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Kent
Kent ist eine Grafschaft in England, südöstlich von London. Der Verwaltungssitz befindet sich in Maidstone.
Kent war ursprünglich eines der Sachsenkönigreiche in England ("Königreich von Kent"), obwohl der Name selbst von dem keltischen Stamm der Cantiaci entstammt. Als dem Kontinent nächster Teil von England, war die Grafschaft Schauplatz zahlreicher Invasionsversuche. Von hier aus finden die meisten Verschiffungen von England nach Übersee statt.
Cantiaci
Wegen der landwirtschaftlichen Prägung der Grafschaft, weiten Obstgärten und Hopfenanpflanzungen wird Kent manchmal auch als 'Garten von England' bezeichnet. Einige Ortsteile von London (Bromley und Bexley) liegen zwar in Kent, werden aber in London verwaltet.
Kent ist traditionell als pittoreske, ländliche Grafschaft geprägt. Aber auch das inzwischen ausgebeutete Kohlefeld von Kent ist wahrnehmbar. Ein Kernkraftwerk steht in der Nähe von Dungeness.
Der Eurotunnel verlässt England bei Cheriton in Kent. Mit dieser Unterführung unter dem Ärmelkanal besteht eine Bahnverbindung zu Frankreich.
Flughäfen befinden sich in Biggin Hill, Headcorn, Lydd, Manston und Rochester.
Bekannte Bewohner Kents waren Charles Dickens und Charles Darwin.
Städte und Ortschaften
- Ashford, Aylesford, Allhallows-on-Sea.
- Bexley, Bearsted, Bexleyheath, Bromley, Broadstairs
- Canterbury, Charing, Chatham, Cliffe at Hoo Crayford, Crockenhill
- Dartford, Deal, Detling, Dover, Dunton Green, Dymchurch
- Eythorne, Edenbridge, Eastry.
- Faversham, Folkestone.
- Gillingham, Gravesend, Greenhythe
- Hartley-Cranbrook, Hartley-Longfield, Hawkhurst, Herne Bay, Higham, High-Halstow, Hollingbourne, Hythe.
- Kemsing
- Langley, Leigh, Linton, Lydd
- Maidstone, Manston, Marden, Margate, Marsh Green, Martin, Martin Mill, Minster, Ramsgate, Maxton, Minster, Sheerness, Monkton
- Netlestead, Nettlestead Green, New Ash Green, New Romney Northfleet
- Orpington, Otford
- Paddock Wood, Pembury, Penshurst, Postling
- Queenborough.
- Ramsgate, Reculver, Rochester
- Sandwich, Seal, Sevenoaks, Sheerness, Shoreham, Sittingbourne, Stone, Sturry, Swanley,
- Thurnham, Tonbridge, Tunbridge Wells
- Upnor, Upchurch.
- Walmer, Westerham, Whitstable.
Sehenswürdigkeiten
- Kathedrale von Canterbury
- Isle of Sheppey
- Isle of Thanet
- Leeds Castle
Wappen
Einzelheiten über das Wappen des Kent County Council gibt es unter http://www.kent.gov.uk/coreinfo/history.html#arms
Weblinks
[http://www.kent.gov.uk/ Kent County Council]
Kategorie:Englische Grafschaft
ko:켄트 주
simple:Kent
Grafschaft (England)Grafschaften (engl. county, counties) sind Gebietseinheiten in England, deren Wurzeln bis in das 12. Jahrhundert zurückgehen. Sie sind nicht nur Verwaltungseinheiten, sondern wurden im Laufe der Zeit auch zu geographischen Bezeichnungen.
Eine ganze Reihe von Reformen, deren erste 1888 stattfand, hat dazu geführt, dass der Begriff Grafschaft in England mehrdeutig geworden ist.
Traditionelle Grafschaften
Hauptartikel: Traditionelle Grafschaften Englands
Das System der 39 traditionellen Grafschaften entstand zwischen dem 12. und 16. Jahrhundert, einige sind noch älter. Diese traditionellen Grafschaften waren bis 1888 zugleich Verwaltungseinheiten und Gebietskörperschaften Englands. Obwohl die Verwaltungsgliederung seitdem eigene Verwaltungsgrafschaften kennt, die von den traditionellen Grafschaften zu unterscheiden und mit diesen hinsichtlich der Gebietsaufteilung auch nicht deckungsgleich sind, verwenden bis heute viele Engländer die Bezeichnungen der traditionellen Grafschaften.
Verwaltungsgrafschaften
Hauptartikel: Verwaltungsgrafschaften Englands
1888 wurden in England Grafschaftsräte (county councils) eingeführt, die gewählt wurden. Diese Räte übernahmen eine ganze Reihe von Verwaltungsaufgaben. Nicht zu den neu gebildeten Verwaltungsgrafschaften (engl. administrative counties) gehörten die County Boroughs, selbständige Gebietskörperschaften. Die damals vorgenommene Einteilung Englands stimmte nicht mit der bisherigen der traditionellen Grafschaften überein, mehrere wurden in zwei Verwaltungsgrafschaften aufgeteilt.
1965 wurde Greater London gebildet und löste das bisherige County of London als Verwaltungseinheit ab. Dadurch verlor Middlesex den größten Teil seines Grafschaftsgebiets. Außerdem wurden Huntingdonshire und der Soke of Peterborough zur neuen Verwaltungsgrafschaft Huntingdon and Peterborough vereinigt; ebenso wurde Cambridgeshire mit Isle of Ely zu Cambridgeshire and Isle of Ely vereinigt.
1974 wurde die Struktur der Kommunalverwaltung grundlegend reformiert. Eine Reihe neuer Grafschaften wurden geschaffen, z.B. Avon, Cleveland, Cumbria und Humberside. Großstädtische Ballungsgebiete wurden zu Metropolitan Counties (Greater Manchester, Merseyside, South Yorkshire, Tyne and Wear, West Midlands und West Yorkshire). Dafür wurden die Grafschaften Cumberland, Herefordshire, Rutland, Westmorland und Worcestershire aufgelöst. Die County Boroughs wurden ebenfalls abgeschafft.
In den 1990er Jahren wurde die Struktur erneut verändert. Eine Reihe der 1974 geschaffenen Grafschaften wurde wieder aufgelöst; damals aufgelöste wie Herefordshire, Rutland und Worcestershire wieder hergestellt. Außerdem wurden aus dem Gebieten der Grafschaften dicht besiedelte Gebiete ausgegliedert und zu verwaltungstechnisch selbständigen Unitary Authorities gemacht.
Heute gibt es 81 Verwaltungsgrafschaften (ohne Greater London). 34 davon sind sog. shire-counties, die einen Grafschaftsrat haben und aus mehreren Distrikten bestehen. 40 sind Unitary Authorities, 6 weitere Metropolitan Counties. Zu keiner dieser Verwaltungseinheiten gehört Berkshire, wo in den 1900er Jahren der Grafschaftsrat aufgelöst wurde; die bis dahin bestehenden Distrikte nehmen die Verwaltungsaufgaben selbständig wahr und stehen deshalb den Unitary Authorities gleich.
Zur heutigen Verwaltungsgliederung siehe den Artikel Verwaltungsgliederung Englands.
Zeremonielle Grafschaften
Hauptartikel: Zeremonielle Grafschaften Englands
Traditionell hat der Monarch von Großbritannien und Nordirland in den einzelnen Gebieten des Vereinigten Königreichs einen persönlichen Repräsentanten, den Lord-Lieutenant. Jedem der Lord-Lieutenants ist ein Gebiet zugeteilt, das als zeremonielle Grafschaft (engl. ceremonial county) bezeichnet wird. Diese stimmten früher im wesentlichen mit den traditionellen Grafschaften überein. Die späteren Wechsel im System der Verwaltungsgrafschaften wurden für die zeremoniellen Grafschaften zumeist übernommen.
Mit der Kommunalreform von 1974 wurde dafür gesorgt, dass die zeremoniellen Grafschaften mit den Verwaltungsgrafschaften übereinstimmen. Nach den Reformen der 1990er Jahren wurde mehrere Gebiete, die den Status einer Unitary Authority erhielten, wieder ihren früheren zeremoniellen Grafschaften zugeordnet.
Siehe auch: Bedeutung der Namen der Counties im Vereinigten Königreich
Kategorie:Politische Geographie
Kategorie:England
Maidstone
Maidstone ist die Hauptstadt der Grafschaft Kent im Südosten Englands, ca. 48 km von London entfernt. Die Stadt ist das wirtschaftliche und administrative Zentrum der Grafschaft und des Borough of Maidstone. Maidstone hat 89.684 Einwohner (2001) und liegt am Fluss Medway.
Nach der Charta von 1549 stand Maidstone unter der Verwaltung der anglikanischen Kirche durch den Erzbischof von Canterbury. Nachdem jedoch die Einwohner Maidstones 1554 gegen Königin Maria I. rebellierten und Thomas Wyatt unterstützten, wurde die Charta widerrufen; eine neue wurde 1559 von Elisabeth I. gewährt.
Diese wurde 1619 von König Jakob I. ratifiziert und das Wappen, das einen goldenen Löwen und eine Wiedergabe des Flusses zeigt, wurde entworfen. 1949, aus Anlass der 400-Jahr-Feier, wurde diesem Wappen der Kopf eines weißen Pferdes (er repräsentiert das Motto von Kent, Invicta), ein goldener Löwe und ein Iguanodon (ein Dinosaurier) hinzugefügt. Letzterer weist auf die Entdeckung von Fossilien eines solchen Dinosauriers 1834 hin, die jetzt im Natural History Museum in London gezeigt werden.
Lange Zeit bildeten die landwirtschaftlichen Märkte, Versicherungsmakler und eine große Süßwaren-Fabrik die größten Arbeitgeber der Stadt. Heute pendeln viele Einwohner Maidstones nach London oder arbeiten im Dienstleistungsbereich innerhalb der Stadt.
Kategorie:Ort in England
Sachsen (Volk)
Die Sachsen sind die Angehörigen eines westgermanischen Stammesverbands, der seit dem 2. und 3. Jahrhundert den Nordwesten der heutigen Bundesrepublik Deutschland und den Osten der heutigen Niederlande bewohnt. Genauer gesagt waren die germanischen Stämme der Sachsen (sh. niedersächsischer Sprachraum), im niederdeutschen Gebiet zwischen Zuiderzee (heute IJsselmeer) und Pommern zuhause.
Zur Klarstellung sei gesagt, dass der heutige Freistaat Sachsen (historisch auch Kursachsen bzw. Obersachsen) mit dem Volk der Sachsen nichts gemein hat und den sächsischen Namen nur aufgrund historischer Namensverschiebungen trägt; seine Bewohner, die sich fälschlicherweise umgangssprachlich als Sachsen bezeichnen, gehören zum mittelhochdeutschen Dialektraum.
In den darauffolgenden Jahrhunderten eroberten sächsischen Stämme weite Teile Niederdeutschlands (heute Nordwestdeutshland und östliche Niederlande) und gliederten die dort lebenden germanischen Stämme ihrem Stammesverband ein, zuletzt im 6. und 7. Jahrhundert das Hamaland (heutiges Westmünsterland), das Land der Brukterer (heutiges Münsterland und nördliches Ruhrgebiet). Später unterschied man drei Teilstämme bzw. Stammesgruppen.
Die Herkunft der Stammesbezeichnung ist nicht gänzlich geklärt. Es wird aber angenommen, dass die antiken Autoren, die den Begriff aufbrachten – die Eigenbezeichnung des Volkes war möglicherweise eine ganz andere – den Namen von dem typischen Hiebmesser der Sachsen, dem Sax abgeleitet haben. Neuerdings wird aber auch vermutet, die Sachsen könnten neben Wodan ab dem 4. Jahrhundert verstärkt auch einen Saxnoth genannten Gott verehrt haben.
Das Siedlungsgebiet umfasst grob die östlichen Niederlande, das heutige Westfalen, Niedersachsen mit Ausnahme des von Friesen bewohnten Landesteils, Holstein, Mecklenburg und den Norden von Sachsen-Anhalt (vom Ijsselmeer bis Pommern). Sachsen, Angeln und Jüten wanderten im 3. bis 5. Jahrhundert in den südlichen Teil der britischen Hauptinsel ein (s. auch ->Hengist und ->Horsa) – das heutige Großbritannien (Angelsachsen) – und wurden dort zu den dominierenden Kulturen. So wurde im keltischen und irischen Sprachgebrauch der Stammesname (irisch Sasana 'England', Sasanach 'Engländer, gaelisch Sasunn 'England', Sasunnach 'englisch') für die heutigen Engländer verwendet. Das heutige England lässt sich allerdings klar von den Angeln ableiten.
Von der Völkerwanderung kaum berührt, bewahrten die Sachsen bis zur Unterwerfung durch Karl den Großen die alte germanische Stammesverfassung ohne König, mit der Versammlung der Freien in Marklo, dem Thing, zur Regelung aller politischen Angelegenheiten. Herzöge übernahmen nur in Kriegszeiten Führungsrollen.
Die sächsischen Teilstämme
In der historischen Literatur kommen immer wieder die 4 Bezeichnungen sächsischer Teilstämme vor. Ob es sich dabei nicht auch um die fränkische Einteilung in Verwaltungsprovinzen handelt, ist noch nicht geklärt. Auf jeden Fall ist der Begriff "Ostfalen" erst im 12. Jh. aufgekommen.
Westfalen
Die Westfalen lebten hauptsächlich zwischen Weser und Rhein, ihr Name hat die Bedeutung "Westmänner" oder "Westsachsen"
Ostfalen, eigentlich Saxoniae Orientalis
Die Ostfalen ("Ostmänner") lebten zwischen Weser und Elbe.
Dieses Gebiet wurde erst im 7.-10. Jh. besiedelt.
Engern
Die Engern nahmen in Sachsen offenbar eine zentrale Stellung ein. Sie lebten an der Weser, zwischen Ost- und Westfalen. In ihrem Gebiet liegt die Stätte der jährlichen Versammlung von Marklo an der Weser. Der Name der Engern (lateinisch Angarii) scheint die verkürzte Form des Namens der Angrivarier zu sein, die demnach einen wichtigen Teilstamm der Sachsen bildeten.
Nordalbingier
Wie der Name (lateinisch albis Elbe) schon zeigt, lebten die Nordalbingier nördlich der Elbe und im Lande Hadeln. Der östliche Teil dieses Gebietes ging im 9. Jh. größtenteils an die von Osten einwandernden Slawen verloren.
Geschichte
- 200 bis 400 Die Sachsen breiten sich von Holstein kommend nach Süden aus und erreichen über das Elbe-Weser-Dreieck (siehe: Geschichte Hadelns) Westfalen und Ostfalen.
- 300 bis 500 Sachsen segeln gemeinsam mit Angeln und Jüten nach Britannien und verschmelzen dort zu den Angelsachsen.
- Um 450 werden von den Briten weitere Sachsen zum Schutz gegen die schottischen Pikten angeworben.
- 477 Gründung des Königreiches Sussex (= Süd-Sachsen).
- Um 500 wird das Königreich Essex gegründet (= Ost-Sachsen).
- Um 530 erreichen die Sachsen den Rhein.
- 531 zerschlagen festländische Sachsen und Franken gemeinsam das Königreich Thüringen in der Schlacht bei Burgscheidungen. Der Norden nördlich des Harzes wird sächsisch, der Süden fränkisch. Diese These ist allerdings sehr umstritten und ist wahrscheinlich einer Fehlinterpretation mittelalterlicher Chroniken geschuldet.
Vielmehr scheinen die Sachsen infolge der Zerschlagung des Thüringer Königreiches mit in eine lose Abhängigkeit des Frankenreiches gelangt zu sein.
- 568 24.000 Sachsen ziehen mit den Langobarden nach Italien, kehren aber schon bald wieder zurück, worauf es zum Streit mit den in die ehemals sächsischen Wohnsitze angesiedelten Sueben kommt.
- Ab 596 werden die britischen Sachsen zum Christentum bekehrt. Die Festlands-Sachsen bleiben bei ihrem alten Glauben.
- Vermutlich im 6. Jahrhundert Gründung des Königreiches Wessex (= West-Sachsen).
- Im 7. Jahrhundert beginnen die Sachsen, Herzöge zu wählen, angeblich zunächst nur in Kriegszeiten. Diese Verwaltungshierarchie könnte aber durchaus auch auf eine fränkische Oberherrschaft hindeuten, da die Bezeichnungen der Herzöge ausschließlich in fränkischen Quellen überliefert sind. Die wahrscheinlich fränkischen Herzöge versuchen immer mehr Autonomie zu erlangen und stellten sich an die Spitze des Widerstandes gegen die unter den Pippiniden ausgerufene Christianisierung aller Landesteile, so auch der der Sachsen.
- 738: erster Versuch der festeren Unterwerfung unter die fränkische Krone durch Pippin der Jüngere
- 772 bis 804: Der Versuch der Einführung des Christentums in die größtenteils schon abhängigen Gebiete, führte zu einem mehr als dreißig Jahre dauernden Krieg Sachsenkriege Karls des Großen
- 772 Eroberung der sächsischen Eresburg und Zerstörung des wichtigsten religiösen Zentrums der sächsischen Religion, der Irminsul. Der alte Glaube wird von den christlichen Okkupatoren als Heidentum betrachtet.
- 775 Zweiter Feldzug der Franken. Eroberung der strategisch wichtigen sächsischen Sigiburg hoch über der Ruhr.
- 777 beruft Karl eine erste fränkische Reichsversammlung in Paderborn ein, mitten im Land der vermeintlich besiegten Sachsen. Doch das gescheiterte Engagement Karls in Spanien lässt die Sachsen ihren Unabhängigkeitskampf unter der Führung Herzog Widukinds wiederaufnehmen.
- 785: Die Taufe des sächsischen Herzog Widukind leitet die Christianisierung der Sachsen ein.
- 794 Entscheidende Schlacht auf dem Sindfeld.
- 799 findet erneut eine Reichsversammlung in Paderborn als Machtdemonstration statt. Die Sachsen sind endgültig besiegt.
Ab 804: Eingliederung der Sachsen in das Reich Karls des Großen als Herzogtum Sachsen, bestehend aus den Teilen Engern, Westfalen, Ostfalen und Nordalbingien.
Mit Heinrich I. wurde 919 ein Sächsischer Herzog deutscher König. Ihm folgten die ersten deutschen Kaiser Otto der Große, Otto II. und Otto III. Die Epoche der Kaiser aus dem Hause der Liudolfinger endete mit dem Tod Heinrichs II. 1024. Während dieses Jahrhunderts lag der politische und kulturelle Schwerpunkt des Reichs im Gebiet der Sachsen.
Nach der Achtserklärung Heinrichs des Löwen 1180, wegen dessen Weigerung dem Kaiser Friedrich Barbarossa Heerfolge nach Italien zu leisten, zerschlug der Kaiser das alte Herzogtum Sachsen. Westfalen wurde in kirchlichen Besitz übergeben, Heinrich dem Löwen blieben Braunschweig und Lüneburg, die Fürsten und Bischöfe wurden für reichsunmittelbar erklärt, der Name Herzogtum Sachsen haftete nur noch einem kleinen Landesteil an der Elbe an.
Am 6. Januar 1423 wurde dieser Teil dem Markgrafen von Meißen, Friedrich dem Streitbaren verliehen. Da der Herzogtitel die höhere Würde besaß, führte dieser von nun an den Titel "Herzog von Sachsen", wodurch der heutige Freistaat Sachsen seine Bezeichnung bekam. Deren Bewohner gehören ursprünglich zum germanischen Volksstamm der Thüringer. Dieses neue Herzogtum Sachsen wurde danach lange als Obersachsen bezeichnet, das Land mit dem Volksstamm der Sachsen als Niedersachsen. Diese Bezeichnung wurde bei der Auflösung Preußens nach dem Zweiten Weltkrieg als Name des heutigen Bundeslandes wiederbelebt. Auch die Westfalen sind Niedersachsen.
Sprachen
#Die niedersächsischen Sachsen sprachen Altsächsisch, das zu den altniederdeutschen Sprachen gehört, siehe auch Niedersächsische Sprache. Ihre Sprache bildete als Angelsächsisch die Grundlage des Englischen und stand in seinen früheren Entwicklungsstufen dem Altenglischen teilweise näher als dem Althochdeutschen. Davon kann nach den massiven Veränderungen, die das Altenglische/Angelsächsische besonders nach dem Einfall der Normannen in England durchmachte, allerdings keine Rede mehr sein.
#Dementsprechend wird auch heute in Schleswig-Holstein und den nördlichen Teilen des Bundeslandes Niedersachsen (neben Hochdeutsch) nordniedersächsisch gesprochen. In Westfalen (Westfälisch), den südlichen Gebieten Niedersachsens (Ostfälisch), Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und im Norden von Sachsen-Anhalt werden ähnliche Dialekte gesprochen, die insgesamt zur Niedersächsischen Sprache zusammengefasst werden können.
#Der heute umgangssprachlich als "Sächsisch" bezeichnete Dialekt Obersachsens (Kursachsen), des heutigen Bundeslandes Sachsen sowie des südlichen Sachsen-Anhalts, ist dagegen eine Untergruppe der Ostmitteldeutschen Sprache und gehört zur Thüringisch-Obersächsischen Dialektgruppe des Hochdeutschen.
Literaturhinweise
Torsten Capelle: Die Sachsen des frühen Mittelalters, Stuttgart 1998. ISBN 3806213844
Dr.Wilhelm Gebers: Auf dem Weg nach Walhall - Die Pferde der Altsachsen - Begleiter in Leben und Tod, Lohne 2004, ISBN 980815188
Hans-Jürgen Häßler: Niedersachsens frühe Bevölkerung: Die Altsachsen der spätrömischen Kaiserzeit und des frühen Mittelalters, Hannover 2004, ISBN 3899950941
- siehe auch: [http://sassen.gmxhome.de/sassen/quellen.html Literaturhinweise]
Weblinks
- [http://www.sachsengeschichte.de/ Sachsengeschichte.de]
- [http://www.saxones.de Projekt Saxones] - Ein "Reenactment"- / Living History-Projekt
Kategorie:Europäische Ethnie
Kategorie:Germanischer Stamm
Kategorie:Niedersächsische Geschichte
ja:サクソン人
England
England ist das größte und am dichtesten besiedelte Gebiet des Vereinigten Königreichs Großbritannien und Nordirland.
Fälschlicherweise wird England oft als Synonym für den Staat des Vereinigten Königreichs oder die Insel Großbritannien gebraucht.
Geografie
England umfasst die südlichste Hälfte der Insel Großbritannien, grenzt im Norden an Schottland und im Westen an Wales und die Irische See. Im Osten grenzt England an die Nordsee, im Süden liegt England am Ärmelkanal.
Politik
Die Regierung des Königreichs hat, ebenso die königliche Familie, ihren Sitz in der englischen Hauptstadt London. England hat - im Gegensatz zu Schottland, Wales oder Nordirland - kein Landesparlament oder eine Landesregierung. Deren Aufgaben werden vom Parlament und der Regierung des Vereinigten Königreiches wahrgenommen. Dabei ist es heute üblich, dass sich bei Abstimmungen im Parlament, die nur England betreffen, die Abgeordneten der anderen Landesteile ihrer Stimme enthalten. Jedoch ist in Planung, England in verschiedene administrative Regionen mit eigener Verwaltung aufzuteilen (Devolution).
Siehe auch: Liste der britischen Premierminister.
Heraldik
Liste der britischen Premierminister
Die englische Flagge, bekannt als St. Georgs-Kreuz, ist ein rotes Kreuz auf einem weißen Hintergrund.
Weitere heraldische Symbole sind die Tudor-Rose und die Drei Löwen.
> Konstitutionelle Demokratie
Geschichte Sport Verwaltungsgliederung
Die 39 historischen Grafschaften (engl. Counties)
Diese 39 historischen Grafschaften bestehen seit dem hohen Mittelalter. In ihrer Funktion als Verwaltungsbezirke sind sie seit Mitte des 20. Jahrhunderts mehrmals neu gegliedert worden, jedoch bestehen die historischen Grafschaften im Bewusstsein der Bevölkerung weithin fort. Größere Städte galten als Teil der Grafschaften, wurden jedoch als Boroughs eigenständig verwaltet.
- Siehe Traditionelle Grafschaften Englands
Die gegenwärtige Verwaltungsgliederung
Traditionelle Grafschaften Englands
Traditionelle Grafschaften Englands
Im Laufe des 20. Jahrhunderts wurde die Verwaltungsgliederung teilweise den neu entstandenen Ballungsgebieten angepasst. Dadurch veränderten sich auch die Grenzen der oben genannten 39 (historischen) Grafschaften (Counties). So wurde z.B. 1965 die Verwaltungseinheit Greater London eingerichtet. 1974 entstanden 6 Metropolitan Counties und die so genannten Non-Metropolitain Counties, darunter auch einige kleinere neue Grafschaften wie Avon, Humberside und Cleveland, die jedoch in den 1990er Jahren zum Teil wieder aufgelöst wurden (so auch Rutland oder Westmorland). Die Counties untergliedern sich in Bezirke (Metropolitain Districts bzw. Districts), die aufgrund ihrer Aufgabenstellung etwa den Stadtverwaltungen Deutschlands entsprechen. Diese Distrikte bestehen meist aus einer Vielzahl von Städten und kleineren Siedlungen, die jedoch keine eigene Verwaltung haben. Man spricht von einer "zweistufigen Verwaltung" (1. Stufe Grafschaften; 2. Stufe Districs)
1986 wurden die Grafschaftsräte bzw. -verwaltungen der Metropolitain Counties aufgelöst. Ihre Aufgaben wurden an die untergliederten Metropolitain Districts delegiert, so dass diese alle Aufgaben der Grafschaften und der Districs erledigen ("einstufige Verwaltung"). In ihrer Funktion können die Metropolitain Districts seither als "Unitary Authorities" bezeichnet werden. Dennoch wurde die Bezeichnungen der 6 Metropolitain Counties beibehalten und ist seither aber nur noch für die Beschreibung der geografischen Lage bzw. für statistische Zwecke von Bedeutung.
Zahlreiche Non-Metropoltain Distrikts wurden Mitte der 1990er Jahre als Unitary Authorities aus den Grafschaften ausgegliedert. Sie erledigen seither die Verwaltungseinheiten der Grafschaften mit und sind somit den Metropolitain Districts vergleichbar.
Die Grafschaften und Unitary Authorities Englands sind heute zu 9 Regionen zusammen gefasst. Zur Untergliederung der Regionen und Grafschaften siehe Verwaltungsgliederung Englands und Verwaltungsgrafschaften Englands.
Großstädte
Verwaltungsgrafschaften Englands
In der englischen Sprache macht man einen Unterschied zwischen den Begriffen City und Town, was, ins Deutsche übersetzt, beides "Stadt" bedeutet.
Das Recht, als "City" bezeichnet zu werden, besiegelt eine königliche Ernennungsurkunde, die so genannte Royal Charter. Meist orientierte man sich dabei daran, ob die betreffende
Ansiedlung eine Kathedrale besitzt. Während beispielsweise das kleine Hereford mit nicht einmal 60.000 Einwohnern eine "City" darstellt, ist Stockport mit seinen 285.000 Einwohnern "Town".
Die folgende Liste der "Großstädte" Englands beinhaltet auch die so genannten Metropolitan Boroughs. Manche dieser einzelnen Verwaltungsbezirke bestehen aus mehren Städten ("Town" oder "City"). So besteht der Metropolitan Borough Salford aus der City of Salford und anderen Städten, die man als "Town" bezeichnet, während der Metropolitan Borough Manchester lediglich aus der City of Manchester besteht. Diese Metropolitan Boroughs sind einstufige Verwaltungseinheiten, die man mit unseren kreisfreien Städten vergleichen kann.
Metropolitan Boroughs fasst man in England zu Metropolitan Counties zusammen, die allerdings als Gebietskörperschaften keine Rolle mehr spielen. (Mehr dazu siehe: Verwaltungsgliederung Englands).
Siehe auch: Greater London, Unitary Authority
Die größten städtischen Verwaltungsbezirke in England mit mehr als 200 000 Einwohner (gemäß dem UK Census 2001 in tausend) sind:
- London (7 172)
- Birmingham (977)
- Leeds (715)
- Sheffield (513)
- Bradford (468)
- Liverpool (439)
- Manchester (393)
- Kirklees (389)
- Bristol (381)
- Wakefield (315)
- Wirral (312)
- Dudley (305)
- Wigan (301)
- Coventry (301)
- Doncaster (287)
- Stockport (285)
- Sefton (283)
- Sandwell (283)
- Sunderland (281)
- Leicester (279)
- Nottingham (266)
- Bolton (261)
- Newcastle-upon-Tyne (260)
- Walsall (253)
- Rotherham (248)
- Kingston upon Hull (244)
- Stoke-on-Trent (241)
- Plymouth (240)
- Wolverhampton (237)
- Derby (222)
- Barnsley (218)
- Southampton (217)
- Oldham (217)
- Salford (216)
- Tameside (213)
- Trafford (210)
- Milton Keynes (210)
- Rochdale (205)
- Solihull (200)
Kultur
Das Gärtnern ist eine englische Leidenschaft; es stehen auch eine Vielzahl von Gärten für die Besichtigung offen.
Weblinks
als:England
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ms:England
simple:England
th:แคว้นอังกฤษ
zh-min-nan:England
KeltenMit Kelten (lat. celtae, galli, griech. keltoi, galatai – die Tapferen, die Edlen) bezeichnete man schon in der Antike eine Gruppe von Völkern und Stämmen in Europa und Kleinasien, die sich durch kulturelle Gemeinsamkeiten und verwandte Sprachen auszeichneten. Auch die heutige Wissenschaft sieht in den keltischen Sprachen eine eigene indogermanische Sprachgruppe, während die Archäologie in den keltischen Stämmen in Mitteleuropa (vom Norden Spaniens bis nach Böhmen) kulturelle Gemeinsamkeiten während der jüngeren Eisenzeit (ca. 500 v. Chr.) sieht. Sie setzt im allgemeinen die Gruppe der antiken keltischen Stämme, sogenannte Zeit der „klassischen Kelten“, mit der La-Tène-Kultur gleich, die im 5.–1. Jahrhundert v. Chr. weite Teile Mitteleuropas prägte. Der Name La Tène bezieht sich auf einen Fundort in der Nähe des Neuenburgersees (Westschweiz), wo in der Mitte des 19. Jahrhunderts reiche Funde gemacht wurden. Die La-Tène-zeitliche Kultur umfasst aber nicht das gesamte Ausbreitungsgebiet keltischer Gruppen und Sprachen nach der Überlieferung der Antike.
Die Kelten haben wahrscheinlich die Seife erfunden und führten auch die exzessive Badekultur, die die Römer später pflegten, in Italien ein.
In ihrer weitesten Ausprägung reichte die keltische Kultur von Irland, Südostengland, Nordspanien und Frankreich im Westen bis Westungarn im Osten, von Oberitalien im Süden bis zum nördlichen Rand der Mittelgebirge. Außerdem gab es das Siedlungsgebiet der Galater in Anatolien (heutige Türkei). In Galatien lassen sich zwar einzelne Latène-Fibeln nachweisen, doch kann dort nicht von einer keltischen Kultur im Sinne der Latène-Kultur die Rede sein; ausschlaggebend ist hier vielmehr ein spätantiker Beleg, wonach dort ein Dialekt ähnlich wie in der Gegend um Trier gesprochen wurde und die von der Antike bezeugte Einwanderung keltischer und thrakischer Stämme nach Anatolien. Es manifestierte sich auch in der Gleichsetzung der Bezeichnung für die Gallier in Frankreich und die Galater in Kleinasien. Irland erreichte nur sprachliche Einflüsse des Keltischen in der Spätantike, bzw. in frühchristlicher Zeit.
Im Süden des keltisch geprägten Gebietes Mitteleuropas grenzte anfangs noch der etruskische, später der griechisch-römische Kulturkreis an, nördlich des keltischen Einflussgebietes waren germanische Stämme ansässig.
germanische/450 v. Chr.)
Orange: weiteste Ausbreitung La-Tène-Kultur bzw. der keltischen Sprache (3. Jh. v. Chr.)]]
Geschichte
3. Jh. v. Chr.
3. Jh. v. Chr.
Der Begriff Kelten geht auf griechische Überlieferungen aus dem 6. Jahrhundert v. Chr. zurück, die die Keltoi zum einen an den Quellen der Donau und zum anderen im Hinterland von Massilia (Marseille) identifizierten. Ihr Auftreten fällt mit der eisenzeitlichen Späthallstattkultur in Mitteleuropa zusammen. Diese Kultur hatte sich seit etwa 750 v. Chr. in einer Region zwischen Ostfrankreich und der Schweiz über Süddeutschland und Österreich bis Slowenien aus den ansässigen spätbronzezeitlichen Kulturen entwickelt, wobei teilweise Kontakte zur südeuropäischen Antike nachgewiesen wurden. Sie ist berühmt für ihre reich ausgestatteten Fürstengräber aus Süddeutschland und der Bourgogne (z. B. in Hochdorf an der Enz und Vix). In der zweiten Hälfte des 6. Jahrhunderts gerieten die Gesellschaften am nördlichen und westlichen Rand der Hallstattkultur zunehmend unter ihren Einfluss, übernahmen einen Teil ihrer Sitten und wurden ins hallstättische Beziehungsnetz eingebunden, wobei die Hunsrück-Eifel- und die Champagne-Marne-Region im Westen sowie die Gegend um den Dürrnberg in Österreich bei dieser Entwicklung eine besondere Rolle einnahmen.
Der Hallstattkultur folgt die als keltisch zu bezeichnende La-Tène-Kultur (ab ca. 480 v. Chr. bis 40/0 v. Chr., je nach Region), deren Kunststile durch mediterrane Vorbilder geprägt sind. Die La-Tène-Zeit stellt die Blüteperiode keltischer Kultur dar.
Erste Aufenthalte von Kelten im damals v. a. etruskisch geprägten Oberitalien sind ab dem 6. Jahrhundert v. Chr. nachweisbar. Während der ab dem 5. Jahrhundert v. Chr. einsetzenden Wanderungswellen wird die keltische Kultur in Nordspanien und Portugal fassbar, wobei hier kein Verdrängen ortsansässiger Kulturen nachgewiesen werden kann. Ein allmähliches Annehmen mitteleuropäischer Kulturelemente durch die ansässige Gesellschaft ist weit wahrscheinlicher. Die in Nordspanien und Portugal lebenden Menschen der späten Eisenzeit werden deshalb auch als Keltiberer bezeichnet. Keltische Gruppen ließen sich in Oberitalien und der Poebene nieder, von wo aus sie zu Beginn des 4. Jahrhunderts v. Chr. u. a. Rom angriffen. Die Belagerung Roms unter dem keltischen Heerführer Brennus (wahrscheinlich 387/386 v. Chr.) hinterließ bei der späteren Weltmacht ein lang anhaltendes Trauma.
Andere Stämme drangen über Südosteuropa und den Balkan nach Griechenland und Kleinasien vor, begegneten Alexander dem Großen und plünderten Delphi. Ein Stammesteil ließ sich schließlich in Zentralanatolien nieder und wurde als Galater noch Jahrhunderte später im Neuen Testament erwähnt.
Ab der zweiten Hälfte des 3. Jahrhunderts v. Chr. wurden vom Osten ausgehend Oppida, d. h. Städte gegründet. Die keltische Oppidakultur erlebt ab Ende des 2. bis ins 1. Jahrhundert v. Chr. ihre Blüte, wobei sie aufgrund ihrer gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Differenzierung, hochentwickelter Handwerks- und Kunstfertigkeit sowie Fernhandel die Stufe zur Hochkultur erreichte. Lediglich das Fehlen einer allgemeinen Schriftlichkeit steht dieser Bezeichnung entgegen. Man darf aber von einer exakten Weitergabe mündlichen Wissens im Bereich der keltischen Stämme ausgehen.
Die größte Ausbreitung erreichten die Kelten um 200 v. Chr.. Im Osten ihrer Siedlungsgebiete, d. h. im weitesten Sinn „rechtsrheinisch“, verschwand die keltische Kultur in der ersten Hälfte des 1. Jahrhunderts v. Chr. weitgehend, was vielleicht mit dem Vorrücken germanischer Stämme nach Süden zusammenhängen könnte. Dagegen überlebte die keltische Lebensart in Gallien und südlich der Donau in Rätien – sowie u. a. auch im heutigen Rheinland-Pfalz, Saarland und Bayern – nach Eroberung durch die Römer unter Caesar noch einige Jahrzehnte und ging mit zunehmender Romanisierung etwa seit der Zeitenwende in der relativ eigenständigen gallo-römischen Kultur auf.
Der Ursprung der Kelten auf den britischen Inseln ist umstritten. Spuren einer Einwanderung sind für den Großteil der Inseln unbekannt und bis auf den Südosten Englands auch wenig wahrscheinlich; eventuell waren die britischen Inseln jedoch darüber hinaus sprachlich mit dem keltischen Festland verbunden. Dennoch besteht auf den britischen Inseln eine keltisch geprägte Kultur, wobei die Zuordnung hier insbesondere aufgrund linguistischer Annahmen erfolgt. Nur in Südost-England sind für das 1. Jahrhundert v. Chr. auch archäologische Zeugnisse der „klassischen“ kontinentalen keltischen Kultur nachzuweisen. Dieses Inselkeltentum blieb in den Randzonen Wales und Cornwall noch bis ins 5. Jahrhundert n. Chr. eigenständig und wandelte sich erst im Zuge der folgenden Christianisierung. Die frühe Christianisierung erfolgte aber vorwiegend durch keltisch geprägte Mönche, die keltische Sprache und kulturelle Einflüsse auch nach Irland trugen.
Wissenschaftliche Kontroverse
Je nach Fachgebiet oder Sichtweise werden mit dem Begriff Kelten entweder Stämme mit einer ähnlichen materiellen Kultur (archäologische Definition) oder eine mittel- und westeuropäische Sprachengemeinschaft der Eisenzeit (sprachwissenschaftliche Definition) bezeichnet.
In der Forschungspraxis werden die beiden Definitionen häufig nicht deutlich genug geschieden. Grundsätzlich ist es fraglich, ob die Kelten eine Ethnie, d. h. ein geschlossenes Volk bildeten. (s. a. Volk, Ethnie, Ethnogenese).
Iren, Schotten, Waliser und Bretonen definieren sich in neuerer Zeit vor allem aus einer Abgrenzung gegen Engländer oder Franzosen als Kelten. Dabei diente die frühe sprachwissenschaftliche Definition des 18. Jahrhunderts als Legitimation: Der Kelten-Begriff hat sich hier auf eine völlig andere Region und Bevölkerung verschoben, deren Gemeinsamkeit mit den Festlandkelten der vorrömischen Eisenzeit vor allem darin besteht, dass die frühe Sprachwissenschaft sie einer gemeinsamen Gruppe zugewiesen hat, deren Bezeichnung als "keltisch" aber relativ willkürlich ist.
Dieser Artikel geht vor allem von den Erkenntnissen der archäologischen Wissenschaft aus, die auf die Ausbreitung und Ausprägung der La-Tène-Kultur fokussiert.
Ein besonderes Kapitel ist das nachantike und frühmittelalterliche keltische Selbstverständnis verschiedener Randgruppen und Nachbarn des zerfallenden Römischen Reiches. Die Erinnerung an gemeinsame Kämpfe gegen das Römische Reich sowie verbindende geschichtliche Ereignisse, überliefert in Mythen und Sagen, werden in der mittelalterlichen Literatur und Kunst tradiert und romantisch verklärt.
Allgemeines
Die Kelten vermieden es vermutlich bewusst, gesellschaftliche, religiöse oder ihre Tradition betreffende Inhalte schriftlich festzuhalten – wie beispielsweise Caesar berichtet. Es gibt aber sowohl eine Reihe Inschriften in griechischer Schrift als auch archäologische Nachweise von Schreibgerät aus den spätkeltischen Oppida, die Schriftlichkeit – besonders in wirtschaftlichen Belangen – und eventuelle Fremdsprachenkenntnisse, zumindest der Oberschicht, nahe legen.
Trotzdem beruhen die Kenntnisse über die Kelten auf der Geschichtsschreibung ihrer mediterranen Nachbarn (antikes Griechenland, Römisches Reich) sowie auf archäologischen Funden.
Die spätantike/frühmittelalterliche Ogham-Schrift, die z. B. von irischen Grab- und Grenzsteinen des 4.-7. Jahrhunderts n. Chr. bekannt ist, scheint nur wenigen Eingeweihten bekannt gewesen zu sein und nur begrenzte Aussagemöglichkeiten gehabt zu haben.
Wirtschaft
Die keltische Wirtschaft basierte auf Ackerbau und Viehzucht. Auf kleinen, umzäunten Äckern wurden Getreide (Emmer, Dinkel, Gerste, Hirse) und Leguminosen (Saubohnen, Erbsen, Linsen) angebaut. Bekannt waren u. a. Löwenzahn, Brennnessel, Rübe, Rettich, Sellerie, Zwiebel und Kohl. Aus archäologischen Funden (Speiseresten) in Hallstatt lässt sich etwa ablesen, dass die Kelten ein noch heute in Österreich übliches Gericht gegessen haben, „Ritschert“, einen Eintopf aus Rollgerste und Bohnen.
Da das lateinische Wort für Bier (cervisia) ein keltisches Lehnwort ist, wird vermutet, dass die Kelten das Brauen beherrschten. Römische Autoren beschreiben das Getränk allerdings mit deutlichem Abscheu. In Hochdorf und dem Glauberg ist Met archäologisch nachgewiesen (Pollenfunde).
Wichtigstes Haustier war das Rind, welches neben der Lieferung von Fleisch, Milch (Käse) und Leder auch unabdingbar bei der Ackerbestellung war. Daneben wurden Schafe (Wolle) und Schweine gehalten; Hunde kannte man ebenfalls als Nutztiere (Hütehunde und Jagdhunde). Pferde waren ein Statussymbol und bei Kriegszügen wichtig und wurden wahrscheinlich von einigen Stämmen intensiver gezüchtet.
Von Bedeutung für die keltische Wirtschaft war auch der Bergbau. Bergbau auf Salz ist eindeutig nachgewiesen. Eisengewinnung und -verhüttung ist zu vermuten. Es fehlen hier aber aus den Mittelgebirgen meist die letzten Beweise eines eisenzeitlichen Eisenerzabbaus.
Aufgrund der reich ausgestatteten Hügelgräber der späten Hallstattzeit („Fürstengräber“) kann vermutet werden, dass die Gesellschaft auf lokaler Ebene einem „Fürsten“ unterstand. In der späten La-Tène-Zeit hatten sich weiträumige politische Strukturen entwickelt.
Die keltischen Stämme auf dem Kontinent übernahmen das Geldwesen von Griechen und Römern, prägten aber eigene Münzen lediglich zum Informationsaustausch, wie heute vermutet wird. Grabfunde zeugen noch heute von dem ausgedehnten Handel der Kelten mit allen Völkern des antiken Europa. Exportiert wurden u. a. Eisen, Zinn, Salz, Holz, Flachs, Wolle, Waffen, Werkzeuge, Prunkwagen, Textilien, Schuhe. Importiert wurden vor allem Glas, Wein und andere Luxusgüter aus dem Mittelmeerraum.
Entlang der wichtigsten Handelsstraßen entstanden keltische Oppida; das sind befestigte städtische Siedlungen. Durch jahrzehntelange Ausgrabungen in mehreren Ländern sind einige Oppida heute besser bekannt. Einige guterforschte Oppida von Ost nach West:
- Tschechien: Stradonice, Zavist;
- Österreich: Magdalensberg;
- Deutschland: Manching, Martberg, Wallendorf, Heuneburg
- Schweiz: Bern-Enge, Basel-Münsterhügel
- Luxemburg: Titelberg;
- Frankreich: Bibracte, Alesia.
In einigen dieser Oppida dauern die Ausgrabungen weiterhin an. Aus zahlreichen weiteren Oppida liegen Ergebnisse aus kleineren Grabungskampagnen vor. Das populäre Bild eines keltischen Oppidums wird jedoch im Wesentlichen durch die Ergebnisse in Tschechien, Manching und Bibracte geprägt.
Gesellschaft
Die Einblicke historischer Schreiber in den Aufbau der keltischen Gesellschaft sind gering.
Gaius Iulius Caesar gibt im „Gallischen Krieg“ (De bello Gallico) einen Einblick in die Gesellschaft der Kelten.
Demnach gab es die Oberschicht der Fürsten, mit einer politischen und militärischen Führungsrolle.
Aus den oberen Gesellschaftsschichten stammten wahrscheinlich auch die Druiden, mit Verantwortung des Kultus, der keltischen Religion. Den Druiden oblag zudem die Rolle des Lehrers, Mediziners, Richters und Naturforschers. Sie bildeten gleichsam die intellektuelle Schicht des keltischen Gesellschaftssytems. Von den antiken Quellen und überlieferten Mythen keltischen Ursprungs wissen wir über deren Vormachtstellung auch gegenüber der Oberschicht der Fürsten.
Viele wichtige Ämter wurden zum Beispiel bei den Aeduern (Haeduern) gewählt, weswegen man sagen dann das es auch in der Keltischen Tradition Züge von Demokratie beziehungsweise Republik gibt.
Obwohl Frauen in hohem Ansehen standen und alle hohen Ränge einnehmen konnten, war die keltische Gesellschaft insgesamt patriarchal organisiert. Die bekannteste keltische Kriegerin war Boudicca, Anführerin der Icener (Britannien), die im Aufstand gegen die römische Besatzung im Jahre 61 n. Chr., sowie Cartismandua, Königin der Briganten, die 77 n. Chr. von Agricola besiegt wurde.
So genannte Fürstengräber zeigen in den Grabstätten männlicher Toter meist reichere Grabbeigaben, wobei allerdings in den letzten bekannten – ausgesprochen reichen – "Fürsten"gräbern des 4. Jahrhundert ausschließlich Frauen bestattet wurden.
Allerdings sind die Unterschiede zwischen den Geschlechtern in einfacheren Gräbern geringer; die Annahme ist, dass Frauen im Allgemeinen keine Waffen mit ins Grab bekamen.
Siehe auch:
- Keltenfürst vom Glauberg und Fürstengräber
- Hügelgrab bei Thomm (Fürstengrab)
Religion
Thomm]
Über die Religion der Kelten ist nur sehr wenig bekannt. Hauptgründe dafür sind die geringe Verbreitung bzw. Nutzung von Schrift sowie die Tradition der mündlichen Überlieferung des Druidentums, welches bei den Kelten einen hohen Stellenwert einnahm.
Zentral in der keltischen Religion und Mythologie waren – nach Caesar – die Druiden, der keltische Priesterstand. Um das Druidentum ohne moderne (verstellende) Esoterik zu beschreiben, soll hier der Originaltext verwendet werden. Caesar schreibt u. a.: „Den Druiden obliegen die Angelegenheiten des Kultus, sie richten die öffentlichen und privaten Opfer aus und interpretieren die religiösen Vorschriften. Eine große Zahl von jungen Männern sammelt sich bei ihnen zum Unterricht, und sie stehen bei den Galliern in großen Ehren.“ (Caesar: De bello gallico, VI, 13). Überhaupt bescheinigte Caesar den Kelten eine tiefe Religiosität (Caesar, De bello gallico, VI, 16)).
Nach der üblichen Interpretatio Romana glichen die Römer die keltischen Götter und Kulte den eigenen an. Das heißt, dass den keltischen Göttern, je nach ihrer „Zuständigkeit“ römische Interpretationen und Götternamen gleichgeordnet wurden. Teutates (u.a.) wurde z. B. Merkur, Cernunnos Iupiter, Grannus dem Apollo und Lenus dem Mars gleich geordnet, usw. Durch die unterschiedlichen religiösen Vorstellungen konnten diese Interpretationen zuweilen von den römischen "Patengöttern" abweichen, wodurch dieselben römischen Götter in unterschiedlichen Regionen mit verschiedenen keltischen Beinamen erscheinen.
Die Ausbildung zum Druiden dauerte lange, nach Caesar gelegentlich bis zu zwanzig Jahre: „Die Druiden nehmen in der Regel nicht am Krieg teil und zahlen auch nicht wie die Übrigen Steuern. [...] Diese großen Vergünstigungen veranlassen viele, sich aus freien Stücken in ihre Lehre einweihen zu lassen, oder ihre Eltern und Verwandte schicken sie zu den Druiden. Wie es heißt, lernen sie dort eine große Zahl von Versen auswendig. Daher bleiben einige 20 Jahre lang im Unterricht.“ (Caesar, De bello gallico, VI, 14)
Neben ihren priesterlichen Funktionen hatten die Druiden aber auch durchaus weltliche Pflichten und Privilegien. Die Druiden legten auch die Strafen fest, laut Caesar (VII 33,3) war die Exkommunikation (d. h. der Ausschluss von den Opferbräuchen) die schwerste der denkbaren Strafen.
Die Druiden wären für ihre Gerechtigkeit bekannt, rühmte Strabon (IV, 4,4).
In Wales, welches jedoch nur eingeschränkt als "keltisch" bezeichnet werden kann, soll es auch weibliche Druiden gegeben haben. Diese Angaben stammen aber aus wesentlich jüngeren Quellen. (Solin)
Anmerkung: Bei Fragen der „keltischen Religion“ ist bei modernen Veröffentlichungen (wenn sie nicht archäologisch ausgerichtet sind) große Vorsicht geboten, da moderne esoterische Bewegungen sich allzu gern mit dem Prädikat „keltisch“ schmücken, ohne dass irgendwelche tatsächlichen „keltischen“ Bezüge bestehen. Eine Religion ohne schriftliche Tradition ist gut auszunutzen. Man kann quasi „alles“ hinein interpretieren, was leider auch allzu oft getan wird.
Siehe auch: Keltische Kirche
Kunst und Kultur
Sprache
Die keltischen Sprachen werden von der Sprachwissenschaft der westlichen Gruppe der indogermanischen Sprachen zugerechnet. Keltische Sprachen werden heute noch in Wales (walisisch) sowie in Resten in Irland (irisch; dort ist es seit 1922 offiziell erste Amtssprache, neben dem Englischen), in Schottland (schottisch-gälisch in den Highlands) und in der Bretagne (bretonisch; wurde von Auswanderern von den britischen Inseln im 5. Jahrhundert auf den Kontinent gebracht) gesprochen. Das Manx auf der Isle of Man starb in den 70er Jahren aus, das Kornische in Cornwall bereits im 18. Jahrhundert. Es gibt aber in jüngster Zeit Bestrebungen, Manx und das Kornische wieder zu einer lebendigen Umgangssprache zu machen.
Auf der Iberischen Halbinsel wurde Keltiberisch gesprochen, was bei der Romanisierung unterging.
Darstellende Kunst
Als uneingeschränkt "keltisch", d. h. auf die historisch belegten Kelten zurückzuführen, sind die Kunststile der La-Tène-Zeit, deren Erforschung besonders mit den Namen der beiden Archäologen Paul Jacobsthal und Otto-Herman Frey verbunden ist. Sie entwickelten sich ab Beginn des 5. Jahrhunderts v. Chr. aus mediterranen Vorbildern, die von den keltischen Kunstschaffenden relativ frei interpretiert, zerlegt und zu einem ganz eigenen Form- und Kunstausdruck synthetisiert wurden. Ein gewisser Einfluss der Kimmerer und Skythen könnte bestanden haben, wobei die deutlichsten Vorbilder aber in der orientalisierenden Kunst der Griechen und Etrusker zu finden sind, die ihrerseits Vorbilder im Orient, z. B. dem Iran gehabt zu haben scheinen.
Siehe auch: Keltische Kunst, Keltische Muster
Literatur
Die Literatur und Mythologie der eisenzeitlichen Kelten ist unbekannt. Es wird gelegentlich – nur selten von archäologischer Seite – die These vertreten, dass Reste festlandkeltischer Überlieferungen in die britischen Erzählungen des frühen und hohen Mittelalters eingegangen sein könnten, darunter vielleicht auch Teile der Artussage, die aber vermutlich ihren Kern erst in spätkeltischer, frühchristlicher Zeit hat, als die Randzonen des Römischen Reiches in Bewegung gerieten.
Von den Inselkelten sind Mythen in verschieden Zyklen überliefert, dem Fionn- Zyklus (handelt von dem irischen Helden Finn), dem Ulster- Zyklus (in erster Linie von der Geschichte zwei kämpfender Stiere), den vier Zweigen des Mabinogi (von Pwylls Lebensgeschichte) und der mythologische Zyklus.
Musik
Keltische Musik ist zwar durch Texte griechischer Schriftsteller belegt, ihre Art, Harmonie und Klang usw. ist jedoch verloren gegangen. Von archäologischen Funden und von Darstellungen auf römischen Reliefs kennt man das Aussehen der "Carnyx", einer Art Trompete. Verschiedene keltische Münzen zeigen Darstellungen von Saiteninstrumenten, die den antiken griechischen Instrumenten "Lyra" und "Kythara" ähneln. Die Statue eines Mannes mit einem derartigen Saiteninstrument in den Händen wurde 1988 bei archäologischen Grabungen in der keltischen Festung von Paule-Saint-Symphorien in der Bretagne gefunden.
Die heute als "keltisch" bezeichnete Musik wurde erst ab dem 17. Jahrhundert niedergeschrieben und bezeichnete die traditionelle Musik Irlands, Schottlands und der Bretagne.
Die gallischen Stämme, zusammenfassend unter Gallier geführt, besiedelten das heutige Frankreich, Teile der Schweiz, Luxemburg, das südöstliche Belgien, das Saarland und Teile des linksrheinischen Rheinland-Pfalz sowie Teile Hessens.
Dabei werden die nördlichen Stämme bei Caesar als Belger bezeichnet, wobei insbesondere Gebiete im heutigen Belgien sowie in der Eifel hier in Frage kommen.
Im heutigen Frankreich und in den angrenzenden Gebieten Belgiens und Deutschlands waren es insbesondere die Allobroger (Savoyen und Dauphiné), die Ambianer (bei Amiens), die Arverner (Auvergne), die Bituriger (bei Bourges), die Cenomanen (Seine-Loire-Gebiet, sowie teilweise in Norditalien), die Eburonen (Eifel, Ardennen), die Häduer (Bourgogne, um Autun und Mont Beuvray (Bibracte)), die Mediomatriker (Region um Metz, Teile des Saarlandes), die Menapier, die Moriner, die Parisier (Zentralbritannien und Gallien/Paris?), die Senonen (bei Sens, sowie in Norditalien), die Sequaner, die Remer, die Treverer (im Moselraum, ab der Maas über Trier bis zum Rhein), die Veneter (an der Loire-Mündung), die Viromanduer (bei Vermandois) und eine Reihe anderer Stämme, die bei Caesar genannt wurden.
In Bayern, Baden-Württemberg und der heutigen Schweiz fand sich die Gruppe der Helvetier, u. a. mit den Gauen der Tiguriner und Toygener, außerdem der Stamm der Vindeliker im heutigen Oberbayern und Bayrisch Schwaben (Augsburg = Augusta Vindelicorum als römische Stadt: Hauptort der Vindeliker) und um Manching sowie die Boier in Ober- und Niederbayern. Die Noriker in Oberbayern, südlich des Inns, und in Österreich, die Likater um den Lech in Oberbayern und Schwaben.
Im Süden des gallischen Gebietes, in Norditalien, saßen die Insubrer; im Norden die Nervier und Belger, die teilweise auch bis Britannien vorzufinden waren.
In Nordspanien die Gallicier und die Asturen, im heutigen Portugal die Lusitaner.
Rezeptionsgeschichte
Politik
Die Berufung auf die Kelten in Frankreich, aber auch in Irland, Wales, Schottland und der Bretagne zeigt, wie in der Neuzeit versucht wird, die Vergangenheit als traditionsstiftend für moderne Nationen zu nutzen. Dabei wird die historische Realität nicht selten verfälscht.
Briefmarken
Das deutsche Sonderpostwertzeichen „Keltenfürst vom Glauberg“ (144 Ct., Auflage: 17 Millionen, Grafiker: Werner Schmidt, Frankfurt am Main) aus der Serie "Archäologie in Deutschland" wurde am 7. Januar 2005 durch den parlamentarischen Staatssekretär im Bundesministerium der Finanzen Karl Diller (MdB) in Büdingen vorgestellt.
Comics
- Die Asterix-Geschichten handeln ausschließlich von dem Konflikt der Gallier mit den Römern.
Literatur
Quellentexte
- Gaius Julius Caesar, Der Gallische Krieg
Allgemeine Literatur
- Helmut Birkhan: Kelten. Versuch einer Gesamtdarstellung ihrer Kultur. 2. Auflage. Wien 1997, ISBN 3-7001-2609-3.
- Barry Cunliffe: Die Kelten und ihre Geschichte München 2004, ISBN 3-7857-0506-9
- M. Dillon / N.K. Chadwick: Die Kelten. Von der Vorgeschichte bis zum Normanneneinfall. Zürich 1966
- Janine Fries-Knoblach: Die Kelten. 3000 Jahre europäischer Kultur und Geschichte. Stuttgart 2002, ISBN 3-17-015921-6.
- John Haywood: Die Zeit der Kelten – Ein Atlas. Frankfurt, Zweitausendeins 2003, ISBN 3-86150-431-6.
- P. Barford, Celts in Central Europe and beyond- Arch. Polona 29, 1991, 79-98
- Raimund Karl: Einführung in die kulturwissenschaftliche Keltologie. [http://ausgegraben.org/index.php?module=Static_Docs&func=view&f=Skripten%2FKulturwissenschaftliche+Keltologie%2FSkriptum.pdf PDF-File (7 MB, 239 Seiten)]
- Martin Kuckenburg: Die Kelten in Mitteleuropa. Stuttgart 2004, ISBN 3-8062-1593-6.
- Bernhard Maier: Lexikon der keltischen Religion und Kultur Stuttgart 1994, ISBN 3-520-46601-5
- Stefan Zimmer (Hrsg.): Die Kelten. Mythos und Wirklichkeit. Stuttgart 2004, ISBN 3-8062-1908-7.
- Sabine Rieckhoff und Jörg Biel: Die Kelten in Deutschland. Stuttgart 2001, ISBN 3-8062-1367-4.
- Anne Ross: Pagan Celtic Britain. London 1974, ISBN 0-351-18051-6
Siehe auch
- Liste der keltischen Stämme
- Liste keltischer Götter und Sagengestalten
- Der Keltenerlebnisweg
Sprachversion des Artikels
http://commons.wikimedia.org/wiki/Image:Wikipediakelten.ogg
Weblinks
- http://www.keltenfuerst.de Archäologischer Park am Glauberg
- http://kelten.piranho.at
- http://www.hallstattzeit.de
- http://www.geschichte-schweiz.ch/helvetier.html
- http://ausgegraben.org Webpublikationen mit vielen Arbeiten von keltologischem Interesse
- http://www.kriegsreisende.de/antike/kelten.htm Die Kelten als Eroberer und Söldner in der Antike
- http://www.fuerstensitze.de Frühe Zentralisierungs- und Urbanisierungsprozesse
- http://hassiaceltica.de Das keltische Hessen
- http://www.antikefan.de/kulturen/kelten.html Keltische Kultur
- http://www.gabreta.de
Keltologie
- [http://www.univie.ac.at/keltologie/ Keltologie an der Universität Wien]
- [http://www.uni-marburg.de/ios/sprachwissenschaft/ Keltologie an der Universität Marburg]
- [http://www.keltologie.uni-bonn.de/ Keltologie an der Universität Bonn]
- [http://archaeologieforum.at/forum/index.php?showforum=83 Fachforum Keltologie im archaeologieforum.at] Hier trifft man die ExpertInnen.
- [http://www.keltologie.org/ Deutschsprachiges Diskussionsforum zur wissenschaftlichen Keltologie.](keltologie.org)
- [http://www.keltenmuseum.at]
Museen und Grabungen
- [http://www.latenium.ch/www.latenium_d.ch/welcome_d.html Das Laténium - Museum für die La Tène-Kultur]
- http://geschichte.surfbrett.at/kelten/kelten.ausstellung/frame2.html Ausstellung: Kelten in Mähren
- http://www.heuneburg.de
- http://www.nhm-wien.ac.at/NHM/Prehist/Holzer/Sandberg/ Forschungsprojekt und Grabungsberichte "Fürstensitz Keltenstadt" über die vermutlich größte Keltensiedlung Österreichs
- [http://www.landschaftsmuseum.de/Seiten/lexikon/latenezeit.htm Archäologie im Landschaftsmuseum Obermain] Archäologisches Lexikon: Die Latenèzeit (kurzer Überblick)
- [http://www.keltenmuseum.de Keltenfürst von Hochdorf]
- [http://www.museum-manching.de Keltenmuseum Manching]
- [http://www.kulturpark-online.de/ Europäischer Kulturpark Bliesbruck - Reinheim]
- http://www.theiss.de/AiD/2002/6/thema3.php Artikel zu Ausgrabungen an der Schmidener Viereckschanze
- http://www.kelten-digital.de Württembergisches Landesmuseum Stuttgart
- http://www.glauberg.de/ Archäologischer Park Glauberg e.V.
- http://www.keltenmuseum.at Hier werden die keltischen Salzfürsten vom Dürrnberg bei Hallein präsentiert
!
Kategorie:Archäologie
als:Kelten
ja:ケルト人
ms:Celt
Hopfen
Hopfen (botanisch Humulus) ist eine Pflanzengattung aus der Familie der Hanfgewächse, seine Wirkstoffe sind psychoaktiv. Er enthält unter anderem Phytoöstrogene, also Wirkstoffe, die dem Östrogen ähnlich sind und bei Wechseljahresbeschwerden helfen sollen. Allgemein gilt Hopfen als beruhigend. Verwendung findet Hopfen aber hauptsächlich bei der Bierherstellung.
Bier
Alle Arten von Hopfen sind Kletterpflanzen. Die hiesigen Pflanzen sind mehrjährig und können bis zu fünfzig Jahre alt werden. Der japanische Hopfen ist einjährig. Die Pflanze windet sich im Uhrzeigersinn und wächst bis zu dreißig Zentimeter in 24 Stunden.
Die Hauptanbaugebiete für Hopfen in Deutschland (25% des Weltanbaues!) finden sich in der Hallertau und um Tettnang.
Die Gattung enthält die Arten:
- Echter Hopfen (bot. Humulus lupulus L.), die beim Bierbrauen benutzt wird, und
- Japanischer Hopfen (bot. Humulus scandens (Lour.) Merr.), welcher sich mit Hanf (Cannabis Sativa) kreuzen lässt.
Anbaugebiete
In Deutschland gibt es sechs Hopfenanbaugebiete. Die Zahlen geben den Anteil am deutschen Gesamtertrag (Stand 1996) an:
- Hallertau, 84,4% (Bayern)
- Tettnang, 6,2% (Baden-Württemberg)
- Elbe-Saale, 6,2% (Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt)
- Spalt, 2,7% (Bayern)
- Hersbruck, 0,4% (Bayern)
- Baden-Bitburg-Rheinpfalz, 0,1%
Das bedeutendste Hopfenanbaugebiet in Tschechien ist Saaz (Žatec), weitere sind Auscha (Ustek) und Dauba (Duba).
Weblinks
- [http://www.beerweb.de/bierundwir/brauen/hopfen/pflanze.htm Umfangreiche Informationen zur Pflanze Hopfen]
- [http://www.br-online.de/umwelt-gesundheit/thema/hopfen/index.xml Infos zum Hopfen auf BR-Online]
Kategorie:Bedecktsamer
Kategorie:Heilpflanze
Kategorie:Psychoaktive Substanz
ja:ホップ
Bexley
London Borough of Bexley ist ein Stadtbezirk von London und liegt im Osten der Stadt. Bei der Gründung von Greater London im Jahr 1965 wurde er aus folgenden Gemeinden der Grafschaft Kent gebildet: Bexley, Crayford, Erith und Sidcup. Partnerstadt ist Arnsberg.
Der Bezirk ist 60,56 km² groß und hatte im Jahre 2002 218.762 Einwohner. Die Bevölkerung setzt sich zusammen aus 91,4% Weißen, 3,4% Südasiaten und 2,9% Schwarzen.
Stadtteile
Weblinks
- [http://www.bexley.gov.uk Bexley Borough Council] (Bezirksverwaltung)
Bexley
Kohle
Kohle ist ein schwarzes oder bräunlich-schwarzes, festes Sedimentgestein, das durch Carbonisierung von Pflanzenresten (Inkohlung) entstand und zu mehr als 50 Prozent des Gewichtes und mehr als 70 Prozent des Volumens aus Kohlenstoff besteht. Es wird auch "Schwarzes Gold" genannt.
Kohle ist ein Energieträger und wird vom Menschen als fossiler Brennstoff verwendet.
Entstehung
Das Ausgangsmaterial von Kohle ist hauptsächlich pflanzlichen Ursprungs wie beispielsweise Farnen (Baumfarne). Beim Absterben versanken diese Pflanzen im Sumpf. Unter diesen Bedingungen kommt kein Sauerstoff an die Pflanzen und es kann keine Zersetzung durch aerobe Bakterien stattfinden. Es entstand Torf.
Bei Meereseinbrüchen wurden diese Sümpfe mit Sedimenten bedeckt. Unter dem wachsenden Druck und erhöhter Temperatur begann der Prozess der Inkohlung. Der Druck presste das Wasser aus dem Torf und es entstand zuerst Braunkohle (der geringe Druck presste nur wenig Wasser aus der Kohle), mit mehr Überlagerungen steigerte sich jedoch der Druck, immer mehr Wasser wurde aus der Kohle heraus gepresst und nach und nach wurde aus der Braunkohle Steinkohle und mit nochmals mehr Druck Anthrazit.
Die Qualität der Kohle tief unter der Erde ist besser, weil hier, bedingt durch den hohen Druck der Überlagerungen, der Wassergehalt niedriger ist als an der Oberfläche.
Insbesondere während des Karbons (vor etwa 280 bis 345 Millionen Jahren) entstanden mächtige Kohlelagerstätten, die heute zu den weltweit wichtigsten Energielieferanten zählen.
Verwendungszweck
Kohle wird überwiegend als fester Brennstoff benutzt, um Wärme durch Verbrennung zu erzeugen.
Dabei entstehen Kohlendioxid, Wasserdampf und andere Gase wie Schwefeldioxid.
Um elektrische Energie zu erzeugen, wird mittels der Wärme Wasserdampf erzeugt, der wiederum Turbinen antreibt.
Um zu vergleichen, welche Energiemenge mit welcher Kohle gewonnen werden kann, bedient man sich meist der Steinkohleeinheit.
Ungefähr 50% des derzeitigen Strombedarfes in Deutschland wird durch Kohle gedeckt, Steinkohle und Braunkohle sind dabei in etwa gleich stark vertreten.
Die derzeit bekannten Lagerstätten, die mit der heutigen Technologie erschlossen werden können, reichen für mindestens 300 Jahre.
Moderne Kohlekraftwerke setzen eine Vielzahl von Techniken ein, um die Schädlichkeit der Abfallprodukte zu beschränken und gleichzeitig die Effizienz des Verbrennungsprozesses zu steigern. In einigen Ländern sind diese Techniken allerdings nicht weit verbreitet, zumal sie die Investitionskosten des Kraftwerks erhöhen.
Ein nicht unbeträchtlicher Teil der Kohle wird nach ihrer Verkokung (siehe auch Koks) zur Reduktion von Erzen, hauptsächlich Eisenerz, in Hochöfen verwendet.
Ab dem 19. Jahrhundert fand die Kohle auch Verwendung zur Herstellung von Stadtgas, welches für die Straßenbeleuchtung und das Kochen sowie Heizen verwendet wurde. In Gaswerken gewann man das Stadtgas durch die Trockendestillation aus der Kohle - ein Nebenprodukt war der Koks. Im 20. Jahrhundert wurde das Stadtgas weitgehend durch das Erdgas ersetzt.
Im 18. Jahrhundert wurde Braunkohle unter dem Namen Umber oder Cöllnische Erde als Farbpigment verwendet.
Umweltproblematik
Umber
Bei der Verfeuerung von Kohle entsteht sehr viel klimaschädliches CO2. Insbesondere Braunkohlekraftwerke mit ihrem vergleichsweise niedrigen Wirkungsgrad stoßen sehr viel davon aus. Die CO2-Freisetzung ist prinzipbedingt und kann nicht verhindert werden, sondern nur durch einen besseren Wirkungsgrad der Kraftwerke und dadurch geringeren Kohleverbrauch in Maßen reduziert werden.
Das Schwefeldioxid, das vor allem bei der Verbrennung von Braunkohle entsteht, ist mitverantwortlich für den Sauren Regen. Bei modernen Stein- und Braunkohlenkraftwerken werden die Abgase in Rauchgasentschwefelungsanlagen (siehe auch REA, REA-Gips) von Schwefeldioxid, durch katalytische (SCR) oder nichtkatalytische (SNCR) Entstickung von Stickoxiden und in elektrischen Abscheidern von Staub gereinigt.
Bei der Gewinnung von Braunkohle im Tagebau können ähnlich wie bei weiten, trockenen Äckern in der Landwirtschaft große Staubmengen entstehen. Daher ist der Einsatz von effizienter Staubbekämpfungstechnik unerlässlich. Außerdem gibt es einen immensen Flächenverbrauch. Um Lagerstätten möglichst vollständig hereingewinnen zu können, werden bisweilen sogar ganze Dörfer verlegt.
Ein weiterer Aspekt ist die Absenkung des Grundwasserspiegels auf ein Niveau unterhalb der tiefsten Fördersohle im Braunkohlentagebau. Dies geschieht mit Tauchpumpen in extra dafür geschaffenen Brunnen. Eine Absenkung des Grundwasserspiegels kann negative Auswirkungen auf die Flora haben, da obere Bodenschichten trockenfallen können. Auch führt die Absenkung zu einem Trockenfallen nahegelegener Brunnen, die ihr Wasser aus dem betroffenen Grundwasserleiter beziehen.
Unterteilungen
Grundwasserleiter
Braunkohle
Braunkohle ist die minderwertige Kohle und wird fast ausschließlich als Brennstoff für die Stromerzeugung genutzt.
Sie ist bräunlich-schwarz und hat einen hohen Feuchtigkeitsanteil, teilweise bis zu 50 Prozent.
Ihr Kohlenstoffgehalt liegt bei 65-70 % in der wasserfreien Kohle. Der Schwefelgehalt beträgt bis zu 3%.
Sie wird vor allem im Tagebau abgebaut.
- Abbaustätten
In Deutschland gibt es drei große Braunkohle-Reviere, die Niederrheinische Bucht, das Mitteldeutsche (siehe auch: Mitteldeutsche Straße der Braunkohle) und das Lausitzer Revier
Bitterfeld Revier/Mitteldeutscher Revier((Halle-Leipzig-Bitterfeld))
Entstehungszeit der Braunkohle ist das Tertiär. Wie bei der Steinkohle spielt auch hier das Holz abgestorbener Bäume eine Rolle, welches unter Druck und Luftabschluss den Prozess der Inkohlung durchlief. Jedoch ist Braunkohle in einem jüngeren Erdzeitalter entstanden, deswegen unterscheidet sie sich qualitativ von der Steinkohle zum Beispiel durch einen höheren Schwefelgehalt und einer groben, lockeren und porösen Grundmasse, in der auch große Einschlüsse (mitunter ganze Baumstämme) zu finden sind.
Bei der Braunkohle unterscheidet man die Glanzbraunkohle, Mattbraunkohle und
die Weichbraunkohle. Die Sorten mit einem hohen Anteil flüchtiger Bestandteile lassen sich in einer Kokerei zu Koks verarbeiten. Je nach Stärke des Verfahrens erhält man Schwel- oder Grudekoks
Huflattich ist laut des Heilpflanzenbuches von Gerhard Madaus von 1938 die einzige Pflanze, die problemlos auf reiner Braunkohle gedeihen kann.
Bei der Braunkohlenverfeuerung fällt als Nebenprodukt Braunkohlenflugasche an.
Siehe auch: Liste deutscher Tagebaue für eine Auflistung der deutschen Gebiete, in denen Braunkohle gefördert wird.
Steinkohle
Steinkohle ist ein Sammelbegriff für höherwertige Kohlen.
Entstehungszeit der Steinkohle ist das Karbon. Entstanden ist sie aus großen Urwaldbeständen, die im Prozess des Absterbens große Mengen Biomasse anhäuften, ähnlich wie in einem Torfmoor zur heutigen Zeit. Diese Ablagerungen wurden teilweise in regelmäßigen Abständen (deswegen gibt es im Steinkohlebergbau meist mehrere Flöze) durch andere Sedimente wie Tone und Sand/Sandsteine abgedeckt. Dadurch wurde das organische Ausgangsmaterial unter Luftabschluss und hohen Drücken und Temperaturen solange verdichtet und umgewandelt, bis ein fester Verbund aus Kohlenstoff, Wasser und unbrennbaren Einschlüssen in Form von Asche entstand. Diesen Prozess nennt man Inkohlung. Steinkohle zeichnet sich durch eine schwarze, feste Grundmasse aus, in welcher mitunter Einschlüsse und Abdrücke prähistorischer Pflanzen zu finden sind.
- Abbau- / Lagerstätten:
Ruhrgebiet
Aachener Steinkohlenrevier
Saarland
Ibbenbüren (Antrazitkohle)
Der Abbau von Steinkohle erfolgt in Deutschland in Tiefen (Teufe) von ca. 800-1750m. In den USA z.B. kann Steinkohle im Tagebau in Tiefen von 0-70m gewonnen werden. Daher ist diese Kohle in der Produktion viel billiger und kommt auch in Deutschen Kraftwerken häufiger zum Einsatz als heimische Kohle. Damit in Deutschland nicht ausschließlich Kohle aus dem Ausland verstromt wird, existiert die Steinkohlesubvention.
Ruhrkohlen werden nach dem Gehalt an Flüchtigen Bestandteilen (F.B.), bezogen auf die wasser- und aschefreie Kohle (abgekürzt: waf), in folgende Kohlenarten eingeteilt:
Gasflammkohlen [> 35 % F.B. (waf)], Gaskohlen [35 - 30 % F.B. (waf)], Fettkohlen [30 - 20 % F.B. (waf)], Esskohlen [20 - 14 % F.B. (waf)], Magerkohlen [14 - 10 % F.B. (waf)], Anthrazit [< 10 % F.B. (waf)].
Fettkohle
Fettkohle ist eine dichte Kohle, für gewöhnlich schwarz, manchmal dunkelbraun, oft mit gut erkennbaren hellen und matten Streifen und wird überwiegend als Brennstoff in der Energieerzeugung genutzt. Ein großer Teil wird auch zur Erzeugung von Wärme in der Industrie oder zur Gewinnung von Koks eingesetzt. Fettkohle ist die häufigste Kohlenart im Ruhrgebiet.
Ihr Feuchtigkeitsgehalt liegt für gewöhnlich unter 20 Prozent. Ihr Kohlenstoffgehalt liegt bei ~88 % in der wasserfreien Kohle. Der Schwefelgehalt beträgt bis zu 1%. Ein weiteres Kennzeichen der Fettkohle ist ihr hoher Anteil an flüchtigen Bestandteilen. Deshalb verbrennt Fettkohle mit einer langen, leuchtenden und stark rußenden Flamme.
Anthrazitkohle
Am anderen Spektrum der Kohlensorten hinsichtlich des Gehaltes an flüchtigen Bestandteilen befindet sich der Anthrazit als die höchstwertige Kohlesorte. Er wird überwiegend zur privaten und gewerblichen Raumheizung genutzt. Diese Kohlensorte besitzt eine ungewöhnlich große Härte. Der Feuchtigkeitsgehalt von frisch abgebautem Anthrazit ist gewöhnlich unter 15 Prozent. Ihr Kohlenstoffgehalt liegt über 91 % in der wasser- und aschefreien Kohle. Der Schwefelgehalt beträgt bis zu 1%. Im Anthrazit sind nur geringe flüchtige Bestandteile gebunden. Deshalb verbrennt diese Kohleart mit einer sehr kurzen und heißen Flamme von bläulicher Farbe. Ruß und sichtbare Rauchgase entstehen nur wenig bei diesem Brennstoff. Die Farbe von Anthrazit ist ein metallisch glänzendes dunkles Grau, woher dieser Brennstoff auch seinen Namen hat (Anthrazit griech. Glanzkohle).
Koks
Der Koks ist ein fester, kohlenstoffhaltiger Rückstand, der aus asch- und schwefelarmer Fettkohle gewonnen wird. Dabei werden in Kokereien ihre flüchtigen Bestandteile entfernt, indem sie in einem Ofen unter Luftausschluss bei mehr als 1400 °C erhitzt wird, so dass der feste Kohlenstoff und die verbleibende Asche verschmelzen. Dieser Prozess, die Verkokung, gehört zu den Verfahren der Kohleveredelung. Koks brennt mit einer nahezu unsichtbaren blauen Flamme. Es entstehen dabei keinerlei Ruß oder sichtbares Rauchgas. Koks wird als Brennstoff und als Reduktionsmittel bei der Eisenproduktion in Hochöfen eingesetzt. Er hat eine stumpf-graue Farbe und ist dabei hart und porös.
Bei der Koks-Herstellung fällt als Nebenprodukt Steinkohlenteer an.
Weitere Formen der Steinkohle sind in der Reihenfolge abnehmender flüchtiger Bestandteile Gaskohle, Gasflammkohle, Flammkohle, Esskohle, Magerkohle und als Sonderform Faulschlammkohle.
Kohle wurde bis 1963 insbesondere in England in Chaldron gemessen.
Öl aus Kohle
Steinkohle ist auch zur Erzeugung von unkonventionellem Erdöl geeignet. Wenn die Erdölreserven knapp werden, kann auf dieses Verfahren zurückgegriffen werden.
Siehe auch
- Kohle/Tabellen und Grafiken
Weblinks
- http://www.gvst.de
- http://www.lausitzer-bergbau.de
- [http://www.bergschaeden.info Bergbaureviere in Deutschland]
- [http://www.steinkohle-portal.de Steinkohleportal]
- [http://www.deutsche-steinkohle.de Steinkohlen-Bergbau in Deutschland]
- [http://www.getec.info Braunkohle, Braunkohlenstaub]
- [http://www.energie-fakten.de/wirkungsgrade.html Wie haben sich die Wirkungsgrade der Kohlekraftwerke entwickelt und was ist künftig zu erwarten?]
- [http://www.wiener-gasometer.at/de/technik/gas/index.html Gewinnung von Stadtgas aus Kohle, Trockendestillation von Kohle]
- [http://www.wisoveg.de/rheinbraun/norsdsued.html Die rheinische Braunkohle]
Kategorie:Gestein
Kategorie:Brennstoff
Kategorie:Stoffgemisch
Kategorie:Bergbau
ja:石炭
Ärmelkanal
Der Ärmelkanal (englisch The English Channel, französisch La Manche) verbindet die Nordsee über die Straße von Dover mit dem Atlantik. Er liegt zwischen Frankreich im Süden und Großbritannien im Norden. Im Kanal liegen die britischen Kanalinseln und die Insel Wight. Der größte Fluss, der in den Kanal mündet, ist die Seine. Bekannte Städte am Kanal sind Le Havre (Frankreich), Southampton und Plymouth (beide Großbritannien).
Deutung des Namens
Der Kanal hat die Form eines sich verengenden Ärmels. Seine Form verringert sich von West nach Ost. Im Westen hat er eine Breite von 180 km - bei Dover eine Breite von nur noch 34 km.
Geschichte
Etwa 6000 Jahre vor Christus ist der Ärmelkanal entstanden. Bis dahin war England zu Fuß vom europäischen Kontinent aus erreichbar.
Tunnelprojekt der Kanalgesellschaft
Im Jahr 1875 begann die Kanalgesellschaft bei Sangatte mit einem Tunnelbau.
In England wurde zeitgleich bei Abbotscliff mit Kanalarbeiten begonnen.
Bis 1882 wurden auf beiden Seiten jeweils ca. 1.800 m Tunnel gebaut.
Da England eine spätere Invasion durch die Franzosen fürchtete, wurden die Arbeiten um 1882 eingestellt.
Eurotunnel
Durch den Eurotunnel besteht seit 1994 Anschluss Großbritanniens an das Eisenbahnnetz des europäischen Kontinents. Wichtige Fährverbindungen sind von Dover nach Calais, von Cherbourg nach Portsmouth und von Vlissingen nach Sheerness.
Schiffsverkehr
Aufgrund des mit täglich 400 - 500 Schiffen hohen Verkehrsaufkommens kommt es immer wieder zu Kollisionen:
- Der elf Jahre alte Flüssiggastanker „Ievoli Sun“ sinkt am 31. Oktober 2000 mit 6000 Tonnen giftigen Chemikalien und liegt seitdem in 70 Meter Tiefe. Teile der biologisch abbaubaren Chemikalien sind in den folgenden Tagen ausgelaufen.
- Der 15 Jahre alte Autotransporter „Tricolor“ sinkt nach einer Kollision am 14. Dezember 2002 mit 2871 Luxuswagen an Bord. In der Folge kollidieren weitere Schiffe mit dem Wrack, das bei Niedrigwasser nur knapp aus dem Wasser ragte. Es dauerte fast zwei Jahre, das Wrack in neun Teile zu zersägen und abzutransportieren.
Glücklicherweise sind bisher gravierende Umweltschäden durch einen großen Tankerunfall nicht eingetreten.
Trivia
- In der Seefahrt ist der Name „Ärmelkanal“ ungebräuchlich; stattdessen spricht man vom „Englischen Kanal“.
- Erstmals durchschwommen wurde der Ärmelkanal am 24. und 25. August 1875 von dem Engländer Matthew Webb. Er benötigte für die Strecke von Dover nach Calais 21:45 Stunden und legte dabei 73 Kilometer zurück.
- Die erste Frau, die dies vollbrachte, war 1926 die US-Amerikanerin Gertrude Ederle.
- Die erste Engländerin, die den Kanal durchschwamm, war im Jahr darauf die Sekretärin Mercedes Gleitze. Nach einem umstrittenen ersten Versuch gelang ihr beim zweiten Mal die Überquerung in 15 Stunden und 15 Minuten. Sie trug die erste wasserdichte Armbanduhr am Handgelenk: Ein PR-Trick von Hans Wilsdorf, dem Gründer der Firma Rolex.
- Die erste Überquerung des Kanals mit einem Gasballon gelang Jean-Pierre Blanchard (F) und John Jeffries (USA) am 7. Januar 1785, bereits zwei Jahre nach den ersten Ballonflügen durch die Gebrüder Montgolfier.
- Louis Blériot überflog im Jahr 1909 als erster Mensch mit Hilfe seines Eindeckers den Ärmelkanal.
- Das erste Telefongespräch zwischen Paris und London fand am 18. März 1891 mit Hilfe eines durch den Ärmelkanal verlegten Nachrichtenkabels statt.
Siehe auch: HGÜ Cross-Channel, Alabasterküste, Kanalschwimmen
Aermelkanal
Aermelkanal
Aermelkanal
ja:イギリス海峡
ko:영국 해협
Frankreich
Frankreich (franz.: La France) ist ein | | |