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DemosDemos ist der griechische Begriff für Gemeinde, gemeinhin auch das Volk. In der Regel wird damit auch die Gesamtzahl der Vollbürger (also die Bürger im Besitz der vollen Bürgerrechte) einer Polis bezeichnet, die (beispielsweise in der attischen Demokratie) an der entsprechenden Volksversammlung teilnehmen konnten.
Weiterhin kann damit unter anderem auch eine kleine Abteilung des Staatsgebietes bzw. Staatsvolkes einer Polis gemeint sein (siehe Demen).
Siehe auch: Demokratie
Kategorie:Griechische Geschichte (Antike)
Griechische Sprache
Griechisch (griechisch ελληνικά) ist eine indogermanische Sprache, die einen eigenen Zweig dieser Sprachfamilie darstellt. Eine nähere Verwandtschaft scheint nur zur antiken makedonischen Sprache bestanden zu haben. Griechisch wird von ca. 16 Millionen Menschen als Muttersprache gesprochen, von denen ca. 10,5 Millionen in Griechenland leben, wo es Amtssprache ist. Die anderen Muttersprachler sind auf 35 andere Staaten verteilt. Auf Zypern ist Griechisch ebenfalls Amtssprache, offiziell neben dem Türkischen. Außerdem ist in einigen südalbanischen und süditalienischen Gemeinden, in denen Angehörige der griechischen Minderheit leben, das Griechische als lokale Amts- und Schulsprache zugelassen.
Siehe: Griko in Italien
Eine Vielzahl von altgriechischen Wörtern werden darüber hinaus auch in diversen Fachsprachen verwendet und haben Eingang in viele moderne Sprachen gefunden.
Die Sprachcodes nach ISO 639 für Neugriechisch (ab 1453) sind el
bzw. ell oder gre und für Altgriechisch (bis
1453) grc.
Geschichte
1453
Die ältesten schriftlichen Zeugnisse der Sprache sind in Linearschrift B geschrieben. Sie begegnen ab dem 14. Jahrhundert v. Chr. - also in mykenischer Zeit - als sehr kurze Texte auf Transportamphoren, wo sie den Inhalt bezeichnen. Längere Texte auf zahlreichen Tontäfelchen, ebenfalls rein praktischer Natur, wurden in den Archiven einiger mykenischer Paläste gefunden. Sie stammen aus dem Beginn des 12. Jahrhundert v. Chr.. Nach Zerstörung der meisten bisher bekannten mykenischen Paläste im 12. Jh. ging die Linearschrift B und damit die Schriftlichkeit der ägäischen Welt nach herrschender Meinung verloren. Zumindest gibt es bisher keine Schriftfunde aus der Zeit der dunklen Jahrhunderte. Gegen Ende der dunklen Jahrhunderte, vermutlich um 800 v.Chr., übernehmen die Griechen das phönizische Schriftsystem, das sie im Grunde auch heute noch benutzen. Eines der bekanntesten frühen Beispiele der neuen alphabetischen Schrift zeigt der sog. Nestor-Becher. In klassischer Zeit ist eine Vielzahl von Dialekten feststellbar, zu den wichtigsten zählen das (noch heute in den Schulen als Altgriechisch gelehrte) Attische, das Ionische, das Dorisch-Nordwestgriechische, das Aeolische und das Arkadisch-Kyprische. Die am Anfang der schriftlichen Überlieferung stehenden homerischen Epen, die Ilias und die Odyssee, sind zum Beispiel in einer künstlerischen Sprachform verfasst, die Worte aus verschiedenen Dialekten benutzte, oft nach den Anforderungen des Metrums, im ganzen jedoch Ionisch mit äolischer Prägung ist.
Die politische, wirtschaftliche und kulturelle Vormachtstellung Athens im 5. Jahrhundert v. Chr. machte den dort gesprochenen attischen Dialekt zur Grundlage einer überregionalen Gemeinsprache (Koiné, griechisch κοινή, die Gemeinsame oder Allgemeine), die durch die Eroberungen Alexanders des Großen im 4. Jahrhundert v. Chr. zur Weltsprache und lingua franca aufstieg. Auch im Römischen Reich blieb Griechisch neben Latein Amtssprache, dies auch aufgrund der kulturellen Abhängigkeit der Römer von den Griechen. In der Osthälfte des Reiches war Griechisch bereits seit dem Hellenismus die dominierende Sprache. Der Einfluss fremder Sprachen und der fortbestehenden Dialekte führte immer wieder, insbesondere im 2. Jahrhundert, zu Bemühungen um eine Reinigung der griechischen Sprache unter Rückgriff auf das klassische Attisch. Eine solche bereinigte Form des Altgriechischen wurde nach der Teilung des Römischen Reiches (395) zur Amts- und Literatursprache des oströmischen Reiches, das nach der Abschaffung der lateinischen Amtssprache um 630 endgültig vom römischen zum byzantinischen Reich wurde. Spätestens zu diesem Zeitpunkt versiegt die Produktion literarischer Werke auf Altgriechisch; die Sprache des byzantinischen Reiches weist da schon deutliche Unterschiede in Grammatik und Aussprache auf. Nach der arabischen Eroberung Syriens und Ägyptens blieb Griechisch dort zunächst noch für einige Jahrzehnte Amtssprache, bevor es diese Funktion ab etwa 700 an das Arabische verliert.
Während der Besetzung Griechenlands durch das osmanische Reich war der Unterricht in griechischer Sprache offiziell verboten. Jedoch lebte sie im Alltag der Griechen (und vielfach von Priestern heimlich gelehrt) fort, veränderte sich aber aufgrund geringer Schriftkenntnis und mangelnder Gelehrsamkeit relativ stark. Nach der modernen Staatsgründung wurde die so genannte Katharévousa (griechisch καθαρεύουσα, Reinsprache; die Grundlagen wurden von Korais geschaffen) offizielle Unterrichts- und Amtssprache, eine „künstlich“ geschaffene Standardsprache, die den Wortschatz der am klassischen Attisch orientierten Koiné abermals künstlich konservierte, jedoch innerhalb weitgehend neugriechisch geprägter Aussprache- und Grammatikstrukturen. Erst 1976 wurde die Volkssprache (Dimotikí, griechisch δημοτική) endgültig zur Sprache der staatlichen Verwaltung und der Wissenschaft; allerdings sind viele Katharévousa-Worte im Laufe der Zeit wieder in die Dimotikí zurück übernommen worden.
Im Verlauf der Jahrtausende hat sich die griechische Sprache vielfach in der Aussprache geändert, die Orthographie blieb jedoch dank vielerlei Bemühungen um eine Reinhaltung der Sprache weitgehend konstant. Die in hellenistischer Zeit in die griechische Schriftsprache eingeführten Akzente und Symbole für Hauchlaute wurden noch bis vor kurzem verwendet. Durch Erlass Nr. 297 des griechischen Präsidenten vom 29. April 1982 wurden der Akzent Gravis, der Akzent Zirkumflex sowie die Hauchzeichen Spiritus asper und Spiritus lenis abgeschafft. Es gibt seitdem in der griechischen Schriftsprache nur noch den Akzent Akut, der die betonte Silbe anzeigt.
Die griechische Sprache und Schrift hatte auf die Entwicklung Europas immensen Einfluss: Sowohl das lateinische als auch das kyrillische Alphabet wurde auf der Basis des griechischen Alphabets entwickelt. Die Rückbesinnung auf das im Westen fast vergessene Griechisch, ausgelöst unter anderem durch die Flucht vieler Byzantiner in den Westen nach dem Fall Konstantinopels 1453, war eine der Hauptquellen der Renaissance und des Humanismus (siehe hierzu auch: Philhellenismus).
Noch heute werden wissenschaftliche Fachbegriffe gerne unter Rückgriff auf griechische (und lateinische) Wörter geprägt.
Das Neue Testament wurde ursprünglich in hellenistischem Griechisch geschrieben und das erste Mal von Erasmus von Rotterdam gedruckt.
Grammatik
Altgriechisch
Die ersten Grammatiken des Abendlandes wurden zu hellenistischer Zeit in der philologischen Schule von Alexandria abgefasst. Aristarch von Samotrake schrieb eine tékhne grammatiké des Griechischen. Die vermutlich erste autonome grammatische Schrift ist die tékhne grammatiké des Dionysios Thrax (2. Jh. v.Ch.), welche die Phonologie und Morphologie einschließlich der Wortarten umfasst. Die Syntax ist Gegenstand eines sehr systematischen Werks des zweiten bedeutenden griechischen Grammatikers, des Apollonios Dyskolos (2. Jh. n.Ch.). Angeblich im Jahre 169/8 "importierten" die Römer die griechische Grammatik und adaptierten sie.
Die Grammatik des Altgriechischen ist auf den ersten Blick recht ähnlich zum Lateinischen, was Partizipialkonstruktionen und sonstige grammatische Phänomene (AcI etc.) anbelangt, so dass Lateinkenntnisse beim Erlernen des Altgriechischen sehr hilfreich sind – und umgekehrt. Gutes Verständnis der deutschen Grammatik hilft allerdings auch; in vielen Fällen ist das Altgriechische dem Deutschen strukturell ähnlicher als dem Lateinischen, beispielsweise sind die bestimmten Artikel im Griechischen vorhanden, während sie im Lateinischen fehlen. Es gibt auch Fälle, in denen die Ähnlichkeit mit dem Lateinischen eher oberflächlicher Art ist und mehr Verwirrung stiftet als hilft – beispielsweise werden die Zeitformen der Verben im Griechischen oft anders verwendet als im Lateinischen.
Im Westen und auch in diesem Artikel werden gewöhnlich lateinische Begriffe (wie Substantiv, Dativ, Aktiv, Person … ) zur Bezeichnung von altgriechischen grammatischen und semantischen Kategorien verwendet, die direkte Übersetzungen der griechischen Definitionen darstellen. In Griechenland werden dagegen bis heute die griechischen Originalbegriffe aus der tékhne grammatiké des Dionysios Thrax verwendet.
Nominale Wörter
Hierzu zählen die Wortarten Substantiv, Adjektiv und Pronomen, die alle dekliniert werden. Auch Partizipien, Verbaladjektive und Infinitive werden dekliniert, sie gelten aber als Zwischenformen (sogenannte Nominalformen des Verbs). Hinsichtlich der Deklination ist folgendes zu benennen:
- Singular
- Plural
- Dual (als Schwundform)
- (allgemeine) Regeln:
- Maskulinum: bei Bezeichnungen für männliche Wesen, Winde, Flüsse und Monate
- Femininum: bei Bezeichnungen für weibliche Wesen, Länder, Inseln und Städte
- Neutrum: dient unter anderem zur Verkleinerung oder Verächtlichmachung von Wörtern männlichen und weiblichen Geschlechts.
- Für den sonstigen Gebrauch lassen sich keine eindeutigen Regeln aufstellen.
- Besonderheit des Neutrums: Bei Neutrum-Subjekten steht das Verb, auch wenn das Subjekt im Plural steht, in der 3. Person Singular. Diese Besonderheit besteht deswegen, weil das Griechische im Fall des Neutrums einen echten Plural nicht gebildet hat. Der Plural des Neutrums ist eigentlich ein aus dem Indogermanischen ererbter "kollektiver Singular", d.h. ein Sammelbegriff, der formal ein Singular ist, von der Funktion her aber einem Plural entspricht (wie im Deutschen: der Busch, das Gebüsch). Ferner haben im Neutrum – wie in allen indogermanischen Sprachen – Akkusativ und Nominativ identische Formen. Im Griechischen tritt noch die Form des Vokativs den beiden anderen Kasus als identisch hinzu.
Kasussystem
Von den acht Kasus des Indogermanischen haben sich im Griechischen fünf erhalten: Nominativ, Akkusativ, Genitiv, Dativ und Vokativ. Die Funktionen der nicht erhaltenen Kasus des Indogermanischen haben sich im Griechischen auf den Dativ und den Genitiv verteilt. Die Aufteilung ähnelt der der deutschen Sprache.
Grundfunktionen der Kasus:
- Akkusativ
- echter Akkusativ (direktes Objekt)
- adverbial: Lativ (Richtung, Ausdehnung, Dauer)
- Genitiv
- echter Genitiv (Bereich)
- Separativ (Herkunft)
- Dativ
- echter Dativ (indirektes Objekt)
- Soziativ (Gemeinschaft)
- Instrumental (Mittel)
- Lokativ (Ort, Zeit)
Verben
Tempussystem
Es gibt im Altgriechischen vier Tempusstämme: Präsensstamm, Aoriststamm, Perfektstamm, Futurstamm; wovon die ersten drei ein System bilden. Das Altgriechische besitzt aber kein ausgebildetes Tempussystem. Die Tempusstämme drücken Aspekte aus; – die subjektive Betrachtungsweise, das heißt die Art, wie der Sprechende den Verbalinhalt auffasst. Deswegen ist der Begriff Tempusstamm genaugenommen nicht richtig; besser zu sagen wäre Aspektstamm.
Der Aspekt des Präsensstamms ist durativ (linear, iterativ oder konativ). Das bedeutet, es wird mit diesem Aspekt der Verlauf oder das Andauern einer Handlung ausgedrückt.
Beispiele:
- νοσειν = (krank sein = ) krank darniederliegen
- (απο)θνησκειν = sterben ( = im Sterben liegen)
Der Aspekt des Aoriststamms ist punktuell. Das bedeutet, es wird der bloße Vollzug einer Handlung vermeldet. (Die Bezeichnung punktuell wird benutzt, um den Gegensatz zum linearen Präsensstamm auszudrücken. Der Aoriststamm ist die Normalform und benennt eine Handlung oder ein Ereignis, ohne ausdrücken zu wollen, ob diese Handlung in Wirklichkeit punktuell oder linear war/ist.) Bei diesem Aspekt wird in der Sprachpraxis gern ein bestimmter Punkt des Verbalbegriffs ins Auge gefasst, nämlich der Abschluss (effektiv) oder der Beginn (ingressiv) einer Handlung.
Beispiele:
- ingressiv: νοσησαι = krank werden oder erkranken
- effektiv: (απο)θανειν = sterben (als Moment des Dahinscheidens)
Der Aspekt des Perfektstamms ist resultativ. Das bedeutet, es wird mit diesem Aspekt ein (erreichter) Zustand oder einfach ohne jede nähere Bestimmung die Qualität einer Sache ausgedrückt.
Beispiele:
- τεθνηκεναι (τεθναναι) = (gestorben und nun) tot sein
- πεποιθεναι = vertrauen
Mit der Handhabung dieser drei Aspekte stellt der Griechischsprechende aber die zeitlichen Bezüge her, die von den Aspekten selbst nicht ausgedrückt werden. Die Aspekte gelten nun generell, während es eine direkt zeitliche Bedeutung nur im Indikativ gibt (bis auf das Futur. siehe unten).
Die Vergangenheit wird mit Hilfe der Nebentempora, die nur im Indikativ auftauchen, gebildet. Das sind im Präsensstamm das Imperfekt, im Perfektstamm das Plusquamperfekt und im Aoriststamm der Aorist. (Der Aoriststamm ist der älteste Tempusstamm und hat ein Haupttempus im Indikativ nie ausgebildet.)
Der vierte Tempusstamm des Altgriechischen, der Futurstamm, ist eine jüngere Entwicklung und hat in der Tat in allen Modi zeitliche Bedeutung.
Übersicht über die Tempusformen im Indikativ:
Modussystem
Es gibt im Altgriechischen vier Modi: Indikativ, Optativ, Konjunktiv, Imperativ. Die Funktionen, die diese Formen syntaktisch erfüllen, sind sehr vielfältig. Hier kann nur eine grundsätzliche Bestimmung ihrer Bedeutung vorgenommen werden.
Der Modus bringt die geistige Einstellung des Sprechenden gegenüber dem Verbalinhalt zu Ausdruck.
Mit dem Indikativ drückt der Sprecher aus, dass ihm ein Vorgang oder Zustand als wirklich (real) erscheint.
In den anderen Modi drückt der Sprecher aus, dass ihm der Vorgang oder Zustand nur als vorgestellt gilt.
Der Imperativ drückt einen Befehl aus.
Der Konjunktiv drückt einen Willen (Voluntativ) oder eine Erwartung (Prospektiv) aus. (Er hat also leicht futurische Bedeutung, was umgekehrt für das Futur in Bezug auf den Konjunktiv auch gilt).
Der Optativ drückt einen Wunsch (Kupitiv) oder eine Möglichkeit (Potentialis) aus.
Genera Verbi (eigentlich und für das Griechische besser: Diathese)
Von den drei Genera Verbi sind zwei (Aktiv und Medium) aus dem Indogermanischen geerbt. Das Passiv ist eine jüngere Entwicklung.
Das Aktiv drückt einfach eine Tätigkeit aus.
Das Medium drückt aus, dass das Subjekt an der Handlung beteiligt ist, oder an ihr interessiert ist, dass also eine nähere Beziehung zwischen Subjekt und Handlung besteht (transitives Medium). Ferner kann es ausdrücken, dass das Subjekt von seiner eigenen Handlung betroffen ist (intransitives Medium). Der Begriff Medium soll in etwa ausdrücken, dass diese Form zwischen Aktiv und Passiv stehe. Das ist jedoch weder sprachgeschichtlich, noch morphologisch richtig. Das Passiv ist im Griechischen der Grenzfall des Mediums, denn:
Das Passiv drückt die Wirkung einer Handlung auf das Subjekt aus, die nicht von ihm ausgeht. Insofern die Handlung nur noch auf das Subjekt wirkt, ohne von ihm auszugehen, bildet es den Grenzfall des Mediums. (Außerhalb des Futur- und Aoriststamms hat das Passiv keine eigenständige Form. Formal übernimmt dort das Medium neben der eigenen Funktion auch die des Passivs, was nur aus dem syntaktischen Zusammenhang, oder bei genauer Kenntnis der Beschaffenheit des entsprechenden Verbums zu unterscheiden ist.)
Beispiele:
Aktiv: er löst (etwas)
transitives Medium: er löst (etwas) für sich
intransitives Medium: er löst sich, er lässt sich lösen
Passiv: er wird gelöst (von jdm.)
- Singular
- Plural
- Dual (als Schwundform)
Erste Person (ich / wir), zweite Person (du / ihr), dritte Person (er, sie, es, Substantiv im Singular / sie, Substantiv im Plural).
Die Personalpronomen des Nominativ werden wie in vielen anderen indogermanischen Sprachen meist ausgelassen, wenn sie nicht besonders betont werden sollen. Es muss also nicht zwangsläufig ein das Subjekt ausdrücklich nennendes Bezugswort (Pronomen oder Substantiv) beim Verb stehen – die Endung reicht aus, um die Person und damit das Subjekt zu identifizieren.
Neugriechisch (Dimotiki)
Die neugriechische Sprache hat einen Großteil der altgriechischen Grammatik vereinfacht, ist aber immer noch eine stark flektierende Sprache. Sie ist eine der wenigen indogermanischen Sprachen, die eine synthetische (also nicht mit Hilfsverben konstruierte) Diathese behalten hat. Der Dativ ist bis auf wenige Formen wie εν τάξει (en táxei //) ("in Ordnung") verloren gegangen und wird meist durch die Konstruktion eis (eigentl. in... hinein) + Akkusativ ersetzt. Andere wichtige Änderungen der Grammatik sind der Verlust des Optativs (wird durch den Konjunktiv ersetzt), des Infinitivs (wird durch Nebensätze ersetzt "Ich will kaufen" -> "Ich will, dass ich kaufe") und des Duals (wird durch den Plural ersetzt), die Verkleinerung der Anzahl von Deklinationen und der verschiedenen Formen in jeder Deklinaton, der neue Modalpartikel θα (aus θέλω να ("ich will, dass...") > θε' να > θα) für das Futur und Konditional, die Einführung von Hilfsverben, die Reduzierung der Partizipien auf zwei, ein aktives und ein passives, die Erweiterung des Futurs auf die Aspektunterscheidung zwischen Präsens/Imperfekt und Aorist, der Verlust der dritten Person Imperativ, außer in Archaismen wie ζήτω! ('Lang lebe!'); neue Pronomen für die 2. Person Plural, da die alten wegen der Lautveränderung akustisch nicht mehr von denen der 1. Person Plural zu unterscheiden waren; und der Vereinfachung des Systems der Präfixe, wie bei der Augmentation und Reduplikation.
Das Phonemsystem der neugriechischen Sprache:
Vokale
geschlossen
halbgeschlossen
offen
Alle Vokale werden kurz ausgesprochen.
laut IPA
Konsonanten
p t k
b d g
v δ z γ
f θ s χ
m n
l
r
Siehe auch
- Griechisches Alphabet
- Liste griechischer Präfixe
- Liste griechischer Suffixe
- griechische Präpositionen
- Liste griechischer Magischer Quadrate
- Namenforschung
- Griechische Zahlen
- griechische Zahlwörter
- Griechische Phrasen und Redewendungen
Literatur
- Geschichte:
- Francisco R. Adrados: Geschichte der griechischen Sprache von den Anfängen bis heute. Tübingen/Basel 2002
- Hans Eideneier: Von Rhapsodie zu Rap. Aspekte der griechischen Sprachgeschichte von Homer bis heute. Tübingen 1999
- etymologische Wörterbücher (altgriechisch):
- Pierre Chantraine: Dictionnaire étymologique de la langue grecque : histoire des mots. 4 Bände. Paris 1968-80 (Neuauflage 1999)
- Hjalmar Frisk: Griechisches etymologisches Wörterbuch. 3 Bände. Heidelberg 1973
- Alois Vanicek: Griechisch-lateinisches etymologisches Wörterbuch. Leipzig 1877 (Nachdruck 1972)
- Wörterbücher (altgriechisch):
- Wilhelm Gemoll: Griechisch–Deutsches Schul- und Handwörterbuch bei Oldenburg Schulbuchverlag. ISBN 3-486-13401-9
- Wilhelm Pape: Handwörterbuch der griechischen Sprache in 4 Bänden. Braunschweig 1842 ff. (3. Aufl. 1880; Nachdruck 1954)
- Grammatiken (altgriechisch):
- Eduard Bornemann (u. Mitw. v. Ernst Risch): Griechische Grammatik. Frankfurt a.M. 1978
- Adolf Kaegi: Kurzgefasste griechische Schulgrammatik. Berlin 1884 (seither ständig nachgedruckt), ISBN 3-615-70100-3
- Historische Grammatik:
- Helmut Rix: Historische Grammatik des Griechischen. Laut- und Formlehre. Darmstadt 1992
Weblinks
- [http://www.geocities.com/kurogr/ Wörterbuch Mykenisches Griechisch - klassisches Altgriechisch - Englisch (PDF)]
- [http://www.fh-augsburg.de/~harsch/graeca/Auctores/g_alpha.html griechische Texte in der Bibliotheca Augustana]
- [http://info.uibk.ac.at/c/c6/c604/pdf/Hajnal/Griech.Dial.pdf Die Vorgeschichte der griechischen Dialekte] - Ein Aufsatz über Entstehen und Geschichte der altgriechischen Dialekte.
- [http://kypros.org/LearnGreek/ Online-Kurs vom zypriotischen Rundfunk CyBC, 105 Lektionen à 30 Min., engl., Real Audio]
- [http://www.kreienbuehl.ch/lat/ Latein und Altgriechisch Site]
- [http://www.chairete.de/ Materialen zum Altgriechischen, Autoren]
- [http://www.altesprachen.de/heureka/heureka.htm Altesprachen.de]
- [http://www.geocities.com/Athens/Agora/6594/inhalt.html Altgriechisch] (Ziemlich umfangreicher Einstiegskurs)
- [http://www.combib.de/infoseiten/griechisch/griechisch.html Aussprachehilfe zum neutestamentlichen Griechisch] (Deutsche Schulaussprache, nicht Originalaussprache!)
- [http://www.gottwein.de/grueb/gr000.htm Altgriechischer Online-Sprachkurs]
- [http://www.gottwein.de/ Navicula Bacchi] (exzellente Seite rund um die Klassische Philologie mit sehr vielen Unterrichtsmaterialien)
- [http://www.archiv-vegelahn.de/nachschlagwerke_griechisch.html Bibliographie - Griechisch]
-
Kategorie:Indogermanisch
Kategorie:Einzelsprache
als:Griechische Sprache
ja:ギリシア語
ko:그리스어
ms:Bahasa Greek
simple:Greek language
th:ภาษากรีก
BürgerrechteEin Bürgerrecht ist ein gesetzliches Recht, das ein Staat oder eine vergleichbare Einrichtung den Mitgliedern seines Staatsvolkes (seinen Bürgern) zugesteht. Zu den Bürgerrechten in einer Demokratie gehört beispielsweise das Wahlrecht und alle anderen Grundrechte.
Unter Bürgerrechten versteht man im allgemeinen aber nur solche Rechte, die sich auf das Verhältnis zwischen Bürger und Staat beziehen, und weniger auf das Verhältnis von Einwohnern des Staates untereinander. Bürgerrechte sind von den Menschenrechten zu unterscheiden, die allen Menschen überall zustehen (sollten), egal welchem Staat sie angehören oder in welchem sie sich gerade aufhalten.
Der Status eines Bürgers und die damit verbundenen Bürgerrechte standen nicht immer allen Einwohnern eines Landes, einer Stadt oder Kommune zu. So war in mittelalterlichen Stadtverfassungen das Bürgerrecht ein Privileg, das nur bestimmten Einwohnern der Stadt zuteil wurde. Die Verleihung der Bürgerrechte erfolgte in vielen europäischen Städten in der Zeit zwischen dem Mittelalter und der Abschaffung der Ständegesellschaft zu Beginn des 20. Jahrhunderts, durch Aufnahme in die Bürgerrolle und die Erteilung des Bürgerbriefes. Grundlage hierfür war zumeist ein Antrag auf Aufnahme, sowie der Nachweis bestimmter Voraussetzungen (Einkommensnachweis, Leumund, Bürgereid u.a.).
Siehe auch:
- Bürgerrechtsbewegung
- Grundrechte
Kategorie:Politischer Begriff
Kategorie:Grundrechte
zh-tw:公民權利
Attische DemokratieDie Attische Demokratie bezeichnet im weitesten Sinne eine geschichtliche Phase in der Athener Polis und ist eine der frühesten uns bekannten Gesellschaften, die nach demokratischen Gesichtspunkten organisiert war. Im Gegensatz zu heute waren allerdings sowohl Frauen als auch nicht-freie Männer (der größte Teil der männlichen Bevölkerung) vom demokratischen Prozess ausgeschlossen. Auch eine Gewaltenteilung, ein fundamentaler Bestandteil jeder modernen Demokratie, war der attischen Demokratie fremd.
Geschichte
Die Entwicklung hin zur klassischen attischen Demokratie vollzog sich in mehreren Schritten, in denen zuerst monarchische, dann oligarchische Elemente immer weiter zu Gunsten demokratischer beseitigt wurden.
Vorgeschichte seit der Zeit Homers und Hesiods
Die Gesellschaft ist zur Zeit der Entstehung der Werke von Homer und Hesiod (8. Jahrhundert v. Chr.) grundsätzlich in Adlige und Nichtadlige unterschieden: Großer Besitz und militärisches Potential stehen einem weitgehend armen Bauerntum und Handwerk gegenüber.
Als politische Institutionen kommen in den Epen die Volksversammlung, der Adelsrat und das Königtum vor. Volksversammlung und Adelsrat nehmen dabei, ähnlich der frührömischen Königszeit, lediglich beratende Funktion ein.
Das Königtum geht im 8./7. Jahrhundert v. Chr. fast überall in eine Aristokratie über. (Das Königtum bspw. Spartas beschränkt sich auf Heerführung und sakrale Handlungen). Auch in Athen wird das Königtum spätestens im 7. Jh. abgeschafft.
Seit 682 v. Chr. bestehen die attischen Archontenlisten, der Areopag hat sich in dieser Zeit wohl aus dem alten Adelsrat weiterentwickelt.
Die erste bekannte Kodifizierung des attischen Rechts unternahm Drakon im Jahr 621 v. Chr.: Durch Regelungen für Blutrache wurden die Adelsfehden stark eingeschränkt und für sonstige Vergehen harte ("drakonische") Strafen eingeführt.
Mit Drakon lag die Rechtsetzung nun bei staatlichen Organen und nicht mehr bei den jeweiligen Adelssippen.
Solonische Reformen
Solon, Archon von Athen seit 594 v. Chr., reformierte als „Versöhner“ (Diallaktes) Athen grundlegend. Dies erst machte die Entwicklung der attischen Demokratie möglich.
Durch wirtschaftlich-soziale Maßnahmen wie die Aufhebung aller Geld- und Hypothekenschulden, ein Verbot der Schuldknechtschaft sowie die Entlassung aller Schuldsklaven in die Freiheit (Seisachtheia) sicherte er den sozialen Frieden in Athen.
Seine Reformen flankierte Solon mit der Neuordnung der Bevölkerungseinteilung und der politischen Institutionen:
Die Athener Bürger waren nach ihrem Besitz in vier Klassen eingeteilt, die unterschiedliche Rechte hatten:
# Pentakosiomedimnoi (jene, die über 500 Scheffel ernten): Zugang zum Archontat, Wehrdienstverpflichtungen als Reiter
# Hippeis (über 300 Scheffel): erst nach einiger Zeit Zugang zum Archontat, Wehrdienstverpflichtungen als Reiter
# Zeugiten (über 200 Scheffel): Zugang zu den übrigen Ämtern, Wehrdienstverpflichtungen als Hopliten
# Theten (unter 200 Scheffel): Besitzlose, Zugang nur zum Volksgericht und zur Volksversammlung, Leichtbewaffnete Krieger und militärische Hilfsdienste
Dieses timokratische Prinzip regelte den Zugang zu den Institutionen:
Der Areopag setzte sich aus ehemaligen Archonten zusammen und diente als oberster Gerichtshof, kontrollierte die Beamten und führte die allgemeine Staatsaufsicht über Athen. Die Bule („Rat der 400“) beriet die Volksversammlung, zu der nun theoretisch alle männlichen Bürger über 18 Jahre zugelassen waren. Sie wählte den Rat der 400 (später 500) und die neun Archonten und beschloss die Gesetze (für die Zeit bis Kleisthenes ist allerdings nur ein Volksbeschluss belegt).
Schließlich wurde auch ein Volksgericht konstituiert, bei dem wohl gegen Zwangsmaßnahmen der Magistrate (Beamte) geklagt werden konnte.
- Reform der Phylen 509 v. Chr.
- Schaffung der Isonomie (gleiches Recht für alle Staatsbürger)
- Einführung des Scherbengerichts (Ostrakismos). Demnach konnte jedes Jahr von den Vollbürgern ein Name auf eine Tonscherbe geschrieben werden. Die Person, die mindestens die Hälfte der Stimmen erhielt (min. 6.000 Bürger müssen an der Abstimmung teilgenommen haben), musste Athen für 10 Jahre verlassen, allerdings ohne Ehrverlust und ohne die Konfiskation seines Besitzes befürchten zu müssen.
- Kleisthenes erhöhte die Anzahl der Ratsmitglieder auf 500 und öffnete den Rat für jeden Bürger, der sich keiner Verbrechen schuldig gemacht hatte.
Nach Kleisthenes wurde noch 487 v. Chr. die Wahl der Archonten neu geregelt: aus den beiden oberen Klassen wurden 500 Personen durch das Los bestimmt. Folge war, dass das Amt des Archons an politischer Bedeutung verlor, dafür aber das Amt des Strategen (10 Generäle, die aufgrund ihrer Kenntnisse ernannt, aber eben nicht gelost wurden) zunahm.
Unter Themistokles wurde 486 v. Chr. eine weitere Verfassungsreform vorgenommen, indem die Spitzenämter erneut entwertet wurden. Um Kämpfe um das Archontat zu verhindern, wurden alle Führungsmagistraturen in Losämter umgewandelt, was einer politischen Entmachtung dieser Ämter bedeutete. Es wurde nicht mehr nach Fähigkeit, sondern nach
Zufall besetzt. Die Losung der insgesamt 9 Amtsträger erfolgt aus 500 vorher ausgewählten Kandidaten der 1. und 2. Steuerklasse:
- 1 Archon Eponymos: allgemeine Leitung; nach ihm wurde das Jahr benannt
- 1 Basileus: oberster Kultbeamter
- 1 Polemarchos: oberster Feldherr
- 6 Thesmotheten: Gerichtsbeamte, Interpretation des Rechts
Damit verloren aber die Archonten ihre starke Stellung und waren nunmehr nur noch mit Routinearbeiten befasst. Gleichzeitig nahm auch der Areopag, die einzige noch selbstständige Behörde, an dieser Reform Schaden: nun treten geloste und nicht mehr gewählte Archonten ein, d. h. jeder beliebige.
In militärischen und zunehmend auch in politischen Fragen rückten daher die 10 Strategen ins Zentrum, die auch weiterhin Fachkompetenz besitzen mußten. Aus diesem Grund konnten sie auch mehrfach gewählt werden und über dieses Amt eine auf Langfristigkeit angelegte Politik betreiben.
Legitimiert werden musste eine solche Politik beim wirklichen Souverän, der Ekklesie-Volksversammlung, die ab jetzt diese Funktion direkt wahrnahm.
So konnte derjenige Politiker den größten Einfluss erlangen, der die Mehrheit der Ekklesia hinter sich wusste und mit persönlichem Charisma seine Politik durchsetzte.
Der Demagogen-Stratege war geboren.
Unter Perikles wurde die radikale Demokratie vollendet. So wurde 462 v. Chr. der Areopag ausgeschaltet und alle Befugnisse gingen auf den Rat, die Volksversammlung (Ekklesia) und die Geschworenengerichte über. Weiterhin wurde:
- die Einführung von Diäten (Geldzahlungen) 461 v. Chr. beschlossen, so dass der Besuch der allgemeinen Volksversammlung (in der alle Vollbürger abstimmen konnten und auf die immer mehr Rechte über gingen) auch für Angehörige der niederen Schichten möglich war, die ansonsten ja ihren Lebensunterhalt zu bestreiten hatten.
- 451 v. Chr. die Beschränkung des Bürgerrechts auf Männer athenischer Abstammung (von beiden Elternteilen her) und
- die 3. Klasse (Zeugiten) 458 v. Chr. zum Archontat zugelassen.
Funktionsweise und Bewertung
Die Entstehung der attischen Demokratie wäre undenkbar gewesen ohne die Polisstruktur des antiken Griechenlands. Jede Polis bildete einen eigenen souveränen Raum mit eigener Rechtsetzung und politischem System. Aufgrund der relativ kleinen Größe der einzelnen Polis waren demokratische und direktdemokratische Ansätze relativ einfach durchführbar.
antiken Griechenlands
antiken Griechenlands
Die attische Demokratie war eine Spielart der direkten Demokratie mit eingeschränkten Stimmrechten für die Vollbürger Athens. Als Vollbürger galten nur Männer über 20 Jahre, die auch das athenische Bürgerrecht besaßen. Folglich ausgeschlossen waren Frauen, Sklaven und dort wohnende Fremde (Metöken). Man schätzt, dass nur etwa ein Viertel der Bevölkerung Attikas (die auf 270.000-300.000 geschätzt wird) zum Demos gezählt werden kann. Die Zahl der sich tatsächlich an den Volksversammlungen beteiligenden Menschen lag immer unter 10.000, meist eher um die 2.000 bis 3.000.
Es existierten keine Parteien oder Fraktionen, wohl aber gewisse Klientelinteressen. Der Rat der 500 hatte nur die Aufgabe, die Gesetzesbeschlüsse vorzubereiten und damit der Volksversammlung zu zuarbeiten. Er beriet auch die Beamten und beaufsichtigte sie, die wirkliche Macht lag aber bei der Volksversammlung, die - im Gegensatz zur modernen Demokratie, in der das Volk nur alle vier oder fünf Jahre wählt - andauernd in die Entscheidungsbildung der Gemeinschaft eingebunden war. Der Demos hielt jederzeit die Macht in den Händen, sowohl in der Volksversammlung als auch in den Geschworenengerichten, wo per Los ausgewählte Laienrichter saßen, deren Urteile die Volksversammlung allerdings in der Regel nicht aufheben konnte.
Eine Gewaltenteilung, wie sie heute in allen modernen Demokratien der Welt praktiziert wird, existierte nicht. Der unumschränkte Souverän war die Volksversammlung, die tatsächlich eine beinahe drückende Kontrolle über die Beamten und den Rat ausübte. Ein hervorstechendes Merkmal der athenischen Demokratie war das Losverfahren, welches als Garant dafür galt, dass alle Ämter allen Bürgern zugänglich waren!
Die meisten Beamten wurden denn auch nicht gewählt, sondern durch ein Losverfahren bestimmt. Die Beamten durften ihr Amt nur ein Jahr ausüben (Annuität) und nicht wiedergewählt werden. Ausgenommen davon waren die Strategen, die auch nicht gelost wurden. Die anderen Beamten mochten unqualifiziert sein (eine Prüfung wurde zwar vorgenommen, bezog sich aber im wesentlichen auf die Abstammung, den Kriegsdienst, Kulthandlungen etc.), doch standen sie unter Weisungsaufsicht von Rat und Volksversammlung und mussten auch Rechenschaft ablegen. Eine Machtkonzentration war somit ausgeschlossen, doch gewann dafür das Amt des Strategen besonders an Gewicht (Kimon, Perikles, Alkibiades etc. waren Strategen gewesen), da diese auch wiedergewählt werden durften.
Leicht konnte sich die Volksversammlung (mit oder ohne Wirkung von Demagogen) auch dazu hinreissen, fatale Entscheidungen zu fällen (wie im Peloponnesischen Krieg). Auch die Tatsache, dass, neben etwaigen Fehlurteilen der Volksversammlung, Laien die Position von Richtern in den Geschworenengerichten einnahmen, löste in der modernen Forschung Kritik aus. Hinzu kam, dass der attische Seebund sich bald zu einem reinen Instrument zur Wahrung der attischen Hegemonie entwickelte und die Beschlüsse der Volksversammlung maßgeblich dazu beigetragen haben.
Vom heutigen Standpunkt aus würde sich die attische Demokratie als Demokratie im modernen Sinne disqualifizieren, da nur eine Minderheit der erwachsenen Bevölkerung wahlfähig war und zudem die Gesetzesherrschaft faktisch kaum gegeben war (eben durch den großen Kompetenzspielraum der Volksversammlung, deren Walten kaum Grenzen gesetzt waren). Allerdings kann nicht von Gesetzlosigkeit gesprochen werden, denn es existierte beispielsweise die so genannte Graphe Paranomon, was verhindern sollte, das Gesetze, die der Demokratie schaden würden, verabschiedet werden konnten. Demnach konnte ein Antragsteller zur Verwantwortung gezogen werden. Allerdings war diese Sicherung beim oligarchischen Umsturz 411 v. Chr. gleich zu Beginn suspendiert worden.
Anders sah es nach der Wiedereinrichtung der Demokratie 405 v. Chr. aus; die Rechte der Volksversammlung waren danach nicht mehr derart ausgeprägt und wurde später weiter begrenzt (siehe dazu Hansen, The Athenian Democracy).
Trotz aller Kritik entstand mit der attischen Demokratie etwas völlig Neues, was man durchaus als Keimzelle der modernen Demokratie bezeichnen kann, da die männlichen Vollbürger ansonsten alle Rechte hatten, unabhängig von Herkunft und Vermögen. Wobei angemerkt werden muss, dass wohl die Politie des Aristoteles dem heutigen Modell der Demokratie etwas näher stehen würde.
Literatur
- Jochen Bleicken: Die athenische Demokratie. 3. Aufl., Paderborn 1994; auch als Studienausgabe. Grundlegende und umfangreiche Studie.
- Mogens H. Hansen: The Athenian Democracy in the Age of Demosthenes: Structure, Principles and Ideology. Oxford und andere 1991 (mehrere Nachdrucke).
- Angela Pabst: Die athenische Demokratie. Beck Wissen, München 2003. Knappe Einführung in die Thematik; für Laien allerdings nicht ganz leicht zu lesen.
- Peter J. Rhodes (Hrsg.): Athenian Democracy (= Edinburgh Readings on the Ancient World). Edinburgh 2004. Eine nicht völlig gelungene Aufsatzsammlung (siehe auch die [http://www.sehepunkte.historicum.net/2004/09/6247.html Rezension bei SEHEPUNKTE]), die aber komplementär zu gebrauchen ist.
Weblinks
- [http://www.stoa.org/projects/demos/home Demos - Classical Athenian Democracy (englisch)]
- [http://www.bpb.de/publikationen/OPG4TT,0,0,Grundz%FCge_der_athenischen_Demokratie.html Grundzüge der athenischen Demokratie - Informationen zur politischen Bildung, bpb]
- [http://www.perseus.tufts.edu/cgi-bin/ptext?doc=Perseus%3Atext%3A1999.01.0046&query=head%3D%2316 Die "Athenaion politeia" (Verfassung der Athener); die Schrift stammt entweder aus der Schule des Aristoteles oder von ihm selbst (englisch).]
Kategorie:Griechische Geschichte (Antike)
Kategorie:Demokratie
Kategorie:Politik (Antike)
DemenDie Bezeichnung Demen kann sich beziehen auf
- die Gemeinde Demen im Landkreis Parchim in Mecklenburg-Vorpommern, siehe unter Demen (Mecklenburg),
- spätantike/frühmittelalterliche Zirkusparteien in Konstantinopel,
- die Unterteilung des Staatsvolkes in einer antiken Polis (in Gemeinden, Stadtbezirke oder Ähnliches).
Kategorie:Griechische Geschichte (Antike)Antike
Kategorie:Antike
ko:분류:고대 그리스
German Division Nr. 157Division Nr. 157
157th Reserve Division
157th Mountain Division
8th Mountain Division
Raised as Division Nr. 157 in September 1939. Renamed to 157th Reserve Division in October 1942, then reorganized as 157th Mountain Division in the fall of 1944. Finally renamed to 8th Mountain Division in February 1945, though apparently without any changes to strength or organization. Fought in northern Italy and surrendered to the Americans in April 1945.
Note: Sources diverge somewhat on the dates of the conversions/renamings and on the division's location throughout its lifetime.
"Nr." is the abbreviation for German Nummer, "number", and refers to a type of division headquarters that was numbered in the regular series of infantry-type divisions, but usually was only a division on paper, without substantial combat assets. Many of these divisions were later converted to regular divisions, sometimes for types such as Panzer or Mountain which were not normally numbered in series with the infantry divisions.
See also
- Division (military), Military unit, List of German divisions in WWII
- Heer, Wehrmacht
References
Note: The Web references may require you to follow links to cover the unit's entire history.
- Pipes, Jason. "[http://www.feldgrau.com/8hg.html 8th Gebirgsjager Division]". Retrieved April 8, 2005.
- Wendel, Marcus (2004). "[http://www.axishistory.com/index.php?id=1129 Division Nr. 157]". Retrieved April 8, 2005.
- "[http://www.lexikon-der-wehrmacht.de/Gliederungen/ResDiv/157ResDiv.htm 157. Reserve-Division]". German language article at www.lexikon-der-wehrmacht.de. Retrieved April 8, 2005.
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Category:German mountain divisions
Category:German World War II divisions
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Bem inferior
Em Economia, bens inferiores são bens cuja procura diminui sempre que o rendimento aumenta.
São, por exemplo, os bens que estão no fim do seu ciclo de vida por terem alternativas. O televisor a cores surgiu como alternativa ao televisor a preto e branco. Por isso, mesmo quando houve aumentos no rendimento a quantidade procurada de televisores a preto e branco decresceu.
categoria:Bens (
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Khabarovsk
Khabarovsk (Хабаровск) é a capital e maior cidade do território russo de Khabarovsk, a cerca de 30 km da fronteira chinesa. É a segunda maior cidade do extremo-oriente russo, após Vladivostok. A população da cidade foi estimada em 583000 em 2002.
Categoria: Cid
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