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Kanazawa

Kanazawa

Kanazawa (jap.: 金沢市; -shi) ist ein Seehafen und die Hauptstadt der Präfektur Ishikawa auf Honshū, der Hauptinsel von Japan. Kanazawa liegt etwa 150 km nördlich von Nagoya an der Küste zum japanischen Meer und hat knapp 458.000 Einwohner. Die Stadt ist die größte in der Region Hokuriku. Hokuriku Die wichtigsten Wirtschaftszweige sind neben der Herstellung von Lacken und Porzellan der Maschinenbau und die Textilindustrie. Kanzawa verfügt über zwei staatliche und vier Privatuniversitäten. Historisch war Kanazawa das Zentrum der Ikkoshi-Rebellion in der Provinz Kaga. Sie hatten den Fürsten entfernt und fast ein Jahrhundert die gesamte Provinz regiert. Nach dem Ende der Rebellion regierten mehrere Daimyos das Gebiet. Toyotomi Hideyoshi machte seinen treuen Freund Maeda Toshiie zum Daimyo, den Fürsten der drei Provinzen Kaga, Ecchu und Noto, gleich mit den heutigen Kanagawa- und Toyama Präfekturen. Da Kanagawa in der Mitte dieser Provinzen liegt, und diese in einer großen Ebene und in der Nähe des Meeres liegen, setzte Toshiie seine Hauptstadt in Kanagawa und erbaute die Burg von Kanagawa . Wie Tokugawa Ieyasu ließ auch Toshiie diese Provinzen regieren, mit vielen Zweifeln. Toshiie ist gestorben, und sein Nachfoler zweifelte sehr am Shogunat. Er war eigentlich ein ungebildeter Mann, aber er unterstützte die Kultur, Literatur, Sado, Theater, Gartenkunst und so weiter. Er hatte Erfolg, das Shogunat glauben zu lassen, der große Fürst in Kanazawa hätte keine militärischen Ambitionen. Unter der Maedaregierung hatte die Stadt eine kulturelle Blüte. Der Fürst lud viele Künstler von Kyoto nach Kanazawa ein. Alle bis heute berühmten Künste von Kanazawa haben ihre Basis in dieser Zeit. Und Kanagawa wurde die Stadt der schönen Künste. Man nannte sie Sho-kyoto, das kleine Kyoto. Nachdem dem Ende des Tokugawa Shogunates, wurden die Präfekture statt den feudale Han, Gebiet Daimyos gegründet. Endlich wurde Kanazawa die Hauptstadt der Präfektur Ishikawa. Die siebte Hochschule wurde im Hof des damaligen Schlosses von Kanazawa gegründet; nach WWII nannte sie sich Universität Kanazawa. Sehenswert ist der Kenruko-Park, den ein Fürst von Maeda, der Daimyo in der Tokugwazeit gegründet hat, Schloss Kanazawa und die Altstadt der Samurai, wo die Nachfolger damaliger Samurai noch heute wohnen. Siehe auch: Liste der Städte in Japan

Weblinks


- [http://www.city.kanazawa.ishikawa.jp/index_e.html Offizielle website] auf Englisch
- [http://www.century.ac.jp Century College Kanazawa] auf Japanisch/Englisch
- [http://www.kanazawa-u.ac.jp/ Universität Kanazawa]auf Japanisch/Englisch
- [http://www.kanazawa-bidai.ac.jp/ Kanazawa College of Art ] auf Japanisch/Englisch Kategorie:Ort in Japan ja:金沢市 ko:가나자와 시

Präfektur Ishikawa

Die Präfektur Ishikawa (石川県 Ishikawa-ken) ist eine der Präfekturen Japans. Sie liegt in der Region Chūbu auf der Insel Honshū. Hauptstadt ist Kanazawa.

Geschichte

Der alte Name für die Präfektur Ishikawa war Kaga. Dieses Kaga war mit einem jährlichen Steueraufkommen von einer Million koku das reichste aller Lehen in der Feudalzeit. Ein koh, war die Menge Reis, von der sich der Gefolgsmann eines Samurai ein Jahr lang ernähren konnte.

Geografie

Image:Ishikawa Prefecture shadow picture.png|Umriss Image:NotoPeninsulaIshJpLandsat.jpg|Noto-Halbinsel Image:KenrokuenJP17-1.jpg|Kenrokuen Image:2002 kenrokuen hanami 0123.jpg|Kenrokuen Image:ChayakanazawaJP17-1.jpg|Chayakanazawa

Verwaltungsgliederung

Großstädte (市 shi)


- Hauptstadt: Kanazawa

Bezirke (郡 gun)

Liste der Bezirke (郡 gun) der Präfektur Ishikawa, sowie deren Städten (町, cho oder machi) und Dörfern (村, son oder mura). Ishikawa ja:石川県 ko:이시카와 현

Japan

Japan (jap. 日本 Nihon/Nippon; ) ist nach Indonesien, Madagaskar und Papua-Neuguinea der viertgrößte Inselstaat der Welt. Er liegt im Pazifik vor den Küsten Russlands und Koreas. Der Landesname setzt sich aus den Zeichen 日 (Aussprache ni, in der Bedeutung „Tag“ oder „Sonne“) und 本 (Aussprache hon, in der Bedeutung „Ursprung“ oder „Wurzel“) zusammen. Japan ist deshalb auch bekannt als „Land der aufgehenden Sonne“. Sowohl der frühere mythologische Name Cipangu als auch Japan leiten sich vermutlich von der chinesischen Aussprache der Schriftzeichen (chin. 日本國 rìbĕnguó) ab. Mit Japan befasst sich ein eigener Bereich der Kulturwissenschaft und Landeskunde, die Japanologie.

Geographie

Japanologie Hauptartikel: Geographie Japans Japan ist eine Inselkette, die sich entlang der Ostküste Asiens erstreckt. Die Hauptinseln sind Hokkaidō im Norden, die zentrale und größte Insel Honshū, sowie Shikoku und Kyūshū im Süden. Dazu kommen ca. 3.000 kleinere Inseln, die sich vor allem in der Seto-Inlandsee und als Ryūkyū-Inseln konzentrieren. Über den gesamten Archipel verläuft eine Gebirgskette, die ungefähr 73% der Landmasse Japans ausmacht. Der höchste Berg Japans ist der Fujisan auf der Hauptinsel Honshū mit 3.776 m über dem Meeresspiegel. Nur in den Regionen Kantō (Großraum Tōkyō) und Kansai (Kyōto - Ōsaka - Kōbe) finden sich größere Ebenen. Beide sind dicht besiedelt und der Standort gleich mehrerer Millionenstädte. Auf Grund des Mangels an Flachland werden Berghänge durch Terassenfeldbau kultiviert.

Regionale Einteilung

Hauptartikel: Regionen Japans Japan ist in acht Regionen eingeteilt: Hokkaidō, Tōhoku, Kantō, Chūbu, Kansai, Chūgoku, Shikoku und Kyūshū. Diese Einteilung ist historisch begründet und spielt heutzutage nur eine untergeordnete Rolle. Politisch ist Japan in Präfekturen gegliedert (siehe Politik).

Klima

Aufgrund der Nord-Süd-Ausdehnung des Landes ist das Klima in Japan sehr unterschiedlich ausgeprägt, die Inselkette erstreckt sich von der kalt-gemäßigten Klimazone in Hokkaidō, mit kalten und schneereichen Wintern, bis in die Subtropen in Okinawa. Dazu kommt der Einfluss von Winden - im Winter vom asiatischen Kontinent zum Meer, und im Sommer vom Meer zum Kontinent. Im späten Juni und frühen Juli fällt im Süden ein Großteil des Jahresniederschlages als monsunartige Regenfront (jap. 梅雨前線 baiu zensen), außerdem ist diese Zeit Taifun-Saison mit bis zu zwanzig Wirbelstürmen jährlich. Japan kann wegen seiner breit gefächerten geographischen Verhältnisse in sechs Hauptklimaregionen eingeteilt werden:
- Hokkaidō: nicht sonderlich starke Niederschläge, aber während der langen kalten Winter größere Schneeverwehungen
- Japanisches Meer: Der Nordwestwind im Winter bringt starken Schneefall. Im Sommer ist diese Region kühler als die pazifische Region, jedoch gibt es hier öfter Föhn.
- Zentrales Hochland (Chūo-kochi): starke Temperaturunterschiede zwischen Sommer und Winter sowie Tag und Nacht, geringe Niederschläge
- Seto-Inlandsee: Die Berge der Region Chūgoku und Shikoku halten den Wind auf und führen zu einem ganzjährig milden Klima.
- Pazifikregion: kalte Winter mit geringem Schneefall und heiße trockene Sommer
- Nansei-shoto (Ryūkyū-Inseln): Subtropisches Klima mit warmen Wintern und heißen Sommern. Starke Niederschläge vor allem während der Regenzeit, regelmäßig auftretende Taifune. Bild:Klima wakkanai.png|Klimadiagramm Wakkanai (Hokkaidō) Bild:Klima tokio.png|Klimadiagramm Tokio (Honshū) Bild:Klima kagoshima.png|Klimadiagramm Kagoshima (Kyūshū)

Naturerscheinungen

Kyūshū] Japan liegt an der geologischen Bruchzone dreier tektonischer Platten (die Eurasische Platte im Westen und Norden, die Philippinische Platte im Süden und die Pazifische Platte im Osten). Von seinen etwa 240 Vulkanen, die zum pazifischen Feuerring gehören, sind 40 aktiv. In der gesamten Region gibt es nahezu täglich leichtere Erdbeben, in größeren Abständen auch schwere (z. B. Großes Kanto-Erdbeben 1923, Erdbeben von Kōbe 1995). Jedes Jahr findet zum Jahrestag des Kanto-Erdbebens im September eine Übung zum Katastrophenschutz statt. Im Spätsommer beginnt die Taifun-Saison, bei der vor allem der Süden und Südwesten Japans von über dem Pazifischen Ozean entstehenden Wirbelstürmen heimgesucht wird (z. B. von Tokage im Oktober 2004). In den letzten tausend Jahren starben in Japan über 160.000 Menschen durch Tsunamis (durch unterseeische Erdbeben ausgelöste Flutwellen). Das Land verfügt heutzutage durch Messbojen im Pazifik über ein effektives Tsunami-Frühwarnsystem. Für die Bevölkerung finden regelmäßig Trainingsprogramme statt, viele japanische Küstenstädte schützen sich durch das Errichten riesiger Deiche. Diese Wälle aus Stahlbeton sind teilweise 10 Meter hoch, bis zu 25 Meter breit und mit stabilen Metalltoren ausgestattet.

Die zehn größten Städte

Tōkyō (Tokio) (8.340.000 Einwohner) – Yokohama (3.375.500) – Ōsaka (2.639.700) – Nagoya (2.213.700) – Sapporo (1.874.900) – Kōbe (1.523.900) – Kyōto (1.469.500) – Fukuoka (1.400.100) – Kawasaki (1.315.900) – Hiroshima (1.155.600) – Sendai (1.027.500) siehe auch: Städte in Japan

Infrastruktur

Städte in Japan]Die gut ausgebauten Bahntrassen Japans haben eine Gesamtlänge von 23.577 km. Das entspricht Platz 14 (Stand 2004) der Weltrangliste (zum Vergleich: Deutschland liegt mit 46.142 km auf Platz 9; Stand 2004; Quelle: CIA World Factbook). Die Nord-Süd-Verbindung des Shinkansen ist die Lebensader des Landes. 1964, zu den Olympischen Spielen wurde das erste Teilstück von Tōkyō nach Osaka eröffnet, damit können die Japaner als Erfinder des modernen Hochgeschwindigkeitszugs gelten. Durch kleine Strecken der sieben Nachfolgegesellschaften der privatisierten Staatsbahn JR, durch Privatbahnen, Überlandbusse und Fähren ist nahezu jedes Dorf und jede kleine Insel in Japan an das Netz angeschlossen. In den Städten gibt es exzellente Nahverkehrsverbindungen, U-Bahnen wie in Tōkyō, Osaka, Kyōto und vielen anderen, Straßenbahnen wie in Hiroshima oder Matsuyama und natürlich Busse. Auch ungewöhnliche Lösungen finden sich in Japan, wie die Einschienenbahn Kitakyūshū. Bahn- sowie Nahverkehrsbeförderungsgebühren schwanken stark nach Region und Betreibergesellschaft, sind aber wegen fehlender staatlicher Subventionierung im allgemeinen hoch. Ein Auto besitzt in Japan in erster Linie die Landbevölkerung und die obere Mittelklasse. Da die Städte sehr dicht bebaut sind, müssen Japaner in den Ballungsräumen nachweisen, dass sie einen Parkplatz besitzen, bevor sie sich ein Auto kaufen können. Es sind rund 45 Millionen Autos im Land zugelassen. In Wohngegenden sind die Straßen sehr eng und haben keine Bürgersteige. Es gibt im Straßenbild auch kaum LKWs, denn nur schmale Kleinlaster kommen in den engen Gässchen überall durch, um kleine Läden oder die an jeder Ecke vorhandenen Getränkeautomaten zu beliefern. Das japanische mautpflichtige Autobahnnetz umfasst rund 7.000 Kilometer, weitere 2.000 sind in Planung. Das Netz ist in staatlicher Hand, die Betreibergesellschaften wurden jedoch im Jahr 2005 in private Gesellschaften in öffentlichem Besitz umgewandelt und sollen eventuell verkauft werden. Auf den Autobahnen herrscht ein Tempolimit von 110 km/h. In Japan herrscht Linksverkehr. Linksverkehr Das gut ausgebaute Straßen- und Bahnnetz ist umso erstaunlicher, wenn man bedenkt, dass im bergigen Inland und zwischen den Inseln viele Tunnel und Brücken nötig sind, und dass die Infrastruktur ständig durch Erdbeben, Taifune und Vulkanausbrüche gefährdet ist. Strom- und Telefonleitungen sind in Japan grundsätzlich oberirdisch geführt, damit man sie im Katastrophenfall schnell wieder herstellen kann. Ein Problem sind allerdings die unterirdischen Gasleitungen, die meisten Japaner kochen mit Erdgas. Bei Erdbeben brechen dadurch schnell Feuer aus. Zur japanischen Infrastruktur gehört deswegen auch ein dichtes Netz an Katastrophenwarnsystemen und Rettungsinseln. Auch mit Häfen und Flughäfen ist Japan gut ausgestattet, da Japan auf Grund seiner Insellage sämtlichen internationalen Verkehr per Schiff oder Flugzeug abhandeln muss. Die größten Flughäfen sind Tokyo Narita, Kansai International Airport und der zur EXPO Aichi 2005 neu eröffnete Central Japan International Airport. Da ebenes Land in Japan immer knapp ist, wurden die letzten zwei der drei auf künstlichen Inseln im Meer errichtet. Bei Kitakyūshū ist eine weitere solche Flughafeninsel in Bau. Ebenfalls gut ausgebaut ist das Telefonnetz, mittlerweile sind schnelle Internetzugänge Standard und nahezu die gesamte Bevölkerung vom Schulkind bis zum Greis besitzt ein Handy. Japaner begeistern sich schnell für neue technische Spielereien, und man kann davon ausgehen, dass auch in Zukunft viele neue Erfindungen auf diesem Gebiet zuerst auf dem japanischen Markt zu finden sein werden.

Flora und Fauna

Handy Handy Handy Das Japanische Archipel erstreckt sich in einem langen Bogen von Norden (45. Breitengrad, Hokkaidō) nach Süden (20. Breitengrad, Okinotorishima). Im Inland finden sich eine Reihe Gebirgsketten, die die Baumgrenze überschreiten, außerdem gehört zu Japan eine größere Zone im Ostpazifik. Verglichen mit der Enge des Lebensraums, findet sich in Japan eine Vielzahl von Arten. Durch die Position als vorgelagerte Inselgruppe hat sich eine zwar mit „Kontinentalasien“ verwandte, aber eigenständige Flora und Fauna entwickelt. Besonders erwähnt seien hier die Ogasawara-Inseln (auch: Bonin-Inseln), 1000 km südöstlich von Tōkyō, die wegen ihren endemischen Spezies oft mit den Galapagos-Inseln verglichen werden. Japan liegt am Schnittpunkt von drei Ökoregionen. Die Hauptinseln und die nahegelegenen Nachbarinseln sind Teil der Paläarktischen Ökozone. Die Ryūkyū-Inseln sind Teil der Indomalaischen Region, während die Ogasawara-Inseln zu Ozeanien gerechnet werden. Ozeanien Säugetiere: An Großsäugetieren gibt es unter anderem den Braunbär auf Hokkaidō, auf Honshu den asiatischen Schwarzbären, Sikahirsche, und den Japanischen Serau (eine Ziegenantilope). Unter den einheimischen Arten findet sich auch der Japanmakak, der auf der Shimokita-Halbinsel (Präf. Aomori) heimisch ist und damit die nördlichste Affenpopulation der Welt bildet. Die starke Verstädterung an den Küsten und auf den Japanischen Ebenen hat dazu geführt, dass einige Säugetierarten ausgestorben sind, so der japanische Wolf (Canis lupus hodophylax), der japanische Seelöwe (Zalophus californianus japonicus), der Seeotter und der Fischotter. Hunde und Katzen gibt es in Japan in einer breiten Auswahl an Rassen. Als die japanische Hunderasse wird der Shiba Inu angesehen. Vögel: In Japan sind über 500 verschiedene Vogelarten gesichtet worden. Da die Inselgruppe in jeder Richtung von Meer umgeben ist, ist eine Vielzahl davon Wasservögel. Von Nord nach Süd ist Japan eine wichtige Zwischenstation für Zugvögel. In Sibirien brütende Vögel finden hier ihr Winterquartier, während die in Japan brütenden Vögel im Winter in Richtung Südostasien ziehen. Auf diese Art findet eine Vielzahl von Vogelarten ihren Weg nach Japan. In den Städten finden sich Krähen (besonders die Aaskrähe), Spatzen, Tauben und Rauchschwalben. Nationalvogel ist der Buntfasan. Der japanische Haubenibis (jap. toki, トキ) ist vom Aussterben bedroht. Fische: Die japanischen Küstengewässer sind von kalten und warmen Meeresströmungen durchzogen, an deren Berührungslinien gute Wachstumsbedingungen für Plankton bieten. Das Land liegt an einer Belastungskante der Kontinentalplatten, durch deren Verschiebungen sich eine zerklüftete Küstenlinie gebildet hat. Dadurch bietet sich ein guter Lebensraum für eine Vielzahl von Fischarten (ca. 1337), und die Küste von Sanrikuoki (三陸沖, in der Präfektur Iwate) bis hoch zu den Kurilen ist einer der drei reichsten Fischgründe in der Welt. Auch in den Flüssen gibt es eine reichhaltige Zahl von Fischarten, auch begünstigt durch das regenreiche Klima. In den Brackwassergebieten der Flussmündungen gibt es eine Vielzahl von Muscheln. Problematisch ist die Wasserverschmutzung und die Betonierung der Flussbetten, die zu einem Aussterben zahlreicher Arten geführt hat. In den Siebzigern gab es eine starke Umweltbewegung, die erste Erfolge dagegen verbuchen konnte. Die Vielfalt der japanischen Fischwelt lässt sich auch als Tourist erleben, denn Tauchen ist in Japan ein beliebter Freizeitsport und in vielen Städten gibt es große Aquarien. Flora: Japan ist zu rund 75% mit schwer zugänglichen Bergwäldern bedeckt, ein Umstand, der des Öfteren vergessen wird, wenn über die Betonmeere der modernen Metropolen berichtet wird. Durch den vulkanischen Ursprung der Inseln ist eine Vielzahl der einheimischen Arten auf eben diese Umgebungen spezialisiert. Kulturpflanzen: Wichtigste Kulturpflanze in Japan ist der aus Korea eingeführte Reis, genau genommen Oryza sativa japonica (Kurzkornreis), historisches Arme-Leute-Essen ist allerdings die Hirse, da der Reis als Steuer entrichtet werden musste. Das Stroh wird für die Herstellung von Tatami verwendet. Ebenfalls angebaut werden verschiedene Bohnensorten, unter anderem die Adzukibohne, und eine Reihe von Gemüsen, darunter Ingwer, Rettich und Spinat. Heimisch sind außerdem verschiedene Zitrusfrüchte wie die Natsumikan, darüber hinaus wurde eine Reihe von Obst- und Gemüsesorten eingeführt. Zur traditionellen Küche gehören außerdem Seetang (u.a. Nori) und Meeresalgen (Wakame). Traditionelle japanische Häuser werden unter anderem aus dem Holz der Sicheltanne gebaut. Von nationaler Bedeutung sind auch die Teepflanze und verschiedene Binsenarten zur Herstellung der Tatamimatten (igusa - Flatterbinse, toushingusa - Dochtbinse).

Gesellschaft

Tatamimatten Hauptartikel: Gesellschaft Japans Die letzte Volkszählung aus dem Jahr 2004 weist eine Gesamtbevölkerung Japans von 127 Mio. Menschen aus. Die japanische Gesellschaft ist ethnisch und linguistisch weitgehend homogen. Trotzdem lassen sich in Japan unterschiedliche Bevölkerungsgruppen ausmachen, in erster Linie nach Generation, Mann und Frau, Bildungsstand und direkt damit zusammenhängend Erwerbssituation und Einkommen sowie nach Stadt und Land. Aktuelle Probleme der japanischen Gesellschaft sind ein Rückgang der Geburtenrate, Überalterung und Jugendarbeitslosigkeit.

Minderheiten


- Die zahlenmäßig größte Minderheit Japans sind die etwa 650.000 koreanischstämmigen Japaner, die seit Generationen in Japan leben, aber größtenteils nicht die japanische Staatsangehörigkeit besitzen. Die Annahme der japanischen Staatsbürgerschaft würde unter anderem auch das Annehmen eines japanischen Familiennamens voraussetzen, was einen Verlust der koreanischen Identität und Assimilation bedeuten würde und daher von einigen Koreanern abgelehnt wird.
- Die indigene Minderheit der Ainu auf der nördlichen Insel Hokkaidō stellt heute nur noch einige zehntausend Mitglieder.
- Die Buraku (auch: Burakumin) sind ethnische Japaner, deren Vorfahren nach shintoistischer und buddhistischer Auffassung unreine Berufe ausübten, daher sind sie noch heute sozial ausgegrenzt.
- Eine weitere Minderheit sind japanischstämmige Südamerikaner, meist Brasilianer, die wieder in das Land ihrer Vorfahren eingewandert sind.
- Ebenfalls in Japan leben zahlreiche Gastarbeiter aus arabischen Ländern, Indien und Südostasien.

Sprache und Schrift

Hauptartikel: Japanische Sprache und Japanisches Schriftsystem Die Landessprache ist Japanisch und wird von nahezu der gesamten Bevölkerung gesprochen, auch von den meisten Minderheiten. Es existieren zahlreiche regionale Dialekte. In der Schule wird Englisch als erste Fremdsprache gelehrt, es wird jedoch häufig kritisiert, dass der japanische Englischunterricht sich zu sehr auf das Bestehen des TOEIC-Tests konzentriert und nur unzureichende Kommunikationsfähigkeiten vermittelt. Häufigste zweite Fremdsprache ist Chinesisch. Die Japanische Sprache verwendet neben den chinesischen Schriftzeichen (jap. Kanji) auch zwei eigene Silbenschriftsysteme (Hiragana und Katakana). Straßen, Bahnhöfe und Ähnliches sind meist in Kanji und in lateinischer Umschrift (Rōmaji) beschildert.

Wissenschaft und Bildung

Hauptartikel: Bildung in Japan
siehe auch: Liste der Japanischen Universitäten, Hochschulen und Fachhochschulen Bildung hat in Japan, beeinflusst durch den Konfuzianismus, einen sehr hohen Stellenwert. Abgängern der angesehenen Universitäten stehen in Japan alle Türen offen. Es ist jedoch schwer, einen solchen Studienplatz zu ergattern, die Härte der japanischen Universitätseingangsprüfungen ist berüchtigt.

Schule

Konfuzianismus Hauptartikel: Schule in Japan
- Das Schulsystem ist eingeteilt in Grundschule (6 Jahre), Mittelschule (3 Jahre) und Oberschule (3 Jahre).
- Die Schulpflicht beträgt neun Jahre.
- Das Schuljahr in Japan beginnt stets am 1. April.
- Die Schulferien sind im ganzen Land einheitlich (Neujahr: 2 Wochen, März/April: 2 Wochen, Juli/August: 6 Wochen)
- Öffentliche Schulen haben die 5-Tage-Woche, private Schulen oft die 6-Tage-Woche.
- Während der Schulpflicht gibt es ein Sitzenbleiben wie in Deutschland nicht, praktisch jeder Schüler wird automatisch versetzt.
- Die schulische Bildung beginnt im Kindergarten, aber er ist nicht Teil der Schulpflicht. Da in Japan allgemein viel Wert auf das gemeinsame Lernen und Zusammenleben gelegt wird, findet im Kindergarten und der Grundschule viel Gruppenarbeit statt.

Bibliothekswesen

Hauptartikel: Japanisches Bibliothekswesen

Forschung

Nach dem Zweiten Weltkrieg konzentrierte sich die Forschung ganz auf die Entwicklung neuer Produkte für die Industrie. Hierbei fand eine sehr enge Kooperation zwischen den Entwicklungsabteilungen der großen Firmen und den Universitäten statt. Erst durch Reformen in den 1980er Jahren wird auch verstärkt Grundlagenforschung gefördert. Momentanes großes Thema ist die Entwicklung von Robotern, wie die Expo 2005 beeindruckend gezeigt hat. Das Hauptthema der Sozialwissenschaften der 1980er Jahre war Nihonjinron, der japanische Versuch der Identitätsfindungen nach den rasanten Wandlungen der letzten anderthalb Jahrhunderte.

Nobelpreisträger


- Physik: Hideki Yukawa (1949) - Shinichiro Tomonaga (1965) - Esaki Reona (1973) Masatoshi Koshiba (2002)
- Chemie: Fukui Kenichi (1981) - Shirakawa Hideki (2000) - Noyori Ryoji (2001) - Tanaka Koichi (2002)
- Medizin: Tonegawa Susumu (1987)
- Literatur: Kawabata Yasunari (1968) - Oe Kenzaburo (1994)
- Frieden: Sato Eisaku (1974)

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte Japans; Periodisierung der japanischen Geschichte ;Jōmon-Periode: In der Zeit von 10.000 v. Chr. bis etwa 300 v. Chr. wanderten Menschen (vermutlich) aus Zentralasien, Sibirien und dem südpazifischen Raum in das Gebiet des heutigen Japan ein. ; Yayoi-Periode: Erste bestätigte Kontakte mit dem chinesischen Reich gab es von etwa 300 v. Chr. bis etwa 300 n. Chr. ; Kofun-Periode: Große Schlüsselgräberanlagen stammen aus der Kofun-Periode von etwa 300 bis 710 n. Chr. Es gab einen engen politischen Kontakt mit dem Nachbarland Korea und Einwanderung von Korea nach Japan. ; Nara-Epoche (710784): In der Nara-Periode wurde der Buddhismus stark gefördert. Die Staatsform lehnte sich an das chinesische Vorbild an. Übernahme der Chinesischen Schrift. ; Heian-Epoche (7941185): Aufschwung der höfischen Kultur in Heian-kyō (Kyoto), vor allem Dichtkunst und Literatur. Die Macht des Kaisers wurde allmählich geschwächt und Kriegerfamilien etablierten sich. Zum Ende der Heian-Periode begründete die Minamoto-Familie das erste Shōgunat. ; Kamakura-Epoche (11921333): Während der Kamakura-Periode unternahm Kublai Khan zwei Invasionsversuche. Er wurde jedoch von später als göttlich interpretierten Taifunen (神風 Kamikaze, Götterwind) abgewehrt. ; Muromachi-Epoche (13381573): Die mächtigen unabhängigen Daimyō unterhielten ihre eigenen Armeen. Das Shogunat verlor die Kontrolle, und die „Zeit der streitenden Reiche“ (戦国時代 sengoku jidai) begann. ; Sengoku-Epoche (14771603): Die drei Reichseiniger (Oda Nobunaga, Toyotomi Hideyoshi, Tokugawa Ieyasu) beendeten in der Azuchi-Momoyama-Epoche (1568 bis 1603) den über 100-jährigen Bürgerkrieg. ; Edo-Ära (1603 – 1867): In der Edo-Periode schottete sich Japan vom Rest der Welt ab. Die Tokugawa-Familie behielt für über 250 Jahre die Kontrolle über die anderen Daimyō. 1854 segelte US-Admiral Matthew Perry mit seiner Flotte von vier Kriegsschiffen unbehelligt in den Hafen von Tōkyō, um einen Brief des US-Präsidenten Millard Fillmore zu übergeben, in dem dieser die Tokugawa-Regierung zum offenen Handel mit den USA auffordert. Die Leichtigkeit, mit der Perry in den Hafen einlaufen konnte, offenbarte die Schwäche des Tokugawa-Regimes. Dies führte zu einem Aufstand regionaler Herrscher und mündete letztlich in eine Wiedereinsetzung des Kaisers, der allerdings wenig reale politische Macht erhielt. USA ; Meiji-Ära (18681912): Die Reform des Kaiserhauses unter dem Meiji-Tennō ab 1868 (Meiji-Restauration und Moderne) beendete die Zeit des Kriegeradels und läutete die Moderne ein. Das Land erhielt eine moderne Verfassung und ein Parlament, so dass Japan eine konstitutionelle Monarchie wurde. Korea wird 1910 von Japan besetzt, wodurch die Beziehungen noch heute belastet werden. ; Taishō-Ära (1912 – 1926): Im Ersten Weltkrieg (1914 bis 1918) stand Japan auf Seiten der Alliierten. Die Taishō-Ära war durch kulturelle Dynamik und wirtschaftlichen Aufschwung gekennzeichnet. Es war auch eine Zeit der demokratischen Experimente mit einem parlamentarischen System. Letztendlich scheiterte die Demokratie durch Instabilität (ähnlich wie in Deutschland während der Weimarer Republik). Das Militär übernahm die effektive Kontrolle und läutete die Shōwa-Ära ein. ; Shōwa-Ära Teil 1 (1926 – 1945): 1931 Besetzte Japan den Nordosten Chinas und gründete 1932 den abhängigen Staat Mandschuko (Mandschurei). 1937 attackierte Japan China und begann damit den Zweiten Weltkrieg in Asien. Japan vertreibt die europäischen Kolonialmächte aus den südostasiatischen Ländern, um sein eigenes Kolonialreich aufzubauen. Im Dezember 1941 griffen japanische Truppen den US-Stützpunkt Pearl Harbor im Pazifik an und forderte so die USA heraus. Damit weitete sich der Zweite Weltkrieg auf den Pazifischen Ozean aus. Nicht nur in China, sondern auch in den anderen japanisch besetzten Gebieten Südostasiens geschahen Kriegsverbrechen. 1945 näherten sich die alliierten Truppen den japanischen Inseln, doch besonders auf den kleineren Inseln tobten noch heftige Kämpfe. Der Kaiser , sowie der Premierminister und seine Anhänger wollten Friedensverhandlungen aufnehmen, doch der Militaristische Clan hatte mehr Macht, vor allem über die Armee, was zu einer Weiterführung des Krieges führte. Am 6. August 1945 warfen die US-Amerikaner eine Atombombe über der Stadt Hiroshima und am 9. August eine weitere über Nagasaki ab. Unter dem Eindruck der Atombombenabwürfe kapitulierte Japan am 15. August 1945 bedingungslos, der Kaiser verlas um 12.00 Uhr mittags die Kapitulation, welche über Radio übertragen wurde. Noch heutzutage leiden viele Menschen und ihre Nachkommen unter den Folgen der Strahlenkrankheit (s. Hibakusha). ; Shōwa-Ära Teil 2 (1945 – 1989): Nach der Kapitulation beginnt der Wiederaufbau, zuerst unter General McArthur, dann in Eigenregie. Vom ehemaligen Kriegsgegner USA wird Japan als Vorposten gegen den Kommunismus in das westliche Bündnissystem integriert. Eine rasante wirtschaftliche Entwicklung setzt ein, in der Japanische Firmen Schritt für Schritt Marktanteile in allen wichtigen Schlüsselindustrien erobern. Japan erweist sich als stabile, friedliche Demokratie. ; Heisei-Ära (1989 – heute): Faule Bankenkredite und überbewertete Immobilien lassen Anfang der 90er die Bubble Economy platzen, und Japan rutscht in eine Phase von Deflation und hoher Staatsverschuldung, die wirtschaftliche Stagnation auf hohem Niveau bedeutet. Langsam werden Unternehmen und Banken saniert, der versprochene neue Boom bleibt bis jetzt jedoch aus.

Religion

Staatsverschuldung]] Hauptartikel: Religion in Japan In Japan haben immer mehrere religiöse Glaubensformen nebeneinander bestanden. Die wichtigsten sind der Shintō, der sich von der japanischen Urreligion herleitet, und der Buddhismus, der Japan im 5. oder 6. Jh. erreichte. Die Besonderheit des japanischen Buddhismus liegt darin, das er in viele verschiedenen Sekten (Schulen) gegliedert ist. In Japan gibt es mit dem Zen-Buddhismus die strengste Form dieser Religion, aber mit dem Nichiren-Buddhismus auch die undogmatischste. Laut dessen Sektengründer Nichiren muss man nur einmal im Leben das sogenannte Lotus-Mantra aufsagen, um vollständig erlöst zu werden. Daneben gab es chinesische Einflüsse durch Taoismus und Konfuzianismus, die von Shintō und Buddhismus aufgenommen und integriert wurden. Heute gehören die meisten Japaner (über 80%) beiden Hauptreligionen an, daher kann man die religiöse Grundeinstellung in Japan als synkretisch bezeichnen. Das Christentum (etwa 3% der Bev.) spielt in der Geschichte Japans nur eine untergeordnete Rolle. Seit dem 2. Weltkrieg herrscht eine besonders große religiöse Toleranz in Japan: Um die 180.000 Religionsgemeinschaften werden als staatlich anerkannt angegeben.

Politik

2. Weltkrieg und Kaiserin Michiko]] Hauptartikel: Politik Japans

Verfassung

Hauptartikel: Japanische Verfassung Die geltende japanische Verfassung wurde am 3. November 1946 verkündet und trat am 3. Mai 1947 in Kraft. In ihr verpflichtet sich das japanische Volk den Idealen des Friedens und der demokratischen Ordnung. Die Verfassung wurde von der damaligen amerikanischen Besatzungsregierung unter General Douglas MacArthur ausgearbeitet, ist aber seitdem nicht geändert worden. In der Verfassung wird in Artikel 9 Absatz 1 Krieg als souveränes Recht abgelehnt, auch die Androhung militärischer Gewalt als Mittel zur internationalen Konfliktlösung ist verboten. Absatz 2 besitzt besondere Brisanz, da er Japan untersagt ein Militär zu unterhalten. Die japanischen Selbstverteidigungsstreitkräfte und insbesondere deren Auslandseinsätze im Irak und Afghanistan sind daher sehr umstritten. Laut eines Japan Times Artikels vom 29.10.05 arbeitet derzeit die LDP an einem Entwurf der Verfassung, in dem Artikel 9 in Teilen geändert werden soll. Absatz 1 bleibt unverändert bestehen, Absatz 2 soll jedoch gestrichen werden. Es wird ausdrücklich betont, das das Militär weiterhin nur der Selbstverteidigung dienen soll, aber auch der Sicherung internationalen Friedens und Sicherheit. Weiterhin wird die Unverletzlichkeit der Menschenrechte betont. Der Entwurf der Neufassung enthält noch einige weitere, bisher nicht aufgeführte individuelle Rechte u.a. der respektvolle Umgang mit Behinderten und Opfern von Straftaten sowie Schutz persönlicher Daten. Der Tennō hat nach der Verfassung rein repräsentative Funktion. Oberster Souverän nach der Verfassung ist das Volk, vertreten durch das Parlament. Das Parlament wählt den Premierminister, dieser beruft sein Kabinett.

Tennō

Hauptartikel: Tennō, Japanisches Kaiserhaus "Symbol des Staates und der Einheit des Japanischen Volkes" ist Akihito, der 125. Tennō (dt. Kaiser, wörtlich "vom Himmel (gesandter) Herrscher"). Rechtlich gilt er nicht als Staatsoberhaupt, und die souveräne Macht liegt allein beim Volk. Sein Vater, der Shōwa-Kaiser, hat 1945 bei der Kapitulation Japans die Göttlichkeit der japanischen Kaiser zurückgewiesen. Die Verfassung von 1946 gibt dem Kaiser keine direkte politische Entscheidungsgewalt, im modernen Japan ist sein Amt zeremonieller Natur. Er ernennt den von beiden Parlamenten gewählten Ministerpräsidenten und den Präsidenten des obersten Gerichtshofes, er verkündet die Gesetze und beruft das Parlament ein. Außerdem ist er oberster Priester des Shintō. Akihitos Regierungsdevise lautet heisei. Die Regierungsdevise wird auch als Jahresangabe in offiziellen japanischen Texten verwendet, beginnend mit dem Jahr der Thronbesteigung. Heisei 1 ist das Jahr 1989.

Politische Gliederung

siehe: Präfekturen Japans Japan ist ein zentralistischer Staat, der lediglich klar umrissene Aufgaben an die 47 Präfekturen zur Durchführung weitergibt. Innerhalb dieser Aufgaben sind die Präfekturen zwar relativ autonom, allerdings immer weisungsgebunden gegenüber der Zentralregierung und auch auf die Finanzierung durch den Zentralstaat angewiesen. Die 47 Präfekturen gliedern sich in Großstädte sowie Kleinstädte und Dörfer, die kommunale Ebene. Einzige Ausnahme ist die Präfektur Tokio, die in die 23 zentralen Stadtbezirke zum einen sowie umliegende Kleinstädte und Dörfer zum anderen aufgeteilt ist. Die Präfekturen sind in Größe und Bevölkerungsdichte sehr unterschiedlich. Die meisten entfallen auf die Hauptinsel Honshū, während beispielsweise die zweitgrößte Insel Hokkaidō nur eine einzige Präfektur hat. Innerhalb der präfekturalen und der kommunalen Ebene gibt es – im Gegensatz zum nationalen Parlamentarismus – ein präsidentielles System, innerhalb dessen einerseits die Regierungs- und Verwaltungschefs und andererseits die Gemeindeversammlungen und Präfekturparlamente autonom gewählt werden.

Gesetzgebung

Regierung] Das Parlament ist das höchste Organ der Staatsgewalt und die einzige gesetzgebende Körperschaft Japans. Es ist zweigeteilt in Oberhaus und Unterhaus (auch Abgeordnetenhaus oder Repräsentantenhaus). Im Unterhaus sitzen seit den Reformen in den Jahren 1993 bis 1996 nur noch 480 Parlamentarier, im Oberhaus gibt es 247 Sitze. Von den 480 Sitzen des Abgeordnetenhauses werden 300 in Ein-Mandat-Wahlkreisen nach dem Mehrheitswahlrecht und 180 in 11 regionalen Distrikten nach dem Verhältniswahlrecht gewählt. Passives Wahlrecht für das Abgeordnetenhaus erhalten alle Männer und Frauen mit dem vollendeten 25. Lebensjahr, für das passive Wahlrecht im Oberhaus muss das 30. Lebensjahr vollendet sein. Wahlberechtigt sind alle japanischen Männer und Frauen mit vollendetem 20. Lebensjahr.

Parteien


- Die Liberaldemokratische Partei (LDP, jap. jiyūminshutō 自由民主党)
- Die Demokratische Partei (minshu-tō 民主党)
- Die Partei für eine saubere Regierung (jap. kōmeitō 公明党, engl. CGP, Clean Government Party)
- Die Kommunistische Partei Japans (jap. kyōsantō 共産党)
- Die Sozialdemokratische Partei Japans (jap. shakaiminshūtō 社会民主党)

Außenpolitik

Hauptartikel: Außenpolitik Japans Die Hauptpunkte von Japans Außenpolitik nach dem Zweiten Weltkrieg sind eine feste Bindung an die USA, Scheckbuchdiplomatie, ein in der Verfassung festgeschriebener Verzicht auf militärische Aggression, und Gebietsstreitigkeiten mit den Nachbarn Sowjetunion / Russland, VR China und Südkorea. Die nördlich von Japan liegenden Südkurilen gehören seit 1945 zur Sowjetunion (ab 1990 dem Nachfolgestaat Russland), werden aber von Japan beansprucht. Dieser Konflikt ist ein andauerndes Problem in den japanisch-russischen Beziehungen. Die kleine Inselgruppe Takeshima (koreanisch: Dokdo) wird von Südkorea verwaltet und von Japan beansprucht, nachdem sie während der Zeit des japanischen Imperialismus etwa 40 Jahre lang zu Japan gehörten. Im Frühling 2005 hat die Einführung eines Takeshima-Tages in einer japanischen Präfektur erneut Zorn in der koreanischen Bevölkerung hervorgerufen. Besitzansprüche hat Japan neben der Volksrepublik China und Taiwan auch auf die Senkaku-Inseln (chin.: Diaoyu). In der Nähe der Inseln werden Rohstoffe vermutet. Die Beziehungen zu vielen asiatischen Staaten - insbesondere zur Volksrepublik China, Südkorea und Nordkorea - sind vor allem wegen einer verpassten Aufarbeitung der imperialistischen Geschichte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts weiterhin angespannt. Die enge ökonomische Verflechtung und das Weltinteresse an einem Frieden in der Region machen kriegerische Konflikte jedoch unwahrscheinlich; stattdessen flammen immer wieder symbolische Krisen auf. Gemäß der Verfassung hielt sich Japan lange Zeit aus sämtlichen internationalen bewaffneten Konflikten heraus und forcierte stattdessen eine auf Freihandel ausgerichtete multilaterale Handelspolitik. Im Januar 2004 stimmte das Parlament jedoch zum ersten Mal seit 1945 der Entsendung japanischer Soldaten in ein fremdes Land zu, nämlich in den Irak. Während Ministerpräsident Koizumi darin einen Beweis für die engen freundschaftlichen Beziehungen zu den USA sieht, betrachten viele Japaner das als Verfassungsbruch.

Militär

Hauptartikel: Japanisches Militär Im Artikel 9 der Japanischen Verfassung verzichtet Japan auf das Recht souveräner Staaten zur Kriegsführung. Diese Klausel ist in der Welt einmalig, sie wurde nach der Niederlage Japans im zweiten Weltkrieg aufgenommen, um eine erneute militaristische Aggression zu verhindern. Der Artikel erlaubt es jedoch, Truppen zur Selbstverteidigung zu unterhalten. Während der alliierten Besatzung wurde eine Polizeireserve gebildet, mit der Souveränität 1953 wurde aus diesen ein Jahr später die Selbstverteidigungsstreitkräfte gegründet, aufgeteilt in Land-, See- und Lufttruppen. Um der Verfassung zu entsprechen, wird in der Bezeichnung grundsätzlich auf das Schriftzeichen gun (軍, "Armee") verzichtet. 1960 wurde eine militärische Allianz mit dem ehemaligen Kriegsgegner USA geschlossen. In Japan herrscht keine Wehrpflicht. Der Militärhaushalt betrug im Jahr 2004 45,4 Mrd. US-D. Dies entspricht 1% des BIP, Japan nimmt von den Militärausgaben her Rang 6 in der Welt ein. Bereits seit der Verabschiedung der japanischen Verfassung werden verschiedene Änderungen diskutiert, unter anderem auch eine Revision des Artikel 9, die jedoch auf Grund der hohen Hürden (Zweidrittelmehrheit in beiden Kammern des Parlaments und Volksabstimmung) nie zustande kamen. Den ersten internationalen Einsatz führen die Selbstverteidigungsstreitkräfte seit 2004 als Alliierte der USA im Irak durch, was in Japan eine intensive Diskussion um die Verfassungsmäßigkeit solcher Einsätze hervorgerufen hat. Der Aufbau der de-facto-Armee und der internationale Einsatz wird im linken Lager als Bruch der Verfassung gesehen, während das rechte Lager den Artikel 9 als von der amerikanischen Besatzungsregierung aufgezwungen ansieht und diesen kippen möchte. Von Seiten der Volksrepublik China wird häufig der Vorwurf hervorgebracht, dass in Japan ein neuer Militarismus im Entstehen begriffen ist. Historisch sind diese Ängste dadurch begründet, dass China im Antijapanischen Krieg großes Leid (geschätzte 18 Millionen zivile Opfer) zu beklagen hatte. An dieser Stelle erwähnt werden sollte allerdings, das Japan seit dem zweiten Weltkrieg keine militärische Aggression gezeigt hat und im Gegenteil ein aktiver Fürsprecher der atomaren Abrüstung war, China hingegen mehrere Konflikte mit seinen Nachbarn verursacht hat (Einmarsch in Tibet 1959, Indisch-Chinesischer Grenzkrieg 1962, Zwischenfall am Ussuri 1969, Chinesisch-Vietnamesischer Krieg 1979). Tatsächlich sehen militärische Bedrohungsszenarien in Japan in erster Linie eine Landung chinesischer Truppen an der Küste. Im Jahr 2005 wurde ein weiteres Konfliktgebiet deutlich, als Japan zum ersten Mal den Schutz Taiwans als Teil seiner Interessen definierte. Ein zweites Bedrohungsszenario bietet Nordkorea, das bereits mehrfach Raketen über japanisches Territorium gefeuert hat und die Weltöffentlichkeit im Jahr 2005 mit der Behauptung überrascht hat, Atomwaffen zu besitzen. Aus diesem Grund arbeitet Japan eng mit der USA an der Entwicklung eines gemeinsamen Raketenabwehrschilds. Das dritte Bedrohungsszenario ist ein terroristischer Anschlag, wie der Anschlag auf die Tokyoter U-Bahn durch die Ōmu Shinrikyō-Sekte im Jahr 1995 gezeigt hat. Durch das Engagement in Irak bestehen Befürchtungen, dass Japan auch Ziel islamistischer Gruppierungen werden könnte, entsprechende Hinweise hat es bereits gegeben.

Wirtschaft

Hauptartikel: Wirtschaft Japans Japan ist eine gelenkte Volkswirtschaft, die in den letzten Jahren zunehmend dereguliert und privatisiert wurde. Der Export im Jahr 2003 betrug 363 Milliarden Euro. Damit liegt Japan auf Platz 3 der exportstärksten Länder hinter Deutschland auf Platz 1 und den USA auf Platz 2. Eine gute Zusammenarbeit zwischen Staat und Industrie, eine starke "Arbeitermentalität", die Beherrschung von Hightech, ein großes Augenmerk des Staates auf Ausbildung und ein vergleichsweise geringes Verteidigungsbudget (1 % des Bruttoinlandproduktes) haben Japan geholfen, binnen kurzer Zeit hinter den USA und der EU die drittgrößte Wirtschaftsmacht der Welt zu werden. Spektakulär: über drei Jahrzehnte hinweg hatte Japan nur Wirtschaftswachstum zu verzeichnen: ein Durchschnitt von 10 % in den 1960ern, durchschnittlich 5 % in den 1970ern, und 4 % Wirtschaftswachstum in den 1980ern. Erst in den 1990ern wurde das Wirtschaftswachstum durch die Spätfolgen von Fehlinvestitionen während der späten 1980er stark gebremst. Staatliche Versuche zur Wiederbelebung des Wirtschaftswachstums haben zu kleinen Erfolgen geführt und wurden später während der Jahre 2000 und 2001 durch eine Verlangsamung der amerikanischen und asiatischen Märkte gehemmt. Das Regierungskabinett um Junichiro Koizumi hat Gesetze zur globalen P

Nagoya

Nagoya (jap.: 名古屋市; -shi) ist eine Hafenstadt und Hauptstadt der Präfektur Aichi auf Honshū am Pazifik (Japan). Nagoya ist nach Tokio und Ōsaka drittgrößtes japanisches Industriezentrum und sportlich hauptsächlich durch den Fußballverein Nagoya Grampus Eight bekannt. Die Stadt war schon im Mittelalter als Handelszentrum und Hauptort der Provinz Owari bekannt. Oda Nobunaga wurde 1534 in der Burg Nagono, Vorgängerin der Burg Nagoya, geboren. 1555 zog er in die Burg von Kiyosu um und verlagerte damit das Machtzentrum in Zentraljapan nach Kiyosu. 1610 wurde die Burg von Nagoya von Tokugawa Ieyasu wieder aufgebaut. Anschließend wurde Nagoya wieder zum eindeutigen Zentrum Owaris. Nachdem die Familie Tokugawa ihre Macht als Shōgun gesichert hatte, gab der erste Shōgun Tokugawa Ieyasu die Stadt Nagoya an seinen Sohn weiter. Von den historischen Bauten überstanden nur wenige den Krieg. Die meisten wurden im Zweiten Weltkrieg am 14./17. Mai 1945 völlig zerstört. Die Burg wurde 1959 wieder aufgebaut. Der Kulturschatz der Tokugawa-Familie wird heute im Tokugawa-Museum (privat) ausgestellt.

Sehenswürdigkeiten

Tokugawa
- Bahnhof mit Towers, gilt als höchstes Bahnhofsgebäude der Welt.
- Nagoya-jō (Burg) – ursprünglich von 1609 bis 1612 gebaut, brannte sie während des 2. Weltkrieges fast vollständig nieder und wurde 1959 wiedererrichtet.
- Fernsehturm
- Atsuta-jingū (Atsuta Schrein) – bekannt als der zweit-bedeutendste kaiserliche Schrein Japans. Neben mehr als 4000 archäologischen und historischen Objekte zur Geschichte des Landes beherbergt er Kusanagi no mitsurugi (草薙神剣, dt. heiliges Schwert von Kusanagi), eine der drei kaiserlichen Regalien.
- Tokugawa-Museum
- Shirotori-Park
- Higashiyama-Park mit Zoo
- Hafen

Zitat

:Zur Hauptstadt der Präfektur, Nagoya (2,1 Milionen Einwohner, viertgrößte Stadt Japans), gibt es immerhin zwei positive Dinge anzumerken. Einmal kann man sich hier relativ leicht zurechtfinden, weil die Stadt nach den Zerstörungen des Krieges praktisch völlig neu und sehr übersichtlich angelegt wurde. Und zum anderen wird versucht, die massive Belastung der Stadt durch die Schwerindustrie zu reduzieren, indem sogenannte »saubere« Industrien angesiedelt werden. Darunter fällt zum Beispiel die Feinkeramik (Kleinteile für elektronische Geräte und Computer), in die das Japan Fine Ceramics Centre mit Sitz in Nagoya gegenwärtig eine Menge Geld pumpt. Um sein Image weiter aufzubessern, veranstaltete Nagoya 1989 die Weltmesse »Design Expo. :Trotzdem bleibt Nagoya eine Stadt, in der die meisten Besucher kaum länger verweilen als der Superexpress Tokyo-Kyoto: 60 Sekunden. Daran kann auch der Atsuta-Schrein nichts ändern, der im 3. Jahrhundert gegründet und 1955 rekonstruiert wurde und immerhin das Heilige Schwert birgt, eines der drei kaiserlichen Insignien (die beiden anderen, Spiegel und Juwel, befinden sich im Schrein von Ise bzw. im Kaiserpalast). Ebenso wenig hilft die Burg aus der Feudalzeit, die wie ihr Pendant in Osaka einen bequemen postfeudalen Aufzug hat, allerdings 28 Jahre später als diese, 1959, gebaut wurde und daher nicht ganz so ehrwürdig ist. Dafür eignet Nagoya sich hervorragend als »Sprungbrett«, wenn man auf einer Rundfahrt durch Chubu und das südliche Kansai Abstecher nach Takayama oder nach Ise und zur Halbinsel Kii machen möchte. Ansonsten hält man es, wie gesagt, wie der Expresszug. ::Alan Booth: Japan. Reiseführer Horizonte. ISBN 3760754007

Verkehr

Nagoya hat ein aus 5 Linien bestehendes U-Bahn-Netz. Die beiden größten Eisenbahngesellschaften sind JR Central und Meitetsu, bedeutend ist ebenfalls Kintetsu. Als Zentrum der Autoindustrie (Toyota) hat Nagoya für japanische Verhältnisse sehr gut ausgebaute Straßen, entsprechend hoch ist der Anteil des privaten Autos am Gesamtverkehr (ca. 70% gegenüber 30-50% in anderen japanischen Metropolen). Am 17. Februar 2005 wurde der neue Flughafen Central Japan International Airport, genannt Centrair, auf einer künstlichen Insel im Meer vor der Stadt Tokoname eröffnet, der weitgehend den alten Flughafen Nagoya ersetzt. Der Flughafen wurde anlässlich der Expo 2005 gebaut.

Söhne und Töchter der Stadt


- Kisho Kurokawa, japanischer Architekt
- Shinichi Suzuki, japanischer Violinist

Partnerstädte


- Los Angeles, USA (seit 1959)
- Mexiko-Stadt, Mexiko (seit 1978)
- Nanking, VR China (seit 1978)
- Sydney, Australien (seit 1990)
- Turin, Italien (seit 2005) Siehe auch: Liste der Städte in Japan

Weblinks

Kategorie:Ort in Japan Kategorie:Ort mit Seehafen ja:名古屋市 ko:나고야 시

Hokuriku

Hokuriku (jap.: 北陸地方, -chihō; deutsch: Nordland (Region)) ist eine Teilregion der japanischen Region Chubu. Sie umfasst den Teil der Region, der dem Japanischen Meer zugewandt ist. Die Region umfasst die Präfekturen Toyama, Ishikawa und Präfektur Fukui. Die Grenzen sind nicht klar festgelegt, viele zählen auch noch Niigata dazu. Andernfalls bilden Niigata und Nagano die Region Shin'etsu, das dann mit Hokuriku die Großregion Hokurikushin'etsu bildet. Kategorie:Region in Japan ja:北陸地方 ko:호쿠리쿠 지방

Lack

Lack ist ein flüssiger oder auch pulverförmiger Beschichtungsstoff, der dünn auf Gegenstände aufgetragen wird und durch chemische oder physikalische Vorgänge (zum Beispiel Verdampfen des Lösemittels) zu einem durchgehenden Film (Anstrichfilm) aufgebaut wird. Lack ist meist aus Bindemittel, Lösemitteln, Füllstoffen, Pigmenten und Additiven aufgebaut. Man kann Lacke unterteilen nach:
- Art des Bindemittels (Beispiel: Nitro-Lacke)
- Art des Lösemittels (Beispiel: Spiritus-Lacke)
- Trocknungsweise (Beispiel: Einbrennlacke)
- Anwendungsbereiche (Beispiel: Autolack) Da die meisten Lösemittel für Lacke organische Lösemittel sind, die teilweise giftig und/oder feuergefährlich sind, tendiert man immer mehr zu lösemittelfreien Systemen, also zu Pulverlacken oder Suspensionen von Lackpartikelteilchen in Wasser. Eine weitere Möglichkeit lösemittelfrei (emissionsfrei) zu arbeiten besteht darin, strahlenhärtende Lacksysteme einzusetzen (Strahlenhärtung). Bei dieser Technologie dient ein Monomer als "Lösemittel", das während der Härtung in den Lackfilm mit einpolymerisiert. Als Strahlenquelle dient meist eine UV-Hochleistungslampe. Man verwendet Lacke, um Gegenstände zu schützen (Schutzanstrich, Schutzlacke) oder um einen angenehmen Farbeffekt für das Auge zu erzielen. Tabletten kann man mit für den Menschen ungiftigen Lacken überziehen, um die Freisetzung zu steuern oder den Wirkstoff zu schützen (Filmtabletten). Klarlack ist transparenter Lack und enthält keine farbgebenden Pigmente. Lack in Verbindung mit Kleidung: Hier ist mit Polyurethan beschichtetes, normales oder auch elastisches Stretch-Tricotgewebe gemeint. Lackbeschichtete Kleidung entspricht im Glanz nicht ganz Latex, sieht jedoch ähnlich aus. Manche Lacke werden aus Pflanzen gewonnen (vgl. Nutzpflanzen). Unter Beilackieren versteht man das Lackieren der an die beschädigte Fläche angerenzenden Bereiche zum Zweck der Farbtonangleichung. Siehe auch: Abblättern, Farblack, Geigenlack, Lackarbeiten, Lackdicke, Leitlack, Nitrozelluloselacke, Schellack, Schutzlack, Siegellack. Kategorie:Beschichtungswerkstoff

Maschinenbau

Ingenieurwissenschaft. Der Maschinenbau (auch: das Maschinenwesen) befasst sich mit dem Entwurf und der Herstellung von Maschinen aller Art. Ausgehend von einzelnen simplen Maschinenelementen werden dabei Anlagen von größter Komplexität wie Fertigungsstraßen und ganze Fabriken entwickelt, gebaut und betrieben. In den heutigen Ingenieurwissenschaften oftmals Kernbereich der Produktionstechnik. Der Maschinenbau ist durch seine Kombination von Grundlagenforschung und Entwicklung von Fertigungsverfahren (auch Produktionsverfahren) ein typisches Fach der Technik. Er setzt physikalische Gesetzmäßigkeiten, insbesondere aus den Teilgebieten Mechanik und Thermodynamik, für die Konstruktion und die Simulation technischer Anlagen ein. Aufgrund der zunehmenden Automatisierung werden technische Anlagen heute mit einer komplexen Mess- und Steuerungs- bzw. Regelungstechnik ausgestattet. Die Konstruktionslehre beschäftigt sich mit den Zielen und Methoden, die ein Maschinenbau-Ingenieur bei der Konstruktion technischer Anlagen beachten muss. Mittlerweile werden die technischen Anlagen mit Hilfe von CAD-Programmen am Computer entworfen. Die dabei erzeugten CAD-Dateien können anschließend einer Simulation unterzogen und von einer CNC- Maschine gefertigt werden. Teilgebiete des Maschinenbaus sind:
- Automatisierungstechnik (siehe auch Robotertechnik)
- Bewegungstechnik und
- Antriebstechnik
- Energietechnik (siehe auch Energie)
- Fahrzeugbau
- Produktionstechnik
- Fertigungstechnik
- Flugzeugbau
- Fördertechnik
- Konstruktionslehre
- Kunststofftechnik
- Leichtbau
- Maschinendynamik
- Materialflusstechnik
  - Fördertechnik
  - Lagertechnik
- Mechatronik
- Medizintechnik
- Messtechnik
- Motorentechnik (siehe auch Motor und Verbrennungsmotor)
- Qualitätsmanagement
- Regelungs- und Steuerungstechnik
- Schienenfahrzeugtechnik
- Schiffbau
- Statistik
- Steuerungstechnik
- Thermodynamik und Strömungslehre
- Technische Mechanik
- Textiltechnik bzw. Textilmaschinenbau
- Verpackungstechnik
- Verkehrstechnik
- Verfahrenstechnik und Prozesstechnik
- Entwicklung und Bau von Wärme- und Wasserkraftmaschinen.
- Werkstofftechnik
- Werkzeugmaschinen

Maschinenbau in Deutschland

In vielen Staaten ist der Maschinenbau die wichtigste Industriesparte. In der Bundesrepublik Deutschland steht er an zweiter Stelle der Produktion und zählt allein in Nordrhein-Westfalen 200.000 Arbeitnehmer (Umsatz 30 Mrd. Euro). Auch in Baden-Württemberg macht er über 20% der Wirtschaft aus. Von 1995 bis 2002 wuchs der deutsche Export in 20 Industrieländer um 25 bis 100%. Mit 5700 Unternehmen und 875000 Beschäftigten ist der Maschinen- und Anlagenbau die größte Branche Deutschlands vor der Elektroindustrie und dem Straßenfahrzeugbau. Gemessen am Umsatz von rund 130 Milliarden Euro steht die Branche auf Rang drei. Maßgeschneiderte Kundenlösungen führen zu einem Pro-Kopf-Umsatz im Maschinenbau von rund 148 000 Euro. Rund 70 Prozent des deutschen Umsatzes gehen ins Ausland. Der deutsche Maschinenbau ist vor den USA der führende Anbieter im Welthandel mit einem Anteil von 19 Prozent. An Technischen Hochschulen und Technischen Universitäten ist Maschinenbau eine der drei klassischen Fakultäten neben Elektrotechnik und Bauwesen für angehende Diplomingenieure. Neu gegründete Fachhochschulen und (schon länger existierende) technische Mittelschulen besitzen fast immer große Abteilungen für Maschinenbau und -Entwicklung.

Siehe auch


- Mechatronik, Motor, Industrie, Themenliste Maschinenbau

Weblinks


- [http://www.vdma.org VDMA (Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbaue e.V.)]
- [http://www.swissengineering.ch/ Schweizerischer Technischer Verband]
- [http://www.vdma.org/ilwwcm/connect/Home/de/Verband/VDMA_Presse/Pressemitteilungen/ Aktuelle Pressemeldungen im Maschinenbau]
- [http://www.mmm-nrw.de/upload/news/Vortrag%20At%20220503.pdf VDMA-Vortrag zur Bedeutung des Maschinenbaus in NRW]
- [http://www.vdi.de/ Verein Deutscher Ingenieure (VDI)]
- [http://www.aser.uni-wuppertal.de/prg/automatsys/index.htm Interaktives Online-Werkzeug zur Gefahrenanalyse von automatisierten Fertigungssystemen]
- [http://www.bmwa.bund.de/Navigation/Wirtschaft/Branchenfokus/Industrie/maschinen-und-anlagenbau.html Branchenskizze des Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit] Kategorie:Ingenieurwissenschaft ! ja:機械工学 ko:기계 공학 ms:Kejuruteraan mekanikal th:วิศวกรรมเครื่องกล

Toyotomi Hideyoshi

Toyotomi Hideyoshi (jap. 豊臣秀吉 Toyotomi Hideyoshi;
- 17. März 1537; † 18. September 1598) war ein japanischer Feldherr und Politiker, der entscheidend zur Einigung des neuzeitlichen Japans beitrug. Er baute auf die Erfolge seines Vorgängers Oda Nobunaga auf und wurde von Tokugawa Ieyasu abgelöst, der die Einigung herbeiführte und die Tokugawa-Dynastie der Shogune begründete.

Lebenslauf

Hideyoshi wurde als erster Sohn eines Bauern im Dorf Nakamura (heute Stadtteil von Nagoya) in der Provinz Owari geboren. Sein erster Name war Hiyoshi oder Hiyoshimaru. Er diente zunächst Matsudaira in der Provinz Mikawa und danach Oda Nobunaga in der Provinz Owari. Seine Karriere begann er als einfacher Soldat, aber mit einigen Erfolgen erwarb er sich höhere Ränge. Er nannte sich damals Kinoshita Tokichiro (木下藤吉郎) und heiratete Nene (oder One). Sie bekamen ein Kind, dass jedoch kurz darauf starb. In jener Zeit lernte er Maeda Toshinaga kennen, mit dem er sich anfreundete. Hideyoshi zeigte in strategischer und taktischer Hinsicht Talent auf dem Schlachtfeld. Nachdem er im Krieg gegen die Asai und Asakura in den Provinzen Omi und Echizen erfolgreich war, erhob ihn Oda Nobunaga 1573 zum Daimyō von Nagahama in Sudomi. Tokichiro änderte seinen Namen und nannte sich von nun an Hashiba Hideyoshi (羽柴秀吉), was wohl auf die Initiative von zwei der höchstsituiertesten Männer Nobunagas zurückging: Niwa Nagahide und Shibata Katsuie. Als Nobunaga am 21. Juni 1582 in Kyoto einem Anschlag seines Gefolgsmannes General Akechi Mitsuhide zum Opfer fiel, zog Hideyoshi gegen die Mori-Familie in Chūgoku in den Krieg. Hideyoshi – zu jener Zeit in der Provinz Bicchu, kehrte mit seinen Männern nach Kyoto zurück und besiegte Akechi in der Schlacht in Yamasaki bei Kyoto – dreizehn Tage nach dem Tode Oda Nobunagas. Mit diesem Sieg wuchs sein politischer Einfluss und so forderte er, dass der Enkel Nobunagas, der einzige Sohn des ersten Sohnes Nobunagas, seinen Großvater beerben solle. Mit dieser Entscheidung wurde er de facto zum Nachfolger Oda Nobunagas und behauptete sich selbst gegen den Widerstand der zweiten und dritten Söhne Nobunagas sowie einiger anderer einflussreicher Männer des Reiches. 1583 errichtete er die Burg Osaka, in der Provinz Settsu, um dort über Japan zu herrschen. Hideyoshi wünschte sich, Shōgun zu werden, was jedoch durch seine niedrige Herkunft außer Frage stand. Daraufhin wurde ihm 1585 ein anderes Hochamt am kaiserlichen Hof verliehen: Kampaku. 1586 gab der Kaiser ihm und seiner Frau den neuen Familiennamen Toyotomi. Als er 1590 den Clan der Hojo in Odawara in der Region Kantō besiegen konnte, hatte er seine Herrschaft über Japan gesichert. 1591 gab er zwar seinen Kampakusitz zu Gunsten seines Neffen, Toyotomi Hidetsugu auf, blieb aber weiterhin Herrscher ganz Japans. Hideyoshi wollte auch Korea und das Kaiserreich China beherrschen, wogegen allerdings die Daimyō opponierten. Entgegen der Ratschläge der Daimyōs zog er 1592/93 nach Korea in den Krieg. Es gelang ihm zunächst, fast ganz Korea unter seine Kontrolle zu bringen. Doch als China an der Seite Koreas in den Krieg eintrat, hatten die Japaner hohe Verluste zu beklagen. Außerdem zerstörten die Koreaner mit Hilfe der Schildkrötenschiffe die Nachschubflotte der Japaner. Ein zweiter Invasionsversuch 1597/98 schlug ebenso fehl. Die Beziehungen nach Korea blieben danach bis 1607 auf dem Nullpunkt. 1598 starb Toyotomi Hideyoshi in der Burg Fushimi bei Kyoto (heute ein Stadtteil Kyotos). An seinem Sterbebett bat er die fünf Daimyōs, sich um seinen Sohn Ohiroi, den Erben Japans, zu kümmern. Sein Ziele, eine Dynastie zu schaffen und das Reich zu einigen, schlugen jedoch fehl. Tokugawa Ieyasu, einer der fünf Daimyōs, die er in den Regentschaftsrat berief, schaltete seine Konkurrenten nacheinander aus, einigte das Reich und sicherte seine Herrschaft schließlich in der Schlacht von Sekigahara. Die Nachfahren Hideyoshis wurden getötet.

Literatur


- Eiji Yoshikawa: Taiko. A. Knaus Verlag, München, 1993, ISBN 3813503038 Toyotomi, Hideyoshi Toyotomi, Hideyoshi Toyotomi, Hideyoshi Toyotomi, Hideyoshi Toyotomi, Hideyoshi ja:豊臣秀吉 ko:도요토미 히데요시

Tokugawa Ieyasu

Tokugawa Ieyasu (jap. 徳川家康;
- 31. Januar 1543 in der Burg Okazaki; † 1. Juni 1616 in Sumpu) war der Begründer des Tokugawa-Shogunats in Japan, und gilt mit Oda Nobunaga und Toyotomi Hideyoshi als einer der „drei großen Einiger“ des feudalen Japan.

Kindheit als Geisel

Ieyasu wuchs als Matsudaira Takechiyo (松平竹千代) in einer Zeit auf, die in der japanischen Geschichtsschreibung heute als „Zeit der Streitenden Reiche“ bezeichnet wird. Zentrale Autoritäten wie Tennō oder Shōgun (Militärmachthaber) existierten nur noch dem Namen nach, während regionale Kriegsherren (Daimyō) in beständigen Kleinkriegen um die Macht in einzelnen Landstrichen wetteiferten. Ieyasus Stammland, die fruchtbare Provinz Mikawa (heute Teil der Präfektur Aichi in Zentraljapan) gehörte zwar seit mehreren Generationen seiner Familie, den Matsudaira, diese wurden jedoch von zwei expandierenden Häusern, den Oda im Westen und den Imagawa im Osten bedrängt. Beide dieser rivalisierenden Häuser waren bestrebt, die Matsudaira entweder militärisch zu entmachten oder sie als Vasallen zu gewinnen. Ieyasus Jugend spiegelt die Verhältnisse dieser rauen Zeit exemplarisch wider. 1548, im Alter von fünf Jahren verbrachte er ein Jahr als Kriegsgeisel in Gewalt der Oda, die ihn 1549 im Tausch gegen andere Geiseln an die Imagawa weitergaben. Während sein Stammhaus mehr und mehr unter den Einfluss der Imagawa geriet, wurde er selbst zu einem Vasallen der Imagawa herangezogen. Sichtbares Zeichen war die Verleihung des Namenszeichens moto, das auch das Oberhaupt der Imagawa, Yoshimoto, im Namen trug. Sein Name lautete nun Matsudaira Motoyasu (松平元康).

Pakt mit Oda Nobunaga

Imagawa Im Alter von 13 Jahren wurde Motoyasu 1556 in sein Stammhaus zurückgeschickt, um es nach dem frühen Tod seines Vaters Matsudaira Hirotada (松平広忠) zu übernehmen. Er führte im Auftrag der Imagawa eine erste erfolgreiche Schlacht gegen Oda Nobunaga. 1560 beteiligte er sich am Versuch der Imagawa Kyoto einzunehmen. Dieser kühne Vorstoß misslang und kostete dem Anführer der Imagawa, Imagawa Yoshimoto das Leben. Motoyasu nützte das entstandene Machtvakuum, um sich vom Einfluss der Imagawa zu befreien und verbündete sich statt dessen im Geheimen mit Oda Nobunaga, dessen militärische Expansion er in der Folge unterstützte. Imagawa Yoshimoto]] Die Geheimhaltung war nötig, denn die meisten Mitglieder der Familie Matsudaira, Motoyasus Frau und Sohn eingeschlossen, wurden immernoch von Imagawa Ujizane, dem Sohn von Yoshimoto, als Geiseln gehalten. Im Jahr 1561 nahm er mit seinen Männern die Burg Kamino der Imagawa ein, was Oda Nobunaga signalisierte, dass er nicht länger zu den Imagawa loyal war. Motoyasu tötete den Befehlshaber der Festung und tauschte dessen Frau und zwei Söhne bei den Imagawa für seine eigene Familie ein. 1566 ließ er sich sein mittlerweile gestiegenes Prestige vom kaiserlichen Hof in Kyoto bestätigen. Als Zeichen seiner (historisch nicht verifizierbaren) Abstammung vom prestigereichen Haus der Minamoto erwirkte er eine Änderung seines Namens. Seit dieser Zeit nannte er sich Tokugawa Ieyasu – möglicherweise ein Hinweis, dass er mit vergangenen Familienloyalitäten nichts mehr zu tun haben wollte. Nachdem es Ieyasu 1570 gelang, sich die Besitzungen der Imagawa einzuverleiben, stieß er auf einen weiteren Territorialfürsten, der zu dieser Zeit seine Besitzungen erfolgreich ausdehnte, Takeda Shingen. Ihre erste kriegerische Auseinandersetzung (1572) trug Ieyasu eine seiner wenigen kritischen Niederlagen ein, aus der er selbst gerade noch mit dem Leben davon kam. Durch den unvermuteten Tod Shingens (1573) gelang es Ieyasu aber schließlich, die Takeda mit Unterstützung Nobunagas zurückzudrängen. Offenbar war die Allianz Oda-Tokugawa jedoch nicht über jeden Zweifel erhaben. 1579 gerieten Ieyasus Hauptfrau Tsukiyama sowie sein ältester Sohn und Erbfolger Nobuyasu (1559-1579) in den Verdacht, mit den Takeda zu konspirieren. Gedrängt von Nobunaga ließ Ieyasu seine Frau daraufhin hinrichten und zwang seinen Sohn zum Selbstmord.

Ieyasu und Hideyoshi

Takeda Shingen 1582 wurde Oda Nobunaga von seinem Vasallen Akechi Mitsuhide ermordet. Ein weiterer Feldherr Nobunagas, Toyotomi Hideyoshi „rächte“ Nobunagas Tod und übernahm damit zugleich sein territoriales und militärisches Erbe. Ieyasu festigte in dieser Zeit seinen Einfluss auf die ehemaligen Territorien der Imagawa und der Takeda. 1584 kam es zu einem militärischen Schlagabtausch zwischen Hideyoshi und Ieyasu, der zugunsten des letzteren ausging. Ieyasu nützte seinen Sieg, um sich der unmittelbaren Befehlsgewalt Hideyoshis zu entziehen, etablierte sich in der Folge jedoch als gleichrangiger Verbündeter. 1590 marschierten Tokugawa und Toyotomi Truppen gemeinsam weiter nach Osten und brachten die Festung Odawara der mächtigen Hōjō nach 6-monatiger Belagerung zu Fall. Dies sicherte ihnen den entscheidenden Einfluss auf die Kantō-Ebene, das traditionelle Kernland der Ostprovinzen Japans. Hideyoshi bot Ieyasu daraufhin an, die Kantō-Besitzungen der Hōjō allein zu übernehmen, dafür aber seinen bisherigen Besitz an Hideyoshi abzutreten. Territorial sah dieser Handel nach einem Gewinn für Ieyasu aus, tatsächlich trachtete Hideyoshi jedoch danach, Ieyasu von Kyoto, dem politischen und kulturellen Zentrum des Landes, so weit wie möglich fernzuhalten. Ieyasu durchschaute dies sicher, willigte aber ein, um einen militärischen Konflikt mit Hideyoshi zu vermeiden. Sein Hauptquartier errichtete Ieyasu in Edo, einem unbedeutenden Fischerdorf. In der Folge entwickelte es sich zu einer blühenden Großstadt und sollte schließlich 1868 unter dem Namen Tōkyō (Ost-Hauptstadt) auch Sitz des Tenno werden.

Gründung des Tokugawa Shogunats

Als Hideyoshi im Jahr 1598 starb, zählte Ieyasu mit vier anderen Daimyo zu den fünf Großen Alten (大老 tairō), denen Hideyoshi die Obhut seines minderjährigen Erben testamentarisch anvertraut hatte. Statt sich für die Sache der Toyotomi wirklich einzusetzen, handelte Ieyasu aber – zuerst verdeckt dann immer offener – in seinem persönlichen Interesse, ganz wie es Hideyoshi im Fall der Erben Nobunagas getan hatte. 1600 spalteten sich Hideyoshis Anhänger daher in ein Westliches Lager, angeführt von Ishida Mitsunari, und ein Östliches, angeführt von Ieyasu. Ieyasu konnte die entscheidende Schlacht von Sekigahara, die die bis dahin größte Schlacht auf japanischem Boden gewesen sein soll, für sich entscheiden und war damit unangefochten der militärische Alleinherrscher Japans. Dies markiert nach allgemeiner Darstellung den Beginn der Edo-Zeit, die politisch von den Tokugawa in Edo dominiert wurde. Edo-Zeit 1603 besiegelte Ieyasu seine führende Stellung, indem er sich vom Tennō den Titel Shōgun verleihen ließ. Statt dem Jahre 1600 wird daher auch manchmal das Jahr 1603 als Beginn der Edo-Zeit angegeben. Im Gegensatz zu Oda Nobunaga und Toyotomi Hideyoshi dachte Ieyasu rechtzeitig daran, seine Stellung für seine Nachkommen zu sichern. 1605 trat er den Titel Shōgun daher an seinen Sohn Tokugawa Hidetada ab, behielt im Hintergrund aber die politischen Fäden des Landes weiter fest in der Hand. Von da an zielte seine Politik auf die Festigung der bestehenden Machtverhältnisse und die Auslöschung aller potentieller Konfliktherde ab. Dazu zählte einerseits die christliche Mission, die zusammen mit europäischen Händlern die Geschehnisse dieser Zeit nicht unwesentlich beeinflusst hatte, andererseits die Nachkommen Hideyoshis, die in der Festung von Ōsaka residierten. Beide Probleme nahm Ieyasu im vorgerückten Alter von über 70 Jahren mit gnadenloser Härte in Angriff. 1613 kam es zu einem totalen Verbot der christlichen Mission (Bateren tsuihōrei), Missionare und sogar christliche Daimyo wurden ausgewiesen, später auch hingerichtet. 1614 fand Ieyasu einen fadenscheinigen Vorwand, um gegen Hideyoshis Erben, Toyotomi Hideyori vorzugehen. 1615 kam es zum entscheidenen Angriff auf die Burg von Osaka durch die Truppen des Shogunats. Nach ihrem Fall begingen Hideyori und seine Mutter Selbstmord. Sein Sohn Kunimatsu wurde hingerichtet, obwohl er einer Ehe mit einer Enkelin Ieyasus entstammte und folglich ein Blutsverwandter der Tokugawa war.

Nachleben und Nachwirkung

Toyotomi Hideyori] Ein Jahr später, am 1. Juni 1616 (westliches Datum) starb Ieyasu eines natürlichen Todes auf seinem Alterssitz in Sumpu, jener Burg der Imagawa, in der er als Geisel seine Kindheit verbracht hatte. Wie auf alles andere, scheint er auch seinen Tod gut vorbereitet zu haben. Geleitet von seinen religiösen Beratern Tenkai und Sūden ließ er sich einen Ritus zurechtschneidern, demzufolge er als die Gottheit Tōshō Daigongen weiter über das Schicksal seiner Familie und des Landes wachen sollte. Sein Enkel Iemitsu, der dritte Tokugawa-Shogun ließ Ieyasus Kult und sein Mausoleum in großem Stil ausbauen. Das Ergebnis ist noch heute im Tōshogū-Schrein von Nikkō zu bewundern, wo Ieyasu und sein Enkel beigesetzt sind. Das von Ieyasu gegründete Tokugawa-Shogunat sollte bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts bestehen. Trotz oder vielleicht gerade wegen der strikten Abschottungspolitik (鎖国政策 Sakokuseisaku, wörtlich: politische Maßnahme zur Abschliessung des Landes) der Tokugawa nach außen und der polizeistaatähnlichen Überwachung der Bevölkerung war es eine lange Periode innerer Stabilität und kultureller Blüte.

Ieaysu in der Unterhaltungskultur


- Die Geschichte von Ieyasus Aufstieg ist eine der berühmtesten und beliebtesten in der japanischen Geschichtsschreibung.
- Sie findet sich auch in dem Roman Shogun von James Clavell wieder, in der Ieyasu als fiktiver Shogun Toranaga porträtiert wird. Der von Ieyasu zum Samurai ernannte Engländer William Adams (japanischer Name Miura Anjin) ist dort als John Blackthorne verewigt.
- Ieyasus epischer Kampf mit den Takeda wurde in Kurosawa Akiras Kagemusha filmisch verarbeitet.
- Ein populäres japanisches Gedicht: :"Was tun, wenn der Vogel nicht singen will? :Nobunaga antwortet: "Töte ihn!" :Hideyoshi antwortet: "Erwecke in ihm den Wunsch zu singen." :Ieyasu antwortet: "Warte ab.""

Literatur


- Conrad Totman, Tokugawa Ieyasu, Shogun. San Francisco: Heian International, 1983.
- Willem Boot, "The death of a shogun: deification in early modern Japan". In John Breen und Mark Teeuwen (Hg.), Shinto in History - Ways of the Kami. London: Curzon 2000, S. 144-166.

Weblinks

Detaillierte Biographien (leider nur in englischer Sprache):
- http://www.ox.compsoc.net/~gemini/simons/historyweb/tokugawa-ieyasu.html
- http://www.samurai-archives.com/ieyasu.html Tokugawa, Ieyasu Tokugawa, Ieyasu Tokugawa, Ieyasu Tokugawa, Ieyasu Tokugawa, Ieyasu Tokugawa, Ieyasu ja:徳川家康 ko:도쿠가와 이에야스

Kanazawa

Kanazawa (jap.: 金沢市; -shi) ist ein Seehafen und die Hauptstadt der Präfektur Ishikawa auf Honshū, der Hauptinsel von Japan. Kanazawa liegt etwa 150 km nördlich von Nagoya an der Küste zum japanischen Meer und hat knapp 458.000 Einwohner. Die Stadt ist die größte in der Region Hokuriku. Hokuriku Die wichtigsten Wirtschaftszweige sind neben der Herstellung von Lacken und Porzellan der Maschinenbau und die Textilindustrie. Kanzawa verfügt über zwei staatliche und vier Privatuniversitäten. Historisch war Kanazawa das Zentrum der Ikkoshi-Rebellion in der Provinz Kaga. Sie hatten den Fürsten entfernt und fast ein Jahrhundert die gesamte Provinz regiert. Nach dem Ende der Rebellion regierten mehrere Daimyos das Gebiet. Toyotomi Hideyoshi machte seinen treuen Freund Maeda Toshiie zum Daimyo, den Fürsten der drei Provinzen Kaga, Ecchu und Noto, gleich mit den heutigen Kanagawa- und Toyama Präfekturen. Da Kanagawa in der Mitte dieser Provinzen liegt, und diese in einer großen Ebene und in der Nähe des Meeres liegen, setzte Toshiie seine Hauptstadt in Kanagawa und erbaute die Burg von Kanagawa . Wie Tokugawa Ieyasu ließ auch Toshiie diese Provinzen regieren, mit vielen Zweifeln. Toshiie ist gestorben, und sein Nachfoler zweifelte sehr am Shogunat. Er war eigentlich ein ungebildeter Mann, aber er unterstützte die Kultur, Literatur, Sado, Theater, Gartenkunst und so weiter. Er hatte Erfolg, das Shogunat glauben zu lassen, der große Fürst in Kanazawa hätte keine militärischen Ambitionen. Unter der Maedaregierung hatte die Stadt eine kulturelle Blüte. Der Fürst lud viele Künstler von Kyoto nach Kanazawa ein. Alle bis heute berühmten Künste von Kanazawa haben ihre Basis in dieser Zeit. Und Kanagawa wurde die Stadt der schönen Künste. Man nannte sie Sho-kyoto, das kleine Kyoto. Nachdem dem Ende des Tokugawa Shogunates, wurden die Präfekture statt den feudale Han, Gebiet Daimyos gegründet. Endlich wurde Kanazawa die Hauptstadt der Präfektur Ishikawa. Die siebte Hochschule wurde im Hof des damaligen Schlosses von Kanazawa gegründet; nach WWII nannte sie sich Universität Kanazawa. Sehenswert ist der Kenruko-Park, den ein Fürst von Maeda, der Daimyo in der Tokugwazeit gegründet hat, Schloss Kanazawa und die Altstadt der Samurai, wo die Nachfolger damaliger Samurai noch heute wohnen. Siehe auch: Liste der Städte in Japan

Weblinks


- [http://www.city.kanazawa.ishikawa.jp/index_e.html Offizielle website] auf Englisch
- [http://www.century.ac.jp Century College Kanazawa] auf Japanisch/Englisch
- [http://www.kanazawa-u.ac.jp/ Universität Kanazawa]auf Japanisch/Englisch
- [http://www.kanazawa-bidai.ac.jp/ Kanazawa College of Art ] auf Japanisch/Englisch Kategorie:Ort in Japan ja:金沢市 ko:가나자와 시

Liste der Städte in Japan

Dies ist eine Liste der Städte in Japan, nach Einwohnerzahl und alphabetisch geordnet.

Nach Einwohnerzahl

Die mit Abstand größte Agglomeration in Japan ist Tokio mit einer Einwohnerzahl von 36.511.740 (Stand 1. Januar 2005). Damit leben rund 30 Prozent der Menschen des Landes in der Hauptstadtregion. Es ist auch die größte Metropolregion der Welt. Die folgende Tabelle enthält die Städte über 200.000 Einwohner, deren Namen in deutscher Transkription und in japanisch, die Ergebnisse der Volkszählungen (Zensus) vom 1. Oktober 1995 und 1. Oktober 2000 sowie eine Berechnung für den 1. Januar 2005. Aufgeführt ist auch die Präfektur, zu der die Stadt gehört. Die Einwohnerzahlen beziehen sich auf die eigentliche Stadt ohne Vorortgürtel.

Alphabetische Übersicht

Es folgt eine alphabetische Übersicht der wichtigsten Städte in Japan. Die Städte mit Stern (
- ) sind die Hauptstädte von Präfekturen Japans.

A

B


- Beppu

C


- Chiba
-

F

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Y

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- Zama

Siehe auch


- Liste der Städte der Welt

Weblinks


- [http://www.stat.go.jp/english/index.htm Statistics Bureau Japan]
- [http://gazetteer.de/ World Gazetteer - Aktuelle Einwohnerzahlen der Städte Japans]
- [http://www.citypopulation.de/Japan_d.html City Population - Historische Einwohnerzahlen der Städte Japans] !Liste der Städte in Japan Japan ja:全国市町村一覧

Disc jockey

En disc jockey (DJ) er en person som utvelger og avspiller tidligere innspilt musikk for andres fornøyelse, ofte på radio eller nattklubber. En avart av DJ er VJ eller video jockey. Denne betegnesle benyttes om personer som introduserer musikkvideoer i et musikkprogram på TV. Kategori:Beskjeftigelser

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