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Teukros

Teukros

Teukros oder Teucer war im griechischen Mythos: # Sohn des Flußgottes Skamandros und der Nymphe Idäa, erster König von Troas, daher der Name Teukrer für Trojaner; # Sohn des Telamon und der Hesione, aus Salamis, Halbbruder des Aias, war der beste Bogenschütze unter den Griechen vor Troja, erhielt später die Herrschaft von Zypern.

Mythos

Ein Mythos (alt auch Mythe, Mz: Mythen; von griech. μυθός Wort, Rede, Legende, Sage) ist eine Erzählung von Ereignissen aus einer selbst wiederum nur aus Erzählungen bekannten Götter-, Helden- Schöpfungs-, Vor- oder Frühgeschichte, die metaphorische und symbolische oder ins phantastische gehende Elemente enthält. Mythen bieten oft Erklärungen für Existenz, Entwicklungen oder Zusammenhänge wie beispielsweise die Entstehung der Welt (Kosmogonie), der Herkunft von Göttern (Theogonie), des Menschen oder eines Volkes. In Mythen kann auch ein endzeitliches oder sogar jenseitiges Geschehen beschrieben werden (s. Apokalypse und Eschatologie). Psychologisch sind Mythen wie Märchen wegen der Projektionen, auf denen sie beruhen, tiefenpsychologisch deutbar (s. Archetypus). Mythen können als bildhafte Weltauslegungen und Lebensdeutungen in Erzählform deswegen allgemeine Wahrheiten enthalten. Göttermythen spiegeln zudem oft leicht erkennbar das Handeln und Wirken von Menschen wieder; schon ihre – deswegen anthropomorph genannte – Darstellung erfolgt meist analog zu menschlichen Gegebenheiten oder Erfahrungen (z.B. Göttergeschlechterfolgen oder Götterfamilien; vgl. Griechische Mythologie). Mythen werden in den Mythologien der Völker systematisch zusammengefasst, überliefert bzw. tradiert und vor allem gedeutet. Die Genesis des Pentateuch der Bibel enthält in diesem Sinne mythische Erzählungen, neben der von der Erschaffung der Welt in sieben Tagen etwa die vom Garten Eden als literaturwissenschaftliche Gattung; allerdings wird die Bibel selbst nicht als Darstellung einer Mythologie angesehen, da die zugehörige Religion noch existiert (anderenfalls wäre die dementsprechende "Theologie" als Mythologie aufzufassen). – Als Gegensatz zum Mythos kann der Logos gesetzt werden, der anders als ein nicht nachprüfbarer Mythos dem rationalen Diskurs zugänglich ist und darüber mit Fakten in Bezug gesetzt werden kann. Literaturwissenschaftlich ist dem Logos die wissenschaftliche Geschichtsschreibung gegenüberzustellen, während dem Mythos religionswissenschaftlich die "Glaubenslehre" einschließlich der dazu gehörenden religiösen Tradition entgegengestellt wird. Ein Mythos kann allgemeiner auch als kollektive, irrationale Vorstellung aufgefasst werden, wie dies beispielsweise Roland Barthes in seinem Buch Mythen des Alltags macht. Diese Auffassung ist nicht unumstritten; sie ist vor allem im angelsächsischen Raum zu beobachten, wenn dort etwa vom Mythos Rhein die Rede ist, von oder vom Mythos Marilyn Monroe.

Literaturgeschichte

Die schriftliche Niederlegung und dichterische Ausformung der Mythen kennzeichnet den "Beginn" der abendländischen Literatur, die immer wieder zentrale Motive des Mythos aufgreift und umformt. Bedeutend für die europäische Kultur sind die griechisch-römischen Mythen, die seit Homer und Hesiod zum Stoff der Dichtung wurden und bis ins 18. Jahrhundert hinein durch die Rezeption der Antike literarische Motive lieferten. Platon Gorgias 527a) und Aristoteles billigen dem Mythos nur noch die Möglichkeit einer Annäherung an die Wahrheit zu. (siehe hierzu im Vergleich
Logos). Platon gibt im Timaois selbst überlieferte Mythos wieder, von denen wesentliche Aspekte bis ins Christentum überlebt haben (etwa die Unsterblichkeit der Seele). Zu bedeutenden Niederschriften gehören das Grimnismal in der Edda, die Puruça-Sukta in der Re Veda, die Aitareya Upanishad, Ovids Metamorphosen, das Buch der Geheimnisse von Enoch und viele mehr. Die Dichter der Romantik griffen wieder auf griechische sowie nordische, später auch auf indische Mythen zurück. Die Aufklärung verstand den Mythos als kindliche Vorstufe zum begrifflichen Denken und durch dieses überwunden. Horkheimer und Theodor W. Adorno betrachten im 20. Jahrhundert die Gefahr des Verlustes des Mythischen im Aufklärungsprozess. Hans Blumenberg rehabilitiert den Mythos von anderen Prämissen ausgehend als die Frankfurter Soziologen. Für ihn sprechen sich im Mythos existenzielle Grunderfahrungen aus, die den Menschen überlasten. Das Narrativ des Mythos lehrt einen Umgang mit diesen Situationen und stellt somit eine Entlastungsfunktion (Arnold Gehlen) für den Menschen dar. Dabei lässt sich der Mythos in klare, nicht bildhafte Sprache überführen. Gerade seine Polyvalenz gibt ihm seinen Reichtum und macht seine Interpretierbarkeit und Anwendbarkeit im Sinne von Nachvollzug, in unterschiedlichsten Praxiskrisen möglich.

Aktuelle Deutungen

In der heutigen Forschung wird der Mythos als rituelle Wiederholung von Urereignissen gedeutet, als erzählerische Aufarbeitung menschlicher Urängste und -hoffnungen. In dieser Funktion hat er nach dem Urteil von Psychologen und Philologen einen unaufholbaren Vorsprung gegenüber Begriffssystemen. Nach Nietzsche ist das Unbehagen in der Kultur der Moderne Ausdruck des Mythosverlusts:
"Dem mythenlosen Menschen der Moderne fehlt die Kraft der Abbreviatur, der Horizontbegrenzung, die der Mythos leistet. Der Mythos ist die Matrix des Weltbildes – er stellt ein Bild von der Welt und umstellt die Welt mit Bildern" (Norbert Bolz, Eine kurze Geschichte des Scheins, 1991). In der aktuellen Verwendung bezeichnet Mythos häufig auch eine Volksmeinung ohne Bestimmbarkeit der Herkunft bzw. Begründung (Mythos Spiegel) oder eine Überhöhung bzw. Stilisierung (Mythos Apple). Ein Politischer Mythos soll Gemeinschaft und Zusammengehörigkeit stiften. Eric Voegelin setzt sich in seinem monumentalen Werk "Order and History" (5 Bde.) mit dem Zusammenhang zwischen Mythos und Politik von den klassischen Mythen (Mesopotamien, Ägypten, Griechenland) über das Judentum und Christentum bis hin zu den modernen "politischen Mythen" auseinander. Kurt Hübner legt in seinem Buch "Die Wahrheit des Mythos" als analytischer Philosoph eine systematische und inhaltliche (nicht: funktionalistische oder strukturalistische) Deutung des Mythos vor. Weiter setzt er sich kritisch mit den klassischen und aktuellen Mythosdeutungen, sowie mit den Ansprüchen der Naturwissenschaften auseinander. In Abrenzung zur naturwissenschaftlichen Ontologie versucht er die Frage nach der Rationalität und Wahrheit des Mythos zu klären. Autoren wie der Religionswissenschaftler Mircea Eliade, der Indologe Heinrich Zimmer und der amerikanische Mythologe Joseph Campbell untersuchen den Mythos aus tiefenpsychologischer Sicht. Campbell gilt dabei als einer der Begründer der Vergleichenden Mythologie, die Gemeinsamkeiten in Mythen aus aller Welt herauszukristallisieren versucht.

Literatur


- Hans Blumenberg:
Arbeit am Mythos, 1979.
- Max Horkheimer und Theodor W. Adorno:
Dialektik der Aufklärung, 1969.
- Roland Barthes:
Mythen des Alltags, Frankfurt 1964
- Claude Lévi-Strauss und Vernant, Jean-Pierre u.a.:
Mythos ohne Illusion
- Claude Lévi-Strauss:
Mythos und Bedeutung
- Assmann, Jan und Harth, Dietrich:
Revolution und Mythos, Frankfurt 1992
- Barner W., Detken A. (Hrsg,)
Texte zur modernen Mythentheorie, Reclam Stuttgart 2003
- Blisniewski, Thomas: Auswahlbibliographie zur antiken Mythologie und ihrem Fortleben, Köln 1993
- Bohrer K.-H. (Hrsg.):
Mythos und Moderne, 1983.
- Burkert, Walter:
Mythos und Mythologie, 1988
- Campbell J.:
Der Heros in tausend Gestalten, Frankfurt am Main 1999
- Campbell J.:
Die Masken Gottes, (vier Bände) München 1996
- Creuzer F.:
Symbolik und Mythologie der alten Völker, 1837-1858.
- Hübner K.:
Die Wahrheit des Mythos, 1985
- Hübner K.:
Mythos (philosophisch), in: Theologische Realenzyklopädie
- Jamme Ch.:
Gott an hat ein Gewand - Grenzen und Perspektiven philosophischer Mythos-Theorien der Gegenwart, Frankfurt aM 1999
- Kerényi K.: Die Eröffnung des Zugangs zum Mythos
- Zimmer H.:
Indische Mythen und Symbole, München 2000 Spezialuntersuchung innerhalb der einzelfallbezogenen Biografieforschung:
- Wouter J. Hanegraaff: Versuch über Friederike Hauffe: Zum Verhältnis zwischen Lebensgeschichte und Mythos der "Seherin von Prevorst" (II). In: Suevica. Beiträge zur schwäbischen Literatur- und Geistesgeschichte 9 (2001/2002). Stuttgart 2004 [2005], S. 233-276. (ISBB 3-88099-428-5.) Eine schöne, gewagte aber gut recherchierte Abhandlung über die bedeutendsten indogermanischen Schöpfungsmythen findet sich in
- Bruce Lincoln:
Myth, Cosmos, and Society: Indo-European Themes of Creation and Destruction Harvard Univ. Press, Cambridge, 1986 (ISBN 0674597753)

Siehe auch


- Nationaler Mythos
- Geschichtsmythos
- Politischer Mythos
- moderne Mythen

Weblinks


- [http://www.jcf.org Offizielle Website der Joseph Campbell Foundation - englisch]
- [http://www.sukhavati.de Mythologie, Symbole, Kunst und Mystik - deutsche Joseph Campbell Website]
- [http://www.mythentor.de Namen und Stichworte der Mythologie] Kategorie:Mythologie Kategorie:Psychoanalyse simple:Myth


Skamandros

Skamandros (auch Skamander) ist nach der Ilias von Homer ein Fluss in der Nähe von Troja. Wie alle Flüsse in der griechischen Mythologie wird er durch den gleichnamigen Flussgott personifiziert. Laut Homer ist Skamandros sein Name unter Göttern, von Menschen wird er Xanthos genannt.
- [http://www.digbib.org/Homer_8JHvChr/De_Ilias Ilias, deutsche Übersetzung, von Johann Heinrich Voss] Kategorie:Griechische Mythologie

-ida

Die Ordnung ist eine hierarchische Stufe der biologischen Systematik. Sie wird weiter aufgeteilt in Überordnung (superordo), Ordnung (ordo) und Unterordnung (subordo). Sie steht zwischen Klasse und Familie. Ordnungsnamen enden in der Botanik lateinisch auf „-ales“. Kategorie:Taxonomie

Telamon

Telamon war in der griechischen Mythologie der Sohn des Aiakos, König von Aegina und der Endeis, Bruder von Peleus. Er begleitetes Jason als einer der Argonauten und nahm an der Jagd auf den kalydonischen Eber teil. Er kämpfte im Trojanischen Krieg auf der Seite der Griechen, zusammen mit seinem Sohn Ajax. Nachdem der Ermordung ihrer Halbbruders Phocus mussten Telamon und Peleus Aegina verlassen. König Cychreus von Salamis nahm Telamon gastfreundlich auf. Telamon heiratete Periboea, die die Mutter des Ajax wurde. Später machte Cychreus Telamon zum Herren seines Königreichs. Telamon kommt in beiden Versionen von Herakles ' Eroberung von Troja vor, das vom König Laomedon regiert wurde bzw. von Tros in der anderen Version. Vor dem trojanischen Krieg entsandte Poseidon ein Meeresungeheuer zum Angriff auf Troja. In König Tros Version willigte Herakles (mit Telamon und Oikles) ein, das Ungeheuer zu töten, wenn Tros ihm die Pferde geben würde, die er von Zeus als Ausgleich für Zeus' Raub des Ganymed, erhalten hatte. Tros stimmte zu; Herakles folgte und Telamon heiratete Hesione, die Tochter Tros' und gebar den Teucer. In der Version des Königs Laomedon plante dieser die Opferung seiner Tochter Hesione dem Poseidon, in der Hoffnung, ihn zu beschwichtigen. Herakles rettete sie in letzter Minute, tötete das Ungeheuer sowie Laomedon und dessen Söhne, außer Ganymed, der auf dem Olymp weilte, und Podarge, der sein eigenes Leben rettete, indem er Herakles das Goldene Vlies der Hesione übergab. Telamon nahm Hesione als Kriegstrophäe und heiratete sie, und sie gebar den Teucer.
- Apollodor. Bibliotheke I, VIII, 2 und IX 16; II, VI, 4; III, XII, 6-7;
- Apollonius Rhodius. Argonautica I, 90-94;
- Ovid. Metamorphosen, VIII, 309. Kategorie:Griechische Mythologie

Salamis (Insel)

Salamis ist eine kleine Insel im Saronischen Golf, einem Seitenarm der Ägäis. Sie liegt in Sichtweite von Piräus, Athens Hafen in der Antike. Salamis ist bekannt für eine Seeschlacht, die Teil der Perserkriege war, die Schlacht von Salamis. In der griechischen Mythologie wurde es zur Zeit des Trojanischen Krieges von König Telamon regiert, dessen Sohn Ajax ein Held dieses Krieges war. Salamis war auch Geburtsort des Euripides. Kategorie:Insel (Griechenland)

Troja

]] Troja, auch Troia (griechisch: Τροίη / Troíē; türkisch Truva) ist eine historische Stadt des Altertums in der Landschaft Troas im Nordwesten der Türkei am Hellespont.

Forschungsgeschichte

An der Meerenge der Dardanellen gelegen, kontrollierte die bronzezeitliche Stadt den Zugang zum Schwarzen Meer. Die Schiffe konnten damals noch nicht gegen den Wind kreuzen, also warteten sie im Hafen der Festung auf günstige Winde. Ihr Wegezoll brachte der Stadt Reichtum. Es ist nicht erwiesen, gilt aber als wahrscheinlich, dass das bei Homer auch Ilion oder Ilios genannte Troia mit der hier beschriebenen Stadt identisch ist.

Die ersten Troia-Forscher und Schliemann

1820 verfasste der schottische Zeitungsverleger und Amateurgeologe Charles Maclaren einen Essay über Troia, den er 1824 zu einer voluminösen Dissertation erweiterte, in der er den Hügel Hisarlık als Troia lokalisierte. Ein Teil dieses Hügels war damals im Besitz der englischen Großgrundbesitzer- und Diplomatenfamilie Calvert. Als Maclaren 1863 eine noch fundiertere Beschreibung der Ebene von Troia publizierte, versuchte der jüngste Sohn der Familie, Frank Calvert, den restlichen Hügel zu erwerben. Dieses Vorhaben misslang, doch dafür machte er selbst kleinere Probegrabungen von 1863-65. Diese beeindruckten ihn so sehr, dass auch er von der Existenz Troias an dieser Stelle überzeugt war. Seine Bitte an das British Museum zwecks baldiger Erforschung wurde abschlägig beschieden. British Museum] Am 9. August 1868 kam der deutsche Großkaufmann und Hobby-Archäologe Heinrich Schliemann in die Ebene der Troas. Auch er war hier auf der Suche nach dem sagenhaften Troia und vermutete es zuerst unter dem Hügel Balli Dağ aufgrund einer These von Jean Baptiste LeChevalier (1791). Schliemann und seine fünf Arbeiter wurden nicht fündig, er wollte abreisen, verpasste sein Schiff und traf dabei zufällig auf Frank Calvert, in dessen Haus er übernachtete. Calvert konnte nun Schliemann mit seiner Überzeugung begeistern, dass sich unter dem Hügel von Hisarlık die Ruinen des homerischen Troias verbergen müssen. Entgegen der Selbstdarstellung in seiner Biographie verdankte also Schliemann die Kenntnis des Ortes nicht seiner Lektüre von Georg Ludwig Jerrers Weltgeschichte für Kinder im Alter von acht Jahren sowie seiner genialen Intuition, sondern nur dem Konsul Calvert entsprechend den Recherchen von Zangger (1994, 83ff.). Schliemanns spektakulärster Fund war nun der sog. Schatz des Priamos (Schliemanns eigene Bezeichnung). Er begründete in mehrfacher Hinsicht Neues: Schliemanns Ruhm als Wissenschaftler, die Begeisterung des wilhelminischen Kaiserhauses für Troia und für die Archäologie im Allgemeinen, die nun im öffentlichen Ansehen von einer Disziplin für Amateure und Reisende zu einer ernsthaften Wissenschaftsdisziplin befördert wurde. Der Goldschatz wurde lange Zeit im Antikenmuseum in Berlin aufbewahrt und nach dem Zweiten Weltkrieg als Beutekunst in die UdSSR gebracht. Allerdings ergaben sich bereits zu Schliemanns Lebzeiten erste Hinweise darauf, dass der Schatz mehr als 1.000 Jahre älter war als von Schliemann angenommen.

Dörpfeld und Blegen

Wie weitere Ausgrabungen ergaben, war Troja von der Frühen Bronzezeit (ca. 3000 v. Chr.) bis in die Spätantike besiedelt. Mit dem Christentum ließ die Bedeutung der Stadt, in der die troianischen Sagenhelden verehrt worden waren, dann deutlich nach. Bis heute wurden mehr als 10 Siedlungsschichten entdeckt (Troia I - Troia X). Dabei gehören - vereinfacht ausgedrückt - Troia I und II der frühen, Troia III-V der mittleren, Troia VI-VIIa der späten Bronzezeit und Troia VIIb1 - b3 der frühen Eisenzeit an. Troia VIII und IX datieren in die Zeit vom 8. Jahrhundert v. Chr. bis in die römische Zeit, Troia X, ein byzantinischer Bischofssitz, reicht bis ins Mittelalter. Unlängst sind Spuren noch früherer Besiedlung gefunden worden, die bis ins 5. Jahrtausend v. Chr. zurückreichen. Ob auch der trojanische Krieg einen historischen Kern hat, ist weiterhin höchst umstritten. Die Lage der Stadt Troia wird in der Dichtung Ilias von Homer klar beschrieben: es werden die Dardanellen (im Werk: Hellespont) genannt, der höchste Berg ist der Kazdagi (Ida Berg), es werden zudem 2 Flüsse beschrieben namens Skamander (heute Karamanderes) welcher dem Ida Berg entspringt und Simois welche sich bei Troia vereinen und in den Hellespont fließen. Es wird auch von den Inseln Tenedos (Bozcaada) und Imroz (Gökceada) berichtet. Die heute archäologisch erschlossenen Flächen umfassen nur die Festung von Troia, mit Sicherheit befand sich ein großer Teil der Stadt außerhalb der befestigten Anlagen. Eisenzeit Schliemann hielt das imposante frühbronzezeitliche Troia II für das homerische. Er glaubte damals irrtümlich, dass es zeitgleich mit Mykene und Tiryns war. Dörpfeld hielt die 6. Siedlungsschicht (Troia VI) für das Homerische Troia. Schicht VIh ist um 1300 v. Chr. aber wahrscheinlich durch ein starkes Erdbeben zerstört worden. Daher hielt Carl Blegen die darauf folgende Schicht, Troia VIIa für das homerische Troia. Diese These fand und findet den meisten Zuspruch. Nach neueren Keramikuntersuchungen wird das wahrscheinlich gewaltsame Ende von Troia VIIa auf ca. 1200 v. Chr. datiert. Das passt gut zu den meisten Datierungen des Trojanischen Krieges durch antike Autoren. Als "Kandidat" für das Ilion Homers kommt aber auch noch Troia VIIb1 in Betracht. Neben Festhalten der Traditionen von Troia VI und VIIa treten hier neue Elemente zu Tage, z.B. sog. Handmade Ware (grobe, einfach verzierte graue handgemachte Keramik), die auf teilweise geänderte Bevölkerung schließen lassen. Das passt besser zu den Angaben Homers. Auch die machtpolitischen Verhältnisse in Kleinasien, wie sie Homer schildert, passen gut in diese Zeit. Die mykenische Kultur hat im 12. und 11. Jh. weiterbestanden. Auch Handel und Seefahrt wurden weiterbetrieben. Ein Krieg von Griechen gegen Troia im 12. Jh. wäre also denkbar. Dagegen hätte ein Zug gegen Troia im 14. oder 13. Jh. unweigerlich die Hethiter auf den Plan gerufen und sicherlich einen Niederschlag in den hethitischen Schriftquellen gefunden.

Hethiter-These von Latacz

Dennoch bleibt in diesem Punkt vieles ungeklärt. Die äußerst komplizierte Frage, inwieweit Homer tatsächlich als Quelle für die späte Bronzezeit dienen kann, und ob es überhaupt einen troianischen Krieg gegeben hat, kann hier nicht angemessen behandelt werden. Die Thesen des Altphilologen Joachim Latacz stützen sich auf neue Grabungsergebnisse und werden in der Fachwelt kontrovers diskutiert. Troja war vielleicht mit einer in hethitischen Quellen genannten Stadt Wilusa (= (W)Ilios) identisch, aber archäologische Beweise für die Authentizität der von Homer geschilderten Ereignisse fehlen. Ein 1995 entdecktes Bronzesiegel mit luwischen Inschriften belegt die Nähe Troias zum hethitisch-luwischen Kulturkreis. Andererseits ist die Belegbasis eines einzigen Siegels zu gering für weitreichende Schlussfolgerungen. Es blieb bislang der einzige derartige Fund, der zudem noch der Schicht VII b (= 12. Jh. v. Chr.) zugeordnet wurde. Innerhalb der Klassischen Philologie ist Latacz bislang der Einzige, der die Historizität der homerischen Epen und zugleich die Verbindung mit dem Korfmannschen Troia in Erwägung zieht. Weder in der hethitischen noch in der griechisch-römischen schriftlichen Überlieferung finden sich eindeutige Belege für die Identität Hisarlıks mit dem homerischen Troia, dasselbe gilt für die Verbindung mit Wilusa (auch das sprachwissenschaftliche Argument Wilusa = Ilion ist nicht allgemein anerkannt). Image:Trojan horse Çanakkale.jpg|Trojanisches Pferd, Requisite des Films Troja, Çanakkale, Turkei Image:Çanakkale trojan horse.jpg|Trojanisches Pferd, Çanakkale, Turkei Bild:Trojanisches_Pferd.jpg|Trojanisches Pferd, Nachbau bei der Troja-Ausstellung im Mai 2001 in Stuttgart

Korfmann und die Entdeckung der Unterstadt 1994

Bis vor kurzem beschränkten sich die Ausgrabungen auf die Burg (Akropolis) von Troia Oberstadt. Der Münchner Archäologe und Geophysiker Helmut Becker entdeckte durch geomagnetische Messungen eine ausgedehnte Unterstadt unterhalb der Akropolis. Seither wird bei den aktuellen Grabungen von Manfred Korfmanns Team (jetzt: Dr. Peter Jablonka) auch verstärkt die Unterstadt erforscht. Die reale Ausdehnung Troias rückte dadurch in das Zentrum der laufenden Diskussion. Korfmanns Thesen über die Bedeutung Troias stießen in der Forschung auf zunehmenden Widerstand und führten ab 2001 zu einer breiten, oftmals ins Persönliche gehenden Diskussion innerhalb der deutschen Altertumswissenschaften. Im Kern kreist dieser "neue Streit um Troia" um die tatsächliche Größe und Bedeutung des bronzezeitlichen Troia. Während Korfmann in Troia ein überregionales Handelszentrum sah, beschränken es einige Archäologen und Althistoriker auf eine nur mittelmäßig bedeutende Siedlung. Der Protagonist dieser Gruppe ist Korfmanns damaliger Tübinger Kollege Frank Kolb, der selbst über jahrelange Grabungserfahrung in der Türkei verfügt. Der Hauptvorwurf an Korfmann und seinen akademischen Mitstreitern besteht in einer Vernachlässigung der wissenschaftlichen Sorgfalt und Vorsicht im Namen möglichst spektakulärer, öffentlichkeitswirksamer Ergebnisse. Seit dem Beginn des Troia-Streites musste Korfmann zahlreiche der seine Theorie stützenden Grabungsinterpretationen zurückziehen und kam den Argumenten der Gegenseite ein Stück weit entgegen. An der Gesamtinterpretation der Grabungen hält das Team um Korfmann und seinen designierten Nachfolger Jablonka allerdings fest. Eine eindeutige Entscheidung konnte die Auseinandersetzung nicht erbringen. Im Laufe des "neuen Kampfes um Troia" wurde schließlich auf beiden Seiten nicht mit persönlicher Kritik und unsachlichen Bemerkungen gespart, was der fachlichen Auseinandersetzung und ihrem Ansehen in der Öffentlichkeit eher geschadet haben dürfte. Die Korfmann-Position prägt heute das Troia-Bild der interessierten Öffentlichkeit. Der öffentliche Streit hat sich bereits seit Sommer 2004 etwas beruhigt, nachdem die Debatte mehr und mehr auf persönlicher Ebene ausgetragen wurde. Nach dem Tod Manfred Korfmanns im August 2005 steht die Troia-Kampagne nun vor einer ungewissen Zukunft. Es ist zu erwarten, dass das Tübinger Team sich um eine längerfristige Fortsetzung der Forschungen bemühen wird. Das negative Beispiel des Tübinger Symposiums könnte schließlich doch noch zu einer Versachlichung der Forschungsdiskussion führen.

Troia = Atlantis?

Manfred Korfmann Der Geoarchäologe Eberhard Zangger entwickelte daneben in seinem 1992 erschienenen Buch „Atlantis. Eine Legende wird entziffert“ die Hypothese, das sagenhafte Atlantis, das in der Beschreibung des Philosophen Platon archäologisch nachweisbare Merkmale des historischen Troja aufweise, sei das durch die Griechen vernichtete Troja gewesen. Anhand geoarchäologischer Befunde versucht er am Beispiel Mykenes zu zeigen, dass der in der Ilias und der Odyssee überlieferte trojanische Krieg und die bei Platon beschriebenen Naturkatastrophen den Untergang des heroischen Zeitalters um 1200 vor Christus eingeleitet haben könnten. Allerdings ruhen Zanggers Thesen nur auf ausgesprochen unsicheren Fundamenten, und seine Argumentation verlässt sich an entscheidenden Punkten letztlich zu sehr auf Spekulationen. So kann eine Identität von Troja und Atlantis archäologisch weder widerlegt noch bewiesen werden. Dieser Ungewißheit sollte ein Projekt zur geoarchäologischen Erkundung der Ebene von Troas mit hubschraubergestützten geomagnetischen Messungen von Zangger in Zusammenarbeit mit der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) abhelfen. Das Projekt wurde den türkischen Behörden schon 1998 vorgelegt [http://www.bgr.de/b314/htm/troja.htm]. Nur eine Woche nach Bekanntmachung dieses ambitionierten Vorhabens durch den Spiegel (29.12.1998) [http://web.archive.org/web/20030815234713/http://www.sarifil.com/manisa/basin/der_01.htm] empörte sich eine Mitstreiterin Korfmanns im Schwäbischen Tagblatt (9.1.1999) über diese "Anmaßung" und bezweifelte, dass es Zangger gelingen werde, eine amtliche Erlaubnis zu erhalten [http://web.archive.org/web/20020927191424/http://asweb.artsci.uc.edu/classics/troy/deu/presse5.html]. Gegner von Zanggers Idee einer Identität von Troja und Atlantis insistieren auf dem zentralen Problem aller Atlantisspekulation: die Existenz einer Stadt, eines Landes "Atlantis" ist nur durch eine einzige Quelle belegt. Platon beschreibt Atlantis in den Dialogen "Kritias", "Timaios" und vermutlich auch in seinem Spätwerk "Nomoi" (Die Gesetze) als einen Staat von utopischem Charakter. Die Nennung des Namens "Atlantis" sei kein Widerspruch zur Annahme, dass Atlantis nur ein utopisches Konstrukt Platons sei. Skeptiker der Atlantis-Theorien plädieren daher, den Ort radikal außerhalb der "Säulen des Herakles" (Gibraltar) zu lokalisieren, d.h. außerhalb der diesseitigen Welt. Unterstützung erhalten sie dabei von Aristoteles, der ebenfalls Atlantis als utopisches Konstrukt Platons interpretiert. Die Suche nach Atlantis könne daher nicht realer sein als Sokrates' "Wolkenkuckucksheim".

Literatur


- Latacz, Joachim (2005): Troia und Homer. Der Weg zur Lösung eines alten Rätsels. München: Koehler & Amelang. 384 S., 30 s/w. Abb., 2 farb. Karten ISBN 3-7338-0332-9
- Homer (2004): Ilias. Ditzingen: Reclam. ISBN 3-15-018299-9
- Brandau, Birgit; Schickert, Hartmut; Jablonka, Peter (2004): Troia. Wie es wirklich aussah. München: Piper. 176 S., 113 farb. Abb. ISBN 3-492-04610-X
- Ulf, Christoph (2003): Der neue Streit um Troia. Eine Bilanz. München: Beck. 318 S., 17 Abb., 8 Karten ISBN 3-406-50998-3
- Archäologisches Landesmuseum Baden-Württemberg (2001): Troia. Traum und Wirklichkeit. Stuttgart: Theiss, 496 Seiten, 500 meist farb. Abb. ISBN 3-8062-1543-X
- Hertel, Dieter (2001): Troia. Archäologie, Geschichte, Mythos. München: Beck. 128 S., 4 Karten, 16 Abb. ISBN 3-406-44766-X
- Korfmann, Manfred und Mannsperger, Dietrich (1998): Troia. Ein historischer Überblick und Rundgang. Stuttgart: Theiss, 80 S., 100 meist farb. Abb. ISBN 3-8062-1369-0
- Brandau, Birgit (1997): Troia. Eine Stadt und ihr Mythos. Bergisch Gladbach: Lübbe ISBN 3-404-64165-5
- Zangger, Eberhard (1994): Ein neuer Kampf um Troia. Archäologie in der Krise. München: Knaur, 352 S., Ill., Karten
- LeChevalier, Jean Baptiste (1800): Reise nach Troas oder Gemählde der Ebene von Troja in ihrem gegenwärtigen Zustande. [Voyage de la Troade, 1791]. Bearb. von Carl Gotthold Lenz. Altenburg und Erfurt: Rinck und Schnuphase. 271 S., Ill.

Literatur um Troja im weiteren Sinne


- Christa Wolf: Kassandra
- Marion Zimmer Bradley: Die Feuer von Troja
- Euripides: Die Troerinnen
- Jean Giraudoux: La guerre de Troie n'aura pas lieu
- Gisbert Haefs: Troja
- Sarah B. Franklin: Eine Tochter Trojas
- Leif Allendorf: Sieger

Siehe auch


- Trojanischer Krieg
- Trojanisches Pferd
- Trojaner
- Troja (Film)
- Troja (Fluss)

Weblinks


- [http://www.uni-tuebingen.de/troia/deu/ Projekt Troia] - website des Tübinger Grabungsteams, bis 2004 unter Leitung von Prof. Korfmann
- [http://www.troia.de/ www.troia.de] - prämierte website der Troia-Ausstellung von 2001/2002
- [http://www.schaetze-der-welt.de/denkmal.php?id=231 Unesco-Weltkulturerbe], SWR, »Schätze der Welt« mit Real-Video (15 Min.)
- [http://www.perseus.tufts.edu/cgi-bin/siteindex?lookup=Troy&word=troja Antiken-Portal "Perseus"] über Troia (engl.)
- [http://earthobservatory.nasa.gov/Newsroom/NewImages/images.php3?img_id=4032 Satellitenbild] von der NASA Artikel
- [http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/28/0,1872,2006396,00.html „Ist Troja gleich Atlantis? Viele Parallelen erkennbar“], ZDF, 28. September 2003
- [http://web.archive.org/web/20041015192407/http://www.cityinfonetz.de/tagblatt/archiv/2002/das.magazin/07/artikel1.html Troia-Portal] des Schwäbischen Tagblatt, 15. Februar 2002; Dokumentation des Streitgesprächs zwischen Kolb und Korfmann in Tübingen
- [http://web.archive.org/web/20040624222214/http://www.cityinfonetz.de/tagblatt/archiv/2002/02/18/text4.phtml Interview mit Zangger] anlässlich der Tübinger Troia-Konferenz, Schwäbisches Tagblatt, 18. Februar 2002
- [http://www.nationalgeographic.de/php/magazin/topstories/1999/12/topstory2.htm „Das Drama von Troja“], National Geographic, Nr. 12, 1999 (mit Videos über die Anlage)
- [http://www.ancient-cultures.com/troja.php „Troja - Mykener gegen Hethiter?“] auf ancient-cultures.com (dt.) Aufsätze
- [http://projectsx.dartmouth.edu/history/bronze_age/lessons/les/27.html Skript über "Troy VII" und die "Historizität" des Trojanischen Krieges], Dartmouth College, March 18, 2000 (engl.) Kategorie:Griechische Mythologie Kategorie:Türkei Kategorie:Weltkulturerbe Kategorie:Archäologische Grabung Kategorie:Historische Stadt ja:イリオス ko:트로이아

Bergvik, Karlstads kommun

Bergvik är en småort i Karlstads kommun.

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R.U.R
R.U.R.( Rosumovi Umělí Roboti ) Rossum'un akıllı robotları genellikle İngilizceye R.U.R.( Rossum's Universal Robots ) şeklinde çevrilmiştir. İngilizce Karel Čapek'in bilim kurgu oyununun adıdır.Açılışı Prag'da 1921 yılında yapılan oyunu


Gökhan Kırdar
Gökhan Kırdar, Türk müzisyen. 2 Haziran 1970'te Aydın'da doğdu.

Diskografi

Serseri Mayın (1994)
Tutunamadım (1995)
Trip (1997)
Ethnotronix (2002)
Keyf/Pleasure (2004)
Kurtlar Vadisi (2004)
Kurtlar Vadisi Vol.2 (2004)
Yağmur (2005)
Üstüme Basıp Geçme (2005)
Tüür_Yağmur Duası (2005)
Yerine Sevemem - Best Of Jenerik (2005)


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