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| Letalitätsrate |
LetalitätsrateDie Letalität (von lat. letalis tödlich) bezeichnet die "Tödlichkeit" einer Erkrankung oder eines Giftstoffs. Letal ist der medizinische Begriff für 'tödlich', 'mit tödlichem Ausgang'.
L = Anzahl der an der Krankheit Verstorbenen / Anzahl der an dieser Krankheit Erkrankten.
Zur Ermittlung der Letalitätsrate berechnet man das Verhältnis der Menschen, die an einer bestimmten Krankheit in einem bestimmten Zeitraum (z.B. 1 Jahr) verstorben sind, zur Anzahl derer, die innerhalb einer definierten Population an der Krankheit neu und akut erkrankt sind.
Meist wird dieses Verhältnis als Prozentzahl oder in Promille angegeben, seltener als Wert zwischen 0 und 1. "Null" bedeutet in beiden Fällen, dass niemand an dieser Krankheit stirbt.
Beispiel: Lungenkrebsfälle in den USA im Jahr 2001:
- Zahl der diagnostizierten Fälle 79200
- Zahl der verstorbenen Fälle 65700
- Daraus folgt L = 65700 / 79200 × 100 % = 83 %
Die Angabe der Letalität eignet sich vornehmlich für akute Erkrankungen, denn prinzipiell müssen alle diagnostizierten Fälle bis zu Tod oder definitiver Heilung des einzelnen Patienten verfolgt werden.
Neue Diagnosemöglichkeiten und Heilverfahren können bei einer bestimmten Krankheit über sehr kurze oder sehr lange Zeit zu einer dramatischen Veränderung der Letalität führen. Umgekehrt kann durch eine drastische Verschlechterung im Gesundheitswesen die Letalität einer Erkrankung deutlich - wenn vielleicht auch erst nach Jahren - zunehmen.
Krankheitsstadium bei Diagnose:
Entscheidende Bedeutung bei der Bestimmung der Letalität hat oft das Stadium, in dem eine Erkrankung diagnostiziert wird.
Alter des Erkrankten:
Bei Angaben zur Letalität muss das Alter der Erkrankten aus 2 Gründen berücksichtigt werden.
- 1. Während die Letalitätsrate bei einer Pneumokokken-Bakteriämie bei über 65jährigen bei 30-50% liegt, beträgt diese für alle Altersgruppen zusammen nur 16-36%. Die Letalität einer Erkrankung in der Bevölkerungsgruppe der über 65jährigen ist vor allem beim Vorhandensein von Begleiterkrankungen wesentlich höher als in jüngeren Vergleichsgruppen (mit Ausnahme der Säuglinge).
- 2. Ist der Patient jung genug, den natürlichen Verlauf seiner Krankheit zur Gänze erleben zu können?
Beispiel: Das Prostata-Carcinom ist eine Erkrankung mit hoher Letalität, tritt allerdings in der Regel im höheren Mannesalters auf. Nachdem die Zeitdauer, die vom Beginn einer Krankheit bis zum Tod an genau dieser Krankheit vergeht, mit der Angabe der Letalität nicht erfasst wird, "erleben" die meisten Patienten den Tod an dieser Erkrankung gar nicht, sondern sie sterben 'mit dieser' an anderen Todesursachen.
Die ermittelten Werte zur Letalität sind somit relative Häufigkeiten: Sie beziehen sich auf eine definierte Population und einen definierten Zeitraum.
Fatalität ist der deutsche Begriff für das englische fatality und bezeichnet dasselbe wie Letalität.
'"Letalität'" soll nicht mit '"Mortalität'" verwechselt werden.
Weblinks
- http://medweb.uni-muenster.de/institute/imib/lehre/skripte/biomathe/bio/script2.html Siehe die Ausführungen zur Letalität am Ende dieser Seite
Siehe auch: Erstdiagnose, Früherkennung, Heilungsrate, Lebenserwartung, Letale Dosis
Kategorie:Klinische Toxikologie
MedizinDie Medizin (v. lat. ars medicina „Heilkunst“; auch Heilkunde) befasst sich mit der Gesundheit und mit der Vorbeugung (Prophylaxe), Erkennung (Diagnostik) und Behandlung (Therapie, Linderung, Heilung) von körperlichen (physischen) und seelischen (psychischen) Erkrankungen und Unfallschäden sowie mit Zeugung, Schwangerschaft, Geburt und Tod.
Medizin ist ein Teilbereich der menschlichen Kultur, der zur Erhaltung von Gesundheit und Leben und zur Wiedereingliederung in das soziale Leben beitragen will. Ihr Erscheinungsbild ist variabel, abhängig von der Gesamtkultur, in der sie steht. In primitiven Kulturen ist sie angesiedelt zwischen Empirie und Dämonenglauben, in der religiösen oder philosophisch bestimmten Umgebung entwickelt sie metaphysische Züge, und in einer industriell orientierten Kultur dominieren technisch-naturwissenschaftlich und ökonomisch bestimmte Denk- und Handlungsweisen.
In der Alltagssprache werden auch Medikamente bzw. Arzneimittel als "Medizin" bezeichnet.
Medizin wird von Ärzten und weiteren Berufen (Gesundheits- und Krankenpflegern, Altenpflegern, MTAs, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Heilpraktikern und anderen) ausgeübt. Psychotherapie darf auch von psychologischen Psychotherapeuten ausgeübt werden.
Spektrum der Medizin
psychologischen Psychotherapeuten
Zum Bereich der Medizin gehören neben der sog. "Humanmedizin" die Zahnmedizin, die Veterinärmedizin (Tierheilkunde/Tiermedizin), in einem weiteren Verständnis auch die Phytomedizin (Bekämpfung von Pflanzenkrankheiten und Schädlingen). In diesem umfassenden Sinn ist Medizin die Wissenschaft vom gesunden und kranken Lebewesen.
Grundlagen der modernen wissenschaftlichen und zunehmend evidenzbasierten Medizin bilden die Naturwissenschaften (Biologie, Chemie, Physik), speziell Anatomie, Biochemie, Physiologie, ergänzt durch Psychologie und Sozialwissenschaften (vgl. Medizinsoziologie).
Die Vielfalt der Krankheiten und ihrer Behandlungsmöglichkeiten hat zu einer Aufgliederung der Humanmedizin in eine große Anzahl von Fachgebieten und Subspezialisierungen geführt (siehe: Liste medizinischer Fachgebiete). Die Zahnmedizin nimmt eine Sonderstellung ein.
Neben der wissenschaftlichen Medizin haben sich unterschiedliche Formen der Alternativmedizin entwickelt, die in der Liste alternativmedizinischer Behandlungsmethoden gesammelt werden.
Konzepte der Medizin
Ziel der überwiegenden medizinischen Maßnahmen ist eine Beseitigung oder Linderungen krankheitsbedingter Beschwerden oder funktioneller Einbußen sowie eine Beseitigung oder Reduktion einer krankheitsbedingten Verkürzung der Lebenszeit.
Diese Ziele können in der Regel am effektivsten durch eine kurative (heilenden) Medizin, die Krankheiten zu heilen versucht, erreicht werden.
Unabhängig von Maßnahmen mit dem Ziel einer Heilung werden Beschwerden und funktionelle Einbußen durch medizinische Maßnahmen gelindert (palliative Medizin).
In den letzten Jahren wird verstärkt die Bedeutung der Prävention betont, um Krankheiten gar nicht erst entstehen zu lassen. Außerdem soll der Behandlung nötigenfalls eine Rehabilitation folgen, bei der versucht wird, verlorengegangene Fähigkeiten für den Alltag, für berufliche und soziale Bedürfnisse wiederherzustellen.
In der kurativen Medizin ist die Gliederung in die Stellung einer Diagnose und anschließende Therapie ein fast allgemeingültiges Prinzip.
Dabei steht am Anfang die Befragung des Patienten, dann die Untersuchung erst ohne, dann mit technischen Hilfsmitteln (oft bildgebende Verfahren wie Röntgen).
Die Entstehung einer Krankheit kann mechanisch, vaskulär, nerval, neoplastisch oder entzündlich sein. Als Ursachen kommen Traumata, Infektionen, Autoimmunerkrankungen, Gendefekte oder externe Noxen in Frage.
Man unterscheidet kausale von symptomatischen Therapieansätzen.
Geschichte
Hauptartikel: Medizingeschichte
Medizin oder Heilkunst im allgemeinen kann als eine der am längsten praktizierten Tätigkeiten und später Wissenschaften angesehen werden. Von den Jägern und Sammlern bis zum heutigen Tage wurde aus schamanischer Medizin, die tief in Religion und Mystizismus verankert war, die "moderne Medizin" und als Ziel die evidenzbasierte Medizin. Diese ist in der heutigen Medizin allerdings nur in Teilbereichen verwirklicht, in der Praxis weniger als in der Theorie. Sowohl im Kampf gegen Krebs als auch in der Bekämpfung von Infektionskrankheiten wie zum Beispiel den Pocken kann sie bereits Erfolge verzeichnen, die noch vor einem halben Jahrhundert undenkbar schienen.
Weblinks
- [http://www.zbmed.de Fachinformationszentrum: Deutsche Zentralbibliothek für Medizin, Köln]
- http://www.medizin-online.de Medizin-Portal für Ärzte
- [http://www.aezq.de Ärztliches Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ)]
- [http://www.biomedcentral.com/home/ BioMedCentral (englisch) - Open Access Projekt]
- [http://www.ub.uni-duisburg-essen.de/recherch/fachinfo/medizin/medlinks.shtml Fachinformation Medizin der Universitätsbibliothek Essen]
- [http://www.medinfo.de/ Medinfo.de]
- [http://www.medsana.ch/ MEDSANA - Medizinische Fachinformationen für den Laien]
- [http://www.medpilot.de/ MedPilot - Virtuelle Fachbibliothek Medizin]
- PubMed Datenbank der National Library of Medicine (USA)
- [http://www.gesundheit.de/roche/ Roche Medizinisches Wörterbuch]
- [http://www.info-gesundheit.de Info-Gesundheit.de - Suchmaschine für Gesundheit und Medizin]
- [http://flexicon.doccheck.com/ offenes medizinisches Lexikon] auf Wiki-Prinzip
- [http://www.pflegewiki.de/index.php/ Medizin bei Pflegewiki-Artikel Medizin]
- [http://www.sgipt.org/medppp/krank/iwk1.htm Zum Begriff 'krank' in der Medizin mit Blick auf Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie]
Zeitschriften
- [http://www.aerzteblatt.de Deutsches Ärzteblatt komplett online seit 1996]
- [http://bmj.bmjjournals.com/ The British Medical Journal]
- [http://jama.ama-assn.org/ JAMA - The Journal of the American Medical Association]
- http://www.thelancet.com/ The Lancet
- http://content.nejm.org The New England Journal of Medicine
- [http://www.aerztezeitung.de Ärztezeitung online]
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als:Medizin
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simple:Medicine
th:แพทยศาสตร์
zh-min-nan:I-ha̍k
Pneumokokken
Pneumokokken sind Bakterien der Art Streptococcus pneumoniae, die morphologisch zu der Gruppe der Diplokokken gehören, d.h. paarweise gelagert sind.
Krankheitsbild
Pneumokokken sind Bakterien, die schwere Infektionen verursachen. Bei Säuglingen, Kleinkindern, älteren Menschen und Personen mit chronischen Grundleiden können sie besonders gefährlich werden. Weltweit sterben jährlich etwa zwei Millionen Menschen an einer durch Pneumokokken verursachten Infektion, darunter mehr als eine Million Kinder unter fünf Jahren mit einer Lungenentzündung.
In Deutschland fallen jedes Jahr rund 12.000 Menschen einer Pneumokokken-Infektion zum Opfer. Trotz Antibiotika tritt die Hälfte dieser Todesfälle bereits innerhalb der ersten 48 Stunden ein.
Lungenentzündung
Pneumokokken können eine Vielzahl von Krankheiten hervorrufen.
Menschen über 50 Jahren erkranken meist an Lungenentzündung. Diese ist auch deshalb besonders gefährlich, weil sie leicht übersehen wird. Typische Krankheitssymptome, wie plötzliches hohes Fieber, Schüttelfrost, Husten, eitriger Auswurf, sind im Alter seltener. Typischerweise beginnt die Lungenentzündung nach vorausgegangenem Infekt der oberen Atemwege.
Säuglinge zeigen neben Husten oftmals untypische Symptome wie Trinkschwäche oder Schnupfen. Kleinkinder leiden unter Husten, schnellem Puls, sind blass und haben Fieber.
Der Hirnhautentzündung geht meist eine Infektion der oberen Atemwege voraus. Im Säuglingsalter haben Kinder hohes Fieber, erbrechen, sind apathisch oder unruhig, verweigern die Nahrung oder erleiden Krampfanfälle. Sind die Kinder älter als ein Jahr, tritt die typische Nackensteifheit auf, darüber hinaus Kopfschmerzen und Bewusstlosigkeit. Auch wenn das Kind die Infektion überlebt, kann es Hirnschäden zurückbehalten, taub sein oder schlechter sehen.
Bei Kindern unter fünf Jahren sind Pneumokokken die zweithäufigste Ursache bei akuten bakteriellen Hirnhautentzündungen.
Eine Mittelohrentzündung verursacht bei den betroffenen Kindern starke Ohrenschmerzen und Fieber. Manche Kinder leiden unter häufig wiederkehrenden Mittelohrentzündungen. In Deutschland erkranken nach Schätzungen jährlich 300.000 bis 600.000 Kinder unter fünf Jahren an akuter Mittelohrentzündung.
Bei der Nasennebenhöhlenentzündung treten Fieber und Kopfschmerzen auf, die Nebenhöhlen sind vereitert. Säuglinge erkranken nur selten an einer Entzündung der Kieferhöhlen, weil diese noch nicht vollständig ausgebildet sind. Das so genannte Siebbeinzellensystem kann aber bei ihnen auch betroffen sein.
Infektionsweg
Pneumokokken-Bakterien lauern überall. Sie werden wie Erkältungen durch Tröpfcheninfektion weitergegeben. Die Bakterien werden von Mensch zu Mensch übertragen, etwa durch Anhusten. Es wird jedoch längst nicht jeder krank, bei dem Pneumokokken die Rachenschleimhäute besiedeln. Die Keime werden meist erst dann zur Gefahr, wenn körpereigene Abwehrmechanismen wegen einer Virusinfektion oder chronischen Krankheiten geschwächt sind.
In hohem Maße gefährdet sind Kinder in den ersten beiden Lebensjahren: Ihr Immunsystem ist noch nicht in der Lage, eine Pneumokokken-Infektion ohne Hilfe abzuwehren. Lungen-, Mittelohr-, Nasennebenhöhlen- oder Hirnhautentzündung können die Folge sein. Wenn der Erreger in die Blutbahn gelangt, kommt es auch zur gefürchteten Blutvergiftung.
Impfung
Schutz vor Pneumokokken bieten zwei Impfstoffe. Ein so genannter Polysaccharid- Impfstoff steht seit vielen Jahren zur Verfügung und ist vor allem für ältere Kinder und Erwachsene bestimmt. Er wirkt gegen 23 verschiedene Pneumokokkentypen, die für 90 Prozent der Erkrankungen verantwortlich sind. Ein so genannter Konjugat-Impfstoff wurde im Februar 2001 zugelassen und ist für Kleinkinder bestimmt. Der neue Impfstoff ist gegen die 7 für Kinder gefährlichen und häufigsten Typen der Pneumokokken gerichtet.
Bevor der Konjugatimpfstoff eingeführt wurde, gab es die Schutzimpfung gegen Pneumokokken nur für Kinder ab dem dritten Lebensjahr sowie Jugendliche und Erwachsene. Der für sie geeignete Polysaccharid-Impfstoff ist aber, weil er aus den unveränderten Zuckermolekülen der Kapsel besteht, bei Säuglingen und Kleinkindern nicht ausreichend wirksam. Daher konnten Kinder unter zwei Jahren bisher nicht gegen Pneumokokken-Infektionen geimpft werden.
Bei der Herstellung des Konjugatimpfstoffes hat man sich eines Kunstgriffs bedient. An die Kapsel-Zuckermoleküle wurde ein Eiweißmolekül gebunden, das es den weißen Blutkörperchen erleichtert, den Erreger zu erkennen.
Seit März 2001 steht auch in Deutschland ein Konjugatimpfstoff zur Verfügung, der bei Säuglingen und Kleinkindern erfolgreich eingesetzt werden kann. In klinischen Studien wurden in den USA und in Finnland mehr als 37.000 Kleinkinder geimpft. Dabei ist die Wirksamkeit des neuen Impfstoffes bewiesen worden.
Eine Pneumokokken-Schutzimpfung kann gleichzeitig mit anderen Impfungen erfolgen.
Obwohl die Impfung gut verträglich ist, ist nur ein kleiner Teil der Menschen, für die sie empfohlen wird, geimpft. Die Impfung senkt nicht nur das Risiko einer schweren Pneumokokken-Infektion, sondern kann außerdem das Entstehen von Antibiotika- Resistenzen eindämmen, die in unseren Nachbarländern bereits das Behandeln von Pneumokokken-Infektionen erschweren. Daher sollte die Impfung in größerem Umfang genutzt werden als bisher.
Empfehlungen für die Pneumokokken-Impfung
Die aktuellen Empfehlungen für die Pneumokokken-Impfung (Stand 29. Juli 2005) der Ständigen Impfkommission (Ständige Impfkommission) (STIKO) am [http://www.rki.de Robert Koch Institut (RKI)] lassen sich dem "Epidemiologischen Bulletin" Nr. 30 entnehmen. Frei zugänglich als PDF Dokument auf der Webseite des RKI: [http://www.rki.de/cln_006/nn_226862/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2005/30__05.html__nnn=true hier]
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(Quelle: Ständige Impfkommission 2004)
- Personen ab 60 Jahre
- Kinder (ab vollendetem zweiten Lebensmonat), Jugendliche und Erwachsene mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge einer Grundkrankheit wie zum Beispiel:
- chronische Erkrankungen der Lunge (incl. Asthma und COPD) und des Herz-Kreislauf-Systems
- chronische Leber- oder Nierenerkrankungen
- Diabetes mellitus und andere Stoffwechselerkrankungen
- Krankheiten der blutbildenden Organe
- angeborene oder erworbene Defekte des Immunsystems
- Patienten mit funktionsuntüchtiger oder fehlender Milz
- vor Beginn einer immunsuppressiven Therapie oder vor einer Organtransplantation
- Patienten mit neoplastischen Erkrankungen
- bei Krebserkrankungen
- bei HIV-Infektionen
- nach Knochenmarkstransplantation
- Frühgeborene (vor der vollendeten 37. Woche)
- Säuglinge und Kleinkinder mit Gedeihstörungen oder neurologischen Krankheiten
Weblinks
- [http://www.dgk.de/web/dgk_content/de/pneumokokken_infektion.htm Deutsches Grünes Kreuz e.V. -> Pneumokokken-Infektion]
Kategorie:Archaeen und Bakterien
MortalitätDie Mortalität oder hohe Sterberate, auch Sterblichkeitsrate genannt, (von lat. mortalitas das Sterben, Sterblichkeit oder Todesrate) ist ein Begriff aus der Demographie. Man versteht unter der so genannten rohen Sterberate den Anteil der Individuen einer definierten Population, die in einem bestimmten Zeitraum (meist 1 Jahr) bezogen auf 1.000 Individuen der Population sterben:
:
mit
: = Anzahl der Gestorbenen im Zeitraum
und
: = Anzahl der Individuen der Population im Zeitraum
Ableitungen der Mortalität lassen sich beispielsweise auf eine bestimmte Teilpopulation (wie etwa junge Autofahrer) oder eine bestimmte Krankheit beziehen. Von der Mortalität ist im letzten Fall die Letalität zu unterscheiden, bei der die Verstorbenen nicht auf die Gesamtpopulation, sondern auf die Gesamtzahl der an der Krankheit Erkrankten bezogen ist (zudem meist ohne Berücksichtigung eines Zeitrahmens).
Besser als die allgemeine oder rohe Mortalität eignet sich die mittlere Lebenserwartung für den Vergleich unterschiedlicher Regionen, da diese die möglicherweise unterschiedliche altersstrukturelle Zusammensetzung von Bevölkerung ausgleicht. Bezogen auf die Altersstruktur stark unterschiedliche Bevölkerungen (siehe Alterspyramide) weisen auch sehr unterschiedliche Mortalitätsraten auf.
Verteilungsfunktionen
Alterspyramide
Ein erster Ansatz, die Altersverteilung mit nur einem Parameter, der Mortalität, zu beschreiben, ist die Exponentialverteilung. Ist F(x) die Summen-Verteilungsfunktion in Abhängigkeit vom Alter x, d.h. der Anteil bereits Verstorbener, dann ist 1-F(x)=S(x) die Zahl der noch Lebenden, die Altersverteilung:
: mit m: Mortalität
Der Erwartungswert der Exponentialverteilung ist der Kehrwert der Mortalität, der Lebenserwartungswert 1/m.
Für die Beispiele oben beträgt er für
Deutschland 1/0,01044 = 96 Jahre, für Mexiko 211 Jahre, für China 144 Jahre und für Russland 65 Jahre. Die hohen Werte für Mexiko und China resultieren aus dem Bevölkerungswachstum. Die Exponentialverteilung kennt keine Alterung, weshalb sie unrealistisch hohe Lebensalter zulässt.
Ein verbesserter Ansatz modelliert die Verteilung mit einer altersabhängigen Mortalitätsrate m(x):
:
Eingesetzt in die Verteilungsfunktion S(x) ergibt sich die Weibull-Verteilung mit den beiden Parametern m0 und b:
:
Das Diagramm zeigt eine Altersverteilungen für die Exponentialverteilung und zwei für die Weibull-Verteilung. Die Parameter sind in der Tabelle zusammen gestellt.
Die Gesamtzahl (Flächenintegral) beträgt bei allen drei Kurven 100 (z. B. 100 Mio. Menschen).
- Kurve 1 ist eine Exponentialverteilung mit einem Lebenserwartungswert unabhängig von der Zeit. Für die Jahre 1, 20, 50 und 80 beträgt er konstant 60 Jahre. Der Anteil der Einjährigen Personen beträgt 1,9 (z.B. 1,9 Mio), der der 90-Jährigen 0,5.
- Kurve 2 besitzt einen Lebenserwartungswert von 1/m0=100 mit der Konstanten b=1,4. Daraus folgt eine Altersabhängigkeit von 1/m(x), die von 100 Jahren bei einem Lebensalter von einem Jahr auf 17 Jahre bei einem Alter von Achtzig fällt. Die Verteilung ist pyramidenförmig.
- Kurve 3 simuliert eine konstante Verteilung mit einem Abfall bei Sechzig Jahren durch einen sehr hohen Lebenserwartungswert von 10^13 bei einem Lebensalter von einem Jahr, der aufgrund des großen Werts von b=6,8 mit zunehmenden Alter sehr schnell abfällt.
Um die Kurven mit einer Alterspyramide zu vergleichen, sind sie um 90° nach links zu drehen (das Lebensalter wird zur Ordinate): Alterspyramide
Führt man weitere Parameter ein, lassen sich die beobachteten Werte genauer wiedergeben. Andererseits wird die Interpretation der Bedeutung der Parameter schwieriger.
Einflussgrößen
Einflussgrößen für die Mortalität sind vor allem:
- Ökologische Determinanten (insbesondere Vorsorge vor Naturkatastrophen, Umwelt)
- Sozioökonomische, politische und kulturelle Determinanten (etwa Verringerung der körperlichen Arbeit, Verbesserungen des Arbeitsschutzes, bessere Ernährung, Lebensstil, Krieg) und
- Medizinische Determinanten (zum Beispiel Schutzimpfungen, gesundheitliche Aufklärung, Hygienevorschriften etc.).
Das zugehörige Adjektiv mortal (sterblich) findet vor allem Verwendung in religiösen Zusammenhängen zur Unterscheidung vom Unsterblichen oder Ewigen oder im Zusammenhang mit der Medizin.
Siehe auch
- Relative Risikoreduktion, Anzahl der notwendigen Behandlungen, Absolute Risikoreduktion, Erhöhung der Lebenserwartung
Weblinks
- http://www.mortalitaet.nicoleueberschaer.de/ Mortalitätsatlas von Berlin
- [http://www.disastercenter.com/cdc/111riska.html Mortalität und Todesursachen in den USA 1996] (englisch)
- [http://www.cia.gov/cia/publications/factbook/geos/rs.html Länderstatistiken] (englisch)
- [http://www.cnr.uidaho.edu/wlf448/survivorship1.htm Mortalitätskurven] (englisch)
Kategorie:Demografie
FrüherkennungDieser Artikel beschäftigt sich mit den medizinischen Möglichkeiten der Früherkennung von Krankheiten. Diese Maßnahmen sind eine Form des Screenings.
Solche Maßnahmen werden gelegentlich auch als Vorsorgeuntersuchung bezeichnet. Dieser Begriff ist jedoch sachlich nicht korrekt. Maßnahmen zur Vorbeugung von Krankheiten werden als Prophylaxe oder Prävention bezeichnet. Ein klassisches Fachgebiet der Medizin, welches sich fast ausschließlich mit Vorsorge und Vermeiden von Erkrankungen befasst, ist zum Bsp. die Arbeitsmedizin.
Geschichte
Der Wunsch nach besseren, erfolgreicheren Behandlungsmethoden führte dazu, Kenntnisse über die Entstehung von Krankheiten zu gewinnen. Entsprechende Untersuchungen wurden (und werden) auf vielen Gebieten durchgeführt. Die medizinischen Grundlagenwissenschaften erlebten einen immensen Aufschwung und die Entdeckungen auf diesem Gebiet wurden entsprechend geehrt, wie an der großen Anzahl von Genetikern in der Liste der Nobelpreisträger für Physiologie oder Medizin erkennbar ist. Begriffe wie Epidemiologie, medizinische Biochemie, medizinische Statistik mögen als weitere Stichworte dienen.
Heutige Möglichkeiten
Mit diesem besseren Verständnis der Krankheiten war es nicht mehr nötig, auf den Ausbruch der Erkrankung zu warten. So lassen sich heute mittels Verfahren der Pränataldiagnostik schon während der Schwangerschaft einige Erkrankungen beim Ungeborenen feststellen. Ob ein im Mutterleib wachsendes Kind einer Patientin mit Phenylketonurie ebenfalls diese Erkrankung haben wird und sich die werdende Mutter deshalb noch genauer an ihren Diätplan (strikte Begrenzung der Eiweißaufnahme) halten muss, kann z.B. durch eine Amniozentese herausgefunden werden.
Prinzipiell jedoch dürfen Möglichkeiten nicht zu Notwendigkeiten werden. Gerade beim Einführen einer Untersuchung als Reihenuntersuchung sind alle Vor- und Nachteile der Methode, sowie Möglichkeiten und Grenzen der Behandelbarkeit einer Erkrankung gründlich gegeneinander abzuwägen.
Prinzipielle Erwägungen
Ärztliche Untersuchungen zeichnen sich durch eine sehr unterschiedliche Invasivität aus. Prinzipiell muss bei allen ärztlichen Eingriffen das Verhältnis zwischen Nutzen und Gefahren gemeinsam mit dem Patienten abgewogen werden. Das Messen des Blutdruckes zur Früherkennung einer Hypertonie ist ein Beispiel für eine risikofreie Untersuchung. Dem gegenüber liegt das Fehlgeburtsrisiko bei der Durchführung einer späten Amniozentese bei bis zu 2% und bei einer Chorionzottenbiopsie bei bis zu 5%.
Empfohlene Untersuchungen
In Deutschland sind Untersuchungen zur Früherkennung von Krankheiten im Abschnitt 4 des Sozialgesetzbuch V verankert. Unterschieden wird zwischen Untersuchungen für Kinder und anderen Untersuchungen. Das Sozialgesetzbuch benennt jedoch keine spezifischen Untersuchungen.
Einzelne Krankheiten und Untersuchungen
Die folgende Liste gibt einen (unvollständigen) Überblick über Erkrankungen und mögliche Untersuchungen zur Früherkennung. Sie ist keine Empfehlung für durchzuführende Untersuchungen. Bezüglich genereller Vor- und Nachteile von Früherkennungsuntersuchungen siehe oben. Spezielle Vor- und Nachteile werden im jeweiligen Artikel diskutiert.
- Kinder
- Neugeborenenscreening
- Vorsorgeuntersuchung U1 bis U10/J1
- Kindergartenuntersuchung
- Schuluntersuchung
- Stoffwechselstörungen
- Erwachsene
- Schwangerschaftsvorsorge - Mutter-Kind-Pass
- Amniozentese
- Phenylketonurie
- Augenheilkunde
- Glaukom-Screening
- Allgemeinmedizin
- Hypertonie
- Lipidstoffwechselstörung
- Cholesterin
- Triglyceride
- Krebsfrüherkennung
- Zervixkarzinom
- PAP-Test
- Brustkrebs
- Mammographie
- Prostatakarzinom
- Prostata-spezifisches Antigen (PSA)
- Tumoren des Magen-Darm-Traktes
- Magenkarzinom
- Kolonkarzinom
- Haemoccult
- Gastroskopie
- Koloskopie
Krebs
Eine Maßnahme zur Früherkennung von Krebs ist keine Primärprophylaxe so wie etwa das Zähneputzen Karies verhindert. Allerdings sind solche Maßnahmen einer der klassischen Bereiche der Vorsorgemedizin . Die Primärprophylaxe in der Krebsvorsorge findet u.A. im Bereich der Lebensstiländerung statt: So reduzieren eine Veränderung der Ernährungsgewohnheiten und eine Gewichtsreduktion das Risiko, an einem Mammakarzinom zu erkranken ebenso wie der Verzicht aufs Nikotinkonsum (Rauchen). Allerdings dürfte - als weiteres Beispiel - die Einnahme von mindestens sechs Aspirin pro Woche das Risiko, an einem Kolonkarzinom zu erkranken, wesentlich verringern.
Viele Menschen glauben fälschlicherweises ein Screening nach einem Krebs-Frühstadium sei eine Maßnahme der Vorsorge, da sie meinen Krebs werde dadurch verhindert (Black et al. 1997). Mit Krebsvorsorge ist eigentlich das Screening nach Frühformen von Krebs gemeint, siehe Screening. [http://www.mammographie-screening-online.de/Mammographie_Online/Wilkommen/Auswahl/Brustkrebs-Frueherkennung1/Frueherkennung/body_frueherkennung.html]
[http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/detail.php/372743].
Eine Methode kann zur Früherkennung bei gesunden Personen dienen, liegt schon ein Verdacht vor kann nicht mehr von Früherkenunng gesprochen werden, die (gleiche) Methode kann als diagnostischer Test verwendet werden.
Siehe auch
- Vorsorgeprogramm, Stage migration
Weblinks allgemein
- [http://www.die-gesundheitsreform.de/reform/zuzahlung/frueherkennung_vorsorge/index.html Früherkennung - Vorsorge: Welche Früherkennungs- und Vorsorgeuntersuchungen sind empfohlen und werden von den gesetzlichen Kassen getragen]
- http://www.viszeralchirurg.ch/kr_vdkr.htm
- [http://www.zeit.de/2003/26/M-Mythos-Vorsorge zeit.de: Vom Segen des Nichtwissens - Bislang gilt die Früherkennung als die wirksamste Waffe im Kampf gegen den Krebs. Doch ist sie das wirklich?]
Weblinks pränatale Diagnostik und Therapie
- [http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/artikel.asp?id=39813 In-utero-Diagnose und -Therapie angeborener Herzfehler: Grenzen und Möglichkeiten]
- [http://www.uke.uni-hamburg.de/institute/transfusionsmedizin/downloads/institut-transfusionsmedizin/16-Tchirikov.pdf Transfusionsmedizin in der Gravidität und Pränatalperiode]
- [http://www.smw.ch/archive/1998/128-39-249-98.html Herzinsuffizienz in utero: Diagnose und Therapie]
- [http://www.kup.at/journals/summary/790.html Interventionelle Pränataltherapie - der Fetus als Patient (Zusammenfassung)]
- [http://9monate.qualimedic.de/Vorgeburtliche_therapie.html Vorgeburtliche Therapien des Fötus sind im Einzellfall möglich]
- [http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2003/0311/wissenschaft/0076/ Vorgeburtliche Therapie für den Grünen Star]
- [http://www2.lifeline.de/yavivo/Verfahren/Neurologie/Hydrocephalus/ Minimal invasive Chirurgie beim Wasserkopf (Hydrocephalus)]
Literatur
- Black W.C, Nease R.F Jr. und Tosteson: Perception of Breast cancer risk and screening effectivenss in woman younger than 50 years of age (1995) Journal of National Cancer Institute 87 S 720-731
- Rolf Becker, Walter Fuhrmann, Wolfgang Holzgreve u.a.: Pränatale Diagnostik und Therapie - Humangenetische Beratung, Ätiologie und Pathogenese von Fehlbildungen, invasive, nichtinvasive und sonographische Diagnostik sowie Therapie in utero (1995)
- Barbara Maier: Ethik in Gynäkologie und Geburtshilfe. Entscheidungen anhand klinischer Fallbeispiele (2000) [http://www.aucon.de/pic/ethik.htm Inhaltsverzeichnis]
Kategorie:Gesundheit
LebenserwartungDie Lebenserwartung, mittlere Lebenserwartung bzw. mittlere Lebensdauer gibt als Fachbegriff der Biologie ausgehend von einem bestimmten Alter an, wie lange Zeit die Gesamtheit dieser Gruppe im Durchschnitt lebt.
Während es bei Pflanzen und niederen Lebewesen manchmal um Jahrhunderte, bei Wirbeltieren - den Menschen eingeschlossen - meistens um Jahre geht, kann sich abhängig von der Art die Lebenserwartung auch auf sehr kurze Zeiträume von Wochen oder nur Tagen erstrecken. Die Lebenserwartung ist daher von Art zu Art sehr unterschiedlich: Baumarten wie die Grannenkiefer sollen über 4000 Jahre alt werden, bei Bartwürmern schätzt man bis zu 250 Jahre, Grönlandwale gelten mit über 200 Jahren als langlebigste Wirbeltiere.
Als kurzlebigstes Wirbeltier wurde 2005 Eviota sigillata bekannt, eine 2 cm große Grundel des Great Barrier Reef. Dieser Fisch wird lediglich 59 Tage alt. Bis dahin galt Notobranchius furzeri, ein zentralafrikanischer Fisch, der in trockenfallenden Tümpeln lebt, mit 12 Wochen als das kurzlebigste Wirbeltier. Noch deutlich kürzere Lebenserwartungen können manche Insektenarten haben. Hier sind die sprichwörtlichen Eintagsfliegen zu nennen.
Lebenserwartung beim Menschen
Meist bezieht sich der Begriff "Lebenserwartung" auf die Anzahl der Jahre, die ein Mensch oder eine Gruppe von Menschen (Kohorte) eines bestimmten Alters voraussichtlich leben wird. Diese geschätzte Zahl beruht auf statistischen Extrapolationen. Sie wird für jedes einzelne Alter angegeben und in so genannten Sterbetafeln (geschlechtergetrennt) zusammengefasst. Sie lässt deswegen kaum Rückschlüsse oder Voraussagen für eine bestimmte einzelne Person zu.
Trugschlüsse
Bei der Betrachtung der Lebenserwartung wird häufig übersehen, dass diese mit zunehmendem Alter der noch Lebenden steigt. Beispiel: Ein Jahrgang hat bei der Geburt eine Lebenserwartung von 75 Jahren. Nach 60 Jahren ist jedoch ein Teil bereits verstorben, der in der ursprünglichen Erwartung enthalten war. Dadurch hat die noch lebende Altersgruppe der 60-jährigen nun eine Lebenserwartung von über 85 Jahren. Und ein 80-jähriger hat eine Lebenserwartung von über 90. Bei demografischen Vorhersagen, beispielsweise zur Berechnung der Renten ist dies von entscheidender Bedeutung.
Ein ähnlicher Trugschluss kann bei der Lebenserwartung bestimmter Berufsgruppen auftreten. So ist die Lebenserwartung von Bischöfen deutlich höher als von Automechanikern. Dies liegt in erster Linie nicht an der gesünderen Lebensweise, sondern daran, dass Bischöfe nicht mit 25 sterben können, da sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht Bischof sind.
Die Lebenserwartung ist nicht davon abhängig, wie die Bevölkerung insgesamt altersmäßig strukturiert ist. Die Besetzungsstärke der einzelnen Alterstufen wird bei der Berechnung mit berücksichtigt, so daß sie keinen Einfluß hat. Dies gilt auch bei der Berechnung der Lebenserwartung der beiden Geschlechter.
Einige Parameter, welche die Lebenserwartung beeinflussen
- Hygiene
- Ernährung und Essgewohnheiten
- Medizinische Versorgung
- Mordrate und Kriminalität
- Intelligenz
- Suchtverhalten
- Krankheiten
- Besitz
- Gene
- Erziehung
- Risikofaktoren
- Beruf
- gesundheitsbewusstes Leben und körperliche Bewegung
- soziales Umfeld, Qualität von Wohnung und Arbeitsplatz, ausreichende Heizung, warme Kleidung
Entwicklung
gesundheitsbewusstes
Die Lebenserwartung ist im Laufe der Menschheitsgeschichte immer weiter gestiegen, seit etwa 1850 allerdings stark beschleunigt. Dies ist vor allem auf verbesserte Ernährung im Zuge der Grünen Revolution und hygienische Bedingungen zurückzuführen. Noch immer steigt die Lebenserwartung in der Regel mit jedem Jahrgang um etwa drei Monate. (Quelle: Encarta Enzyklopädie 2002, Stichwort Lebenserwartung des Max-Planck-Instituts für demographische Forschung in Rostock)
Einige geschätzte historische Lebenserwartungen für das Alter:
- Steinzeit, Nordafrika: 21 Jahre
- Römisches Reich: 22 Jahre
- männliche Grundbesitzer in England um 1200-1300: 30 bis 35 Jahre
- männliche Grundbesitzer in England während der Pest 1350-1400: 18 Jahre
- England und Wales (ganze Bevölkerung) 1451-1850: 29 bis 41 Jahre
- 1880 in der Schweiz: Männer 46.0, Frauen 49.9
- 1900 in der Schweiz: Männer 53.2, Frauen 59.5
- 1990 in der Schweiz: Männer 75.7, Frauen 81.9
- 2005 in der Schweiz: Männer 77.2, Frauen 82.8
In der Schweiz heute (2005) hat eine verheiratete weibliche Person, welche das 65. Lebensjahr überschritten hat, eine Lebenserwartung von 87.2 Jahren, eine männliche von 82.9 Jahren. Ledige und Verwitwete dagegen haben eine um etwa drei Jahre kürzere Lebenserwartung.
Bedeutung
Die Lebenserwartung ist von Bedeutung für alle Arten von Vorsorgesystemen bei denen der Erlebensfall von Bedeutung ist ( z.B. Rentenversicherung). Neben der Bedeutung für Vorsorgesysteme hat eine steigende Lebenserwartung auch gesellschaftliche Auswirkungen.
Internationale Unterschiede
Die Lebenserwartung des Menschen ist von Land zu Land sehr unterschiedlich. Heute geborenen Japanern wird mit über 80 Jahren die höchste, Afghanen und Afrikanern mit unter 45 Jahren die niedrigste durchschnittliche Lebensspanne vorausgesagt. Bei der niedrigen Lebenserwartung in den Entwicklungsländern hat vor allem die hohe Säuglings- und Kindersterblichkeit einen starken statistischen Einfluss. Rechnet man diese heraus, so relativiert sich der Unterschied zwischen den entwickelten und unterentwickelten Ländern erheblich.
Differenz zwischen Frauen und Männern
Männer haben in Deutschland eine um mehr als 6 Jahre kürzere Lebenserwartung als Frauen. Für einen im Jahr 2000 in Deutschland geborenen Jungen wurde die durchschnittliche Lebenserwartung auf 74,4 Jahre (Schweiz: 77,9) geschätzt, einem Mädchen wurden 80,6 Jahre (Schweiz: 83,0) vorausgesagt. Allerdings steigt die männliche Lebenserwartung mit einer etwas höheren Rate, so dass, vorausgesetzt man kann diesen Trend einfach extrapolieren, der Mann in ca. 60 Jahren mit der gleichen Lebenserwartung wie die Frau geboren würde.
Diese Differenz dürfte nur zu einem geringen Teil auf biologische Ursachen zurückführbar sein. Genaue Forschungen zu diesem Thema stehen allerdings noch aus. Mindestens so viel steht jedoch fest, der geschlechtsbedingte Unterschied in den Lebenserwartungen ist eher gering, der Einfluß anderer Parameter, wie z.B. des Berufes (die beiden Extreme bei Männern, evangelische Pfarrer und Gastwirte, differieren um mehr als einen Faktor zwei) überschreitet ihn bei weitem. In der Untersuchung eines kleinen Effektes den Einfluß eines bekannten großen zu ignorieren ist ein unverzeihlicher, leider aber trotzdem häufiger Fehler in der Epidemiologie.
Bekannt ist aber, dass die Mortalitätsrate bei Männern unter anderem durch folgende Faktoren erhöht ist:
- viermal häufiger Suizid,
- 12 mal häufiger tödliche Arbeitsunfälle
- wesentlich mehr tödliche Verkehrsunfälle
- bedeutend häufigere Arbeit in gesundheitsbelastenden Berufen.
- die Krankenkassen geben durchschnittlich für Frauen zwischen 14 und 60 Jahren doppelt so viel aus, wie für Männer des gleichen Alters (was allerdings wesentlich im Kontext von Geburten steht, die sich wiederum negativ auswirken)
- es gibt 10 mal mehr Informationsmaterial über die Krebsrisiken von Frauen als für Männer - In Folge gehen doppelt so viele Frauen (etwa 35 %) zur Krebsvorsorge wie Männer (etwa 17 %). Ein wichtiger Faktor ist aber auch, dass die ohnehin gesünderen bzw. gesundheitsbewussteren Frauen zu Krebsvorsorge gehen.
- laut einer WHO-Studie werden Frauen, bei Schilderung gleicher Symptome, von medizinischem Personal eher für krank und hilfebedürftig gehalten, als Männer
Darüber hinaus sind Männer nicht nur erheblich risikobereiter, sie legen auch sonst ein wesentlich stärker selbstschädigendes Verhalten an den Tag. So konsumieren sie mehr Alkohol und andere Drogen, haben schlechtere Ernährungsgewohnheiten und gehen seltener zum Arzt. All dies hat nach herrschender Ansicht psychosoziale Ursachen und nicht biologisch-genetische. Gegen biologische Ursachen spricht auch die Tatsache, dass noch Anfang des 20. Jahrhunderts Frauen nur ein halbes Jahr länger lebten und davor die Lebenserwartung annähernd gleich war. Dies gilt auch heute noch für Entwicklungsländer.
Aus der unterschiedlichen Lebenserwartung von Männern und Frauen resultiert für jede Gesellschaft ein spezifisches Geschlechtsverhältnis.
Lange Zeit galt die geringere Lebenserwartung von Männern in den Publikationen von Feministinnen als Beweis für eine genetische Schwäche der Männer. Je mehr Frauen, ab den 70er Jahren, aber über längere Zeit vollzeitberufstätig waren und "männliche" Karrieren und Lebensläufe lebten, umso stärker stieg bei ihnen das Suchtverhalten und die stressbedingten Erkrankungen. So war bis vor einiger Zeit der Herzinfarkt eine reine Männerkrankheit. Deshalb wurde der weibliche Herzinfarkt nicht erforscht und oft auch nicht diagnostiziert, da er zum einen andere Symptome zeigt, zum anderen die Ärzte glaubten, Frauen seien dagegen gefeit.
Dieser Umstand macht die Lebenserwartung auch zu einem Thema für Maskulisten. Diese knüpfen daran die Forderung, die Ursachen für diese Diskrepanz genau zu erforschen, zu beschreiben und entsprechend zu bekämpfen. Jedenfalls müsse ein Problembewusstsein geweckt und die Differenz und ihre nur langsame Angleichung nicht als gleichsam gottgegeben hingenommen werden.
Eine Formel zur Abschätzung der Lebenserwartung von Säugetieren
Diese Formel gilt sowohl für lebende als auch ausgestorbene Säugetierarten. Beim Vergleich der Daten der Tiere stellte sich heraus, dass die Angaben über
- Hirnmasse
- Körpermasse
- Ruheenergieumsatz
- Körpertemperatur
brauchbare Faktoren sind, um eine gute Abschätzung von vielen Säugetierarten bezüglich der Lebenserwarung zu geben.
Dabei ist
- L die Lebensspanne in Monaten
- E die Hirnmasse in Gramm(g)
- S die Körpermasse in Gramm (g)
- M der Ruheenergieumsatz in Kalorien pro Gramm Körpergewicht und pro Stunde(cal/g - h), d.h von hier kommt die Dimension der Zeit
- T die Körpertemperatur in Grad Celsius(C)
Somit wird
Die obige Formel läßt sich auch mit einem anderen Ansatz wie folgt formulieren:
wobei
- C der Cephalisationsquotient = E / ( S ^ 2/3) ist, der also das Verhältnis von Hirnmasse zu Körpermasse berücksichtigt
- StK der Stoffwechselkoeffizient M - 10 ^ (-0.05) - T ist, der damit die geleistete physikalische Arbeit des Körpers ausdrückt.
- 8 ist damit eine Proportionalkonstante
Wenn man Gehirnmasse und Körpermasse ab einem bestimmten Alter als konstant annimmt, dann bleibt als bestimmende Größe nur noch der Stoffwechselkoeffizient übrig, der die
Lebenserwartung eines spezifischen Tieres bestimmt.
Der Cephalisationskoeffizent wurde von Sacher entwickelt und soll die beste Korrelation zur Lebenserwartung ausdrücken. Dieser Wert ist ein Maß für die neurale Informationsdichte und wird von Sacher als die "neurale Neg-Entropie" bezeichnet.
Quelle: Kleine Enzyklopädie - Das Alter, Leipzig 1988 ISBN 3-323-00192-3
Siehe auch
- Ältester Mensch
- Sterbetafel
Weblinks
- Ländertabelle der [http://www3.who.int/whosis/menu.cfm?path=whosis,burden_statistics&language=english World Health Organisation (WHO)]
- [http://www.rki.de/cln_006/nn_227214/DE/Content/GBE/Gesundheitsberichterstattung/Glossar/gbe__glossar__catalog,lv2=227254,lv3=227974.html Erläuterungen zur Sterbetafel]
- [http://www.aerztlichepraxis.de/artikel?number=1104924453 aerztlichepraxis.de - Bildung und Lebenserwartung]
- [http://www.wissenschaft.de/wissen/news/150133.html Wissenschaft.de Frauen mit grauem Star sterben früher als Männer]
- [http://www2.netdoktor.de/nachrichten/index.asp?y=2004&m=12&d=16&id=116941 netdoktor.de- Studie: Geschiedene Männer sterben früher]
- [http://www.aerztejournal.at/news_detail.php?l_id=de&p_id=1&page=1&n_id=239&filter_text=ehestress Ehestress verringert Lebenserwartung beider Geschlechter]
Kategorie:Leben
Kategorie:Demografie
Kategorie:Medizinstatistik
ja:寿命
Kategorie:Klinische ToxikologieKategorie:Innere Medizin
ko:분류:독물학
Riot on an Empty Street
Riot on an Empty Street is the second album from Norwegian duo Kings of Convenience.
Track listing
# "Homesick"
# "Misread"
# "Cayman Islands"
# "Stay Out of Trouble"
# "Know-How"
# "Sorry or Please"
# "Love Is No Big Truth"
# "I'd Rather Dance With You"
# "Live Long"
# "Surprise Ice"
# "Gold in the Air of Summer"
# "The Build-Up"
Category: 2004 albums
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