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Auxentius

Auxentius

Auxentius war um 321 Bischof von Mopsuestia im östlichen Kilikien. Der Überlieferung nach hatte er den Militärdienst verlassen müssen, weil er sich trotz des Befehls von Kaiser Licinius weigerte, einer Statue des Bacchus Trauben zu opfern. Er gilt als Bauherr einer Kathedrale in Mopsuestia für die Heiligen [Tharakus]], Probus und Andronikos, die während der Christenverfolgungen von Gouverneur Maximus um 304 in Anazarbus hingerichtet worden waren. Philostorgius bezeichnet Bischof Auxentius als Arianer. Sein Festtag ist der 18. Dezember. Kategorie:Bischof (4. Jh.) Kategorie:Mann

321

Ereignisse

Politik und Weltgeschehen


- Kaiser Konstantin führt den dies soli (Sonntag) als allgemeinen Ruhetag ein.

Geboren


- Valentinian I., weströmischer Kaiser († 375)

Gestorben


- ko:321년

Mopsuestia

Mopsuestia ist eine antike Stadt im östlichen Kilikien (heute in der Provinz Adana, Türkei) am Austritt des Pyramos (Ceyhan) aus dem Antitaurus, an der Straße von Tarsus (Tarsos) nach Antakya (Antiochia), 19 km östlich von Adana. Heute Yakapınar (früher Misis).

Name

Antike Namensvarianten: Mopsos (Plinius, Hist. nat. 5, 22), Mobsuestia, Mopsuestia, Mompsuestia, Mopsuhestia, Moponhestia u.a.. In seleukidischer Zeit kurzfristig Seleucia am Pyramos, unter Hadrian Hadriana. Im Mittelalter Mampsiustia, al-Massisa, Masista, Mamista oder Mamistra, Malmistra, Msis.

Geschichte

Die ersten Münzen stammen aus dem 2. Jh. v. Chr. Erstmals wird die Stadt jedoch 95 v. Chr. literarisch erwähnt, als sie in einem Konflikt von Seleukos IV. Philopator teilweise zerstört wurde. Im Seeräuberkrieg galt Kilikien als der Sitz von Räuberbanden, das Gebiet wurde von dem Prokonsul Publius Servilius Vatia Isauricus 78-75 v. Chr. unterworfen (Triumph 74 v. Chr.) und dem römischen Reich angegliedert (Ammianus Marc. 14,8,3). 68 v. Chr. nimmt die Stadt eine neue Ara an. In der Spätantike war die Stadt ein wichtiger Bischofssitz, zunächst Suffraganbistum von Anazarbos, später (nachweisbar ab der Mitte des 10. Jh.) autokephale Metropolis. Die Stadt ist noch heute nominal Sitz eines Titularbistums der katholischen Kirche, das zum letzen Mal 1926-1963 besetzt war. Im vierten Jahrhundert ließ Bischof Auxentius von Mopsuestia eine Basilika für die Heiligen Tharakus, Probus und Andronikos, die während der Christenverfolgungen von Gouverneur Maximus um 304 in Anazarbus hingerichtet worden waren, erbauen und überführte dafür ihre Reliquien aus Anazarbus. Diese Märtyrer galten als Schutzheilige von Kilikien und waren im Zuge ihres Prozesses auch in Mopsuestia verhört worden. Bedeutendsten Bischof ist der Kirchenschriftsteller Theodor von Mopsuestia (Bischof 392-428). Die Stadt wurde früh von den Arabern erobert und 757 wurde die durch ein Erdbeben zerstörte Stadmauer durch den Kalifen al-Mansūr erneuert. 964 belagerte Kaiser Johannes Tzimiskes die Stadt vergeblich, im folgenden Jahr konnte sie jedoch Nikephoros Phokas nach langer Belagerung einnehmen. Die muslimische Bevölkerung wurde getötet oder zwangsumgesiedelt. Die Stadttore von Mopsuestia und Tarsus wurden im Triumph nach Konstantinopel gebracht und an der Stadtmauer befestigt. In den 1070er Jahren eroberte Philaretos Brachamios, der byzantinische Statthalter von Germanikeia (Maraş), der sich weigerte, die Herrschaft von Michael Dukas anzuerkennen, große Teile von Kilikien, darunter auch Mopsuestia. 1077 eroberte er Edessa, im folgenden Jahr öffnete ihm Antiochia die Tore, auch die Fürsten von Kleinarmenien erkannten seine Herrschaft an. Unter Nikephoros III. Botaniates und Alexios I. Komnenos unterwarf er sich ab 1078 wieder dem Kaiserhaus. 1082 erhielten die Venezianer Handelsrechte. 1085 fiel die Mopsuestia in die Hände der Seldschuken. Im Oktober 1097 nahm Tankred mit einem abgespaltenen Teil des Kreuzritterheeres die Stadt in Besitz, die seldschukische Besatzung war beim Herannahen des Herres geflohen. Als Balduin ebenfalls vor der Stadt erschien, verweigerte ihm Tankred den Zutritt und unternahm später sogar einen Überfall auf sein Lager, der jedoch abgeschlagen wurde. Schließlich versöhnten sich die fränkischen Heerführer jedoch wieder, Balduin zog weiter nach Osten, Tankred rückte gegen Iskenderum vor. Mopsuestia wurde später zum Fürstentum Antiochia geschlagen, fiel 1098 jedoch wieder an Byzanz. 1101 eroberte Tankred, Regent für den in danischmanidischer Gefangenschaft befindlichen Bohemund die Stadt zusammen mit Tarsos und Adana zurück. 1104 besetzte byzantinische Kavallerie unter dem General Monastras Tarsos, Adana, Longinias und Mopsuestia, also ganz Kilikien, während die Flotte unter Johannes Kantakuzenos Latakia (Laodikea] einnahm. 1107 mußte Monastras jedoch abziehen, um sich den neuangeworbenen sizilianischen Truppen Bohemunds entgegenzustellen, Kilikien wurde dem armenischen Fürsten Oschin von Lambron aus dem Geschlecht der Hethumiden unterstellt. Im Winter 1107/08, als Bohemund noch in Italien war, fiel prompt Tankred in Kilikien ein. Nach vorhergehenden Plünderzügen marschierte ein Teil seiner Truppen von Antiochia aus an, der andere ruderte auf Triremen den Saron hinauf, bis zu der Brücke, welche die beiden Teile von Mopsuestia verbindet. Nach Angaben von Anna Komnena gab sich der Stratopedarch Oschin, der Befehlshaber der Stadt, dem Trunke hin und ignorierte die Gefahr. Dementsprechen fiel Mopsuestia bald. Mit pisanischer Hilfe bzw. Geld konnte Tankred weite Teile des östlichen Kilikiens einnehmen. Die Verwaltung von Mopsuestia und Tarsos wurde einem gewissen Guido, genannt 'die Ziege' übergeben. 1114 und 1115 hatte die Stadt unter mehreren Erdbeben zu leiden. In Kilikien und angrenzenden Gebieten sollen dabei über 40,000 Menschen umgekommen sein. 1132 nahm der rubenidische Fürst Leon (Lewon), Mopsuestia, Adana und Tarsus ein. Nachdem Bohemund von Antiochia Leo 1136 gefangen genommen hatte, verlangte er 60.000 Solidii und die Städte Mopsuestia, Adana und Sarventikar als Lösegeld, außerdem mußte ihm Leon seine Söhne als Geiseln stellen. Im selben Jahr gelang dann aber Kaiser Johannes (Porphyrogenitus) die Wiedereroberung Kilikiens. Erst 1151 konnte Leons Sohn Thoros die Stadt wieder einnehmen. Manuel I. sandte seinen Vetter Andronikos, um die verlorenen Gebiete zurückzuerobern, und dieser erschien unter den Mauern von Mopsuestia und zeigte Thoros die eisernen Ketten, in denen man einst seinen Vater Leon nach Byzanz geschafft hatte, mit der Drohung, ihm werde es genauso ergehen. Die Armenier unternahmen jedoch nachts einen Ausfall und schlugen die Byzantiner. Sembat von Paperon fiel, Oschin von Lambron und Tigran von Prakan, die auf byzantinischer Seite gekämpft hatten, wurden gefangen genommen. 1159 überwinterte Manuel I. in der Stadt, Thoros hatte seine Frau, Kinder und Schätze auf der Festung Tachikk'ar in Sicherheit gebracht und verbarg sich im Taurus, während er auf die Hilfe des Königs von Jerusalem wartete, mit dessen Hilfe er sich schließlich wieder mit dem Kaiser versöhnte. Im weiteren Verlauf gehörte Mopsuestia zu den wichtigsten Städten des Königreichs Kleinarmenien, der Besitz wechselte öfter zwischen den Rubeniden, Antiochia und Byzanz. Sie scheint in der Regierungszeit Mlehs wieder an die Byzantiner gefallen zu sein, denn es wird berichtet, daß Ruben III. (1175-1186) sie zu Beginn seiner Regierungszeit einnahm. 1188 gibt er sie an Hethum, dem Sohn von Choruanil von Sasun und Gemahl seiner Nichte Alice. 1266 brannte die Stadt ab. Sie war 1268 Schauplatz eines armenischen Konzils. Nach der Eroberung durch die Mamluken im 13./14. Jh. blieb die Stadt islamisch, doch wohnten dort bis ins frühe 20. Jahrhundert auch Armenier.

Sehenswürdigkeiten


- prähistorischer Siedlungshügel
- mittelalterliche Befestigungsanlage
- Reste der Stadtmauer, die ein Areal von ca. 40 Hektar einschließt
- Reste eines Theaters, einer Säulenstraße, eines Tempels und eines spätrömischen Bades
- frühbyzantinische dreischiffige Basilika mit Mosaikfußboden, im Mittelschiff Noah-Mosaik (2. Viertel 5. Jh.), in einem später angefügten Annex Zyklus mit den Taten des Samson (2. Hälfte 5. Jh.) http://www.kulturturizm.gov.tr/portal/kultur_de.asp?belgeno=3005
- unter Valerian wohl als Erneuerung einer älteren erbaute achtbogige Brücke über den Pyramos (Ceyhan), unter Justinian restauriert (Prokop, De Aedificiis 5, 5).

Literatur


- Ludwig Budde : Antike Mosaiken in Kilikien. Band 1: Frühchristliche Mosaiken in Misis-Mopsuhestia. Recklinghausen 1969
- Friedrich Hild - Hansgerd Hellenkemper : Kilikien und Isaurien, Tabula Imperii Byzantini 5. Wien 1990, S. 351-359
- Beate Böhlendorf-Arslan, Glasierte byzantinische Keramik aus der Türkei. Istanbul 2004, S. 292-299

Weblinks


- [http://www.perseus.tufts.edu/cgi-bin/ptext?doc=Perseus%3Atext%3A1999.04.0006%3Aid%3Dmopsuestia Princeton Encyclopedia of Classical Sites]
- [http://www.newadvent.org/cathen/10555a.htm Catholic Encyclopedia]
- [http://www.catholic-hierarchy.org/diocese/d3m51.html Titularbistum] Kategorie:Antike Stadt Kategorie:Mittelalter

Kilikien

Kilikien (lat. Cilicia) ist eine antike Landschaft im Südosten Kleinasiens. Sie entspricht in etwa den heutigen türkischen Provinzen Adana und Mersin.

Grenzen

Im Westen und Norden war es vom Taurusgebirge begrenzt, durch das Pässe nach Isaurien, Lykaonien und Kappadokien führten, darunter die berühmte Kilikische Pforte (Pylae Ciliciae) zwischen Tyana und Tarsos, durch welche Alexander der Große von Kappadokien her eindrang. Im Osten wurde es nur durch das niedrige Amanosgebirge von Syrien getrennt, mit dem es stets kulturell zusammenhing.

Untergliederung

Der Natur des Bodens nach zerfiel in das „ebene“ Kilikien (Kilikia Pedias), die damals dicht bevölkerte und äußerst fruchtbare Küstenlandschaft, und das „gebirgige“ oder „raue“ Kilikien (Kilikia Tracheia) im Westen, das, von vielen Zweigen des Taurus durchzogen, namentlich für die berühmten kilikischen Ziegen gute Weideplätze darbot und später wegen seines vortrefflichen Schiffbauholzes lange ein Zankapfel zwischen den Seleukiden und Ptolemäern war, bis es von Antiochos dem Großen erobert wurde. Die bedeutendsten Gebirgsströme waren außer dem eben genannten der Pyramos (Ceyhan), Saros (Seyhan) und Kalykadnos (Göksu).

Geschichte

Kilikien war eine assyrische Provinz, dann (seit 607 v. Chr.) unter der Dynastie des Syennesis selbständig. Dessen Nachfolger wurden Vasallen der Perser. Nach mannigfachem Wechsel der Herrschaft zwischen einheimischen Fürsten, persischen Satrapen, makedonischen, syrischen und ägyptischen Königen und zuletzt Mithridates IV. und Tigranes wurde Kilikien durch Pompeius, der die kilikischen Seeräuber besiegte, in seinem östlichen Teil eine römische Provinz, während die Bewohner des Hochlandes noch lange Zeit ihre Unabhängigkeit behaupteten. 51/50 v. Chr. war Cicero Statthalter der Provinz. Im 7. Jahrhundert, im Zug der islamischen Expansion kam Kilikien an die Araber und wurde meist von Syrien aus regiert, wobei das Taurusgebirge die Grenze zum Byzantinischen Reich bildete. 1080, neun Jahre nach der Schlacht von Manzikert, die Kleinasien für die Seldschuken öffnete, wurde in Kilikien von armenischen Flüchtlingen ein Reich gegründet, das meist Königreich Kleinarmenien genannt wird und sich bis Mitte des 14. Jahrhunderts halten konnte. Hauptstadt war Sis (heute Kozan).

Städte

Hauptstadt des Landes war Tarsos. Andere namhafte Orte:
- Adana
- Anazarbos
- Elaiussa Sebaste
- Issos
- Korykos
- Mopsuestia
- Seleukia am Kalykadnos
- Selinus oder Trajanopolis (Selindi)

Volkscharakter

Die Kiliker, aramäische Semiten hatten bei den Griechen einen sehr üblem Ruf. Siehe auch: Cilicium, Isaurien, Königreich Kleinarmenien Kategorie:Historische Landschaft

Licinius

Flavius Galerius Valerius Licinianus Licinius (
- um 250; † 325) war römischer Kaiser von 307 bis 324.

Leben

Aus Illyrien stammend und von bäuerlicher Herkunft, wurde Licinius nach dem Tod des Severus am 11. November 307 durch seinen alten Freund Galerius in den Rang eines Augustus erhoben und sogleich mit der Herrschaft über Rätien und Pannonien betraut. Nach dem Tod des Galerius im Mai 311 teilte Licinius sich die östliche Reichshälfte mit Maximinus Daia, wobei der Hellespont und der Bosporus die Grenzlinie waren. Im März 313 heiratete er in Mediolanum (Mailand) Konstantia, eine Halbschwester von Konstantin I.. Am 30. April stellte er sich in Heraclea Pontica zur Entscheidungsschlacht gegen Maximinus, und machte sich nach dem Sieg zum Herrn des gesamten Ostens, während er seinem Schwager Konstantin den Westen überließ. Doch die anfänglich versöhnten Augusti Konstantin und Licinius zerstritten sich 314, als Konstantin seinen Schwager Bassianus zum Mitregenten über Italien einsetzen wollte. Als seine Aktivitäten bekannt wurden, entbrannte ein Bürgerkrieg, in dem Licinius zwei Mal schwer geschlagen wurde – zum einen bei Cibalae in Pannonien am 8. Oktober 314, zum anderen auf der Ebene von Mardia in Thrakien. Der Friedensschluss im folgenden Dezember ließ Licinius im Besitz von Thrakien, Kleinasien, Syrien und Ägypten, brachte aber eine Reihe von Provinzen unter Konstantins Kontrolle. Neun Jahre später, 323 erklärte Konstantin ihm erneut den Krieg, diesmal aufgrund des fortgeschrittenen Alters und der unpopulären Sitten seines Kollegen, verstärkt durch dessen antichristliche Politik. Er schlug Licinius’ Armee am 3. Juli bei Adrianopel und warf ihn auf die Mauern von Konstantinopel zurück. Die Niederlage seiner Flotte gegen Crispus, Konstantins ältesten Sohn, führte zu seinem Rückzug nach Bithynien. Die Schlacht von Chrysopolis (Skutari) am 18. September 324 brachte seine endgültige Unterwerfung. Er und sein Sohn Valerius Licinianus Licinius, der seit 317 Caesar war, wurden in Thessalonike interniert. Licinius wurde im folgenden Jahr aufgrund einer Korrespondenz mit barbarischen Völkern hingerichtet, sein Sohn starb im Jahr 326.

Weblinks

Kategorie:Mann Kategorie:Kaiser (Rom) Kategorie:Geboren unbekannt Kategorie:Gestorben 325

Bacchus

Bacchus bezeichnet: # den lateinischen Namen für den griechischen, auch römischen Weingott Bakchos; siehe Bakchos # eine Rebsorte; siehe Bacchus (Rebsorte) # einen Asteroiden; siehe Bacchus (Asteroid)

Kathedrale

Die Kathedrale, genauer Kathedralkirche (von griechisch/lateinisch: ecclesia cathedralis, im deutschsprachigen Raum oft auch als Dom bezeichnet) ist die Kirche eines Bischofssitzes. Der Stuhl (griechisch kathedra) des Bischofs steht in ihr an hervorgehobener Stelle. Kathedralen sind meist eindrucksvoll gestaltete Kirchengebäude. Obwohl der Begriff meist eine Funktionsbezeichnung beschreibt, kann er auch kunstgeschichtlich ausgelegt werden. Im Allgemeinen wird der Begriff meist so aufgefasst, dass es sich bei einer Kathedrale um eine „Bischofskirche“ handelt, die „Träger der führenden Gedanken der abendländischen Baukunst“ ist (Hans Jantzen). Es gibt auch eine kunstgeschichtliche Definition, wonach man „unter Kathedralen die Hauptkirchen des gotischen Baustils“ versteht (Adolf Adam). Den künstlerischen und bautechnischen Höhepunkt erfuhren die Kathedralen in der Gotik. Den Begriff der "Kathedrale" gebraucht man deshalb auch meistens im Zusammenhang mit der Gotik. Kirchengebäude Die Verwendung der Bezeichnung ecclesia cathedralis taucht erstmalig auf dem Konzil von Tarragona 516 auf. Als eine bedeutsame Kirche nannte man sie auch ecclesia maior (große Kirche). Als Hauptgotteshaus eines Bezirkes hieß die Kathedrale schließlich lateinisch Domus Dei (Haus Gottes), woraus sich der deutsche Name Dom und das italienische Duomo ableiten. Eine seltenere und missverständliche Bezeichnung für die Kathedrale ist Mutterkirche, wie die Kathedrale von Rom, die Lateranbasilika, bezeichnet wird. Gelegentlich kommt es vor, dass eine Kirche ihrer Bedeutung wegen als Dom bezeichnet wird, obwohl sie keine Bischofskirche ist. Ein Beispiel ist der Petersdom oder der Frankfurter Kaiserdom St. Bartholomäus, welcher von 1562 bis 1792 Schauplatz von 10 Kaiserkrönungen war, aber niemals Bischofssitz. Weitere Beispiele hierfür sind unter anderem der Altenberger Dom in Odenthal, der Braunschweiger Dom St. Blasius in Braunschweig, der Wetzlarer Dom St. Maria zu Wetzlar, der St. Patrokli-Dom im westfälischen Soest, der Zwickauer Dom in Zwickau. Im Fall des Wormser Doms leitet sich die Bezeichnung daraus ab, dass Worms bis zur Säkularisierung 1803 Bistumssitz war. Der ursprüngliche Bischofssitz des Münchner Erzbistums war der Freisinger Dom, der darum heute als Conkathedrale (Mitdom) bezeichnet wird, während die eigentliche Kathedrale der Münchner Dom ist, der im Volksmund jedoch immer noch Frauenkirche heißt. Der Papst der Römisch-Katholischen Kirche verleiht einigen bedeutenden Kirchen den Titel Basilika minor. Ein Beispiel hierfür ist der Xantener Dom St. Viktor, der nie eine Kathedrale war. Der wohl bekannteste Dom in Deutschland ist der Kölner Dom. Als Kaiserdom werden in Deutschland der Aachener Dom, der Bamberger Dom, die Stiftskirche St. Peter und Paul in Königslutter, der Speyerer Dom, der Mainzer Dom und der Wormser Dom bezeichnet. Ursprünglich leitete sich die Bezeichnung daraus ab, dass der betreffende Dom von Kaisern erbaut wurde. Später wurden auch andere bedeutende oder sehr große Kirchenbauten als Kaiserdom bezeichnet, so etwa der Wormser Dom, an dem kein Kaiser mitgewirkt hat, oder der Frankfurter Dom, weil er Sitz der Kaiserkrönungen war. Zuweilen werden im deutschsprachigen Raum Kathedralen auch Münster genannt. Im Einflußbereich des französischen Kathedralenbaus der Zeit der Gotik stimmen in Europa auch gewisse Ausstattungsmerkmale überein, für den Bereich gotischer Skulptur: siehe Gleichnis von den klugen und törichten Jungfrauen. Mitunter tragen auch Kathedralen den Titel Basilica minor und werden somit auch als "Kathedralbasilika" bezeichnet. Eine ehemalige Kathedrale oder zweite Kathedrale in einem Bistum heißt "Conkathedrale". Siehe auch: Liste von Kathedralen und Domen

Literatur


- Sonja Ulrike Klug: Kathedrale des Kosmos. Die heilige Geometrie von Chartres. Bad Honnef 2. Aufl. 2005. ISBN 3981024516
- Uwe A. Oster: Die großen Kathedralen. Gotische Baukunst in Europa. Primus Verlag, Darmstadt 2003. ISBN 3896782401
- Adam, Adolf: Wo sich Gottes Volk versammelt. Gestalt und Symbolik des Kirchenbaus, Freiburg/Brsg. – Basel – Wien 1984.
- Jantzen, Hans: Kunst der Gotik. Klassische Kathedralen Frankreichs – Chartres, Reims, Amiens, Neuausgabe, erweitert und kommentiert durch ein Nachwort von Hans-Joachim Kunst, Berlin 1987.
- Ernst Ullmann: Die Welt der gotischen Kathedrale. Union Verlag, Berlin, 1981, ISBN 3-85063-117-6

Weblinks


- [http://www.damian-hungs.de Umfangreiche Linksammlung zu Kathedralen]
- [http://www.kunstunterricht.de/material/vtuempling/marien/ Der Dom St. Marien zu Fürstenwalde]
- [http://old.arte-tv.com/thema/cathedrales/dtext/index.html animiertes Dossier zum ARTE Themenabend mit dem Schwerpunkt Kathedralen]
- Informationen über die Kathedrale von Chartres, Geschichte usw.[http://www.chartres-heiligegeometrie.de] Kategorie:Kirchenbau Kategorie:Stadtbaugeschichte ja:大聖堂 simple:Cathedral

Andronikos

Andronikos ist der Name von folgenden Personen:
- Manolis Andronikos, griechischer Archäologe,
- Andronikos von Rhodos, griechischer Philosoph,
- Andronikos I. (Trapezunt), Kaiser von Trapezunt,
- Andronikos I. (Byzanz), byzantinischer Kaiser,
- Andronikos II. Palaiologos, byzantinischer Kaiser,
- Andronikos III. Palaiologos, byzantinischer Kaiser,
- Andronikos IV. Palaiologos, byzantinischer Kaiser.

Arianer

Der Arianismus [] ist eine christliche theologische Lehre, die nach einem ihrer frühen Vertreter, Arius, benannt ist und im Bereich der Christologie im Gegensatz zur Trinitätslehre steht. In der römisch-katholischen Kirche wird diese Lehre als Häresie angesehen. Es muss jedoch beachtet werden, dass in der Spätantike die Bezeichnung „Arianer“ oft als Kampfbegriff der Anhänger des Konzils von Nicäa gebraucht wurde, ohne dass die so bezeichneten Personen notwendigerweise die Lehre des Arius vertreten hätten. Bedeutende Vertreter des Arianismus waren neben Arius Eusebius von Nikomedia, Eunomius, Gegenpapst Felix II., Wulfila und die konstantinopolitanischen Patriarchen Macedonius (342-346, 351-360), Eudoxius von Antiochia (360-370), Demophilus (370-379), und Maxentius (380). Die orthodoxe Gegenposition zum Arianismus vertraten insbesondere Athanasius von Alexandria, Basilius von Caesarea, Gregor von Nazianz, Gregor von Nyssa, Ambrosius von Mailand und Hilarius von Poitiers.

Lehre

Es gab verschiedene Varianten des Arianismus, aber die folgenden Punkte wurden von den meisten seiner Anhänger vertreten:
- Der Vater allein ist Gott: Er allein ist ungezeugt, ewig, weise, gut, keiner Veränderung unterworfen. Er ist durch einen unendlichen Abgrund vom Menschen getrennt.
- Gott kann die Welt nicht direkt erschaffen, sondern nur durch einen Mittler, den Logos (=das Wort), der selbst geschaffen wurde um die Welt zu schaffen, nach der Lehre des Juden Philo von Alexandria. Der Sohn Gottes ist präexistent, vor aller Zeit und vor der Welt, ist ein Zwischenwesen zwischen Gott und der Welt, das perfekte Abbild des Vaters.
In einem metaphorischen Sinn kann er als Gott bezeichnet werden. Aber er ist eine Kreatur, die erste Kreatur Gottes. Er ist geschaffen, nicht aus dem gleichen Wesen wie der Vater, sondern aus dem Nichts, durch den Willen des Vaters, vor aller vorstellbaren Zeit, aber dennoch in der Zeit. Er ist daher nicht ewig und »es gab eine Zeit, als es ihn nicht gab.« Ebenso ist seine Macht, seine Weisheit und sein Wissen begrenzt. Die Arianer lehrten ausdrücklich, dass der Logos den Vater nicht perfekt kennt und ihn daher nicht perfekt offenbaren kann. Ebenso wie die Trinitarier beriefen sich die Arianer auf die Bibel (wobei die beiden Parteien unterschiedliche Stellen zitierten) und auf Kirchenväter, insbesondere auf Origenes: »Nun ist es möglich, dass manche nicht schätzen, was wir sagten, indem wir den Vater als den einen wahren Gott hinstellten und zugaben, dass andere Wesen neben dem wahren Gott Götter werden konnten, indem sie an Gott teilhatten.« (Origenes, Kommentar zu Johannes 2,3) und auf Tertullian, der gelehrt hatte, dass Jesus dem Vater untergeordnet sei (Monarchianismus). Zwischen dem ersten Konzil von Nicäa 325 und dem ersten Konzil von Konstantinopel 381 wurden nicht weniger als achtzehn unterschiedliche arianische Glaubensbekenntnisse verfasst, die sich teilweise widersprechen. Die wesentlichsten Richtungen dabei waren die radikalen Arianer, die sich wieder in Exukontianer (Gott-Sohn, geschaffen aus dem »Nichtseienden«), Anomoianer (von griechisch ἀνόμοιος (anomoios), unähnlich nach allem und nach dem Wesen) und Heterousiasten (von griechisch ἑτερο-ούσιος (hetero-ousios), ein anderer nach dem Wesen als Gott-Vater) unterteilten, die Homöaner (von griechisch ὁμοῖος (homoios), ähnlich), die vertraten, dass der Vater und der Sohn ähnlich seien, und die der trinitarischen Lehre nahe stehenden Semi-Arianer oder Homöusianer (von griechisch ὁμοι-ούσιος (homoi-ousios), wesensähnlich), die vertraten, dass der Sohn und der Vater wesensähnlich, aber unterschiedlich seien. Diese Richtungen bekämpften sich untereinander.

Geschichte

Die arianische Lehre fußt auf einer linksorigenistischen Interpretation der in den ersten Jahrhunderten üblichen Subordinationslehre: »Wenn der Vater und der Sohn zwei Personen sind, dann würde man gegen das Monotheismusgebot verstoßen, anzunehmen, dass Vater und Sohn vom gleichen Wesen sind, denn dann hätte man zwei Götter; andererseits kann es sich aber nicht um eine Person handeln, denn das wäre der gleichfalls schon verurteilte Modalismus.« Eine gleichfalls verurteilte Gegenlehre, nach der Jesus lediglich inspirierter Mensch sei, wird in der Mitte des dritten Jahrhunderts bei Paul von Samosata überliefert. Bei der Position des Arius wird Christus hingegen die Göttlichkeit keineswegs abgesprochen, aber er ist eben, wenn auch vor Anbeginn der Welt, erschaffen – alles andere widerspräche der Einmaligkeit Gottes. Seine Gegner warfen ihm vor, die Lehre Pauls von Samosata zu vertreten, die bereits auf mehreren lokalen Synoden verurteilt worden war. Arius fand Anhänger insbesondere in gebildeten hellenistischen Kreisen, da das arianische Gottesbild ganz dem neoplatonistischen System, das durch Clemens von Alexandrien und Origenes auch im gebildeten Christentum maßgeblich war, entsprach. Der arianische Streit, die Auseinandersetzungen zwischen Arianern und Anhängern von Nicäa, dominierte die Kirchengeschichte im 4. Jahrhundert. Der Arianismus besaß längere Zeit die politisch stärkere Stellung (Kaiserhaus und kaiserliche Garden), wurde aber durch Streitigkeiten zwischen den verschiedenen Richtungen geschwächt. Ab etwa 360 entwickelten die Trinitarier eine mehrheitsfähige Lehre, insbesondere durch klare Definition der verwendeten Ausdrücke, wodurch sie sprachliche Missverständnisse innerhalb der griechischen und zwischen griechischer und lateinischer Kirche ausräumen konnten und so auch für viele akzeptabel wurden, die vorher zwischen den Parteien standen. Der Streit gliedert sich in drei Phasen, detailliert geschildert im Artikel Arianischer Streit und Erstes Konzil von Nicäa:
- ca. 318–325: Ein lokaler Streit zwischen Alexander von Alexandria und Arius eskaliert so weit, dass Kaiser Konstantin I., um die Parteien zu einigen, das erste ökumenische Konzil von Nicäa einberuft, das die erste Fassung des Nicänischen Glaubensbekenntnisses aufstellt.
- 325-361: Reaktion der Arianer, die zu ihrer politischen und religiösen Vormachtstellung führt.
- 361-381: Wiederaufschwung der Trinitarier initiiert durch Kaiser Theodosius I., der mit dem ersten ökumenischen Konzil von Konstantinopel und der endgültigen Form des Nicänisch-konstantinopolitanischen Glaubensbekenntnisses endet. Der Kaiser gab den Kanons des Konzils gesetzlichen Status und erließ im Juli 381 ein Gesetz, dass alles Eigentum der Kirchen denen übergeben werden sollte, die an die gleiche Göttlichkeit von Vater, Sohn und Heiligem Geist glaubten. Die Germanenstämme, die um die Mitte des vierten Jahrhunderts von der Ostsee an die Nordostgrenzen des Römischen Reiches gezogen waren, wurden während der Vorherrschaft des Arianismus christianisiert. Der gotische Bischof Wulfila verfasste eine Bibel in gotischer Sprache, die zum einigenden Band der arianischen Germanenstämme wurde. Während der Völkerwanderung kamen diese Stämme (Burgunder, Vandalen, Ostgoten, Westgoten, Langobarden) in Gebiete des ehemaligen römischen Reichs, die von trinitarischen Christen bewohnt waren. Es kam dabei mehrfach zu Konstellationen, wo eine arianische oder heidnische Minderheit über eine überwältigende trinitarische Mehrheit herrschte, wobei diese Mehrheit in der Regel auch über die (noch) höhere Zivilisation verfügte. In einigen Fällen führte das dazu, dass die Minderheit mit der Zeit die Sprache, Kultur und Konfession der Mehrheit übernahm. So ließen sich der heidnische fränkische König Chlodwig I. 496, der arianische burgundische König Sigismund 516 und der arianische Westgotenkönig Recared 589 trinitarisch taufen. Ostgoten (vernichtet 552) und Vandalen (deportiert 534) wurden nach militärischen Niederlagen gegen Byzanz beseitigt. Im ehemaligen Vandalenreich in Nordafrika, das unter byzantinische Herrschaft kam, gab es bis zur Eroberung durch die Muslime parallel lateinisch-trinitarische, griechisch-trinitarische und arianische Christen. Im Westgotenreich in Spanien existierten bis zur islamischen Eroberung, möglicherweise auch darüber hinaus, arianische und lateinisch-trinitarische Christen. Im 16. Jahrhundert entstand der Antitrinitarismus in verwandelter Form vor allem in Polen wieder, wo er hauptsächlich von Fausto Sozzini (1539–1604) gelehrt wurde. Der Sozinianismus hat einen großen Einfluss auf die Theologie und vor allem auf die religionskritische Literatur der Aufklärung im 18. Jahrhundert ausgeübt. Auch Isaac Newton war in seinen theologischen Schriften Antitrinitarier. Von den Gegnern wurde den Antitrinitariern der Vorwurf des Arianismus gemacht. In neuerer Zeit haben antitrinitarische Richtungen innerhalb des Christentums zum Unitarismus geführt. Neben anderen vertreten auch die Zeugen Jehovas eine antitrinitarische Lehre. Obwohl sie inhaltlich dem Arianismus nahesteht, ist es unhistorisch, sie als arianisch zu bezeichnen, zumal sie viele Glaubenslehren ablehnen, die die historischen Arianer noch angenommen haben.

Literatur


- John Henry Newman: Arians of the Fourth Century, 1871 [http://www.newmanreader.org/works/arians/index.html Online-Buch (englisch)]

Weblinks


- [http://www.theologie-systematisch.de/christologie/4nizaea.htm Aktuelle Literatur zum Arianismus]

Siehe auch


- Apollinarismus Kategorie:Alte Kirche Kategorie:Historische christliche Bewegung Kategorie:Spätantike ja:アリウス派

Kategorie:Bischof (4. Jh.)

!04 Kategorie:Alte Kirche Kategorie:4. Jahrhundert

Kategorie:Mann

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External links


- [http://www.cortebert.ch Cortébert Municipality website] Category:Municipalities of Berne

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