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Japan Aerospace Exploration Agency

Japan Aerospace Exploration Agency

JAXA (Japan Aerospace Exploration Agency) ist die japanische Raumfahrtagentur. Sie entstand im Oktober 2003 aus ihrer Vorgängerorganisation NASDA (National Space Development Agency) sowie NAL (National Aerospace Laboratory) und ISAS (Institute of Space and Astronautical Science).

Projekte (Auswahl)


- My Trägerraketen
- H-2 und H-2A Trägerraketen
- Mars-Orbiter Planet-B / Nozomi
- Asteroidenmission mit Sample-Return MUSES-C/Hayabusa
- Mondsonde SELENE (in Entwicklung)
- Venus-Sonde Planet-C (In Entwicklung)
- Modul Kibo für die Internationale Raumstation (In Entwicklung, wird das erste bemannte japanische Objekt im All sein)
- Unbemannter Raumtransporter H-2 Transfer Vehicle (HTV, In Entwicklung)
- Überschallflugzeug (In Entwicklung)

Weblinks


- [http://www.raumfahrer.net/raumfahrt/bemannt/jaxa.shtml Die neue japanische Raumfahrtagentur JAXA] (dt.)
- [http://www.jaxa.jp/index_e.html JAXA Homepage] (Englisch) Kategorie:Raumfahrtorganisation ja:宇宙航空研究開発機構

Japan

Japan (jap. 日本 Nihon/Nippon; ) ist nach Indonesien, Madagaskar und Papua-Neuguinea der viertgrößte Inselstaat der Welt. Er liegt im Pazifik vor den Küsten Russlands und Koreas. Der Landesname setzt sich aus den Zeichen 日 (Aussprache ni, in der Bedeutung „Tag“ oder „Sonne“) und 本 (Aussprache hon, in der Bedeutung „Ursprung“ oder „Wurzel“) zusammen. Japan ist deshalb auch bekannt als „Land der aufgehenden Sonne“. Sowohl der frühere mythologische Name Cipangu als auch Japan leiten sich vermutlich von der chinesischen Aussprache der Schriftzeichen (chin. 日本國 rìbĕnguó) ab. Mit Japan befasst sich ein eigener Bereich der Kulturwissenschaft und Landeskunde, die Japanologie.

Geographie

Japanologie Hauptartikel: Geographie Japans Japan ist eine Inselkette, die sich entlang der Ostküste Asiens erstreckt. Die Hauptinseln sind Hokkaidō im Norden, die zentrale und größte Insel Honshū, sowie Shikoku und Kyūshū im Süden. Dazu kommen ca. 3.000 kleinere Inseln, die sich vor allem in der Seto-Inlandsee und als Ryūkyū-Inseln konzentrieren. Über den gesamten Archipel verläuft eine Gebirgskette, die ungefähr 73% der Landmasse Japans ausmacht. Der höchste Berg Japans ist der Fujisan auf der Hauptinsel Honshū mit 3.776 m über dem Meeresspiegel. Nur in den Regionen Kantō (Großraum Tōkyō) und Kansai (Kyōto - Ōsaka - Kōbe) finden sich größere Ebenen. Beide sind dicht besiedelt und der Standort gleich mehrerer Millionenstädte. Auf Grund des Mangels an Flachland werden Berghänge durch Terassenfeldbau kultiviert.

Regionale Einteilung

Hauptartikel: Regionen Japans Japan ist in acht Regionen eingeteilt: Hokkaidō, Tōhoku, Kantō, Chūbu, Kansai, Chūgoku, Shikoku und Kyūshū. Diese Einteilung ist historisch begründet und spielt heutzutage nur eine untergeordnete Rolle. Politisch ist Japan in Präfekturen gegliedert (siehe Politik).

Klima

Aufgrund der Nord-Süd-Ausdehnung des Landes ist das Klima in Japan sehr unterschiedlich ausgeprägt, die Inselkette erstreckt sich von der kalt-gemäßigten Klimazone in Hokkaidō, mit kalten und schneereichen Wintern, bis in die Subtropen in Okinawa. Dazu kommt der Einfluss von Winden - im Winter vom asiatischen Kontinent zum Meer, und im Sommer vom Meer zum Kontinent. Im späten Juni und frühen Juli fällt im Süden ein Großteil des Jahresniederschlages als monsunartige Regenfront (jap. 梅雨前線 baiu zensen), außerdem ist diese Zeit Taifun-Saison mit bis zu zwanzig Wirbelstürmen jährlich. Japan kann wegen seiner breit gefächerten geographischen Verhältnisse in sechs Hauptklimaregionen eingeteilt werden:
- Hokkaidō: nicht sonderlich starke Niederschläge, aber während der langen kalten Winter größere Schneeverwehungen
- Japanisches Meer: Der Nordwestwind im Winter bringt starken Schneefall. Im Sommer ist diese Region kühler als die pazifische Region, jedoch gibt es hier öfter Föhn.
- Zentrales Hochland (Chūo-kochi): starke Temperaturunterschiede zwischen Sommer und Winter sowie Tag und Nacht, geringe Niederschläge
- Seto-Inlandsee: Die Berge der Region Chūgoku und Shikoku halten den Wind auf und führen zu einem ganzjährig milden Klima.
- Pazifikregion: kalte Winter mit geringem Schneefall und heiße trockene Sommer
- Nansei-shoto (Ryūkyū-Inseln): Subtropisches Klima mit warmen Wintern und heißen Sommern. Starke Niederschläge vor allem während der Regenzeit, regelmäßig auftretende Taifune. Bild:Klima wakkanai.png|Klimadiagramm Wakkanai (Hokkaidō) Bild:Klima tokio.png|Klimadiagramm Tokio (Honshū) Bild:Klima kagoshima.png|Klimadiagramm Kagoshima (Kyūshū)

Naturerscheinungen

Kyūshū] Japan liegt an der geologischen Bruchzone dreier tektonischer Platten (die Eurasische Platte im Westen und Norden, die Philippinische Platte im Süden und die Pazifische Platte im Osten). Von seinen etwa 240 Vulkanen, die zum pazifischen Feuerring gehören, sind 40 aktiv. In der gesamten Region gibt es nahezu täglich leichtere Erdbeben, in größeren Abständen auch schwere (z. B. Großes Kanto-Erdbeben 1923, Erdbeben von Kōbe 1995). Jedes Jahr findet zum Jahrestag des Kanto-Erdbebens im September eine Übung zum Katastrophenschutz statt. Im Spätsommer beginnt die Taifun-Saison, bei der vor allem der Süden und Südwesten Japans von über dem Pazifischen Ozean entstehenden Wirbelstürmen heimgesucht wird (z. B. von Tokage im Oktober 2004). In den letzten tausend Jahren starben in Japan über 160.000 Menschen durch Tsunamis (durch unterseeische Erdbeben ausgelöste Flutwellen). Das Land verfügt heutzutage durch Messbojen im Pazifik über ein effektives Tsunami-Frühwarnsystem. Für die Bevölkerung finden regelmäßig Trainingsprogramme statt, viele japanische Küstenstädte schützen sich durch das Errichten riesiger Deiche. Diese Wälle aus Stahlbeton sind teilweise 10 Meter hoch, bis zu 25 Meter breit und mit stabilen Metalltoren ausgestattet.

Die zehn größten Städte

Tōkyō (Tokio) (8.340.000 Einwohner) – Yokohama (3.375.500) – Ōsaka (2.639.700) – Nagoya (2.213.700) – Sapporo (1.874.900) – Kōbe (1.523.900) – Kyōto (1.469.500) – Fukuoka (1.400.100) – Kawasaki (1.315.900) – Hiroshima (1.155.600) – Sendai (1.027.500) siehe auch: Städte in Japan

Infrastruktur

Städte in Japan]Die gut ausgebauten Bahntrassen Japans haben eine Gesamtlänge von 23.577 km. Das entspricht Platz 14 (Stand 2004) der Weltrangliste (zum Vergleich: Deutschland liegt mit 46.142 km auf Platz 9; Stand 2004; Quelle: CIA World Factbook). Die Nord-Süd-Verbindung des Shinkansen ist die Lebensader des Landes. 1964, zu den Olympischen Spielen wurde das erste Teilstück von Tōkyō nach Osaka eröffnet, damit können die Japaner als Erfinder des modernen Hochgeschwindigkeitszugs gelten. Durch kleine Strecken der sieben Nachfolgegesellschaften der privatisierten Staatsbahn JR, durch Privatbahnen, Überlandbusse und Fähren ist nahezu jedes Dorf und jede kleine Insel in Japan an das Netz angeschlossen. In den Städten gibt es exzellente Nahverkehrsverbindungen, U-Bahnen wie in Tōkyō, Osaka, Kyōto und vielen anderen, Straßenbahnen wie in Hiroshima oder Matsuyama und natürlich Busse. Auch ungewöhnliche Lösungen finden sich in Japan, wie die Einschienenbahn Kitakyūshū. Bahn- sowie Nahverkehrsbeförderungsgebühren schwanken stark nach Region und Betreibergesellschaft, sind aber wegen fehlender staatlicher Subventionierung im allgemeinen hoch. Ein Auto besitzt in Japan in erster Linie die Landbevölkerung und die obere Mittelklasse. Da die Städte sehr dicht bebaut sind, müssen Japaner in den Ballungsräumen nachweisen, dass sie einen Parkplatz besitzen, bevor sie sich ein Auto kaufen können. Es sind rund 45 Millionen Autos im Land zugelassen. In Wohngegenden sind die Straßen sehr eng und haben keine Bürgersteige. Es gibt im Straßenbild auch kaum LKWs, denn nur schmale Kleinlaster kommen in den engen Gässchen überall durch, um kleine Läden oder die an jeder Ecke vorhandenen Getränkeautomaten zu beliefern. Das japanische mautpflichtige Autobahnnetz umfasst rund 7.000 Kilometer, weitere 2.000 sind in Planung. Das Netz ist in staatlicher Hand, die Betreibergesellschaften wurden jedoch im Jahr 2005 in private Gesellschaften in öffentlichem Besitz umgewandelt und sollen eventuell verkauft werden. Auf den Autobahnen herrscht ein Tempolimit von 110 km/h. In Japan herrscht Linksverkehr. Linksverkehr Das gut ausgebaute Straßen- und Bahnnetz ist umso erstaunlicher, wenn man bedenkt, dass im bergigen Inland und zwischen den Inseln viele Tunnel und Brücken nötig sind, und dass die Infrastruktur ständig durch Erdbeben, Taifune und Vulkanausbrüche gefährdet ist. Strom- und Telefonleitungen sind in Japan grundsätzlich oberirdisch geführt, damit man sie im Katastrophenfall schnell wieder herstellen kann. Ein Problem sind allerdings die unterirdischen Gasleitungen, die meisten Japaner kochen mit Erdgas. Bei Erdbeben brechen dadurch schnell Feuer aus. Zur japanischen Infrastruktur gehört deswegen auch ein dichtes Netz an Katastrophenwarnsystemen und Rettungsinseln. Auch mit Häfen und Flughäfen ist Japan gut ausgestattet, da Japan auf Grund seiner Insellage sämtlichen internationalen Verkehr per Schiff oder Flugzeug abhandeln muss. Die größten Flughäfen sind Tokyo Narita, Kansai International Airport und der zur EXPO Aichi 2005 neu eröffnete Central Japan International Airport. Da ebenes Land in Japan immer knapp ist, wurden die letzten zwei der drei auf künstlichen Inseln im Meer errichtet. Bei Kitakyūshū ist eine weitere solche Flughafeninsel in Bau. Ebenfalls gut ausgebaut ist das Telefonnetz, mittlerweile sind schnelle Internetzugänge Standard und nahezu die gesamte Bevölkerung vom Schulkind bis zum Greis besitzt ein Handy. Japaner begeistern sich schnell für neue technische Spielereien, und man kann davon ausgehen, dass auch in Zukunft viele neue Erfindungen auf diesem Gebiet zuerst auf dem japanischen Markt zu finden sein werden.

Flora und Fauna

Handy Handy Handy Das Japanische Archipel erstreckt sich in einem langen Bogen von Norden (45. Breitengrad, Hokkaidō) nach Süden (20. Breitengrad, Okinotorishima). Im Inland finden sich eine Reihe Gebirgsketten, die die Baumgrenze überschreiten, außerdem gehört zu Japan eine größere Zone im Ostpazifik. Verglichen mit der Enge des Lebensraums, findet sich in Japan eine Vielzahl von Arten. Durch die Position als vorgelagerte Inselgruppe hat sich eine zwar mit „Kontinentalasien“ verwandte, aber eigenständige Flora und Fauna entwickelt. Besonders erwähnt seien hier die Ogasawara-Inseln (auch: Bonin-Inseln), 1000 km südöstlich von Tōkyō, die wegen ihren endemischen Spezies oft mit den Galapagos-Inseln verglichen werden. Japan liegt am Schnittpunkt von drei Ökoregionen. Die Hauptinseln und die nahegelegenen Nachbarinseln sind Teil der Paläarktischen Ökozone. Die Ryūkyū-Inseln sind Teil der Indomalaischen Region, während die Ogasawara-Inseln zu Ozeanien gerechnet werden. Ozeanien Säugetiere: An Großsäugetieren gibt es unter anderem den Braunbär auf Hokkaidō, auf Honshu den asiatischen Schwarzbären, Sikahirsche, und den Japanischen Serau (eine Ziegenantilope). Unter den einheimischen Arten findet sich auch der Japanmakak, der auf der Shimokita-Halbinsel (Präf. Aomori) heimisch ist und damit die nördlichste Affenpopulation der Welt bildet. Die starke Verstädterung an den Küsten und auf den Japanischen Ebenen hat dazu geführt, dass einige Säugetierarten ausgestorben sind, so der japanische Wolf (Canis lupus hodophylax), der japanische Seelöwe (Zalophus californianus japonicus), der Seeotter und der Fischotter. Hunde und Katzen gibt es in Japan in einer breiten Auswahl an Rassen. Als die japanische Hunderasse wird der Shiba Inu angesehen. Vögel: In Japan sind über 500 verschiedene Vogelarten gesichtet worden. Da die Inselgruppe in jeder Richtung von Meer umgeben ist, ist eine Vielzahl davon Wasservögel. Von Nord nach Süd ist Japan eine wichtige Zwischenstation für Zugvögel. In Sibirien brütende Vögel finden hier ihr Winterquartier, während die in Japan brütenden Vögel im Winter in Richtung Südostasien ziehen. Auf diese Art findet eine Vielzahl von Vogelarten ihren Weg nach Japan. In den Städten finden sich Krähen (besonders die Aaskrähe), Spatzen, Tauben und Rauchschwalben. Nationalvogel ist der Buntfasan. Der japanische Haubenibis (jap. toki, トキ) ist vom Aussterben bedroht. Fische: Die japanischen Küstengewässer sind von kalten und warmen Meeresströmungen durchzogen, an deren Berührungslinien gute Wachstumsbedingungen für Plankton bieten. Das Land liegt an einer Belastungskante der Kontinentalplatten, durch deren Verschiebungen sich eine zerklüftete Küstenlinie gebildet hat. Dadurch bietet sich ein guter Lebensraum für eine Vielzahl von Fischarten (ca. 1337), und die Küste von Sanrikuoki (三陸沖, in der Präfektur Iwate) bis hoch zu den Kurilen ist einer der drei reichsten Fischgründe in der Welt. Auch in den Flüssen gibt es eine reichhaltige Zahl von Fischarten, auch begünstigt durch das regenreiche Klima. In den Brackwassergebieten der Flussmündungen gibt es eine Vielzahl von Muscheln. Problematisch ist die Wasserverschmutzung und die Betonierung der Flussbetten, die zu einem Aussterben zahlreicher Arten geführt hat. In den Siebzigern gab es eine starke Umweltbewegung, die erste Erfolge dagegen verbuchen konnte. Die Vielfalt der japanischen Fischwelt lässt sich auch als Tourist erleben, denn Tauchen ist in Japan ein beliebter Freizeitsport und in vielen Städten gibt es große Aquarien. Flora: Japan ist zu rund 75% mit schwer zugänglichen Bergwäldern bedeckt, ein Umstand, der des Öfteren vergessen wird, wenn über die Betonmeere der modernen Metropolen berichtet wird. Durch den vulkanischen Ursprung der Inseln ist eine Vielzahl der einheimischen Arten auf eben diese Umgebungen spezialisiert. Kulturpflanzen: Wichtigste Kulturpflanze in Japan ist der aus Korea eingeführte Reis, genau genommen Oryza sativa japonica (Kurzkornreis), historisches Arme-Leute-Essen ist allerdings die Hirse, da der Reis als Steuer entrichtet werden musste. Das Stroh wird für die Herstellung von Tatami verwendet. Ebenfalls angebaut werden verschiedene Bohnensorten, unter anderem die Adzukibohne, und eine Reihe von Gemüsen, darunter Ingwer, Rettich und Spinat. Heimisch sind außerdem verschiedene Zitrusfrüchte wie die Natsumikan, darüber hinaus wurde eine Reihe von Obst- und Gemüsesorten eingeführt. Zur traditionellen Küche gehören außerdem Seetang (u.a. Nori) und Meeresalgen (Wakame). Traditionelle japanische Häuser werden unter anderem aus dem Holz der Sicheltanne gebaut. Von nationaler Bedeutung sind auch die Teepflanze und verschiedene Binsenarten zur Herstellung der Tatamimatten (igusa - Flatterbinse, toushingusa - Dochtbinse).

Gesellschaft

Tatamimatten Hauptartikel: Gesellschaft Japans Die letzte Volkszählung aus dem Jahr 2004 weist eine Gesamtbevölkerung Japans von 127 Mio. Menschen aus. Die japanische Gesellschaft ist ethnisch und linguistisch weitgehend homogen. Trotzdem lassen sich in Japan unterschiedliche Bevölkerungsgruppen ausmachen, in erster Linie nach Generation, Mann und Frau, Bildungsstand und direkt damit zusammenhängend Erwerbssituation und Einkommen sowie nach Stadt und Land. Aktuelle Probleme der japanischen Gesellschaft sind ein Rückgang der Geburtenrate, Überalterung und Jugendarbeitslosigkeit.

Minderheiten


- Die zahlenmäßig größte Minderheit Japans sind die etwa 650.000 koreanischstämmigen Japaner, die seit Generationen in Japan leben, aber größtenteils nicht die japanische Staatsangehörigkeit besitzen. Die Annahme der japanischen Staatsbürgerschaft würde unter anderem auch das Annehmen eines japanischen Familiennamens voraussetzen, was einen Verlust der koreanischen Identität und Assimilation bedeuten würde und daher von einigen Koreanern abgelehnt wird.
- Die indigene Minderheit der Ainu auf der nördlichen Insel Hokkaidō stellt heute nur noch einige zehntausend Mitglieder.
- Die Buraku (auch: Burakumin) sind ethnische Japaner, deren Vorfahren nach shintoistischer und buddhistischer Auffassung unreine Berufe ausübten, daher sind sie noch heute sozial ausgegrenzt.
- Eine weitere Minderheit sind japanischstämmige Südamerikaner, meist Brasilianer, die wieder in das Land ihrer Vorfahren eingewandert sind.
- Ebenfalls in Japan leben zahlreiche Gastarbeiter aus arabischen Ländern, Indien und Südostasien.

Sprache und Schrift

Hauptartikel: Japanische Sprache und Japanisches Schriftsystem Die Landessprache ist Japanisch und wird von nahezu der gesamten Bevölkerung gesprochen, auch von den meisten Minderheiten. Es existieren zahlreiche regionale Dialekte. In der Schule wird Englisch als erste Fremdsprache gelehrt, es wird jedoch häufig kritisiert, dass der japanische Englischunterricht sich zu sehr auf das Bestehen des TOEIC-Tests konzentriert und nur unzureichende Kommunikationsfähigkeiten vermittelt. Häufigste zweite Fremdsprache ist Chinesisch. Die Japanische Sprache verwendet neben den chinesischen Schriftzeichen (jap. Kanji) auch zwei eigene Silbenschriftsysteme (Hiragana und Katakana). Straßen, Bahnhöfe und Ähnliches sind meist in Kanji und in lateinischer Umschrift (Rōmaji) beschildert.

Wissenschaft und Bildung

Hauptartikel: Bildung in Japan
siehe auch: Liste der Japanischen Universitäten, Hochschulen und Fachhochschulen Bildung hat in Japan, beeinflusst durch den Konfuzianismus, einen sehr hohen Stellenwert. Abgängern der angesehenen Universitäten stehen in Japan alle Türen offen. Es ist jedoch schwer, einen solchen Studienplatz zu ergattern, die Härte der japanischen Universitätseingangsprüfungen ist berüchtigt.

Schule

Konfuzianismus Hauptartikel: Schule in Japan
- Das Schulsystem ist eingeteilt in Grundschule (6 Jahre), Mittelschule (3 Jahre) und Oberschule (3 Jahre).
- Die Schulpflicht beträgt neun Jahre.
- Das Schuljahr in Japan beginnt stets am 1. April.
- Die Schulferien sind im ganzen Land einheitlich (Neujahr: 2 Wochen, März/April: 2 Wochen, Juli/August: 6 Wochen)
- Öffentliche Schulen haben die 5-Tage-Woche, private Schulen oft die 6-Tage-Woche.
- Während der Schulpflicht gibt es ein Sitzenbleiben wie in Deutschland nicht, praktisch jeder Schüler wird automatisch versetzt.
- Die schulische Bildung beginnt im Kindergarten, aber er ist nicht Teil der Schulpflicht. Da in Japan allgemein viel Wert auf das gemeinsame Lernen und Zusammenleben gelegt wird, findet im Kindergarten und der Grundschule viel Gruppenarbeit statt.

Bibliothekswesen

Hauptartikel: Japanisches Bibliothekswesen

Forschung

Nach dem Zweiten Weltkrieg konzentrierte sich die Forschung ganz auf die Entwicklung neuer Produkte für die Industrie. Hierbei fand eine sehr enge Kooperation zwischen den Entwicklungsabteilungen der großen Firmen und den Universitäten statt. Erst durch Reformen in den 1980er Jahren wird auch verstärkt Grundlagenforschung gefördert. Momentanes großes Thema ist die Entwicklung von Robotern, wie die Expo 2005 beeindruckend gezeigt hat. Das Hauptthema der Sozialwissenschaften der 1980er Jahre war Nihonjinron, der japanische Versuch der Identitätsfindungen nach den rasanten Wandlungen der letzten anderthalb Jahrhunderte.

Nobelpreisträger


- Physik: Hideki Yukawa (1949) - Shinichiro Tomonaga (1965) - Esaki Reona (1973) Masatoshi Koshiba (2002)
- Chemie: Fukui Kenichi (1981) - Shirakawa Hideki (2000) - Noyori Ryoji (2001) - Tanaka Koichi (2002)
- Medizin: Tonegawa Susumu (1987)
- Literatur: Kawabata Yasunari (1968) - Oe Kenzaburo (1994)
- Frieden: Sato Eisaku (1974)

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte Japans; Periodisierung der japanischen Geschichte ;Jōmon-Periode: In der Zeit von 10.000 v. Chr. bis etwa 300 v. Chr. wanderten Menschen (vermutlich) aus Zentralasien, Sibirien und dem südpazifischen Raum in das Gebiet des heutigen Japan ein. ; Yayoi-Periode: Erste bestätigte Kontakte mit dem chinesischen Reich gab es von etwa 300 v. Chr. bis etwa 300 n. Chr. ; Kofun-Periode: Große Schlüsselgräberanlagen stammen aus der Kofun-Periode von etwa 300 bis 710 n. Chr. Es gab einen engen politischen Kontakt mit dem Nachbarland Korea und Einwanderung von Korea nach Japan. ; Nara-Epoche (710784): In der Nara-Periode wurde der Buddhismus stark gefördert. Die Staatsform lehnte sich an das chinesische Vorbild an. Übernahme der Chinesischen Schrift. ; Heian-Epoche (7941185): Aufschwung der höfischen Kultur in Heian-kyō (Kyoto), vor allem Dichtkunst und Literatur. Die Macht des Kaisers wurde allmählich geschwächt und Kriegerfamilien etablierten sich. Zum Ende der Heian-Periode begründete die Minamoto-Familie das erste Shōgunat. ; Kamakura-Epoche (11921333): Während der Kamakura-Periode unternahm Kublai Khan zwei Invasionsversuche. Er wurde jedoch von später als göttlich interpretierten Taifunen (神風 Kamikaze, Götterwind) abgewehrt. ; Muromachi-Epoche (13381573): Die mächtigen unabhängigen Daimyō unterhielten ihre eigenen Armeen. Das Shogunat verlor die Kontrolle, und die „Zeit der streitenden Reiche“ (戦国時代 sengoku jidai) begann. ; Sengoku-Epoche (14771603): Die drei Reichseiniger (Oda Nobunaga, Toyotomi Hideyoshi, Tokugawa Ieyasu) beendeten in der Azuchi-Momoyama-Epoche (1568 bis 1603) den über 100-jährigen Bürgerkrieg. ; Edo-Ära (1603 – 1867): In der Edo-Periode schottete sich Japan vom Rest der Welt ab. Die Tokugawa-Familie behielt für über 250 Jahre die Kontrolle über die anderen Daimyō. 1854 segelte US-Admiral Matthew Perry mit seiner Flotte von vier Kriegsschiffen unbehelligt in den Hafen von Tōkyō, um einen Brief des US-Präsidenten Millard Fillmore zu übergeben, in dem dieser die Tokugawa-Regierung zum offenen Handel mit den USA auffordert. Die Leichtigkeit, mit der Perry in den Hafen einlaufen konnte, offenbarte die Schwäche des Tokugawa-Regimes. Dies führte zu einem Aufstand regionaler Herrscher und mündete letztlich in eine Wiedereinsetzung des Kaisers, der allerdings wenig reale politische Macht erhielt. USA ; Meiji-Ära (18681912): Die Reform des Kaiserhauses unter dem Meiji-Tennō ab 1868 (Meiji-Restauration und Moderne) beendete die Zeit des Kriegeradels und läutete die Moderne ein. Das Land erhielt eine moderne Verfassung und ein Parlament, so dass Japan eine konstitutionelle Monarchie wurde. Korea wird 1910 von Japan besetzt, wodurch die Beziehungen noch heute belastet werden. ; Taishō-Ära (1912 – 1926): Im Ersten Weltkrieg (1914 bis 1918) stand Japan auf Seiten der Alliierten. Die Taishō-Ära war durch kulturelle Dynamik und wirtschaftlichen Aufschwung gekennzeichnet. Es war auch eine Zeit der demokratischen Experimente mit einem parlamentarischen System. Letztendlich scheiterte die Demokratie durch Instabilität (ähnlich wie in Deutschland während der Weimarer Republik). Das Militär übernahm die effektive Kontrolle und läutete die Shōwa-Ära ein. ; Shōwa-Ära Teil 1 (1926 – 1945): 1931 Besetzte Japan den Nordosten Chinas und gründete 1932 den abhängigen Staat Mandschuko (Mandschurei). 1937 attackierte Japan China und begann damit den Zweiten Weltkrieg in Asien. Japan vertreibt die europäischen Kolonialmächte aus den südostasiatischen Ländern, um sein eigenes Kolonialreich aufzubauen. Im Dezember 1941 griffen japanische Truppen den US-Stützpunkt Pearl Harbor im Pazifik an und forderte so die USA heraus. Damit weitete sich der Zweite Weltkrieg auf den Pazifischen Ozean aus. Nicht nur in China, sondern auch in den anderen japanisch besetzten Gebieten Südostasiens geschahen Kriegsverbrechen. 1945 näherten sich die alliierten Truppen den japanischen Inseln, doch besonders auf den kleineren Inseln tobten noch heftige Kämpfe. Der Kaiser , sowie der Premierminister und seine Anhänger wollten Friedensverhandlungen aufnehmen, doch der Militaristische Clan hatte mehr Macht, vor allem über die Armee, was zu einer Weiterführung des Krieges führte. Am 6. August 1945 warfen die US-Amerikaner eine Atombombe über der Stadt Hiroshima und am 9. August eine weitere über Nagasaki ab. Unter dem Eindruck der Atombombenabwürfe kapitulierte Japan am 15. August 1945 bedingungslos, der Kaiser verlas um 12.00 Uhr mittags die Kapitulation, welche über Radio übertragen wurde. Noch heutzutage leiden viele Menschen und ihre Nachkommen unter den Folgen der Strahlenkrankheit (s. Hibakusha). ; Shōwa-Ära Teil 2 (1945 – 1989): Nach der Kapitulation beginnt der Wiederaufbau, zuerst unter General McArthur, dann in Eigenregie. Vom ehemaligen Kriegsgegner USA wird Japan als Vorposten gegen den Kommunismus in das westliche Bündnissystem integriert. Eine rasante wirtschaftliche Entwicklung setzt ein, in der Japanische Firmen Schritt für Schritt Marktanteile in allen wichtigen Schlüsselindustrien erobern. Japan erweist sich als stabile, friedliche Demokratie. ; Heisei-Ära (1989 – heute): Faule Bankenkredite und überbewertete Immobilien lassen Anfang der 90er die Bubble Economy platzen, und Japan rutscht in eine Phase von Deflation und hoher Staatsverschuldung, die wirtschaftliche Stagnation auf hohem Niveau bedeutet. Langsam werden Unternehmen und Banken saniert, der versprochene neue Boom bleibt bis jetzt jedoch aus.

Religion

Staatsverschuldung]] Hauptartikel: Religion in Japan In Japan haben immer mehrere religiöse Glaubensformen nebeneinander bestanden. Die wichtigsten sind der Shintō, der sich von der japanischen Urreligion herleitet, und der Buddhismus, der Japan im 5. oder 6. Jh. erreichte. Die Besonderheit des japanischen Buddhismus liegt darin, das er in viele verschiedenen Sekten (Schulen) gegliedert ist. In Japan gibt es mit dem Zen-Buddhismus die strengste Form dieser Religion, aber mit dem Nichiren-Buddhismus auch die undogmatischste. Laut dessen Sektengründer Nichiren muss man nur einmal im Leben das sogenannte Lotus-Mantra aufsagen, um vollständig erlöst zu werden. Daneben gab es chinesische Einflüsse durch Taoismus und Konfuzianismus, die von Shintō und Buddhismus aufgenommen und integriert wurden. Heute gehören die meisten Japaner (über 80%) beiden Hauptreligionen an, daher kann man die religiöse Grundeinstellung in Japan als synkretisch bezeichnen. Das Christentum (etwa 3% der Bev.) spielt in der Geschichte Japans nur eine untergeordnete Rolle. Seit dem 2. Weltkrieg herrscht eine besonders große religiöse Toleranz in Japan: Um die 180.000 Religionsgemeinschaften werden als staatlich anerkannt angegeben.

Politik

2. Weltkrieg und Kaiserin Michiko]] Hauptartikel: Politik Japans

Verfassung

Hauptartikel: Japanische Verfassung Die geltende japanische Verfassung wurde am 3. November 1946 verkündet und trat am 3. Mai 1947 in Kraft. In ihr verpflichtet sich das japanische Volk den Idealen des Friedens und der demokratischen Ordnung. Die Verfassung wurde von der damaligen amerikanischen Besatzungsregierung unter General Douglas MacArthur ausgearbeitet, ist aber seitdem nicht geändert worden. In der Verfassung wird in Artikel 9 Absatz 1 Krieg als souveränes Recht abgelehnt, auch die Androhung militärischer Gewalt als Mittel zur internationalen Konfliktlösung ist verboten. Absatz 2 besitzt besondere Brisanz, da er Japan untersagt ein Militär zu unterhalten. Die japanischen Selbstverteidigungsstreitkräfte und insbesondere deren Auslandseinsätze im Irak und Afghanistan sind daher sehr umstritten. Laut eines Japan Times Artikels vom 29.10.05 arbeitet derzeit die LDP an einem Entwurf der Verfassung, in dem Artikel 9 in Teilen geändert werden soll. Absatz 1 bleibt unverändert bestehen, Absatz 2 soll jedoch gestrichen werden. Es wird ausdrücklich betont, das das Militär weiterhin nur der Selbstverteidigung dienen soll, aber auch der Sicherung internationalen Friedens und Sicherheit. Weiterhin wird die Unverletzlichkeit der Menschenrechte betont. Der Entwurf der Neufassung enthält noch einige weitere, bisher nicht aufgeführte individuelle Rechte u.a. der respektvolle Umgang mit Behinderten und Opfern von Straftaten sowie Schutz persönlicher Daten. Der Tennō hat nach der Verfassung rein repräsentative Funktion. Oberster Souverän nach der Verfassung ist das Volk, vertreten durch das Parlament. Das Parlament wählt den Premierminister, dieser beruft sein Kabinett.

Tennō

Hauptartikel: Tennō, Japanisches Kaiserhaus "Symbol des Staates und der Einheit des Japanischen Volkes" ist Akihito, der 125. Tennō (dt. Kaiser, wörtlich "vom Himmel (gesandter) Herrscher"). Rechtlich gilt er nicht als Staatsoberhaupt, und die souveräne Macht liegt allein beim Volk. Sein Vater, der Shōwa-Kaiser, hat 1945 bei der Kapitulation Japans die Göttlichkeit der japanischen Kaiser zurückgewiesen. Die Verfassung von 1946 gibt dem Kaiser keine direkte politische Entscheidungsgewalt, im modernen Japan ist sein Amt zeremonieller Natur. Er ernennt den von beiden Parlamenten gewählten Ministerpräsidenten und den Präsidenten des obersten Gerichtshofes, er verkündet die Gesetze und beruft das Parlament ein. Außerdem ist er oberster Priester des Shintō. Akihitos Regierungsdevise lautet heisei. Die Regierungsdevise wird auch als Jahresangabe in offiziellen japanischen Texten verwendet, beginnend mit dem Jahr der Thronbesteigung. Heisei 1 ist das Jahr 1989.

Politische Gliederung

siehe: Präfekturen Japans Japan ist ein zentralistischer Staat, der lediglich klar umrissene Aufgaben an die 47 Präfekturen zur Durchführung weitergibt. Innerhalb dieser Aufgaben sind die Präfekturen zwar relativ autonom, allerdings immer weisungsgebunden gegenüber der Zentralregierung und auch auf die Finanzierung durch den Zentralstaat angewiesen. Die 47 Präfekturen gliedern sich in Großstädte sowie Kleinstädte und Dörfer, die kommunale Ebene. Einzige Ausnahme ist die Präfektur Tokio, die in die 23 zentralen Stadtbezirke zum einen sowie umliegende Kleinstädte und Dörfer zum anderen aufgeteilt ist. Die Präfekturen sind in Größe und Bevölkerungsdichte sehr unterschiedlich. Die meisten entfallen auf die Hauptinsel Honshū, während beispielsweise die zweitgrößte Insel Hokkaidō nur eine einzige Präfektur hat. Innerhalb der präfekturalen und der kommunalen Ebene gibt es – im Gegensatz zum nationalen Parlamentarismus – ein präsidentielles System, innerhalb dessen einerseits die Regierungs- und Verwaltungschefs und andererseits die Gemeindeversammlungen und Präfekturparlamente autonom gewählt werden.

Gesetzgebung

Regierung] Das Parlament ist das höchste Organ der Staatsgewalt und die einzige gesetzgebende Körperschaft Japans. Es ist zweigeteilt in Oberhaus und Unterhaus (auch Abgeordnetenhaus oder Repräsentantenhaus). Im Unterhaus sitzen seit den Reformen in den Jahren 1993 bis 1996 nur noch 480 Parlamentarier, im Oberhaus gibt es 247 Sitze. Von den 480 Sitzen des Abgeordnetenhauses werden 300 in Ein-Mandat-Wahlkreisen nach dem Mehrheitswahlrecht und 180 in 11 regionalen Distrikten nach dem Verhältniswahlrecht gewählt. Passives Wahlrecht für das Abgeordnetenhaus erhalten alle Männer und Frauen mit dem vollendeten 25. Lebensjahr, für das passive Wahlrecht im Oberhaus muss das 30. Lebensjahr vollendet sein. Wahlberechtigt sind alle japanischen Männer und Frauen mit vollendetem 20. Lebensjahr.

Parteien


- Die Liberaldemokratische Partei (LDP, jap. jiyūminshutō 自由民主党)
- Die Demokratische Partei (minshu-tō 民主党)
- Die Partei für eine saubere Regierung (jap. kōmeitō 公明党, engl. CGP, Clean Government Party)
- Die Kommunistische Partei Japans (jap. kyōsantō 共産党)
- Die Sozialdemokratische Partei Japans (jap. shakaiminshūtō 社会民主党)

Außenpolitik

Hauptartikel: Außenpolitik Japans Die Hauptpunkte von Japans Außenpolitik nach dem Zweiten Weltkrieg sind eine feste Bindung an die USA, Scheckbuchdiplomatie, ein in der Verfassung festgeschriebener Verzicht auf militärische Aggression, und Gebietsstreitigkeiten mit den Nachbarn Sowjetunion / Russland, VR China und Südkorea. Die nördlich von Japan liegenden Südkurilen gehören seit 1945 zur Sowjetunion (ab 1990 dem Nachfolgestaat Russland), werden aber von Japan beansprucht. Dieser Konflikt ist ein andauerndes Problem in den japanisch-russischen Beziehungen. Die kleine Inselgruppe Takeshima (koreanisch: Dokdo) wird von Südkorea verwaltet und von Japan beansprucht, nachdem sie während der Zeit des japanischen Imperialismus etwa 40 Jahre lang zu Japan gehörten. Im Frühling 2005 hat die Einführung eines Takeshima-Tages in einer japanischen Präfektur erneut Zorn in der koreanischen Bevölkerung hervorgerufen. Besitzansprüche hat Japan neben der Volksrepublik China und Taiwan auch auf die Senkaku-Inseln (chin.: Diaoyu). In der Nähe der Inseln werden Rohstoffe vermutet. Die Beziehungen zu vielen asiatischen Staaten - insbesondere zur Volksrepublik China, Südkorea und Nordkorea - sind vor allem wegen einer verpassten Aufarbeitung der imperialistischen Geschichte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts weiterhin angespannt. Die enge ökonomische Verflechtung und das Weltinteresse an einem Frieden in der Region machen kriegerische Konflikte jedoch unwahrscheinlich; stattdessen flammen immer wieder symbolische Krisen auf. Gemäß der Verfassung hielt sich Japan lange Zeit aus sämtlichen internationalen bewaffneten Konflikten heraus und forcierte stattdessen eine auf Freihandel ausgerichtete multilaterale Handelspolitik. Im Januar 2004 stimmte das Parlament jedoch zum ersten Mal seit 1945 der Entsendung japanischer Soldaten in ein fremdes Land zu, nämlich in den Irak. Während Ministerpräsident Koizumi darin einen Beweis für die engen freundschaftlichen Beziehungen zu den USA sieht, betrachten viele Japaner das als Verfassungsbruch.

Militär

Hauptartikel: Japanisches Militär Im Artikel 9 der Japanischen Verfassung verzichtet Japan auf das Recht souveräner Staaten zur Kriegsführung. Diese Klausel ist in der Welt einmalig, sie wurde nach der Niederlage Japans im zweiten Weltkrieg aufgenommen, um eine erneute militaristische Aggression zu verhindern. Der Artikel erlaubt es jedoch, Truppen zur Selbstverteidigung zu unterhalten. Während der alliierten Besatzung wurde eine Polizeireserve gebildet, mit der Souveränität 1953 wurde aus diesen ein Jahr später die Selbstverteidigungsstreitkräfte gegründet, aufgeteilt in Land-, See- und Lufttruppen. Um der Verfassung zu entsprechen, wird in der Bezeichnung grundsätzlich auf das Schriftzeichen gun (軍, "Armee") verzichtet. 1960 wurde eine militärische Allianz mit dem ehemaligen Kriegsgegner USA geschlossen. In Japan herrscht keine Wehrpflicht. Der Militärhaushalt betrug im Jahr 2004 45,4 Mrd. US-D. Dies entspricht 1% des BIP, Japan nimmt von den Militärausgaben her Rang 6 in der Welt ein. Bereits seit der Verabschiedung der japanischen Verfassung werden verschiedene Änderungen diskutiert, unter anderem auch eine Revision des Artikel 9, die jedoch auf Grund der hohen Hürden (Zweidrittelmehrheit in beiden Kammern des Parlaments und Volksabstimmung) nie zustande kamen. Den ersten internationalen Einsatz führen die Selbstverteidigungsstreitkräfte seit 2004 als Alliierte der USA im Irak durch, was in Japan eine intensive Diskussion um die Verfassungsmäßigkeit solcher Einsätze hervorgerufen hat. Der Aufbau der de-facto-Armee und der internationale Einsatz wird im linken Lager als Bruch der Verfassung gesehen, während das rechte Lager den Artikel 9 als von der amerikanischen Besatzungsregierung aufgezwungen ansieht und diesen kippen möchte. Von Seiten der Volksrepublik China wird häufig der Vorwurf hervorgebracht, dass in Japan ein neuer Militarismus im Entstehen begriffen ist. Historisch sind diese Ängste dadurch begründet, dass China im Antijapanischen Krieg großes Leid (geschätzte 18 Millionen zivile Opfer) zu beklagen hatte. An dieser Stelle erwähnt werden sollte allerdings, das Japan seit dem zweiten Weltkrieg keine militärische Aggression gezeigt hat und im Gegenteil ein aktiver Fürsprecher der atomaren Abrüstung war, China hingegen mehrere Konflikte mit seinen Nachbarn verursacht hat (Einmarsch in Tibet 1959, Indisch-Chinesischer Grenzkrieg 1962, Zwischenfall am Ussuri 1969, Chinesisch-Vietnamesischer Krieg 1979). Tatsächlich sehen militärische Bedrohungsszenarien in Japan in erster Linie eine Landung chinesischer Truppen an der Küste. Im Jahr 2005 wurde ein weiteres Konfliktgebiet deutlich, als Japan zum ersten Mal den Schutz Taiwans als Teil seiner Interessen definierte. Ein zweites Bedrohungsszenario bietet Nordkorea, das bereits mehrfach Raketen über japanisches Territorium gefeuert hat und die Weltöffentlichkeit im Jahr 2005 mit der Behauptung überrascht hat, Atomwaffen zu besitzen. Aus diesem Grund arbeitet Japan eng mit der USA an der Entwicklung eines gemeinsamen Raketenabwehrschilds. Das dritte Bedrohungsszenario ist ein terroristischer Anschlag, wie der Anschlag auf die Tokyoter U-Bahn durch die Ōmu Shinrikyō-Sekte im Jahr 1995 gezeigt hat. Durch das Engagement in Irak bestehen Befürchtungen, dass Japan auch Ziel islamistischer Gruppierungen werden könnte, entsprechende Hinweise hat es bereits gegeben.

Wirtschaft

Hauptartikel: Wirtschaft Japans Japan ist eine gelenkte Volkswirtschaft, die in den letzten Jahren zunehmend dereguliert und privatisiert wurde. Der Export im Jahr 2003 betrug 363 Milliarden Euro. Damit liegt Japan auf Platz 3 der exportstärksten Länder hinter Deutschland auf Platz 1 und den USA auf Platz 2. Eine gute Zusammenarbeit zwischen Staat und Industrie, eine starke "Arbeitermentalität", die Beherrschung von Hightech, ein großes Augenmerk des Staates auf Ausbildung und ein vergleichsweise geringes Verteidigungsbudget (1 % des Bruttoinlandproduktes) haben Japan geholfen, binnen kurzer Zeit hinter den USA und der EU die drittgrößte Wirtschaftsmacht der Welt zu werden. Spektakulär: über drei Jahrzehnte hinweg hatte Japan nur Wirtschaftswachstum zu verzeichnen: ein Durchschnitt von 10 % in den 1960ern, durchschnittlich 5 % in den 1970ern, und 4 % Wirtschaftswachstum in den 1980ern. Erst in den 1990ern wurde das Wirtschaftswachstum durch die Spätfolgen von Fehlinvestitionen während der späten 1980er stark gebremst. Staatliche Versuche zur Wiederbelebung des Wirtschaftswachstums haben zu kleinen Erfolgen geführt und wurden später während der Jahre 2000 und 2001 durch eine Verlangsamung der amerikanischen und asiatischen Märkte gehemmt. Das Regierungskabinett um Junichiro Koizumi hat Gesetze zur globalen P

Raumfahrt

Als Raumfahrt bezeichnet man Reisen oder Transporte in oder durch den
Weltraum. Der Übergang zwischen Erde und Weltraum ist fließend und wurde durch die FAI auf eine Grenzhöhe von 100 Kilometern festgelegt. Ein Raumfahrzeug muss zusätzlich auch noch die erste kosmische Geschwindigkeit von rund 7,9 km/s erreichen, um zu einem Erdsatelliten zu werden. Die klassische Trennung zwischen Luft- und Raumfahrt wird zunehmend durch die technische Entwicklung der Raumfahrzeuge aufgeweicht. Man unterscheidet zwischen
- bemannter Raumfahrt, bei der Menschen die Reise in den Weltraum antreten - zu ihr sind derzeit die USA, Russland und die Volksrepublik China in der Lage.
- unbemannter Raumfahrt, die das Befördern und den Betrieb von Satelliten und Sonden im Weltraum umfasst. Zu unbemannten Starts von eigenen Trägerraketen sind derzeit etwa zehn Länder und die ESA befähigt (siehe unten). ESA

Geschichte

Ein chronologische Liste der bisherigen Raumfahrtmissionen ist hier erreichbar:
- Liste der unbemannten Raumfahrtmissionen
- Liste der bemannten Raumfahrtmissionen
- Siehe auch Geschichte der Raumfahrt.

Allgemeines

Obwohl schon lange die Vorstellung von Reisen zum Mond oder anderen Planeten und Sternen bestand, wurde erst im 20. Jahrhundert mit der Entwicklung der Raketentechnik eine brauchbare und die bisher einzige Methode gefunden, die ausreichend lange so hohe Beschleunigung ermöglicht, dass ein dauerhaftes Verlassen des Planeten möglich wird.

Theoretische Grundlagen und Raketen-Pioniere

Die Theorie der Raumfahrt wurde unter anderem vom Russen Konstantin Ziolkowski (1857-1935) untersucht, der 1898 die mathematischen Grundprinzipien des Raketenantriebs formulierte (siehe Raketengrundgleichung). Auch der Siebenbürger Deutsche Hermann Oberth (1894-1989) stellte 1923 die Grundgleichung der Raketentechnik auf und zeigte wie Ziolkowski mit dem Konzept der Stufenrakete, wie man große Nutzlasten energetisch günstig in die gewünschte Flugbahn bringen kann. Von den ersten Ingenieuren und experimentellen Wissenschaftlern sei der Amerikaner R. H. Goddard (1882-1945) erwähnt, der ab etwa 1910 kleine Raketenmotoren entwickelte. 1926 gelang ihm der Start der ersten Flüssigkeitsrakete. Noch früher tätig war hierin der Südtiroler Astronom und Raketenpionier Max Valier (1895-1930). Er wagte als erster Europäer Experimente mit flüssigen Treibstoffen und baute u.a. ein Raketenauto (heute Deutsches Museum). Bei einem Labortest in Berlin explodierte ein Aggregat und ein Metallsplitter tötete den nur 35-Jährigen. Diese Grundlagenforschung enthusiastischer Einzelpersonen bis Anfang der 30er Jahre war Grundstock für die Entwicklung zur Hochtechnologie, die nur in Symbiose mit militärischen Interessen und staatlicher Finanzierung möglich war. Einen großen Anteil an solchen Weiterentwicklungen hatte Wernher von Braun (1912-1977) - von Peenemünde 1934 und der A4 (dem Vorbild vieler russischer und US-Raketen) bis zur Saturn V der Mondlandungen 1969-1972.

Militär und Industrie entdecken die Raumfahrt

Dieser Prozess setzte zunächst im Deutschen Reich ein, das in der neuen Technologie eine Möglichkeit erkannte, die Bestimmungen des Versailler Vertrags zu umgehen. Bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges entstand so der Forschungs- und Produktionskomplex Peenemünde unter Wernher von Braun, der schließlich die A4/V2-Rakete hervorbrachte. Diese erste Großrakete der Welt wurde als verheerende Fernwaffe vor allem gegen London und Antwerpen eingesetzt. Augrund der relativen Treffungenauigkeit und dem ausserordentlich schlechten Verhältnis aus Kosten und Zerstörungswirkung war dieser Raketenyp militärökonomisch eine Fehlentscheidung. Die Militärstrategen und Politiker der Sowjetunion und der USA erkannten das Potential der Raketentechnik, das vor allem darin lag, dass Raketen praktisch nicht abgefangen werden konnten und versuchten, aus dem besetzten Deutschland nicht nur Geräte und Blaupausen, sondern auch Know-How zu erbeuten. Damit begann bereits in den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges ein Wettlauf zwischen den beiden Staaten, der Jahrzehnte andauern sollte. Nach dem Krieg wurden sowohl vollständige Raketen, wie Produktionsanlagen und zahlreiche Wissenschaftler und Techniker in die USA und die Sowjetunion verbracht und bildeten dort die Grundlage der Raketenentwicklung für die nächsten Jahrzehnte.

Der Wettlauf ins Weltall im Kalten Krieg

Know-How Im nun einsetzenden Kalten Krieg kam der Raumfahrt vor allem eine massenpsychologische und propagandistische Bedeutung zu. Neben dem offensichtlichen militärischen Wert wurde sie von den Zeitgenossen als Messlatte für die Leistungsfähigkeit und Fortschrittlichkeit der beiden konkurrierenden Systeme wahrgenommen. Als Folge des so genannten Sputnikschocks im Oktober 1957 wurde der amerikanischen Öffentlichkeit schlagartig bewusst, dass die Sowjetunion den technologischen Rückstand fast vollständig aufgeholt hatte. Von diesem Zeitpunkt an wurde die Raumfahrt auch in den USA nach Kräften gefördert, und es kam zu einem regelrechten Wettlauf. Die sowjetische Raumfahrt erbrachte dabei zahlreiche bedeutende Erstleistungen. Sie brachten einen Monat nach dem Start von Sputnik 1 das erste Lebewesen, die Hündin Laika in den Weltraum. Am 12. April 1961 umkreiste Juri Alexejewitsch Gagarin als erster Mensch im Weltall die Erde und die Sonden Lunik 2 und Luna 9 führten 1959 und 1966 erstmals auf dem Mond eine harte bzw. weiche Landung durch. Dagegen konzentrierten sich die Anstrengungen der USA unter Präsident Kennedy auf die bemannte Mondlandung, die am 20. Juli 1969 mit einer halben Milliarde TV-Zuschauern das vielleicht größte Medienereignis zur Zeit des Kalten Krieges war. Obwohl die zivile Raumfahrtbehörde NASA im Mittelpunkt der Öffentlichkeit stand und steht, wurde die Entwicklung der Raumfahrt abseits der öffentlichkeitswirksamen Prestigeprojekte ausschließlich von militärischen Erwägungen bestimmt. Etwa drei Viertel aller Satellitenstarts bis heute dienten militärischen Zwecken. Die USA verfügten seit 1959 über Aufklärungssatelliten, seit 1960 über Wetter-, Navigations- und Frühwarnsatelliten. Das beiderseits stetig anwachsende Atomwaffenarsenal mündete schließlich im nuklearen Patt. Dieser höchst bedrohliche Aspekt der Raumfahrt, der sich ab den 70er Jahren auch in einer immer stärker werdenden Friedensbewegung niederschlug, hatte eine Reihe von Abrüstungsverträgen (START-Verträge) und Abkommen zur Begrenzung strategischer Waffensysteme (ABM-Vertrag) zur Folge. Die Sowjetunion führte ihre bereits in den 60er Jahren begonnenen Forschungen an Kopplungsmanövern, Langzeitflügen und Weltraumausstiegen von Kosmonauten über die erste Raumstation "Saljut 1" weiter bis zu gemeinsamen Kopplungsmanövern mit den USA 1975 und schließlich zur permanent bemannten Raumstation Mir. Ab den 70er Jahren spielte die Kommerzialisierung der Raumfahrt bzw. aus der Raumfahrtforschung hervorgegangener Technologien eine immer größere Rolle. Beispiele sind Nachrichten- und TV-Satelliten, CD-Spieler und zahllose mikroelektronische und informatische Anwendungen bis hin zu GPS und Digitalfotografie.

Kooperation und Globalisierung der Raumfahrt

Digitalfotografie Schon während der MIR-Ära konnte man eine verstärkte Kooperationsbereitschaft zwischen den USA und Russland beobachten. So dockte der Space Shuttle mehrmals an der alternden Raumstation an und trug damit wesentlich zum Erhalt bei. Die gemeinsamen Bemühungen mündeten schließlich in der Planung und dem Bau der Internationalen Weltraumstation (ISS). Nach dem Absturz der Raumfähre Columbia und einer Strategieänderung bei der NASA ist die Zukunft der ISS nach 2010 aber nicht mehr gesichert, da man in den USA ab diesem Zeitpunkt mit dem Space Shuttle die ISS nicht mehr bedienen will. Und so beschleunigt Russland nun den Bau des neuen Allround-Raumschiffes Kliper. Es soll vorbehaltlich der Finanzierung etwa im Jahr 2012 fertig sein. Russlands neuer Kosmosagentur-Chef Anatoli Perminow hat deshalb die europäische Weltraumorganisation ESA aufgefordert, sich an dem nach eigenen Angaben 350-Millionen-Dollar-Projekt zu beteiligen.

Weitere Raumfahrtnationen

Als Raumfahrtnation bezeichnet man ein Land, das in der Lage ist mit eigenen Trägerraketen eigene Satelliten in den Weltraum zu befördern. Zusätzlich werden hier Länder aufgeführt, die an Projekten eigener Trägerraketen arbeiten, jedoch bisher nicht erfolgreich waren (z.B. Brasilien).

Brasilien

Auch Brasilien versucht im Weltraum Fuß zu fassen. Bisher jedoch mit wenig Glück. 1997 stürzte die erste brasilianische Trägerrakete VLS-1 kurz nach dem Start in den Atlantik. 1999 musste eine Rakete kurz nach dem Abschuss zerstört werden und am 23. August 2003 forderte eine Explosion der Rakete VLS-1 auf dem Stützpunkt Alcântara im Bundesstaat Maranhao 21 Menschenleben. Bei einem Jahresetat von 30 Millionen US-Dollar ist selbst das Ziel, im Jahr 2006 wieder einen Satelliten aus eigener Kraft zu starten, nur schwer erreichbar, alleine die Reorganisation nach dem Unfall kostet 100 Millionen US-Dollar.

China

Seit längerem fördert die Volksrepublik China die Raumfahrt in verstärktem Maße. Am 15. Oktober 2003 hat es den ersten Taikonauten (Bezeichnung aus der englischen Presse für einen chin. Raumfahrer) mit einem Shenzhou-Raumschiff in die Erdumlaufbahn geschickt. Neben Russland und den USA ist China somit als drittes Land in der Lage, bemannte Raumflüge durchzuführen. Der Schwerpunkt des Landes liegt momentan auf der weiteren Entwicklung des Shenzhou-Programms. Geplant sind auch eine eigene Raumstation und eine unbemannte Mondlandemission bis zum Jahr 2020, der erste Start einer unbemannten Mondsonde mit dem Namen Chang'e 1 soll noch im Jahr 2006 stattfinden. Zum zweiten bemannten chinesischen Raumflug sind am 12. Oktober 2005 zwei Taikonauten vom Raumfahrtbahnhof Jiuquan in der Wüste Gobi gestartet und erfolgreich zurückgekehrt.

Europa

Europa hat mit der Ariane-Rakete eine marktbeherrschende Stellung beim Transport von kommerziellen Satelliten in den Weltraum eingenommen, nachdem zuvor in den 1960er und 1970er Jahren die Entwicklung einer eigenen Trägerrakete Europa erfolglos blieb. Nachdem die ESA in den 1980er Jahren sehr eng mit den USA zusammenarbeitete, beispielsweise mit dem Spacelab-Projekt, ergaben sich nach dem Fall des Eisernen Vorhangs auch andere Kooperationsmöglichkeiten. Erste Schritte wurden durch den Besuch von europäischen Astronauten auf der Raumstation Mir vollzogen.

Indien

Auch Indien verstärkt seine Raumfahrtaktivitäten und kann bereits auf mehrere im eigenen Land gebaute Satelliten und Trägerraketen verweisen. Den ersten erfolgreichen Satellitenstart führte Indien am 18. Juli 1980 aus. Nun ist für 2007 der Start einer eigenen Mondsonde angekündigt. Die internationale Kooperation, vor allem mit den USA, spielt dabei in der Strategie eine große Rolle, so werden bei der unbemannten Mondmission auch zwei amerikanische Instrumente eingesetzt werden. Weitere Triebfeder der Entwicklung ist der jetzige Staatspräsident Abdul Kalam. Er war früher für die Entwicklung des Raketen- und Raumfahrtprogramms des Landes zuständig und gilt neben Vikram Sarabhai als Vater der indischen Raumfahrt.

Israel

Israel führte 1988 den ersten erfolgreichen Start seiner Trägerrakete Shavit durch. Weitere Starts mit militärischen Ofeq-Satelliten als Nutzlast folgten.

Japan

In Japan werden ebenfalls eigene Trägerraketen, Satelliten und Raumsonden entwickelt. Daneben beteiligt sich Japan mit dem Kibo-Modul auch an der Internationalen Raumstation. Die sehr visionär ausgerichtete Weltraumpolitik konnte aber bisher nicht vollständig in die Praxis umgesetzt werden. Immer wieder führten Rückschläge und Finanzprobleme zu Verzögerungen, obwohl die Bevölkerung im Gegensatz zu den Europäern den Projekten aufgeschlossener gegenüber steht.

Südkorea

Seit 2002 plante Südkorea auf der Basis der eigenständig entwickelten Höhenforschungsrakete KSR eine eigene Trägerrakete mit der Bezeichnung „KSLV-I“ zu bauen, um kleine bis zu 100 Kilogramm wiegende Satelliten in den Weltraum transportieren zu können. Doch schon bald entschied die südkoreanische Regierung, dass Südkorea bis 2015 zu den zehn führenden Raumfahrtnationen gehören soll. Um die ehrgeizigen Pläne zu verwirklichen, war das ursprüngliche KSLV-Programm zu limitiert. Daraufhin wurde Ende 2004 das russische Unternehmen „Khrunichev“ mit der Entwicklung der ersten Stufe des KSLV-I beautragt, die nun auf der weitaus größeren Angara basieren soll. Der erste Start der KSLV-I soll Ende 2007 von der auf der Insel Oenaro entstehenden Startanlage erfolgen. Südkorea will die Entwicklung weiterführen, um dann die stärkeren Nachfolgemodelle „KSLV-2“ und „KSLV-3“ zu bauen. Außerdem wird ein neues Weltraumzentrum gebaut, im Jahr 2007 ist der Flug eines südkoreanischen Astronauten zur ISS geplant.

Nichtstaatliche Raumfahrt

Am 21. Juni 2004 erreichte mit SpaceShipOne zum ersten mal ein ausschließlich von nichtstaatlichen Organisationen finanzierter bemannter Flugkörper die als Grenze zum Weltraum definierte Höhe von 100 Kilometern, ohne jedoch eine Erdumlaufbahn zu erreichen. Im Juli 2005 gründete der Entwickler Burt Rutan eine eigene private Raumfahrtorganisation.

Zukünftige Entwicklung

Technische Aspekte

Grundlagenforschung und die allgemeine technische Innovation produzieren immer neue Materialien oder Verfahren, auf der auch neue Konzepte beruhen. Kombinierte Luft- und Raumfahrzeuge oder der Weltraumlift sollen künftig die Startkosten weiter senken und der Raumfahrt zum wirtschaftlichen Erfolg verhelfen. Andere Techniken wie Ionentriebwerke, Lichtbogentriebwerk oder Sonnensegel sollen es ermöglichen, schnell den interplanetaren Raum zu erreichen und eines Tages vielleicht sogar in andere Sonnensysteme vorzustoßen.

Ökonomische Aspekte

Privatisierung

Große Erwartungen setzen Unternehmen der Raumfahrtindustrie in Entwicklungen wie den Weltraumtourismus und andere Privatisierungsversuche. Größere Umsätze aus dem Weltraumtourismus sind auf Grund der Entwicklungen in den letzten fünf Jahren wahrscheinlicher geworden. Dazu beigetragen haben vor allem die Flüge von Weltraumtouristen zur Internationalen Raumstation und des Ansari X-Prize, der von einem US-amerikanischen Unternehmen gewonnen wurde. Ab dem Jahr 2008 sollen von der Firma Space Adventures Oribitalflüge für 200.000 US-Dollar angeboten werden.

Hohe Kosten der bemannten Raumfahrt

Um Astronauten sicher in den Weltraum und wieder zurück zu transportieren, sind teure Sicherheits- und Lebenserhaltungssysteme notwendig. Aus diesem Grund streiten Raumfahrtexperten, ob der Schwerpunkt der weiteren Entwicklung - zumindest bei wissenschaftlichen Missionen - nicht eher auf unbemannte Systeme verlegt werden sollte. Auf der anderen Seite müssen bei unbemannten wissenschaftlichen Missionen die Experimente mit weit höherem Aufwand gegen eventuelle Fehler abgesichert oder auf unerwartete Ergebnisse vorbereitet werden als bei bemannten Missionen, da hier der Astronaut eingreifen kann.

Weitere Fernziele

Neben der Definition einer allgemeinen philosophischen Begründung definieren Wissenschaftler, Politiker und Philosophen Fernziele für zukünftige Raumfahrtaktivitäten. Solche Fernziele sind: Energiegewinnung im Weltraum, Rohstoffgewinnung außerhalb der Erde und die Kolonisierung anderer Planeten. Die Suche nach Leben außerhalb der Erde (siehe Exobiologie) rückte in den letzten Jahren immer mehr in den Fokus der Argumentationen.

Weiterführende Begriffe


- Allgemeine Begriffe: Bemannte RaumfahrtRaumfähreRaumfahrerRaumflugzeugRaumstationRaumschiffSatellitRaumsondeRaketeWeltraumschrott
- Wichtige Raumfahrtprogramme/projekte: Apollo-ProjektArianeBemannter MarsflugCassini-HuygensGalileo-RaumsondeGemini-ProjektHubble-WeltraumteleskopInternationale RaumstationLuna MissionMarinerMars Exploration Rover: Spirit, OpportunityMars ExpressMars Global SurveyorMercury-ProgrammMars PathfinderPioneerRaumstation MirSojusSpace ShuttleSpaceShipOneSputnikSurveyorVenera-MissionVikingVoyager 1Voyager 2
- Wichtige Ereignisse: Katastrophen der RaumfahrtWettlauf ins AllSputnik-SchockTechnik & Bahn der ersten SputniksMondlandung
- Listen: Liste der RaketentypenListe der unbemannten RaumfahrtmissionenListe der bemannten RaumfahrtmissionenWeltraumbahnhöfe
- Portal Astronomie & Raumfahrt

Raumfahrt-Agenturen


- Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)
- Europäische Raumfahrtagentur (ESA)
- Europäischer Weltraumrat
- Französische Raumfahrtbehörde (CNES)
- Israelische Raumfahrtbehörde (ISA)
- Italienische Raumfahrtbehörde (ASI)
- Russische Luft- und Raumfahrtagentur (Roskosmos)
- Ukrainische Raumfahrtbehörde (NSAU)
- US-Raumfahrtagentur (NASA)
- Brasilianische Weltraumbehörde (INPE)
- Chinesische Raumfahrtagentur (CNSA)
- Indische Weltraumbehörde (ISRO)
- Japanische Weltraumagentur (JAXA)

Weblinks


- [http://www.wissenschaft.ag/Raumfahrt.php4 Täglicher Raumfahrt-Newsletter mit Presseschau] der Bremer AG Wissenschaft
- [http://www.deutsches-museum.de/ausstell/dauer/raum/raumf.htm Deutsches Museum], Raumfahrt- und Raketentechnik
- [http://www.raumfahrtgeschichte.de Raumfahrtgeschichte]
- [http://www.raumfahrer.net Raumfahrt-Nachrichten und -Artikel]
- [http://www.heise.de/tp/deutsch/special/raum/default.html Telepolis Weltraum]
- [http://www.hyaden.de Astronomie und Raumfahrt für Kinder]
- [http://www.cenap.alien.de/ CENAP]
- [http://www.astronautix.com/ Encyclopedia Astronautica] (engl.)
- [http://www.russianspaceweb.com/ Russische Raumfahrt] (engl.)
- [http://www.vfr.de/ Verein zur Förderung der Raumfahrt e.V.]
- [http://www.internationaleraumfahrt.de/ Internationaleraumfahrt.de]
- [http://www.raumfahrt24.de Tägliche News aus den Bereichen Raumfahrt und Astronomie] Kategorie:Raumfahrt

ISAS

Das Institute of Space and Astronautical Science (ISAS) ist ein japanisches Institut für Weltraumforschung, das seit 2003 Teil der japanischen Raumfahrtagentur JAXA ist. ISAS entwickelte sich aus Experimenten mit Höhenforschungsraketen in den 1950ern und wurde im April 1964 als Institut der Universität Tokio gegründet. Seit April 1981 wurde es als gemeinsame Forschungsorganisation japanischer Universitäten betrieben. Am 1. Oktober 2003 ging es zusammen mit NASDA und NAL in der neuen Raumfahrtagentur JAXA auf. ISAS betrieb den Raketenstartplatz Kagoshima Space Center. Stärke von ISAS ist die enge Verknüpfung von technischer Entwicklung auf dem Gebiet der Raketen- und Satellitentechnologie mit wissenschaftlicher Anwendung in der Astronomie und der Erforschung des Sonnensystems. ISAS entwickelte wissenschaftliche Satelliten und Raumsonden wie z.B. ASCA. Kategorie: Raumfahrtorganisation ja:宇宙科学研究所

Mu (Rakete)

Mu bzw. M oder My (nach der jeweiligen Umschrift des 12. griechischen Buchstabens μ) bezeichnet eine Serie japanischer Trägerraketen. Alle Raketen der Serie verwenden feste Treibstoffe und werden vom Uchinoura Space Center gestartet. Sie setzen die japanische Entwicklungslinie von Feststoffraketen des ISAS für wissenschaftliche Nutzlasten fort. Die Vorläufer waren ebenfalls mit griechischen Buchstaben bezeichnet.

Frühere japanische Trägerraketen der M-Serie

1966 wurde mit M-1 die erste Rakete der Serie auf einem suborbitalen Flug getestet. Die folgenden Raketentypen bis M-V fasst man als M-3 zusammen: 1969 erfolgte ein suborbitaler Start von M-3D. 1971 (nach einem Fehlschlag 1970) wurde am 16. Februar mit der vierstufigen M-4S der japanische Satellit Tansei 1 gestartet, weitere Starts erfolgten bis 1972. Mit dem dreistufigen Nachfolger M-3C wurden von 1974 bis 1979 drei Satelliten erfolgreich gestartet. Die nächste Generation war M-3H, diese Rakete war von 1977 bis 1978 im Einsatz. Deren Nachfolger M-3S war von 1980 bis 1984 im Einsatz. In den Jahren von 1985 bis 1995 folgte M-3S2.

M-V

M-V wird seit 1997 verwendet. Bisher gab es zwei Starts (davon einer erfolgreich) mit der dreistufigen M-V und drei Starts mit der vierstufigen M-V KM. Die maximale Nutzlast beträgt 1800 kg in einen 30° - Orbit in 200 km Höhe bzw. 1300 kg in einen polaren Orbit in 200 km Höhe für M-V, 1800 kg in einen 30° - Orbit in 400 km Höhe für M-V KM (?). Die Gesamtmasse der M-V beträgt 137.500 kg, die der M-V KM 139.000 kg. Seit 2003 wird eine verbesserte M-V Rakete eingesetzt, die sich durch eine neue zweite Stufe vom Ursprungsmodell unterscheidet.

Startliste der M-V

Der nächste Start soll voraussichtlich 2006 mit dem ASTRO-F Infrarotteleskop erfolgen.

Weblinks


- [http://www.bernd-leitenberger.de/japanische-raketen.html Japanische Trägerraketen] (dt.)
- [http://www.isas.jaxa.jp/e/enterp/rockets/vehicles/index.shtml M-Raketen bei JAXA] (engl.) Kategorie:Raketentyp ja:M-Vロケット

Nozomi

Der Name Nozomi stammt aus dem japanischen und bedeutet Hoffnung. Nozomi ist der Name einer japanischen Raumsonde, die 1998 zur Erforschung des Planeten Mars gestartet worden ist. Das Scheitern der Mission wurde 2003 offiziell bekannt gegeben. Außerdem ist Nozomi eine Bauart des japanischen Hochgeschwindigkeitszugs Shinkansen.

Mission

Nach den ersten japanischen Raumsonden Sakigake, Suisei und Hiten sollte "Nozomi" (deutsch: Hoffnung), vor dem Start als "Planet-B" bezeichnet, den Übergang Japans von der Experimentier- zur Forschungsphase darstellen. Die ohne Treibstoff 258 kg schwere Sonde trägt 15 verschiedene Experimente und Instrumente, beteiligt daran waren Deutschland, Kanada, Schweden und die USA. Für 1999 war das Einschwenken in eine elliptische Umlaufbahn um den Mars vorgesehen. Die Sonde sollte zwei Jahre im Marsorbit aktiv bleiben. Forschungsziele waren insbesondere die Marsatmosphäre und deren Wechselwirkung mit der Sonne.

Verlauf


- "Nozomi" verließ das japanische Raumfahrtzentrum Kagoschima am 3. Juli 1998 auf einer M-V-Trägerrakete.
- Da der Schub der Rakete nicht ausreichte (dies war von Anfang an so geplant!) vollführte die Sonde zwei "gravity-assist"-Manöver am Mond, eines am 24. September 1998, das andere am 18. Dezember 1998. Bei letzterem kam es zu einer Fehlfunktion im Triebwerk, wodurch die Sonde den Einschuss in die Transferbahn zum Mars verfehlte.
- In einem Notplan, ausgearbeitet im Jahr 1999 waren als Lösung zwei "gravity-assist"-Manöver an der Erde angesetzt, wodurch die Ankunft am Mars aber auf das Fenster im Jahr 2003 rutschte.
- Im Jahr 2002 wurde die Sonde von einer Sonneneruption schwer beschädigt. Erst nach Monaten können die Japaner die Kontrolle über die Sonde zurückgewinnen.
- Am 21. Dezember 2002 und am 19. Juni 2003 fanden erfolgreich die beiden "gravity-assist"-Manöver an der Erde statt. "Nozomi" geriet auf eine Transferbahn zum Mars.
- Am 9. Dezember 2003 erklärt die japanische Raumbehörde JAXA das Scheitern der Mission, da ein Schaltkreisdefekt nicht rechtzeitig behoben werden konnte. Die Sonde wird daher nur eine entfernte Umlaufbahn um die Sonne erreichen.

Ergebnis

Die Mission "Nozomi" war ein Fehlschlag. Es wird allerdings überlegt die Sonde zur Beobachtung der Sonnenaktivität einzusetzen.

Weblinks


- [http://www.bernd-leitenberger.de/nozomi.html Nozomi] (dt.)
- [http://www.raumfahrer.net/raumfahrt/raumsonden/nozomi.shtml Nozomi: Hoffentlich zum Mars] (dt.)
- [http://www.jaxa.jp/missions/projects/sat/exploration/nozomi/index_e.html Nozomi bei JAXA] (engl.)
Siehe auch: Liste der unbemannten Raumfahrtmissionen Kategorie:Marssonde

Hayabusa

Hayabusa (zu dt.: Falke, vor dem Start "Muses-C" genannt) ist eine Raumsonde der japanischen Raumfahrtagentur JAXA, die am 9. Mai 2003 zu dem Asteroiden (25143) Itokawa aufgebrochen ist. Am 12. September 2005 erreichte die Sonde ihr Ziel, nun sollen Bodenproben entnommen und 2007 zur Erde zurückgebracht werden. Bei einem Gelingen der Mission wären dies die ersten von einem künstlichen Raumfahrzeug zurückgeführten Proben von der Oberfläche eines Asteroiden.

Mission

Hayabusa ist im September 2005 beim Asteroiden (25143) Itokawa (frühere Bezeichnung 1998 SF36) eingetroffen. Das ursprünglich geplante Ankunftsdatum war Juni 2005, aufgrund größerer Solarstürme wurden einige der Solarzellen der Sonde beschädigt, so dass die Ionentriebwerke weniger Strom erhalten und somit weniger Schub liefern können. Die Sonde wird als erste japanische Raumsonde mit Hilfe von Ionentriebwerken angetrieben. Einschwenken in eine Umlaufbahn um den Asteroiden ist nicht geplant. Die Sonde wird in einer Position in der Nähe des Asteroiden "verharren". Nach Kartierung aus 20 km Höhe wird die Sonde sich dem Asteroiden nähern, insgesamt etwa ein Gramm Bodenproben an zwei bis drei verschiedenen Stellen entnehmen und diese zur Erde zurückbringen. Dazu besitzt die Sonde eine trichterförmige Öffnung, die als eine Art "Staubsauger" dient. Bei Bodenberührung des Trichters wird ein kleines Geschoß auf die Oberfläche abgefeuert und ein Teil des dabei ausgeworfenen Gesteins eingesammelt. Kurz vor der eigentlichen Bodenberührung wird ein sogenannter Target Marker auf der Oberfläche ausgesetzt, den die Raumsonde zur Navigation nutzt. Spätestens Anfang Dezember 2005 muss die Sonde ihre Ionentriebwerke einschalten und den Asteroiden wieder verlassen, um die Proben zur Erde bringen zu können. Im Jahr 2007 wird die Sonde auf der Erde zurückerwartet. Ursprünglich sollte die Mission mit einer Beteiligung der USA stattfinden, die einen kleinen Nanorover namens Muses-CN beisteuern wollten. Der Rover wurde jedoch aus finanziellen Gründen wieder gestrichen. Dafür enthält Hayabusa eine kleine nur 591 g schwere japanische Landesonde namens Minerva (Abkürzung von MIcro/Nano Experimental Robot Vehicle for Asteroid), die mit drei Kameras und Solarzellen bestückt ist. Die Landesonde sollte bei dem ersten Probeentnahmeversuch auf der Oberfläche abgesetzt werden, wo sie durch die sehr geringe Schwerkraft des Asteroids weiter "hüpfen" und dabei Bilder schiessen sollte. Da aufgrund eines Timingfehlers die Sonde ausgesetzt wurde, als Hayabusa sich nach einer erfolgten Annäherung an die Oberfläche bereits in einer Aufwärtsbewegung von dem Asteroiden weg befand, erreichte Minerva die zum Überwinden der Schwerkraft des Asteroiden nötige Fluchtgeschwindigkeit und ging nach etwa 14 Stunden Funkkontakt im All verloren.

Verlauf


- "Hayabusa" startete am 9. Mai 2003 erfolgreich vom japanischen Uchinoura Space Center in Kagoshima auf einer M-V Trägerrakete.
- Am 19. Mai 2004 führte Hayabusa ein Swing-By Manöver an der Erde, Vorbeiflughöhe betrug 3.700 km.
- Am 31. Juli 2005 ging einer (X-Achse) von drei zur Lagekontrolle und Ausrichtung notwendigen Gyroskope an Bord der Raumsonde außer Betrieb.
- Am 14. August 2005 wurde Hayabusa's erste Bild von Itokawa veröffentlicht. Das Foto wurde von einem star tracker aufgenommen und zeigt einen sich bewegenden Lichtpunkt, der für den Asteroiden gehalten wird. [http://www.isas.jaxa.jp/e/snews/2005/0815_hayabusa.shtml] Weitere Bilder wurden zwischen dem 22. August und 24. August aufgenommen. [http://www.isas.jaxa.jp/e/snews/2005/0826.shtml]
- Am 28. August 2005 wurden die Ionentriebwerke abgeschaltet, zur Lagekorrekturzwecken werden nun chemische Triebwerke eingesetzt.
- Am 4. September 2005 nahmen Hayabusa's Kameras erste Bilder von Itokawa, auf den man die Form des Asteroiden erkennen konnte. [http://www.isas.jaxa.jp/e/snews/2005/0905.shtml]
- Am 9. September 2005 war Hayabusa noch 99 km von Itokawa entfernt. [http://www.isas.jaxa.jp/e/enterp/missions/hayabusa/today.shtml]
- Am 12. September 2005 erreichte Hayabusa eine Position etwa 20 km von Itokawa entfernt, in der die Raumsonde "verharrte". Diese Position wird von der JAXA als "Gate Position" bezeichnet. Die chemischen Triebwerke feuerten um 01:17 UTC das letzte Mal, um die Relativgeschwindigkeit der Sonde und des Asteroiden auszugleichen. Nun befindet sich Hayabusa in einer Umlaufbahn, die nahezu gleich der Umlaufbahn des Kleinplaneten ist – die Differenzgeschwindigkeit beträgt 0,25 mm/sec. [http://www.isas.ac.jp/e/snews/2005/0912.shtml]
- Am 30. September 2005 wechselte Hayabusa mit Hilfe seiner chemischen Triebwerke in die "Home Position", die etwa 7 km von dem Asteroiden entfernt ist.
- Am 2. Oktober 2005 fiel der zweite (Y-Achse) von drei Gyroskopen aus. Von nun an wird die Lageregelung mit dem übrig gebliebenem Gyroskop (Z-Achse) sowie zwei chemischen Triebwerken durchgeführt. Inwieweit das den geplanten Ablauf der Mission beeinträchtigen wird, ist noch unbekannt. [http://www.isas.jaxa.jp/e/snews/2005/1004.shtml]
- Am 2. November 2005 hielt JAXA eine Presskonferenz ab, während der die ersten hochauflösenden Aufnahmen von Itokawa vorgestellt wurden. Auch die geplanten Oberflächenstellen zur Entnahme von Proben wurden gezeigt, sowie die Termine für diese genannt.
- Am 4. November wurde die erste Probeannäherung an den Asteroiden abgebrochen.
- Am 12. November wurde bei der zweiten Probeannäherung die Landesonde Minerva in einer Höhe von etwa 30 m ausgesetzt. Leider erfolgte das Aussetzen während sich die Muttersonde in einer Aufwärtsbewegung befand, so dass Minerva im All verloren ging. Während dieser Probeannäherung wurde ebenfalls ein Target Marker ausgesetzt.
- Die erste Probenentnahme startete am 19. November. Ein Target Marker wurde um 19:55 Uhr UTC in einer Höhe von 40 Metern ausgesetzt und erreichte etwa 6,5 Minuten später die Oberfläche des Asteroiden. Danach folgte die Sonde dem Target Marker im vollautomatischen Modus mit einer Geschwindigkeit von etwa 2-3 cm/s, in einer Höhe von 17 Metern setzte planmäßig die Kommunikation mit der Erde aus, da zu dieser Zeit der Kontakt mit der Sonde von einer Bodenstation zu einer anderen übergeben wurde. Nach den ersten Berichten verlief die Annäherung bis zur einer Höhe von etwa zehn Metern nominal, danach ging die Sonde in einen safe mode und begann sich langsam zu rotieren. Als eine mögliche Ursache wurde die Überhitzung der Elektronik der Sonde in der Nähe der sonnenbeleuchteten Oberfläche, die eine Temperatur von etwa 100° C aufweist, genannt. Als der Kontakt mit Hayabusa wiederhergestellt wurde, schickte man die Sonde weg von der Oberfläche, die sich daraufhin in eine Höhe von etwa 100 km entfernte. [http://www.planetary.org/blog/article/00000282/]. Nachdem jedoch die an Bord der Sonde gespeicherten Daten heruntergeladen und ausgewertet wurden, stellte man fest, dass Hayabusa offenbar tatsächlich auf dem Asteroiden gelandet ist und sich dort etwa 30 Minuten aufgehalten hat. Da die Landung jedoch nicht in einem planmäßigen Modus stattgefunden hat, wurden wahrscheinlich keine Proben entnommen.
- Die zweite Landung fand am 26. November 2005 statt. Diesmal arbeitete der Mechanismus der Probenentnahme nach den ersten Berichten einwandfrei, ob Material entnommen wurde ist noch nicht gesichert, jedoch wird bei der JAXA von einer erfolgreichen Probenentnahme ausgegangen. Zusätzlich gibt es Probleme mit einem der Lageregelungstriebwerke, möglicherweise ist dort durch den Kontakt mit der Asteroidenoberfläche ein Treibstoffleck entstanden. Um den Verlust des Treibstoffes zu stoppen wurde Hayabusa vorerst in safe mode überführt.

Geplant


- Anfang Dezember soll Hayabusa mit Hilfe seiner Ionentriebwerke den Asteroiden verlassen und sich auf den Weg zur Erde machen.

Daten


- Startmasse: 510 kg, davon:
  - Leermasse: 380 kg
  - Treibstoff: 60 kg Xenon + 70 kg chemischer Treibstoff
- Maße: 1,0 × 1,6 × 1,1 m
- Energie: Galliumarsenid-Solarzellen mit 2,6 kW Leistung im Erdorbit
- Masse Rückkehrkapsel: 20 kg
- Kommunikation: X-Band
- Instrumente:
  - AMICA - Multibandkamera
  - LIDAR - Laser-Entfernungsmesser
  - NIRS - Spektrometer im nahen Infrarotbereich
  - XRS - Röntgenstrahlen-Spektrometer

Ergebnisse

Die Mission ist noch nicht abgeschlossen.

Weitere Missionen zu den Asteroiden


- Galileo 1991 bei Gaspra und 1993 bei Ida
- NEAR 1997 bei Mathilde und 2000-2001 bei Eros
- Deep Space 1 1999 bei Braille
- Stardust 2002 bei Annefrank
- Dawn zu Ceres und Vesta, Start möglicherweise 2007

Weblinks


- [http://jaxa.tv/ Liveberichterstattung] (engl./jap.)
- [http://nssdc.gsfc.nasa.gov/database/MasterCatalog?sc=2003-019A NSSDC Master Catalog - Hayabusa] (engl.)
- [http://www.isas.jaxa.jp/e/enterp/missions/hayabusa/index.shtml JAXA Hayabusa Website] (engl.)
- [http://www.bernd-leitenberger.de/hayabusa.html Hayabusa] (dt.)
- [http://www.isas.jaxa.jp/e/enterp/missions/hayabusa/today.shtml Aktuelle Position der Hayabusa Raumsonde] (engl.)
Siehe auch: Liste der unbemannten Raumfahrtmissionen Kategorie:Asteroiden- und Kometensonde ja:はやぶさ (探査機)

Hayabusa

Hayabusa (zu dt.: Falke, vor dem Start "Muses-C" genannt) ist eine Raumsonde der japanischen Raumfahrtagentur JAXA, die am 9. Mai 2003 zu dem Asteroiden (25143) Itokawa aufgebrochen ist. Am 12. September 2005 erreichte die Sonde ihr Ziel, nun sollen Bodenproben entnommen und 2007 zur Erde zurückgebracht werden. Bei einem Gelingen der Mission wären dies die ersten von einem künstlichen Raumfahrzeug zurückgeführten Proben von der Oberfläche eines Asteroiden.

Mission

Hayabusa ist im September 2005 beim Asteroiden (25143) Itokawa (frühere Bezeichnung 1998 SF36) eingetroffen. Das ursprünglich geplante Ankunftsdatum war Juni 2005, aufgrund größerer Solarstürme wurden einige der Solarzellen der Sonde beschädigt, so dass die Ionentriebwerke weniger Strom erhalten und somit weniger Schub liefern können. Die Sonde wird als erste japanische Raumsonde mit Hilfe von Ionentriebwerken angetrieben. Einschwenken in eine Umlaufbahn um den Asteroiden ist nicht geplant. Die Sonde wird in einer Position in der Nähe des Asteroiden "verharren". Nach Kartierung aus 20 km Höhe wird die Sonde sich dem Asteroiden nähern, insgesamt etwa ein Gramm Bodenproben an zwei bis drei verschiedenen Stellen entnehmen und diese zur Erde zurückbringen. Dazu besitzt die Sonde eine trichterförmige Öffnung, die als eine Art "Staubsauger" dient. Bei Bodenberührung des Trichters wird ein kleines Geschoß auf die Oberfläche abgefeuert und ein Teil des dabei ausgeworfenen Gesteins eingesammelt. Kurz vor der eigentlichen Bodenberührung wird ein sogenannter Target Marker auf der Oberfläche ausgesetzt, den die Raumsonde zur Navigation nutzt. Spätestens Anfang Dezember 2005 muss die Sonde ihre Ionentriebwerke einschalten und den Asteroiden wieder verlassen, um die Proben zur Erde bringen zu können. Im Jahr 2007 wird die Sonde auf der Erde zurückerwartet. Ursprünglich sollte die Mission mit einer Beteiligung der USA stattfinden, die einen kleinen Nanorover namens Muses-CN beisteuern wollten. Der Rover wurde jedoch aus finanziellen Gründen wieder gestrichen. Dafür enthält Hayabusa eine kleine nur 591 g schwere japanische Landesonde namens Minerva (Abkürzung von MIcro/Nano Experimental Robot Vehicle for Asteroid), die mit drei Kameras und Solarzellen bestückt ist. Die Landesonde sollte bei dem ersten Probeentnahmeversuch auf der Oberfläche abgesetzt werden, wo sie durch die sehr geringe Schwerkraft des Asteroids weiter "hüpfen" und dabei Bilder schiessen sollte. Da aufgrund eines Timingfehlers die Sonde ausgesetzt wurde, als Hayabusa sich nach einer erfolgten Annäherung an die Oberfläche bereits in einer Aufwärtsbewegung von dem Asteroiden weg befand, erreichte Minerva die zum Überwinden der Schwerkraft des Asteroiden nötige Fluchtgeschwindigkeit und ging nach etwa 14 Stunden Funkkontakt im All verloren.

Verlauf


- "Hayabusa" startete am 9. Mai 2003 erfolgreich vom japanischen Uchinoura Space Center in Kagoshima auf einer M-V Trägerrakete.
- Am 19. Mai 2004 führte Hayabusa ein Swing-By Manöver an der Erde, Vorbeiflughöhe betrug 3.700 km.
- Am 31. Juli 2005 ging einer (X-Achse) von drei zur Lagekontrolle und Ausrichtung notwendigen Gyroskope an Bord der Raumsonde außer Betrieb.
- Am 14. August 2005 wurde Hayabusa's erste Bild von Itokawa veröffentlicht. Das Foto wurde von einem star tracker aufgenommen und zeigt einen sich bewegenden Lichtpunkt, der für den Asteroiden gehalten w