie:Mann Kategorie:Geboren 1214 Kategorie:Gestorben 1270 ja:ルイ9世 (フランス王)

1291

Ereignisse

Politik und Weltgeschehen


- 17. Juni - Akkon, die letzte Kreuzfahrerbastion, fällt. Ende der Kreuzzüge
- 1. August (in Wahrheit: "Anfang August") - Gründung der Schweizer Eidgenossenschaft, (Rütli-Schwur, Bundesbrief) durch die drei Urkantone Uri, Schwyz und Unterwalden auf der Rütliwiese am Vierwaldstättersee.
- Erste urkundliche Erwähnung von Altdorf bei Nürtingen und Illerrieden.
- Maunu wird Erzbischof von Tartu.

Geboren


- Philippe de Vitry, französischer Dichter, Komponist, Politiker, Bischof von Meaux († 1361)
- Guido Gonzaga, Graf von Mantua
- 8. Februar - Alfons IV. (Portugal), König von Portugal († 1357)
- 9. März - Cangrande I. della Scala, Stadtherr (Signore) von Verona († 1329)

Gestorben


- 15. Juli - Rudolf I. von Habsburg, römisch-deutscher König (
- 1218)
- 16. August - Friedrich Tuta, Regent der Markgrafschaft Meißen (
- 1269) als:1291 ko:1291년

1308

Ereignisse

Politik und Weltgeschehen


- Karl I. Robert von Anjou wird König von Ungarn.
- 1. Mai König Albrecht I. wird von seinem Neffen Johann Parricida bei Brugg ermordet.
- 27. November Die Kurfürsten wählen statt Karl von Valois den Grafen Heinrich VII. von Luxemburg, und dies trotz der massiven Wahlbestechung von Seiten Karls.
- Papst Clemens V. anerkennt die Wahl des neuen Königs.
- Heinrich VII. von Luxemburg bestätigt die Freibriefe der Schweizer Urkantone Uri, Schwyz und Unterwalden
- Durchbruch in der Chirurgie: In Venedig wird erstmalig in Europa die Erlaubnis erteilt, eine Leiche zu sezieren.
- Die Universität zu Perugia wird gegründet.

Geboren


- Stefan Uros IV. Dusan, ab 1331 König, ab 1345 Zar von Serbien (verstorben 1355)
- Longchen Rabjam, bedeutendster Gelehrter und verwirklichter Meister der Nyingma-Schule des tibetischen Buddhismus (Vajrayana) (verstorben 1363).

Gestorben


- 1. Mai - Albrecht I. (HRR), war Römischer König aus dem Haus Habsburg sowie Herzog von Österreich und der Steiermark von 1298-1308 (
- 1255)
- 4. Juli - Eberhard I. von der Mark, Vogt zu Essen, Graf von Mark, Graf von Altena (
- 13. Jh.)
- 10. September - Go-Nijo, 94. Kaiser von Japan (
- 1285)
- 8. November - Johannes Duns Scotus, schottischer Theologe und Philosoph der Scholastik (
- 1266) ko:1308년

1344

Ereignisse

Politik und Weltgeschehen


- Spanien schlägt die Mauren in Algeciras zurück.
- In Prag wird ein Erzbistum gegründet.
- Italien durchlebt eine schwere Hungersnot.
- Die seit 1277 in Bau befindliche Klosterkirche in Chorin wird fertiggestellt (Zisterzienser).
- Die Hanse wird als Städtebund gegründet.
- Parakramabahu V. wird König von Ceylon.

Geboren


-

Gestorben


- 11. Juli Ulrich III., Graf von Württemberg (
- nach 1286) ko:1344년

15. Jahrhundert

Das 15. Jahrhundert begann am 1. Januar 1401 und endete am 31. Dezember 1500. Es ist die Endphase des Spätmittelalters, die Epoche des Humanismus, der Beginn der Renaissance und der Übergang zur Neuzeit.

Ereignisse und Entwicklungen


- In der Zeit von 1403 bis 1516 erobern die Schweizer Eidgenossen das Tessin.
- Das Abendländische Schisma endet 1417.
- Jeanne d'Arc führt die französischen Truppen 1429 zu einem Sieg gegen die Engländer im Hundertjährigen Krieg.
- Konstantinopel fällt 1453 an das Osmanische Reich.
- Die Hussitenkriege finden 1419 bis 1436 in Mitteleuropa statt.
- Niccolo Machiavelli schreibt Il Principe.
- 1474-1477 finden die Burgunderkriege statt, die mit dem Untergang des Hauses Burgund enden.
- Nach fast 800-jähriger muslimischer Herrschaft fällt am 2. Januar 1492 Granada, die letzte Hochburg des einst großen maurischen Reiches auf spanischem Boden (Abschluss der Reconquista). Muslime und Juden werden vertrieben.
- Christoph Kolumbus erreicht am 12. Oktober 1492 die zu den Bahamas gehörende Insel Guanahani und entdeckt damit Amerika.
- 1493-1519: Maximilian I. (HRR) regiert. Sein Beiname "Der letzte Ritter" symbolisiert den Untergang des Rittertums.
- Die Zulus besiedeln Teile des heutigen Südafrika.
- Die Spanische Inquisition wird gegründet.
- Vasco da Gama erreicht 1498 Indien.
- Niedergang des Khmer-Reiches von Angkor, 1431 Eroberung durch das Thai-Königreich Ayutthaya
- älteste Volksschauspiel Deutschlands: Drachenstich

Persönlichkeiten


- Filippo Brunelleschi erfindet die Zentralperspektive
- Leonardo da Vinci, Erfinder und Maler
- Martin Luther 1483-1546, Reformator
- Albrecht Dürer 1471-1528, deutscher Maler und Graphiker.

Erfindungen und Entdeckungen


- Johannes Gutenberg erfindet 1440 den Satz mit beweglichen Lettern, revolutioniert die Druckkunst und bricht das Informationsmonopol der Kirche. 01-15 ! ja:15世紀 ko:15세기 simple:15th century th:คริสต์ศตวรรษที่ 15

Pair von Frankreich

Der Titel Pair (französisch, von lat. par = gleich) bezeichnet seit dem 13. Jahrhundert politisch privilegierte Hochadelige in Frankreich. Peer ist die englische Form. Der Status eines Pairs von Frankreich war der höchste im französischen Adel und wurde vom König verliehen. Die Ursprünge und die ursprüngliche Bedeutung dieses Rangs sind nicht ganz klar, aber zur Zeit des 13. Jahrhunderts hatten die Pairs spezielle Aufgaben bei Königskrönungen, und dies blieb eines ihrer wichtigsten Merkmale bis zum Ende des Ancien régime. Eine weitere frühe Aufgabe war ihre Funktion als Beisitzer im Lehnsgericht der französischen Könige, von 1814 bis 1848 waren die Pairs Mitglieder der 1. Kammer (Pairskammer) des französischen Parlaments. Um 1216 gab es neun Pairs: der Erzbischof von Reims, die Bischöfe von Langres, Beauvais, Châlons-en-Champagne, und Noyon, die Herzöge von Normandie, Burgund, und Guyenne (Aquitanien) sowie der Graf der Champagne. Während der Erzbischof von Reims immer den König gekrönt hatte, ist weniger klar, warum die übrigen Prälaten dazu gehörten. Die Zugehörigkeit der Normandie war theoretisch, da sie in französischen Augen seit 1202 nicht mehr zur Krone gehörte. Ein paar Jahre später kamen (vor 1228) drei Pairs hinzu, was deren Zahl auf zwölf erhöhte. Dies rührte von den zwölf "Pairs" Karls des Großen aus den chansons de geste her, die zu dieser Zeit sehr populär waren. Tatsächlich wurden diese Geschichten so sehr mit dem Rang der Pairs von Frankreich in Verbindung gebracht, dass die Menschen lange Zeit dachten, er stamme aus der Zeit Karls des Großen. Die drei Pairs, die vor 1228 hinzugefügt wurden, waren der Bischof von Laon und die Grafen von Flandern und Toulouse. Im späteren 13. Jahrhundert gingen zwei weitere weltliche Pairages in der Krone auf, und so wurden 1297 drei neue Pairages geschaffen. In späteren Jahrhunderten fielen die letzten drei der ursprünglichen weltlichen Pairages an die Krone, und so wurden weitere bis zu einer Gesamtzahl von 25 geschaffen. Zwischen den 12 "alten" und den 13 "neuen" Pairages wurde ein Unterschied gemacht. Nur die alten hatten bei der Krönung spezifische Aufgaben. Da die älteren Pairages mit der Krone verschmolzen, wurden neuere Pairs geschaffen, um die Rollen der älteren zu erfüllen. Die im folgenden angegebenen Jahre für das Erlöschen der Zugehörigkeit zu den Pairs von Frankreich muss nicht notwendigerweise mit dem Erlöschen des zugehörigen Adelstitels übereinstimmen.

Die "alten" Pairs

Die "neuen" Pairs (12591789)

13. Jahrhundert

14. Jahrhundert

15. Jahrhundert

16. Jahrhundert

17. Jahrhundert

18. Jahrhundert

Die Pairs der Restaurationszeit (18141848)

noch zu ergänzen

Quellen


- http://www.heraldica.org/topics/france

Literatur


- Richard A. Jackson, "Peers of France and Princes of the Blood", French Historial Studies, volume 7, number 1 (Spring 1971), pp. 27-46 siehe auch: Adelstitel, Geschichte Frankreichs, Peer (Adel)

1316

Ereignisse

Politik und Weltgeschehen


- Johannes XXII. wird neuer Papst.
- Ludwig der Bayer anerkennt die Unabhängigkeit der Schweizer Eidgenossenschaft
- Die Bevölkerung Europas wird durch eine Hungersnot, stark dezimiert.
- Johann von Luxemburg sieht sich gezwungen, den Hochadel stärker an der Macht zu beteiligen, was in Bürgerkrieg endet.
- Philipp V. wird neuer französischer König.

Geboren


- 2. März - Robert II. (Schottland), schottischer König († 1390)
- 14. Mai - Karl IV. († 1378)
- 13. November - Johann I. (Frankreich), Sohn von Ludwig X. von Frankreich († 1316)

Gestorben


- 12. März - Stefan Dragutin, serbischer König (
- um 1252)
- 25. April - Friedrich Clem, Markgraf von Meißen (
- 1273)
- 22. Dezember - Aegidius von Rom, Augustiner-Eremit (
- 13. Jh.)
- 19. November - Johann I. (Frankreich), Sohn von Ludwig X. von Frankreich (
- 1316)
- Pietro d'Abano, italienischer Arzt, Philosoph und Astrologe (
- 1250)
- Raimundus Lullus, katalanischer Philosoph (
- 1232)
- Ludwig der Zänker (
- 1289) ko:1316년

16. Jahrhundert

Das 16. Jahrhundert begann am 1. Januar 1501 und endete am 31. Dezember 1600. Mit der Reformation Luther im Jahre 1517 endete das Spätmittelalter in Europa, und es begann damit die Epoche der frühen Neuzeit.

Ereignisse/Entwicklungen


- Weitergehende Reformation der Kirche
- König Heinrich VIII. (England) bricht mit der katholischen Kirche (1533)
- Religionskrieg zwischen Katholiken und Hugenotten in Frankreich
- Die Zeit der großen europäischen Hexenverfolgung beginnt gegen Ende des Jahrhunderts
- Erste Erdumseglung von Ferdinand Magellans Expedition.
- Die Türken schlagen Ungarn (Schlacht bei Mohács, 1526) und belagern Wien (Erste Wiener Türkenbelagerung, 1529)
- Kopernikus veröffentlicht seine Theorie vom heliozentrischen Weltbild (1543)
- Der Gregorianische Kalender wird in vielen katholischen Ländern eingeführt (1582)
- Die britische Flotte unter Sir Francis Drake schlägt die spanische Armada vernichtend (1588)

Persönlichkeiten


- Martin Luther, religiöser Reformator
- Michelangelo Buonarotti, Maler und Bildhauer
- Thomas More, englischer Politiker und Schriftsteller
- Miguel de Cervantes, spanischer Schriftsteller
- Elizabeth I., englische Königin
- Philip II., spanischer König
- Nostradamus, Arzt, wurde berühmt für seine Prophezeiungen
- Nikolaus Kopernikus, Astronom
- Mary Queen of Scots, Königin Schottlands und Mutter James I of England and VI of Scotland
- William Shakespeare, englischer Dichter und Dramatiker

Erfindungen und Entdeckungen


- Erfindung des Spinnrads. 01-16 ! ja:16世紀 ko:16세기

14. Jahrhundert

Das 14. Jahrhundert begann am 1. Januar 1301 und endete am 31. Dezember 1400. Es ist die Epoche des Spätmittelalters in Europa.

Ereignisse und Entwicklungen


- Die Krise des 14. Jahrhunderts
- Übergang von der mittelalterlichen Wärmephase zur kleinen Eiszeit
- Entstehung des Osmanischen Reichs
- Ein Drittel der europäischen Bevölkerung stirbt an der seit sechshundert Jahren ersten Epidemie der Pest, siehe Schwarzer Tod. (Erste und gravierendste Welle: 13471351, dann mehr oder weniger regelmäßig alle neun bis zwölf Jahre mit Unterbrüchen bis sie 1722 ganz aus Europa verschwindet.)
- Ende der mongolischen Yuan Dynastie in China und Anfang der Ming Dynastie (1368)
- Das Abendländische Schisma der Römisch-Katholischen Kirche beginnt 1378 und führt zu zeitweilig drei gleichzeitigen Päpsten.
- Die seit dem 13. Jahrhundert entstehenden Bauhütten erleben ihre Blütezeit.

Persönlichkeiten


- Bonifatius VIII., Papst
- Albrecht I., Deutscher König
- Longchen Rabjam, buddhistischer Gelehrter

Erfindungen und Entdeckungen


- Richtiges Mischverhältnis des Schwarzpulvers durch den Mönch Berthold Schwarz wird angeblich im Jahre 1313 entdeckt.
- Im Laufe des 14. Jahrhunderts begann man die Kräfte des Wassers und die des Windes aktiv zu nutzen.
- Ein anderes Zeitgefühl hielt Einzug in die Dörfer, es kam mit der Erfindung und Einführung der Turmuhren.
- Die Bauern erhielten ein neues Mittel, ihre Felder zu bestellen, nämlich die Sense.
- Mit der Erfindung des Spinnrades erhielten die Familien eine neue Verdienstmöglichkeit.
- In der Geldwirtschaft wurde die Buchführung wesentlich verfeinert. Kreditbriefe und Wechsel erhielten nicht zuletzt im hundertjährigen Krieg ihre Bedeutung.
- Die Arabischen Zahlen beginnen die Römischen Zahlen abzulösen.

Literatur


- Barbara Tuchman: Der ferne Spiegel. Das dramatische 14. Jahrhundert. ISBN 3-423-10060-5

Links


- [http://www.ig-mim.de Interessengemeinschaft Mensch im Mittelalter e.V] Darstellung des alltäglichen Lebens im 14ten Jahrhundert. Mode, Haushalt, Alltagsleben 01-14 ! ja:14世紀 ko:14세기 th:คริสต์ศตวรรษที่ 14

1762

Ereignisse


- 24. Juni: Die Franzosen landen 1.500 Soldaten auf Neufundland und besetzen St. John's
- 18. September: Die französischen Truppen auf Neufundland kapitulieren vor den Briten
- Katharina die Große wird Zarin von Russland
- Russland und Preußen schließen den Frieden von St. Petersburg
- Besetzung Havannas durch englische Truppen

Kultur


- 20. Januar: Uraufführung der Oper Alessandro nell'Indie von Johann Christian Bach am Teatro San Carlo in Neapel
- 5. Oktober: Uraufführung der Oper Orfeo ed Euridice (Orpheus und Eurydike) von Christoph Willibald Gluck in Wien

Geboren


- 5. Januar: Constanze Mozart, Ehefrau von Wolfgang Amadeus Mozart († 1842)
- 23. Januar: Christian August Vulpius, deutscher Schriftsteller († 1827)
- 2. Februar: Girolamo Crescentini, italienischer Sänger (Kastrat) und Komponist († 1846)
- 10. März: Jeremias Benjamin Richter, Chemiker († 1807)
- 9. April: Friedrich Emil Ferdinand Heinrich von Kleist, preußischer General
- 29. April: Jean-Baptiste de Jourdan, Marschall von Frankreich († 1833)
- 19. Mai: Johann Gottlieb Fichte, deutscher Philosoph († 1814)
- 10. Juni: Georg Friedrich Benecke, deutscher Gelehrter († 1844)
- 16. Juni: Carl Christian Agthe, deutscher Komponist und Organist († 1797)
- 12. August: Christoph Wilhelm Hufeland, deutscher Mediziner, königlicher Leibarzt in Preußen, († 1836)
- 12. August: Georg IV. (Vereinigtes Königreich), König von Großbritannien, Irland und Hannover († 1830)
- 30. September: Karl Stülpner, erzgebirgischer Volksheld († 1841)
- 21. Oktober: George Colman der Jüngere, englischer Schriftsteller († 1836)
- 24. Oktober: Johann Wilhelm Tolberg
- 28. Oktober: Karl Philipp Conz, deutscher Dichter und Schriftsteller
- 29. Oktober: André Chénier, französischer Schriftsteller († 1794)
- 20. November: Pierre André Latreille, französischer Etnomologe († 1833)
- Feliks Janiewicz, polinischer Komponist und Violinist († 1848)

Gestorben


- 20. Februar: Tobias Mayer, deutscher Kartograf, Geograf, Mathematiker und Astronom (
- 1723)
- 2. März: Johann Peter Ernst Rohrer, Baumeister (
- 1687)
- 21. März: Nicolas Louis de Lacaille, französischer Astronom (
- 1713)
- 30. März: Johann Georg Bergmüller, deutscher Maler (
- 1688)
- 6. April: Hermann Werner von Bossart, Priester, Diplomat und Domherr in Köln (
- 1695)
- 19. Mai: Christoph II. von Dohna-Schlodien, preußischer General (
- 1702)
- 27. Mai: Alexander Gottlieb Baumgarten, deutscher Philosoph (
- 1714)
- 19. Juni: Johann Ernst Eberlin, deutscher Komponist und Organist (
- 1702)
- 26. Juni: Gottschedin, deutsche Schriftstellerin (
- 1713)
- 13. Juli: Dorothea Christiane Erxleben, deutsche Ärztin (
- 1715)
- 13. Juli: James Bradley, britischer Astronom (
- 1692)
- 17. Juli: Peter III. (Russland), russischer Staatsmann (
- 1728)
- 21. August: Mary Wortley Montagu, englische Schriftstellerin (
- 1689)
- 31. August: Momozono, 116. Kaiser von Japan (
- 1741)
- 17. September: Francesco Geminiani, war Geigenvirtuose und Komponist (
- 1687)
- 20. September: Paul Troger, österreichischer Maler des Spätbarock (
- 1698)
- 7. Oktober: Georg von Pfronten-Kreuzegg, sel. Kapuziner in Kreuzegg (
- 1696)
- George Anson: britischer Marineoffizier und Theoretiker (
-  1697) ko:1762년

Dombes

Dombes (im französischen sowohl Les Dombes als auch La Dombe) ist eine Landschaft in Ostfrankreich, früher Teil der Provinz Burgund, heute Teil des Départements Ain. Sie wird im Westen von der Saône, im Süden von der Rhône, im Osten von der Ain und im Norden von der Landschaft Bresse. Die Region bildet ein hügeliges Plateau mit einer leichten Neigung Richtung Nordwesten, wobei die höchsten Stellen an Ain und Rhône eine Höhe von rund 300 m über NN erreichen. Die Dombes (lat. Dumbae) waren einst Teil des Königreichs Arles. Im 11. Jahrhundert, als das Königreich zu zerfallen begann, gerieten sie unter den Einfluss von örtlichen Herrschern. 1400 erwarb Ludwig II., Herzog von Bourbon den nördlichen, zwei Jahre den südlichen Teil und machte daraus das Fürstentum Dombes mit Trévoux als Hauptstadt. Das Fürstentum wurde 1523 von Franz I. zusammen mit anderen Besitzungen von Charles de Bourbon-Montpensier eingezogen, wurde 1527 der Königinmutter Luise von Savoyen zugesprochen und nach ihrem Tod nacheinander von Franz I., Heinrich II., Franz II. und Katharina von Medici gehalten. 1561 wurde es Louis de Bourbon-Montpensier verliehen, von dessen Nachkommen es bis 1682 gehalten wurde. Dann gab Anne Marie Louise d'Orléans, Herzogin von Montpensier, es an den Herzog von Maine, einen unehelichen Sohn Ludwigs XIV. ab, als Teil des Lösegeldes für die Freilassung ihres Liebhabers Lauzun. Der älteste Sohn des Herzogs von Maine, Louis Auguste de Bourbon (1700-