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Holguín

Holguín

Holguín ist eine Großstadt im Osten von Kuba und Hauptstadt der gleichnamigen Provinz und hat 300.000 Einwohner.

Geografie

Geografische Lage

Holguín liegt etwa 500 östlich der Hauptstadt Havanna.

Geschichte

Holguín wurde vermutlich 1545 als San Isidoro de Holguín nach ihrem spanischen Gründer García de Holguín benannt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Das Stadtbild wird durch mehrere Parks beherrscht, zentral liegt der Galixto García Park. In der Nähe finden sich die Galerien Moncada und Bayado. Holguín hat eine Bibliothek und den Club Casa de la Trova.

Theater

Das Kino ist nach José Martí benannt, das Städtische Theater nach Eddy Suñol.

Museen

Holguín besitzt ein Museum, das La Periquera genannt wird, ein Naturkundemuseum und ein Museum der Geschichte Holguíns.

Naturdenkmäler

Vom Aussichtspunkt auf dem Berg Loma de la Cruz mit seinen 450 Stufen kann man die ganze Stadt überblicken.

Sport

Holguín hat ein Baseballstadion.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Der Ort hat einen internationalen Verkehrsflughafen, der nach Frank País benannt ist. Holguín ist mit Havanna und verschiedenen internationalen Zielen wie Frankfurt am Main verbunden.

Ansässige Unternehmen

Der Ort hat eine große Brauerei, die Cerveceria Bucanero, die das bekannteste Bier Kubas braut, das Cristal.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt


- Reinaldo Arenas, Schriftsteller
- Lázaro Bruzón, Schachmeister

Weblinks


- [http://www.cuba-individual.com/d_holguin.htm cuba-individual.com/] Private Seite mit Reiseinfos (dt.)
- [http://www.mi-cuba.de.to// Das Infoportal zu Kuba] (deutsch) Kategorie:Ort in Kuba

Kuba

Kuba (span.: Cuba) ist ein Inselstaat in der Karibik. Im Nordwesten hat die Insel einen Küstenstreifen zum Golf von Mexiko, die gesamte Nordküste liegt jedoch am Atlantischen Ozean. Im Südosten der Insel befindet sich der Marinestützpunkt der US-Navy Guantanamo Bay. Diese Exklave ist von einer früheren vorrevolutionären kubanischen Regierung de facto auf unbegrenzte Zeit an die USA verpachtet worden. De iure sah der Pachtvertrag aus dem Jahre 1902 ursprünglich nur eine Laufzeit von 99 Jahren vor - also bis 2001 -, allerdings beinhaltet er ebenso eine Klausel, nachdem er sich automatisch verlängert und nur mit dem Einverständnis beider Seiten gekündigt werden kann. Die kubanische Seite hat sich entschieden gegen das Weiterbestehen ausgesprochen und verweigert auch die Annahme der ohnehin nur symbolischen Pachtzahlungen seitens der USA. Wichtige Agrarprodukte sind unter anderem Zucker, Tabak, Rum, Zitrusfrüchte, Kaffee, Kakao, Reis, Kartoffeln, Bohnen und Vieh.

Geographie

Hauptartikel: Geographie Kubas Kuba ist die größte Insel in der Karibik. In der Rangfolge der größten Inseln der Welt liegt sie auf Platz 16. Das Nachbarland im Norden sind die USA mit ihrem Bundesstaat Florida. Im Nordwesten liegt der Golf von Mexiko, im Westen die mexikanische Halbinsel Yucatán. Kuba ist großteils eben, mit Hügellandschaft und Bergen hauptsächlich im Südosten. Der höchste Punkt ist der Pico Turquino (1.974 m ü. NN) in der Sierra Maestra. Havanna ist die größte Stadt Kubas und Hauptstadt der Insel. Die nächstkleineren Städte sind Santiago de Cuba, Holguín und Camagüey. Das Klima ist tropisch. Es gibt eine trockenere Jahreszeit von November bis April und eine regnerische Jahreszeit von Mai bis Oktober. Im Osten Kubas entstand der Nationalpark "Alejandro de Humboldt", der die vier östlichsten Provinzen Holguín, Granma, Santiago de Cuba und Guantánamo umfasst. Das Gebiet schützt viele wichtige Ökosysteme zu Land (68.890 ha) und zu Wasser (2.250 ha), wie die Küste mit ihren Mangroven und vorgelagerten Riffen, die küstennahen Trockenwälder und die höher gelegenen und niederschlagsreichen Regenwälder mit dem 1.168 Meter hohen Gipfel des "El Toldo". Der Nationalpark wurde im Dezember 2001 von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt. Siehe auch: Liste der Städte in Kuba

Bevölkerung

Auf Kuba leben etwa 11 Millionen Menschen. Liste der Städte in KubaSchätzungen zufolge ist die Bevölkerung etwa zu je einem Drittel europäischer, afroamerikanischer und gemischter (Mulatten) Abstammung. Daneben existiert noch eine chinesische Minderheit. Von der indigenen Bevölkerung der Arawak gibt es keine Nachkommen. Kuba hat mit 1,6 Kindern pro Frau die niedrigste Geburtenrate der lateinamerikanischen Staaten und der westlichen Hemisphäre nach Kanada. Dies liegt vor allem daran, dass Abtreibung in Kuba kostenlos und aus sozialen, medizinischen und eugenischen Gründen allgemein üblich ist, mehr als jede dritte Schwangerschaft wird künstlich abgebrochen. Die Kindersterblichkeit beträgt 6,33 Kinder je 1000 Geburten und ist die zweitniedrigste in Amerika. Dagegen beträgt die Kindersterblichkeit in den USA 6,5 von 1000 Geburten. Nur Kanada hat eine niedrigere Sterblichkeitsrate in der westlichen Hemisphäre ([http://www.cia.gov/cia/publications/factbook/rankorder/2091rank.html CIA World Factbook Geburtensterblichkeit]). Homosexualität wird auf Kuba von staatlicher Seite nicht unterdrückt, solange sie kein öffentliches Aufsehen erregt, doch sind entsprechende Vereinigungen oder Zeitungen verboten. Bekennende Homosexuelle können nicht Parteimitglieder werden. Kuba hat die höchste Selbstmordrate des Kontinents.

Religionen

Durch eine Verfassungsänderung vom 12. Juli 1992 wurde Kuba von einem atheistischen Staat zu einem säkularen, wodurch auch Gläubigen die Mitgliedschaft in der Kommunistischen Partei (PCC) ermöglicht werden sollte. Nach Massenverfolgungen und Zerschlagung der sozialen Strukturen der Kirche wird aktive Religiosität auf Kuba heute nicht mehr verfolgt, aber weiterhin staatlicherseits geächtet. Als Kubas Hauptreligion gilt neben dem Katholizismus die Santería, eine afro-katholische Mischreligion. Sie basiert auf der animistischen Religion der westafrikanischen Yoruba und ist stark mit katholizistischen Elementen versetzt. Da die Religionen keine offizielle Struktur besitzen, sind die tatsächlichen Anhängerzahlen schwer zu ermitteln. Als unpolitische und unorganisierte Form der Religionsausübung erfreut sich die Santeria in den letzten Jahren sogar staatlicher Förderung. Der Katholizismus ist die - vermutlich nach der Santería - stärkste Religionsgemeinschaft Kubas. Einigen Schätzungen zufolge sind etwa 35 Prozent der Kubaner katholisch getauft, darunter jedoch auch viele Santería-Anhänger. Andere Schätzungen gehen von höheren Zahlen aus. Da die Zugehörigkeit zur katholischen Kirche Voraussetzung für die Santería ist, sind genaue Abgrenzungen nicht möglich. Neben der katholischen Kirche sind in den letzten Jahren zahlreiche protestantische und vor allem evangelikale Gemeinden entstanden. Daneben zählt man etwa 89.000 Zeugen Jehovas, deren Anhängerschaft sich trotz Verhaftungen und Predigtdienstverboten wegen ihrer ablehnenden Haltung gegenüber chirurgischen Eingriffen und Bluttransfusionen seit der Revolution mehr als verfünffacht hat. Katholische Schutzpatronin Kubas ist die Virgen de la Caridad de Cobre (Barmherzige Jungfrau von El Cobre), die in der Santería auch für die Göttin der Flüsse und der Liebe Ochún steht. Siehe auch:
- Santería
- Judentum in Kuba

Geschichte

Judentum in Kuba Hauptartikel: Geschichte Kubas Kuba und die dort lebenden Arawak gerieten in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts unter spanische Kontrolle. Innerhalb weniger Jahrzehnte wurden die indigenen Völker durch Gewalt und Krankheit praktisch ausgerottet. Für den sehr arbeitsintensiven Zuckerrohranbau besorgten die spanischen Pflanzer sich im 17. und 18. Jahrhundert zehntausende afrikanischer Sklaven. Die Kämpfe der Kolonie um Unabhängigkeit begannen 1868 und dauerten mit Unterbrechungen bis zum Abzug der Spanier im Jahr 1898 an, als die USA intervenierten (Spanisch-Amerikanischer Krieg). Die USA besetzten die Insel, bis sie schließlich 1902 endgültig die Unabhängigkeit erlangte. Diese war allerdings bis 1934 durch das Platt Amendment eingeschränkt, das den USA bei Beeinträchtigung US-amerikanischer Interessen ein jederzeitiges Interventions-Recht in Kuba gab. Ein Überrest dieser US-amerikanischen Sonderrechte ist der gegen den erklärten kubanischen Willen noch heute von den USA aufrechterhaltene Marinestützpunkt Bahía de Guantánamo (Guantanamo Bay). 1959 ersetzte die Revolution unter der Führung von Fidel und Raúl Castro, Camilo Cienfuegos und dem Argentinier Ernesto Che Guevara die langjährige Diktatur von Fulgencio Batista durch die Diktatur Fidel Castros. Seit 1961 (Deklaration von Havanna) ist Kuba ein sozialistisches Land. sozialistisches Wegen der von der Revolutionsregierung betriebenen Verstaatlichungspolitik, von der insbesondere eine Reihe großer US-amerikanischer Wirtschaftsunternehmen, aber auch kubanische Großgrundbesitzer mit Besitz über 64 Hektar Land betroffen waren, verhängten die USA Sanktionen gegen Kuba, die schließlich unter dem Einfluss der Exilkubaner um den Alkohol-Clan Bacardi in einer totalen Wirtschaftsblockade der Insel mündeten, welche bis heute andauert. In Resolutionen der UNO und auch auf dem 15. Iberoamerikanischen Gipfeltreffen 2005 wurden die USA aufgefordert, ihre Wirtschafts-, Handels- und Finanzblockade gegenüber Kuba zu beenden. Parallel dazu verließen in mehreren Flüchtlingswellen tausende Kubaner ihre Heimat, von denen sich ein Großteil in Florida ansiedelte. Kuba suchte und fand Unterstützung bei den sozialistischen Staaten Osteuropas, insbesondere der damaligen Sowjetunion. Auf Grund der strategischen Lage Kubas eskalierte 1962 der Konflikt zwischen den USA und der UdSSR in der sogenannten Kubakrise. Darin wurde Kuba zum Spielball zweier Atommächte. Nach dem politischen und wirtschaftlichen Zusammenbruch von Kubas wichtigsten Handelspartnern und Geldgebern (Sowjetunion und COMECON) zu Beginn der 1990er Jahre erlebte Kuba eine schwere Wirtschaftskrise, die 1993 ihren Tiefpunkt fand. Unter der Führung von Carlos Lage Dávila wurde die Wirtschaft dezentralisiert und an die Erfordernisse des Weltmarktes angepasst, Marktwirtschaft und Devisenhandel in einigen Nischen zugelassen. Seitdem gehört Kuba laut Weltbank zu den Staaten der Dritten Welt mit wirtschaftlichen Zuwachsraten. Joint-Venture-Geschäfte im Tourismus-Bereich, die Zusammenarbeit mit neuen Außenwirtschaftspartnern (u.a. Spanien, Italien, Kanada, Brasilien, Volksrepublik China, Venezuela), die Entdeckung von neuen Ölvorkommen und die Vermarktung der bedeutenden Nickelvorkommen trugen zur Stabilisierung der kubanischen Wirtschaft bei. Allerdings entstanden auch soziale Disparitäten. Siehe auch: Liste der Gouverneure und Präsidenten auf Kuba Liste der Gouverneure und Präsidenten auf Kuba

Politik

Staat und Regierung

Die Staatsorganisation entspricht dem klassischen sozialistischen Modell: Formal ranghöchstes und gesetzgebendes Organ ist das Parlament (asamblea nacional del poder popular), welches den Staatsrat (consejo de estado) und den Ministerrat, welcher als Regierung fungiert, wählt. Tatsächlich ist das nur zweimal im Jahr zusammentretende Parlament relativ einflusslos und hat vor allem die Aufgabe, Entscheidungen abzusegnen. Die Abgeordneten sind an der Staatsführung oder gar an der Kontrolle der Exekutive nicht beteiligt und nur nebenberuflich tätig, sie erhalten keine Diäten. Gemäß der Verfassung ist die führende Rolle im Staate der Kommunistischen Partei Kubas (Partido Comunista de Cuba) zugewiesen, welche sie gemeinsam mit den Massenorganisationen (Gewerkschaften, Komitees zur Verteidigung der Revolution, Frauen- und Jugendverbände etc.), die als Transmissionsriemen dienen, ausübt. Staatspartei wie Massenorganisationen sind hierarchisch von oben nach unten aufgebaut. Andere Parteien sind nicht zugelassen. Einen ähnlichen Monopolstatus genießen auch die Massenorganisationen, Arbeitnehmerorganisationen außerhalb des staatlichen Gewerkschaftsbundes sind verboten. Innovativ ist die Tatsache, dass in allen Wahlkreisen mindestens zwei Bewerber aufgestellt werden müssen, welche nicht immer Mitglied der Partei sind. Allerdings werden alle Bewerber von einem Ausschuß der PCC und der Massenorganisationen ausgewählt und dürfen keinen Wahlkampf betreiben, also keine eigenen politischen Programme vorstellen. Auf diese Weise führt die Parteispitze den Staat, ein ähnlicher Aufbau ist auf den unteren administrativen Ebenen gegeben. Als gleichzeitiger Generalsekretär der PCC, Vorsitzender des Staats- und des Ministerrates sowie Oberbefehlshaber der Streitkräfte vereinigt Fidel Castro alle Macht im Staate in seiner Person. Die Staatsverfassung Kubas lässt sich somit als totalitär-autokratisch kennzeichnen. Das Gerichtswesen unterliegt staatlicher Kontrolle. Bei einfachen Zivil- und Strafverfahren auf den unteren Ebenen stellen Laien-, sonst Berufsrichter die Mehrheit. Alle Richter werden von der Volksvertretung ihrer jeweiligen Ebene gewählt. Das kubanische Rechtssystem entspricht nicht rechtsstaatlichen Standards, gewährleistet aber in unpolitischen Bereichen – insbesondere dem Zivilrecht – eine funktionierende Gerichtsbarkeit. Es gibt keine unabhängige Anwaltschaft. Der PCC gehören etwa 15% der erwachsenen kubanischen Staatsbürger an. Aufgenommen werden nur Personen, welche sich durch einen vorbildlichen Lebenswandel und ideologische Festigkeit auszeichnen. Die Parteizugehörigkeit ist Voraussetzung für den beruflichen und gesellschaftlichen Aufstieg in vielen Bereichen. Von den Mitgliedern wird ebenso wie von denen der anderen Massenorganisationen freiwillige unbezahlte Arbeit für die Wirtschaft erwartet.

Kontrolle der Bevölkerung

In jedem Viertel hat ein Beauftragter der kubanischen Regierung seine Mitbürger zu auf ideologische Festigkeit zu prüfen, politische „Straftaten“ anzuzeigen und darauf zu achten, dass niemand den gelenkten Wahlen fernbleibt. Daneben gibt es die politische Polizei, welche dem Innenministerium untersteht. Ihr Netzwerk überzieht das gesamte Land und gewährleistet Kontrolle über jeden Betrieb. Sie betreibt auch das Informantennetzwerk. Die Regierung bemüht sich, jeden Bürger von seiner Kindheit an in das totalitäre System einzubinden. Schule und Arbeitsplatz unterliegen der Kontrolle des Staates und dienen der Indoktrination. Schüler, Studenten und Arbeitnehmer werden von ihren Lehrern und Gewerkschaftsfunktionären jährlich auf ihre ideologische Festigkeit hin schriftlich beurteilt und katalogisiert. Außerhalb der Arbeitszeit übt der Staat Einfluss über die Massenorganisationen aus, in denen die Mitglieder ideologisch geschult werden und freiwillige Arbeit für den Staat leisten. Auch die Staatsgewerkschaft sieht es als ihre Hauptaufgabe an, ihre Mitglieder zu unbezahlter Mehrarbeit anzuhalten und über die politische Treue der einzelnen Arbeitnehmer nach oben Bericht zu erstatten. Eine – zumindest öffentlich zur Schau getragene – Übereinstimmung mit der Parteilinie ist Voraussetzung für Studium und berufliches Fortkommen. Selbst Psychologen müssen der Regierung regimekritische „Fälle“ melden und natürlich hat die Staatssicherheit Zugang zu ihren Akten. Die Regierung erreicht so immer wieder eine beeindruckende Mobilisierung. Bei gut geplanten wochenlangen Demonstrationskampangnen bringt sie beinahe jeden erwachsenen Kubaner mindestens einmal auf die Straße (Rekord: 7 Millionen Teilnehmer). Für das Verfassungsreferendum zur Festschreibung des Sozialismus konnten die Comites de Defensa de la Revolucion die Unterschriften von fast 93% der Bevölkerung sammeln. Durch entsprechende Sanktionsmaßnahmen wird auch regelmäßig eine Wahlbeteiligung von über 90% erreicht.

Opposition

Eine dem Staat und der Partei gegenüberstehende, organisierte Opposition ist im politischen System Kubas nicht vorgesehen. Nicht staatskonforme Parteien oder Organisationen der Zivilgesellschaft sind illegal. Es gibt mehrere hundert, meist nur aus wenigen Mitgliedern bestehende Organisationen und Parteien, die in Dachverbänden wie der Asamblea Para Promover la Sociedad Civil en Cuba (Versammlung zur Förderung einer Zivilgesellschaft auf Kuba), Todos Unidos (Alle Zusammen), Convergencia Liberal Cubana (Liberale Kubanische Konvergenz) oder der Frente de Unidad Nacional (Front der Nationalen Einheit) zusammenarbeiten, teilweise aber auch untereinander zerstritten sind. Wichtige Gruppen sind die Partido Solidaridad Democrática (Partei der Demokratischen Solidarität), das Movimiento Cristiano Liberación (MCL, Christliche Befreiungsbewegung, Gründer: Osvaldo Payá) oder der Arco Progresista (Spektrum des Fortschritts) und die von Martha Beatriz Roque Cabello geführte Asamblea Para Promover la Sociedad Civil en Cuba, wobei letztere eng mit rechten exilkubanischen Organisationen in Miami zusammenarbeitet, was von den anderen großen Oppositionsgruppen sehr kritisch gesehen wird. Deutlich wurde dieser Unterschied in der Haltung zur ersten öffentlichen und von der kubanischen Regierung geduldeten Versammlung zur Förderung der kubanischen Zivilgesellschaft am 20. Mai 2005 unter Vorsitz von Martha Beatriz Roque Cabello und Vladimiro Roca in Havanna: die erstgenannten Organisationen und die Hälfte der 75 Opfer der letzten Massenverhaftung erklärten ihre Nichtteilnahme bzw. Ablehnung der dort vertretenen politischen Ziele. Die innerkubanische Opposition versucht mit friedlichen Mitteln eine Transformation auf Kuba zu erreichen. Mittel dazu sind neben Aufklärungsarbeit gegen die allgegenwärtige staatliche Propaganda vor allem Aktionen wie (ungenehmigte) Demonstrationen, Sammlungen von Bürgerinterviews, Unterschriftensammlungen für (später nicht genehmigte) Volksabstimmungen und (abgelehnte) Angebote an die Regierung zum gemeinsamen Dialog. Diese Aktionen sind für die Teilnehmer nicht ungefährlich, da sie naturgemäß ein öffentliches Eingeständnis der regimekritischen Haltung mit sich bringen. Daneben gibt es kleine unabhängige Gewerkschaften oder Bibliotheken abseits der amtlichen Propagandamaschinerie. Außerhalb Kubas existiert unter den 2 Millionen kubanischen Emigranten (siehe Exilkubaner) in Miami eine aktive Opposition, deren wichtigste Organisation die allgemein als rechtsradikal eingeschätzte Cuban-American National Foundation CANF ist. Neben Aufklärungs- und Lobbyarbeit betreiben einige exilkubanische Organisationen auch regelrechte Flugdienste über der Karibik, um kubanische Flüchtlinge aus dem Meer zu fischen und sicher an Land zu bringen. Einige fliegen mit Kleinflugzeugen sogar bis nach Kuba und werfen dort regierungskritische Flugblätter ab. Im Februar 1996 ließ das Regime zwei dieser Flugzeuge über dem offenen Meer von der Luftwaffe abschießen, wobei umstritten ist, ob sich die Flugzeuge bei diesem Angriff innerhalb oder außerhalb des kubanischen Hoheitsgebietes befanden. Teilweise in Zusammenarbeit mit Stellen der US-Regierung verüben dortige Oppositionsgruppen auch einzelne Terroranschläge, um die Lage in Kuba zu destabilisieren. Für die kubanische Regierung sind prinzipiell alle Oppositionsgruppen und –aktivitäten das Werk des US-Imperialismus. Tatsächlich stehen insbesondere einige exilkubanische Organisationen den USA nahe und streben nach der Überwindung des Castro-Regimes eine enge Anbindung an den großen Nachbarn an; ihre Kritiker bezeichnen dies als offenen oder verdeckten Annexionismus. Die US-Regierung hat allein für das Jahr 2006 15 Mio. US$ im Haushalt für die Unterstützung von kubanischen Oppositionsgruppen und exilkubanischen Organisationen in Miami vorgesehen (Quelle: USAID Kuba-Programm [1]), die z.T. unmittelbar von der US-amerikanischen Interessensvertretung in Havanna an die Zielorganisationen ausgezahlt werden oder über die Exilorganisationen in Miami verteilt werden. Eine 2005 eigens geschaffene US-Behörde im Weißen Haus, die Commission on Assistance to a Free Cuba (Unterstützungskommission für ein freies Kuba) soll die Arbeit der verschiedenen Ministerien gegen die kubanische Regierung koordinieren. Eine fast vollständige Auflistung der gesetzlich nicht anerkannten Organisationen auf Kuba mit Mitgliederzahlen und kurzer Kennzeichnung ihrer Zielsetzungen findet sich hier: [http://www.cubasource.org/pdf/organizations_s.pdf] (spanisch, Stand: 29. Juli 2004))

Menschenrechte

Die kubanische Regierung enthält ihren Bürgern systematisch und strukturell wesentliche Menschenrechte vor, insbesondere die Rechte auf körperliche Unversehrtheit, Glaubens-, Gewissens- und Bekenntnisfreiheit, freie Meinungsäußerung, Freiheit von Kunst und Wissenschaft, Medien- und Informationsfreiheit, Ausbildungs- und Berufsfreiheit, Freizügigkeit innerhalb und außerhalb des Landes, Versammlungs-, Vereinigungs- und Koalitionsfreiheit. Rechtsstaatlichkeit, faire Verfahren und eine unabhängige Anwaltschaft sind nicht gewährleistet. Die Verfassung erwähnt zwar die Grundrechte, ordnet ihre Ausübung aber den staatlichen Zielen unter. Es gibt keine unabhängige richterliche Gewalt, welche die Einhaltung der Menschenrechte sicherstellt. Menschenrechtsvereinigungen sind nicht zugelassen. Als besonders schlimm gelten die kubanischen Gefängnisse, in denen zur Zeit fast ein Prozent der Bevölkerung, darunter Hunderte politische Gefangene, einsitzen (die Unterscheidung zwischen politischen und nichtpolitischen Gefangenen ist nicht immer ganz einfach, weil viele Dissidenten auch wegen unpolitischer Gummitatbestände, wie Asoziales Verhalten, eingekerkert werden). Gefangene werden häufig entfernt von ihren Angehörigen untergebracht und Besuche nur selten gestattet, ebenso wenig haben sie Zugang zu Radio oder Zeitungen. Nach Berichten ehemaliger Gefängnisinsassen sind primitivste Lebensbedingungen, verweigerte medizinische Versorgung, Isolationshaft, Misshandlungen und teilweise Folter an der Tagesordnung. Das Regime untersagt als eines von wenigen Ländern dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz den Zugang zu den Haftanstalten, so dass die dortigen Gefangenen völlig ihren Wärtern ausgeliefert sind. Auch normale Bürger müssen mit Polizeiwillkür rechnen. Die Todesstrafe ist nicht abgeschafft und ist für zahlreiche, auch politische, Straftaten vorgesehen und wird immer noch verhängt. Zur Zeit befinden sich rund 45 Kubaner in Todestrakten. Zuletzt wurde die Todesstrafe 2004 in drei Fällen vollstreckt. Fidel Casto liess drei Männer erschiessen, die in Havanna eine schrottreife Fähre entführt hatten, mit der sie nach Florida flüchten wollten. Opposition und kritische Meinungsäußerung wird mit den Mitteln des Strafrechts geahndet. Dissidenten können jahrzehntelang eingesperrt werden, ihre Strafen müssen sie regelmäßig voll absitzen. Gemäß dem ley de peligrosidad ist es sogar möglich, jeden, der „eine Bedrohung für den Sozialismus“ darstellt, unbegrenzt lange und ohne Gerichtsverfahren in Haft zu halten. Bedroht sind vor allem die vielen international unbekannten regierungskritischen Bürger, die keine weltweite Lobby haben. Auf willkürliche Massenverhaftungen folgen oft ebenso willkürliche Freilassungen. Neben den Maßnahmen des Strafrechts gibt es auch eine ganze Palette von „weichen“ Maßnahmen mit denen die Regierung gegen Regimekritiker vorgeht: Drohungen, Schikane, Hausarrest, Beschlagnahmungen, öffentliche Verunglimpfungen und Verlust des Arbeitsplatzes. Zur Rechtfertigung der Menschenrechtsverletzungen führen das Regime und seine ausländischen Verteidiger folgendes an:
- Vergleich mit anderen Ländern. Zum einen wird darauf abgestellt, dass die kubanische Regierung viele Menschenrechtsverletzungen lateinamerikanischer Diktatoren (Verschwindenlassen, Todesschwadronen) unterlassen hat, zum anderen wird in fast allen Kommentaren auf die Menschenrechtslage in den USA und seit neusten insbesondere auf das rechtsfreie Gefängnis in Guantánamo Bezug genommen.
- Verunglimpfung der Opfer. Insbesondere wird behauptet, dass die meisten Regierungskritiker von den USA unterstützte und bezahlte Agenten seien.
- Kritik am „bürgerlichen Menschenrechtsbegriff“. Kuba behauptet, soziale Menschenrechte (Recht auf Arbeit und Bildung, Recht auf Teilhabe am nationalen Wohlstand und Recht auf medizinische und soziale Versorgung) besser zu achten als andere lateinamerikanische Staaten und tlw. die USA selbst. International sorgen vor allem Human Rights Watch und Amnesty International dafür, dass die Menschenrechtsverletzungen an den Kubanern im Gespräch bleiben. Auch die UN-Menschenrechtskommission, in der Kuba selbst Mitglied ist, erteilte dem Land dieses Jahr eine „gemäßigte Rüge“.

Emigration

Prinzipiell ist das Auswanderungsrecht nicht gewährleistet, ungenehmigtes Verlassens des Territoriums, aufgrund der Insellage ohnehin gefährlich, wird strafrechtlich verfolgt. Bevorzugtes Auswanderungsziel sind die USA, aufgrund ihres Wohlstandes, der familiären Beziehungen zu den zahlreichen Exilkubanern und der Hilfe der US-Regierung für kubanische Emigranten (insbesondere dem sofortigen Erwerb der Staatsbürgerschaft). Mit den Vereinigten Staaten besteht ein von der Clinton-Regierung ausgehandeltes Migrationsabkommen: die USA stellen jedes Jahr 20.000 in der Bevölkerung sehr begehrte Visa aus, die eine legale Auswanderung ermöglichen. Im Gegenzug verpflichteten sich die USA, alle illegalen Flüchtlinge, welche sie auf See aufgreifen, unverzüglich wieder nach Kuba abzuschieben. Dies wird jedoch seit der Amtsübernahme von Präsident Bush nicht mehr praktiziert. In den Jahren nach der Revolution verließen große Teile der ehemaligen Staatsführung, der Oberschicht, des Mittelstandes und des Klerus Kuba. Zur zweiten großen Emigrationswelle nach der Revolution kam es 1980, als über US-amerikanische Sender die Nachricht verbreitet wurde, dass die peruanische Botschaft in Havanna Visa für die Ausreise nach Peru ausstelle, mit denen eine Weiterreise in die USA möglich sei. In Anbetracht des Ansturms von zehntausenden Ausreisewilligen, die zum Teil seit langem über Pässe verfügten, forderte der peruanische Botschafter Polizeischutz an. Als eine Gruppe diesen Polizeischutz durchbrach, zwei Polizisten tötete und trotzdem nicht von der peruanischen Botschaft ausgeliefert wurde, hob die kubanische Regierung die Abriegelung der peruanischen Botschaft auf. Die unhaltbaren Zustände auf dem Botschaftsgelände wurden am 17. April dadurch beendet, dass Fidel Castro in einer Rede die Möglichkeit eröffnete, auch ohne Visum mit dem Schiff vom Hafen Mariel aus in die USA auszureisen. Die Schiffe wurden bis zur 12-Meilen-Zone vor die US-amerikanische Küste eskortiert. Innerhalb von drei Monaten verließen ca. 125.000 Kubaner das Land. Um diese Einwanderungswelle zu beenden, schloss die US-Regierung unter dem Präsidenten Carter mit der kubanischen Regierung ein Abkommen, das die legale Einreise über festgelegte Quoten regeln sollte, aber von der nachfolgenden Reagan-Regierung nicht mehr eingehalten wurde. Heute ist es neben der allgegenwärtigen staatlichen Kontrolle vor allem die desolate Wirtschafts- und Versorgungslage die viele Leute außer Landes treibt. Wer das Land verlässt, muss häufig seine Familie und sein soziales Umfeld zurücklassen und sich in einem fremden Land eine neue Existenzgrundlage schaffen, wobei die Regierung jede Mitnahme von Besitz untersagt und das Eigentum von Immigranten sofort verstaatlicht. Die Grenze zum US-Stützpunkt hat die kubanische Regierung mit Zäunen umgeben und verminen lassen, um eine erfolgreiche Flucht dorthin zu verhindern. Insgesamt verliessen über eine Million Kubaner seit der Revolution ihre Heimat, über 2 Millionen Kubaner leben außerhalb der Insel. siehe auch Artikel Exilkubaner

Bildungswesen

Bildung ist in Kuba kostenlos und es besteht eine 9-jährige Schulpflicht. Kuba hat ein dreigeteiltes Bildungssystem, das aus Grund-, Mittel-, und Oberschule besteht. Das Schulwesen steht für Jungen auch im Dienst vormilitärischer Ausbildung, ältere Schüler lernen den Umgang mit Waffen. Die Lehrer müssen jährlich jeden Schüler und auch dessen Eltern nach der politischen Ausrichtung und den politischen Aktivitäten schriftlich beurteilen. Negative Bewertungen verhindern trotz Begabung eine weitergehende Ausbildung. In den Schulen wird ausschließlich die Sicht der Partei auf Geschichte und Gegenwart Kubas gelehrt, welche nicht hinterfragt werden darf. Vom Staat unabhängige Schulen wurden nach der Revolution gleich aufgelöst und sind bis heute verboten. Kubas Bildungssystem gehört zu den besten in Lateinamerika. 2001 lagen die kubanischen Schüler der vierten und fünften Klasse bei einem Test der UNESCO weit vor den anderen lateinamerikanischen Ländern. Weltbankpräsident James Wolfensohn sagte Ende 2002, dass es Kuba gelungen sei, die Einschulungsquote auf 100 % zu steigern. Die Analphabetenquote liegt bei 0,2 %. Nach dem UNESCO-Education for All Development Index (2004) gehört Kuba zu den am höchsten entwickelten Ländern der Welt im Bildungsbereich (neben Kanada, Finnland und Südkorea). Als Folge davon hat Kuba eine hervorragend ausgebildete Bevölkerung. Doch fällt es schwer, dieses Potenzial angemessen zu nutzen. Viele Ärzte und Facharbeiter erledigen im Tourismussektor Arbeiten völlig unterhalb ihrer Qualifikation, weil teilweise schon das Dollartrinkgeld eines Tages ihrem Monatsverdienst entspricht. Aus den selben Gründen gibt es auch viele Schulabbrecher. Das Studium auf Kuba ist kostenlos, allerdings müssen alle Studenten nach ihrem Abschluss drei Jahre lang für den Staat einen "Sozialdienst" ableisten. In Kuba ist der Frauenanteil der Studenten höher als in jedem anderen lateinamerikanischen Land. Ebenso schneiden kubanische Studenten besser ab als ihre Kommilitonen in Lateinamerika in den Bereichen Mathematik, Naturwissenschaften und Sprache. Diese Leistungen werden auch von Regimegegnern anerkannt. [http://gseweb.harvard.edu/news/features/cuba04012002.html Harvard Graduate School of Education] In Kuba gab es drei sogenannte Bildungsrevolutionen. Die dritte Bildungsrevolution wurde ca. 2000 gestartet und sollte Probleme, wie die steigende Zahl von Schulabbrüchen, das vermehrte Schwänzen, den Verfall von Gebäuden, die Ausstattung der Schulen und den Mangel an Lehrern lösen. Heute beträgt die durchschnittliche Klassenstärke 12 Schüler und jede Schule besitzt Computerarbeitsplätze und Video-Geräte. Zwischen 2000 und 2002 wurden für die Renovierung, Erweiterung und Neubau von ca. 779 Grund- und Mittelschulen 20 Millionen Euro und 215 Millionen Peso ausgegeben. Probleme gibt es bei den Lehrkräften, da diese mit ungefähr 250 Kubanischen Peso (ca. 8 Euro) im Monat schlecht bezahlt werden und darum lieber im Tourismus arbeiten, wo mehr Geld (Devisen) verdient werden kann. Um dem Unterrichtsausfall entgegenzutreten, werden sogar Jugendliche zu sogenannten Notlehrern ausgebildet. Nach Schätzungen sollen bisher 40.000 Notlehrer ausgebildet worden sein. Teil des kubanischen Bildungswesens sind auch regelmäßige Verschickungen in "Landinternate", wo die älteren Schüler und Studenten neben ihrer Ausbildung kostenlos in der Landwirtschaft arbeiten.

Militär

Die Revolutionären Streitkräfte Kubas (FAR - Fuerzas Armadas Revolucionarias) bestehen aus wehrpflichtigen Männern sowie Berufssoldaten und -soldatinnen. Sie sind ca. 38.000 Mann stark. Dem einflussreichen Militär gehört auch ein großer Teil der kubanischen Wirtschaft. Daneben verfügt das Innenministerium über paramilitärische Einheiten. Aufgrund der eigenen historischen Erfahrungen (30-jähriger Unabhängigkeitskampf im 19. Jahrhundert, Invasion in der Schweinebucht) sowie des Verteidigungskrieges Vietnams gegen China 1979 wurden die Milizen zur Territorialverteidigung (MTT-Milicias de Tropas Territoriales) geschaffen. Die Milizen setzen sich aus aus dem Regime ergebenen Arbeitern, Hausfrauen, Studenten etc. zusammen. Die Milizionäre haben in ihren Wohn- und Arbeitsgebieten Zugang zu Waffen und sind für einen Guerillakrieg gegen mögliche Invasoren (gedacht ist speziell an die USA) ausgebildet. Nach kubanischer Auffassung ist der Zugang zu Waffen für die regimetreueste Minderheit ein wichtiger Teil demokratischer Machtausübung, aus dem die kubanische Revolution historisch und aktuell ihre Legitimität ableitet. Militärisch ist es die Aufgabe der Milizen, im Falle einer Invasion die gegnerischen Kräfte zu binden und damit den Einheiten der regulären Armee Zeit zur taktischen und strategischen Restrukturierung zu geben. Kritiker sehen eher deren Aufgabe darin, Aufstände in der Bevölkerung schnell und blutig zu beenden, bzw. solche gar nicht erst entstehen zu lassen.

Provinzen

Invasion Invasion Kuba ist in 14 Provinzen und das Sonderverwaltungsgebiet Isla de la Juventud unterteilt: 1. Isla de la Juventud
2. Pinar del Río
3. La Habana
4. Ciudad de la Habana
5. Matanzas
6. Cienfuegos
7. Villa Clara
8. Sancti Spíritus
9. Ciego de Ávila
10. Camagüey
11. Las Tunas
12. Granma
13. Holguín
14. Santiago de Cuba
15. Guantánamo

Wirtschaft

Guantánamo Kuba zählt zu den letzten bestehenden sozialistischen Volkswirtschaften. Nach dem Ende der UdSSR kam es mit dem Wegfall des wichtigsten Handelspartners Kubas 1991 zu einer ökonomischen Krise (genannt período especial en época de paz = besondere Periode in Friedenszeiten; kurz: período especial/Sonderperiode), die bis heute andauert. Der Ostblock hatte Kubas landwirtschaftliche Produkte über dem Marktpreis gekauft und Finanzhilfen geleistet, allein die UDSSR zahlte zuletzt 5 Milliarden Dollar jährlich (zum Vergleich: das heutige Bruttosozialprodukt Kubas liegt in einer Größenordnung von etwa 30 Milliarden Dollar jährlich). Wegen der großen wirtschaftlichen Schwierigkeiten war der US-Dollar ab 1993 offizielles Zahlungsmittel neben dem Peso, doch seit dem 8. November 2004 ist der US-Dollar durch den Peso Convertible ersetzt. Die desolate Wirtschaftslage zwang die Regierung zu marktwirtschaftlichen Reformen, um die Grundversorgung der Bevölkerung sicherzustellen. Es entstand neben der ineffizienten Planwirtschaft eine zweiter produktiverer Wirtschafsbereich mit marktwirtschaftlichen Elementen. Erstmals wurde kleine innovative Familien- und Einpersonenbetriebe zugelassen, einige Staatsbetriebe wurde nach betriebswirtschaftlichen Erkenntnissen geführt und Bauern durften einen Teil ihrer produzierten Waren selbst verkaufen. Um schnell an ausländisches Kapital heranzukommen und die Standortvorteile als relatives Billiglohnland ohne Betriebsräte und freie Gewerkschaften auszunutzen, erlaubte die Regierung sogar ausländischen Unternehmen auf Kuba zu investieren, tlw. als Joint-Ventures mit Staatsunternehmen. Kritiker werfen der Regierung vor, damit einen Ausverkauf des Landes zu betreiben. Die ausländischen Unternehmen dürfen sich ihre Mitarbeiter allerdings nicht selbst aussuchen, vielmehr werden diese ihnen vom Staat zugewiesen. Deren Löhne sind für die Regierung eine willkommene Einkommensquelle. Die ausländischen Arbeitgeber müssen den Lohn ihrer kubanischen Mitarbeiter nämlich in Dollar an die Regierung zahlen, welche dann den – nach dem völlig utopischen amtlichen Kurs – umgerechneten Betrag in Pesos ausbezahlt. Auf diese Weise behält die Regierung 95% des Lohnes ein. Trotz hoher Strafen blüht auch der Schwarzmarkt, da er die Bedürfnisse der Einwohnern besser befriedigt als die Planwirtschaft. Das Wachstum des Bruttoinlandsproduktes (BIP) erholte sich seit der Wirtschaftskrise von 1993 (0,7%) auf 3% im Jahre 2004. Die Produktion hat aber immer noch nicht den Stand des kalten Krieges wieder erreicht. Kubas Außenhandelsbilanz ist stark negativ, das Land muss mehr Güter importieren als es exportieren kann. Aufgrund einer hohen Staatsverschuldung, einer sehr schlechten Zahlungsmoral und mangelhafter Bonitätseinschätzung hat Kuba keinen Zugang zu langfristigen Investitionskrediten auf den Weltfinanzmärkten, sondern muss sich Gelder mit niedrigen Laufzeiten zu hohen Zinsen (bis zu 20%) leihen. In der Landwirtschaft ist der Zucker, immer noch Cash crop und Devisenbringer Nummer eins, gefolgt vom Tabakanbau. Die Zuckerproduktion sank jedoch von 9 Millionen Tonnen vor der Revolution auf den heutigen Tiefststand von 2,5 Millionen Tonnen. Inzwischen gewinnt die Nickelproduktion an Bedeutung, hier wirken sich die aktuell hohen Stahlpreise günstig aus. Noch immer müssen Lebensmittel importiert werden. Wie viele andere Entwicklungsländer versucht Kuba über den Tourismus an Devisen und höhere Staatseinnahmen zu kommen. Viele Konsumgüter, Restaurants, Strände und Hotels sind inzwischen nur noch Touristen vorbehalten. Damit einher ging auch eine rasante Ausbreitung der Prostitution, vor allem auch der Gelegenheitsprostitution. Individualtourismus und enger Kontakt zur Bevölkerung werden möglichst unterbunden. Ein wichtiger Zweig ist auch der Gesundheitstourismus, viele Menschen kommen nach Kuba und lassen sich in dafür eigens eingerichteten Kliniken (ohne die üblichen mangelhafte Ausstattung) kostengünstig behandeln, diese Kliniken stehen auch Funktionären der Partei und Offizieren kostenlos zur Verfügung. Kuba besitzt eine hochentwickelte Biotechnologie und hat als erstes Land der Welt Impfstoffe gegen Meningitis B, Meningitis C und Hepatitis B entwickelt.([http://www.kinderkulturkarawane.de/2005/alas/cubainfo02.htm Länderinformationen]). Die Biotechnologie hat in der Landwirtschaft aus Mangel an Energie sowie synthetischen Düngern und Pflanzenbehandlungsmitteln biologische Anbaumethoden gefördert. Eine ebenfalls hoch entwickelte Pharmaindustrie vermarktet weltweit relativ zahlreiche kubanische Patente auf Medikamente. Eine weitere Stütze der Volkswirtschaft sind die umfangreichen Geldsendungen der exilkubanischen Gemeinden in den USA an ihre Familienangehörigen (etwa 900 Millionen Dollar pro Jahr). Die Einnahmen daraus sind ungefähr so groß wie die aus dem Tourismussektor. Seit Juli 1960 besteht eine umfassende Wirtschafts-, Handels- und Finanzblockade seitens der USA gegen Kuba, offiziell als Handelsembargo bezeichnet, das in verschiedener Hinsicht gegen das Völkerrecht verstößt:
- es wurde nicht durch die UNO ratifiziert, sondern wird vielmehr regelmäßig beinahe einstimmig von der UN-Vollversammlung verurteilt
- es erstreckt sich (entgegen der UN-Charta) auch auf Nahrungsmittel und Medikamente.
- es bedroht auch Nicht-US-Bürger mit Strafen der US-Gerichtsbarkeit. Dennoch sind die USA der zehntwichtigste Handelspartner und die kubanische Regierung muss jährlich Nahrungsmittel im Wert einer halben Milliarde Dollar aus dem Land importieren um die Versorgung ihrer Bevölkerung zu gewährleisten.

Umwelt und Energie

Die Stromversorgung ist unzureichend und störanfällig. Die Energieversorgung beruht vor allem auf fossilen Brennstoffen, wobei die fast kostenlosen Öllieferungen Venezuelas einen wesentlichen Teil des Bedarfs decken. Dennoch gibt es regelmäßig stundenlange Stromabschaltungen. In den achtziger Jahren versuchte die Regierung erfolglos ein Atomkraftwerk zu errichten. Der Auftrag dazu wurde einem von Castros Söhnen zugeschanzt, der über 12 Jahre erfolglos Milliardensummen der Sowjetunion verschwendete, bis das Projekt aufgegeben wurde. Kubas Umwelt wurde durch die forcierte Industrialisierung stark belastet. Besondere Umweltproblem sind kontaminierte Gewässer, Luftverschmutzung und Bodenerrosion. Auch der umfangreiche Einsatz von Chemie in der Landwirtschaft und die mangelhafte Entsorgung von Industrieabfällen gefährden die Umwelt. Der Produktionseinbruch brachte zwangsweise eine gewisse Erleichterung mit sich und veranlasste die Regierung regenerative Energien und Nachhaltigkeit mehr zu fördern. Offiziell besteht eine umfassende Umweltschutzgesetzgebung, doch ist der Umweltschutz vor allem den Managern der Staatsbetriebe anvertraut, welche sich eher um die Einhaltung der Produktionsvorgaben sorgen. Unabhängige Umweltschutzorganisationen sind nicht zugelassen.

Lebensstandard

Trotz der Probleme liegt der Lebensstandard in Kuba laut dem Human Development Index in den entsprechenden Bereichen noch deutlich über dem fast aller lateinamerikanischen Länder sowie Russlands und der Volksrepublik China. Kuba hat im Vergleich zum Rest Lateinmerikas und tlw. auch zur restlichen Welt eine niedrige Kindersterblichkeitsrate, hohe Lebenserwartung und wenig Analphabetismus. In anderen Bereichen stagnierte das Wohlstandswachstum sogar oder fiel relativ hinter anderen lateinamerikanische Länder zurück (Telekommunikation, Automobilversorgung, Elektrizitäts- und Nahrungsmittelversorgung). Die Häuser sind alt, renovierbedürftig und überfüllt. Zwar wird offiziell jedem Kubaner kostenlose Schulbildung und Gesundheitsfürsorge gewährt, doch werden diese Versprechen wegen mangelhafter Sachausstattung nicht immer angemessen verwirklicht. Noch immer sind viele Konsumgüter rationiert und selbst mit den Lebensmittelkarten oft nicht verfügbar. Selten sind vor allem Fleisch und frisches Obst und Gemüse (ein großer Teil der kubanischen Obst- und Gemüseernten wird als Devisenbringer exportiert oder bleibt den Touristen vorbehalten) Auf Kuba hat sich desweiteren eine Klassengesellschaft herausgebildet. Die beste Versorgung mit Wohnungen, Nahrung und Luxusartikeln ist den Parteikadern vorbehalten. Darunter sorgt der Staat durch seine Entlohnung für soziale Differenzierungen; am besten werden Polizisten bezahlt. Weitaus stärker wirkt jedoch der Zugang zu Devisen vor allem über Tourismus und Verwandte in den USA. Durch den hohen Schwarzmarktwert des Dollars sind selbst Trinkgelder lukrativer als staatlich bezahlte Arzt- oder Lehrerstellen (rund 8 Dollar im Monat). Armut ist auf Kuba nicht verschwunden. Die Löhne und vor allem die Renten gelten für die Masse der Kubaner als sehr gering, so dass sie meisten sich bemühen müssen, im informellen Sektor etwas dazu zu verdienen oder aus der Produktion ihrer Betriebe abzugreifen. Neben dem Staat betreibt auch die Kirche ein soziales Netz im Rahmen ihrer Möglichkeiten. Soziale Hilfe außerhalb des Staates wird jedoch nicht gern gesehen und möglichst unterbunden. Ausnahmen gelten nur für die politische Entwicklungshilfe der zahlreichen Solidaritätsvereine außerhalb Kubas, welche bereit sind, sich dem Staat unterzuordnen. Auch bei staatlicher Entwicklungshilfe ist das Regime wählerisch; als die EU Castro allzu heftig für seine Menschenrechtsverletzungen kritisierte, strich er die Finanzhilfen der EU für die Bevölkerung.

Kultur

Kubanische Musik

Hauptartikel: Kubanische Musik In Kuba sind zahlreiche Musikstile und Tänze entstanden, die z. T. international Verbreitung fanden. Zu ihnen gehören der Son, der Mambo, die Salsa, der Danzón, die Rumba, der Cha Cha Cha und die alte und neue Trova (Nueva Trova). Durch die Übersiedlung vieler Süd- und Mittelamerikaner in die USA während des Zweiten Weltkrieges kam es sehr schnell zu einer leichten Vermischung aus kubanischen Rhythmen und dem Jazz. Nach 1945 wurde kubanische Musik auch in Westafrika sehr beliebt und beeinflusste den Highlife. Zunehmenden Einfluss gewinnt weltweit der "Reggaeton", moderne kubanische Musik meist jugendlicher Gruppen. Einige dieser Hits mit meist "schlüpfrigen" Texten tauchen neuerdings sogar in europäischen Charts auf.

Tanzschulen

Im folgenden sind renommierte Schulen aufgelistet, die Tänzer ausbilden:
- Conjunto Folklórico Nacional de Cuba
- Escuela de Tropicana
- ENIA - Escuela Nacional de Instructores de Arte
- ISA - Instituto Superior de Arte

Kubanischer Film

Vor der Revolution von 1959 gab es auf Kuba keine eigenständige Filmproduktion. Die wenigen Filme, die auf Kuba produziert wurden, ahmten den Stil US-amerikanischer Produktionen nach. Es gab allerdings in Havanna zahlreiche große "Filmpaläste", in denen alle international bekannten Filme vorgeführt wurden. Andererseits hatten viele Kubaner in den ländlichen Regionen der Insel niemals einen Film gesehen. Erst in den 1960er Jahren entstand eine eigenständige kubanische Filmproduktion. Am 24. März 1959 wurde aufgrund eines Gesetzes, das mit den Worten "Film ist Kunst" beginnt, das Kubanische Filminstitut ICAIC gegründet. Bis 1970 bestand die Filmproduktion allerdings hauptsächlich aus Dokumentar-, Zeichentrick- und Lehrfilmen. Der 1964 in Kuba gedrehte Film Soy Cuba war zwar eine sowjetisch-kubanische Koproduktion mit Micheil Kalatosow als Regisseur, die ausschließlich kubanischen Filmschauspieler und Mitarbeiter des Films gehören jedoch im weiteren Verlauf zu den Begründern eines eher vom französischen und italienischen Avantgarde-Film beeinflussten, dann aber sehr eigenständigen kubanischen Filmstils. Regisseure wie Tomás Gutiérrez Alea ("Tod eines Bürokraten" - Muerte de un Burócrata, 1964) führten nicht nur unter Cineasten zu einer internationalen Anerkennung des kubanischen Films. 1977 produzierte das ICAIC bereits innerhalb eines Jahres 10 abendfüllende Filme und 61 Kurzfilme. Bis zur Wirtschaftskrise zu Beginn der 1990er Jahre war die kubanische Film- und Fernsehproduktion ausgesprochen produktiv, musste dann jedoch aufgrund von Geldmangel so zurückgefahren werden, dass in den 1990er Jahren fast nur noch vom Ausland, besonders von Spanien finanzierte Filme hergestellt wurden, was sich auch in den veränderten Inhalten widerspiegelt. Erst neuerdings gibt es wieder eine eigenständige kubanische Filmproduktion, die mit Streifen wie Suite Habana [http://www.kairosfilm.de/redirect.htm?/filme/suite/index.htm] (Regie: Fernando Pérez, 2003) die besten Traditionen des kubanischen Films fortsetzt. Bemerkenswert ist der für einen Oscar nominierte Film Erdbeer und Schokolade nach einer Kurzgeschichte von Senel Paz, der gekonnt das Thema Homosexualität in der kubanischen Gesellschaft thematisiert. Gegen Ende der 1990er Jahre wurde durch den Film Buena Vista Social Club von Wim Wenders eine echte Kuba-Welle ausgelöst. Neben der bis dahin schon international verbreiteten modernen kubanischen Musik wurde nun wieder die Musik der 1940er Jahre zum Exportschlager. Der Film berichtet über die Arbeit von Ry Cooder mit einer Gruppe von kubanischen Musikern, die fast alle bereits das Rentenalter erreicht hatten. Seit 1986 gibt es die von Gabriel García Márquez mit begründete Internationale Hochschule für Film und Fernsehen in San Antonio de los Baños, an der Studenten aus aller Welt, besonders aber Lateinamerikaner und auch Kubaner ausgebildet werden. Unverzichtbar für Filmfreunde ist der Besuch des alljährlich stattfindenden Festival Internacional del Nuevo Cine Latinoamericano de La Habana [http://www.habanafilmfestival.com/], welches einen guten Einblick in die Welt des lateinamerikanischen Films ermöglicht.

Kubanische Literatur

Auswahl bekannter kubanischer Schriftsteller:
- Cirilo Villaverde, 1812-1894
- Nicolás Guillén
- José Lezama Lima
- Alejo Carpentier
- José Martí Das Lied Guantanamera von José "Joseito" Fernández Diaz nach einem Gedicht des kubanischen Nationaldichters über ein Mädchen aus der Provinz Guantánamo ist ein Klassiker der Folkmusik.
- Onelio Jorge Cardoso
- Miguel Barnet
- Jesús Díaz, 1941-2002

Medien

Durch die Wirtschaftskrise von 1993 bedingt ist das umfangreiche Angebot, das es an Printmedien (Zeitungen und Bücher) und Kinos auf Kuba gab, sehr stark zurückgefahren worden, während andere Medien wie Fernsehen und Internet, wenn auch nicht in gleichem Maße, zugenommen haben. Die kubanischen Medien (medios de difusión masiva) sind Staatseigentum nach Kapitel VI Art. 52. der Verfassung von 1976. Das gesamte Medienwesen dient entsprechend auch der Propaganda des Staates.

Presse

Die kubanische Presse steht unter Kontrolle der Regierung, der Kommunistischen Partei Kubas und der Massenorganisationen (Gewerkschaften, Frauenföderation etc.). Den größten Verbreitungsgrad haben folgende kubanische Zeitungen, die alle auch über eine teilweise mehrsprachige Internet-Version verfügen. Die Zeitungen und Zeitschriften haben trotz ihrer nur allmählich wieder steigenden Auflagen sehr viele Leser, da sie in der Regel in der Nachbarschaft systematisch untereinander ausgetauscht werden.
- [http://www.granma.cu Granma] (Zentralorgan der Kommunistischen Partei Kubas PCC)
- [http://www.jrebelde.cubaweb.cu Juventud Rebelde] (Organ der Kommunistischen Jugend UJC)
- [http://www.trabajadores.cubaweb.cu Trabajadores] (Zeitung des Gewerkschaftsverbandes CTC)
- [http://www.bohemia.cubaweb.cu Bohemia] (Wochenzeitschrift)
- [http://www.abyznewslinks.com/cuba.htm recht vollständige Liste der kubanischen Zeitungen mit Links] Unabhängiger Journalismus wird konsequent verfolgt. Insbesondere Berichte über die Lage auf Kuba oder deren Weitergabe an ausländische Medien ist strengstens untersagt. Auf der anderen Seite bemüht sich das Regime auch zu verhindern, dass sich Bürger aus unabhängigen Quelle über die Lage in ihrem eigenen Land informieren können; so dürfen keine ausländischen Publikationen empfangen werden, unbequeme ausländische Sender werden gestört und Internetsites gefiltert.

Fernsehen

Es gibt auf Kuba drei staatliche Fernsehsender, die von der gesamten Bevölkerung empfangen werden können. Einer davon ist ein reiner Kultur- und Bildungssender. Nahezu alle kubanischen Haushalte verfügen über, allerdings mitunter sehr alte, Fernsehgeräte. Seit Mai 2005 ist die Auslandsversion des kubanischen Fernsehens Cubavisión über Astra (Satellit) auch in Deutschland zu empfangen. Seit Juli 2005 strahlt der Satellitensender teleSUR sein Programm für Lateinamerika aus, an dem Kuba mit 19% Einlage beteiligt ist.

Radio

Neben zahlreichen Radiosendern mit gemischten Programmen und reinen Musiksendern gibt es den viel gehörten Kanal Radio Reloj (Radio Uhr) mit ständiger Zeitansage und mehr oder weniger gefilterten 24-stündigen Tickermeldungen aller internationaler und nationaler Nachrichtenagenturen. Ausländische Sender können frei empfangen werden (mit Ausnahme des zeitweise gestörten US-Propagandasenders Radio Marti).

Internet

Seit der Wirtschaftskrise von 1993 setzt die kubanische Regierung verstärkt auf das Internet als Kommunikationsmittel. Mit Hilfe der UNESCO wurde bereits 1994 ein Backbone für die ganze Insel installiert, der zunächst einmal speziell für die Anbindung der Ärzte an aktuelle nationale und internationale medizinische Datenbanken gedacht war. Jeder kubanische Arzt hat, soweit er über einen Computer verfügt, Zugangsmöglichkeiten zu diesem System, das über Gateways auch den beschränkten Zugang zu internationalen Informationsquellen und die freie Verwendung von E-Mail-Diensten ermöglicht. Des weiteren gibt es Internetzugänge in Schulen, Betrieben, Post und auch in privaten Haushalten. Privatzugänge müssen beantragt werden und sind so teuer, dass die breite Masse der Bevölkerung von ihnen ausgeschlossen bleibt. Praktisch kommt er nur für die Bestverdiener der Gesellschaft, also Parteifunktionäre, in Frage. Die Ausstattung aller Schulen mit Computern und die Internet-Nutzung in vielen kubanischen Betrieben führen seit dem Jahr 2000 zu einem stetig ansteigenden internationalen Kommunikationsverkehr besonders über E-Mail. Der Emaildatenverkehr wird allerdings überwacht. Zur besseren Kontrolle dürfen sich Bürger nur mit ihrer registrierten Telefonnummer ins Internet einwählen. Für einen Touristen kostet eine Stunde im Internetcafé meistens 6 Convertible Pesos (Dollar).

Mythos Kuba

Weltweit gibt es bei vielen Menschen vom linksradikalen Rand bis hinein in die Sozialdemokratie einen "Mythos Kuba". Das kubanische Staatswesen wird als ein(ziger) gelungener Versuch des Sozialismus

1545

Ereignisse

Politik und Weltgeschehen


- Beginn des Konzils von Trient (Gegenreformation) (bis 1563)

Geboren


- 2. Februar: Nikolaus von Reusner, Rechtswissenschaftler († 1602)
- 18. März: Julius Echter von Mespelbrunn, Fürstbischof von Würzburg und Herzog in Franken († 1617)
- 25. März: Johann der Jüngere, Herzog von Schleswig-Holstein-Sonderburg († 1622)
- 8. Juli: Don Carlos, der Sohn König († 1568)
- 10. September: Otto von Grünrade, evangelisch-reformierter Kirchenpolitiker († 1613)
- 22. November: Elisabeth von Valois, († 1568)
- 7. Dezember: Heinrich Stewart, Lord Darnley, Ehemann von Maria Stuart († 1567)

Gestorben


- 15. Januar: Georg Spalatin, Fürsprecher Martin Luthers (
- 1484)
- 24. September: Albrecht (Brandenburg), Erzbischof von Magdeburg, Kurfürst von Mainz und Markgraf von Brandenburg (
- 1490) ko:1545년

Galerie

Der Ausdruck Galerie (v. ital. galleria "langer Säulengang") bezeichnet: #allgemeinsprachlich ein anderes Wort für Empore in Kirchen, Konzertsälen, Bibliotheken etc. #in der Architektur einen bedeckten Vorraum oder einen langen Gang durch mehrer Räume in Kirchen oder Schlössern oder einen schmalen, mit Geländer oder Brüstung versehenen Gang an der Außenseite von Gebäuden, auch Laubengang genannt, siehe Galerie (Architektur) #bei Befestigungsanlagen einen bedeckten Gang mit Schießscharten, siehe Fachbegriffe Festungsbau #im Bergbau einen Stollen, siehe Galerie (Bergbau) #einen Orientteppich, siehe Galerie (Läufer) #Räumlichkeiten, in denen Bilder, Gemälde, Fotografien oder generell Kunstobjekte ausgestellt werden und gegebenenfalls auch zum Verkauf stehen, siehe Galerie (Kunst) #im Schiffsbau einen Ausbau am Schiffsheck, siehe Galerie (Schiffsbau) #im Straßenbau ein zum Schutz gegen Lawinen und Steinschlag errichtetes Gewölbe oder einen Tunnel im Gebirge, siehe Galerie (Straßenbau) #im Theater den obersten Rang der Zuschauerplätze, siehe Galerie (Theater)

Bibliothek

Eine Bibliothek (griechisch βιβλιοθήκη „Büchersammlung“) ist eine Institution, eine öffentliche Einrichtung oder der Ort (ein Bibliotheksbau) einer geordneten und benutzbaren Sammlung von Büchern und anderen publizierten Medien und Informationen oder eine solche Sammlung selbst. Die Bezeichnung Bibliothek wird gelegentlich auch für andere Informationssammlungen, wie Webseiten, Datenbanken oder einzelne Bücher bzw. Buchreihen benutzt. Auch der ausschließlich zum Aufbewahren und Lesen von Büchern genutzte Raum in einer Privatwohnung oder einem Privathaus heißt Bibliothek. Eine andere Bezeichnung für (vor allem öffentliche) Bibliotheken ist die Bücherei oder auch die Mediothek. Bücherei ist eine Übersetzung von Philipp von Zesen für das Wort Bibliothek.

Allgemeines

Die Aufgaben einer Bibliothek bestehen im Sammeln, Erschließen und Vermitteln von Büchern und anderen Publikationsformen, wie Zeitschriften, Tonträgern, Bildmaterialien, Mikroformen, elektronischen Publikationen. Jede geführte Publikation hat eine Standortnummer (Signatur; engl.: call number), anhand derer man das Exemplar in der Bibliothek finden kann. Im Katalog findet man, welche Signatur das Medium hat. (siehe auch Finden von Medien in einer Bibliothek) Indem sie ihre Bestände zur Verfügung stellen und archivieren, dienen Bibliotheken der Versorgung der Bevölkerung (Öffentliche Bibliotheken) und Forschung (wissenschaftliche Bibliothek) mit Literatur und Informationen (zusammen mit den Verlagen und den Medien, die diese produzieren und dem Buchhandel, der für die kommerzielle Verbreitung sorgt). Je nach Ausprägung nehmen Bibliotheken verschiedene Dienstleistungsaufgaben aus dem BID-Bereich (Bibliothek, Information, Dokumentation) wahr, darunter auch pädagogische Aufgaben wie die Leseförderung. Verwandte Einrichtungen sind Dokumentationseinrichtungen und Archive, wobei die Grenzen fließend sind. Die Gesamtheit aller Bibliotheken bilden das Bibliothekswesen, die in einer Bibliothek arbeitenden Menschen nennt man Bibliothekare und die wissenschaftliche Disziplin von der Organisation und Funktion von Bibliotheken und anderen Informationseinrichtungen ist die Bibliothekswissenschaft. Der Geschäftsgang in einer Bibliothek wird Bibliotheksverwaltung, optimierende Tätigkeiten nach innen und außen wird Bibliotheksmanagement genannt.

Nutzung von Medien in einer Bibliothek

Bibliotheksmanagement Der Bestand einer Bibliothek kann zum einen als Leihbestand von den Benutzern für eine bestimmte Frist entliehen werden oder als Präsenzbestand nur in den Räumen der Bibliothek eingesehen werden. Je nachdem, ob die Medien einer Bibliothek ausgeliehen werden können oder nicht, unterscheidet man zwischen Leihbibliothek und Präsenzbibliothek, wobei in der Regel beide Formen in einer Bibliothek vorkommen. In einer Präsenzbibliothek gibt es mindestens einen Lesesaal. Dieser kann als Einladung zum gemütlichen Lesen mit komfortablem Mobiliar ausgestattet oder auch als Reihung von Arbeitsplätzen, oftmals mit Computern, angelegt sein. Mit Hilfe der Fernleihe können Benutzer auch die Bestände anderer Bibliotheken nutzen oder über den Dokumentenlieferdienst Kopien bestellen. Weitere Nutzungsmöglichkeiten sind das (ggf. entgeltliche) Kopieren und die öffentliche Wiedergabe.

Finden von Medien in einer Bibliothek

Um Medien in einer Bibliothek finden zu können, muss man wissen, wie und wonach man suchen kann. Welche Daten werden in welcher Form erfasst und wo findet sie der Bibliotheksbesucher? Die Medien einer Bibliothek werden in Bibliothekskatalogen verzeichnet. Früher wurden in Bibliotheken Zettelkataloge benutzt. Heute sind die Katalogdaten in Datenbanken gespeichert, die Zugänge verschiedenster Art zulassen. Wenn diese Datenbanken über ein Netzwerk, wie beispielsweise das World Wide Web, zugänglich sind, werden sie auch OPAC (Online Public Accessible Catalogues) oder WebOPAC (Web Accessible Catalogue) genannt. OPAC (Online Public Accessible Catalogues) Bei der sogenannten „Erschließung“ werden die relevanten Daten der Medien erfasst. Dazu gehören die Formalerschließung mit bibliographischen Angaben wie Titel, Autor, Erscheinungsjahr etc. und meistens auch die Inhaltserschließung. Dadurch werden inhaltliche Angaben aufgenommen, die einen thematischen Zugriff erlauben. Dies wird erleichtert durch eine entsprechende Aufstellung anhand einer Systematik. Ein andere verbreitete Form der Inhaltserschließung ist die Vergabe von Schlagworten: Dies sind normierte Begriffe, die nach bestimmten Regeln angelegt und vergeben werden. In den letzten Jahren ist eine Diskussion um eine automatische Schlagwortvergabe entstanden. In manchen Bibliotheken herrscht ein Nebeneinander verschiedener Kataloge: Es gibt alte Zettelkataloge, die Alphabetische Kataloge, Systematische Kataloge oder Schlagwortkataloge sein können und verschiedene Sucheinstiege erlauben. Viel beliebter bei den Nutzern sind OPACs, die über PCs bedient werden und einfachere Suchen ermöglichen, oft verknüpft mit dem Hinweis auf den Standort und die Ausleihbarkeit eines Mediums. Da oft noch nicht alle Daten der Zettelkataloge in Datenbanken eingegeben werden konnten, ist es manchmal nötig, analoge und elektronische Kataloge zu durchsuchen. Viele Bibliotheken bieten zusätzlich einen Zugang zu Verbundkatalogen, so dass Bestände anderer Bibliotheken durchsucht werden können. Siehe auch: Verbundkatalog, Karlsruher Virtueller Katalog

Geschichte

siehe Bibliotheksgeschichte.

Große Bibliotheken

Buchbestände von großen Bibliotheken 1985 (Auswahl) # (Lenin)-Bibliothek in Moskau (Russland) 23.000.000 Bücher # Saltykow-Schtschedrin-Bibliothek in Sankt Petersburg (Russland) 15.000.000 Bücher # Kongressbibliothek Library of Congress in Washington, D.C. (USA) 14.800.000 Bücher # Universitäts-Bibliothek Berkeley (USA) 9.900.000 Bücher # Universitäts-Bibliothek Cambridge (USA) 8.000.000 Bücher # Universitäts-Bibliothek Moskau (Russland) 7.700.000 Bücher # British Library in London (Großbritannien) 7.000.000 Bücher # Nationalbibliothek Bibliothèque nationale de France in Paris (Frankreich) 6.000.000 Bücher # Universitäts-Bibliothek New Haven (USA) 5.500.000 Bücher # Nationalbibliothek Kiew (Ukraine) 5.000.000 Bücher

Wichtige Bibliotheken

Nationalbibliotheken

Zu den bedeutendsten Bibliotheken weltweit gehören die großen Nationalbibliotheken
- Library of Congress in Washington, D.C.
- British Library in London
- Saltykow-Schtschedrin-Bibliothek in Sankt Petersburg
- Bibliothèque nationale de France in Paris

Universitätsbibliotheken

große Universitätsbibliotheken
- Bodleian Library der University of Oxford,
- Cambridge University Library der University of Cambridge
- Fisher Library der University of Sydney - die größte der südlichen Hemisphäre
- Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin - mit 8,5 Mio. Bänden die größte in Deutschland

Historische Bibliotheken

sowie historische Bibliotheken oder Bibliotheken mit historisch bedeutsamen Beständen
- Bibliotheca Corviniana (Budapest, Ungarn)
- Bibliothek von Alexandria im alten Ägypten
- Vatikanische Bibliothek, Rom
- Biblioteca Medicea Laurenziana, Florenz
- Herzog-August-Bibliothek in Wolfenbüttel, http://www.hab.de/
- Hill Monastic Manuscript Library, http://www.hmml.org/
- Biblioteca Marciana in Venedig, http://marciana.venezia.sbn.it/

In Deutschland


- Die Deutsche Bibliothek bestehend aus
  - der Deutschen Bücherei in Leipzig
  - der Deutschen Bibliothek in Frankfurt am Main
  - und dem Deutschen Musikarchiv in Berlin
- Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz in Berlin
- Bayerische Staatsbibliothek in München
- Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden in Dresden
- Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel, http://www.hab.de/
- Herzogin Anna Amalia Bibliothek der Stiftung Weimarer Klassik in Weimar
- Stadtbibliothek der Hansestadt Lübeck

In Österreich


- Österreichische Nationalbibliothek in Wien
- Universitätsbibliothek Graz
- Universitätsbibliothek Wien in Wien
- Universitätsbibliothek der Medizinischen Universität Wien in Wien
- Wiener Stadt- und Landesbibliothek in Wien
- Technische Universität Wien Universitätsbibliothek
- Universitätsbibliothek Klagenfurt in Klagenfurt
- Stiftsbibliothek Admont im Stift Admont

In der Schweiz


- Schweizerische Landesbibliothek in Bern
- ETH-Bibliothek Zürich in Zürich
- Zentralbibliothek Zürich in Zürich Weitere Bibliotheken siehe unter Liste von Bibliotheken.

Siehe auch


- Liste der Bibliotheken, Universelle Bibliothek, Die Andere Bibliothek, Portal Bibliothek Information Dokumenation
- Deutsches Bibliotheksinstitut, Fachstellen für öffentliche Bibliotheken, ekz, Gemeinsamer Bibliotheksverbund
- "Bibliothek des Jahres"
- Leseförderung ---- Die Erstellung, Ordnung und Verbesserung der Artikel zum Themenkreis Bibliothek und verwandten Gebieten ist das Ziel des Wikiprojektes Bibliothek Information Dokumentation

Literatur


- Georg Leyh (Hrsg.): Handbuch der Bibliothekswissenschaft. Harrassowitz, Wiesbaden 1952-1965. (2. verm. u. verb. Aufl.)
- Engelbert Plassmann u.a.: Das Bibliothekswesen der Bundesrepublik Deutschland. Harrassowitz 1999. ISBN 3-447-03706-7
- U. Grund, A. Heinen: Wie benutze ich eine Bibliothek? Basiswissen - Strategien - Hilfsmittel. UTB, München 1996. ISBN 3825218341

Weltliteratur, in der Bibliotheken eine zentrale Rolle spielen


- Agatha Christie: Die Tote in der Bibliothek. (engl. The Body in the Library. 1942)
- Umberto Eco: Der Name der Rose. (ital. Il Nome della Rosa. 1980)
- Jorge Luis Borges: Die Bibliothek von Babel. Reclam Nr. 9497, Leipzig 1970, S. 47ff.

Weblinks


- [http://biblio.unibe.ch/stub/vorl96/index.html 5000 Jahre Bibliotheken] Eine Geschichte ihrer Benutzer, Bestände und Architektur. Vorlesung von 1996 von R.Barth.
- [http://www.ib.hu-berlin.de/~pz/zahnpage/bigue.htm Skripte und Literaturhinweise zur Bibliotheksgeschichte]
- [http://www.ib.hu-berlin.de/%7Ewumsta/infopub/bookindex.html Prof. Walther Umstätter, Digitales Lehr- und Handbuch der Bibliothekswissenschaft]
- [http://www.bibliotheksmanagement.de Textbuch zum Management von Bibliotheken und Informationseinrichtung]
- [http://www.bibliotheksstatistik.de Deutsche Bibliotheksstatistik (DBS)] Nationale Statistik nach EN ISO 2789. Ein Produkt des HBZ-NRW, früher des Deutschen Bibliotheksinstituts.
- [http://www.bix-bibliotheksindex.de/ Deutscher Bibliotheksindex] Ranking für öffentliche und wissenschaftliche Bibliotheken
- [http://lux.ub.uni-tuebingen.de/ch/ Clearinghouse für bibliothekarische Meta-Informationen] / UB Tübingen
- [http://linksammlungen.zlb.de/1.2.2.0.0.html Bibliothekarische Werkzeuge] / ZLB Berlin
- [http://www.hbz-nrw.de/produkte_dienstl/toolbox/index.html Bibliographischer Werkzeugkasten] / HBZ-NRW
- [http://wwwserv1.rz.fh-hannover.de/bibl/vb/werkzeug.htm Bibliothekarischer Werkzeugkasten] / FH Hannover
- [http://lcweb.loc.gov/global/library/library.html Library and Information Science Resources] / Library of Congress
- [http://www.bib-bvb.de/fachbereich/buchgeschichte.html Chronologie zur Buch- und Bibliotheksgeschichte]
- Das Projekt [http://www.bibliotheksbauten.de Das Buch & sein Haus] - Mitteleuropäische Bibliotheksbauten aus drei Jahrhunderten zeigt Fotographien von zahlreichen Bibliotheken.
- [http://www.hyperkommunikation.ch/bibliothek/bibliothek/crashkurs_hyperbibliothek/ck_hyperbibliothek_top.htm Crashkurs Hyperbibliothek]
- [http://www.biblio.at/index.htm Österreichisches Bibliothekswerk] Kategorie:Buch !Bibliothek Bibliothek ja:??? simple:Library zh-cn:???

José Martí

José Julián Martí y Pérez (
- 28. Januar 1853 in Havanna, Kuba; † 19. Mai 1895 in Dos Ríos, Kuba) gilt als kubanischer Nationaldichter und Symbol für den Unabhängigkeitskampf des Landes. Dos Ríos Martí begann bereits als Jugendlicher, Gedichte zu schreiben und mit dem Widerstand gegen die spanische Kolonialherrschaft zu sympathisieren. Dafür wurde er 1871 zu Zwangsarbeit verurteilt und nach Spanien deportiert, wo er in Saragossa Jura studierte. Er kehrte 1878 nach Kuba zurück, wurde aber bereits 1879 wieder ins Exil geschickt. 1881 zog er nach New York. Im Exil in Mexiko und den USA verfasste er mehrere Schriften, darunter den Gedichtband versos sencillos ("einfache Verse"), aus dem der Text des bekannten Liedes Guantanamera stammt. Aus dem Exil organisierte Martí den politischen und militärischen Kampf gegen die die spanische Kolonialmacht. Zusammen mit den kubanischen Tabakarbeitern in Florida/USA gründete er 1892 die Partido Revolucionario Cubano (Kubanische Revolutionspartei) und brachte die wichtigsten militärischen Führer des Guerillakrieges von 1868-1878, Máximo Gómez und Antonio Maceo, dazu den Kampf gegen Spanien wieder aufzunehmen. 1895 kehrte José Martí nach Kuba zurück, um am Unabhängigkeitskrieg gegen Spanien teilzunehmen. Am 19. Mai des Jahres fiel er in Kämpfen bei Dos Rios in der damaligen Provinz Oriente. Das Grabmal von José Martí befindet sich in Santiago de Cuba auf dem Friedhof Cementerio Santa Ifigenia. Vor dem Grabmal wird von einer Ehrenwache regelmäßig ein Wachwechsel zelebriert. Cementerio Santa Ifigenia Eine Büste von José Martí steht vor jeder kubanischen Schule. Sie steht vor dem Gebäude oder auf dem Schulhof.

Das politische Denken

Das politische Denken Martís war geprägt von der Vision eines neuen Kuba. Die Unterschichten sollten aktiv an der Regierung beteiligt sein, das Militär sollte Absicherung nach außen gewähren, jedoch nicht die Regierung überwachen. Der Staat sollte die nationale Wirtschaft unterstützen, insbesondere die Landwirtschaft. Die Außenpolitik sollte sich auf eine Union der lateinamerikanischen Staaten stützen und den expansionistischen Interessen der USA entgegenwirken. Eine Regierung Kubas nach Martís Vorstellungen sollte die extreme soziale Ungleichheit -bedingt durch die Kolonialmacht Spanien- beseitigen und eine kubanische Identität und Kultur so weit festigen, dass eine vollkommene politische Unabhängigkeit geschaffen wird. Ein schöner Einblick in Martís Ideen und politisches Denken findet sich im Essay Nuestra América.

Das politische Erbe José Martís

Während die Bedeutung des Dichters Martí für die Weltliteratur und besonders für die Literatur Lateinamerikas unbestritten ist, entbrannte mit dem Entstehen der durchaus nicht souveränen Republik Kuba 1902 ein Kampf um das politische Erbe Martís, der bis heute andauert. Es lassen sich zwei Hauptströmungen in der Rezeption seines politischen Denkens erkennen:
- Bereits die Gründungsväter der Republik Kuba unter Vorherrschaft der USA (Platt Amendment) sahen mit der Institutionalisierung der Republik den Kampf Martís für eine kubanische Nation als abgeschlossen an. Eine der staatstragenden und korrupten Regierungsparteien nannte sich nach der von Martí gegründeten Partei Partido Revolucionario Cubano (Auténtico). Mit dieser Position wurde Martí zu einer bedeutenden historischen Figur, zu einem Monument in der Geschichte Kubas. Das ist ganz wörtlich zu verstehen: Das José Martí-Denkmal als eines der Wahrzeichen von Havanna wurde unter dem Diktator Fulgencio Batista errichtet. Auch die Namensgebung der von der US-Regierung eingerichteten Propaganda-Sender TV Martí und Radio Martí als Sprachrohr der mit ihr kooperierenden exilkubanischen Gruppen in Miami verweist auf diese Interpretation Martís.
- Ausgehend von den Warnungen Martís vor einer Vorherrschaft der USA in Lateinamerika und seinen Forderungen nach sozialer Gerechtigkeit und Vereinigung der lateinamerikanischen Staaten wurde Martí bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts als Sozialist und Antiimperialist verstanden. Vom heutigen kubanischen Staat und vielen nach einer politischen und ökonomischen Unabhängigkeit Lateinamerikas strebenden politischen Gruppen wird er auch heute als Vordenker ihrer Bestrebungen verehrt. Die Martí-Büste vor jeder kubanischen Schule im nachrevolutionären Kuba soll ein Verweis auf die Forderungen Martís nach allgemeiner Volksbildung sein. Das sozialistische Kuba versteht sich als Erbe des Denkens von José Martí und Karl Marx, deren Ideen als Auftrag für die Politik zu sehen sind. Da beide Interpretationen kaum gegensätzlicher sein können (und bestenfalls mit der Marx-Rezeption in Europa verglichen werden können) hilft nur eine Lektüre der Werke von José Martí dem nach Klarheit suchenden Menschen.

Werke

Gonzalo de Questa y Miranda (Hrsg.): Obras Completas La Habana, Editorial Trópico, 1936-1949, 70 Bände (diese Ausgabe ist allerdings nicht komplett; es fehlen noch viele Artikel aus südamerikanischen Zeitungen).

Literatur


- Christopher Abel (Hrsg.): José Martí : revolutionary democrat. - Durham : Duke Univ. Pr., 1986. - ISBN 0-8223-0679-4
- John M. Kirk: José Martí : mentor of the Cuban nation. - Tampa, Fl. : Univ. Pr., 1984. - ISBN 0-8130-0812-3
- Kurt Schnelle: José Martí : Apostel des freien Amerikas. - Köln : Pahl-Rugenstein, 1981. - ISBN 3-7609-0629-X Marti, Jose Marti, Jose Marti, Jose Marti, Jose Marti, Jose Marti, Jose Marti, Jose Marti, Jose Marti, Jose Marti, Jose ja:ホセ・マルティ

Naturkundemuseum

] Das Museum für Naturkunde in Berlin (häufig kurz: Naturkundemuseum) ist mit weit über 25 Millionen Objekten eines der bedeutendsten Naturkundemuseen weltweit. Das Museum gehört organisatorisch zur Humboldt-Universität zu Berlin und ist bei den Besuchern vor allem wegen des weltweit größten aufgebauten Saurierskeletts (eines Brachiosaurus brancai) bekannt. In der Saurierhalle sind mit mehr als 30 Saurierskelette alle bedeutenden Sauriergruppen vertreten, u.a. Bradysaurus, Brachiosaurus, Dicraeosaurus, Plateosaurus, Ichthyosaurier und Plesiosaurier. Das Berliner Museum zeigt außerdem das besterhaltenste Exemplar des Archaeopteryx. Bei einem Ausstellungsrundgang sind außerdem zu sehen: Minerale, Fossilien, Huftiere und Einheimische Tiere. Kulturhistorisch besonders wertvoll sind die Dioramen, die verschiedene Tiere in ihrer natürlichen Umgebung zeigen. Die Sammlungen des Museums, die außerhalb des Ausstellungsbereiches liegen, umfassen wertvolle Objekte der Mineralogie, Zoologie und Paläontologie. Neben seinem öffentlichen Bildungsauftrag mit den Dauer- und Sonderausstellungen, sieht das Museum seine Aufgaben in der wissenschaftlichen Dokumentation und Interpretation der belebten und unbelebten Natur, die in unterschiedlichen Forschungsvorhaben realisiert wird. Aktuelle Forschungsthemen sind die Rekonstruktion der Evolution verschiedener Tiergruppen, Biodiversitätsforschung in heutigen Lebensräumen, Zoodiversität im Wandel von Umwelt und Nutzung im südlichen Afrika, Biogeographie, Paläo-Ökologie, die frühe Entwicklung von Sonnensystemen, der Aufprall von Asteroiden auf die Erde und deren Auswirkung auf die Erdkruste und die Biosphäre. Als Forschungseinrichtung bildet das Museum für Naturkunde in seinen drei Instituten zusammen mit der Humboldt-Universität auch wissenschaftlichen Nachwuchs aus. Generaldirektor ab 2006 wird Prof. Reinhold Leinfelder; bis dahin ist der HU-Professor für Analytik und Umweltchemie Dr. Michael Linscheid kommissarischer Direktor des Naturkundemuseums.

Umbauten

Im Jahr 2005 wurde das Skelett des Brachiosaurus brancai abgebaut. Es wird nun präpariert, abgegossen und im Jahre 2007 nach aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen neu aufgestellt werden. Der Abbau der Saurier inklusive des großen Skeletts wurde aufgrund der Sanierung des Daches notwendig. Insgesamt werden aktuell vier Säle und ein Treppenhaus saniert und mit neuen Ausstellungen zur Evolution des Lebens und der Erde im Jahre 2007 wiedereröffnet. Das Museums ist während des Umbaus für Besucher geöffnet.

Weblinks


- [http://www.museum.hu-berlin.de/ Offizielle Seite des Museums]
- [http://www.mein-museum.de Patenschaftsaktion des Museums] Kategorie:Berliner Museum Kategorie:Naturkundemuseum

Baseball

]] Baseball ist eine Ball- und Mannschaftssportart US-amerikanischer Herkunft. Sie gilt dort als die traditionsreichste Sportart. Baseball wird in über 100 Ländern betrieben, darunter auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Spielprinzip und grundsätzliche Regeln

Hier ist nur eine Zusammenfassung des Spielprinzips und die wichtigsten Regeln. Mehr Details findet man im Artikel Baseballregeln. Das deutsche Brennball ist eine stark vereinfachte Variante von Baseball und kann als Ausgangspunkt für das Verständnis des Baseballs dienen. Baseball wird von zwei Teams zu je neun Spielern gespielt. Das Ziel des Spiels ist es, mehr Runs (Punkte) zu erzielen als der Gegner. Mehrfach abwechselnd hat ein Team das Schlagrecht (Offense), während das andere das Feld verteidigen muss (Defense). Ein Run wird erzielt, wenn ein Spieler der Offense den Ball mit einem Schläger trifft und alle vier Bases reihum ablaufen kann. Die Defense versucht dies zu verhindern, indem sie dem Schlagmann nur schwer zu schlagende Bälle serviert und den geschlagenen Ball unter Kontrolle bringt.

Spielfeld

Brennball Das Spielfeld besteht aus zwei Teilen und wird in der Regel durch eine Umzäunung begrenzt. Das so genannte Fair Territory hat normalerweise etwa die Form eines Viertelkreises, dessen gerade Kanten als Seitenauslinien (Foullines) zwischen 90 und 120 Meter lang sind. Die Amerikaner nennen das Feld wegen der Form des Fair Territory auch gerne Diamond. Der Bereich außerhalb der Foullines wird als Foul Territory bezeichnet (in der nebenstehenden Zeichnung blau dargestellt). Die meisten Aktionen finden im Infield statt (in der Zeichnung braun), einem Quadrat in der Spitze des Viertelkreises von 90 Fuß (etwa 27 m) Kantenlänge, dessen Ecken durch die drei Bases und die Home Plate markiert sind. Der Rest des Fair Territories heißt Outfield (in der Zeichnung grün dargestellt).

Innings und Spieldauer

Ein Spielabschnitt heißt Inning; er besteht aus zwei Half Innings. Dabei ist die Auswärtsmannschaft immer zuerst Offense. Im zweiten Halbinning ist dann die Heimmannschaft am Schlag. Beide Mannschaften dürfen dabei in ihrem offensiven Halbinning jeweils so lange schlagen bis drei ihrer Spieler 'out' sind. So kann es vorkommen, dass die Batting Order nochmals angefangen wird, wenn nämlich viele Runs erzielt werden und deshalb die Spieler, die ihren Run vollendet haben, neuerlich an den Schlag kommen können. Ein Spiel besteht im Regelfall aus neun solcher Innings. Führt die Heimmannschaft am Ende des achten Innings, und erzielen die Gäste in ihrem Teil des neunten keinen Run mehr, so wird auf das zweite Halbinning verzichtet und das Spiel ist entschieden. In deutschen Ligen werden teilweise auch Double Header gespielt, also zwei Spiele hintereinander (2×5, 2×7, 1×7 und 1×9 Innings sind in Deutschland üblich). Dadurch soll die Zahl der Spiele pro Saison erhöht werden. Ein Unentschieden gibt es nicht. Steht es nach der festgelegten Zahl von Innings unentschieden, so wird jeweils so lange um ein weiteres Inning verlängert (Extra Inning) bis eine Mannschaft gewinnt.

Duell Pitcher gegen Batter

Im Mittelpunkt des Spiels steht das Duell zwischen einem Batter der Offense und dem Pitcher der Feldmannschaft. Die Spieler der Offense treten in einer vorher festgelegten Reihenfolge (Batting Order oder auch Lineup genannt) einzeln gegen den Pitcher an. Dieser versucht, den Ball so durch die Strike Zone zu seinem Catcher zu werfen, dass der Batter ihn mit seinem Schläger nicht oder nur schwach schlagen kann. Die Strike Zone ist der Bereich über der rund 40 cm breiten Home Plate, der oben und unten durch Brust- und Kniehöhe des Batters begrenzt ist. Gelingt es dem Pitcher, dreimal in die Strike Zone zu werfen, ohne dass der Batter den Ball trifft, ist der Batter out (Strike Out "three strikes, you´re out"). Für einen Strike muss der Ball allerdings nicht völlig verfehlt werden. Wenn der Batter den Ball gerade noch eben – meist von unten – leicht trifft und dieser dann weit nach hinten ins Foul Territory (in die Tribüne) wegspringt, so ist auch dies ein Strike. So kann jedoch kein Strikeout erzielt werden. Der dritte Strike muss immer ein Verfehlen des Balls durch den Batter sein. Trifft der Pitcher nicht in die Strike Zone, so ist dies ein Ball (englische Aussprache). Hat allerdings der Batter nach einem solchen ball geschlagen und diesen nicht getroffen, so geht das als Strike zu seinem Nachteil, obwohl die Strike Zone verfehlt war. Sieht der Batter jedoch noch rechtzeitig, dass der Ball zu hoch oder sonst kein strike sein wird, und hält mit dem Schwung ein (Checked Swing), so bleibt der Wurf ein Ball. Die Kunst des Pitchers besteht andererseits in großem Maße auch darin, den Bällen einen Effet mitzugeben, z. B. sie so drehen oder überraschend abwärts fliegen zu lassen (Slider, Sinking Ball etc.), dass die Einschätzung des Batters fehl geht. So erlebt man es häufig, dass der Batter seine Schlagbewegung anhält, um dann vom Schiedsrichter (Umpire) belehrt zu werden, dass er einen Strike hat passieren lassen. Unterlaufen dem Pitcher gegen einen Batter vier Balls, so darf dieser auf die erste Base aufrücken. Das nennt man gemeinhin Walk, weil der Batter in diesem Fall nicht riskiert, ausgeworfen zu werden und in aller Ruhe zur ersten Base „spazieren“ kann. Sollte auf dieser Base schon ein Runner stehen, so darf dieser auf die zweite Base vorrücken, da auf jeder Base jeweils nur ein Spieler stehen darf. Sind alle Bases besetzt, dann kostet ein Walk allerdings zugleich einen Run, da alle Runner eine Base weiterrücken, der Spieler auf dem dritten Base also die Home Plate erreicht und somit einen Punkt erzielt. Der Walk wird nicht selten auch bewusst (siehe Strategie) eingesetzt, wenn man lieber gegen einen als hochklassig bekannten Batter – mit hohem Trefferdurchschnitt (Batting Average) und vielleicht Dutzenden von in der Saison schon geschlagenen Home Runs)– lieber nicht pitchen möchte, erst recht, wenn schon Bases besetzt sind und es zu mehreren Runs kommen könnte. Auf Zeichen seines Managers stellt sich der Catcher dann bequem einen Meter neben die Home Plate und fängt dort mit ausgestrecktem Arm vier vom Pitcher locker geworfenen Bälle. Home Runs

Geschlagener Ball

Die interessantesten Situationen entstehen dann, wenn der Batter den Ball trifft und zurück ins Feld schlägt. Dadurch wird er zum Runner (Läufer) und muss zur ersten Base laufen. Wird sein geschlagener Ball (Fly Ball) von einem Feldspieler direkt aus der Luft gefangen ist der Schlagmann selbst sofort out (Fly Out). Eventuelle andere Runner müssen zunächst zu ihrer Ausgangs-Base zurückkehren und dürfen erst nach dem Fang noch loslaufen. Erreichen sie dann noch die nächste Base, nennt man den (gefangenen) Flugball Sacrifice Fly, weil durch den "Verlust" des Schlagmanns der Mitspieler vorwärts kam. Das out kann auch erzielt werden, wenn der mit dem Schläger nur gestreifte Ball steil hoch und dann hinter die Auslinie fliegt (foul pop). Der Ball ist dann im Foul Territory und etwaige Runner dürfen nicht weiterlaufen, die Verteidigung – meist der Catcher – darf den Ball jedoch dort fangen und damit das out machen. Dabei ist schon mancher Spieler, der sich ganz lang machen wollte, über die Barriere am Spielfeldrand den Zuschauern vor die Füße gefallen. Der neue Runner ist ebenfalls out, wenn ein Feldspieler den Ball vom Boden aufnimmt und zum ersten Baseman wirft – während dieser das erste Base berührt – bevor der Batter/Runner selbst dort ankommt (Force Out). Bei knappen Spielzügen entscheidet der Feldschiedsrichter (Field Umpire) zwischen safe oder out. Jeder Runner, der out ist, muss das Spielfeld verlassen, bis er wieder neu als Batter an die Reihe kommt. Jeder Runner, der gerade kein Base berührt, ist auch out, wenn er von einem Feldspieler mit dem Ball selbst oder mit dem Handschuh, wenn sich der Ball darin befindet, berührt wird (Tag Out). Abwerfen ist jedoch nicht erlaubt. Der Runner ist out, wenn er den Ball geschlagen hat, losläuft und auf dem Weg zur ersten Base im Fair Territory von dem geworfenen Ball getroffen wird. Dabei spielt es keine Rolle, ob er absichtlich oder unabsichtlich abgeworfen wurde. Wird ein Runner von einem geschlagenen Ball im Fair Territory getroffen, den vorher kein Feldspieler aufgenommen hat, ist er out. Ein Runner ist safe, wenn er eine Base erreicht, bevor die Feldmannschaft den Ball dorthin bringen kann. Er kann jederzeit versuchen, auch zwei oder drei Bases auf einmal weiter zu laufen, es darf sich allerdings höchstens ein Runner auf jedem Base befinden. Schafft es der Batter durch seinen eigenen Schlag auf das erste Base hat er ein Single erzielt; er wird damit zum Läufer (Runnner). Schafft er es zur zweiten oder dritten Base, erzielt er entsprechend ein Double beziehungsweise Triple. Ein Runner bleibt an einer Base, die er safe erreicht hat, bis ein neuer Batter zum Duell gegen den Pitcher antritt. Durch dessen Schlag können alle Runner dann weiter vorrücken oder sogar einen Run erzielen, in dem sie wieder sicher am Home Plate ankommen. Schlägt ein Batter den Ball über den Außenzaun hinweg, so nennt man das einen Home Run. Der Batter und alle eventuell sich gerade auf den Bases befindenden Runner dürfen die Bases in aller Ruhe ablaufen und je einen Run erzielen. Ein Home Run ist auch dann möglich, wenn der Ball das Feld nicht verlässt (ein sog. inside the park homerun). Dieser Fall ist jedoch sehr selten, weil dazu einerseits ein Batter der läuferischen Spitzenklasse (der auch ein exzellenter Kurzstreckler wäre) und zudem ein Hit nötig ist, bei dem sich der Ball extrem schwer unter Kontrolle bringen lässt. Meist sind dies Bälle in die wirklich hinterste Ecke des Feldes, nicht zuletzt solche, die nach dem Aufschlagen ins Foul Territory rollen und damit der Regel nach alive, also noch im Spiel und nicht foul, sind. Oft wirken dabei auch besondere für die Verteidigung unglückliche Umstände mit, etwa ein Verspringen des Balles in eine nicht zu erwartende Richtung. Allerdings ist nicht jeder Ball, der im Feld landet, damit auch schon ein Hit, auch wenn der Batter die erste Base erreicht. Wäre der Schlag für die Verteidigung leicht abzufangen gewesen, so spricht man von einem error (leichter Fehler), etwa wenn ein nicht sonderlich hart geschlagener Ball direkt auf einen Verteidiger (Fielder) zufliegt und dieser ihn dennoch nicht fängt. Ob ein Error – also kein Hit – vorliegt, entscheidet übrigens keiner der Schiedsrichter (Umpires), sondern ein dafür bestellter Official Scorer. Es sollen nicht selten schon Spieler recht unglücklich mit dessen Entscheidung gewesen sein, gehen Errors doch zu Lasten ihrer Schlagstatistik (Batting Average). Erreicht der Batter die erste Base, weil der Feldspieler, der den Ball aufnimmt, sich aus taktischen Gründen entschied, einen anderen Läufer out zu werfen (weil ein out dort gerade wichtiger ist), anstatt zum First Baseman zu werfen, so handelt es sich um eine Fielder's Choice (Entscheidung des Feldspielers). Man spricht also nur von einem Hit, wenn der Batter die erste Base erreicht und weder ein Error noch Fielder's Choice vorliegt. Auf das Spiel hat dies keinen direkten Einfluss, wohl aber auf die Spiel- bzw. Spielerstatistik.

Base Stealing

Ein Runner kann jederzeit versuchen, das nächste Base zu „stehlen“, also es zu erlaufen, auch wenn der Ball vom Batter gar nicht geschlagen wurde. Eine typische Gelegenheit ist, wenn der Pitcher seine Wurfbewegung begonnen hat, da er diese nicht mehr unterbrechen darf, wenn sein Fuß bereits über der Pitcherplate war. Der Runner versucht, eher am nächsten Base anzukommen als der Catcher, der mittlerweile den Wurf des Pitchers gefangen hat, den Ball dorthin werfen kann. Nicht zuletzt deshalb ist ein guter Catcher für eine erfolgreiche Defense von großer Bedeutung, denn er muss möglichst augenblicklich sehen, wohin der Ball am besten gespielt werden sollte, falls mehrere Gegner auf den Bases sind. Er muss dann sofort erkennen, wo am leichtesten ein out zu machen oder aber wo dies gerade am dringendsten ist. Natürlich muss er den Ball dann auch schnell und präzise dorthin werfen. Erfüllt er seine Aufgabe, so ist es durchaus möglich, mehrere Runner in einem Spielzug out zu machen (double oder, sehr selten, triple play). Nicht ohne Grund gibt es für Catcher den Golden Glove Award (goldener Handschuh). Als taktisches Mittel ist Base Stealing vor allem bei einem knappen Spielstand, besonders Gleichstand, interessant. Meist in den späten Innings, weil so durchaus ein Spiel gewonnen werden kann, etwa wenn der stärkere Teil des eigenen Batting Order noch folgt und man hoffen darf, ein Batter werde für einen guten Hit sorgen können. Schafft es der Runner so etwa auf die dritte Base, dann kann durchaus ein folgender langer Single genügen, um das Spiel zu gewinnen.

Positionen der Defensive

Home Run Die verteidigende Mannschaft besteht aus 9 Spielern, jeder mit einer eigenen Position auf dem Spielfeld und teilweise verschiedenen Aufgaben. Die Position ist dabei – abgesehen von Pitcher (Werfer) und Catcher (Fänger) – nicht fest, so steht beispielsweise der 3rd Baseman in der Nähe der dritten Base, es kommt aber auf die aktuelle Spielsituation und den derzeitigen Batter (Schlagmann) an, ob er nun weiter im Infield oder Richtung Outfield orientiert ist, bzw. eher rechts von der Base steht. Die Positionen und deren Aufgaben im einzelnen:
- P: Pitcher (Positionsnummer 1). Seine Hauptaufgabe besteht darin, den Ball ins Spiel zu bringen. Er versucht den Ball am Schlagmann vorbei zu seinem Catcher zu werfen. Darüberhinaus ist er dafür verantwortlich, flache Bälle in die Mitte des Infields aufzunehmen und weiterzuleiten. Er muss außerdem zur ersten Base rennen und diese abdecken, sollte der 1st Baseman aufgrund eines hohen Balls seine Position verlassen. Die Leistung eines guten Pitchers besteht vor allem darin, seine Bälle (Pitches) so geschickt auf den Weg zu bringen, dass sie für den Batter möglichst schwer auszurechnen sind, etwa indem sie eine Flugbahn beschreiben, in der es Änderungen der Richtung oder der Flughöhe gibt (Sinking Ball, Slider, etc). Oft ist es auch die reine Geschwindigkeit, die den Ball schwer zu schlagen macht (Fastball).
- C: Catcher (2). Er trägt spezielle Schutzkleidung, da seine Aufgabe darin besteht die Bälle des Pitchers, die der Schlagmann nicht trifft oder nach denen er nicht schlägt zu fangen, ebenso die Bälle, die mehr oder weniger unkontrolliert vom Schläger des Batters abprallen. Desweiteren ist er der Baseman der Home Plate, er verhindert also, dass Läufer einen Punkt erzielen. Er zeigt außerdem dem Pitcher an, was für einen Wurf er dem Schlagmann zuwerfen soll und muss das Geschehen hinter dem Pitcher im Auge behalten, so muss er schnell reagieren, sollte ein Runner versuchen eine Base zu stehlen. Hierbei ist es sicherlich nicht von Nachteil einen starken Wurf zu besitzen. Die große Bedeutung eines guten Catchers für eine erfolgreiche Verteidigung dar