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Bernardo O'Higgins

Bernardo O'Higgins

Bernardo O'Higgins Riquelme (
- 20. August 1778 Chillán, Chile; † 24. Oktober 1842, Lima, Peru) war ein Militär und Unabhängigkeitskämpfer in Chile. Von 1817-1823 war er der erste Director Supremo von Chile. Geboren wurde Bernardo O'Higgins in Chillán als unehelicher Sohn von Ambrosio O'Higgins, dieser war Bürgermeister von Concepción. Später wurde dieser Gourverneur von Chile und Vizekönig von Peru. Seine Mutter war Isabel Riquelme eine bekannte Dame in Chillán. In den frühren Jahren lebte er bei der Familie seiner Mutter. Zu seinem Vater er ein distanziertes Verhältnis, obwohl er ihn finanziell unterstützte und sich um seine Ausbildung kümmerte. Den spanischen Regierungsbeamten war es damals verboten einheimische Frauen zu heiraten. Als Ambrosio O'Higgins Vizekönig von Peru wurde, schickte er Bernardo nach London um seine Ausbildung zu vervollständigen. O'Higgins kam in die Kreise der südamerikanischen Unabhängigskeitsvertreter, z.B. dem Venezolaner Francisco de Miranda. Er trat der Loge Lautaro bei.

Unabhängigkeitskrieg

1810 gehörte er zu den Unabhängigkeitskämpfer in Chile. 1814 wurde er in der Schlacht von Rancagua geschlagen und mußte nach Argentinien fliehen. In Chile zog die Zeit der Reconquista ein. 1817 marschierte er mit General José de San Martín über die Anden und konnte die Spanier in der Schlacht von Chacabuco schlagen. In der verlorenen Schlacht von Cancha Rayada 1818 wurde er am Arm verletzt. Die Schlacht von Maipú am 5. April 1818 brachte den endgültigen Sieg für die chilenischen Unabhängigkeitskämpfer. Der siegreiche José de San Martín setzte eine nationale Regierung ein. Jedoch lehnte er das Amt des chilenischen Präsidenten zugunsten von Bernardo O’Higgins ab.

Director Supremo

Er wurde zum ersten Führer eines unabhängigen Chile, ausgestattet mit diktatorischen Mitteln und dem Titel Director Supremo. Er trat sein Amt am 16. Februar 1817 an. Am 12. Februar 1818 wurde Chile unabhängig. In den 6 Jahren seiner Regierung gründete er die Militärakamedie und führte die neue chilenische Flagge ein. Seine radikalen und liberalen Reformen verärgerten die Großgrundbesitzer und Konservativen. Am 28. Januar 1823 wurde er abgesetzt. O'Higgins ging ins Exil nach Peru und starb in Lima 1842. 1869 wurde sein Leichnam nach Chile überführt. Seit 1979 liegt dieser im Altar de la Patria's Mausoleum vor dem Präsidentenpalast La Moneda in Santiago de Chile. Siehe auch: Geschichte Chiles O'Higgins, Bernardo O'Higgins, Bernardo Kategorie:Politiker (Chile) Kategorie:Militärperson (Chile) O'Higgins, Bernardo O'Higgins, Bernardo ja:ベルナルド・オイギンス

20. August

Der 20. August ist der 232. Tag des Gregorianischen Kalenders (der 233. in Schaltjahren) - somit bleiben 133 Tage bis zum Jahresende.

Ereignisse 20. August


- 636 – In der Schlacht am Jarmuk unterliegen die Byzantiner den Arabern. Ende der byzantinischen Herrschaft im Nahen Osten.
- 1400 – Unzufrieden mit der Entwicklung im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation und der Untätigkeit des amtierenden Königs setzen die Kurfürsten König Wenzel ab und wählen stattdessen Ruprecht III. von der Pfalz.
- 1794 – In der Schlacht von Fallen Timbers schlagen die Truppen der Vereinigten Staaten eine Allianz von Chippewa, Ottawa, Potawatomi, Shawnee, Delaware und Mingo, die vom Shawnee Häuptling Weyapiersenwah angeführt wird.
- 1898 – Die Gornergratbahn nimmt den Betrieb auf.
- 1940 – Attentat auf Leo Trotzki durch Ramón Mercader. Trotzki stirbt am darauf folgenden Tag.
- 1942Roland Freisler wird als Nachfolger des zum Reichsjustizminister ernannten Otto Georg Thierack Präsident des Volksgerichtshofs.
- 1960 – Als ehemalige französische Kolonie wird Senegal endgültig von Frankreich unabhängig.
- 1968 – In der Nacht vom 20. auf den 21. August besetzen Armeen der Warschauer-Pakt-Staaten die Tschechoslowakei und beenden so den Prager Frühling.
- 1973 – Ein Putschversuch in Laos scheitert.
- 1980Reinhold Messner bezwingt als erster Bergsteiger den Mount Everest im Alleingang und ohne Sauerstoffgerät
- 1988 – Erdbeben der Stärke 6,6 in Nepal und Indien, ca. 1.450 Tote.
- 1988 - Mit einem Waffenstillstand zwischen dem Iran und dem Irak endet der Erste Golfkrieg.
- 1991Estland erklärt seine Unabhängigkeit von der Sowjetunion.
- 1998 – Operation „Infinite Reach“: Als Vergeltung für die Bombenanschläge auf die US-Botschaften in Kenia und Tansania greift die US-Luftwaffe überraschend Ziele in Afghanistan und Sudan an. In Afghanistan sei ein Stützpunkt von Terroristen angegriffen worden, in Sudan eine Chemiewaffenfabrik, in der angeblich chemische Waffen hergestellt wurden.

Wissenschaft, Technik


- 1975 – Start der NASA Mars-Sonde Viking 1
- 1977 – Start der amerikanischen Raumsonde Voyager 2, welche am 9. Juli 1979 Jupiter, am 25. August 1981 Saturn, am 24. Januar 1986 Uranus und am 25. August 1989 Neptun besuchen wird.

Kultur


- 1730 – Uraufführung der Oper The Generous Free-Mason von Henry Carey in London.
- 1851 – Uraufführung der romantischen Oper Aurelia, Herzogin von Bulgarien von Conradin Kreutzer in Kassel.
- 1857 – Der französische Dichter Charles Baudelaire wird wegen „Beleidigung der öffentlichen Moral und der guten Sitten“ zu einer Geldstrafe verurteilt.
- 1882Pjotr Iljitsch Tschaikowskis 1812 Ouvertüre wird in Moskau uraufgeführt.
- 1972 - in Los Angeles findet das Musikfestival Wattstax statt.

Sport


- Einträge im Bereich Formel 1 siehe Formel 1.
- Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden s. u. der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.

Geboren


- 1086Boleslaw III. (Polen), Herzog von Polen
- 1517Antoine Perrenot de Granvelle, spanischer Kardinal und Minister
- 1600Jacopo Peri, italienischer Komponist
- 1710Thomas Simpson, englischer Mathematiker
- 1752Friederike Caroline Luise von Hessen-Darmstadt, Tochter von Georg Wilhelm von Hessen Darmstadt und Maria Luise Albertine von Leiningen-Dagsburg-Falkenburg
- 1778Bernardo O'Higgins, chilenischer Politiker, Führer der chilenischen Armee im Unabhängigkeitskampf gegen Spanien und Chiles erstes Staatsoberhaupt
- 1779Jöns Jakob Berzelius, schwedischer Chemiker
- 1796Armand-Jacques-Achille Leroy de Saint-Arnaud, französischer General und Staatsmann
- 1798Paul Wilhelm Eduard Sprenger, österreichischer Architekt
- 1799Heinrich von Gagern, liberaler deutscher Politiker zur Zeit der bürgerlichen Märzrevolution
- 1817Cölestin Joseph Ganglbauer, Erzbischof von Wien
- 1827Charles De Coster, belgischer Schriftsteller
- 1827Josef Strauß, österreichischer Komponist und Dirigent
- 1833Benjamin Harrison, US-amerikanischer Politiker (23. US-Präsident)
- 1847Boleslaw Prus, polnischer Schriftsteller
- 1858Fritz Skowronnek, deutscher Journalist und Schriftsteller
- 1860Raymond Poincaré, französischer Politiker
- 1873Eugen Schmalenbach, deutscher Wirtschaftswissenschaftler
- 1883Robert Lehr, deutscher Politiker, Mitbegründer der CDU, MdB, Bundesinnenminister 1950-1953
- 1884Rudolf Bultmann, deutscher Theologe
- 1886Paul Tillich, US-amerikanischer Theologe
- 1889Wilhelm August Flitner, deutscher Philosoph und Pädagoge
- 1890Howard Phillips Lovecraft, US-amerikanischer Schriftsteller
- 1890Cees ten Cate, niederländischer Fußballspieler
- 1898Vilhelm Moberg, schwedischer Schriftsteller
- 1899Johannes Lilje, deutscher Theologe, Kunsthistoriker und Landesbischof
- 1901Salvatore Quasimodo, italienischer Lyriker
- 1905Jack Teagarden, US-amerikanischer Musiker
- 1909 - Olga Nikolajewna Rubzowa, russische Schachspielerin
- 1910 - Otto Piltz, deutscher Maler
- 1910Eero Saarinen, finnischer Architekt und Designer
- 1915Hans Quest, deutscher Schauspieler
- 1916Richard Stücklen, deutscher CDU-Politiker, MdB, Postminister 1957-1966, Bundestagspräsident 1979–1983
- 1918Jacqueline Susann, US-amerikanische Schriftstellerin
- 1924Ernst Breit, deutscher Politiker, 1982–90 Vorsitzender des DGB
- 1924Jim Reeves, US-amerikanischer Country-Sänger
- 1928Luciano De Crescenzo, italienischer Schriftsteller
- 1930Jan Olszewski, polnischer Politiker
- 1931Don King, US-amerikanischer Boxpromoter
- 1931Bernd Becher, deutscher Fotograf
- 1934Sneaky Pete Kleinow, US-amerikanischer Country-Musiker
- 1936Alice und Ellen Kessler, deutsche Entertainerinnen (Kessler-Zwillinge)
- 1937Andrei Konchalovsky, russischer Regisseur (Bruder von Nikita Michalkow)
- 1939Fernando Poe Jr., philippinischer Präsidentschaftskandidat und Filmstar
- 1940John Lantree, US-amerikanischer Musiker
- 1941Slobodan Milošević, ehemaliger Präsident Serbiens, ehemaliger Präsident der Bundesrepublik Jugoslawien
- 1942Isaac Hayes, US-amerikanischer Musiker, Sänger und Songschreiber
- 1942Hannelore Hoger, deutsche Schauspielerin
- 1944Rajiv Gandhi, indischer Premierminister
- 1945Jürgen Heinrich, deutscher Schauspieler
- 1946Ralf Hütter, deutscher Musiker („Kraftwerk“)
- 1946Hans Meiser, deutscher TV-Moderator
- 1946Gudrun Schaich-Walch, deutsche Politikerin, SPD-MdB seit 1990
- 1947Jim Pankow, US-amerikanischer Musiker
- 1948Robert Plant, britischer Sänger („Led Zeppelin“)
- 1948Bernhard Russi, schweizerischer Skifahrer
- 1951Phil Lynott, irischer Musiker, Sänger und Songschreiber („Thin Lizzy“)
- 1951Kalle Pohl, deutscher Comedian
- 1952John Hiatt, US-amerikanischer Country-Sänger und Songwriter
- 1952Doug Fieger, US-amerikanischer Musiker, Sänger und Songschreiber
- 1954Barry Johnson, britischer Musiker
- 1955Gary Lalonde, kanadischer Musiker
- 1955Mike McKenzie, britischer Musiker
- 1957Leslie Knauer, US-amerikanische Sängerin
- 1961Maren Winter, deutsche Schriftstellerin
- 1962James Marsters, US-amerikanischer Schauspieler und Musiker
- 1966Dimebag Darrell, Thrash-Metal Gitarrist („Pantera“)

Gestorben


- 984Johannes XIV., Papst von 983 bis 984
- 1025Burchard von Worms, Bischof und Kirchenrechtler
- 1153Bernhard von Clairvaux, mittelalterlicher Abt, Kreuzzugsprediger und Mystiker
- 1396Marsilius von Inghen, mittelalterlicher Logiker und Philosoph
- 1471Borso d'Este, Herzog von Ferrara, Modena
- 1528Georg von Frundsberg, deutscher Soldat und Landsknechtsführer
- 1607Wilhelm Zepper, reformierter Theologe
- 1621Rudolf von Anhalt-Zerbst, Fürst von Anhalt
- 1639Jakob Bidermann, deutscher Dramatiker
- 1639Martin Opitz, deutscher Barockdichter
- 1672Johan de Witt, niederländischer Staatsmann, Ratspensionär der vereinigten Niederlande
- 1711Louis-François de Boufflers, französischer Feldherr und Marschall von Frankreich
- 1804Charles Floyd, US-amerikanischer Entdecker, Mitglied der Lewis-und-Clark-Expedition
- 1823Friedrich Arnold Brockhaus, deutscher Verleger
- 1823Pius VII., Papst von 1800 bis 1823
- 1834Johann Jakob Humann, Bischof von Mainz
- 1854Friedrich Wilhelm Joseph von Schelling, deutscher Philosoph
- 1862Eduard Pistorius, deutscher Genremaler und Radierer
- 1882Fjodor Petrowitsch Lütke, russischer Marineoffizier und Schriftsteller
- 1890Nicolás Ruiz Espadero, kubanischer Pianist und Komponist
- 1891Franz Friedrich Ernst Brünnow, deutscher Astronom
- 1905Franz Reuleaux, deutscher Ingenieur
- 1910August Robert Wolff, Warschauer Verleger und Buchhändler
- 1912József Samassa, Erzbischof von Eger und Kardinal
- 1912William Booth, Gründer und erste General der Heilsarmee
- 1914Pius X., Papst von 1903 bis 1914
- 1915Paul Ehrlich, deutscher Chemiker, Mediziner und Serologe
- 1917Johann Friedrich Wilhelm Adolf von Baeyer, deutscher Chemiker und Nobelpreisträger
- 1927Enrique Reig y Casanova, Erzbischof von Toledo und Kardinal
- 1932Paul Keller, schlesischer Publizist und Schriftsteller
- 1942Rudolf Spielmann, österreichischer Schachgroßmeister
- 1944Hans Fischinger, deutscher Filmregisseur
- 1945Alexander Roda Roda, österreichischer Schriftsteller und Publizist
- 1952Kurt Schumacher, deutscher Politiker, Parteivorsitzender
- 1959Alfred Kubin, österreichischer Grafiker und Buchillustrator
- 1959William Frederick Halsey, US-amerikanischer Admiral
- 1961Percy Williams Bridgman, US-amerikanischer Physiker, Nobelpreisträger
- 1963Heinrich Gerns, deutscher Politiker und MdB
- 1965Odile Defraye, belgischer Radrennfahrer
- 1980Joe Dassin, französischer Sänger
- 1982Ulla Jacobsson, schwedische Schauspielerin
- 1990Rudolf Gellesch, deutscher Fußballspieler
- 1990Werner Lansburgh, deutscher Schriftsteller und Publizist
- 1995Hugo Pratt, italienischer Comic-Autor
- 1996Rio Reiser, deutscher Rockmusiker
- 2001Fred Hoyle, britischer Astronom und Mathematiker

Feier- und Gedenktage


- Nationalfeiertag Seborga
- Ungarn: Nationalfeiertag, Fest des Staatsgründers und ersten ungarischen Königs, des heiligen Stephan I.

Siehe auch


- 19. August21. August
- 20. Juli20. September
- Historische JahrestageZeitskala
- Wikipedia:GlaskugelWikipedia:Formatvorlage Tag 0820 ja:8月20日 ko:8월 20일 simple:August 20 th:20 สิงหาคม

1778

Ereignisse


- 3. August: Uraufführung „L'Europa riconosciuta“ (Antonio Salieri) in Mailand, die Eröffnungsvorstellung der Mailänder Scala
- 27. Dezember: Uraufführung der Oper La Scuola de' gelosi von Antonio Salieri am Teatro San Moisè in Venedig
- James Cook entdeckt die Hawaii-Inseln
- Georg Christoph Lichtenberg führt die Zeichen „+“ und „-“ zur Unterscheidung der elektrischen Ladung ein
- Gründung der ersten jüdischen Freischule in Berlin nach dem Bildungsprogramm der Haskala

Geboren


- 18. Januar: Ludwig Georg von Winter, badischer Beamter († 1838)
- 9. Februar: Hammamizade Ismail Dede Efendi, osmanischer Komponist († 1846)
- 13. Februar: Fernando Sor, spanischer Gitarrist und Komponist († 1839)
- 16. Februar: John Colborne, britischer Feldmarschall und Kolonialverwalter († 1863)
- 25. Februar: José de San Martín, argentinischer General und Revolutionär († 1850
- 2. März: Friederike von Mecklenburg-Strelitz, Tochter des Herzogs Karl II. (Mecklenburg-Strelitz) († 1841)
- 19. März: Edward Michael Pakenham, britischer Generalmajor († 1815)
- 23. April: Sir John Harvey, britischer General und Kolonialadministrator († 1852)
- 8. Mai: Johann Gänsbacher, österreichischer Komponist und Dirigent († 1844)
- 12. Mai: Johann August Zeune, deutscher Pädagoge, Geograph und Germanist († 1853)
- 18. Mai: Andrew Ure, englischer Mediziner und Professor für Naturgeschichte und Chemie († 1857)
- 25. Mai: Claus Harms, deutscher protestantischer Theologe († 1855)
- 7. Juni: George Bryan Brummell, britischer Dandy, Freund Georg IV. († 1840)
- 3. Juli: Carl Ludwig Engel, deutsch-finnischer Architekt und Maler († 1840)
- 18. Juli: Johann Friedrich Erdmann, deutscher Mediziner († 1846)
- 9. August: Lorenzo Romano Amedeo Carlo Avogadro, italienischer Physiker und Chemiker († 1856)
- 11. August: Friedrich Ludwig Jahn, deutscher Pädagoge († 1852)
- 9. September: Clemens Brentano, deutscher Schriftsteller († 1842)
- 20. September: Fabian Gottlieb von Bellingshausen, Forscher († 1852)
- 27. September: Carl Friedrich Rungenhagen, deutscher Komponist und Musikpädagoge († 1851)
- 24. Oktober: Christian Heinrich Delius, Archivar und Historiker († 1840)
- 26. Oktober: Charles Grant, Baron Glenelg, schottischer Politiker († 1866)
- 1. November: Gustav IV. Adolf, König von Schweden von 1792 bis 1809 († 1837)
- 14. November: Johann Nepomuk Hummel, österreichischer Komponist und Pianist († 1837)
- 15. November: Giovanni Battista Belzoni, italienischer Abenteurer († 1823)
- 19. November: Charles-Michel de Salaberry, kanadischer Soldat, Politiker und Held des Kriegs von 1812 mit den USA († 1829)
- 6. Dezember: Joseph Louis Gay-Lussac, französischer Chemiker und Physiker († 1850)
- 17. Dezember: Sir Humphry Davy, britischer Chemiker († 1829)
- Sophie Blanchard, Luftschifferin († 1819)

Gestorben


- 10. Januar: Eva König, Ehefrau von Gotthold Ephraim Lessing (
- 1736)
- 10. Januar: Carl von Linné, schwedischer Naturforscher (
- 1707)
- 5. März: Thomas Arne, britischer Komponist (
- 1710)
- 30. Mai: Voltaire, französischer Schriftsteller (
- 1694)
- 28. Juni: Jean-Jacques Rousseau, französischer Schriftsteller und Philosoph (
- 1712)
- 3. Juli: Anna Maria Mozart, Mutter von Wolfgang Amadeus Mozart (
- 1720)
- 9. November: Giovanni Battista Piranesi, Italienischer Kupferstecher, Archäologe, Architekt und Architekturtheoretiker (
- 1720) ko:1778년

Chile

Chile (amtlich República de Chile, deutsch: Republik Chile) ist ein Staat im Südwesten Südamerikas, der sich annähernd in Nord-Süd-Richtung zwischen den Breitengraden 17°3'S und 56°30'S erstreckt. Das Land grenzt im Westen und Süden an den Pazifischen Ozean, im Norden an Peru, im Nord-Osten an Bolivien und im Osten an Argentinien. Des Weiteren gehören zu Chile noch die im Pazifik gelegene Osterinsel (Rapa Nui), die Juan-Fernández-Inseln (einschließlich der Robinson-Crusoe-Insel), die Inseln San Felix und San Ambrosio, die Insel Salas y Gómez, sowie die Diego-Ramirez-Inseln. Ferner beansprucht Chile einen Teil der Antarktis.

Etymologie

Die Herkunft des Wortes Chile ist nicht eindeutig nachgewiesen. Die verbreitetste Erklärung ist, dass sich das Wort aus der Sprache der Aymara herleitet. Dort bedeutet das Wort chilli "Land, wo die Welt zu Ende ist". Dies würde durch die Tatsache unterstützt, dass die ersten Spanier, die nach Chile kamen, von den Siedlungsgebieten der Aymara aus aufbrachen. Die Spanier bezeichneten seit Anbeginn der Kolonisation Südamerikas das Land südlich der Atacama-Wüste mit dem Namen Chile. In den chilenischen Schulen wird außerdem noch die Variante gelehrt, dass Chile die lautmalerische Bezeichnung eines Vogels namens Trile sein könnte. Eine weitere, wenig verbreitete Theorie nennt die Inka-Sprache Quechua als Ursprung. Die maximale Ausdehnung des Inkareichs reichte nämlich bis zum Gebiet des heutigen Santiago, woraufhin die Inka das Land südlich des Río Aconcagua in Anlehnung an das relativ kalte Klima und die schneebedeckten Anden tchili nannten, was Schnee bedeutet. Absolut gar nichts hat die Landesbezeichnung Chile mit der (auf spanisch gleichnamigen) Chilischote zu tun. Dieses Wort stammt aus der mittelamerikanischen Aztekensprache Nahuatl.

Physische Geographie

siehe Hauptartikel: Physische Geographie Chiles Chile ist ein Land, das sich auf dem südamerikanischen Kontinent über 4.200 Kilometer in Nord-Süd-Richtung entlang der Anden und des Pazifischen Ozeans erstreckt (zählt man den Antarktischen Teil hinzu ca. 8.000 km), aber durchschnittlich nur ca. 180 Kilometer breit ist. Die engste Stelle beträgt im kontinentalen Chile (ohne Antarktis) 90 km, die breiteste Stelle etwa 240 km. Die Längenausdehnung Chiles entspricht auf Europa übertragen in etwa der Entfernung zwischen der Mitte Dänemarks und der Sahara. Aufgrund der langen Nord-Süd-Ausdehung über mehr als 39 Breitengrade, aber auch der beträchtlichen Höhenunterschiede in West-Ost-Richtung, weist Chile eine große Vielfalt an Klima- und Vegetationszonen auf.

Relief und Geologie

Breitengrad Stark vereinfacht besteht Mittel- und Südchile aus zwei parallelen Gebirgszügen mit Nord-Südverlauf: den Anden im Osten und dem niedrigeren Küstenbergzug (Küstenkordillere) im Westen. Dazwischen liegt das Zentraltal (Valle Central) mit dem Hauptteil der Bevölkerung, des Ackerlands und des Weinbaus. Die Höhe von Kordillere, Zentraltal und Anden nimmt im Mittel von Norden nach Süden ab, so dass das Zentraltal südlich der Stadt Puerto Montt, die etwa 1.000 km südlich von Santiago liegt, unter den Meeresspiegel abtaucht. Gleichzeitig wird die Küstenkordillere zu einer Inselkette, an der nur noch die Bergspitzen aus dem Wasser ragen. In dieser Region lässt sich deswegen eine einzigartige Fjord- und Insellandschaft entdecken. Im Norden Chiles dagegen gibt es kein ausgeprägtes Zentraltal, das heißt die Landschaft steigt von der Küste kommend zunächst steil an und bildet dann ein etwa 1.000 - 1.500 m hohes Plateau bis zum Fuße der Anden. Das chilenische Relief lässt sich geotektonisch grob in drei Bereiche einteilen: die Anden im Osten, der Übergangsbereich (Pampa de Tamarugal und Valle Longitudinal) und das Küstengebirge (Cordillera de la Costa). Die chilenischen Anden, die nur an wenigen Stellen die 2.000 m-Höhenlinie unterschreiten, unterteilen sich hinsichtlich ihrer geologisch- tektonischen Struktur von Nord nach Süd in vier größere Blöcke.
- Im großen Norden (spanisch norte grande) des Landes zieht sich eine etwa 1.000 km lange Kette rezenter Stratovulkane von der Grenze zu Peru (etwa am 17. südlichen Breitengrad) bis zum höchsten Berg des Landes, dem erloschenen Vulkan Ojos del Salado (6.880 m), der südlich des 27. Breitengrades in etwa auf der Höhe der Stadt Copiapó liegt.
- Im kleinen Norden (spanisch norte chico) zwischen dem 27. und 33. Breitengrad, der etwas nördlich der Hauptstadt Santiago de Chile verläuft, befindet sich die durchschnittlich 5.000 m hohe Hochkordillere, die frei von jungem Vulkanismus ist.
- Von Santiago de Chile über den gesamten kleinen Süden (span. sur chico) bis etwas südlich der Stadt Puerto Montt (42. Breitengrad) setzt mit dem 6.800 m hohen Vulkan Tupungato erneut eine langgestreckte Vulkankette ein, die aber nach Süden schnell an Höhe verliert.
- Im großen Süden (spanisch sur grande), der bis zur Insel Feuerland reicht, gibt es nur noch wenige isolierte Vulkane und die Höhe von 3.000 m wird nur noch selten überschritten. Hier dominiert der glaziale Formenschatz mit Gletscherseen, Karen und Fjorden das Landschaftsbild. Das Gebirge Cordillera Darwin bildet den letzten grossen Gebirgszug vor dem Ende Südamerikas. Der Übergangsbereich zwischen Küstenkordillere und den Anden lässt sich in zwei Bereiche untergliedern: die Pampa del Tamarugal im Norden und das Valle Longitudinal (auch Valle Central) im zentral-südlichen Bereich. Beide sind ausgeprägte Graben-Systeme. Die Pampa del Tamarugal erstreckt sich direkt entlang der nördlichen Vulkankette, während das etwas tiefer gelegene Valle Longitudinal der südlichen Vulkankette folgt und bei Puerto Montt (41° 30' S) ins Meer abtaucht. Die Küstenkordillere erstreckt sich mit einer kurzen Unterbrechung südlich der Insel Chiloé über die gesamte Westseite des Landes. Sie steigen im Norden des Landes zwischen Arica und Chañaral (26. Breitengrad) als Steilküste unmittelbar auf 1.000 m ü.M. (stellenweise sogar über 2.000 m ü.M.) an. Da die wenigen Flüsse in diesem Raum aufgrund des extrem ariden Klimas nicht die Kraft zum Durchbruch haben, wird sie hier nur von wenigen Tälern durchschnitten. Die Talsysteme häufen sich erst südwärts von Chañaral. Das Küstengebirge flacht nach Süden hin ab und erreicht im kleinen Süden schließlich nur noch an wenigen Stellen Höhen über 1.000 m. Die Küstenkordillere setzt sich ab dem 44. Breitengrad (Chonos Archipel) als Inselkette fort. Etwa 160 km vor der chilenisch-peruanischen Küste im Pazifik liegt der Atacamagraben (Chilegraben) mit max. 8.065 m Tiefe. Vor fast der gesamten chilenischen Küste bis ungefähr zur Halbinsel Taitao liegt die Nasca-Platte. Diese tektonische Platte ist die Ursache vieler schwerer Erdbeben und Tsunamis in Chile. Sie faltet die Anden auf.

Berge

Die chilenischen Anden bilden einen der höchsten Gebirgszüge der Welt und weisen eine Vielzahl von Gipfeln über 6.000 m auf. Unter Ihnen befindet sich der höchste Berg Chiles, der Ojos del Salado (6.880 m), welcher gleichzeitig der höchste erloschene Vulkan der Welt ist. Ojos del Salado]] Im folgenden die bekanntesten Berge Chiles aufgelistet:
- Nevado Ojos del Salado, 6.880 m, III. Region (Región de Atacama)
- Cerro Tupungato, 6.800 m, Hauptstadt-Region (Región Metropolitana)
- Volcán Llullaillaco, 6.739 m, II. Region (Región de Antofagasta)
- Volcán Parinacota, 6.342 m, I. Region (Región de Tarapacá)
- Volcán Licancábur, 5916 m, II. Region (Región de Antofagasta)
- Descabezado Grande, 3.830 m, VII. Region (Región del Maule)
- Torres del Paine, 2.800 m, XII. Region (Región de Magallanes y de la Antártica Chilena)
- Volcán Villarrica, 2.840 m, VIII. Region (Región de la Araucanía)
- Volcán Osorno, 2.652 m, X. Region (Región de los Lagos)
- Volcán Cerro Hudson, 1.905 m, XI. Region (Región de Aisén)

Flüsse und Seen

Región de Aisén Aufgrund der besonderen Struktur des Landes gibt es in Chile keine längeren Flüsse. Der längste Fluss ist der Río Loa mit 443 km. Im Norden des Landes verhindert zusätzlich die extreme Trockenheit der Atacama-Wüste das Aufkommen größerer Wasserläufe. Die wenigen Flüsse im großen Norden, die dauerhaft Wasser führen, werden daher aus den Schnee- und Eisflächen der Gipfelregionen der Anden genährt. Gemäß den zunehmenden Niederschlägen nimmt nach Süden hin das mitgeführte Wasservolumen der Flüsse zu. Die Flüsse in Chile spielen wirtschaftlich in erster Linie für die Energiegewinnung und zu kleineren Teilen auch für den Tourismus (Lachsfischerei, Abenteuer-Tourismus) eine größere Rolle. Die wichtigsten Flüsse von Nord nach Süd sind daher folgende:
- Río Lauca, 160 km, I. Region (Región de Tarapacá)
- Río Lluta, 167 km, I. Region (Región de Tarapacá)
- Río Loa, 443 km, II. Region (Región de Antofagasta)
- Río Copiapó, 162 km, III. Region (Región de Atacama)
- Río Elquí, 170 km, IV. Region (Región de Coquimbo)
- Río Choapa, 160 km, IV. Region (Región de Coquimbo)
- Río Aconcagua, 142 km, V. Region (Región de Valparaíso)
- Río Maipo, 250 km, Hauptstadt-Region/ V. Region (Región Metropolitana/ Región de Valparaíso)
- Río Mapocho, 120 km, Hauptstadt-Region (Región Metropolitana)
- Río Cachapoal, 172 km, VI. Region (Región O´Higgins)
- Río Maule, 240 km, VII. Region (Región Maule)
- Río Biobío, 380 km, VIII. Region (Región del Biobío)
- Río Imperial, 52 km, IX. Region (Región de la Araucanía) Zu den chilenischen Seen zählen im Norden die Salzseen, deren größter und bekanntester der Salar de Atacama (3.000 km²) ist. Ganz im Norden liegt einer der höchstgelegenen Seen der Welt der Lago Chungará mit 21,5 km² auf rund 4.500 m Höhe. Lago Chungará]] Die großen und landschaftlich schönsten Seen Chiles erstrecken sich südöstlich der Stadt Temuco bis nach Puerto Montt in folgender Reihenfolge:
- Lago Colico, 56 km², IX. Region (Región de la Araucanía)
- Lago Caburga, 51 km², IX. Region (Región de la Araucanía)
- Lago Villarrica, 176 km², IX. Region (Región de la Araucanía)
- Lago Calafquén, 120 km², IX. Region (Región de la Araucanía) und X. Region (Región de los Lagos)
- Lago Panguipullí, 116 km², X. Region (Región de los Lagos)
- Lago Riñihue, 77 km², X. Region (Región de los Lagos)
- Lago Ranco, 401 km², X. Region (Región de los Lagos)
- Lago Puyehue, 156 km², X. Region (Región de los Lagos)
- Lago Rupanco, 223 km², X. Region (Región de los Lagos)
- Lago Llanquihue, 860 km², X. Region (Región de los Lagos) Im großen Süden liegt der größte chilenische See, der Lago General Carrera (970 km², XI. Region (Aisén)), welcher den westlichen Teil des argentinischen Lago Buenos Aires bildet.

Naturräumliche und klimatische Gliederung

Chile liegt auf der Südhalbkugel, weshalb die Jahreszeiten um ein halbes Jahr im Vergleich zur Nordhalbkugel verschoben sind und Sonne, Mond und Sterne am Firmament anders herum wandern. Das Land lässt sich klimatisch in drei Zonen einteilen: Nord-, Mittel- und Südchile. Nordchile (genannt "großer Norden") besitzt viele Berge, die über 6.000 m.ü. N.N. hoch sind. Der höchste Punkt Chiles ist der erloschene Vulkan Ojos del Salado. Zwischen der Küste und der westlichen Anden-Hauptkette erstreckt sich die Atacama-Wüste. Diese Wüste ist eines der trockensten Gebiete der Erde; oft fällt jahrelang kein Regen. Die Wüste war in der Vergangenheit für ihre großen Salpetervorkommen bekannt, während dort heute vor allem Kupfer gefördert wird. Die größte und wichtigste Stadt dieser Region ist die Hafenstadt Antofagasta (219.000 Einwohner). In Mittelchile herrscht ein dem Mittelmeerraum vergleichbares Klima. Diese Region ist sehr fruchtbar und dicht besiedelt. Hier befindet sich die Hauptstadt Santiago de Chile mit rund 5 Millionen Einwohnern. Daneben sind Valparaíso (Seehafen und Parlamentssitz, 280.000 Einwohner), Viña del Mar (beliebter Urlaubsort, 320.000 Einwohner) und Concepción (Zentrum der Landwirtschaft und Industrie, 350.000 Einwohner) von Bedeutung. Die Region nördlich von Santiago wird "kleiner Norden", die südlich von Santiago "kleiner Süden" genannt. Das sehr dünn besiedelte Südchile (genannt "großer Süden") ist eine äußerst niederschlagsreiche Region. Die Küste ist durch eine Vielzahl vorgelagerter Inseln stark zerklüftet. Südlich des Festlandes befindet sich die Insel Feuerland, die sich Chile mit dem Nachbarland Argentinien teilt. Auf der Feuerland vorgelagerten Insel Isla Hornos befindet sich mit Kap Hoorn der südlichste Punkt Chiles und Südamerikas. In West-Ost-Richtung gliedert sich das Land in einen schmalen Küstenstreifen, der nach Süden breiter wird, und die westliche Anden-Kette entlang der Grenze zu Bolivien und Argentinien. Besonderheiten des Klimas Insgesamt wird das Klima Chiles stark durch den Humboldt-Meeresstrom entlang der Küste beeinflusst. Dieser fließt von Süden nach Norden und transportiert kaltes Meereswasser aus der Antarktis. Während zum Vergleich Nordeuropa vom warmen Golfstrom profitiert, liegen die Temperaturen in Chile deutlich niedriger bei analogem Breitengrad (Nord-/Südkoordinate): So herrschen in Punta Arenas in Südchile - welches etwa gleich weit vom Äquator entfernt liegt wie Hamburg - im Sommer etwa Tagestemperaturen von 12°C. Eine Besonderheit des chilenischen Klimas ist der El-Niño-Effekt, auch Südliche Oszillation genannt. Dieses Klimaphänomen betrifft zwar hauptsächlich Länder wie Peru oder Indonesien, aber auch in Chile ist er etwa alle 7 Jahre wirksam und führt hier zu vermehrten Niederschlägen im Vergleich zu Normaljahren.

Flora und Fauna

Flora

El-Niño Aufgrund der riesigen Ausdehnung von über 4.000 km Länge gibt es in Chile sehr viele Vegetationszonen. Im Bereich der Atacama-Wüste wächst praktisch nichts. Bewuchs gibt es nur in Küstennähe oder im Bereich der Anden. Hier wachsen sehr viele verschiedene Kakteenarten, Sukkulenten und Zwergsträucher. Allerdings kommt es alle paar Jahre zu Regenfällen in der Wüste, sodass große Wüstenflächen für wenige Tage von Millionen von Blumen überzogen sind. Südlich der Wüste folgt die Grassteppe mit trockenem Grasland und in den Anden wächst die steinharte Yareta (Azorella yareta), auch Andenpolster genannt. In den trockenen Gebieten wächst der Boldo-Strauch (Peumus boldus). An den Küstengebirgen und in den Anden gibt es Nebelwälder (hydrophile Wälder), wo z.B. der Helecho-Baumfarn (Helecho arborescente) wächst. Die Weinanbaugebiete beginnen im Bereich des Flusses Río Elquí, außerhalb des Flusstals gibt es allerdings nur Dornensträucher und Kakteen. In Zentralchile wächst die Honigpalme (Jubaea chilensis) und die Araukarie (Araucaria araucana). Die Araukarie ist der heilige Baum der Mapuche, ihre großen Samen dienten ihnen zur Ernährung. In Chile gibt es auch einige große Eukalyptus-Plantagen. In Südchile gibt es große Wälder, die dem gemäßigten Regenwald zugeordnet werden. Sie setzen sich vorwiegend aus Zypressen, Kiefern und Lärchen zusammen, ebenso sind Antarktische Scheinbuchen (Nothofagus antarctica) und Pappeln weit verbreitet. In der XI. Region Aisén gibt es Wälder mit:
- Lenga-Südbuche (Nothofagus pumilio)
- Coihue-Südbuche (Nothofagus dombeyi)
- Arrayán-Myrtenbäumen (Luma apiculata)
- Olivillo-Bäumen (Aextoxicon punctatum)
- Notro-Bäumen (Embothrium coccineum)
- Ulmo-Bäumen (Eucryphia cordifolia)
- Kerzenbäumen (Maventus boaria) Die Nationalblume Chiles ist die rote Copihue-Blume (Lapageria rosea), eine Kletterpflanze. Patagonien bildet eine weite Grassteppe und Tundra. Große Teile der Region Aisén und der Region Magallanes sind bereits vergletschert, sodass hier keine Vegetation mehr anzutreffen ist. Feuerland ist von großen Mooren durchzogen. Hier halten sich nur noch wenige Baumarten, wie die Lenga-Südbuche oder die Magellan-Südbuche Cohiue (Nothofagus betuloides).

Fauna

Magellan-Südbuche In den Steppengebieten sind Lamas, Guanakos, Alpakas und Vikunjas, die zur Familie der Kamele gehören, weitverbreitet. In den Andenregionen lebt das Huemul, das Nationaltier Chiles, ein Gabelhirsch. Das Chinchilla, ein Nagetier, lebt ebenfalls in gebirgigen Steppenlandschaften, sowie der Puma. Die Wälder bieten Platz für Hirsche, Chilenische Waldkatzen, Füchse und sogar für Kolibris. Der Humboldt-Pinguin, Pelikane und Seelöwen leben selbst an den kalten Küsten Nordchiles, sowie im eisreichen Süden. Über fast den ganzen Bereich Chiles ist der majestätische Andenkondor verbreitet, einer der größten Vögel der Welt. Die großen Salzseen beherbergen tausende von Flamingos. Im kargen Süden Feuerlands leben Eulen, Magellan-Füchse und Darwin-Nandus.

Bevölkerung

Bevölkerungsdichte

Nandu Am dichtesten besiedelt ist der Großraum Santiago de Chile, wo in etwa die Hälfte der chilenischen Einwohner lebt. Die Stadt selbst hat etwa 5,5 Millionen Einwohner; sie beherbergt also in etwa ein Drittel aller Einwohner Chiles. Nördlich und vor allem südlich davon erstrecken sich landwirtschaftlich genutzte und dicht besiedelte Gebiete in der Ebene zwischen den Hauptketten der Anden. Nur 100 km westlich von Santiago liegt der Großraum um die Hafenstadt Valparaiso mit ca. 1 Million Einwohnern. Nach Norden und Süden verringert sich die Bevölkerungsdichte immer stärker. Die Wüstengebiete des äußersten Nordens und die rauen, stürmischen Gebiete im Süden sind aufgrund der ungünstigen klimatischen Bedingungen nur sehr dünn besiedelt.

Ethnische Zusammensetzung

Die chilenische Bevölkerung ist durch einen hohen Grad an Homogenität gekennzeichnet. Die Chilenen mit europäischen Vorfahren und Mestizen bilden rund 90% der Bevölkerung. Der Anteil der Mestizen beträgt ca. 50%, der Mapuche-Anteil bei ca. 7%, der Aymara-Anteil bei 0,5% und der Polynesier-Anteil bei 0,2%. Während der Kolonialzeit wurde Chile durch Einwanderer aus allen Regionen Spaniens besiedelt. Im frühen 19. Jahrhundert wanderten englische und irische, sowie deutsche Siedler nach Chile. Die ersten Deutschen trafen 1843 in Puerto Hambre ein und siedelten sich später vor allem im Gebiet um den Llanquihue-See und in Valdivia, Osorno, sowie Puerto Montt an. Der Bevölkerungsanteil an Deutschen bzw. Deutschstämmigen beträgt ca. 100.000. Weitere Einwanderer kamen aus Frankreich, Italien, Kroatien und Palästina bzw. dem Nahen Osten. Puerto Montt Rund 5% der Bevölkerung gehören (laut Volkszählung 2002) zu den indigenen Völkern. Rund 80% der 700.000 Ureinwohner gehören zum Volk der Mapuche, das in der Region zwischen den Flüssen Bío-Bío und und Toltén lebt und dort einen Bevölkerungsanteil von 23% besitzt. Das Volk der Mapuche lässt sich in Pichunchen, Araucaner und Huilliches unterteilen. Ihre Sprache, das Mapudungun, wird seit wenigen Jahren als Ergänzungsfach in der Schule gelehrt und für eine tägliche Nachrichtensendung im lokalen Fernsehen auf Canal 13 Temuco verwendet. Trotz dieser Errungenschaften bleibt die traditionelle Lebensweise der Mapuche durch die liberale Wirtschaftsordnung gefährdet. Ihr Lebensraum, der traditionell als Kollektiveigentum organisiert ist, wurde durch die Privatisierung meistbietend an Konzerne verkauft. Die Mapuche selbst müssen oft in die Großstädte abwandern, um bezahlte Arbeit zu suchen. Im südlichen Teil von Zentralchile gibt es außer den Mapuche kleinere Bevölkerungsteile der Pehuenches. Im nördlichen Teil Chiles leben kleinere Stämme von Quechuas, Aymaras, Changos, Atacameños, Diaguitas und Kollas. Im äußersten Süden Chiles leben noch kleine Bevölkerungseinheiten von Selk'nam, Kawéskar, Yaganen, Caucahues sowie Tehuelches. Außerdem leben rund 5.000 Polynesier (Rapa Nui) auf der Osterinsel. Die Einfuhr schwarzer Sklaven nach Chile war zu allen Zeiten sehr gering. Die Mehrheit von ihnen konzentrierte sich auf die Städte Santiago de Chile, Quillota und Valparaíso. Im Laufe der Jahrhunderte vermischten sich die Schwarzen mit den Weißen und Mestizen, so dass heute das afrikanische Element in Chile fast völlig verschwunden ist. Eine Ausnahme bildet die Stadt Arica in der Provinz Tarapacá. Arica wurde 1570 gegründet und gehörte bis 1883 zu Peru. Die Stadt zählte zu den peruanischen Einfuhrzentren für afrikanische Sklaven. Von hier aus wurde auch ein großer Teil der bolivianischen Handelsgüter auf europäische Schiffe verladen. Arica lag mitten in der Wüste und bildete – Dank der hervorragenden Anbaumöglichkeiten von Zuckerrohr und Baumwolle im Azapatal – eine Oase. Die vielen Erdbeben, Piratenüberfälle und der Ausbruch von Malariaepidemien führte dazu, dass viele Weiße die Stadt verließen. So entwickelte sich mit der Zeit eine mehr oder weniger isolierte afro-chilenische Enklave. Chile erklärte sich 1811 als erster Staat in Südamerika gegen die Sklaverei und schaffte sie 1823 endgültig ab. In den vergangenen Jahren suchten Armutsflüchtlinge aus Peru und Bolivien ihr Glück in Chile. Die Wirtschaftskrise in Argentinien zwang auch Argentinier zur Arbeitssuche im Nachbarland. Eine kleine Gruppe von Einwanderern kommt aus Asien, vor allem aus Korea, und lebt im Großraum Santiago.

Sprache

Die Amtssprache ist Spanisch, welches aber wie in vielen anderen lateinamerikanischen Ländern nach dem eigentlichem Namen der Sprache, dem castellano bezeichnet wird. Das in Chile gesprochene castellano ist stark regional gefärbt. So wird zum Beispiel s am Silbenende zu einem für deutsche Ohren schwer zugänglichen (aber im Arabischen häufigen) Hauchlaut. Außerdem werden die einzelnen Wörter gerne kontrahiert, wobei die Wörter ineinander übergehen. Für manche deutsche Ohren klingt das chilenische Spanisch daher genuschelt. Zahlreiche in Chile verwendete Begriffe wurden aus den Sprachen der Einwanderer übernommen (z.B. closet oder kuchen). Unter Freunden, im Familienkreis und selbst mit länger bekannten Arbeitskollegen und -partnern gehören kleine Neckereien zum guten Ton. Die bekannteste indigene Sprache ist Mapudungun der Mapuche in Südchile, daneben sind in Nordchile Quechua und Aymara und auf der Osterinstel Rapa Nui verbreitet. Siehe auch: Indigene Völker Südamerikas

Religion

Staat und Kirche sind seit 1925 strikt getrennt. Die chilenische, römisch-katholische Kirche zählt 11.606.000 Anhänger (75%) und ist die zahlenmäßig stärkste Religionsgemeinschaft des Landes. Die 920 Pfarreien werden in 5 Kirchenprovinzen und 26 Bistümer zusammengefasst. Rund 15% gehören evangelikalen Glaubensgemeinschaften an. Durch den weitverbreiteten pfingstlerischen Einfluss ist der Anteil protestantischer Einwohner in den vergangenen Jahren gestiegen. Andere Glaubensrichtungen sind jüdisch, agnostisch und indianischer Schamanismus, dieser letztere nur von Ureinwohnern vertreten.

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte Chiles

Präkolumbische und Kolonialgeschichte

Geschichte Chiles 1541.]] Etwa 13.000 Jahre vor Christi Geburt siedelten die ersten Menschen im heutigen Staatsgebiet Chiles. Später gehörte der Norden Chiles bis zu seiner Eroberung durch die Spanier kurzzeitig zum Inkareich. Im Jahre 1520 entdeckte der Portugiese Ferdinand Magellan während seines Versuches die Erde zu umsegeln die nach ihm benannte Magellanstraße, die an der heutigen Südspitze Chiles liegt. Die nächsten Europäer, die das heutige Chile erreichten, waren Diego de Almagro und seine Gefolgschaft, die 1535 von Peru kommend nach Gold suchten aber von der lokalen Bevölkerung zurückgetrieben wurden. Die erste permanente Siedlung der Europäer war das 1541 durch Pedro de Valdivia gegründete Santiago. Seit 1542 war Chile Bestandteil des spanischen Vizekönigreiches Peru. Da die Spanier wenig Gold- und Silber fanden, war Chile aufgrund seiner abgeschiedenen Lage eher eine wenig beachtete Kolonie für die spanische Krone. Die große Atacamawüste behinderte den direkten Weg nach Peru. Erst später wurde Chile durch landwirtschaftliche Produkte für die anderen spanischen Besitzungen ein wichtiger Versorgungspartner. Chile beherbergte verschiedene Volksgruppen, die lange Zeit fälschlicherweise unter dem Begriff Araucaner subsumiert wurden. Im Süden leisteten die Mapuche in zahlreichen Kriegen erbitterten Widerstand, der als Arauco-Krieg (Guerra de Arauco) bezeichnet wird, und verhinderten, dass die Spanier das Gebiet südlich vom Río Bío Bío unter Kontrolle bringen konnten. Ab 1602 bildete der Río Bío Bío faktisch die Grenze zum Mapuchegebiet. Die Spanier schlossen daraufhin 1647 einen Friedensvertrag mit den Mapuche, der allerdings nicht lange hielt. Die meisten spanischen Rückeroberungsversuche endeten in schweren Niederlagen. Viele Städte wurden kurz nach der Neuerrichtung von Mapuche- und Pehuenchenverbänden überrannt und wieder zerstört. Erst 1883 konnten chilenische und argentinische Truppen die Gebiete endgültig zurückerobern. Neben den indianischen Angriffen behinderten schwere Erdbeben, Tsunamis und Vulkanausbrüche die Entwicklung des Landes. Viele Städte wurden komplett zerstört, wie z.B. Valdivia 1575 und Concepción 1570. Die chilenischen Küstenstädte waren im 16. und 17. Jahrhundert häufigen Angriffen englischer Piraten ausgesetzt. 1609 wurde das Generalkapitanat Chile gegründet, dieses war jedoch abhängig vom Vizekönigreich Peru. 1778 wurde Chile zum eigenständigen Generalkapitanat mit Handelsfreiheit innerhalb des spanischen Königreiches.

Unabhängigkeitskrieg gegen Spanien und Entstehung der Republik

Der Drang nach Unabhängigkeit kam auf, als 1808 Spanien von Napoleons Bruder Joseph regiert wurde. Am 18. September 1810 wurde eine Junta ins Leben gerufen, die Chile im Namen des abgesetzten Königs Ferdinand VII. zu einer autonomen Republik innerhalb des spanischen Königreichs erklärte. Nach dem Spanischen Unabhängigkeitskrieg versuchte Spanien wieder die uneingeschränkte Macht in Chile zu übernehmen. Die Spanier wurden aber in der Schlacht von Chacabuco durch ein chilenisch-argentinisches Heer unter General José de San Martín geschlagen. Am 12. Februar 1818 proklamierte Chile seine Unabhängigkeit von Spanien. In der Schlacht von Maipú am 5. April 1818 brach der spanische Widerstand endgültig zusammen. San Martín verzichtete zugunsten von Bernardo O'Higgins auf das Präsidentenamt und so wurde O'Higgins das erste Staatsoberhaupt Chiles. O'Higgins selbst wurde gestürzt und ging 1823 ins Exil nach Peru. Sein Nachfolger Ramón Freire y Serrano konnte seine politische Macht nicht richtig festigen und wurde von Francisco Antonio Pinto Díaz 1828 gestürzt. Er führte eine liberale Verfassung ein, was den Zorn der Konservativen hervorrief. Am 17. April 1830 stürzte Diego Portales Palazuelos in der Schlacht von Lircay die Regierung. Portales regierte bis August 1831 mit diktatorischen Mitteln. Im Jahre 1833 entstand mit Hilfe Portales eine streng präsidiale Verfassung. Diese stark zentralistische Verfassung gewährte Chile eine lange Zeit der Stabilität (1833 - 1891). Chile wurde zur ökonomisch stärksten Region in Südamerika und vergrößerte sein Territorium in mehreren Kriegen stark. Von 1836-1839 kam es zum Peruanisch-Bolivianischen Konföderationskrieg mit Bolivien und Peru, den die Chilenen gewannen. Diego Portales wurde 2005 spektakulär aus einem unbekannten zugemauertem Hohlraum der Kathedrale von Santiago in einem sehr gutem, einbalsamierten Zustand gefunden. Am 17. September 1865 erklärte Chile Spanien den Krieg (Spanisch-Südamerikanischer Krieg), nachdem Spanien versucht hatte, die peruanische Ex-Kolonie wiederzuerobern. Es kam daraufhin zu den Seegefechten bei Papudo, sowie Abtao vor der Insel Chiloé. Am 5. Dezember 1865 verbündete sich auch Peru mit Chile, um den gemeinsamen Feind zu bekämpfen. Die Spanier beschossen am 31. März 1866 die Stadt Valparaíso massiv. Die spanische Herrschaft war 1866 praktisch beendet. Der Konflikt mit Spanien konnte aber erst in Verträgen von 1871 und 1883 endgültig gelöst werden.

Salpeterkrieg und andere Grenzstreitigkeiten

Im Verlaufe des 19. Jahrhunderts wanderten verstärkt auch nicht-spanische Europäer nach Chile ein, darunter Deutsche, deren Spuren noch heute vor allem im südlichen Mittelteil das Landes zu sehen sind (Valdivia, Osorno, Puerto Montt, Puerto Varas, Frutillar, Puerto Natales). Puerto Natales]] Im Salpeterkrieg, 1879 bis 1883, eroberte Chile Teile der bis dahin zu den Nachbarländern Peru und Bolivien gehörenden Atacamawüste. Dadurch verlor Bolivien seinen freien Zugang zum Pazifik. In den eroberten Gebieten wurden später große Kupfervorkommen gefunden. Chuquicamata, die größte Kupfer-Tagebau-Mine der Welt, befindet sich in diesem Gebiet. 1891 revoltierte die chilenische Marine gegen Präsident José Manuel Balmaceda und es kam zum Bürgerkrieg. In diesem Konfikt starben rund 6000 Menschen. Balmaceda verlor zwei größere Schlachten und beging am 18. September 1891 Selbstmord. Ab 1893 verschärften sich die Grenzprobleme mit Argentinien, nachdem Bolivien einen Teil der Puna de Atacama an Argentinien abgetreten hatte. Diese war seit dem Salpeterkrieg von Chile besetzt. Zwischen Chile und Argentinien kam es zu einem Wettrüsten. Erst der britische König Edward VII. konnte 1902 den Grenzstreit schlichten. Patagonien und Feuerland wurden neu aufgeteilt, davon fielen 54.000 km² an Chile und 40.000 km² an Argentinien. Die Grenzstreitigkeiten mit Bolivien wurden 1905 nur vorläufig beigelegt. Am 16. August 1906 erschütterte ein sehr starkes Erdbeben mit anschließendem Tsunami die Stadt Valparaíso, die fast komplett zerstört wurde, dabei starben rund 20.000 Menschen. Valparaíso

Erster und Zweiter Weltkrieg

Chile blieb im Ersten Weltkrieg neutral, die innenpolitische Lage war aber weiterhin instabil. Präsident Arturo Alessandri Palma, der in Chile ein System der Sozialversicherung eingeführt hatte, wurde 1924 durch einen Militärputsch entmachtet. Bis 1932 regierte Carlos Ibáñez del Campo das Land mit diktatorischen Mitteln. 1932 wurde die verfassungsmäßige Ordnung wiederhergestellt, und die Radikalen erwiesen sich in den folgenden zwanzig Jahren als führende Partei. Die Weltwirtschaftskrise um 1930 traf Chile besonders hart. Die Preise für die wichtigsten Exportgüter Kupfer und Salpeter verfielen zusehends. Ab den 1930er Jahren erfolgte eine langsame Erholung des Landes, die 1938 durch einen Putschversuch der Nationalsozialistischen Bewegung Chiles und das darauffolgende Massaker unterbrochen wurde. 1934 kam es zu einer großen Bauernrebellion in Ranquil. Die Mapuche versuchten Teile ihrer angestammten Gebiete zurückzuerobern. Erst der Einsatz der Armee konnte diesen letzten großen Mapucheaufstand beenden. Nachdem Chile lange Zeit - auch aus Rücksicht auf die zahlreichen deutschstämmigen Chilenen - im Zweiten Weltkrieg neutral geblieben war, beschloss 1944 der Präsident Juan Antonio Ríos Morales, in den Krieg einzutreten, aber der Einfluss Chiles auf den Kriegsausgang blieb unbedeutend. Viele Nationalsozialisten flüchteten nach dem Ende des Krieges nach Lateinamerika, viele davon nach Chile. 1945 gehörte das Land zu den Gründungsmitgliedern der Vereinten Nationen und trat 1948 der OAS bei. Das Frauenwahlrecht wurde 1949 eingeführt.

Nachkriegszeit

Großer Gegenspieler der Konservativen, die mit ihrem Kandidaten Jorge Alessandri 1958 zum letzten Mal die Präsidentschaftswahl gewannen, wurden die Christdemokraten, die zwar strikt antikommunistisch, nach europäischen Maßstäben aber in Fragen der Sozialpolitik gemäßigt links eingestellt waren. Am 22. Mai 1960 erschütterte das bisher stärkste gemessene Erdbeben der Welt, mit anschließendem Tsunami, Chile. Es hatte die Stärke 9,5 auf der Richterskala. Es starben mehr als 2.000 Menschen. 1964 gewann Eduardo Frei Montalva als Kandidat der Christdemokratischen Partei die Wahl zum Präsidenten, auch mit Wahlhilfe aus den USA. Er versuchte unter dem Motto "Revolution in Freiheit", Sozialreformen mit der Beibehaltung der demokratischen Ordnung zu verbinden und den Spagat zwischen den radikalen Forderungen der Linken und der rigorosen Abwehr von Reformen durch die Rechten zu schaffen. Eine Landreform verteilte über drei Millionen Hektar Großgrundbesitz an Bauerngenossenschaften. Frei scheiterte letztlich mit seinen wichtigsten Reformen, darunter die teilweise Verstaatlichung der Kupferindustrie. 1969 trat Chile als Gründungsstaat der Andengemeinschaft bei, trat allerdings 1976 wieder aus.

Präsidentschaft Salvador Allendes

Die Kräfte der Linken bildeten 1969 die Unidad Popular (UP), ein Wahlbündnis, dem neben der Kommunistischen und der Sozialistischen Partei noch viele andere kleine humanistische, linkschristliche und marxistische Parteien angehörten. Die UP vertrat eine sozialistische Linie, warb für die Verstaatlichung der Industrie und die Enteignung der Großgrundbesitzer. Dieses Bündnis stellte 1970 als Präsidentschaftskandidaten Salvador Allende auf, der schon 1964 kandidiert hatte. Aus den Wahlen von 1970 ging das linke Wahlbündnis Unidad Popular mit 37% der Stimmen als stärkste Kraft hervor und Salvador Allende wurde zum Präsidenten gewählt. Sein konservativer Gegner, Jorge Alessandri, kam auf 35,3%, und der Christdemokrat Radomiro Tomic erzielte 28,1%. Allendes Minderheitsregierung wurde mit den Stimmen der Christdemokraten um Tomic installiert und verstaatlichte in der Folge die wichtigsten Wirtschaftszweige (Bankwesen, Landwirtschaft, Kupferminen, Industrie, Kommunikation) und geriet dadurch in wachsende Konflikte mit der Opposition. Zudem traf der Wahlsieg Allendes in den USA auf heftigen Widerstand. Mit dem Sieg der "Volksfrontregierung" unter marxistischen Einfluss in Chile war nach Kuba der zweite amerikanische Staat sozialistisch regiert. Dies schien die 1954 von US-Präsident Eisenhower postulierte Domino-Theorie zu bestätigen, wonach die Länder Südamerikas nach und nach wie Dominosteine dem Kommunismus unterliegen würden. Im März 1973 konnte die Unidad Popular ihren Stimmenanteil nochmals vergrößern, verfehlte aber die absolute Mehrheit. Ende August 1973 entzog das Parlament der Regierung mit der Begründung missbräuchlicher Amtsausübung das Vertrauen.

Ära Pinochet

Domino-Theorie Am 11. September 1973 kam es schließlich zum Militärputsch gegen die Regierung. Präsident Allende beging im Präsidentenpalast "Moneda" nach glaubhaften Zeugenaussagen und einer späteren Obduktion Selbstmord. Hunderte seiner Anhänger kamen in diesen Tagen ums Leben, Tausende wurden inhaftiert. Sämtliche staatlichen Institutionen in ganz Chile waren binnen Stunden vom Militär besetzt. Die Macht als Präsident einer Junta übernahm General Augusto Pinochet, der gleichzeitig Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, der Luftwaffe und der Nationalpolizei war. In den dünn besiedelten Wüstengebieten im Norden Chiles und in Patagonien errichtete das Militär Konzentrationslager, wo Oppositionelle und deren Sympathisanten nicht selten zu Tode gefoltert oder unter anderem mit Flugzeugen hinaus aufs Meer geflogen und dort hinausgeworfen wurden. Tausende Chilenen gingen daher wegen der fortgesetzten Menschenrechtsverletzungen ins Exil. Schon kurz nach der Machtübernahme Pinochets begannen auch die USA wieder, Chile intensiv mit Wirtschaftshilfe zu unterstützen. Die Militärregierung machte die Verstaatlichungen Allendes mit Ausnahme der wichtigen Kupfermine Chuquicamata rückgängig, führte neoliberale Wirtschaftsreformen durch und schaffte die Gewerkschaftsrechte ab. Durch das zurückfließende Kapital erholte sich allmählich die Wirtschaft. Mit dieser rigorosen Wirtschaftspolitik klafften die Unterschiede zwischen Arm und Reich in Chile wieder deutlicher auseinander, aber die Volkswirtschaft insgesamt profitierte von hohen Wachstumsraten und einer für südamerikanische Verhältnisse außergewöhnlichen Stabilität. Eine politische und ökonomische Stabilität, die auf einer menschenverachtenden Repressionspolitik seitens der Militärmachthabern basierte. Etwa zehn Jahre vor der Machtübernahme Pinochets kam es zu der Gründung der Colonia Dignidad, einer streng bewachten Siedlung von Deutschstämmigen, geführt von Paul Schäfer, die von manchen als Sekte bezeichnet wird. Die Colonia soll während der Militärherrschaft angeblich als Folterzentrum für die chilenischen Geheimdienste gedient haben. Darüber hinaus soll sich die Colonia zu einem florierenden Konzern, der u.a. Titanium nach Deutschland exportierte, entwickelt haben. Paul Schäfer Im Dezember 1978 kam es zu kriegerischen Drohungen zwischen Argentinien und Chile. Die unbewohnten Inseln Lennox, Picton und Nueva im Beagle-Kanal wurden zum Streitpunkt, vor allem weil in der Gegend größere Öl-Reserven vermutet wurden. Der Streit wurde erst durch Vermittlung des Vatikans mit einem Grenzvertrag am 2. Mai 1985 friedlich beigelegt, bei dem alle drei Inseln Chile zugesprochen wurden. Die fast endgültige Grenzziehung mit Argentinien am Fitz Roy-Massiv wurde am 16. Dezember 1998 vereinbart. Es bleibt bis heute nur noch ein kleiner undefinierter Abschnitt im Bereich des Campos de Hielo Sur (südliche Eisfelder) übrig. Dieser Bereich beherbergt eines der grössten Süsswasserreservoirs Südamerikas. Während des Falkland-Krieges 1982 unterstützte Chile Großbritannien passiv gegen Argentinien, aufgrund der in 1978 vorausgegangenen Drohungen Argentiniens, in Chile einzufallen. Chile ließ ein beschädigtes britisches Flugzeug auf seinem Territorium landen und versorgte es. Desweiteren half Chile Großbritannien mit Radar- und Spionagetätigkeiten. Der chilenische Exluftwaffenchef Fernando Matthei bestätigte später die geheime Kooperation.

Redemokratisierung

1988 wurde eine Volksabstimmung abgehalten, bei der sich eine Mehrheit (55%) gegen eine weitere Amtszeit Pinochets aussprach. 1989 fanden die ersten freien Wahlen nach 15-jähriger Diktatur statt, Präsident wurde der Christdemokrat Patricio Aylwin. Aylwin begann mit bescheidenen Wirtschaftsreformen und bemühte sich, die verfeindeten politischen Lager zu versöhnen, um ein demokratisches Zusammenleben zu ermöglichen. Behutsam begann er mit der Aufarbeitung der Verbrechen der Militärdiktatur: Im November 1993 standen erstmals Offiziere wegen Menschenrechtsverletzungen vor Gericht. Viele Exilanten kehrten zurück in ihre Heimat. In der allgemeinen Stimmung der Loslösung von der Vergangenheit des Pinochet Regimes, kam es zu Beginn des Jahres 1993 zu Studentenunruhen an der katholischen Universität von Valparaíso, die von der linksgerichteten Movimiento Liberta Chile angeführt wurden. Trotz einer raschen Zerschlagung dieser Protestbewegung, entfachten die Unruhen doch aufs neue eine Diskussion über das chilenische Bildungswesen nach Pinochet. Movimiento Liberta Chile Von 1994 bis 2000 regierte der Christdemokrat Eduardo Frei Ruiz-Tagle. 1993 kam der ehemalige DDR-Staatsratsvorsitzende Erich Honecker nach Santiago, wo seine Tochter lebt, um der Strafverfolgung in Deutschland nach der deutschen Einheit zu entgehen. Er starb dort im Mai 1994. Pinochet trat 1998 als Heereschef ab und wurde im gleichen Jahr in Großbritannien verhaftet. Später wurde er unter Hausarrest gestellt und 20

24. Oktober

Der 24. Oktober ist der 297. Tag des Gregorianischen Kalenders (der 298. in Schaltjahren) - somit bleiben 68 Tage bis zum Jahresende.

Ereignisse


- 1605 - Nach dem Tod seines Vaters Akbar besteigt Selim als Jahangir den Thron im Mogulreich.
- 1648 - Im Rathaus zu Münster wird der Westfälische Friede zur Beendigung des Dreißigjährigen Krieges unterzeichnet.
- 1945 - Mit Inkrafttreten ihrer Charta ist die UNO gegründet.
- 1950 - Frankreichs Ministerpräsident René Pleven unterbreitet den Pleven-Plan, der eine Europäische Verteidigungsgemeinschaft vorsieht.
- 1950 - Die Freiheitsglocke im Turm des Schöneberger Rathauses, eine Nachbildung der Liberty Bell, wird eingeweiht.
- 1964 - Das britische Protektorat Nordrhodesien wird als Sambia unabhängig.
- 1990 - in Ungarn wird die Todesstrafe vom Verfassungsgerichtshof für verfassungswidrig erklärt.
- 1993 - Bei den Wahlen in Liechtenstein holt sich die Vaterländische Union ihre politische Vorrangstellung von der Fortschrittliche Bürgerpartei zurück.
- 1995 - Aung San Suu Kyi, birmesische Friedensnobelpreisträgerin wird von der Militärdiktatur unter Hausarrest gestellt.
- 1996 - In Sankt Petersburg, Florida, erschießt ein weißer Polizist bei einer Verkehrskontrolle einen schwarzen Autofahrer. Der spätere Freispruch des Polizisten wird zu schweren Rassenausschreitungen und Plünderungen führen.
- 1999 - In Tunesien wird Zine El Abidine Ben Ali als Staatspräsident in seinem Amt bestätigt.
- 2002 - Bahrain. Erster Wahlgang für Parlamentswahlen seit fast 30 Jahren. 2. Gang: 31. Oktober 2002
- 2003 - Bundestagsbeschluss: Deutschland verstärkt sein Engagement in Afghanistan und richtet im Herbst 2003 zwei Außenstellen der Botschaft Kabul in Kundus und Herat ein.

Wirtschaft


- 1929 - Am „Schwarzen Donnerstag“ endet die jahrelange Hausse der New Yorker Börse; die Weltwirtschaftskrise beginnt.

Wissenschaft, Technik


- 1939 - Das erfolgreichste US-Starrluftschiff, der in Deutschland gebaute Zeppelin LZ 126/ZR-3 USS Los Angeles, wird außer Dienst gestellt.
- 1998 - Von Cape Canaveral wird die Raumsonde Deep Space 1 als erstes Raumfahrzeug mit einem Ionenantrieb ins All geschossen.
- 2003 - Letzter Flug der Concorde von New York nach London.

Kultur


- 1876 - Uraufführung der komischen Oper Der Seekadett von Richard Genée am Theater an der Wien in Wien.
- 1929 - Virginia Woolfs feministischer Essay Ein eigenes Zimmer erscheint.
- 1979 - Kulturabkommen zwischen Deutschland und VR China. In Kraft seit dem 29. August 1980

Religion

Katastrophen


- 1944 - Bei der Versenkung des japanischen Kriegsgefangenentransporters Arisan Maru durch ein amerikanisches U-Boot sterben 1.792 amerikanische Kriegsgefangene.
- 1947 - Bryce-Canyon-Nationalpark, Utah: Eine DC-6 der United Airlines stürzt kurz vor dem Flughafen ab. Alle 52 Menschen sterben.
- 1960 - Auf dem russischen Raketenzentrum Baikonur explodiert eine Rakete vom Typ R16 auf der Startrampe bei den letzten Startvorbereitungen. Ungefähr 100 Menschen kommen dabei ums Leben.
- 1963 - In einem Stollen im niedersächsischen Lengede bei Peine werden 129 Bergleute in 60m Tiefe verschüttet.
- 2001 - Durch den Zusammenstoß zweier Lastwagen im Sankt-Gotthard-Tunnel wird ein Brand ausgelöst, bei dem elf Menschen sterben. Der Tunnel wird danach wegen Sanierungsarbeiten für zwei Monate geschlossen bleiben.

Sport


- Ereignisse aus dem Bereich der Formel 1 siehe dort.
- Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden s. u. der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.
- 1998 - Vitali Klitschko gewinnt seinen Boxkampf gegen Mario Schiesser in Hamburg durch technischen KO.

Geboren

Hamburg Hamburg
- 51 - Titus Flavius Domitianus, römischer Kaiser
- 1618 - Aurangsib, Großmogul von Indien
- 1632 - Antoni van Leeuwenhoek, niederländischer Naturforscher und Mikroskopbauer
- 1739 - Anna Amalie, Herzogin von Sachsen-Weimar-Eisenach, deutsche Komponistin
- 1796 - August Graf von Platen, deutscher Lyriker
- 1804 - Wilhelm Weber, deutscher Physiker
- 1808 - Bernhard von Cotta, deutscher Geologe
- 1821 - Philipp Ludwig von Seidel, deutscher Mathematiker und Astronom
- 1838 - Emil Frey, Schweizer Politiker (FDP')
- 1844 - Karl Lueger, österreichischer Politiker
- 1868 - Alexandra David-Neel, französische Schriftstellerin
- 1875 - Fanny Starhemberg, österreichische Politikerin
- 1882 - Emmerich Kálmán, ungarischer Komponist
- 1883 - Walter Buch, Reichsleiter der NSDAP
- 1885 - Christian Wirth, deutscher Nationalsozialist
- 1887 - Henk Muller, niederländischer Fußballspieler
- 1891 - Rafael Trujillo, Diktator der Dominikanischen Republik
- 1895 - Josef Pelz von Felinau, deutscher Schriftsteller, Schauspieler, Drehbuch- und Hörspielautor
- 1896 - Karlfried Graf Dürckheim, deutscher Psychotherapeut
- 1899 - Ferhat Abbas, algerischer Politiker
- 1904 - Theodor Eschenburg, deutscher Politikwissenschaftler, Publizist und Staatsrechtler
- 1907 - Albert Hoffmann, Unternehmer und NS-Gauleiter von Westfalen-Süd
- 1909 - William Carr, US-amerikanischer Leichtathlet und Olympiasieger
- 1911 - Sonny Terry, US-amerikanischer Musiker
- 1916 - Pierre Sancan, französischer Komponist
- 1921 - Ulrich Berger, deutscher Politiker, MdB und Gewerkschafter
- 1922 - Horst Stern, deutscher Journalist und Autor
- 1925 - Luciano Berio, italienischer Komponist
- 1925 - Willie Mabon, US-amerikanischer Musiker
- 1927 - Gilbert Bécaud, französischer Chansonier
- 1929 - George Crumb, amerikanischer Komponist
- 1930 - Big Bopper, US-amerikanischer Sänger und Songschreiber
- 1930 - Johan Galtung, norwegischer Friedens- und Konfliktforscher
- 1932 - Pierre-Gilles de Gennes, französischer Physiker
- 1932 - Robert Mundell, kanadischer Volkswirt
- 1935 - Marek Piwowski, polnischer Regisseur
- 1936 - Friedrich Blumenröhr, Richter am Bundesgerichtshof
- 1936 - Bill Wyman, britischer Rockmusiker (Rolling Stones)
- 1937 - Santo Farina, US-amerikanischer Musiker
- 1939 - F. Murray Abraham, US-amerikanischer Schauspieler
- 1943 - Jean Claude Pascal, französischer Sänger und Songschreiber
- 1946 - Edgar Broughton, britischer Musiker, Sänger und Songschreiber
- 1946 - Jerry Edmonton, kanadischer Musiker (Steppenwolf)
- 1946 - Rob van Leeuwen, niederländischer Musiker
- 1947 - Kevin Kline, US-amerikanischer Schauspieler
- 1948 - Paul und