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André Marie Ampère

André Marie Ampère

André-Marie Ampère (
- 22. Januar 1775 in Poleymieux-au-Mont-d'or neben Lyon, Frankreich; † 10. Juni 1836 in Marseille) war ein französischer Physiker und Mathematiker. Ampère fiel schon früh als wissbegieriger Knabe und durch sein gutes Gedächtnis auf. Er wandte sich zunächst der Botanik, der Metaphysik und der Psychologie zu, ehe er Mathematik und Physik studierte. Danach wurde er Professor für Mathematik an der Pariser École Polytechnique und Professor der Physik im Collège de France. Im Jahre 1808 wurde er auch Generalinspektor der Universität und lehrte außerdem Philosophie an der Historisch-Philosophischen Fakultät. Im Frühherbst 1820 wurde Ampère durch Dominique Francois Jean Arago auf die Versuche Hans Christian Ørsteds zur Ablenkung einer Magnetnadel durch den elektrischen Strom aufmerksam. Ampère erkannte, dass die fließende Elektrizität die eigentliche Ursache des Magnetismus ist. Vom 18. September bis zum 2. November 1820 konnte er in aufeinander folgenden Versuchen nachweisen, dass zwei stromdurchflossene Leiter eine Anziehungskraft aufeinander ausüben, wenn in beiden Leitern die Stromrichtung gleich ist, und dass sie eine Abstoßungskraft aufeinander ausüben, wenn die Stromrichtung entgegengesetzt ist. Bei der mathematischen Behandlung dieser Phänomene nahm er sich das Gravitationsgesetz (als Punkt-Kraft-Gesetz) von Isaac Newton zum Vorbild. Da der Strom jedoch als gerichtete Größe behandelt werden muss und die Stromstärke die Zeit als neue Größe enthält, hat das Ampèresche Modell nur eine beschränkte Gültigkeit. Ampère erklärte den Begriff der elektrischen Spannung und des elektrischen Stromes und setzte die Stromrichtung fest. Neben der Begründung der Elektrodynamik erfand Ampère das Prinzip der elektrischen Telegraphie, erstmals angewandt von Carl Friedrich Gauß und Wilhelm Weber in Göttingen. Ampère glaubte, dass das Magnetfeld der Erde durch starke elektrische Ströme ausgelöst wird, die in der Erdrinde von Osten nach Westen fließen. Zu seinen Ehren ist die SI-Einheit des elektrischen Stromes mit "Ampere" (Einheitenzeichen A) benannt worden.

Literatur


- Borec, Tomás: Guten Tag, Herr Ampère, Wissenswertes und Unterhaltsames über berühmte Wissenschaftler und nach ihnen benannte Masseinheiten; Thun, Frankfurt/Main 1983; ISBN 3-87144-372-7
- Schwenk, Ernst: Maßmenschen, von Ampère und Becquerel bis Watt und Weber ; wer den internationalen Maßeinheiten den Namen gab; Oesch, Zürich 2003; ISBN 3-03-502005-1
- Steinle, Friedrich: Explorative Experimente, Ampère, Faraday und die Ursprünge der Elektrodynamik; Steiner, Berlin 2005; ISBN 3-515-08185-2

Weblinks


- Ampere, Andre-Marie Ampere, Andre-Marie Ampere, Andre-Marie Ampere, Andre-Marie Ampere, Andre-Marie Ampere, Andre-Marie ja:アンドレ・マリー・アンペール ko:앙드레 마리 앙페르

1775

Ereignisse


- 19. April: Beginn des Krieges zwischen Großbritannien und seinen Kolonisten in Nordamerika (Amerikanischer Unabhängigkeitskrieg)
- 10. Mai: Zweiter Kontinentalkongress in den amerikanischen Kolonien
- 15. Juni: George Washington, ein Plantagenbesitzer aus Virginia, wird zum Oberbefehlshaber des Kontinentalheeres gewählt
- Leonhard Euler formuliert das Drehimpuls-Gesetz dMx = (ybz: zby) dm usw
- Alessandro Volta perfektioniert den Elektrophor (Influenzmaschine) von Johann Carl Wilcke
- James Cook vermutet Land am Südpol, doch entdeckt die Antarktis nicht
- James Watt erfindet die Dampfmaschine
- United States Postal Service wird gegründet

Kultur


- 27. Januar: Uraufführung des Melodrams Ariadne auf Naxos von Georg Benda in Gotha
- 1. Mai: Uraufführung des Melodrams Medea von Georg Benda in Leipzig
- 29. August: Uraufführung der Oper L'incontro improviso (Die unverhoffte Zusammenkunft) von Joseph Haydn in Esterház
- Gründung der Bergakademie, heute Technische Universität Clausthal

Geboren


- 22. Januar: André-Marie Ampère, französischer Physiker und Mathematiker († 1836)
- 27. Januar: Friedrich Wilhelm Joseph von Schelling, deutscher Philosoph († 1854)
- 30. Januar: Walter Savage Landor, englischer Schriftsteller († 1864)
- 9. Februar: Farkas Wolfgang Bolyai, ungarischer Mathematiker († 1856)
- 21. März: Lucien Bonaparte, jüngster Bruder der Bonapartes († 1840)
- 30. März: Hieronymus Graf von Colloredo-Mannsfeld, österreichischer General († 1822)
- 6. April: James Mill, englischer Historiker und Ökonom († 1836)
- 22. April: Georg Hermes, deutscher Theologe und Philosoph († 1831)
- 23. April: Joseph Mallord William Turner, englischer Künstler des Impressionismus († 1851)
- 23. April: William Turner, englischer Maler († 1851)
- 24. April: Jakob Salentin von Zuccalmaglio, deutscher Jurist und Politiker († 1838)
- 9. Mai: Heinrich Karl Ludwig Bardeleben, deutscher Jurist und Politiker († 1852)
- 25. Mai: Charlotte Johanna, Prinzessin von Spanien und Königin von Portugal († 1830)
- 9. Juni: Georg Friedrich Grotefend, deutscher Sprachwissenschaftler († 1853)
- 12. Juni: Karl von Müffling, preußischer Generalfeldmarschall, Militärschriftsteller und Geodät († 1851)
- 13. Juni: Anton Radziwill, preußischer Politiker und Komponist († 1833)
- 9. Juli: Matthew Lewis, englischer Schriftsteller († 1818)
- 18. Juli: Karl von Rotteck, deutscher Historiker und Politiker († 1840)
- 23. Juli: Etienne Louis Malus, französischer Physiker und Mathematiker († 1812)
- 6. August: Daniel O'Connell, irischer Freiheitskämpfer († 1847)
- 20. August: Franz Dinnendahl, Konstrukteur der ersten Dampfmaschine im Ruhrgebiet († 1826)
- 26. August: Wilhelm Joseph Behr, deutscher Jurist, Politiker und Schriftsteller († 1851)
- 1. September: Honoré-Charles Reille, französischer General, Marschall und Pair von Frankreich († 1860)
- 13. September: Laura Secord, kanadische Nationalheldin des Kriegs von 1812 († 1868)
- 28. September: Johann Adam von Itzstein, deutscher Politiker und MdL († 1855)
- 3. Oktober: Isaac von Sinclair, deutscher Schriftsteller und Diplomat († 1815)
- 6. Oktober: Johann Anton André, deutscher Komponist und Musikverleger († 1842)
- 14. November: Paul Johann Anselm Ritter von Feuerbach, deutscher Rechtsgelehrter und Begründer der modernen deutschen Strafrechtslehre († 1833)
- 23. November: Clemens Wenzeslaus Coudray, deutscher Architekt und Oberbaudirektor († 1845)
- 6. Dezember: Nicolas Isouard, maltesischer Komponist († 1818)
- 14. Dezember: Thomas Cochrane, 10. Earl of Dundonald, britischer Politiker und Freiheitskämpfer († 1860)
- 15. Dezember: Sir Phineas Riall, britischer General († 1850)
- 16. Dezember: François-Adrien Boïeldieu, französischer Opernkomponist († 1834)
- 16. Dezember: Jane Austen, englische Schriftstellerin († 1817)
- 29. Dezember: Carlo Rossi, italienisch-russischer Architekt († 1849)
- Jeanne Labrosse, französische Ballonfahrerin und Fallschirmspringerin († 1847)
- João Domingos Bomtempo, portugiesischer Komponist († 1842)

Gestorben


- 3. Januar: Heinrich Gottfried Koch, deutscher Schauspieler und Theaterunternehmer (
- 1703)
- 8. Januar: John Baskerville, englischer Schriftentwerfer, Schreibmeister, Drucker (
- 1706)
- 15. Januar: Giovanni Battista Sammartini, italienischer Komponist (
- 1700 oder 1701)
- 21. Januar: Jemeljan Iwanowitsch Pugatschow, russischer Don-Kosake und Anführer des Bauernaufstands (
- ca. 1742)
- 11. April: Anna Schwegelin, letzte „Hexe“ in Deutschland zum Tode durch Verbrennen verurteilt
- 22. Mai: Emanuel Filibert von Waldstein, Adliger (
- 1731)
- 17. Juni: John Pitcairn, Britischer Marineoffizier, in Boston stationiert (
- 1722)
- 17. Juni: Joseph Warren, erster Soldat, der im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg starb. (
- 1741)
- 27. Juni: Ignaz Günther, deutscher Bildhauer (
- 1725)
- 30. Juli: Christian Reichart, deutscher Begründer des Gartenbaus (
- 1685) ko:1775년

Frankreich

Frankreich (franz.: La France) ist ein demokratischer, noch immer stark zentralistischer Einheitsstaat im Westen Europas. Es grenzt an Belgien, Luxemburg, Deutschland, die Schweiz, Italien, Monaco, Spanien, Andorra, an den Atlantik mit dem Ärmelkanal und an das Mittelmeer. Neben dem Territorium in Europa gehören zu Frankreich Überseegebiete in der Karibik (u. a. Saint-Martin, das eine Landgrenze mit dem niederländischen Sint Marteen aufweist), Südamerika (Französisch-Guayana, das Landgrenzen zu Brasilien und Surinam hat), vor der Küste Nordamerikas, im Indischen Ozean und in Ozeanien.

Geographie

Hauptartikel: Geographie Frankreichs Insgesamt hat das „französische Mutterland” in Europa eine Fläche von 543.965 km². Frankreichs Landschaftsbild prägen überwiegend Ebenen oder sanfte Hügel im Norden und Westen. Der Rest ist gebirgig, Hauptgebirge sind die Pyrenäen im Südwesten, das Zentralmassiv und die Alpen im Südosten. Der höchste Berg Frankreichs und höchster Berg Europas ist der Mont Blanc (4.808 Meter). Aufgrund seiner Form wird Frankreich auch als l'Hexagone (Sechseck) bezeichnet. Mit Abstand wichtigste und größte Stadt in Frankreich ist die Hauptstadt Paris mit rund 12 Millionen Einwohnern im Großraum Paris (Region Île-de-France). Die Großräume um Marseille, Lille und Lyon haben ebenfalls mehr als eine Million Einwohner. Siehe auch: Städte in Frankreich, Nationalparks in Frankreich

Geschichte

Nationalparks in Frankreich Hauptartikel: Geschichte Frankreichs Durch die Französische Revolution 1789 wurde die mehr als 1.200 Jahre währende Monarchie gestürzt. So begann eine Periode des Umbruchs, in der wechselnd republikanische, napoleonisch-imperiale und monarchistische Staatsformen herrschten. Seit der Niederlage Napoleons III. 1870 ist Frankreich endgültig Republik. Im Ersten und Zweiten Weltkrieg war Frankreich einer der Hauptgegner Deutschlands. Nach dem Zweiten Weltkrieg verlor Frankreich seine größten Kolonien, Vietnam und Algerien, nach kriegerischen Auseinandersetzungen. Seit 1958 (Fünfte Republik) hat der Präsident umfassende Exekutivgewalt. Beim europäischen Einigungsprozess spielt Frankreich heute gemeinsam mit Deutschland eine tragende Rolle.

Politik

Politisches System

Frankreich ist eine zentralistisch organisierte Demokratie mit einem semi-präsidentiellen Regierungssystem. In der Verfassung der V. Republik nimmt der direkt durchs Volk gewählte Staatspräsident eine starke Stellung ein. Er ernennt den Premierminister und das Kabinett, hat gegenüber Gesetzbeschlüssen des Parlaments ein Veto-Recht und kann die Nationalversammlung auflösen. Das Parlament besteht aus zwei Kammern, der Nationalversammlung (Assemblée Nationale) mit 577 vom Volk gewählten Abgeordneten und dem indirekt gewählten Senat mit 331 Mitgliedern. Siehe auch: Politisches System Frankreichs, französische Regierung, Francophonie, französische Präsidenten, französische Premierminister, Cohabitation, Finanzministerium

Aktuelle politische Lage

Finanzministerium Momentan stellt die Partei UMP unter Führung des früheren Wirtschaftsministers und aktuellen Innenministers Nicolas Sarkozy mit 363 Sitzen die absolute Mehrheit in der Nationalversammlung. Am 29. Mai 2005 wurde die neue EU-Verfassung mit 54,87% Gegenstimmen von der Bevölkerung abgelehnt. Darauf trat die Regierung des seit 2002 amtierenden Premierministers Jean-Pierre Raffarin zurück. Als neuer Premierminister wurde Dominique de Villepin eingesetzt. Seit dem 27. Oktober 2005 wird Frankreich von einer Welle gewalttätiger Ausschreitungen heimgesucht. Angefangen in der Pariser Banlieue, griffen die Unruhen inzwischen auf viele, über das gesamte Land verteilte, Großstädte wie Lille, Rouen, Nizza oder Marseille über. Auslöser war der Tod zweier Jugendlicher im Pariser Vorort Clichy-sous-Bois, welche sich vor der Polizei in einem Starkstromhaus verstecken wollten. Die Regierung hat zwischenzeitlich den Notstand ausgerufen und es somit den Präfekten der Départements ermöglicht, in besonders stark betroffenen Gebieten Ausgangssperren zu verhängen. Bisher haben die Ausschreitungen einem Menschen das Leben gekostet und viele Schwerverletzte hervorgebracht.

Außen- und Sicherheitspolitik

Frankreich war 1949 Gründungsmitglied des Nordatlantikvertrages (NATO) und erhielt militärischen Schutz durch die USA. Mit der Machtübernahme von de Gaulle 1958 änderten sich die Beziehungen zu den USA und zu der von den USA dominierten NATO. Unter de Gaulles Führung entwickelte sich Frankreich 1960 zu einer Atommacht und verfügte ab 1965 mit der Force de Frappe über Atomstreitkräfte, die zunächst 50 mit Atombomben (Kernwaffen) ausgestattete Flugzeuge in Dienst stellte. 1968 hatte Frankreich bereits 18 Abschussrampen für Mittelstreckenraketen aufgestellt, die 1970 und 1971 mit Atomsprengköpfen ausgestattet wurden. 1968 verlässt Frankreich den militärischen Teil der NATO, bleibt aber im politischen Teil des Bündnisses integriert. In den 1970er Jahren erweiterte Frankreich ihre Atommacht auch auf See. Vier Atom-U-Boote verfügten über jeweils 16 atomar bestückten Mittelstreckenraketen. In der aktuellen Außenpolitik bemüht sich Frankreich um ein gutes Verhältnis zu seinem Nachbarn Deutschland (siehe auch „Kerneuropa“) und steht mit diesem gemeinsam der Vormachtstellung der USA mit einer gewissen Skepsis gegenüber. Dies führte zu einem Austritt Frankreichs aus der militärischen Organisation der NATO und vielen Eigeninitiativen Frankreichs in weltpolitischen Entscheidungen. Hinzu kommt ein Engagement auch nach Ende der Kolonialherrschaften in Afrika, wo Frankreich bis heute in vielen Ländern die bestimmende Ordnungsmacht geblieben ist. Frankreich ist zudem ständiges Mitglied im UNO-Sicherheitsrat mit Vetorecht. Die Todesstrafe wurde in Frankreich 1981 abgeschafft. Siehe auch: Fremdenlegion, Gendarmerie Nationale

Administrative Gliederung

Frankreich ist in 26 Regionen aufgeteilt, welche sich ihrerseits in 100 Départements untergliedern. Zweiundzwanzig dieser Regionen befinden sich im europäischen Kernland (France métropolitaine), darunter auch die Mittelmeerinsel Korsika, welche allerdings als collectivité territoriale einen Sonderstatus hat. Die übrigen vier Regionen bestehen aus jeweils nur einem Département und werden daher Départements et régions d'outre-mer (D.R.O.M.) genannt (bis zur Verfassungsänderung 2003 Départements d'outre-mer, Abk. D.O.M.). Im Deutschen spricht man von Überseedépartements. Im Einzelnen handelt es sich dabei um Guadeloupe (971), Martinique (972), Französisch-Guayana (973) und La Réunion (974). Abgesehen davon gibt es
- die Départementskörperschaft (Collectivité départementale, Abk. C.D.) Mayotte (976)
- die Gebietskörperschaft (Collectivité territoriale, Abk. C.T.) Saint-Pierre und Miquelon (SPM)
- die vier Überseeterritorien (Territoires d'outre-mer, Abk. T.O.M.) Französisch Polynesien (P), Neukaledonien (NC), Wallis und Futuna (WF) und die Französischen Süd- und Antarktisgebiete (Terres australes et antarctiques françaises, T.A.A.F.)
- die Îles éparses und die Insel Clipperton Die D.R.O.M. sind wie das französische Kernland Teil der EU, für die T.O.M. gilt das nicht. Auch in Frankreich erlassene Gesetze gelten in den TOM nur, wenn dies ausdrücklich erwähnt ist. Siehe auch: Liste der französischen Regionen, Liste der französischen Départements (nach Regionen geordnet)

Demographie

Zum 1. Januar 2004 wurde die Bevölkerung, einschließlich der Menschen in den Überseegebieten, auf 61,9 Millionen geschätzt. Nach Deutschland nimmt Frankreich in der EU den zweiten Platz bei der Bevölkerungszahl ein. Innerhalb der EU hat Frankreich einen Bevölkerungsanteil von 13 %. Im Jahre 2003 kamen auf 792.600 Geburten 560.300 Sterbefälle, das entspricht einem Überschuss von 232.300 Personen. 2004 betrug die Geburtenrate 1,9. Am Stichtag 1. Januar 2004 waren 16,2 % der Bevölkerung älter als 65 Jahre, gegenüber 14,6 % im Jahre 1994. Im selben Zeitraum ist der Anteil der unter 20-Jährigen von 26,7 % auf 25,3 % gesunken. 2003 wurden 280.300 Ehen geschlossen, das sind 6.000 (-2,1 %) weniger als 2002, wobei das Durchschnittsalter bei den Männern 30,4 Jahre und bei den Frauen 28,3 Jahre betrug. Die Kindersterblichkeit beträgt zur Zeit 4,28 ‰. Der durchschnittliche männliche französische Staatsbürger hat eine Lebenserwartung von 76,7 Jahren, während die Frauen auf 83,8 Jahre kommen.

Ethnische Gruppen


- Franzosen
- Bretonen
- Basken
- Italiener (einschließlich Korsen)
- Elsässer/Alemannen, Rheinfranken/Franken
- Flamen (Niederfranken)
- 4,5 Millionen Araber
- Katalanen
- Flamen
- Polen
- andere Ausländer

Sprachen

Neben der (einzigen) Amtssprache Französisch gibt es zahlreiche Minderheitssprachen, über deren Sprecherzahlen aber keine auch nur halbwegs gesicherten Daten vorliegen:
- Bretonisch,
- Deutsch in den Dialekten
  - Elsässisch (Elsass)
  - Rheinfränkisch bzw. Lothringisch (nördliches und östliches Lothringen),
- Niederfränkisch bzw. Flämisch (Flandern, an der Grenze zu Belgien),
- Baskisch (in den zentralen und östlichen Pyrenäen),
- Katalanisch (im Roussillon),
- Korsisch,
- Italienisch (an der französischen Riviera),
- Okzitanisch (in Südfrankreich) mit dem Dialekt
  - Provenzalisch (nur noch wenige Sprecher)
- Polnisch Daneben existieren in Nordfrankreich mehrere enger mit dem Französischen verwandte romanische Oïl-Sprachen, die teilweise als französische Dialekte angesehen werden: Picard, Normannisch, Gallo, Poitevin-Saintongeais, Champanois und Morvandiau.

Religionen

Frankreich ist offiziell ein laizistischer Staat, das heißt, Staat und Religionsgemeinschaften sind vollkommen voneinander getrennt. Da von staatlicher Seite keine Daten über die Religionszugehörigkeit der Einwohner erhoben werden, beruhen alle Angaben über die konfessionelle Zusammensetzung der Bevölkerung auf Schätzungen oder den Angaben der Religionsgemeinschaften selbst und weichen deshalb oft erheblich voneinander ab, weshalb auch die folgenden Zahlen mit Vorsicht zu behandeln sind. 85 % der Franzosen sind katholisch (also etwa 51 Mio.) und etwa 8 % Muslime (etwa 4,8 Mio.). Daneben gibt es protestantische und jüdische Minderheiten, die zusammen etwa 3 % ausmachen. 4 % gehören keiner Religion an, Tendenz davon steigend. Das sind jedoch Schätzungen.

Bildungswesen

Wie in fast allen europäischen Staaten (Ausnahme: z. B. Deutschland) herrscht eine Bildungspflicht, die im Ggs. zur Schulpflicht auch durch Hausunterricht (Homeschooling) oder durch selbstständiges Lernen abgegolten werden kann. Die Zahl der unbeschulten Kinder und Jugendlichen wird gegenwärtig auf etwa 10.000 geschätzt. Der Staat bietet folgende Schulformen an: Lernen
- Vorschule: Maternelle
- Grundschule: école élémentaire
- weiterführende Schulen: collège (das mit dem brevet abgeschlossen wird), gefolgt von
  - lycée
  - lycée professionnel
  - oder CFA für Auszubildende in Betrieben
- Hochschulreife:
  - baccalauréat nach insgesamt 12 Schuljahren; nach elf Schuljahren wird je nach Schulzweig (naturwissenschaftlich, wirtschaftlich oder literarisch) schon ein Teil der Prüfungen bewältigt
  - baccalauréat professionnel nach 13 Schuljahren für Abgänger des lycée professionnel oder des CFA
- Studium (1. und 2. Jahr):
  - Normalweg: DEUG
  - Eliteweg: classe préparatoire (zur Vorbereitung auf Grande école)
- Studium (3. und 4. Jahr):
  - Normalweg: licence und maîtrise oder école d'ingenieur oder école de commerce
  - Eliteweg: Grande école (ENS, ENA etc.)
- Studium (5. Jahr):
  - DESS oder DEA. Letzteres dient auch zur Auswahl für eine eventuell sich anschließende Doktorarbeit (thèse) Im Zuge der europaweiten Harmonisierung der Studienabschlüsse im Rahmen des Bologna-Prozess wird auch an französischen Hochschulen das System LMD eingeführt. LMD bedeutet, dass nacheinander die Licence bzw. Bachelor (nach 3 Jahren), der Master (nach 5 Jahren) und das Doktorat (nach 8 Jahren) erworben werden können. Die bisherigen nationalen Diplome (DEUG, Maîtrise, DEA/DESS) werden an manchen Universitäten übergangsweise noch bescheinigt, fallen ab Ende 2006 aber weg. Siehe auch: Schulsystem in Frankreich, Liste der Bildungsminister von Frankreich, Liste der Universitäten in Frankreich, École Polytechnique (Paris), Kindergeld

Wirtschaft

Traditionell ist in Frankreich die Wirtschaftspolitik von vergleichsweise starken staatlichen Eingriffen gelenkt. Hier spielt die historische Rolle des Merkantilismus – im Speziellen des Colbertismus – im Land eine Rolle. Frankreich ist eine gelenkte Volkswirtschaft, die in den letzten Jahren zunehmend dereguliert und privatisiert wurde. Die Schlüsselindustrien, besonders Energiewirtschaft, sind bislang unter staatlicher Kontrolle; Frankreich ist ein bedeutender Produzent von Atomstrom, und Deutschland sein wichtigster Kunde. In Frankreich wird ca. 80 Prozent der Elektrizität mit Atomkraftwerken produziert. Damit hat Frankreich neben Litauen momentan (Anfang 2005) den höchsten Prozentsatz an Atomstromproduktion der Welt. (Siehe auch: Liste der Kernkraftanlagen) Wein steht in der französischen Ausfuhrliste an fünfter Stelle: nach Autos, Flugzeugen, pharmazeutischen Produkten und Elektronik. (Siehe auch: Weinbaugebiete in Frankreich)
- Tourismus (z. B. Logis de France) Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg im 1. Quartal 2004 um 0,8 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Im 4. Quartal 2003 waren es 0,6 Prozentpunkte. Die Erwerbstätigenstruktur hat sich gegenüber früher grundlegend gewandelt, so arbeiteten 2003 nur mehr 4 % der Erwerbstätigen in der Land- und Forstwirtschaft und Fischerei, in der Industrie waren es 24 %, wohingegen 72 % im Dienstleistungsbereich tätig waren. Deutschland ist der wichtigste Handelspartner Frankreichs (2003): Es exportiert 14,9 % seines Exportvolumens nach Deutschland, das seinerseits am Import mit 19,1 % beteiligt ist. Die Inflationsrate betrug 2,1 % (2004). Die Arbeitslosenzahl belief sich im Januar 2005 auf 10 %, das sind 2.716.000 Erwerbslose.

Die größten französischen Unternehmen 2003 (ohne Banken und Versicherungen)

# Total – Umsatz 104,7 Mrd. € – 11.000 Beschäftigte # Carrefour – Umsatz 70,5 Mrd. € – 419.000 Beschäftigte # PSA Peugeot Citroën – Umsatz 54,2 Mrd. € – 200.000 Beschäftigte # France Télécom – Umsatz 46,1 Mrd. € – 222.000 Beschäftigte # EDF – Umsatz 44,9 Mrd. € – 167.000 Beschäftigte # Suez – Umsatz 39,6 Mrd. € – 171.000 Beschäftigte # Les Mousquetaires – Umsatz 38,4 Mrd. € – 112.000 Beschäftigte # Renault – Umsatz 37,5 Mrd. € – 140.000 Beschäftigte # Publicis Groupe – Umsatz 32,2 Mrd. € – 35.000 Beschäftigte # Saint-Gobain – Umsatz 29,6 Mrd. € – 172.000 Beschäftigte # Groupe Auchan – Umsatz 28,7 Mrd. € – 156.000 Beschäftigte # Veolia Environnement – Umsatz 28,6 Mrd. € – 257.000 Beschäftigte # Centres Leclerc – Umsatz 27,2 Mrd. € – 84.000 Beschäftigte

Kultur

Frankreich leitet seinen Rang in Europa und der Welt auch aus den Eigenheiten seiner Kultur ab, die sich insbesondere über die Sprache definiert (Sprachschutz- und -pflegegesetzgebung). In der Medienpolitik wird die eigene Kultur und Sprache durch Quoten für Filme und Musik gefördert. Frankreich verfolgt in der Europäischen Union, der UNESCO und der WTO mit Nachdruck seine Konzeption der Verteidigung der kulturellen Vielfalt („diversité culturelle“): Kultur ist keine Ware, die schrankenlos frei gehandelt werden kann. Landesweite Pflege und Erhalt des reichen materiellen kulturellen Erbes wird als Aufgabe von nationalem Rang angesehen. Dieses Verständnis wird durch staatlich organisierte oder geförderte Maßnahmen, die zur Bildung eines nationalen kulturellen Bewusstseins beitragen, wirksam in die Öffentlichkeit transportiert. Im jährlichen Kulturkalender fest verankerte Tage des nationalen Erbes, der Musik oder des Kinos beispielsweise finden lebhaften Zuspruch in der Bevölkerung. Großzügig zugeschnittene kulturelle Veranstaltungen entsprechen dem Selbstverständnis Frankreichs als Kulturnation und von Paris als Kulturmetropole. Die Förderung eines kulturellen Profils der regionalen Zentren in der Provinz wird verstetigt. Siehe auch: Liste französischer Schriftsteller, Liste französischer Komponisten, Burgen und Schlösser in Frankreich

Nationalparks

Die heutigen Nationalparks haben eine Gesamtfläche von 992.000 ha. Die Kernbereiche, die rund 371.000 ha ausmachen, stehen unter strengem Schutz. Es gibt 30 regionale Naturparks, die eine Fläche von 5.020.000 ha haben.
- Naturreservat Cap Sizun
- Regionalpark Armorique
- Naturreservat Les Sept lles
- Naturreservat Cap Frehel
- Naturreservat Pointe d' Arcay
- Naturreservat Golfe du Morbihan
- Regionalpark Briere
- Naturreservat Baie de Bourgneuf
- Naturreservat St. Denis-du-Payre
- Naturreservat Baie de l' Aiguillon
- Naturreservat Banc d' Arguin
- Vogel-Naturreservat Marquenterre
- Naturreservat Vallee de La Grande Pierre et de Vitain
- Naturreservat Le Lac de La Foret d'Orient
- Pyrenäen -Nationalpark
- Regionalpark Vosges du Nord
- Regionalpark Volcans d'Auvergne
- Nationalpark Cevennen
- Naturreservat und Vogelschutzpark Villars-les-Dombes
- Regionalpark Pilat
- Regionalpark Vercors
- Naturreservat Aiguilles Rouges
- Naturreservat Marais du Bout du Lac d' Annecy
- Nationalpark Vanoise
- Nationalpark Ecrins
- Regionalpark Luberon
- Nationalpark Mercantour
- Naturreservat und Regionalpark Camargue
- Nationalpark Port-Cros
- Korsischer Regionalpark
- Scandola Naturreservat
- Korsischer Nationalpark

Sport

Die populärste Sportart Frankreichs ist der Fußball. Als identitätsstiftendes Band gerade zwischen den verschiedenen sozialen und ethnischen Gruppen Frankreichs gilt die französische Fußball-Nationalmannschaft, die so genannte équipe tricolore (siehe auch: Fußball in Frankreich). Aktuell stellt Lyon den französischen Fussballmeister. Weitere populäre Sportarten sind der Radsport (insbesondere im Juli, während der dreiwöchigen Tour de France), Rugby, Leichtathletik, Formel 1 (Großer Preis von Frankreich in Magny Cours) und Tennis (French Open in Paris). In Frankreich fanden bereits mehrmals Olympische Spiele statt: Sommerspiele 1900 und 1924 in Paris, Winterspiele in Chamonix 1924, Grenoble 1968 und Albertville 1992. Siehe auch: Skigebiete in Frankreich

Medien

Die wichtigsten französischen Printmedien sind die nationalen Tageszeitungen:
- Le Monde und Libération (linksorientiert, Druckauflage 2003 ca. 500.000 bzw. 200.000 Exemplare)
- Le Figaro (konservativ, Auflage: 450.000 Exemplare)
- Les Echos, La Tribune (Wirtschaft, 180.000 bzw. 125.000 Exemplare)
- L'Humanité (kommunistisch, 74.000 Exemplare)
- La Croix (katholisch, 114.000 Exemplare)
- L'Equipe (Sport, 485.000 Exemplare und damit die meistgelesene Zeitung überhaupt mit sieben Lesern pro Ausgabe) Die wichtigsten Nachrichtenmagazine in Frankreich:
- Le Nouvel Observateur (400.000 Exemplare)
- L'Express (400.000 Exemplare)
- Le Point (400.000 Exemplare)
- L'événement du Jeudi Größte Regionalzeitung ist die Ouest France mit einer Druckauflage von 900.000 Exemplaren. Bedeutend ist auch das jeweils mittwochs erscheinende Investigations- und Satireblatt Le Canard enchaîné mit einer Auflage von 550.000 Exemplaren.

Feiertage

Militär

Frankreich hat eine Berufsarmee mit 300.000 Soldaten.

Siehe auch


- Chronologie französischsprachiger Zeitungen und Zeitschriften
- Französische Küche
- Nachrichtendienste Frankreichs
- Liste bedeutender Franzosen
- Liste der Präsidenten Frankreichs
- Die schönsten Dörfer Frankreichs
- Weinbaugebiete in Frankreich

Literatur


- Alfred Pletsch: Länderkunde Frankreich. Darmstadt (Wissenschaftliche Buchgesellschaft), 2. Auflage 2003, ISBN 3534116917
- Wilfried Loth: Geschichte Frankreichs im 20. Jahrhundert. Frankfurt am Main, 1995 ISBN 3-596-10860-8
- Bernhard Schmidt, Jürgen Doll, Walther Fekl, Siegfried Loewe und Fritz Taubert: Frankreich-Lexikon. Schlüsselbegriffe zu Wirtschaft, Gesellschaft, Politik, Geschichte, Kultur, Presse- und Bildungswesen. 2. überarbeitete Auflage 2005, 1224 Seiten, ISBN 3-503-06184-3
- Ralf Nestmeyer: Französische Dichter und ihre Häuser. Insel Verlag, Frankfurt am Main 2005, ISBN 3-458-34793-3

Weblinks

20px Portal:Frankreich
- [http://www.diplomatie.gouv.fr/index.de.html Website des französischen Außenministeriums]
- [http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/laender/laender_ausgabe_html?type_id=14&land_id=46 Länder- und Reiseinformationen] des Auswärtigen Amtes
- [http://www.frankreich-forum.de/ Frankreich Forum]
- [http://www.lesvilles.de/ Lokalportal für alle französischen Regionen und Städte]
- [http://www.tu-dresden.de/sulcifra/romanistik/ Romanistik im Internet: Kultur, Literatur und Politik]
Kategorie:Staat !Frankreich Kategorie:Land in der EU Kategorie:Mittelmeer als:Frankreich fiu-vro:Prantsusmaa ja:フランス ko:프랑스 ms:Perancis simple:France th:ประเทศฝรั่งเศส zh-min-nan:Hoat-kok

1836

Ereignisse


- 24. Februar: Samuel Colt erhält das Patent für den Colt
- 2. März: Texas erklärt sich für unabhängig von Mexiko
- 6. März: Nach einer 13 Tage dauernden Schlacht gegen eine Übermacht der mexikanischen Armee von 3.000 Kämpfern werden die 189 Freiwilligen der Texaner bei Alamo geschlagen und das Fort eingenommen
- 20. April: Der US Kongress beschliesst das Territorium von Wisconsin
- 15. Juni: Arkansas wird 25. Bundesstaat der USA
- 5. September: Sam Houston wird erster gewählter Präsident der Republik von Texas
- 2. Oktober: Der Naturforscher Charles Darwin landet in Falmouth, England an Bord der HMS Beagle nach 5-jähriger Reise. Seine Sammlung an Material und seine Eindrücke dieser Fahrt führen später zur Entwicklung der Evolutionstheorie
- 25. Oktober: Paris, Frankreich. Der Obelisk von Luxor wird auf dem Place de la Concorde aufgestellt
- Im November beginnt der Peruanisch-Bolivianische Konföderationskrieg mit der Kriegserklärung Chiles an die Konföderation Peru-Bolivien
- 28. Dezember: Spanien erkennt die Unabhängigkeit Mexikos an
- In Südafrika beginnen die Buren ihren Großen Treck über den Orange River
- In Gabun wird der Sklavenhandel offiziell verboten

Kultur


- 22. März: Uraufführung der Oper I Briganti von Saverio Mercadante am Théâtre Italien in Paris
- 8. April: Uraufführung der Oper Alice von Friedrich von Flotow im Hôtel Castellane in Paris
- 26. Mai: Uraufführung der Oper The Maid of Artois von Michael William Balfe im Drury Lane Theatre in London
- 13. Oktober: Uraufführung der Oper Le Postillon de Lonjumeau (Der Postillon von Lonjumeau) von Adolphe Adam in Paris
- 30. Oktober: Uraufführung der komischen Oper Sérafine von Friedrich von Flotow in Royaumont
- 9. Dezember: Uraufführung der Oper Ein Leben für den Zaren (Orig.: Iwan Susanin) von Michail Iwanowitsch Glinka an der Hofoper in Sankt Petersburg
- 21. Dezember: Uraufführung der Oper L'Ambassadrice (Die Botschafterin) von Daniel-François-Esprit Auber an der Opéra-Comique in Paris
- 29. Februar: Uraufführung der Oper Les Huguenots (Die Hugenotten) von Giacomo Meyerbeer an der Grand Opéra Paris

Geboren


- 16. Januar: Franz II. (Sizilien), Prinzessin von Sizilien († 1894)
- 27. Januar: Leopold von Sacher-Masoch, österreichischer Schriftsteller († 1895)
- 21. Februar: Emil Hartmann (Komponist), dänischer Komponist († 1898)
- 21. Februar: Emil Wilhelm Emilius Zinn Hartmann, dänischer Komponist († 1898)
- 21. Februar: Léo Delibes, französischer Komponist († 1891)
- 25. Februar: Maximilian Schmidt, bayerischer Heimatschriftsteller
- 28. Februar: Ernst Christian Carl Kruse, war Arzt und Politiker († 1900)
- 2. März: Greene Vardiman Black, US-amerikanischer Mediziner († 1915)
- 17. März: Lucian Müller, deutscher klassischer Gelehrter († 1898)
- 25. März: Eduard Scheve, Baptistenprediger († 1909)
- 4. April: Edward Jerome Hopkins, US-amerikanischer Komponist († 1898)
- 6. Mai: Max von Eyth, deutscher Ingenieur und Schriftsteller († 1906)
- 8. Mai: Sophus Schandorph, dänischer Schriftsteller († 1901)
- 17. Mai: Joseph Norman Lockyer, englischer Astronom († 1920)
- 17. Mai: Wilhelm Steinitz, österreichischer Schachspieler aus Böhmen († 1900)
- 28. Mai: Alexander Mitscherlich (Chemiker), deutscher Chemiker († 1918)
- 10. Juni: August Overweg, deutscher Politiker und Sohn von Carl Overweg († 1909)
- 15. Juni: Wilhelm Lauser, Publizist und Historiker († 1902)
- 8. Juli: Emil Jacobsen, deutscher Chemiker und Schriftsteller († 1911)
- 8. Juli: Joseph Chamberlain, britischer Staatsmann († 1914)
- 11. Juli: Carlos Gomes, brasilianischer Komponist († 1896)
- 29. Juli: Wilhelm Kress, Flugpionier und Konstrukteur († 1913)
- 11. August: Cato Maximilian Guldberg, norwegischer Mathematiker und Chemiker († 1902)
- 13. August: Nikolai von Japan, orthodoxer Erzbischof von Tokio und Japan († 1912)
- 25. August: Bret Harte, US-amerikanischer Schriftsteller († 1902)
- 2. September: Anton Braith, deutscher Tier- und Landschaftsmaler († 1905)
- 7. September: Henry Campbell-Bannerman, britischer Politiker und Regierungschef (
- 1908)
- 24. September: Pablo Arosemena Alba, fünfter Staatspräsident von Panama († 1920)
- 4. Oktober: Konstantin Karlowitsch Albrecht, russischer Komponist († 1893)
- 6. Oktober: Heinrich Wilhelm Waldeyer, Anatom († 1921)
- 18. Oktober: Peter Auzinger, Schauspieler; bayerischer Mundartdichter († 1914)
- 4. November: Edward Jerome Hopkins, US-amerikanischer Komponist († 1898)
- 18. November: Cesare Lombroso, italienischer Professor der gerichtlichen Medizin und Psychiatrie († 1909)
- 18. November: William Schwenck Gilbert,) englischer Schriftsteller, Dramatiker und Librettist
- 24. November: Ludwig Gottsleben, österreichischer Schauspieler und Schriftsteller († 1911)
- 1. Dezember: Rudolph Freiherr von Roman zu Schernau, Regierungspräsident von Oberfranken († 1917)
- 13. Dezember: Franz von Lenbach, deutscher Maler († 1904)
- 16. Dezember: Ernst von Bergmann, Chirurg und Professor der Medizin († 1907)
- 23. Dezember: Werner Fritze, Kaufmann, Königlicher Kommerzienrat und Kommunalpolitiker († 1925)
- 29. Dezember: Georg Schweinfurth, deutscher Afrikaforscher († 1925)

Gestorben


- 27. Januar: Rudolf Fürst Kinsky, böhmischer Adliger (
- 1802)
- 16. Februar: Joseph Fieschi, Attentäter (
- 1790)
- 19. Februar: Felipe Santiago de Salaverry, Staatspräsident von Peru (
- 1806)
- 24. Februar: Dániel Berzsenyi, ungarischer Dichter (
- 1776)
- 6. März: Davy Crockett, US-amerikanischer Politiker und Kriegsheld (
- 1786)
- 6. März: James Bowie, nordamerikanischer Pionier und Trapper (
- 1796)
- 10. März: Antoine Louis Claude Destutt de Tracy, französischer Philosoph (
- 1754)
- 7. April: William Godwin, englischer Schriftsteller (
- 1756)
- 7. Mai: Norbert Burgmüller, deutscher Komponist (
- 1810)
- 23. Mai: Edward Livingston, US-amerikanischer Außenminister (
- 1764)
- 28. Mai: Anton Reicha, tschechischer Komponist (
- 1770)
- 10. Juni: André Marie Ampère, französischer Physiker und Mathematiker (
- 1775)
- 20. Juni: Emmanuel Joseph Sieyès, französischer Politiker (
- 1748)
- 23. Juni: James Mill, englischer Historiker und Ökonom (
- 1775)
- 26. Juni: Claude Joseph Rouget de Lisle, französischer Komponist, Dichter und Offizier (
- 1760)
- 28. Juni: James Madison, 4. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika (
- 1751)
- 17. August: Karl von Hessen-Kassel, hessischer Adliger (
- 1744)
- 21. August: Claude Louis Marie Henri Navier, französischer Mathematiker und Physiker (
- 1785)
- 25. August: Christoph Wilhelm Hufeland, deutscher Arzt (
- 1762)
- 5. September: Ferdinand Raimund, Dramatiker (
- 1790)
- 12. September: Christian Dietrich Grabbe, deutscher Dramatiker (
- 1801)
- 14. September: Aaron Burr, US-amerikanischer Politiker und US-Vizepräsident (
- 1756)
- 17. September: Antoine Laurent de Jussieu, französischer Botaniker (
- 1748)
- 17. Oktober: George Colman der Jüngere, englischer Schriftsteller (
- 1762)
- 6. November: Karel Hynek Mácha, tschechischer Schriftsteller der Romantik (
- 1810)
- 6. November: Karl X., war der letzte König von Frankreich (
- 1757)
- 16. November: Christian Hendrik Persoon, südafrikanischer Mykologe (
- 1761)
- 26. November: John McAdam, erfand einen genial einfachen Straßenbelag (
- 1756)
- 7. Dezember: Luise Friederike von Preußen, preußische Prinzessin (
- 1770) ko:1836년 simple:1836 th:พ.ศ. 2379

Marseille

Marseille [] ist die wichtigste französische und die drittgrößte europäische Hafenstadt. Sie liegt am Golfe du Lion, einer Mittelmeerbucht. Die Stadt, deren Einwohner sich Marseillais nennen, ist Hauptstadt des Départements Bouches-du-Rhône in der Region Provence-Alpes-Côte d'Azur. Marseille ist mit etwa 900.000 Einwohnern nach Paris die zweitgrößte Stadt Frankreichs; um diese Position streiten sich allerdings (seit vielen Jahren) die Städte Lyon und Lille. Das Ballungsgebiet Marseille hat, wenn man die unmittelbar angrenzenden Städte wie Allauch, Aubagne und Penne-sur-Huveaune hinzuzählt, ungefähr 1,2 Million Einwohner.

Geografie

Marseille liegt zwischen 0 und 160 m ü. NN hoch. Das Hinterland ist gebirgig und findet seine höchste Erhebung im 710 m hohen Croix de Garlaban. Im Nordwesten grenzt die Stadt an die Chaîne de l'Estaque, einer aus Kalkfelsen bestehenden Bergkette hinter l'Estaque, die den Étang de Berre, ein großes salzhaltiges Binnengewässer, vom Meer abtrennt. Von dort aus sind es etwa 20 Kilometer zum für den Süden Frankreichs bedeutenden, da zentral gelegenen Flughafen Marignane. Neben ihm beginnt westlich der Étang de Berre, ein großes, jedoch salzhaltiges (auch zur Muschelzucht erforderliches) Binnengewässer.

Geschichte

Binnengewässer Um 600 v. Chr. gründeten ionische Griechen aus Phokäa in Kleinasien eine Kolonie an der Mündung der Rhône und nannten sie Massalia oder Massilia, das heutige Marseille. Einer Legende nach ist die Stadt wie folgt entstanden: Nachdem Protis an Land gegangen war, um sich mit der schönen Ligurerin Gyptis zu vereinen, ward Marseille gegründet. Protis war Phäake, und die Phäaken, dieses Seefahrervolk von der Insel Scheria, hatten nicht nur einen gastfreundlichen König namens Alkinoos, der den schiffbrüchigen Odysseus aufnahm, um ihn dann in seine Heimat Ithaka zu geleiten. Er hatte auch eine schöne Tochter. Nausikaa war es, die den gestrandeten Odysseus fand und ins Haus ihres Vaters führte. Marseille wurde also von der Liebe gegründet. Um das Jahr 545 erfolgte - nach der Flucht aus Phokaia durch Harpagos (einen Meder bzw. Perser, Statthalter des Königs Kyros) - ein erneuter Zuzug aus der Mutterstadt. (Hdt. 1,163,1-1,165,4, Solin. II,77, Liv. V,34,7-8). 481 fiel die Stadt an die Westgoten, 508 an die Ostgoten, 536 an die Franken und 879 an Niederburgund. Nachdem die Sarazenen sie zerstörten, wurde die Stadt im 10. Jh. wiederaufgebaut und den Vicomtes de Marseille unterstellt. Zwischen 1216 und 1218 wurde Marseille zur selbstständigen Republik und schließlich 1481 mit Frankreich vereinigt. 1720 und 1721 wütete die Pest. 1792 sangen Soldaten aus Marseille beim Einzug in Paris die spätere Nationalhymne Frankreichs, die daher nach ihnen Marseillaise genannt wurde. Am 9. Oktober 1934 fielen der jugoslawische König Alexander I. und der französische Außenminister Louis Barthou vor der Börse einem Mordanschlag zum Opfer. 1943 wurde ein Großteil der Altstadt von deutschen Truppen abgerissen. Den Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm Auguste Perret. 1993 erschütterte ein Skandal die Stadt, als der damalige Präsident des Fußballklubs Olympique Marseille, Bernard Tapie, wegen Bestechung zum Gewinn der Landesmeisterschaft eine Haftstrafe antreten musste.

Einwohnerentwicklung

Politik

Haftstrafe

Bürgermeister

Bürgermeister von Marseille sind oder waren:
- von 1953 bis 1986 Gaston Defferre (war schon zwischen 1944 und 1946 Bürgermeister, wiedergewählt 1959, 1965, 1971, 1977 und 1983),
- von 1986 bis 1995 Robert Vigouroux (wiedergewählt 1989) und
- seit 1995 Jean-Claude Gaudin (wiedergewählt 2001).

Städtepartnerschaften

Seit 1958 unterhält Marseille eine Städtepartnerschaft mit Hamburg.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Museen

Das Musée des Beaux-Arts mit seinen Malereien aus dem 18. und 19. Jahrhundert und das Musée d'Histoire Naturelle mit seinen zoologischen und geologischen Ausstellungen befindet sich in den Seitenflügeln des Palais Longchamp (siehe Bauwerke). Das Musée d'Archéologie Méditerrannéenne und Musée d'arts Africains, Océaniens et Amérindiens befinden sich im Vieille Charité.

Bauwerke

geologischen Südlich des Stadtkerns befindet sich die von Henri-Jacques Espérandieu entworfene Notre-Dame de la Garde, erbaut in den Jahren 1853 bis 1864. Sie befindet sich auf einem 160 m hohen Kalkfelsen und ist neben dem vor dem Hafen liegenden Château d'If das Wahrzeichen von Marseille. Wahrzeichen Der im Zentrum gelegene Alte Hafen Vieux Port bzw. am Quai des Belges gelegene Fischmarkt ist entgegen den Berichten von Reisebüros und Journalisten nicht der zentrale Treffpunkt der Stadt; es sei denn, man bewertet die Tatsache als entscheidend, daß von dort aus die (die kleinen, also alltäglich versorgenden oder die touristischen) Schiffe zu den Inseln hinausfahren: in Richtung der Îles d’Frioul, nach Château d’If oder nach Cassis. Hier findet zwar tatsächlich und täglich ein Treffen zwischen Hausfrauen und Fischern bzw. deren fischverkaufenden Frauen insofern statt, als die einen einkaufen und die anderen verkaufen (vor allem an Samstagen, da an Wochenenden in der Familie gegessen wird), doch es sind höchstens vier bis fünf Tische, manchmal vielleicht auch sechs aufgebaut, an denen frische Mittelmeerfische verkauft werden. Die Marseillais kaufen ihren Fisch sonst lieber im Supermarkt (frisch aus dem Atlantik oder sonstwoher, möglicherweise am Markt, an dem längst nicht mehr nur die örtlichen Araber einkaufen, in der Rue Longue des Capucins, wo es nahezu alles und höchst preiswert gibt) oder aber die Meeresfrüchte (Muscheln, Schnecken usw.) bei Toinou am Cours Saint-Louis. Unweit des Vieux Port, etwa zur Mitte der Strecke zum Cours Saint-Louis hin, leicht schräg gegenüber der Place du Général de Gaulle (ein paar Meter von der Stadtinformation Office du Tourisme) befindet sich auch die Börse (Bourse de Marseille) aus den Jahren 1852 bis 1860. Vom Alten Hafen aus zieht sich die etwa ein km lange Canebière (provenzal. Canabiero = Cannabis - Hanf wurde hier gehandelt, daher der Name) – eine ehemalige Prachtstraße des 19. und anfänglichen 20. Jahrhunderts, endgültig verbleichend während der sechziger und siebziger Jahre, zur Église Saint-Vincent de Paul, der Kirche der Reformierten, hin. An ihrem Ende, nordöstlich der Kirche findet sie mit dem Boulevard Longchamp' ihre Fortsetzung, der zum Palais Longchamp mit seiner Brunnenanlage führt. Die Canebière ward von stattlichen Geschäftshäusern und Cafés gesäumt und früher oft mit der Pariser Avenue des Champs-Élysées verglichen. Die einstige Prachtstraße hat sich jedoch heute in eine unglaublich lärmende und stinkende Rennstrecke gewandelt, ohne den Charme von einst. Derzeit ist man seitens der Stadt bemüht, wieder ein wenig der alten Zeit zu rekonstruieren, etwa am Noailles, einem ehemaligen Hotel der einstigen Pracht, durchaus auch an anderen Orten. Nordöstlich von Noailles (auch seitlich gelegene Metro-Station) besteht offenbar kaum Interesse an Rekonstruktionsarbeiten. Das nördlich des Alten Hafens gelegene, zu fuße des Alten Hafens gelegene Quartier du Panier ist – entgegen ständig wiederholter Verlautbarungen – nicht abgerissen! Das von den Einheimischen knapp Panier genannte, das 2. Arrondissement, ist das alte Marseille, das hinter dem barocken Rathaus Mairie/Hotel de Ville liegt. Es lebt – in Form des klassischen Marseille: einer Ur-Bevölkerung, die sich im Laufe der Jahrhunderte bzw. -tausende aus Menschen zusammensetzte bzw. -setzt, deren Abstammung aus dem gesamten Mittelmeerraum erfolgt ist. In den Büchern von Jean-Claude Izzo, dem einheimischen Journalisten und Schriftsteller, wird dies immer wieder sacht erwähnt. Eine kurze Beschreibung des vermeintlichen Abrisses des Quartier du Panier: Jean-Claude Izzo Es entstanden an der nördlichen Seite des Alten Hafens, am Quai du Port, exakt gegenüber von Notre-Dame de la Garde, in den sechziger/siebziger Jahren fünfstöckige Reißbrett-Häuser; architektonische Mißgeburten, wie sie nicht nur aus Frankreich bekannt sind. Dahinter befindet sich eine weitere Reihe Wohnhäuser: verunglückte, mißbrauchte Bauhaus-Nachläufer, eine Art in die Länge und die Höhe gezogener Kleinteiligkeit, die sich in erkerförmigen Backsteinapplikation ausdrückt; ein zu dieser und auch späterer Zeit für das ganze Land ungewohnter Anblick. Der beiden Reihen Vorgänger aus dem 18. Jahrhundert wurden im Januar 1943 von den Deutschen geschleift, um so die sich dort versteckenden Juden (und die Résistance gleich mit) eliminieren zu können. Das kam den Stadtplanern von Marseille allerdings recht, denn die hatten hier bereits in den dreißiger Jahren einen planerischen Kahlschlag vorgesehen (wie man ihn aus der französischen Sanierungs-Tradition kennt, etwa aus Paris, als der Architekt und Städteplaner Georges-Eugène Baron Haussmann kontra-revolutionär sanierte; man kann dessen Taten auch überall in Marseille sehen). Unglücklicherweise erinnern sie an deutsche Gebäude der dreißiger Jahre. Anzumerken ist: Ein paar hundert Jahre zuvor hatten es die Marseillais allerdings selbst vorgemacht, wie man sogenannte Kriminelle wegsaniert – beispielsweise den über die Ufer getretenen Hafenstrich ... Hinter diesen erwahnten riesigen Blöcken liegt das Panier mit Häusern, wohl überwiegend aus dem 18. Jahrhundert, aber eben auch sehr viel älter. Dieses Viertel ist alte Kern von Marseille. Wenn das quasi klassische, das antike Marseille auch unter diesen Gemäuern liegen dürfte. Manchmal lugt es zwischen den Häuserritzen hervor, wenn man sie mit Muße durchstreift: etwa von der Place du Lenche (eine Art Dorfmittelpunkt, den man erreicht, indem man die beiden häßlichen Häuserreihen durchgangen, duchstiegen hat) aus über die Straßen genannten Gassen Rue de l’Évêché, dann nach rechts durch die Rue du Petits Puits in Richtung Vieille Charité, dem ehemaligen Krankenhaus der Armen und der heutigen Kult(ur)stätte der gebildeteren Stände. Oder es blitzt auf wie bei Notre-Dame des Accoules an der Place Daviel, von der Revolution entweiht und erst seit etwa siebzehn Jahren als Kirche wieder in Betrieb – unten grundmassive, tiefgläubige, vierkantige Romanik, obendrauf beinahe zuckergußartige höfische späte Gotik. Ebenfalls nördlich des Alten Hafens befindet sich die wie die Notre-Dame de la Garde im neobyzantinischen Stil erbaute Cathédrale de la Major. Sie entstand zwischen 1852 und 1893 und besitzt zwei kuppelgekrönte Türme sowie eine 16 m hohe Vierungskuppel. Unweit westlich erstreckt sich der Neue Hafen (Port Moderne). Von der ab 1844 angelegten Anlage legen heute die meisten Schiffe ab, darunter auch die Passagierschiffe nach Korsika.

Naturdenkmäler

Wirtschaft und Infrastruktur

Bedeutende Industriezweige sind die Fahrzeug-, Maschinen-, Metall- und Nahrungsmittelindustrie.

Verkehr

Nahrungsmittelindustrie Marseille verfügt über einen umfangreichen industriellen Ballungsraum sowie den größten Hafen im Mittelmeer. Für den dadurch aufkommenden Eisenbahngüterverkehr dient der Bahnknotenpunkt mit Rangierbahnhof in der zwischen Marseille und Avignon gelegenen Kleinstadt Miramas. Durch den TGV ist Marseille seit 2001 von dem fast 800 km entfernten Paris nur drei Stunden entfernt. Die U-Bahn Marseille verfügt über zwei Linien. Der Flughafen Aéroport Marseille-Marignane befindet sich 20 km nordwestlich der Stadt. Durch die südliche Altstadt führt der mautpflichtige Straßentunnel St-Laurent.

Söhne und Töchter der Stadt


- Antonin Artaud, Schauspieler, Dramatiker, Regisseur
- César Baldaccini, Bildhauer und Plastiker
- Elie Bayol, französischer Rennfahrer
- François Bazin, französischer Komponist
- Maurice Béjart, französischer Choreograf und Leiter des Béjart Ballets
- Fernand Cabrol, Theologe und Wegbereiter der liturgischen Restaurationsbewegung
- Lucius Caesar, Sohn des Marcus Vipsanius Agrippa
- Eric Cantona, ehemaliger Fußballspieler und späterer Schauspieler
- Désirée Clary, Verlobte von Napoléon Bonaparte
- Louise Colet, französische Dichterin
- François Coli, französischer Flugpionier
- Charles Crodel, Maler
- Honoré Daumier, Maler, Bildhauer, Graphiker und Karikaturist
- Edmond Demolins, gründete die französische Version des Landerziehungsheims
- Henri Fabre, französischer Luftfahrtpionier
- Charles Fabry, Physiker, erfand das Fabry-Pérot-Interferometer
- Fernandel, französischer Schauspieler und Sänger
- Sébastien Grosjean, französischer Tennisspieler
- Jean-Claude Izzo, Schriftsteller
- Edmond Jaloux, Schriftsteller und Literaturkritiker
- Louis Jourdan, französischer Schauspieler
- Cyprien Katsaris, Pianist und Komponist
- Philippe Mabboux, Organist und Komponist
- Robert Manzon, Formel-1-Rennfahrer
- Francis Miroglio, französischer Komponist
- Émile Ollivier, Staatsmann
- Marcel Pagnol, Schriftsteller
- Marius Petipa, Balletttänzer und Choreograph gilt als "Vater des klassischen Balletts"
- Charles Plumier, Botaniker, entdeckte die Fuchsie
- Joseph Pujol, Künstler
- Jean-Baptiste Rossi, Journalist, Drehbuchautor und Schriftsteller
- Edmond Rostand, französischer Theaterschriftsteller
- Damien Saez, französischer Liedermacher
- Jean-Jacques Schuhl, Schriftsteller
- Simone Simon, Schauspielerin
- Adolphe Thiers, Staatsmann
- Honoré d'Urfé, französischer Schriftsteller
- Peter Wyngarde, britischer Schauspieler
- Zinedine Zidane, Fußballspieler

Siehe auch

Weblinks


- http://www.mairie-marseille.fr/
- http://www.onlinehuber.de/marseille.htm, vorwiegend Fotos aus Marseille Kategorie:Ort in Provence-Alpes-Côte d'Azur Kategorie:Ionische Stadtgründung Kategorie:Ort mit Seehafen ja:マルセイユ

Mathematiker

Mathematiker beschäftigen sich mit der Weiterentwicklung des Fachgebiets der Mathematik und mit der Anwendung der Erkenntnisse auf praktische Belange. Die Anwendung mathematischer Methoden führt zu exakten Erkenntnissen und Aussagen, in bestimmten Teilgebieten auch zu quantitativen Ergebnissen (z. B. aus der Numerik und der Statistik). Die zunehmende Mathematisierung des Alltags führt dazu, dass Mathematiker in vielen Bereichen eingesetzt werden können, u. a. Forschung und Entwicklung, in den Wirtschaftswissenschaften, in Versicherungsunternehmen, im Öffentlichen Dienst (Schulen und Universitäten, Statistik), im Marketing, in der Meteorologie, in der Logistik, in der Bildverarbeitung, in der Sicherheitstechnik und natürlich in der Informationstechnik. Sie können auf Spezialgebieten tätig sein, so z. B. Numerische Mathematik, Statistik, Mathematische Logik, Geometrie, Analysis, Modelltheorie und Wahrscheinlichkeitstheorie. Da viele Verfahren und Techniken sich auch auf andere Teilbereiche übertragen lassen, ist eine Abgrenzung in der Praxis eher schwer.

Ausbildung

Diplom-Mathematiker studieren an einer Universität oder an einer Fachhochschule (Zusatz FH). Die Regelstudienzeit an der Universität beträgt 9 oder 10 Semester, die tatsächliche Studienzeit beträgt jedoch durchschnittlich 13,0 Semester. Nach der Umstellung auf das europäische Studiensystem beträgt die Studiendauer bis zum Bachelor 6 Semester, die zum darauf aufbauenden Master weitere 4 Semester. Inwiefern diese Richtwerte mit der tatsächlichen Studiendauer übereinstimmen, wird sich noch zeigen, wenn die ersten Absolventen nach dem neuen System ihr Studium abschließen.

Studieninhalte

Studieninhalte im Grundstudium umfassen in der Regel: Analysis, Lineare Algebra, angewandte Mathematik (Numerik oder Stochastik), ein Wahlpflichtfach. Bestandteile des Hauptstudiums:
- Reine Mathematik (Algebra, Analysis, Funktionentheorie, Differentialgeometrie, Topologie, Zahlentheorie)
- Angewandte Mathematik (Mathematische Statistik, Numerik der Differentialgleichungen, Funktionalanalysis, diskrete Mathematik, Steuerungstheorie, Optimierung, Methoden, Algorithmen)
- Nichtmathematische Anwendungsfächer (z. B. Wirtschaftswissenschaften, Informatik, Physik, ingenieurtechnische Wissenschaften)

Akademische Grade

Aufgrund der bestandenen Diplomprüfung werden folgende Grade verliehen:

Deutschland


- Diplom-Mathematiker/Diplom-Mathematikerin
- Diplom-Mathematiker (Technomathematik)/Diplom-Mathematikerin (Technomathematik)
- Diplom-Technomathematiker/Diplom-Technomathematikerin
- Diplom-Mathematiker (Wirtschaftsmathematik)/Diplom-Mathematikerin (Wirtschaftsmathematik)
- Diplom-Wirtschaftsmathematiker/Diplom-Wirtschaftsmathematikerin
- Diplom-Finanz- und Wirtschaftsmathematiker/Diplom-Finanz- und Wirtschaftsmathematikerin
- Diplom-Computermathematiker/Diplom-Computermathematikerin

Österreich


- Magister/Magistra der Naturwissenschaften
- Magister/Magistra der Wirtschaftswissenschaften
- Diplom-IngenieurIn der Technischen Mathematik Siehe auch: Liste bedeutender Mathematiker, Philosoph, Wissenschaftler, Astronomen, Physiker, Studium der Technischen Mathematik

Weblinks


- [http://www.mathematik.uni-bielefeld.de/DMV/ Deutsche Mathematiker-Vereinigung]
- [http://www-gap.dcs.st-and.ac.uk/~history/BiogIndex.html Biographien zahlreicher Mathematiker (Englisch)]
- [http://www-groups.dcs.st-and.ac.uk/~history/ MacTutor History of Mathematics archive. Beste Sammlung von Mathematiker-Biographien, Porträts, Karten u. a. mathematikhist. Material]
- [http://genealogy.math.ndsu.nodak.edu/ The Mathematics Genealogy Project ] Kategorie:Beruf ja:数学者 ko:수학자 th:นักคณิตศาสตร์

Botanik

Die Botanik, (griech. botaníké [epistémé]: Pflanzenkunde, von griech. botáné 'Weide[2], Futterpflanze'), ist das Teilgebiet der Biologie, das sich mit der Erforschung der Pflanzenwelt befasst. Der Begriff taucht zum ersten Mal bei Dioskurides auf.
Oft werden auch die Pilzkunde, die Erforschung der Flechten (Lichenologie) sowie die Mikrobiologie, die sich insbesondere mit Prokaryonten und Archaeen befasst, als Teilgebiete der Botanik verstanden, obwohl Gegenstand dieser Wissenschaften keine Pflanzen sind. Die Botanik befasst sich mit dem Lebenszyklus der Pflanzen, ihrem Stoffwechsel und Wachstum, ihrem Aufbau, ihren Inhaltsstoffen (siehe Heilkunde), ihrer Ökologie und mit ihrem wirtschaftlichen Nutzen (siehe Landwirtschaft).

Fachgebiete

Aufgrund der unterschiedlichen Fragestellungen und Methoden haben sich im Kern vier Teilgebiete der Botanik entwickelt:
- Pflanzenmorphologie - Erforschung der Struktur und Form der Pflanzen mit den Teilgebieten
  - Morphologie i. e. S. – äußerer Bau der Pflanzen
  - Anatomie – innerer Bau der Pflanzen
  - Histologie – Gewebelehre
  - Cytologie – Feinbau der Zelle
- Pflanzenphysiologie – Erforschung der allgemeinen Funktionsabläufe der Pflanzen mit den Teilgebieten
  - Stoffwechselphysiologie
  - Reiz- und Bewegungsphysiologie
  - Entwicklungsphysiologie
- Systematik – Beschreibung und Ordnung der Pflanzenwelt mit den Teilgebieten
  - Taxonomie
  - Paläobotanik
- Geobotanik – Erforschung der Pflanzen unter Konkurrenzbedingungen sowie deren Abhängigkeit vom Standort. Teilgebiete sind:
  - Vegetationskunde (synonym sind Pflanzensoziologie, Phytocoenologie) – befasst sich mit Aufbau und Struktur der Pflanzendecke
  - Arealkunde oder Chorologie – untersucht die Verbreitung der Pflanzensippen
  - historisch-genetische Geobotanik – erforscht die Verbreitung der Pflanzensippe in der Vergangenheit
  - Pflanzenökologie – untersucht die Beziehungen der Pflanzen und Pflanzengemeinschaften zu ihrer Umwelt. Mit botanischen Fragestellungen befassen sich weitere Forschungsrichtungen der Biologie, Nachbar- bzw. angewandter Wissenschaften wie:
- Archäobotanik
- Biochemie
- Biophysik
- Ethnobotanik
- Forstbotanik
- Genetik
- Gentechnologie
- Heilpflanzenkunde (Pharmacognosie)
- Karpologie
- Holzbiologie
- Mikrobiologie
- Molekularbiologie
- Pflanzenzüchtung
- Phytopathologie
- Zezidiologie Vielfach wird das Fachgebiet der Botanik auch in die Teilgebiete Allgemeine und Spezielle Botanik sowie Angewandte Botanik eingeteilt, wobei letztere sich mit botanischen Fragestellungen insbesondere unter dem Aspekt der Nutzung von Pflanzen durch den Menschen in Land- und Forstwirtschaft, Gartenbau, Landschaftspflege und Umweltschutz befaßt.

Literatur


- Held, Andreas: Prüfungs-Trainer Biologie der Pflanzen. Elsevier/Spektrum Akademischer Verlag 2004. ISBN 3-8274-1472-5
- Strasburger - Lehrbuch der Botanik für Hochschulen. 35. Aufl., Elsevier/Spektrum Akademischer Verlag 2002. ISBN 3-8274-1010-X
- Strasburger - CD-ROM. Interaktive Studienhilfe. Elsevier/Spektrum Akademischer Verlag 2002. ISBN 3-8274-1070-3
- Wagenitz, Gerhard: Wörterbuch der Botanik. 2. Aufl. Elsevier/Spektrum Akademischer Verlag 2003. ISBN 3-8274-1398-2
- Herder Lexikon der Biologie. 1. Aufl. Herder-Verlag 1996. ISBN 3-86025-156-2

Siehe auch


- wichtige botanische Fachbegriffe
- Geschichte der Botanik
- Botanischer Garten

Weblinks


- [http://www.mop.de/lmc_botanik.html Botanische Fachbegriffe]
- [http://www.pflanzen-portal.com Botanik-Datenbank]
- [http://www.uni-wuerzburg.de/mineralogie/palbot/teach/botanyteach.html Einführungen in die Botanik, ein Linkverzeichnis (in Englisch)] ! ! ja:植物学 ko:식물학 simple:Botany th:พฤกษศาสตร์

Psychologie

Psychologie (aus griech. ψυχολογία, psychología „die Seelenkunde“) ist die Wissenschaft vom Erleben, Verhalten und Bewusstsein des Menschen, deren Entwicklung in der Lebensspanne und deren inneren und äußeren Ursachen und Bedingungen. Die Psychologie ist eine bereichsübergreifende Wissenschaft. Sie lässt sich nicht allein den Geisteswissenschaften, Sozialwissenschaften oder den Naturwissenschaften zuordnen.

Geschichtlicher Abriss

Die Psychologie "hat eine lange Vergangenheit, aber nur eine kurze Geschichte" (Ebbinghaus, 1908). Die Wurzeln dieser Disziplin reichen weit in die Vergangenheit zurück, als anerkannte Wissenschaft jedoch gibt es die Psychologie erst seit dem 19. Jahrhundert. Erste Ansätze einer strikt erfahrungs-'wissenschaftlichen' Erforschung psychischer Leistungen wurden im 19. Jahrhundert von physiologisch forschenden Physikern wie Gustav Theodor Fechner und Hermann von Helmholtz unternommen, die Wahrnehmungsvorgänge als Leistungen von Sinnesorganen auffassten und diese zu erforschen begannen. Dieses Vorgehen führt(e) allerdings nur zu einer Sinnesphysiologie und damit allein noch nicht zu einer genuinen Psychologie, die den Selbsterfahrungsaspekt einschließt. Dasselbe gilt für die ebenfalls schon im 19. Jahrhundert begonnene Hirnforschung, die methodisch bedingt Neurophysiologie ist und allein ebenfalls nicht darüber hinausreicht. Gewöhnlich gilt die Einrichtung seines experimentalpsychologischen Laboratoriums in Leipzig durch den Helmholtz-Schüler Wilhelm Wundt im Jahre 1879 als Lösung der Psychologie von der Philosophie und vor allem als Beginn der akademischen Psychologie als universitäres Fach und Forschungsfeld. Der Ansatz Wundts wird deshalb als Beginn der akademischen Psychologie angesehen, weil hier erstmals ein explizit empirisch-methodischer, an den experimentellen Naturwissenschaften orientierter und ausgerichteter Zugang methodologisch herausgearbeitet wurde, um psychologische Phänomene zu untersuchen. Im Oktober 1875 begann Wilhelm Wundt seine Lehrtätigkeit als Professor in Leipzig denn auch mit der Vorlesung "Logik und Methodenlehre mit besonderer Rücksicht auf die Methoden der Naturforschung“. Er war auf diese Professur berufen worden, weil Leipzig diese neue "Idee", nämlich die, "dem Einfluss der Naturwissenschaft auf die Philo