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| Kind Of Blue |
Kind of BlueKind of Blue ist Miles Davis' achtes Studio-Album. Es erschien 1959 und gilt als Meilenstein in der Geschichte des Jazz. Das Album ist rein instrumental.
Die auf dem Album zu hörenden Musikrichtungen variieren zwischen Modalem Jazz, Instrumental Jazz und Cool Jazz. Es sind sogar Elemente von Rock oder Pop zu finden.
Gerade die Soli auf dem Album sind sehr neuartig in der Jazz-Szene gewesen, da die damaligen Jazz-Soli mit sehr vielen und schnellen Tönen gespielt wurden. Die Soli auf Kind of Blue sind allerdings deutlich langsamer mit lang gezogenen Tönen was vor allem durch den damals noch recht neuen modalen Jazz ermöglicht wird. Während sich etwa beim Bepob nach fast jedem Takt die Harmonie und damit die Skale für den Instrumentalisten ändert wird im modalen Jazz durchaus über 16 oder sogar noch mehr Takte sie selbe Harmonie verwendet was den Musikern völlig neue Möglichkeiten eröffnete.
Kind of Blue gilt als das Album des modalen Jazz schlechthin und ist heute laut RIAA mit 6 Millionen verkauften Einheiten das meistverkaufte Album in der Geschichte des Jazz.
Aufnahmen
Die Aufnahmen fanden an zwei Tagen in New York in einem Studio in der 30. Straße statt, dass sich in einer ehemaligen Kirche befand. Davis′ Bandkollegen erhielten damals den Tariflohn für Sessionmusiker, der damals für eine dreistündige Session 48,50 US-Dollar betrug. Allerdings forderten Chambers, Adderley und Coltrane zusätzlich 100 Dollar, die sie auch erhielten.
Entgegen andererslautender Legenden ist auf dem Album kein einziger "First Take" (dt.: erste Aufnahme, die man gleich verwenden kann) im eigentlichen Sinne zu hören. Zwar sind von "Flamenco Sketches" abgesehen alle Stücke nur einmal vollständig durchgespielt worden, für jeden Titel wurden aber mehrere Anläufe gebraucht die von den Künstlern aus verschiedenen Gründen (technische Störgeräusche, schlecht gespielt) abgebrochen wurden.
Erste Session am 2. März 1959
Der Pianist Wynton Kelly, zu der Zeit etatmäßiger Pianist in Davis Quintet, erfuhr erst im Studio, dass Bill Evans, der das Sextet bereits im Herbst 1957 verlassen hatte, für die Session zurückgeholt worden war.
Als erstes wurde “Freedie Freeloader” eingespielt da sich der flotte Blues am besten zum warmspielen eignete, vielleicht auch um den etwas gekränkten Wynton Kelly zu besänftigen. Das Stück ist ein 12taktiger Blues. Da es zu 1959 noch nicht möglich war Aufnahmen im Nachhinein abzumischen und die Aufstellung der Musiker und ihrer Mikrofone über ihr Lautstärkeverhältnis entscheident war, ist Chambers′ Bass-solo bei diesem Stück sehr leise.
Zum Zeitpunkt der Aufnahme hatte keines der Stücke einen Titel. Freddie Freeloader wurde nach einem Barkeeper im Nightlife in Philadelphia benannt, der als schillernde Person beschrieben wird, die sich durch zugestecktes über Wasser hielt. Daher auch sein Spitznahme “Freddie the Freeloader” - Freddie der Freigehaltene.
Als nächstes wurde “So What” aufgenommen. Der Titel ist einer von Davis Lieblingsausdrücken und bedeutet so viel wie “Na und”. Das Stück, dessen Harmonien durchweg aus der dorischen Tonart bestehen (16 Take d-Moll dorisch, acht Takte es-Moll dorisch, acht Takte d-Moll dorisch), ist das bekannteste und am häufigsten nachgespielte Stück des Albums. Es dauerte ein paar Anläufe bis Bill Evans, der jetzt das Piano übernommen hatte, und Paul Chambers das Intro gut zusammenspielen. Dann spielte der Bass die Melodie was zu dieser Zeit sehr selten vorkam.
Danach nimmt die Gruppe “Blue in Green” auf. Nach 4 Takten Einleitung hat das Stück ein 10-taktige Form – zu dieser Zeit unüblich kurz. Bei diesem Titel setzte Cannonball Adderley aus, vielleicht weil sein überschäumender Stil der schwermütigen Stimmung des Stückes entgegengewirkt hätte.
Eigentlich hatte Miles Davis mehr als die drei Stücke aufnehmen wollen, doch die gebuchte Zeit von 14:30 Uhr bis 17:30 und 19:00 Uhr bis 22:00 Uhr war vorbei und so ungewöhnlich es klingt war das Studio danach noch für das Jimmy Dorsey Orchestra gebucht.
Also wurde für den 22. April eine zweite Session verabredet.
Während der kompletten Aufnahme war die Masterbandmaschine wegen eines Motorproblem geringfügig langsamer gelaufen was dazu führte, dass beim Abspielen die Musik um etwa einen Viertelton nach oben transponiert wurde. Erst 1992 wurde das Problem entdeckt und konnte mittels der Sicherheitskopie, die im richtigen Tempo aufgezeichnet hatte, behoben werden.
Zweite Session am 22. April 1959
Die Aufnahmen zur zweiten Session begannen mit dem Stück “Flamenco Sketches”. Die Grundlage dafür bildete Bill Evans Komposition “Peace Pices”. Sie wurde verändert und Bill und Miles machten Skizzen von dem Ablauf des Stückes für die anderen Musiker. Es wurden fünf Skalen nacheinander gespielt wobei die letzte, eine phrygische, dem Stück einen spanischen Flair verlieh, was letztendlich zum Titel “Flamenco Skizzen” führte. Der erste Take lieferte sofort eine vollständige Aufnahme die auf der neuen Ausgabe der CD als Bonustrack enthalten ist. Tontechniker Fred Plaut entschied aber, dass ein weiterer Versuch unternommen werden sollte, und es dauerte bis zum sechsten Take bis die Version aufgenommen wurde, die auf dem fertigem Album zu hören ist. “Flamenco Sketches” ist das einzige Stück auf Kind of Blue, von dem es eine vollständige alternative Aufnahme gibt.
Davis′ Aussagen darüber, ob das Stück tatsächlich von Bill und ihm zusammen geschrieben wurde, sind widersprüchlich. In seiner Biographie beansprucht er die Autorenschaft des kompletten Albums für sich, gegenüber Freunden und Kollegen bestätigte er aber Evans′ kompositorischen Beitrag. Auch Jimmy Cobb hebt Bill Evans als Komponisten hervor.
Zum Abschluss spielte die Band “All Blues” ein, einen 12taktigen Blues im 6/8 Takt. Das Stück verlangte vor allem Chambers viel ab, da er elfeinhalb Minuten lang das prägende Ostinatoschema auf seinem Bass durchspielen mußte.
Bei dieser Session war der Pianist Wynton Kelly überhaupt nicht anwesend. Dafür war der Fotograf Don Hunstein im Studio und auch der Tontechniker Fred Plaut hat seine private Kamera dabei, mit der er ein paar Schnappschüsse macht. Dadurch ist die zweite Session ausführlich fotografisch dokumentiert, während bei der Ersten überhaupt keine Bilder gemacht wurden.
Albumtitel
Auf dem Plattencover werden alle Titel als Miles-Davis-Kompositionen ausgewiesen, man ist sich aber mittlerweile allgeimein einig darüber, dass Bill Evans das Stück “Blue in Green” und Gil Evans das Intro zu “So What” geschrieben haben. Auch das Stück “Flamenco Sketches” entstand aus einer Bearbeitung von Bill Eavns Stück “Peace Piece”.
# So What (9:05)
# Freedie the Freeloader (9:35)
# Blue in Green (5:28)
# All Blues (11:33)
# Flamenco Sketches (9:25)
# Flamenco Sketches (alternate take) (9:31) (nicht auf der orginal LP)
Mitwirkende
- Miles Davis - Trompete
- Julian "Cannonball" Adderley - Altsaxophon, außer bei "Blue in Green"
- John Coltrane - Tenorsaxophon
- Wynton Kelly - piano, nur bei "Freddie Freeloader"
- Bill Evans - Piano, Begleittext
- Paul Chambers - Bass
- Jimmy Cobb - Schlagzeug
- Irving Townsend - Produzent
- Fred Plaut - Toningenieur
- Jay Maisel - Coverfoto
- Don Hunstein - Sessionfotos
Albumcover
Der Designer des Covers, S. Neil Fujita, hatte ursprünglich vorgehabt einen Künstler ein Gemälde für “Kind of Blue” schaffen zu lassen, doch Miles Davis bestand darauf, dass eine Photographie benutzt wurde. Fujita verwendete daraufhin ein Bild das Jay Maisel bei einem Auftritt im Apollo Theater gemacht hatte.
Auf dem Cover wir Julian Adderleys name falsch geschrieben (Adderly). erst auf der CD-Neuausgabe von 1997 wurde der Name richtig geschrieben. Ursprünglich wurden die Namen der Stücke “All Blues” und “Flamenco Sketches” verwechselt, so dass auf den ersten rund 50.000 Exemplaren das Album mit "All Blues" aufhörte. Der Begleittext zur LP wurde von Bill Evans geschrieben.
Als das Album 1986 in der Reihe "Columbia Jazz Masterpieces" auf CD veröffentlicht wurde bekam es ein Cover mit einem Foto verpaßt, dass deutlich später aufgenommen wurde, wie unschwer an Davis Kleidung zu erkennen ist. Außerdem wurde es gespiegelt, so dass Davis darauf als Linkshänder seine Trompete spielt.
Veröffentlichungen
Die eigentliche Veröffentlich des Albums war am 17. August 1959. In der Folgezeit wurden unzählige neuveröffentlichungen Herausgegeben. Zu den Bedeutsameren davon gehören vor allem die erste Veröffentlichung als CD 1984, die Remasterversion von 1997, welche die ersten drei Titel in korrigierter Geschwindigkeit wiedergibt und den zusätzlichen Take von "Flamenco Sketches" enthält. 2005 schließlich erschien Kind of Blue als Dual Disc, auf einer Seite der Scheibe befindet sich die ganz normale CD der 1997er Veröffentlichung, auf der anderen Seite ist eine DVD mit dem Album in 5.1 Surround Sound und LPCM Stereo, einer 25 minütigen Dokumentation und Interviews.
Bücher
Ashley Kahn: Kind of Blue. Die Entstehung eines Meisterwerks. Hamburg, Rogner & Bernhard 2002. ISBN 3-80777-0176-1
Weblinks
- [http://www.miles-davis.com/kindofblue.html Offizielle Homepage]
Kategorie:Jazz
Kategorie:Album
Miles DavisMiles Dewey Davis III. ( - 26. Mai 1926 in Alton, Illinois; † 28. September 1991 in Santa Monica) war ein afroamerikanischer Jazz-Trompeter, Komponist und Bandleader. Er gilt als einer der einflußreichsten und innovativsten Musiker des 20. Jahrhunderts.
Leben
Jugend (1926 - 1944)
Miles Davis stammte aus einem vermögenden Elternhaus. Sein Vater verdient als Zahnarzt gut für die Verhältnisse der Schwarzen damals. Außerdem besaß die Familie eine Farm mit 500 Morgen Land. Dort lernte Miles auch reiten.
Bereits 1927 zog er mit seinen Eltern nach East St. Louis in ein Viertel ohne Rassentrennung um, wo er seine gesamte Kindheit verbrachte. Mit 9 Jahren bekam er von einem Freund seines Vaters seine erste Trompete geschenkt, aber erst als er mit 13 ein neues Instrument und Unterricht bekommt macht er wirklich Fortschritte. Sein erster Lehrer Elwood Buchanan lehrt ihn auch ohne Vibrato zu spielen, obwohl dass damals bei den Jazztrompetern sehr in Mode war. Miles sollte den Rest seiner Karriere für seinen klaren Ton bekannt bleiben.
Während seiner High School zeit freundet sich Davis mit Clark Terry an. Das coole Auftreten und der Trompetenstil des sechs Jahre älteren Mannes hatten großen Einfluss auf Miles Davis. Mit sechzehn trat Miles in die Musikergewerkschaft ein und mit siebzehn spielte er ein Jahr lang in Eddie Randle's “Blue Devils”. Während dieser Zeit bekam er das Angebot mit der Tiny Bradshaw Band auf Tour zu gehen, aber seine Mutter bestand darauf, dass er seine High School beendete.
1944 besuchte die Billy Eckstine Band St. Louis. Damals waren Dizzy Gillespie und Charlie Parker Bandmitglieder und Davis durfte als dritter Trompeter für ein paar Wochen den kranken Buddy Anderson vertreten. Diese Band hatte mit ihrem Bebop einen nachhaltigen Eindruck bei dem 18jährigen hinterlassen.
Ebenfalls 1944 bekommt seine Freundin Irene Birth eine Tochter. Da Irene aber auch noch andere Liebschaften hatte wusste Miles nicht sicher ob Cheryl sein Kind ist, er übernahm aber die finanzielle Verantwortung dafür.
Bebop und Cool Jazz (1944 bis 1955)
Im selben Jahr noch (1944) zog Davis nach New York City unter dem Vorwand die Juilliard School of Music zu besuchen. Tatsächlich aber machte er sich sofort auf die Suche nach Dizzy Gillespie und Charlie Parker. Bereits nach wenigen Semestern brach er das Studium ab, da die dortige Ausbildung zu sehr eingeschränkt, klassisch und für Davis's Geschmack zu “weiß” war. Gleichzeitig warf er aber Parker und Lester Young vor sich zu wenig mit dieser Musik auseinanderzusetzen. Davis ging öfters in die öffentliche Bibliothek um sich die Partituren von Strawinsky, Alban Berg, Prokofieff und anderen auszuleihen.
Mittlerweile war er Mitglied in Charlie Parkers Quintet. 1945 machte er seine ersten Plattenaufnahmen zusammen mit Charlie Parker. Davis' Trompetenstil war bereits ausgeprägt, doch es mangelte ihm an Selbstvertrauen und an der technischen Virtuosität seiner Vorbilder. Seine ganze Karriere über sollte Davis in seinen technischen Möglichkeiten auf der Trompete begrenzt bleiben, ohne dass dies seine Kreativität und seinen Einfluss auf die Jazzmusik behindert hätte.
1946 ging Miles für einige Zeit mit Charlie Bird und Dizzy Gillespie nach Los Angeles, um den Bebop auch an der Westküste bekannt zu machen. Im selben Jahr brachte Irene ihr zweites Kind Gregory auf die Welt. Als Charlie Birds' Heroinabhängigkeit immer mehr zum Problem wurde began Miles Davis sich auf seine Solokarriere zu konzentrieren und arbeitete mit Gerry Mulligan und Gil Evans, und anderen auf die Gründung eines Nonets hin. Dies war gleichzeitig der Beginn einer 20-jährigen Zusammenarbeit mit Gil Evans. Um den gewünschten Sound zu erreichen wurden so ungewöhnliche Instrumente wie die Tuba und das Horn eingesetzt. Im September 1948 trat diese Gruppe dann zum ersten mal auf. Bereits ein Jahr später löste sich das Nonet wieder auf, hatte aber vorher zwölf Aufnahmen für Capitol Records gemacht, die als 78er Schallplatten nicht allzu erfolgreich verkauft wurden. Die Aufnahmen wurden erst 1957 richtig berühmt, als sie gesammelt unter dem Titel “The Birth Of The Cool” veröffentlicht wurden. Der Einfluss war aber schon vorher in der Jazzszene zu spüren, da sie den “Cool Jazz” begründeten, der von Chet Baker, Stan Getz und Shorty Rogers aufgenommen wurde und die bald schon den Ton angaben was gerade angesagt war.
In New York war Davis ständig in Kontakt mit Drogen. Als er 1950 vom Pariser Jazzfestival zurückkehrte, wo er sich unglücklich in Juliette Greco verliebt hatte und sich dann in den USA wieder den Rassismusproblemen ausgesetzt sah, während er in Paris wie ein Star behandelt worden war wurde Davis immer mehr drogenabhängig. Er teilte diese Abhängigkeit mit vielen seiner Kollegen, so zum Beispiel Thelonious Monk, Chet Baker, Billie Holiday, Sonny Rollins, Stan Getz und vielen anderen.
Für die nächsten Jahre spielte Davis zwar viele Sessions, zumeist jedoch uninspiriert. Aufgrund seiner Sucht und des damit verbunden Imageschadens konnte er nur für kleine Labels wie "Prestige" oder "Blue Note" Aufnahmen machen. Er schaffte es auch nicht eine feste Gruppe zusammenzuhalten. Um sich von der Droge zu befreien zog er 1954 nach East St. Louis und wurde dort mit Unterstützung seines Vaters seine Abhängigkeit los. Um nicht ständig in Berührung mit den New Yorker Drogenkontakten zu kommen, ging er vorerst nach Detroit, wo er auch musikalisch wieder zu kräften kam.
Im März 1954 kam er dann wieder nach New York. Dort entdeckte er bald darauf den Harmon-Dämpfer aus Metall den er mit entferntem Stiel spielte. Dieser Dämpfer prägte vortan den Sound vieler seiner Stücke und er sollte ihn zeit seines Lebens verwenden.
Im laufe des nächsten Jahres machte er mehrere wichtige Aufnahmen für das Prestige Label. Aufgrund der Weiterentwicklung der Tontechnik zur Langspielplatte war es mittlerweile möglich Jazzstücke aufzunehmen die länger als 3 Minuten waren. Miles hatte jetzt die Möglichkeit sein Können bei längeren Soli unter beweis stellen. So zum Beispiel beim über 13 Minuten langen “Walkin'”, dass für die Jazzmusiker der Zeit ein wegweisendes Stück war, von den Kritikern aber noch nicht so richtig anerkannt wurde.
Sein großes Comeback hatte Miles Davis im Juli 1955 als er unangekündigt beim Newport Jazz Festival für drei Stücke auf die Bühne kam und zu Monk's “'Round Midnight” ein legendäres Solo spielte. Dieser Auftritt führte dazu, dass George Avakian ihn bei Columbia unter Vertrag nahm, obwohl er gleichzeitig noch einen Vertrag bei Prestige zu erfüllen hatte. Die Erlaubnis dafür erreichte er bei Prestige, indem er sie überzeugte, dass Prestige bei den noch ausstehenden Aufnahmen von der Werbung der wesentlich größeren Plattenfirma Columbia profitieren würde.
Das erste Quintet und Sextet (1955 - 1958)
1955 gründete Davis dann sein brühmtes Miles Davis Quintet. Die Band bestand aus John Coltrane (Tenorsaxophon), Red Garland (Piano), Paul Chambers (Bass) und Philly Joe Jones (drums). Das Quintet wurde schnell berühmt. Um den Vertrag bei Prestige zu erfüllen nahm die Band an nur zwei Tagen insgesamt vier Alben auf (Workin', Cookin', Steamin' und Relaxin'). Dass die Qualität der Alben unter dieser Fließbandarbeit praktisch nicht gelitten hatte zeigt wie gut das Quintet damals funktionierte. Für Columbia nehmen sie fast zur selben Zeit das Album “'Round About Midnight” auf, auf dem die Gruppe noch fokusierter und sorgfältiger zu Werke geht.
Zu dieser Zeit wurde Miles Davis zu einem echten Star in der Jazzszene. Sein distanzierte und coole Haltung - er drehte dem Publikum bei Auftritten des öfteren den Rücken und verließ bei den Solos seiner Kollegen die Bühne - waren der Inbegriff dessen was zu der Zeit hip und cool war. Sein selbstbewußtes Auftreten in der Öffentlichkeit war vielen der Schwarzen damals ein Vorbild.
1957 nimmt Davis das Album “Miles Ahead” auf, das aufwendig orchestriert ist und ihm wenig improvisatorischen Spielraum läßt. Trotzdem ist Miles sehr zufrieden mit seiner Arbeit. Ausnahmsweise spielt er fast alle Aufnahmen mit dem Flügelhorn ein. Das Album wird ein kommerzieller Erfolg.
Aufgrund ihrer Drogenexszesse ersetzte Davis Coltrane und Jones durch Sonny Rollins und Arthur Taylor. Doch er ist mit dem Sound des neuen Quintets nicht hunderprozentig zufrieden und engagiert Julian Cannonball Adderley. Mittlerweile haben Rollins und Red Garland das Quintet verlassen. Neuer Pianist war Tommy Flanagan.
Als John Coltrane seine Drogensucht überwunden hatte wollte Miles in zurückholen. Vorher ging er aber nach Paris um dort mit Kenny Clarkes Quartet zu spielen. Als er Louis Malle vorgestellt wurde ließ er sich überreden die Musik für den Film “Ascenseur pour l'échafaud” (Fahrstuhl zum Schafott) zu schreiben und aufzunehmen. In nur einer Nacht entstanden die Aufnahmen die Miles mit einer ganz neue Arbeitsweise im Studio vertraut machten. Statt großer Plannung wurde auf kurze Anweisungen und Spontanität gesetzt. Eine Technik die auch bei so legendären Alben wie "Kind of Blue" oder "Bitches Brew " anwendung finden sollte.
In New York zurück gelang es Miles sein Traumsextett zusammenzustellen indem er Coltrane und Garland zurück holte. Nach einigen Auftritten spielte die Gruppe das Album “Milestones” ein, das durch Adderleys Beitrag neben dem Bebop auch etwas blusigere Stück hatte. Auserdem wird der neu aufkommende modale Jazz weiterentwickelt. Miles Davis spielte bei der Entwicklung dieser Stilrichtung wieder ein wegweisende Rolle. Bei den Aufnahmen dazu kam es zu einem Streit zwischen Garland und Davis, so dass letzterer bei dem Stück “Sid's Ahead” selbst Klavier spielte. Etwa zu der Zeit als Bill Evans an Garlands stelle trat verließ Philly Joe Jones entgültig die Band. Da Jones das Sextet kurz vor einem Auftritt in Boston verließ musste sein Ersatz Jimmy Cobb aus New York nachreisen und baute sein Instrument auf während die Band schon spielte und begann sein Engagement beim Miles Davis Sextet mitten in “'Round Midnight”.
Ende Mai stand mit den beiden Neuzugängen eine zuverlässige und musikalisch geschliffenere Version des Sextets, die in dieser Form 7 Monate bestehen sollte und sich dann für “Kind of Blue” nochmals im Studio versammelte. Als Bill Evans die Gruppe verließ weil ihn das ständige Touren auslaugte wurde kurzzeitig Red Garland zurückgeholt um ihn dann als er wieder einmal zu spät zu einem Auftritt kam durch Wynton Kelly zu ersetzten.
Kind of Blue (1959 – 1964)
Damit stand die Formation, mit der Miles Davis im Frühjahr 1959 ins Studio ging und sein legendäres Album Kind of Blue Aufnahm. Bill Evans kehrte dafür nocheinmal zurück und überließ Wynton Kelly nur für das Stück “Freddie Freeloader” das Klavier. In zwei Sessions am 2. März und 22. April entstand ein Album, das beispielhaft für den modalen Jazz ist und nach Aussage von Columbia Records und der RIAA das meistverkaufte Jazzalbum überhaupt ist. Über 6 Millionen Einheiten sollen davon bisher abgesetzt worden sein.
Doch die großen Innovativen Kräfte, die für die Klasse dieses Albums verantwortlich waren sorgten auch dafür, dass das Sextet nicht allzulange bestand hatte. John Coltrane konnte noch zu einer letzten Europatournee im Frühjahr 1960 überredet werden bevor er Ausstieg um seine eigene Band zu gründen. Cannonball Adderley hatte die Gruppe schon im Herbst 1959 verlassen, und Davis probierte verschiedene Ersatzmänner für die beiden Saxophonspieler aus, unter anderem Sonny Sitt und Hank Mobley.
Am 21. Dezember 1960 heiratete Miles Davis seine Freundin Frances Taylor. Im April des folgenden Jahres nahm er im Blackhawk in San Francisco zum ersten mal explizit für eine LP-Veröffentlichung ein Konzert auf. 1961 wurde bei ihm dann die Sichelzellenanämie diagnostiziert. Während es ihm mittlerweile finanzielle gut geht und er ein fünfgeschossiges Haus in der Uppper West Side von Manhattan bezieht tritt er musikalisch zu dieser Zeit etwas auf der Stelle.
1963 verließ dann auch die Rhythmusgruppe aus Kelly, Chambers und Cobb die Band. Davis formte schnell eine neue Band zusammen mit George Coleman am Saxophon und Ron Carter am Bass. Später stießen noch Schlagzeuger Tony Williams und Pianist Herbie Hancock zu der Gruppe die 1963 das Album Seven Steps to Heaven aufnahm. Miles war von Anfang an von dieser Formation begeistert. Das Repotoir bestand hauptsächlich aus Bebop und Standards, die man schon von Davis frühere Bands kannte, die jetzt aber mit mehr rhymsicher und strutureller Freiheit gespielt wurden.
Ende Februar 1964 starb dann auch Davis' Mutter. Um die Gelenkschmerzen die durch die Sichelzellenanämie entstehen zu lindern trank Miles viel Alkohol und nahm Kokain, was auch seine Ehe in schwere Mittleidenschaft zog. Im selben Jahr verließ Coleman das Qintet und der Avantgarde Saxophonist Sam Rivers übernahm für kurze Zeit. Da Rivers sich aber Richtung Free Jazz orientierte, ein Stil den Davis ablehnte, suchte Davis weiter nach einem Saxophonisten Im Sommer 1964 bringt er Wayne Shorter dazu Art Blakey's Jazz Messengers zu verlassen und zu ihm zu stoßen. Shorter machte dies nur widerstrebend, da er bei Art Blakey der musikalischen Leiter geworden war.
Das zweite Quintet (1965 – 1968)
Mit Tony Williams (Schlagzeug), Herbie Hancock (Piano), Ron Carter (Bass), Miles Davis und dem neuen Wayne Shorter stand das zweite große Quintet Miles Davis' das auch seine letzte akkustische Gruppe sein sollte.
1965 nahm die Formation das Album E.S.P. auf, das neue Kompositionen und ein neues Spielkonzept vorstellt. Im selben Jahr wurde Davis nach einer gewalttätigen Auseinandersetztung von seiner Frau Frances verlassen. Im April dann muss Davis an der Hüfte operiert werden. Da die Operation fehl schlug wurde eine weitere im August notwendig, so dass er erst im November wieder Auftretten konnte. Kurz vor Weihnachten entstanden bei einem Gastspiel im Chicagoer Plugged Nickel Mitschnitte, die zeigen, wie gut die offene Interaktion der Band mittlerweile funktionierte.
Doch schon im Januar 1966 erkrankte Miles an einer Leberentzündung und mußte erneut drei Monate lang aussetzen.
In die folgenden Jahren entstand eine Serie weiterer Schallplatten: Miles Smiles (1966), Sorcerer (1967), Miles in The Sky (1968) und Filles de Kilimanjaro (1968). Doch die Verkaufszahlen der Alben sanken rapide.
1967 stieß Tenorsaxophonist Joe Henderson für einige Zeit zur Band ohne das aber Aufnahmen mit ihm entstanden. Im lauf des Jahres begann die Band mit der ungewöhnlichen Praxis ihre Livekonzert in durchgehenden Sets zu spielen, wobei ein Stück nahtlos in das Nächste überging. Davis' Bands würden diese Technik bis zu seinem Rückzug von der Musik 1975 beibehalten. Ende '67 begann Miles im Studio mit dem Fender-Rhodes-Piano zu Experimentieren. Bereits in den 40ern hatte er Klavierspielen gelernt. Außerdem holte er sich zur Erweiterung seines Quintets Gitarren ins Studio (unter anderem George Benson).
Die meisten Stück schrieb zu dieser zeit Wayne Shorter. Auf den Alben Miles Smiles und Filles de Kilimanjaro tauchen zum ersten mal elektrische Instrumente auf und weisen den Weg zu Davis' Fusion-Phase. 1968 verliessen Herbie Hancock und Carter das Quintet und wurden durch Dave Holland (Bass) und Chick Corea (Piano) ersetzt. Auf dem Album Filles de Kilimanjaro sind sowohl die neue als auch die alte Besetzung zu hören. Am 30. September heiratete Davis die 23jährige Sängerin Betty Mabry deren Gesicht auch auf dem Album Filles de Kilimanjaro zu sehen ist.
In den folgenden Jahrzehnten spielte er mit den Großen des Jazz. Er entwickelte immer wieder neue Richtungen im Jazz und vermischte verschiedene Stilrichtungen in seiner Musik. So wirkte er stilbildend auf andere Musiker.
Fusion (1969 - 1975)
Im Februar 1969 nahm Miles das Album In a Silent Way auf. Die Platte wird als erstes echtes Fusionalbum bezeichnet, da es eine Fusion aus Jazz und Rockmusik darstellt. Seine Ehefrau Betty Mabry, die mit Jimi Hendrix befreundet ist, wird als großer Einfluss auf Davis' damalige musikalische Entwicklung gesehen (der Nachfolger Bitches Brew wurde bezeichnenderweise wenige Tage nach dem Woodstock Festival aufgenommen). Neben seinem Quintet holte Miles für die Aufnahmesession den jungen Gitarrist John McLaughlin ins Studio. Außerdem kam Herbie Hancock zurück und Joe Zawinul komplettierte die Formation, die damit zusammen mit Chick Corea immerhin drei Keyboarder beinhaltete.
Das neue an dem Album ist die große musikalische Freiheit die den Musikern zugestanden wird. Ein echtes Songkonzept ist kaum mehr zu erkennen. Außerdem werden die langen Improvisationen von Miles und dem Produzent Teo Macero intensiv nachbearbeitet. Die Track die schließlich auf dem Veröffentlichten Album landen sind zusammenschnitte aus verschiedenen Sessions und der Einfluss des Produzenten auf das fertige Produkt ist so groß wie noch nie bei Miles Davis. Tatsächlich blieb Teo Macero, mit dem Miles seit Sketches of Spain regelmäßig gearbeit hatte für die nächste Zeit ein wichtiger Partner für Miles' arbeit. Das Album besteht letzt endlich nur aus zwei Stücken die jeweils eine komplette Schallplattenseite füllen.
Nach diesen Aufnahmen verließ Tony Williams die Band um seine Gruppe Lifetime zu gründen. Er wurde durch Jack DeJohnette ersetzt.
Im August ging Miles dann ins Studio um Bitches Brew (veröffentlicht 1970) aufzunehmen. Das Album gilt als einer der größten Meilensteine in Miles schaffen. Die Besetztung von In a Silent Way wird noch durch weitere Musiker, zum Beispiel Bennie Maupin, erweitert. Das Prinzip von In a Silent Way wird noch weiter geführt und heraus kam eine völlig neue Interpretation von Jazz.
Im Gegensatz zum bisherigen Jazz bestand die Band nicht aus den üblichen Blechbläsern, akkustischem Klavier und Bass und einem Schlagzeug. Zum ersten Mal dominierten die elektrischen Instrumente, Miles begann zu dieser Zeit auch den Sound seiner Trompete zu verstärken und durch Effektegeräte wie etwa das Wah-Wah Pedal zu beinflußen. Auch spielten bis zu drei Schlagzeuger und zwei Bassisten gleichzeitig. Der Rhytmus wurde auch nicht mehr von Swing dominiert sondern von elementen des Funk und ähnlicher Rockmusikrichtungen. Die Postproduktion, zum Beispiel durch Loops, wurde viel wichtiger als bei traditionellen Jazzaufnahmen und war echter Bestandteil des kreativen Prozesses. Das Stück “Pharaoh's Dance” zum Beispiel besteht aus 19 schnitten.
Die beiden Alben, besonders Bitches Brew, sind auch kommerziel ein großer Erfolg für Miles Davis. Für Bitches Brew bekommt er zum ersten Mal eine Goldene Schallplatte für damals 400.000 verkaufte Einheiten (heute ist die Grenze bei 500.000 Stück). Es ist auch gleichzeitig die erste goldene Schallplatte der Jazzgeschichte. Damit ist es zu diesem Zeitpunkt sein meistverkauftes Werk. Erst viel Später wurde es von dem 11 Jahre vorher veröffentlichten Kind of Blue überholt, dass mittlerweile als das meistverkaufte Jazzalbum überhaupt gilt.
Während dieser Zeit tourte mit dem “Lost Quintet”, bestehend aus Shorter, Corea, Holland und DeJohnette. Die Gruppe spielte Stücke aus den letzten beiden Alben, den Platten des zweiten Quintets aber hin und wieder auch alte Jazz Standards.
Mit dieser Musik zog Miles ein großes Publikum aus dem Bereich der Rockmusik an während er einige alte Fans abschreckte. Miles trat im Vorprogramm von Rockbands wie der Steve Miller Band und Santana auf. Carlos Santana ist sich Miles musikalischer Bedeutung durchaus bewußt und sagte, dass eigentlich er im Vorprogramm von Davis spielen hätte sollen und nicht anderst herum. Davis tritt 1970 auch in Bill Grahams Fillmore East und Fillmore West auf, beides große Foren der damaligen Rockmusik, und dem Isle of Wight Festival.
Pangaea und Agharta, zwei am selben Tag aufgenommene Live-Alben, gelten heute noch als die wichtigsten Live-Alben des Electric Jazz.
Die letzte Dekade (1981 - 1991)
Der späte Miles Davis (80er) zeichnete sich durch harmonisch experimentelle Stücke aus. Seine Formationen waren der Karriere-Startschuss für viele einstmalige Nachwuchs-Musiker wie Herbie Hancock, Wayne Shorter, Chick Corea, Keith Jarrett, John McLaughlin.
Ab 1980 begann sich Miles Davis auch stark für die Malerei zu interessieren. Zunächst zeichnete er primitve Figuren um dann später viel mit kräftigen Farben zu experimentieren. Die Arbeiten der Mailänder Memphis Group hatte starken Einfluß auf ihn. Später wurden seine Kunstwerke stark von der afrikanischen Einflüssen inspiriert. Im Gegensatz zu seiner umfassenden Musikerausbildung arbeitete er bei der Malerei als Autodidakt.
1985 spielte er in einer Folge von Miami Vice den Drogendealer und Zuhälter Ivory Jones. Einen weiteren Auftritt als Schauspieler hatte er in der australischen Produktion Dingo von 1990 die ein Jahr später in den Kinos erschien. Dazu steuerte er mit Michel Legrand auch den Soundtrack bei. Ebenfalls 1990 arbeitete er am Soundtrack zu The Hot Spot mit, einem Film von Dennis Hopper mit Don Johnson in der Hauptrolle. Dieser Soundtrack war stark von John Lee Hookers Bluesgitarre und dessen Musikstil geprägt. Miles Davis fügte sich aber nahtlos in das musikalische Konzept ein.
Schon 1989 war seine Autobiografie, die er zusammen mit Quincy Troupe geschrieben hatte, erschienen. Darin gibt er Auskünfte über sein Schaffen und Einflüsse, allerdings ließ Miles wenig Zweifel daran dass sein Anteil am entgültigen Text eher gering war.
Im Januar und Februar 1991 ging er dann mit dem Hop-Hop Produzenten Easy Mo Bee ins Studio, doch vor seinem Tod wurden nur sechs Tracks zumindest provisorisch fertig. Die restlichen Stücke für das posthum veröffentlichte Album Doo-Bop mischte Easy Mo Bee aus Trompetenlinien unveröffentlichter Studiosessions aus den 80ern zusammen. Damit war Davis auch in seinem letzten Lebensjahr an der aktuellen Entwicklung der Jazzmusik beteiligt.
Anfang September 1991 ließ sich Davis im St. John's Hospital and Health Care Center in Santa Monica durchchecken. Bei einem Streit mit einem Arzt erlitt er einen schweren Schlaganfall und fiel daraufhin ins Koma. Am 28. September beschloss seine Familie die künstliche Lebensverlängerung zu beenden. Miles Davis wurde in der Woodlawn Cemtery in der Bronx in New York beerdigt.
Miles Davis war und ist bekannt für seine Improvisationen mit wenigen und lang anhaltenden Tönen. Er schaffte so einen großen Kontrast zu den Musikern seiner Zeit, besonders im Bebop. Diese Musikrichtung ist bekannt für ihre virtuosen (schnellen) Soli.
Alles in allem legte Davis konzeptionell immer wieder neue Grundsteine, indem er nie konservativ auf irgendeinem Jazz-Stil beharrte, sondern immer mit der Zeit ging und mit jungen Musikern experimentierte. «Doo-Bop» könnte man sogar als die erste echte Fusion von Jazz und Hip Hop bezeichnen.
Diskografie
Eine komplette Liste der von Miles Davis aufgenommenen Alben zu erstellen, ist nicht einfach, da - je nach Blickwinkel - bis zu 150 Aufnahmen aufgezählt werden könnten. Des Weiteren werden immer wieder die jeweiligen Aufnahmesessions der Musiker als Neuauflage des Albums herausgegeben. Die folgende Liste versucht, bei besonderen Alben die aus heutiger Sicht neu entstandene Richtung im Jazz anzugeben. Dabei muss (wie immer) beachtet werden, dass bei solchen Unterteilungen und Begrifflichkeiten die Grenzen fließend sind!
- Birth of the Cool (1949) Cool Jazz
- Walkin' (1954) Bebop
- Bags Groove (1954) m. S. Rollins u. T. Monk u. n. Milt Jackson
- Round About Midnight (1955)
- Miles Ahead (1957, m. Gil Evans)
- Ascenseur pour l'échafaud (Fahrstuhl zum Schafott)- Soundtrack (1958) Modaler Jazz
- Porgy and Bess (1958, m. Gil Evans)
- Milestones (1958)
- Kind of Blue (1959) Modaler Jazz
- Sketches of Spain (1960, m. Gil Evans)
- Sorcerer (1962)
- Quiet Nights (1963, m. Gil Evans)
- E.S.P. (1965)
- Miles Smiles (1966)
- Nefertiti (1967)
- Filles de Kilimanjaro (1968)
- In a Silent Way (1969) Fusion
- Bitches Brew (1969)
- A Tribute to Jack Johnson (1970)
- Live-Evil (1970) Fusion
- Dark Magus (1974)
- Agharta (1975)
- Pangea (1975)
- The Man with the Horn (1981) Jazz Pop
- We Want Miles (1982)
- Star People (1983)
- Decoy (1984)
- You're Under Arrest (1985)
- Tutu (1986)
- Amandla (1989)
- Doo-Bop (1991) Hip-Hop
- Miles & Quincy Jones: Live at Montreux (1991)
Literatur
- Peter Niklas Wilson: Miles Davis. Sein Leben, seine Musik, seine Schallplatten. Waakirchen, Oreos 2001. ISBN 3-923657-62-5
- Miles Davis und Quincy Troupe: Miles Davis. Die Autobiographie. München: Heyne, 2000. ISBN 3453171772
- Ian Carr: Miles Davis - Eine kritische Biographie. 1982. ISBN 390670002X
- Eric Nisenson: Round About Midnight. Ein Porträt von Miles Davis. Wien, Hannibal Verlag, 1985. ISBN 3854450214
- Franz Kerschbaumer: Miles Davis. Stilkritische Untersuchungen zur musikalischen Entwicklung seines Personalstils. Graz, 1978. ISBN 3201010715
Weblinks
-
- [http://www.kind-of-blue.de/ Kind-Of-Blue] - große deutsche Miles Davis Seite
- [http://www.jazzinstitut.de/Jazzindex/index-davis-miles.htm Biografie und Bibliografie]
- [http://www.oreos.de/miles.htm Biographie und Diskographie]
- [http://home.planet.nl/~gerard.b.w.vos/milesindex.htm home.planet.nl]
- [http://www.miles-davis.com/ miles-davis.com] - offizielle Miles Davis Seite von Sony (englisch)
- [http://www.milesdavis.com/ milesdavis.com] offizielle Miles Davis Seite (englisch)
Davis, Miles
Davis, Miles
Davis, Miles
Davis, Miles
ja:マイルス・デイヴィス
Modaler JazzModaler Jazz (engl. Modal Jazz) ist eine Spielweise im zeitgenössischen Jazz, die Ende der 1950er Jahre aufkam. Sie basiert auf der Jazztheorie der Skalen ("theory of modes") des Pianisten George Russell. Als wichtige Wegbereiter des Modalen Jazz gelten Miles Davis und John Coltrane.
Die Improvisation im Modalen Jazz basiert auf Modi (Skala) nicht auf Akkorden. Es werden die üblichen Tonleitern der westlichen Musik verwendet, aber auch die so genannten Kirchentonarten und außereuropäische Tonleitern. Die Begleitung des improvisierenden Solisten besteht oft nur aus wenigen ständig wiederholten Akkorden (Vamps). Modaler Jazz hat einen ruhigen, meditativen Charakter.
Modaler Jazz ist als konsequente Abwendung vom Bebop zu interpretieren, für den komplizierte Akkordfolgen charakteristisch waren. Während der Bebop mit seinen vielen Verzierungen die Musiker zu komplizierten Fingerübungen zwang, wirkte der Modale Jazz mit seinen kargen, minimalistischen Tonfolgen wie eine Befreiung. Die Harmonien, die im Modalen Jazz mit wenigen Noten in sparsamer Weise gesetzt wurden, waren mitunter wirkungsvoller als im Bebop.
Die Anerkennung des Modalen Jazz als eigene Stilrichtung gilt als umstritten. Seine große Bedeutung für den stilistischen Übergang von der harmoniegebundenen Improvisation des Bebop zum Free Jazz ist jedoch allgemein anerkannt.
Als das erste Werk des Modalen Jazz gilt "Milestones" von Miles Davis aus dem Jahre 1958. Das Album Kind Of Blue, das Davis 1959 mit Bill Evans, John Coltrane, Julian Cannonball Adderley, Paul Chambers und Jimmy Cobb in modaler Spielweise aufnahm, ist bis heute das meistverkaufte Jazzalbum.
Wichtige Alben
- Miles Davis - Milestones (1958)
- Miles Davis - Ascenseur pour l'échafaud (Lift to the Scaffold, Fahrstuhl zum Schafott) - Filmmusik (1958)
- Miles Davis - Kind of Blue (1959)
- John Coltrane - My Favourite Things (1961)
Siehe auch
- Modal (Musik)
Kategorie:Jazz
Cool JazzDer Cool Jazz stellt eine Weiterentwicklung des Bebop dar. Oft wird er auch als Gegenbewegung zum hektischen Bebop betrachtet, da der Cool Jazz eher konzertant orientiert ist, langsamere Tempi und weitgeschwungene Melodiebögen bevorzugt.
Cool Jazz ist eine kühle Musik. Erste Aufnahmen entstanden in den späten 1940ern vom Claude Thornhill Orchester.
Ein stilbildendes Album ist "Birth of the Cool" von Miles Davis.
Entwicklung
Viele Musiker zeigten sich mit den formalen Einschränkungen des Bebop unzufrieden. Als Konsequenz versucht man die Stücke stärker durch komponierte und improvisierte Parts zu strukturieren, was komplexe Arrangements zur Folge hatte. Dabei wurden auch Elemente der europäischen Konzertmusik integriert. Viele Musiker des Cool Jazz genossen eine akademische Ausbildung als Musiker und begriffen ihre Musik daher auch als "Kunst"-Musik.
Stil
Die Eigenschaften des Cool-Jazz sind:
- vibratolose, undynamische, verhauchte und gedämpfte Tongebung
- die meist gleitende Melodiebewegung ("relaxed") mit langgezogenen Tönen und oft "verschleppten" Phraseneinsätzen
- melanchonischer, resignierter Ausdruck
- Bevorzugung der Combo (vor allem mit Trompete, Saxophon, Klavier, Gitarren, Bass, Drums)
- klassische / polyphone Elemente, z.b. Werke von Bach wurden verjazzt.
Hauptvertreter
- Miles Davis
- Lennie Tristano
- Dave Brubeck mit Paul Desmond
- Modern Jazz Quartet
- Gerry Mulligan
- Bill Evans
- Lee Konitz
- Chico Hamilton
- George Shearing
- Chet Baker
Literatur
- Knaurs Jazzlexikon
- Joachim-Ernst Berendt, Das Jazzbuch
- Joachim-Ernst Berendt, Die Story des Jazz
Links
[http://www.jazzinstitut.de/history/Jazzhistory-1.htm Jazzinstitut Darmstadt]
Kategorie:Jazz
ja:クール・ジャズ
POPPOP steht als Abkürzung :
- für das Post Office Protocoll zum Empfang von E-Mails
- für Point of Presence in der Netzwerktechnik
- PowerPC Open Platform, Hardware Referenzdesign
- Partial Order Planning, ein Planungsalgorithmus
- für das Computerspiel Prince of Persia
- in der Chemie für Persistant Organic Pollutants
- für Pay on production in der Wirtschaft
- für den Flughafen Puerto Plata (IATA-Code)
andere Bedeutung siehe: Pop
Kategorie:Abkürzung
RIAADie Recording Industry Association of America (RIAA - Verband der Musikindustrie in den USA) ist eine Interessensgemeinschaft, die Unternehmen aus der Musikindustrie in den USA repräsentiert. Die RIAA arbeitet mit dem in Deutschland und weltweit aktiven Verband International Federation of the Phonographic Industry (IFPI) zusammen.
Die RIAA wurde 1952 gegründet, um einen einheitlichen technischen Standard für die Schallplatte zu schaffen. Der Verband vergibt Auszeichnungen für Plattenverkäufe und vertritt die Rechte der Musikindustrie.
Im Gegensatz dazu gibt es in den USA die Vereinigung der Künstler American Society of Composers, Authors, and Publishers (ASCAP), die vergleichbar mit der deutschen GEMA ist.
Aktivitäten
Die RIAA ist weltweit durch die Konflikte mit Tauschbörsen in die Medien gekommen.
Sie tritt unter anderen für die Rechte der vier größten Plattenfirmen (SonyBMG, EMI, Universal Music und Warner) ein, und damit (aus ihrer Sicht) auch für deren Künstler. Kritiker
werfen der RIAA vor, durch eine Art Kartell die Preise für CDs bestimmen zu können. Hinzu kommt, dass sie die Daten der CD-Verkäufe nicht wie die Marktforscher gewinnen. Normalerweise wird die Anzahl der CDs, die über die Ladentheke gehen genommen, um die Plattenkäufe abzubilden. Die RIAA nutzt aber die Bestellungen der Händler, um die Verkäufe zu ermitteln. Dies führt zu einer Differenz beider Zahlen, etwa wenn Händler aus Kostengründen versuchen, ihre Lagerbestände gering zu halten, aber noch viel in den Regalen und auf Lager haben und demzufolge weniger nachbestellen.
Unter dem Druck der RIAA entstand in Amerika ein neues Gesetz, der Digital Millennium Copyright Act.
Auszeichnungen
Die RIAA vergibt Auszeichnungen für die Auslieferung von Alben und Singles in den USA, die folgende Anzahl überschreiten:
- 500.000 Exemplare: Gold-Album
- 1.000.000 Exemplare: Platinum-Album
- 10.000.000 Exemplare: Diamond-Album
Der Verband stellt keine aktuelle Verkaufs-Charts auf. Diese Aufgabe übernimmt das Billboard-Magazin.
Künstler mit den meisten Platinum-Auszeichnungen (Album)
Diese Künstler haben die meisten Gold- und Platinum-Alben.
#Elvis Presley (80)
#Barbra Streisand (46)
#The Beatles (39)
#The Rolling Stones (38)
#Neil Diamond (37)
#Elton John (32)
#Kenny Rogers (28)
#Frank Sinatra (26)
#Bob Dylan (28) (2 mit The Band)
#Willie Nelson (24)
Künstler mit den meisten Platinum-Auszeichnungen (Single)
Diese Künstler haben die meisten Gold- und Platinum-Singles.
#Elvis Presley (24+28)
#The Beatles (18+6)
#Whitney Houston (14+6)
#Janet Jackson (16+3)
#Elton John (13+6)
#Madonna (18)
#Michael Jackson (7+9)
#The Temptations (10+6)
#Mariah Carey (7+8)
#Aretha Franklin (15)
Die erfolgreichsten Künstler
Diese Künstler haben insgesamt in den USA am meisten Alben verkauft (Stand: 6. September 2005).
#The Beatles - 168,5 Millionen Alben
#Elvis Presley - 116,5 Millionen Alben
#Led Zeppelin - 107,5 Millionen Alben
#Garth Brooks - 105,0 Millionen Alben
#The Eagles - 89,0 Millionen Alben
#Billy Joel - 78,5 Millionen Alben
#Pink Floyd - 73,5 Millionen Alben
#Barbra Streisand - 70,5 Millionen Alben
#Elton John - 69,0 Millionen Alben
#AC/DC - 66,0 Millionen Alben
Die erfolgreichsten Alben
Diese Alben sind in den USA am erfolgreichsten (Stand: 6. September 2005).
#The Eagles - Greatest Hits - 28 Millionen Alben
#Michael Jackson - Thriller - 27 Millionen Alben
#Pink Floyd - The Wall - 23 Millionen Alben
#Led Zeppelin - Led Zeppelin IV - 22 Millionen Alben
#AC/DC - Back in Black - 21 Millionen Alben
#Billy Joel - Greatest Hits Volume I & II - 21 Millionen Alben
#Shania Twain - Come on Over - 20 Millionen Alben
#The Beatles - The Beatles ("the White Album") - 19 Millionen Alben
#Fleetwood Mac - Rumours - 19 Millionen Alben
#Boston - Boston - 17 Millionen Alben
Weblinks
- [http://www.riaa.org Homepage der RIAA] (englisch)
- [http://www.boycott-riaa.com Webseite von RIAA-Kritikern] (englisch)
Kategorie:Organisation (Musik)
Kategorie:Urheberrecht
Kategorie:US-Amerikanische Organisation
JazzDer Jazz ist eine Musikrichtung, die in den USA im Zusammentreffen afrikanischer und europäischer Musiktraditionen entstanden ist. Seine Wurzeln liegen zum einen im Blues und in den "Worksongs", den Spirituals und Gospels der schwarzafrikanischen Sklavenarbeiter in den Südstaaten der USA, zum anderen in den verschiedenen Volksmusiken der europäischen Einwanderer, darunter dem "Irish Folk", kreolischer Tanzmusik, Wiener Walzern und Marschmusik. Aus ihrer Begegnung entstanden eine Reihe neuer musikalischer Ausdrucksformen, zuerst in New Orleans und entlang des Mississippi, später in Chicago und anderen Metropolen der USA mit einer damals hohen Zuwanderung vor allem von Farbigen aus den Südstaaten.
Frühe Jazzstile wurden auch aus dem Ragtime heraus entwickelt: einer eigenen, durchkomponierten Musik für das Klavier mit klassischen Wurzeln und streng synkopischem Rhythmus. Der erste Jazz war dagegen eine Ensemble-Musik von Bands mit Elementen der Kollektivimprovisation (New Orleans-Stil) und einem freieren Rhythmus, der swing genannt wird.
Bestimmte Bandleader des frühen Jazz wie Buddy Bolden waren auch markante Instrumentalisten mit einer sehr individuellen Tonbildung.
Improvisation, swing und eigene Tonbildung beschrieb der Jazzhistoriker Joachim Ernst Berendt als Grundelemente der Jazzmusik, die seine Geschichte von Beginn an mitbestimmten.
Merkmale
Besondere Merkmale des Jazz sind:
- individuelle Tonbildung und Phrasierung,
- eine mit erweiterten Akkorden angereicherte Funktions- oder Stufenharmonik,
- kollektive und individuelle Improvisation,
- rhythmische Intensität und polyrhythmische Komplexität, u.a. die Spannung zwischen on-beat (Zusammentreffen mit dem Grundschlag) und off-beat (Akzente zwischen den Grundschlägen), dazu verschiedene Phrasierung hinter (laid back: "zurückgelehnt") oder vor dem Beat (laid forward, "vor-gelegt")
- Spontanität, Vitalität und Expressivität sowie
- „die Freiheit viele Formen zu haben“.
Der Selbstausdruck des Interpreten, sein Charakter und seine „Message“ stehen im Mittelpunkt einer Jazz-Darbietung: im Gegensatz zur europäischen Kunstmusik, wo der Interpret sich den präzise notierten Kompositionen unterordnet und diese meist möglichst werkgetreu ausführt.
Ein weiteres wesentliches Merkmal des Jazz ist ein besonderes, intensiviertes Zeit- und Rhythmus-Gefühl, das an latent vorhandene Beats oder Zählzeiten gebunden ist. 'swing', klein geschrieben, ist, das Spiel innerhalb jener Beats oder Zählzeiten zu phrasieren oder individuell auszudrücken, ohne diese Beats oder Zählzeiten zu verlassen. Dadurch
erwächst die jazztypische rhythmische Intensität: je nach Jazzstil "binär" (mit zweigeteiltem Puls) oder "ternär" (mit dreigeteiltem - "triolischem" - Puls) oder bewusst ohne jede Festlegung im Free Jazz.
Seit den 1950er Jahren kam die kubanische Polyrhythmik hinzu, in der sich genuin afrikanische Musiktraditionen erhalten hatten. Auch danach beeinflussten hispanische oder lateinamerikanische Musikstile - Bossa Nova, Samba, Salsa, Tango, Son usw. - den Jazz immer wieder als drittes Element neben der afrikanischen und europäischen Wechselbeziehung.
Harmonik
Der Jazz hat seinen Ursprung im Blues (der wiederum aus den "Worksongs" der schwarzen Sklaven im Süden der USA entstand), folglich hat auch die Jazz-Harmonik ihren Ursprung in der Blues-Harmonik.
Der Blues ist gekennzeichnet durch seine feste Form. Ursprünglich bestand ein Blues aus improvisierten Liedtexten mit musikalischer Begleitung: Man sang die erste Zeile und wiederholte diese, um Zeit für die zweite Zeile zu gewinnen. Dann wurde die zweite Zeile gesungen. In den beiden jeweils letzten Takten jeder Zeile folgte ein instrumentales Fill oder eine Antwort. So entstand das 12-Taktige Bluesschema:
1. Textzeile
|Takt1| 2 | 3 | 4 |
Wiederholung 1. Textzeile
| 5 | 6 | 7 | 8 |
2.Textzeile
| 9 | 10 | 11 | 12 |D.C.
Das Stück begann in der Tonika. In der zweiten Zeile (während die 1.Textzeile wiederholt wurde) wurden der Abwechslung wegen andere Akkorde verwendet (Subdominante) und in der 3. Zeile folgte schließlich eine Kadenz, die wieder in die Tonika leitete. Jedoch war es keine dominantische Kadenz, wie im Volkslied oder in der Klassik, sondern eine plagale (Dominante-Subdominante-Tonika).
Ein F-Dur Blues würde so aussehen:
Tonika
| F | F | F | F |
Subdom. Tonika
| Bb | Bb | F | F |
Dom. Subdom.Tonika
| C | Bb | F | F |D.C.
Oft wurden sämtliche Akkorde als Septim-Akkorde gespielt. Im moderneren Jazz wurden jedoch zunehmend Akkorde mit anderen Spannungstönen (Tensions, Optionen) benutzt. Typische Akkorde sind (Internationale Schreibweise, B=H):
6 (Akkord mit großer Sexte)
F6 wäre f-a-c-d
Funktion: Harmonisch stabil, oft Tonika-Klang
sus bzw. sus4, sus2 (sus = suspended, Akkord ohne Terz; sus4 = dafür mit Quarte, sus2=mit großer Sekunde)
Fsus4 wäre f-Bb-c, Fsus2 f-g-c
maj 7 (Akkord mit großer statt kleiner Septime)
Fmaj7 wäre f-a-c-e
Andere Schreibweisen:FM7, FΔ
Funktion: Harmonisch stabil, oft Tonika-Klang
79 (Akkord mit kleiner Septime und großer None)
F79 wäre f-a-c-eb-g
7b9 (Akkord mit kleiner Septime und kleiner None)
F7b9 wäre f-a-c-eb-gb
Funktion: Stark dominant wegen Tritonus Quinte-None
7#9 (Akkord mit kleiner Septime und übermäßiger None)
F7#9 wäre f-a-c-eb-g#
711 (Akkord mit kleiner Septime, None und Undezime)
F711 wäre f-a-c-eb-g-Bb
7#11 (Akkord mit kleiner Septime, None und übermäßiger Undezime)
F7#11 wäre f-a-c-es-g-b
713 (Akkord mit kleiner Septime, None, ohne(!) Undezime und 13. Die Quinte kann ohne Klangveränderung weggelassen werden)
F713 wäre f-a-c-eb-g-Bb-d
mi7 (Moll-Akkord mit kleiner Septime)
Fmi7 wäre f-ab-c-eb
Andere Schreibweisen: F-7
mi6 (Moll-Akkord mit großer Sexte)
Fmi6 wäre f-ab-c-d
Andere Schreibweisen:F-6
0 (Verminderter Akkord)
F0 wäre f-ab-cb-d
Funktion: Dominant-Funktion (verk. Dominantseptakkord)
Andere Schreibweise:07
Andere Akkorde sind möglich, aber ungebräuchlich.
Zu den neuen Spannungstönen kommen im modernen Blues neue Akkord-Progressionen. Dazu gehören Sequenz-Dominanten, bzw. II-V-I-Kadenzen. Eine II-V-I-Kadenz besteht ausschließlich aus diatonischen Akkorden, das heißt z.B., dass alle Akkordtöne einer solchen Kadenz innerhalb von F-Dur auf der F-Dur-Tonleiter wiederzufinden sind. Eine F-Dur II-V-I-Kadenz sähe folgendermaßen aus:
Gmi7 (II. Stufe) - C7 (V. Stufe)- Fmaj7 (I. Stufe, Tonika)
Ein moderner Blues sähe so aus:
| F6 | Bb7 | F6 | F6 |
| Bb7#9 | B7 |E7 A7|D7 G7|
| C7 | Bb7 | F6 |G7 C7|D.C.
Die II-V-I-Kadenz wurde zur hauptsächlich verwendeten Kadenz und viele Jazz-Standards sind ausschließlich auf Sequenz-Dominanten aufgebaut (gutes Beispiel: All Of Me). Viele andere basieren auf der Blues-Form.
Funktionstheorie
In der Funktionstheorie werden die Beziehungen der einzelnen Akkorde zueinander innerhalb einer Tonart erklärt.
Tonika sind alle Akkorde, die einen (auch zeitweiligen) Ruhepunkt im Verlauf der Musik definieren. Das gehörsmässige Empfinden einer Tonika-Funktion entsteht dabei, neben einem grundsätzlichen Voraussetzen (abendländischer) Hörerfahrung, vor allem durch die Platzierung des Akkordes innerhalb einer harmonischen Entwicklung (Schwerpunkt, Ruhepunkt, Ziel einer harmonischen Entwicklung, etc.), sowie einen tendenziell stabilen, ruhigen Klangcharakter relativ zur Umgebung.
Dominante ist der Gegenpol zur Tonika. Im Sinne eines Wechselspiels von Spannung und Entspannung in der Musik ist die Dominante der Akkord, der einer Tonika diametral gegenübersteht. Dominant-Akkorde 'möchten' sich in ihre Tonika-Akkorde auflösen (die geschieht nicht immer direkt!).
Subdominante sind demnach alle Akkorde und Klänge, die weder Tonika- noch Dominant-Charakter haben. Subdominanten können 'auf dem Weg' zwischen Tonika und Dominante (und wieder zurück) eingesetzt werden.
Doppeldominante (V von V oder II. Stufe):
Sie leitet zur Dominante der Grundtonart d.h. ihrer eigenen Tonika (deshalb V von V). Mehrere Doppeldominanten hintereinander werden als Dominant-Sequenz bezeichnet.
Es lassen sich nun aus einem System der diatonischen Vierklänge einer Tonart (zunäst in Dur) bestimmte Akkordfunktionen ableiten. Diese beruhen selbstverständlich vor allem auch auf unsrer Hörerfahrung. Dabei hat die grundsätzlich (mindestens) vierstimmige Struktur der Akkorde im Jazz die Eigenschaft, auch bei ihren Tonika-Akkorden immer eine gewisse Grundspannung zu behalten, also nicht die Auflösung in einen Dreiklang oder gar den Grundton alleine zu suchen.
In diesem System sind folgende grundlegende Beobachtungen zu machen:
Tonika-Akkorde haben grundsätzlich grosse Septimen, da die dazugehörigen Tonleitern einen Leitton haben sollen, der die Tonika-Wirkung unterstützt.
Dominant-Akkorde enthalten zwischen ihrer (grossen) Terz und der (kleinen) Septim ein Tritonus-Intervall, das für den charakteristischen Dominant-Klang verantwortlich ist.
Die Funktion der Akkorde kann durch die drei Akkordtöne 1, 3 und 7 meist vollständig ausgedrückt werden. Zumindest sind Akkorde mit reiner Quint ohne diese vollständig definiert. (Die Terz und die Sept heissen daher auch die Funktionstöne.)
Die Anwendung dieser Zusammenhänge auf eine Moll-Tonalität folgt nun nicht ganz der in der klassischen Harmonik gebräuchlichen Beziehung einer Moll-Tonleiter zu ihrer Dur-Parallele (z. B. C-Dur/a-moll). Vielmehr wird das Dur-System nach Moll alteriert (b3, auch b6) und so analog beibehalten.
Dominant-Substitution:
Der dominantische Klang eines Septim Akkords wird durch den Tritonus zwischen Terz und Septime erzeugt. Wenn man diesen Tritonus umkehrt (wenn es z.B. vorher der zu C7 gehörende Tritonus E(Terz)-Bb(kl. Septime) war wird einach das E jetzt zur Septime und das Bb zur Terz), entsteht ein neuer Akkord mit dem gleichen Tritonus, der dann natürlich auch in den gleichen Akkord aufgelöst werden kann. Dieser neue Akkord ist die Substitution des Ausgangsakkords. Wenn der Ausgangsakkord wie im Beispiel C7 war, ist der Substitutionsakkord Gb7. Beide leiten nach F.
Tonika-Sustitution:
Auch die Tonika kann aufgrund von Akkordähnlichkeiten 'vertreten' werden: die III. Stufe (in Dur - also etwa Gm7 in Eb-Dur) wird daher oft als Tonika-Subszitut verwendet und hat vor allem den Effekt der Tonika-Vermeidung (längere harmonische Entwicklung!).
Melodik
Wie auch bei der Harmonik stammt die Jazzmelodik teilweise aus dem Blues. Sie baut auf der Pentatonik, der Tonleiter ohne die Halbtonschritte, auf. Dazu kamen im Blues die sogenannten "Blue Notes", b3 und b7. Das sind Mollterz und kleine Septime. Später folgte #4 (übermäßige Quarte). Das sind allerdings nur Annäherungen an die wirklichen Blue Notes, die eigentlich zwischen den Tönen liegen. Beispiel F-Dur: Die b3 liegt zwischen A und Ab, allerdings etwas näher am Ab. So verhält es sich auch mit b7 und #4. Diese Töne lassen sich mit Blas- oder Saiteninstrumenten sehr gut erzeugen, mit Tasteninstrumenten allerdings nicht.
Werden diese Töne der Moll-Pentatonik hinzugefügt, entsteht eine Tonleiter, die "Blues-Skala" genannt wird. Es gibt zwar verschiedene Bluesskalen aber diese ist die gebräuchlichste.
F-Dur Bluesskala:
f-ab-Bb-b-c-eb
Welche Skala verwendet wird, ist eine Frage des Geschmacks des Musikers. Es ist ebenfalls möglich, die Skala der parallelen Molltonart zu spielen.
Die Überlagerung von Moll-Melodik und Dur-Harmonik erzeugt den typischen Blues/Jazz-Klang.
Zusätzlich werden eine Reihe verschiedener Tonleitern eingesetzt, die im Wesentlichen die jeweilige Akkordfunktion ausdrücken und mit Tensions und Durchgangs-Stufen angereichert sind. Neben Skalen, die aus den jeweils 7 Modi der Dur-Tonleiter und der melodischen Moll-Tonleiter gebildet werden, sind auch die beiden symmetrischen Skalen 'Dominat-Diminished' (=Halbton/Ganzton) und 'Wholetone' (=Ganztonleiter) sehr gebräuchlich.
Die Herkunft des Ausdrucks Jazz ist ungeklärt.
1909 tauchte der Begriff in dem Song "Uncle Josh in Society" auf: "One lady asked me if I danced the jazz ...",
wahrscheinlich eine Art von Ragtime-Tanz meinend. 1913 ist der Begriff belegt als Bezeichnung einer Art von Musik, möglicherweise als Bezeichnung für die Musik zu jenem Ragtime-Tanz. Möglicherweise ist er abgeleitet aus einem Wort "jass" aus dem kreolischen Patois, "jass", für "tatkräftige Aktivität", im speziellen Sexualverkehr. Dazu eine Quelle: "If the truth were known about the origin of the word 'Jazz' it would never be mentioned in polite society."
["Étude," Sept. 1924]
Ab spätestens 1915 gibt es Bands aus New Orleans, die das Wort Jass oder Jazz im Band-Namen tragen und/oder damit ihre Musik bezeichnen.
Möglich ist auch eine Ableitung des Wortes Jass oder Jazz aus der Verwendung des Begriffes jasm (frz. dictionnaire von 1860 ) für Energie, Dynamik und Vitalität, als passender Ersatzbegriff für afrikanische Tanznamen (i.e. Mandingo jasi, Temne yas), jedenfalls gilt ein anderes Slangwort (jism) auch daher abgeleitet. Jasi ist nicht nur der Name eines Tanzes, sondern steht auch für "in Erregung versetzen".
Eine andere Möglichkeit ist, dass "Jazz" von kreolisch "jizz" kommt, was ebenso mit dem Ki-Kongo-Wort "dinza" verwandt ist, und Ejakulation bedeutet.
Manche Quellen wollen in "Jazz" eine Verballhornung des französisch-kreolischen chasse für Jagd erkennen: eine Anspielung auf die Kollektivimprovisation der Instrumente im New-Orleans-Stil. Andere leiten das Wort eher von chasse-beau ab, einer Tanzfigur beim Cakewalk, oder auf einen berühmten Tänzer einer Minstrelshow, der sich Jasbo nannte, und dem das Publikum zurief "We want more Jasbo". Wieder andere verweisen auf eine sexuelle Konnotation oder die verballhornte Version des Namens „Jézabel“, der zu Jazz-Belle ("Jazz"-Schöne) umgedeutet wurde: So nannte man eine populäre Prostituierte im alten New Orleans. Möglich ist auch die Bedeutung „blödes Zeug“ wie in der verächtlichen Redewendung „... and all that jazz“. So sollen die weißen Amerikaner die ersten musikalischen Gehversuche ihrer Sklaven genannt haben, aus denen sich der Jazz später entwickelte. Jass ist ein Kartenspiel, das durch Einwanderer in New Orleans bekannt gewesen sein dürfte. Jas ist ein Jargon-Wort mit evtl. sexueller Bedeutung aus dem Senegalesischen.
Das Verb "to jazz" für "to speed or liven up", schneller werden oder beleben, in Schwung bringen, ist ab 1917 belegt.
Noch mehr unter [http://www.wordorigins.org/]
Geschichte
Entstehung
In der zweiten Hälfte des 19.Jahrhunderts gab es im Süden der USA eine Straßenmusiktradition. Die Brass Bands, schwarze aber auch weiße Marschkapellen, spielten zu vielfältigen Anlässen auf. Die schwarzen Blaskapellen waren vor allem vom Blues und kreolischer Musik beeinflusst und mischten diese Einflüsse mit europäischer Musiktradition. Die Musik dieser sogenannten "Marching Bands" nennt man auch „New-Orleans“-Stil oder Archaischen Jazz. Ihm fehlten die individuelle Improvisation und der Swing, obwohl auch dort schon die "leichten" Taktzeiten (2+4) betont wurden. Im heutigen „Dixieland“- oder „Oldtime“-Jazz hat er eine Fortsetzung gefunden, die aber fast nur von weißen Musikern gepflegt wird.
Archaischen Jazz
Um 1890 entstand der Ragtime (englisch: ragged time, „zerrissene Zeit“): Dies war ein in ausnotierten Stücken festgelegter Klavierstil, bei dem die linke Hand die Rhythmusgruppe einer Band ersetzt (Bass und Schlaggitarre). Auch dort wurde noch nicht improvisiert; aber aus der Spannung zwischen durchgehendem Viertelbeat und synkopisch „zerrissener“ Melodik entstand bereits eine Art Swing. Hauptkomponist dieses Stils war Scott Joplin, dessen bekanntester Ragtime - der "Entertainer" - durch den Film „Der Clou“ (1973) erneut populär wurde.
Bereits weniger festgelegt und damit „jazzmäßiger" spielte Jelly Roll Morton in New Orleans, der von sich selbst behauptete, „im Jahre 1902 den Jazz erfunden“ zu haben. Er war ein großartiger Komponist von Blues, Blues-Songs, Ragtimes, Stomps, und ein herausragender und extravaganter Pianist, aber seine nachgewiesene Bedeutung für den Jazz hatte er mit seinen Bands in den 1920er Jahren, nicht als Erfinder. Ebenso behauptete Nick LaRocca den Jazz erfunden zu haben. Aber auch seine Behauptung gilt als unwahrscheinlich. Hauptrepräsentant des frühen, wahrscheinlich noch ragtimeverwandten Jazz von New Orleans war Buddy Bolden. Von seinem Vorbild ausgehend dürfte zwischen 1900 und 1915 der Jazz entwickelt worden sein von einer Vielzahl von Bands und Musiker-Persönlichkeiten, auch außerhalb von New Orleans, z.B. auch in Memphis. Als um 1915 erste namhafte Bands New Orleans verliessen, dürften diese dazu beigetragen haben, den Jazz auch abseits des Mississippi in den USA zu popularisieren. Evtl. haben bereits Bands, die um 1910 in andere Metropolen aufbrachen, jazzmäßig gespielt, aber erst ab 1914 nannten sich die Bands auch Jass bzw. Jazz Bands, traten also mit dem Selbstbewußtsein auf, eine neue Musikrichtung zu vertreten. Z.B. Pedro Stacholy's Cuban Jazzband (evtl. bereits 1914) in Havanna, Tom Brown's Band From Dixieland 1915 in Chicago, der folgte 1916 Johnny Stein's Jass Band, und 1915 ging das Black And Tan Orchestra mit dem Trompetenvirtuosen Buddy Petit nach Kalifornien.
Epochen
- Vor 1900: 'Archaischer Jazz', d.h. Ragtime, Street Bands
Traditioneller Jazz und Swing (ca. 1900-40)
- Um 1900: New Orleans Jazz, Creole Jazz
- Um 1910: Dixieland Jazz
- 26. Februar 1917: Die "Original Dixieland Jass Band", eine weiße Dixielandkapelle, nimmt die erste Jazzplatte überhaupt auf.
- Seit etwa 1920: Chicago Jazz
- 12. November 1925: Louis Armstrong's Hot Five machen die ersten Aufnahmen: Solistik löst die Kollektivimprovisation des frühen Jazz teilweise ab
- 1928: Das Hoch'sche Konservatorium in Frankfurt am Main gründet eine Jazz-Klasse, ihr Lehrer wird Mátyás Seiber
- Seit etwa 1930: Swing oder 'klassische' Zeit der Big Bands
- 1934: Gründung des Quintette du Hot Club de France, mit Django Reinhardt: Europa mischt in der Jazzgeschichte mit
- 1940er-Jahre: New Orleans/Dixieland Revival in den USA, später auch nachhaltig in Europa
- Seit etwa 1940: Bebop
- 1941: Live-Aufnahmen in Minton's Playhouse mit Charlie Christian, Dizzy Gillespie, Thelonious Monk u.a.
- Seit etwa 1945: Afro Cuban Jazz
- Seit etwa 1950: Cool Jazz
- Seit etwa 1955: Hard Bop, Soul Jazz, East Coast Jazz
- Etwa 1955-60:
- Latin Jazz, Bossa Nova
- Third Stream, Progressive Jazz
- West Coast Jazz
- Modal Jazz
- 2. März 1959: Erste Aufnahmesession zur Schallplatte "Kind of Blue" mit Miles Davis, John Coltrane, Bill Evans u.a.
Free Jazz, Rock Jazz und New Bop (ca. 1960-90)
- Seit etwa 1960: Free Jazz
- Etwa 1965-70: Jazz Rock
- Seit etwa 1970: Rock Jazz oder Fusion
- 1975: Das United Jazz and Rock Ensemble wird gegründet
- Seit etwa 1980: New Bop oder Neobop (oder Modernjazz-Revival)
- Seit den späten 1980ern: Smooth Jazz
Seit etwa 1990
Die Jazzstile ab 1990 sind entsprechend der relativen Kürze der vergangenen Zeit ungenau
- Avantgarde Jazz oder Experimenteller Jazz ('gebundener Freejazz')
- Acid Jazz (inkl. Hip Hop Jazz u. ä.)
- 'Salsa-Jazz' (Jerry Gonzalez, tp, cong, u. a., nicht zu verwechseln mit früherem Latin-Jazz)
- 'Ethno-Jazz' (von World Music oder global beeinflusster Jazz)
- Jazz Metal (vom New Rock oder Hard & Heavy beeinflusster Jazz); u. a.
- Nu Jazz (auch Electro Jazz)
- Retro-Swing
Seit etwa 2000
- Pop Jazz à la Norah Jones
Entwicklungszentren
- New York, mit Abstand die meisten Jazzclubs weltweit
- Chicago, mehr blues-orientiert
- Los Angeles/Hollywood, mehr rock-orientiert
- New Orleans, das 'Betlehem des Jazz' oder dessen offizielle Wiege
- Kansas City
- Havanna, von Pedro Stacholy über Chano Pozo bis zum Buena Vista Social Club
- Kopenhagen
- Paris, besonders in den 1930ern (Hot Club de France) und auch sonst immer
- London, in der Swing-Ära, und auch gegenwärtig
- Tokio, besonders gegenwärtig
- Sao Paulo, besonders gegenwärtig
- Hannover, alle Mitglieder des Jazz Club Hannover, sowie des Vereins der Freunde des Jazz sind Ehrenbürger von New Orleans. Der Jazz-Club Hannover ist in New Orleans der bekannteste Deutsche Jazz-Club. Ferner finden in Hannover zwei große Jazzfestivals statt.
Im Entstehen befindliche, noch instabile globale Zentren:
- Shanghai
- Buenos Aires
- Sydney
- Johannesburg
- Rom
- u. a.
Instrumente (Auswahl)
Melodie-Instrumente:
- Klarinette
- Saxophon (Sopran-, Alt-, Tenor- und Baritonsaxophon)
- Trompete
- Flügelhorn
- Posaune
- Piano
- Hammond-Orgel
- Keyboard
- Flöte
- Gesang
- Horn
- Gitarre
- Piano
- Vibraphon
- Gitarre
- Bass
- Schlagzeug
Bedeutende Persönlichkeiten
- Siehe auch: Liste von Jazzmusikern (alphabetisch geordnet)
- Siehe auch: Liste von Jazzmusikern nach Epoche und Instrument
- Siehe auch: Liste von Jazzsängerinnen und -sängern
- Siehe auch: Liste von Jazzpianistinnen und -pianisten oder :Kategorie:Jazzpianist
Komponisten
- Siehe auch: Liste von Jazzkomponisten
Jazzstandards
Siehe dazu den eigenen Artikel Jazzstandard sowie die Liste von Jazzstandards und -kompositionen.
Bedeutende Veranstaltungen
- [http://www.worldsax.net World Saxophone Congress 2006 - Jazz]
- Jazzfest Berlin - eines der ältesten und renommiertesten Festivals, 1964 von Joachim-Ernst Berendt gegründet. Jährlich im November.
- Montreux Jazz Festival - jährlich im Juli in Montreux, seit 1967
- North Sea Jazz Festival - jährlich im Sommer in Den Haag & Cape Town, seit 1976
- Warschauer Jazz Jamboree - jährlich im Herbst seit 1958
- Deutsches Jazz Festival Frankfurt - seit fast 40 Jahren jährlich im Oktober in Kooperation mit hr2
- Leverkusener Jazztage, jährlich im November, seit 1980
- Jazzfest Rottweil, jährlich im April / Mai, seit 1985
- Internationale Jazzwoche in Burghausen, jährlich im April/Mai ([http://www.b-jazz.com Website]), seit 1973
- Internationale Sonneberger Jazztage - jährlich im November, seit 1986
- Worms: Jazz & Joy - jährlich stattfindend, größtes Jazzfestival in Rheinland-Pfalz, seit 1991
- Jazzmeile - jährlich stattfindendes 2-monatiges Festival in Thüringen, seit 1994
- Enercity Swinging Hannover, dreitägiges internationales Jazzfestival in Hannover
- Hot Advent - Jazzfestival in Hannover
- Winning Jazz - dreitägiger Nachwuchswettbewerb in Hannover
- Jazz am Ballhof - Jeden Samstag in Hannover, von Mai bis September
- Internationale Wiehler Jazztage - seit 1989 regelmäßig in Wiehl
- Darmstädter Jazzforum - seit 1989 alle zwei Jahre Konzertreihe und internationales Symposium (siehe Link zu Jazzinstitut Darmstadt)
- Internationales Dixieland-Festival Dresden jährlich im Mai, seit 1970
- Internationales New Jazz-Festival Moers jährlich an Pfingsten, seit 1972
- Düsseldorfer Jazz-Rally jährlich im Juni, seit 1993
- Leipziger Jazztage jährlich im Oktober, seit 1976
- Jazzfest Wiesen (Burgenland) seit 1976
- Duerener Jazztage in Düren, jährlich im Juli ([http://www.euregiojazz.net Website]), seit 1991
- VS swingt Jazzfestival in Villingen-Schwenningen - jährlich Anfang Juli, seit 1977
- Internationales Jazz Festival Viersen ([http://www.jazz-festival-viersen.de Website]) - jeweils am 4. Septemberwochenende
- Jazz live im Speicher in Leer ([http://www.jazzinleer.de Website]) - seit 1992
Siehe auch
:Kategorie:Jazz, Jazzmuseum, Jazz-Piano, Blues, Jugend jazzt, Stilrichtungen der Musik, Portal:Musik
Literatur
- Ken Burns, Geoffrey C. Ward: Jazz - eine Musik und ihre Geschichte. Dt. Franca Fritz, Heinrich Koop. Econ, München. 2001. ISBN 3430116090. Nach einer Dokumentarfilm-Reihe. Original: Jazz - A History of America´s Music. Alfred A. Knopf, NY USA. 2000 bzw: The Jazz Film Project, Inc.
- Klaus Wolbert (Herausgeber): That's Jazz - Der Sound des 20. Jahrhunderts (Darmstadt 1988 und 1997)
- Joachim-Ernst Berendt, Günther Huesmann: Das Jazzbuch (Frankfurt am Main 2001)
- Geoff Dyer : but beautiful (Argon)
- John Fordham : Das Grosse Buch vom Jazz
- Studs Terkel: Giganten des Jazz. Zweitausendeins, Frankfurt 2005 ISBN 3-86150-723-4
Lexika
- Martin Kunzler: Jazz Lexikon (Reinbek bei Hamburg 1988 und 2002)
- Barry Kernfeld (Herausgeber): The New Grove Dictionary of Jazz (London 1988 und 1994)
- Carr/Fairweather/Priestley: JAZZ - Rough guide (Metzler Musik 1999)
Kataloge
Bielefelder Katalog Jazz, hrsg. Manfred Scheffner: Schallplatten CDs , MCs, jährlich neu, vollständiger Überblick über in Deutschland erhältliche Jazzaufnahmen, sehr übersichtlich sortiert nach Musiktiteln auf den Tonträgern, Interpreten und Labels (Etiketten). ISBN 3-89113-137-2 (bzw. neuste Ausgabe)
Weblinks
- [http://jazzworlddatabase.com Jazzworlddatabase.com]
- [http://www.jazzscene.no Jazz Scene with David Fishel. 55 hours of jazz-celebrity interviews]
- [http://www.jazzpages.com Jazzpages.com]
- [http://www.jazz-network.com jazz-network.com]
- [http://www.jazzecho.de JazzEcho - Online-Magazin von Universal Music]
- [http://www.harlem.org/index.html harlem.org: Jazzgeschichte auf einem Foto (engl.)]
- [http://www.jazzthing.de/ Website des Printmagazins Jazz thing]
- [http://www.jazzthetik.de Website des Printmagazins Jazzthetik]
- [http://www.jazzzeitung.de/ JazzZeitung.de]
- [http://www.jazzinstitut.de Jazzinstitut Darmstadt] inkl. seiner Auswahlbibliographie zur Jazzforschung: Präsenzbibliothek
- [http://www.breaking-the-rules.com Dokumentation BREAKING THE RULES (2005) über Jazz als Gegenkultur]
Kategorie:Blues
Kategorie:Jazz
Kategorie:Musikgenre
ja:ジャズ
ko:재즈
simple:Jazz
New York City
New York [] ist eine Stadt im US-Bundesstaat New York in den USA. Sie ist mit 8.108.040 Einwohnern auf 800,31 Quadratkilometern die größte Stadt des Landes. In der Agglomeration leben 22.313.756 Menschen (Stand jeweils 1. Januar 2005). Um sie vom Staat New York zu unterscheiden, wird sie New York City genannt. Der Spitzname der Stadt ist Big Apple (Großer Apfel).
New York besteht aus den Stadtteilen (boroughs) Manhattan, Bronx, Brooklyn, Queens und Staten Island. Die Metropolregion New York ist einer der bedeutendsten Wirtschaftsräume der Erde. Die Stadt besitzt viele architektonische Sehenswürdigkeiten, 500 Galerien, etwa 150 Museen, mehr als 100 Theater, sowie über 17.000 Restaurants.
Geografie
Geografische Lage
New York liegt an der Ostküste der USA in der New York Bay an der Mündung des Hudson River und East River durchschnittlich sechs Meter über dem Meeresspiegel, in direkter Nachbarschaft zu Jersey City. Die geografischen Koordinaten sind 40,46 Grad nördlicher Breite und 73,54 Grad westlicher Länge.
Das Stadtzentrum befindet sich auf der Insel Manhattan, die als spitze Felszunge zwischen Hudson und East River liegt. Von den Flussufern greift die Bebauung der Stadt mit einer Fülle von Vorstädten auf andere Großstädte über und reicht weit ins Land hinein. Sie schließt die Gemeinden Bronx, Brooklyn, Queens, Staten Island (ursprünglich: Richmond) und Manhattan zur Stadt New York zusammen. Das Stadtgebiet hat eine Fläche von 800,31 Quadratkilometer, die New York Metropolitan Area eine Ausdehnung von 27.084 Quadratkilometer.
Geologie
Das Gebiet um die Stadt New York ist Teil der Kontinentalplatte. Weiter ins Land hinein verwandelt sich die Landschaft allmählich in sanfte Hügel. Auf Long Island und entlang der Küste von New Jersey nach Süden befinden sich Sandstrände.
Die Küstenebene, in der New York liegt, reicht als Vorland der südlichen Appalachen bis Jacksonville. Sie besteht aus Sanden und Tonen, die hauptsächlich von Moränen und fluviatilen Ablagerungen stammen. Langgezogene Nehrungen und Haken sind den seichten, reichgegliederten Ästuaren (Delaware Bay) und den Flussmündungen vorgelagert; im Hinterland folgt ein breiter Gezeitenmarschgürtel. Etwa in der geografischen Breite von New York, in Long Island, taucht die Küstenebene unter den Meeresspiegel.
Stadtgliederung
Siehe auch: Administrative Gliederung von New York City
Das Stadtgebiet ist in fünf Gemeinden (boroughs) geteilt, von denen jede einem Kreis (County) des Staates New York entspricht. Jedes Borough untersteht einem Borough President.
Manhattan (New York County) hat 1.564.798 Einwohner (Stand 1. Juli 2003) und eine Landfläche von 59,5 Quadratkilometern. Die Gemeinde besteht hauptsächlich aus der Insel Manhattan Island, die vom Hudson River im Westen, vom East River im Osten und vom Harlem River im Nordosten umflossen wird sowie aus weiteren kleineren Inseln, darunter Roosevelt Island, Belmont Island, Governors Island und einem kleinen Stück vom Festland, Marble Hill. Marble Hill war bis zum Bau des Harlem River Ship Canal im 19. Jahrhundert noch Teil von Manhattan Island.
Brooklyn (Kings County) hat 2.472.523 Einwohner und ist damit die bevölkerungsreichste Gemeinde New Yorks. Sie liegt im Südosten der Stadt, am westlichen Ende Long Islands und hat eine Ausdehnung von 182,9 Quadratkilometern. Die Stadt Brooklyn wurde nach der niederländischen Stadt Breukelen benannt und 1898 nach New York City eingemeindet.
1898
Queens (Queens County) hat 2.225.486 Einwohner und ist mit einer Fläche von 282,9 Quadratkilometern der Größte der fünf Stadtteile von New York. Er liegt im Westen der Insel Long Island. Queens wurde am 1. November 1683 gegründet, als die Kolonie New York in Counties eingeteilt wurde. 1898 wurde der Stadtteil nach New York eingemeindet. Dort liegen auch zwei der größten Flughäfen New Yorks, der John F. Kennedy International Airport und der LaGuardia Airport.
Die Bronx (Bronx County) hat 1.363.198 Einwohner und eine Ausdehnung von 108,9 Quadratkilometern. Die früher eigenständige Stadt ist seit dem 1. Januar 1874 die nördlichste der fünf Gemeinden von New York. Sie wurde nach Jonas Broncks, einem Auswanderer aus Schweden und erstem Siedler in diesem Gebiet, benannt. Darauf geht auch die Tatsache zurück, dass bei diesem Stadtteil von New York City immer der Artikel voransteht, also "The Bronx". Zur damaligen Zeit wurde nämlich, um einen Besuch auf der Farm von Jonas Broncks anzukündigen, gesagt: "We are going to the Broncks". Heute wird der Name zwar anders geschrieben, aber das Voranstellen des Artikels wurde beibehalten. Außerdem ist die Bronx der einzige Stadtteil New Yorks, der auf dem Festland liegt.
Staten Island (Richmond County) hat 459.737 Einwohner und eine Landfläche von 151,5 Quadratkilometern. Sie liegt südwestlich der Insel Manhattan und westlich des auf Long Island gelegenen Stadtteils Brooklyn. Mit Brooklyn ist die Insel über die mautpflichtige Verrazano-Narrows-Brücke verbunden. Im Westen und Norden wird die Insel durch den schmalen Arthur Kill und den Kill van Kull vom Bundesstaat New Jersey getrennt. Nach New Jersey führen die Goethals Bridge, die Bayonne Bridge und die Outerbridge Crossing. Der höchste Punkt der Insel, der Todt Hill, ist auch zugleich der höchste Punkt der Stadt New York.
Klima
New Jersey
Die Stadt befindet sich in der gemäßigten Klimazone. Das Wetter von New York wird überwiegend von den kontinentalen Landmassen im Westen beeinflusst. Die Sommer sind im allgemeinen sehr heiß und die Winter sehr kalt.
Die Temperatur steigt im Juli und August oft über 30 Grad Celsius und kann im Januar unter -20 Grad Celsius fallen. Gelegentlich bringt Meeresluft (the Northeasters - der Nordostwind) Feuchtigkeit vom Atlantischen Ozean sowie starke Winde und heftige Regen- oder Schneefälle.
Die durchschnittliche Jahrestemperatur beträgt 12,5 Grad Celsius und die mittlere jährliche Niederschlagsmenge 1.071 Millimeter. Der wärmste Monat ist der Juli mit durchschnittlich 24,7 Grad Celsius und der kälteste der Januar mit -0,4 Grad Celsius im Mittel. Der meiste Niederschlag fällt im Monat Juli mit 104 Millimeter im Durchschnitt, der wenigste im Januar mit 81 Millimeter im Mittel.
Geschichte
17. Jahrhundert
Atlantischen Ozean
Erste Entdeckungsreisen in das Gebiet des heutigen New York fanden schon 1524 durch Giovanni da Verrazano und 1609 durch Henry Hudson statt. Ab 1610 begannen niederländische Kaufleute einen lukrativen Fellhandel mit den dort lebenden Indianern. Am 27. März 1614 erhielt die neugegründete Compagnie van Nieuwnederlant (Neuniederland-Kompanie) von den Generalstaaten ein Monopol für den Handel in dem Gebiet.
Im Oktober 1618, zehn Monate nach Ablauf des Handelsmonopols, bewarb sich die Kompanie um eine neue Charter. Zu diesem Zeitpunkt wurde von den Generalstaaten aber bereits die Gründung einer neuen Kompanie, der Niederländischen Westindien-Kompanie (WIC) erwogen. Am 3. Juni 1621 erhielt die WIC von der Republik der Sieben Vereinigten Niederlande einen Freibrief für den alleinigen Handel in Amerika. Die Kolonisation begann 1624, als sich 30 niederländische Familien auf der Insel Manhattan und in der Gegend des Delaware ansiedelten.
1626 kaufte Peter Minuit den Eingeborenen, wahrscheinlich ein Zweig der Lenni-Lenape-Indianer, die die Insel „Manna-hatta“ nannten, das Eiland für 60 Gulden ab. Die neugegründete Siedlung erhielt den Namen Nieuw Amsterdam und wurde zur Hauptstadt der Kolonie Nieuw Nederland. In der Siedlung herrschten bald chaotische Verhältnisse. Unter der Herrschaft von korrupten Gouverneuren nahm die Kriminalität enorm zu.
1647 entschloss sich die Niederländische Westindien-Kompanie wieder für Ordnung zu sorgen. Diese Aufgabe sollte Petrus Stuyvesant übernehmen. Während seiner 17-jährigen Amtszeit als Gouverneur wurden das erste Krankenhaus, das erste Gefängnis und die erste Schule gebaut. Als Schutz vor Überfällen ließ er 1652 im Süden der Stadt quer über die Insel einen Wall aufschütten, der später der dort verlaufenden Straße ihren Namen gab, der Wall Street. Am 2. Februar 1653 erhielt Nieuw Amsterdam die Stadtrechte.
In einem Krieg zwischen England und den Niederlanden wurde Nieuw Nederland durch die Engländer geplündert, worauf der Gouverneur Petrus Stuyvesant die Stadt am 24. September 1664 abtrat. Nachdem die Kolonie dem Herzog von York, dem späteren König Jakob II., einem Bruder des Englischen Königs Karl II., zugesprochen worden war, wurde die Stadt zu Ehren des Herzogs in New York umbenannt. 1667 gaben die Niederländer alle Ansprüche auf die Kolonie im Frieden von Breda auf, in dem ihnen dafür die Rechte an Suriname zugesichert wurden. Im folgenden Dritten Englisch-Niederländischen Krieg nahmen die Niederländer 1673 die Kolonie kurzzeitig wieder ein, bevor sie das Land endgültig durch die Unterzeichnung des Vertrags von Westminster am 19. Februar 1674 abgeben mussten.
18. Jahrhundert
1674
Im 18. Jahrhundert war New York aktiv an der Unabhängigkeitsbewegung beteiligt. 1776 war sie für kurze Zeit das Hauptquartier George Washingtons, wurde dann aber von den Briten besetzt. Letztere verließen die Stadt erst 1783, nachdem die amerikanische Unabhängigkeit auch von europäischen Staaten einschließlich Großbritannien anerkannt wurde. Im gleichen Jahr zerstörte ein Feuer große Teile New Yorks. 1785 verwüstete eine weitere Brandkatastrophe weitere Bereiche der Stadt.
Von 1788 bis 1790 war New York Hauptstadt der USA. George Washington wurde hier 1789 als erster Präsident vereidigt. In den wirtschaftlich schwierigen Zeiten nach dem Krieg gründeten Wertpapierhändler am 17. Mai 1792 die New York Stock Exchange. 1797 wurde Albany anstelle von New York zur Hauptstadt des Bundesstaates New York bestimmt und ist es bis heute geblieben.
19. Jahrhundert
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wuchs die Stadt schneller als je zuvor. 1811 beschlossen die Stadtplaner, die ganze Insel Manhattan, von der nur die Südspitze bebaut war, mit einem rasterförmigen Straßennetz zu überziehen. Die einzige Ausnahme war und ist bis heute der Broadway.
Ein Wendepunkt in der Geschichte der Stadt war die Fertigstellung des Eriekanals 1825. Durch ihn wurde eine Verbindung zwischen New York, den Großen Seen und damit dem Mittleren Westen geschaffen. Über Nacht wurde die Stadt zum größten Warenumschlagsplatz an der amerikanischen Ostküste.
Mitte des 19. Jahrhunderts begannen die Planungen für einen großen Stadtpark, den so genannten Central Park. Die Bauarbeiten dafür begannen 1858 und waren 1866 größtenteils abgeschlossen. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts nahm der Strom der Einwanderer stetig zu. Iren, Italiener, Deutsche, alle kamen in der Hoffnung auf ein besseres Leben, doch die meisten verbrachten viele Jahre in Elendsquartieren (Slums) wie Five Points und der Bowery. Konflikte entluden sich teilweise gewaltsam wie in den Draft Riots, die die Stadt in das größte Chaos ihrer Geschichte stürzten. Durch das starke Wachstum musste die Verwaltung geändert werden.
1898 schlossen sich die fünf Stadtbezirke five boroughs - Manhattan, Brooklyn, Richmond (Staten Island), Queens und die Bronx - zu Greater New York zusammen. Die Bronx gehörte teilweise schon ab 1874 zum Stadtgebiet von New York. Brooklyn war vor dem Zusammenschluss bereits eine der größten Städte des Landes. Bis heute haben sich die einzelnen Stadtteile sowohl in der Verwaltung als auch im Selbstverständnis ihrer Bewohner eine gewisse Eigenständigkeit bewahrt. So ist beispielsweise Little Italy die Bezeichnung für einen Stadtteil, der in erster Linie von italienisch-stämmigen Amerikanern bewohnt wird.
20. Jahrhundert
1874
In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde die Stadt zu einem Zentrum der Industrie und des Handels. In den "wilden Zwanzigern" geriet New York in einen Börsenrausch, der am 24. Oktober 1929, dem Schwarzen Donnerstag, ein jähes Ende fand. Die Wirtschaftskrise traf New York hart und die unfähige, korrupte Stadtregierung von Bürgermeister Jimmy Walker war total überfordert und die Stadt überschuldet.
Die Arbeitslosenquote stieg auf über 25 Prozent. Die Menschen verloren ihre Arbeit und ihre Wohnungen. Die Wende kam durch die von Bürgermeister Fiorello LaGuardia nach seiner Wahl 1933 aufgelegten Hilfs- und Bauprogramme. Anfang des 20. Jahrhunderts entstanden auch die ersten Wolkenkratzer, zum Beispiel das Woolworth Building und vor allem später Empire State Building oder das Chrysler Building, die zum Sinnbild der Stadt wurden.
Nach dem Zweiten Weltkrieg ging es nach einer kurzen Phase des Optimismus schnell bergab. Die Mittelschicht zog in die Vororte und die Industrie wanderte ab. Wie viele andere US-Städte litt auch New York in den 1960er Jahren unter Rassenunruhen. In den 1970er Jahren nahm die Kriminalität überhand und 1975 musste die Stadt ihren Bankrott erklären. Edward I. Koch sanierte während seiner Amtszeit als Bürgermeister von New York (1978-1989) das städtische Budget. Im Wirtschaftsaufschwung der 1980er Jahre nahm die Wall Street wieder eine führende Rolle in der Finanzwelt ein. In den 1990er Jahren erzielte der populäre New Yorker Bürgermeister Rudolph Giuliani mit der sogenannten Nulltoleranzstrategie einigen Erfolg, die Kriminalitätsrate fiel drastisch, auch unter Beteiligung der zivilen Schutzorganisation Guardian Angels,und es wurde wieder chic, in der Stadt zu leben.
21. Jahrhundert
Guardian Angels
Im Spätsommer 2001 erlebte New York seinen schwärzesten Tag, als das World Trade Center bei den Terroranschlägen am 11. September 2001 zerstört wurde. An Stelle des World Trade Centers wird der Freedom Tower - nach Vorlagen des amerikanisch-polnischen Architekten Daniel Libeskind - gebaut.
Der Stromausfall im Jahre 2003 legte große Teile des Amerikanischen Nordens inklusive New Yorks lahm. Der Parteitag der Republikaner fand 2004 ebenfalls in New York im Madison Square Garden statt.
Einwohnerentwicklung
Madison Square Garden
New York ist mit 8,1 Millionen Menschen eine der größten Städte der Welt. Die Einwohnerzahl hat sich seit Anfang des 20. Jahrhunderts verdoppelt. Seit 1825 war die Stadt durch die Lage am Atlantischen Ozean und den Wasserweg des Hudson Rivers ins Inland der Anlaufpunkt für Einwanderer aus der ganzen Welt. Die weitere Entwicklung machte New York zur größten Industriestadt und zur Finanzmetropole.
Die bedeutendsten Institutionen sind hierbei die New York Stock Exchange (größte Börse der Welt) und zahlreiche Banken, auch aus dem Ausland, durch die sehr viele Arbeitsplätze (überwiegend für Spezialisten) entstanden sind. Andere Arbeitsplätze, vor allem Dienste in Kleinbetrieben, werden meist von Geringverdienern ausgefüllt.
Die Bevölkerung der Stadt teilt sich in verschiedene Schichten auf. Die Oberschicht lebt überwiegend etwas außerhalb der Stadt beziehungsweise in dem teuren Stadtteil Manhattan. Sozial schwache Menschen dagegen wohnen in verfallenden Häusern, die von den Eigentümern nicht mehr renoviert werden (Slums). Ein weiteres Kennzeichen von New York ist die Aufteilung in unterschiedliche Viertel(Ghettos), in denen Menschen mit verschiedenen Herkunftsländern oder Religionen voneinander getrennt sind (China Town, Little Italy, Harlem und andere).
In der Stadt New York leben 8.108.040 Einwohner auf einer Fläche von 800,31 Quadratkilometern. Die Bevölkerungsdichte beträgt 10.1 | | |