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Ruit

Ruit

Der Name Ruit steht für
- Ruit auf den Fildern, Stadtteil von Ostfildern im Landkreis Esslingen in Baden-Württemberg
- einen Stadtteil von Bretten im Landkreis Karlsruhe in Baden-Württemberg

Ruit auf den Fildern

Ostfildern ist eine Stadt in der Mitte Baden-Württembergs, direkt südöstlich der Landeshauptstadt Stuttgart. Die erst 1975 im Rahmen der Gemeindereform entstandene Stadt hatte bereits bei ihrer Gründung mehr als 20.000 Einwohner. Daher wurde sie bereits mit Wirkung vom 1. Juli 1976 zur Großen Kreisstadt erklärt. Heute ist sie nach Esslingen am Neckar, Filderstadt, Nürtingen, Kirchheim unter Teck und Leinfelden-Echterdingen die sechstgrößte Stadt des Landkreises Esslingen und gehört zum Mittelbereich Esslingen innerhalb des Oberzentrums Stuttgart.

Geografie

Ostfildern liegt im Osten der Landschaft Filder, einer fruchtbaren Hochebene südlich von Stuttgart. Die geografische Lage gab der Stadt ihren Namen. Im Süden der Gemarkung fließt die Körsch mit ihren nördlichen Nebenbächen dem Neckar entgegen.

Nachbargemeinden

Folgende Gemeinden grenzen an die Stadt Ostfildern. Sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Nordosten genannt: Esslingen am Neckar, Denkendorf, Neuhausen auf den Fildern (alle Landkreis Esslingen) sowie die kreisfreie Stadt Stuttgart.

Stadtgliederung

Das Stadtgebiet Ostfildern besteht aus den fünf Stadtteilen Nellingen, Kemnat, Ruit, Scharnhausen und dem erst in den 1990er Jahren entstandenen Stadtteil Scharnhauser Park. Zu Nellingen gehört auch die so genannte Parksiedlung. Darüber hinaus gibt es weitere räumlich getrennte Wohnplätze mit eigenem Namen, die aber nur sehr wenige Einwohner haben. Hierzu gehören Stockhausen, die Neumühle und der Kemnater Hof in Kemnat sowie die Nellinger Mühle in Nellingen.

Geschichte

Die Stadt Ostfildern entstand am 1. Januar 1975 durch Zusammenschluss der ehemals selbständigen Gemeinden des Landkreises Esslingen Nellingen, Ruit, Kemnat und Scharnhausen zunächst unter dem Namen Gemeinde Ostfildern. Mit Wirkung vom 1. Januar 1976 erhielt die neue Gemeinde das Stadtrecht und ein halbes Jahr später, zum 1. Juli 1976 wurde sie von der baden-württembergischen Landesregierung zur Großen Kreisstadt erklärt. Inzwischen wurde die ehemals von der US-Armee genutzte Kaserne Nellingen Barracks als Scharnhauser Park im Zentrum der Stadt neu besiedelt. Dadurch entstand ein fünfter Stadtteil. Die vier ehemaligen Gemeinden haben jedoch eine sehr lange Geschichte.
- Kemnat wurde 1229 als Kemnaten erstmals erwähnt. Der Name kommt von Keminaton, was soviel wie beheizbarer Wohnraum bedeutet. Der Ort war im Besitz der Klöster Bebenhausen und Denkendorf. Da Württemberg die Vogtei über beide Klöster ausübte, hatte Württemberg 1451 alle obrigkeitlichen Rechte über den Ort. 1449 wurde Kemnat im Städtekrieg niedergebrannt, doch danach wieder aufgebaut. Die Gemeinde gehörte zum Amt bzw. Amtsoberamt Stuttgart und kam 1938 zum Landkreis Esslingen.
- Nellingen auf den Fildern wurde 1120 als Nallingen erstmals erwähnt. Der Ortsadel, die Edelfreien von Nellingen, legten durch eine Stiftung an das Kloster St. Blasien den Grundstein für die spätere Propstei, die durch das Kloster St. Blaisen schließlich um 1250 gegründet wurde. Vermutlich übte bereits damals Württemberg die Vogtei über die Propstei aus, doch tauschte Württemberg erst 1649 die Vogtei gegen anderen Rechte St. Blasiens ein. Die Gemeinde gehörte zum Amt bzw. Amtsoberamt Stuttgart und kam 1810 zum Oberamt Esslingen, aus dem 1938 der Landkreis Esslingen hervorging.
- Ruit auf den Fildern wurde 1173 als Rutte erstmals erwähnt. Der Name bedeutet soviel wie Rodung und wurde wohl von Nellingen aus angelegt. Mit Nellingen kam Ruit schon im 13. Jahrhundert an Württemberg und gehörte ab 1382 zur Vogtei Nellingen. Das Kloster St. Blasien hatte jedoch einige Güter in Ruit. 1519 wurde der Ort durch die Reichsstadt Esslingen eingeäschert, danach aber wieder aufgebaut. Die Gemeinde gehörte zum Amt bzw. Amtsoberamt Stuttgart und kam 1938 zum Landkreis Esslingen. Den Zusatz auf den Fildern erhielt der Gemeindename im Jahre 1967.
- Scharnhausen wurde 1242 als Husen erstmals erwähnt. Der spätere Zusatz Scharn kam wohl durch einen adligen Besitzer Scharre zur Unterscheidung von anderen Orten hinzu. Das Kloster St. Blasien hatte Güter im Ort. Nach den Scharre kamen die Melzener, dann Rüdiger von Staige. Württemberg hatte spätestens seit dem Erwerb der Vogtei Nellingen auch über Scharnhausen alle obrigkeitlichen Rechte. Ein Teil der Güter wurden jedoch zu Lehen ausgegeben. Die Gemeinde gehörte zum Amt bzw. Amtsoberamt Stuttgart und kam 1938 zum Landkreis Esslingen.

Religionen

Die Bevölkerung der vier ehemaligen Gemeinden der heutigen Stadt Ostfildern gehörten ursprünglich zum Bistum Konstanz. Da die Orte politisch schon früh zu Württemberg gehörten, wurde auch hier ab 1535 durch Herzog Ulrich die Reformation eingeführt, daher waren sie über Jahrhunderte überwiegend protestantisch. In den vier Orten gibt es daher auch jeweils eine evangelische Kirchengemeinde mit einer Kirche. In Nellingen wurde infolge der Besiedelung in den 1950er Jahren im Stadtteil Parksiedlung eine eigene Pfarrei errichtet. 1968 wurde dort die Dietrich-Bonhoeffer-Kirche erbaut. Heute gehört zur Dietrich-Bonhoeffer-Kirche eine eigene Gemeinde, zu der auch die Protestanten des neuen Stadtteils Scharnhauser Park gehören. Die Kirchengemeinden in Nellingen und Scharnhausen gehörten früher zum Dekanat Esslingen, die beiden anderen (Ruit und Kemnat) zum Dekanat Stuttgart-Degerloch. In den 1970er Jahren wurden alle fünf Kirchengemeinden im Stadtgebiet Ostfilderns dem neu gegründeten Dekanat Bernhausen der Evangelischen Landeskirche in Württemberg zugeordnet. Katholiken gibt es in Ostfildern erst wieder seit dem 20. Jahrhundert. In allen Stadtteilen wurden katholische Kirchen erbaut. In Kemnat entstand 1956 die Kirche St. Maria Königin. In Ruit wurde 1959/60 die katholische Kirche zur Hl. Monika gebaut, die 1972 zur Pfarrei erhoben wurde. Beide Gemeinden gehören zum Dekanat Stuttgart-Filder des Bistums Rottenburg-Stuttgart. In Nellingen wurde 1959 die Kirche zur Heiligsten Dreifaltigkeit erbaut, die 1961 zur Pfarrei erhoben wurde. Zur Gemeinde gehören auch die Stadtteile Scharnhausen und Scharnhauser Partk, doch gibt es in Scharnhausen seit 1965/65 eine eigene Kirche, die zunächst zur Pfarrei der Nachbargemeinde Neuhausen auf den Fildern gehörte. Die Kirchengemeinde Nellingen gehört zum Dekanat Esslingen des Bistums Rottenburg-Stuttgart. Neben den beiden großen Kirchen gibt es in Ostfildern auch Freikirchen und Gemeinden, darunter die Evangelisch-methodistische Kirche (Versöhnungskirche) und die Gemeinschaft der Siebenten-Tags-Adventisten, deren Süddeutscher Verband hier seinen Sitz hat. Auch die Neuapostolische Kirche ist in Ostfildern vertreten.

Einwohnerentwicklung

Die Zahlen sind Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter (nur Hauptwohnsitze). ¹ Volkszählungsergebnis

Politik

Bürgermeister

An der Spitze der Stadt steht der von der Bevölkerung auf acht Jahre gewählte Oberbürgermeister. Er ist auch Vorsitzender des ebenfalls von der Bevölkerung auf fünf Jahre gewählten Gemeinderats. Er hat als allgemeinen Stellvertreter einen 1. Beigeordneten mit der Amtsbezeichnung Erster Bürgermeister und einen weiteren Beigeordneten mit der Amtsbezeichnung Bürgermeister. Stadtoberhäupter seit Bildung der Stadt 1975:
- 1975: Richard Schall, Amtsverweser
- 1975 - 1997: Gerhard Koch, Bürgermeister, ab 1. Juli 1976 Oberbürgermeister
- 1997 - 2005: Herbert Rösch, Oberbürgermeister
- 2005 - : Christof Bolay, seit April 2005

Gemeinderat

Die Kommunalwahl am 13. Juni 2004 ergab folgende Sitzverteilung:

Wappen

Das Wappen der Stadt Ostfildern zeigt in von Silber und Rot geviertem Schild ein vierspeichiges, achtschaufliges, in den silbernen Feldern grün und in den roten Feldern golden tingiertes Mühlrad. Die Stadtflagge ist grün-weiß. Wappen und Flagge wurden durch das Regierungspräsidium Stuttgart am 23. November 1976 verliehen. Der gevierte Schild war das Wappen der Herren von Nellingen, das später auch die gleichnamige Gemeinde und der heutige Hauptort der Stadt Ostfildern führte. Zur Vogtei Nellingen gehörten auch die Orte Ruit und Scharnhausen. Das Mühlrad entstammt dem Kemnater Wappen, und die Farbgebung wurde dem Ruiter Wappen entlehnt. Im Körschtal gab es früher viele Mühlen; das Mühlrad soll die landwirtschaftliche Vergangenheit der heutigen Stadt symbolisieren.

Städtepartnerschaften

Ostfildern unterhält mit folgenden Städten eine Städtepartnerschaft:
- Reinach, Schweiz, seit 1965
- Montluel, Frankreich, seit 1978
- Poltawa, Ukraine, seit 1988 (gemeinsame Partnerschaft mit Filderstadt und [
- [Leinfelden-Echterdingen]]) Freundschaften bestehen mit
- Mirandola, Italien, seit 1987/88
- Hohenems, Österreich, seit 1988
- Radebeul, Sachsen, seit 1990
- Bierawa, Polen, seit 1992 1992

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Museen


- Städtische Galerie Ostfildern im Stadthaus

Bauwerke

Ostfildern hat wenig historische Bauten. Im Stadtteil Nellingen sind noch einige Bauten des Klosterhofs erhalten und zwar die im 16. Jh. erbaute Propstei (eines der Wahrzeichen der Stadt), das Alte Pfarrhaus von 1565 oder der Fruchtkasten mit Staffelgiebel. Die benachbarte evangelische Kirche ist die ehemalige Propsteikirche. Erhalten blieb der spätromanische achteckige Turm mit Zeltdach. Das Schiff wurde 1777 neu erbaut. In den anderen Stadtteilen wurden die alten Kirchen in den 1950er und 1960er Jahren abgebrochen und durch Neubauten ersetzt und zwar in Kemnat 1963 (der Vorgängerbau stammte aus dem 13. Jahrhundert), in Ruit ebenfalls 1963 und in Scharnhausen bereits 1952/53. Hier gibt es aber noch ein Schloss, das 1784 im Auftrag von Herzog Carl Eugen von Württemberg als Lustschloss errichtet wurde. An neueren Bauwerken ist insbesondere die 1995 eingeweihte Körschtalbrücke zu nennen, die im Zuge der Ortsumgehung von Nellingen das Tal der Körsch überquert.

Regelmäßige Veranstaltungen


- Juni: Backhäuslesfest in Nellingen
- August: Flammende Sterne (seit 2003)
- Oktober: Ruiter Kirbe, Kemnater Kirbe und Nellinger Kirbe
- Dezember: Weihnachtsmärkte in Nellingen (seit 1981), Ruit (seit 1985) und Scharnhausen (seit 1996)

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Im Süden des Stadtgebiets führt die Bundesautobahn A8 Stuttgart-Ulm vorbei. Über die Anschlussstelle Esslingen ist die Stadt direkt angebunden. Seit 2000 hat Ostfildern einen Stadtbahnanschluss nach Stuttgart. Die Linie U7 der Stuttgarter Straßenbahnen AG führt vom Hauptbahnhof über Degerloch und Sillenbuch durch die Stadtteile Ruit und Scharnhauser Park nach Nellingen. Werktags verkehrt in der Hauptverkehrszeit auch die U8 bis Vaihingen. Ferner gibt es innerhalb des Stadtgebiets mehrere Buslinien, die den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) bedienen. Alle Linien sind zu einheitlichen Preisen innerhalb des Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart (VVS) zu benutzen.

Medien

Über das Tagesgeschehen Ostfilderns berichten als Tageszeitungen die Eßlinger Zeitung, die Stuttgarter Zeitung und die Stuttgarter Nachrichten.

Ansässige Unternehmen

Wirtschaftliche Bedeutung hat Ostfildern vor allem als Druck- und Verlagsstadt. Seit den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts hat sich der Wirtschaftsstandort Ostfildern zu einem Schwerpunkt des Druck- und Verlagswesens in der Region entwickelt. Namhafte Unternehmen wie z.B. Baedeker-Verlag, Dr. Cantz´sche Druckerei, Jan-Thorbecke-Verlag, MairDumont-Verlag (mit Falk-Verlag), Schwabenverlag, Verlag Deutscher Drucker, Verlagsgruppe Fink, Hatje Cantz Verlag, Merkur-Druck Mayer haben ihren Sitz in Ostfildern. Um die Großunternehmen der Druckindustrie hat sich ein „Cluster“ von innovativen Betrieben der Medienbranche angesiedelt. Viele davon haben sich in der Mediafaktur Filder zusammengeschlossen, dem hier gegründeten Innovations- und Kompetenzzentrum Medien der Region Stuttgart. Der Verband Druck und Medien Baden-Württemberg und das Bildungswerk der Druckindustrie haben ihren Sitz in Ostfildern. Darüber hinaus ist der Maschinenbau auch in Ostfildern, wie in der gesamten Region, stark vertreten. In Ostfildern ist mit Klein und Hummel eines der führenden Unternehmen für gehobenes Studio-Equipment ansässig.

Öffentliche Einrichtungen

Ostfildern hat ein Notariat.

Bildung

In Ostfildern gibt es zwei Gymnasien (Heinrich-Heine- und Otto-Hahn-Gymnasium), eine Realschule (Riegelhofschule Realschule Nellingen), zwei Grund- und Hauptschulen mit Werkrealschule (Erich-Kästner-Schule Nellingen und Schule im Park Scharnhauser Park), eine Förderschule (Lindenschule Nellingen-Parksiedlung) sowie Grundschulen in den Stadtteilen Ruit, Nellingen (Klosterhofschule), Nellingen-Parksiedlung (Lindenschule), Kemnat (Pfingstweideschule) und Scharnhausen (Wasenäckerschule).

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

Die Stadt Ostfildern hat bislang noch kein Ehrenbürgerrecht verliehen. Lediglich die ehemalige Gemeinde Scharnhausen hat 2 Personen das Ehrenbürgerrecht verliehen, und zwar:
- 1930: Rudolf Schnell, Pfarrer
- 1933: Wilhelm Murr, Innen- und Wirtschaftsminister von Württemberg

Söhne und Töchter der Stadt


- 1739, 25. November in Scharnhausen, Philipp Matthäus Hahn, † 2. Mai 1790 in Echterdingen, Pfarrer und Mechaniker
- 1787, 4. Februar in Scharnhausen, Karl Christian Wagenmann, Chemiker und Fabrikant
- 1980 in Ruit, Cassandra Steen, Deutsche Soulsängerin

Literatur

Landesarchivdirektion Baden-Württemberg (Hrsg.): Das Land Baden-Württemberg - Amtlich Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band III Regierungsbezirk Stuttgart, Region Mittlerer Neckar. Stuttgart, 1978

Weblinks


- [http://www.ostfildern.de/ Internetpräsenz der Stadt Ostfildern] Kategorie:Landkreis Esslingen Kategorie:Ort in Baden-Württemberg

Ostfildern

Ostfildern ist eine Stadt in der Mitte Baden-Württembergs, direkt südöstlich der Landeshauptstadt Stuttgart. Die erst 1975 im Rahmen der Gemeindereform entstandene Stadt hatte bereits bei ihrer Gründung mehr als 20.000 Einwohner. Daher wurde sie bereits mit Wirkung vom 1. Juli 1976 zur Großen Kreisstadt erklärt. Heute ist sie nach Esslingen am Neckar, Filderstadt, Nürtingen, Kirchheim unter Teck und Leinfelden-Echterdingen die sechstgrößte Stadt des Landkreises Esslingen und gehört zum Mittelbereich Esslingen innerhalb des Oberzentrums Stuttgart.

Geografie

Ostfildern liegt im Osten der Landschaft Filder, einer fruchtbaren Hochebene südlich von Stuttgart. Die geografische Lage gab der Stadt ihren Namen. Im Süden der Gemarkung fließt die Körsch mit ihren nördlichen Nebenbächen dem Neckar entgegen.

Nachbargemeinden

Folgende Gemeinden grenzen an die Stadt Ostfildern. Sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Nordosten genannt: Esslingen am Neckar, Denkendorf, Neuhausen auf den Fildern (alle Landkreis Esslingen) sowie die kreisfreie Stadt Stuttgart.

Stadtgliederung

Das Stadtgebiet Ostfildern besteht aus den fünf Stadtteilen Nellingen, Kemnat, Ruit, Scharnhausen und dem erst in den 1990er Jahren entstandenen Stadtteil Scharnhauser Park. Zu Nellingen gehört auch die so genannte Parksiedlung. Darüber hinaus gibt es weitere räumlich getrennte Wohnplätze mit eigenem Namen, die aber nur sehr wenige Einwohner haben. Hierzu gehören Stockhausen, die Neumühle und der Kemnater Hof in Kemnat sowie die Nellinger Mühle in Nellingen.

Geschichte

Die Stadt Ostfildern entstand am 1. Januar 1975 durch Zusammenschluss der ehemals selbständigen Gemeinden des Landkreises Esslingen Nellingen, Ruit, Kemnat und Scharnhausen zunächst unter dem Namen Gemeinde Ostfildern. Mit Wirkung vom 1. Januar 1976 erhielt die neue Gemeinde das Stadtrecht und ein halbes Jahr später, zum 1. Juli 1976 wurde sie von der baden-württembergischen Landesregierung zur Großen Kreisstadt erklärt. Inzwischen wurde die ehemals von der US-Armee genutzte Kaserne Nellingen Barracks als Scharnhauser Park im Zentrum der Stadt neu besiedelt. Dadurch entstand ein fünfter Stadtteil. Die vier ehemaligen Gemeinden haben jedoch eine sehr lange Geschichte.
- Kemnat wurde 1229 als Kemnaten erstmals erwähnt. Der Name kommt von Keminaton, was soviel wie beheizbarer Wohnraum bedeutet. Der Ort war im Besitz der Klöster Bebenhausen und Denkendorf. Da Württemberg die Vogtei über beide Klöster ausübte, hatte Württemberg 1451 alle obrigkeitlichen Rechte über den Ort. 1449 wurde Kemnat im Städtekrieg niedergebrannt, doch danach wieder aufgebaut. Die Gemeinde gehörte zum Amt bzw. Amtsoberamt Stuttgart und kam 1938 zum Landkreis Esslingen.
- Nellingen auf den Fildern wurde 1120 als Nallingen erstmals erwähnt. Der Ortsadel, die Edelfreien von Nellingen, legten durch eine Stiftung an das Kloster St. Blasien den Grundstein für die spätere Propstei, die durch das Kloster St. Blaisen schließlich um 1250 gegründet wurde. Vermutlich übte bereits damals Württemberg die Vogtei über die Propstei aus, doch tauschte Württemberg erst 1649 die Vogtei gegen anderen Rechte St. Blasiens ein. Die Gemeinde gehörte zum Amt bzw. Amtsoberamt Stuttgart und kam 1810 zum Oberamt Esslingen, aus dem 1938 der Landkreis Esslingen hervorging.
- Ruit auf den Fildern wurde 1173 als Rutte erstmals erwähnt. Der Name bedeutet soviel wie Rodung und wurde wohl von Nellingen aus angelegt. Mit Nellingen kam Ruit schon im 13. Jahrhundert an Württemberg und gehörte ab 1382 zur Vogtei Nellingen. Das Kloster St. Blasien hatte jedoch einige Güter in Ruit. 1519 wurde der Ort durch die Reichsstadt Esslingen eingeäschert, danach aber wieder aufgebaut. Die Gemeinde gehörte zum Amt bzw. Amtsoberamt Stuttgart und kam 1938 zum Landkreis Esslingen. Den Zusatz auf den Fildern erhielt der Gemeindename im Jahre 1967.
- Scharnhausen wurde 1242 als Husen erstmals erwähnt. Der spätere Zusatz Scharn kam wohl durch einen adligen Besitzer Scharre zur Unterscheidung von anderen Orten hinzu. Das Kloster St. Blasien hatte Güter im Ort. Nach den Scharre kamen die Melzener, dann Rüdiger von Staige. Württemberg hatte spätestens seit dem Erwerb der Vogtei Nellingen auch über Scharnhausen alle obrigkeitlichen Rechte. Ein Teil der Güter wurden jedoch zu Lehen ausgegeben. Die Gemeinde gehörte zum Amt bzw. Amtsoberamt Stuttgart und kam 1938 zum Landkreis Esslingen.

Religionen

Die Bevölkerung der vier ehemaligen Gemeinden der heutigen Stadt Ostfildern gehörten ursprünglich zum Bistum Konstanz. Da die Orte politisch schon früh zu Württemberg gehörten, wurde auch hier ab 1535 durch Herzog Ulrich die Reformation eingeführt, daher waren sie über Jahrhunderte überwiegend protestantisch. In den vier Orten gibt es daher auch jeweils eine evangelische Kirchengemeinde mit einer Kirche. In Nellingen wurde infolge der Besiedelung in den 1950er Jahren im Stadtteil Parksiedlung eine eigene Pfarrei errichtet. 1968 wurde dort die Dietrich-Bonhoeffer-Kirche erbaut. Heute gehört zur Dietrich-Bonhoeffer-Kirche eine eigene Gemeinde, zu der auch die Protestanten des neuen Stadtteils Scharnhauser Park gehören. Die Kirchengemeinden in Nellingen und Scharnhausen gehörten früher zum Dekanat Esslingen, die beiden anderen (Ruit und Kemnat) zum Dekanat Stuttgart-Degerloch. In den 1970er Jahren wurden alle fünf Kirchengemeinden im Stadtgebiet Ostfilderns dem neu gegründeten Dekanat Bernhausen der Evangelischen Landeskirche in Württemberg zugeordnet. Katholiken gibt es in Ostfildern erst wieder seit dem 20. Jahrhundert. In allen Stadtteilen wurden katholische Kirchen erbaut. In Kemnat entstand 1956 die Kirche St. Maria Königin. In Ruit wurde 1959/60 die katholische Kirche zur Hl. Monika gebaut, die 1972 zur Pfarrei erhoben wurde. Beide Gemeinden gehören zum Dekanat Stuttgart-Filder des Bistums Rottenburg-Stuttgart. In Nellingen wurde 1959 die Kirche zur Heiligsten Dreifaltigkeit erbaut, die 1961 zur Pfarrei erhoben wurde. Zur Gemeinde gehören auch die Stadtteile Scharnhausen und Scharnhauser Partk, doch gibt es in Scharnhausen seit 1965/65 eine eigene Kirche, die zunächst zur Pfarrei der Nachbargemeinde Neuhausen auf den Fildern gehörte. Die Kirchengemeinde Nellingen gehört zum Dekanat Esslingen des Bistums Rottenburg-Stuttgart. Neben den beiden großen Kirchen gibt es in Ostfildern auch Freikirchen und Gemeinden, darunter die Evangelisch-methodistische Kirche (Versöhnungskirche) und die Gemeinschaft der Siebenten-Tags-Adventisten, deren Süddeutscher Verband hier seinen Sitz hat. Auch die Neuapostolische Kirche ist in Ostfildern vertreten.

Einwohnerentwicklung

Die Zahlen sind Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter (nur Hauptwohnsitze). ¹ Volkszählungsergebnis

Politik

Bürgermeister

An der Spitze der Stadt steht der von der Bevölkerung auf acht Jahre gewählte Oberbürgermeister. Er ist auch Vorsitzender des ebenfalls von der Bevölkerung auf fünf Jahre gewählten Gemeinderats. Er hat als allgemeinen Stellvertreter einen 1. Beigeordneten mit der Amtsbezeichnung Erster Bürgermeister und einen weiteren Beigeordneten mit der Amtsbezeichnung Bürgermeister. Stadtoberhäupter seit Bildung der Stadt 1975:
- 1975: Richard Schall, Amtsverweser
- 1975 - 1997: Gerhard Koch, Bürgermeister, ab 1. Juli 1976 Oberbürgermeister
- 1997 - 2005: Herbert Rösch, Oberbürgermeister
- 2005 - : Christof Bolay, seit April 2005

Gemeinderat

Die Kommunalwahl am 13. Juni 2004 ergab folgende Sitzverteilung:

Wappen

Das Wappen der Stadt Ostfildern zeigt in von Silber und Rot geviertem Schild ein vierspeichiges, achtschaufliges, in den silbernen Feldern grün und in den roten Feldern golden tingiertes Mühlrad. Die Stadtflagge ist grün-weiß. Wappen und Flagge wurden durch das Regierungspräsidium Stuttgart am 23. November 1976 verliehen. Der gevierte Schild war das Wappen der Herren von Nellingen, das später auch die gleichnamige Gemeinde und der heutige Hauptort der Stadt Ostfildern führte. Zur Vogtei Nellingen gehörten auch die Orte Ruit und Scharnhausen. Das Mühlrad entstammt dem Kemnater Wappen, und die Farbgebung wurde dem Ruiter Wappen entlehnt. Im Körschtal gab es früher viele Mühlen; das Mühlrad soll die landwirtschaftliche Vergangenheit der heutigen Stadt symbolisieren.

Städtepartnerschaften

Ostfildern unterhält mit folgenden Städten eine Städtepartnerschaft:
- Reinach, Schweiz, seit 1965
- Montluel, Frankreich, seit 1978
- Poltawa, Ukraine, seit 1988 (gemeinsame Partnerschaft mit Filderstadt und [
- [Leinfelden-Echterdingen]]) Freundschaften bestehen mit
- Mirandola, Italien, seit 1987/88
- Hohenems, Österreich, seit 1988
- Radebeul, Sachsen, seit 1990
- Bierawa, Polen, seit 1992 1992

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Museen


- Städtische Galerie Ostfildern im Stadthaus

Bauwerke

Ostfildern hat wenig historische Bauten. Im Stadtteil Nellingen sind noch einige Bauten des Klosterhofs erhalten und zwar die im 16. Jh. erbaute Propstei (eines der Wahrzeichen der Stadt), das Alte Pfarrhaus von 1565 oder der Fruchtkasten mit Staffelgiebel. Die benachbarte evangelische Kirche ist die ehemalige Propsteikirche. Erhalten blieb der spätromanische achteckige Turm mit Zeltdach. Das Schiff wurde 1777 neu erbaut. In den anderen Stadtteilen wurden die alten Kirchen in den 1950er und 1960er Jahren abgebrochen und durch Neubauten ersetzt und zwar in Kemnat 1963 (der Vorgängerbau stammte aus dem 13. Jahrhundert), in Ruit ebenfalls 1963 und in Scharnhausen bereits 1952/53. Hier gibt es aber noch ein Schloss, das 1784 im Auftrag von Herzog Carl Eugen von Württemberg als Lustschloss errichtet wurde. An neueren Bauwerken ist insbesondere die 1995 eingeweihte Körschtalbrücke zu nennen, die im Zuge der Ortsumgehung von Nellingen das Tal der Körsch überquert.

Regelmäßige Veranstaltungen


- Juni: Backhäuslesfest in Nellingen
- August: Flammende Sterne (seit 2003)
- Oktober: Ruiter Kirbe, Kemnater Kirbe und Nellinger Kirbe
- Dezember: Weihnachtsmärkte in Nellingen (seit 1981), Ruit (seit 1985) und Scharnhausen (seit 1996)

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Im Süden des Stadtgebiets führt die Bundesautobahn A8 Stuttgart-Ulm vorbei. Über die Anschlussstelle Esslingen ist die Stadt direkt angebunden. Seit 2000 hat Ostfildern einen Stadtbahnanschluss nach Stuttgart. Die Linie U7 der Stuttgarter Straßenbahnen AG führt vom Hauptbahnhof über Degerloch und Sillenbuch durch die Stadtteile Ruit und Scharnhauser Park nach Nellingen. Werktags verkehrt in der Hauptverkehrszeit auch die U8 bis Vaihingen. Ferner gibt es innerhalb des Stadtgebiets mehrere Buslinien, die den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) bedienen. Alle Linien sind zu einheitlichen Preisen innerhalb des Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart (VVS) zu benutzen.

Medien

Über das Tagesgeschehen Ostfilderns berichten als Tageszeitungen die Eßlinger Zeitung, die Stuttgarter Zeitung und die Stuttgarter Nachrichten.

Ansässige Unternehmen

Wirtschaftliche Bedeutung hat Ostfildern vor allem als Druck- und Verlagsstadt. Seit den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts hat sich der Wirtschaftsstandort Ostfildern zu einem Schwerpunkt des Druck- und Verlagswesens in der Region entwickelt. Namhafte Unternehmen wie z.B. Baedeker-Verlag, Dr. Cantz´sche Druckerei, Jan-Thorbecke-Verlag, MairDumont-Verlag (mit Falk-Verlag), Schwabenverlag, Verlag Deutscher Drucker, Verlagsgruppe Fink, Hatje Cantz Verlag, Merkur-Druck Mayer haben ihren Sitz in Ostfildern. Um die Großunternehmen der Druckindustrie hat sich ein „Cluster“ von innovativen Betrieben der Medienbranche angesiedelt. Viele davon haben sich in der Mediafaktur Filder zusammengeschlossen, dem hier gegründeten Innovations- und Kompetenzzentrum Medien der Region Stuttgart. Der Verband Druck und Medien Baden-Württemberg und das Bildungswerk der Druckindustrie haben ihren Sitz in Ostfildern. Darüber hinaus ist der Maschinenbau auch in Ostfildern, wie in der gesamten Region, stark vertreten. In Ostfildern ist mit Klein und Hummel eines der führenden Unternehmen für gehobenes Studio-Equipment ansässig.

Öffentliche Einrichtungen

Ostfildern hat ein Notariat.

Bildung

In Ostfildern gibt es zwei Gymnasien (Heinrich-Heine- und Otto-Hahn-Gymnasium), eine Realschule (Riegelhofschule Realschule Nellingen), zwei Grund- und Hauptschulen mit Werkrealschule (Erich-Kästner-Schule Nellingen und Schule im Park Scharnhauser Park), eine Förderschule (Lindenschule Nellingen-Parksiedlung) sowie Grundschulen in den Stadtteilen Ruit, Nellingen (Klosterhofschule), Nellingen-Parksiedlung (Lindenschule), Kemnat (Pfingstweideschule) und Scharnhausen (Wasenäckerschule).

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

Die Stadt Ostfildern hat bislang noch kein Ehrenbürgerrecht verliehen. Lediglich die ehemalige Gemeinde Scharnhausen hat 2 Personen das Ehrenbürgerrecht verliehen, und zwar:
- 1930: Rudolf Schnell, Pfarrer
- 1933: Wilhelm Murr, Innen- und Wirtschaftsminister von Württemberg

Söhne und Töchter der Stadt


- 1739, 25. November in Scharnhausen, Philipp Matthäus Hahn, † 2. Mai 1790 in Echterdingen, Pfarrer und Mechaniker
- 1787, 4. Februar in Scharnhausen, Karl Christian Wagenmann, Chemiker und Fabrikant
- 1980 in Ruit, Cassandra Steen, Deutsche Soulsängerin

Literatur

Landesarchivdirektion Baden-Württemberg (Hrsg.): Das Land Baden-Württemberg - Amtlich Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band III Regierungsbezirk Stuttgart, Region Mittlerer Neckar. Stuttgart, 1978

Weblinks


- [http://www.ostfildern.de/ Internetpräsenz der Stadt Ostfildern] Kategorie:Landkreis Esslingen Kategorie:Ort in Baden-Württemberg

Samochód pancerny "Kubuś"

"Kubuś" - improwizowany samochód pancerny, konstrukcji polskiej, zbudowany i użyty w czasie powstania warszawskiego. Był to właściwie transporter opancerzony, z uwagi na jego przeznaczenie.

Ważniejsze wydarzenia


- 8 sierpnia 1944 - decyzja o budowie.
- 23 sierpnia 1944 - atak razem z transporterem "Jaś" (przemianowanym później na "Szarego Wilka") na Uniwersytet Warszawski.
- 2 września 1944 - atak razem z transporterem "Szary Wilk" na Uniwersytet Warszawski.
- 6 września 1944 - unieruchomienie i utrata. Pojazd obecnie znajduje się w Muzeum Wojska Polskiego w Warszawie. Jest najstarszym zachowanym samochodem pancernym polskiej konstrukcji.

Dane taktyczno - techniczne


- Podwozie: samochód ciężarowy Chevrolet model 157 o ładowności 3 t. wytwórni Samochodów „Lilpop, Rau i Loewenstein” S.A. w Warszawie.
- Załoga: dowódca (plut. pchor. Tadeusz Zieliński „Miś”), kierowca, 10 żołnierzy desantu.
- Uzbrojenie: rkm DP kal. 7,62 mm, miotacz ognia, granaty ręczne oraz broń osobista desantu.
- Konstruktor: Walerian Bielecki „Jan”.

Linki zewnętrzne


- [http://wilk.wpk.p.lodz.pl/~whatfor/pojazdy_w_powstaniu_kubus.htm zdjęcia, akcje i historia budowy]
- [http://www.1944.pl/index.php?id=559 rysunki] Kategoria:Powstanie warszawskie Kategoria:Samochody pancerne

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Subdivisions of The Gambia
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Anne Frank museum
) was at the rear.]] The Anne Frank House on the Prinsengracht in Amsterdam, The Netherlands, is a museum dedicated to the Jewish wartime diarist who hid from Nazi persecution with her family and four other people in hidden rooms at the rear of the building. As well as the preservat


Lint, Antwerp
Lint is a municipality located in the Belgian province of Antwerp. The municipality only comprises the town of Lint proper. On January 1, 2005, Lint had a total population of 7,979. The total area is 5.57 km² which gives a population density of 1,431.75 inhabitants per km².

External links


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Olivet Nazarene University
(There is a college in Michigan named Olivet College) Olivet Nazarene University is a liberal arts university located in Bourbonnais, Illinois. The school is affiliated with the Church of the Nazarene.

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Olivet traces its roots to 1907 when a group of families in East-Central Illinois started a school to provide
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