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Code

Code

Unter einem Code oder Kode // wird eine Vorschrift verstanden, in der Symbole einer Darstellung in solche einer anderen übertragen werden. Beispielsweise stellt der Morsecode eine Übertragungsvorschrift zwischen Buchstaben und einer Abfolge kurzer und langer Tonsignale her. Im allgemeinen Sprachgebrauch versteht man unter einem Code meist einen geheimgehaltenen Code, der zur Verschlüsselung von Botschaften verwendet wird. Ein Code kann aus Daten, Ziffern, Zeichen, Buchstaben oder anderen Informationsträgern bestehen, aber auch zum Beispiel auch aus DNS Strängen. Im allgemeinen sind Codes jedoch schlicht eine Vereinbarung zwischen Aufzeichnenden und Lesenden, um eine effiziente Produktionsweise für häufige Botschaften zu etablieren. Sie dienen der energiearmen oder auch sicheren Aufzeichnung und Übertragung von Information. Dazu werden anstelle der Information selbst einfachere Elemente und Kombinationen von diesen verwendet. Diese Kombinationen verweisen auf die ursprüngliche Information. Je häufiger etwas verwendet wird, desto geringer sollte der Aufwand für die Verarbeitung eines Elements sein. Codes beinhalten zwei Aspekte von Effizienz:
- Einerseits ersetzen sie das Ursprüngliche durch einen reinen Verweis auf dieses (das Bezeichnete wird durch das Codewort ersetzt) und benötigen daher nur einen Vorrat an Verweisen, der Wiedererkennbarkeit und Unterscheidbarkeit garantiert (Irrtumsfreiheit).
- Zweitens benutzen sie meistens ein Baukastensystem, indem häufigere Verweise durch kurze (wenigelementige) Kombinationen und seltenere Verweise durch längere (vielelementige) Kombinationen bereitgestellt sind. Dadurch werden die einfachsten Elemente (Bauelemente, Zeichen) möglichst häufig verwendet bzw. wiederverwendet (Nämlich in fast allen Verweisen). Codes werden in einem größeren Rahmen gesehen, unabhängig von ihrer eigenen Raffinesse, erst durch die wiederholte Verwendung als Hilfsmittel zur Informationsübertragung wirklich effizient. Denn die Verständlichkeit beim lesenden System setzt ja auch in diesem irgendeine vorbereitende Organisation (z. B. Lernen) voraus. Codes werden daher zu einem Bestandteil von Kultur von Systemen (z.B. Landessprache, technische Standards) und entwickeln eine gewisse Beharrlicheit gegen Änderungen. Die Energieminimierung macht Codes attraktiv für die Informationsübertragung unter besonderen Bedingungen: große Entfernungen, große Zeitspannen, große Empfängerzahl, Übertragung mit minimalem Aufwand in Notsituationen, Übertragung mit Hilfe anderer Systeme, die in diesem Energie- und Strukturdynamikbereich arbeiten. Beachte:
- Die Benutzung von Verweisen ist effizient. Auch in anderen Bereichen, wie z.B. Simulation.
- Die Benutzung eines Baukastensystems ist effizient, wenn hierdurch die Verwendung häufiger einfacher Elemente gefördert wird.
- Wirkungen können auch sehr indirekt (über eine lange Kette vermittelt) erfolgen. Niklas Luhmann benutzt den Terminus Codes als Bezeichnung für standardisierte Differenzen. (Leitdifferenz)

Beispiele für Codes


- Im Computer wird u. a. der ASCII (American Standard Code for Information Interchange) benutzt, um Buchstaben, Zahlen und Satzzeichen durch Bitfolgen darzustellen. Heute durch den Unicode gefolgt.
- In der Datenübertragung benutzt man Leitungscodes.
- In der Biologie ist der genetische Code eine Anleitung, nach der während der Proteinbiosynthese die Informationen der DNA/RNA in Aminosäuresequenzen übersetzt werden.
- In der Gesellschaft sind Sprache und Schrift als Codesysteme zu betrachten.
- Im Internet findet sich der Geekcode in E-Mails oder im Usenet.
- Beim Programmieren kodiert man Algorithmen als Quellcode
- in der Luftfahrt die IATA-Codes und ICAO-Codes.
- in der Sprache ein Merkmal der verbalen Kommunikation (Soziolinguistik) der Soziolekt.

Redundanz

Ein Code kann so aufgebaut sein, dass das Ergebnis, in das er eine Information codiert, überflüssige, also redundante Informationen enthält. Das heißt, die erzeugte Abfolge von Symbolen enthält Informationen, die nicht zum Ziel führen und wenn man sie falsch decodiert, ein falsches Ergebnis ergeben. Im einfachsten Fall wird dasselbe noch einmal wiederholt. Aber jede erhöhte Vorhersagbarkeit von Zeichen ist Redundanz: So sind z.B. die us nach qs im Schriftdeutschen alle redundant, da auf ein q immer ein u folgt. Es würde also keinerlei Information verlorengehen, wenn alle auf ein q folgenden us entfernt würden. Die Redundanz hilft einem jedoch, wichtige Informationen trotz eines partiellen Datenverlustes noch entziffern und benutzen zu können. Sie schützt also vor Informationsverlust. Zudem erlaubt sie, verfälschte Information als solche zu erkennen. In der Technik werden diese Redundanzen gezielt mittels Verfahren der Kanalcodierung erzeugt.

Siehe auch:


- Zeichenkodierung, Enigma (Maschine), Morsecode, Snippet Kategorie:Zeichenkodierung Kategorie:Theoretische Informatik Kategorie:Nachrichtentechnik ja:符号 ko:인코딩 th:รหัส

Vorschrift

Eine Norm ist
- allgemeine Bedeutung: eine als verbindlich anerkannte Regel oder Richtschnur, Leitfaden;
- der Sinn eines Normsatzes;
- ein von einer Normungsorganisation geschaffener Standard, siehe auch Normung;
- Recht: eine Rechtsnorm als eine gesetzliche Vorschrift (Gesetz, Verordnung, Richtlinie, Satzung);
- Mathematik (siehe auch Normalisierung (Mathematik)):
  - Vektornorm: eine Verallgemeinerung der Begriffe Absolutbetrag einer Zahl und Länge eines Vektors für Elemente beliebiger Vektorräume: normierter Raum;
  - Körpernorm: in der Algebra eine kanonische multiplikative Abbildung aus einem Erweiterungskörper in den zugehörigen Grundkörper, siehe Norm (Körpererweiterung);
- Soziologie: eine Werteordnung innerhalb einer Gesellschaft (Gesellschaftliche Norm)
- in einer Planwirtschaft zu leistende Arbeit, siehe Arbeitsnorm;
  - in der Planwirtschaft der DDR eine Kennziffer, siehe Normativ (DDR). Kategorie:Nachricht

Morsecode

Der Morsecode bzw. -kode ist ein Verfahren zur Übermittlung von Buchstaben und Zeichen. Dabei wird ein konstantes Signal ein- oder ausgeschaltet. Der Code kann als Tonsignal, als Funksignal, als elektrischer Puls über eine Telefonleitung, mechanisch oder optisch (etwa mit blinkendem Licht) oder mit sonst einem Medium, mit dem es möglich ist, zwei verschiedene Zustände (Ton oder kein Ton) eindeutig darzustellen, übertragen werden. Man spricht auch von Morsetelegrafie.

Geschichte

Nachdem Samuel Morse 1833 den ersten brauchbaren elektromagnetischen Schreibtelegrafen gebaut hatte, fand der erste Testbetrieb 1837 statt. Der verwendete Code umfasste damals nur die zehn Ziffern; die übertragenen Zahlen mussten mit Hilfe einer Tabelle in Buchstaben und Wörter übersetzt werden. Alfred Lewis Vail, ein Mitarbeiter Morses, entwickelte ab 1838 den ersten Code, der auch Buchstaben umfasste, er bestand aus Zeichen von drei verschiedenen Längen und unterschiedlich langen Pausen. Dieser Code wird ab 1844 betrieblich eingesetzt (als »Morse Landline Code« oder »American Morse Code« bei amerikanischen Eisenbahnen und den Telegrafenunternehmen bis in die 1960er). Die unterschiedlich langen Pausen stellten eine Unzulänglichkeit des Codes dar, so dass Friedrich Clemens Gerke ihn 1848 zur Inbetriebnahme der elektromagnetischen Telegrafenverbindung zwischen Hamburg und Cuxhaven umschrieb. Dieser Code wurde nach einigen weiteren kleinen Änderungen 1865 auf dem Internationalen Telegraphenkongress 1865 in Paris standardisiert und später mit der Einführung der drahtlosen Telegrafie als Internationaler Morsecode von der International Telecommunication Union (ITU) genormt. Der Morsecode wurde mit der Einführung von Fernschreibern aus den Telegrafennetzen verdrängt. Im Funkbetrieb behielt er auf Grund seiner Einfachheit lange Zeit Bedeutung, bis er auch hier nach und nach durch andere Verfahren ersetzt wurde. Ein großes Einsatzfeld hatte er noch im Seefunkverkehr, bis er dort mit Einführung des weltweiten Seenot- und Sicherheitsfunksystem GMDSS zum 1. Februar 1999 seine Bedeutung verlor. Eingesetzt wird er noch im Amateurfunk, wo Morsekenntnisse noch bis 2003 vorgeschrieben waren, um am Funkbetrieb auf Kurzwellenfrequenzen unterhalb 30 MHz teilzunehmen. Heute findet man den Morsecode nur noch zu Unterrichtszwecken bei angehenden Fernmeldetechnikern und beispielsweise in verschiedenen Melodien:
- Die Erkennungsmelodie der ZDF-Nachrichten enthält den Code für „heute“ (···· · ··− − ·);
- das Ende-Signal des Wetterberichts bei der ARD-Tagesschau den Code für QAM („Wie wird das Wetter?“) (−−·− ·− −−);
- der typische SMS-Signalton bei Nokia-Handys entspricht dem Code für „SMS“ (··· −− ···). Geübte Funker können oft Geschwindigkeiten von 300 Buchstaben pro Minute direkt verstehen und auch geben (s.u.). Morsecodes werden heute noch in der Fliegerei verwendet, um VOR (siehe Funkfeuer) zu identifizieren. Diese senden neben dem eigentlichen Navigationssignal auch ein hörbares Morsesignal aus, das aus der 3-Buchstaben-Kennung des Funkfeuers besteht. So sendet z. B. das VOR Barmen seine Kennung BAM (−··· ·− −−).

Internationaler Morsecode

Da der Morsecode nur ein einfaches stetiges (unmoduliertes) Signal als Basis verwendet, benötigt er weniger Hardware zum Senden und Empfangen als andere Formen der Funkkommunikation, kann auch bei einem sehr ungünstigen Signal-Rausch-Verhältnis noch arbeiten und benötigt nur geringe Bandbreite und Sendeleistung.

Zeitschema und Darstellung

Der Code verwendet drei Symbole, die Punkt, Strich und Pause genannt werden, oder in Lautform: dit, dah und Schweigen. Die Länge eines dit bestimmt die Geschwindigkeit, mit der gesendet werden kann und ist die grundlegende Zeiteinheit. Dazu ein Beispiel: -- --- ·-· ··· · / -·-· --- -·· · M O R S E (space) C O D E Hier stellt ein '–' ein dah dar und '·' repräsentiert ein dit. Dies ist eine schematische Darstellung. Will man die zeitliche Einteilung genauer angeben, so muss man wissen, dass folgendes gilt:
- ein dah ist üblicherweise dreimal so lang wie ein dit,
- die Pause zwischen zwei gesendeten Symbolen ist ein dit lang,
- zwischen Buchstaben in einem Wort wird eine Pause von dah (= 3 dit) Dauer eingeschoben, und
- zwischen Wörtern wird eine Pause von sieben dits gemacht. Daraus ergibt sich dann dieses Zeitschema (ein „=“ bedeutet Signal an, „.“ bedeutet Signal aus):

.

...

.

.

...=.

.=...=.=.=...=.......

.=.

.=...

.

.

...

.=.=...= ^ ^ ^ ^ ^ | dah dit | Wortabstand Symbolabstand Buchstabenabstand Wenn man Morsecode »sprechen« will, verwendet man im allgemeinen auch hier die dahdidahdit-Sprechweise: Aus – – – – – ·–· ··· · / –·–· – – – –·· · wird dann DahDah DahDahDah DiDahDit DiDiDit Dit, DahDiDahDit DahDahDah DahDiDit Dit.

Standard-Codetabelle

Siehe auch: Morseschrift, Morse-Merkregel Hier ist eine Tabelle mit dem vollständigen Alphabet und anderen gebräuchlichen Zeichen. Es gibt im Morsealphabet keine Unterscheidung zwischen Groß- und Kleinbuchstaben. Die "Null" wird im handschriftlichen zur Unterscheidung durchgestrichen (wie das Zeichen für Durchschnitt).

Q-Gruppen

Durch die Verwendung der sog. Q-Gruppen (Q-Code) wurde die Übertragung beschleunigt. Auch sind dadurch internationale QSOs möglich, ohne dass man die jeweilige Sprache versteht.

SOS

Seit 1904 benutzten Funker der Firma Marconi das Kürzel CQD (CQ ausgesprochen als "Seek you", was soviel wie „an alle“ heißt und D für Distress) als Notrufzeichen. Als umgangssprachliche Auslegung und Eselsbrücke wurde dies als „Come quick – Danger!“ (wörtlich: „Kommt schnell – Gefahr!“) („An Alle: Gefahr!“) interpretiert. Zu der Zeit herrschte eine Konkurrenzsituation der Funksystemehersteller und Monopolisten Marconi und Telefunken. So war es den Schiffsfunkern nicht erlaubt, Funk- und sogar Notrufe von Schiffen mit dem jeweils anderen System anzunehmen. Um diesen Zustand zu beenden wurde auf der Internationalen Funkkonferenz in Berlin am 3. Oktober 1906 SOS (drei kurz, drei lang, drei kurz: ···−−−···) als internationales Notrufzeichen festgelegt. SOS war einprägsam und auch für ungeübte Funker leicht aus anderen Signalen herauszuhören. Der SOS-Ruf besteht nicht aus drei Einzelbuchstaben, wie meist angenommen wird. Vielmehr wird der SOS-Code in einem gesendet, d.h. es werden keine Zeichenpausen zwischen den Buchstaben gemacht: ···−−−··· und nicht ··· −−− ···. Die Bedeutung von SOS als Abkürzung für Save our Souls oder Save Our Ship („Rettet unsere Seelen” oder „Rettet unser Schiff”) wurden erst später in das Signal hineininterpretiert. Das erste Mal wurde SOS von dem Passagierschiff Slavonia am 10. Juni 1909 gesendet, als sie vor den Azoren Schiffbruch erlitt. Der Untergang der Titanic – dessen Funker sandte zunächst CQD und nach dem Hinweis eines Kollegen auch SOS aus - zeigte, dass neben einem einheitlichen Signal und einer Standardnotruffrequenz auch ein regelmäßiges Abhören dieser Frequenz notwendig war. Denn bei einem Schiff in der unmittelbaren Nähe der Untergangsstelle, war die Funkstation zur Unglückszeit nicht besetzt. So wurde es 1912 Vorschrift, die Notruffrequenzen mindestens alle halbe Stunde abzuhören. Analog dazu legte man sich bei Einführung des Sprechfunkes auf den Notruf „Mayday” fest. Hier war man offensichtlich überzeugt, dass dieses Wort im Falle von Gefahr und hilferufend hektisch ausgesprochen sich von normal gesprochenem Text deutlich abhebt.

@-Zeichen (Klammeraffe)

Das At-Zeichen (@), auf deutsch auch Klammeraffe genannt, wurde dem internationalen Morsealphabet erst im Mai 2004 von der International Telecommunications Union (ITU) hinzugefügt, damit kann man nun auch ohne inoffizielle Umwege E-Mail-Adressen morsen. Es wird als A ohne Pause gefolgt von C gegeben: ·--·-·. Dies ist die erste Aktualisierung des Morsecodes seit mindestens 60 Jahren und sie geschah anlässlich des 160-jährigen Bestehens. Quelle: [http://www.heise.de/newsticker/meldung/46611 [1]]; Englischsprachige Quellen: [http://www.cjonline.com/stories/021704/pag_morsecode.shtml [2]] und [http://slashdot.org/article.pl?sid=04/02/18/2350207 [3]])

Betriebstechnik

Siehe auch: Betriebstechnik (Amateurfunk) Bei einem allgemeinen Anruf wird anstatt des Rufzeichens des Gerufenen ein "CQ" ("see kju" ⇒ "seek you", "suche dich") gegeben. Anruf (Beispiel): < cq de da0rc cq de da0rc cq de da0rc > da0rc de db1sd pse k < db1sd de da0rc KA name anton qth baunatal ... (und so weiter)

Übertragungsrate

Die Übertragungsrate beim Morsen wird in Wörtern pro Minute (WPM) gemessen. Als Standardwort dient PARIS. Es besteht aus 50 dits (s. o., Beispiel: das E besteht aus zwei dits: Punkt + Pause). Je höher die Übertragungsrate, desto kürzer die dits. 1 WPM entspricht 50 dits, folglich: 1 dit = 60000/(50·WPM) ms 1 WPM: 1 dit= 1200 ms 5 WPM: 1 dit= 240 ms 10 WPM: 1 dit= 120 ms 20 WPM: 1 dit= 60 ms Anfänger kommen kaum über 5 WPM hinaus. Das liegt daran, dass Buchstaben und Zeichen nicht als Einheit wahrgenommen werden, vergleichbar einem Lese-Anfänger, der sich die Wortbedeutungen mühsam über den Klang einzelner Buchstaben erschließt. Die Prüfungsgeschwindigkeit für Funkamateure betrug 12 WPM. Mit viel Übung überschreitet man die 20 WPM-Marke, sehr gute Funker schaffen 40 WPM. Der Weltrekord beim Morsen liegt bei 75,1 WpM (375,5 Buchstaben pro Minute). Zum Vergleich: ein Nachrichtensprecher übermittelt 100-200 Wörter pro Minute, eine ISDN-Datenleitung ca. 50 000 Wörter pro Minute. Der Wert von ca. 50 WPM entspricht der maximalen Verarbeitungskapazität des Menschen, die bei ca. 40 Bit/s liegt: 40 Bit/s

40 dit/s = 2400 dit/Min 

48 WPM.

Tonbeispiel

(20 WPM), Text und Code: AAA WIKIPEDIA DIE FREIE ENZYKLOPAEDIE AR ·- ·- ·- ·-- ·· -·- ·· ·--· · -·· ·· ·- -·· ·· · ··-· ·-· · ·· · · -· --·· -·-- -·- ·-·· --- ·--· ·- · -·· ·· · ·- ·-·

Siehe auch


- ASCII
- Unicode
- Baudot-Code
- Betriebstechnik (Amateurfunk)

Literatur


- OKW: Vorschrift H.Dv. 426, L.Dv. 407 - Anleitung für die Ausbildung im Morsen - 1941
- [http://www.agcw.org/files/pierpont.pdf "Die Kunst der Radiotelegrafie"], Originaltitel: "The Art & Skill of Radio-Telegraphie", Ein Handbuch rund um die Telegrafie von William G. Pierpont, N0HFF, (dritte überarbeitete Auflage, Juli 2001). Dieses Buch darf frei verbreitet werden (siehe Vorwort).

Weblinks


- [http://www.nlcrew.de/waas/morsen Waas' Morser] Flash-Programm zum Morsen mit Sound und Umwandlung
- [http://justlearnmorsecode.com Just Learn Morse Code]
- [http://www.saschaseidel.de/html/programmierung/download_Morsen_mit_Pascal.php Morseprogramm] zum Umwandeln und akustischen Ausgeben von Texten (mit Object Pascal Quellcode)
- http://www.qsl.net/dk5ke/ -- Umfangreiche Telegrafie - Homepage mit/über Bauanleitungen, Betrieb, Downloads, Forum, Geschichte, Lernen, Morsetasten, Praxis, Rätsel, Telegrafieprüfung (deutsch)
- http://c2.com/morse/ -- Morselernprogramm für Linux, Windows, Macintosh und Dos (englisch)
- http://www.wienbruegge.de/jmorse.htm -- Texte in Morsecode übersetzen und hörbar abspielen (benötigt Java)
- http://www.raes.ab.ca/bookmain -- Lesenswertes, sehr umfangreiches Buch über das Erlernen, die Bedeutung und die Geschichte des Morsecodes von William G. Pierpont (englisch)
- [http://www.qsl.net/dk5ke/misc.html Morse-Rekorde]
- http://atri.misericordia.edu/Papers/MorseVrsOnScreen.php -- Morsen als Computereingabe für Schwerstbehinderte
  - http://www.makoa.org/jlubin/morsecode.htm -- Computereingabe
  - http://morseall.org/ -- Morse code user interface (Linux)
- http://www.qsl.net/dk5ke/wort.html -- Merkwörter zum Erlernen des Morsecodes
- http://homepages.cwi.nl/~dik/english/codes/morse.html -- Morsecodes in anderen Schriftsystemen (englisch) Kategorie:Alphabet Kategorie:Nachrichtentechnik Kategorie:Seefunk ja:モールス信号

Ton (Musik)

Töne sind die Grundelemente der Musik. Mit dem Begriff Ton wird der Einzelton benannt. Davon abzugrenzen ist der Klang, der aus mehreren Tönen besteht, und das Geräusch, das aus einer Klangfläche besteht. Basis aller Töne ist der durch eine Frequenz genau definierte Sinuston (nicht zu verwechseln mit dem Primärton) . Ein Instrumentalton, etwa von einer Geige, ist hingegen schon ein kompliziertes Gemisch von dem (gespielten und erklingenden) Grundton und mehreren gleichzeitig erklingenden Obertönen, deren Lautstärke sich zudem während des Spielens eines Tons verändert. Die Lautstärke der einzelnen Obertöne und deren Zeitverhalten ist unter anderem für den charakteristischen Klang eines Instrumentes verantwortlich. Auch die Stimme ist in der Hinsicht ein Instrument; ein gesungener Ton besteht ebenfalls aus dem Grundton und mehreren Obertönen. So genannte Formanten bestimmen in der Stimme die Färbung des Tones. Die folgenden Parameter lassen sich an einem Ton beschreiben:
- die Tonhöhe lässt sich einerseits als Frequenz in Hertz (Schwingungen pro Sekunde), anderseits in Tonbezeichnungen mit dazugehöriger Angabe des Oktavstreifens ausdrücken; siehe auch Tonleiter
- die Lautstärke oder Tonstärke ist physikalisch als Schwingungsweite (Amplitude des Schalldrucks) zu beschreiben
- die Klangfarbe wird durch die Gewichtung von Teiltönen und Obertönen, die mit dem eigentlichen Ton mitschwingen, bestimmt, sowie von deren zeitlichem Verhalten. Den Abstand zweier Töne bezeichnet man als Intervall, mehrere gleichzeitig erklingende Töne bilden einen Akkord oder Cluster. Töne stellt man schriftlich durch ihre Tonnamen nebst Oktavstreifen, graphisch als Noten, dar.

Geschichte des abendländischen Tonsystems

Seit dem 10. Jahrhundert verwendete man zur Bezeichnung der sieben Stammtöne des abendländischen Tonsystems die ersten sieben Buchstaben des lateinischen Alphabets: :a, b, c, d, e, f, g Der Ton b spaltete sich später in zwei Teiltöne, einen höheren (b quadratum, eckiges b) und einen tieferen (b rotundum, rundes b). B quadratum wurde später wegen seiner Ähnlichkeit mit dem Buchstaben h verwechselt (Abschreibfehler eines Mönches im Mittelalter). Mit a als Grundton ergibt sich die Tonart a-Moll, mit c als Grundton die Tonart C-Dur. Da Dur die heute üblichste Tonleiter ist, kennen wir heute im Deutschen die Stammtöne in der Reihenfolge: :c, d, e, f, g, a, h Im Englischen heißt dagegen die Note h heute noch b, während die Note b dort als b flat bezeichnet wird. Die international übliche Bezeichnung ist die, die aus dem Englischen kommt. (Was eigentlich auch richtig ist.) Siehe dazu auch anderssprachige Tonbezeichnungen. Kategorie:Akustik

DNS

DNS ist eine Abkürzung mit mehreren Bedeutungen:
- deutsch: Desoxyribonukleinsäure, im Englischen und im internationalen wissenschaftlichen Sprachgebrauch abgekürzt mit DNA (für desoxyribonucleic acid)
- Domain Name System - eine verteilte Datenbank, die den Namensraum im Internet verwaltet
- Dachverband der Nationalen Sammlung
- englisch: Did Not Start, bei Wettkämpfen
- dänisch: Det Nødvendige Seminarium der Name eines freien, internationalen Lehrerseminars
- Direkte Numerische Simulation für numerische Lösungen ingenieurtechnischer Probleme
- DNS (D'n'S - Do not Scare) - Ist eine Band aus dem Harz Kategorie:Abkürzung

Information

Information (von lateinisch: informare 'bilden, durch Unterweisung Gestalt geben') ist ein potenziell oder tatsächlich vorhandenes nutzbares oder genutztes Muster von Materie und/oder Energieformen, das für einen Betrachter innerhalb eines bestimmten Kontextes relevant ist. Wesentlich für die Information ist die Wiedererkennbarkeit sowie der Neuigkeitsgehalt. Das verwendete Muster verändert den Zustand eines Betrachters – im menschlichen Zusammenhang insbesondere dessen Wissen. Formaler ist Information die Beseitigung von Unbestimmtheit.

Charakteristika des Informationsbegriffes

Information ist heute ein sehr weitläufig verwendeter und daher auch sehr schwer abzugrenzender Begriff. Verschiedene Wissenschaften betrachten die Information als ihr Arbeitsgebiet, namentlich die Informatik, die Informationstheorie und die Informationswissenschaft, die Nachrichtentechnik, die Informationsökonomik und die Semiotik. Erst in jüngster Zeit gibt es Bestrebungen, die einzelnen Ansätze zu verbinden und zu einem allgemein gültigen Informationsbegriff zu kommen. Entsprechende Literatur findet sich derzeit meist unter dem Stichwort Philosophie (etwa im Bereich Erkenntnistheorie) in den Regalen. Von einer vereinheitlichten, allgemein akzeptierten Theorie der Information kann vorläufig noch nicht gesprochen werden. Im allgemeinen Sprachgebrauch sowie in einigen Wissenschaften (Semiotik, Informationswissenschaften) wird "Information" mit "Bedeutung" oder "übertragenem Wissen" gleichgesetzt. Eine eingeschränktere Sichtweise des Begriffes, die heute von großer praktischer Bedeutung ist (Computertechnik), stammt aus der Nachrichtentechnik. Die wegweisende Theorie dort ist diejenige von Claude Shannon. Er betrachtet die statistischen Aspekte der Zeichen in einem Code der Information repräsentiert. Die Bedeutung der Information geht bei Shannon nur implizit in den Wahrscheinlichkeiten der verwendeten Zeichen ein, die letztlich nur unter Zuhilfenahme eines Menschen bestimmt werden können, da nur der Mensch in der Lage ist die Bedeutung eines Codes bewusst zu erfassen und dabei sinnvollen von nicht sinnvollem Code unterscheiden kann. Das unmittelbare Ziel seiner Überlegungen ist die optimale Übertragung von Information in einem Nachrichtenkanal (Telefonie, Funk). Der Begriff Information und andere Begriffe aus der Informationstheorie werden oftmals im alltäglichen Sprachgebrauch und auch in den Naturwissenschaften in einer metaphorischen Weise benutzt. Eine direkte Übernahme des Begriffes Information in naturwissenschaftlichen Theorien, so wie er in den Ingenieurswissenschaften benutzt wird, ist aber i.a. nicht zulässig. Grund hierfür ist, dass die Ingenieurwissenschaften letztlich auf den Menschen ausgerichtet sind und deswegen der Mensch als Benutzer oder Erzeuger künstlicher Systeme selbst Teil der Betrachtungen sein kann, womit die verwendeten Begriffe oftmals eine zielgerichtete und auf menschliches Bewusstsein ausgerichtete, teleologische Komponente enthalten. Demgegenüber ist es Ziel der Naturwissenschaften, die Natur möglichst unabhängig vom Menschen zu beschreiben. Somit müssen bei Übernahme informationstheoretischer Begriffe diese erst in einer von teleologischem Zusätzen 'befreiten' Version neu definiert werden. So wird beispielsweise unter dem Begriff "Genetischer Code" in der Genetik eine Menge von Regeln verstanden, welche rein physikalisch-chemische Prozesse beschreibt, durch welche DNA-Strukturen in Protein-Strukturen übertragen werden, und nicht eine Vereinbarung von bewussten Wesen über die Verwendung von Symbolen zum Austausch von Botschaften, wie der Begriff "Code" in der Informationstheorie meist verstanden wird. Der Verzicht auf solche teleologischen Begriffe in den Naturwissenschaften hat dabei nicht zum Ziel "teleologische Welterklärungen" von vornherein auszuschliessen, sondern dient dazu, Fehlschlüsse zu verhindern, bei denen nur scheinbar neue Erkenntnis aus einer naturwissenschaftlichen Theorie gewonnen wird, welche aber in Wirklichkeit durch inadäquaten Gebrauch der Begriffe vorher in die Theorie hineingelegt wurde. Insbesondere ist dies ist auch eine Methode, welcher sich einige Pseudowissenschaften teilweise bedienen. So warnte beispielsweise der Wissenschaftphilosoph Wolfgang Stegmüller vor einem Wiederaufleben des Neovitalismus durch unangemessenen Gebrauch informationtheoretischer Begriffe in der Biologie. Es kann jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass in Zukunft der naturwissenschaftliche Strukturbegriff und der Informationsbegriff aufeinander zurückgeführt werden können. So untersucht etwa die Neuroinformatik die Beziehung neuronaler Strukturen des Gehirns und dessen Fähigkeit, Information zu verarbeiten. In diesem Artikel wird versucht, die verschiedenen Ebenen Statistik, Struktur und Bedeutung zu unterscheiden und auf die Bezüge zwischen diesen Ebenen einzugehen.

Struktur und Bedeutung

Eine Sichtweise geht vom Informationsträger aus. Die Frage, welche Struktur sich innerhalb dieses Trägers feststellen lässt, wird untersucht. Ein anderer Ansatz bemüht sich zu verstehen, welche Bedeutung dem zukommt, was man dann (irgendwie) diesem Informationsträger entnommen hat. Die erste Sichtweise hat ihre Wurzeln in der Nachrichtentechnik, die zweite in der Kognitionswissenschaft, der Sprachwissenschaft oder allgemein in der Geisteswissenschaft. Eine nachrichtentechnisch erkennbare Struktur (beispielsweise Lichtimpulse, die in einer zeitlichen Reihenfolge auf einzelne Zellen in der Netzhaut treffen) muss in einem komplexen Dekodierungsprozess in eine Bedeutung übersetzt werden. Wo hier die reine Strukturinformation aufhört und beginnt, eine Bedeutungsinformation zu werden, wo also in diesem Dekodierungsprozess die Grenze zum Bewusstsein zu ziehen ist, ist eine der spannenden Fragen der Informations- und Kognitionswissenschaften. Aus diesen Betrachtungen ergeben sich vier Ebenen, unter denen der Begriff der Information heute allgemein betrachtet wird. Diese sind #Codierung #Syntax #Semantik #Pragmatik Diese Ebenen steigern sich im Hinblick auf den Bedeutungsgehalt der Information. Sie spiegeln dabei auch die oben erwähnten theoretischen Angriffspunkte wider, wobei die Codierungs-Ebene der Sichtweise der Nachrichtentechnik nahekommt, die Syntaxebene die Sichtweise der Linguistik oder die der Theorie der formalen Sprachen wiedergibt, die semantische Ebene Ansätze aus der Semiotik oder Semantik integriert, und die Pragmatik eher auf Konzepte der Kognitionswissenschaften zurückgreift. Die vier Ebenen sollen an der Zeichenfolge "ES IST WARM" erläutert werden:

Code-Ebene

Die Zeichenfolge "ES IST WARM" ist zu kurz für eine statistische Betrachtung. Bei längeren Texten wird aber klar, dass nicht alle Elemente der Zeichenfolge (Buchstaben) gleich häufig vorkommen. Gewisse Buchstaben wie zum Beispiel die Buchstaben e und t - in unserem Beispiel aber s - sind häufiger als andere. Diese Tatsache kann bei der Informationsübertragung genutzt werden um Übertragungszeit zu sparen. Als Beispiel seien die Huffman-Codes erwähnt. Sie stellen ein Verfahren dar, mit dem Information effizient übermittelt und gespeichert werden kann. Viele weitere Verfahren existieren. Auf dieser Ebene sind auch Fragen nach der Wahl von optimalen Codes für einen bestimmten Zweck interessant (Chiffrierung, ASCII-Code, Unicode, Brailleschrift, Flaggenalphabet, Genetischer Code, ...)

Syntaktische Ebene der Information

Auf der syntaktischen Ebene wird Information nur als Struktur gesehen, die es zu übermitteln gilt. Der Inhalt der Information ist hierbei im Wesentlichen uninteressant. Beispielsweise könnte das Problem darin bestehen, das Bild einer Kamera auf einen Monitor zu übertragen. Das Übertragungssystem interessiert sich dabei beispielsweise nicht dafür, ob es das Bild überhaupt wert ist, übertragen zu werden (Einbrecher macht sich am Fenster zu schaffen) oder nicht (Katze läuft am Fenstersims entlang), oder ob überhaupt etwas zu erkennen ist (auch das Bild einer komplett unscharf eingestellten Kamera wird vollständig übertragen, obwohl es da eigentlich nichts Erkennbares zu sehen gibt). Der Informationsgehalt ist dabei ein Maß für die maximale Effizienz, mit der die Information verlustfrei übertragen werden kann.

Unterscheidbarkeit und Informationsgehalt

Grundprinzip der syntaktischen Information ist die Unterscheidbarkeit: Information enthält, was unterschieden werden kann. Eine Unterscheidung setzt jedoch mindestens zwei unterschiedliche Möglichkeiten voraus. Gibt es genau zwei Möglichkeiten, so lässt sich die Unterscheidung mit einer einzigen Ja/Nein-Frage klären. Beispiel: Angenommen, auf einer Speisekarte gibt es nur zwei Gerichte, Schnitzel und Spaghetti. Wir wissen, eines der beiden Gerichte hat der Gast bestellt. Um herauszufinden, welches er bestellt hat, braucht man ihm nur eine einzige Frage zu stellen: "Haben Sie Schnitzel bestellt?" Lautet die Antwort "Ja", so hat er ein Schnitzel bestellt, lautet die Antwort "Nein", so hat er Spaghetti bestellt. Sind hingegen mehr als zwei Möglichkeiten vorhanden, so kann man dennoch mittels Ja-Nein-Fragen herausfinden, welche Alternative zutrifft. Eine einfache Möglichkeit wäre, einfach der Reihenfolge nach alle Gerichte abzufragen. Jedoch ist das eine recht ineffiziente Methode: Wenn der Gast noch keine Bestellung aufgegeben hat, braucht man sehr viele Fragen, um es herauszufinden. Effizienter ist es, wenn man beispielsweise erst fragt: "Haben Sie bereits bestellt?", um dann konkreter zu werden, "War es ein Gericht mit Fleisch?", "War es Schweinefleisch?", so dass schließlich nur noch wenige Alternativen übrig bleiben ("War es Schweineschnitzel?", "Schweinebraten?", "Schweinshaxe?"). Die Reihenfolge der Fragen spiegelt die Wertigkeit der Bits in einer derartig kodierten Nachricht wieder. Der Informationsgehalt einer Nachricht entspricht der Anzahl der Ja-Nein-Fragen, die man bei einer idealen Fragestrategie braucht, um sie zu rekonstruieren. Auch die Wahrscheinlichkeiten spielen bei einer optimalen Fragestrategie eine Rolle: Wenn man beispielsweise weiß, dass die Hälfte aller Gäste Schweineschnitzel bestellt, so ist es sicher sinnvoll, erst einmal nach Schweineschnitzel zu fragen, bevor man den Rest der Karte durchgeht. Interessant ist hierbei, dass zwar vordergründig keinerlei semantische oder pragmatische Informationen verwendet werden, diese jedoch implizit in Form der Wahrscheinlichkeit eingehen. Beispielsweise ist die Tatsache, dass 50 Prozent der Gäste Schweineschnitzel bestellen, nicht aus der Speisekarte zu erkennen; es ist eine pragmatische Information. Und dass man normalerweise nicht nach der Bestellung von "Wir wünschen Ihnen einen guten Appetit" fragt, folgt aus der semantischen Information, dass dies keine Speise ist, und es daher höchst unwahrscheinlich ist, dass jemand dies bestellt. Siehe auch: Informationstheorie

Binarisierung und die Wahrscheinlichkeit von Zeichen

Die Zeichenfolge "ES IST WARM" enthält nur Großbuchstaben. Wenn wir einmal nur davon ausgehen, dass wir nur Großbuchstaben zur Verfügung hätten (also 27 Buchstaben einschließlich Leerzeichen), so können wir an jeder der elf Stellen der obigen Nachricht eines der 27 Zeichen setzen. Jede Stelle der Nachricht hat also 27 mögliche "Zustände". Der Code, den wir hier verwenden, hat also 27 Stellen. Von großer technischer Bedeutung ist aber der Binärcode. Jeder Code wird durch eine Folge von Bits dargestellt. Ein Bit unterscheidet nur zwischen zwei möglichen Zuständen, die man durch eins und null darstellt. Damit wir 27 verschiedene Zustände darstellen können, benötigen wir mehrere Bits - in diesem Fall genau fünf. Damit kann man 2 hoch 5 = 32 Zustände unterscheiden. Ein naheliegender, möglicher Binärcode sieht wie folgt aus: A 00001 B 00010 C 00011 D 00100 E 00101 .. ..... 11100 (Leerzeichen) Unsere Nachricht hieße dann "00101 10011 11100 01001 10011 10100 11100 ... 01101". Nun ist die obige Codierung der Buchstaben in fünf Ja/Nein-Entscheidungen nicht die allein gültige. Im Rahmen der klassischen Informationstheorie wird nämlich die Informationssequenz aus statistischer Sicht betrachtet. So kann berücksichtigt werden, wie häufig ein bestimmtes Zeichen des Zeichenvorrats verwendet wird, mit anderen Worten, wie wahrscheinlich sein Auftreten ist. So ist beispielsweise der Buchstabe "E" im Deutschen häufiger als der Buchstabe "Y". Berücksichtigt man diese Auftretenswahrscheinlichkeit der Zeichen im Zeichenvorrat, so kann man die Anzahl der benötigten Ja/Nein-Entscheidungen, die zum Erkennen eines Zeichens notwendig sind, je nach Zeichen unterschiedlich groß machen. Ein solche Codierung nennt man auch Entropiekodierung. Damit benötigt man, um ein häufig auftretendes Zeichen zu codieren, weniger Bits, als für ein selten auftretendes Zeichen. Ein Zeichen hat also einen um so höheren Informationsgehalt (benötigt zur Erkennung eine höhere Anzahl an 'atomaren' Entscheidungseinheiten, an Bits), je seltener es auftritt. Siehe auch: Entropie (Informationstheorie)

Semantische Ebene der Information

Strukturierte, syntaktische Informationen werden erst verwertbar, indem sie gelesen und interpretiert werden. Das heißt, zur Strukturebene muss die Bedeutungsebene hinzukommen. Dazu muss ein bestimmtes Bezugssystem angelegt werden, um die Strukturen in eine Bedeutung überführen zu können. Dieses Bezugssystem bezeichnet man als Code. Im obigen Beispiel muss man also "wissen", was warm bedeutet. Jedoch ist die Überführung von Syntax in Semantik selten so direkt; in der Regel wird die Information über sehr viele unterschiedliche Codes immer höherer semantischer Ebene verarbeitet: Dabei wird auf den unterschiedlichen semantischen Ebenen wiederum Informationsverarbeitung auf strukturell-syntaktischer Ebene geleistet: Die Lichtimpulse, die gerade auf Ihre Netzhaut treffen, werden dort von Nervenzellen registriert (Bedeutung für die Nervenzelle), an das Gehirn weitergeleitet, in einen räumlichen Zusammenhang gebracht, als Buchstaben erkannt, zu Worten zusammengefügt. Während dieser ganzen Zeit werden Nervenimpulse (also Strukturinformationen) von einer Gehirnzelle zur nächsten 'geschossen', bis sich auf diese Weise in ihrem Bewusstsein die durch Worte nur unzureichend wiedergebbaren Begriffe für "warm", "jetzt", und "hier" zu formen beginnen, die dann im Zusammenhang eine Bedeutung haben: Sie wissen jetzt, dass es bei diesen Worten um die Feststellung geht, dass es warm (und nicht etwa kalt) ist. Zusammengefasst:
- Strukturinformation wird in einem Dekodierungsprozess in Semantik (Bedeutung) überführt.
- Dabei wird Strukturinformation stufenweise über Codes in andere Strukturinformation überführt, wobei sich auf den unterschiedlichen semantischen Stufen jeweils Bedeutung für das verarbeitende System entwickelt. Siehe auch: Kodierung, Kommunikation (Informationstheorie)

Pragmatische Ebene der Information

Diese kommt dem umgangssprachlichen Informationsbegriff am nächsten. Die Aussage, dass es warm ist (die wir nun semantisch richtig interpretiert haben; wir wissen, was diese Botschaft uns sagen will), hat echten Informationscharakter, wenn wir uns mittags um zwölf nach einer durchzechten Nacht noch halb schlaftrunken überlegen, was wir anziehen sollen, und uns die Freundin mit den Worten "es ist warm" davon abhält, in den Rollkragenpullover zu schlüpfen. Der pragmatische Informationsgehalt der - semantisch exakt gleichen - Aussage ist aber gleich null, wenn wir bereits im T-Shirt auf dem Balkon sitzen und schwitzen. Diese Information bietet uns nichts neues. Smalltalk ist eine Art des Informationsaustausches, bei dem die offensichtlich über die Sprache ausgetauschten semantischen Informationen so gut wie keine pragmatische Information darstellen - wichtig sind hier die Körpersignale, deren Semantik (Freundlichkeit, Abneigung) wir erkennen und pragmatisch (mag er/sie mich?) verwerten können. In diesem pragmatischen Sinne ist wesentliches Kriterium von Information, dass sie das Subjekt, das die Information aufnimmt, verändert, was konkret bedeutet, dass sich die Information, die potentiell dem Subjekt entnommen werden kann, verändert. Zusammengefasst:
- Information führt zu einem Gewinn an Wissen.
- Information ermöglicht die Verringerung von Ungewissheit.
- Information ist übertragbar; in Form von Daten bzw. Signalen
- Information ist ein Ereignis, das den Zustand des Empfängers bzw. Systems verändert. Siehe auch: Pragmatik

Bezüge zwischen den Ebenen

Wenn man das Phänomen Information betrachtet, sind die vier Ebenen im Zusammenhang zu betrachten. Damit Information stattfindet, sind Vereinbarungen auf allen vier Ebenen notwendig. Auch stellt die semantische Verarbeitung (beispielsweise das Zusammenfassen von Buchstaben zu Wörtern) wiederum syntaktische Information (nämlich eine Abfolge von Wort-Symbolen) her. Letztlich definiert sich auch die pragmatische Ebene nicht zuletzt dadurch, dass sie selbst neue Information syntaktischer Natur schaffen muss (sonst hätte die Information keine Wirkung entfaltet). Aufgrund des engen Zusammenspiels zwischen semantischen Dekodierungsprozess und Wirkentfaltung in der Pragmatik, die beide wiederum syntaktische Informationen als End- und Zwischenprodukte generieren, werden manchmal diese beiden Ebenen auch zur Semantopragmatik verschmolzen.

Kommunikationsmodell der Information

Das Verständnis der syntaktischen Ebene war lange Zeit gekennzeichnet durch das Sender-Empfänger-Modell: Ein Sender will eine Information dem Empfänger mitteilen. Dazu codiert er seine Information nach bestimmten Prinzipien (beispielsweise als Abfolge von Nullen und Einsen nach dem oben erwähnten Prinzip) in einen Informationsträger, der Empfänger wertet diesen Informationsträger aus, denn auch er kennt den Code, und erhält dadurch die Information (siehe auch: Kommunikation). Nicht immer ist jedoch ein menschlicher Sender vorhanden, der uns etwas mitteilen will. Ein typisches Beispiel ist die Messung: Dem physikalischen System ist es, bildlich gesprochen, völlig egal, was Menschen von ihm denken. Das Ziel der Messung ist eine Informationsübertragung vom gemessenen System zu dem, der die Messung durchführt (man misst, um etwas über das gemessene System zu erfahren). Ein Beispiel ist die Geschwindigkeitsmessung per Radarfalle: Das Auto hat keine Intention, seine Geschwindigkeit zu verraten (und der Autofahrer meist auch nicht). Dennoch gewinnt der Polizist durch die Messung Information über die Geschwindigkeit. Für die Gewinnung der Information wird ein physikalisches Gesetz genutzt, der (Dopplereffekt), das von einem Ingenieur aufgegriffen wurde um das Gerät zu konstruieren. Die Polizei setzt das Gerät ein und veranlasst somit, dass Information erzeugt wird. Die unmittelbare Erzeugung von Information hingegen wird damit an einen Apparat delegiert. Zusammengefasst:
- Damit Information für den Menschen erkennbar wird, muss Materie oder Energie eine Struktur aufweisen.
- Syntaktisch entspricht Information der Auftretenswahrscheinlichkeit eines bestimmten Symbols innerhalb eines definierten Dekodierungsschemas
- Information ist im Kommunikationsmodell eine räumliche oder zeitliche Folge physikalischer Signale, die mit bestimmten Wahrscheinlichkeiten oder Häufigkeiten auftreten.
- Der Informationsgehalt einer Nachricht ergibt sich aus der Anzahl der ja/nein-Möglichkeiten, für die in der Nachricht einer der Werte festgelegt ist. Siehe auch: Informationsübertragung (Physik)

Informationstransport, Entstehung und Vernichtung

Interessant ist es, dass Information, die an Materie als Informationsträger gebunden ist, auf bzw. durch Elektromagnetische Wellen übertragen werden kann. Diese Information kann, da masselos, dann im Prinzip mit Lichtgeschwindigkeit transportiert werden. Schließlich kann die Information wieder zurück an Materiestrukturen gebunden werden. Ein Beispiel für so einen Übertragungsprozess ist das Telefax. Dabei wird die Information eines bestimmten Schriftstückes mit Lichtgeschwindigkeit über große Entfernungen transportiert und am Ziel auf ein zweites Schriftstück mit exakt demselben Informationsinhalt übertragen. Allgemeiner: Um Informationen zu transportieren ist ein Informationsträger nötig. Kann Information ohne Verlust weitergegeben werden? Beim Kopieren von Software ist dies der Fall, weil technische Mechanismen (Redundante Codes / Prüfsummen) dafür sorgen. Information kann nicht generell weitergegeben werden, ohne dadurch weniger zu werden. Das Ausmass des Verlustes hängt von den physikalischen Randbedingungen ab. Gemäss Shannon kann bei einer Übertragung nicht mehr Information aus einem Kanal entnommen werden als auf der Senderseite hineingegeben wird. Beim Weitergeben oder Kopieren von Information wird sie aber an sich nicht verdoppelt, sondern sie liegt dann nur redundant vor. In einem thermodynamisch als geschlossen anzusehenden System wird Information letztlich vernicht, spätestens beim "Hitzetod" des Universums. In einem thermodynamisch offenen System kann Information weitergegeben werden, informationstragende Strukturen können sogar spontan entstehen. Beispiele sind eine Vielzahl von theoretisch und experimentell untersuchten dissipativen Strukturen. Besonders Spin-Syteme (Spin=Drehimpuls atomare und subatomarer Teilchen), insbesondere die sogenannten Ising-Gläser, sind sehr oft untersucht worden, nicht zuletzt wegen ihrer Relevanz für die Theorie neuronaler Netze. Viele Experimente zeigen, dass in Ising-Gläsern spontan Strukturen entstehen können, die wegen der gequantelten Natur des Spins sogar schon als in digitalisierte Form vorliegende Information interpretiert werden können, welche z.B. die Entstehungbedingungen der Struktur in codierter Form enthält.

Digitale Information

Digitale Information entsteht durch Digitalisierung beliebiger Information. Das Ergebnis sind Daten. Obwohl für die Messung von digitalen Informationsmengen, für Informationsströme und für die Informationsspeicherung das Bit und das Byte als Basiseinheiten vorliegen, wird die Informationsmenge immer noch gerne an Hand des jeweiligen Informationsträgers quantifiziert. So kann man die digitale Informationsmenge, die in einem Buch steht, leicht und anschaulich an der Seitenzahl oder an der Zahl der Wörter ablesen. Siehe auch: Dualsystem, Informationstheorie, Künstliche Intelligenz, Symbolismus

Definition der Information in verschiedenen Fachrichtungen

Zum Abschluss sollen hier die einzelnen Fach- und Forschungsrichtungen zu Wort kommen, die je ihr eigenes Verständnis der Information haben. Deutlich wird dabei der jeweilige Ansatz auf den unterschiedlichen, oben geschilderten Ebenen zwischen der reinen Syntax bis zur Pragmatik, teilweise auch mit der besonderen Betonung des Transportcharakters von Information.

Semiotik

Die Semiotik versteht unter Informationen zweckorientierte Daten, die das Wissen erweitern. In älterer Literatur sind sie oft noch als zweckorientiertes Wissen definiert.

Informationswissenschaft

Die Informationswissenschaft verwendet den Begriff der Information ähnlich zum semiotischen Ansatz. Für sie sind die Begriffe Wissen und Information von zentraler Bedeutung. Information ist dabei Wissenstransfer beziehungsweise "Wissen in Aktion". Information entsteht in diesem Sinne immer nur punktuell, wenn ein Mensch zur Problemlösung Wissen (eine bestimmte Wissenseinheit) benötigt. Diese Wissenseinheit geht als Information aus einem Wissensvorrat in einen anderen über, beispielsweise aus einer Datenbank in den Wissensvorrat eines Menschen. Wissen wird intern repräsentiert, Information wird - zum besseren Verständnis für den Informationssuchenden - präsentiert. (Wissensrepräsentation - Informationspräsentation). Siehe auch: Informationsmanagement

Informationstheorie

Die Informationstheorie betrachtet Information als das Gegenteil der Informationsentropie. Betrachtet wird vor allem der Informationsgehalt einzelner Nachrichten, der nach Claude Shannon durch die
statistische Signifikanz einzelner Symbole definiert ist. Ein ähnlicher Ansatz ist der Entropie-Begriff in der Physik, der in der Thermodynamik und der statisischen Mechanik verwendet wird. In der statistische Mechanik wird er als Begriff für die Ordnung eines Systems interpretiert, was hier aber eine reine Aussage über die Struktur des Systems ist.

Information als Wirtschaftsgut

Information kann als wirtschaftliches Gut angesehen werden, da Information im Unternehmen durch Einsatz anderer Produktionsfaktoren (Menschen, Computer, Software, Kommunikation, etc.) produziert, oder von außen angekauft werden kann. Information hat somit einen Wert, der handelbar ist. Der Wert ergibt sich aus dem Nutzen der Information und den Kosten zur Produktion, Bereitstellung und Weiterleitung. Problematisch hierbei ist, dass der potenzielle Käufer den Wert der Information nicht immer im voraus kennt und sie teilweise erst nachdem er sie erworben hat, bewerten kann. Bereits der angestrebte Handel mit Information ist dabei mit dem Problem asymmetrischer Information behaftet. Weiterhin kann man Information auch als Produktionsfaktor verstehen. Information wird somit nicht nur konsumptiv genutzt, sondern kann auch produktiv verwendet werden.

Dokumentations- und Ordnungslehre

W. Gaus schreibt in seinem Werk
Dokumentations- und Ordnungslehre (Gaus, W. [1995],, Berlin Heidelberg 1995) dass Information unter verschiedenen Aspekten betrachtet werden kann # Struktur = structure approach # Erkenntnis = knowledge approach # Signal = signal approach # Nachricht = message approach # verstandene Nachricht = meaning approach # Wissensvermehrung = effect approach # Vorgang = process approach

Information als Veränderung

Nach den Arbeiten des Berliner Informatikers Peter Rüdiger: "Information ist eine Veränderung konkreter Quantität und Dauer." Das ist eine Definition, die viele Aspekte der komplizierteren Begriffsbildungen einschliesst und in ihrer Einfachheit unmittelbar anwendbar ist.

Verwandte Themenkomplexe

Der Begriff der Information ist eng verknüpft mit Fragestellungen im Themenkomplex "Wissen". Dazu gehört insbesondere das Problem der Definition von Komplexität, die sich über die algorithmische Tiefe eines informationsverarbeitenden Prozesses beschreiben lässt. Weiterhin zählen hierzu Betrachtungen über den Unterschied zwischen Zufall und Ordnung sowie der Begriff der Unterscheidbarkeit und der Relevanz. In der Algorithmische Informationstheorie wurde ein Mass zum Bestimmen der Komplexität von Strukturen, z.b. im speziellen der Komplexität von Zeichenketten, entwickelt. Dies kann, unter gewissen Voraussetzungen, auch als Mass für die Information angewendet werden, das in einigen Aspekten Vorteile gegenüber dem von Shannon hat. Ebenfalls wichtig ist in diesem Zusammenhang der Begriff der Kommunikation, das diese den Informationsbegriff voraussetzt. Andersherum ist es auch so, das häufig argumentiert wird, dass
Kommunizierbarkeit eine wesentliche Eigenschaft von Information sei.

Weiterführende Angaben

Siehe auch

Literatur


- Martin Werner, Otto Mildenberger 'Information und Codierung' Vieweg, ISBN 3528039515
- Herbert Klimant, Rudi Piotraschke, Dagmar Schönfeld, 'Informations- und Kodierungstheorie', Teubner, ISBN 3519230038
- Nørretranders, Tor:
Spüre die Welt, Rowohlt, 1994; ISBN 3-4980-4637-3; eine verständliche Einführung in die Welt der Information, der Entropie und des Bewußtseins
- Lyre, Holger:
Informationstheorie, Wilhelm Fink Verlag, München 2002; ISBN 3-7705-3446-8, Einführung in die Informationstheorie mit Ausblick auf die aktuellen Forschungen Lyres zur Quantentheorie der Information. Kenntnisse der Quantenphysik werden jedoch vorausgesetzt.
- Werner Gitt:
Am Anfang war die Information, 3., übrarb. und erw. Aufl., Holzgerlingen : Hänssler, 2002, ISBN 3-7751-3702-5, Behandelt die Frage der Herkunft des Lebens aus der Sicht eines kreationistischen Informatikers.

Weblinks


- http://www.madeasy.de/1/definfo.htm - diente als Quelle für die unteren Abschnitte dieses Artikels
- http://www.idemployee.id.tue.nl/g.w.m.rauterberg/publications/INFORM89paper.pdf Kategorie:Informatik Kategorie:Theoretische Informatik Kategorie:Wissen ja:情報 ko:정보 simple:Information


Effizienz

Effizienz (v. lat.: efficere „bewirken“) ist das Verhältnis eines in definierter Qualität vorgegebenen Nutzens zu dem Aufwand, der zur Erreichung des Nutzens nötig ist. Ein effizientes Verhalten führt daher wie auch ein effektives Verhalten zur Erzielung eines Nutzens, hält aber im Unterschied zu diesem den dafür notwendigen Aufwand möglichst gering (vergl. Ökonomisches Prinzip). Der Begriff wird in verschiedenen Fachbereichen leicht unterschiedlich verwendet:
- In der Volkswirtschaftslehre spricht man von Effizienz, wenn eine bestimmte Allokation von Ressourcen die Wohlfahrt aller Mitglieder der Gesellschaft maximiert. Siehe auch: EMH, Ökoeffizienz.
- In der Betriebswirtschaftslehre spricht man von Effizienz im Sinne von „Die Dinge richtig tun“ bzw. "to do the things right" bzw. die richtigen Mittel zur Zielerreichung innerhalb einer Organisation einzusetzen. Dies wurde durch den Managementwissenschaftler Peter F. Drucker geprägt.
  - Dirk Kurbjuweit: Unser effizientes Leben. Die Diktatur der Ökonomie und ihre Folgen.ISBN 349803510X
- In der Physik und Technik beschreibt die Effizienz das Verhältnis zwischen der Größe der erbrachten Dienstleistung und der Größe des Aufwandes (z. B. Lumen/Watt). Sind beide Größen von der Dimension Energie, ist dies gleichbedeutend mit dem Wirkungsgrad einer Maschine oder eines Prozesses.
- In der Informatik meint man mit Effizienz entweder die Leistung des implementierten Algorithmus oder Komplexität (bei Algorithmen). Siehe Effizienz (Informatik).
- In der Linguistik spricht man von Effizienz von Texten, wenn die erfolgreiche Kommunikation möglichst einfach gemacht wird, siehe Effizienz (Linguistik).
- Im Vertrieb meint man mit Vertriebseffizienz Maßnahmen zur Steigerung des Verkaufserfolges Siehe auch: Wirkung, Wirksamkeit, Optimierung, Informationseffizienz

Verweis

Unter Verweis oder Verweisung versteht man:
- in der Literatur
  - einen Hinweis im Text, der auf eine andere Textstelle (Querverweis) bzw. eine Fuß- oder Endnote oder eine Quelle aufmerksam macht;
  - einen Eintrag in Glossaren und Verzeichnissen, der das Auffinden bestimmter Stellen oder Passagen im Bezugstext ermöglicht;
  - in normativen Texten die verbindliche Bezugnahme auf eine andere Rechtsvorschrift oder Rechtsordnung, im letzteren Fall auch Renvoi (frz. "Weiterverweisung") genannt;
- in einem Hypertext
  - einen automatischen Querverweis, siehe Hyperlink
  - einen automatischen Rückverweis, siehe Backlink
- die Verweisung als Sanktion im Sinne einer Ordnungs- und Erziehungsmaßnahme, so etwa
  - im Polizeirecht und im Mannschaftssport den Platzverweis,
  - im Disziplinarrecht eine schriftliche Rüge, die in die Personalakte eingetragen wird,
  - in der Schule eine schriftliche Rüge, von der auch die Erziehungsberechtigten unterrichtet werden,
  - die Verweisung von einer Schule (Schulverweis), einer anderen öffentlichen Einrichtung oder aus einem Lokal (vulgo "Rausschmiss"), siehe auch Hausverbot und Wohnungsverweisung,
  - oder die Verweisung des Landes (Ausweisung, Verbannung).

Bauelement

Ein Bauelement kann sein:
- die kleinste funktionsfähige Einheit der Elektronik, siehe Elektronisches Bauelement
- ein Funktionsteil in der Bauausführung, siehe Bauteil (Bauwesen)
- allgemein ein technisches Bauteil, siehe Bauteil (Technik)

Hilfsmittel

Ein Hilfsmittel ist ein Objekt, das benutzt wird, um ein bestimmtes Ziel schneller oder besser zu erreichen als es ohne dieses möglich wäre. So kann man statt des vorgesehenen Werkzeugs (Hammer) einen Stein benutzen, um mit diesem als Hilfsmittel einen Nagel in ein Brett zu schlagen. Nach dem Sozialgesetzbuch SGB V § 33 sind Hilfsmittel Gegenstände, die im Einzelfall erforderlich sind, um den Erfolg einer Krankenbehandlung zu sichern, einer drohenden Behinderung vorzubeugen oder eine Behinderung auszugleichen. Weitere Details hierzu in Hilfsmittel (Rehabilitation). Siehe auch: Gadget Kategorie:Hilfsmittel

Verständlichkeit

Verstehen (engl. meist "understand") ist das inhaltliche Begreifen eines Sachverhalts, das nicht in der bloßen Kenntnisnahme besteht, sondern in der intellektuellen Erfassung des Zusammenhangs. Verstehen bedeutet nach Wilhelm Dilthey, aus äußerlich gegebenen, sinnlich wahrnehmbaren Zeichen ein “Inneres”, Psychisches zu erkennen. Der Fachterminus ist der Gegensatz zum Fachterminus Erklärung. Verstehen im obigen Sinn und als Interpretation setzt Intelligenz bzw. Geist voraus. Nach Werner Sombart beruht das Verstehen "auf der Identität des Menschengeistes". Es ist also nur möglich aufgrund der prinzipiellen Identität von Erkenntnissubjekt und Erkenntnisobjekt. Nur Menschen können daher im eigentlichen Sinne verstanden werden. Der Begriff des Verstehens im geistigen bzw. interpretativen Sinn spielt in der Philosophie und der Hermeneutik eine große Rolle. Ein Beispiel dafür ist die Frage des Philippus (Apostelgeschichte): "Verstehst du auch, was du da liest?" Der Begriff Verstehen meint darüber hinaus auch
- akustisches richtiges Aufnehmen von Gesprochenem
- Verstehen der Sprache, insbesondere einer fremden
- Auslegung bzw. Interpretation
- Expertentum (sich "auf etwas Verstehen" etc.)
- Sich verstehen (z.B. von Preisen, zwischen Personen usw.) Demgegenüber beinhaltet das Wort Verständnis meist auch emotionale bzw. zwischenmenschliche Aspekte. Wenn Menschen sich verstehen, kann dies mehrfaches bedeuten:
- ein Erfassen der sprachlichen Mitteilung des Anderen (→ Fremdsprache)
- eine Sympathie oder Intuition zwischen Menschen, die oft durch Blick und Körpersprache ausgelöst oder verstärkt wird
- das Einfühlen (Verständnis), das intensive zwischenmenschliche Kommunikation voraussetzt, und
- die Selbsterkenntnis, das Verstehen des Ich und möglichst auch seine Akzeptanz. Die letzten zwei Aspekte erfordern neben willens- und geistigen Prozessen auch emotionale Intelligenz (EQ). Beim Verstehen einer Sprache geht es einerseits um einen Lern- und Erfahrungsprozess, andererseits um die erschwerte Interpretation des aufgenommenen Sachverhalts. Verstehen einer sprachlichen Mitteilung kann durch verschiedenartige Störungen erschwert werden, beispielsweise durch Rauschen oder durch Schwerhörigkeit. Verstehen kann durch Redundanz erleichtert werden. Bei sprachlichen Mehrdeutigkeiten und unterschiedliches Weltwissen kann es zu Missverständnissen führen. Bei genügend Redundanz ist auch bei starker Fehlerhaftigkeit der Information noch Verstehen möglich. Ob Tiere etwas verstehen können, ist umstritten. Versuche bei Affen zeigten aber, dass sie eine dreistellige Anzahl von Wörtern lernen und richtig anwenden können.

Zitat


- Welche Wortspiele und Verrenkungen die Logik auch anstellen mag – verstehen heißt vor allem vereinen. Das tiefe Verlangen des Geistes trifft sich selbst bei seinen verwegensten Schritten mit dem unbewussten Gefühl des vor seine Welt gestellten Menschen: das Bedürfnis nach Vertrautheit, das Verlangen nach Klarheit. Die Welt verstehen heißt für einen Menschen, sie auf das Menschliche zurückführen, ihr seinen Siegel aufdrücken.Albert Camus (Der Mythos des Sisyphos, ISBN 3499227657, S. 27f)
- "Ich höre und vergesse. Ich sehe und behalte. Ich handle und verstehe... - (Konfuzius)

Siehe auch


- Soziologie als verstehende Wissenschaft bei Max Weber
- Schleiermacher
- Hans-Georg Gadamer Kategorie:Erkenntnisprozess simple:Understanding

Kultur

Kultur (lat. cultura), Pflege (des Körpers, aber primär des Geistes), später im Kontext mit dem Landbau, aus colere, bebauen, (be)wohnen, pflegen, ehren, (ursprünglich etwa) emsig beschäftigt sein, ist die Gesamtheit der menschlichen Leistungen. Dies schließt einerseits physische Dinge wie Werkzeuge ein, aber auch die durch den Menschen hervorgerufene Veränderung der Natur, die geistigen Hervorbringungen der Menschheit wie Schrift und Kunst sowie die sozialen Organisationsformen, in denen die Menschen zusammenleben. Der Begriff der Kultur steht insofern in Zusammenhang mit dem Begriff der Zivilisation und der sie erhaltenden menschlichen Arbeit. Der Begriff wird einerseits generell auf die Menschheit als Ganzes bezogen, andererseits aber auch als Zusammenfassung der Lebensumstände einer bestimmten Ethnie oder Region (beispielsweise die amerikanische Kultur) oder historischen Phase (z.B. die minoische Kultur). Frühe Kulturen haben entscheidend mit der gesellschaftlichen Praxis der Ernährung ihrer Träger zu tun (Jäger- Hirten/Nomaden- oder Bauernkultur).

Definition

Das Wort Kultur (von lat. cultura: Landbau, Pflege, auch des Körpers und Geistes) bezeichnet im Deutschen: 1. die Pflege und Bebauung des Bodens, die Zucht von Bakterien - 2. die Gesamtheit der geistigen und künstlerischen Lebensäußerungen einer Gemeinschaft bzw. eines Volkes und - bezogen auf einzelne Menschen - seine Bildung, Gesittung und verfeinerte Lebensweise. Kultur ist die Summe aller Bestrebungen, die Grundbedürfnisse der menschlichen Natur zu befriedigen; eingeschlossen sind die Hilfsmittel dazu sowie die Erträge dieser Leistung ( z.B. Arbeitsgeräte, Techniken, sittliche, religiöse und politische Ordnungen).

Weitere Definitionsmöglichkeiten

William James Durant gibt in seinem Werk (Kulturgeschichte der Menschheit) folgende populäre Definition. Dieser Kulturbegriff spart prähistorische Kultur aus: :"Kultur ist soziale Ordnung, welche schöpferische Tätigkeiten begünstigt. Vier Elemente setzen sie zusammen: Wirtschaftliche Vorsorge, politische Organisation, moralische Traditionen und das Streben nach Wissenschaft und Kunst. Sie beginnt, wo Chaos und Unsicherheit enden. Neugier und Erfindungsgeist werden frei, wenn die Angst besiegt ist, und der Mensch schreitet aus natürlichem Antrieb dem Verständnis und der Verschönerung des Lebens entgegen." Nach Albert Schweitzer ist Kultur "Fortschritt, materieller und geistiger Fortschritt der einzelnen wie der Kollektivitäten". Der Fortschritt bestehe "zunächst darin, dass für die Einzelnen wie für die Kollektivitäten der Kampf ums Dasein herabgesetzt" werde. Letztes Ziel der Kultur ist nach Albert Schweitzer "die geistige und sittliche Vollendung des Einzelnen": :"Der Kampf ums Dasein ist ein doppelter. Der Mensch hat sich in der Natur und gegen die Natur und ebenso unter den Menschen und gegen die Menschen zu behaupten. Eine Herabsetzung des Kampfes ums Dasein wird dadurch erreicht, dass die Herrschaft der Vernunft über die Natur sowohl wie über die menschliche Natur sich in größtmöglicher und zweckmäßigster Weise ausbreitet. Die Kultur ist ihrem Wesen nach also zweifach. Sie verwirklicht sich in der Herrschaft der Vernunft über die Naturkräfte und in der Herrschaft der Vernunft über die menschlichen Gesinnungen." (Albert Schweitzer, Kultur und Ethik, ISBN 3406392504, S. 35) Im engeren Sinne versteht man unter Kultur folgende Bereiche: Sprache, Literatur, Religion und Ethik, Medizin, Kunst, Wirtschaft, Wissenschaft und Rechtsprechung. Die interkulturelle Kommunikation versteht unter Kultur ein gültiges Sinnsystem oder die Gesamtheit der miteinander geteilten verhaltensbestimmenden Bedeutungen. Wissenssoziologisch könnte man eine Kultur auch als das einem Kollektiv gemeinsame "Wissen" kennzeichnen, das heißt als die im Bewusstsein seiner Mitglieder verankerten Erwartungen hinsichtlich üblicher Verhaltensweisen, Werthaltungen, sozialer Deutungsmuster und Weltbilder die von Kulturschaffenden entwickelt und zu Allgemeingut wurden. Johann Wolfgang von Goethe ging sogar soweit, dass in seinem Kulturbegriff "weder die Kleidung noch die Eß- und Trinkgewohnheiten, weder die Geschichte noch die Philosophie, weder Künste noch die Wissenschaft, weder die Kinderspiele noch die Sprichwörter, weder das Klima noch die Landschaftsformen, weder die Wirtschaft noch die Literatur, weder das Politisch noch das Private noch der Hinweis auf ‚Schäden durch Abholzung der Berge’ fehlen." Neben der oben genannten Definition gibt es im allgemeinen Sprachgebrauch eine weitere Verwendung des Wortes im Sinne von Kultiviertheit, der stets aber Unkultiviertheit gegenübersteht, die es -da Kultur alles umfasst- eigentlich nicht gibt. Verschiedene Definitionen des Begriffes spiegeln verschiedene Theorien der Bewertung und des Verständnisses menschlichen Tuns wider. 1952 haben Alfred Kroeber und Clyde Kluckhohn eine Liste von über 200 verschiedenen Definitionen in ihrem Buch (Culture: A Critical Review of Concepts and Definitions) zusammengetragen. In der nordamerikanischen cultural anthropology (der in der englischen Sozialwissenschaft die social anthropology entspricht) wird culture ("Kultur") oft gleichbedeutend mit society ("Gesellschaft") benutzt (vor allem bei Stammesgesellschaften, vergleiche Anthropologie, Ethnologie und Soziologie).

Etymologie

Das Wort Kultur kommt aus dem Lateinischen. Das lateinische Wort cultura bedeutet Landwirtschaft, Feldbestellung, bebautes Land (zurückgehend auf das Verb colo, colui, cultus - pflegen) - als Gegensatz zu Natur - und so wurde das Wort Kultur bis ins 19. Jahrhundert verwendet, während für die heutige Bedeutung des Begriffes Kultur mehrheitlich das Wort Kunst seine Anwendung findet.

Entstehung der Kultur

Die vier entscheidenden Schritte des Menschen auf dem Weg zum Kulturwesen (Hominisation) sind vielleicht folgende gewesen, wobei sich der Übergang von der natürlichen zur kulturellen Weiterentwicklung nicht scharf trennen lässt und die Reihenfolge nicht chronologischen Anspruch erhebt.
- Die Entwicklung der Sprache (=>Sprachkultur)
- Die extensive Nutzung von Werkzeugen
- Die Zähmung des Feuers
- Die Entwicklung von expliziten Regeln und Formen des Zusammenlebens (Religion, Ethik, Diakonie und Medizin Rechtsprechung)

Entwicklung des Kulturbegriffs

Gelehrte des 18. und 19. Jahrhunderts und viele Menschen heutiger Zeit setzen Kultur gleich mit Zivilisation und sehen beides im Gegensatz zur Natur. So wurden Menschen, denen Elemente einer Hochkultur fehlten, oft als naturverbunden, bodenständig und im negativen Sinne als unzivilisiert bezeichnet. Die gehobene Kultur wurde kritisiert oder auch verteidigt, da sie angeblich die menschliche Natur unterdrücken würde. Kultur in Abgrenzung zur Barbarei war und ist teilweise heute noch definiert als das Fehlen ökonomischer Notwendigkeit und Betonung des Rituellen, so z.B. ein nach allen Regeln der Kunst gedeckter Tisch als Gegensatz zu ausschließlich "sinnvoller" Bestückung. Im späten 19. Jahrhundert plädierten Anthropologen für eine breitere Definition des Begriffes Kultur. Sie wollten das Wort auf eine Vielzahl von verschiedenen Gesellschaften anwenden können. Sie argumentierten, dass die Kultur der menschlichen Natur entspräche. Die Kultur habe ihre Wurzeln in der menschlichen Fähigkeit, Versuche systematisch auszuwerten und deren Ergebnisse in Schrift und Sprache weiterzugeben. 1 Deswegen entwickeln Menschen, die getrennt voneinander leben, einzigartige Kulturen. Trotzdem können sich Elemente verschiedener Kulturen heute leicht von einer Menschengruppe zu einer anderen ausbreiten. Es wurde also notwendig, methodisch und theoretisch nützlichere Definitionen des Wortes Kultur zu entwickeln. Dabei unterscheiden die Anthropologen zwischen einer
- materiellen Kultur und einer
- symbolischen Kultur (Schrift und Sprache). Der Unterschied spiegelt nicht nur verschiedene menschliche Tätigkeiten wider. Man braucht auch verschiedene Untersuchungsmethoden, um beide Bereiche zu beschreiben und zu untersuchen. In der Regel konzentrieren sich die Archäologen auf die materielle Kultur und die Kulturanthropologen auf die symbolische Kultur. Beide wollen aber letztendlich auch wissen, wie diese zwei Bereiche zusammenhängen. Darüberhinaus bezieht sich der Begriff Kultur für die Anthropologen nicht nur darauf, wie Güter verbraucht werden, sondern auch darauf, wie sie produziert werden und wie sie für die Menschen bedeutsam werden. Die Anthropologen wollen darunter auch die sozialen Beziehungen und Handlungsweisen verstehen, in welche die Dinge des täglichen Lebens einbezogen werden. 2000 wurde von Anthropologen gefordert, den Kulturbegriff auf Primaten auszudehnen. Kultur ist in Zeiten des Umbruchs und der Veränderung auch ein Modewort geworden: Kultur wird mit großem Aufwand als Event inszeniert und als ein wirtschaftlicher Impulsgeber konsumierbar gemacht ("Kulturalismus").

Verwandte Themen


- Alltagskultur
- Baukultur
- Enkulturation
- Gegenkultur
- Internetkultur
- Investmentkultur
- Jugendkultur
- Kulturkapitalismus
- Kulturalismus
- Kulturdarwinismus
- Kulturell Kreativ
- Kulturindustrie
- Kulturkreis
- Kulturschock
- Kulturtechnik
- Kultur und Entwicklung
- Mobilitätskultur
- Subkultur
- Tradition
- Unternehmenskultur
- Zivilisation

Siehe auch


- Aborigines-Kultur
- Afrikanische Kultur
- Arabische Kultur
- buddhistische Kultur
- chinesische Kultur
- christliche Kultur
- deutsche Kultur
- europäische Kultur
- französische Kultur
- indianische Kultur
- Indische Kultur
- islamische Kultur
- Israelische Kultur
- Japanische Kultur
- Koreanische Kultur
  - Südkoreanische Kultur
- Russische Kultur
- Schweizer Kultur
- Türkische Kultur
- US-Kultur

Antike Kulturen


- Ägyptische Kultur
- Gallo-römische Kultur
- Griechische Kultur
- Harappa-Kultur
- Keltische Kultur
  - Hallstatt-Kultur
  - La Tène-Kultur
- Minoische Kultur
- Mykenische Kultur
- Römische Kultur

Kulturen Alteuropas


- Aunjetitzer Kultur
- Baalberger Kultur
- Bandkeramik-Kultur
- Clovis-Kultur
- Dorset-Kultur
- Folsom-Kultur
- Fremont-Kultur
- Gaterslebener Kultur
- Girza-Kultur
- Helladische Kultur
- Hilversum-Kultur
- Hunsrück-Eifel-Kultur
- Indus-Kultur
- Koban-Kultur
- Kretisch-minoische Kultur
- Lausitzer Kultur
- Linearbandkeramische Kultur
- Maglemose-Kultur
- Megalith-Kultur
- Michelsberger Kultur
- Rössener Kultur
- Thule-Kultur
- Villanova Kultur
- Vlaardingen-Kultur
- Wessex-Kultur

Kulturen Altamerikas


- Amra-Kultur
- Badari-Kultur
- Cochise-Kultur
- Cucuteni-Kultur
- Mississippi-Kultur
- Mogollon-Kultur
- Naqada-Kultur
- Nazca-Kultur
- Negade-Kultur
- Nok-Kultur
- Pueblo-Kultur
- Talayot-Kultur
- Tisza-Kultur
- Vinča-Kultur

weitere


- Popkultur
- Postmoderne Kultur

Weblinks


- [http://www.turkologie.com/kultur/ Tuerkische Kultur, Aberglauben, Aussteuer..]
- http://www.111er.de/lexikon/begriffe/kultur.htm
- http://dickinson.edu/departments/germn/glossen/heft3/negt.html Was ist das: Kultur? (Vortrag von Oskar Negt)

Publikationshinweise


- Albert Schweitzer, Kultur und Ethik, ISBN 3406392504 ja:文化 simple:Culture zh-min-nan:Bûn-hoà

Entfernung

Das Wort Entfernung bezeichnet
- allgemein den Abstand oder die Strecke zwischen zwei Gegenständen bzw. Orten oder das Wegbewegen
- in der Sozio- und Ethnologie eine soziale Distanz

Zeitspanne

Ein Zeitraum, auch Zeitabschnitt oder Zeitintervall, ist ein - mehr oder weniger ausgedehnter, vom Wechsel der Ereignisse und Eindrücke, vom Verlauf der Geschehnisse erfüllter - Teil der Zeit.
Ein Zeitraum hat, wenn man ihn als Abschnitt auf einer ein-dimensionalen Zeitskala betrachtet, einen Anfang und ein Ende. Man könnte ihn demnach auch als Zeitdifferenz auffassen, wenngleich dieser Begriff eher der Metrologie und Zeitmessung zuzuordnen ist (siehe auch Intervallzähler). Der kürzeste in der modernen Physik bekannte Zeitraum ist die nach dem Physiker Max Planck benannte Planck-Zeit (ca. 10-43 s), die gleichzeitig die Definitionsgrenze des Zeit-Kontinuums darstellt. Der längste Zeitraum ist die vom Urknall bis heute verstrichene Zeit (Weltalter, etwa 14 Milliarden Jahre oder 4,4.1017 Sekunden). Durch die Planck-Zeit dividiert, ist dies eine Zahl mit 60 Nullen. Ein wichtiger Zeitraum ist jener, den wir spontan als Gegenwart, als Jetzt erleben. Nach verschiedenen Untersuchungen liegt er bei 3 Sekunden und ist in etwa 100 Teile gequantelt. Man kann deshalb die Reihenfolge kurzer Geräusche bis herab zu 0,03 Sekunden feststellen (siehe auch Persönliche Gleichung). Die Zeit besitzt viele Eigenschaften. Nach der Theorie der Relativität steht sie bei Lichtgeschwindigkeit und in der Nähe eines Schwarzen Lochs still, denn Gravitation und Geschwindigkeit verlangsamen die Zeit. Außerdem ist die Zeit vergänglich und unumkehrbar. Alle Zeitspannen basieren auf Teilen und Vielfachen dieser Spannen, hier die Grundlagen für weiterführende Einheiten (z.B. Nanosekunde...): Vielfache und Teile

Siehe auch


- Jiffy Kategorie:Zeitbegriff

Übertragung

Die Übertragung bezeichnet:
- eine Übermittlung von Informationen und Daten, siehe Datenübertragung, Kommunikation, Nachricht und Übertragungskanal
- eine Einwirkung von Effekten bzw. den Einfluss des Zustandes eines Objektes auf den eines anderen, siehe Informationsübertragung (Physik)
- im Rundfunk/Fernsehen die Ausstrahlung einer Radio- bzw. Fernsehsendung
- die sinngemäße Übersetzung eines literarischen Textes, siehe Übertragung (Literatur)
- in der Medizin entweder
  - die Ansteckung mit einer Krankheit, siehe Infektion oder
  - eine Überschreitung der Schwangerschaftsfrist, siehe Übertragung (Geburt)
- in der Psychologie bzw. Psychotherapie das Phänomen der unbewussten Übertragung von Gefühlen von früheren Bezugspersonen auf Andere, siehe Übertragung (Psychologie)

Siehe auch


- Übertrag
- Transmission Ubertragung

Wirkung

Der Begriff Wirkung bezeichnet
- allgemein einen auf Kausalität bezogenen Begriff. Die Wirkung ist das Resultat ihrer Ursache.
- in der Pharmazie den erwünschten, wie den unerwünschten Effekt (Nebenwirkung) eines Wirkstoffs,
- in der Physik: eine physikalische Größe der Dimension Energie mal Zeit,
- in der Mathematik eine bestimmte äußere zweistellige Verknüpfung einer Menge mit einer Gruppe, siehe: Gruppenoperation
- in der Philosophie alles was aus der causa efficiens hervorgeht,
- in der Informatik eine Veränderung des Zustands oder von Prozessen eines Systems, siehe: Wirkung (Informatik).
- In der Wirtschaft tritt eine Wirkung in der Regel auch durch Veränderung von Geschäftsprozessen ein. Nach DIN 19 226: Wirkung im Sinne der Norm ist die Beeinflussung einer Größe, der beeinflussten Größe, durch eine oder mehrere andere Größen, die verursachenden Größen. Siehe auch: Einfluss, Einflussnahme, Wirksamkeit Kategorie:Abstraktum

Niklas Luhmann

Niklas Luhmann (
- 8. Dezember 1927 in Lüneburg; † 6. November 1998 in Oerlinghausen bei Bielefeld) war ein deutscher Soziologe, ab ca. 1967 von bedeutendem Einfluss auf die deutsche und internationale Soziologie, bis hin zur "Schulen"-Bildung. Als einer der Begründer der soziologischen Systemtheorie machte er sich auch in der Jurisprudenz und Philosophie einen Namen.

Leben

Niklas Luhmann wurde als Sohn eines Brauereibesitzers geboren und studierte von 1946 bis 1949 Rechtswissenschaft in Freiburg im Breisgau. Es folgte bis 1953 eine Referendarausbildung in Lüneburg. In dieser Zeit begann er auch mit dem Aufbau seiner Zettelkästen. Von 1954 bis 1962 war er dann als Verwaltungsjurist in der öffentlichen Verwaltung des Landes Niedersachsen tätig. 1960 heiratete er Ursula von Walter; 1960/61 erhielt er ein Fortbildungs-Stipendium für die Harvard-Universität, das er nach erteilter Beurlaubung wahrnehmen konnte. Dort kam er in Kontakt mit Talcott Parsons und dessen strukturfunktionaler Systemtheorie. Nach seiner Tätigkeit als Referent an der Deutschen Hochschule für Verwaltungswissenschaften Speyer von 1962 bis 1965 und seiner Tätigkeit als Abteilungsleiter an der Sozialforschungsstelle an der Universität Münster in Dortmund von 1965 bis 1968 (1965/66 daneben ein Semester Studium der Soziologie an der Universität Münster) promovierte er dort 1966 zum Dr. sc. pol. (Doktor der Sozialwissenschaften) und habilitierte sich fünf Monate später bei Dieter Claessens und Helmut Schelsky mit "Funktionen und Folgen formaler Organisation" bzw. "Recht und Automation in der öffentlichen Verwaltung. Eine verwaltungswissenschaftliche Untersuchung". 1968 bis 1993 lehrte er dann als Professor für Soziologie an der Universität Bielefeld. Niklas Luhmann wohnte mehrere Jahrzehnte in Oerlinghausen bei Bielefeld. Zwei Jahre nach seinem Tod wurde im Jahre 2000 das vorherige "Städtische Gymnasium Oerlinghausen" in "Niklas-Luhmann-Gymnasium" umbenannt.

Zur Systemtheorie

Die Luhmannsche Systemtheorie (in Abgrenzung zur allgemeinen Systemtheorie von Ludwig von Bertalanffy u. a. sowie zur Theorie sozialer Systeme von Talcott Parsons) gilt derzeit als eine der wohl erfolgreichsten und populärsten Theorieangebote im deutschen Sprachraum, nicht nur in der Soziologie, sondern auch in so diversen Feldern wie der Psychologie, der Theorie des Managements oder der Literaturtheorie. Auch international beeinflusst sie den sozialphilosophischen Diskurs. Luhmanns Systemtheorie handelt von selbstreferenziellen sozialen Operationen, Prozessen, Strukturen und Systemen, die sich auf sich selbst und auf ihre Umwelt beziehen können und dadurch den Unterschied von System und Umwelt erzeugen und reproduzieren.

Elemente sozialer Systeme

Kleinste Elemente sozialer Systeme, postuliert Luhmann, sind nicht etwa handelnde Menschen, sondern Kommunikationen. Ein soziales System steuert sich selbst, indem es ständig Kommunikationen produziert und anschlussfähig hält. Psychische Systeme (Bewusstsein) könnten nicht kommunizieren, sie denken; nur soziale Systeme (Interaktion, Organisation, Gesellschaft) können sich kommunikativ anregen. Luhmann radikalisiert den "Kommunikations"-Begriff und definiert ihn als dreifache Selektion aus "Information, Mitteilung und Verstehen". Die Verständigung zwischen Akteuren erscheint als ein prinzipiell unwahrscheinliches Ereignis, da Kommunikationen stör- und fehleranfällig sind. Sein berühmtestes Bonmot zur weltgesellschaftlichen Kommunikation lautet: "Hier zählt jeder Fluch der Ruderer auf den Galeeren". Luhmann hat Beschreibungen für einfache Interaktionssysteme (beispielsweise Liebesbeziehungen), Organisation, der Weltgesellschaft sowie für eine Vielzahl sozialer Funktionssysteme wie Recht, Wissenschaft, Wirtschaft, Religion, Erziehungswesen, Politik, Massenmedien, aber auch Sozialarbeit und Kunst angefertigt beziehungsweise angeregt. Dabei bedient er sich der Theoriefigur der "operativen Geschlossenheit" jedes der funktional differenzierten Systeme sowie des Gesellschaftssystems insgesamt. Diese Art der Analyse soll dem Soziologen/der Soziologin die trennscharfe Zurechnung von Kommunikationen, Ereignissen, Erlebnissen und Handlungen auf die gesellschaftlichen Subsysteme, ihre Codes, Medien, Strukturen, Frames und Programme ermöglichen.

Autopoiesis

Seit Anfang der 1980er Jahre übernimmt Luhmann den Grundbegriff der Autopoiesis für die Soziologie, der von Humberto Maturana und Francisco Varela in der Systembiologie erarbeitet wurde, doch nicht ohne ihn abzuwandeln. Ein System definiert sich danach selbst, indem es einen Unterschied zu seiner Umwelt markiert. Neben anderen inneren Komponenten ist die Systemgrenze Produkt des Systems. Erst durch die Ziehung seiner "Grenze" hebt es sich von der Umwelt ab und wird zu etwas von der Umwelt Verschiedenem. Mit anderen Worten: Das System schafft sich selbst. Deswegen spricht Luhmann mit Maturana von autopoietischen (griech.: selbsterzeugend), in operativer Hinsicht von geschlossenen Systemen. Im Gegensatz zu Maturana, der den Begriff der "Autopoiesis" strikt auf Organismen beschränkt, findet Luhmann insbesondere in sozialen Phänomenen ein weiteres Anwendungsgebiet. Luhmanns theoretische Grundbausteine sind jedoch nicht Kommunikationsagenten, sondern Kommunikationen selbst. Dieser Schritt mutet prima facie höchst seltsam an: soziale Systeme bestehen ausdrücklich nicht aus Menschen, sondern eben nur aus Kommunikationen. Jedoch lässt sich Luhmanns theoretische Entscheidung einfach begründen: Bestünden soziale Systeme aus Menschen, würden sie - kraft ihrer Eigenschaft, autopoietisch zu sein - Menschen produzieren. Das wäre in gewisser Hinsicht absurd. Folglich wählt Luhmann die zugegebenermaßen unorthodoxe, aber zumindest weniger abwegige Variante, die sich für ihn durch Grundsatzentscheidung für autopoietische Systeme ergibt. Aus der operationalen Abgeschlossenheit sozialer Systeme ergeben sich erkenntnistheoretische Konsequenzen, die Maturana als Vertreter des Radikalen Konstruktivismus als erster formuliert hat und die auch Luhmann im Weiten teilt, sich jedoch auf eine eigene Variante des operativen Konstruktivismus stützt. Eine logisch strenge Fundierung dieses Ansatzes, der zu postontologischen Perspektiven führt, findet sich für Luhmann in den Laws Of Form des britischen Mathematikers George Spencer-Brown. Paradigmatisch geht es Luhmann darum, durch die System-Umwelt-Differenz die Menschen (körperlich, psychisch) in der Umwelt der Gesellschaft zu verorten sowie umgekehrt soziale Systeme in der Umwelt von psychischen. Eine emphatische Anthropologie im Sinne des Humanismus lehnt er ab und betont die Eigenlogik des Sozialen. Ferner übernimmt er das aus der Kybernetik, insbesondere von Heinz von Foerster, entwickelte Konzept der Beobachtung 2. Ordnung als spezifisch wissenschaftliche Perspektive.

Zusammenfassung

Luhmanns Systemtheorie basiert auf der Evolution von Kommunikation (von Sprache über Schrift bis hin zu elektronischen Medien) und parallel auf der Evolution von Gesellschaft durch funktionale Ausdifferenzierung (siehe auch soziale Differenzierung). Daraus ergeben sich drei Stränge: # Systemtheorie als Gesellschaftstheorie, # Kommunikationstheorie und # Evolutionstheorie, die sich durch sein gesamtes Werk ziehen (siehe dazu: Aufsatz von 1975 „Systemtheorie, Evolutionstheorie und Kommunikationstheorie“). Luhmann bezeichnete sich zeitlebens als Soziologen, doch kann man - und hierin ist er Jürgen Habermas nicht unähnlich - ihn ebensowohl als Wissenschaftstheoretiker auffassen, der die Soziologie sehr angeregt hat und der eine bemerkenswerte soziologische Urteilskraft besaß. Für die Sucher nach einer "Großen Theorie" war sein Denkansatz verlockend, auffällig nach 1990 auch angesichts der Neuanhängerschaft zahlreicher vormaliger (Nenn-)Marxisten aus dem Ostblock. Insgesamt bietet das Werk Luhmanns eine oft subtil ironische, distanzierte, desillusionierende gesellschaftstheoretische Perspektive. Philosophen mag es an Hegels Versuch erinnern, seine Zeit in Worte zu fassen. Absolutem Wissen erteilt Luhmann jedoch eine Absage.

Kritik

Luhmanns Systemtheorie hat eine teilweise heftige Debatte nicht nur in der Soziologie entfacht. Aus erkenntnistheoretischer Perspektive wird moniert, die Theorie laufe auf Grund ihres tautologischen Ansatzes leer und sage uns nicht mehr über die Welt, als was wir vermöge fachwissenschaftlicher Erkenntnisse nicht ohnehin schon über sie wissen oder wissen könnten. Faktisch wird der Theorie vorgeworfen, sie definiere zu viele gängige Begriffe der Soziologie einfach systemtheoretisch um und führe sie damit weniger einer tieferen Analyse zu, als dass sie sie 'erledige', und dass das mit ihrer Schöpfung eingebrachte Problembewusstsein von ihr kupiert werde. Dem kommt zu Hilfe, dass sie es nach kleiner Einführung auch Adepten ohne gründliche positive Kenntnisse erlaubt, schnelle Urteile auszusprechen, für Studierende sehr verlockend. Diesem "Ableitungs-Luhmannismus" auch auf Lehrstühlen stehen jedoch Wissenschaftler/innen gegenüber, die fruchtbare Weiterentwicklungen vorgelegt haben (vgl. unten "Wirkung").

Werke

Große Monographien-Reihe

:Soziale Systeme (1984) ISBN 3518282662 :Die Wirtschaft der Gesellschaft (1988), ISBN 3518287524 :Die Wissenschaft der Gesellschaft (1990) ISBN 3518286013 :Das Re