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Konföderierte Staaten von Amerika
Konföderierte Staaten von Amerika (Confederate States of America - CSA) war der Name des Staatenbundes der südlichen Gliedstaaten der Vereinigten Staaten von Amerika während der Bürgerkriegsjahre von 1861 bis 1865. Er ist nicht identisch mit den Südstaaten.
Hintergründe
Die Hintergründe der Sezession der Südstaaten sind in der unterschiedlichen demographischen, wirtschaftlichen und religiösen Entwicklung der Nord- und Südstaaten zu suchen. Profitierte der Norden in hohem Maße von der an Umfang zunehmenden Einwanderung weißer Immigranten aus Europa, so war diese im Süden nicht so stark. Im Norden setzte sich die Industrialisierung immer stärker durch, während der Süden überwiegend ein Agrarland blieb, dessen Plantagenwirtschaft (Erdnüsse, Zuckerrohr, Tabak, Baumwolle) auf der Notwendigkeit des Einsatzes schwarzer Sklaven beruhte. Der Kriegsgrund war nicht nur die Sklavenfrage. Die Gründe waren auch (oder: vor allem) wirtschaftlicher Natur, da der Norden seine Fertigprodukte im Süden absetzten musste, der Süden jedoch auf englische Fertigprodukte zurückgriff, da die Schiffe, die England mit Baumwolle aus dem Süden anfuhren, nicht leer zurückkehren konnten.
Je mehr sich im Norden eine liberalere Einstellung hinsichtlich der Sklavenfrage herausbildete und sich sogar eine Bewegung zur Abschaffung der Sklaverei (Abolitionismus) entwickelte, verschärfte sich der Konflikt zum Süden, der überwiegend an der Sklaverei festhielt. Als mit Abraham Lincoln ein Republikaner (und Gegner der Sklaverei) zum Präsidenten (1861-1865) gewählt wurde, erklärte South Carolina am 20. Dezember 1860 seinen Austritt aus der Union. Der Sezession South Carolinas folgten kurz darauf die Staaten: Mississippi, Florida, Alabama, Georgia, and Louisiana. Mississippi am 9. Januar 1861; Florida am 10. Januar 1861; Alabama am 11. Januar 1861; Georgia am 19. Januar 1861; Louisiana am 26. Januar 1861; und Texas am 1. Februar 1861. Sie schlossen sich am 8. Februar 1861 in Montgomery zum Bund der Konföderierten Staaten von Amerika zusammen. Hauptstadt wurde zuerst Montgomery, welches jedoch im gleichen Jahr von Richmond abgelöst wurde.
Etwas später lösten sich auch Virginia (17. April 1861), Arkansas (6. Mai 1861), Tennessee (6. Mai 1861) und North Carolina (13. Mai 1861) aus der Union und schlossen sich der Südstaaten-Konföderation an. Also 11 der 15 Staaten, in denen Sklaverei erlaubt war.
Die Gliedstaaten Missouri und Kentucky wurden sowohl von der Konföderation als auch von der Union als Bestandteil des jeweiligen Staates betrachtet, so dass Regimenter aus diesen Staaten auf beiden Seiten kämpften (daher auch die 13 Sterne in der Flagge der Konföderation, statt nur 11).
Zum Präsidenten des neuen Staatenbundes wurde Jefferson Davis gewählt.
Jefferson Davis
Die Nordstaaten der USA verweigerten dem Süden die Anerkennung.
Der Verlauf des Bürgerkriegs
siehe Hauptartikel Sezessionskrieg
Am 12. April 1861 kam es zum Angriff auf das noch von Bundestruppen des Nordens besetzte Fort Sumter bei Charleston (South Carolina), der anderntags mit der Niederlage des Nordens endete.
Im nachfolgenden Sezessionskrieg erzielten die Südstaatentruppen unter General Robert Edward Lee verlustreiche Siege, wie die Schlacht von Bull Run, wurden schließlich aber von dem an Menschen- und Rüstungspotential überlegenen Norden geschlagen, wobei die Schlacht von Gettysburg allgemein als Wendepunkt angesehen wird. General Lee kapitulierte am 9. April 1865 im Appomattox Court House (Virginia) vor dem Nordstaatengeneral Ulysses Simpson Grant.
Mit dieser Niederlage zerbrach die Konföderation, worauf die sezessionistischen Südstaaten zwischen 1868 und 1870 wieder in die Union der USA eingegliedert wurden.
Opfer und weitere Folgen
Der Sezessionskrieg kostete den Norden etwa 360.000, den Süden etwa 275.000 Menschenleben.
Die lange nachwirkende Segregation(Rassentrennung) als Politik in den Südstaaten. Nach dem Ende der militärischen Besetzung der Südstaaten(1876) durch die Nordstaaten (Reconstruction) haben erstere sehr schnell (Jim Crow-)Gesetze erlassen, welche die Bürgerrechte der Schwarzen wieder einschränkten. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg mit der Bürgerrechtsbewegung konnten die letzten formellen Ungleichbehandlungen aufgehoben werden.
Ein sehr wesentlicher Schritt dahin war die Aufhebung der Rassentrennung in öffentlichen Einrichtungen durch den Supreme Court 1954 (Brown vs. Board of Education of Topeka), das ein Urteil des gleichen Gerichts (Plessey vs. Ferguson) aus dem Jahr 1896 aufhob und Martin Luther Kings Bewegung.
Nationalflaggen der Konföderierten Staaten
siehe auch: Flaggen der Sezessionsstaaten
In den ersten 24 Tagen ihrer Existenz besaßen die Konföderierten Staaten keine offiziell anerkannte Nationalflagge. Als Jefferson Davis am 18. Februar 1861 als Präsident der provisorischen Regierung vereidigt wurde, wehte über dem Regierungsgebäude in Montgomery die Staatsflagge von Alabama. Die Soldaten der Parade für die Amtseinsetzung wurden von einer Kompanie der Infanterie angeführt, die wiederum die Staatsflagge von Georgia präsentierten.
Erst am 4. März 1861 einigte man sich auf eine einheitliche (s.u.) Nationalflagge.
Die ersten Nationalflaggen der Konföderierten Staaten „Stars and bars“ wurden mit einer ganz unterschiedlichen Anzahl von Sternen hergestellt. Da es eigentlich keine genauen Regelungen gab und sich die Zahl der Mitglieder ständig änderte, zeigte man z.T. zum gleichen Zeitpunkt verschiedene Flaggen. Nach dem Bürgerkrieg erhaltene Flaggen zeigten Versionen mit 8, 9, 10, 12, 14 und 15 Sternen im Eck.
Die vorletzte Nationalflagge wurde als "stainless banner" bezeichnet, die die Kriegsflagge im linken oberen Eck enthielt. Um Verwechslungen mit der gänzlich weißen "Kapitulationsflagge" auszuschließen, wurde das "stainless banner" im Jahr 1865 durch einen roten, senkrechten Balken ergänzt.
Die Kriegsflagge der Konföderation
siehe auch Hauptartikel: Kriegsflaggen der Konföderierten Staaten von Amerika
Als die Konföderierten Staaten von Amerika im Feburar 1861 ihre erste provisorische Regierung geformt hatten, war eine ihrer ersten Aufgaben, eine neue Nationalflagge zu schaffen.
Aus zahlreichen Vorschlägen wurde schließlich am 4. März 1861 durch den Kongress die so genannte "stars and bars" - Flagge angenommen.
Viele militärische Einheiten - sowohl in Regiments- als auch in Kompaniestärke - verwendeten diese Flagge sofort als Kriegsflagge. Die ersten größeren Schlachten des Krieges wurden unter der "stars and bars" - Flagge geschlagen.
Zahlreiche Truppenteile der Konföderierten Armeen benutzten zudem ihre eigenen besonderen Kompaniefahnen. Da die Schlachtfelder meist durch den Pulverdampf der Kanonen stark "vernebelt" waren, fiel eine Unterscheidung zwischen Freund und Feind oft nicht leicht. In einigen Fällen ähnelte die "stars and bars"- Flagge der "stars and stripes" - Flagge der Nordstaaten - Armeen so sehr, dass eigene Einheiten beschossen wurden. Durch dieses "friendly fire" kam es nicht selten zu tragischen Todesfällen.
Daher begannen Stabsoffiziere der Südstaaten über eine Kriegsflagge nachzudenken, die sich völlig von derjenigen der Unionsarmee unterscheiden sollte. Zudem bestand das Ziel, möglichst alle Truppenteile mit der gleichen Flagge auszustatten.
Die bekannteste wurde im September 1861 in Virginia geschaffen.
Man einigte sich unter Federführung von General P.G.T. Beauregard auf eine quadratische, rote Flagge, mit einem dunkelblauen "St. Andrews" - Kreuz, auf dem 12 weiße Sterne platziert wurden. Aus heraldischen Gründen wurde das Kreuz noch weiß eingefasst.
Geplant war eine Herstellung in drei Größen: 48 inches Seitenlänge für die Infanterie, 36 inches für die Artillerie, sowie 30 inches für die Kavallerie. Im Laufe des Krieges hielt man sich jedoch nicht immer an diese Vorgaben. Erhaltene Nachkriegs-Flaggen zeigten sogar, dass anscheinend keinerlei 36 inch-Flaggen hergestellt worden waren.
Vom November 1861 an wurden die ersten Exemplare der neuen Kriegsflagge an Einheiten in Centreville ausgeliefert.
Kriegsflaggen mit 13 Sternen wurden erstmals im Mai 1862 produziert, obwohl Kentucky bereits im Dezember 1861 als dreizehnter Staat der Konföderation beigetreten war.
Die erste Nationalflagge "stars and bars" behielt bis zum Ende des Krieges ihre Bedeutung als Flagge im Felde und wurde nie vollständig durch die neue Version ersetzt.
Flaggen der Marine
- Hoheitsflagge zur See
Die Hoheitsflagge ("ensign") zur See entsprach in allem der allgemeinen Nationalflagge, die im entsprechenden Zeitraum gebraucht wurde. Am 26. Mai 1863 wurde jedoch eine Änderung der Flaggenproportionen angeordnet: So hatte das "stainless banner" zur See von diesem Zeitpunkt an ein Größenverhältnis von 2:3 aufzuweisen, im Gegensatz zur Nationalflagge an Land, die mit einem Verhältnis von 1:2 verwendet wurde.
- Der Gösch (Bugflagge) der Kriegsmarine
Der Gösch der Kriegsmarine - auch als "Southern Cross" bezeichnet - ist eine rechteckige Version der Kriegsflagge. Ein weiterer Unterschied besteht in dem deutlich helleren Blauton ("navy blue") des "St. Andrews" - Kreuzes.
Ursprünglich war eine ähnliche Version dieser Flagge als erste Nationalflagge der Konföderation geplant. Da jedoch das Kreuz nach Meinung der Regierungskomission zu stark an "Hosenträger" erinnerte, wurde der Vorschlag abgelehnt.
Die Flagge wurde erst am 26. Mai 1863 eingeführt und bis zum Ende des Krieges benutzt. Zuvor (seit dem 4. März 1861) bestand der Gösch aus einer blauen Flagge, auf dem weisse Sterne - in der Anzahl der Konföderationsmitglieder - kreisförmig angeordnet waren.
Neben der Kriegsmarine hatte die Armee von Tennessee den Gösch von 1863 als Kriegsflagge im Einsatz.
Heutzutage ist das Modell das allgemein anerkannte Symbol des "Südens", wo es den Namen "Rebellen" - bzw. "Dixie" - Flagge trägt. Fälschlicherweise wird sie auch als "Konföderierten-Flagge" bezeichnet.
- Die "Zollflagge"
Der so genannte "Confederate States Revenue Service" war eine Art Zollbehörde auf See, die die Aufgabe hatte, die Küsten gegen Schmuggler zu verteidigen. Eines der Privilegien dieser Behörde bestand in dem Recht, eine eigene Flagge führen zu dürfen. Bei der Wahl der neuen Flagge hielt man sich z.T. an die Version der "Nordstaaten", die senkrechte Farbbalken aufwies. In Gesamteindruck entstand eine Flagge, die sehr an die französische Trikolore erinnerte.
siehe auch
- Verfassung der USA, 13. Amendment (Ergänzung), USA (kurzer Absatz Geschichte)
Weblinks
- [http://docsouth.unc.edu/index.html Documenting the American South]
Kategorie:Amerikanischer Bürgerkrieg
ja:アメリカ連合国
GliedstaatGliedstaat ist ein Begriff aus den Staatswissenschaften. Die Gliedstaaten sind die geografischen und politischen Einheiten mit Staatsqualität, die sich in einem föderalistischen politischen System zu einem Bundesstaat zusammenschließen.
Im Gegensatz zu dem ihm übergeordneten Gesamtstaat besitzt der Gliedstaat im strengen Sinn keine völkerrechtliche Souveränität sowie eine beschränkte, geteilte staatsrechtliche Souveränität. Einzelne völkerrechtliche Souveränitätsrechte können den Gliedstaaten erhalten bleiben, wie etwa das Recht, eigene diplomatische Vertretungen im Ausland zu unterhalten, wie dies Bayern im deutschen Kaiserreich erlaubt war. Sein Staatsgebiet und seine Organe unterstehen der Befehlsgewalt eines übergeordneten Staatsgebildes, des Gesamtstaates. Die Befehlsgewalt des Gesamtstaates bemisst sich grundsätzlich nach der Verfassung des Gesamtstaats, hinzutreten können Vereinbarungen mit den Gliedstaaten oder Erklärungen der Gliedstaaten. Somit verbleiben den Gliedstaaten eigene Politikfelder, die der Staatsgewalt des Gesamtstaates entzogen sind. Ausnahmen davon sehen die Verfassungen jedoch vielfach im Kriegsfall sowie in anderen Fällen des Notstands vor. Außerdem existiert im Gliedstaat ein eigenes politisches System, welches üblicherweise nach den Grundsätzen der Gewaltenteilung konzipiert ist. Demnach existiert eine Exekutive, der eine Regierung vorsteht. Ferner existiert eine Legislative, welche durch ein Parlament errichtet wird, wobei daneben Elemente direkter Demokratie existieren können.
In Deutschland und den USA sowie einigen anderen Bundesstaaten obliegt den Gliedstaaten auch die Ausübung der rechtsprechenden Gewalt in ihrem Kompetenzbereich, weswegen sie Gerichte errichtet haben.
Für die Gliedstaaten eines Bundesstaates werden viele Bezeichnungen verwendet: In den USA nennen sie sich einfach state, in Kanada province bzw. territory, in Deutschland und Österreich Bundesland und in der Schweiz Kanton. Gliedstaaten sind völkerrechtlich meist nur beschränkt rechtsfähig.
Konflikte zwischen Gliedstaat und Gesamtstaat werden üblicherweise durch Gerichte, in modernen Staatssystemen durch Verfassungsgerichte, etwa dem Bundesverfassungsgericht in Deutschland oder dem Verfassungsgerichtshof in Österreich entschieden. Wenn es an einer solchen Institution mangelt und ein solcher Konflikt politisch entschieden werden muss, kann durch weitere Eskalationen ein bewaffneter Konflikt zwischen Gesamtstaat und den Gliedstaaten entstehen, wie man am Beispiel Jugoslawien sehen kann.
Siehe auch: Föderalismus Portal:Politik, Kanton,
Kategorie:Politische Geographie
Kategorie:Staats- und Verfassungsrecht
Kategorie:Politologie
SezessionskriegAls Sezessionskrieg (auch Amerikanischer Bürgerkrieg, im Süden der USA als Krieg zwischen den Staaten (War Between the States) oder früher sogar als Krieg der nördlichen Aggression (War of Northern Aggression) bezeichnet) wird der militärische Konflikt in den Jahren 1861 bis 1865 zwischen den Nordstaaten und den aus den Vereinigten Staaten (Union) ausgetretenen Südstaaten (Konföderation) bezeichnet. Er war der verlustreichste und blutigste aller Kriege der USA und neben der amerikanischen Revolution der einzige größere Krieg auf US-Staatsgebiet. Viele Familien hatten sowohl Mitglieder, die auf der Seite der Nordstaaten kämpften, als auch Mitglieder, die für die Südstaaten in die Schlacht zogen. Er ist besonders in den Südstaaten, deren Territorium viel stärker betroffen war, und die schließlich unterlagen, noch heute im kollektiven Gedächtnis der USA sehr präsent.
amerikanischen Revolution]
Ein gespaltenes Land
Einige Monate nach der Wahl Abraham Lincolns im November 1860 traten sieben Staaten aus der Union aus: South Carolina am 20. Dezember 1860; Mississippi am 9. Januar 1861; Florida am 10. Januar 1861; Alabama am 11. Januar 1861; Georgia am 19. Januar 1861; Louisiana am 26. Januar 1861; und Texas am 1. Februar 1861. Am 4. Februar 1861 gründeten diese Staaten, in denen die mit Sklavenarbeit betriebene Baumwollplantagenwirtschaft ein wichtiger Wirtschaftsfaktor war, einen unabhängigen Staatenverbund: die Konföderierten Staaten von Amerika (CSA). Ihre Verfassung war im Grundsatz der US-amerikanischen sehr ähnlich, mit Ausnahme der ausdrücklichen Erlaubnis der Sklaverei. Am 12. April 1861 eröffneten die CSA mit der Schlacht um Fort Sumter, South Carolina, den offenen Krieg und besetzte diese und andere Stützpunkte des USA-Militärs auf ihrem Gebiet. Als Lincoln daraufhin die Streitkräfte mobilisierte, um die Stützpunkte zurückzuerobern, traten vier weitere Bundesstaaten aus der Union aus: Virginia (17. April 1861); Arkansas (6. Mai 1861); Tennessee (6. Mai 1861) und North Carolina (13. Mai 1861).
Vier „Sklavenstaaten“ entschieden sich, nicht aus der Union auszutreten, und ein Bundesstaat war gespalten. Diese fünf Staaten nennt man die „Grenzstaaten“ (Border States). Delaware, das im vorausgegangenen Präsidentschaftswahlkampf Lincolns demokratischen Gegenkandidaten John C. Breckinridge unterstützt hatte, hatte nur wenige Sklaven; Sezession kam nicht in Frage. Zur Zeit des Kriegsbeginns hatte niemand geglaubt, dass die Sklaverei je abgeschafft werden würde; die strittige Frage war lediglich die Einschränkung ihrer Verbreitung. Auch Maryland war zunächst für Breckinridge gewesen, Marylands Repräsentantenhaus lehnte am 27. April 1861 jedoch unter Druck die Sezession ab, nachdem es zu ernsthaften Unruhen und mehreren Ausschreitungen in Baltimore gekommen war. Diese Ereignisse sowie Angst vor einer Invasion der Hauptstadt selbst veranlassten die US-Regierung, das Kriegsrecht auszurufen. Missouri und Kentucky blieben ebenfalls in der Union; beide Staaten hatten jedoch interne Rebellenregierungen, die von den CSA anerkannt wurden. Der Gouverneur von Missouri, Claiborne F. Jackson, war Sympathisant der Südstaaten. Er evakuierte die Hauptstadt Missouris, Jefferson City, als diese vom Unions-Brigadegeneral Nathaniel Lyon am 14. Juni 1861 angegriffen wurde. Die Situation war für die US-Regierung prekär. Hätte Maryland die Union noch verlassen, so wäre dies für die US-Regierung eine Katastrophe gewesen, da Washington D.C. zwischen Maryland und Virginia zu einer isolierten Exklave geworden wäre; so hätten die Südstaaten möglicherweise eine schnelle Kapitulation erzwingen können. Selbst mit Maryland auf Unionsseite grenzte die amerikanische Hauptstadt unmittelbar an feindliches Territorium. Die Hauptstadt der CSA, Richmond, war nur einige Stunden mit dem Zug von Washington entfernt.
Richmond
Die in Missouri gewählte Regierung informierte sich über den Stand der Dinge und tagte im Exil in der Kleinstadt Neosho. Die Abtrünnigen billigten ein Sezessionsgesetz, das die CSA am 30. Oktober 1861 anerkannte (siehe die Missouri secession controversy). In der Zwischenzeit berief die US-Regierung eine Verfassungsversammlung ein und organisierte eine parallele Missouri-Regierung. Schließlich blieb Missouri beim Norden. Für eine Weile versuchte Kentucky, sich für neutral zu erklären. Während einer kurzen Zeit schlossen sich einige den südlichen Streitkräften an, und Südstaatensympathisanten organisierten eine Zusammenkunft für die Sezession und vereidigten einen konföderierten Gouverneur. In Virginia wollten die Menschen in den nördlichen Counties bei der Union bleiben; sie spalteten sich vom Bundesstaat Virginia ab, der die Union verließ. Ab 1863 wurde diese abgespaltene Region zum autonomen Bundesstaat West Virginia, der Teil der Union war und die Absicht der allmählichen Emanzipierung der Schwarzen verfolgte.
New Mexico war damals noch kein Bundesstaat, sondern lediglich Territorium. Die südliche Hälfte schloss sich der Sezession an, die CSA nahmen sie als Arizona-Territorium mit Mesilla als Hauptstadt auf. Diese Gegend war von Weißen nur wenig bevölkert und spielte im Krieg nur eine untergeordnete Rolle. Kalifornien war seit seinem Eintritt in die Union 1850 immer ein Staat ohne Sklaverei gewesen. Lincoln hatte hier eine relative, aber keine absolute Mehrheit, und es gab etliche Sympathisanten der Südstaaten und ihres Präsidentschaftskandidaten John C. Breckenridge, der 28% der Stimmen gewonnen hatte. Dennoch galt Kalifornien immer als "nördlicher" Staat. Seine Soldaten waren nicht der US-Regierung unterstellt, Kalifornien selbst sandte sie an die Front gegen die Südstaaten. Darüberhinaus finanzierte das neu entdeckte Gold Kaliforniens zum Teil den Krieg. Die größeren Ressourcen brachten dem Norden einen deutlichen Vorteil im Ankauf von Material aus dem Ausland.
Ursachen
Kalifornien
Der Krieg entzündete sich an den wirtschaftlichen, politischen und sozialen Gegensätzen von Norden und Süden. In den Nordstaaten wurde die Industrialisierung immer weiter fortgesetzt, der Norden verlangte vom Süden die Abschaffung der Sklaverei. Die südstaatliche Plantagenwirtschaft war jedoch weitgehend von der Arbeitskraft der Sklaven abhängig. Der Sklaverei-Konflikt wurde allerdings erst ab der zweiten Hälfte des Bürgerkriegs durch die so genannte "Emancipation Proclamation" von Abraham Lincoln zum eigentlichen Kriegsgrund erklärt; zunächst stand die Frage der Rechte der einzelnen Bundesstaaten im Vordergrund.
Doch auch in diesem Punkt ging es im Kern um die Auseinandersetzung zweier Wege in die ökonomische Zukunft der USA. Die Wirtschaft der Südstaaten basierte auf dem Export von Rohmaterialien (insbesondere Baumwolle) und dem Import von Manufakturwaren. Schutzzölle - wie sie die Nordstaaten für ihre im Aufbau befindlichen Industrien gegen die europäische Konkurrenz verlangten - konnten die Preise für die Importe nur erhöhen. Außerdem musste mit Abwehrmaßnahmen der Abnehmer der Rohmaterialien (z. B. England) gerechnet werden. Wie es in diesen Streitpunkten weiter gehen sollte, musste letztlich der Kongress entscheiden. Deshalb wurde die Frage, ob in den neu hinzukommenden Territorien Sklaverei erlaubt oder verboten sein solle, zu einer Frage, wer in den folgenden Jahren im Kongress die Mehrheit hätte - die eher industrialisierten und schutzzöllnerischen Nordstaaten oder die eher agrarischen und freihändlerischen Südstaaten. Dieser Konflikt beherrschte die politische Diskussion bei mehreren wichtigen Maßnahmen seit den 1850er Jahren, die vom Kongress blockiert und deshalb zu den Wahlkampfschlagern Lincolns wurden. Dabei ging es um staatliche Landzuweisungen für Arbeitslose sowie für die Errichtung von höheren Schulen und um den Bau einer transkontinentalen Eisenbahn. Sie sollten das Wachstum und den Wohlstand im Sinne der Nordstaaten fördern, und dafür trat Lincoln zusammen mit seiner Partei, den Republikanern, ein. Diese Maßnahmen mussten nach Ansicht der Südstaatler über kurz oder lang zu einer politischen Übermacht des Nordens im Kongress führen. Sie konnten zudem nicht erwarten, dass der Kongress mit dieser Mehrheit für den Schutz ihres Eigentums, als das aus ihrer Sicht ihre Sklaven galten, in allen Staaten der USA sorgen würde. Bei einer Ausweitung ihrer wirtschaftlichen Aktivitäten auf die neuen Territorien und Staaten liefen sie Gefahr, dass ihre Sklaven als freie Menschen behandelt würden, also z. B. bei einer Flucht nicht durch die Polizei eingefangen und ihnen wieder ausgeliefert würden.
Darum kam es mit der Wahl des republikanischen Kandidaten Abraham Lincoln am 6. November 1860 zum Präsidenten der USA zur Spaltung (Sezession), obwohl Lincoln in der Frage der Sklaverei immer wieder betont hatte, dies sei Sache der Einzelstaaten. Da zur damaligen Zeit zwischen der Wahl und dem Amtsantritt eines Präsidenten noch jeweils etwa vier Monate lagen, entwickelte sich nun ein gefährliches Machtvakuum, weil der abgewählte, aber noch amtierende James Buchanan nicht zu energischen Entscheidungen bereit war. In den Monaten um die Jahreswende 1860/61 erklärten immer mehr der Sklavenhalterstaaten des Südens ihren Austritt aus der Union. Ein am 4. Februar 1861 in Washington zusammengetretener Friedenskongress löste sich ohne Resultat auf. Bereits am 6. Februar versammelte sich in Montgomery ein Kongress der abgefallenen Staaten, welcher am 11. März der so genannten Konföderation ihre neue Verfassung gab. Zum Präsidenten der Südstaaten wurde Jefferson Davis gewählt. Auch Lincoln, der erst am 4. März 1861 mit seiner Amtsantrittserklärung reagieren konnte, scheiterte mit seinen Versöhnungsbemühungen. Mit der Eroberung von Fort Sumter durch die südstaatlichen Truppen begann schließlich der offene Krieg zwischen der Union und der Konföderation.
Kriegsverlauf
Ausgangslage
Die Südstaaten wurden von einer energischen, zweckbewussten, staatsmännisch geschulten Aristokratie geleitet, die die USA seit ihrer Gründung dominiert hatte. Viele Offiziere des Heeres und der Marine stammten aus dem Süden und schlossen sich diesem an, wie z. B. P. G. T. Beauregard, Joseph E. Johnston, Robert E. Lee, Thomas Jonathan Jackson, James E. B. Stuart, James Longstreet, Ambrose P. Hill, Nathan B. Forrest, Leonidas L. Polk, William J. Hardee, Patrick R. Cleburne, Braxton Bragg, John C. Breckinridge, Edmund K. Smith, Jubal A. Early, John B. Gordon, John B. Hood, Daniel H. Hill, Albert S. Johnston, William Mahone und Joseph Wheeler. Dort organisierten sie die Streitmacht der Konföderation. Dies wurde dadurch erleichtert, dass Kriegsminister Floyd schon 1860 viele Waffen und Geschütze in die südlichen Arsenale geschickt hatte, während die Unionsflotte über alle Meere zerstreut worden war. Daher waren die Südstaaten am Anfang des Kriegs dem Norden entschieden überlegen.
Die Bevölkerung des Nordens (die Grenzstaaten Maryland, Kentucky, Tennessee, Missouri u. a. verhielten sich schwankend) war für eine Erhaltung der Union. Lincoln rief am 15. April 75.000 Freiwillige zu den Waffen. Diesen fehlte es aber an Organisation. Die Truppen wurden von den Einzelstaaten, welche auch die Offiziere ernannten, auf Zeit gestellt. Das gänzlich vom Kriegsministerium unabhängige Oberkommando erhielt zuerst der 75jährige Generalleutnant Winfield Scott. Ausrüstung, Ausbildung und Verpflegung der Unionstruppen waren anfangs mangelhaft und wurden erst allmählich besser. Daher erlitt der Norden trotz seiner zahlenmäßigen Überlegenheit anfangs Misserfolge.
Erste Hälfte des Bürgerkriegs
Winfield Scott
Beim ersten Vordringen der Bundestruppen unter Brigadegeneral Irvin McDowell gegen die Stellung der Konföderation bei Manassas Junction erlitten die Nordstaaten in der ersten Schlacht von Bull Run eine vollständige Niederlage (21. Juli 1861). Der nun zum Oberbefehlshaber des Nordens ernannte General George B. McClellan schlug am Potomac River ein Lager auf und nutzte Herbst und Winter dazu, die von den Staaten gestellten Freiwilligen und Milizen - über 500.000 Mann - auszubilden. Währenddessen wurden durch eine schnell geschaffene Kriegsflotte die Häfen der Südstaaten blockiert oder sogar besetzt. Es gelang der Konföderation jedoch oft, die Blockaden zu brechen. Südstaatliche Kreuzer wurden zum Teil auch in England ausgerüstet, das sich von der Sezession ein Gleichgewicht der Macht in Nordamerika erhoffte. Die Verhaftung südstaatlicher Abgesandter auf einem englischen Schiff (Trent-Affaire, November 1861), drohte bei der gereizten Stimmung beider Teile sogar einen Krieg zwischen der Union und England herbeizuführen.
Im Bürgerkrieg kam es 1862 besonders im Westen zu wichtigen Entscheidungen. Nachdem es 1861 gelungen war, Missouri der Union zu erhalten - die Bevölkerung war im Verhältnis ca. 2:1 für den Norden - besetzten die Generäle George H. Thomas und Ulysses S. Grant im Februar 1862 auch Kentucky und Tennessee und rückten den Mississippi River abwärts vor. Der Versuch der Konföderation, mittels der von General Henry H. Sibley geführten New Mexico-Offensive den Südwesten und die kalifornischen Pazifikhäfen zu erobern, scheiterte nach einigen kurzen Anfangserfolgen im April 1862. Admiral Farragut konnte währenddessen die Einfahrt in die Mississippimündung erzwingen und New Orleans am 1. Mai 1862 besetzen. Der Kampf konzentrierte sich im Westen um das von der Konföderation stark befestigte Vicksburg, das nach einer langen, seit dem 18. Mai 1863 andauernden Belagerung am 4. Juli 1863 von Grant erobert wurde. Mit der Kontrolle über den Mississippi hatte die Union die Südstaaten von Texas und Arkansas abgeschnitten.
In Virginia eröffnete McClellan den Kampf im März 1862 mit einem allgemeinen Vorgehen gegen Richmond, die Hauptstadt der Konföderation. Zahlreiche blutige Gefechte, darunter die siebentägige Schlacht am Chickahominy (25. Juni bis 2. Juli), gaben kein entscheidendes Resultat. General John Pope wurde in der zweiten Schlacht von Bull Run (29./30. August) geschlagen und zog sich nach Washington zurück. Der konföderierte Oberbefehlshaber Lee versuchte nun einen Einfall in Maryland und Pennsylvania, und überschritt am 4. September den Potomac mit seiner Army of Northern Virginia. Am 17. September wurde er bei Antietam von McClellan nach verlustreichem Kampf gestoppt und zum Rückzug nach Virginia gezwungen.
Da McClellan seinen Sieg nicht nutzte, wurde er am 17. November durch General Ambrose E. Burnside ersetzt, der einen Vorstoß auf Richmond unternahm, aber am 13. Dezember bei Fredericksburg eine empfindliche Niederlage erlitt. Sein Nachfolger Joseph Hooker drang im April 1863 über den Rapidan vor, wurde aber in einer Schlacht bei Chancellorsville (2. - 5. Mai) von Lee besiegt. Lee versuchte einen zweiten Einfall in Maryland, wurde aber in der blutigsten Schlacht des ganzen Krieges bei Gettysburg (1. - 3. Juli) von General George G. Meade über den Potomac zurückgeworfen.
Schlacht von Gettysburg
Die Schlacht von Gettysburg halten viele Experten für die entscheidende Schlacht des Amerikanischen Bürgerkrieges. Sie ereignete sich zwischen dem 1. und dem 3. Juli 1863 bei der Kleinstadt Gettysburg in Pennsylvania, nur wenige Meilen nördlich der Grenze zu Maryland. Ursprünglich sollte sie laut den föderierten Kommandeuren am kleinen Flüsschen Pipe Creek (30 km entfernt) stattfinden. Eine Division des Konföderiertengenerals A. P. Hill wollte sich und ihrem III. Korps Schuhe aus dem Örtchen Gettysburg "organisieren" (die Südstaatenarmee litt chronisch an Schuhwerkmangel). Die morgendliche Attacke geriet aus dem Ruder. Die größte Schlacht des "Civil War" fand an einem Ort und zu einem Zeitpunkt statt, den keiner der Kommandeure auf beiden Seiten so haben wollte. Sie endete mit der Niederlage der Südstaatenarmee unter General Robert E. Lee und beendete die letzte Offensive der Südstaaten auf dem Territorium der Nordstaaten.
Diese Niederlage und die gleichzeitige Eroberung Vicksburgs bildeten den Wendepunkt des Krieges. Es war der Konföderation nicht geglückt, Washington und einige Nordstaaten zu erobern. Im Westen hatte sie dagegen große Verluste erlitten und es machte sich bei ihr eine Erschöpfung an Geld und Menschenkräften bemerkbar. Die industrialisierte Wirtschaft des Nordens konnte die Verluste besser ausgleichen.
Das Ende des Krieges
Gleichzeitig machte sich auch im Norden eine allgemeine Kriegsmüdigkeit bemerkbar, die sich mitunter durch offene Anfeindungen gegenüber den Afroamerikanern äußerte, die als Sündenbock dienten. Zeitweise war auch die Armee der Nordstaaten mit dem Problem konfrontiert, nicht genügend Rekruten zu haben, um die bisherigen Verluste zu ersetzen. Die Aufstellung schwarzer Einheiten ("Buffalo Soldiers") bot für die Einzelstaaten des Nordens eine bequeme Möglichkeit, ihre Soll-Kontingente aufzustellen, und die Problematik bei der Aushebungsfrage zu lindern. Dies bot sich umso mehr an, als viele Afroamerikaner bereits seit Kriegsbeginn darauf drängten, rekrutiert zu werden. Dies wurde jedoch zunächst abgelehnt, um Sklavenhalterstaaten, die in der Union verblieben waren, nicht zu verprellen. Im Kriegsverlauf trat diese Frage immer weiter in den Hintergrund.
Zunächst nur als Sicherungs- und Hilfstruppen eingesetzt, stellten afro-amerikanische Einheiten ihre hohe Moral und Kampfkraft beim Angriff auf Fort Wagner am 18. Juli 1863 unter Beweis. Zum Ende des Krieges stellten diese Einheiten einen bedeutenden Anteil der Nordstaaten-Armee – ihr Einsatz war kriegsentscheidend. Infolgedessen formulierte der Norden nun offen die Aufhebung der Sklaverei und die völlige Niederwerfung der Rebellion als Ziele des Krieges. Lincoln erließ am 22. September 1862 eine Proklamation, welche alle Sklaven - allerdings nur in den Landesteilen unter Kontrolle der Konföderation - vom 1. Januar 1863 an für frei erklärte. Bei der Präsidentschaftswahl 1864 siegte Lincoln über den Kandidaten der Demokratischen Partei, George B. McClellan; zum Vizepräsidenten wurde Andrew Johnson gewählt.
Ulysses S. Grant, der neue Oberbefehlshaber (1864) der Unionstruppen, hatte Arkansas nach einem Sieg bei Chattanooga im November 1863 besetzt. Anfang Mai 1864 setzte er den Vormarsch Richtung Richmond fort und lieferte Lee in der "Wildnis" (Wilderness) und bei Spotsylvania eine Reihe blutiger Gefechte mit wechselndem Erfolg. Nach einer Niederlage beim Versuch, den Chickahominy zu überqueren, versuchte er Petersburg anzugreifen, das er nach einem vergeblichen Überrumpelungsversuch belagerte. Gemeinsam mit dem im Shenandoah-Tal operierenden Generalmajor Philip Sheridan gelang es ihm schließlich im Herbst, Lees Defensivstellung bei Richmond zu durchbrechen und sich am rechten Ufer des James River zu behaupten.
Gleichzeitig drang General William T. Sherman vom Westen her in Georgia ein. Dabei kam es zu zahlreichen Kriegsverbrechen, weil gezielt Zivilisten von Unionstruppen attackiert wurden. Er besetzte im September 1864 Atlanta (siehe auch Atlanta-Feldzug) und marschierte von dort nach Savannah am Atlantischen Ozean, wo er am 21. Dezember einzog und die Verbindung mit der Unionsflotte herstellte. Im Januar 1865 rückte er durch South und North Carolina nach Norden, zog am 22. März bei Goldsboro ein Unionsheer zusammen und vollendete Ende März die Einschließung Lees, der nur noch 60.000 Mann unter seinem Befehl hatte.
Am 3. April rückten die Bundestruppen in Petersburg und Richmond ein. Lee ergab sich am 9. April bei Appomattox Court House, Johnston und der Rest der konföderierten Truppen am 17. April. Damit war der Bürgerkrieg nach vierjähriger Dauer beendet.
Folgen
Im amerikanischen Bürgerkrieg kamen etwa 600.000 Menschen ums Leben. Die Kriegskosten überstiegen 8 Milliarden Dollar. Die Unionsarmee zählte am Ende des Kriegs über 1 Million Mann, die Flotte 671 Schiffe.
:"Die alte föderative Republik, in der nur das Postamt den Durchschnittsbürger in Berührung mit der nationalen Regierung brachte, wich einem zentralisierten Gemeinwesen, das die Menschen direkt besteuerte und zur Erhebung dieser Steuern eine eigene Behörde einrichtete, das die Männer zur Armee einzog, die Zuständigkeit der Bundesgerichte ausweitete, eine nationale Währung und ein nationales Bankensystem schuf und die erste nationale Wohlfahrtsbehörde ... einrichtete. Elf der ersten zwölf Zusätze zur amerikanischen Verfassung hatten die Vollmachten der nationalen Regierung beschnitten; sechs der nächsten sieben Zusätze, angefangen beim 13. Verfassungszusatz von 1865 dehnten diese Vollmachten auf Kosten der Einzelstaaten wieder aus.
:Mit dieser Veränderung im föderativen Gleichgewicht ging eine Verschiebung der politischen Macht von Süden nach Norden einher." (McPherson, Für die Freiheit sterben, S. 845f.)
Verfilmungen
Folgende Filme spielen zur Zeit des Sezessionskriegs bzw. handeln davon:
- Der General
- Geburt einer Nation
- Gettysburg
- Glory
- Gods and Generals
- Unterwegs nach Cold Mountain
- Vom Winde verweht
- Wer mit dem Teufel reitet...
- Zwei Glorreiche Halunken
- Fackeln im Sturm (North & South)
- Der letzte Befehl
Literatur
Die Literatur bezüglich des Bürgerkrieges ist uferlos. Als Auswahl sollten folgende Bände genügen, deren Bibliographien leicht weitere Literatur erschließen.
- James M. McPherson: Für die Freiheit sterben. Die Geschichte des amerikanischen Bürgerkrieges, List Verlag Berlin, ISBN 3-471-78178-1, auch Weltbild Verlag, Augsburg 2000 Der Autor erhielt hierfür den Pulitzerpreis. Die beste einbändige Darstellung des Krieges, die auch detailliert auf die Ursachen eingeht.
- Shelby Foote, The Civil War. A Narrative, 3 Bde., New York 1958-1974, ISBN 0-7126-9812-4 Sehr gut geschriebene Darstellung des Krieges, wenn auch ohne fachwissenschaftlichen Apparat.
- Bernd G. Längin: Der Amerikanische Bürgerkrieg. Eine Chronik in Bildern - Tag für Tag. Bechtermünz Verlag, 275 S., ISBN 3-86047-900-8, auch Weltbild Verlag, Augsburg, 1998
Siehe auch
- Portal:Sezessionskrieg
- Schlachten des Amerikanischen Bürgerkriegs, Liste von Kriegen
- Flaggen der Sezessionsstaaten
- Kriegsflaggen der Konföderierten Staaten von Amerika
Weblinks
- [http://www.authentichistory.com/civilwar.html authentichistory.com: Bild- und Tonarchiv zum Amerikanischen Bürgerkrieg]
- [http://www.civilwarsearch.com American Civil War Search Directory]
- [http://sunsite.utk.edu/civil-war/warweb.html American Civil War Homepage (Links)]
- [http://www.bigcountry.de/index.htm Bigcountry (deutsch)]
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Kategorie:Militärische Geschichte der USA
Kategorie:Geschichte der USA
Kategorie:1860er
ja:南北戦争
ko:남북 전쟁
simple:American Civil War
th:สงครามกลางเมืองอเมริกา
1865
- 29. Mai: Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger wird gegründet
- 14. Juli: Erstbesteigung des Matterhorn durch Edward Whymper, Lord Douglas, Hudson, Hadow, Michel Croz und Peter Taugwalder Vater und Sohn
- am Hudson River entsteht der erste Eissegelclub der Welt
Politik
- in Leipzig wird der Allgemeine Deutsche Frauenverein (ADF) unter führender Mitwirkung von Louise Otto-Peters gegründet
- 9. April: Kapitulation der Virginia-Armee der Konföderierten Staaten von Amerika im Gerichtshaus zu Appomattox gegenüber der Nordstaaten-Armee (USA)
- 14. August: Gasteiner Konvention zwischen Preußen und Österreich zur Verwaltung von Schleswig und Holstein
- 24. Dezember: General Nathan Bedford Forrest und andere heimgekehrte Soldaten der Südstaaten gründen nach dem verlorenen Bürgerkrieg den originalen Ku Klux Klan in Pulaski, Tennessee
- Mihail Kogălniceanu ( - 6. September 1817 in Iaşi, † 1. Juli 1891 in Paris) erster rumänischer Ministerpräsident, Historiker und Publizist tritt zurück
Katastrophen
- 5. Mai: Großer Brand in Oberstdorf: Eine Feuersbrunst vernichtet am 5. und am 6. Mai zwei Drittel der Gebäude des Ortes
- 16. Juli: Eisenbahnunglück in Buckau. Ein Sonderzug mit Eisenbahnmitarbeitern fährt am späten Abend auf einen stehenden mit Kohle beladenen Güterzug auf. 29 Tote und 50 Schwerverletzte
- 25. Oktober: Das Dampfschiff „S. S. Republic“ (USA) sinkt im Sturm ca. 150 km südöstlich von Savannah (Georgia/USA). 25 Tote (von 92 Menschen an Bord)
Wirtschaft
- BASF wird gegründet
Wissenschaft und Technik
- Johann Josef Loschmidt berechnet die Anzahl der Moleküle in einem gegebenen Volumen eines Gases unter Normalbedingungen, die so genannte Loschmidt-Zahl L, auch Avogadrozahl (in Berichte der Wiener Akademie 52 (1865), 345)
Kultur
- 17. Februar: Uraufführung der Oper Der Deserteur von Ferdinand Hiller in Köln
- 4. April: Max und Moritz von Wilhelm Busch erscheint erstmals
- 15. April: Uraufführung der Oper Le Bœuf Apis von Léo Delibes am Théâtre des Bouffes-Parisiens in Paris
- 28. April: Uraufführung der Oper L'Africaine (Die Afrikaberin) von Giacomo Meyerbeer an der Opéra-Comique in Paris
- 21. Mai: Uraufführung des lyrischen Dramas Der Cid von Peter Cornelius am Hoftheater Weimar
- 10. Juni: Uraufführung der Oper Tristan und Isolde von Richard Wagner im Königlichen Hof- und Nationaltheater München
- 2. Juli: Gründung der Heilsarmee
- 28. September: Uraufführung der Oper Straszny Dwór (das Gespensterschloß) von Stanislaw Moniuszko in Warschau
- 18. Oktober: Allgemeiner Deutscher Frauenverein in Leipzig gegründet
- 9. Dezember: Uraufführung der Oper Le Voyage en Chine von François Bazin an der Opéra-Comique in Paris
- 6. Januar: Nikolai Jakowlewitsch Marr, georgischer Sprachwissenschaftler († 1934)
- 8. Januar: Winnaretta Singer, Musikmäzenin († 1943)
- 13. Januar: Peter Bruckmann, Fabrikant († 1937)
- 22. Januar: Jean Paul Ertel, deutscher Komponist († 1933)
- 26. Januar: Sabino Arana Goiri, spanisch-baskischer Dichter und Politiker († 1903)
- 31. Januar: Henri Desgrange, Begründer der Tour de France († 1940)
- 9. Februar: Erich Dagobert von Drygalski, deutscher Geograph, Geophysiker und Polarforscher († 1949)
- 15. Februar: Emil Kraepelin, deutscher Psychologe († 1926)
- 17. Februar: Ernst Troeltsch, deutscher Theologe und Politiker († 1923)
- 19. Februar: Sven Hedin, schwedischer Geograf und Forschungsreisender († 1952)
- 21. Februar: Walter Boveri, Industrieller, Gründer von Brown, Boveri & Cie (BBC) († 1924)
- 22. Februar: Otto Modersohn, deutscher Maler († 1943)
- 25. Februar: Andranik Torosi Ozanyan, armenischer Widerstandskämpfer († 1927)
- 27. Februar: Jacques Mieses, deutsch-britischer Schachspieler († 1954)
- 19. März: William Morton Wheeler, US-amerikanischer Ethologe († 1937)
- 25. März: Pierre Ernest Weiß, französischer Physiker († 1940)
- 1. April: Richard Adolf Zsigmondy, Chemiker, Bergsteiger († 1929)
- 9. April: Charles Proteus Steinmetz, deutsch-amerikanischer Elektroingenieur († 1923)
- 9. April: Erich Ludendorff, deutscher Offizier und General († 1937)
- 29. April: Max Fabiani, Architekt, Schüler Otto Wagners († 1962)
- 18. Mai: Traugott von Jagow, Polizeipräsident von Berlin († 1941)
- 25. Mai: Friedrich August III. (Sachsen), König des Königreich Sachsen († 1932)
- 25. Mai: John Raleigh Mott, US-Amerikanischer evangelischer Theologe († 1955)
- 25. Mai: Pieter Zeeman, niederländischer Physiker († 1943)
- 1. Juni: Alfred Götze, deutscher Prähistoriker († 1948)
- 3. Juni: Georg V., englischer König von 1910 bis 1936 († 1936)
- 9. Juni: Carl Nielsen, dänischer Komponist und Dirigent († 1931)
- 9. Juni: Nielsen, dänischer Komponist und Dirigent († 1931)
- 13. Juni: Karl Blossfeldt, deutscher Fotograf († 1932)
- 13. Juni: William Butler Yeats, irischer Dichter († 1939)
- 19. Juni: Alfred Hugenberg, deutscher Unternehmer und Politiker († 1951)
- 28. Juni: Otto Julius Bierbaum, deutscher Autor und Schriftsteller († 1910)
- 2. Juli: Lily Braun, deutsche Schriftstellerin und Frauenrechtlerin († 1916)
- 6. Juli: Emil Jaques-Dalcroze, Komponist und Musikpädagoge († 1950)
- 17. Juli: Bernhard Dernburg, deutscher Politiker und Bankier († 1937)
- 18. Juli: Robert Gradmann, deutscher Pfarrer, Geograph, Botaniker und Landeskundler († 1950)
- 21. Juli: Robert Kahn, deutscher Komponist und Musikpädagoge († 1951)
- 22. Juli: Rudolf Heinze, deutscher Jurist und Politiker († 1928)
- 26. Juli: Philipp Scheidemann, sozialdemokratischer Politiker († 1939)
- 31. Juli: Alfons Heinrich, Herzog von Oporto und Herzog zu Sachsen († 1920)
- 1. August: Alfred Hoche, deutscher Psychiater († 1943)
- 3. August: Carl Dorno, deutscher Naturforscher († 1942)
- 6. August: Hannah Chaplin, britische Tänzerin und Sängerin († 1928)
- 8. August: Robert Haab, Schweizer Politiker († 1939)
- 10. August: Alexander Konstantinowitsch Glasunow, russischer Komponist († 1936)
- 15. August: Hantaro Nagaoka, japanischer Physiker († 1950)
- 16. August: Ettore Tolomei, italienischer Nationalist († 1952)
- 16. August: Denis Joseph Dougherty, Erzbischoff von Philadelphia († 1951)
- 24. August: Ferdinand I. (Rumänien), rumänischer König († 1927)
- 28. August: Caspar Klein, Bischof und der erste Erzbischof von Paderborn
- 12. September: Sophus Claussen, dänischer Schriftsteller († 1931)
- 18. September: Friedrich Wilhelm Kuhnert, deutscher Maler und Illustrator († 1926)
- 19. September: Oskar Dressel, deutscher Chemiker († 1941)
- 21. September: Georg Ludwig Rudolf Maercker, deutscher Generalmajor († 1924)
- 23. September: Suzanne Valadon, französische Malerin († 1938)
- 26. September: Otto Tetens, deutscher Naturwissenschaftler († 1945)
- 1. Oktober: Paul Dukas, französischer Komponist († 1935)
- 4. Oktober: Max Halbe, deutscher Schriftsteller und Dramatiker († 1944)
- 4. Oktober: Friedrich Lienhard, deutscher Schriftsteller und Wortführer der Heimatkunstbewegung († 1929)
- 7. Oktober: Theodor Scheimpflug, Entdecker der fotografischen Regel († 1911)
- 10. Oktober: Rafael Merry del Val y Zulueta, Kardinal der römisch-katholischen Kirche († 1930)
- 11. Oktober: Emma Graf, Schweizer Frauenrechtlerin († 1926)
- 12. Oktober: Arthur Harden, britischer Biochemiker und Nobelpreisträger († 1940)
- 18. Oktober: Karl Eugen Neumann, Übersetzer der Reden des Buddha († 1915)
- 20. Oktober: Mackay-Hugh Baillie-Scott, britischer Architekt und Innenarchitekt († 1945)
- 25. Oktober: Walter Leistikow, Berliner Maler († 1908)
- 26. Oktober: Benjamin Guggenheim, US-amerikanischer Geschäftsmann († 1912)
- 28. Oktober: James Brendan Connolly, erster Olympiasieger der Neuzeit († 1957)
- 1. November: Sámuel Teleki, österreichisch-ungarischer Politiker († 1916)
- 2. November: Warren G, 29. Präsident der USA († 1923)
- 6. November: William Boog Leishman, britischer Mediziner († 1926)
- 19. November: Otto Eckmann, deutscher Maler und Grafiker († 1902)
- 24. November: Adolf Damaschke, Pädagoge und ein Führer der Bodenreformbewegung († 1935)
- 3. Dezember: Gustav Jenner, deutscher Komponist († 1920)
- 8. Dezember: Jacques Salomon Hadamard, französischer Mathematiker († 1963)
- 8. Dezember: Jean Sibelius, finnischer Komponist († 1957)
- 23. Dezember: Albrecht von Württemberg, deutscher Adliger († 1939)
- 30. Dezember: Rudyard Kipling, britischer Schriftsteller und Dichter († 1936)
- 19. Januar: Pierre Joseph Proudhon, französischer Ökonom, Soziologe und Anarchist ( - 1809)
- 10. Februar: Heinrich Friedrich Emil Lenz, deutscher Physiker ( - 1804)
- 25. Februar: Otto Ludwig, deutscher Schriftsteller ( - 1813)
- 1. März: Anna Pawlowna, Königin der Niederlande ( - 1795)
- 2. April: Ambrose Powell Hill, US-amerikanischer General (Konföderation) ( - 1825)
- 2. April: Richard Cobden, englischer Unternehmer ( - 1804)
- 5. April: Jan Kaňka, tschechischer Komponist ( - 1772)
- 15. April: Abraham Lincoln, 16. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika ( - 1809)
- 26. April: John Wilkes Booth, US-amerikanischer Schauspieler ( - 1838)
- 28. April: Samuel Cunard, kanadischer Geschäftsmann und Reeder ( - 1787)
- 30. April: Robert FitzRoy, britischer Marineoffizier und Meteorologe ( - 1805)
- 21. Mai: Christian Jürgensen Thomsen, dänischer Altertumsforscher ( - 1788)
- 24. Mai: Sophie Barat, Gründerin des katholischen Frauenordens der Sacré Coeur-Schwestern ( - 1779)
- 29. Mai: Bernard-Pierre Magnan, französischer General und Marschall von Frankreich ( - 1791)
- 6. Juni: William Clark Quantrill, Partisanen-Führer im amerikanischen Sezessionskrieg ( - 1837)
- 13. August: Ignaz Semmelweis, österreichischer Arzt (Hygiene-Pionier) ( - 1818)
- 23. August: Ferdinand Georg Waldmüller, Maler und Kunstschriftsteller ( - 1793)
- 26. August: Johann Franz Encke, deutscher Astronom ( - 1791)
- 27. August: Thomas Chandler Haliburton, kanadischer Schriftsteller ( - 1796)
- 29. August: Gustav Harkort, deutscher Unternehmer, Bankier und Eisenbahnpionier ( - 1795)
- 2. September: William Rowan Hamilton, irisch-englischer Mathematiker und Physiker ( - 1805)
- 28. September: Carl Alexander Heideloff, deutscher Architekt und Denkmalpfleger ( - 1789)
- 12. Oktober: Samuel Marot, evangelischer Theologe ( - 1770)
- 18. Oktober: Henry John Temple, britischer Politiker ( - 1784)
- 25. November: Heinrich Barth, deutscher Afrikaforscher ( - 1821)
- 28. November: Johann Martin Lappenberg, deutscher Historiker ( - 1794)
- 1. Dezember: Abraham Emanuel Fröhlich, Schweizer Theologe und Schriftsteller ( - 1796)
- 4. Dezember: Adolph Kolping, deutscher katholischer Priester ( - 1813)
- 10. Dezember: Leopold I. (Belgien), König von Belgien ( - 1790)
- 31. Dezember: Fredrika Bremer, schwedische Schriftstellerin und Führerin der Frauenbewegung ( - 1801)
Staatsoberhäupter
Europa
- Portugal: Ludwig I., König von Portugal, (1861–1889)
- Schweiz: Karl Schenk, Bundespräsident der Schweiz
ko:1865년
simple:1865
Südstaaten
Die Südstaaten im weiteren Sinn sind eine Region der USA, die zum einen eine bestimmte kulturelle Region bildet, zum anderen eine der Bürgerkriegsparteien im Sezessionskrieg stellten. Nach der Definition des United States Census Bureau bestehen die Südstaaten aus insgesamt 16 Staaten mit knapp 100 Millionen Einwohnern auf 2,384,143 km².
Es handelt sich dabei um jene Bundesstaaten der USA, die südlich der Mason-Dixon-Linie, der Grenze zwischen Pennsylvania und Maryland, liegen und in denen bis zum amerikanischen Bürgerkrieg die Sklavenhaltung erlaubt war. Im engeren Sinn bezeichnet der Begriff jene 11 Staaten, die sich 1860/61 nach der Wahl Abraham Lincolns zum US-Präsidenten von der Union abspalteten, die Konföderierten Staaten von Amerika bildeten und im Sezessionskrieg den Nordstaaten unterlagen.
Geographie
Die meisten Südstaaten haben ein feuchtes subtropisches Klima. Wichtige geographische Merkmale sind (von Ost nach West) die Atlantikküste, die Appalachen, der Mississippi River und die weiten Landschaften Texas'. Die Böden sind meist fruchtbar, die sichere frostfreie Periode beträgt über sechs Monate. Typische Pflanzen der Gegend sind Lebenseichen, Magnolien, Dogwood und Weihrauchkiefer.
Geschichte
Vorkoloniale Zeit
Um das Jahr 800 herum, entwickelten sich erstmals in der Gegend stratifizierte Gesellschaften, die von einem ökonomischen Überschuss profitierten. Besonders die Mississippi-Kultur ist bemerkenswert. Die Indianer betrieben Ackerbau (vor allem Mais) und begannen sich in Städten anzusiedeln. Die größte der Städte der Mississippi-Kultur, Cahokia, in der Nähe des Zusammenschlusses von Missouri-River und Mississippi-River gelegen, hatte im 12. Jahrhundert um 20 000 Einwohner. Inwieweit diese Entwicklung von den Indianern Mittelamerikas beeinflusst war, ist noch nicht abschließend erforscht.
Um das 13. Jahrhundert herum alledings begann ein Niedergang der Kulturen. Die Bevölkerungszahl ging zurück, Städte wurden verlassen. Die Expedition Hernando de Sotos im 16. Jahrhundert fand viele offensichtlich seit langer Zeit im Stich gelassener Plätze, der Austausch der Stämme und Kulturen untereinander war offensichtlich nur noch ein schwacher Abglanz dessen was sich mit Archäologischen Funden aus früherer Zeit rekonstruieren lässt.
Die Bewohner der Gegend gehörten zu den Sprachfamilien der Sioux (Quapaw, Biloxi), Algonkin-Sprachfamilie (Pamunkey, Shawnee), Irokesische Sprachen (Cherokee, Tuscarora, Westos), Caddo (Hasinai), Kadohadacho, Natchitoches), der Golfsprachen (Atakapa, Chitimacha, Natchez, Tunica) und Timucuan (Apalachen, Choctaw, Oristas, Cusabos, Chickasaw, Guales, Alabama, Muskogee).
Koloniale Zeit
Erste spanische Expeditionen wurden 1527/28 von Pánfilo de Naváez und Álvar Núñez Cabeza de Vaca sowie 1539/40 von Hernando de Soto 1539, der weit ins Landesinnere drang, durchgeführt. Obwohl es historisch noch umstritten ist, begann der Niedergang der Mississippi-Kultur weit vor den Expeditionen der Spanier, diese aber versetzen mit ihren Waffen und vor allem mit eingeschleppten Krankheiten den Ureinwohnern einen weiteren gravierenden Stoß.
Im Jahre 1585 gründete Walter Raleigh die erste englische Siedlung auf dem Boden der heutigen USA. Sie wurde auf Roanoke Island (North Carolina) gegründet, war jedoch nicht von Dauer. Erst im Jahre 1607 gelang es den Engländern in Virginia die erste permanente Siedlung Jamestown zu gründen.
Wie Neuengland, so wurde der Süden zunächst von englischen Protestanten besiedelt. Später kamen auch andere Religionsgemeinschaften hinzu.
Aufnahme in die Union
1776 zählten von den 13 Gründungsstaaten der USA, sechs zu den sklavenhaltenden Südstaaten: Delaware, Maryland, Virginia, North Carolina, South Carolina und Georgia. Gleichfalls als Sklavenstaaten wurden 1792 Kentucky, 1796 Tennessee, 1812 Louisiana, 1817 Mississippi und 1819 Alabama in die Union aufgenommen. Weiter gelten als Südstaaten Missouri, das 1821 der Union beitrat, Arkansas, das 1836 der Union beitrat, sowie seit 1845 Florida und Texas. Alle diese Staaten erlaubten auch die Sklaverei.
Cotton Kingdom
Zwischen den 1790ern mit der Erfindung des Cotton Gins durch Eli Whitney und dem amerikanischen Bürgerkrieg setzte sich Baumwolle als primäres Agrargut durch. Sie trug in dieser Zeit maßgeblich dazu bei, die britische Textilindustrie zu versorgen. Mehrere Millionen Hektar frühere Wildnis wurden erschlossen; begleitet wurde der Prozess von einer intensiven Modernisierung. Dieselbe Zahl von Arbeitern, die um 1800 einen Hektar Baumwolle bearbeiten konnte, bearbeitete um 1850 zwölf Hektar ergänzt um Maisfelder und andere Früchte zur Selbstversorgung. Die Entwicklung des Raddampfers fällt in die Zeit, ebenso wie die Ausbreitung der Eisenbahn zum Transport und die Einführung des Telegraphen. Waren die Menschen im größten Teil der Südstaaten um 1800 noch Selbstversorger, bestanden 1860 intensive Handelsbeziehungen zu den Nordstaaten, so gut wie alle Konsumgüter und Maschinen wurden importiert. Zentrum der Baumwollindustrie war der Staat Mississippi und hier besonders die südliche Gegend von Vicksburg entlang des Mississippi River mit dem städtischen Zentrum Natchez.
Sklaverei
Die Sklaven in den Südstaaten wurden dort als Sklaven geboren oder kamen bis zu seinem Verbot 1808 durch den Atlantischen Sklavenhandel ins Land.
Die Sklavenarbeit auf den Tabak- und Baumwoll-Farmen und Plantagen der Südstaaten unterschied sich von der früher etablierten Sklavenarbeit auf den karibischen Zuckerrohrplantagen. Tabak- und Baumwollanbau war weniger kraftintensiv als Zuckerrohranbau - die Sklavenhalter konnten es sich leisten etwa zur Hälfte Frauen zu besitzen. Sie unterstützten in den meisten Fällen Familienbindungen, da diese nicht nur für (geldwerten) Nachwuchs sorgten, sondern auch die Gefahr von Aufständen drastisch verringerten, da potenziell beteiligte wesentlich mehr zu verlieren hatten als in der Karibik. Eine Gefahr, die auch dadurch verringert wurde, dass die Sklaven nie, wie in der Karibik, den größten Teil der Bevölkerung stellten.
Die Sklavenarbeit wurde entweder nach dem Gang-System geleistet oder nach dem Task-System. Im Gang-System arbeiteten die Sklaven den ganzen Tag unter einem (meist auch versklavten) Aufseher, im Task-System bekamen sie eine bestimmte Aufgabe gestellt und hatten frei, wenn sie diese vor Ablauf der angesetzten Zeit schafften.
Neben der Mehrzahl der Sklaven, die auf den Plantagen und Farmen arbeiteten, gab es auch Haussklaven und Facharbeiter. Die letzteren wurden oft in der Zeit in der es keine Arbeit auf der Farm gab, an Handwerker in den naheliegenden Städten vermietet, wodurch die Sklaven ein relativ großes Freiheitspotenzial hatten.
Die Chancen offiziell frei zu kommen, waren gering. Traditionell besaßen die Eigentümer das Recht ihre Sklaven in die Freiheit zu entlassen, meist wendeten sie das jedoch nur bei ihren eigenen (nicht anerkannten) Kindern mit weiblichen Haussklaven an. In den letzten Jahren vor der Sezession begann die Angst zu wachsen, dass Freigelassene die Sklaven zur Unruhe anstiften würden, das Recht der Freilassung wurde teilweise allein auf den Gouverneur der einzelnen Staaten verlagert.
Natürlich versuchten auch Sklaven zu fliehen. Mit Hilfe sympathisierender Personen und Abolitionisten gelang dies beispielsweise durch die Underground Railroad. Während Aufstände selten waren, kam Sabotage öfter vor. Gerade die handwerklich ausgebildeten Sklaven hatten sowohl das technische Verständnis als auch die Möglichkeiten an den Maschinen ihrer Besitzer größeren Schaden anzurichten, ohne dass ihre eigene Tat dabei offensichtlich wurde.
Gründung der Konföderation
Wegen der Befürchtung, die neue republikanische Regierung unter Abraham Lincoln werde gegen die Sklaverei vorgehen, erklärte South Carolina im Dezember 1860, noch vor dem Amtsantritt des neugewählten Präsidenten, seinen Austritt aus der Union. Sie schlossen sich zu den Konföderierten Staaten von Amerika zusammen. Der noch amtierende Präsident James Buchanan war der Ansicht, dieser Austritt sei zwar illegal, es gebe aber andererseits auch keine rechtliche Grundlage dafür, ihn mit Gewalt zu verhindern; er blieb daher untätig, obwohl Lincoln ihn zum Handeln aufforderte. Diesem Schritt folgten bis zum April 1861 fast alle Staaten des tiefen Südens: Mississippi, Florida, Alabama, Georgia, Louisiana und Texas. Nach dem Angriff South Carolinas auf das auf seinem Staatsgebiet gelegene, aber unter Bundesverwaltung stehende, Fort Sumter, der den Beginn des Bürgerkriegs markierte, traten auch Virginia, Arkansas, North Carolina und Tennessee aus der Union aus. Die so genannten Grenzstaaten -- Kentucky, Maryland, Delaware und Missouri -- verblieben dagegen in der Union; der Westteil Virginias spaltete sich seinerseits von Virginia ab und verblieb als neuer Staat West Virginia in der Union.
Nach dem Bürgerkrieg
Auch nachdem die Südstaaten den Bürgerkrieg verloren hatten, sind Rassentrennung, Rassismus und subjektiv wahrgenommenen Rassenunterschiede, dort bis heute ein wichtiges soziales und politisches Thema. Rassentrennung (Segregation) galt dort offiziell bis in die 1970er Jahre. Der Ku-Klux-Klan genoss große Unterstützung sowohl in der weißen Bevölkerung als auch unter den (ausschließlich weißen) sozialen Eliten. Erst die Bürgerrechtsbewegung der 1960er und der soziale Wandel, der durch vermehrten Zuzug einsetzt, konnten die Probleme zumindest etwas abschwächen.
Merkmale des Südens
Gemeinsam war damals allen Südstaaten eine starke landwirtschaftliche Ausrichtung - im Gegensatz zum schon weitgehend industrialisierten Norden. Vor allem in den Küstenebenen war die Plantagenwirtschaft weit verbreitet. Daher gab es in diesen Staaten die "peculiar institution", die besondere Einrichtung, wie die US-Verfassung die Sklaverei nannte. Zwischen den Plantagenbesitzern in der Ebene und den Kleinbauern in den Gebirgsregionen der Appalachen gab es erhebliche, wirtschaftlich bedingte Gegensätze. Daher kam es während des Bürgerkrieges zur "Sezession in der Sezession", zur Abspaltung West Virginias von Virginia und der versuchten Abspaltung Ost-Tennessees von Tennessee.
Trotz der Wiedervereinigung mit dem Norden nach dem verlorenen Sezessionskrieg gibt es bis heute spürbare Unterschiede zwischen beiden Landesteilen. Die sozio-kulturellen Gegensätze ziehen sich durch alle Gesellschaftsschichten und Parteien und prägen - ausgesprochen oder unausgesprochen - seit der Phase der Reconstruction die Politik zwischen den Einzelstaaten und dem Bund. Vereinzelte Personen der Bevölkerung der Südstaaten (sogenannte Rednecks) verspüren auch heute noch eine Abneigung gegenüber den "Yankees" (Bewohner der Nordstaaten) aufgrund des verlorenen Sezessionskrieges.
In den Südstaaten entstanden Gospel, Blues und Country-Musik. New Orleans war und ist ein wichtiges Zentrum für Blues und Jazz, Memphis eines für Blues und Soul. Nashville, Tennessee ist das Zentrum der kommerziellen Country-Musik. Als "Geburtsstunde" des Rock 'n' Rolls wird oft die erste Aufnahme vom aus Mississippi stammenden Elvis Presley in Memphis genannt. Der Dixieland-Jazz und der Southern Rock sind direkt nach den Südstaaten benannt.
Bekannt ist die Südstaatenküche und ihre Besonderheiten, Cajun-Food, Soul-Food und Tex-Mex.
Ein gebräuchliches Synonym für die Südstaaten ist Dixie. Der Name soll entweder von dem Begriff "Mason-Dixon-Linie" abgeleitet worden sein oder er leitet vom französischen Wort "dix" her, welches früher in den Südstaaten auf den Dollarnoten zu finden war.
Die Landvermesser Mason und Dixon hatten die Grenzlinie vermessen, die die Trennung zwischen den amerikanischen Staaten bezeichnete, südlich derer die Sklaverei erlaubt und nördlich derer sie verboten war.
Daten der Sezession
- South Carolina 12. Januar 1859
- Mississippi 9. Januar 1861
- Florida 10. Januar
- Alabama 11. Januar
- Georgia 19. Januar
- Louisiana 26. Januar
- Texas 1. Februar
- Virginia 17. April
- Arkansas 6. Mai
- Tennessee 6. Mai
- North Carolina 13. Mai
Kategorie:Region der USA
Kategorie:Amerikanischer Bürgerkrieg
SezessionDer Ausdruck Sezession ("Spaltung") bezeichnet
# die Loslösung einzelner Landesteile aus einem Staat, siehe Sezession (Politik). Besonders bekanntes Beispiel ist die Abspaltung der Südstaaten der USA, die zum Sezessionskrieg führte.
# die Abwendung einer Künstlergruppe von einer als nicht mehr zeitgemäß empfundenen Kunstrichtung, siehe Secession
# eine individuelle Sezession nach Herbert Spencer, nach der jeder Einzelne das Recht habe, sich aus der ihn umgebenden Gesellschaft zu entfernen und ihre Regeln und Einschränkungen nicht mehr zu befolgen
#ist eine rechts-konservative Zeitschrift[http://www.sezession.de/], die quartalsweise erscheint.Sie wird vom Institut für Staatspolitik (IfS)[http://www.staatspolitik.de/] herausgegeben. Redakteure sind Dr. Karlheinz Weißmann, Mag. Wolfgang Dvorak-Stocker und Götz Kubitschek. Die drei Redakteure sind bekannte Protagonisten einer rechts-konservativen Strömung, die von den Sozialwissenschaften mit dem Begriff Neue Rechte bezeichnet wird.
EinwanderungImmigration oder auch Zuwanderung bedeutet, dass eine Person dauerhaft ihren Wohnsitz in ein anderes Land verlegt. Ein Einwanderer ist vorher aus einem anderen Land ausgewandert.
Gründe für Einwanderung
Einwanderung gibt es in nahezu allen Ländern der Erde, aus verschiedenen Gründen:
- Wegen besserer Arbeits- und Lebensbedingungen (Spezialfall angeworbene Arbeitskräfte, in Deutschland beispielsweise Gastarbeiter oder auch Ruhrpolen); abwertend auch Wirtschaftsflüchtlinge genannt
- Aus politischen Gründen
- Aus religiösen oder sprachlich-kulturellen Gründen
- Als Flüchtlinge wegen akuter Bedrohung durch Krieg, Bürgerkrieg, Hungersnot oder gezielter Vertreibung
- Aus Gründen der Familienzusammenführung
- Als angeworbene Siedler
- Aus persönlicher Neigung zu dem aufnehmenden Land (z. B. Auswanderer nach Australien)
- In früheren Zeiten aufgrund von Versklavung
Einwanderung in verschiedene Länder
Es gibt klassische Einwanderungsländer, vor allem die USA, Kanada, die Länder Südamerikas, Deutschland und die Schweiz. Politisch bezeichnend ist es, dass diese Länder Immigration meist nur aufgrund akuter wirtschaftlicher Notwendigkeit ihrer selbst oder aus humanitären oder politischen Gründen von Flüchtlingen zulassen, nicht jedoch eine allgemeine Einwanderungsquote erlauben.
Und letztendlich gibt es Länder, die Immigration nicht begrenzen müssen, da sich aufgrund der wirtschaftlichen Schwäche keine oder nur wenige Menschen ein Interesse an der Einwanderung dorthin haben.
Siehe auch: Einwanderung in die USA, Einwanderung nach Brasilien
Rechtlicher Status in Deutschland
In Deutschland lassen sich Einwanderer in folgende Gruppen unterteilen:
- Spätaussiedler (Einwanderungsregelung gemäß Bundesvertriebenen- und -flüchtlingsgesetz (BVFG) von 1953 sowie Aussiedleraufnahmegesetz (AAG) von 1990),
- Unionsbürger EU-Angehörige genießen ein weitgehendes Recht auf Freizügigkeit nach dem Freizügigkeitsgesetz/EU,
- Arbeitsmigranten aus Drittstaaten (Nicht-EU-Ländern) können ggf. nach dem Aufenthaltsgesetz als Arbeitnehmer oder Selbständige einreisen und sich hier aufhalten,
- Familienangehörige Deutscher und hier lebender Ausländer, insbesondere Ehepartner und minderjährige Kinder, können ggf. nach dem nach dem Aufenthaltsgesetz ein Aufenthaltsrecht erhalten,
- Studierende können ggf. nach dem nach dem Aufenthaltsgesetz ein Aufenthaltsrecht zu Studienzwecken erhalten,
- Flüchtlinge können nach Artikel 16a Grundgesetz und dem Asylverfahrensgesetz einen Flüchtlingsstatus beantragen. Der aus humanitären, politischen oder völkerrechtlichen Gründen mögliche Aufenthalt für anerkannte Flüchtlinge und weitere Ausländer (z.B. jüdische Zuwanderer) richtet sich nach dem Aufenthaltsgesetz,
- Illegale Einwanderer besitzen keinen regulären Status nach dem Ausländerrecht.
Die Immigration von Menschen nach Deutschland, und auch die transnationale Migration, betrifft nicht nur Einzelpersonen, sondern auch Familien: im Zuwanderungsgesetz ist z.B. das Nachzugsalter von Familienangehörigen von Zuwanderern geregelt.
Deshalb wird Immigration im 6. Familienbericht „Familien ausländischer Herkunft - Leistungen - Belastungen - Herausforderungen“ des BMFSFJ, 2000, als Familienprojekt bezeichnet, das generationsübergreifend stattfindet und nicht in einer Generation abgeschlossen ist. U.a. durch diesen Bericht des BMFSFJ aus dem Jahr 2000 ist klargestellt, dass die B.R. Deutschland ein Einwanderungsland ist und dass die Integration der Immigranten durch den zeitlich nahen Nachzug der Familienmitglieder gefördert und stabilisiert wird.
In die B.R. Deutschland Zuwandernde kommen aus über 180 Staaten, mit Zugehörigkeiten weiter variirender Ethnien und Religionen.
Immigranten haben die unterschiedlichsten Migrations- oder Fluchtgründe, haben die Absicht, kurz oder länger in Deutschland zu bleiben oder nur durchzuwandern.
Seit 1996 gibt es eine Statistik zum Familiennachzug. Diese weist eine Größenordnung von 55.000 bis 63.000 Familienangehörige im Jahr aus. Zwei Drittel des Familiennachzugs sind Ehepartner und etwa ein Drittel sind Kinder (20.000). Verglichen mit der Zahl der primären Immigranten von 649.249 Personen addiert sich die Anzahl eines Zehntel dieser Anzahl durch Familiennachwanderung.
„Integrationspolitik muss verstärkt die ‚ganze Familie‛ in den Blick nehmen und diese Perspektive zumindest ergänzend und verstärkend neben die "Familienmitglieder-Zielgruppenorientierung" setzen, die heute vor allem in der Form von Kinder-, Jugend- und Mädchenprojekten umgesetzt wird,“ heißt es im von Wolfgang Erler und Monika Jaeckel erstellten Zwischenbericht zum dji-Projekt („Der soziale Nahraum in seiner Integrationsfunktion für Familien ausländischer Herkunft“), weil die Familien von Immigranten auch einen Lebensraum darstellen, der einer Integration entgegenwirken kann, da sich der Spracherwerb und die Überwindung der kulturtellen Fremdheit verzögern können.
Vor- und Nachteile der geregelten Einwanderung für das aufnehmende Land
Einwanderung wird oft politisch gesteuert, wenn beispielsweise Fachkräftemangel herrscht oder wenn sich die Bevölkerungsstruktur ungünstig entwickelt (siehe Bevölkerungsrückgang).
Das hat aus Sicht des aufnehmenden Landes zunächst einige verlockende Vorteile:
- Man hat die Möglichkeit, gezielt Ausländer in bestimmten Altergruppen und mit bevorzugten Qualifikationen ins Land zu lassen, während man potentielle Leistungsempfänger außen vor lassen kann.
- Man kann direkt von der Arbeitsleistung und der Ausbildung der Zuwanderer profitieren, ohne selber die Kosten für die Ausbildung aufgebracht haben zu müssen.
- Durch die höhere Auswahl an Arbeitskräften können die Löhne sinken, was nicht immer ein Nachteil für die Arbeitnehmer sein muss, wenn Betriebe dadurch konkurrenzfähiger produzieren können.
- Zudem erspart man sich zunächst die Rentenempfänger, wenn man nur junge Menschen zuwandern lässt.
- Außerdem können Zuwanderer die Gesellschaft durch fremde Kultur, durch neues Wissen und unkonventionelle Ideen bereichern.
- Zudem exportiert man die eigene Kultur und Geschäftsbeziehungen indirekt über die bei den Zuwanderern zum eigenen Land bestehenden Kontakte.
- Letztendlich bieten sich so auch Möglichkeiten, über die Einwanderer und deren finanziellen Transaktionen in ihre Heimatländer politischen und entwicklungspolitischen Einfluss auf diese Länder zu nehmen.
Aber es gibt auch Nachteile:
- Eine zu große Zuwanderung führt dazu, dass es schwer wird, bestimmte Bevölkerungsgruppen zu integrieren. Das führt dazu, dass diese Menschen ausschließlich in ihrer eigenen abgeschlossenen Kultur wie in einer gesellschaftlichen Insel leben. Dadurch stockt der Informationsaustausch, und die Ausbildung der Kinder wird erschwert. Teilweise kann Zuwanderung dazu führen, dass sich bereits teilintegrierte Ausländer wieder abkapseln und sich ausschließlich der Kultur ihres ehemaligen Heimatlandes zuwenden, indem z. B. Kinder von deutsch sprechenden Ausländern in der Schule nur noch mit anderen, nicht deutsch sprechenden Ausländerkindern verkehren.
- Die entstehende kulturelle Vielfalt, so sehr sie auch positiv zu sehen ist, kann aber auch dazu führen, dass die eigentliche kulturelle Identität des Landes in den Hintergrund gedrängt wird. Dadurch kann die kulturelle Vielfalt innerhalb verschiedener Länder abnehmen, wenn überall die gleiche kulturelle Vielfalt auf engem Raum herrscht.
- Die durch Immigration entstehende soziokulturelle Veränderung kann zu Sozialneid bei der angestammten Bevölkerung, als auch bei den bereits integrierten Immigranten führen.
- Immigration führt zu Druck auf dem Arbeits- und Wohnungsmarkt, was zu Neid, sozialem Abstieg bestimmter Gruppen und sozialen Spannungen führen kann.
- Die kulturellen Unterschiede können zu Missverständnissen und Verärgerungen sowohl bei der einheimischen Bevölkerung als auch bei den Immigranten selbst führen.
- Wenn die Vorteile der Immigration der Bevölkerung nicht vermittelbar sind, kann sich latent vorhandener Ausländerhass, Chauvinismus und Nationalismus entwickeln.
- Es ist wesentlich leichter, gering qualifizierte Immigranten ins Land zu holen als gut ausgebildete Spitzenkräfte. Dafür gibt es auf dem Arbeitsmarkt aber oft schon genügend einheimische Kräfte.
- Andererseits kann durch die Migration, insbesondere die Arbeitsmigration, ein Abzug der im eigenen Land benötigten Intelligenz erfolgen ("Brain Drain"). Diese Kräfte fehlen dann möglicherweise dem Ursprungsland, selbst wenn die Qualifikation im Zielland nicht für eine entsprechende Tätigkeit ausreicht, weil beispielsweise ein akademischer Abschluss nicht anerkannt wird.
- Irgendwann wird man aufgrund sozialer Notwendigkeiten um Familienzusammenführungen nicht herumkommen, so dass man eventuell später doch zusätzliche Leistungsempfänger ins Land holt - der rein wirtschaftliche Vorteil schrumpft so im Laufe der Zeit.
- Deswegen, und weil sich gezeigt hat, dass Immigranten im Durchschnitt zumindest in der Anfangszeit eine höhere Geburtenrate aufweisen als Einheimische, lässt sich eine begonnene Zuwanderung nur mit deutlicher Verzögerung bremsen. Wil | | |