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Goiás

Goiás

Der Bundesstaat Goiás (Kurzzeichen: GO) gehört zur Região Central-Oeste Brasiliens. Er ist administrativ in 246 Gemeinden (municípios) untergliedert. Gouverneur ist Marconi Perillo von der PSDB. Er ist mit 40 Jahren derzeit der jüngste Gouverneur Brasiliens.

Geographie

Goiás grenzt (im Uhrzeigersinn von Westen beginnend) an die brasilianischen Bundesstaaten Mato Grosso, Tocantins, Bahia, Minas Gerais und Mato Grosso do Sul. Der Distrito Federal mit der Hauptstadt Brasília wird vollständig von Gebiet Goiás' umschlossen. Die Hauptstadt ist Goiânia mit etwa 1,18 Mio. Einwohnern. Sie wurde ab 1933 planmäßig als Ersatz für die alte Hauptstadt Goiás (Goiás Velho) angelegt, die heute unbedeutend ist. Weitere Städte in Goiás sind u.a. Aparecida de Goiânia, Anápolis, Luziânia und Rio Verde. Der Bundesstaat Goiás hat einer Fläche von 340.117 km². Hier leben ca. 5 Mio Einwohner (2000), was einer Einwohnerdichte von etwa 14,7 E./km² (2000) entspricht. Die höchste Erhebung im Bundesstaat ist die Chapada dos Veadeiros (1.691 m). Die bedeutendsten Flüsse sind Paranaíba, Aporé, Rio Araguaia, São Marcos, Corumbá, Claro, Paranã, Maranhão.

Wirtschaft und Landwirtschaft

In Goiás werden u.a. Kohle, Kies, Phosphaterz, Nickel und Gold abgebaut. Wichtige Industrien sind die Lebensmittelindustrie, Metallverarbeitung, Möbel- und holzverarbeitende Industrie, sowie Bekleidungsindustrie. Die wichtigsten Produkte der Landwirtschaft des Bundesstaates sind Zuckerrohr, Soja, Mais, Tomaten, Baumwolle und Reis.

Geschichte und Kultur

Bereits 1592 wurde hier Gold entdeckt, doch erst in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts erhielt die Suche nach dem Edelmetall einen Aufschwung durch die Entdeckung reichhaltigerer Vorkommen. 1748 wurde die
Capitania de Goiás gegründet, und löste sich damit von São Paulo. 1824 wurde sie in eine Provinz umgewandelt. 1988 wurde aus dem Staatsgebiet der nördliche Teil abgetrennt und bildete den Bundesstaat Tocantins. Größte Städte (Einwohner 1. Juli 2004)
- Goiânia - 1.181.438
- Aparecida de Goiania - 417.409
- Anapolis - 307.977
- Luziania - 173.138
- Aguas Lindas de Goias - 149.598
- Rio Verde - 130.211
- Valparaiso de Goias - 115.032
- Trindade - 96.016
- Planaltina - 90.914
- Novo Gama - 89.694
- Formosa - 88.147
- Itumbiara - 84.947
- Jatai - 82.025
- Santo Antonio do Descoberto - 70.707
- Senador Canedo - 68.086
- Caldas Novas - 62.744
- Goianesia - 52.046 siehe auch: Liste der Gemeinden in Goiás

Weblinks


- http://www.goias.go.gov.br/ - Governo do Estado de Goiás (portugiesisch)
- http://www.portalbrasil.eti.br/estados_go.htm (portugiesisch) Kategorie:Brasilianischer Bundesstaat

Brasilien

Brasilien (portugiesisch Brasil) ist der fünftgrößte Staat der Erde und der bevölkerungsreichste Südamerikas. Er nimmt über die Hälfte des Kontinents ein. Das Land grenzt (von Nordosten gegen den Uhrzeigersinn) an Französisch-Guayana, Suriname, Guyana, Venezuela, Kolumbien, Peru, Bolivien, Paraguay, Argentinien, Uruguay und den südlichen Atlantik. Damit hat es mit jedem südamerikanischen Land außer Chile und Ecuador eine direkte Grenze.

Geographie

Ecuador Brasilien ist geprägt durch die ausgedehnten Regenwälder des Amazonas-Tieflands im Norden und Hochebenen, Hügeln und Gebirge im Süden. Während die landwirtschaftliche Basis des Landes in den Savannengebieten des Mittelwestens liegt, lebt der Großteil der Bevölkerung in der Nähe der Atlantikküste, wo sich auch fast alle Großstädte befinden.

Wichtige Städte

Atlantik Atlantik Die größten Städte sind São Paulo mit ca. 19 Mio. Einwohnern, Rio de Janeiro mit ca. 6 Mio. Einwohnern, Salvador da Bahia mit ca. 2,7 Mio. Einwohnern, Belo Horizonte und Fortaleza mit je 2,3 Mio. Einwohnern und Brasília mit 2,2 Mio. Einwohnern. Die Einwohnerzahlen beziehen sich jeweils auf die Großräume. São Paulo ist die größte Stadt Südamerikas und der wirtschaftliche Motor Brasiliens. Als industrielles Zentrum des Landes zieht die Stadt kontinuierlich Einwanderer an, sodaß sich die Zahl der Einwohner innerhalb von 40 Jahren verdoppelte. Die rapide Bevölkerungsentwicklung brachte ihr eine vorrangige Stellung in Bezug auf Finanzen, Kultur und Wissenschaft ein, aber auch Verkehrsprobleme, Umweltverschmutzung und Kriminalität. Rio de Janeiro war fast 200 Jahre lang Hauptstadt Brasiliens, bis sie diesen Status 1960 an Brasília abgeben mußte. Es ist die wohl bekannteste Stadt des Landes. Bei Touristen ist sie beliebt wegen des Karnevals und der Strände, die zu den schönsten der Welt zählen. Der Tourismus hat in Rio einen hohen wirtschaftlichen Stellenwert, aber auch produzierende Industrie ist in der Stadt beheimatet. Abseits der Urlaubszentren hat die Stadt mit den typischen Problemen einer Großstadt zu kämpfen, vorrangig mit Kriminalität und Armut großer Bevölkerungsteile. Die Hauptstadt Brasília wurde in den 1960er Jahren innerhalb von drei Jahren erbaut. Es handelt sich um eine klassische Planhauptstadt. Sie wurde von Lúcio Costa im Auftrag des damaligen Präsidenten Kubitschek entworfen, Oscar Niemeyer entwarf die Regierungsgebäude. Brasília sollte ursprünglich als glänzendes städtisches Vorbild dienen. Allerdings ging die Entwicklung in wichtigen Punkten nicht so voran, wie es die Pläne vorsahen, und so ist Brasília in den äußeren Bezirken mittlerweile ebenfalls von Favelas geprägt. Heute hat die Stadt knapp 200.000 Einwohner, die Metropolregion zählt etwa 2,2 Millionen Menschen.

Höchste Berge

Der höchste Gipfel Brasiliens ist der 3.014 m hohe Pico da Neblina, der 1965 zum ersten Mal bestiegen wurde. Wie auch der zweithöchste Berg, der Pico 31 de Março (2.992 m), liegt der Pico da Neblina im gleichnamigen Nationalpark nahe der Grenze zu Venezuela und Guyana. Der Pico da Bandeira (2.891 m) wurde früher für den höchsten Berg des Landes gehalten, da er nicht im lange Zeit nur wenig erforschten Regenwald, sondern im eher dicht besiedelten Südosten liegt. Er gilt durch seine Besiedlung als bestbesteigbarster Berg Brasiliens. Berühmter noch ist der Corcovado, der mit seinen 710 m einen spektakulären Blick über Rio de Janeiro bietet. Auf ihm steht die 30 m hohe Erlöser-Statue.

Gewässer

Der mit Abstand wichtigste Fluss Brasiliens ist der Amazonas, größter und längster Fluss der Erde (zwischen 6850 und 7250 km), mit seinen Nebenflüssen. Die bedeutendsten Zuflüsse sind der Río Purús, der Rio Negro und der Rio Tapajós. Der Paraná (3.998 km) ist vor allem wegen seiner eindrucksvollen Wasserfällen von Iguaçu bekannt. Siehe auch: Liste der Flüsse in Brasilien
Liste der Flüsse in Brasilien
Die Lagoa dos Patos bei Porto Alegre ist mit über 10.000 km² die größte Lagune Brasiliens und die zweitgrößte Südamerikas. Danach kommt die weniger als halb so große Lagoa Mirim, südlich der Stadt Rio Grande.

Inseln

Die etwa 800 km von der brasilianischen Küste gelegenen Sankt-Peter-und-Sankt-Pauls-Felsen, die nur mit einem Leuchtturm bebaut sind, gehören genauso zu Brasilien wie die Fernando de Noronha, die nicht weit von der Felsgruppe entfernt ist. Beide genannten Inseln beziehungsweise Felsen liegen auf dem mittelatlantischen Rücken. Die größte Insel Brasiliens aber liegt im Amazonas: Marajó ist etwa 48.000 km² groß (größer als die Schweiz), da aber große Teile in der Regenzeit überschwemmt sind, ist die Insel nur an einigen Orten besiedelt. Auch die Bananalinsel gehört mit ihrer Fläche (20.000 km²) zu den größten Flussinseln der Welt. Sie liegt in einem Nationalpark im Bundesstaat Tocantins im Fluss Araguay und ist immer noch größer als bespielsweise Jamaika.

Klima

Das Klima Brasiliens, das zwischen 5° nördlicher Breite und 34° südlicher Breite liegt, ist überwiegend tropisch mit geringen jahreszeitlichen Schwankungen der Temperaturen. Nur im subtropischen Süden herrscht ein gemäßigteres Klima. Besonders im feuchten Amazonasbecken gibt es reichhaltige Niederschläge, man findet jedoch auch relativ trockene Landstriche mit teilweise lang anhaltenden Dürrezeiten, besonders im Nordosten des Landes. Im Süden befindet sich an der Grenze zu Bolivien und Paraguay ein ausgedehntes Feuchtgebiet, das Pantanal.

Flora und Fauna

Der tropische Regenwald im Amazonasbecken ist der größte weltweit und beherrbergt etwa 90 % aller Tier- und Pflanzenarten der Erde. Bislang wurden mehr als 1.000 Vogel-, sogar über 3.000 Fischarten entdeckt. Größere Tiere sind der Kaiman, der Flußdelphin und der vom Aussterben bedrohte Flußmanati. Das Brasilianische Bergland im Zentrum und Süden des Landes ist mit Baumsavanne bewachsen, der Nordosten dieser Region mit Laubbäumen durchsetzte Strauchsavanne. Auch das Pantanal weist eine große Tier- und Pflanzenvielfalt auf. Die Sumpfregion im Südwesten Brasiliens steht sieben Monate im Jahr unter Wasser.

Bevölkerung

Pantanal

Demographische Struktur und Entwicklung

Die brasilianische Bevölkerung ist sehr jung. Es sind 26,6 % unter 15 Jahre alt, 67,6 % sind 15 bis 64 Jahre alt und nur 5,8 % über 65. Das mittlere Alter beträgt 27,4 Jahre, die mittlere Lebenserwartung liegt bei 71,4 Jahren. (Schätzungen für 2004) 81 % der Bevölkerung leben in den Städten, die sich durch rasantes Wachstum und Wildwuchs auszeichnen; in den Außenbezirken bilden sich Favelas genannte Armensiedlungen. Der Unterschied zwischen Arm und Reich ist in kaum einem Land so groß wie in Brasilien. So erhalten 10 % der Brasilianer etwa 50 % des Einkommens, die ärmsten 50 % im Land müssen mit nur 10 % des Einkommens leben. Etwa 5 Millionen Familien gelten als landlos. Bis 1998 zum Beispiel waren 2,8 % der Bauern Großgrundbesitzer mit zusammen 57 % der gesamten Agrarfläche, wohingegen 90 % der Bauern sich 22 % der Nutzfläche teilen müssen. Den schwersten Stand haben dabei Afro-Brasilianer, bei denen Armut, Säuglingssterblichkeit und Diskriminierung wieder zunehmen. Nicht viel besser ergeht es den Indios. Ein Gleichstellungs- und Anti-Hunger-Programm gilt seit 2003.

Ethnien

2003] 2003 Ursprünglich vier Bevölkerungsgruppen bilden die brasilianische Bevölkerung. Sie sind heute jedoch so umfassend vermischt, dass eine klare Zuordnung oft nicht mehr möglich ist. Diese Gruppen sind:
- die Portugiesen, die ursprünglichen Kolonialisten
- die Afrikaner, die als Sklaven nach Brasilien verschleppt wurden
- verschiedene Immigrantengruppen, hauptsächlich aus Europa, dem Nahen Osten und Asien, die sich seit Mitte des 19. Jahrhunderts in Brasilien angesiedelt haben. Seit 1818 sind über 300.000 Deutsche eingewandert. Eine große japanische Bevölkerungsgruppe lebt in Brasilien, außerdem viele Polen, vorwiegend in Paraná.
- einheimische Volksgruppen der Tupi- und Guarani-Sprachfamilien (200 ethnische Gruppen mit insgesamt etwa 250.000 Mitgliedern). Etwa 10 % der Fläche Brasiliens ist für Indianer reserviert. Verbindungen (zumeist ohne offizielle Ehe) zwischen Portugiesen und Einheimischen oder Sklaven waren nicht ungewöhnlich und so begann schon früh in der Geschichte eine Verschmelzung der Ethnien und Kulturen. Nur noch etwa 300.000 Indianer leben heute in Brasilien. Es gibt circa 200 Volksgruppen, die verschiedene Sprachen sprechen. Schon seit der Entdeckung des Landes wurden die Ureinwohner von den Neusiedlern zurückgedrängt. Durch die Rodung des Regenwaldes wird der Lebensraum dieser Volksgruppen immer mehr verkleinert. Aber die Brandrodung des Regenwaldes zeigt sich auch für Krankheitsepidemien, Umsiedlung und das Zerstören ihrer Kultur verantwortlich. Ihre Rechte sind zwar durch Gesetze geregelt, doch viele missachten sie einfach. Zum Schutz der Volksgruppen, viele sind in den letzten 50 Jahren ausgestorben, wurde die Behörde FUNAI gegründet, die aber auch nicht allein für den Schutz sorgen kann und deshalb oft kritisiert wird.

Sprachen

In Brasilien wird vorwiegend (brasilianisches) Portugiesisch gesprochen, das für mindestens 97 % der Bevölkerung Muttersprache ist. Indianersprachen werden nur noch von etwa 0.1 % der Bevölkerung gesprochen. Etwa 1.500.000 Brasilianer sprechen Deutsch als Muttersprache, 500.000 Italienisch, 380.000 Japanisch und 37.000 Koreanisch. Dabei muss berücksichtigt werden, dass der Anteil derjenigen mit Deutsch oder Italienisch als Muttersprache sehr optimistisch berechnet ist, da diese Volksgruppen zu den ersten Siedlern gehörten und die Nachfahren heute fast nur noch Portugiesisch verstehen, weil während des Zweiten Weltkriegs deutsche und italienische Schulen geschlossen wurden. Brasilien ist das einzige portugiesischsprachige Land Amerikas.

Religion

Ungefähr 76 % der Bevölkerung sind römisch-katholischer Konfession. Damit ist die Landeskirche mit circa 145 Millionen Gläubigen die größte der Welt. Die übrigen Brasilianer sind größtenteils protestantischen Glaubens (starke Zunahme evangelikaler Freikirchen) oder Anhänger von Kulten, die aus afrikanischen Religionen entstanden sind (Candomblé, Umbanda und andere).

Geschichte

Unterartikel: Geschichte Brasiliens Brasilien war schon mindestens 10.000 Jahre vor der Entdeckung durch die Europäer besiedelt. Vor allem Höhlen im Amazonas-Gebiet waren bewohnt, große Stätten wie die der Inkas oder Mayas sind aber nicht bekannt. Das Land wurde nach dem in Europa sehr beliebten Brasilholz, einem roten Edelholz, das heute nur noch höchst selten ist, benannt.

Die Kolonialzeit

Brasilholz Brasilholz Der Portugiese Pedro Alvares Cabral war der erste Europäer, der Brasilien am 22. April 1500 betrat. Nach französischen Angaben stieß Jean Cousin schon 1488 auf die brasilianischen Küsten. 1494 beschlossen die großen Seemächte Portugal und Spanien jedenfalls die Aufteilung Südamerikas. Auf Anliegen des damaligen Papstes Alexander XI. wurde im Vertrag von Tordesillas festgeschrieben, dass die gesamte Westküste spanische, und die Küstenabschnitte des heutigen Brasiliens portugiesische Kolonie würden. Deshalb ist Brasilien heute das einzige portugiesisch sprachige Land Südamerikas. Bis 1580 hatten die Portugiesen das ganze Land unter Kontrolle. Schon 1549 wurde das heutige Salvador da Bahia (São Salvador da Bahía de Todos os Santos) zur Hauptstadt ernannt. Schon zu der Zeit mussten Afrikaner und aus dem Landesinnern an die Küste gebrachte Indios die Arbeit auf den Zuckerrohrplantagen im Nordosten verrichten. Von 1637 bis 1654 stand dieses Anbaugebiet unter niederländischer Kontrolle. 1629 hatten sich die Niederländer in der Nähe des heutigen Recife niedergelassen und später unter Führung von Johann Moritz von Nassau-Siegen die Anbaugebiete, die daraufhin nochmals kurz aufblühten, erobert. In der Schlacht von Guararapes wurden die niederländischen Truppen 1654 wieder vertrieben. Reiche Barockstädte entwickelten sich im 17. Jahrhundert, als Bandeirantes-Expeditionen das Hinterland erkundeten und neben anderen Bodenschätzen auch Gold und Diamanten entdeckten. Im selben Jahrhundert bauten entflohene Sklaven sogenannte Quilombos auf, die erst 1699 alle wieder zerstört waren. 1763 wurde Rio de Janeiro zur Hauptstadt ernannt, weil sich das wirtschaftliche Zentrum des Landes auf den Süden verlagerte. 25 Jahre später führte Tiradentes einen Aufstand an, der aber scheiterte. 1792 wurde der heutige Nationalheld Brasiliens hingerichtet. Gleichzeitig begann ein Konflikt mit Spanien, weil die Bandeirantes-Expeditionen die Westgrenze Brasiliens entgegen der Vereinbarungen verschoben.

König- und Kaiserreich

Spanien 1807 brachen die französischen Truppen von Napoleon Bonaparte nach Portugal ein, woraufhin der portugiesische König João VI. von einer britischen Eskorte geschützt nach Brasilien (erst Bahia, später Rio de Janeiro) flüchtete und dort erstmals in der Geschichte Auslandshandel erlaubte. Mit der Übersiedlung des Königs und des gesamten Hofstaates bekam Brasilien den Status eines gleichberechtigten Mitglieds des Mutterlandes. 1815, auf dem Wiener Kongress wird Brasilien mit Portugal gleichgestellt. 1821 konnte João wieder nach Portugal zurückkehren. Er überließ die Herrschaft über Brasilien seinem Sohn Pedro. Pedro I. erklärte am 7. September 1822 die Unabhängigkeit Brasiliens von Portugal und machte sich am 22. September zum ersten brasilianischen Kaiser. 1828, nach drei Kriegsjahren gegen Argentinien, löst sich die Provinz Uruguay und erklärt ihre Unabhängigkeit. Drei Jahre später kam es zu einem Militäraufstand wegen dessen König Pedro I. abtrat und die Herrschaft auf seinen fünfjährigen Sohn Pedro II. übertrug.

Regentenzeit

Ein Zusatzpunkt der 1822 geschaffenen Verfassung ermöglicht noch am Tag der Abdankung Pedro I. einige Reformen, so wurde die Einsetzung eines einzigen Regenten beschlossen. 1835 spaltete sich erneut eine Provinz, nämlich Rio Grande, ab. Zu der Zeit gab es eine Reihe von Aufständen, die vor allem vielen Armen das Leben kostete. Rio Grande konnte nur zehn Jahre eigenständig bleiben.

Zweites Kaiserreich

Rio Grande 1840, also noch vor der Volljährigkeit, wurde Pedro II. zum Kaiser gekrönt. Ab 1865 besiegten Brasilien, Uruguay und Argentinien innerhalb von fünf Jahren Paraguay. Zu der Zeit war Kautschuk Exportartikel Nummer eins. Die Sklaverei wurde 1888 von Pedro II. offiziell abgeschafft, was zu Aufständen von Großgrundbesitzern und der Armee führte. Es ist schon seit 1853 bekannt, dass die Sklaverei geächtet wurde. Am 15. November 1889 ging der Kaiser wegen eines Militärputsches ins Pariser Exil.

Republik und die Zeit der Weltkriege

Die erste brasilianische Republik mit föderativer Verfassung (am 24. Februar wurde von Manuel Deodoro da Fonseca als Vereinigte Staaten von Brasilien (República dos Estados Unidos do Brasil) ausgerufen. Der Wohlstand war durch die große Kaffee-Nachfrage gesichert. Doch in den Jahren des ersten Weltkriegs, an dem sich Brasilien auf Seite der Alliierten gegen Deutschland beteiligte, ging die Nachfrage nach Kaffee stark zurück. In den 1920er Jahren forderten große Teile der Bevölkerung ein Ende der Oligarchie. Als dann 1930 die Kaffee-Preise nochmals einbrachen, führte Getúlio Vargas, der "Vater der Armen", einen Aufstand an und wurde so Präsident. In den ersten Monaten seiner Regierungszeit wuchs die Wirtschaft Brasiliens spürbar. 1937 wurde die Herrschaft Vargas' als "wohlwollender Diktator" festgeschrieben, 1942 erklärte er den Krieg gegen Deutschland. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Vargas von der Armee abgesetzt.

Zurück zur Demokratie

Zweiten Weltkriegs Schon fünf Jahre später wählte ihn das Volk erneut zum Präsidenten. Weil sich die USA gegen die sozialistische Politik Brasiliens stellte und daraufhin Rechte und die Armee Vargas' Rücktritt forderten, beging er 1954 Selbstmord. Vargas' Nachfolger Juscelino Kubitschek sorgte mit Hilfe der Partido Trabalhista Brasiliero (PTB) für neue, ausländische Investoren, die die brasilianische Wirtschaft in den späten 1950er Jahren ankurbelten. 1960 wurde dann Jânio da Silva Quadros zum Präsidenten gewählt. Nach seinem Amtsantritt 1961 versuchte er die Abhängigkeit zu den USA zu lösen und den desaströsen Staatshaushalt zu sanieren. Nach nur wenigen Monaten im Amt trat er wieder zurück, sein Nachfolger wurde der bisherige Vize-Präsident João Goulart, kurz nachdem die neue Hauptstadt Brasília nach drei Jahren Bauzeit eingeweiht wurde. Auch Goulart war in der Bevölkerung nicht unumstritten, weshalb seine Befugnisse in den ersten drei Präsidentschaftswahlen nur eingeschränkt waren.

Militärdiktatur

1964 schlug ein Militärputsch unter Castelo Branco fehl, doch im Folgejahr wurde Branco doch Diktator und verbot alle Parteien. Er selbst gründete zwei neue. Mehrere weitere Militärgrößen setzte er an wichtige Stellen im Staat. In den nächsten Jahr konnte zwar ein Wirtschaftswunder beobachtet werden, linke Aktivisten wurden aber gnadenlos unterdrückt. Durch die Ölkrise in den 1970ern endete der Wirtschaftsboom, 1974 ist Brasilien gar das Land mit den meisten Auslandsschulden. 1979 werden Parteien wieder zugelassen. Ab 1985 gibt es in Brasilien wieder eine Demokratie.

1980er und 90er Jahre

1985 Der Wahlsieger Tancredo Neves verstarb 1985 noch vor seinem Amtsantritt. Im selben Jahr wurde das Wahlrecht für Analphabeten eingeführt. 1987 fand man auf Yanomami-Land im Bundesstaat Roraima Gold, was viele illegale Goldgräber hervorrief. Im Jahr 1988 wurde eine neue Verfassung verabschiedet, die zwar vorsah die Sozialausgaben zu erhöhen, aber keine Landreform zum Schutz der Indios enthielt. Auch 1988 wird der Gewerkschafter und Umweltschützer Chico Mendes ermordet. 1989 wurde dann ein erster Umweltschutzplan beschlossen. Die Inflation lag in diesen Jahren bei bis zu 1000 %. Am 26. April 1991 wurde Mercosur (portugiesisch Mercosul) gegründet. Dieser Gemeinsame Markt des Südens, den die Staaten Argentinien, Paraguay und Uruguay gemeinsam mit Brasilien gründeteten, ist ein Binnenmarkt mit mehr als 200 Millionen Einwohnern, der die Wirtschaft der Mitgliedsländer und dadurch die Stellung Lateinamerikas in der Welt stärken soll. 1992 fand der UN-Umweltgipfel in Rio de Janeiro statt. Außerdem trat Präsident Fernando Collor de Mello nach Korruptionsvorwürfen von seinem Amt zurück. 1993 konnte die Bevölkerung Brasiliens in einem Referendum über die Staatsform entscheiden. Die Wahl fiel dabei eindeutig auf die Republik. 1994 wurde eine umfassende Währungsreform beschlossen. Durch die neue Währung ("Plan Real") endet die Hyperinflation vorerst. Zur weiteren Sanierung des Haushalts beschließt das Parlament zwar die Privatisierung von Staatsmonopolen, lehnt eine Verfassungsänderung allerdings ab. 1999 wird Fernando Henrique Cardoso erneut zum Präsidenten gewählt, obwohl das Land in einer wirtschaftlichen Krise steckte, auch der Real wurde wieder abgewertet.

Das neue Jahrtausend

In den nächsten beiden Jahren konnte sich die Wirtschaft wieder erholen. Seit 2003 ist Luiz Inácio Lula da Silva Präsident Brasiliens. Er hat vor allem mit Korruption zu kämpfen. 2004 führte Brasilien erstmals in seiner Geschichte UN-Friedenstruppen an, das Militär entsandte 1.470 Soldaten nach Haiti. Siehe auch: Liste der Präsidenten Brasiliens

Politik

Liste der Präsidenten Brasiliens Brasilien wurde 1964 bis 1985 vom Militär regiert. In dieser Zeit litten vor allem die Indios unter Menschenrechtsverletzungen, die Wirtschaft wurde nicht gut genug unterstützt und aufgebaut. Zurück blieben Schulden (zwischenzeitlich hatte Brasilien höhere Auslandsschulden als alle anderen Staaten der Welt) und Staatsbetriebe, die finanziell am Ende waren. Die Verfassung aus dem Jahr 1988 gewährt der Bundesregierung weitgehende Befugnisse. Der Präsident wird für eine Amtsperiode von vier Jahren direkt vom Volk gewählt. Seit 1998 kann er einmal wiedergewählt werden. Er besitzt eine weit reichende exekutive Gewalt, ist Staatsoberhaupt und Regierungschef und stellt das Kabinett zusammen. Nach einer Übergangsbestimmung wurde 1993 ein Referendum über die Staats- (Monarchie oder Republik) und Regierungsform (Präsidial- oder parlamentarisches System) abgehalten. Die Bevölkerung entschied mit jeweils großer Mehrheit (87 % bzw. 69 %) für die Republik und ein Präsidialsystem. Im vierten Versuch wurde Luiz Inácio Lula da Silva, genannt Lula, 2002 zum Präsidenten gewählt. Politische Probleme Brasiliens sind schwache Parteien ohne ideologisch begründete Programme. Diese bilden Koalitionen, die nie lange halten, somit müssen Gesetze meist durch Absprachen verabschiedet werden. Viele kleine Parteien und Korruption (1992 wurde der damalige Präsident Fernando Collor de Mello aus diesem Grund des Amtes enthoben) führen zu einer politisch sehr unstabilen Lage und zu einer nahezu zur Untätigkeit verdammten öffentlichen Verwaltung. Auch der vor allem beim einfachen Volk beliebte Präsident Lula da Silva musste sich mit seiner Parteiführung unlängst Korruptionsvorwürfen stellen, die nicht ausgeräumt wurden. Brasilien empfängt jährlich etwa 376 Millionen US-Dollar Entwicklungshilfe, den Großteil stellen Japan und die EU-Länder zur Verfügung. EU Das brasilianische Parlament, der Nationalkongress oder Congresso Nacional, besteht aus zwei Kammern:
- Der föderative Senat oder Senado Federal setzt sich aus 81 Abgeordneten zusammen, von denen jeweils drei aus jedem der Bundesstaaten entsendet werden. :Die Senatsabgeordneten werden nach dem Mehrheitswahlrecht für Amtsperioden von acht Jahren bestimmt.
- Neben dem Senat gibt es die Abgeordnetenkammer oder Câmara dos Deputados mit 513 Sitzen, deren Mitglieder nach dem Verhältniswahlrecht für Amtsperioden von vier Jahren gewählt werden. Nach den Wahlen von 2002 haben sechs Parteien den Einzug in die Abgeordnetenkammer geschafft, stärkste Kraft ist die Partido dos Trabalhadores mit 18 %. Im Senat sind neben vier großen Parteien ebenso eine Reihe kleiner Gruppen vertreten. Die meisten Senatsabgeordneten (jeweils 23 %) gehören der Partido do Movimento Progressista und der Partido da Frente Liberal an.

Parteien

Partido da Frente Liberal] Im Senat sind unter anderem folgende Parteien vertreten:
- Partido do Movimento Progressista (PMDB): zentralistische Ausrichtung, Gründung: 1979
- Partido da Frente Liberal (PFL): liberale Ausrichtung, Gründung: 1984
- Partido dos Trabalhadores (PT): Arbeiterpartei, Gründung: 1980
- Partido da Social Democracia Brasilieiro (PSDB): sozialdemokratische Ausrichtung, Gründung: 1988 In der Abgeordnetenkammer sind diese sieben Parteien, neben einer Reihe kleiner Gruppen, vertreten: PT, PFL, PMDB, PSDB, Partido Progressista Brasilieiro (PPB), Partido Trabalhista Brasiliero (PTB) und Partido Liberal (PL). Wichtige Parteien des letzten Jahrhunderts, die mittlerweile aufgöst sind:
- Partido Comunista Brasil (PCB): kommunistische Ausrichtung, Gründung: 1922, Auflösung: Ende der 1980er Jahre
- União Democrático Nacional (UDN): gemäßigt konservative Ausrichtung, Gründung: 1945, Auflösung: 1965
- Aliança Renovadora Nacional (ARENA): vom Militär kontrollierte Partei, Gründung: 1966, Auflösung: 1979
- Movimento Democrático Brasileiro (MDB): gegen die Militärregierung gerrichtet, Gründung: 1966, Auflösung: 1979

Militär

1979] Die Armee hat in Brasilien nach über zwanzig Regierungsjahren immer noch einen hohen Stellenwert. Die Waffenindustrie ist gut entwickelt. Während der Militärdiktatur bestand ein langjähriges Kernwaffenprojekt. Mit dem Übergang in die Demokratie hat Brasilien auch das Vorhaben aufgegeben, Kernenergie für militärische Zwecke zu nutzen. Die offizielle Aufgabe des Atomwaffenprogramms erfolgt 1998 mit der Unterzeichnung des Atomwaffensperrvertrags. Im Jahr 2004 übernahm man zum ersten Mal in seiner Geschichte eine größere Verantwortung und Rolle im Rahmen einer UN-Friedensmission in Haiti. 1.470 Soldaten haben im Juli die Führung des Einsatzes in dem Karibikstaat übernommen. Es besteht Wehrpflicht und der Etat des Verteidigungsministeriums liegt bei über 9,5 Milliarden US-Dollar.

Bildungswesen

Die Alphabetisierungsrate des Landes liegt bei 87 %, das Schulabgangsalter bei 14 Jahren. Damit ist die Schulausbildung im Vergleich zu anderen südamerikanischen Staaten kürzer. In die Bildung fließt ein ähnlich großer Teil des Bruttosozialprodukts wie in Europa; in absoluten Zahlen ist das brasilianische Bildungsbudget etwa so groß wie das deutsche (2004). In Brasilien teilt sich das Geld jedoch auf eine mehr als doppelt so große Bevölkerung auf und es wird weniger gut eingesetzt. Die schulische Grundausbildung ist deswegen eher schlecht ist. In 150 Universitäten werden fast 2,8 Millionen Studenten unterrichtet. Etwas mehr als die Hälfte der Hochschulen sind staatlich. Sie sind für alle Menschen mit qualifizierendem Schulabschluß nach einer Aufnahmeprüfung frei zugänglich und gebührenfrei. Die privaten Hochschulen finanzieren sich über Studiengebühren, genießen dafür aber einen sehr guten Ruf. Zweimal jährlich werden einheitliche und offizielle Aufnahmeprüfungen, sogenannte vestibulares, durchgeführt.

Außenpolitik

Brasilien ist Mitglied u.a. folgender internationaler Organisationen:
- Vereinte Nationen (seit 1945)
- Organisation Amerikanischer Staaten (port. Organização dos Estados Americanos, OEA)
- Mercosur (port. Mercosul)
- Gruppe der Zwanzig
- Gruppe der Zwanzig wichtigsten Industrie- und Schwellenländer
- Bewegung der blockfreien Staaten
- Iberoamerika-Gipfel
- Gemeinschaft der Portugiesischsprachigen Länder
- Rio-Gruppe
- Südamerikanische Staatengemeinschaft (hervorgegangen aus dem Südamerika-Gipfel)
- BRIC-Staaten Neben einer Verbesserung der Verhältnisse zu Mexiko, Konkurrent im Kampf um die Vorherrschaft in Lateinamerika, erreichte Präsident Lula in seiner Amtszeit eine gute Partnerschaft mit Venezuela. Unter anderem bot er Vermittlung im Streit mit Kolumbien an.

Innere Sicherheit

Die Kriminalitätsrate Brasiliens ist im Vergleich zum weltweiten Durchschnitt relativ hoch. Die Polizei hat vor allem in den Städten mit Entführungen, Raubüberfällen und Drogendelikten zu kämpfen. Das Polizistengehalt ist niedrig, weshalb vermehrt der Vorwurf nach Erpressung und Mord aufkam, Korruption innerhalb von justiz und polizei sind üblich. Auch Gefängnisaufstände sind durch schlechte Haftbedingungen in überfüllten Haftanstalten fast an der Tagesordnung. Das Leben der Kleinbauern und Indios auf dem Land ist wegen Auftragsmorden für Großgrundbesitzer gefährlich. In den letzten Jahren wurden vermehrt auch Fußballer und ihre Familienmitglieder entführt. Berühmte Beispiele sind Robinhos Mutter Marina de Souza und und der Vater des Weltfußballers 1994 Romario. Um die Kriminalität zu verringern wurde im Januar 2004 ein Gesetz vorgeschlagen, das den privaten Waffenbesitz verbieten sollte. Dieses Gesetz ist per Volksreferendum nicht angenommen worden und wurde ausgesetzt.

Administrative Gliederung

Brasilien ist in 26 Bundesstaaten und einen Bundesdistrikt (Distrito Federal) gegliedert. Diese sind administrativ in fünf Regionen aufgeteilt:
- Norden (Região Norte): :Acre, Amapá, Amazonas, Pará, Rondônia, Roraima, Tocantins
- Nordosten (Região Nordeste): :Alagoas, Bahia, Ceará, Maranhão, Paraíba, Pernambuco, Piauí, Rio Grande do Norte, Sergipe
- Mittelwesten (Região Centro-Oeste): :Goiás, Mato Grosso, Mato Grosso do Sul, Distrito Federal Brasília
- Südosten (Região Sudeste): :Espírito Santo, Minas Gerais, Rio de Janeiro, São Paulo
- Süden (Região Sul): :Paraná, Santa Catarina, Rio Grande do Sul Die wirtschaftlich bedeutendste Region ist der Südosten mit den Ballungsräumen São Paulo und Rio de Janeiro. Allein in dieser Region leben mehr Menschen als in jedem anderen Land Südamerikas.

Bundesdistrikt

Während des brasilianischen Kaiserreichs war Rio de Janeiro Hauptstadt Brasiliens und hatte den Status Município Neutro (Neutrale Stadt), was in etwa einem Hauptstadtdistrikt gleichzusetzen ist. Mit der Schaffung des Bundesstaats und der einhergehenden Umwandlung der Provinzen in Bundesstaaten wurde 1889 aus dem Município Neutro ein Distrito Federal (Bundesdistrikt). 1960 wurde die Hauptstadt nach Brasília verlegt, ebenso der Distrito Federal. Der Sonderdistrikt um Rio de Janeiro war zeitweilig in den Bundesstaat Guanabara umgewandelt, bis Guanabara 1975 in den Bundesstaat Rio de Janeiro eingegliedert wurde. Der Distrito Federal hat eine besondere Bedeutung. Er ist in der Verfassung festgeschrieben und ist direkt der brasilianischen Regierung unterstellt.

Infrastruktur

Verkehrsnetze

Straßenverkehr

Das Autobahnnetz Brasiliens ist mit etwa 2 Millionen km das zweitlängste der Welt, annähernd 200.000 km sind gepflastert. Der brasilianische Name für Autobahn ist Rodovia. Annahmen zu Folge nehmen jährlich mehr als 1,2 Milliarden Reisende den Weg über die Fernstraßen, nur 80 Millionen fliegen. Es herrscht Rechtsverkehr. Der Name der Autobahnen führt zurück auf den Bundesstaat, wo sie liegen, und die Richtung, in die sie verlaufen. Ein Sonderfall sind Autobahnen, die nach Brasília führen:
- Autobahnen mit den Nummern 000-099 führen nach Brasília
- Autobahnen mit den Nummern 100-199 verlaufen von Norden nach Süden
- Autobahnen mit den Nummern 200-299 verlaufen von Westen nach Osten
- Autobahnen mit den Nummern 300-399 verlaufen diagonal (von Nordwest nach Südost oder von Nordost nach Südwest)
- Autobahnen mit den Nummern 400-499 sind unwichtigere Autobahnen. Sie verbinden meist nur eine Stadt mit einer größeren Autobahnen in der Nähe. So liegt zum Beispiel die Autobahn SP-280 im Bundesstaat São Paulo und verläuft von West nach Ost. Neben ihrem offiziellen Namen sind einige Autobahnen auch noch nach berühmten Persönlichkeiten benannt.

Schienenverkehr

Die Bahnverbindungen wurden ausgedünnt, dennoch besteht noch ein Schienennetz von fast 30.000 km Länge.

Flugverkehr

Wegen der großen Entfernungen werden innerhalb Brasiliens Flugreisen immer wichtiger. Allerdings sind die Kosten für die meisten Brasilianer zu hoch, so dass sie auch lange Reisen mit dem Bus unternehmen müssen. Es etablieren sich aber immer mehr Fluggesellschaften, die nach Vorbild europäischer Billigfluglinien erschwingliche Flüge innerhalb des Landes anbieten. Der größte Flughafen des Landes ist Guarulhos International in São Paulo mit jährlich fast 13 Millionen Passagieren.

Schiffsverkehr

Die Binnenschifffahrtswege haben insgesamt eine Länge von rund 50.000 km. Die Handels- und Frachtflotte besteht aus etwa 475 Schiffe. Die größten brasilianischen Häfen liegen in Belém, Fortaleza, Ilheus, Imbituba, Manaus, Paranagua, Porto Alegre, Recife, Rio de Janeiro, Rio Grande, Salvador, Santos und Vitória.

Telekommunikation

In Brasilien gab es 2005 39 Millionen Telefone, was einen Anstieg um 20 Millionen Anlagen im Vergleich zu 1997 bedeutet. Außerdem sind etwa 80 Millionen Mobiltelefone im Umlauf. Auch hier ist der Anstieg zu 1997 (4 Millionen Mobiltelefone) deutlich. Das Telefonsystem funktioniert gut. Es existieren drei Koaxial-Tiefsee-Kabel, national ist das Funk-Relais-System gut ausgebaut, auch das Satellitensystem funktioniert gut.

Energie

Pipelines mit reinem Erdöl haben in Brasilien eine Länge von knapp 3.000 km, Erdöl-Produkte werden in einem Pipeline-Netz mit einer Länge von knapp 5.000 km transportiert und die Erdgasleitungen haben insgesamt eine Länge von etwa 4.250 km.

Wirtschaft

Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts lebte die Bevölkerung vor allem vom Export von Agrarprodukten. Dann gab es aufgrund der beginnenden Industrialisierung des Landes einen zunehmenden Mangel an Arbeitskräften, der nach der Abschaffung der Sklaverei im Jahre 1888 noch weiter verschärft worden war. Dies lockte eine große Zahl von Einwanderern an, die größten Gruppen unter ihnen waren neben Portugiesen und Spaniern, Deutsche, Italiener, Polen und Japaner. Während des ersten Weltkriegs geriet das Land, weil die wichtigsten Export-Artikel (Kaffee, Zucker, etc.) von einem enormen Preisverfall betroffen waren. Hilfe kam mit Kapital und Immigranten aus Großbritannien. Mit Ausnahme des ersten Weltkriegs konnte die Wirtschaft und auch das Verkehrsnetz in den ersten 30 Jahren des 20. Jahrhundert stetig wachsen. 1917 kam es zu ersten großen Streikwellen in São Paulo und Rio de Janeiro, auf die die Regierung mit Unterdrückung reagierte. In den 1920er Jahren bildeten sich Arbeiterparteien und Gewerkschaften, doch dies führte nicht zu einer stärkeren Stellung im Staat, da sie keine Vertretung in oberen Schichten hatten. Auch die Leutnantbewegung Tenentismo ab 1922 konnte daran nichts ändern, da Versuche einer Revolution scheiterten. Ein aktuelles Problem der brasilianischen Wirtschaft ist die steigende Urbanisierung und Zuwanderung der Landbevölkerung in die Städte. Allein in Brasilia steigt sie pro Jahr um 3 %, was in den Armenvierteln katastrophale Auswirkungen hat. Mit großen, gut entwickelten Landwirtschafts-, Bergbau-, Produktions-, und Dienstleistungssektoren auf der einen Seite und einem großen Vorrat an Arbeitskräften auf der anderen ist die brasilianische Wirtschaft heute die kräftigste Südamerikas und gewinnt auf dem Weltmarkt an Bedeutung. Die wichtigsten Exportprodukte sind Kaffee, Kakao, tropische Früchte, Sojabohnen und Eisenerz. 40 % der brasilianischen Agrarausfuhren gehen in die EU, 17 % in die USA. Auf den meist von „Zuckerbaronen“ beherrschten Zuckerrohrplantagen herrschen äußerst schlechte Bedingungen. Menschen arbeiten teilweise in sklavenähnlichen Verhältnissen in riesigen Monokulturen. Monokultur Zu den größten Herausforderungen für die brasilianische Wirtschaft zählen nach wie vor die Inflation und die Kluft zwischen einer wohlhabenden, gut ausgebildeten Bevölkerungsminderheit und der schlecht ausgebildeten Mehrheit, die größtenteils am Rande des Existenzminimums lebt. Es gibt eine große Bewegung von Landlosen, die Movimento dos sem terra (MST), die für eine Landreform kämpfen. Wichtige brasilianische Unternehmen sind: Petrobras (Erdöl), Companhia Vale do Rio Doce (Bergbau), Gerdau (Metallverarbeitung), AmBev (Getränke), Embraer (Flugzeugbau), Norberto Odebrecht (Baugewerbe), Sadia (Lebensmittel).

Bodenschätze

Folgende Rohstoffe werden in Brasilien abgebaut: Eisen, Mangan, Kohle, Bauxit, Nickel, Erdöl, Zinn, Silber, Diamanten, Gold, Erdgas, Uran. Täglich werden 1,5 Millionen Barrel Erdöl gefördert, Uran ist im Landesinnern vorhanden, der Bauxit-Tagebau verschmutzt die Flüsse und gefährdet so die Umwelt.

Tourismus

Tagebau Der Tourismus ist in Brasilien noch nicht sehr bedeutend und macht nur etwa 0,5 % des Bruttosozialprodukts aus, der weltweite Durchschnitt liegt bei 10 %. Die jährliche Besucherzahl liegt bei etwa 4,8 Millionen. Beliebt sind vor allem die Strände und der Karneval von Rio de Janeiro, die Hauptstadt Brasília, das Amazonasbecken und die Wasserfälle von Iguaçu. Die relativ geringe Anzahl an Touristen (auf einen Besucher kommen in Brasilien 37 Einheimische, in Deutschland nur etwa 4,6) ist mit hohen Preisen für schlechteren Service als zum Beispiel in den USA begründbar. Inlandflüge sind teuer, da es im ganzen Land keine Charterflüge gibt.

Umwelt

Der tropische Regenwald im Amazonasgebiet ist der größte unberührte Wald der Welt. Doch neue Straßen, zum Beispiel die Transamazonica und die Perimetral Norte, zerstören diese Unberührtheit. Experten warnen schon jetzt, dass bis 2020 alleine wegen Straßen- und Dammprojekten nur noch 28 % des Waldgebiets unberührt seien. Teilweise entstanden die Schäden auch im Zusammenhang mit den Goldgräbern Brasiliens, den so genannten garimpeiros. Zum Auswaschen des Goldes verwendeten sie Quecksilber in verhältnismäßig hohen Mengen. Diese gelangten schließlich in die Böden bzw. das Grundwasser und führten zu einer Verseuchung des Amazonasgebietes. Durch Straßen erschlossene Gebiete des Regenwaldes werden oft abgeholzt und gerodet, um Platz für Landwirtschaft zu schaffen. Die größte Gefahr ist die profitbringende Holzgewinnung. In Brasilien gibt es rund 2.500 Unternehmen, die mit tropischem Hartholz handeln. Die meisten von ihnen sind aber ausländische Großunternehmen. Zwar ist Mahagoni mittlerweile gesetzlich geschützt, illegal geht der Handel aber weiter. Selbst Behörden schätzen, dass 80 % des gewonnenen Holzes Mahagoni ist. Da Regenwaldboden nährstoffarm ist, ist er auf die Wiederverwertung der Mineralstoffe im Laub angewiesen. Bei solch feuchtem Klima zerstetzen Mikroorganismen das Laub in Recht kurzer Zeit. Wenn aber kein Wald und damit auch kein Laub mehr auf dem Boden liegen, trocknet er aus und es kommt zu Erosion. Sind die gerodeten Flächen nun größer, kann sich der Wald dort nicht regenerieren. Bäume binden Kohlendioxid, das den Treibhauseffekt auslöst. So sind an den Treibhausabgasausstößen des Landes Brandrodungen mit 75 % beteiligt, während die Verbrennung fossiler Brennstoffe nicht einmal ein Viertel ausmachen. Im Amazonasgebiet leben viele Tier- und Pflanzenarten. Der Wert ihres Genbestandes für Medizin und Landwirtschaft lag 2001 bei etwa 2 Billionen US-$. Diese Arten können ohne Regenwald nicht überleben. Aber alleine von August 2003 bis August 2004 wurden in Brasilien 26.130 km² Regenwald vernichtet. Das entspricht fast der Fläche Brandenburgs. Die Behörden zum Schutz des Regenwaldes haben unter Geld- und Personalmangel, sowie Korruption zu kämpfen. Dennoch konnte 2002 das weltweit größte Schutzgebiet eines tropischen Regenwalds im Norden Brasiliens gegründet werden. Ein weiteres Umweltproblem ist der Bauxit-Tagebau, der die Flüsse verschmutzt und die Indios gefährdet. 2000 erlitt zum Beispiel der Fluss Iguacu eine Ölpest. Ein Jahr später sank vor der brasilianischen Küste die größte Ölplattform der Welt und bedrohte das dortige Ökosystem. In den Städten hat man mit Luftverschmutzung und Abwässer zu kämpfen. Brasilien hat sich an diesen Umweltabkommen beteiligt: Ramsar-Konvention (1971), Washingtoner Artenschutzübereinkommen CITES (1973), Konvention über die biologische Vielfalt (1992), Basler Konvention (1989), Rahmenübereinkommen über Stoffe, die zum Abbau der Ozonschicht führen (1992), Kyoto-Protokoll (1991).

Kultur

Medien

Im Jahre 2002 wurde die Verfassung in der Hinsicht verändert, dass die Anteile ausländischer Unternehmen an den nationalen Medien nicht größer als 30 % sein dürfen. Printmedien In Brasilien gibt es etwa 380 Tageszeitungen. Die bekanntesten von ihnen sind Folha de São Paulo, O Día und O Globo. Letztere gehört zur Globo-Gruppe, die die brasilianische Medienlandschaft beherrscht. Ihre jetzige Stellung wird aber von internationalen Konzernen und dem Int


Tocantins

Tocantins ist ein Bundesstaat im mittleren Norden von
Brasilien. Er grenzt an die brasilianischen Bundesstaaten Maranhão (Nordosten), Piauí und Bahia (Osten), Goiás (Süden), Mato Grosso (Westen) sowie Pará (Nordwesten). Tocantins hat 1.157.098 Einwohner (Zensus 2000) und eine Fläche von 277.621 km². Damit liegt die Bevölkerungsdichte bei 4,17 Einwohner pro km². Die Hauptstadt von Tocantins ist Palmas. Der Staat wurde durch Beschluss der Bundesregierung im Rahmen einer Verfassungsänderung im Jahr 1988 durch Abspaltung von Goiás gegründet. Als Hauptstadt wurde das neu zu gründende Palmas gewählt. Bis zum 1. Januar 1990 diente Miracema do Tocantins als provisorische Hauptstadt. Größte Städte (Einwohner 1. Juli 2004)
- Palmas - 187.639
- Araguaina - 123.353
- Gurupi - 69.727
- Porto Nacional - 46.285
- Paraiso do Tocantins - 39.856
- Araguatins - 28.373
- Colinas do Tocantins - 27.207
- Miracema do Tocantins - 26.729
- Tocantinopolis - 25.316
- Guarai - 20.715

Flüsse


- Rio Tocantins - der größte und längste Fluss im Bundesland

Siehe auch


- Liste der Gemeinden in Tocantins Kategorie:Brasilianischer Bundesstaat

Bahia

Bahia (portug. baía = Bucht) ist ein Bundesstaat im Nordosten Brasiliens. Fläche: 561.026 km²; 13.066.800 Einwohner (2002). Hauptstadt Salvador da Bahia de todos os Santos, das bis 1763 Hauptstadt Brasiliens war.

Bevölkerung

Bahia gilt als der Bundesstaat mit dem größten afrikanischen Einfluss in Brasilien. Zur indigenen Bevölkerung Bahias gehören die Pataxó, die sich seit Jahren in Landkonflikten mit den Großgrundbesitzern der Provinz streiten. Größte Städte (Einwohner 1. Juli 2004)
- Salvador - 2.631.831
- Feira de Santana - 519.173
- Vitoria da Conquista - 281.684
- Ilheus - 221.294
- Itabuna - 202.523
- Juazeiro - 198.065
- Camacari - 186.399
- Jequie - 148.449
- Alagoinhas - 136.868
- Lauro de Freitas - 136.258
- Barreiras - 130.512
- Porto Seguro - 127.048
- Teixeira de Freitas - 118.681
- Simoes Filho - 105.117
- Paulo Afonso - 101.568
- Eunapolis - 91.085
- Santo Antonio de Jesus - 84.057
- Valença - 82.936
- Candeias - 81.319 Links
- [http://www.guia-salvador.com Salvador]
- [http://www.geographicguide.com/brazil.htm Brazil]
- [http://www.portoseguro.tur.br Porto Seguro]
- [http://www.portoseguro-brasil.com A.T.P. Association Tourism Porto Seguro] siehe auch: Liste der Gemeinden in Bahia Kategorie:Brasilianischer Bundesstaat

Minas Gerais

Der Bundesstaat Minas Gerais (Kurzzeichen: MG) liegt im Südosten Brasiliens. Er wird verkürzt auch oft nur Minas genannt. Gouverneur seit 2003 ist Aécio Neves.

Geographie

Minas Gerais hat eine Fläche von 588.383 km². Hier leben ca 17,9 Mio. Menschen, was eine Einwohnerdichte von 30,5 EW/km² (2000) bedeutet. Der Bundesstaat grenzt (im Uhrzeigersinn von Südosten gesehen) an Rio de Janeiro, São Paulo, Mato Grosso do Sul, Goiás, Bahia und Espírito Santo. Die Hauptstadt ist Belo Horizonte. Sie wurde Ende des 19. Jahrhunderts anstelle der alten Hauptstadt Ouro Preto angelegt, die an hohen Feiertagen diese Funktion allerdings symbolisch zurück erhält. Weitere Städte in Minas Gerais sind u.a. Contagem, Uberlândia und Juiz de Fora. Höchste Erhebung im Bundesstaat ist der Pico da Bandeira in der Serra do Caparaó mit 2.889 m. Er ist der dritthöchste Berg Brasiliens und liegt auf der Grenze zum Nachbarstaat Espírito Santo. Die bedeutendsten Flüsse sind der São Francisco, Jequitinhonha, Doce, Grande, Paranaíba, Mucuri und der Pardo.

Wirtschaft und Landwirtschaft

Wie der Name des Bundeslandes bereits andeutet, finden sich hier zahlreiche Minen und Abbaugebiete. Es wird u.a. Erz abgebaut und Eisen, Aluminium und Zink produziert, außerdem Phosphat. In Minas Gerais gibt es auch Goldvorkommen. Die Landwirtschaft von Minas Gerais produziert u.a. Mais, Soja, Reis, Bohnen und Kaffee. Der Anbau von Baumwolle ist eine wichtige Voraussetzung für die lokale Textilindustrie.

Geschichte und Kultur

Hier fehlt ein kurzer Überblick über Geschichte und Kultur des Bundesstaates. Größte Städte (Einwohner 1. Juli 2004)
- Belo Horizonte - 2.350.564
- Contagem - 583.386
- Uberlandia - 570.042
- Juiz de Fora - 493.121
- Betim - 376.318
- Montes Claros - 336.132
- Ribeirao das Neves - 299.687
- Uberaba - 274.988
- Governador Valadares - 255.651
- Ipatinga - 229.133
- Santa Luzia - 209.057
- Sete Lagoas - 205.833
- Divinopolis - 200.636
- Ibirite - 161.208
- Pocos de Caldas - 148.712
- Patos de Minas - 134.622
- Sabara - 128.492
- Teofilo Otoni - 128.109
- Barbacena - 121.397
- Varginha - 119.760
- Pouso Alegre - 119.572
- Conselheiro Lafaiete - 109.904
- Araguari - 107.459
- Itabira - 104.846
- Passos - 103.670
- Coronel Fabriciano - 102.588
- Muriae - 97.628
- Uba - 94.584
- Ituiutaba - 91.407
- Vespasiano - 91.009 siehe auch: Liste der Gemeinden in Minas Gerais

Weblinks


- http://www.mg.gov.br - Governo do Estado de Minas Gerais (portugiesisch)
- http://www.portalbrasil.eti.br/estados_mg.htm (portugiesisch)
- [http://www.brazilpostcard.com.br Alte Postkarten von Brasilien - Poços de Caldas MG] (portugiesisch/englisch) Kategorie:Brasilianischer Bundesstaat

Mato Grosso do Sul

Der Bundesstaat Mato Grosso do Sul (Kurzzeichen: MS) gehört zur Região Central-Oeste und liegt im Landesinneren Brasiliens. Er ist administrativ in 11 Regionen mit 77 Gemeinden (municípios) unterteilt. Gouverneur ist José Miranda dos Santos (PT), genannt Zeca do PT.

Geographie

Mato Grosso do Sul hat im Westen eine Grenze mit Paraguay und Bolivien. Außerdem grenzt es (im Uhrzeigersinn von Norden) an die brasilianischen Bundesstaaten Mato Grosso, Goiás, Minas Gerais, São Paulo und Paraná. Die Hauptstadt ist Campo Grande mit etwas über 663.000 Einwohnern. Einzig weitere größere Stadt ist Dourados mit ca. 165.000 Einwohnern. Weitere kleinere Städte in Mato Grosso do Sul sind u.a. Corumbá, Três Lagoas und Ponta Porã. Mato Grosso do Sul hat auf einer Fläche von 357.140 km² lediglich etwa 2,078 Mio. Einwohner. Der Bundesstaat ist deshalb mit einer Einwohnerdichte von nur 5,8 EW/km² (2000) eine der am dünnsten besiedelten Regionen Brasiliens. Dies liegt auch an der Tatsache, dass nahezu ein Drittel der Fläche des Bundesstaates sumpfiges Überschwemmungsgebiet (panatanal) sind. Lediglich 80 % der Bevölkerung haben direkten Zugang zum Trinkwasserversorgungsnetz, weniger als 20 % sind an die Kanalisation angeschlossen. Höchste Erhebung im Bundesstaat ist mit 1.065 m der Morro Grande. Die bedeutendsten Flüsse sind: Río Paraguay, Paraná, Rio Paranaíba, Miranda, Aquidauana, Taquari, Negro, Apa, Correntes. Hier befindet sich auch ein Teil des Feuchtgebietes Pantanal.

Wirtschaft und Landwirtschaft

Mato Grosso do Sul lebt überwiegend von der Landwirtschaft. Die wichtigsten Anbauprodukte sind Zuckerrohr, Weizen, Soja, Maniok, Reis und Baumwolle. Außerdem wir Viehzucht (Schweine, Rinder, Hühner) betrieben. Im Bundesstaat wird Kohle gefördert. Im Vergleich zum landesweiten Durchschnitt von ca. 2,6 % kann Mato Grosso do Sul eine wirtschaftliche Wachstumsrate von durchschnittlich 4,5 % aufweisen.

Geschichte und Kultur

Der Bundesstaat entstand durch eine 1977 beschlossene Abtrennung des südlichen Teils von Mato Grosso. Seit 1. Januar 1979 hat Mato Grosso do Sul eine eigene Regierung. Größte Städte (Einwohner 1. Juli 2004)
- Campo Grande - 734.164
- Dourados - 179.810
- Corumba - 99.441
- Tres Lagoas - 84.650
- Ponta Pora - 66.054
- Aquidauana - 45.553
- Navirai - 39.736
- Paranaiba - 39.240
- Nova Andradina - 38.220
- Coxim - 32.630
- Amambai - 31.297
- Maracaju - 27.871
- Sidrolandia - 27.519
- Rio Brilhante - 26.060 siehe auch: Liste der Gemeinden in Mato Grosso do Sul

Weblinks


- http://www.ms.gov.br/ - Governo do Estado Mato Grosso do Sul (portugiesisch)
- http://www.portalbrasil.eti.br/estados_ms.htm (portugiesisch) Kategorie:Brasilianischer Bundesstaat

Distrito Federal

Distrito Federal ist die gleiche Bezeichnung im spanischen sowie im portugiesischen und bedeutet auf deutsch "Bundesdistrikt". Es gibt mehrere Staaten mit "Distrito Federal" in Lateinamerika, nämlich: zur Begriffsklärung, siehe auch: Bundesdistrikt

Goiânia

Goiânia ist die Hauptstadt des brasilianischen Bundesstaates Goiás. Sie liegt in Zentralbrasilien auf einer Hochebene etwa 750 Meter über dem Meeresspiegel. Sie hat etwa 1,1 Millionen Einwohner, das Gemeindegebiet umfaßt etwa 750 Quadratkilometer. Die Entfernung zur Hauptstadt Brasília beträgt etwa 200 Kilometer, zum Wirtschaftszentrum São Paulo sind es 950 Kilometer. Goiânia grenzt im Norden an die Gemeinden Goianira, Nerópolis und Goianápolis, im Süden an Aparecida de Goiânia, im Osten an Bela Vista de Goiás und im Westen an Goianira und Trindade. Durchflossen wird Goiânia vom Fluss Rio Meia Ponte und seinen Zuflüssen, unter welchen namentlich der Ribeirão João Leite. Die jährliche Durchschnittstemperatur beträgt höhenbedingt 21,9°C. Am kältesten ist es mit 18.8°C bis 21.0°C zwischen Mai und August. Die tiefste je gemessene Temperatur beträgt 1.2° im Monat Juli. Der Frühling ist die heisseste Jahreszeit mit Mittelwerten zwischen 29°C und 32°C. Die jährliche Niederschlagsmenge beträgt 1487,2mm. Goiânia ist eine der geplanten Städte Brasiliens. Ihr Grundstein wurde am 24. Oktober 1933 gelegt, schon mit dem Ansinnen, aus ihr die spätere Hauptstadt des Bundesstaates Goiás zu machen. Bis dahin war die Barockstadt Goiás Velho Hauptstadt des Staates. Die durch Pedro Ludovico geplante und durch Atílio Correia Lima verwirklichte Stadt gehört heute zu den brasilianischen Städten mit der besten Lebensqualität. Von den 1100 Hektar verbauter Fläche sind 375 Hektar begrünt. Sehenswürdigkeiten: - Palácio das Esmeraldas - Torre do Relógio - Teatro de Goiânia - Zoo - Bosque dos Buritis - Museu Estadual Professor Zoroastro Artiaga Der Flughafen von Goiânia heißt Santa Genoveva; daneben hat die Stadt einen riesigen Busterminal, der einer der wichtigsten Knotenpunkte für Linienbusse in Brasilien ist. Goiânia wird von Bürgermeister Iris Rezende regiert. Das städtische Verwaltungszentrum (Centro Administrativo Municipal) befindet sich in der Av.do Cerrado, nº 999, Parque Lozandes, CEP: 74884-092.

Weblink


- [http://www.goiania.go.gov.br offizielle Homepage der Stadt Goiânia] Kategorie:Ort in Brasilien Kategorie:Hauptstadt eines brasilianischen Bundesstaates

Goiás Velho

Goiás, auch als Goiás Velho (altes Goiás) bekannt, ist eine alte Barockstadt im brasilianischen Bundesstaat Goiás. Sie hat etwa 30.000 Einwohner und liegt in einer Entfernung von etwa 150 Kilometern der Hauptstadt des Bundesstaates, Goiânia, und etwa 300 Kilometer von Brasília, der Hauptstadt Brasiliens, entfernt.

Geografie

Goiás liegt in hügeligem bis bergigem Gebiet, in der Nähe der in Brasilien berühmten Serra Dourada, am Rio Vermelho. Das Klima ist heiß und feucht. Die Vegetation ist dementsprechend sehr abwechslungsreich.

Geschichte

Im Jahre 1682 wurde die Gegend um die heutige Stadt, die damals von Indios vom Stamme der Goyaz bewohnt wurde, zum ersten mal von Europäern besucht, namentlich von Bartolomeu Bueno da Silva, der auf der Suche nach Gold und Diamanten war. Ab 1722 wurde eine Kapelle als Mittelpunkt des Städtchens Vila de Sant'Ana errichtet, welches 1732 unter dem Namen Vila Boa de Goiaz offiziell gegründet wurde. Den Namen Vila Boa de Goiaz erhielt es zu Ehren des Erstbesuchers (Bueno ist ein Spanisches Wort, das auf Portugiesisch Bom/Boa heißt) und zu Ehren der Ureinwohner. Gleichzeitig bekam die Stadt auch ihre eigene Verwaltung und Regierung, gehörte aber nach wie vor zur Capitania São Paulo. Am 8. November 1744 spaltete sich die Gomarca de Goiaz von São Paulo ab und hieß seitdem Capitania Geral, von welcher Vila Boa, das heutige Goiás, die Hauptstadt war. Am 17. September 1818 wurde Goiaz zur Stadt erhoben und wurde Hauptstadt der Provinz Goiaz. Am 23. März 1937 wurde der Sitz des Bundesstaates Goiás nach Goiânia verlegt. 2001 Aufnahme in die Liste des UNESCO Weltkulturerbes.

Wirtschaft

Neben der Landwirtschaft und Viehzucht haben die Ausbeutung von Bodenschätzen (Gold, Edelsteine, Kalk, Silber, Schwefel, Kupfer, usw.) große Bedeutung.

Sehenswertes

Etwa 90% der originalen kolonialen Barockarchitektur sind erhalten; die Stadt steht seit den fünfziger Jahren unter Denkmalschutz. Goiás ist deshalb ein Abbild der Bauweise des Brasilien des 18. Jahrhunderts und des Booms des Goldabbaus. Daneben ist es in eine sehr hübsche Landschaft eingebettet. Die Stadt verfügt über 18 katholische und 10 evangelische Kirchen, größtenteils barocke Bauwerke, die für die Besucher interessant sind (Igrejas da Boa Morte, Igreja de Santa Bárbara, Igreja de Nossa Senhora do Carmo, Igreja da Abadia, Igreja de São Francisco). Daneben gibt es mehrere Museen für sakrale Kunst. Ein besonderer Anlass die Stadt zu besuchen ist in der Woche der Semana Santa (Ostern). Die Prozessionen finden mit Fackeln und vermummten Figuren statt.

Anfahrt

Die Stadt liegt 140 km von Goiânia entfernt an der GO-070. Busse verkehren regelmäßig ab Goiânia und Brasilia. Kategorie:Ort in Brasilien Kategorie:Weltkulturerbe

Anápolis

Anápolis ist die zweitgrößte Stadt des brasilianischen Bundesstaates Goiás. Sie hat rund 308.000 Einwohner und liegt auf dem Planalto Central, einer Hochebene etwa 1000 Meter über dem Meeresspiegel, zwischen Brasiliens Hauptstadt Brasília (Entfernung: 160 Kilometer) und Goiânia, Hauptstadt von Goiás (Entfernung: 60 Kilometer). Das Gemeindegebiet von Anápolis umfaßt etwa 1100 Quadratkilometer. Die geographischen Koordinaten der Stadt sind 16º 19' Süd und 48º 57' West. Die Stadt lebt heute von der Industrie und der Verarbeitung landwirtschaftlicher Produkte der Umgebung. Die Lage zwischen zwei Millionenstädten, mit denen man durch eine vierspurige Autobahn verbunden ist, macht die Stadt für Industrieansiedelungen interessant. DAIA (Distrito Agro-Industrial de Anàpolis) ist der größte Industriepark der Stadt und beherbergt die grösste Generica-Industrie des Landes. Anàpolis soll der einzige Haltepunkt des geplanten Hochgeschwindigkeitszugs (trem bala) zwischen Goiânia und Brasilia sein. Daneben ist in Anápolis die größte Luftwaffenbasis des mittleren Westens, zuständig für den Schutz der Hauptstadt Brasilia und eingebunden im Projekt SIVAM. Im frühen 19. Jahrhundert war die Region des Oberlaufs des Rio Araguaia und des Ribeirão das Antas schon für seinen fruchtbaren Boden und für die Vielzahl des jagbaren Wildes in den Wäldern bekannt. Zur Gründungsgeschichte der Stadt Anápolis erzählt man sich, dass Ana das Dores, die in der Gegend unterwegs war, einmal ein Tier abhanden kam, welches ein Heiligenbild trug. Als das Tier wiedergefunden wurde, stand das Tier nicht mehr auf und gab die Kiste mit dem Heiligenbild auch nicht frei. Dies wurde so interpretiert, dass der Heilige dableiben wollte. So wurde 1870 eine Kapelle gebaut. Die Grundbesitzer gaben Ländereien, so dass 1873 die Pfarre Santana das Antas gegründet wurde. 1892 wurde der Ort, der sich um die Kapelle entwickelt hatte, zur Dorf und 1907 zur Stadt erhoben. Der erste Präfekt war José Fernandes Valente von 1935 bis 1940.

Weblink


- [http://www.anapolis.go.gov.br/ Website der Stadt] Kategorie:Ort in Brasilien

Rio Araguaia

Der 2.627 km lange Rio Araguaia ist einer der größten Flüsse Brasiliens. Er ist fast auf seinem gesamten Verlauf ein Grenzfluss. Er entspringt im Mato-Grosso-Plateau im Bundesstaat Goiás und fließt nördlich auf der Grenze zwischen den Bundesstaaten Mato Grosso und Goiás, später Mato Grosso und Tocantins, und zuletzt Pará und Tocantins. Er mündet bei São João in den Rio Tocantins. An seinem Mittellauf teilt sich der Fluss in zwei Arme, die später wieder zusammenfließen und somit die Ilha do Bananal, die größte Flussinsel der Erde, bilden. Dort befindet sich auch der Nationalpark Araguaia, das Siedlungsgebiet der Carajá-Indios. Siehe auch: Die längsten Flüsse der Erde Araguaia Araguaia

Kohle

Kohle ist ein schwarzes oder bräunlich-schwarzes, festes Sedimentgestein, das durch Carbonisierung von Pflanzenresten (Inkohlung) entstand und zu mehr als 50 Prozent des Gewichtes und mehr als 70 Prozent des Volumens aus Kohlenstoff besteht. Es wird auch "Schwarzes Gold" genannt. Kohle ist ein Energieträger und wird vom Menschen als fossiler Brennstoff verwendet.

Entstehung

Das Ausgangsmaterial von Kohle ist hauptsächlich pflanzlichen Ursprungs wie beispielsweise Farnen (Baumfarne). Beim Absterben versanken diese Pflanzen im Sumpf. Unter diesen Bedingungen kommt kein Sauerstoff an die Pflanzen und es kann keine Zersetzung durch aerobe Bakterien stattfinden. Es entstand Torf. Bei Meereseinbrüchen wurden diese Sümpfe mit Sedimenten bedeckt. Unter dem wachsenden Druck und erhöhter Temperatur begann der Prozess der Inkohlung. Der Druck presste das Wasser aus dem Torf und es entstand zuerst Braunkohle (der geringe Druck presste nur wenig Wasser aus der Kohle), mit mehr Überlagerungen steigerte sich jedoch der Druck, immer mehr Wasser wurde aus der Kohle heraus gepresst und nach und nach wurde aus der Braunkohle Steinkohle und mit nochmals mehr Druck Anthrazit. Die Qualität der Kohle tief unter der Erde ist besser, weil hier, bedingt durch den hohen Druck der Überlagerungen, der Wassergehalt niedriger ist als an der Oberfläche. Insbesondere während des Karbons (vor etwa 280 bis 345 Millionen Jahren) entstanden mächtige Kohlelagerstätten, die heute zu den weltweit wichtigsten Energielieferanten zählen.

Verwendungszweck

Kohle wird überwiegend als fester Brennstoff benutzt, um Wärme durch Verbrennung zu erzeugen. Dabei entstehen Kohlendioxid, Wasserdampf und andere Gase wie Schwefeldioxid. Um elektrische Energie zu erzeugen, wird mittels der Wärme Wasserdampf erzeugt, der wiederum Turbinen antreibt. Um zu vergleichen, welche Energiemenge mit welcher Kohle gewonnen werden kann, bedient man sich meist der Steinkohleeinheit. Ungefähr 50% des derzeitigen Strombedarfes in Deutschland wird durch Kohle gedeckt, Steinkohle und Braunkohle sind dabei in etwa gleich stark vertreten. Die derzeit bekannten Lagerstätten, die mit der heutigen Technologie erschlossen werden können, reichen für mindestens 300 Jahre. Moderne Kohlekraftwerke setzen eine Vielzahl von Techniken ein, um die Schädlichkeit der Abfallprodukte zu beschränken und gleichzeitig die Effizienz des Verbrennungsprozesses zu steigern. In einigen Ländern sind diese Techniken allerdings nicht weit verbreitet, zumal sie die Investitionskosten des Kraftwerks erhöhen. Ein nicht unbeträchtlicher Teil der Kohle wird nach ihrer Verkokung (siehe auch Koks) zur Reduktion von Erzen, hauptsächlich Eisenerz, in Hochöfen verwendet. Ab dem 19. Jahrhundert fand die Kohle auch Verwendung zur Herstellung von Stadtgas, welches für die Straßenbeleuchtung und das Kochen sowie Heizen verwendet wurde. In Gaswerken gewann man das Stadtgas durch die Trockendestillation aus der Kohle - ein Nebenprodukt war der Koks. Im 20. Jahrhundert wurde das Stadtgas weitgehend durch das Erdgas ersetzt. Im 18. Jahrhundert wurde Braunkohle unter dem Namen Umber oder Cöllnische Erde als Farbpigment verwendet.

Umweltproblematik

Umber Bei der Verfeuerung von Kohle entsteht sehr viel klimaschädliches CO2. Insbesondere Braunkohlekraftwerke mit ihrem vergleichsweise niedrigen Wirkungsgrad stoßen sehr viel davon aus. Die CO2-Freisetzung ist prinzipbedingt und kann nicht verhindert werden, sondern nur durch einen besseren Wirkungsgrad der Kraftwerke und dadurch geringeren Kohleverbrauch in Maßen reduziert werden. Das Schwefeldioxid, das vor allem bei der Verbrennung von Braunkohle entsteht, ist mitverantwortlich für den Sauren Regen. Bei modernen Stein- und Braunkohlenkraftwerken werden die Abgase in Rauchgasentschwefelungsanlagen (siehe auch REA, REA-Gips) von Schwefeldioxid, durch katalytische (SCR) oder nichtkatalytische (SNCR) Entstickung von Stickoxiden und in elektrischen Abscheidern von Staub gereinigt. Bei der Gewinnung von Braunkohle im Tagebau können ähnlich wie bei weiten, trockenen Äckern in der Landwirtschaft große Staubmengen entstehen. Daher ist der Einsatz von effizienter Staubbekämpfungstechnik unerlässlich. Außerdem gibt es einen immensen Flächenverbrauch. Um Lagerstätten möglichst vollständig hereingewinnen zu können, werden bisweilen sogar ganze Dörfer verlegt. Ein weiterer Aspekt ist die Absenkung des Grundwasserspiegels auf ein Niveau unterhalb der tiefsten Fördersohle im Braunkohlentagebau. Dies geschieht mit Tauchpumpen in extra dafür geschaffenen Brunnen. Eine Absenkung des Grundwasserspiegels kann negative Auswirkungen auf die Flora haben, da obere Bodenschichten trockenfallen können. Auch führt die Absenkung zu einem Trockenfallen nahegelegener Brunnen, die ihr Wasser aus dem betroffenen Grundwasserleiter beziehen.

Unterteilungen

Grundwasserleiter

Braunkohle

Braunkohle ist die minderwertige Kohle und wird fast ausschließlich als Brennstoff für die Stromerzeugung genutzt. Sie ist bräunlich-schwarz und hat einen hohen Feuchtigkeitsanteil, teilweise bis zu 50 Prozent. Ihr Kohlenstoffgehalt liegt bei 65-70 % in der wasserfreien Kohle. Der Schwefelgehalt beträgt bis zu 3%. Sie wird vor allem im Tagebau abgebaut.
- Abbaustätten In Deutschland gibt es drei große Braunkohle-Reviere, die Niederrheinische Bucht, das Mitteldeutsche (siehe auch: Mitteldeutsche Straße der Braunkohle) und das Lausitzer Revier Bitterfeld Revier/Mitteldeutscher Revier((Halle-Leipzig-Bitterfeld)) Entstehungszeit der Braunkohle ist das Tertiär. Wie bei der Steinkohle spielt auch hier das Holz abgestorbener Bäume eine Rolle, welches unter Druck und Luftabschluss den Prozess der Inkohlung durchlief. Jedoch ist Braunkohle in einem jüngeren Erdzeitalter entstanden, deswegen unterscheidet sie sich qualitativ von der Steinkohle zum Beispiel durch einen höheren Schwefelgehalt und einer groben, lockeren und porösen Grundmasse, in der auch große Einschlüsse (mitunter ganze Baumstämme) zu finden sind. Bei der Braunkohle unterscheidet man die Glanzbraunkohle, Mattbraunkohle und die Weichbraunkohle. Die Sorten mit einem hohen Anteil flüchtiger Bestandteile lassen sich in einer Kokerei zu Koks verarbeiten. Je nach Stärke des Verfahrens erhält man Schwel- oder Grudekoks Huflattich ist laut des Heilpflanzenbuches von Gerhard Madaus von 1938 die einzige Pflanze, die problemlos auf reiner Braunkohle gedeihen kann. Bei der Braunkohlenverfeuerung fällt als Nebenprodukt Braunkohlenflugasche an. Siehe auch: Liste deutscher Tagebaue für eine Auflistung der deutschen Gebiete, in denen Braunkohle gefördert wird.

Steinkohle

Steinkohle ist ein Sammelbegriff für höherwertige Kohlen. Entstehungszeit der Steinkohle ist das Karbon. Entstanden ist sie aus großen Urwaldbeständen, die im Prozess des Absterbens große Mengen Biomasse anhäuften, ähnlich wie in einem Torfmoor zur heutigen Zeit. Diese Ablagerungen wurden teilweise in regelmäßigen Abständen (deswegen gibt es im Steinkohlebergbau meist mehrere Flöze) durch andere Sedimente wie Tone und Sand/Sandsteine abgedeckt. Dadurch wurde das organische Ausgangsmaterial unter Luftabschluss und hohen Drücken und Temperaturen solange verdichtet und umgewandelt, bis ein fester Verbund aus Kohlenstoff, Wasser und unbrennbaren Einschlüssen in Form von Asche entstand. Diesen Prozess nennt man Inkohlung. Steinkohle zeichnet sich durch eine schwarze, feste Grundmasse aus, in welcher mitunter Einschlüsse und Abdrücke prähistorischer Pflanzen zu finden sind.
- Abbau- / Lagerstätten: Ruhrgebiet Aachener Steinkohlenrevier Saarland Ibbenbüren (Antrazitkohle) Der Abbau von Steinkohle erfolgt in Deutschland in Tiefen (Teufe) von ca. 800-1750m. In den USA z.B. kann Steinkohle im Tagebau in Tiefen von 0-70m gewonnen werden. Daher ist diese Kohle in der Produktion viel billiger und kommt auch in Deutschen Kraftwerken häufiger zum Einsatz als heimische Kohle. Damit in Deutschland nicht ausschließlich Kohle aus dem Ausland verstromt wird, existiert die Steinkohlesubvention. Ruhrkohlen werden nach dem Gehalt an Flüchtigen Bestandteilen (F.B.), bezogen auf die wasser- und aschefreie Kohle (abgekürzt: waf), in folgende Kohlenarten eingeteilt: Gasflammkohlen [> 35 % F.B. (waf)], Gaskohlen [35 - 30 % F.B. (waf)], Fettkohlen [30 - 20 % F.B. (waf)], Esskohlen [20 - 14 % F.B. (waf)], Magerkohlen [14 - 10 % F.B. (waf)], Anthrazit [< 10 % F.B. (waf)].

Fettkohle

Fettkohle ist eine dichte Kohle, für gewöhnlich schwarz, manchmal dunkelbraun, oft mit gut erkennbaren hellen und matten Streifen und wird überwiegend als Brennstoff in der Energieerzeugung genutzt. Ein großer Teil wird auch zur Erzeugung von Wärme in der Industrie oder zur Gewinnung von Koks eingesetzt. Fettkohle ist die häufigste Kohlenart im Ruhrgebiet. Ihr Feuchtigkeitsgehalt liegt für gewöhnlich unter 20 Prozent. Ihr Kohlenstoffgehalt liegt bei ~88 % in der wasserfreien Kohle. Der Schwefelgehalt beträgt bis zu 1%. Ein weiteres Kennzeichen der Fettkohle ist ihr hoher Anteil an flüchtigen Bestandteilen. Deshalb verbrennt Fettkohle mit einer langen, leuchtenden und stark rußenden Flamme.

Anthrazitkohle

Am anderen Spektrum der Kohlensorten hinsichtlich des Gehaltes an flüchtigen Bestandteilen befindet sich der Anthrazit als die höchstwertige Kohlesorte. Er wird überwiegend zur privaten und gewerblichen Raumheizung genutzt. Diese Kohlensorte besitzt eine ungewöhnlich große Härte. Der Feuchtigkeitsgehalt von frisch abgebautem Anthrazit ist gewöhnlich unter 15 Prozent. Ihr Kohlenstoffgehalt liegt über 91 % in der wasser- und aschefreien Kohle. Der Schwefelgehalt beträgt bis zu 1%. Im Anthrazit sind nur geringe flüchtige Bestandteile gebunden. Deshalb verbrennt diese Kohleart mit einer sehr kurzen und heißen Flamme von bläulicher Farbe. Ruß und sichtbare Rauchgase entstehen nur wenig bei diesem Brennstoff. Die Farbe von Anthrazit ist ein metallisch glänzendes dunkles Grau, woher dieser Brennstoff auch seinen Namen hat (Anthrazit griech. Glanzkohle).

Koks

Der Koks ist ein fester, kohlenstoffhaltiger Rückstand, der aus asch- und schwefelarmer Fettkohle gewonnen wird. Dabei werden in Kokereien ihre flüchtigen Bestandteile entfernt, indem sie in einem Ofen unter Luftausschluss bei mehr als 1400 °C erhitzt wird, so dass der feste Kohlenstoff und die verbleibende Asche verschmelzen. Dieser Prozess, die Verkokung, gehört zu den Verfahren der Kohleveredelung. Koks brennt mit einer nahezu unsichtbaren blauen Flamme. Es entstehen dabei keinerlei Ruß oder sichtbares Rauchgas. Koks wird als Brennstoff und als Reduktionsmittel bei der Eisenproduktion in Hochöfen eingesetzt. Er hat eine stumpf-graue Farbe und ist dabei hart und porös. Bei der Koks-Herstellung fällt als Nebenprodukt Steinkohlenteer an. Weitere Formen der Steinkohle sind in der Reihenfolge abnehmender flüchtiger Bestandteile Gaskohle, Gasflammkohle, Flammkohle, Esskohle, Magerkohle und als Sonderform Faulschlammkohle. Kohle wurde bis 1963 insbesondere in England in Chaldron gemessen.

Öl aus Kohle

Steinkohle ist auch zur Erzeugung von unkonventionellem Erdöl geeignet. Wenn die Erdölreserven knapp werden, kann auf dieses Verfahren zurückgegriffen werden.

Siehe auch


- Kohle/Tabellen und Grafiken

Weblinks


- http://www.gvst.de
- http://www.lausitzer-bergbau.de
- [http://www.bergschaeden.info Bergbaureviere in Deutschland]
- [http://www.steinkohle-portal.de Steinkohleportal]
- [http://www.deutsche-steinkohle.de Steinkohlen-Bergbau in Deutschland]
- [http://www.getec.info Braunkohle, Braunkohlenstaub]
- [http://www.energie-fakten.de/wirkungsgrade.html Wie haben sich die Wirkungsgrade der Kohlekraftwerke entwickelt und was ist künftig zu erwarten?]
- [http://www.wiener-gasometer.at/de/technik/gas/index.html Gewinnung von Stadtgas aus Kohle, Trockendestillation von Kohle]
- [http://www.wisoveg.de/rheinbraun/norsdsued.html Die rheinische Braunkohle] Kategorie:Gestein Kategorie:Brennstoff Kategorie:Stoffgemisch Kategorie:Bergbau ja:石炭

Nickel

Nickel ist ein chemisches Element mit dem Symbol Ni und der Ordnungszahl 28.

Geschichte

Nickel wurde bereits 3500 v. Chr. benutzt. Bronze aus dem Gebiet des heutigen Syriens enthielt bis zu 2 % Nickel. Chinesische Schriften bezeugen, dass in Asien „weißes Kupfer“ (Neusilber) zwischen 1700 und 1400 v. Chr. verwendet wurde. Da Nickelerze jedoch leicht mit Silbererzen verwechselt werden können, datieren ein Verständnis für das Metall und seine zielgerichtete Nutzung erst in neuere Zeit. Ähnlich wie beim Kobalt wurde hier ein Wort für böse Geister zum Namensgeber, man verwechselte das wertlose Nickel oft mit Silber und glaubte sich dann vom bösen Erdgeist „Nickel“ betrogen. Nickelhaltige Minerale wurden auch zur Glasfärbung verwendet. 1751 versuchte Baron Axel Frederic Cronstedt Kupfer aus Rotnickelkies zu gewinnen, erhielt stattdessen aber ein weißes Metall, das er Nickel nannte. Die erste Münze aus reinem Nickel wurde 1881 geprägt.

Eigenschaften und Vorkommen

1881 Nickel ist ein silbrig weißes Metall. Im Periodensystem gehört es zur Eisen-Gruppe. Es ist hart, schmiedbar, und duktil. Nickelhaltige Erze sind: Nickelmagnetkies, Garnierit, Gelbnickelkies und Rotnickelkies. Abbauwürdige Vorkommen findet man vor allem in Kanada, Russland (Norilsk), Australien und Kuba. Wegen seiner Oxidationsbeständigkeit wird Nickel in Münzen und als Überzug für andere Metalle und Legierungen wie Eisen und Messing verwendet, außerdem in chemischen Apparaten und in einigen Legierungen wie Neusilber. Nickel ist magnetisch und wird in seinen Erzen häufig von Kobalt begleitet. Der häufigste Oxidationszustand ist +2. Seltener werden +1 und +3 Nickel-Komplexe beobachtet. Chemisches Verhalten: Die in Wasser meist mit grüner Farbe löslichen Nickel(II)-Salze werden durch Ammoniumsulfid als grauschwarzes Nickel(II)-sulfid ausgefällt. Der spezifische Nachweis ist durch Tschugajews Reagens, einer alkoholischen Dimethylglyoxim-Lösung, möglich. In ammoniakalischer Lösung fällt das rote Nickel-dimethylglyoxim aus, welches in verdünnten Mineralsäuren unter Zerfall und in Natronlauge in Gegenwart von starken Oxidationsmitteln wie Peroxodisulfat zur ebenfalls intensiv roten Nickel(III)-Verbindung löslich ist. Fein verteiltes Nickel reagiert mit Kohlenmonoxid bei 50 bis 80 Grad Celsius zu Nickeltetracarbonyl Ni(CO)4, einer farblosen, sehr giftigen, in Wasser unlöslichen Flüssigkeit der Dichte 1,31, einem Schmelzpunkt von -25 Grad Cesius und einem Siedepunkt von +43 Grad Celsius. Es dient als Zwischenprodukt zur Herstellung von reinstem Nickel nach dem Langer-Mond-Verfahren. Bei 180–200 Grad Celsius zerfällt Nickeltetracarboyl wieder in Nickel und Kohlenmonoxid.

Biologische Funktion

Viele, wenn nicht alle Hydrogenasen enthalten zusätzlich zu Eisen-Schwefel-Clustern auch Nickel. Nickel-Zentren sind ein charakteristisches Element in Hydrogenasen, deren Funktion es ist zu oxidieren anstatt Wasserstoff zu erzeugen. Das Nickelzentrum scheint seinen Oxidationszustand zu ändern, und es gibt Hinweise darauf, dass das Nickelzentrum der aktive Teil dieser Enzyme sein könnte. Nickel ist ein Spurenelement, das im menschlichen Organismus in sehr geringen Mengen (Tagesbedarf 25–30 Mikrogramm) benötigt wird. Tatsächlich nehmen wir aber etwa 90–100 Mikrogramm pro Tag auf – der Bedarf ist daher auf jeden Fall durch normale Mischkost gedeckt. Möglicherweise beeinflusst Nickel auch die Eisenaufnahme und -verwertung. In der Elektrophysiologie werden Nickel-Ionen dazu verwendet, spannungsaktivierte Kalzium-Kanäle zu blockieren.

Gesundheitliche Probleme

Da viele Menschen eine Nickelallergie haben, werden Metalle und Legierungen, die mit der Haut in Kontakt kommen können, in den letzten Jahren seltener vernickelt. Nickel bzw. seine Verbindungen wirken bereits ab 50 mg toxisch und können zu chronischen Schäden führen. Das Einatmen des Staubs und auch die Berührung vernickelter Gegenstände kann zu Allergien und entzündlichen Reaktionen führen. Bei Hautkontakt kann die Nickelkrätze auftreten, eine entzündliche Veränderung der Haut. Desweiteren wirken Nickel und seine Verbindungen karzinogen. Akute Vergiftungen von höheren Dosen äußern sich durch Übelkeit und Kopfschmerzen. Nach einer dreitägigen Ruhezeit kann der Tod durch Husten, Fieber und Krämpfen im Atemtrakt auftreten.

Siehe auch

Organometallchemie, Metallcarbonyle, Nickellegierungen, Raney-Nickel

Weblinks


- http://www.seilnacht.tuttlingen.com/Lexikon/28Nickel.htm
- [http://www.lme.co.uk/dataprices_daily.asp London Metal Exchange – Metallpreise] Kategorie:Chemisches Element Kategorie:Gruppe-10-Element Kategorie:Periode-4-Element Kategorie:Übergangsmetall Kategorie:Schwermetall ja:ニッケル nb:Nikkel

Lebensmittelindustrie

Unter Lebensmittelindustrie oder auch Ernährungsindustrie versteht man die Gesamtheit der Firmen, die Lebensmittel herstellen oder verarbeiten. In Deutschland haben sich wichtige Firmen und Organisationen der Lebensmittelindustrie in der Bundesvereinigung der deutschen Ernährungsindustrie (BVE) organisiert. Nach Angaben dieses Verbandes sind in Deutschland 5.880 Unternehmen mit über einer halben Million Beschäftigten in der Lebensmittelindustrie tätig. Der Umsatz betrug im Jahr 2004 rund 130 Milliarden Euro, davon 21,6 % für den Export. In der Schweiz haben sich die Firmen der Lebensmittelindustrie in der Föderation der Schweizerischen Nahrungsmittel-Industrien (fial) organisiert. Die Nahrungsmittelindustrie in der Schweiz besteht aus etwa 200 Unternehmen, die in 250 Produktionsbetrieben etwa 33.000 Menschen beschäftigen. Der Gesamtumsatz von 13 Milliarden Schweizer Franken (ca. 8.5 Milliarden Euro) teilt sich auf in 2 Milliarden Franken Exporte und 11 Milliarden Inlandverkäufe. Auf europäischer Ebene wird die Lebensmittelindustrie u. a. durch den Europäischen Verband der Lebensmittelindustrie (CIAA) vertreten.

Einige Exponenten der Lebensmittelindustrie


- Danone (frz. Nahrungsmittelkonzern)
- Dr.Oetker (Holding)
- Givaudan (Aromenhersteller)
- Kraft Foods (Nahrungsmittelkonzern aus der Altria-Gruppe)
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