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| Drop D |
Drop DDie Dropped D-Stimmung ist eine Stimmung für Gitarren. Hierbei wird die sechste Saite (E- oder Bass-Saite) gegenüber der Standardstimmung (E-A-d-g-h-e’) um einen Ton tiefer gestimmt, d. h. D-A-d-g-h-e’. Die sechste Saite muss nach dem Umstimmen also eine Oktave tiefer klingen als die vierte Saite; die sechste Saite im siebten Bund und die leere fünfte Saite erzeugen damit die selbe Tonhöhe.
Durch diese Stimmung erklingt beim Durchschlagen der offenen Basssaiten der Gitarre ein D-Powerchord (D-A-d). Diese Stimmung ermöglicht es, besonders schnell, sauber und gelenkschonend zwischen Powerchords zu wechseln. Es reicht dazu aus, mit einem beliebigen Finger der Greifhand einen Barré über die Basssaiten zu legen. Da beim Anschlagen der leeren Saiten kein echter Akkord erklingt, ist die Dropped D-Stimmung keine offene Stimmung im engeren Sinn.
Sie ist besonders für Stücke in D (egal ob Dur oder Moll) geeignet. Die Gitarre klingt voller; ein D-Akkord ist nun mit wenig Mühe über alle sechs Saiten zu spielen. Gegenüber der Standardstimmung ändern sich die Griffe nur wenig. Wie aus der Grifftabelle ersichtlich, darf die sechste Saite mitunter nicht mitgespielt oder muss zwei Bünde höher gegriffen werden.
Eine Variation des Tunings besteht darin, alle Saiten zusätzlich um einen oder mehrere Halbtöne tiefer zustimmen, um Bundreinheit zu gewährleisten sind dazu allerdings dickere Saiten notwendig.
Dropped D-Stimmung wird vor allem in den Bereichen Heavy Metal, Crossover, Hardcore Metal und Nu Metal, aber auch häufig in der Rockmusik eingesetzt.
Grifftabelle
Die Ziffern bezeichnen die zu greifenden Saiten; links die Bass-Saite. Mit x bezeichnete Saiten werden nicht angeschlagen.
A x02220
A 0x7650
Am x02210
H x24442
Hm x24432
C x32010
D 000232
Dm 000231
E xx2100
Em 222000
F xx3211
F# xx4322
F#m xx4222
G 550003
Kategorie:Gitarre
Stimmung (Musik)Als Stimmung bezeichnet man in der Musik die Art, in der bei einem Musikinstrument die Töne des Tonsystems aufeinander fein-abgestimmt sind. Eine andere Bezeichnung dafür (insbesondere bei Tasteninstrumenten) ist Temperatur.
Jeder Ton hat in jeder Tonleiter eine andere Funktion, z. B. kann das E der Grundton der E-Dur-Tonleiter, der zweite Ton der D-Dur- oder -Moll-Tonleiter oder die Quinte der A-Dur-Tonleiter sein etc. Für jede der möglichen Funktionen ergeben sich unterschiedliche ideale Frequenz-Verhältnisse der Töne zueinander, die aber wiederum untereinander in Einklang gebracht werden müssen, um auf dem Instrument in mehreren gewünschten Tonarten spielen zu können. Dies bedeutet, Kompromisse einzugehen: je reiner man eine bestimmte Tonart stimmt, umso unreiner sind andere Tonarten.
Besonders signifikant wird dieses Problem bei der Mehrstimmigkeit, wenn verschiedene Töne zusammenklingen sollen, obendrein auf dem gleichen Instrument.
Überblick
Es gibt eine Vielzahl von Systemen, die Töne des Tonsystems einzustimmen. Die wichtigsten Stimmungssysteme sind:
- Reine Stimmung (Perfekte ganzzahlige Frequenzverhältnisse in der Grundtonart)
- Pythagoräische Stimmung
- Natürlich-harmonische Stimmung
- Mitteltönige Stimmung (Basistonarten F, C, G, D sind nahezu rein)
- Silbermann-Sorge-Temperatur
- Wohltemperierte (Temperierte) Stimmung (alle Tonarten sind akzeptabel spielbar bei unterschiedlichen Halbton-Verhältnissen)
- Werckmeister-Stimmung
- Kirnberger-Stimmung
- Gleichstufige Stimmung (alle Halbtöne haben dasselbe nicht-ganzzahlige Frequenzverhältnis)
Die genaue Stimmung beziehungsweise Überprüfung der Frequenzverhältnisse erfolgt unter Zuhilfenahme der Frequenz der Schwebung (periodisches An- und Abschwellen der Lautstärke) zwischen zwei nahe beieinanderliegenden, gleichzeitig erklingenden Tönen.
Die Stimmungen machen nur Aussagen über die Frequenzverhältnisse der einzelnen Töne zueinander. Es wird keine Aussage über die absolute Tonhöhe, d.h. die Frequenz gemacht. Die Frequenzen werden durch die Angabe der Tonhöhe des Anfangstons oder der Frequenz für den Ton a’ festgelegt, beispielsweise als Kammerton a’ mit zur Zeit 440 Hz.
Die Wahl des Stimmungssystems ist davon abhängig, welche Musik zum Erklingen gebracht werden soll. Die heute überwiegend verwendete Gleichstufige Stimmung ist für alle Musik nach 1800 sicherlich ausreichend geeignet. Frühere Musik hingegen oder gar außereuropäische Musik (Weltmusik) lebt sehr stark von der Intonationsreinheit oder verschiedenartigen Tonartcharaktern – beides Forderungen, die durch die Gleichstufige Stimmung nicht bedient werden. Im Rahmen der Historischen Aufführungspraxis Alter Musik werden daher ältere Stimmungssysteme wieder verstärkt erforscht, um adäquate Wiedergaben zu ermöglichen.
Geschichte
Pythagoras von Samos: „Alles ist Zahl“
Die erste theoretische Beschreibung eines Stimmungssystems stammt von Pythagoras von Samos. Pythagoras war ein nach Unteritalien ausgewanderter Philosoph, Mathematiker und Religionsgründer. Er war der Auffassung, der gesamte Kosmos (insbesondere die Konstellation der Himmelskörper) gehorche einfachen Zahlenverhältnissen und die Musik sei Abbild des Kosmos.
Er untersuchte auf dem Monochord die Intervalle zwischen Saitenteilen mit ganzzahligen Längenverhältnissen (z. B. klingt eine Saite, wenn sie in der Hälfte geteilt wird, eine Oktav höher als in ihrer vollen Länge; das zugehörige Zahlenverhältnis ist also 1 : 2). Er beschrieb so erstmals die natürlichen Intervalle, die wir aus der Obertonreihe kennen.
Pythagoras führte eine siebentönige Skala auf der Grundlage der reinen Quinte (mit dem nach der Oktav einfachsten Zahlenverhältnis 2 : 3) ein. Die Töne werden dabei von einem Anfangston ausgehend durch Quintschritte ermittelt und in eine gemeinsame Oktave transponiert.
Mittelalter
Das Tonsystem des Pythagoras wurde von den Römern und im mittelalterlichen Europa übernommen. Monochorde, Glockenspiele und Orgeln wurden pythagoreisch gestimmt und in der gregorianischen Musizierpraxis verwandt. Die frühe Mehrstimmigkeit bevorzugte die in der pythagoreischen Stimmung tatsächlich reinen Intervalle (die Komplementärintervalle Quinte und Quarte sowie Prime und Oktave).
Renaissance
In der Renaissance gab es vor allem zwei für das Tonsystem wichtige Entwicklungen:
- Die zunehmende Chromatik in der Vokalpolyphonie erweiterte den Tonvorrat endgültig auf 12 Töne.
- Das Dissonanzempfinden veränderte sich gegenüber dem Mittelalter. Die Terz, die vorher noch als dissonant galt, wird zum „heimlichen Hauptintervall“.
Die neue Orientierung an der Terz führte zu Problemen mit der quintbasierten pythagoreischen Stimmung:
- Das pythagoreische Komma: Zwölf aufeinander geschichtete Quinten ergeben keinen geschlossenen Quintenzirkel. Der 13. Ton ist um das pythagoreische Komma höher als der Ausgangston.
- Das syntonische Komma: Vier aufeinander geschichtete Quinten (z. B. C—G—D—A—E) ergeben keine reine große Terz. Der fünfte Ton ist um das syntonische Komma höher als eine reine große Terz auf dem Ausgangston.
Man wählte (dem neuen Klangideal entsprechend) die reine große Terz (mit dem nach Quinte und Quarte nächsteinfacheren Zahlenverhältnis 4 : 5) als neues Stammintervall und entwickelte die sogenannte mitteltönige Stimmung. Dabei führte man um dem syntonischen Komma aus dem Weg zu gehen leicht verkleinerte Quinten ein, von denen vier aufeinander geschichtet eine reine große Terz bilden.
Durch die Folge von elf mitteltönigen Quinten
Es—B—F—C—G—D—A—E—H—Fis—Cis—Gis
erhielt man die zwölf Töne unseres abendländischen Tonsystems.
So erhielt man acht große Terzen wie gewünscht rein (z. B. C—E durch vier mitteltönige Quinten C—G—D—A—E); vier Terzen mussten unrein bleiben (z. B. H-Dis, da Dis als Es eingestimmt ist und Dis deshalb nicht vier mitteltönige Quinten über H liegt, sondern acht mitteltönige Quinten unter H; vgl. obige Quintfolge).
Probleme der mitteltönigen Stimmung
- Durch dieses System entstanden viele Intervalle, die sich nicht durch ganzzahlige Brüche ausdrücken lassen (Widerspruch zur pythagoreischen Auffassung der Musik). Die Ursache dafür sind die zugunsten der Terzreinheit eingeführten mitteltönigen Quinten, für die ein Saitenlängenverhältnis von gilt, das nicht als rationale Zahl darstellbar ist.
- Zwölf aufeinander geschichtete mitteltönigen Quinten ergeben einen Ton, der um die so genannte kleine Diesis tiefer ist als der Ausgangston (vgl. Problematik der pythagoreischen Stimmung).
Die Quinte As-Es bzw. Gis-Dis ist um die kleine Diesis zu groß, da As „alias Gis“ nicht als mitteltönige Quinte unter Es gestimmt wird, sondern elf mitteltönige Quinten über Es liegt (vgl. obige Quintfolge). Diese so genannte Wolfsquinte klingt sehr unrein. In der mitteltönigen Stimmung klingen daher Tonarten, die diese Quinte enthalten (z. B. Es-Dur oder Cis-Dur) extrem dissonant und sind allenthalben zur Darstellung bestimmter Affekte brauchbar.
Dennoch setzte sich die mitteltönige Stimmung durch. Modulatorische Entwicklung wie sie später üblich wurde, war in der Renaissance weniger gebräuchlich. Man kam deshalb zunächst mit dem gut klingenden Tonartenbereich aus.
Um auch weitere Tonarten in der mitteltönigen Stimmung spielbar zu machen, wurden auch Tasteninstrumente mit z. B. 31 Tönen in der Oktave gebaut.
Barock
Neben der mitteltönigen Stimmung gab es auch Versuche, sowohl große Terzen als auch Quinten rein einzustimmen. Dies ist allerdings grundsätzlich nicht möglich: Will man z. B. in C-Dur alle Terzen und Quinten rein stimmen, kann man die unten stehende Folge von reinen kleinen und großen Terzen verwenden:
D1—F—A—C—E—G—H—D2.
(Bemerkung: Eine große und eine kleine reine Terz aufeinander geschichtet ergeben eine reine Quinte, vgl. den reinen Durdreiklang der Obertonreihe aus dem 4., 5. und 6. Partialton der Obertonreihe, s. o. Also sind in obiger Folge alle Quinten rein.)
D1 und D2 sind nicht identisch. Es ergeben sich also schon im diatonischen Bereich acht Töne oder – entscheidet man sich für eines der beiden Ds – man muss ein reines Intervall aufgeben. Will man alle zwölf Töne in einer „reinen Stimmung“ einstimmen, ergeben sich um so mehr zu verdoppelnde Töne bzw. unreine Intervalle.
Die Temperatur: Abweichung von der „natürlichen Reinheit“ der Intervalle
Um den Ungereimtheiten der mitteltönigen und der (eigentlich nur theoretisch existierenden) reinen Stimmung Herr zu werden und um mehr (bzw. alle) Tonarten spielbar zu machen, musste man also Abstriche bei der Reinheit der Intervalle in Kauf nehmen.
Man begann nach Stimmungssystemen zu suchen, die keine Wolfsintervalle (extrem vom reinen Intervall abweichende Intervalle) enthalten. Es wurde eine Vielzahl solcher Systeme entwickelt. Neben Temperaturen, die auf einer theoretischen Grundlage basierten, wurde auch nach dem Gehör gestimmt (so, wie es wahrscheinlich auch J. S. Bach selbst getan hat). Besondere Beachtung erlangte Andreas Werckmeister, insbesondere die so genannte Werckmeister III-Temperatur (s. u.). Bedeutend war auch die Stimmung des Orgelbauers Gottfried Silbermann.
Allerdings gab es keine Temperatur, die sich universell durchsetzte wie vormals die mitteltönige Stimmung (die mit den neuen Temperaturansätzen übrigens nicht einfach verschwand). Am Beispiel Werckmeisters kann man sehen, dass zunächst auch nicht unbedingt angestrebt wurde, eine einheitliche Stimmung zu etablieren. Er beschreibt in seinem wichtigsten Werk „Musicalische Temperatur“ verschiedene Temperaturen, die je nach Bedürfnis mehr oder weniger geeignet sein können.
Grundsätzlich kann man (bei Werckmeister und anderen) zwei Ansätze unterscheiden:
- Einige Systeme strebten danach, die Tonarten mit wenigen Vorzeichen möglichst klar klingen zu lassen, aber auch diejenigen mit vielen Vorzeichen, wenn auch mit getrübterem Klang, spielbar zu machen. (Beispiel: Die Werckmeister II-Temperatur.)
- Andere Systeme versuchten, alle Tonarten möglichst gut spielbar zu machen. (Beispiel: Die Werckmeister III-Temperatur). Dieser Ansatz führte am Ende der Entwicklung zur heute gebräuchlichen gleichstufigen Temperatur (s. u., häufig physikalisch nicht ganz korrekt als „gleichschwebende Temperatur“ bezeichnet). Bei diesem Ansatz muss man allerdings einen – im Gegensatz zu den zentralen Tonarten im oben beschriebenen Ansatz – relativ matten Klang aller Tonarten in Kauf nehmen.
Auf dem Wege zur gleichstufigen Temperatur
Bereits in der Renaissance suchte man nach Methoden, die Laute gleichstufig zu stimmen. Da es nicht möglich ist, auf Bundinstrumenten jeden Ton einzeln einzustimmen, kommt es zu Problemen. (Weil z. B. in der mitteltönigen Stimmung nicht alle großen Terzen gleich sind, müsste auf der A-Saite der vierte Bund die Saite für die große Terz Cis auf 4/5 der Länge verkürzen, auf der H-Saite soll Dis „alias“ Es jedoch nicht als große Terz eingestimmt werden. Die Saite müsste hier in der mitteltönigen Stimmung auf 25/32 der Länge verkürzt werden.)
Da die Möglichkeiten der Wurzelrechnung zu dieser Zeit noch beschränkt waren, konnte man den gleichstufigen Halbton mit dem Verhältnis noch nicht berechnen. Dennoch konnte man ein gleichstufiges Griffbrett bauen, da man geometrische Methoden zur Konstruktion (bzw. Pseudokonstruktion, da die Länge nicht mit einer Konstruktion mit Zirkel und Lineal zu ermitteln ist) einfacher Wurzelverhältnisse zur Hand hatte. Der venezianische Musiker und Musiktheoretiker Gioseffo Zarlino beschreibt 1558 eine solche Methode (vgl. [http://www.kzu.ch/fach/mathe/Unterricht/mathemusik/Zarlino.pdf]).
Der Lautenist Vincenzo Galilei (Vater des Galileo Galilei) gab die einfachen ganzzahligen Verhältnissen dennoch nicht auf. Er verkürzte die Saite pro Bund auf 17/18 der Länge. In der Theorie kommt er dabei mit dem zwölften Halbton zwar nicht ganz bei der Oktave an, in der Praxis ist das Ergebnis aber recht brauchbar, da der Ton durch die Dicke des Bundes und durch den Fingerdruck noch ein wenig erhöht wird. Die Saitenlänge kann auch nach der Konstruktion des Griffbretts durch die Umpositionierung des Stegs noch minimal korrigiert werden, so dass das Ergebnis noch besser wird.
Mathematiker und Musiktheoretiker versuchten sich in den folgenden knapp 200 Jahren daran, mit unterschiedlichen Methoden genauere Zahlenwerte für die gleichstufige Temperatur zu ermitteln. Im 19. Jahrhundert setzte sich die gleichstufige Temperatur schließlich allgemein durch.
Heute gibt es wieder eine Diskussion darüber, wie beispielsweise Orgeln gestimmt werden sollten. Viele historische Kompositionen gehen von unterschiedlichen Klangeigenschaften verschiedener Tonarten und Akkorde aus, die auf gleichstufig gestimmten Instrumenten nicht reproduzierbar sind. Dies ist insbesondere für die historische Aufführungspraxis von Bedeutung.
Tabelle
Die folgende Tabelle gibt die Dur-Tonleiter verschiedener Stimmungen in Cent (gerundet) an:
Stimmen von Instrumenten
Als Stimmen (englisch tuning) von Instrumenten bezeichnet man die Einstellung der Tonhöhe und – bei Tasteninstrumenten und Saiteninstrumenten, bei denen jeder einzelne Ton gestimmt werden kann – der Stimmung (siehe oben) des Instruments. Wenn Musikinstrumente falsch oder schlecht gestimmt sind ("verstimmt sind"), klingen sie "schräg" und unharmonisch.
Die meisten Instrumente lassen sich innerhalb gewisser baulich vorgegebener Grenzen stimmen, aber es gibt auch Instrumente, die aufgrund ihrer Bauweise nicht stimmbar sind. Blasinstrumente sind aus baulichen Gründen nur in einem begrenzem Umfang stimmbar.
Beim Stimmen von Instrumenten kann man drei Arten unterscheiden: a) die Stimmung eines Instruments "in sich" (wichtig bei Tasteninstrumenten wie z.B. der Orgel und Saiteninstrumenten wie z.B. dem Klavier oder der Gitarre), b) die Abstimmung mehrerer Instrumente miteinander, c) die Stimmung eines Instruments auf absolute Tonhöhen. Ein "in sich" gestimmtes Instrument klingt für sich allein genommen bereits korrekt. Wenn jedoch mehrere Instrumente zusammenspielen, müssen sie zusätzlich aufeinander abgestimmt sein. Sind alle Instrumente auf dieselbe absolute Tonhöhe gestimmt, so sind sie damit automatisch auch aufeinander abgestimmt.
Wenn zwei Töne zusammen erklingen, deren Tonhöhe um einen kleinen Wert abweicht, entsteht eine hörbare Schwebung. Beim Stimmen nach einem vorgegebenen Ton wird die Tonhöhe verändert, bis keine Schwebung mehr hörbar ist.
Im Orchester werden alle Instrumente nach einem gestimmt, meistens
nach der Oboe. Sie gibt einen Ton (z.B. den Kammerton a) vor und alle anderen Instrumente werden auf diesen Ton abgestimmt.
Der manuelle Vorgang des Stimmens ist von Instrument zu Instrument verschieden.
Bei den Saiteninstrumenten wird die Spannung der Saiten verändert. Die Spieler dieser Instrumente brauchen ein gutes Gehör, denn häufig werden im Orchester alle Streicher gleichzeitig gestimmt. Den von der Oboe erhaltenen Ton gibt die erste Geige an alle weiter.
Bei Blasinstrumenten wie Trompete oder Klarinette werden die Rohre, aus denen das Instrument besteht, zusammengeschoben oder auseinandergezogen. Dabei verändert sich die Tonhöhe des Instruments. Je länger das Instrument wird, desto tiefer wird der Ton.
Wie im großen Orchester werden auch beim kleineren Ensembles (z.B. Duett, Trio) die Instrumente aufeinander abgestimmt.
Auch wenn nur ein einzelnes Instrument gespielt wird, muss es gestimmt werden. Hierfür wird das Gehör genutzt, eine Stimmgabel, eine Stimmpfeife, ein elektronisches Stimmgerät oder ein bereits gestimmtes Vergleichsinstrument.
Als Notbehelf kann man zum Stimmen auch ein Telefon verwenden: Das Freizeichen hat in Deutschland und Österreich ungefähr den Kammerton a (440 Hertz). Hier gibt es allerdings deutliche Schwankungen (manchmal sogar zwischen zwei verschiedenen Telefonanschlüssen innerhalb derselben Stadt), die bis zu einem Halbton vom Kammerton abweichen können.
Siehe auch
Teiltonreihe, Cent (Musik),
Reine Stimmung, Temperierte Stimmung, Wohltemperierte Stimmung
Gleichstufige Stimmung,
Intervall und
Pythagoräisches Komma (Frequenzverhältnis zwischen zwölf reinen Quinten und sieben reinen Oktaven)
Aulos-Modi
Weblinks
- Stimmungen in Musikgeschichte und -praxis
- [http://www.fres.ch/bd/content/music/bach.html Arbeit zur Entwicklung wohltemperierter Stimmungen] unter besonderer Berücksichtigung von J. S. Bach, mit Hörbeispielen
- [http://www.robertschroeter.de/diplom.pdf Diplomarbeit zur Stimmung von Tasteninstrumenten] mit einem [http://www.robertschroeter.de/stimmungen.html Hörbeispiel]
- [http://members.eunet.at/tolarger/MUSIK/stimmung.htm Informationen über Stimmungen] mit verschiedenen Hintergrundthemen
- Lexikalisches
- [http://www.groenewald-berlin.de/Inhaltsverzeichnis.html Umfangreiche Liste von Stimmungen], jeweils mit detaillierten Informationen
- [http://home.arcor.de/wschmidts/german/start_d.html Kompaktere Zusammenstellung von Stimmungen] mit Tabellen und Grafiken zu Intervallabweichungen
- [http://www.tonalsoft.com/enc/encyclopedia.aspx Encyclopedia of Microtonal Music Theory] (en.)
- Sonstige Links
- [http://www.xs4all.nl/~huygensf/scala/ Scala] - ein professionelles Freeware-Programm zum Erstellen, Analysieren und Manipulieren von Tonleitern und Stimmungen
- [http://delphi.zsg-rottenburg.de/axiomensystem.html Mathematisches Axiomensystem zu Stimmungen]
Kategorie:Musiktheorie
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OktaveOktave (von lat. octavus - der achte) bedeutet:
- Oktave (Musik), ein Intervall in der Musik.
- ein Frequenzintervall, dessen obere Grenze durch eine Verdopplung der unteren Grenze gegeben ist.
- Oktav (Liturgie), Zeitraum von acht Tagen in der katholischen Liturgie.
- Oktave (Mathematik), Synonym für Oktonion.
- ein Buchformat.
- in der Literatur eine italienische Strophenform, siehe Stanze.
PowerchordAls Powerchord (engl. power chord, "starker Akkord") oder Powerakkord bezeichnet man in der Musik einen Akkord (eigentlich ein Intervall), der aus nur zwei Tönen besteht, die entweder fünf oder sieben Halbtonschritte auseinander liegen. Dies entspricht einer reinen Quarte bzw. einer reinen Quinte. Durch Umkehrung eines Powerchords mit fünf Halbtonschritten erhält man einen mit sieben und umgekehrt.
Durch das Fehlen der Terz klingt der Powerchord neutral, d. h., es ist kein Tongeschlecht feststellbar.
Powerchords werden vorwiegend in den verschiedenen Formen der Rockmusik eingesetzt (weniger in anderen Musikrichtungen), und dabei hauptsächlich beim E-Gitarren-Spiel, da sie nicht dissonant klingen, wenn das Signal des Instruments verzerrt wird.
Beispiele für Powerchords mit Grundton C (die Hochindizes kennzeichnen die Oktave):
- c¹-f¹
- c¹-g¹
- c¹-f¹-c²
Durch Umkehrung erhält man daraus:
- f¹-c²
- g¹-c²
- f¹-c²-f²
In der Akkordsymbolschrift wird ein Powerchord über beispielsweise dem Grundton C als C5 oder C5 notiert, seltener als C(no 3) oder C3.
Ein sehr bekannter umgekehrter Powerchord ist der Anfang von „Smoke on the Water“ von Deep Purple.
Siehe auch: Metal, Hard Rock
Kategorie:Musiktheorie
BarrBarr ist der Name von
- einem französischen Kanton im Département Bas-Rhin, siehe Barr (Kanton).
- einer Kommune in diesem Kanton, siehe Barr (Bas-Rhin).
- ein amerikanischer Generika-Hersteller, siehe Barr Laboratories Inc.
- einem französischen Schauspieler, siehe Jean-Marc Barr
Akkord
Ein Akkord ist in der Musik das gleichzeitige Erklingen von mehreren unterschiedlichen Tönen, die dabei einen harmonischen Klang ergeben (im Gegensatz zum Cluster).
Der Begriff Akkord leitet sich vermutlich von chorda, dem griechischen Wort für Saite ab. Er wurde über das Italienische und Französische in der Bedeutung Zusammenklang ins Deutsche aufgenommen. Allerdings ist auch ein lateinischer Ursprung des Begriffes ("ac cor" - lat. "zum Herzen") möglich. Die Bedeutung des "Zusammenklangs" bezieht sich nicht ausschließlich auf den Zusammenklang mehrerer Töne, sondern bezieht auch das Erklingen der Obertonreihe eines einzelnen Tones mit ein.
Erläuterung
In der realen Musik bilden sich Akkorde aus dem Zusammenklang vieler Stimmen, die verschiedene Funktionen haben: Melodie, Bass, Begleit-, bzw. Füllstimmen. Am deutlichsten wird die Behandlung der Akkorde in einzelnen Stimmen im Vierstimmigen Satz. Es können aber auch in einer einzelnen Stimme Töne erklingen, die vom Hörer als gemeinsame Bestandteile einer harmonischen Struktur erlebt werden. Damit sind auch Akkordbrechungen (Arpeggi) und der langsame Aufbau von Zusammenklängen (z. B. Rachmaninoff, Melodie Op. 3 Nr. 3, vorletzter Takt) Akkorde im beschriebenen Sinne. Wie Akkorde in der Musik konkret verwendet werden, hängt vom Genre ab. Als gegensätzliche Pole kann man hierbei die Polyphonie (waagerechte Struktur, mehrere unabhängige Stimmen, etwa in einer Fuge) und die Homophonie (senkrecht-akkordische Struktur, etwa in einem Lied mit Gitarrenbegleitung) ansehen.
Arten und Aufbau von Akkorden
Normalerweise bezeichnet man erst mindestens drei unterschiedliche Töne als Akkord, wobei es sehr häufig auch Zusammenklänge nur zweier Töne gibt, die trotzdem akkordische Funktionen erfüllen.
Von Dreiklang spricht man nur, wenn sich die drei erklingenden Töne in Terzen übereinander schichten lassen und der dabei resultierende tiefste Ton auch der Grundton dieses Akkords ist.
Für die Benennung eines Akkords aus vier Tönen als Vierklang müssen die beiden letztgenannten Kriterien nicht erfüllt sein. Sind sie es, spricht man von einem Septakkord.
Für terzgeschichtete Akkorde gilt:
- zwei übereinander liegende unterschiedliche Terzen (erst groß, dann klein bzw. umgekehrt) ergeben einen Dur- bzw. Moll-Akkord;
- zwei gleiche Terzen (groß und groß oder klein und klein) ergeben einen übermäßigen bzw. verminderten Akkord;
- drei übereinanderliegende Terzen ergeben einen Septakkord;
Die Reihe der terzgeschichteten Akkorde lässt sich über die Nonakkorde (fünf Töne/vier Terzen), Undezimakkorde (sechs Töne/fünf Terzen) usw. fortsetzen.
Nicht in Terzen schichtbare Akkorde oder solche, bei denen es zwar geht, deren Grundton aber gerade gar nicht erklingt, können gedanklich dem jeweiligen musikalischen Zusammenhang entsprechend zu terzgeschichteten Akkorden ergänzt oder aber anderweitig (z. B. durch Vorhalte) erklärt werden. So kann etwa der Quintsextakkord c - e - g - a als Mollseptakkord a - c - e - g gesehen werden. So etwas ist aber im Zusammenhang des Stücks zu prüfen, da es oft mehrere Deutungsmöglichkeiten gibt.
Analyse von Akkorden
Beim Zählen der unterschiedlichen Töne in einem Akkord werden lediglich verschiedene Tonnamen unabhängig von ihrer Tonhöhe berücksichtigt. Nach dieser Transformation werden die enthaltenen Töne des Akkordes als Intervalle zum Tiefsten Ton des Akkordes benannt, im genannten Beispiel als Terz und Quinte zum tiefsten Ton, obwohl sie tatsächlich als Quint und Dezime vorlagen.
Die konkrete Bezeichnung des Akkordes hängt vom Benennungssystem ab.
Lage von Akkorden
Der Begriff "Lage" hat im Zusammenhang mit Akkorden zwei Bedeutungen:
#die Angabe, ob die Töne in ihrem Verhältnis zueinander unmittelbar nebeneinander liegen (enge Lage) oder sich in verschiedenen Oktaven befinden (weite Lage). Der Zusammenklang e’ - c’’ - g’’ ist für die Analyse allerdings gleichwertig mit e’ - g’ - c’’ sowie jedem anderen C-Dur-Akkord, der als tiefsten Ton ein e hat.
#die Benennung des höchsten und damit melodiebestimmenden Tons als Intervall zum Basiston des Benennungssystems. Je nachdem ob der höchste Ton Grundton, Terz, Quinte oder Septime ist, spricht man von "Oktav-", "Terz"-, "Quint"- oder "Septlage".
Bei der funktionalen Beschreibung kann das dazu führen, dass sowohl der Basston als auch der Melodieton angegeben werden. Im Generalbass ist eine solche Beschreibung unüblich.
Umkehrungen von Akkorden
Zur Bestimmung der Umkehrung eines Akkords der tiefste Ton (der Basston) entscheidend, unabhängig davon, ob der Akkord in enger oder weiter Lage erklingt.
Die Umkehrungen erhalten ihre Namen nach charakteristischen Intervallen, die vom tiefsten Ton aus gemessen werden. Die einzelnen Bezeichnungen (siehe unten) entstammen der Generalbass-Technik.
Dreiklänge
Generalbass Dreiklänge können in drei Umkehrungen auftreten:
- Grundstellung, z. B. in C-Dur: c’ - e’ - g’; die Grundstellung ist an der Schichtung in Terzen zu erkennen;
- 1. Umkehrung, in diesem Beispiel e’ - g’ - c’’, genannt Sextakkord, da es nichts Besonderes ist, dass unten eine Terz ist, aber wohl, dass es vom tiefsten zum höchsten Ton eine Sexte statt einer Quinte ist;
- 2. Umkehrung, in diesem Beispiel g’ - c’’ - e’’, genannt Quartsextakkord, da sowohl Quarte statt Terz im unteren Teil des Akkords als auch Sexte statt Quinte als Rahmenintervall zu bemerken sind.
Vierklänge
Quartsextakkord Septakkorde können in vier Umkehrungen auftreten:
- Grundstellung, z. B. G7: g - h - d’ - f’, wiederum an der Terzenschichtung zu erkennen, genannt Septakkord weil die zusätzliche Septime ihn von einem Dreiklang unterscheidet;
- 1. Umkehrung, in diesem Beispiel h - d’ - f’ - g’, genannt Quintsextakkord, da Quinte und Sexte über dem tiefsten Ton gleichzeitig auftreten;
- 2. Umkehrung, in diesem Beispiel d’ - f’ - g’ - h’, genannt Terzquartakkord, da Terz und Quarte über dem tiefsten Ton gleichzeitig auftreten;
- 3. Umkehrung, in diesem Beispiel f’ - g’ - h’ - d’’, genannt Sekundakkord, da die Sekunde über dem tiefsten Ton das Charakteristische an ihm ist.
Andere Vierklänge, die keine Septakkorde sind, lassen sich selbstverständlich ebenso umkehren, nur gelten bei ihnen nicht die obigen Bezeichnungen für die einzelnen Umkehrungen. Als Beispiel hierfür sei der Dreiklang mit hinzugefügter Sexte (Sixte ajoutée) genannt, der in seiner Grundstellung prinzipiell ein Quintsextakkord ist, aber eine völlig andere Funktion als die identisch aufgebaute 1. Umkehrung eines Septakkords hat, so dass man diese Begriffsverwirrung vermeiden sollte.
Fünf- und Mehrklänge
(in Arbeit)
Benennungssysteme von Akkorden
Für die Benennung von Akkorden sind mehrere, unabhängige Systeme gebräuchlich, die im folgenden kurz angerissen werden.
- Der Basston(Grundton) des Akkordes und darüber liegende Intervalle (Generalbass)
- Die Stufe des Akkordes im Sinne der Stufentheorie
- Die Tonart des Akkordes und tiefster tonal relevanter Ton
- Die Funktion des Akkordes im Sinne der Funktionstheorie
- Das Standard Chord Symbol Notation (Jazz-Notation)
Die Benennungssysteme sind in der Reihenfolge aufgeführt, in der sie historisch entstanden sind. Jedes neue System hat einen Großteil der Errungenschaften der alten System (speziell im Hinblick auf die Syntax der Modifikationen gegenüber dem Grunddreiklang) übernommen und weiter entwickelt. Die Grundstrukturen von Akkorden werden deshalb im ältesten Beschreibungssystem, gem Generalbass, genannt, in den darauf folgenden nicht mehr, obwohl sie dort ebenfalls verwendet werden.
Basiston und Intervalle
Die Art der Beschreibung wird vor allem im Generalbass verwendet. Der Akkord heißt nach den Intervallen, die die enthaltenen Töne zum tiefsten Ton einnehmen.
- Grunddreiklang: Die Intervalle Terz und Quinte werden nicht genannt. Der oben beschriebene Akkord ist also ein Grunddreiklang über dem Ton c in z.B. der Grundtonart C-Dur.
- Sextakkord: die Quinte kann durch die Sexte ersetzt werden, so dass ein Sextakkord (c - e - a) entsteht. Der Sextakkord gilt wie der Grunddreiklang als regulärer Klang.
- Quartvorhalt: im Akkord kann die Quarte die Terz ersetzen (c - f - g). In der traditionellen klassischen Musik wird das so empfunden, als ob die Quarte die Terz von ihrem Platz verdrängt hätte. Deshalb muss dieser Klang aufgelöst werden, indem die Stimme, die die Quarte vorträgt, als nächsten Ton die Terz bringt [c e g].
- Quartsextvorhalt: Die Kombination von Quarte und Sexte in einem Akkord (c - f - a) wird als Erweiterung des vorherigen Falles verstanden. Beide Töne müssen aufgelöst werden: c - e - g. Diese Vorhaltsvarianten wurde erst nach dem Barock üblich. Es hat sich dennoch die Bezeichnung Quartsextvorhalt gehalten, die speziell für Kadenzen in Konzerten der Wiener Klassik eine große Rolle spielt.
- Vermindert: durch die Halbtonschritte in der Grundtonleiter ergeben sich bei bestimmten Grundtönen verminderte Akkorde, also Grunddreiklänge aus zwei kleinen Terzen übereinander, c - es - ges oder h - d - f. Das führt zu einer verminderten Quinte, die dem Klang seinen Namen gegeben hat. Der Name wird auch verwendet, wenn die verminderte Quinte als übermäßige Quarte notiert wird: c - es - fis.
- Quintsextakkord: die Quinte wird genannt, weil sie zusätzlich zu der Sexte erklingt, durch die sie normalerweise ersetzt wird. Quintsextakkorde werden in der Funktionstheorie als subdominantisch oder als dominantisch beschrieben. Die subdominantische Variante (auch sixte ajoutée) fügt die Sexte zu einem Grunddreiklang hinzu (f - a - c - d), während die dominantische Variante auf einem verminderten Dreiklang beruht h - d - f - g. Die begriffliche Unterscheidung stammt aus der funktionstheoretischen Analyse.
- Septakkord: Zum Grunddreiklang wird die leitereigene Septime gesetzt, die je nach Position groß (c - e - g - h) oder klein sein kann (g - h - d - f).
Stufe
Die Benennung der Stufen ist eine Weiterentwicklung der Benennung über den Basiston, die im Gegensatz zu dieser die tonale Einordnung des Akkordes in den harmonischen Kontext beschreibt.
Es können alle oben genannten Akkordtypen in entsprechender Weise identifiziert werden, wobei der Bezugston nicht ein konkreter Basiston, sondern statt dessen die Nummer dieses Basistones in der Tonleiter der Grundtonart ist.
Beispiele:
- der Klang c - e - g ist ein Grunddreiklang über der ersten Stufe;
- der Klang g - h - d - f wird als Septakkord über der fünften Stufe bezeichnet.
Dieses System der klanglichen Beschreibung wird in der Stufentheorie verwendet.
Tonvorrat
Akkorde bestehen aus dem Tonvorrat, der vom jeweiligen musikalischen Kontext zur Verfügung gestellt wird. Im Falle der traditionellen westlichen Musik sind das die zwölf Töne der chromatischen Tonleiter und ihre Wiederholungen in verschiedenen Lagen.
Da die traditionelle westliche Musik zum größten Teil auf einer Grundtonart basiert, ergibt sich ein Kerntonvorrat aus den 7 sogenannten leitereigenen Tönen.
- Im Falle von C-Dur sind das: c, d, e, f, g, a, h.
Um im musikalischen Ablauf zeitweilig zu anderen Tonarten zu wechseln, kann dieser Tonvorrat um die Töne erweitert werden, die abweichend von der Grundtonart in den anderen Tonarten vorkommen. Tatsächlich geschieht die Modulation (der Wechsel) durch die Einführung von leiterfremden Tönen. Die typischsten Erweiterungen, die zu Alterationen von leitereigenen Tönen zu leiterfremden Tönen führen sind die verminderte Septime und die übermäßige Quarte.
- Im Falle von C-Dur sind das: b statt h und fis statt f.
Das Alterieren vom h zum b wird als harmonischer Schwenk in Richtung der im Quintenzirkel nächsten Tonart empfunden, die diesen Ton zu ihren leitereigenen zählt.
- Im Falle von C-Dur ist das F-Dur.
Dieser Schwenk wird auch empfunden, wenn noch kein Klang auf der Basis F-Dur gebildet wird, sondern zum Beispiel lediglich ein Septakkord über c (c - e - g - b) erklingt. Modulationen zu weiter entfernten Tonarten erweitern entsprechend den Tonvorrat, aus dem Akkorde gebildet werden können.
Tonart
Während der Generalbass und die Stufentheorie den Tonvorrat der Grundtonart zum Ausgangspunkt ihrer Benennung machen, lassen sich die Akkorde auch direkt als Repräsentanten einer Tonart auffassen. Dafür werden die enthaltenen Töne ausgewertet.
Beispiele:
Innerhalb eines Stückes in C-Dur ist
- der Klang f - a - c ein F-Dur-Grunddreiklang,
- der Klang c - e - a ein a-moll-Dreiklang in der 1. Umkehrung
- und der Klang d - f - g - h ein G-Dur-Septakkord in der 2. Umkehrung.
Diese Bezeichnung ist anschaulicher als „IV.Stufe“ oder „I. Stufe Sextakkord“, verzichtet aber darauf, den benannten Klang in den harmonischen Kontext des Stückes einzugliedern.
Funktion
Die Funktionstheorie beschreibt Akkorde anhand der Verwandtschaftszusammenhänge, die sich aus dem Quintenzirkel ergeben. Auch hier lassen sich die oben beschriebenen Akkordtypen verwenden und durch weitergehende Vier-, Fünf- und Mehrklänge erweitern.
Basis des Klanges ist die Tonart, die durch ihren funktionalen Zusammenhang zur Grundtonart benannt wird. Da der Basiston des Akkordes damit nicht beschrieben ist, wird zusätzlich eine Angabe zur Umkehrung oder zum Intervall gemacht, das der Basiston im Verhältnis zum Grundton der beschriebenen Funktion hat.
Die oben genannten Beispiele führen zu folgenden Bezeichnungen:
- f - a - c Subdominate Grunddreiklang
- c - e - a Tonikaparallele in der ersten Umkehrung oder auf der Terz
- d - f - g - h Dominatseptakkord in der zweiten Umkehrung oder auf der Quinte
Jazz Chording
Jazz-Noten werden üblicherweise als lead sheets mit Gesangsstimme und sogenannten Chord Symbols nach der Standard Chord Symbol Notation verbreitet.
Das Jazz-Akkordsymbol als Notation entspricht im weitesten Sinne einer Generalbassnotation, bei der der Grundton explizit als Notenname in Buchstabenform angegeben wird. Ein vom Grundton abweichender Basston wird durch einen Schrägstrich abgetrennt zusätzlich bestimmt. Akkordmodifikationen werden durch Angaben zum Klanggeschlecht, Ziffern und andere Kurzbezeichnungen angeben.
Vergleich der Benennungssysteme
Die jeweiligen Benennungssysteme spiegeln das Harmonieverständnis der Zeit wieder, in der sie entstanden sind. Während die Generalbassnotation eine pragmatische Abkürzung im Schriftbild darstellt, baut die Stufentheorie einen ersten harmonischen Zusammenhang auf, der von der Funktionstheorie extrem erweitert wird. Die Jazz Notation übernimmt die bis dahin entstandene Syntax, gibt aber den im Jazz nicht immer notwendigen Funktionszusammenhang vollständig auf.
Am Beispiel des verminderten Septakkordes über cis (cis - e - g - b) in einem C-Dur-Zusammenhang sei gezeigt, wie sich diese Unterschiede äußern:
- Generalbass: Grundton cis, Angabe 7b
- Stufentheorie: I# 7b
- Funktiontheorie: T 7b 9b verkürzt, wenn der Akkord nach F-Dur auflöst, oder DDD 7b 9b verkürzt, wenn der Akkord zur Doppeldominante D-Dur oder zur Subdominantparallele d-moll auflöst. In Extremfällen wären zwei weitere Notationen denkbar.
- Jazz: C# °7
Der verminderte Septakkord liegt außerhalb der üblichen Kadenz, ist aber auch für Bach nicht ungewöhnlich. Man kann erkennen, dass der Generalbass durch den Verzicht auf jede Erklärung den für ihn nicht alltäglichen Klang problemlos notiert, während die Stufentheorie ihr Basiskonstrukt (die Stufe) modifizieren muss und die Funktionstheorie weitere Informationen zur korrekten Bezeichnung benötigt. Die Jazz-Notation ähnelt in ihrer Pragmatik dem Generalbass.
Im Gegenzug dazu kann die Funktionstheorie ihre Vorteile realisieren, wenn es um die Beschreibung von Klängen geht, die in der Zeit des Generalbasses oder der Stufentheorie nicht denkbar waren. Das ist zum Beispiel bei Klängen der Fall, in denen die Terz gleichzeitig als große und als kleine Terz vorkommt, was funktional als Terz und übermäßige Sekunde/None notiert würde, oder bei solchen, die sich nicht mehr eindeutig auf einen Basiston beziehen lassen wie der aus Quarten geschichtete "Mystische Akkord" von Alexander Skrjabin (c-fis-b-e’-a’-d’’) sowie der "Tristanakkord" von Richard Wagner, mit dem die Oper "Tristan und Isolde" beginnt.
Akkordbegleitung im Lied
In Liedern dienen Akkorde üblicherweise zur instrumentalen Begleitung. Sie geben der Melodie abschnittsweise einen harmonischen Bezug. Die Akkordbegleitung wird meistens mit einem polyphonen Tasten- oder Saiteninstrument (z. B. Klavier oder Gitarre) gespielt.
Einige populäre Lieder sind harmonisch so aufgebaut, dass sie durch das ganze Lied hindurch eine feste Sequenz von (meistens vier) Akkorden beibehalten, die zyklisch wiederholt wird. Die einmal etablierte Akkordsequenz bleibt sogar in der Strophe und im Refrain die gleiche und zieht sich unverändert wie ein roter Faden durch das Lied.
Im einfachsten Fall ist der erste Akkord der Folge die Tonika und der letzte die Dominante dazu. Da diese wieder zur Tonika strebt, „rollt“ die Akkordsequenz, wie von einem inneren Drang getrieben, immer weiter. Dieser Effekt wirkt sehr stark und solche Lieder werden meist als besonders mitreißend empfunden.
Beispiele:
- Laudato Si (Komponist unbekannt): |: G, Em, C, D7 :|
- It Never Rains In Southern California (Albert Hammond): |: Am, D, G :|
- The Great Song of Indifference (Bob Geldof): |: A, D, A, E :|
- The 59th Street Bridge Song (Simon and Garfunkel): |: C, G, Am7, G :|
- Guantanamera (Hector Angulo): |: G, Em, Am, D7 :|
- La Bamba (Ritchie Valens): |: D, G, A7 :|
- Hang On Sloopy (Bert Russel/Wes Farrell): |: D, G, A, G :|
- Ti Amo (Umberto Tozzi): |: G, Em, Am, D7 :|
- Hit the Road Jack (Ray Charles): |: Bbm, Ab, Gb, F :|
- What's Up (4 Non Blondes): |: A, Hm, D, A :|
- Zombie (The Cranberries): |: Em, C, G, D :|
Eine optisch eindrucksvolle Realisierung von Clustern auf Tasteninstrumenten besteht darin, dass der gesamte Unterarm zum Spielen eingesetzt wird. In diesem Fall ist erstes das Ergebnis nicht vollständig vorhersagbar und zweitens eine harmonische Einordnung nicht mehr sinnvoll.
Siehe auch
Akkordsymbol, Powerchord, Notation (Musik), Musik,
Harmonie, Abgeleiteter Akkord, Stufentheorie (Harmonik)
Akkord-Skalen-Theorie
Kategorie:Musiktheorie
ja:和音
ko:화음
MollDer Begriff Moll bezeichnet
- in der Musik ein Tongeschlecht und die Äolische Kirchentonart, siehe Moll (Musik).
- folgende Personen tragen den Namen Moll:
- Balthasar Ferdinand Moll, österreichischer Bildhauer (1707–1785)
- Carl Moll, österreichischer Maler
- Herman Moll, Kupferstecher, Kartograph und Verleger (1654?–1732)
- Joseph Maximilian Moll, deutscher Revolutionär und Uhrmacher, (1813-1849)
- Jürgen Moll, deutscher Fußballspieler
- Kurt Moll, deutscher Sänger
- Oskar Moll, deutscher Maler
- Otto Moll, deutscher Kriegsverbrecher
- Papa Moll, Figur aus der gleichnamigen bekannten deutschen Bildergeschichtenserie für Kinder
- Peter J. Moll, Gründer der Akkumulatorenfabrik MOLL Batterien
MetalcoreMetalcore ist eine Variante der Rockmusik, welche vorwiegend auf Elemente aus Death Metal, Thrash Metal und Hardcore Punk zurückgreift. In Anspielung an die New Wave of British Heavy Metal wird die seit 2003 boomende Musikrichtung auch aufgrund der Vielzahl amerikanischer Bands in diesem Genre New Wave of American Heavy Metal genannt.
Bedeutende Bands sind zum Beispiel Chimaira (werden gemeinhin als die Gründer des NWOAHM gehandelt), Hatebreed, As I Lay Dying, Killswitch Engage, Heaven Shall Burn, Trivium oder Lamb of God.
Musik und Einstellung
Es erweist sich als falsch, davon auszugehen, dass sich die Abwandlung vom Metal herleitet, der mit "corigen" Einflüssen aufgepeppt würde. Stattdessen ist Metalcore ein Abkömmling des Hardcore Punks, der hier wie in keiner seiner anderen Spielarten mit dem Genre des extremen Metals fusioniert. Assoziationen zu vermeintlichen Hip-Hop-Wurzeln, wie sie z.B. im Nu Metal zu finden sind, erweisen sich ebenfalls als falsch. Richtig ist jedoch, dass diverse Crossover-Bands die ihre Form des Hardcore mit Elementen anderer Musikstile anreicherten, durchaus zu den musikalischen Wurzeln des Metalcore zählen.
Metalcore vereint viele Trends der Metalszene der 90er zu einem musikalischen Stil. So verknüpft die Musik Neo-Thrash-Riffing der Marke Pantera und Fear Factory mit Gitarrenharmonien und Riffs, wie im Melodic Death Metal-Bereich kultiviert. Gesanglich wechselt man zumeist zwischen Geschrei und Growls aus den soeben genannten Einflußbereichen (gewöhnlicherweise zur Strophe) und kurzen, melodischen Gesangpassagen, die dem Nu Metal entstammen (häufig nur zum Refrain). Vereinfachend kann man "Metalcore" als eine Kombination aus Nu Metal, Melodic Death Metal, Power Metal und Thrash Metal bezeichnen.
Wenn es nur um die Musik geht, steht die in den Medien oft hergestellte Verbindung mit dem Hardcore-Genre auf wackeligen Beinen. Hardcore Punk zeichnet sich durch relativ kurze Songs und einfaches Riffing aus. Meistens wird auch auf Gitarren-Soli verzichtet. Metalcore dagegen ist eine technisch anspruchsvolle Spielart, mit gewöhnlicherweise langen Songs und Gitarren-Soli.
Metalcore-Bands sind häufig musikalisch eher dem Metal-Lager näher, während sie ideologisch und von ihrer Weltanschauung der Hardcore-Szene nahe sind: Inhaltlich befassen sich die Songs z.B. mit dem politischen Geschehen und persönlichen Problemen anstatt der zumeist fiktiven und blutrünstigen Themen im Death Metal. Kleidungsstil und Image haben nichts mit dem Stereotyp vom langhaarigen Metal-Fan in zerschlissener Leder-Kluft gemein und nicht selten sind vegetarische und vegane Tendenzen auszumachen. Ein besonders "toughes" Auftreten der Szenegänger und Kickbox-Bewegungen auf Konzerten bestimmen das Bild des modernen Metalcores.
Ursprung und Entwicklung
Die Vorarbeit für diese Entwicklung wurde bereits Mitte der Achtziger geleistet als Bands wie Raw Power, D.R.I., Corrosion of Conformity, S.O.D. und die Crumbsuckers zum ersten mal Hardcore und Metal miteinander verknüpften. Damals bezeichnete man diese Mixtur noch als Crossover, ein Begriff der mit der Zeit aber auf alle möglichen Mixturen angewendet wurde und daher letztendlich zu einer leeren Worthülse mutierte. Vor allem New York Hardcore Bands der alten Schule wie Agnostic Front, die Cro-Mags und Sick of it All verwendeten bis Mitte der Neunziger hinein Metal-Elemente auf die man danach aber wieder verzichtete. Während sich Biohazard nicht mit Metal-Elementen zufrieden gaben und sogar Hip-Hop-Elemente in ihre Form des Crossover integrierten, spielten damals neue Bands wie Pro-Pain und Merauder eine besonders energiegeladene Version des Hardcore-Metal Crossover welcher seit Mitte der Neunziger als Metalcore bezeichnet wurde.
Der nächste Schritt in der Entwicklung des Hardcore war die "Spaltung" in "Old School" (z.B. Agnostic Front, Sick of it All) und "New School" (z. B. Earth Crisis, Snapcase, Refused). Die "alte Schule" wird verstärkt von einer positiv-kritischen Attitüde, simplen Rhythmen und einfachen Grooves geprägt, während sich die "neue Schule" in komplexeren Musikgefilden wiederfindet, und die Texte meist negativ-kritischen bis düsteren Inhalt haben. Aus Abgrenzung zur experimentierfreudigen "New School" verzichteten viele "Old School" Bands wieder auf Crossover-Elemente und bevorzugten die Ur-Form des Hardcore wie er Anfang der Achtziger gespielt wurde.
Parallel dazu hat sich seit Mitte der Neunziger im Untergrund eine Spielart des Hardcores entwickelt, die musikalisch recht nahe am extremen Metal, vor allem mit Einflüssen des skandinavischen Melodic Death Metals ("Göteborger Schule") ist. So finden sich sehr schnelle, teilweise dem Thrash Metal entliehene, Gitarrenhooks, gepaart mit doppelläufigen, zweistimmigen Melodielinien ebenso wieder wie der typische Kreisch-Gesang. At the Gates, frühe Dark Tranquillity über Thrash Metal-Ikonen wie Slayer bis hin zu Black Metal-Bands wie Emperor werden als große Einflüsse und Inspirationen genannt. Slayercore Bands wie Morning Again erreichten aber lediglich im Underground bescheidene Bekanntheit, haben im Rahmen des Metalcore-Booms im neuen Jahrtausend aber einen gewissen Kultfaktor erreicht.
All diese Entwicklungen mündeten schließlich in den Stil, der seit ca. 2003 als Metalcore bekannt wurde (obwohl der Begriff schon älter ist). Der Großteil der Metalcore-Bands kommt aus den Staaten, dort findet seit 2003 auch ein regelrechter Hype rund um diese "neue" harte Musik statt. Zu den bekanntesten Bands gehören Hatebreed, Killswitch Engage, Shadows Fall und Unearth. Vorreiter in der deutschen Szene sind vor allem Bands wie Caliban und Heaven Shall Burn, die selbst auch mit dem Wort Metal als Oberbegriff für ihr musikalisches Schaffen keine Probleme haben. In den letzten Jahren schossen Bands dieses Genres geradezu wie Pilze aus dem Boden.
Aktuelle Veröffentlichungen derzeit aktiver Acts der deutschen Szene wie Heaven Shall Burn, Caliban, A Traitor Like Judas, Deadsoil, Destiny, Fear My Thoughts etc. werden sowohl von Hardcore-Fans als auch von aufgeschlossenen Metal-Anhängern positiv aufgenommen.
Seit 2004 haben deshalb auch größere Labels diese aufstrebende Musikrichtung entdeckt und so finden sich Heaven Shall Burn derzeit auf Century Media und Caliban auf Roadrunner Records wieder, während Metal Blade die Kalifornier As I Lay Dying als Zugpferd dieser Richtung im Programm hat. Damit geht auch eine Entwicklung weg vom Nischendasein einher und das "Phänomen" Metalcore wird von Majors an das Tageslicht gebracht. So ist es mittlerweile keine Seltenheit mehr, dass sich gar Musikvideos aus dem Metalcore-Bereich im Tagesprogramm von MTV oder VIVA wiederfinden.
Es bleibt abzuwarten, wie der derzeit einsetzende Hype sich auf die seit mindestens 2000 existierende Szene auswirkt, ob sie ihre Beständigkeit und Autonomie beibehalten kann, oder ob sie in einer etwaigen aufkeimenden, neuen Trendwelle unterzugehen droht.
Kategorie:Subkultur
Kategorie:Metal
Kategorie:Musikgenre
Nu Metal
Nu Metal bezeichnet seit den späten 1990er Jahren ein großes Segment härterer Rockmusik, das im Jahrzehnt zuvor subkulturell durch Crossover im Spannungsfeld von Punk, Hardcore, Grunge und Independent definiert wurde. Underground-Richtungen, die auch in der traditionellen Metal-Szene einige Fans hatten und für die sich mit Beginn der Neunziger zunehmend der zusammenfassende Oberbegriff Alternative einbürgerte.
Parallel dazu näherten sich besonders Thrash Metal-Bands wie Slayer immer mehr Punk-Strukturen, so dass vor diesem Hintergrund eine Basis für Metal abseits der üblichen Szene-Konventionen (Lederkleidung, lange Haare, Pathos) entstand, für die lange Zeit kein eigener Begriff existierte. Trotz des Verdachtes, dass die Bezeichnung Nu Metal den Marketing-Abteilungen der Musikindustrie entstammt, erlangte Nu Metal Mitte der Neuziger eine große Popularität in den Medien.
Die Musik enthält rudimentäre Elemente des Metal, jedoch fehlen ideologische Gemeinsamkeiten. Musikalisch gesehen ist Nu Metal eher Rhythmus-orientiert und Hip Hop-beeinflusst. Bekannte Bands sind Korn, Slipknot, Limp Bizkit oder Linkin Park.
Der Begriff selbst ist häufig ein Streitpunkt. Während einige Bands der Szene von ihren Hörern verehrt werden, betrachten andere diese Art von Musik als simpel und belanglos. Die Anhänger des traditionellen Metals wehren sich häufig dagegen, mit Nu Metal in Verbindung gebracht zu werden. Oftmals wird behauptet, der Begriff Nu Metal sei von den Musikmedien erfunden wurden, um einen verkaufsförderden Hype zu generieren.
Entstehung und Geschichte
Die musikalischen Wurzeln des Nu Metals liegen im Hardcore/Crossover, im Grunge und Alternative Rock, wie auch im Heavy Metal. Deutliche Einflüsse von Metallica, Faith No More, Pantera oder Rage Against The Machine sind offensichtlich.
Nu Metal enthält in nahezu unveränderter Form die Stilelemente, die von der US-amerikanischen Hardcore-Bewegung der 80er Jahre durch Crossover mit anderen Richtungen entwickelt wurden. Sub-Genres wie Metalcore oder Emocore, zu denen auch Grunge (als „Hardrock-Crossover“) zu zählen ist, hatten zu jener Zeit ein breites Instrumentarium musikalischer Ausdrucksmöglichkeiten geschaffen, deren Verwendung sich heutzutage unter Nu Metal summieren lässt.
Die eigentliche Nu-Metal-Welle, durch die der Stil seine Popularität erlangte und in das Bewusstsein der Öffentlichkeit geriet, wurde losgetreten von den Bands KoRn und Limp Bizkit. Vor allem erstere prägten die Art der Lyrics in erheblichem Maße; die Lyrics von Korn sind oft zutiefst persönlich und drehen sich häufig um Probleme des Heranwachsens. Viele Nu-Metal-Bands erklärten sich zum Sprachrohr von Außenseitern in Schulen oder sozial benachteiligten Jugendlichen, zum Sprachrohr einer ganzen Generation.
Parallel zum Nu Metal entstand die Musikrichtung Nu Rock, welche etwas mehr nach Rock als nach Metal klingt. Die Grenze zwischen den beiden Stilen ist allerdings sehr verschwommen.
Musik
Der Gesang kann sowohl clean, geschrien, gerappt oder gewimmert werden, was häufig innerhalb eines einzigen Songs erfolgt.
Die Gitarren stehen im Nu Metal nicht mehr so sehr im Vordergrund wie in den anderen Stilrichtungen. So sind Soli auf dem Instrument eine Seltenheit, die simpleren Riffs dienen vielmehr dem Rhythmus. Die Linien der Bass-Gitarren hingegen haben hier an Komplexität zugenommen. Tiefe Stimmungen (Drop D) sowie sieben- bzw. fünfsaitige Instrumente finden oftmals Verwendung im Nu Metal.
Das Schlagzeug ist relativ einfach, weist jedoch Einflüsse durch die Breakbeats des Hiphop auf. Häufig findet sich in einer Nu-Metal-Band auch ein eigener DJ, oder es werden zumindest Samples eingebaut.
Es existieren abgeleitete Stilrichtung wie Nu Thrash Metal oder Nu Death Metal, welche verstärkt Aspekte der jeweiligen traditionellen Metalstile aufweisen können.
Debatten
Unter den „traditionellen“ Heavy-Metal-Fans lassen sich drei verschiedene Tendenzen zur Meinung über Nu Metal beobachten:
- Kommerzielle Popmusik, welche auf dem Image des Heavy Metal reitet und eine Beleidigung für jeden „Metaller“ darstellt.
- Eine respektable Musikrichtung wie Jazz oder Blues, sie gehört jedoch nicht in die Subkultur des Metal.
- Eine weitere, neue Spielart der harten Rockmusik, die gleichberechtigt neben anderen Richtungen steht.
Die Bezeichnung Nu Metal wird von den Medien auch häufig für praktisch jeden metal-inspirierten Bandstil benutzt, der sich nirgendwo einordnen lässt. Des öfteren entsteht bei einigen Bands der Verdacht, Bands würden in diese Sparte eingeordnet werden, weil der Begriff gerade „in“ sei.
Bands
Nu Metal ist bzw. war vor allem in den USA ein Phänomen. Bekannte Nu-Metal Bands sind:
- 4lyn
- Adema
- Coal Chamber
- Crosscut
- Deftones
- Drowning Pool
- Disturbed
- Exilia
- Flaw
- Ill Niño
- Korn
- Limp Bizkit
- Linkin Park
- Lostprophets
- Orgy
- Papa Roach
- P.O.D.
- Slipknot
- Soulfly
- Spineshank
- Staind
- Static-X
- Taproot
- Trapt
Siehe auch
Nu Rock, Crossover
Weblinks
- [http://www.laut.de/lautwerk/nu_metal/index.htm Laut.de - Genre-Guide: Nu Metal]
- Eine kritische Betrachtung der Entwicklung bei: [http://www.gib-schub.de/metal/nu-metal/nu-metal.html gib-schub.de].
Kategorie:Rock
Kategorie:Metal
Kategorie:Musikgenre
Kategorie:Jugendkultur
Rockmusik
Eine thematische Sammlung der Artikel rund um den Themenbereich Rockmusik findet sich im
Portal:Rockmusik.
Rock dient als Oberbegriff für Musikrichtungen, die sich ab den 1950er-Jahren mit dem Aufkommen des Rock 'n' Roll entwickelt haben.
Rockband: Instrumente
Die schlichte Rock-Besetzung bestand zunächst aus einer oder mehreren akustischen oder elektrischen Gitarren, Bass und Schlagzeug, oft ergänzt durch Klavier, später durch Keyboards wie Hammondorgel, und ab Ende der 1960er-Jahre, auch Mellotron und vor allem Synthesizer.
Geschichte
Als erster Rock'n'Roll-Song gilt Bill Haleys Stück "Rock around the clock" aus dem Jahr 1954, als jedoch erster Rock-Song "Peter Gunn", Duane Eddy (g), 1958 (1). Das Lied "Rock around the clock" und viele andere Rock'n'Roll Lieder der 1950er Jahre entwickelten sich als "weiße" Kopie des afroamerikanischen Rhythm & Blues. Die Rockmusik jedoch als eine, ab den End-1950ern neue und "eigenständige, sich vom Rock'n'Roll unterscheidende Musikform" besitzt das wesentliche Unterscheidungsmerkmal, dass die Achtel "im Rock'n'Roll punktiert, dagegen in der Rockmusik mit lateinamerikanischer Gleichmäßigkeit gespielt" werden (2).
Rhythm & Blues]
Bekanntester Vertreter der 50er Jahre war Elvis Presley, der wohl den Anfang einleitete zu einer Musik, dessen Zielgruppe die Jugend war. Dies primär um sich von der "Erwachsenenwelt" abzugrenzen und auch um die erwachende Sexualität und Rebellionsgedanken zu manifestieren.
Zwei der wichtigsten Wegbereiter des Rock in den 1960er Jahren sind The Rolling Stones und The Beatles. Hier ist auch schon die erste Genre-Aufsplitterung zu beobachten, die später charakteristisch für die Rock-Szene werden sollte: Auf der einen Seite standen die britischen Beatles, "brave" Jungs, die in Anzügen mit Krawatte auftraten und eher zu melodischen, harmoniegeprägten Songs neigten und auf der anderen Seite die Stones, wilde Rocker, die durch Drogenexzesse und eher rauhen Sound auffielen. In der Tradition der Beatles sind dann auch jene Bands zu sehen, die später eher in die Kategorie Pop einzuordnen sind und jene, die versuchten, ihre technischen Möglichkeiten immer mehr zu erweitern, wie es die Beatles z.B. bei ihrem Album Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band vorexerziert hatten.
Gesellschaftlich war die Rockmusik in jener Zeit mehr als umstritten. Das Auftreten der Protagonisten mit langen Haaren und obszöner, lauter Musik galt als skandalös. Vertreter des Establishments versuchten, die Szene in eine satanistische Ecke zu drängen. Doch gerade diese Ablehnung trug wahrscheinlich wesentlich dazu bei, der Rockszene den Status des rebellischen und revolutionären zu geben, den sie bis in die 1970er behalten sollte und der seinen Höhepunkt in der Friedensbewegung gegen den Vietnam-Krieg fand. Rockmusik und Hippie-Szene sind hier fest miteinander verbunden. Eine gute Darstellung der damaligen Verhältnisse findet sich im Musical Hair, das vom Widerstand junger Amerikaner gegen den Krieg im Umfeld der Hippie-Szene handelt.
Widerstand
Parallel zu den friedensorientierten Hippies bestand eine Szene eher gewaltbereiter Rocker. Bekannt geworden ist hier vor allem das Umfeld der Hells Angels, eine gewaltsuchende ursprünglich amerikanische Motorrad-Gang, die bald international zahlreiche Ableger fand und dem Image des Rock nachhaltig schadete.
Die Zahl der erfolgreichen Rockmusiker explodierte Ende der 60er Jahre geradezu. Das führte zwangsläufig zu einer immer stärkeren Aufsplitterung der Szene in mehr und mehr unübersichtlich werdende Untergenres, eine Entwicklung, die dazu führte, dass bald jede Band mit etwas anderem Klangbild sofort ein eignes Genre für sich beanspruchte, verstärkt von der Musikindustrie, die aus marketingtechnischen Gründen daran Interesse hatte und hat.
Die beiden Hauptrichtungen der 1970er Jahre sind zum einen ein eher künstlerischer Ansatz, der sich in den Genres Art-Rock, Glam-Rock, Progressive Rock und dem aus der Szene erwachsenen Pop manifestiert. Wichtige Vertreter waren Pink Floyd, David Bowie, Elton John, Genesis oder die Roxy Music. Auf der anderen Seite existierte die noch rebellerische Szene, die auch zum Teil als Gegenbewegung zu dem als zu friedfertig verlachten Hippietum entstand. Dazu gehören die gesamte Punk-Bewegung und die Metal-Szene. Diese Richtungen schafften es auch weiterhin, zu provozieren und zu skandalisieren, während die oben genannten Stile den Sprung in die Gesellschaftsfähigkeit geschafft hatten. Wichtige Vertreter sind hier die Sex Pistols, Black Sabbath, AC/DC oder die Ramones. Natürlich gab es auch viele Interpreten zwischen diesen beiden Polen, weitere wichtige Namen sind Led Zeppelin, The Clash oder Velvet Underground.
Interessant zu dieser Zeit ist auch, wie der Rock sich andere Musikströmungen einverleibte und transformierte. Musikrichtuingen wie Jazz, Reggae oder Soul veränderten sich zusehends unter dem Einfluss der Musikindustrie. Ein gutes Beispiel hierfür ist Michael Jackson, der mit seinen Wurzeln in der Black Music eine sehr erfolgreiche Verbindung mit dem Rock einging.
Außerdem ist eine fortschreitende Digitalisierung der Musikproduktion zu beobachten. Zum einen lag das an Bands wie Pink Floyd, die in ihrem Drang zum Perfektionismus die Latte zur perfekt produzierten Platte immer höher legten aber auch an Avantgardisten wie Can (Band) oder vor allem Kraftwerk (Band), die durch den Drang zum Experimentieren einem kompletten Genre jenseits des Rock auf die Beine halfen: der elektronischen Musik.
Der Unterschied zwischen Pop und Rock wurde in der Folge dann in den 1980er Jahren sehr fociert, vor allem durch die Independent-Szene, die sich in der Tradition des Punk sah und von dem großen Mainstream der Musikindustrie abzusetzen versuchte. Hier entstand eine vielfältige und große Szene mit vielen Untergenres, die später im Laufe der 1990er in Alternative überging. Auch der Metal erlebte eine Hochzeit durch Gruppen wie The Scorpions, Iron Maiden, Motörhead oder Metallica. Und auch hier gilt das Prinzip der unüberschaubaren Zersplitterung. An der Schnittstelle zwischen Rock und Pop entstanden viele Bands, die prägend für dieses Jahrzehnt werden sollten: z.B. U2, R.E.M. oder The Cure.
Anfang der 1990er erlebte die Szene dann einen unerwarteten Schub durch den Erfolg der US-Grunge-Band Nirvana, die nach dem Experimentieren und Digitalisieren der 1980er den Rock wieder auf die klassische "Gitarre-Bass-Schlagzeug-3-Akkorde-Kombi" reduzierten und die gesamte Alternative-Szene der 90er nachhaltig prägten. In der Folge tauchten Bands wie Soundgarden, Pearl Jam oder die Smashing Pumpkins auf.
Das Fusionieren und Experimentieren trat dann erst wieder zum Ende des Jahrzehnts in den Vordergrund durch Interpreten, die Elemente aus der zu dieser Zeit Erfolge feiernde elektronischen Musik adaptierten wie z.B. Radiohead, Blur oder auch Nine Inch Nails.
Das neue Jahrtausend wurde dann durch eine um sich greifende Retrowelle geprägt. Bands wie The Strokes oder The White Stripes griffen auf für die 1960er Jahre typische Elemente zurück und transportierten sie zurück in die Charts, The Hives stehen auf den Schultern alter Punk-Größen, The Mars Volta machen als erste Band seit 30 Jahren wieder erfolgreich Proggressive Rock und die Bright Eyes klingen z.T. sehr nach dem jungen Bob Dylan. Ein stilistischer Einschnitt, das "nächste große Ding", lässt im Moment also etwas auf sich warten.
(1) Carlo Bohländer...: Reclams Jazzführer. 5., durchges. u. erg. Aufl., 2000, S. 417. - (2) Ebd.
Bekannte Rock-Festivals und -Konzerte
Bob Dylan
- Zwischen 1965 und 1971 fanden zahlreiche Rockkonzerte im Fillmore West (San Francisco) und Fillmore East (New York) statt
- 16.-18. Juni 1967: Monterey Pop Festival
- 5. Juli 1969: Freiluft-Konzert der Rolling Stones im Londoner Hyde Park
- 15.-17. August 1969: Woodstock Festival
- 6. Dezember 1969: Altamont- Musikfestival mit Hauptact Rolling Stones
- 1968 bis 1970: Isle of Wight Festival
- 1. August 1971: Konzert für Bangladesh
- 13. Juli 1985: Live Aid in London und Philadelphia
- Juli 1988: Anlässlich des 70. Geburtstages des zu jener Zeit seit 24 Jahren inhaftierten Nelson Mandela findet im Londoner Wembley-Stadion ein Benefiz-Festival statt.
- 12.&13. August 1989: Moscow Music Peace Festival im Moskauer Olympia-Stadion
- 21. Juli 1990: Nur wenige Monate nach dem Mauerfall wird Pink Floyds "The Wall" auf dem Potsdamer Platz in Berlin aufgeführt.
- 20. April 1992: Freddie Mercury Tribute Concert im Londoner Wembley-Stadion
- Seit 1971 findet in Dänemark jährlich das Roskilde-Festival statt
- Das größte Open-Air-Festival Europas ist das alljährlich Ende Juni stattfindende Glastonbury Festival
- Bekannteste Open-Air-Festivals in Deutschland sind Rock am Ring (Nürburgring, Eifel), Rock im Park (Nürnberg), die beide jährlich stattfinden und jeweils die selben Bands im Aufgebot haben, sowie das Southside-Festival am Bodensee mit den selben Bands wie sie am selben Wochenende wie beim Hurricane-Festival in Norddeutschland auftreten
- Die bekanntesten Metal-Open-Airs: Wacken Open Air, Bang Your Head, Summer Breeze und das Dynamo Open Air
- In der Schweiz sind insbesondere die jährlichen Festivals Gurtenfestival, OpenAir St. Gallen, Openair Gampel und Paléo Festival international bekannt und beliebt. Neu dazu gekommen ist 2005 auch das Greenfield Festival in Interlaken das sich vor allem auf Rockmusik konzentriert.
- Lollapalooza war in den Jahren 1991 bis 1997 sowie 2003 eine Festival-Tournee in den Kanada und den USA.
- Seit 1996 findet im bayrischen Rothenburg ob der Tauber das Taubertal Openair statt.
- Ebenfalls seit 1996 findet jährlich das von Ozzy Osbourne und seiner Frau initiierte Ozzfest statt.
- Über die Grenzen Österreichs hinaus bekannt sind die Festivals im burgenländischen Wiesen (Burgenland) wie das Forestglade, Jazzfest oder Sunsplash.
- 29. November 2003: Unter dem Motto 46664 fanden seither mehrfach in Südafrika, aber auch in Madrid und Tromsø, Norwegen Konzerte zu Gunsten der HIV-infizierten Menschen im südlichen Afrika statt.
- 2. Juli 2005: In mehreren Städten weltweit finden die Live 8-Konzerte unter dem Motto „Make Poverty History“ statt.
Literatur
- Frank Laufenberg, Ingrid Laufenberg, Frank Laufenbergs Hit-Lexikon des Rock und Pop, Oktober 2002, Ullstein Tb., ISBN 3-5483-6362-8
- Christian Graf, Burghard Rausch, Rockmusiklexikon Europa, Bd. 1, Juli 2005, Frankfurt, Fischer Tb, ISBN 3-5961-6428-1
- Christian Graf, Burghard Rausch, Rockmusiklexikon Europa, Bd. 2, Juli 2005, Frankfurt, Fischer Tb, ISBN 3-5961-6429-X
- Christian Graf, Burghard Rausch, Rockmusiklexikon Amerika, Afrika, Asien, Australien, Oktober 2003, Frankfurt, Fischer Tb, ISBN 3-5961-5869-9 نيكوتينالنيكوتين (Nicotine) هو مركب عضوي شبه قلوي يوجد في الطبيعة في جميع أجزاء نبات التبغ، مع تركيز أكبر في الأوراق. يشكل من 0.3 إلى 5% من النبات بالوزن الجاف، والتركيب الحيوي يوجد في الجذور، ويجمع في الأوراق. يوجد النيكوتين كذلك، إلى جانب التبغ، في الطماطم، البطاطس، الفلفل الأخضر، وغيرها. كما أنه يوجد أيضاً في أوراق نبات الكوكا.
تصنيف:أشباه قلويات
ja:ニコチン
ms:Nikotin
th:นิโคติน
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