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Kabardino-Balkaria
Das im Nordkaukasus gelegene Kabardino-Balkarien ist seit 1991 eine Republik im europäischen Russland.
Geographie
Kabardino-Balkarien liegt am Nordabhang des Kaukasus. Topographisch gesehen ist der nördliche Landesteil eben, während das Land gegen Südwesten bis zum Elbrus, dem höchsten Berg des Kaukasus, immer gebirgiger wird. Die Republik grenzt im Westen an Karatschai-Tscherkessien, im Osten an Nordossetien, im Norden an die Region Stawropol und im Süden an Georgien. Die Durchschnittstemperatur im flachen Norden beträgt im Januar -4 °C und im Juli 23 °C, die Niederschlagsmenge ist mit unter 500 mm gering.
Bevölkerung
Die Bevölkerung der Republik, die bei der Volkszählung 2002 901.494 Personen umfasste, besteht aus zwei namensgebenden Nationen. Diese sind die 498.702 (55,32 %) Kabardiner, eine Untergruppe der Tscherkessen, sowie die 104.951 (11,64 %) Balkaren, ein Turkvolk. Ferner leben in der Republik 226.620 (25,14 %) Russen. Kleinere Minderheiten bilden die 9.845 (1,09 %) Osseten, die 8.770 (0,97 %) Türken, die 7.592 (0,84 %) Ukrainer und die 5.342 (0,59 %) Armenier. Amtssprachen sind die kabardinische Sprache, die balkarische Sprache und die russische Sprache. Die Mehrheit der Bevölkerung bekennt sich zum Islam, daneben gibt es Mitglieder der russisch-orthodoxen Kirche.
Städte
Mit Abstand größte Ortschaft ist die Hauptstadt Naltschik. Weitere große Siedlungen sind Prochladny, Baksan, Nartkala und Maiski.
Einwohnerzahlen
Stand 1. Januar 2004
- Naltschik (Нальчик) – 273.500
- Prochladny (Прохладный) – 61.200
- Baksan (Баксан) – 56.400
- Nartkala (Нарткала) – 33.800
- Maiski (Майский) – 27.100
- Tyrnyaus (Тырныауз) – 20.800
- Terek (Терек) – 20.200
- Tschegem Perwy (Чегем Первый) – 18.100
Geschichte
Mongolen, Georgier, Perser und Türken wechselten sich bei der Herrschaft über das Gebiet ab, ehe der Nordteil Ende des 18. Jahrhunderts unter russische Herrschaft kam. Die von den Balkaren bewohnten Gebiete wurden 1827 annektiert. Zu Zeiten der Sowjetunion war Kabardino-Balkarien eine Autonome Sozialistische Sowjetrepublik (ASSR). Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Balkaren von Stalin der Kollaboration mit den Deutschen bezichtigt und nach Sibirien deportiert, und die Republik wurde in Kabardinische ASSR umbenannt. Mit der Rückkehr der Balkaren 1957 kam der alte Name wieder in Verwendung. Seit 1991, mit Auflösung der UdSSR, ist Kabardino-Balkarien eine Republik innerhalb Russlands. Staatschef ist Arsen Kanokow.
Wirtschaft
Wichtigster Industriestandort ist die Hauptstadt Naltschik, Maschinenbau und Lebensmittelindustrie sind die wichtigsten Wirtschaftszweige. Im Kaukasus spielt der Fremdenverkehr eine gewisse Rolle.
Siehe auch
- Turkrepubliken
Kategorie:Subjekt der Russländischen Föderation
Kategorie:Kaukasus
ja:カバルダ・バルカル共和国
ko:카바르디노발카르 공화국
1991
Jahreswidmungen
- Das Rebhuhn (Perdix perdix) ist Vogel des Jahres (NABU/Deutschland)
- Die Sommerlinde (Tilia platyphyllos) ist Baum des Jahres (Kuratoriums Baum des Jahres/Deutschland)
- Das Kleine Knabenkraut (Orchis morio) ist Orchidee des Jahres (Arbeitskreis Heimische Orchideen/Deutschland)
Januar bis Dezember
- 1. Januar: Flavio Cotti wird Bundespräsident der Schweiz
- 1. Januar: Das westdeutsche Steuerrecht wird von den neuen Bundesländern übernonmmen
- 1. Januar: In Salzburg wird im Festspielhaus durch das Mozarteum-Orchester das Mozartjahr 1991 eröffnet
- 1. Januar: Das Stromeinspeisungsgesetz für Erneuerbare Energien (StrEG) tritt in Kraft und fördert entscheidend die Stromerzeugung durch regenerative Energien in Deutschland
- 2. Januar: Israel eröffnet nach langer Pause wieder ein Konsulat in Moskau
- 12. Januar: Präsident Arnold Rüütel, Estland, und Präsident Boris Jelzin, Russland, unterzeichnen in Moskau einen Grundlagenvertrag zwischen den beiden Ländern
- 16. Januar: Beginn der Luftangriffe auf den Irak
- 17. Januar: Beginn der militärischen Befreiung Kuwaits
- 17. Januar: Helmut Kohl wird vom ersten gesamtdeutschen Bundestag als Bundeskanzler wiedergewählt
- 17. Januar: König Harald V. wird Staatsoberhaupt in Norwegen
- 20. Januar: Erste freie und demokratische Wahlen in São Tomé und Príncipe
- 23. Januar: Anerkennung Litauens durch Island
- 28. Februar: Waffenstillstand mit dem Irak nach dem zweiten Golfkrieg
- Februar: Visegrád-Abkommen zur engeren Kooperation zwischen Polen, Ungarn und der Tschechoslowakei. Damit begründen sie das ostmitteleuropäische Pendant zur Benelux
- 3. März: Fast 78 % der Bürger Estlands sind für die Wiederherstellung der Unabhängigkeit
- 3. März: Lettland. Volksabstimmung über Unabhängigkeit von der Sowjetunion
- 3. März: Miguel Trovoada wird Staatspräsident in São Tomé und Príncipe
- 25. März: Beginn des Ersten internationalen Treffens von süd- und zentralamerikanischen Indiofrauen in Lima
- 26. März: Gabun gibt sich eine neue Verfassung. Schwerpunkt: Mehrheitsdemokratie
- 31. März: In Albanien finden die ersten freien Wahlen statt
- 31. März: Auflösung des Warschauer Pakts (militärische Strukturen)
- 1. April: Der Vorsitzende der Treuhandsanstalt Detlev Karsten Rohwedder wird in seiner Wohnung ermordet
- 3. April: Waffenstillstandresolution. Enthält die Verpflichtung zur Beseitigung sämtlicher Massenvernichtungswaffen sowie Raketen über 150 km Reichweite im Irak
- 9. April: Georgien. Zweite Unabhängigkeitserklärung
- 29. April: Erstes Verfassungsgesetz in Albanien
- 3. Mai: Deklaration von Windhoek: Erklärung der UNESCO zur Pressefreiheit
- 12. Mai: Erste demokratische Parlamentswahlen in Nepal
- 21. Mai: Äthiopien. Mengistu flieht nach Simbabwe
- 26. Mai: Georgien. Swiad Gamsachurdia wird Staatspräsident
- 31. Mai: Die Bürgerkriegsparteien Angolas stimmen in Bicesse, Portugal, dem Waffenstillstand, der Schaffung von gemeinsamen Streitkräften und der Abhaltung freier Wahlen unter internationaler Beobachtung zu
- 31. Mai: Die Türen vom „Haus der jungen Talente“ in Berlin-Mitte schließen sich für immer. Eine international einzigartige Talenteschmiede in sämtlichen künstlerischen Bereichen wird im Zuge der deutschen Wiedervereinigung abgewickelt
- 2. Juni: Aufnahme des fahrplanmäßigen Hochgeschwindigkeitsverkehrs in Deutschland mit dem InterCityExpress
- 5. Juni: Kulturabkommen zwischen Deutschland und Namibia. In Kraft seit dem 28. Januar 1994
- 12. Juni: In Russland wird zum ersten Mal ein Präsident direkt vom Volk gewählt. Boris Jelzin gewinnt die Wahl mit 55 % der Stimmen
- 17. Juni: „Vertrag über gute Nachbarschaft und freundschaftliche Zusammenarbeit“ zwischen Deutschland und Polen
- 19. Juni: Abzug der russischen Truppen aus Ungarn
- 20. Juni: Der Bundestag beschließt den Umzug von Bonn nach Berlin
- 25. Juni: Unabhängigkeit von Kroatien und Slowenien
- 1. Juli: Auflösung des Warschauer Paktes (der Pakt selber)
- 1. Juli: Schweden beantragt die Mitgliedschaft in der EU
- 12. Juli: Mauretanien bekommt eine neue Verfassung
- 17. Juli: Bulgarien. Die neue Verfassung tritt in Kraft
- 31. Juli: Unterzeichnung des START Vertrages
- 6. August: 12. Verfassungsänderung in Bangladesch
- 14. August: Laos. Erste republikanische Verfassung
- 19. August: Sowjetunion. Putschversuch gegen Michail Gorbatschow
- 20. August: Estland. Unabhängigkeit von Russland
- 21. August: Lettland. Die Verfassung von 1922 wird wieder in Kraft gesetzt
- 21. August: Lettland wird wieder unabhängig
- 24. August: Die Ukraine wird unabhängig
- 27. August: Anerkennung der baltischen Staaten durch Deutschland
- 27. August: Moldawien wird unabhängig
- 28. August: Deutschland nimmt diplomatische Beziehungen zu Estland auf
- 28. August: Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Deutschland und Lettland
- 30. August: Aserbaidschan. Mutalibow wird Präsident
- 31. August: Kirgisistan und Usbekistan werden unabhängig
- 1. September: Liechtenstein wird Vollmitglied in der EFTA
- 2. September: Lettland. Als erster Botschafter überreichte Graf Hagen Lambsdorff sein Beglaubigungschreiben
- 2. September: Anerkennung der baltischen Staaten durch die USA
- 6. September: Die Sowjetunion erkennt die Unabhängigkeit Lettlands an
- 8. September: Mazedonien wird unabhängig
- 9. September: Tadschikistan wird unabhängig
- 10. September: Estland. Aufnahme in die KSZE
- 11. September: Offizieller Besuch von Deutschlands Außenminister Hans-Dietrich Genscher in Tallinn, Estland
- 17. September: Estland, Marshallinseln, Mikronesien, Lettland, Litauen, Estland, Demokratische Volksrepublik Korea (Nordkorea) und Litauen treten den Vereinten Nationen bei
- 19. September: Ötzi wird in den Südtiroler Alpen gefunden
- 21. September: Armenien erhält seine Unabhängigkeit
- 1. Oktober: Neue Verfassung in Sierra Leone
- 7. Oktober: Zagreb, Kroatien, wird von Serbien bombardiert
- 7. Oktober: Litauen wird Mitglied in der UNESCO
- 9. Oktober: Bulgarien. Abschluss des „Deutsch-Bulgarischen Vertrages“, (regelt die Zusammenarbeit)
- 13. Oktober: Bulgarien. Erste Parlamentswahlen nach der neuen Verfassung
- 14. Oktober: Estland wird Mitglied in der UNESCO
- 14. Oktober: Lettland wird Mitglied in der UNESCO
- 15. Oktober: Unterzeichnung der KSZE-Schlussakte durch Estlands Präsident Arnold Rüütel
- 16. Oktober: Armenien. Levon Ter-Petrossian wurde zum Präsidenten gewählt
- 17. Oktober: Erste demokratische Wahlen in Polen
- 18. Oktober: Aserbaidschan. Unabhängigkeitserklärung
- 21. Oktober: Tuvalu wird Mitglied in der UNESCO
- 23. Oktober: Unterzeichnung der Pariser Friedensverträge durch Kambodscha
- 27. Oktober: Erste wirklich freie Wahlen in Polen
- 27. Oktober: Unabhängigkeitserklärung von Turkmenistan
- 31. Oktober: Erste freie Präsidentschafts- und Parlamentswahlen in Sambia
- 6. November: Aufnahme Polens in den Europarat
- 12. November: Bei dem Santa Cruz Massaker in Osttimor sterben über 270 Menschen, viele verschwinden spurlos
- 17. November: Neue Verfassung in Mazedonien
- 21. November: Gemeinsame Erklärung des deutschen Bundeskanzlers Helmut Kohl und des russischen Präsidenten Michail Gorbatschow
- 4. Dezember: Einführung des Mehrparteiensystems auf den Seychellen
- 8. Dezember: Russland, Weißrussland und die Ukraine gründen die Gemeinschaft unabhängiger Staaten (GUS)
- 10. Dezember: Aserbaidschan. Unabhängigkeitserklärung von Berg-Karabach
- 14. Dezember: Berlin Die erste Mayday (Veranstaltung) findet statt
- 16. Dezember: Kasachstan wird unabhängig
- 16. Dezember: Ungarn unterzeichnet den Assoziierungsvertrag mit der EU
- 21. Dezember: Der GUS treten folgende Staaten bei: Aserbaidschan, Armenien, Kasachstan, Kirgisistan, Moldawien, Tadschikistan, Turkmenistan, und Usbekistan
- 21. Dezember: Turkmenistan wird Mitglied der GUS
- 22. Dezember: Kirgisistan tritt der GUS bei
- 23. Dezember: Guinea gibt sich eine neue Verfassung
- 23. Dezember: Kroatien wird von Deutschland anerkannt
- 23. Dezember: Neue, demokratische, Verfassung in Slowenien
- 24. Dezember: Burkina Faso. Blaise Compaoré wird zum Staatspräsident gewählt
- 24. Dezember: Russland bekommt einen ständigen Sitz im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen
- 25. Dezember: Der Präsident der Sowjetunion, Michail Gorbatschow, tritt zurück
- 25. Dezember: Georgien wird durch die Auflösung der UdSSR staatlich unabhängig
- 26. Dezember: Offizielle Auflösung der Sowjetunion (UdSSR) durch die Abgeordneten des Obersten Sowjet. Nachfolgefragen regelt die Russische Föderation, kurz: Russland
- 31. Dezember: Letzter Sendetag des Deutschen Fernsehfunks, des früheren DDR-Fernsehen
- 31. Dezember: Anerkennung Kasachstans durch Deutschland
- Nach 27 Jahren finden in Sambia wieder Wahlen statt. Der seit 1964 regierende Kenneth Kaunda wird abgewählt
- Miguel Trovoada wird zum Präsidenten von São Tomé und Príncipe gewählt
- Die Schweiz führt als erster Staat der Erde ein landesweites System für das Recycling von Elektronikschrott ein
Kultur
- 19. März: Uraufführung der Oper The Death of Klinghoffer von John Adams in Brüssel
- Eröffnung des Ludwig Forum für Internationale Kunst
- Südböhmische Universität entsteht
Wissenschaft
- 15. Januar: Ringförmige Sonnenfinsternis in Australien und Neuseeland
- 11. Juli: Totale Sonnenfinsternis in Mittel- und Südamerika
Gesellschaft
- 14. Juni Frauenstreik
Katastrophen
- 1. Februar: Los Angeles, Kalifornien, USA. Eine Boeing 737 der USAir landete, während auf der selben Bahn noch eine Swearingen Metro der Skywest Airlines auf die Startfreigabe wartete. Bei dem Zusammenstoß starben 22 Passagiere der B737 und alle 12 Insassen der Metro. 65 Menschen überlebten. Ursache waren Koordinierungsfehler der Bodenkontrolle
- 5. Februar: Griechenland. Eine Lockheed C-130 der Griechischen Luftwaffe zerschellte an einem Berg. Alle 63 Insassen starben dabei
- 3. März: Colorado Springs, Colorado, USA. Absturz einer Boeing 737 der United Airlines beim Landeanflug. Alle 25 Menschen an Bord starben. Vermutliche Ursache: Fehlfunktion der Rudersteuerung
- 5. März: Nahe La Valesa, Venezuela. Auf dem Flug von Maracaibo nach Santa Barbara prallte eine Douglas DC-9 der Linea Aeropostal Venezolana (LAV) gegen einen Berg. Alle 43 Insassen starben
- 21. März: Al Mishab, Saudi-Arabien. Bei der Landung verunglückt eine Lockheed C-130 der Königlich Saudischen Luftwaffe, wobei 98 von 101 Menschen an Bord umkamen
- 23. März: Nawoi, Usbekistan. Eine aus Taschkent kommende Antonow An-24 der Aeroflot schoss bei der Landung über die Bahn hinaus und fing Feuer. Von 63 Passagieren kamen 34 ums Leben
- 5. April: Brunswick, Georgia, USA. Eine aus Atlanta kommende Embraer EMB 120 der Atlantic Southeast Airlines stürzte drei Kilometer vor der Landebahn ab. Alle 23 Insassen starben dabei. Ursache war eine fehlerhafte Steuerung der Propellerblätter am linken Motor
- 29. April: Patuakhali, Bangladesch. Eine starke Wasserhose auf dem Indischen Ozean löste eine gewaltige Flutwelle aus, die die Küstenregionen Bangladeschs zerstörte. 200.000 Tote und mindestens eine halbe Million Obdachlose forderte die Katastrophe
- 26. Mai: Bei einer Boeing 767 der Lauda Air schaltete sich nahe Bangkok durch einen Systemfehler im Steigflug die Schubumkehr beim linken Triebwerk ein. Dadurch stürzte die Maschine ab. Es kamen 213 Passagiere und 10 Crewmitglieder ums Leben
- 1. Juni: Ausbruch des Pinatubo, Philippinen. Etwa 1.000 Tote, 400.000 Obdachlose
- 11. Juli: Jeddah, Saudi-Arabien. Eine gecharterte Douglas DC-8 der kanadischen Nationair mit islamischen Pilgern auf dem Rückweg nach Nigeria stürzte kurz nach dem Start ab. Alle 261 Menschen an Bord starben. Grund waren beim Start in Brand geratene Reifen
- 8. August: Um 18.00 Uhr MESZ stürzt das bis heute höchste Bauwerk aller Zeiten, der 648 Meter hohe Sendemast des Langwellensenders in Konstantynów beim Austausch der Pardunen in der obersten Abspannebene ein
- 16. August: Imphal, Indien. Beim Anflug prallte eine aus Kalkutta kommende Boeing 737 der Indian Airlines gegen einen Hügel, weil der Pilot vom Landekurs abgewichen ist. Keiner der 69 Menschen überlebte
- 5. Oktober: Jakarta, Indonesien. Wegen eines Triebwerksbrandes stürzte eine Lockheed C-130 der Indonesischen Luftwaffe ab. Nur einer der 135 Insassen überlebte, am Boden starben zwei Personen
- 19. Oktober: Erdbeben der Stärke 7,0 in Indien, etwa 2.000 Tote
- 7. November: Nahe Machatschkala, Dagestan, Russland. Eine Jakowlew Jak-40 der Aeroflot stürzte in bergigem Gelände ab. Alle 34 Insassen kamen um
- 26. November: Bugulma, Tatarstan, Russland. Vermutlich wegen vereister Steuerflächen verunglückte eine Antonow An-24 der Aeroflot mit 41 Menschen beim Landeanflug. Niemand überlebte
- 16. Dezember: vor Safaga, Ägypten. Das ägyptische Fährschiff „Salem Express“ läuft auf ein Riff und sinkt. Über 700 Personen kommen ums Leben, etwa 200 können gerettet werden
- 22. Dezember: Heidelberg, Deutschland. Eine Douglas DC-3 der Classic Wings Airline kam während eines Rundflugs in Turbulenzen, streifte einen Hügel und stürzte ab. 28 der 32 Menschen an Bord starben
Sport
Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden siehe unter der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.
- 19. April: Evander Holyfield gewann seinen Boxkampf und Weltmeistertitel im Schwergewicht gegen George Foreman im Convention Center, Atlantic City, durch Sieg nach Punkten
- 18. Januar: Katharina Bunk, deutsche Gedächtnissportlerin
- 17. Februar – Bonnie Wright, britische Schauspielerin
- 4. April: Jamie Lynn Spears, US-amerikanische Schauspielerin und Sängerin
- 17. April: Jakob von Metzler, Bankierssohn, Mordopfer († 2002)
- 24. Juni: Mark Ehrenfried, deutscher Pianist
- 12. Juli – Erik Per Sullivan, US-amerikanischer Schauspieler
- 21. August: Gion Stump, schweizer Musiker
- 9. Dezember: Prinz Joachim von Belgien, Sohn von Prinzessin Astrid von Belgien und Erzherzog Prinz Lorenz von Österreich-Este
- 1. Januar: Inga Gentzel, schwedische Leichtathletin und Olympionikin ( - 1908)
- 4. Januar: Leo Wright, US-amerikanischer Jazz-Klarinettist ( - 1933)
- 4. Januar: Richard Maibaum, US-amerikanischer Drehbuchautor ( - 1909)
- 6. Januar: Heinrich Dathe, deutscher Zoologe ( - 1910)
- 6. Januar: Ahmed Adnan Saygun, türkischer Komponist ( - 1907)
- 7. Januar: Josef Stroh, deutscher und österreichischer Fußballspieler ( - 1913)
- 11. Januar: Ladislav Alster, tschechoslowakischer Schachspieler und Schachjournalist ( - 1927)
- 11. Januar: Carl David Anderson, US-amerikanischer Physiker ( - 1905)
- 16. Januar: Heinz Rein, deutscher Schriftsteller ( - 1906)
- 17. Januar: Olav V., König von Norwegen ( - 1903)
- 17. Januar: Giacomo Manzù, italienischer Bildhauer, Grafiker und Zeichner ( - 1908)
- 19. Januar: Jean Mantelet, Unternehmer ( - 1900)
- 24. Januar: Karl Mark, österreichischer Politiker und Nationalratsabgeordneter ( - 1900)
- 28. Januar: Kurt Sowinetz, österreichischer Schauspieler ( - 1928)
- 29. Januar: Bruno Marek, Bürgermeister von Wien ( - 1900)
- 29. Januar: Inoue Yasushi, japanischer Schriftsteller ( - 1907)
- 30. Januar: Kurt Bittel, deutscher Archäologe ( - 1907)
- 30. Januar: John Bardeen, US-amerikanischer Physiker und Nobelpreisträger. ( - 1908)
- 5. Februar: Pedro Arrupe, spanischer Ordensgeneral ( - 1907)
- 6. Februar: Salvador Edward Luria, US-amerikanischer Mikrobiologe ( - 1912)
- 7. Februar: Otto Friedrich Bollnow, Philosoph, Pädagoge, Psychologe ( - 1903)
- 7. Februar: Otto Kuss, katholischer Theologe ( - 1905)
- 11. Februar: Alja Rachmanowa, russische Schriftstellerin ( - 1898)
- 13. Februar: Arno Breker, deutscher Bildhauer ( - 1900)
- 15. Februar: Alfred Gleisner, deutscher Politiker ( - 1908)
- 16. Februar: Max Strecker, deutscher Schauspieler ( - 1906)
- 17. Februar: Hans Thimig, österreichscher Schauspieler und Regisseur ( - 1900)
- 18. Februar: Renate Kern, deutsche Schlagersängerin ( - 1945)
- 21. Februar: Margot Fonteyn de Arias, britische Tänzerin ( - 1919)
- 24. Februar: Jean Rogers, Schauspielerin ( - 1916)
- 24. Februar: Webb Pierce, US-amerikanischer Country-Sänger ( - 1921)
- 26. Februar: Joseph Schoiswohl, österreichischer Bischof ( - 1901)
- 27. Februar: Robert Widlar, Pionier der Entwicklung analoger integrierter Schaltkreise (IC) ( - 1938)
- 2. März: Serge Gainsbourg, französischer Chansonnier ( - 1928)
- 8. März: Dezider Kardoš, tschechischer Komponist ( - 1914
- 12. März: Emmi Bonhoeffer, Ehefrau des Widerstandskämpfers Klaus Bonhoeffer ( - 1905)
- 12. März: William Heinesen, Bedeutendste Dichter der Färöer ( - 1900)
- 16. März: Trude Herr, deutsche Schauspielerin ( - 1927)
- 21. März: Walther Wüst, Kurator der Forschungsgemeinschaft Deutsches Ahnenerbe e. V. ( - 1901)
- 24. März: Kurt Gottschaldt, Vertreter der Gestaltpsychologie ( - 1902)
- 25. März: Marcel Lefebvre, katholischer Theologe und Kirchenpolitiker ( - 1905)
- 26. März: Herbert Dörner, deutscher Fußballspieler ( - 1930)
- 26. März: Jupp Schmitz, deutscher Unterhaltungskünstler, Schlager- und Krätzchensänger ( - 1901)
- 1. April: Martha Graham, US-amerikanische Tänzerin, Choreografin und Pädagogin ( - 1894)
- 1. April: Detlev Karsten Rohwedder, Manager und deutscher Politiker ( - 1932)
- 3. April: Graham Greene, britischer Schriftsteller ( - 1904)
- 4. April: Max Frisch, Schweizer Architekt und Schriftsteller ( - 1911)
- 4. April: Edmund Adamkiewicz, deutscher Fußballspieler ( - 1920)
- 4. April: Henry John Heinz III, US-amerikanischer Senator ( - 1938)
- 5. April: Friederike Mulert, deutsche Politikerin ( - 1896)
- 6. April: David Lean, britischer Filmregisseur ( - 1908)
- 6. April: Heinrich Draeger, ehemaliges Mitglied des Deutschen Bundestages ( - 1907)
- 9. April: Maurice Binder, US-amerikanischer Filmschaffender, Designer der James Bond-Vorspänne ( - 1925)
- 13. April: Ernst Bokon, österreichischer Fußballer ( - 1922)
- 16. April: Ernst Theodor Eichelbaum, deutscher Lehrer und Politiker ( - 1893)
- 18. April: Martin Hannett, Musikproduzent ( - 1948)
- 18. April: Austin Bradford Hill, britischer Wissenschaftler und Forscher ( - 1897)
- 19. April: Josef Wallner, deutscher Politiker ( - 1908)
- 20. April: Emmanuel Kiwanuka Nsubuga, Erzbischof von Kampala und Kardinal ( - 1914)
- 20. April: Rudolf Heberle, deutscher Soziologe ( - 1896)
- 20. April: Steve Marriott, britischer Rockmusiker ( - 1945)
- 21. April: Willi Boskovsky, österreichischer Geiger und Dirigent ( - 1909)
- 23. April: Johnny Thunders, New Yorker Punk-Musiker ( - 1952)
- 24. April: Werner Neumann, führender Bachforscher seiner Zeit ( - 1905)
- 25. April: Michael Kühnen, Anführer der deutschen Neo-Nazi-Bewegung ( - 1955)
- 26. April: Carmine Coppola, US-amerikanischer Musiker und Komponist ( - 1910)
- 27. April: Fritz Corterier, deutscher Politiker ( - 1906)
- 29. April: Ken Curtis, US-amerikanischer Sänger ( - 1916)
- 1. Mai: Richard Thorpe, US-amerikanischer Filmregisseur ( - 1896)
- 3. Mai: Jerzy Kosiński, US-amerikanischer Autor ( - 1933)
- 5. Mai: Hermann Kopf, deutscher Politiker ( - 1901)
- 7. Mai: Hans Bender (Psychologie), Psychologe und Arzt ( - 1907)
- 8. Mai: Jean Langlais, französischer Komponist und Organist ( - 1907)
- 8. Mai: Rudolf Serkin, Pianist ( - 1903)
- 13. Mai: Victor-Emanuel Preusker, deutscher Politiker und Bankier ( - 1913)
- 16. Mai: Herbert Schäfer, deutscher Fußballtrainer ( - 1927)
- 17. Mai: Tom Trana, Rallyefahrer ( - 1937)
- 18. Mai: Rudolf Nierlich, österreichischer Skirennläufer ( - 1966)
- 21. Mai: Rajiv Gandhi, indischer Premierminister ( - 1944)
- 23. Mai: Wilhelm Kempff, deutscher Pianist und Komponist ( - 1895)
- 25. Mai: Eberhard Werdin, deutscher Komponist ( - 1911)
- 30. Mai: Walter Dirks, Publizist, Schrftsteller und Journalist ( - 1901)
- 31. Mai: Hans Schwartz, deutscher Fußballspieler ( - 1913)
- 1. Juni: David Ruffin, US-amerikanischer Gospel- und Soulsänger ( - 1941)
- 1. Juni: Wolfgang Stegmüller, deutsch-österreichischer Philosoph ( - 1923)
- 3. Juni: Sergiu Samarian, rümänischer Schachspieler, Schachschriftsteller ( - 1923)
- 3. Juni: Katia Krafft, französische Vulkanologin ( - 1942)
- 3. Juni: Maurice Krafft, Vulkanologe ( - 1946)
- 5. Juni: Rudolf Vogel (Politiker), deutscher Politiker ( - 1906)
- 6. Juni: Stan Getz, US-amerikanischer Tenorsaxophon ( - 1927)
- 8. Juni: Heidi Brühl, deutsche Schauspielerin und Sängerin ( - 1942)
- 9. Juni: Claudio Arrau, chilenischer Pianist ( - 1903)
- 10. Juni: Vercors (Schriftsteller), Schriftsteller, Karikaturist ( - 1902)
- 13. Juni: Karl Bielig, deutscher Politiker und MdB ( - 1898)
- 14. Juni: Peggy Ashcroft, britische Schauspielerin ( - 1907)
- 14. Juni: Werner Kraft, deutscher Bibliothekar, Literaturwissenschaftler und Schriftsteller ( - 1896)
- 15. Juni: Helga Brauer, deutsche Schlagersängerin ( - 1936)
- 15. Juni: William Arthur Lewis, britischer Nobelpreisträger und Ökonom ( - 1915)
- 16. Juni: Karl Krammig, deutscher Politiker
- 19. Juni: Jean Arthur, US-amerikanische Schauspielerin ( - 1900)
- 20. Juni: Max Lüthi, schweizerischer Literaturwissenschaftler und herausragender Märcheninterpret ( - 1909)
- 20. Juni: Michael Westphal, deutscher Tennisspieler ( - 1965)
- 21. Juni: Klaus Schwarzkopf, deutscher Schauspieler und Synchronsprecher ( - 1922)
- 23. Juni: Michael Pfleghar, deutscher Regisseur ( - 1933)
- 24. Juni: Franz Hengsbach, römisch-katholischer Priester, Theologe, Bischof und Kardinal ( - 1910)
- 24. Juni: Rufino Tamayo, mexikanischer Maler ( - 1899)
- 27. Juni: Bertram Eugene Warren, US-amerikanischer Kristallograph ( - 1902)
- 28. Juni: Hans Nüsslein, deutscher Tennisspieler ( - 1910)
- 28. Juni: Nikolas Vogel, österreichischer Kameramann ( - 1967)
- 30. Juni: Aadriaan Cornelis van Leeuwen, niederländischer Komponist und Dirigent ( - 1887)
- 1. Juli: Joachim Kroll, deutscher Serienmörder ( - 1933)
- 1. Juli: Michael Landon, US-amerikanischer Schauspieler ( - 1936)
- 2. Juli: Lee Remick, US-amerikanische Schauspielerin ( - 1935)
- 3. Juli: Ernst Witt, deutscher Mathematiker ( - 1911)
- 9. Juli: José Salazar López, Erzbischof von Guadalajara und Kardinal ( - 1910)
- 12. Juli: Willi Schwabe, deutscher Schauspieler, Sänger und Moderator ( - 1915)
- russisch Россия), bzw. Russische Föderation (russisch Российская Федерация, ) - beide Bezeichnungen sind gleichwertig - ist ein Staat in Osteuropa und Nordasien und der flächenmäßig größte Staat der Erde.
Geografie
Bild:Rs-map.png
Nachbarländer und Meere
Im Folgenden sind die an Russland angrenzenden Nachbarländer und Meere entgegen dem Uhrzeigersinn aufgeführt. Die Grenzlänge ist hinter den jeweiligen Staaten in Klammern angegeben.
Das russische Kernland grenzt an die skandinavischen Staaten Norwegen (196 km) und Finnland (1340 km), gefolgt von einem kurzen Küstenstreifen zur Ostsee. Danach teilt sich Russland eine Grenze mit den baltischen Ländern Estland (294 km) und Lettland (217 km), weiter südlich gefolgt von Weißrussland (959 km) und der Ukraine (1576 km).
Das Schwarze Meer trennt die europäischen Grenzen Russlands von denen zu Kleinasien. Im Kaukasus grenzen Georgien (723 km) und Aserbaidschan (284 km) an. Es folgt ein Küstenstreifen am Kaspischen Meer und eine lange gemeinsame Grenze mit der zentralasiatischen Republik Kasachstan (6846 km).
In Ostasien grenzt Russland erstmals an die Volksrepublik China (etwa 40 km) und dann an die Mongolei (3485 km). Danach trifft das russische Hoheitsgebiet zum zweiten Mal mit der VR China zusammen (3605 km). Mit Nordkorea (19 km) besteht die letzte Landverbindung zu einem anderen Staat. Danach folgen die Küstenlinien zum Japanischen, dem Ochotskischen Meer, zum Pazifischen Ozean und schließlich zur Beringsee. Über die nur etwa 85 km schmale und 30 m bis 50 m tiefe Beringstraße ist Russland im äußersten Osten von seiner ehemaligen Kolonie Alaska (die 1867 an die USA verkauft wurde und seit 1959 offizieller Staat der USA ist) getrennt.
Der gesamte nördliche Teil des Landes grenzt an den Arktischen Ozean. Dort befinden sich auch einige große und viele kleine Inseln, die ebenfalls zum russischen Staatsgebiet gehören. Die Gesamtlänge der Landesgrenzen beträgt 20.017 km, die Küstenlinie umfasst 37.653 km. Neben dem Kernland besitzt Russland noch zwei Exklaven:
Exklaven
Exklave
Die größte russische Exklave ist der nördliche Teil des ehemaligen Ostpreußen, die heutige Oblast Kaliningrad (dt.: Königsberg). Die Exklave grenzt an Litauen (227 km) und Polen (206 km) und ist wie das Mutterland Ostsee-Anrainer. Sie beherbergt die gleichnamige Stadt Kaliningrad.
Die zweite Exklave befindet sich in der Schweiz: das 1899 von Russland mit schweizer Genehmigung errichtete Suworow-Denkmal in der innerschweizerischen Schöllenenschlucht zählt zum russischen Hoheitsgebiet. Vermutlich wurde das nur 563 m² große Territorium an Russland übergeben, damit die Neutralitätsgesetze der Schweiz nicht verletzt werden. Der Exklavenstatus ist umstritten.
Strittige Gebiete
Südlich der russischen Halbinsel Kamtschatka liegt die Inselgruppe der Kurilen. Die Kette von etwa 30 Inseln erstreckt sich bis 4km vor die Küste Japans. Die Inseln standen seit 1875 unter japanischer Hoheit, als das sowjetische Russland sie 1945 im Zweiten Weltkrieg eroberte. Die südlichen Kurilen werden bis heute von Japan beansprucht. Seit 2004 laufen wieder Verhandlungen zwischen den beiden Staaten, die den Gebietsstreit beenden sollen. siehe auch: Kurilenkonflikt
In der russischen Teilrepublik Tschetschenien versuchen islamische Unabhängigkeitsbewegungen, einen souveränen Staat zu errichten. De facto herrscht in der kaukasischen Republik seit 1994 permanenter Kriegszustand, wobei beide Seiten die Auseinandersetzung mit äußerster Härte austragen. Im Zusammenhang mit dem Konflikt stehen unter anderem die Geiselnahme in einem Theater in Moskau 2002 sowie die Geiselnahme von Beslan, bei der 2004 insgesamt 368 Menschen ums Leben kamen. Der Tschetschenienkonflikt stellt die gegenwärtig schwerste Krise Russlands dar und seine Lösung ist wahrscheinlich die größte Herausforderung der russischen Regierung.
An dem Fluss Amur, der die Grenze Russlands zur VR China bildet, kam es v.a. während der Sowjetzeit zu diversen Auseinandersetzungen, die auch zu Grenzgefechten führten. Auch in der heutigen Zeit gibt es vereinzelt Gefechte zwischen russischen und chinesischen Grenzsoldaten. Da aber keine Seite offiziell Anspruch auf Gebiete jenseits des Flusses erhebt, werden diese Streitigkeiten nicht als ein schwerwiegender Konflikt betrachtet.
Großlandschaften
VR China
Hauptartikel: Russische Großlandschaften
Russland gliedert sich geografisch betrachtet hauptsächlich in die folgenden Großlandschaften (etwa in West-Ost-Richtung):
- Osteuropäische Ebene - westlich des Uralgebirges
- Westsibirisches Tiefland - östlich des Uralgebirges
- Nordsibirisches Tiefland - südlich des Arktischen Ozean
- Mittelsibirisches Bergland - zwischen Jenissei und Lena
- Südsibirische Gebirge - Gebirge im Süden Russlands (bzw. Sibiriens)
- Mitteljakutische Niederung - in der Fluss-Niederung der Lena
- Ostsibirisches Bergland - Gebirge östlich der Lena
- Ostsibirisches Tiefland - südlich der Ostsibirischen See
Flüsse und Ströme
Ostsibirischen See]]
Sieben der zehn längsten europäischen Flüsse verlaufen durch russisches Staatsgebiet. An deren Spitze steht die Wolga. Sie ist der längste Fluss Europas und verläuft ausschließlich in Russland. Nach 3.531 km mündet sie schließlich ins Kaspische Meer. Als Wasserweg erfährt die Wolga besondere Bedeutung, da sie Nordeuropa mit Zentralasien verbindet.
Mit 2.428 km Länge folgt der Ural. Er entspringt im gleichnamigen Gebirge und verläuft in Richtung Süden nach Kasachstan. Da er erst jenseits der kasachischen Grenze schiffbar wird, hat er für Russland nur geringe wirtschaftliche Bedeutung. Jedoch wird er allgemein als Innereurasische Grenze angesehen. Eine sehr große Bedeutung für die slawischen Staaten besitzt dagegen der Dnepr (auch Dnjepr genannt). Der Strom entsteht westlich von Moskau und fließt anschließend durch Weißrussland und die Ukraine, wo er ins Schwarze Meer mündet. Über den Dnepr-Bug-Kanal ist er mit dem polnischen Fluss Bug und mit Weichsel und Memel verbunden, was den Dnepr zu einer äußerst wichtigen Wasserstraße macht. In Asien verläuft der 2.824 km lange Amur. Er bildet seit 1689 die Grenze zwischen Russland und der Volksrepublik China.
Weitere wichtige Flüsse und Ströme sind (alphabetisch sortiert); die bedeutsamsten Flüsse sind kursiv gedruckt):
Angara, Bureja, Chor, Don, Düna, Indigirka, Irtysch, Jenissei, Kama, Kolyma, Kuban, Lena, Memel, Moskwa, Newa, Ob, Oka, Petschora, Pregel, Seja, Selenga, Tobol, Tschulym, Steinige und Untere Tunguska, Ussuri, Wjatka, Wolchow.
Gebirge und Berge
Die bedeutendsten Gebirge in Russland sind (alphabetisch sortiert):
Altai, Baikalgebirge, Chibinen, Kaukasus, Kolymagebirge, Putoranagebirge, Sajangebirge, Stanowojgebirge, Stanowojhochland, Tannu-ola-Gebirge, Tscherskigebirge, Ural, Werchojansker Gebirge.
Der höchste Berg in Russland ist der Elbrus (5.642 m) im Kaukasus.
Städte
Die größten Städte Russlands sind Moskau (10,10 Mio.), Sankt Petersburg (4,66 Mio), Nowosibirsk (1,42 Mio), Nischni Nowgorod (1,35 Mio), Jekaterinburg (1,26 Mio), Samara (1,16 Mio), Omsk (1,15 Mio) und Wolgograd (1,2 Mio).
Siehe auch: Liste der Städte in Russland
Klima
Große Teile des Landes sind vom Kontinentalklima mit heißen Sommern und sehr kalten Wintern geprägt. Die vier Klimastationen Moskau, Jekaterinburg, Nowosibirsk und Bomnak liegen alle etwa auf 55° nördlicher Breite von West nach Ost. An ihnen lässt sich die zunehmende Kontinentalität mit immer ausgeprägteren Differenzen zwischen dem wärmsten und kältesten Monat des Jahres gut erkennen. Im Nordosten Sibiriens - beim Ort Oimjakon - liegt der Kältepol der Nordhalbkugel.
Bild:Klima_moskau.png|Klimadiagramm Moskau
Bild:Klima_jekaterinburg.png|Klimadiagramm Jekaterinburg
Bild:Klima_novosibirsk.png|Klimadiagramm Nowosibirsk
Bild:Klima_bomnak.png|Klimadiagramm Bomnak
Die Klima- und Vegetationszonen verlaufen in Russland weitgehend breitenkreisparallel, so dass stark schematisiert folgende Nord-Süd-Abfolge entsteht:
Bevölkerung
breitenkreis]
Russland ist ein Vielvölkerstaat.
So leben neben den Russen, die mit 80,0 % die Mehrheit der Bevölkerung stellen, noch fast 100 andere Völker auf dem Gebiet des Landes. Größere Minderheiten sind die Tataren (4,0 %), die Ukrainer (2,2 %), die Tschuwaschen (1,5 %), die Baschkiren (1,4 %), die Wolgadeutschen (0,8%) und andere. Zu den kleineren Minderheiten zählen beispielsweise die Mescheten und die Juden. Sie sprechen meistens Sprachen aus dem Kreis der Uralische Sprachen (Samojedische Sprachen), Altaiische Sprachen und Paläosibirische Sprachen.
Siehe: Indigene Völker des russischen Nordens, Sibiriens und des russischen Fernen Ostens
Für viele nicht-russische Völker wurden Republiken mit weitgehender Autonomie errichtet. In den letzten Jahren erlebt Russland einen deutlichen Bevölkerungsrückgang von etwa 750.000 Einwohnern pro Jahr. Dennoch ist Russland das zweitwichtigste Einwanderungsland der Welt. Herkunftsländer sind hierbei vor allem die ärmeren, südlichen ehemaligen Sowjetrepubliken Zentralasiens und des Kaukasus, aber in zunehmender Zahl auch Afrika und Südostasien. Die Mehrheit der Einwanderer stellen bisher jedoch die Russen, die während der Sowjetzeit in anderen Teilrepubliken angesiedelt wurden und nun mit ihren Familien nach Russland zurückkehren.
Russisch ist die einzige überall geltende Amtssprache, parallel dazu wird in den einzelnen autonomen Republiken oftmals die jeweilige Volkssprache als zweite Amtssprache verwendet. Das kyrillische Alphabet ist die einzige offizielle Schrift und es besteht die Richtlinie, dass alle jeweiligen Sprachen in Kyrillisch zu schreiben sind. Gegen diese Regelung erhob sich in den vergangenen Jahren mehrmals Widerstand, z. B. von Seiten der Tataren. Die russisch-orthodoxe Kirche bildet die vorherrschende christliche Gruppe in der Föderation der über 60 % der Bevölkerung angehört. Allerdings ist die Zahl der Konfessionslosen mit über 25 % sehr hoch; zu anderen Religionen zählen der Islam (knapp 12 %) und in kleinerem Maße verschiedene protestantische Richtungen (1 Millionen Menschen) (darunter die ELKRAS), die katholische Kirche (ebenfalls rund 1 Millionen Menschen), der Buddhismus (über 1 Millionen) und der Judentum (800000).
73 % der Russen leben in Städten.
Bevölkerungswachstum
Russland verliert ca. 365.000 Einwohner im Jahr (ca. 1.000 Einwohner am Tag).
Die Bevölkerungsdichte war 2004 8,46 Einwohner/km², im Jahr 2005 ist diese noch 8,40 Einwohner/km².
Geschichte
Judentum
Judentum
Judentum
Judentum
Hauptartikel: Geschichte Russlands
Etymologie
Der alte ostslawische Name für das Gebiet des von Slawen bewohnten Teils des europäischen Russlands, Weißrusslands und der Ukraine war Rus (siehe Kiewer Rus), der davon abgeleitete mittelalterliche lateinische Name war Ruthenia, in latinisierter slawischer Version Russia (ab dem frühen 18. Jahrhundert Rossija).
Wörtlich übersetzt bedeutet Rossijskaja Federazija ‚Russländische Föderation‘ (von Rossija ‚Russland‘). Man hat bewusst nicht Russkaja Federazija (‚Russische Föderation‘) als Staatsbezeichnung gewählt, um auch die nicht-russischen Ethnien einzubeziehen. Ist von dem russischen Volk oder der russischsprachigen Kultur die Rede, spricht man daher im Russischen von russkij (‚russisch‘). Ist dagegen von den Staat Russland betreffenden Sachverhalten die Rede, verwendet man das Adjektiv rossijskij (‚russländisch‘).
Entstehung
Die früheste Geschichte des eigentlichen, europäischen Russlands (für die Geschichte des asiatischen Teils, siehe Geschichte Sibiriens) ist im Norden geprägt von finno-ugrischen Völkern und Balten, und im Süden von den indogermanischen Steppenvölkern des Kurganvolks, der Kimmerier, Skythen, Sarmaten und Alanen; später kamen hier noch Griechen, Goten, Hunnen und Awaren hinzu. In der Mitte, zwischen Dnjepr und Bug, fand die Ethnogenese der slawischen Völker statt, die sich ab dem 6. Jahrhundert auch nach Norden und Osten auszudehnen begannen.
Ab dem 8. Jahrhundert befuhren schwedische Wikinger die osteuropäischen Flüsse, gründeten Städte und Siedlungen und vermischten sich mit der slawischen Vorbevölkerung. Diese auch Waräger oder Rus genannten Kriegerkaufleute waren maßgeblich an der Gründung des ersten ostslawischen Staates, der "Kiewer Rus" mit Zentren in Kiew und Nowgorod, beteiligt. Im südlichen Steppengebiet und an der Wolga waren hingegen Reiche der aus Asien eingeströmten Turkvölker der Chasaren und Wolgabulgaren entstanden, mit denen die Rus Handel trieben, aber auch mehrfach Kriege führten. Intensive Kontakte mit dem Byzantinischen Reich führten schließlich 988 zur orthodoxen Christianisierung der Kiewer Rus.
Aufgrund des ungünstigen Senioratsprinzips bei der Regelung der Erbfolge begann die Kiewer Rus im 12. Jahrhundert zu zerfallen, was es den ab 1223 einfallenden Mongolen erleichterte, die zerstrittenen russischen Fürstentümer zu unterwerfen. Die Goldene Horde beherrschte nun für zwei Jahrhunderte einen großen Teil der Rus, ein anderer Teil wurde dem Großfürstentum Litauen und später Polen-Litauen eingegliedert. Das Großfürstentum Moskau konnte sich schließlich von der mongolischen Fremdherrschaft befreien, und Großfürst Iwan IV. ließ sich 1547 zum ersten "Zar der ganzen Rus" krönen. Unter seiner Herrschaft begann auch die Eroberung Sibiriens, die russische Kosaken erstmals im 17. Jahrhundert bis an den Pazifik brachte.
Öffnung Russlands unter Peter dem Großen
An der Wende zum 18. Jahrhundert öffnete Zar Peter der Große das teilweise in mittelalterlichen Strukturen erstarrte russische Reich westeuropäischen Einflüssen und förderte Wissenschaft und Kultur. 1703 gründet er die Stadt Sankt Petersburg, die das Symbol für den russischen Fortschritt werden sollte. Mit dem Sieg gegen Schweden im über 20 Jahre währenden Großen Nordischen Krieg und der damit erlangten Vormachtstellung im Ostseeraum, machte er Russland zu einer gesamteuropäischen Großmacht.
Zarin Katharina die Große ging Peters Weg weiter und betrieb konsequent Expansionspolitik, im Laufe derer sie die Schwarzmeerküste vom Osmanischen Reich eroberte (Neurussland) und sich an den Teilungen Polens beteiligte. 1812 fielen Napoleons Truppen in Russland ein und eroberten Moskau, wurden schließlich jedoch vernichtend geschlagen. Bald darauf zog Zar Alexander I. als "Retter Europas" in Paris ein. Russland war nun die führende Macht in Europa und erlebte ein goldenes Zeitalter.
Ab 1825 gab es im unzufriedenen Volk, in den annektierten Gebieten (Polen,Litauen etc.) und bei der Intelligenzija immer wieder Aufstände, Unruhen und Attentate (siehe Dekabristen), und in den 1860er Jahren kam es zur Aufhebung der Leibeigenschaft. Trotz erheblicher Industrieproduktion (Stahl, Kohle, Öl, Militärbedarf) geriet Russland immer mehr ins Hintertreffen gegenüber den westeuropäischen Großmächten. Der Grund hierfür war die Ineffizienz des staatlich kontrollierten Aufbaus der Industrie, der nur in den städtische Ballungszentren vorangetrieben wurde. Während in den großen Städten wie Moskau und St. Petersburg aufgrund der Landflucht ein Industrieproletariat entstand, verharrte das übrige Land in Armut und der Rechts- und Sozialordnung der Feudalgesellschaft.
Die Industrialisierung drang nicht in die ländlichen Provinzen des Riesenreichs vor, sondern beschränkte sich hauptsächlich auf Moskau, Sankt Petersburg, Warschau und Lodz. Mangelnde Infrastruktur, die Armut der Arbeiter und Bauern und die fehlende Demokratisierung bereiteten große Probleme, wie das Zarenreich erstmals im Krimkrieg und schließlich 1905 bei der Niederlage gegen Japan schmerzlichst erfahren musste. Allerdings war Zar Nikolaus II. nicht bereit, grundlegende Reformen einzuleiten. So ließ er ein weitgehend funktionsloses Parlament, die Duma, das er notgedrungen genehmigt hatte, nur kurze Zeit später wieder auflösen.
Der Russische Bürgerkrieg
Als 1914 der Erste Weltkrieg ausbrach, erfasste das Land neuerlich eine patriotische Welle. Die anfänglichen Erfolge, vor allem gegen Österreich-Ungarn und das Osmanische Reich, wurden jedoch bald abgelöst von einem zermürbenden Stellungskrieg, bis schließlich 1917 die Moral der russischen Soldaten nachgab und die Front zusammenbrach. Die Unzufriedenheit der Bevölkerung und die desolate Versorgungslage waren die Ursachen, und der Zar wurde zum Abdanken gezwungen. Eine bürgerliche Regierung unter Alexander Kerenski kam an die Macht. Seiner Herrschaft machte kurz darauf die von Lenin und den Bolschewiki initiierte Oktoberrevolution ein Ende. Aus dem darauf folgenden Bürgerkrieg zwischen "roten" kommunistischen und "weißen" monarchisten Kräften, der Millionen Menschen das Leben kostete, gingen die Kommunisten als Sieger hervor. Im Laufe des polnisch-russischen Kriegs und des Bürgerkriegs verlor Russland 1920 Teile Weißrusslands und der Ukraine ("Ostpolen") an Polen. 1921 wurde dann die Russische Sozialistische Föderative Sowjetrepublik (RSFSR) ausgerufen, die den wichtigsten Teil der späteren Sowjetunion darstellte.
Die Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken
Am 30. Dezember 1922 wurde der Zusammenschluss aller Sowjetischen Sozialistischen Republiken zur UdSSR beschlossen und eine staatlich kontrollierte Wirtschaftspolitik ausgerufen. Die Sowjets wurden als Eigentümer von Boden und Produktionsmitteln erklärt. Lenins Tod am 21. Januar 1924 führte zu einem erbitterten Nachfolgekampf, in dem sich Josef Stalin gegen Leo Trotzki durchsetzte. Stalin festigte seine Macht durch gezielten Terror gegen seine Widersacher von "rechts" (u. a. Bucharin) und "links" (Leo Trotzki, später Sinowjew und Kamenew) sowie jeden, der im Verdacht stand, mit ihnen zu sympathisieren. Seit 1928 wurde die staatliche Wirtschaft Fünfjahresplänen unterworfen, die Industrialisierung und Infrastruktur, speziell im asiatischen Teil des Landes, vorangetrieben und die Landwirtschaft kollektiviert.
Der Zweite Weltkrieg
Im August 1939 unterschrieb Stalin einen geheimen Nichtangriffspakt mit Hitler und sicherte sich die Eingliederung der ostpolnischen Gebiete, des Baltikums und Bessarabiens. Nach dem Überfall Deutschlands auf Russland am 22. Juni 1941 trat Russland an der Seite der Alliierten in den Zweiten Weltkrieg (in Russland Großer Vaterländischer Krieg genannt) ein. In den ersten Kriegsmonaten verlor die Rote Armee drei Millionen Soldaten, große Teile der westlichen Landesteile wurden verwüstet, später bei der Belagerung Leningrads verhungerten über eine Million Zivilisten. Bei Moskau (Winter 1941), Stalingrad (Winter 1942/43) und Kursk (Sommer 1943) fügte die Rote Armee den deutschen Truppen schwere Niederlagen zu und eroberte schließlich im Mai 1945 Berlin. Gegen Ende des Krieges eroberten und besetzten sowjetische Truppen schließlich japanisches Gebiet im Fernen Osten (Mandschurei, Karafuto, Korea und die Kurilen). 1945 bekam die RSFSR nach dem Potsdamer Abkommen das nördliche Ostpreußen, die heutige Oblast Kaliningrad, daneben gewann sie das südliche Sachalin und die Kurilen von Japan.
Der Kalte Krieg
Nach Ende des Krieges, aus dem die UdSSR als Siegermacht hervorging, traten die Spannungen zwischen Stalin und den Alliierten zunehmend hervor. Im Laufe der Friedensverhandlungen sicherte sich die UdSSR großen Einfluss auf die angrenzenden Länder Polen, Tschechoslowakei, Ungarn und Rumänien sowie auf Bulgarien und die DDR, zeitweise auch auf Albanien. In diesen Ländern blieben Hunderttausende sowjetische Soldaten stationiert. Der Kalte Krieg dominierte bis 1989 die Weltpolitik.
1954 schenkte Nikita Chruschtschow die bis dahin russische Halbinsel Krim der Ukraine.
Zerfall der Sowjetunion
Russland hat im Jahr 1991 als größte ehemalige Sowjetrepublik die Rechtsnachfolge der Sowjetunion angetreten. Siehe hierzu auch Auflösung der UdSSR.
1996 zählte Russland zu den Gründungsmitgliedern der Shanghai Five, der heutigen Shanghai Cooperation Organization (SCO).
Das moderne Russland
Unter Boris Jelzin wurden in Russland Teile der Wirtschaft privatisiert und demokratische Reformen durchgeführt. Beide verfehlten jedoch ihr Ziel und führten zum Zusammenbruch der Wirtschaft, hohen Inflation und politischen Destabilisierung. Nach dem Amtsantritt Wladimir Putins 2000 stabilisierte sich die politische und wirtschaftliche Lage.
Ein international beachteter Konfliktherd bleibt jedoch die Situation in der abtrünnigen Republik Tschetschenien, in welchem Kreise um den Feldkommandeur Schamil Bassajew und Aslan Maschadow (8. März 2005 von den russischen Kräften getötet) eine Abspaltung Tschetscheniens unter islamistischen Vorzeichen anstreben. Die gegen die Terroristen vorgehenden russischen Militärs halten häufig die Menschenrechte der Zivilbevölkerung nicht ein.
Aufgrund der Geiselnahme in einer Schule im nordossetischen Beslan, die nach den Präsidentschaftswahlen in Tschetschenien von tschetschenischen Terroristen verübt wurde und wo hunderte Schüler ums Leben kamen, wurden von Präsident Putin Maßnahmen zur Stärkung der Terrorabwehr eingeleitet, die demokratische Mechanismen erheblich einschränken.
Politik
Umbruch nach der Auflösung der Sowjetunion
Russland war die mit Abstand größte Teilrepublik der Sowjetunion: es hatte 76% der Fläche und 52% der Bevölkerung (knapp 150 Millionen), zu denen noch manche Rückwanderer kamen. Seit Auflösung der Sowjetunion im Dezember 1991 ist Russland ein unabhängiger Staat und wurde mit Zustimmung der übrigen ehemaligen Sowjetrepubliken Rechtsnachfolger der UdSSR, die es politisch seit jeher dominiert hatte. Die derzeit gültige Verfassung der Russischen Föderation wurde 1993 vom Parlament, der Duma angenommen.
Außenpolitisch stand die russische Führung nach Auflösung der Sowjetunion vor der Aufgabe, das Verhältnis Russlands gegenüber den übrigen früheren Sowjetrepubliken neu zu gestalten. Dies erfolgte u.a. durch Gründung der GUS (nächster Abschnitt) und einiger Verträge zu vertiefter Kooperation, vor allem mit Weißrussland, Ukraine und Kasachstan.
Im Inneren stand und steht die Regierung vor der Herausforderung, die Grundlagen der politischen und wirtschaftlichen Ordnung Russlands neu zu bestimmen. Russland war vor der Auflösung des Sowjetunion ein von der Kommunistischen Partei beherrschter Staat mit einer zentral verwalteten Planwirtschaft, die kein Privateigentum an Produktionsmitteln kannte. Die Wahl von Boris Jelzin zum Staatspräsidenten bedeutete das Ende der KP-Herrschaft in Russland. Privateigentum an Unternehmen wurde zugelassen, die zentrale Planung der Wirtschaft aufgegeben.
Dieser Umbruch brachte für die Bürger Russlands zweifellos mehr persönliche politische Freiheit. Die Entwicklung des politischen Systems unter Jelzin wurde von vielen jedoch eher als Auflösung einer gesicherten und berechenbaren staatlichen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Ordnung empfunden. Die politische Entscheidungsfindung im Geflecht des Familienclans Jelzins und seiner Hintermänner aus dem Kreis der Oligarchen, die durch die Privatisierungspraktiken der Regierung Jelzin innerhalb weniger Jahren zu immensen Vermögen gekommen waren, blieb intransparent, der Einfluss des Parlaments eng begrenzt.
Politische Kooperation der Nachfolgestaaten
Die Auflösung der Sowjetunion stellte Russland vor die Aufgabe, das Verhältnis zu deren Nachfolgestaaten neu zu gestalten. Im Ergebnis ist Russland jetzt im Vergleich zum engen Verbund in der Sowjetunion nur noch locker mit einigen früheren Sowjetrepubliken verbunden. Die bekannteste gemeinsame Organisation ist die GUS (Gemeinschaft unabhängiger Staaten), russisch СНГ (Содружество Независимых Государств). Diesem 1991/1992 vereinbarten Zusammenschluss gehören 11 der 15 Nachfolgestaaten an; nur die 3 baltischen Staaten und Turkmenistan traten nicht bei.
Mit Weißrussland hat sich Russland in der Russisch-Weißrussischen Union zusammengeschlossen, auf die sich Jelzin mit Aljaksandr Lukaschenka (beloruss.Präsident seit 1994) verständigte. Sie wird jedoch von Kritikern als "kaum funktionierend und halb-illegal" bezeichnet. Von ihr wurde lediglich die Verteidigungs- und vorübergehend die Zollunion umgesetzt.
Als nach Jelzin 1999 Wladimir Putin russischer Präsident wurde, kühlte sich das Verhältnis zu Weißrussland ab, dem Putin aber später den Beitritt in die Russische Föderation vorschlug. Lukaschenko lehnte dies ab, doch vereinbarte man 2004/05 eine Währungsunion. Sie soll zwar Anfang 2006 in Kraft treten, allerdings sind derzeit (Nov.2005) noch grundlegende Fragen offen. Insgesamt ist die Integration Weißrusslands mit Russland von schwankendem Interesse geprägt und hat an Dynamik verloren. Ein Bericht der WZ vom 9.11.2005 trug daher den sprechenden Titel "[http://www.wienerzeitung.at/DesktopDefault.aspx?TabID=3857&Alias=wzo&cob=206384 Minsk–Moskau: Integration mit zahlreichen Hindernissen]".
Etwas beständiger ist demgegenüber das militärische Verteidigungsbündnis Russlands mit Weißrussland, Armenien, Kasachstan, Kirgisistan und Tadschikistan, der sogenannte Rat für kollektive Sicherheit. Ein neues Bündnis in Asien deutet sich mit der Shanghai Cooperation Organization an, zu dem auch China gehört. Russland hat bereits im August 2005 ein gemeinsames [http://www.dw-world.de/dw/article/0,1564,1682588,00.html Manöver mit den chinesischen Streitkräften] durchgeführt.
„Gelenkte Demokratie“ Putins
Hauptartikel: Innenpolitik Russlands unter Präsident Putin
Innenpolitik Russlands unter Präsident Putin
Wladimir Putin, den Jelzin selbst als seinen Nachfolger nominiert hatte, gewann die Präsidentschaftswahlen im März 2000 mit 52,9 Prozent der Stimmen.
Staatspräsident Putin ist es seither gelungen, für mehr politische und wirtschaftliche Stabilität zu sorgen, allerdings nach Meinung vieler westlicher Beobachter auf Kosten der Meinungs- und Pressefreiheit und einer sehr weitreichenden Konzentration der Macht in seinem Amt. Offenbar verfolgt er – zumindest vorerst - nicht das Ziel, Russland zu einer pluralistischen westlichen Demokratie mit starken politischen Parteien, unabhängigen Verbänden, freien Medien und einer in allen Bereichen marktwirtschaftlich geordneten Wirtschaft zu entwickeln. Sein Leitbild scheint vielmehr ein politisches System zu sein, das der russische Publizist Sergej Markow als "gelenkte Demokratie" bezeichnete. Von einigen Politologen wird Russlands politisches System auch als defekte Demokratie bezeichnet.
Der russische Staatspräsident besitzt schon aufgrund der Verfassung weitreichende Befugnisse. Putin hat diese Machtposition ausgebaut indem er:
- die verbliebenen Vertreter der Jelzin-Familie allmählich entmachtete,
- die Macht der Gouverneure der Regionen drastisch beschränkte,
- die Pressefreiheit einschränkte
- den Einfluss der "Oligarchen" auf Medien und Politik beschnitt.
Bei den Parlaments- und Präsidentenwahlen gewann Putin deutliche Mehrheiten. Bereits seit Januar 2002 werden die Mitglieder des Oberhauses des russischen Parlaments, des sogenannten Föderationsrats, nicht mehr durch die Gouverneure und die regionalen Parlamentspräsidenten gestellt, sondern nur noch durch vom jeweiligen Gouverneur oder Regionalparlament entsandte Vertreter. Die seit 1996 praktizierte direkte Wahl der Gouverneure in den Regionen der russischen Republik schaffte Putin Ende 2004 wieder ab. Seither schlägt der Staatspräsident den Kandidaten für ein Gouverneursamt vor, den die Regionalparlamente bestätigen müssen, wenn dieser sein Amt eintreten soll.
Zur Festigung seiner Machtposition verstärkte Putin die staatlichen Eingriffe in die Arbeit von Fernsehen, Rundfunk und Zeitungen. In westlichen Medien und von internationalen Bürgerrechtsorganisationen werden immer wieder Einschränkungen der Pressefreiheit in Russland kritisiert. Verwiesen wird zum Beispiel auf mehrjährige Gefängnisstrafen von Kritikern wie Grigori Pasko und Igor Sutjagin. Das Auswärtige Amt der Bundesrepublik Deutschland berichtet in seinen Länder-Informationen zu Russland zu den Einschränkungen der Pressefreiheit: Am deutlichsten ist die staatliche Einflussnahme im Bereich des Fernsehens. Alle drei landesweit sendenden TV-Stationen sind entweder direkt in staatlichem Besitz oder unter staatlicher Kontrolle. Im Radiobereich ist die Situation ähnlich. Im Bereich der gedruckten Medien herrscht nach wie vor eine recht große Meinungsvielfalt. In vielen Redaktionen hat sich aber ein feines Gespür dafür durchgesetzt, was erlaubt ist und was nicht. Siehe auch: Medien in Russland
Gegenüber den „Oligarchen“ verfolgt Putin eine Doppelstrategie: Während er gegen politisch ambitionierte Oligarchen wie Boris Beresowski und Wladimir Gusinski, die über Massenmedien Einfluss ausübten, scharf vorging, bezieht er die Mehrheit der „kremltreuen“ Unternehmer in einen fortgesetzten Dialog ein. Das Strafverfahren gegen Michail Chodorkowski, der an der Spitze des Mineralölkonzerns Jukos stand, zeigte erneut, dass Putin eine politische Rolle der Oligarchen nicht duldet. Chodorkowski hatte eine Reihe von Parteien und Abgeordneten großzügig unterstützt. Die Presse sagte ihm nach, er habe Ambitionen für eine Präsidentschaftskandidatur. Außerdem verhandelte er über einen Verkauf eines Kontrollpakets von 25 Prozent plus einer Aktie des Jukos-Kapitals an die US-Ölkonzerne Exxon-Mobil oder Chevron. Ende Mai 2005 wurde Chodorkowski zu 9 Jahren Haft, insbesondere wegen Steuerhinterziehung, verurteilt.
Bei den Wählern fand die Politik Putins viel Zustimmung. Bei den Wahlen zum russischen Unterhaus, der Duma, im Dezember 2003 erreichte die dem Präsidenten nahestehende Partei "Einiges Russland" mit 307 von 450 Sitzen eine Zweidrittelmehrheit. Von den Wahlbeobachtern der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) wurden die Wahlen allerdings als "zwar frei, aber nicht fair" kritisiert. Bei den Präsidentenwahlen am 14. März 2004 wurde Putin mit 71,3 Prozent im ersten Wahlgang wiedergewählt. Dieses Ergebnis kann zwar als deutliches Vertrauensvotum der Bevölkerung für seine Politik gelten. Von internationalen Wahlbeobachtern wurde allerdings mangelnde Chancengleichheit unter den Kandidaten kritisiert.
Ungelöster Tschetschenien-Konflikt
Ein ungelöstes Problem für Putin bleibt der Konflikt mit der Unabhängigkeitsbewegung in der zur Russländischen Föderation gehörenden Teilrepublik Tschetschenien. Das Auswärtige Amt der Bundesrepublik Deutschland berichtete dazu im Februar 2005 in seinen Länder-Informationen zu Russland: "Es wird weiterhin über Menschenrechtsverletzungen durch die russischen und lokalen Sicherheitskräfte, aber auch von Verbrechen und Vergehen der tschetschenischen Rebellen berichtet. Es kam nicht nur innerhalb Tschetscheniens, sondern auch in anderen Gebieten der Russischen Föderation zu Selbstmordanschlägen, bewaffneten Zusammenstößen zwischen Rebellen und Sicherheitskräften und Terrorakten." Tragischer Höhepunkt war die Geiselnahme in einer Schule von Beslan, bei der Anfang September 2004 330 Menschen getötet wurden.
Der tschetschenische Präsident Achmad Kadyrow wurde am 9. Mai 2004 getötet. Sein Nachfolger wurde der vormalige Innenminister Alu Alchanow, der bei den Präsidentschaftswahlen vom 29. August 2004 nach offiziellen Angaben 74 % der Stimmen erhielt. Die EU und andere internationale Organisationen äußerten allerdings große Sorge hinsichtlich der Bedingungen, unter denen die Wahlen stattfanden. Kritisiert wurde insbesondere der Mangel an echtem Pluralismus bei den Kandidaturen für das Präsidentenamt und das Fehlen unabhängiger Medien.
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