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Godavari

Godavari

] Der Godavari ist einer der Hauptwasserwege Indiens, nach dem Ganges und Indus. Der Fluss ist rund 1.450 km lang. Er entspringt in Trimbakeshwar, in der Nähe von Nashik und Mumbai in Maharashtra, 380 km vom Arabischen Meer entfernt. Der Godavari fließt durch den Süden Zentralindiens in Andhra Pradesh, und mündet in den Golf von Bengalen. Bei Rajahmundry, 80 km von der Küste entfernt, spaltet sich der Fluss in zwei Teile. Somit entsteht an dieser Stelle ein Delta. Wie viele andere Hauptflüsse Indiens haben die Strände des Flusses viele Pilger. Nashik, Triyambak und Badrachalem sind die Hauptorte. Dies ist außerdem ein besonderer Fluss, er flutet beim Monsun und kann im Sommer ganz austrocken. Das Wasser des Flusses ist bräunlich.

Wichtigste Anliegerorte

Trimbakeshwar, Nashik, Nanded in Maharashtra Bhadrachalam, Rajamundry, Kovvur in Andhra Pradesh. ja:ゴーダヴァリー川

Indien

Indien (hindi भारत, Bhārat; englisch India) ist ein Staat in Südasien, der den größten Teil des indischen Subkontinents umfasst. Im Norden bildet der Himalaya die natürliche Nordgrenze Indiens, im Süden umschließt der Indische Ozean das Staatsgebiet. Indien grenzt an Pakistan, China, Nepal, Bhutan, Myanmar und Bangladesch. Seine Bezeichnung hat Indien von dem in Tibet entspringenden Strom Indus, dessen Name sich von dem Sanskrit-Wort Sindhu mit der Bedeutung Fluss herleitet. In Urdu heißt das Land Hind, in Hindi Bharat; diese Bezeichnung wurde zum amtlichen Namen der Republik Indien. Als Hindustan, „Land der Hindus“, bezeichneten die muslimischen Eroberer den Nordteil Indiens.

Geographie

Hauptartikel: Geographie Indiens Indien, mit einer Fläche von 3.287.590 km² der siebtgrößte Staat der Erde, erstreckt sich vom 68. bis zum 97. östlichen Längengrad über rund 3200 Kilometer. Von West nach Ost, zwischen dem 8. bis zum 37. Grad nördlicher Breite, beträgt die Ausdehnung rund 2800 Kilometer. Indien grenzt an sechs Staaten: Pakistan, China (Tibet), Nepal, Bhutan, Myanmar und Bangladesch. Da der nördliche Teil des umstrittenen Kaschmirs seit 1949 unter pakistanischer Kontrolle steht, hat Indien keine gemeinsame Grenze mit Afghanistan mehr. Die natürliche Grenze im Norden und Nordosten bildet der Himalaya, das höchste Gebirge der Welt. Südlich davon schließen sich die breiten, fruchtbaren Stromebenen der Flüsse Indus, Ganges und Brahmaputra an. Den Nordosten Indiens, einschließlich der Brahmaputra-Ebene, verbindet nur ein schmaler Korridor zwischen Bangladesch und Nepal bzw. Bhutan mit dem Rest des Landes. Im Westen geht das Stromland des Ganges in die Wüste Thar über, die im Osten und Süden vom Aravalligebirge begrenzt wird. Südlich davon liegen die Sümpfe des Rann von Kutch sowie die Halbinsel Kathiawar. Kathiawar Das Hochland von Dekkan nimmt den größten Teil der keilförmig in den Indischen Ozean vorragenden indischen Halbinsel ein. Die Vindhya- und Satpura-Berge schirmen den Dekkan von der Gangesebene im Norden ab. Im Westen wird er von den bis zu 2700 Meter hohen Westghats, im Osten von den flacheren Ostghats begrenzt. Beide Gebirgszüge treffen im Süden, wo die Halbinsel spitz zum Kap Komorin zuläuft, zusammen. Die Westghats fallen steil zur Konkan- und Malabarküste entlang des Arabischen Meeres ab. Die Ostghats gehen in die breiteren östlichen Küstenebenen am Golf von Bengalen über. Zu Indien gehören außerdem drei dem Indischen Subkontinent vorgelagerte Inselgruppen. Rund 300 Kilometer westlich der Malabarküste liegen die Korallenatolle der Lakkadiven. Südöstlich der Halbinsel, zwischen 1000 und 1600 Kilometer vom indischen Festland entfernt, erstrecken sich die Inseln der Andamanen und Nikobaren. Der höchste Punkt Indiens ist der Berg Kanchenjunga mit 8.598 Metern Höhe, der sich im äußersten Westen Sikkims in unmittelbarer Grenznähe zu Nepal erhebt. Der höchste vollständig auf indischem Gebiet liegende Berg ist die Nanda Devi mit 7.822 Metern. Der tiefste Punkt ist die zwei Meter unter dem Meeresspiegel gelegene Kuttanad-Senke an der Malabarküste.

Flüsse

Kuttanad Alle größeren Flüsse Indiens entspringen in einer der drei Hauptwasserscheiden des Subkontinents: im Himalaya, in den zentralindischen Vindhya- und Satpura-Bergen oder in den Westghats. Indiens längster und zweifellos wichtigster Fluss ist der Ganges, der im Himalaya entspringt. Seine längsten Nebenflüsse sind die Yamuna und der Gumti; der Chambal ist ein Zufluss der Yamuna. Der Brahmaputra, der das Land im Nordosten durchfließt, vereinigt sich mit dem Ganges und bildet vor der Mündung in den Golf von Bengalen ein gewaltiges Delta, an dem Indien jedoch nur im Westen Anteil hat. Der Großteil des Gangesdeltas liegt auf dem Territorium des Nachbarstaates Bangladesch. Fast ein Drittel der Fläche Indiens gehört zum Einzugsgebiet von Ganges und Brahmaputra. Im äußersten Norden durchquert der Indus in Südost-Nordwest-Richtung den Bundesstaat Jammu und Kashmir. Das Hochland von Dekkan wird von mehreren großen Flüssen entwässert. Die Narmada und der Tapti münden ins Arabische Meer, während Godavari, Krishna, Mahanadi und Kaveri zum Golf von Bengalen fließen.

Geologie

Indien gehörte bis gegen Ende des Jura zum Südkontinent Gondwana. Erst in der Kreidezeit riss es von der Antarktis ab und driftete in erdgeschichtlich extrem kurzen 50 Millionen Jahren quer durch den gesamten Tethys-Ozean gegen Eurasien, wo sein Aufprall gegen Ende der Kreidezeit den Himalaya schuf und Tibet anhob. Tibet

Klima

Mit Ausnahme der Bergregionen ist Indiens Klima vornehmlich tropisch, wobei Nord- und Zentralindien kontinentaler geprägt sind als der maritime Süden. So treten im Norden im Jahresverlauf teils erhebliche Temperaturschwankungen auf. Während in den nördlichen Tiefebenen im Dezember und Januar Temperaturen von nur 10 bis 15 Grad Celsius vorherrschen, sind in der heißesten Zeit zwischen April und Juni 40 bis über 50 Grad Celsius keine Seltenheit. Im Süden ist es dagegen ganzjährig heiß. Die Niederschlagsverhältnisse werden im ganzen Land maßgeblich vom Monsun beeinflusst. Der Südwest- oder Sommermonsun setzt in den meisten Landesteilen im Juni ein und bringt je nach Region bis September oder Oktober ergiebige Niederschläge. Auf Grund der sehr unterschiedlichen Topographie ist die Niederschlagsverteilung allerdings höchst ungleichmäßig. Die stärksten Regengüsse gehen an der Westküste, in den Westghats, an den Hängen des Himalayas und in Nordostindien nieder. Am trockensten ist es dagegen in der Thar. Die aus Zentralasien kommenden Nordost- oder Wintermonsunwinde zwischen Oktober und Juni bringen kaum Feuchtigkeit, daher entfallen in den meisten Gegenden 80 bis über 90 Prozent der jährlichen Gesamtniederschlagsmenge auf die Sommermonate. Lediglich der Südosten erhält auch während des Nordostmonsuns Regen, da die Luftströmungen über dem Golf von Bengalen Feuchtigkeit aufnehmen.

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte Indiens Die Industal-Zivilisation (größtenteils im heutigen Pakistan gelegen) war eine der frühen Hochkulturen der Welt, mit einer eigenen Schrift, der bisher nicht entzifferten Indus-Schrift. Um etwa 2500 v.Chr. existierten dort geplante Städte wie Harappa, mit einer Kanalisation, Seehäfen und Bädern, während angenommen wird, dass in Südindien noch weniger entwickelte Verhältnisse herrschten. Weiter östlich machen sich andere archäologische Komplexe bemerkbar wie die sogenannte Copper Hoard Culture. Ab 1700 v.Chr. setzte aus bislang unbekannten Gründen der Zerfall der Indus-Kultur ein. Eine für die weitere Entwicklung Indiens sehr wichtige Periode, war die vedische Zeit (1500 v.Chr. - 500 v.Chr.), in der die Grundlagen der heutigen Kultur geschaffen wurden. Über die politische Entwicklung ist weitaus weniger bekannt, als über die religiöse und philosophische Entwicklung. Gegen Ende der vedischen Zeit wurden die Upanishaden geschaffen, die in vielerlei Hinsicht die Basis der in Indien entstandenen Religionen Hinduismus, Buddhismus und Jainismus bilden. In diese Zeit fällt die Urbanisierung in der Gangesebene und das Heraufkommen von Königreichen wie Magadha. Ab dem 6. Jahrhundert v. Chr. entfaltete sich der Buddhismus, der während rund 500 Jahren neben dem Hinduismus die maßgebliche Geistesströmung Indiens darstellte. Arabische Eroberungszüge im 8. Jh. und zentralasiatische Invasionen ab dem 12. Jahrhundert führten zu einer Dominanz muslimischer Staaten im Norden, sowie zur Islamisierung von Teilen der dortigen Bevölkerung. Das Delhi-Sultanat und die Mogul-Dynastie gehörten zu den wichtigsten Herrscherhäusern dieser Zeit. Hinduistische Königstümer gab es nur noch in Südindien (z.B. Vijayanagar). Ab 1505 begannen europäische Mächte kleinere Küstenkolonien zu erobern (vgl. Portugiesisch-Indien). Von 1756 an unterwarf die britische East India Company von ihren Hafenstützpunkten Kalkutta, Madras und Bombay aus weite Teile Indiens. Mitte des 19. Jahrhundert erlangte sie die vollständige politische Kontrolle über alle indischen Territorien (von einigen kleineren portugiesischen und französischen Gebieten abgesehen). Loyale Fürsten behielten Staaten mit begrenzter Souveränität wie Hyderabad, Bhopal, Mysore, Kashmir. 1857 erhoben sich Teile der Bevölkerung Nordindiens gegen die Herrschaft der East India Company. Nach der Niederwerfung des Aufstandes wurde Indien der direkten Kontrolle durch Großbritannien unterstellt. 1884 wurde in Bombay die Kongresspartei (Indian National Congress) gegründet. Sie forderte zunächst politische Mitsprache. Ihre Mitglieder waren vorwiegend Hindus und Parsen. Die muslimische Oberschicht blieb auf Abstand. Ihr Wortführer Sayyid Ahmad Khan befürchtete, dass sie durch Einführung des Mehrheitsprinzips aus der Verwaltung gedrängt würden. Als Interessenvertretung der Muslime wurde 1906 die Muslim League gegründet. Im Ersten Weltkrieg verhielt sich die große Mehrheit der Bevölkerung loyal. Aus Verärgerung darüber, dass die Briten an der Aufteilung des Osmanischen Reiches beteiligt waren, schlossen sich nun auch viele Muslime der Unabhängigkeitsbewegung an. Der gewaltfreie Widerstand gegen die britische Kolonialherrschaft, vor allem unter Mahatma Gandhi und Jawaharlal Nehru, führte 1947 zur Unabhängigkeit. Gleichzeitig verfügte die Kolonialmacht die Teilung der fast den gesamten indischen Subkontinent umfassenden Kolonie Britisch-Indien in zwei Staaten, die säkulare Indische Union sowie die kleinere Islamische Republik Pakistan. Die Briten erfüllten damit Forderungen der Muslim League nach einem eigenen Nationalstaat mit muslimischer Bevölkerungsmehrheit. Die Teilung führte zu der größten Vertreibungs- und Fluchtbewegung der Geschichte. Ungefähr 10 Millionen Hindus und Sikhs wurden aus Pakistan vertrieben, etwa 7 Millionen Muslime aus Indien. 750.000 bis eine Million Menschen kamen ums Leben. Die Vertreibung nahezu aller Hindus und Sikhs aus dem Gebiet des damaligen West- und Ostpakistan (heute Pakistan und Bangladesch) und der Vertreibung der Muslime aus Indien gilt als Beispiel für eine sog. ethnische Säuberung ohne unmittelbare Verursachung durch einen Krieg. Der Maharaja von Kashmir, selbst Hindu bei überwiegend moslemischer Bevölkerung, verzögerte seine Entscheidung und verursachte damit eine Krise, die zur de-facto-Teilung der Region Kashmir führte. Seitdem herrscht in der Grenzregion beider Länder der Kaschmirkonflikt. Nach zwei vorangegangenen Kriegen führte die indische Unterstützung einer Unabhängigkeitsbewegung im damaligen Ost-Pakistan zu einem dritten Krieg 1971 mit folgender Teilung Pakistans und Gründung des neuen, ebenfalls islamisch geprägten Staates Bangladesch. Heute sind die fundamentalen Probleme Indiens einerseits der fortdauernde Streit mit Pakistan um die Region Kashmir, andererseits die starke Überbevölkerung, die zunehmende Umweltverschmutzung, die ausgedehnte Armut, sowie ethnische und religiöse Konflikte zwischen Hindus und Moslems.

Bevölkerung

Demographie

Moslems Moslems Indien ist in puncto Einwohnerzahl nach der Volksrepublik China und vor den USA der zweitgrößte Staat der Erde. Am 11. Mai 2000 überschritt Indiens Bevölkerungszahl offiziell die Milliardengrenze. Während es von 1920 - damals hatte Indien 250 Millionen Einwohner - 47 Jahre bis zu einer Verdoppelung der Bevölkerung gedauert hat, waren es von 1967 bis 2000 nur noch 33 Jahre. Das Wachstum der Bevölkerung hat sich in den letzten Jahrzehnten nur wenig abgeschwächt und liegt im Moment bei 1,5 Prozent pro Jahr. Die durchschnittliche Lebenserwartung beträgt für Männer 63,57 Jahre (1971 waren es nur 44 Jahre) und für Frauen 65,16 Jahre (1971 waren es nur 46 Jahre). In Deutschland sind es zum Vergleich bei Männern 75 Jahre und bei Frauen 81 Jahre. Indien ist damit eines der wenigen Länder der Erde, wo die Lebenserwartung bei Männern und Frauen fast identisch ist. Die Bevölkerungsdichte beträgt 329 Einwohner pro km² (Deutschland 231 pro km²). Das Bevölkerungswachstum erklärt sich jedoch nicht aus einer gestiegenen Geburtenrate, sondern aus der in den letzten Jahrzehnten gestiegenen Lebensdauer, d.h. Reduktion der Sterberate. Dies ist unter anderem auf eine Verbesserung der Gesundheitsfürsorge zurückzuführen. In der Sterberate hatte Indien bereits 1991 mit Deutschland gleichgezogen (10 pro Tausend), für 2005 wird sie auf 8.28 geschätzt. Die Geburtenrate blieb allerdings hoch (sie betrug 1991 30 pro Tausend) und sinkt nur allmählich (für 2005 wird sie auf 22,32 pro Tausend geschätzt). Die Fertilitätsrate (Anzahl der Kinder pro Frau) ging von 5,2 (1971) auf 3,6 (1991) zurück, für 2005 wird sie auf 2,78 geschätzt. Indien gehört zu den Ländern, wo es deutlich mehr Männer gibt: auf 1000 Männer kommen 933 Frauen. Der durchschnittliche Inder ist 26 Jahre alt (Median-Wert). Mit einem jährlichen Bevölkerungszuwachs von 15 Millionen Menschen hat Indien im Moment den größten absoluten Zuwachs aller Staaten der Erde. Der relative Zuwachs liegt jedoch mit 1,4 % nur wenig über dem Weltdurchschnitt. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen wird Indien in den nächsten Jahrzehnten sein Bevölkerungswachstum kaum abschwächen und die VR China bis zum Jahre 2045 als bevölkerungsreichstes Land der Erde abgelöst haben. Nachfolgend sind Einwohnerzahlen Indiens zwischen 1700 und 2050 aufgeführt. Die Zahlen für 2025 und 2050 sind eine Prognose. Die Zahlenangaben bis 1875 sind nach dem Gebietsstand von Britisch-Indien, also einschließlich Bangladesch, Myanmar und Pakistan berechnet, die Angaben ab 1900 nach dem heutigen Gebietsstand der Republik Indien. Quelle: [http://www.library.uu.nl/wesp/populstat/Asia/indiac.htm]

Sprachen und Schriften

In Indien werden insgesamt 415 Sprachen und Idiome gesprochen. Neben den beiden überregionalen Amtssprachen Hindi und Englisch sind die folgenden 21 Sprachen als Nationalsprachen anerkannt: Asamiya, Bengali, Bodo, Dogri, Gujarati, Kannada, Kashmiri, Konkani, Maithili (seit 2003), Malayalam, Marathi, Meitei, Nepali, Oriya, Punjabi, Santali, Sanskrit, Sindhi, Tamil, Telugu und Urdu. Englisch ist Verwaltungs-, Unterrichts- und Wirtschaftssprache. Neben Hindustani (im Norden Indiens weit verbreitet und der Vorgänger von Hindi und Urdu) sind auch noch die Sprachen Rajasthani und Mizo erwähnenswert. Bihari ist z.B. der Oberbegriff für die Dialekte in Bihar, wozu auch Maithili, Bhojpuri und Magahi gehören. In letzter Zeit gab es Versuche, den Gebrauch des Sanskrit, welches ebenfalls eine Amtssprache ist, wiederzubeleben. Das Central Board of Secondary Education (CBSE) hat in den Schulen, die es reguliert, Sanskrit zur dritten der unterrichteten Sprachen gemacht. In diesen Schulen ist der Sanskritunterricht für die fünften bis achten Schulklassen obligatorisch. Sanskrit Von den 23 Verfassungssprachen gehören sechzehn der indoarischen, vier der dravidischen (Telugu, Tamil, Kannada und Malayalam), eine der austroasiatischen (Santali) und eine der tibetobirmanisch bzw. sinotibetischen Sprachfamilie (Meitei) an. Erschwerend wirkt sich der Umstand aus, dass die meisten der Sprachen unterschiedliche Schriftsysteme aufweisen. Während für Hindi, Marathi, Nepali, Konkani und Sanskrit eine gemeinsame Schrift verwendet wird (Devanagari), werden Telugu, Tamil, Kannada, Malayalam, Gujarati, Oriya, Punjabi durch eine jeweils eigene Schrift charakterisiert. Für Bengali, Asamiya und Meitei (Manipuri) wird eine weitere Schrift (Bengalische Schrift) verwendet. Urdu wird in arabischer Schrift geschrieben, Kashmiri und Sindhi werden in arabischer Schrift oder auch in Devanagari geschrieben. Jedes der von verschiedenen Sprachen verwendeten Schriftsysteme beinhaltet ergänzende, sprachlich bedingte Sonderzeichen. Indien mit seinen 23 Sprachen ist daher das Land mit den meisten Amtssprachen weltweit. Über die Beibehaltung des Status des Englischen als Amtssprache wird alle 15 Jahre neu entschieden. Englisch gilt weiterhin als Prestige-Sprache und wird nur von einer privilegierten Minorität der Bevölkerung fließend gesprochen. Wenn sich Menschen unterschiedlicher Sprachgemeinschaften begegnen, sprechen sie – im Norden – entweder Hindi oder Englisch miteinander, im Süden eine der drawidischen Sprachen oder Englisch. Siehe auch: Indische Schriften und Indische Sprachen

Religionen

Indische Sprachen] In Indien entstanden vier der großen Religionen: Hinduismus, Buddhismus, Jainismus und Sikhismus. Der Islam kam infolge von Eroberungen, das Christentum durch frühe Missionierung im ersten Jahrhundert und dann durch den Kolonialismus, der Parsismus aufgrund von Einwanderungen ins Land. Indien bietet also eine außerordentlich reichhaltige Religionslandschaft. Obwohl der Buddhismus über Jahrhunderte die bevorzugte Religion war, starb der Hinduismus nie aus und konnte seine Stellung als dominierende Religion langfristig behaupten. Die Religionen verteilen sich wie folgt: 80,5 % Hindus, 13,4 % Moslems, 2,3 % Christen, 1,9 % Sikhs, 0,8 % Buddhisten, 0,4 % Jainas und 0,6 % andere: (z.B. Adivasi, Baha'i, Parsen) (Quelle: Census of India 2001) Die Adivasi (Ureinwohner) widersetzten sich oft den Missionsversuchen der großen Religionen und behielten teilweise ihre eigene Religion. Die indigenen Völker Indiens haben einiges mit dem Hinduismus gemeinsam, so u.a. der Glaube an die Reinkarnation, eine äußere Vielfalt von Göttern und eine Art von Kastenwesen. Nicht selten werden lokale Gottheiten oder Stammesgottheiten einfach in das hinduistische Panthenon integriert - eine Herangehensweise, die historisch zur Ausbreitung des Hinduismus beigetragen hat. Besonders heute besteht eine starke Tendenz der "Hinduisierung", gesellschaftliche Sitten der Hindus und deren Formen der Religionsausübung werden übernommen. Der Buddhismus ist heute vor allem als „Neobuddhismus“ bei dem unberührbaren Kasten populär, die auf diese Art und Weise versuchen, den Diskriminierungen des Kastensystems zu entkommen. Ins Leben gerufen wurde diese Bewegung durch den Rechtsanwalt Bhimrao Ramji Ambedkar (1891 - 1956), der selbst einer unberührbaren Kaste angehörte. Hinzu kommen die traditionell buddhistischen Gegenden wie Ladakh. Die Parsen, die heute hauptsächlich in Mumbai leben, bilden eine kleine, überwiegend wohlhabende und einflussreiche Gemeinschaft (ca. 70.000 Menschen). Nicht zuletzt auch durch ihr ausgeprägtes soziales Engagement spielen sie trotz geringer Bevölkerungsanzahl in der indischen Gesellschaft eine wichtige Rolle. In Europa sind sie durch ihre Bestattungsgepflogenheiten, bekannt, die „Türme des Schweigens“. Auch die Jainas sind oft wohlhabend, da sie aufgrund ihres Glaubens, der das Töten von Lebewesen verbietet, überwiegend Kaufleute und Händler sind. Parsen und Jainas gehören meist der Mittel- und Oberschicht an. Weniger gut gestellt sind häufig Muslime in Indien. Nur ein geringer Teil gehört der Mittelschicht an, ein großer Prozentsatz ist im unteren Drittel der Gesellschaft zu finden. In Politik und Staatsdienst sind sie unterrepräsentiert. Anders die Sikhs, die hauptsächlich in Nordwesten Indien (Punjab) beheimatet sind und zum Beispiel oft sowohl im militärischen als auch politischen Bereich erfolgreich sind. Der Premierminister Manmohan Singh ist ein Sikh. Bei den Christen in Indien handelt es sich zum einen um Familien, die bereits vor einigen hundert Jahren unter den Portugiesen konvertiert waren (z.B. in Goa) oder auch um unberührbare Kasten und Adivasis, die der Ungerechtigkeit des Kastensystems entkommen möchten. 53 n.Ch. soll ein Apostel von Jesus, Thomas, nach Indien gekommen sein und dort entlang der südwestlichen Malabarküste mehrere christliche Gemeinden gegründet haben. Diese sogenannten "Thomas Christen" sind noch heute etwa im Bundesstaat Kerala zu finden und machen einen erheblichen Prozentsatz der dortigen Bevölkerung aus. Die indische christliche Kirche ist somit älter als die europäische. Siehe auch: Hinduismus, Jainismus, Sikhismus

Politik

Politisches System

Indien ist eine parlamentarische Demokratie und damit die größte Demokratie der Erde. Das indische Parlament besteht aus zwei Kammern: dem Unterhaus (Lok Sabha) und dem Oberhaus (Rajya Sabha). In Indien gilt das Mehrheitswahlrecht. Die Parteienlandschaft des Landes ist äußerst vielfältig (vgl. Liste politischer Parteien in Indien). Viele Parteien sind zwar auf bestimmte Bundesländer beschränkt, dennoch ergibt sich immer wieder die Notwendigkeit Koalitionen zu bilden. Die „National Democratic Alliance“ (NDA) war eine Koalition, die zu Beginn ihrer Regierungszeit 1998 aus 13 Parteien bestand (unter Führung der BJP). Der Präsident wird (ähnlich wie in Deutschland) von einem Gremium der Abgordneten des Bundes und der Länder gewählt. Die eigentliche Macht hat jedoch der Premierminister inne, der das Recht hat das Parlament aufzulösen und die Minister bestimmt, die der Präsident dann ernennt. Die Verfassung sieht vor, dass Bundesländer unter president´s rule gestellt werden können, wenn das Land als „unregierbar“ gilt. Dies war schon des öfteren in Bihar der Fall. Den politischen Konventionen zufolge erteilt der Premierminister dem Präsidenten einen entsprechenden „Rat“, der in der Regel befolgt wird. Nach den Unruhen in Ayodhya ließ Premierminister P. V. Narasimha Rao 1993 alle vier BJP-Landesregierungen ihres Amtes entheben und die Länder unter president´s rule stellen.

Innenpolitik

Während des Unabhängigkeitskampfes bildete sich der Nationalkongress, der die Kolonialherrschaft der Engländer beenden sollte. Nach der Unabhängigkeit 1947 wurde die Kongresspartei (Symbol: Handfläche) stärkste Partei und bildete mit Jawaharlal Nehru die erste Regierung. Bis Mitte der 1990er Jahre dominierte die Kongresspartei meist unter Führung der Nehru-Gandhi-Familie, mit nur zwei kurzen Unterbrechungen, die Politik des Landes. Erst im Zusammenhang mit der geplanten „Wieder“-Errichtung des Ram Janmabhumi-Tempels anstelle der Babri-Moschee gelang es der (Bharatiya Janata Party BJP (Indische Volkspartei, Symbol: Lotusblüte) mit nationalistischen Parolen Unterstützung auf breiter Ebene zu finden. Dies gipfelte in dem Marsch auf Ayodhya und dem Abriss der Moschee, der im ganzen Land zu Ausschreitungen und Übergriffen (vor allem gegen Muslime) mit vielen Toten führte. Die polarisierende und pro-hinduistisch ausgerichtete Politik der BJP steht ganz im Zeichen der hindunationalistischen Hindutva-Bewegung, die - auch unter Beteiligung von paramilitärischen Gruppen, wie dem Nationalen Freiwilligencorps (Rashtriya Swayamsevak Sangh, kurz RSS) - die Hinduisierung Indiens und in ihren extremen Auswüchsen die Vertreibung der muslimischen und christlichen Bevölkerung zum Ziel hat. Von 1998 bis 2004 stellte die BJP die Regierung unter dem als eher gemäßigt geltenden Atal Bihari Vajpayee als Premierminister. Nach einem Anschlag auf einen Zug mit Pilgern im Jahre 2002 begannen Massaker in Gujarat, die von der dort regierenden BJP nur halbherzig bekämpft wurden. Diese Unruhen haben dann doch wohl viele moderate Hindus zu einem gewissen Umdenken gebracht, zumal die von der Indischen Volkspartei hochgehaltene Vision eines Shining India ("Strahlendes Indien") weite Teile der Bevölkerung, die nicht vom Boom der letzten Jahre profitierten, ob der hochgesteckten Ziele eher skeptisch werden ließ. Bei der Parlamentswahl 2004 erzielte die oppositionelle Kongresspartei unter Sonia Gandhi einen unerwarteten Sieg. Überraschend für ihre Parteienkoalition lehnte sie es ab, den Posten des Premierministers zu übernehmen, Manmohan Singh wurde am 22. Mai 2004 als Premierminister vereidigt.

Außenpolitik

Die außenpolitische Ziele Indiens werden durch das Bemühen, einen ständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat zu erlangen, charakterisiert. Hierbei misst sich Indien mit China als Vergleichsmaßstab und strebt eine Statusaufwertung an. Indien beansprucht aufgrund von Größe und zivilisatorischer Bedeutung den selben Rang wie China, das jedoch anerkannte Atommacht mit ständigem Sitz im UN-Sicherheitsrat ist. Die Nukleartests im Mai 1998 wurden zwar immer mit dem Verweis auf die chinesische Bedrohung gerechtfertigt (Angriff Chinas von 1962), in erster Linie aber verfolgte Indien mit den Tests eine internationale Statusaufwertung, welche auch die Gleichrangigkeit mit China untermauern sollten. Indien führte bereits zwei Atomtests durch, den ersten 1974 unter Indira Gandhi, den zweiten 1998 unter Atal Bihari Vajpayee. Zwei Wochen nach dem letzten Versuch reagierte Pakistan mit eigenen Atomtests. Sowohl Indien, als auch Pakistan haben den Atomwaffensperrvertrag nicht unterschrieben. Einen letzten Höhepunkt der „Eiszeit“ zwischen Indien und Pakistan bildeten die Gefechte in Kargil 1999. Derzeit gibt es wieder aktive diplomatische Bemühungen zwischen Indien und Pakistan, wie der Besuch des indischen Außenministers in Pakistan dokumentiert. Vier Jahrzehnte lang war die indische Außenpolitik durch das Engagement in der Bewegung der blockfreien Staaten und das „besondere Freundschaftsverhältnis“ mit der Sowjetunion geprägt. Dies wurde insbesondere durch Jawaharlal Nehru begründet. Das Ende des Kalten Krieges brachte für Indien eine Neuorientierung mit sich. Die historisch eher schwierigen Beziehungen zu den USA verbesserten sich seit dem Besuch Bill Clintons in Indien im März 2000. Die USA bemühten sich nun stärker um Indien als strategischen Partner. Hinsichtlich des Kaschmirkonflikts stützten die USA nun stärker die Haltung Indiens. Nach dem 11. September 2001 stellte sich Indien ohne Einschränkung auf die Seite der USA.

Soziale Probleme

Kaschmirkonflikt Laut Angaben der Weltbank haben heute 44 Prozent der Einwohner Indiens weniger als einen Dollar pro Tag zur Verfügung. Über ein Viertel der Bevölkerung ist zu arm, um sich eine adäquate Ernährung zu leisten. Unzureichende Beratung in Fragen der reproduktiven Gesundheit hat zur Folge, dass die Zahl der HIV-Infizierten rapide steigt (derzeit 3,73 Fälle pro 1000 Einwohner). Nach Schätzungen der Vereinten Nationen könnten bis 2010 allein in Indien über zehn Millionen Menschen an der Immunschwächekrankheit leiden. Ein seit der Gründung Indiens schwelendes Problem ist der Hindu-Moslem-Konflikt. Bereits bei der Teilung Indiens 1947 und beim Bangladesch-Krieg 1971 kam es zu massiven Ausschreitungen. Religiöse Unruhen brechen in Indien in gewissen Zeitabständen immer wieder aus. Die letzten Unruhen fanden 2002 in Gujarat statt, als 59 Hindu-Aktivisten (kar sevaks) in einem Zug verbrannt wurden. Infolge der eskalierenden Gewalt kamen ca. 2000 Menschen um, hauptsächlich Moslems. Auch bei anderen Religionen traten Konflikte auf. Bei den Anti-Sikh-Krawallen im Jahre 1984 - ausgelöst durch die Ermordung Indira Gandhis durch ihre eigenen Sikh-Leibwächter - wurden mehr als 3000 Sikhs getötet. Die politische Situation in Kashmir kostete seit 1989 aufgrund der Aktivitäten von Terroristen über 29.000 Zivilpersonen das Leben. Ungefähr 16,2 Prozent der indischen Bevölkerung werden zu den sogenannten Unberührbaren (scheduled castes) gerechnet, 8,2 Prozent zählen zur indischen Stammesbevölkerung (scheduled tribes). Die indische Verfassung sieht eine Förderung der unberührbaren Kasten in Form von Quoten vor. Über diese "positive Diskriminierung" werden in Universitäten und berufsbildenden Institutionen bis zu 50% der Plätze für die "scheduled castes" (Angehörige der unteren Kasten) reserviert.

Verwaltungsgliederung

Indien ist ein Mitglied im Commonwealth of Nations und ist in 28 Bundesstaaten (states) und sieben Unionsterritorien (union territories, einschließlich des Territoriums der Hauptstadt) gegliedert, die sich in insgesamt 593 Bezirke (districts) unterteilen. Vor der Unabhängigkeit umfasste Indien sowohl selbständige Fürstentümer unter britischer Aufsicht als auch britische Provinzen, die von britischen Kolonialverwaltern regiert wurden. Nach der Unabhängigkeit wurden die ehemaligen Fürstentümer von einem ernannten Gouverneur, die ehemaligen Provinzen jedoch von einem gewählten Parlament und einem gewählten Gouverneur regiert. Im Jahre 1956 beseitigte der States Reorganization Act die Unterschiede zwischen ehemaligen Provinzen und Fürstentümern und schuf einheitliche Bundesstaaten mit einer gewählten Regionalregierung. Bei der Neuordnung der Bundesstaaten wurde die jeweilige Muttersprache der Bewohner als Grundlage der Grenzziehung verwendet. Am 1. Mai 1960 wurde der bisherige Staat Bombay in die neuen ethnischen Staaten Gujarat und Maharashtra aufgeteilt. 2000 entstanden drei neue Bundesstaaten: Jharkhand aus den südlichen Teilen von Bihar, Chhattisgarh aus den östlichen Teilen von Madhya Pradesh, and Uttaranchal aus dem nordwestlichen Teil von Uttar Pradesh. Siehe auch Hauptartikel
- Indische Staaten (Basisdaten) (alle Staaten und Territorien mit Fläche, Einwohnerzahl und Bevölkerungsdichte)
- Indische Staaten (mehrsprachig) (alle Staaten und Territorien mit Bezeichnung deutsch, englisch, Hindi und in der regionalen Sprache)

Bundesstaaten

Indische Staaten (mehrsprachig) # Andhra Pradesh # Arunachal Pradesh # Assam # Bihar # Chhattisgarh # Goa # Gujarat # Haryana # Himachal Pradesh # Jammu und Kashmir # Jharkhand # Karnataka # Kerala # Madhya Pradesh # Maharashtra # Manipur # Meghalaya # Mizoram # Nagaland (Naga Pradesh) # Orissa # Punjab # Rajasthan # Sikkim # Tamil Nadu # Tripura # Uttaranchal # Uttar Pradesh # Westbengalen (West Bengal)

Unionsterritorien


- Andamanen und Nikobaren - A
- Chandigarh - B
- Dadra und Nagar Haveli - C
- Daman und Diu - D
- Delhi - G
- Lakkadiven (Lakshadweep) - E
- Pondicherry - F Pondicherry]

Städte

Hauptstadt Indiens ist Neu-Delhi in unmittelbarer Nähe zu Delhi, das mit rund 11 Millionen Einwohnern die zweitgrößte Stadt des Landes darstellt. Delhi ist kultureller Mittelpunkt der hindisprachigen Gemeinschaft des Nordens. Indiens größte Stadt und wirtschaftliches Zentrum ist jedoch Mumbai (früher Bombay). Die Metropole an der Westküste zählt fast 17 Millionen Einwohner. An dritter Stelle folgt Bangalore. In der 5-Millionen-Stadt im südlichen Dekkan-Hochland sind zahlreiche Hochtechnologiefirmen angesiedelt, was ihr den Beinamen „Silicon Valley Indiens“ eingebracht hat. Kolkata (Kalkutta), die wichtigste Metropole des Ostens, liegt mit 4,6 Millionen Menschen an vierter Stelle. Es gilt als intellektuelles Zentrum. Chennai (ehemals Madras), die mit 4,3 Millionen Einwohnern fünftgrößte Stadt Indiens, ist als kultureller Mittelpunkt Südindiens und insbesondere der Tamilen bekannt. Siehe auch: Liste der Städte in Indien

Wirtschaft

Hauptartikel: Wirtschaft Indiens Wirtschaft Indiens Indien ist eine gelenkte Volkswirtschaft, die in den letzten Jahren zunehmend dereguliert und privatisiert wurde. Seither erlebt das Land ein großes Wachstum und profitiert besonders von der Globalisierung. Es zählt jedoch weiterhin zu den Entwicklungsländern. Die indische Wirtschaft umfasst sowohl traditionell bäuerliche Betriebe, moderne Agrarbetriebe, Handwerksbetriebe und moderne Industrie, als auch eine breite Palette von Dienstleistungsunternehmen. Etwa zwei Drittel der Bevölkerung arbeiten in der Landwirtschaft. Sie profitieren nur selten direkt vom Hightechboom in den Metropolen. Somit herrscht ein großes Einkommensgefälle zwischen bäuerlicher Landbevölkerung und hochqualifizierten, städtischen Fachkräften. Die größten Wachstumssektoren sind die durch Outsourcing, insbesondere amerikanischer Unternehmen, prosperierenden Bereiche Hard- und Softwareherstellung, Call-Center, das Verlags- und das Gesundheitswesen (Zahnbehandlung, plastische Chirurgie etc). Nach Schätzungen sind mehr als 200 000 Dienstleistungsjobs aus aller Welt schon nach Indien verlagert: demnach werden die Aufträge bis 2010 einen Umfang von 1,1 Milliarden Dollar haben. Indiens internationale Zahlungsfähigkeit blieb 2001 stabil, was sich in leicht sinkenden Devisenkursen und angemessenen Reserven an Auslandswährungen widerspiegelt. Das Wachstum des Produktionsoutputs hat sich verlangsamt und die Kürzung der Stromzufuhr in manchen Regionen dauert weiter an. Schlechte Straßen und unzureichende Wasserversorgung sind an der Tagesordnung und bremsen die Wirtschaftsentwicklungen massiv. Indien ist ein wichtiger Exporteur von Rohstoffen und Fertigprodukten, aber auch Arbeitskräften. Aus Indien kommen Softwareprodukte und Programmierer; es verfügt über eine große Zahl gut ausgebildeter Fachkräfte. Die wichtigsten Exportgüter sind Textilien, Chemikalien, Edelsteine, Juwelen (Schmuck) und Lederwaren. Indien importiert vor allem Rohöl, Maschinen, Diamanten, Dünger und Chemikalien. Das Haushaltsdefizit betrug im Jahr 2004 4,4 % vom Bruttoinlandsprodukt gegenüber 4,8 % im Jahr zuvor.

Infrastruktur und Umwelt

2001 verfügten 55,8 % der indischen Haushalte über einen Stromanschluss (im ländlichen Bereich 43,5 %, in den Städten 87,6 %). Häufige Stromausfälle beeinträchtigen jedoch immer wieder die Verfügbarkeit von Elektrizität. Der gegenwärtige Stromverbrauch von 560 kWh pro Einwohner gehört zu den niedrigsten der Welt. Die Hälfte des Energiebedarfs wird von Kohle, ein Viertel von Erdöl, -gas und Wasserkraft, ein Fünftel von Viehdung, Feuerholz u.a. und ein Zwanzigstel von Kernenergie geliefert. Indien verfügt über 15 Kernreaktoren; acht weitere sind im Bau. Da Indien den Atomwaffensperrvertrag nicht unterzeichnet hat, sind europäische und amerikanische Firmen an den Bauarbeiten nicht beteiligt. Die unzureichenden technischen Anlagen in Fabriken führen immer wieder zu Beeinträchtigungen. In Bhopal traten 1984 in der Pestizidfabrik der amerikanischen Union Carbide Corporation (UCC) giftige Gase aus. Innerhalb von Tagen verstarben 7.000 Menschen. 15.000 weitere starben im Laufe der Jahre an den Folgen, während Tausende unter chronischen und lähmenden Krankheiten litten. 20 Jahre nach dem Vorfall ist das Gelände noch immer nicht bereinigt, die von der UCC zugesagten Schadenszahlungen wurden nie vollständig ausbezahlt. Nur 16 Prozent der Einwohner Indiens haben Zugang zu sanitären Anlagen und verschmutztes und verseuchtes Wasser ist eine der Hauptursachen für viele Infektionskrankheiten. Die Wasserknappheit gehört schon jetzt zu den größten Problemen des Landes. Die Versorgungslage in den ländlichen Gebieten hat sich zwar seit Anfang der 1980er Jahre verbessert, doch nur wenige Haushalte verfügen über eine Abwasserentsorgung. Die Luftverschmutzung ist inbesondere in den indischen Metropolen bedenklich. Der hohe Gehalt an Feinstaub stellt das größte Problem dar. Die Ursachen liegen sowohl in Fabrikanlagen, Kleinindustrie und Verkehr als auch in den privaten Haushalten. Kolkata war die erste Stadt, die 1984 ein U-Bahnnetz in Betrieb nahm, Neu-Delhi war 2002 die zweite. Mumbai und Chennai verfügen über ein vergleichweise gut ausgebautes Zugnetz. Die öffentliche Busse, Autorikshas und privaten PKWs tragen jedoch nach wie vor zur Luftverschmutzung der Städte bei (wenngleich die PKW-Nutzung mit 7,61 PKW pro 1000 Einwohner gering erscheint).

Telekommunikation

Die Verbreitung von Telekommunikation und Computern ist in Indien auch heute noch von einem starken Stadt-Land-Gefälle geprägt. Häufig sieht man in den Straßen ein so genanntes "Public Call Office" (PCO). Dies sind öffentliche Telefone, die in der Regel an einem kleinen Straßenstand betrieben werden. Dabei handelt es sich meist nicht um einen Münzfernsprecher, sondern um ein normales Telefon, für dessen Benutzung persönlich kassiert wird. Von den üblichen PCO sind nur nationale Gespräche (STD) möglich, weshalb für internationale Gespräche (ISD) besondere, internationale PCO's aufgesucht werden müssen. Quelle: www.welt-in-zahlen.de

Kultur

Autoriksha Hauptartikel: Indische Kultur Die indische Kultur war prägend für den gesamten Raum Südasien und Südostasien und umfasst unter anderem die indische Küche, die indische Kleidung, die indische Musik, den indischen Tanz (u.A. Bhangra), die indische Philosophie und Religionen wie den Hinduismus und Buddhismus. Im indischen Film gibt es neben den kommerziellen Großproduktionen (Bollywood/Kollywood) eine reiche Tradition des Autorenkinos. Wegen der Vielzahl der Sprachen gibt es nicht "die" indische Literatur sondern eine Vielzahl indischer Literaturen. Literatur: Arundhati Roy, Salman Rushdie, Amitav Ghosh, Rabindranath Tagore Indische Kleidung und Schmuck: Sari, Bindi, Mehndi Indische Musikinstrumente: Sitar, Tabla, Sarod, Tanpura Indische Feste: Divali, Holi, Raksha Bandhan, Pongal, Ganesh-Chaturthi Architektur in Indien: Taj Mahal, Mahabalipuram, Fatehpur Sikri, Hampi Siehe auch: bedeutende Persönlichkeiten Indiens

Sport

Viele der in Indien ausgeübten Sportarten haben ihren Ursprung in England und haben sich während der britischen Kolonialherrschaft verbreitet. Das englische Cricket ist die mit Abstand beliebteste Sportart, es wird in Indien sogar mittlerweile besser gespielt als im Ursprungsland, die zweitbeliebteste Sportart ist Hockey. Der 28-jährige [http://www.narainracing.com/index.php Narain Karthikeyan] aus Chennai ist seit 2005 Indiens erster Formel-1-Pilot. Siehe auch: Polo, Carrom, Kabaddi

Yoga

Hauptartikel Yoga Die Körperstellungen (Asanas) des ca. 2.000 Jahre alten Yoga sind der im Westen bekannteste Teil des Yoga (vgl. Hatha Yoga). Autogenes Training und andere verwandte Übungsarten sind daraus abgeleitet. Yoga bereitet Meditation vor und ergänzt Religionen, obwohl es selbst keine ist. Beispiel: Der Sonnengruß (auch Sonnengebet), ist eine dynamische Abfolge von Bewegungen, die auch der symbolischen indischen Sonnenanbetung (Surya) entspricht. Asanas und Ayurveda sind ein Bestandeil alter indischer Praktiken, die weitaus mehr als westliche die ganzheitliche Gesundheit und spirituelle Erfahrung einschließen.

Fußnoten

1 [http://www.cia.gov/cia/publications/factbook/ CIA World Factbook, Juli 2005]

Literatur


- Import / Export. Wege des Kulturtransfers zwischen Indien und Deutschland / Österreich, Herausgegeben von Wenner, Dorothee / Schneider, Alexandra / Dutta, Madhusree / Fitz, Angelika / Kröger, Merle, Parthas Verlag 2005, ISBN 3-86601-910-6
- Paul R. Brass, The Politics of India Since Independence, Cambridge University Press 1994
- Paul R. Brass, The Production of Hindu-Muslim Violence in Contemporary India, University of Washington Press, 2003
- Maria Mies, Indische Frauen zwischen Unterdrückung und Befreiung, Frankfurt am Main: Syndikat 1986
- Yves Thoraval, The Cinemas of India (1896-2000), Macmillan 2000
- Dietmar Rothermund: Indien: Kultur, Geschichte, Politik, Wirtschaft, Umwelt - ein Handbuch, München: Verlag C.H.Beck, 1995

Weblinks


- [http://www.indischebotschaft.de/German/ghomepge.htm Netzpräsenz der Indischen Botschaft Berlin]
- [http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/laender/laender_ausgabe_html?land_id=60 Länder- und Reiseinformationen] des Auswärtiges Amtes
- [http://www.indien-abenteuer-reisen.de Informationen über Indien]
- [http://www.Kultur-in-Asien.de/Indien/seite239.htm Indische Kultur: Kunst, Religion, Kult, Feste, Kalender, Architektur, Geschichte, Reiseberichte (von Dr. Bernhard Peter)]
- [http://www.indien-aktuell.de Forum für Indieninteressierte]
- [http://www.asien-auf-einen-blick.de/indien/index.php Indien auf einen Blick]
- [http://www.bpb.de/publikationen/2KZ7Q0,0,0,Glossar.html Indien] von der Bundeszentrale für politische Bildung (Navigation rechts unter der Abbildung des Titels)
- [http://www.cia.gov/cia/publications/factbook/geos/in.html CIA World Fact Book - Indien]
- [http://www.censusindia.net/ Census of India, Demografische Daten]
- [http://www.suedasien.net/themen/konflikte/indo-pak.htm Suedasien.net, Indisch-pakistanischer Konflikt]
- [http://www.cpcb.nic.in./mcity/m2002.htm Luftverschmutzung in sieben indischen Metropolen]
- [http://www.welt-in-zahlen.de/laenderinformation.phtml?country=80 Die Welt in Zahlen: Indien]
- [http://www.destatis.de/download/d/veroe/laenderprofile/lp_indien.pdf Länderprofil Indien des Statistischen Bundesamts] Kategorie:Indien Kategorie:Staat als:Indien [[got:

Indus

Der Indus (Sanskrit, सिन्धु, m., Sindhu) ist mit 3180 km der längste Fluss auf dem indischen Subkontinent und wichtigster Strom Pakistans. Er entsteht im Transhimalaya in Tibet aus dem Zusammenfluss von Gletscherbächen, durchbricht den Himalaya und durchfließt anschließend den Tarbela-Stausee (254 km²; 13,69 km³) und den Punjab sowie Pakistan. Dort bildet er unterhalb von Hyderabad ein Delta von 7.800 km² und mündet anschließend in das Arabische Meer. In seinem Mittellauf ist der Fluss Grundlage für umfangreiche Bewässerungsanlagen für die Landwirtschaft. Dort wird das größte landwirtschaftliche Bewässerungsgebiet der Erde durch eine Vielzahl von Staudämmen und Kanälen versorgt. Im Mittel- und Unterlauf mäandert der Fluß sehr stark. Ein Vertrag zwischen Indien und Pakistan (Indus Water Treaty, 1960) regelt die Wasserversorgung. Die Menge des geführten Wassers schwankt stark wegen des Monsunregens. Vor der Teilung Indiens in die heutigen Staaten Indien und Pakistan stand der Indus nur dem Ganges an kultureller und wirtschaftlicher Bedeutung nach. Er gab dem Land auch den Namen 'Indien', abgeleitet von 'Sindhu'. Als die Perser den Namen übernahmen, bildeten sie 'Hindu' als Begriff für Land und Leute in der Gegend des Flusses. Im Griechischen fällt das 'H' aus. Es entsteht 'Indus', jene Bezeichnung, die die Römer für den gesamten Subkontinent verwendeten und dem heutigen Indien seinen Namen gibt. Die frühe Indus-Kultur im Tal des Indusflusses, eine der ältesten Zivilisationen der Welt, wird auch Indus-Zivilisation genannt. Der Indus markiert die äußerste östliche Grenze des Reiches von Alexander der Große. Mit seinem Heer zog er den Indus hinab. Kategorie:Fluss in Asien Kategorie:Geographie (Pakistan) Kategorie:Fluss in Indien ja:インダス川 ko:인더스 강

Fluss

Das Wort Fluss (v. althochdeutsch: vluz = fließen) bezeichnet
- ein größeres Fließgewässer, siehe Fluss (Gewässer)
- in der Physik
  - ein Durchtrittsmenge pro Zeiteinheit und Leitungsquerschnittsfläche, siehe Fluss (Physik)
  - ein Maß für die Intensität eines Magnetfeldes, siehe magnetischer Fluss
  - ein Maß für die Strahlungsenergie, die pro Zeiteinheit von elektromagnetischen Wellen transportiert wird, siehe Strahlungsfluss
- in der Graphentheorie eine spezielle Abbildung von der Menge der Kanten in die Menge der reellen Zahlen, siehe Fluss (Graphentheorie)
- in der Kommunikationswissenschaft den Weg, den Informationen bis zum Empfänger zurücklegen, siehe Informationsfluss
- in der Bildverarbeitung ein Vektorfeld zur Angabe der Bewegung, siehe optischer Fluss
- in der Wirtschaft die Durchsatzgrößen
  - Zahlungsfluss
  - Leistungsfluss

Mumbai

Mumbai (Marathi, मुम्बई , von Mumbadevi, Name einer lokalen Göttin, früher Bombay बम्बई) ist die Hauptstadt des Bundesstaates Maharashtra in Indien und die wichtigste Hafenstadt des Subkontinents. Sie liegt auf einem schmalen Landstreifen, der von der sumpfigen Küste ins Arabische Meer hineinragt. Die Stadt ist das wirtschaftliche Zentrum Indiens und besitzt die größte Filmindustrie der Welt. Sie ist Verkehrsknoten, Kulturzentrum mit Universitäten, Theater, Museen und Galerien sowie Bischofssitz. Mumbai ist die größte Stadt der Welt mit 12.691.836 Einwohnern in der eigentlichen Stadt und die fünftgrößte Agglomeration der Welt mit 19.499.453 Einwohnern in der "Mumbai Metropolitan Region" (MMR), die auch die nördlichen Gebiete mit der Stadt Thane einschließt (Stand: jeweils 1. Januar 2005). Zahlreiche Gebäude der Altstadt Mumbais sind in einer regionalen Abart des Historismus erbaut. Zwei Baudenkmäler der Stadt, der Chhatrapati Shivaji Terminus und die Höhle von Elephanta Island, stehen auf der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes.

Der Name der Stadt

Seit Beginn der Kolonialisierung Anfang des 16. Jahrhunderts war Mumbai als Bombay bekannt. Der Name Bombay leitet sich vermutlich von der portugiesischen Bezeichnung "Bom Bahia" (Gute Bucht) und der späteren Abwandlung "Bombaim" her. Der Name Mumbai wird von der örtlichen Bevölkerung schon genauso lange verwendet und der regionalen Göttin Mumbadevi zugeschrieben. Am 4. Mai 1995 beschloss die Regierung Maharashtras, deren Hauptstadt Bombay seit 1. Mai 1960 ist, die Stadt in Mumbai umzubenennen.

Geografie

Geografische Lage

1960 Mumbai liegt an der Küste des Arabischen Meeres im Westen von Indien auf 18,96 Grad nördlicher Breite und 72,82 Grad östlicher Länge sowie im Durchschnitt elf Meter über dem Meeresspiegel. Das 437,77 Quadratkilometer große Stadtgebiet erstreckt sich auf zwei der Küste vorgelagerten Inseln, die durch Brücken verbunden sind. Das Stadtzentrum von Mumbai befindet sich auf der 70 km² großen südlich gelegenen gleichnamigen Insel, die Außenbezirke von Mumbai und die Stadt Thane auf der 533 Quadratkilometer großen nördlich gelegenen Insel Salsette. Beide Inseln sind voneinander und vom Festland nur durch schmale Meeresarme getrennt. Von einzelnen steilen Erhebungen bis zu 496 Meter abgesehen, sind sie sehr flach, Teile der Insel Mumbai liegen unter dem Meeresspiegel. Östlich erstreckt sich der Konkan, ein bis zu 80 Kilometer langer ebener Küstenabschnitt, dahinter befindet sich das 1.600 Meter über der Tiefebene gelegene Hochplateau Westghats (auch Sahyadri). Die Verbindung nach Osten wird durch die sehr steilen Anstiege des Plateaus erschwert.

Stadtgliederung

Mumbai ist in sechs Zonen aufgeteilt. Diese gliedern sich in 24 Stadtbezirke (Wards). Den Zonen wurden Zahlen und den Stadtbezirken Buchstaben zugeordnet. Die Stadtbezirke sind noch in 221 Wahlbezirke unterteilt. Die folgende Tabelle zeigt die einzelnen Zonen mit den dazugehörigen Stadtbezirken.

Klima

Wahlbezirk Die Stadt Mumbai befindet sich in der tropischen Klimazone. Die durchschnittliche Jahrestemperatur beträgt 26,7 Grad Celsius. Die Temperaturen sind wegen der Nähe zum Meer ausgeglichen und unterliegen keinen großen Schwankungen. Der kühlste Monat ist der Januar mit durchschnittlich 16,3 Grad Celsius, der heißeste der Monat Mai mit 26,4 Grad Celsius im Monatsmittel. Die entsprechenden Monate haben eine durchschnittliche Höchsttemperatur von 28,4 und 32,8 Grad Celsius. Der Monsun beeinflusst das Klimageschehen stärker als die Temperatur. Er dauert normalerweise von Anfang Juni bis Ende September. Durchschnittlich 1.700 Millimeter, das sind 95 Prozent der jährlichen Niederschlagsmenge regnen in dieser Zeit ab. Die folgenden Monate Oktober und November sind ähnlich heiß wie die Monsunzeit, doch überwiegend niederschlagsfrei. Mit Tagesmaxima von etwa 28 Grad Celsius sind die Monate Dezember bis Februar trocken und etwas weniger heiß als die Monate März bis Mai, wo Tagesmaxima um die 33 Grad Celsius und mehr bei zunehmender Luftfeuchtigkeit erreicht werden.

Geschichte

Ursprung

Luftfeuchtigkeit Die heutige Insel Mumbai ist das Ergebnis intensiver Landgewinnungsmaßnahmen, die bis in die Gegenwart anhalten. Vor der Ankunft der Europäer bis in das 17. Jahrhundert hinein bestand das Gebiet aus sieben voneinander getrennten Inseln, von denen sich fünf (Bombay, Mahim, Mazagaon, Parel und Worli) kreisförmig um eine Lagune gruppierten, während die zwei kleinsten (Colaba und Old Woman's Island) den südlichen Fortsatz bildeten. Bis 1862 waren die größeren Projekte der Landgewinnung beendet und aus ehemals sieben kleineren entstand eine große Insel. Auf eine frühe Besiedlung der Inselgruppe lassen archäologische Funde von Faustkeilen und anderen Steinwerkzeugen schließen. Drawidische Fischer (Kolis) bewohnten schon vor der arischen Einwanderung um das Jahr 1500 v. Chr. die Region. Erste Spuren hinterließen arische Siedler im 8. Jahrhundert v. Chr. Während der nachfolgenden zwei Jahrtausende bis zur Ankunft der Europäer gehörte die heutige Region Mumbai verschiedenen Reichen an, unter anderem dem Maurya-Reich (bis 185 v. Chr.), dem Shatavahana-Reich (bis 220 n. Chr.) und dem Kshatrapa-Reich (bis etwa 300 n. Chr.). Anfang des 7. Jahrhunderts wurde das Land von den Chalukyas erobert, die nach einer jahrhundertelangen buddhistischen Periode den Hinduismus wieder in den Vordergrund stellten. Ab dem 8. Jahrhundert siedelten Juden aus Jemen und Anhänger der Religion des Zarathustra aus Persien an der Westküste Indiens, die vor dem Ansturm der islamischen Eroberer dorthin geflüchtet waren. Bis Ende des 13. Jahrhunderts beherrschten verschiedene Dynastien zu unterschiedlichen Zeiten diesen eher unbedeutenden und abgelegenen Landstrich. Die Ortschaft Puri auf Elephanta Island war bis dahin die größte Siedlung in der Region. Um 1300 bestand in der Gegend das legendäre selbständige Königreich unter König Bimbakyan. Er gilt als Gründer von Bombay, da er seinen Regierungssitz in die Stadt Mahikavati auf der Insel Mahim verlegte und dort Befestigungsanlagen baute. 1348 wird die Stadt von dem muslimischen Schah Murabak I. besetzt und als militärischer Außenposten in das Sultanat Gujarat eingegliedert.

Kolonialzeit

1533 erobern die Portugiesen die unmittelbar nördlich von Bombay gelegene Festung Bassein. Am 23. Dezember 1534 wird der Vertrag von Bassein unterzeichnet, wonach der Sultan Bahadur Schah von Gujarat dem König von Portugal die Inseln Bassein, Bombay, Karanja und Salsette übergab und vermachte. Die Schönheit und Vortrefflichkeit der Bucht veranlasste die Kolonisten ein Fort und Faktoreien zu errichten. Damit beginnt auf den Inseln Bombays die Ära europäischer Herrschaft, die über 400 Jahre bis zum 14. August 1947, dem Tag der Unabhängigkeit Indiens, andauern wird. 1947 1583 kamen die ersten englischen Kaufleute an die indische Westküste und 1612 errichtete die East India Company die erste feste Handelsniederlasung in der Hafenstadt Surat. 1626 griffen die Engländer Bombay an und verbrannten dort das portugiesische Herrenhaus. Am 23. Juni 1661 schließlich wurde der Hafen und die Insel Bombay durch einen Heiratsvertrag zwischen dem englischen König Karl II. und der Infantin Donna Katharina von Portugal an den König von England übergeben. Die Stadt wurde im September 1668 der Britischen Ostindien-Kompagnie für jährlich zehn Pfund überlassen, 1686 verlegte die Gesellschaft ihren Haupthandelsstützpunkt von Surat hierher, von 1708 bis 1773 war Bombay deren Verwaltungssitz. 1777 gibt Rustomji Kashaspathi die erste Zeitung in Bombay heraus. 1835 wird die Stadt Bischofssitz, am 18. November 1852 die erste Eisenbahnlinie Asiens nach Thane eröffnet. 1857 ist die Universität von Bombay gegründet worden und 1864 wurde die Eisenbahn nach Ahmedabad, der zweitwichtigsten Textilstadt in Indien, eröffnet. Die Vollendung der Eisenbahnstrecke zu den Baumwollfeldern des Dekkan fiel genau mit der US-amerikanischen Baumwollkrise nach dem Ende des Sezessionskrieges im Jahre 1865 zusammen, so dass ein mächtiger Baumwollboom ausbrach, der die Stadt zu einer bedeutenden Industrie- und Handelsstadt machte. Nach der Eröffnung des Sueskanals am 16. November 1869 und dem Bau riesiger Hafendocks wurde Bombays Einfluss auf die europäischen Märkte noch verstärkt. In den folgenden Jahrzehnten haben die Briten, reiche Jains und Parsen mit gewaltigen Bauten ihre Spuren in der Innenstadt hinterlassen. Als wohlhabendste Stadt der Nation stand Bombay in der vordersten Front des Unabhängigkeitskampfes. Mahatma Gandhi (1869-1948) benutzte dort drei Jahrzehnte lang ein Haus, inzwischen ein Museum, um den Widerstand zu organisieren. Passenderweise verabschiedete die britische Kolonie das Zeitalter ihrer Herrschaft endgültig in Bombay: Im Februar 1948 marschierte das letzte Kontingent britischer Truppen durch das Gateway of India.

Nach der Unabhängigkeit

1948 Bombay entwickelte sich nach der Unabhängigkeit Indiens von Großbritannien im Jahre 1947 zur Handels- und Kulturhauptstadt Indiens. Seit Anfang des 20. Jahrhunderts verzehnfachte sich die Einwohnerzahl von 813.000 (1901) auf 8,2 Millionen (1981) und schon hatte die Infrastruktur Bombays angefangen, unter dem Druck der Überbevölkerung zu versagen. Ein langandauernder und erbarmungloser Streik der Textilarbeiter im Jahre 1982 hatte Zehntausende von Fabrikarbeitern in die Armut getrieben. Der Zustrom von Landflüchtlingen riss nicht ab, die Zahl der Arbeitslosen und die Kriminalitätsrate stiegen immer mehr an. Die rechtsextreme Maharashtra-Partei „Shiv Sena“ gehörte zu den wenigen, die von der Verschärfung der Situation profitierten. Bal „the Sahib“ Thackery, laut Eigenaussage ein Bewunderer von Adolf Hitler, gründete die Partei 1966. Die kompromisslose Haltung der „Shiv Sena“ fand bei den ärmeren und der unteren Mittelschicht angehörenden Menschen ein starkes Echo. 1984 kamen bei städtischen Unruhen 90 Menschen ums Leben, und 1985 als die „Shiv Sena“ bei den Stadtwahlen die „Kongress-Partei“ besiegte, flackerten die Kämpfe erneut auf. Bei den zwischen Dezember 1992 und Ende Januar 1993 die Stadt erschütternden Aufruhrwellen kamen nach offiziellen Angaben 784 Menschen ums Leben und etwa 5.000 wurden verletzt. Gerade als Bombay im Begriff war zur Normalität zurückzukehren, erschütterten zehn Bombenexplosionen am 12. März 1993 das Zentrum der Stadt und töteten 317 Menschen. Es wird vermutet, dass Pakistan der Urheber der Explosionen war. Die Stadt hatte sich erstaunlich schnell von den Anschlägen erholt und der Durchschnittsbürger in den Jahren relativer Ruhe bis zu einem gewissen Grad ein Gefühl von Frieden und Sicherheit erlangt. Am 25. August 2003 zündeten militante Islamisten in Mumbai zwei Bomben, dabei werden 48 Menschen getötet und 150 verletzt. Mumbai ist die europäischste der indischen Städte. Englische Kolonialbauten und neuindische Wolkenkratzer, das größte Geschäftsviertel im Land und westliche Kinos, daneben Tempel, Kirchen und Moscheen sind die Kontraste die die Stadt interessant machen. Mumbai ist wegen seiner riesigen Filmstudios auch bekannt als Bollywood (in Anlehnung an Hollywood).

Einwohnerentwicklung

Hollywood Seit Beginn der britischen Kolonialisierung verzeichnete das ehemalige Bombay ein schnelles Bevölkerungswachstum. Von 10.000 im Jahre 1661 verzehnfachte sich die Einwohnerzahl bis 1764 auf 100.000. 1845 hatte die Stadt schon eine halbe Million Einwohner. Bei der ersten Volkszählung im Jahre 1864 waren es 817.000. In den 1860er und 1890er Jahren ging die Bevölkerungszahl bedingt durch Seuchen etwas zurück. 1911 überschritt Bombays Einwohnerzahl die Millionengrenze. 1950 sind die nahen und 1957 die weiter entfernt liegenden Vororte nach Bombay eingemeindet worden. Dadurch erhöhte sich die Einwohnerzahl weiter. Von 1911 bis 1991 hat sich diese noch mal verzehnfacht. In der eigentlichen Stadt ohne Vorortgürtel lebten über zehn Millionen Menschen. Im Jahre 2005 sind es 12,7 Millionen. Die Metropolregion Mumbai hat mit 19,5 Millionen eine ähnlich große Einwohnerzahl wie das dichtbesiedelte Nordrhein-Westfalen. Die Bevölkerungsdichte in Mumbai erreicht Werte, die in keiner Agglomeration in Europa erzielt werden. In der Stadt leben 29.000 Menschen auf einem Quadratkilometer, in Berlin sind es zum Vergleich 3.800. Der Stadtteil Bhuleshwar erreicht mit etwa 400.000 Einwohnern pro Quadratkilometer den Spitzenwert und damit eine der höchsten Wohndichten der Welt. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen werden im Jahre 2020 im Verdichtungsraum Mumbai 28,5 Millionen Menschen leben. Ein ungelöstes Problem ist die Bildung von Slums, die nach wie vor überall in Mumbai existieren. Ein erheblicher Teil des Bevölkerungswachstums im ehemaligen Bombay wird seit Beginn der kolonialen Entwicklung durch Zuwanderung verursacht. Die Zuwanderer kommen, entsprechend der internationalen und überregionalen Bedeutung der Stadt, nicht nur aus dem angrenzenden Hinterland, sondern aus ganz Indien und den benachbarten Staaten. Das Ergebnis ist ein Konglomerat von Menschen unterschiedlicher ethnischer und sprachlicher Abstammung. Die einheimischen Marathen und die nördlich benachbarten Gujaratis – Gujarat gehörte bis 1960 zur ehemaligen Provinz Bombay – bilden die größten Bevölkerungsgruppen. Die Bengalen, Marvaris, Punjabis und Tamilen stellen bedeutende Minderheiten. Ausländischer Abstammung sind vor allem die Sindhi aus Pakistan sowie Afghanen, Chinesen und Nepalesen. Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1845 handelt es sich meist um Schätzungen, von 1864 bis 2001 um Volkszählungsergebnisse und 2005 um eine Berechnung. 2005

Politik

2005 Bürgermeister von Mumbai ist Datta Dalvi von der rechtsextremen Shiv Sena. Er übernahm am 18. Februar 2005 das Amt von Mahadeo Deole. Dalvi erhielt 140 Stimmen; sein Rivale von der Kongresspartei Ramchandra Raghavan Pillai 63. Dilip Patel von der Bharatiya Janata wurde als stellvertretender Bürgermeister wiedergewählt. Dalvi ist auch Vorsitzender des ständigen Ausschusses der Municipal Corporation of Greater Mumbai. Letztere ist für den Erhalt und Ausbau der städtischen Infrastruktur zuständig. Die Shiv Sena ist die mit Abstand größte Partei in der Metropole Mumbai. Während in den anderen großen Städten Indiens die Kommunistische Partei (Kolkata) oder die Kongreßpartei (Delhi) regiert, wird Mumbai von der hindu-nationalistischen Shiv Sena (Armee "Shivajis") beherrscht. Die Partei des Hitler-Verehrers Bal Thackery tritt in Mumbai überwiegend mit promarathischer und antiislamischer Propaganda auf. Sie stellte zwischen 1985 und 1992 und wieder seit 1995 den Bürgermeister Mumbais. Eines ihrer wichtigsten Ziele ist es, die Zuwanderung südindischer und muslimischer Migranten zu stoppen beziehungsweise generell die illegalen Einwanderer aus der Stadt zu vertreiben. Die Shiv Sena wird auch für die immer wieder aufflammenden gewalttätigen Ausschreitungen gegen die muslimischen Bewohner Mumbais verantwortlich gemacht.

Städtepartnerschaften

Mumbai unterhält mit folgenden Städten Partnerschaften:

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Sprachen

Migranten Migranten In Mumbai werden etwa 200 verschiedene Sprachen und Dialekte einheimischer und ausländischer Herkunft gesprochen. Die am meisten in der Stadt gesprochene Sprache ist mit einem Anteil von 43 Prozent Marathi. Es ist die erste Amtssprache im Bundesstaat Maharashtra und deren Lokalsprache. Es folgen mit einem Anteil von 19 Prozent Gujarati, die Sprache des nördlich gelegenen Nachbarstaates Gujarat und mit zehn Prozent Anteil Urdu. Letztere wird von den in Mumbai lebenden Muslimen als Muttersprache gesprochen. Urdu wird in arabischer Schrift geschrieben und war im Mogulreich offizielle Hofsprache. Mit einem Anteil von acht Prozent liegt Hindi nur auf dem vierten Platz. Im restlichen Teil Nordindiens ist sie die am meisten gesprochene Sprache. Die bisher erwähnten Sprachen gehören zur indo-arischen Sprachgruppe. Die dravidischen Sprachen Tamil und Telugu werden von etwa 2,5 Prozent der Einwohner gesprochen. Sie stammen aus Südindien und sind mit den indo-arischen Sprachen nicht verwandt. Nur auf dem 12. Platz liegt Englisch, die zweite Amtssprache in Indien. Sie wird in Mumbai überwiegend von der Oberschicht als Umgangssprache verwendet und bei amtlichen Befragungen nur von circa ein Prozent der Menschen als Mutterprache angegeben. Für viele ist Englisch jedoch eine Art Zweitsprache. Alle amtlichen Dokumente und Publikationen in der Stadt werden neben Marathi auch auf Englisch herausgegeben. Die beiden bedeutendsten Tageszeitungen in Mumbai erscheinen in englischer Sprache. Das Missverhältnis zwischen der hohen Bedeutung als Verwaltungs- und Schriftsprache und der geringen Bedeutung im alltäglichen Sprachgebrauch der Bevölkerung ist dadurch zu erklären, dass Englisch als neutrale Verständigungsbasis von allen Sprachparteien anerkannt wird, während Hindi von den Menschen im Süden Indiens generell abgelehnt wird.

Religionen

Amtssprache Wie bei den Sprachen findet man auch bei der religiösen Zusammensetzung der Bevölkerung in Mumbai ein ähnlich komplexes Muster. Der überproportionale Anteil religiöser Minderheiten im Vergleich zu anderen Metropolen in Indien ist das auffälligste Merkmal. Buddhisten, Christen, Jainas, Juden, Parsen und Sikhs gehören zu diesen Minderheiten. Juden, Parsen und Sikhs haben einen Anteil von unter zwei Prozent an der Bevölkerung, Buddhisten und Jainas von unter fünf Prozent, Christen von etwa sieben Prozent. Die beiden größten Religionen sind Hinduismus und Islam. Zu Lasten des Hinduismus geht die zahlenmäßige Stärke der religiösen Minderheiten. Während in ganz Indien etwa 80 Prozent dieser Glaubenrichtung angehören, sind es in Mumbai nur cirka 70 Prozent. Die Hindus sind aber die mit Abstand dominierende Religionsgemeinschaft. In Mumbai spielen die Jainas und die Parsen eine wichtige ökonomische Rolle, obwohl es sich um kleine Religionsgemeinschaften handelt. Nur die Muslime können hier mit einem Anteil von etwa 15 Prozent an der Bevölkerung mehr als die religiösen Minderheiten noch ein gewisses Gegengewicht schaffen. Sie fallen durch ihre Dominanz in einzelnen Branchen und ihr teilweise geschlossenes Auftreten in einzelnen Stadtvierteln von Mumbai stärker ins Gewicht.

Museen

Prince of Wales Museum Islam Richtung Norden, in einer hübschen Grünanlage, liegt das sehenswerte "Prince of Wales Museum". Das unverwechselbare Bauwerk aus der britischen Kolonialzeit, gekrönt von einer mächtigen weißen Kuppel im Mogul-Stil, beherbergt eine erlesene Sammlung von Gemälden und Skulpturen, für deren eingehende Besichtigung mehrere Stunden oder mehrere Besuche erforderlich sind. Den Grundstein legte König Georg V., damals noch Prince of Wales, im Jahr 1905. Das Gebäude gilt als "aufgeklärte" (europäische) Interpretation der Gujarati-Architektur des 15. und 16. Jahrhunderts und verbindet islamische Feinheiten mit der typisch englischen Ziegelbauweise. Man spricht dabei von Anglo-Sarazenischem Stil. In der Zentralhalle ist eine kleine Auswahl der umfangreichen Sammlung, wie einige Mogul-Gemälde, Waffen, Jadearbeiten und Miniaturfiguren aus Ton und Terrakotta der Maurya-Periode aus dem 3. Jahrhundert v. Chr. und der Kushana-Periode aus dem 1. bis 2. Jahrhundert n. Chr., zu sehen. Mahatma Gandhi Museum Vom Chowpatty Beach ist es nicht weit bis zum "Mani Bhavan Mahatma Gandhi Museum". Mani Bhavan war zwischen 1917 und 1934 Stützpunkt Mahatma Gandhis (1869-1948) in Bombay. Das in einer schattigen, gutbürgerlichen Straße gelegene Haus ist heute eine Gedenkstätte für den Mahatma und beherbergt eine umfangreiche wissenschaftliche Bibliothek. Die Wände im Inneren, mit liebevoll polierten Holzmöbeln ausgestattet, zieren Fotos historischer Begebenheiten und Gegenstände aus dem Leben dieses ungewöhnlichen Mannes, darunter ein freundlicher Brief an Adolf Hitler, den Weltfrieden zu bewahren. Hinter Glas befindet sich Gandhis schlichter Wohn- und Schlafraum.

Bauwerke

Gateway of India Adolf Hitler Der beste Ausgangspunkt für eine Besichtigung ist Colaba am südlichen Ende der Halbinsel Mumbai, wo sich die meisten Hotels, Restaurants und bekanntesten Sehenswürdigkeiten befinden, darunter das "Gateway of India", 1924 nach Plänen von George Wittet (1878-1926) erbaut. Indiens eigener, honigfarbener Arc de Triomphe, errichtet zur Erinnerung an den Besuch von König Georg V. (1865-1936) und seiner Frau Maria von Teck (1867-1953) im Jahre 1911, war ursprünglich als feierlicher Landungspunkt für mit P&O-Dampfschiffen ankommende Passagiere gedacht. Die Ironie der Geschichte wollte jedoch, das die Briten diesen Ort wählten, um sich für immer aus Indien zu verabschieden: Am 28. Februar 1948 gingen hier die letzten noch auf indischem Boden verbliebenen Truppen an Bord der R.M.S. "Empress of Australia". Fort-Viertel Nahe befindet sich das "Fort-Viertel", wo sich sämtliche Banken und große Geschäfte niedergelassen haben und die eindrucksvollsten der Prachtbauten der Raj-Ära stehen. Den Nordrand nimmt der extravagante über und über verzierte Sandsteinbau "Chhatrapati Shivaji Terminus", der frühere Victoria Terminus ein, einer der meistbenutzten und architektonisch beeindruckendsten Bahnhöfe der Welt. Das von 1878 bis 1888 errichtete Bahnhofsgebäude ist ein bemerkenswertes Beispiel für die Zusammenführung viktorianischer Neogotik mit traditioneller indischer Architektur. Es steht seit 2004 unter dem Schutz der UNESCO und gehört zum Weltkulturerbe der Menschheit. Der Knotenpunkt des innerstädtischen Eisenbahnnetzes, die "Churchgate Station" liegt vier Kilometer weiter westlich. Der "Hutatma Chowk" inmitten des Fort-Geländes, der früher Flora Fountain hieß, ist eine verkehrsreiche Fünf-Straßen-Kreuzung, ein Kreisverkehr. Er wurde zum Gedenken an die Freiheitskämpfer, die im Kampf um die Aufnahme des Bundesstaates Maharashtra in die indische Union ihr Leben ließen, in Hutatma Chowk ("Platz der Märtyrer") umbenannt. Im Mittelpunkt der Kreuzung steht eine Statue der Göttin Flora, 1869 zu Ehren von Gouverneur Sir Bartle Frere (1815-1884) aufgestellt. Das älteste englische Bauwerk von Mumbai ist die kleine, einfache "St. Thomas´ Cathedral". Die im Jahre 1718 eingeweite Kirche verbindet klassizistischen und gotischen Stil. Nach einem Zeitungsverleger, der sich für die Unabhängigkeit Indiens einsetzte, wurde der nahe gelegene "Horniman Circle", ehemals Elphinstone Circle, benannt. Der Platz ist 1860 auf Veranlassung des früheren Municipal Commissioners Charles Forjett an der Stelle des Bombay "Green" errichtet worden. In einem neugotischen, an Oxford angelehnten Stil ist auch die Universität erbaut. Türme des Schweigens Oxford Hoch oben auf dem "Malabar Hill" stehen, durch eine große Mauer und einen dichten Vorhang aus Grünpflanzen vor neugierigen Blicken geschützt, die sieben parsischen "Türme des Schweigens", die Dokhmas. Die Parsen bestatteten ihre Toten, indem sie die Leichen auf hohe, zylinderförmige Behälter legen, damit Geier die Knochen säuberlich vom Fleisch befreien können. Dieses uralte Bestattungsritual, von dem angenommen wird, dass es noch vor dem 2.500 Jahre alten Glauben entstand, wurde vom Propheten Zarathustra befürwortet, um eine Verschmutzung der vier heiligen Elemente (Luft, Wasser, Erde und - das heiligste von allen - Feuer) zu verhindern. Elephanta Island Eine Bootsstunde von Colaba entfernt liegt die ruhige, bewaldete Insel Elephanta, eine der reizvollsten Gegenden Mumbais. Die einzigen Bewohner sind die einer kleinen Fischersiedlung. Die Insel hieß ursprünglich "Gharapuri", die "Stadt der Ghara-Priester", wurde jedoch im 16. Jahrhundert von den Portugiesen nach dem steinernen Elefanten umbenannt, den sie im Hafen fanden - zu sehen im "Victoria and Albert Museum" in Bymulla. Die Hauptattraktion ist der einmalige Höhlentempel, dessen mächtige "Trimurti" (dreigesichtige) Shiva-Skulptur ein hervorragendes Beispiel hinduistischer Bildhauerkunst darstellt. Die Höhlen von Elephanta stehen seit 1987 auf der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes.

Freizeit und Erholung

Nicht weit von der Churchgate Station liegt die "Netaji Subash Chandra Marg", besser bekannt unter der Bezeichnung "Marine Drive". Es handelt sich dabei um Mumbais Meerespromenade, die in den 1920er Jahren auf aufgeschüttetem Land erbaut wurde, bestehend aus einer achtspurigen Stadtautobahn und einem breit angelegten Gehweg. Der Marine Drive beschreibt einen Bogen von den Hochhäusern des Nariman Point bis zum Fuß des Malabar Hill und dem Chowpatty Beach, wo jedes Jahr im September zu Ehren des Gottes Ganesh mit dem Elefantenhaupt das Ganesh Chathurthi-Fest veranstaltet wird, das wahre Menschenmassen anzieht. Ganesh Am Abend vollzieht sich am Marine Drive ein märchenhaftes Schauspiel, das von den Briten als "Queen´s Necklace - Halsband der Königin" bezeichnet wird. Man sieht den Sonnenuntergang über dem Meer, die Straßenlaternen werden angeschaltet und die Fünf-Sterne-Hotels erstrahlen im Lichterglanz. In der Nähe befinden sich zwei große Kricketstadien, das Brabourne und das Wankhede Stadium sowie eine Anzahl von Kricketplätzen (Gymkhanas), wo an fast jedem Wochenende die Chance besteht, ein Spiel zu verfolgen. Cricket ist Nationalsport in Indien und erregt dort ein ebenso lebhaftes Interesse wie Fußball in Deutschland und ganz Europa.

Kulinarische Spezialitäten

In Mumbai befinden sich, wie es seinem Ruf als einer kosmopolitischen Weltstadt entspricht, vor allem in Colaba, aber auch in den anderen Stadtteilen, zahllose interessante Lokale zum Essen und Trinken, ob es nun ein sehr teures Mittagsbuffet in einem Nobelhotel sein soll, oder ein superscharfes "Roti Kebab" in Papier auf der Straße. In den Speiselokalen und Hotels kann man eine erstaunliche Anzahl verschiedener Landesküchen ausprobieren. Es gibt rein vegetarische Hindu-Hotels, in denen der Gast köstliche Gujarati- und südindische Gerichte serviert bekommt, und gleich daneben muslimische Cafés mit Leckerbissen für Fleischliebhaber. Die begehrten China-Restaurants, aber auch iranische Gaststätten, deren Spezialität Lamm- und Hammelfleisch in Pfefferminzsoße ist, befinden sich in Mumbai. In den Café-Bars werden die einheimischen Yuppies und Touristen mit Fassbier und annehmbarer westlicher Küche bewirtet. Nicht-Vegetarier können sich in den Parsen-Restaurants mit in einem Linseneintopf namens "Dhansak" geschmorten Fleischportionen verwöhnen lassen, in den goanischen und mangalorischen "Lunch-Homes" ausgezeichnet schmeckendes Schweinefleisch "Vindaloo" oder scharfes Fischcurry ausprobieren.

Einkaufen

curry Mumbai bietet hervorragende Möglichkeiten um einzukaufen, seien es Souvenirs oder Proviant und Ausrüstung für die lange, noch bevorstehende Reise. Insbesondere der Kauf von Kunsthandwerk aus allen noch so entlegenen Teilen Indiens und von im Lande produzierten Textilien und Bekleidung lohnt sich. Die Preise übersteigen mit Ausnahme der Einkaufsarkaden in den Luxushotels die anderer indischer Städte kaum. Die zentralen Basare in der Stadt sind mehr zum Anschauen, als zum Einkaufen geeignet, doch auf dem Antiquitätenmarkt kann man mit viel Glück ein gutes Geschäft machen. Mumbai besitzt eine Anzahl moderner und eleganter Einkaufszentren, darunter das größte in ganz Indien, "Crossroads", 28 Pandit MM Road, nahe der "Haj Ali"-Moschee gelegen. Im "Sahakari Brandar" in der Nathalal Parekh Marg im Stadtteil Colaba werden preiswertes Kunsthandwerk und Haushaltswaren sowie im angeschlossenen Supermarkt eine Vielzahl von Lebensmittelkonserven verkauft. Die ausgezeichneten englischsprachigen Buchhandlungen und Bücherstände bieten eine reichhaltige Auswahl an Klassikern, Reiseliteratur und Romanen. In der Nähe des Kinos "Moti" an der SV Patel Road befinden sich zahlreiche der guten Musikläden von Mumbai. In ihnen kann man traditionelle indische Musikinstrumente, darunter Sitars, Sarods, Tablas und Flöten, aber auch Tonträger mit klassischer, religiöser und Schlagermusik aus ganz Indien sowie westlichem Rock, Pop und Jazz kaufen.

Filme

Tabla Bollywood, wie Mumbai auch genannt wird, ist die Filmhauptstadt in Indien. Für Menschen in den westlichen Ländern, die mit dem Fernsehen aufgewachsen sind ist kaum vorstellbar, welche immense Faszination in Mumbai und im ganzen Land noch immer von Kinofilmen ausgeht. In jedem Dorf in Indien gibt es ein Kino. Bei einer potenziellen Zuschauerschaft die Hunderte von Millionen erreicht, ist die indische Filmindustrie die größte der Welt. Sie produziert jedes Jahr 900 Leinwandstreifen in voller Spielfilmlänge. Regionales Kino, das sich an bestimmte Sprachgruppen richtet (insbesondere das tamilische Kino von Chennai), ist zwar vor Ort populär, fällt jedoch auf nationaler Ebene kaum ins Gewicht. Nur dem Hindi-Film - ein Fünftel aller Filme indischer Produktion - ist es gelungen, die regionalen Grenzen weitgehend zu überschreiten, besonders im Norden. Mumbai ist die Heimat des Hindi-Blockbusters, des "All-India Film". Um Sprach- und Religionsbarrieren zu überwinden, folgt der Bollywood-Film strikten Regeln. Die Handlungen und das Schicksal der Protagonisten sind wie in der Mythologie vorhersehbar. Im Gegensatz zum Hollywood-Schema, das für gewöhnlich jedes Drehbuch einem Genre zuordnet, verfährt der Hindi-Film nach dem so genannten masala format, in Anspielung an die indische Gewürzmischung. So sind in den Masala-Filmen, die gewöhnlich eine Spieldauer von drei Stunden haben, verschiedene Genres (Liebe, Gewalt, Dramatik, Komik, Musik) enthalten. Die Erfolge der Filmschauspieler und ihr ausschweifender Lebensstil, der sich in den Klubs der Stadt und im Millionärsviertel "Malabar Hill" manifestiert, sind ein unerschöpflicher Gegenstand von Prominenten-Geschichten, die in Fanmagazinen wie Stardust, Star and Style, Film World und Cine Blitz millionenfach reißenden Absatz finden, während sich die Fachwelt eher an das reserviertere Sreen hält. Von den rund 200 Kinos in der Stadt zeigen nur wenige regelmäßig Filme in englischer Sprache. Mit seinen steigenden Produktionkosten, zunehmenden Drehorten im Ausland und mehr Freizügigkeit auf der Leinwand, ist Bollywood in den letzten Jahren Hollywood gar nicht so unähnlich. Aber angesichts von um 30 Prozent gesunkenen Besucherzahlen und vielen Raubkopien spielen manche teuer produzierte Filme einen Verlust bis zu einer Million Rupien ein. Zusammen mit den in letzter Zeit aufgedeckten mafiösen Strukturen in der Branche bedeutet dies, dass Bollywood viele schwerwiegende Probleme hat und die Filmindustrie in Indien dringend von Grund auf überholt werden muss.

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft

mafiösen Mumbai besitzt eine vielseitige Industrie und ist das Zentrum von Wirtschaft, Handel und Mode in Indien. In der Stadt befindet sich, in Bezug auf die Anzahl der Filme, die jährlich dort produziert werden, die größte Filmindustrie der Welt. Es werden Maschinen, Metall, Metallprodukte, Chemikalien, Düngemittel und Textilien aus Baumwolle hergestellt sowie Erdölprodukte verarbeitet. Bedeutung haben auch die Informationstechnologie, das Kunsthandwerk, das Verlagswesen, der Schiffbau und die Schiffsreparatur sowie die Fischerei. Auf der Insel Trombay steht ein 1957 fertiggestelltes Kernkraftwerk. Mumbai allein erwirtschaftet 38 Prozent des Bruttoinlandsproduktes von Indien und in seinem Hafen (8 km² Fläche), einer der größten Naturhäfen der Welt, wird die Hälfte des indischen Außenhandels abgewickelt. Mumbai ist auch Finanzhauptstadt von Indien, denn es steuert den höchsten Betrag zur Einkommenssteuer des Landes bei. Die 1875 gegründete Mumbai Stock Exchange, die älteste Börse in Asien und die größte in Indien sowie die National Stock Exchange haben ihren Sitz in der Stadt. Letztere wurde 1992 auf Initiative indischer Politiker gegründet und unterscheidet sich von anderen Börsen im Land durch die Trennung von Handel und Management. Wohlstandssymbole in dieser ständig Reichtum produzierenden Metropole finden sich an vielen Orten Mumbais, von der Phalanx von Bürohochhäusern am Nariman Point, dem Manhattan Maharashtras, bis zu den teuren Luxusautos auf den Straßen der Stadt, die sich nur die reiche Oberschicht leisten kann. Die Immobilienpreise in diesen Gegenden Mumbais gehören zu den höchsten der Welt. Die Kehrseite der Erfolgsgeschichte ist natürlich die hier herrschende Armut. Jeden Tag strömen Hunderte Menschen aus dem Hinterland des Bundesstaates Maharashtra in die Stadt, um dem Elend ihrer Dörfer zu entkommen. Einige finden Arbeit und eine Unterkunft, die meisten jedoch, etwa ein Drittel der Stadtbevölkerung, endet auf den überfüllten Straßen oder lebt in unbeschreiblichem Elend in den größten Slums von ganz Asien. Viele sammeln Lumpen oder betteln auf den Straßen. Dennoch bietet die ungebrochene Wirtschaftskraft der Metropole Mumbai auch den Ärmsten Möglichkeiten. Slum Der Dokumentarfilm Bombay: Our City, Regie: Anand Patwardhan, Indien 1985, erzählt die Geschichte des täglichen Überlebenskampfes von über vier Millionen Slumbewohnern in Bombay, die die einen erheblichen Teil der Stadtbevölkerung ausmachen. Obwohl sie den Großteil der arbeitenden Bevölkerung Bombays stellen - Industriearbeiter, Bauarbeiter, Hausangestellte - wird ihnen die städtische Infrastruktur verweigert: Elektrischer Strom, Trinkwasser, Abwasserentsorgung. Viele Slumbewohner leben auch unter der ständigen Drohung verjagt zu werden, weil die Stadtverwaltung Kampagnen durchführt, um Bombay zu "verschönern". Die jährlichen Überschwemmungen aufgrund des Monsunregens treffen die Slumbewohner besonders hart. Die Entwicklungsmöglichkeiten in Mumbai werden vor allem im Dienstleistungsbereich erwartet. Günstige Möglichkeiten hat auch die Computerindustrie. Unternehmen der Stadt haben für europäische Kunden arbeitsintensive Bereiche der Datenerfassung und -verarbeitung übernommen. Aufgrund der zunehmenden Nachfrage der indischen Mittelschicht sowie als potenzieller Zulieferer der globalen Automobilindustrie bietet im industriellen Bereich der Fahrzeugbau noch nicht genutzte Möglichkeiten. Mumbai hat darüber hinaus Chancen, als Forschungs- und Entwicklungsstandort ausgebaut zu werden und sich zum Handels- und Distributionszentrum zu entwickeln. Aufgrund der geringeren Immobilienpreise wird der Norden von Mumbai (Greater Mumbai) für Unternehmen zusehends interessanter. Wegen der geographischen Gegebenheiten (Halbinsellage) findet die Expansion der Stadt verstärkt in den nördlichen Gegenden statt. Gegenüber Städten in den asiatischen Schwellenländern ist der Nachholbedarf in Mumbai jedoch erheblich. Konzertierte staatliche Hilfeleistungen sind zu dessen Behebung notwendig. Bleiben diese aus, werden die günstigen Bedingungen, wie sie beispielsweise die moderne Hafen- und Flughafeninfrastruktur bieten, von den schlechten Straßenverkehrsverhältnissen zunichte gemacht. Voraussetzung ist hierbei aber eine moderne Verwaltung, die die Eigendynamik der Wirtschaft nicht über alle Maßen reglementiert und nicht durch Korruption behindert. Dann hat die Metropole Mumbai die Chance, zu einem globalen Zentrum zu werden.

Verkehr

Fernverkehr

Schwellenländern Mumbai ist ein wichtiger Verkehrsknoten mit Autobahnen, Überland-Busterminals, Hafen, Flug- und Eisenbahnverbindungen. 1920 nahm im ehemaligen Bombay der erste Flughafen in Indien den Betrieb auf. Der 1971 eröffnete internationale Flughafen Sahar ist der betriebsamste des Landes. Die Einreiseformalitäten sind allerdings langwierig und die Ankunftshalle chaotisch. Bei Inlandsflügen landet man auf dem benutzerfreundlicheren "Santa Cruz Domestic Airport". In Mumbai laufen zwei Hauptlinien der Eisenbahn zusammen: Nach Nord- und Westindien fährt die Western Railway und in die Regionen im Osten, Süden und der Landesmitte die Central Railway. Am 1888 fertiggestellten Victoria Terminus (VT), offiziell in Chatrapathi Shivaji Terminus (CST) umbenannt, halten die meisten Züge aus den zentralen, südlichen und östlichen Regionen Indiens, am Bahnhof Mumbai Central die Züge aus dem Norden und an der Dadar Station die Eisenbahn aus dem Süden des Landes. Viele Besucher möchten Mumbai schnell wieder verlassen. Dazu gibt es eine Anzahl Dienstleistungsgesellschaften, die eine Weiterreise organisieren oder bestätigen. Dutzende Reisebüros und Busgesellschaften verkaufen Busfahrkarten, die Eisenbahnbetriebe unterhalten spezielle Touristenschalter und alle namhaften internationalen und nationalen Fluggesellschaften besitzen hier Büros.

Nahverkehr

Fluggesellschaft Die Nahverkehrsmittel der Stadt sind hoffnungslos überlastet. Der Verkehr kriecht die meiste Zeit des Tages im Schneckentempo dahin oder bildet Massenstaus an den Straßenkreuzungen. Am 15. Juli 1926 wurde im ehemaligen Bombay der motorisierte Omnibusverkehr aufgenommen. Zwischen 1962 und 1971 fuhren elektrisch betriebene Oberleitungsbusse in der Stadt. Mumbai unterhält ein undurchschaubares und komplexes Busnetz, das bis in die entlegensten Teile der Stadt reicht. Eine Fahrt mit einem Doppeldeckerbus ist zwar langwierig, kostet aber nur ein paar Rupien. Die am 5. Januar 1928 in Betrieb genommene elektrische S-Bahn (slow train) ist wesentlich schneller, doch die Fahrt in den überfüllten Waggons stellt selbst außerhalb der Stoßzeiten einen Härtetest dar. Die Züge fahren alle paar Minuten und halten an Dutzenden kleinen Stationen. Ohne die Vorortzüge der S-Bahn, die jeden Tag Millionen Pendler zwischen dem Zentrum von Mumbai und den endlosen Vororten im Norden hin und her befördert, würde in der Stadt nichts funktionieren. Wer mit einer Rikscha fahren möchte, sollte sich in die Außenbezirke von Mumbai begeben, denn in der Innenstadt verkehren diese nicht. Weniger anstrengend ist die Besichtigung der Sehenswürdigkeiten der Stadt im Rahmen eines geführten Stadtrundgangs. Den Hafen von Mumbai verlassen in regelmäßigen Abständen Fährschiffe. Sie verbinden die Stadt mit dem auf der anderen