:: wikimiki.org ::
| Free Jazz |
Free JazzFree Jazz ist einerseits ein historischer Begriff für freies ungebundenes Improvisationsspiel im Jazz seit den 60er Jahren. Andererseits ist es ein bis heute ausstrahlendes Paradigma, das die Möglichkeit zur freien Entfaltung immer neuer Formen im Jazz einfordert.
"Let's play the music and not the background"
(Ornette Coleman)
Entwicklung
Die Entwicklung des Free Jazz fand in den USA und in Europa fast unabhängig voneinander statt. Der unbestritten wegbereitende Einfluss solcher US-Amerikaner wie John Coltrane, Eric Dolphy, Ornette Coleman zählen auch heute noch zu den kreativsten Vertretern der Improvisierten Musik.
Seit Ende der 50er Jahre experimentieren junge farbige und weiße Jazzmusiker mit unerhört neuen Klängen: mit dissonanten (d.h. spannungsgeladenen) Akkorden, wie sie im Jazz bis dahin unvorstellbar waren. Die schockierende Wirkung dieser Musik - seit den 60er Jahren bezeichnenderweise "Free Jazz" oder "The New Thing" genannt - wird noch gesteigert durch neuartige Spieltechniken und ausgefallene Klang- und Geräuscheffekte, wie extrem hohe, schrille, "schreiende", "pfeifende", "quäkende" oder "grunzende" Töne.
Das Publikum reagiert überwiegend ablehnend; es empfindet den Free Jazz als Zumutung - und als Herausforderung ist er von den Musikern auch gemeint: als Protest der jungen farbigen Generation gegen Rassenungleichheit und soziale Ungerechtigkeit.
Stil
Das ungebundene Spiel stellt den Unterschied zwischen "offener Probe" und "Konzert" infrage; damit gab das Freejazzparadigma den Musikern eine Legitimation für stilübergreifende Improvisationen, was die Grundlage für die spätere Verbindung des Jazz mit der so genannten Weltmusik legte. Viele Stil- und Effektmittel des Free Jazz finden sich mittlerweile zwanglos im nichtkommerzialisierten Mainstream Jazz wieder, dazu gehören u.a. die Verwendung extremer Register und Intervalle und Spaltklänge (bei Bläsern) und Cluster bei Harmonieinstrumenten und im Arrangement.
Interpreten
Bekannte Vertreter des Free Jazz sind u.a.:
- John Coltrane
- Misha Mengelberg
- Ornette Coleman
- Albert Ayler
- Don Cherry
- Sun Ra
- Archie Shepp
- Charlie Haden
- Eric Dolphy
- Tim Berne
- Peter Brötzmann
- Cecil Taylor
Wichtige Alben
- John Coltrane: Ascension, Interstellar Space (Saxophon/Schlagzeug-Duett; s. auch: Rashied Ali and Frank Lowe - Duo Exchange), Meditations, Sun Ship, Transition,...
- Ornette Coleman : Free Jazz, The Shape of Jazz to come,...
- Don Cherry - Mu (1&2), Complete Communion, Symphony For Improvisers,...
- Archie Shepp - The Magic of Juju, The Way Ahead, Fire Music, Mama too tight,...
- [http://www.wmrecordings.com/releases/wm014.htm] Zloty Dawai - Teleopsis Belzebuth
Siehe auch:
http://www.allmusic.com/cg/amg.dll?p=amg&sql=77:450
http://home.austarnet.com.au/petersykes/jazz100/free.html
http://www.geocities.com/HotSprings/1392/FreeJazz.html
http://www.wmrecordings.com/releases/wm014.htm
Free Jazz Radio: http://www.digitallyimported.com/jazz/
Kategorie:Jazz
[http://www.beispiel.de Link-Text]
ja:フリー・ジャズ
ImprovisationImprovisation (v. ital.: improvviso unerwartet, aus lat.: im (kehrt den sinn des angeschlossenen wortes um); proviso vorhersehen) bedeutet, etwas ohne Vorbereitung, aus dem Stegreif oder ad hoc dar- oder herzustellen.
Improvisation im allgemeinen Sprachgebrauch meint den spontanen praktischen Gebrauch von Kreativität zur Lösung von auftretenden Problemen. Typisch ist etwa die Zweckentfremdung von Werkzeugen oder Materialien. Improvisation als Strategie herrscht in der Do it yourself-Bewegung, oder beim Hacker vor. Eine Ikone dieser Sorte Improvisation war die Fernsehfigur MacGyver, die in fast jeder Folge der Fernsehserie erstaunliche Konstruktionen mit seinem Schweizerarmeetaschenmesser und herumliegenden Gegenständen schuf.
Improvisation in der Musik
Siehe Hauptartikel: Improvisation (Musik).
Improvisation im Tanz
Unter dem Einfluss der Improvisation in der Musik, z.B. durch John Cage, ist Anfang der 1970er Jahre die Tanzform Contact Improvisation entstanden. In der Contact Improvisation wird ohne feste Formen und ohne vorhersehbare Bewegungen getanzt. Die körperlichen Reflexe spielen daher eine besondere Rolle.
Improvisation im Theater
Es existieren einige spielerische Formen der Improvisation im Theater oder im Schauspiel.
Zwei Beispiele finden sich beim Theatersport oder dem 'Marathon'. Hierbei beginnen zwei Schauspieler, eine Handlung oder eine Tätigkeit darzustellen, die ihnen gerade im Moment einfällt, wie zum Beispiel schwimmen oder fechten. Nun haben die zuschauenden Schauspieler die Möglichkeit zu klatschen, um das Geschehen zu unterbrechen. Derjenige, der geklatscht hat, wechselt in die Szene und ein anderer verlässt sie. Der neue Schauspieler improvisiert nun eine andere Handlung, auf die sein Partner einsteigen muss. Der Marathon ist eine sehr gute Übung, um sich verschiedenen Rollen auszusetzen und eignet sich gewissermaßen als schauspielerische Aufwärmübung.
Siehe auch: Improvisationstheater, Stehgreifkomödie und commedia dell'arte
Kategorie:Improvisation
ja:即興
JazzDer Jazz ist eine Musikrichtung, die in den USA im Zusammentreffen afrikanischer und europäischer Musiktraditionen entstanden ist. Seine Wurzeln liegen zum einen im Blues und in den "Worksongs", den Spirituals und Gospels der schwarzafrikanischen Sklavenarbeiter in den Südstaaten der USA, zum anderen in den verschiedenen Volksmusiken der europäischen Einwanderer, darunter dem "Irish Folk", kreolischer Tanzmusik, Wiener Walzern und Marschmusik. Aus ihrer Begegnung entstanden eine Reihe neuer musikalischer Ausdrucksformen, zuerst in New Orleans und entlang des Mississippi, später in Chicago und anderen Metropolen der USA mit einer damals hohen Zuwanderung vor allem von Farbigen aus den Südstaaten.
Frühe Jazzstile wurden auch aus dem Ragtime heraus entwickelt: einer eigenen, durchkomponierten Musik für das Klavier mit klassischen Wurzeln und streng synkopischem Rhythmus. Der erste Jazz war dagegen eine Ensemble-Musik von Bands mit Elementen der Kollektivimprovisation (New Orleans-Stil) und einem freieren Rhythmus, der swing genannt wird.
Bestimmte Bandleader des frühen Jazz wie Buddy Bolden waren auch markante Instrumentalisten mit einer sehr individuellen Tonbildung.
Improvisation, swing und eigene Tonbildung beschrieb der Jazzhistoriker Joachim Ernst Berendt als Grundelemente der Jazzmusik, die seine Geschichte von Beginn an mitbestimmten.
Merkmale
Besondere Merkmale des Jazz sind:
- individuelle Tonbildung und Phrasierung,
- eine mit erweiterten Akkorden angereicherte Funktions- oder Stufenharmonik,
- kollektive und individuelle Improvisation,
- rhythmische Intensität und polyrhythmische Komplexität, u.a. die Spannung zwischen on-beat (Zusammentreffen mit dem Grundschlag) und off-beat (Akzente zwischen den Grundschlägen), dazu verschiedene Phrasierung hinter (laid back: "zurückgelehnt") oder vor dem Beat (laid forward, "vor-gelegt")
- Spontanität, Vitalität und Expressivität sowie
- „die Freiheit viele Formen zu haben“.
Der Selbstausdruck des Interpreten, sein Charakter und seine „Message“ stehen im Mittelpunkt einer Jazz-Darbietung: im Gegensatz zur europäischen Kunstmusik, wo der Interpret sich den präzise notierten Kompositionen unterordnet und diese meist möglichst werkgetreu ausführt.
Ein weiteres wesentliches Merkmal des Jazz ist ein besonderes, intensiviertes Zeit- und Rhythmus-Gefühl, das an latent vorhandene Beats oder Zählzeiten gebunden ist. 'swing', klein geschrieben, ist, das Spiel innerhalb jener Beats oder Zählzeiten zu phrasieren oder individuell auszudrücken, ohne diese Beats oder Zählzeiten zu verlassen. Dadurch
erwächst die jazztypische rhythmische Intensität: je nach Jazzstil "binär" (mit zweigeteiltem Puls) oder "ternär" (mit dreigeteiltem - "triolischem" - Puls) oder bewusst ohne jede Festlegung im Free Jazz.
Seit den 1950er Jahren kam die kubanische Polyrhythmik hinzu, in der sich genuin afrikanische Musiktraditionen erhalten hatten. Auch danach beeinflussten hispanische oder lateinamerikanische Musikstile - Bossa Nova, Samba, Salsa, Tango, Son usw. - den Jazz immer wieder als drittes Element neben der afrikanischen und europäischen Wechselbeziehung.
Harmonik
Der Jazz hat seinen Ursprung im Blues (der wiederum aus den "Worksongs" der schwarzen Sklaven im Süden der USA entstand), folglich hat auch die Jazz-Harmonik ihren Ursprung in der Blues-Harmonik.
Der Blues ist gekennzeichnet durch seine feste Form. Ursprünglich bestand ein Blues aus improvisierten Liedtexten mit musikalischer Begleitung: Man sang die erste Zeile und wiederholte diese, um Zeit für die zweite Zeile zu gewinnen. Dann wurde die zweite Zeile gesungen. In den beiden jeweils letzten Takten jeder Zeile folgte ein instrumentales Fill oder eine Antwort. So entstand das 12-Taktige Bluesschema:
1. Textzeile
|Takt1| 2 | 3 | 4 |
Wiederholung 1. Textzeile
| 5 | 6 | 7 | 8 |
2.Textzeile
| 9 | 10 | 11 | 12 |D.C.
Das Stück begann in der Tonika. In der zweiten Zeile (während die 1.Textzeile wiederholt wurde) wurden der Abwechslung wegen andere Akkorde verwendet (Subdominante) und in der 3. Zeile folgte schließlich eine Kadenz, die wieder in die Tonika leitete. Jedoch war es keine dominantische Kadenz, wie im Volkslied oder in der Klassik, sondern eine plagale (Dominante-Subdominante-Tonika).
Ein F-Dur Blues würde so aussehen:
Tonika
| F | F | F | F |
Subdom. Tonika
| Bb | Bb | F | F |
Dom. Subdom.Tonika
| C | Bb | F | F |D.C.
Oft wurden sämtliche Akkorde als Septim-Akkorde gespielt. Im moderneren Jazz wurden jedoch zunehmend Akkorde mit anderen Spannungstönen (Tensions, Optionen) benutzt. Typische Akkorde sind (Internationale Schreibweise, B=H):
6 (Akkord mit großer Sexte)
F6 wäre f-a-c-d
Funktion: Harmonisch stabil, oft Tonika-Klang
sus bzw. sus4, sus2 (sus = suspended, Akkord ohne Terz; sus4 = dafür mit Quarte, sus2=mit großer Sekunde)
Fsus4 wäre f-Bb-c, Fsus2 f-g-c
maj 7 (Akkord mit großer statt kleiner Septime)
Fmaj7 wäre f-a-c-e
Andere Schreibweisen:FM7, FΔ
Funktion: Harmonisch stabil, oft Tonika-Klang
79 (Akkord mit kleiner Septime und großer None)
F79 wäre f-a-c-eb-g
7b9 (Akkord mit kleiner Septime und kleiner None)
F7b9 wäre f-a-c-eb-gb
Funktion: Stark dominant wegen Tritonus Quinte-None
7#9 (Akkord mit kleiner Septime und übermäßiger None)
F7#9 wäre f-a-c-eb-g#
711 (Akkord mit kleiner Septime, None und Undezime)
F711 wäre f-a-c-eb-g-Bb
7#11 (Akkord mit kleiner Septime, None und übermäßiger Undezime)
F7#11 wäre f-a-c-es-g-b
713 (Akkord mit kleiner Septime, None, ohne(!) Undezime und 13. Die Quinte kann ohne Klangveränderung weggelassen werden)
F713 wäre f-a-c-eb-g-Bb-d
mi7 (Moll-Akkord mit kleiner Septime)
Fmi7 wäre f-ab-c-eb
Andere Schreibweisen: F-7
mi6 (Moll-Akkord mit großer Sexte)
Fmi6 wäre f-ab-c-d
Andere Schreibweisen:F-6
0 (Verminderter Akkord)
F0 wäre f-ab-cb-d
Funktion: Dominant-Funktion (verk. Dominantseptakkord)
Andere Schreibweise:07
Andere Akkorde sind möglich, aber ungebräuchlich.
Zu den neuen Spannungstönen kommen im modernen Blues neue Akkord-Progressionen. Dazu gehören Sequenz-Dominanten, bzw. II-V-I-Kadenzen. Eine II-V-I-Kadenz besteht ausschließlich aus diatonischen Akkorden, das heißt z.B., dass alle Akkordtöne einer solchen Kadenz innerhalb von F-Dur auf der F-Dur-Tonleiter wiederzufinden sind. Eine F-Dur II-V-I-Kadenz sähe folgendermaßen aus:
Gmi7 (II. Stufe) - C7 (V. Stufe)- Fmaj7 (I. Stufe, Tonika)
Ein moderner Blues sähe so aus:
| F6 | Bb7 | F6 | F6 |
| Bb7#9 | B7 |E7 A7|D7 G7|
| C7 | Bb7 | F6 |G7 C7|D.C.
Die II-V-I-Kadenz wurde zur hauptsächlich verwendeten Kadenz und viele Jazz-Standards sind ausschließlich auf Sequenz-Dominanten aufgebaut (gutes Beispiel: All Of Me). Viele andere basieren auf der Blues-Form.
Funktionstheorie
In der Funktionstheorie werden die Beziehungen der einzelnen Akkorde zueinander innerhalb einer Tonart erklärt.
Tonika sind alle Akkorde, die einen (auch zeitweiligen) Ruhepunkt im Verlauf der Musik definieren. Das gehörsmässige Empfinden einer Tonika-Funktion entsteht dabei, neben einem grundsätzlichen Voraussetzen (abendländischer) Hörerfahrung, vor allem durch die Platzierung des Akkordes innerhalb einer harmonischen Entwicklung (Schwerpunkt, Ruhepunkt, Ziel einer harmonischen Entwicklung, etc.), sowie einen tendenziell stabilen, ruhigen Klangcharakter relativ zur Umgebung.
Dominante ist der Gegenpol zur Tonika. Im Sinne eines Wechselspiels von Spannung und Entspannung in der Musik ist die Dominante der Akkord, der einer Tonika diametral gegenübersteht. Dominant-Akkorde 'möchten' sich in ihre Tonika-Akkorde auflösen (die geschieht nicht immer direkt!).
Subdominante sind demnach alle Akkorde und Klänge, die weder Tonika- noch Dominant-Charakter haben. Subdominanten können 'auf dem Weg' zwischen Tonika und Dominante (und wieder zurück) eingesetzt werden.
Doppeldominante (V von V oder II. Stufe):
Sie leitet zur Dominante der Grundtonart d.h. ihrer eigenen Tonika (deshalb V von V). Mehrere Doppeldominanten hintereinander werden als Dominant-Sequenz bezeichnet.
Es lassen sich nun aus einem System der diatonischen Vierklänge einer Tonart (zunäst in Dur) bestimmte Akkordfunktionen ableiten. Diese beruhen selbstverständlich vor allem auch auf unsrer Hörerfahrung. Dabei hat die grundsätzlich (mindestens) vierstimmige Struktur der Akkorde im Jazz die Eigenschaft, auch bei ihren Tonika-Akkorden immer eine gewisse Grundspannung zu behalten, also nicht die Auflösung in einen Dreiklang oder gar den Grundton alleine zu suchen.
In diesem System sind folgende grundlegende Beobachtungen zu machen:
Tonika-Akkorde haben grundsätzlich grosse Septimen, da die dazugehörigen Tonleitern einen Leitton haben sollen, der die Tonika-Wirkung unterstützt.
Dominant-Akkorde enthalten zwischen ihrer (grossen) Terz und der (kleinen) Septim ein Tritonus-Intervall, das für den charakteristischen Dominant-Klang verantwortlich ist.
Die Funktion der Akkorde kann durch die drei Akkordtöne 1, 3 und 7 meist vollständig ausgedrückt werden. Zumindest sind Akkorde mit reiner Quint ohne diese vollständig definiert. (Die Terz und die Sept heissen daher auch die Funktionstöne.)
Die Anwendung dieser Zusammenhänge auf eine Moll-Tonalität folgt nun nicht ganz der in der klassischen Harmonik gebräuchlichen Beziehung einer Moll-Tonleiter zu ihrer Dur-Parallele (z. B. C-Dur/a-moll). Vielmehr wird das Dur-System nach Moll alteriert (b3, auch b6) und so analog beibehalten.
Dominant-Substitution:
Der dominantische Klang eines Septim Akkords wird durch den Tritonus zwischen Terz und Septime erzeugt. Wenn man diesen Tritonus umkehrt (wenn es z.B. vorher der zu C7 gehörende Tritonus E(Terz)-Bb(kl. Septime) war wird einach das E jetzt zur Septime und das Bb zur Terz), entsteht ein neuer Akkord mit dem gleichen Tritonus, der dann natürlich auch in den gleichen Akkord aufgelöst werden kann. Dieser neue Akkord ist die Substitution des Ausgangsakkords. Wenn der Ausgangsakkord wie im Beispiel C7 war, ist der Substitutionsakkord Gb7. Beide leiten nach F.
Tonika-Sustitution:
Auch die Tonika kann aufgrund von Akkordähnlichkeiten 'vertreten' werden: die III. Stufe (in Dur - also etwa Gm7 in Eb-Dur) wird daher oft als Tonika-Subszitut verwendet und hat vor allem den Effekt der Tonika-Vermeidung (längere harmonische Entwicklung!).
Melodik
Wie auch bei der Harmonik stammt die Jazzmelodik teilweise aus dem Blues. Sie baut auf der Pentatonik, der Tonleiter ohne die Halbtonschritte, auf. Dazu kamen im Blues die sogenannten "Blue Notes", b3 und b7. Das sind Mollterz und kleine Septime. Später folgte #4 (übermäßige Quarte). Das sind allerdings nur Annäherungen an die wirklichen Blue Notes, die eigentlich zwischen den Tönen liegen. Beispiel F-Dur: Die b3 liegt zwischen A und Ab, allerdings etwas näher am Ab. So verhält es sich auch mit b7 und #4. Diese Töne lassen sich mit Blas- oder Saiteninstrumenten sehr gut erzeugen, mit Tasteninstrumenten allerdings nicht.
Werden diese Töne der Moll-Pentatonik hinzugefügt, entsteht eine Tonleiter, die "Blues-Skala" genannt wird. Es gibt zwar verschiedene Bluesskalen aber diese ist die gebräuchlichste.
F-Dur Bluesskala:
f-ab-Bb-b-c-eb
Welche Skala verwendet wird, ist eine Frage des Geschmacks des Musikers. Es ist ebenfalls möglich, die Skala der parallelen Molltonart zu spielen.
Die Überlagerung von Moll-Melodik und Dur-Harmonik erzeugt den typischen Blues/Jazz-Klang.
Zusätzlich werden eine Reihe verschiedener Tonleitern eingesetzt, die im Wesentlichen die jeweilige Akkordfunktion ausdrücken und mit Tensions und Durchgangs-Stufen angereichert sind. Neben Skalen, die aus den jeweils 7 Modi der Dur-Tonleiter und der melodischen Moll-Tonleiter gebildet werden, sind auch die beiden symmetrischen Skalen 'Dominat-Diminished' (=Halbton/Ganzton) und 'Wholetone' (=Ganztonleiter) sehr gebräuchlich.
Die Herkunft des Ausdrucks Jazz ist ungeklärt.
1909 tauchte der Begriff in dem Song "Uncle Josh in Society" auf: "One lady asked me if I danced the jazz ...",
wahrscheinlich eine Art von Ragtime-Tanz meinend. 1913 ist der Begriff belegt als Bezeichnung einer Art von Musik, möglicherweise als Bezeichnung für die Musik zu jenem Ragtime-Tanz. Möglicherweise ist er abgeleitet aus einem Wort "jass" aus dem kreolischen Patois, "jass", für "tatkräftige Aktivität", im speziellen Sexualverkehr. Dazu eine Quelle: "If the truth were known about the origin of the word 'Jazz' it would never be mentioned in polite society."
["Étude," Sept. 1924]
Ab spätestens 1915 gibt es Bands aus New Orleans, die das Wort Jass oder Jazz im Band-Namen tragen und/oder damit ihre Musik bezeichnen.
Möglich ist auch eine Ableitung des Wortes Jass oder Jazz aus der Verwendung des Begriffes jasm (frz. dictionnaire von 1860 ) für Energie, Dynamik und Vitalität, als passender Ersatzbegriff für afrikanische Tanznamen (i.e. Mandingo jasi, Temne yas), jedenfalls gilt ein anderes Slangwort (jism) auch daher abgeleitet. Jasi ist nicht nur der Name eines Tanzes, sondern steht auch für "in Erregung versetzen".
Eine andere Möglichkeit ist, dass "Jazz" von kreolisch "jizz" kommt, was ebenso mit dem Ki-Kongo-Wort "dinza" verwandt ist, und Ejakulation bedeutet.
Manche Quellen wollen in "Jazz" eine Verballhornung des französisch-kreolischen chasse für Jagd erkennen: eine Anspielung auf die Kollektivimprovisation der Instrumente im New-Orleans-Stil. Andere leiten das Wort eher von chasse-beau ab, einer Tanzfigur beim Cakewalk, oder auf einen berühmten Tänzer einer Minstrelshow, der sich Jasbo nannte, und dem das Publikum zurief "We want more Jasbo". Wieder andere verweisen auf eine sexuelle Konnotation oder die verballhornte Version des Namens „Jézabel“, der zu Jazz-Belle ("Jazz"-Schöne) umgedeutet wurde: So nannte man eine populäre Prostituierte im alten New Orleans. Möglich ist auch die Bedeutung „blödes Zeug“ wie in der verächtlichen Redewendung „... and all that jazz“. So sollen die weißen Amerikaner die ersten musikalischen Gehversuche ihrer Sklaven genannt haben, aus denen sich der Jazz später entwickelte. Jass ist ein Kartenspiel, das durch Einwanderer in New Orleans bekannt gewesen sein dürfte. Jas ist ein Jargon-Wort mit evtl. sexueller Bedeutung aus dem Senegalesischen.
Das Verb "to jazz" für "to speed or liven up", schneller werden oder beleben, in Schwung bringen, ist ab 1917 belegt.
Noch mehr unter [http://www.wordorigins.org/]
Geschichte
Entstehung
In der zweiten Hälfte des 19.Jahrhunderts gab es im Süden der USA eine Straßenmusiktradition. Die Brass Bands, schwarze aber auch weiße Marschkapellen, spielten zu vielfältigen Anlässen auf. Die schwarzen Blaskapellen waren vor allem vom Blues und kreolischer Musik beeinflusst und mischten diese Einflüsse mit europäischer Musiktradition. Die Musik dieser sogenannten "Marching Bands" nennt man auch „New-Orleans“-Stil oder Archaischen Jazz. Ihm fehlten die individuelle Improvisation und der Swing, obwohl auch dort schon die "leichten" Taktzeiten (2+4) betont wurden. Im heutigen „Dixieland“- oder „Oldtime“-Jazz hat er eine Fortsetzung gefunden, die aber fast nur von weißen Musikern gepflegt wird.
Archaischen Jazz
Um 1890 entstand der Ragtime (englisch: ragged time, „zerrissene Zeit“): Dies war ein in ausnotierten Stücken festgelegter Klavierstil, bei dem die linke Hand die Rhythmusgruppe einer Band ersetzt (Bass und Schlaggitarre). Auch dort wurde noch nicht improvisiert; aber aus der Spannung zwischen durchgehendem Viertelbeat und synkopisch „zerrissener“ Melodik entstand bereits eine Art Swing. Hauptkomponist dieses Stils war Scott Joplin, dessen bekanntester Ragtime - der "Entertainer" - durch den Film „Der Clou“ (1973) erneut populär wurde.
Bereits weniger festgelegt und damit „jazzmäßiger" spielte Jelly Roll Morton in New Orleans, der von sich selbst behauptete, „im Jahre 1902 den Jazz erfunden“ zu haben. Er war ein großartiger Komponist von Blues, Blues-Songs, Ragtimes, Stomps, und ein herausragender und extravaganter Pianist, aber seine nachgewiesene Bedeutung für den Jazz hatte er mit seinen Bands in den 1920er Jahren, nicht als Erfinder. Ebenso behauptete Nick LaRocca den Jazz erfunden zu haben. Aber auch seine Behauptung gilt als unwahrscheinlich. Hauptrepräsentant des frühen, wahrscheinlich noch ragtimeverwandten Jazz von New Orleans war Buddy Bolden. Von seinem Vorbild ausgehend dürfte zwischen 1900 und 1915 der Jazz entwickelt worden sein von einer Vielzahl von Bands und Musiker-Persönlichkeiten, auch außerhalb von New Orleans, z.B. auch in Memphis. Als um 1915 erste namhafte Bands New Orleans verliessen, dürften diese dazu beigetragen haben, den Jazz auch abseits des Mississippi in den USA zu popularisieren. Evtl. haben bereits Bands, die um 1910 in andere Metropolen aufbrachen, jazzmäßig gespielt, aber erst ab 1914 nannten sich die Bands auch Jass bzw. Jazz Bands, traten also mit dem Selbstbewußtsein auf, eine neue Musikrichtung zu vertreten. Z.B. Pedro Stacholy's Cuban Jazzband (evtl. bereits 1914) in Havanna, Tom Brown's Band From Dixieland 1915 in Chicago, der folgte 1916 Johnny Stein's Jass Band, und 1915 ging das Black And Tan Orchestra mit dem Trompetenvirtuosen Buddy Petit nach Kalifornien.
Epochen
- Vor 1900: 'Archaischer Jazz', d.h. Ragtime, Street Bands
Traditioneller Jazz und Swing (ca. 1900-40)
- Um 1900: New Orleans Jazz, Creole Jazz
- Um 1910: Dixieland Jazz
- 26. Februar 1917: Die "Original Dixieland Jass Band", eine weiße Dixielandkapelle, nimmt die erste Jazzplatte überhaupt auf.
- Seit etwa 1920: Chicago Jazz
- 12. November 1925: Louis Armstrong's Hot Five machen die ersten Aufnahmen: Solistik löst die Kollektivimprovisation des frühen Jazz teilweise ab
- 1928: Das Hoch'sche Konservatorium in Frankfurt am Main gründet eine Jazz-Klasse, ihr Lehrer wird Mátyás Seiber
- Seit etwa 1930: Swing oder 'klassische' Zeit der Big Bands
- 1934: Gründung des Quintette du Hot Club de France, mit Django Reinhardt: Europa mischt in der Jazzgeschichte mit
- 1940er-Jahre: New Orleans/Dixieland Revival in den USA, später auch nachhaltig in Europa
- Seit etwa 1940: Bebop
- 1941: Live-Aufnahmen in Minton's Playhouse mit Charlie Christian, Dizzy Gillespie, Thelonious Monk u.a.
- Seit etwa 1945: Afro Cuban Jazz
- Seit etwa 1950: Cool Jazz
- Seit etwa 1955: Hard Bop, Soul Jazz, East Coast Jazz
- Etwa 1955-60:
- Latin Jazz, Bossa Nova
- Third Stream, Progressive Jazz
- West Coast Jazz
- Modal Jazz
- 2. März 1959: Erste Aufnahmesession zur Schallplatte "Kind of Blue" mit Miles Davis, John Coltrane, Bill Evans u.a.
Free Jazz, Rock Jazz und New Bop (ca. 1960-90)
- Seit etwa 1960: Free Jazz
- Etwa 1965-70: Jazz Rock
- Seit etwa 1970: Rock Jazz oder Fusion
- 1975: Das United Jazz and Rock Ensemble wird gegründet
- Seit etwa 1980: New Bop oder Neobop (oder Modernjazz-Revival)
- Seit den späten 1980ern: Smooth Jazz
Seit etwa 1990
Die Jazzstile ab 1990 sind entsprechend der relativen Kürze der vergangenen Zeit ungenau
- Avantgarde Jazz oder Experimenteller Jazz ('gebundener Freejazz')
- Acid Jazz (inkl. Hip Hop Jazz u. ä.)
- 'Salsa-Jazz' (Jerry Gonzalez, tp, cong, u. a., nicht zu verwechseln mit früherem Latin-Jazz)
- 'Ethno-Jazz' (von World Music oder global beeinflusster Jazz)
- Jazz Metal (vom New Rock oder Hard & Heavy beeinflusster Jazz); u. a.
- Nu Jazz (auch Electro Jazz)
- Retro-Swing
Seit etwa 2000
- Pop Jazz à la Norah Jones
Entwicklungszentren
- New York, mit Abstand die meisten Jazzclubs weltweit
- Chicago, mehr blues-orientiert
- Los Angeles/Hollywood, mehr rock-orientiert
- New Orleans, das 'Betlehem des Jazz' oder dessen offizielle Wiege
- Kansas City
- Havanna, von Pedro Stacholy über Chano Pozo bis zum Buena Vista Social Club
- Kopenhagen
- Paris, besonders in den 1930ern (Hot Club de France) und auch sonst immer
- London, in der Swing-Ära, und auch gegenwärtig
- Tokio, besonders gegenwärtig
- Sao Paulo, besonders gegenwärtig
- Hannover, alle Mitglieder des Jazz Club Hannover, sowie des Vereins der Freunde des Jazz sind Ehrenbürger von New Orleans. Der Jazz-Club Hannover ist in New Orleans der bekannteste Deutsche Jazz-Club. Ferner finden in Hannover zwei große Jazzfestivals statt.
Im Entstehen befindliche, noch instabile globale Zentren:
- Shanghai
- Buenos Aires
- Sydney
- Johannesburg
- Rom
- u. a.
Instrumente (Auswahl)
Melodie-Instrumente:
- Klarinette
- Saxophon (Sopran-, Alt-, Tenor- und Baritonsaxophon)
- Trompete
- Flügelhorn
- Posaune
- Piano
- Hammond-Orgel
- Keyboard
- Flöte
- Gesang
- Horn
- Gitarre
- Piano
- Vibraphon
- Gitarre
- Bass
- Schlagzeug
Bedeutende Persönlichkeiten
- Siehe auch: Liste von Jazzmusikern (alphabetisch geordnet)
- Siehe auch: Liste von Jazzmusikern nach Epoche und Instrument
- Siehe auch: Liste von Jazzsängerinnen und -sängern
- Siehe auch: Liste von Jazzpianistinnen und -pianisten oder :Kategorie:Jazzpianist
Komponisten
- Siehe auch: Liste von Jazzkomponisten
Jazzstandards
Siehe dazu den eigenen Artikel Jazzstandard sowie die Liste von Jazzstandards und -kompositionen.
Bedeutende Veranstaltungen
- [http://www.worldsax.net World Saxophone Congress 2006 - Jazz]
- Jazzfest Berlin - eines der ältesten und renommiertesten Festivals, 1964 von Joachim-Ernst Berendt gegründet. Jährlich im November.
- Montreux Jazz Festival - jährlich im Juli in Montreux, seit 1967
- North Sea Jazz Festival - jährlich im Sommer in Den Haag & Cape Town, seit 1976
- Warschauer Jazz Jamboree - jährlich im Herbst seit 1958
- Deutsches Jazz Festival Frankfurt - seit fast 40 Jahren jährlich im Oktober in Kooperation mit hr2
- Leverkusener Jazztage, jährlich im November, seit 1980
- Jazzfest Rottweil, jährlich im April / Mai, seit 1985
- Internationale Jazzwoche in Burghausen, jährlich im April/Mai ([http://www.b-jazz.com Website]), seit 1973
- Internationale Sonneberger Jazztage - jährlich im November, seit 1986
- Worms: Jazz & Joy - jährlich stattfindend, größtes Jazzfestival in Rheinland-Pfalz, seit 1991
- Jazzmeile - jährlich stattfindendes 2-monatiges Festival in Thüringen, seit 1994
- Enercity Swinging Hannover, dreitägiges internationales Jazzfestival in Hannover
- Hot Advent - Jazzfestival in Hannover
- Winning Jazz - dreitägiger Nachwuchswettbewerb in Hannover
- Jazz am Ballhof - Jeden Samstag in Hannover, von Mai bis September
- Internationale Wiehler Jazztage - seit 1989 regelmäßig in Wiehl
- Darmstädter Jazzforum - seit 1989 alle zwei Jahre Konzertreihe und internationales Symposium (siehe Link zu Jazzinstitut Darmstadt)
- Internationales Dixieland-Festival Dresden jährlich im Mai, seit 1970
- Internationales New Jazz-Festival Moers jährlich an Pfingsten, seit 1972
- Düsseldorfer Jazz-Rally jährlich im Juni, seit 1993
- Leipziger Jazztage jährlich im Oktober, seit 1976
- Jazzfest Wiesen (Burgenland) seit 1976
- Duerener Jazztage in Düren, jährlich im Juli ([http://www.euregiojazz.net Website]), seit 1991
- VS swingt Jazzfestival in Villingen-Schwenningen - jährlich Anfang Juli, seit 1977
- Internationales Jazz Festival Viersen ([http://www.jazz-festival-viersen.de Website]) - jeweils am 4. Septemberwochenende
- Jazz live im Speicher in Leer ([http://www.jazzinleer.de Website]) - seit 1992
Siehe auch
:Kategorie:Jazz, Jazzmuseum, Jazz-Piano, Blues, Jugend jazzt, Stilrichtungen der Musik, Portal:Musik
Literatur
- Ken Burns, Geoffrey C. Ward: Jazz - eine Musik und ihre Geschichte. Dt. Franca Fritz, Heinrich Koop. Econ, München. 2001. ISBN 3430116090. Nach einer Dokumentarfilm-Reihe. Original: Jazz - A History of America´s Music. Alfred A. Knopf, NY USA. 2000 bzw: The Jazz Film Project, Inc.
- Klaus Wolbert (Herausgeber): That's Jazz - Der Sound des 20. Jahrhunderts (Darmstadt 1988 und 1997)
- Joachim-Ernst Berendt, Günther Huesmann: Das Jazzbuch (Frankfurt am Main 2001)
- Geoff Dyer : but beautiful (Argon)
- John Fordham : Das Grosse Buch vom Jazz
- Studs Terkel: Giganten des Jazz. Zweitausendeins, Frankfurt 2005 ISBN 3-86150-723-4
Lexika
- Martin Kunzler: Jazz Lexikon (Reinbek bei Hamburg 1988 und 2002)
- Barry Kernfeld (Herausgeber): The New Grove Dictionary of Jazz (London 1988 und 1994)
- Carr/Fairweather/Priestley: JAZZ - Rough guide (Metzler Musik 1999)
Kataloge
Bielefelder Katalog Jazz, hrsg. Manfred Scheffner: Schallplatten CDs , MCs, jährlich neu, vollständiger Überblick über in Deutschland erhältliche Jazzaufnahmen, sehr übersichtlich sortiert nach Musiktiteln auf den Tonträgern, Interpreten und Labels (Etiketten). ISBN 3-89113-137-2 (bzw. neuste Ausgabe)
Weblinks
- [http://jazzworlddatabase.com Jazzworlddatabase.com]
- [http://www.jazzscene.no Jazz Scene with David Fishel. 55 hours of jazz-celebrity interviews]
- [http://www.jazzpages.com Jazzpages.com]
- [http://www.jazz-network.com jazz-network.com]
- [http://www.jazzecho.de JazzEcho - Online-Magazin von Universal Music]
- [http://www.harlem.org/index.html harlem.org: Jazzgeschichte auf einem Foto (engl.)]
- [http://www.jazzthing.de/ Website des Printmagazins Jazz thing]
- [http://www.jazzthetik.de Website des Printmagazins Jazzthetik]
- [http://www.jazzzeitung.de/ JazzZeitung.de]
- [http://www.jazzinstitut.de Jazzinstitut Darmstadt] inkl. seiner Auswahlbibliographie zur Jazzforschung: Präsenzbibliothek
- [http://www.breaking-the-rules.com Dokumentation BREAKING THE RULES (2005) über Jazz als Gegenkultur]
Kategorie:Blues
Kategorie:Jazz
Kategorie:Musikgenre
ja:ジャズ
ko:재즈
simple:Jazz
ParadigmaDas Wort Paradigma (Pl.: Paradigmen bzw. Paradigmata) kommt aus dem Griechischen (παράδειγμα parádeigma; para = neben und deiknynai = zeigen, begreiflich machen) und bedeutet Beispiel, Vorbild, Muster (besser zu merken mit Paradebeispiel, auch wenn es nicht immer passt) oder auch Abgrenzung.
Das linguistische Paradigma
In der Linguistik hat das Wort Paradigma folgende Bedeutungen:
- die Menge der Formen eines Wortes, die das Flexionsmuster von Verben oder Substantiven bilden; Konjugation beziehungsweise Deklination.
: beispielsweise singen - sang - gesungen
- eine (einzigartige) Sammlung von (auf vertikaler Ebene) austauschbaren Zeichen (Elemente) derselben (Wort)Kategorie.
: beispielsweise "der Hund/Tiger/Fisch frisst" oder auch die Anlautkonsonanten in B-/G-/T-/Vier
Varianten
- onomasiologisches Paradigma: entsteht aus einem übereinzelsprachlichen Begriff beziehungsweise Designat und dessen einzelsprachlicher Umsetzung, beispielsweise Gehalt, Sold, Lohn, Einkommen usw.
- semasiologisches Paradigma: ergibt sich aus bestimmten gemeinsamen Merkmalen von Lexemen, die durch Kommutation/Substitution ermittelt werden.
Siehe auch: Syntagma, Wortfeld, Synonym
Eine Übersicht über die Beiträge in Wikipedia zum Thema Sprache bietet das Portal:Sprache.
Das wissenschaftliche Paradigma
Im klassischen Deutsch kann man auch den Begriff im Sinne unterschiedlicher (Wissenschaftlicher) Schulen verwenden. Seit dem späten 18. Jahrhundert wird das Wort als erkenntnistheoretischer Ausdruck benutzt, um wissenschaftliche Denkweisen zu beschreiben.
Die populärste Gebrauchsweise des Wortes in diesem Kontext geht jedoch auf den Philosophen Thomas S. Kuhn zurück, der es in diesem Zusammenhang auch als "Lehrmeinung" übersetzt. Er versuchte damit einen Satz von Vorgehensweisen zu beschreiben. In seinem Buch Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen definiert er ein wissenschaftliches Paradigma als:
- was beobachtet und überprüft wird,
- die Art der Fragen, welche in Bezug auf ein Thema gestellt werden und die geprüft werden sollen,
- wie diese Fragen gestellt werden sollen,
- wie die Ergebnisse der wissenschaftlichen Untersuchung interpretiert werden sollen.
Kuhn meint mit Paradigma also ein vorherrschendes Denkmuster in einer bestimmten Zeit. Im Mittelalter war z.B. das Paradigma anerkannt, daß die Welt eine Scheibe sei. Diese Denkmuster spiegeln einen gewissen allgemein anerkannten Konsens über Annahmen und Vorstellungen wieder, die es ermöglichen, für eine Vielzahl von Fragestellungen Lösungen zu bieten. In der Wissenschaft bedient man sich in diesem Zusammenhang auch oft Modellvorstellungen, anhand derer man Phänomene zu erklären versucht. (Leitbild)
Nach Kuhn ist ein Paradigma solange anerkannt, bis Phänomene auftreten, die mit der bis dahin gültigen Lehrmeinung nicht vereinbar sind. Zu diesem Zeitpunkt werden neue Theorien aufgestellt, die dann meist zwischen den Verfechtern der unterschiedlichen Lehrmeinungen sehr emotional belastet ausgefochten werden. Setzt sich dann eine neue Lehrmeinung durch, spricht man vom Paradigmenwechsel.
Für weiteres siehe Thomas Kuhn#Wissenschaftliche Paradigmen
Weitere Verwendungen
Der Begriff Paradigma wird auch verwendet für eine Erzählung, die in "Beispielen eine moralische Lehre erläutert" (vgl. Worteintrag im Wahrig). So können z.B. Märchen im weiteren Sinne als Paradigmen bezeichnet werden.
Das Wort wird in Wissenschaft, Technik und Wirtschaft mit sehr unterschiedlichen Bedeutungen verwendet; insbesondere beispielsweise im Computerbereich oder der Managementliteratur.
Dabei steht es weniger für eine umfassende Weltanschauung oder -ansicht, wie im ursprünglichen (epistemologischen) Sinne, als für eine besondere, fokussierte Sichtweise auf einen (möglichst grundlegenden) Aspekt des jeweiligen Fachgebietes. So wird beispielsweise vom Paradigma der "Wiederverwendbarkeit von Software", vom Paradigma der Teamarbeit oder der schlanken Produktion (lean production) gesprochen.
Siehe auch: Programmierparadigma
Die Werbung beziehungsweise das Marketing nutzen den Begriff Paradigma, um Produkte als besonders neuwertig und innovativ erscheinen zu lassen, um damit eine größere Aufmerksamkeit zu gewinnen.
Siehe auch
- Wissenschaft
- Naturgesetz
- Medienrummel (engl. hype)
- Syntagma
- Paradigmenwechsel
- Leitbild
Kategorie:Sprache
Kategorie:Wissenschaftstheorie
Kategorie:Erkenntnistheorie
ja:パラダイム
Eric DolphyEric Dolphy ( - 20. Juni 1928 in Los Angeles † 29. Juni 1964 in Berlin) war ein US-amerikanischer Jazzmusiker.
Multiinstrumentalist (Klarinette, Bassklarinette, Altsaxophon, Querflöte). Begann in der Schule mit der Klarinette und spielte in der zweiten Hälfte der 1940er Jahre in Roy Porter’s Band. Einige Jahre in der Armee folgten, bevor er mit zahlreichen führenden Musiker spielte und schließlich als Mitglied des populären Chico Hamilton Quintetts breiten Erfolg erfuhr. 1959 zog es ihn nach New York, wo er Mitglied der Band des großartigen Charles Mingus wurde. Zu dieser Zeit begleitete er auch andere Größen wie John Coltrane oder George Russell und tourte mehrfach in den USA und Europa. Es folgten viele Alben in eigenem Namen, darunter den Klassiker „Out to lunch!“ auf Blue Note. Seine größte Leistung neben seinen hoch musikalischen Improvisationen und Kompositionen ist die Etablierung der Bassklarinette als Instrument im Jazzrepertoire.
Aufgrund der kritischen Meinung in Amerika verbrachte er zum Ende seines Lebens den Großteil seiner Zeit in dem der Avantgarde offener gesinntem Europa. Dolphy verstarb während einer Tour in Berlin aufgrund diabetischer Komplikationen.
Weblinks
-
- http://adale.org/Discographies/EDIntro.html detaillierte Diskografie
- http://www.outward-bound.de Biografie und Diskografie
Dolphy, Eric
Dolphy, Eric
Dolphy, Eric
Dolphy, Eric
Dolphy, Eric
Dolphy, Eric
Dolphy, Eric
ja:エリック・ドルフィー
Improvisierte MusikDer Begriff improvisierte Musik hat sich neben anderen Bezeichnungen, wie etwa Echtzeitmusik, und Intuitive Musik im weiteren Sinne für eine Vielzahl von Musikstilen etabliert, in denen Improvisation eine zentrale Rolle spielt, Free Jazz, experimentelle Rockmusik, aber auch Grenzbereiche der Neue Musik, u.ä. ...
Im engeren Sinne meint Improvisierte Musik einen Spielweise, die Ende der der sechziger Jahre in Europa aus dem Jazz entstanden ist, und sich mittlerweile nach Einflüssen der Musik von John Cage sowie der Elektronischen Musik der Neunziger Jahren fast vollständig von der Ästhetik des Jazz entfernt hat. Die Musiker bedienen sich eines meist undogmatischen und sehr weitreichenden Materialvorrates aus zeitgenössischen Spieltechniken, Geräusch und sehr subjektiven, individuellen Behandlungen von Instrumenten. Auch selbsterfunde Instrumente spielen eine gewisse Rolle.
Viele zeitgenössische Komponisten der Neuen Musik suchen sich Inspirationen bei den oft sehr eigenwilligen Spieltechniken, und Klangerzeugungen, die Improvisatoren über Jahre hinweg selbst entwickeln. Improvisierte Musik wird von der GEMA bis heute immernoch oft als "Tanz- und Unterhaltungsmusik" bewertet (und bezahlt).
Wichtige Labels:
[http://www.fmp-online.de/ FMP]
[http://www.churchofgrob.com/ GROB]
[http://www.erstwhilerecords.com EARSTWHILE]
Einige Musiker:
[http://www.shef.ac.uk/misc/rec/ps/efi/musician/mdorner.html Axel Dörner] Trompete
[http://www.shef.ac.uk/misc/rec/ps/efi/mguy.html Barry Guy] Kontrabaß
[http://www.shef.ac.uk/misc/rec/ps/efi/musician/mkoch.html Hans Koch] Baßklarinette
[http://www.shef.ac.uk/misc/rec/ps/efi/mlovens.html Paul Lovens] Percussion
[http://www.kammerensemble.de/03_persons/bios/nabicht.html Theo Nabicht] Klarinette
[http://www.shef.ac.uk/misc/rec/ps/efi/mparker.html Evan Parker] Sopransaxofon
[http://www.geocities.com/creativesources_rec/gui_rod.html Guilherme Rordigues] Violine
[http://www.audiosemantics.de/ Olaf Rupp] Gitarre
[http://www.shef.ac.uk/misc/rec/ps/efi/musician/mrussell.html John Russel] Gitarre
[http://www.koch-schuetz-studer.ch/bio_schuetz.html Martin Schütz] Cello
[http://www.kenvandermark.com/ Ken Vandermark] Tenorsaxofon
[http://www.shef.ac.uk/misc/rec/ps/efi/efmusidx.html Phil Wachsman] Violine
[http://www.christianweber.ch.vu/ Christian Weber] Kontrabaß
[http://www.ch.wolfarth.ch.vu/ Christian Wolfarth] Percussion
Mehr Information:
[http://www.shef.ac.uk/misc/rec/ps/efi/ehome.html European Free Improvisation Pages]
Kategorie:Jazz
KonzertMit Konzert (von lateinisch concertare = wetteifern) bezeichnet man:
#eine Gruppe musikalischer Formen, denen gemeinsam ist, dass verschiedene Gruppen der beteiligten Aufführenden spielerisch miteinander wetteifern. Bedeutende Gattungen dieser Gruppe sind das Geistliche Konzert, das Concerto grosso und das Solokonzert;
#allgemein eine Veranstaltung, in der Musik für Zuhörer aufgeführt wird.
siehe auch
- Konzerthaus
ParadigmaDas Wort Paradigma (Pl.: Paradigmen bzw. Paradigmata) kommt aus dem Griechischen (παράδειγμα parádeigma; para = neben und deiknynai = zeigen, begreiflich machen) und bedeutet Beispiel, Vorbild, Muster (besser zu merken mit Paradebeispiel, auch wenn es nicht immer passt) oder auch Abgrenzung.
Das linguistische Paradigma
In der Linguistik hat das Wort Paradigma folgende Bedeutungen:
- die Menge der Formen eines Wortes, die das Flexionsmuster von Verben oder Substantiven bilden; Konjugation beziehungsweise Deklination.
: beispielsweise singen - sang - gesungen
- eine (einzigartige) Sammlung von (auf vertikaler Ebene) austauschbaren Zeichen (Elemente) derselben (Wort)Kategorie.
: beispielsweise "der Hund/Tiger/Fisch frisst" oder auch die Anlautkonsonanten in B-/G-/T-/Vier
Varianten
- onomasiologisches Paradigma: entsteht aus einem übereinzelsprachlichen Begriff beziehungsweise Designat und dessen einzelsprachlicher Umsetzung, beispielsweise Gehalt, Sold, Lohn, Einkommen usw.
- semasiologisches Paradigma: ergibt sich aus bestimmten gemeinsamen Merkmalen von Lexemen, die durch Kommutation/Substitution ermittelt werden.
Siehe auch: Syntagma, Wortfeld, Synonym
Eine Übersicht über die Beiträge in Wikipedia zum Thema Sprache bietet das Portal:Sprache.
Das wissenschaftliche Paradigma
Im klassischen Deutsch kann man auch den Begriff im Sinne unterschiedlicher (Wissenschaftlicher) Schulen verwenden. Seit dem späten 18. Jahrhundert wird das Wort als erkenntnistheoretischer Ausdruck benutzt, um wissenschaftliche Denkweisen zu beschreiben.
Die populärste Gebrauchsweise des Wortes in diesem Kontext geht jedoch auf den Philosophen Thomas S. Kuhn zurück, der es in diesem Zusammenhang auch als "Lehrmeinung" übersetzt. Er versuchte damit einen Satz von Vorgehensweisen zu beschreiben. In seinem Buch Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen definiert er ein wissenschaftliches Paradigma als:
- was beobachtet und überprüft wird,
- die Art der Fragen, welche in Bezug auf ein Thema gestellt werden und die geprüft werden sollen,
- wie diese Fragen gestellt werden sollen,
- wie die Ergebnisse der wissenschaftlichen Untersuchung interpretiert werden sollen.
Kuhn meint mit Paradigma also ein vorherrschendes Denkmuster in einer bestimmten Zeit. Im Mittelalter war z.B. das Paradigma anerkannt, daß die Welt eine Scheibe sei. Diese Denkmuster spiegeln einen gewissen allgemein anerkannten Konsens über Annahmen und Vorstellungen wieder, die es ermöglichen, für eine Vielzahl von Fragestellungen Lösungen zu bieten. In der Wissenschaft bedient man sich in diesem Zusammenhang auch oft Modellvorstellungen, anhand derer man Phänomene zu erklären versucht. (Leitbild)
Nach Kuhn ist ein Paradigma solange anerkannt, bis Phänomene auftreten, die mit der bis dahin gültigen Lehrmeinung nicht vereinbar sind. Zu diesem Zeitpunkt werden neue Theorien aufgestellt, die dann meist zwischen den Verfechtern der unterschiedlichen Lehrmeinungen sehr emotional belastet ausgefochten werden. Setzt sich dann eine neue Lehrmeinung durch, spricht man vom Paradigmenwechsel.
Für weiteres siehe Thomas Kuhn#Wissenschaftliche Paradigmen
Weitere Verwendungen
Der Begriff Paradigma wird auch verwendet für eine Erzählung, die in "Beispielen eine moralische Lehre erläutert" (vgl. Worteintrag im Wahrig). So können z.B. Märchen im weiteren Sinne als Paradigmen bezeichnet werden.
Das Wort wird in Wissenschaft, Technik und Wirtschaft mit sehr unterschiedlichen Bedeutungen verwendet; insbesondere beispielsweise im Computerbereich oder der Managementliteratur.
Dabei steht es weniger für eine umfassende Weltanschauung oder -ansicht, wie im ursprünglichen (epistemologischen) Sinne, als für eine besondere, fokussierte Sichtweise auf einen (möglichst grundlegenden) Aspekt des jeweiligen Fachgebietes. So wird beispielsweise vom Paradigma der "Wiederverwendbarkeit von Software", vom Paradigma der Teamarbeit oder der schlanken Produktion (lean production) gesprochen.
Siehe auch: Programmierparadigma
Die Werbung beziehungsweise das Marketing nutzen den Begriff Paradigma, um Produkte als besonders neuwertig und innovativ erscheinen zu lassen, um damit eine größere Aufmerksamkeit zu gewinnen.
Siehe auch
- Wissenschaft
- Naturgesetz
- Medienrummel (engl. hype)
- Syntagma
- Paradigmenwechsel
- Leitbild
Kategorie:Sprache
Kategorie:Wissenschaftstheorie
Kategorie:Erkenntnistheorie
ja:パラダイム
Improvisation (Musik)Meist improvisieren Musiker ohne Noten oder Arrangement und anscheinend frei aus dem Kopf heraus. Dabei halten sie sich aber in der Regel noch an bestimmte Randbedingungen, damit der musikalische Gesamteindruck nicht vollkommen zusammengewürfelt anmutet.
Für den Musiker bedeutet Improvisation zunächst die Freiheit zur spontanen Erfindung musikalischer Ereignisse. Diese können, soweit dies überhaupt möglich ist, frei von musikalischen Vorgaben sein (freie Improvisation) oder sich an vorgegebenem Material, einem Stück oder Thema, orientieren, wobei melodische, harmonische und rhythmische Elemente mehr oder weniger stark variiert und neu interpretiert werden können. Manchmal wird nicht die Melodie-, sondern die Begleitstimme abgeändert und zur immer gleichen Melodie immer verschiedene Begleitstimmen erfunden, die zu ganz verschiedenen Wirkungen auf die Zuhörer ausüben können.
Beide, die freien und die an bestimmten musikalischen Schemata orientierten Improvisationstechniken, sind wesentlich für den Jazz und auch in der neuen Musik gelegentlich anzutreffen. Die konzeptgebundene Improvisation, eine weitere Form, wird häufig als Vorstufe zur freien Improvisation angesehen, dabei hat sie durchaus ihren eigenen Wert. Beispiele für Konzepte sind: Improvisation über ein Ostinato, über einen Text oder - etwa bei der Gruppenimprovisation - ein vorher vereinbartes Besetzungs- oder Ablaufschema (z.B. Tutti-Duo).
Allerdings sind auch im klassischen Bereich Improvisationen anzutreffen; vor allem die Organisten haben die Kunst des Improvisierens über Jahrhunderte überwiegend im liturgischen Kontext (Gottesdienst) gepflegt. Neben der freien und zeitgenössischen Improvisation spielt hier vor allem die Stilkopie sowie die strenge Form (Fuge, Choralpartita) eine große Rolle.
Hingewiesen sei außerdem noch auf die oft nicht ausnotierten Kadenzen im klassischen Instrumentalkonzert, bei denen der Solist sein Können am Instrument zeigen konnte.
Siehe auch
Generalbass, Paraphrase, Invention, Free Jazz, Akkordsymbol, Standard notation, Aleatorik
Kategorie:Jazz
Kategorie:Musiktheorie
Kategorie:Orgelmusik
Kategorie: Improvisation
WeltmusikWeltmusik oder "World Music" ist ein in den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts aufgekommener Begriff. Ursprünglich auf das von Peter Gabriel initiierte WOMAD-Festival und das Label Real World zurückgehend, bezeichnete der Begriff eigentlich den Crossover aus westlicher Populärmusik und traditionellen, nichtwestlichen Musikformen. Mit zunehmender Popularisierung des "Genres" wurden allerdings vereinfachend auch oft eigenständige traditionelle Musikgenres unter diesem Begriff subsummiert, der somit auch als Synonym für "Traditionelle aussereuropäische Musik" gilt. In den vergangenen Jahren geriet der Begriff daher immer stärker in Kritik, unter anderem, weil er sich einer sehr eurozentristischen Sicht auf Musik bedient.
Im arabischen Kulturbereich bezeichnet der Begriff "Weltmusik" seit etwa 1920 "klassische Musik" im europäischen Sinne.
Hier soll der Begriff als eine spezielle Stilrichtung verstanden werden, im Sinne von Grenzgängen und Synthesen aus westlicher Populärmusik und traditionellen, meist nichtwestlichen Musikformen.
Geschichtliche Entwicklung
Seit den 1960ern erweiterten Jazzmusiker, allen voran John Coltrane, ihre musikalische Sprache in Richtung speziell indischer und afrikanischer Klänge, Melodien und Rhythmen. In Deutschland der 1980er war es vor allem "Jazzpapst" Joachim-Ernst Berendt, der Weltmusik anspruchsvollen Musikhörern näherbrachte; das erste praktische Projekt mit deutschen Jazzmusikern, die Asien-Tournee des Albert Mangelsdorff-Quintett, fand bereits 1964 statt und wurde auch damals schon von Behrendt im Fernsehen vorgestellt. Seit den 1960ern haben also Bereiche des Jazz Elemente traditioneller, meist nichtwestlicher Musikformen aufgenommen und verarbeitet.
Ebenso begannen Rockmusiker wie die Beatles und die Rolling Stones in der zweiten Hälfte der 1960er Jahre mit indischen und arabischen Klängen zu experimentieren. Der indische Sitar-Spieler Ravi Shankar war zu dieser Zeit im Westen enorm populär. Schon in den frühen 60er Jahren hatte sich in den USA die "Exotica"-Musik entwickelt, die Jazz, Pop mit lateinamerikanischen, afrikanischen und hawaiianischen Elementen verband. Allerdings wurde hier wenig Wert auf Authentizität gelegt.
Diese Integration von außereuropäischen Elementen in die populäre Musik stand ganz in der Tradition der modernen klassischen Musik Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts, die sich bereits mit osteuropäischer Volksmusik, aber auch asiatischer Musik, z.B. den indonesischen Gamelan-Orchestern, beschäftigt hatte.
In den 1990er Jahren erlebte die Popularität der Weltmusik einen enormen Aufschwung, dies ging zurück vor allem auf das Engagement Peter Gabriels auf seinem Label Real World, das aus dem bereits in den 80ern von ihm gegründeten WOMAD-Festival hervorging. Festival wie Label präsentierten im Westen unbekannte Künstler/innen und Bands aus der ganzen Welt, so wurden z.B. Nusrat Fateh Ali Khan aus Pakistan und Youssou N'Dour aus Senegal im Westen bekannt. Die zumeist nichteuropäischen Künstler produzierten allerdings oft unter westlichen Bedingungen, für einen westlichen Markt, teils auch mit westlichen Musikern und westlichem Equipment. Das führte oft zu einer Anpassung ihrer Musik an den westlichen Musikgeschmack, weil sie für den europäischen und nordamerikanischen Markt produzierten.
Auch bedingt durch die CD, die seit Mitte der 1980er Jahre eine kostengünstige Verbreitung ermöglichte, konnte sich Weltmusik zu einem etablierten Genre entwickeln. Es entstanden diverse Weltmusikfestivals und Weltmusikmessen in Europa und Nordamerika.
Musikstile
- Ethno
- Ethno Jazz
- Neue Volksmusik ("Alpine Weltmusik")
Künstler und Gruppen
- Gion Stump, Schweiz
- Radio Tarifa, Spanien
- Loreena McKennitt, Kanada
- Hubert von Goisern, Österreich
- I Muvrini, Korsika
- Johnny Clegg, Südafrika
- Juluka, Südafrika
- Mercan Dede Ensemble, Türkei
- Manfred Leuchter, Deutschland
- Värttinä, Finnland
- Sainkho Namtchylak, Tuva
- Dead Can Dance, Australien/UK
- Huun Huur Tu, Tuva
- Markscheider Kunst, Russland (St. Peterburg)
- Warsaw Village Band, Polen (Warschau)
- Schäl Sick Brass Band, Deutschland (Köln)
- Amparanoia, Spanien
- Original Kocani Orkestar, Mazedonien
- Les Negresses Vertes, Frankreich
- Cerro Esperanza Band, Schweden
- Bossacucanova, Brasilien
- Teofilo Chantre, Kapverden
- Blue Asia, Japan / Malaysia / Vietnam
- Enzo Avitabile & Bottari, Italien
- Youssou N'Dour, Senegal
- Think of One, Belgien / Brazilien
- Armenian Navy Band Armenien
- Omara Portuondo, Kuba
- Ale Möller Band, Schweden
- Gangbe Brass Band, Benin
- Darko Rundek & Cargo Orkestar, Kroatien
- Angelique Kidjo, Benin
- Xose Manuel Budino, Spanien
- Manu Chao, Frankreich
- Mari Boine Norwegen / Lappland
- Wimme, Finnland / Lappland
- Deep Forest, Frankreich
- Wes
- Nguyen Le, Frankreich / Vietnam
- Gülay & The Ensemble Aras , Österreich / Türkei / Iran / Indien / Taiwan
- Cesária Évora, Kap Verde
- Flamenco goes Brasil, Hamburg
- David Byrne - uh-oh,US
- Gjallarhorn, Finnland
Siehe auch
- Fusion (Musik)
- Heimatklänge
Literatur
- Simon Broughton, Kim Burton, Mark Ellingham: "Weltmusik - Rough Guide". Stuttgart: Metzler 2000, ISBN 3476015327
- Peter Fletcher: "World musics in context: a comprehensive survey of the world's major musical cultures". Oxford University Press 2001 ISBN 0198166362
Weblinks
- [http://www.bluerhythm.de Blue Rhythm - Magazin für World Music] (Website des Printmagazins, das als Supplement von Jazz thing erscheint)
- [http://www.multikulti.de rbb radiomultikulti Berlin]
- [http://www.wdr5.de/funkhauseuropa/weltmusik/index.phtml Funkhaus Europa des WDR 5]
- [http://www.weltmusikradio.de weltmusik.radio] Die Weltmusik- und Radio-Seiten mit vielen Infos, Tipps und Links rund um die Musik anderer Länder und Kulturen
- [http://www.onedrop.de.hm] Onedrop, Magazin für Afrikanische Musik und Reggae auf Oldenburg 1
- [http://www.womex.de WOMEX - the world music expo] (Website der jährlich an wechselnden Standorten in Europa stattfindenden Weltmusikmesse mit Hauptsitz in Essen)
Kategorie:Musikgenre
!
RegisterDie Bezeichnung Register (von lateinisch: regesta; aus regerere eintragen) bezeichnet:
- eine alphabetische Liste von Begriffen oder Bezeichnungen, beispielsweise in einem Index, siehe Register (Nachschlagewerk)
- eine systematische Sammlung von Informationen über eine Gruppe von Objekten, wie etwa das Handelsregister oder auch Krebsregister, häufig, aber nicht immer sprachlich synonym gebraucht mit Verzeichnis
- in der Musik getrennt oder gemeinsam ansprechbare (spielbare) Klangräume eines Klangkörpers, siehe Register (Musik)
- in der Computertechnik einen Speicherbereich einer CPU, siehe Register (Computer)
- im Druckwesen das genaue Aufeinanderpassen der Druckseiten des Satzspiegels auf der Vorder- und Rückseite
- in der grafischen Branche ein vor allem für Ordner (z.B. Aktenordner) verwendetes Produkt um Unterlagen nach Alphabet, Nummern, Datum oder anderem einzuordnen
- in der Linguistik eine funktionsspezifische Sprechweise, siehe Register (Linguistik)
- in der Diplomatik ein Verzeichnis der aus einer Kanzlei auslaufenden Urkunden (Urkundenregister), im Gegensatz zum Kopialbuch.
- Teil eines Akkordeons, siehe Register (Akkordeon)
ja:レジスタ
BlasinstrumentBlasinstrumente sind zu den Aerophonen gehörige Musikinstrumente, bei denen ein Spieler durch seinen Atem mit einem Mundstück die Luft innerhalb von Röhren zum Schwingen bringt. Im weiteren Sinne werden auch Aerophone, bei denen der Luftstrom mit einem Luftsack oder Blasebalg erzeugt wird, zu den Blasinstrumenten gezählt.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Vielfalt der vorhandenen Blasinstrumente in Gruppen einzuordnen.
Traditionelle Klassifikation
Die gebräuchlichste, historisch gewachsene, aber nicht ganz von inneren Widersprüchen freie Einteilung der Blasinstrumente in Holz-, Blechblasinstrumente und Durchschlagzungeninstrumente erfolgt hauptsächlich nach der Art der Tonerzeugung.
Blechblasinstrumente musizieren in der Regel mit Hilfe einer ungeteilten, schwingenden Luftsäule, das heißt, der gesamte Luftstrahl durchläuft das Instrument bis zur Schallöffnung. Der Ton wird mit den Lippen erzeugt. Bei Holzbläsern wird die Luftsäule geteilt, also an verschiedenen Stellen Luft vorher abgeleitet. Der Ton entsteht im Instrumentenmundstück.
Die Mundstücke von Holzblasinstrumenten entsprechen Bauformen, die früher ausschließlich an hölzernen Instrumenten verwendet wurden (Rohrblatt, Kernspalte). Deshalb gehören auch Querflöten mit Metallkorpus und Saxophone zu den Holzblasinstrumenten. Dem gegenüber gehören z.B. die Alphörner oder die, kaum noch gebräuchliche, Ophikleide zu den Blechblasinstrumenten, obwohl ihr Korpus aus Holz besteht, da sie mit einem Kesselmundstück angeblasen werden. Die Schwingungserzeugung erfolgt also ausschließlich mit den Lippen. Die Mundstücke der Blechblasinstrumente sind üblicherweise aus versilbertem oder vergoldetem Messing oder aus Neusilber. Daneben gibt es auch solche aus Plexiglas oder Kunststoff (Vorteile beim Spielen bei kühler Witterung).
Die Rohrlänge beeinflusst die Tonhöhe, da eine längere Luftsäule einen tieferen Ton bewirkt. Die Rohrform und das Material beeinflussen den Klang bzw. die (Klangfarbe).
Holzblasinstrumente
Klangfarbe
Die Holzblasinstrumente lassen sich unterteilen in die Flöteninstrumente (mit Anblaskante) und die Rohrblattinstrumente mit einem oder zwei schwingenden Rohrblättern. Eine vollständige Liste bietet die :Kategorie:Holzblasinstrument.
Flöteninstrumente
Die ältesten Instrumente mit Anblaskante, wahrscheinlich die ältesten Blasinstrumente überhaupt, sind jene in der Art der Blockflöte. Auch die Panflöte lässt sich weit in die Vorzeit zurückverfolgen. Die Flöte des Alten Testaments heißt Chalil. Aus der Schwegelpfeife des Mittelalters entstand die Traversflöte, die sich zur Querflöte und ihren Unterarten (Piccoloflöte, Altflöte) weiterentwickelte.
Als Lärm-, Rhythmus- und Effektinstrumente werden auch Trillerpfeifen und Blockflötenköpfe verwendet.
Rohrblattinstrumente
Die ältesten Vertreter dieser Art sind die primitiven Doppelrohrblattinstrumente in Ägypten und Griechenland (Aulos), Vertreter sind Schalmei, Rankett und Pommer. Im modernen Orchester findet man Oboen (Oboe d'amore, Heckelphon, Englischhorn) und Fagotte (Kontrafagott). Aber auch im Dudelsack und anderen Instrumenten mit Windkapsel (wie der Zurna) stecken Doppelrohrblätter.
Aus dem Chalumeau mit einfachem Rohrblatt entwickelte sich die Klarinette (und ihre Unterarten Bassklarinette und Bassetthorn). Auch das Saxophon gehört zu den Holzbläsern, weil es ein der Klarinette ähnliches Mundstück hat
Blechblasinstrumente
Saxophon
Die ersten Blechblasinstrumente (nach heutiger Anschauung) waren zwar sicherlich aus Hornsubstanz (Kuh-, Stier- oder Widderhorn), ihre handwerklichen Nachbauten aber aus Blech. Die heutige Materialverwendung spielt für die Einteilung keine Rolle. Auch die Blechblasinstrumente können in zwei Familien gegliedert werden, die Unterscheidung erfolgt nach der verwendeten Mensur: Ist diese zum größeren Teil konisch, spricht man von Instrumenten der Hornfamilie, wenn die zylindrische Bauweise überwiegt, von Trompeteninstrumenten. Auch hier findet sich unter :Kategorie:Blechblasinstrument eine vollständige Liste.
Horninstrumente
Die ältesten Naturhörner waren Tierhörner, der Olifant aus Elfenbein, das Alphorn und die Bronze-Luren. Aus Holz wurden Zink (Musik) und Serpent hergestellt, mit großer Fertigkeit aus Blech (Messing) gebaut wurden später Jagdhorn und Posthorn. Das Kornett wurde noch vor dem modernen Horn (Instrument) mit Ventilen ausgestattet. Der große Bruder des Ventilhorns ist die Wagnertuba. Eine vollständige Unterfamilie der Horninstrumente mit Vertretern in allen Lagen sind die Bügelhörner, zu denen auch Flügelhorn, Tenorhorn, Bariton, Helikon, Sousaphon und Tuba zählen
Trompeteninstrumente
Aus den Naturtrompeten, die für Fanfaren und militärische Signale benutzt wurden, entwickelte sich die verfeinerte Barocktrompete und später die moderne Trompete. Die tiefen Vertreter dieser Familie sind die Posaunen (Ventilposaunen oder Zugposaune)
Durchschlagzungeninstrumente
Posaune
Durchschlagzungeninstrumente, bei denen der Ton durch frei schwingende Metallzungen erzeugt wird, werden normalerweise mit Windwerk betrieben, es gibt aber auch Varianten, die direkt mit dem Mund angeblasen werden: Dazu zählt die Melodika und die moderne Schalmei (Martinstrompete). Eines der wichtigsten Instrumente in der klassischen chinesischen Musik ist die Mundorgel Sheng, ein ähnliches Instrument wird in Japan Shō und in Laos Khaen genannt.
Keine Blasinstrumente
Zu den Blasinstrumenten zählt genaugenommen nicht die Mundharmonika, da sie nicht durch blasen, sondern Atmen, d.h. mit Ein- und Ausatmung gespielt wird, im Gegensatz zu den Blasinstrumenten, die durch Blasen, d.h. Aus- oder evtl. auch Zirkular-Atmung gespielt werden. Auch die Handzuginstrumente fallen aus der strengen Definition von Blasinstrument heraus, da sie die Töne beim Lufteinsaugen und beim Luftabgeben erzeugen. Harmonium und Orgel hingegen können im weitesten Sinne auch wie Blasinstrumente betrachtet werden, da deren Blasebälge tatsächlich nur Luft ins Instrument hineinblasen.
Klassifikation nach Tonerzeugung
Eine andere Einteilung der Blasinstrumente verzichtet auf den Materialaspekt und betrachtet allein die Art des tonerzeugenden Elements, also meistens des Instrumentenmundstücks:
- Luftblatt- oder Labialinstrumente (mit Anblaskante): Flöten
- Instrumente mit einfachem (aufschlagendem) Rohrblatt: Klarinetten, Saxophone
- Instrumente mit doppeltem (gegenschlagendem) Rohrblatt: Schalmeien inkl. Oboe, Fagott, Sarrusophon etc.
- Instrumente mit Trichter-, Becher- oder Kesselmundstück, bei denen die Lippen des Spielers die Schwingung erzeugen: Blechblasinstrumente, Zink
- Instrumente mit durchschlagenden Zungen
ja:管楽器
Kategorie:Aerophon
Cluster (Musik)
Das Wort Cluster (engl. Traube, Büschel) bezeichnet in der Musik einen besonderen Akkord, dessen Töne unmittelbar nebeneinander liegen. So wird z.B. ein "Akkord" bestehend aus den Tönen c'd'e'f'g' treffender als Cluster bezeichnet, da er im engeren Sinne keinen tonalen Akkord darstellt, die grundlegende Anforderung an einen Akkord, dass mehrere Töne gleichzeitig erklingen, jedoch trotzdem erfüllt.
Der Name erklärt sich bildhaft dadurch, dass die Darstellung eines Clusters in der Notenschrift Ähnlichkeit mit einer Weintraube aufweist:
Cluster aus den Tönen c'd'e'f'g'
Eine gebräuchliche Form, Cluster im Notentext darzustellen ist folgende:
bild:cluster1.PNG Die angegebenen Cluster als MIDI zum Hören
Dabei geben die schwarzen Balken den Tonumfang des Clusters genau an. Die Auflösungs- bzw. Versetzungszeichen beschreiben, ob zum Beispiel auf dem Klavier weiße, schwarze oder alle Tasten benutzt werden sollen.
Auf der Klaviatur des Klaviers werden für einen Cluster nebeneinander liegende Halbton-/ Ganztonintervalle (Sekunden) mit Hand oder Unterarm gleichzeitig angeschlagen. Cluster können aber auch auf anderen Instrumenten gespielt werden. Dabei sind auch kleinere Intervalle, etwa Vierteltöne, möglich. Nicht zu vergessen: gesungene Cluster z.B. in Ligetis Chorstück "Lux aeterna".
Cluster sind als besondere Klangfarbe sowie als harmonisches Gestaltungsmittel vor allem in der zeitgenössischen Musik gebräuchlich. Besonders in den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts experimentierten Komponisten mit Klangflächen-Kompositionen, die aus vielen unterschiedlich instrumentierten Clustern bestehen. Ein bedeutender Vertreter dieser Kompositionsart ist György Ligeti, da besonders seit dessen Orchesterstück Atmosphères (1961) Cluster ein häufig vertretenes Stilmittel. Weiterhin ist sein Werk Lontano zu erwähnen, das wie Atmosphères fast gänzlich aus Clustern besteht.
Der Begriff Cluster entstand erst zu Beginn des letzten Jahrhunderts, die oben dargestellten Tontrauben wurden in besonderen Fällen aber auch schon früher benutzt, so z.B. als rhetorische Figur in der Barockmusik (um z.B. Chaos und Erdbeben plastisch darzustellen) oder um eine bestimmte Stimmung zu erzeugen. So erscheint in der Spätromantik ein sehr leise gespielter Cluster in B-Dur zu Beginn der Alpensymphonie von Richard Strauss, um die verhaltene Atmosphäre bei Tagesanbruch auszugestalten.
Kategorie:Musikglossar
HarmonieinstrumentAls Harmonieinstrumente werden Musikinstrumente bezeichnet, die mehrere Töne gleichzeitig erzeugen können und damit zusätzlich zu einer Melodiestimme Harmonien spielen können. Harmonieinstrumente können daher als Begleitinstrumente oder als Soloinstrumente eingesetzt werden.
Beispiele für Harmonieinstrumente:
- Klavier
- Orgel
- Cembalo
- Gitarre
- Akkordeon
Kategorie:Musikinstrument
Arrangement
In der Musik versteht man unter einem Arrangement die Umsetzung eines gegebenen Musikstücks in eine bestimmte Ausführungsgestalt, insbesondere der verschiedenen Stimmen.
Die größte Bedeutung kommt dem Arrangement in der nicht-orchestralen Musik seit dem 20. Jahrhundert zu. Während in der "Klassik" des 18. und 19. Jahrhunderts die Kunstmusik Note für Note auskomponiert wurde – abgesehen z. B. von den Kadenzen – so haben spätere Kunstrichtungen der freieren Ausführung oder der Improvisation größeren Platz eingeräumt.
Viele im 20. Jahrhundert entstandene Musikstücke – etwa im Blues, Jazz oder Pop, in der Volksmusik und allen davon abgeleiteten Gattungen – geben den ausführenden Musikern oder Sänger/innen größere Freiheit in der Interpretation eines Stückes. Sie erstreckt sich nicht nur auf den Ausdruck, sondern schließt auch notations-technisch relevante Aspekte ein. Stücke aus diesen Bereichen sind oft nur durch Melodielinie und Akkordfolge notiert. Aufgabe des Arrangeurs ist es nun, aus diesen wenigen Vorgaben ein Arrangement zu machen, indem die Musiker genauere Angaben oder Ausführungsmöglichkeiten erhalten. Dies kann durch die Erstellung einer Partitur geschehen, oder durch mündliche Absprachen mit den Musikern oder manchmal auch durch Audiobeispiele.
Ein anderer Fall liegt vor, wenn ein Stück umarrangiert wird, wenn also von einem bestimmten Arrangement ausgegangen wird, um daraus ein anderes – etwa für eine andere Besetzung – zu gestalten. Eine mögliche Vorgangsweise sei am Beispiel eines Bläserquartetts angedeutet, für das die ursprüngliche Komposition zwei Trompeten, eine Posaune und eine Tuba vorgesehen hat. Das Ensemble, das dieses Stück spielen möchte, hat allerdings nur eine Trompete und keine Tuba. Stattdessen hätte es außer der Trompete noch zwei Posaunen und ein Horn zur Verfügung. In einem neuen Arrangement werden nun die Stimmen neu verteilt und gegebenenfalls umgeschrieben.
Kategorie:Musikglossar
Kategorie:Musiktheorie
John ColtraneJohn William Coltrane ( - 23. September 1926 in Hamlet, North Carolina; † 16. Juli 1967 in New York City) war ein US-amerikanischer Jazz-Saxophonist (Flöte, Tenor- und Sopransaxophon).
Coltranes Stil entwickelte sich in und aus der Post-Bop Zeit; in den frühen 1960ern entfaltete er seine völlig eigene Spielweise ('sheets of sound') hin zu freiem, aber nach eigenen Aussagen immer auf den Blues bezogenem Spiel. Er gilt damit als einer der Urheber des Free Jazz. Der Saxophonist Ravi Coltrane ist sein Sohn.
Kurz nach der Geburt zogen seine Eltern zum Großvater Walter Blaire, der Reverend in einer methodistischen Kirche war. Seine Familie war musikalisch, sein Vater beispielsweise spielte mehrere Instrumente. Über den Großvater kam Coltrane schon als kleines Kind mit geistlicher Musik in Berührung. Mit zwölf Jahren bekam er von den Eltern seine erste Klarinette geschenkt und nahm klassischen Musikunterricht. Als 1938 sein Großvater und bald darauf sein Vater starben, geriet die Familie in Geldnöte, die Mutter musste als Dienstmädchen arbeiten und konnte nur gerade so das Geld für die Musikschule entbehren. Ihr Sohn spielte schon bald im Schulorchester. In der Highschool-Zeit lernte er Altsaxophon und machte erste Gehversuche im Jazz. Nach dem Militärdienst in einer Musikkapelle Mitte der 1940er Jahre ging er nach Philadelphia und gründete dort auch seine erste Band. In der Musikerszene kam er mit Heroin in Berührung, das damals eine Modedroge war, und wurde schließlich abhängig. Dennoch behielt er auch in dieser Zeit ein tägliches Übungspensum von mehreren Stunden bei. 1949 wurde er Mitglied der Dizzy Gillespie Big Band, wurde allerdings schnell wieder gefeuert, weil Dizzy Gillespie keinen Junkie in seiner Band haben wollte. In der Musikerszene gab man ihm den Spitznamen Country Boy, weil er oft barfuß durch die Gegend lief. 1955 lernte er seine erste Frau Naima kennen. 1956 heuerte ihn zum ersten Mal Miles Davis an. Dies bedeutete für Coltrane den Durchbruch, Davis war bereits ein Star. Coltrane spielte Tenor, behielt dabei aber die Intonation des Alts bei und entwickelte seinen charakteristischen Klang. Doch bereits im Herbst desselben Jahres schmiss Davis Coltrane wegen dessen Drogensucht wieder heraus. Coltrane zog sich zurück und konnte mithilfe Naimas vom Heroin loskommen.
Im folgenden Jahr kehrte er, nun clean, auf die Bühne zurück und stürzte sich mit neuer Energie in die Arbeit. Er arbeitete unter anderem mit Thelonious Monk. Aus dem Zusammenspiel mit Monk brachte er die an den Kirchentonarten orientierten Skalen ein. Diese modale Spielweise überwindet die herkömmliche, an Harmoniefolgen gebundene Improvisation. In der Folge wurden Coltranes Soli immer länger und ekstatischer. Von 1958 bis 1960 spielte er dann auch wieder im Davis-Quintett. Die beiden herausragenden Alben Milestones und Kind of Blue entstanden, dazu noch sein Album Giant Steps – ein Titel, der durchaus wörtlich zu nehmen ist. 1960 erschien dann My Favourite Things. Eigentlich war das Titelstück dieses Albums ein kaum bekanntes Broadway-Stück, das erst durch Coltrane bekannt wurde und wohl der einzige Jazz-Standard im Drei-Viertel-Takt ist. Coltrane spielte Sopransaxophon und verhalf damit diesem im Jazz seit langer Zeit relativ selten gespielten Instrument zu einer Renaissance. Dieser Erfolg machte das John Coltrane Quartet neben dem Quintett von Miles Davis zu einer der einflussreichsten Jazz-Gruppen der Sechzigerjahre. Neben John Coltrane [ts,ss] bestand die Besetzung aus McCoy Tyner [p], Jimmy Garrison [b] sowie Elvin Ray Jones [dr] und sollte sich für die nächsten Jahre auch nicht verändern. In dieser Zeit perfektionierte Coltrane eine neue Spielweise, welcher der Jazz-Kritiker Ira Gitler den Namen Sheets of sound gab, zu deutsch Klangflächen genannt. Das Spiel verlief so schnell, dass neben dem aktuellen Ton noch die vorherigen Töne in der Luft lagen. Hierbei traten die Melodien in den Hintergrund und Harmonien und Rhythmen dominierten, der Takt wurde aufgelöst. Der besondere Reiz dieser Technik besteht darin, dass die Musik vielsagend wird, weil oft nicht klar ist, in welcher Tonart Coltrane genau spielt. Wichtig ist, dass der Pianist eingewiesen ist. Monk beispielsweise spielte statt eines C-Dur-Dreiklanges nur das c, womit er die Tonart nicht eindeutig vorgab. In dieser Zeit trat Coltrane – mehr oder weniger notgedrungen, denn er benötigte Material für seine neue Spielweise – als Komponist hervor. Bei einigen Live-Aufnahmen im "Village Vanguard" spielte auch der schwarze Avantgarde-Saxophonist Eric Dolphy [as, bs-cl, flute] mit, der unter anderem bereits mit Charles Mingus [b, p, leader, comp, arr] zusammengespielt hatte.
In der Folgezeit nahm Coltrane in dieser Besetzung noch eine Reihe weiterer Platten auf, darunter auch Live-Aufnahmen aus dem "Village Vanguard" in New York, auf denen sein energetisches Spiel sehr gut dokumentiert ist. Musikalisch sprengte Coltrane die Fesseln des herkömmlichen Jazz und nahm in sein Spiel beispielsweise afrikanische und orientalische Einflüsse auf. Eine der herausragenden Platten ist auch sein A Love Supreme aus dem Jahre 1964, in dem Coltranes spirituelle Ausrichtung deutlich wird.
In der zweiten Hälfte der 1960er Jahre orientierte sich John Coltrane immer mehr am Free Jazz. Elvin Ray Jones wurde durch den Schlagzeuger Rashied Ali ersetzt; außerdem kamen Coltranes zweite Frau Alice (sie spielte Klavier und Harfe) und der Saxophonist Pharoah Sanders in die Gruppe. An Aufnahmen wäre hier eine zweite im Village Vanguard aufgenommene Live-Platte zu nennen.
Musikalisch war Coltrane immer auf der Suche nach allen möglichen Einflüssen – er hat den Jazz traditioneller oder moderner Musik bis hin zu Béla Bartók und Arnold Schönberg geöffnet. Dabei blieb sein Stil immer eigenständig, und in seiner Geschwindigkeit und Komplexität auch unvergleichlich. Er veröffentlichte ca. 50 Aufnahmen in zwölf Jahren mit seiner eigenen Band und ein Dutzend mit anderen Bands.
John Coltrane starb 1967 an Leberkrebs.
Hörprobe
http://en.wikipedia.org/upload/7/7a/Giant_Steps.ogg;
weitere Beispiele auf: http://www.john-coltrane.com/
Diskographie
unter: http://webusers.siba.fi/~eonttone/trane.html
Siehe auch
Eric Dolphy, Thelonious Monk
Literatur
- Studs Terkel: Giganten des Jazz. Zweitausendeins, Frankfurt 2005 ISBN 3-86150-723-4
Weblinks
- [http://www.traneing-in.de John Coltrane - Biografie und Diskografie (deutsch)]
- [http://WWW.johncoltrane.com Englische Seite mit Bio, Disko, Bildern, Filmen, Shop]
Coltrane, John
Coltrane, John
Coltrane, John
Coltrane, John
Coltrane, John
Coltrane, John
An Aufnahmen wäre hier eine zweite im "Village Vanguard" aufgenommene Live-Platte sowie das Album Ascension zu nennen.
ja:ジョン・コルトレーン
Ornette ColemanOrnette Coleman ( - 19. März 1930, Fort Worth, Texas, USA) ist ein US-amerikanischer Jazz-Musiker (vor allem Alt-, aber auch Tenorsaxophon, Trompete und Geige) und Komponist. Ornette Coleman gilt als Pionier des Free Jazz.
Free Jazz
Wichtige Platten
- The Shape of Jazz to come (1959)
- Free Jazz (1960)
Diskografie
- Something Else!!!!. (1958)
- Coleman Classics Vol. 1 (1958)
- Tomorrow Is The Question! (1959)
- The Shape Of Jazz To Come (1959)
- Change Of The Century (1959)
- This Is Our Music (1960)
- Free Jazz (1960)
- Ornette ! (1961)
- Ornette On Tenor (1961)
- The Art Of The Improvisers (1961)
- Twins (1961)
- To Whom Who Keeps A Record (1960)
- Beauty Is A Rare Thing (1961)
- Town Hall (1962)
- Chappaqua Suite (1965)
- An Evening With Ornette Coleman (1965)
- Who's Crazy Vol. 1 (1965)
- Who's Crazy Vol. 2 (1965)
- The Paris Concert (1965)
- Live At The Tivoli (1965)
- At The "Golden Circle" Vol. 1 (1965)
- At The "Golden Circle" Vol. 2 (1965)
- Ornette Coleman: The Empty Foxhole. Blue Note 9/66 (1966)
- The Music Of Ornette Coleman - Forms & Sounds (1967)
- The Unprecedented Music Of Ornette Coleman (1968)
- Live in Milano (1968)
- New York Is Now (1968)
- Love Call (1968)
- Ornette At 12 (1968)
- Crisis (1969)
- Man On The Moon / Growing Up (1969)
- Broken Shadows (1969)
- Friends And Neighbors (1970)
- Science Fiction (1971)
- European Concert (1971)
- Broken Shadows (1972)
- Paris Concert (1966)
- The Belgrade Concert (1971)
- Skies Of America (1972)
- J For Jazz Presents O.C. Broadcasts (1972)
- Dancing In Your Head (1976)
- Body Meta (1976)
- Soapsuds, Soapsuds (1977)
- Of Human Feelings (1979)
- Opening The Caravan Of Dreams (1983)
- Prime Time/Time Design (1983)
- Song X (1985)
- In All Languages (1987)
- Verona Jazz (1996)
- Virgin Beauty (1988)
- Live at Jazzbuehne Berlin (1988)
- Naked Lunch (1991)
- Tone Dialing (1995)
- Sound Museum - Hidden Man (1994)
- Sound Museum - Three Women (1994)
- Colors (1996)
Weblinks
-
- [http://www.geocities.com/rstubenrauch/Ornette Ornette Coleman Online Archive]
- [http://www.harmolodic.com/ornette/frameset_recordings.html Diskografie]
Coleman, Ornette
Coleman, Ornette
Coleman, Cy
Coleman, Ornette
Don CherryDon Eugene Cherry ( - 18. November 1936 in Oklahoma City, Oklahoma, USA, † 19. Oktober 1995 in Málaga, Spanien) war ein Free Jazz Musiker und ist vor allem durch sein Spiel auf der Taschentrompete bekannt geworden. Weiterhin spielte er Flöten, verschiedene Schlaginstrumente (Percussion), sogar Melodica, und war auch Sänger.
Auch sein Sohn Eagle-Eye Cherry und seine Stieftochter Neneh Cherry sind als Musiker tätig.
Don Cherry war Mitglied des legendären Ornette Coleman Quartett. Selbst die Popgruppe U2 hat auf dem Album "Pop" seine Stücke gesampelt. Cherry war einer der großen Verbinder von Jazz und Weltmusik.
Wichtige Aufnahmen
- 1958 Something else (Coleman Quartett)
- 1959 Change of the century (Coleman Quartett)
- 1965 Complete Communion (mit Gato Barbieri)
- 1966 Symphony For Improvisers (mit Barbieri und Pharoah Sanders)
- 1969 Mu 1+2 (Duo mit Ed Blackwell)
- 1976 Hear and now
- 1978 Codona (Collin Walcott, Don Cherry, Nana Vasconcelos)
- 1980 Codona 2
- 1982 Codona 3
- 1982 El Corazon (Duo mit Ed Blackwell)
- 1985 Home boy
- 1986 Art Deco
- 1990 Multikulti
- 1993 Dona Nostra
Eine komplette Diskographie findet sich bei "RoJaC - Robert's Jazz Corner" [http://www.geocities.com/BourbonStreet/Quarter/7055/Cherry/index.htm]
Cherry, Don
Cherry, Don
Cherry, Don
Cherry, Don
Cherry, Don
Cherry, Don
ja:ドン・チェリー
Archie SheppArchie Shepp (eigentlich: Vernon Shepp, - 24. Mai 1937 in Fort Lauderdale, Florida) ist ein US-amerikanischer Jazzmusiker (Tenor- und Sopransaxophon, Piano), Komponist sowie Literatur- und Theaterwissenschaftler
Leben
Archie Shepp begann seine professionelle Karriere als Musiker 1960 in der Band von Cecil Taylor. Danach arbeitete er u. a. mit Bill Dixon, John Tchicai, Don Cherry und vor allem mit | | |