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Gerry AdamsGerry Adams ( - 6. Oktober 1948 in Belfast, Nordirland) ist ein nordirischer Politiker.
Seit 1983 ist er Vorsitzender der Sinn Féin, der legalen politischen Organisation der verbotenen Irisch-Republikanischen Armee (IRA).
Er war als Abgeordneter ein Architekt des Friedensprozesses in Nordirland, in dem er noch immer eine wichtige Rolle spielt.
Als sein wichtigster Kontrahent gilt der 78-jährige Ian Paisley, der Vorsitzende der protestantischen DUP (Democratic Unionist Party).
Biografie
Adams wurde als ältestes von zehn Geschwistern in einem mehrheitlich katholischen Stadtteil von Westbelfast geboren. Sein Vater war republikanischer Aktivist und saß bereits als sechzehnjähriger im Gefängnis. In seiner Autobiografie Before the Dawn (Bevor es Tag wird), erzählt Adams von seinem Werdegang als Kind in den Straßen von Westbelfast, der abgebrochenen Schulausbildung, um als Barkeeper zum Lebensunterhalt seiner Familie beizutragen. Seine politische Karriere als Wahlhelfer von Sinn Féin begann er früh.
1971 wurde Gerry Adams zu einer mehrjährigen Gefängnisstrafe verurteilt und verbrachte die Haft in Long Kesh (Verdacht auf Mitgliedschaft in der IRA).
1983, 1987, 1997, 2001 und 2005 wurde er zum Abgeordneten im britischen Unterhaus für seinen Wahlkreis Belfast-West gewählt; den Sitz nahm er aber nie ein. Zusammen mit John Hume, dem Vorsitzenden der sozialdemokratischen katholischen Social Democratic and Labour Party (SDLP), brachte Adams 1993 mit einer Friedensinitiative neue Bewegung in den Nordirland-Konflikt. Ergebnis war die bedingungslose Waffenruhe, die die IRA am 31. August 1994 verkündete.
Als im Februar 1996 die IRA ihren 17-monatigen Waffenstillstand brach - bei einem Bombenanschlag in den Londoner Docklands wurden zwei Menschen getötet und über 100 verletzt -, betonte Adams, dass der Friedensprozess nur durch eine baldige Aufnahme von Allparteiengesprächen zu retten sei. Der Weg hierfür wurde aber erst im Juli 1997 durch eine neuerliche Waffenruhe der IRA frei.
Im Oktober 1997 traf Gerry Adams mit Tony Blair als erster Sinn-Féin-Führer einen britischer Premierminister seit der Teilung Irlands. Die Verhandlungen mündeten am 10. April 1998 im sogenannten Karfreitagsabkommen.
Dem Guardian erzählte Adams im Sommer 2004, die Folterfotos von Abu Ghraib seien für ihn kein neuer Anblick, auch er sei mit seinen gleichgesinnten Haftgenossen in den 70ern systematisch gefoltert worden. Kurz darauf stellte er eine Auflösung der IRA in Aussicht, falls die protestantische Partei DUP zu einer Regierungskoalition mit der Sinn Fein bereit sei. Doch die DUP, vertreten durch Ian Paisley, möchte keine Entscheidung fällen, ehe nicht die IRA ihre "Privatarmee" mit allen Waffen aufgelöst habe und dies mit Fotos öffentlich gemacht habe. Während sich Adams' Sinn Féin in den letzten Jahren zunehmend kompromißbereit zeigte, lehnen die protestantischen Paramilitärs, die in den letzten fünfzehn Jahren weitaus mehr Menschen in Nordirland getötet haben als die IRA, eine Entwaffnung immer noch strikt ab.
Literatur
- Cage Eleven. Erinnerungen an Long Kesh. Cadolzburg 1995. ISBN 3931043037
- Bevor es Tag wird. Autobiographie. Berlin 1996. ISBN 3353010599
- Hope and History. Making Peace in Ireland. Brendon/Mount Eagle Publication Ltd. Juni 2004 (engl.), ISBN 0863223303
Weblinks
-
- [http://www.sinnfein.org/documents/gerry.html Anhängerdarstellung auf sinnfein.org]
- [http://members.dokom.de/fschulz/Adams.htm Kurzbiographie auf deutsch]
Adams, Gerry
Adams, Gerry
Adams, Gerry
Adams, Gerry
6. OktoberDer 6. Oktober ist der 279. Tag des Gregorianischen Kalenders (der 280. in Schaltjahren) - somit bleiben 86 Tage bis zum Jahresende.
Ereignisse
- 105 v. Chr. - In der Schlacht bei Arausio schlagen Kimbern und Teutonen die Römer vernichtend.
- 1582 - Durch den Beginn der Gregorianischen Zeitrechnung gibt es diesen Tag in Italien, Polen, Portugal und Spanien nicht.
- 1683 - Die erste geschlossene Gruppe von Deutschen erreicht Nordamerika unter der Führung von Franz Daniel Pastorius.
- 1829 - Das Rennen von Rainhill beginnt, in dem die bestgeeignete Lokomotive für die geplante Strecke zwischen Liverpool und Manchester ermittelt werdem soll.
- 1848 - Der Wiener Oktoberaufstand 1848 bricht los, als Truppenteile meutern.
- 1889 - Erstbesteigung des Kibo im Kilimandjaro-Massiv (Afrika) durch Meyer und Purtscheller.
- 1939 - Mit der Niederlage der letzten polnischen Truppen endet der Blitzkrieg des Deutschen Reiches gegen Polen.
- 1945 - Die erste Ausgabe der Süddeutschen Zeitung erscheint.
- 1947 - Die britische Armee beendet die Internierung der "Exodus"-Passagiere in der Nähe von Lübeck.
- 1973 - Beginn des Jom-Kippur-Krieges im Nahen Osten: Ägypten und Syrien greifen auf den Golanhöhen und am Sueskanal die israelische Front an.
- 1981 - In Kairo wird Ägyptens Staatschef Anwar as-Sadat von Glaubensfanatikern ermordet. Die Macht übernimmt der bisherige Vize-Präsident Mohamed Hosni Mubarak.
- 1989 - Ein großer Fackelumzug der FDJ findet in Berlin am Vorabend des 40. Jahrestages der DDR statt.
- 1998 - Nachdem der rechtsextreme französischen Politiker Jean-Marie Le Pen die Gaskammern im Dritten Reich als "Detail der Geschichte" bezeichnet hatte, hebt das Europaparlament seine die Immunität auf, damit die Münchner Staatsanwaltschaft gegen ihn wegen Volksverhetzung ermitteln kann.
Wirtschaft
- 1875 - Aufgrund der hohen Verschuldung gibt Sultan Abd ül-Asis den Bankrott des Osmanischen Reiches bekannt.
Wissenschaft und Technik
Kultur
- 1600 - Bei der Hochzeit Heinrichs IV. von Frankreich mit der Prinzessin Maria von Medici wird im Palazzo Pitti die Oper "L'Euridice favola drammatica" von Jacopo Peri als erste erhalten gebliebene Oper der Musikgeschichte uraufgeführt.
- 1782 - Uraufführung der musikalischen Komödie "La ballerina amante" von Domenico Cimarosa am Teatro dei Fiorentini in Neapel.Neapel
- 1889 - In Paris wird das Moulin Rouge eröffnet.
- 1902 - Uraufführung der Oper "Das war ich!" von Leo Blech an der Dresdner Hofoper.
- 1919 - Uraufführung der Operette "Apple Blossoms" von Fritz Kreisler am Globe Theatre in New York.
- 1927 - In New York wird "The Jazz Singer", der erste Tonfilm der Geschichte, uraufgeführt.
- 1945 - Die Süddeutsche Zeitung (SZ) erscheint erstmalig.
- 1945 - Im Ausweichquartier der Wiener Staatsoper im Theater an der Wien findet mit Ludwig van Beethovens "Fidelio" erstmals nach dem Krieg eine Opernaufführung in Wien statt.
Religion
Katastrophen
- 1955 - Laramie, Wyoming, USA. Eine DC-4 prallt gegen einen Berg. Alle 66 Menschen an Bord sterben.
- 1995 - Ein Erdbeben der Stärke 6,8 auf Sumatra, Indonesien fordert 84 Menschenleben.
Sport
- Ereignisse aus dem Bereich der Formel 1 siehe dort.
- Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden s. u. der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.
- 1993 - Michael Jordan verkündet überraschend sein Karriereende.
- 1999 - Jan Ullrich wird Weltmeister im Einzelzeitfahren.
Geboren
- 1459 - Martin Behaim, Kartograf und Kosmograph
- 1577 - Ferdinand von Bayern, Erzbischof von Köln, Bischof von Münster
- 1767 - Henri Christophe, Präsident und König von Haiti
- 1769 - Sir Isaac Brock, britischer General und kanadischer Nationalheld des Kriegs von 1812 gegen die USA
- 1773 - Ludwig Philipp (Frankreich) (Luis Philippe), letzter König von Frankreich
- 1785 - Albert Methfessel, deutscher Komponist und Dirigent
- 1797 - Joseph Othmar Ritter von Rauscher, Erzbischof von Wien
- 1808 - Friedrich VII., König von Dänemark von 1848 bis 1863
- 1816 - William Batchelder Bradbury, US-amerikanischer Komponist
- 1820 - Jenny Lind, schwedische Sängerin
- 1831 - Richard Dedekind, deutscher Mathematiker
- 1832 - Christian Mali, deutscher Kunstmaler und Professor
- 1838 - Sophie Wörishöffer, deutsche Schriftstellerin
- 1846 - George Westinghouse, US-amerikanischer Erfinder
- 1847 - Adolf von Hildebrand, deutscher Bildhauer
- 1849 - Basil Zaharoff, britischer Waffenhändler und Spielbankbesitzer
- 1866 - Heinrich Federer, Schweizer Schriftsteller
- 1882 - Karol Szymanowski, polnischer Komponist
- 1886 - Edwin Fischer, Schweizer Musiker
- 1887 - Le Corbusier, französisch-Schweizer Architekt
- 1888 - Max Butting, deutscher Komponist
- 1889 - Maria Dąbrowska, polnische Schriftstellerin
- 1897 - Gerhard Lamprecht, deutscher Regisseur
- 1903 - Ernest Walton, irischer Physiker
- 1904 - Horst Lange, deutscher Schriftsteller
- 1905 - Helen Wills Moody, dominierende Tennisspielerin der 1920er und 1930er
- 1905 - Wolfgang Liebeneiner, deutscher Regisseur
- 1906 - Janet Gaynor, US-amerikanische Schauspielerin
- 1908 - Carole Lombard, US-amerikanische Schauspielerin
- 1913 - Meret Oppenheim, deutsch-Schweizer Malerin
- 1914 - Thor Heyerdahl, norwegischer Ethnologe
- 1915 - Edgardo Martín, kubanischer Komponist
- 1916 - Vern Sneider, US-amerikanischer Autor
- 1916 - Franz Vit, deutscher Politiker (SPD)
- 1918 - André Pilette, belgischer Formel 1- und Sportwagenrennfahrer
- 1920 - Pietro Consagra, italienischer Künstler
- 1922 - Klaus Dill, deutscher Maler
- 1930 - Hafiz al-Assad, syrischer Staatspräsident
- 1931 - Riccardo Giacconi, US-amerikanischer Astrophysiker
- 1933 - Louis Begley, US-amerikanischer Schriftsteller
- 1937 - Eugene Pitt, US-amerikanischer Sänger
- 1938 - Peter Gosse, deutscher Schriftsteller
- 1940 - Manfred Bietak, österreichischer Professor für Ägyptologie
- 1942 - Britt Ekland, schwedische Schauspielerin
- 1942 - Ulf Fink, deutscher Politiker
- 1943 - Cees Veerman, niederländische Sänger
- 1945 - Robin Shaw, britischer Musiker
- 1947 - Millie, jamaicanischer Sänger
- 1947 - Thomas R. Fischer, deutscher Bankmanager
- 1948 - Gerry Adams, nordirischer Politiker
- 1949 - Bobby Farrell, deutscher Tänzer (Boney M.)
- 1949 - James Hopkins-Harrison, britischer Sänger
- 1949 - Thomas McClary, US-amerikanischer Musiker
- 1951 - Gavin Sutherland, britischer Musiker, Sänger und Songschreiber
- 1951 - Hans-Jürgen Uhl, deutscher Politiker und MdB
- 1951 - Manfred Winkelhock, deutscher Formel 1- und Sportwagen-Rennfahrer
- 1956 - Helmut Zierl, deutscher Schauspieler
- 1960 - Richard Jobson, britischer Sänger und Songschreiber
- 1960 - Sabine Töpperwien, deutsche Sportjournalistin
- 1965 - Jürgen Kohler, deutscher Fußballspieler
- 1969 - Adrienne Armstrong Ehefrau von Billie Joe Armstrong
- 1981 - Lutz Altepost, deutscher Kanurennsportler
Gestorben
- 877 - Karl der Kahle, fränkischer Kaiser
- 1101 - Bruno von Köln, Heiliger, Begründer des Kartäuserordens
- 1536 - William Tyndale, englischer Bibelübersetzer (auf Scheiterhaufen verbrannt)
- 1651 - Heinrich Albert, Liederdichter und Komponist
- 1732 - Christian Vater, Mediziner
- 1780 - Ignaz Sichelbarth, in China tätiger deutsch-böhmischer Jesuiten-Missionar und Maler
- 1819 - Johann von Klenau, österreichischer General
- 1825 - Bernard de Lacépède, französischer Naturforscher
- 1837 - Jean-François Lesueur, französischer Komponist
- 1843 - Archibald Campbell, britischer General
- 1870 - Johann Andreas Schubert, er war Architekt
- 1873 - Friedrich Wieck, war Musiker und Musikpädagoge
- 1889 - Jules Dupré, französischer Landschaftsmaler
- 1891 - Charles Stewart Parnell, irischer Politiker
- 1891 - Karl I. (Württemberg), der dritte König von Württemberg
- 1892 - Alfred Tennyson, britischer Dichter
- 1905 - Ferdinand von Richthofen, deutscher Geograf und Forschungsreisender
- 1906 - Franz Josef Bucher, Schweizer Hotelier, Eisenbahnpionier und Unternehmer
- 1912 - Auguste Beernaert, belgischer Politiker und Regierungschef
- 1933 - Sachari Paliaschwili, georgischer Komponist
- 1945 - Leonardo Conti, Chef der Reichsärztekammer
- 1946 - Per Albin Hansson, schwedischer Politiker und Premierminister
- 1947 - Leevi Madetoja, finnischer Komponist
- 1951 - Otto Fritz Meyerhof, deutsch-amerikanischer Biochemiker
- 1954 - Hakon Børresen, dänischer Komponist
- 1964 - Richard Scheibe, deutscher Bildhauer
- 1965 - Georges Vantongerloo, belgischer Maler, Bildhauer und Architekt
- 1978 - Johnny O'Keefe, australischer Sänger
- 1980 - Felix Slavik, Wiener Bürgermeister
- 1981 - Anwar as-Sadat, ägyptischer Staatspräsident und Friedensnobelpreisträger
- 1984 - George Gaylord Simpson, US-amerikanischer Zoologe und Paläontologe
- 1985 - Nelson Riddle, US-amerikanischer Bandleader
- 1989 - Bette Davis, US-amerikanische Schauspielerin
- 1991 - Ernst-Alfred Jauch, deutscher Journalist
- 1999 - Amália Rodrigues, war die wohl bedeutendste Fado-Sängerin
- 2000 - Richard Farnsworth, amerikanischer Schauspieler
- 2001 - Alfred Jensch, Astronom und Konstrukteur
- 2002 - Prinz Claus, Ehemann der niederländischen Königin Beatrix
- 2002 - Wolfgang Mischnick, deutscher Politiker
- 2003 - Herbert Keutner, deutscher Kunsthistoriker
- 2004 - Brunhilde Baur, deutsche Verlegerin
- 2005 - Reinhard Tramontana, österr. Journalist und Kolumnist
Feier- und Gedenktage
- German-American Day in den Vereinigten Staaten seit 1987
- Gedenktag des Heiligen Bruno von Köln, Begründer des Kartäuserordens
Siehe auch
- 5. Oktober - 7. Oktober
- 6. September - 6. November
- Historische Jahrestage - Zeitskala
- Wikipedia:Glaskugel - Wikipedia:Formatvorlage Tag
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simple:October 6
th:6 ตุลาคม
Belfast
Belfast ist die Hauptstadt von Nordirland und die zweitgrößte Stadt Irlands nach Dublin.
Belfast hat 277.000 Einwohner (2003) und liegt an der Mündung des Flusses Lagan in die Bucht von Belfast (engl. Belfast Lough).
Es ist Sitz eines katholischen und eines anglikanischen Bischofs, Universitätsstadt und besitzt einen Seehafen. Belfast ist Sitz von Regierung und Parlament von Nordirland (beide seit 2002 suspendiert). Die Randviertel Belfasts waren v. a. in den 1970er Jahren Schauplatz des Nordirlandkonfliktes.
Bedeutung des Namens Belfast
Der Name Belfast leitet sich vom irischen Béal Feirste (; "Mündung des Farset") her. Dieser Fluss ist heute nicht mehr sichtbar und verläuft unterhalb der Bridge Street.
Sehenswürdigkeiten
Fluss
Fluss
Fluss
Am zentralen Donegall-Square befinden sich das Rathaus (engl. City Hall, 1903, im Rahmen von Führungen zu besichtigen) und die Linen Hall Library, eine öffentliche Bibliothek, gegründet 1788. Hier findet der Interessierte alles zum bewaffneten Kampf der IRA und zum Friedensprozess.
Aufgrund vieler Bombenanschläge der vergangenen Jahre ist fast die gesamte Innenstadt autofrei, was die Belfaster und ihre Gäste heute zu schätzen wissen.
In der Innenstadt befindet sich das Theater (engl. Grand Opera House), erbaut 1894 durch Frank Matcham. Gegenüber liegt die bekannteste Pub, der Crown Liquor Saloon, welcher auch der älteste Pub Nordirlands ist. An der Donegall Street, einen kurzen Fußmarsch von der City Hall entfernt liegt die Kathedrale St. Anne der anglikanischen Church of Ireland.
Das Schloss auf dem Cave Hill (engl. Belfast Castle) geht auf eine Normannenburg des 12. Jahrhunderts zurück.
Die Queen's University mit Gebäuden aus der Tudor-Zeit hat einen besonders schönen Botanischen Garten.
Das Ulster-Museum (1890) bietet spektakuläre Funde des 1588 gesunkenen Schiffs "Girona", das zur spanischen Armada gehörte.
Auf den Spuren der vergangenen Unruhen kann sich der Besucher zur Peace Line begeben: In West Belfast (westlich der Schnellstraße "West Link") trennt diese Mauer die Gebiete der Falls Road (Wohngebiet katholischer Nordiren) von der Shankill Road (Protestanten).
Etwa 5 km östlich der Innenstadt, in East Belfast, befindet sich das Gelände von Stormont Castle mit Sitz der (derzeit suspendierten) Regierung von Nordirland.
Im vergangenen Jahrzehnt wurde das Flussufer neu gestaltet: Hotels und das Konferenzzentrum Waterfront Hall sind dort entstanden.
Auf der östlichen Seite des Lagan befindet sich das Odyssey Center mit großem Saal für Eishockey und Konzerte, einem IMAX-Kino und einem großen interaktiven Museum, W5 genannt.
Geschichte
1177 entstand eine normannische Burg. Die Ansiedlung schottischer Presbyterianer wurde durch die Krone gefördert.
1603 wird Belfast gegründet. Im 17. Jahrhundert bauen aus Frankreich geflohene Hugenotten die Leinen-Industrie auf.
Im 18. Jh. Erweiterung des Hafens. 1912 läuft im Hafen die Titanic zu ihrer ersten Fahrt aus. Im April und Mai 1941 starke Schäden in Hafen und Stadt durch Bombardements der deutschen Luftwaffe. 1969 beginnen die bürgerkriegsähnlichen Auseinandersetzungen, beendet 1998 durch das so genannte Karfreitagsabkommen.
Wirtschaft
Seit Ende des 17.Jahrhunderts wuchs Belfast vor allem durch die Leinenindustrie zum einem bedeutenden industriellen Standort heran.
Erst mit der Erweiterung des Hafens Ende des 18. Jahrhunderts gewann auch der Schiffbau an größerer Bedeutung. Die Stadt verfügt über das größte Trockendock der Welt der Werft Harland and Wolff. Die Titanic wurde hier gebaut.
In unmittelbarer Nachbarschaft zur Harland & Wolff Werft, befinden sich in East Belfast die ausgedehnten Werkshallen des 1909 gegründeten Flugzeugherstellers Short, der sich zunächst für die Herstellung des im Zweiten Weltkrieg eingesetzten Flugbootes S.25 Sunderland einen Namen machte. Ab den sechziger Jahren spezialisierte man sich auf den Bau von zivilen und militärischen Transportmaschinen und schrieb mit der Herstellung der "Short Belfast", dem drittgrößten von Propellerturbinen angetriebenen Transportflugzeug der Welt, Luftfahrtgeschichte. 1989 wurde das Werk für 30 Millionen Pfund Sterling an die Firma Bombardier verkauft.
Im Jahre 1979 errichtete die De Lorean Motor Company (DMC), das Unternehmen des amerikanischen Sportwagenbauers John De Lorean, eine Fabrik im Belfaster Vorort Dunmurry. Hier wurde bis 1983 der legendäre De Lorean DMC-12 produziert, welcher durch die Film-Trilogie Zurück in die Zukunft Kultstatus erlangte.
Sport
Belfast hat einen der bekanntesten Eishockey-Club des Vereinigten Königreichs, die Belfast Giants, der in der 8.700 Besucher fassenden Odyssey Arena beheimatet ist.
Des Weiteren erfreuen sich die traditionellen irischen Sportarten Gaelic Football und Hurling besonders im katholisch-irischen Bevölkerungsteil hoher Beliebtheit. Die Spiele der Auswahl der Grafschaft Antrim in der jeweiligen Sportart werden im Roger Casement-Park ausgetragen, ein 21.000 Zuschauer fassendes Stadion im Belfaster Stadtteil Andersonstown.
In der Irish Premier League, der höchsten Fußball-Spielklasse in Nordirland, sind derzeit drei Belfaster Mannschaften vertreten. Neben dem 1879 gegründeten Cliftonville FC, des ältesten Fußballvereins in Irland, sind dies auch die als "Big Two" bekannten Glentoran FC und Linfield FC. Der fast 60 Jahre ununterbrochen in der Irish Premier League vertretene Nord-Belfaster Klub Crusaders FC musste am Ende der Saison 2004/05 als zweiter Absteiger den Gang in die Irish First Division antreten.
Internationale Begegnungen der Auswahl des nord-irischen Fußballverbands IFA (Irish Football Association) finden in aller Regel im rund 20.000 Besucher fassenden Windsor Park in South Belfast statt, der gleichzeitig auch dem Linfield FC als Heimkulisse dient.
Die Spiele des Ulster Rugby Clubs, welcher als Unterverband in der Irish Rugby Football Union (IRFU) die Provinz Ulster repräsentiert, finden im Belfaster Ravenhill Stadion statt, welches welcher ein Fassungsvermögen von 12.500 Zuschauern besitzt. Der bisher größte Erfolg gelang Ulster Rugby im Januar 1999 mit dem Gewinn des Rugby-Europacups.
Verkehr
Die Stadt verfügt über zwei Flughäfen, den 3 km östlich gelegenen - kleineren - Belfast City Airport (IATA-Kürzel BHD) und den ca. 25 km westlich am Lough Neagh gelegenen Belfast International Airport (Kürzel BFS). Von Deutschland aus ist Belfast mit dem Flugzeug über den Flughafen Berlin-Schönefeld erreichbar, allerdings bestehen auch Umsteigeverbindungen über Amsterdam oder über London.
Eisenbahnverbindungen bestehen von Derry (Londonderry) und von Larne (Fährhafen mit Großbritannien) aus. Von der Republik Irland aus ist Belfast mit einer schnellen InterCity-Verbindung von Dublin aus zu erreichen (alle zwei Stunden, Fahrtzeit etwa zwei Stunden).
Der Belfaster Stadtverkehr wird von Citybus bedient, neuerdings unter der Bezeichnung Metro. Im überregionalen Busverkehr erreicht man vom Europa Bus Centre Busbahnhof an der Great Victoria Street aus (hier auch Eisenbahnanschluß) mit Ulsterbus fast alle Ziele in Nordirland. Alle größeren Orte Nordirlands, u.a. Coleraine, Derry, Omagh, Enniskillen, Armagh, Portadown und Newry, werden mit dem Goldline Express Service im Taktverkehr bedient. Über die Schnellbusverbindung nach Dublin (etwa alle zwei Stunden, Fahrtzeit drei Stunden) ist Belfast auch an das von Bus Eireann betriebene Fernbusnetz in der Republik Irland angeschlossen.
Fährverbindungen bestehen vom Belfaster Fährhafen (Belfast Ferry Port) aus nach Liverpool (Norse Merchant) und Stranraer (Stena Line) sowie mit der Schnellfähre Seacat auch nach Troon in Schottland. Im Sommer bedient die Isle of Man Steam Packet Company darüber hinaus noch die Route nach Douglas auf der Insel Man.
Söhne und Töchter der Stadt
- Gerry Adams, nordirischer Politiker
- Thomas Andrews, irischer Physiker und Chemiker
- Jocelyn Bell Burnell, britische Radioastronomin
- John Stewart Bell, irischer Physiker
- George Best, nordirischer Fußballspieler
- Kenneth Branagh, britischer Schauspieler und Regisseur
- Shane Brolly, irischer Schauspieler
- William John Conway, Erzbischof von Armagh und Kardinal der römisch-katholischen Kirche
- Mairead Corrigan, Friedensnobelpreisträgerin 1976, Aktivistin der Nordirischen Friedensbewegung
- James Galway, klassischer Flötist
- Chaim Herzog, Präsident Israels
- Alex Higgins, Snookerspieler
- Clive Staples Lewis, britischer Schriftsteller und Literaturwissenschaftler
- Louis MacNeice, nordirischer Dichter
- Mary McAleese, irische Politikerin
- Arlene McCarthy, Abgeordnete im Europäischen Parlament
- Alister McGrath, Professor für historische Theologie in Oxford
- James Moody (Komponist), irischer Komponist
- Brian Moore, Schriftsteller und Drehbuchautor
- Gary Moore, Bluesmusiker
- Danny Morrison, nordirischer Journalist und Schriftsteller und einer der prägenden Intellektuellen der republikanischen Bewegung
- Astral Weeks, irischer Rocksänger und Songschreiber
- Van Morrison, irischer Rocksänger und Songschreiber
- William Mulholland, irischer Ingenieur
- Patricia Quinn, nordirische Schauspielerin und Sängerin
- Osborne Reynolds, britischer Physiker
- Bobby Sands, nordirischer Widerstandskämpfer, Hungerstreikender und Abgeordneter im britischen Unterhaus
- Elizabeth Shaw, irische Künstlerin
- William Thomson, 1. Baron Kelvin, britischer Physiker
- John Watson (Rennfahrer), Autorennfahrer
- Betty Williams, Friedensnobelpreisträgerin und Friedensaktivistin
Weblinks
- [http://www.belfastcity.gov.uk/ Stadtverwaltung]
- [http://www.gotobelfast.com/ Fremdenverkehrsamt]
- [http://www.belfastcastle.co.uk/ Belfast Castle]
- [http://www.nics.gov.uk/castle/castle.htm Stormont Castle]
Kategorie:Unitary Authority (Nordirland)
Kategorie:Ort in Nordirland
Kategorie:Ort mit Seehafen
ja:ベルファスト
ko:밸파스트
simple:Belfast
PolitikerAls Politiker bezeichnet man Personen, die politische Ämter innehaben oder sie anstreben. Meist werden sie dabei durch Parteien und Verbände unterstützt. Politiker agieren auf allen Ebenen eines Staates (Bund, Länder oder Gemeinden). Politische Ämter können Regierungsämter (z.B. Minister), das Abgeordnetenmandat in einem Parlament oder ein Amt in einer Partei (z.B. Parteivorsitzender) sein. Politiker haben das Ziel durch ihr Handeln Einfluss auf wichtige politische Entscheidungen zu nehmen. Hierzu können sie zum einen ihre durch politische Ämter gesicherten Rechte nutzen (Beispielsweise bei Abstimmungen im Parlament). Außerdem können sie durch Meinungsäußerung Einfluss nehmen.
Als Mitglied einer Partei vertritt ein Politiker deren Interessen. Es gibt jedoch auch Politiker, die sich keiner Partei anschließen (Parteilose), oder deren Aufgabe nicht die Interessenvertretung ihrer Partei ist (zum Beispiel Bundespräsident). Neben dem Berufspolitiker, der zum Beispiel als Abgeordneter, Staatssekretär oder Minister arbeitet gibt es noch den ehrenamtlich arbeitenden Politiker, der die Politik nur neben seinem Beruf ausübt.
Theorien zum politischen Handeln
Das Handeln von Politikern ist Gegenstand der Politikwissenschaft. Sie erklärt das Handeln der Politiker und den politischen Wettbewerb (Streben der Politiker nach Macht).
Ethische Ansätze zur Erklärung von Politikerhandeln
Grundsätzliche Bedeutung für die politische Motivation einzelner hat der Wunsch gute politische Entscheidungen herbeizuführen, um beispielsweise der eigenen Region oder dem ganzen Land zu helfen. Dies führt zu einem weiten und ganzheitlichen Denken und vollem Einsatz zum Wohle aller Bürger, wie es beispielsweise die Verantwortungsethik postuliert.
Oft werden diese langfristigen Ziele jedoch von den Wählern nicht als beste Wahl wahrgenommen, weswegen der politische Erfolg solcher Positionierungen begrenzt ist. Ferner gehen die Auffassungen darüber, was langfristig das "Wohl aller Bürger" bzw. "Wohl des Staatsvolkes" darstellt sowie auf welchem Weg dieses erreicht werden soll, auseinander. Auch dies trägt dazu bei, dass sich im politischen Wettbewerb nicht zwangsläufig das "beste" Modell durchsetzt.
Zweifelsohne lässt sich auch für Politiker, deren Handeln an heren Zielen orientiert ist, ein karrierebezogenes Politikerbild erklären: Die Überzeugung, selbst die richtigen Entscheidungen zu treffen, führt zu einem Streben nach Macht und Einfluss.
ökonomische Theorie der Politik
Einen weniger positiven Ansatz zur Erklärung des Handelns von Politikern mit wirtschaftlichen Grundsätzen liefert die ökonomische Theorie der Politik (ÖTP). Sie erklärt Strukturen und Verhalten überwiegend auf Basis neoklassischen Theorie. Grundsätzliche Annahme ist dabei, dass sich Politiker als rationale Nutzenmaximierer verhalten. Dies bedeutet im Wesentlichen, dass Politiker eine starke Wiederwahlorientierung haben und deswegen eine Politik betreiben, die bei den nächsten Wahlen zu einer Stimmenmaximierung führt.
Hierzu lassen sich zwei wichtige Stränge unterscheiden:
(1) Orientierung an kurzfristigen Zielen:
Ein gemäß der ÖTP nutzenmaximierender Politiker wird bei seinen Entscheidungen berücksichtigen, dass der Wähler eher die Erreichung kurzfristiger Ziele als das Anstreben langfristiger Ziele honoriert, da der Wähler selbst eine starke Gegenwartspräferenz aufweist, was wiederum daran liegt, dass langfristig ausgerichtete Konzepte dem politisch und ökonomisch weniger gebildeten Wähler wegen der hohen Komplexität nicht vermittelbar sind. Auf Wiederwahl bedacht wird der Politiker daher vor kurzfristig schmerzhaften Maßnahmen zurückschrecken, auch wenn diese ökonomisch unbedingt nötig sind.
Beispiele für eine solche Politik sind die dauerhaft zu beobachtende Neuverschuldung reicher Industrienationen, fehlende Rücklagen im gesetzlichen Rentensystem, zyklische statt antizyklischer Wirtschaftspolitik oder fehlender Mut zu schmerzhaften aber notwendigen Reformen.
(2) Orientierung am Medianwähler:
Ein wichtiger Ansatz in diesem Zusammenhang ist das Medianwählermodell: Geht man bei Politikern vom Ziel der Stimmenmaximierung aus, so führt ein Politiker bzw. eine Partei genau diejenige Politik aus, die der Medianwähler wünscht. Dadurch werden von den großen Parteien politische Ränder und Problembereiche vernachlässigt.
Zudem können für den Bürger sichtbare, ökonomisch aber nicht zwangsläufig vernünftige Maßnahmen unterstellt werden, während möglicherweise wichtigeren Zielen, die jedoch nicht vom Wähler als solche erkannt werden, nicht nachgegangen wird. Vielmehr können dann individuell spürbare Maßnahmen bei wenig spürbaren Belastungen für den Wähler unterstellt werden.
Siehe auch
- Liste der Mitglieder des Schweizerischen Bundesrates
- Bundesregierung (Deutschland)
- Bundesregierung (Österreich)
- Liste der Bundestagsabgeordneten
- Liste der Politiker der DDR
- Hinterbänkler
Literatur
- Max Weber: Politik als Beruf. 1919. ISBN 315008833X) ([http://www.textlog.de/weber_politik_beruf.html Online Text])
- Niccolò Machiavelli: Der Fürst. 1513, ISBN 3150012198
- Hans Herbert von Arnim: Das System - Die Machenschaften der Macht, München, Droemer Knaur, 2001
- ders.: Fetter Bauch regiert nicht gern. Die politische Klasse - selbstbezogen und abgehoben, durchgesehene und mit einem aktuellen Vorwort versehene Taschenbuchausgabe, München: Droemer Knaur, 1999,
- ders.: Der Staat als Beute. Wie Politiker in eigener Sache Gesetze machen, München: Droemer Knaur, 1998.
- ders.: Diener vieler Herren. Die Doppel- und Dreifachversorgung von Politikern, München: Droemer Knaur, 1998.
Weblinks
- [http://www.rulers.org Verzeichnis von Staatsoberhäuptern und Regierungschefs] (Englisch)
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Politiker
Politiker
Politiker
ja:政治家
Sinn FéinSinn Féin (schin'fe:jn; irisch: 'wir selbst') ist eine nationalistische irische Partei. In Nordirland ist sie seit 2005 die unter den katholischen Bewohnern stärkste Partei, in der Republik Irland ist sie seit 1997 im Parlament vertreten und verfügt dort vor allem in den Grenzregionen zu Nordirland über eine historische Verankerung. Sie wurde 1905 von Arthur Griffith gegründet.
Ziele
Das Hauptziel von Sinn Féin besteht darin, die unter britischer Herrschaft befindlichen Grafschaften Nordirlands in das Staatsgebiet der Republik Irland einzugliedern. Dabei strebt die Partei laut Programm eine "vereinigte, demokratische und sozialistische Republik Irland" an, wobei die Bezugnahme auf sozialistische Ansätze und Ziele in den Aussagen führender Parteivertreter in den letzten 10 Jahren sehr selten geworden sind. Als mittelfristiges Ziel nennt Sinn Féin die Umsetzung des Karfreitagsabkommens. Ihre Gegner werfen ihr freilich vor, dass sie eben dieses Abkommen torpediert, indem sie dazu beiträgt, dass sich die Entwaffnung der Irisch-Republikanischen Armee (IRA) verzögert.
Verbindung zur IRA
Obwohl Sinn Féin eine organisatorische Verbindung mit der IRA offiziell leugnet, gilt es mittlerweile als gesichert, dass beide Organisatoren eng miteinander verbunden sind. Sinn Féin wird deshalb oft als politischer Arm der IRA bezeichnet. Im Selbstverständnis militanter irischer Nationalisten ist die Partei hingegen eher der politische Arm einer "republikanischen Bewegung" (deren militärischer Arm dann die IRA wäre).
Geschichte
Nach dem Osteraufstand von 1916 entwickelte sich Sinn Féin zur führenden Organisation der Bewegung für eine "nationale Selbstbestimmung" der Iren und ihre politische Unabhängigkeit von Großbritannien. Wie auch die IRA machte sie in den folgenden Jahren eine Reihe von Spaltungen durch, aus denen die heutigen Volksparteien der irischen Republik, Fianna Fáil und Fine Gael, hervorgingen. Auch wenn Sinn Féin nach dem zweiten Weltkrieg bereits totgesagt wurde, führten die Auseinandersetzungen in Nordirland seit 1967 (siehe auch Geschichte Nordirlands) dazu, dass die republikanischen Organisationen stärker wurden und ihre politische Ausrichtung neu bestimmten.
Vertretung in Parlamenten
Die Partei stellt derzeit vier Abgeordnete im irischen Parlament. Bei den Unterhauswahlen am 5. Mai 2005 wurden fünf Abgeordnete für das House of Commons gewählt, neben den vier bisherigen Mandatsträgern konnte Conor Murphy der gemäßigten Social Democratic and Labour Party den Sitz im Wahlkreis Newry and Armagh abnehmen. Die Unterhaus-Abgeordneten der Sinn Féin weigern sich allerdings, ihre Sitze anzunehmen, denn dazu müssten sie einen Treueeid auf die englische Königin schwören. Bei den Wahlen zum Europaparlament gewann Sinn Féin je einen Sitz für Dublin und Nordirland. Die beiden Abgeordneten sind Mitglieder der Fraktion der Vereinigten Europäischen Linken.
Im nordirischen Parlament (der "Northern Ireland Assembly") stellt Sinn Féin seit der letzten Wahl 24 Abgeordnete (vorher: 18). Von 1998 bis 2003, als die Exekutive arbeitete, stellte die Partei zwei Minister. Derzeit weigert sich die stärkste britisch-protestantische Partei, die Democratic Unionist Party, auch nur mit Sinn Feín zu verhandeln (geschweige denn mit ihr die Macht zu teilen), so lange sie noch Verbindungen zur IRA unterhält und diese noch nicht vollständig ihre Waffen abgegeben hat.
Bekannte Politiker
- Eamon de Valera
- Michael Collins
- Gerry Adams, derzeitiger Vorsitzender
- Danny Morrison - Schriftsteller und Journalist
- Pat Doherty
Literatur
- T. Ryle Dwyer: Michael Collins, ISBN 3-928300-62-8 (deutsch)
- Michael Collins: The Path to Freedom, ISBN 1-85635-148-3, Mercier Press (englisch)
- Danny Morrison: Aus dem Labyrinth. Schriften auf dem Weg zum Frieden in Nordirland. ISBN 3-89771-000-5
- Dietrich Schulze-Marmeling (Hg.): Nordirland - Geschichte Landschaft Kultur & Touren Die Werkstatt, 1996, ISBN 3-89533-177-5
- Pit Wuhrer: Die Trommeln von Drumcree. Nordirland am Rande des Friedens, Rotpunktverlag, 2000 ISBN 3-85869-209-3
Siehe auch
- Democratic Unionist Party, Nordirlandkonflikt
Weblink
- [http://sinnfein.ie Offizielle Sinn Féin Homepage] (englisch)
Kategorie:Nordirische Partei
Kategorie:Irische Partei
IRADie Irish Republican Army (IRA, deutsch: Irisch-Republikanische Armee, irisch: Óglaigh Na hÉireann, ira heisst auf lateinisch "Zorn".) ist eine paramilitärische Gruppe, die die Loslösung Nordirlands von Großbritannien und seine Vereinigung mit der Republik Irland zum Ziel hat. Sie ist traditionell eng mit der Partei Sinn Féin verbunden. Am 28. Juli 2005 schwor die IRA der Gewalt ab und versprach, ihre Ziele von da an auf demokratischem und politischem Wege erreichen zu wollen.
IRA war ursprünglich in den USA die Bezeichnung für die Fenians beim Einmarsch in Kanada USA 1866.
Entwicklung
Die Irisch-Republikanische Armee (Irisch: Óglaigh Na hÉireann) wird schriftlich erstmals in der Oster-Proklamation erwähnt, mit der die Aufständischen von 1916 die Irische Republik ausriefen. Aus dem Zusammenschluss eines Teils der Irish Volunteers mit der Gewerkschaftsmiliz Irish Citizens Army nach dem Osteraufstand entstanden, bildete sie den militärischen Teil der irischen Unabhängigkeitsbewegung.
Nach der einseitigen Unabhängigkeitserklärung durch das irische Parlament 1919 führte die IRA bis 1922 Krieg gegen die englische Besatzung (Anglo-Irischer Krieg). 1922 kommt es zum Anglo-Irischen Vertrag, mit dem die Teilung Irlands festgeschrieben wird. Die IRA und die damalige Regierungspartei Sinn Féin spalten sich jeweils an der Frage, ob man dem Vertrag zustimmen soll oder nicht. Die Vertragsgegner verblieben in der (später als Provisional bezeichneten) IRA, die in der Folge in beiden Teilen Irlands verboten wurde. Ministerpräsident Irlands, Arthur Griffith, setzt auf Druck der Briten am 28. Juni 1922 erstmals Waffengewalt gegen die IRA ein. In einem erbitterten Bürgerkrieg bekämpften sich beide Seiten, bis die IRA im Mai 1923 kapitulierte.
Die weitere Geschichte der IRA war vom Streit zweier Strömungen geprägt: auf der einen Seite eine linke Strömung, die die IRA auf einen antikapitalistischen Kurs festlegen wollte, auf der anderen Seite eine oft als traditionalistisch oder militaristisch bezeichnete Strömung, die sich im Wesentlichen als unpolitisch begriff. In den 30er Jahren verzeichnete die linke Fraktion einige Erfolge bei dem Versuch, die Spaltung zwischen Katholiken und Protestanten in Nordirland zu durchbrechen. Mit dem Republican Congress unternahm sie 1934 einen vielbeachteten Versuch, die IRA in eine antifaschistische Volksfront einzubinden. Die Weigerung der IRA-Führung, diesen Kurs mitzutragen, führte zu einer erneuten Spaltung. Frank Ryan führte einen Teil der Congress-Fraktion nach Spanien, wo sie in den Internationalen Brigaden gegen Franco kämpften.
Im Zweiten Weltkrieg versuchte die IRA, getreu dem Motto "Englands Schwierigkeit ist Irlands Chance" sogar mit Nazi-Deutschland zusammenzuarbeiten, um England zu schaden. Die Regierungen beider irischer Staaten antworteten mit Internierungen, zahlreiche Republikaner verbrachten die Kriegsjahre in Gefangenschaft. Von 1945 bis 1967 führte die IRA ein Schattendasein am Rande der Auflösung und wurde immer bedeutungsloser.
Das brutale Vorgehen der nordirischen Polizei gegen die Bürgerrechtsbewegung und die Überfälle loyalistischer Paramilitärs riefen 1967 die IRA wieder auf den Plan. Zu dieser Zeit und bis Ende der 80er Jahre lebten nordirische Katholiken quasi in einem rechtsfreien Raum und waren de Facto schutzlos der Willkür der offiziellen von Grossbritannien unterstützten nordirisch-protestantischen Polizeitruppen und paramilitärischen Gruppierungen ausgeliefert. Offene Gewalt bis hin zu Morden, Folter, offene Verfolgung, Diffamierungen und Ausschluss von qualifizierter Ausbildung und öffentlichen Ämtern waren jahrelange Normalität für die nordirischen Katholiken. Die IRA hatte unter diesen Bedingungen den Rückhalt grosser Teile der katholischen Bevölkerung und hatte quasi den Status einer "Schutzmacht".
In den 60ern kam es zu Differenzen zwischen den eher pragmatisch-militärisch orientierten Provisionals und den eher marxistisch-theoretisch ausgerichteten Officials. Dies führte 1969 zur erneuten Spaltung in Provisional Irish Republican Army PIRA und die "offizielle" Fraktion OIRA, die sich stark an der Bürgerrechtsbewegung orientierte. Der "offizielle" Flügel der IRA löste sich nie formal auf, spielt aber de facto seit etwa 1980 keine Rolle mehr.
In den 80er Jahren wechselte die Führung der Provisional IRA; anstelle der Veteranen aus dem Süden übernahmen jüngere Aktivisten aus Nordirland die Schlüsselpositionen. An die Spitze der Sinn Féin trat Gerry Adams, der die Partei deutlich nach links führte. 1993 initiierte er gemeinsam mit dem Sozialdemokraten John Hume den Friedensprozess, im August 1994 erklärte die IRA einen einseitigen Waffenstillstand, der die Voraussetzung für das Karfreitags-Abkommen schuf. Dieses wurde von den protestantischen Bewegungen niemals anerkannt, so dass auch einige Aktivisten der IRA ihre Teilnahme am Waffenstillstand aufkündigten. Trotz des Waffenstillstandes blieb die IRA weiter aktiv. Sie rekrutierte Mitglieder und sorgte für eine Verteidigung der irischen Bevölkerung im Norden Irlands, was gelegentlichen Einsatz von Schusswaffen beinhaltete.
Zwei kleine Splittergruppen (Continuity IRA und Real IRA) hielten bis zuletzt am Kriegszustand fest, hatten aber keinen nennenswerten Rückhalt in der Bevölkerung. Bei einem Autobombenanschlag der "Real IRA" im August 1998 im nordirischen Omagh kamen insgesamt 28 Menschen ums Leben, womit die Gruppierung endgültig an Basis verlor.
Am 28. Juli 2005 erklärt die IRA das Ende des bewaffneten Kampfes. "Alle IRA-Einheiten sind angewiesen worden, ihre Waffen niederzulegen", heißt es in einer Erklärung der IRA vom Tage und weiter: "Wir glauben, dass es jetzt einen alternativen Weg gibt, (...) die britische Herrschaft in unserem Land zu beenden".
Am 26. September 2005 wurde die vollständige Entwaffnung der IRA vom Leiter der internationalen Entwaffungskommission, dem kanadischen General John de Chastelain, bekannt gegeben. Der Kommission gehörte auch der protestantische Pfarrer Harold Good an.
Vom radikalen Protestantenführer Pfarrer Ian Paisley wird die mangelnde Transparenz der Entwaffnung kritisiert, da es vereinbarungsgemäß weder Fotos noch Angaben über den Umfang des abgegebenen Waffenarsenals gibt.
Am 29. Oktober 2005 sprach Sinn-Féin-Vorsitzende Gerry Adams erstmalig davon, dass der Krieg der IRA "offensichtlich zu Ende" sei. Diese entspricht einer Formulierung, die von britischen Unionisten seit Jahren gefordert wurde, wenn von der IRA und ihrem Kampf die Rede war.
Hungerstreiks
Eng verbunden mit der Politik der IRA ist auch der Widerstand gegen Besatzung und Repression in der Gefangenenschaft mittels Hungerstreik. Diese Aktionen führten zu vielen Todesfällen:
- Thomas Ashe starb nach Zwangsernährung 1917 im Dubliner Montjoy Gefängnis.
- Der Oberbürgermeister von Cork, Terence MacSwiney, starb 1920 im Gefängnis von Brixton (London)
- Von 1940 bis 1946 wurden Hungerstreiks als Druckmittel gegen die Politik der Regierung de Valeras eingesetzt. Drei Gefangene, die den Status politischer Gefangener erkämpfen wollten, starben dabei.
- Nachdem das Internierungslager Lager Long Kesh aufgelöst und in den Hochsicherheitstrakt Maze umgebaut wurde, wehrten sich die IRA-Volunteers Jahre lang dagegen, als Kriminelle behandelt zu werden, indem sie die Sträflingskleidung verweigerten und sich lediglich mit dem Bettlaken und Decken bekleideten. Am 27. Oktober 1980 kam es zu einem erfolgreichen Hungerstreik, der von Tausenden in so genannten H-Block-Komitees unterstützt wurde. Den Gefangenen wurde zugestanden, Zivilkleidung zu tragen. Nachdem sich der Gefängnisdirektor von Maze jedoch nicht an die Zusage hielt, erreichte der Widerstand gegen die Kriminalisierung der IRA-Gefangenen am 1. März 1981 eine weitere Zuspitzung, als IRA-Volunteer und Gefangenensprecher Bobby Sands einen Hungerstreik begann, der international für Aufsehen sorgte. Premierministerin Margaret Thatcher ging jedoch auf keine der Forderungen der Gefangenen ein. In fünf Monaten Nahrungsverweigerung starben dabei Bobby Sands, Francis Hughes, Raymond McCreesh, Patsy O’Hara, Joe McDonnell, Martin Hurson, Kevin Lynch, Kieran Doherty, Tom McElvee und Mickey Devine. In den Unruhen, die diese Kampagne begleitete, starben über 60 Menschen.
Noch heute ist das Symbol des Hungerstreiks, das "H" (Kurzform für H-Block), überall als Logo in den katholischen Gebieten von Belfast zu sehen, beispielsweise an Häuserwänden, Bäumen etc.
Anschläge
Von 1970 bis 1999 (unvollständige Auswahl)
- August 1970: Die IRA tötet zwei Polizisten der Royal Ulster Constabulary (RUC).
- Februar 1971: 1 britischer Soldat getötet.
- Juli 1972: Neun Unbeteiligte kommen bei neunzehn Anschlägen in ganz Belfast ums Leben, während 130 Menschen verletzt werden.(Bloody Friday).
- September 1973: Die PIRA intensiviert ihre Angriffe auf Britische einrichtungen inklusive der Londoner Börse, der Bank of England und dem House of Commons. Außerdem wurden Angriffe auf ein Flughafenterminal, die Londoner U-Bahn und mehrerer Einkaufszentren durchgeführt.
- Februar 1974: In Manchester, England wird durch die PIRA eine Bombe gezündet, wodurch ein vorbeifahrender Britischer Militärbus explodiert. zwölf Soldaten kommen ums Leben.
- November 1974: In Birmingham wurden 21 Pub-Besucher von einem IRA-Sprengsatz getötet.
- November 1975: Der Herausgeber des Guinnes Book of Records in London, Ross Mc Whirter wird durch Mitglieder der PIRA ermordet.
Mc Whirter hatte eine Belohnung von 100.000$ für die Ergreifung eines Terroristen ausgesetzt, der für eine Bombenserie in London verantwortlich sein sollte.
Die vier Verantwortlichen werden 1977 für diesen und mehrere andere Morde zu Lebenslänglichen Gefängnisstrafen verurteilt.
- 15-monatiger Waffenstillstand 1975/76.
- July 1976: Die PIRA tötet Christopher Ewart-Briggs, den britischen Botschafter der Republik Irland mit einer Landmine.
- Februar 1977: Der britische Niederlassungsleiter der amerikanischen Firma DuPont wird durch ein Kommando der PIRA in Londonderry erschossen.
- August 1979: Ein Kommando der PIRA zündet zeitgleich zwei Bomben in Warrenpoint, Nordirland, wobei achtzehn britische Soldaten und ein Zivilist ums Leben kommen.
- 27.August 1979: Die IRA tötet Louis Mountbatten den 1. Earl of Burma und Cousin von Königin Elisabeth II. mit einem ferngezündeten Sprengsatz, den sie auf seinem Boot versteckt hatten. Neben dem von vielen respektierten Helden des zweiten Weltkrieges stirbt auch sein Neffe während drei Mitglieder der Mannschaft verletzt werden.
- Februar 1980: Ein britischer Armeeoberst wird von PIRA-Kräften in Bielefeld, Westdeutschland getötet.
- Oktober 1981: die PIRA läßt eine ferngezündete Nagelbombe vor einer britischen Militärkaserne in Zentrallondon detonieren. Zwei Soldaten sterben, vierzig werden verletzt.
- November 1981: Der Protestantische Reverend Robert Bradford, Mitglied des Britischen Parlaments und Symphatisant der ULF aus Belfast wird von Unbekannten ermordet. Die PIRA übernimmt später die Verantwortung.
- 12. Oktober 1984: Bombenanschlag auf das Grand Hotel in Brighton, in dem sich zu dieser Zeit die Premierministerin Margaret Thatcher mit ihrem Kabinett aufhielt. Die Bombe tötet ein Kabinettsmitglied und drei Sicherheitskräfte. 32 weitere Anwesende werden Verletzt.
- März 1987: Siebenundzwanzig Deutsche und vier Britische Personen weden bei einem Bombenanschlag auf das britische Offizierskasino im JHQ-Rheindahlen, in Westdeutschland verwundet. Der Stützpunkt Rheindahlen ist das HQ für die gesamte NATO Luftwaffe in Westdeutschland.
- 24. April 1993: Bishopsgate Bombe in London, 1 Toter und 50 Verletzte.
- 1996: Am 15. Juni 1996 um 11.20 Uhr explodierten 1.500 kg Sprengstoff im Zentrum Manchesters. Die IRA hatte diese Bombe in einem Lieferwagen in der Corporation Street nahe der Einkaufsstraße Market Street platziert. Dies war die größte IRA-Bombe, die bisher in England detonierte. Trotz dieser Größe und der zentralen Lage des Anschlags wurde niemand getötet, es gab jedoch 206 Verletzte. Gut eine Stunde vor der Zündung erfolgte um 9.53 Uhr eine Warnung, die Schlimmeres verhinderte. Der Anschlag zerstörte 50.000 m² Einkaufsfläche und 25.000 m² Bürofläche. Seit dem Anschlag wurde die gesamte Umgebung komplett wiederbelebt, was das Stadtbild allgemein verbesserte. Ein Briefkasten außerhalb Marks & Spencer in der Corporation Street überstand den Anschlag beinahe unversehrt und wurde mit einer kleinen Gedenktafel versehen.
Bewaffnung & Finanzierung
Mit Waffen und Geldmitteln wurde die IRA hauptsächlich von einer Organisation aus den USA namens NORAID (Irish Northern Aid) unterstützt. Außerdem erhielt sie Hilfe von der PLO und Hilfe in Form von Waffen und Training aus Libyen.
In den von ihr kontrollierten Gebieten Nordirlands (insbesondere Teilen von Belfast, Derry und dem ländlichen South-Armagh) erhob die IRA "Steuern". Von ihren Gegnern wird diese Praxis als Schutzgelderpressung bezeichnet. Sie ist aber auch legal im Baugewerbe und der Gastronomie tätig.
Auch wird vermutet, dass die IRA zur Finanzierung Banküberfälle durchführte, so z.B. am 20. Dezember 2004 in der nordirischen Hauptstadt Belfast. Bei dem als Northern Bank robbery (engl.) bekanntgewordenen Überfall wurden umgerechnet rund 38 Millionen Euro erbeutet. Die IRA selbst bestreitet jegliche Verwicklung.
Literatur
- Kevin Bean, Mark Hayes (Hg.): Republican Voices. Stimmen aus der irisch-republikanischen Bewegung. Vorwort Bernadette McAlliskey, ISBN 3-89771-011-0 (deutsch - Interviews mit ehemaligen Mitgliedern)
- J. Bowyer Bell: The Secret Army. A History of the IRA 1915-1970, Sphere Books (englisch)
- Tim Pat Coogan: The IRA, ISBN 0-00-636943-X, Fontana (englisch)
- Sean Cronin: Irish Nationalism. A History of its Roots and Ideology, ISBN 0-86104-393-6 (englisch)
- T. Ryle Dwyer: Michael Collins, ISBN 3-928300-62-8 (deutsch)
- Kevin Kelley: The Longest War. Northern Ireland and the IRA, ISBN 0-86232-024-0, Brandon (englisch)
- Danny Morrison: Aus dem Labyrinth. Schriften auf dem Weg zum Frieden in Nordirland. ISBN 3-89771-000-5
- Peter Neumann: IRA: Langer Weg zum Frieden, Rotbuch Verlag, 1999 ISBN 3-434-53043-6
- Pit Wuhrer: Die Trommeln von Drumcree. Nordirland am Rande des Friedens, Rotpunktverlag, 2000 ISBN 3-85869-209-3
- Mitglieder verschiedener ASU der PIRA
Siehe auch
- Bloody Sunday
- INLA (Irish National Liberation Army)
- Nordirlandkonflikt
- Geschichte Nordirlands
Kategorie:Nordirland
Kategorie:Untergrundorganisation
Kategorie:Politische Gruppierung
ja:IRA
Ian PaisleyPfarrer Dr. Ian Richard Kyle Paisley ( - 6. April 1926 in Ballymena) ist ein Pfarrer und Politiker in Nordirland.
Biografie
Paisley gründete Anfang der 1950er Jahre die Freie Presbyterianische Kirche und wurde deren gewählter Sprecher (engl. moderator). Ebenso gründete er seine eigene Zeitung, Protestant Telegraph. Die heute (2004) größte protestantisch-unionistische Partei Nordirlands, die Demokratisch-Unionistische Partei (DUP, engl. Democratic Unionist Party) geht auf ihn zurück; er ist seit 1971 ihr Vorsitzender.
In den 1960er Jahren kämpfte er gegen eine Annäherung zwischen Nordirland und der Republik Irland (Gespräche zwischen dem Regierungschef Nordirlands, Terence O'Neill und dem irischen Politiker Sean Lemass).
Er setzte sich gegen eine Gleichberechtigung der katholisch-irischen Nordiren ein. Als das nordirische Parlament 1972 unter dem britischen Premierminister Edward Heath aufgelöst wurde, stellte Paisley sich dagegen. Auch den Sunningdale-Vertrag (ein dreiseitiges Abkommen zwischen der Republik Irland, dem Vereinigten Königreich und Nordirland) wollte Paisley verhindern. Der Plan war, einen Irischen Rat (engl. Council of Ireland) zu schaffen, der Regelungen für Irland und Nordirland hätte beschließen können.
Die Organisatoren eines großen Streiks (engl. Ulster Worker’s Strike), bei dem die Wasser- und Stromversorgung getroffen wurde, beriefen sich auf ihn. Der Vertrag von Sunningdale kam nicht zustande.
Nach Gründung der DUP wurde Paisley 1970 ins britische Unterhaus, ins Nordirische Parlament sowie 1979 ins Europäische Parlament gewählt. Er gehörte dem Europäischen Parlament 25 Jahre an.
Als es 1985 zum Englisch-Irischen Vertrag kam (engl. Anglo-Irish Agreement), stellte er sich dagegen. Unter dem Motto "Nordirland sagt Nein!" (Ulster says No!) organisierte Paisley große öffentliche Kundgebungen mit seinem Rivalen von der UUP, leader- James (Jim) Molyneaux. Später gründete er eine paramilitärische Einheit "Dritte Kraft" (engl. Third force), die sich allerdings bald wieder auflöste. Die politische Gefahr sieht Paisley darin, Irland und das Vereinigte Königreich könnten gemeinsam über die Köpfe der (protestantischen) Bevölkerung von Nordirland hinweg handeln.
Zu den Verhandlungen zum Karfreitagsabkommen 1998 wurde Paisley eingeladen, seine DUP zog sich jedoch sofort zurück, als auch Gerry Adams und seine Sinn Fein erschienen. Als das Ergebnis sowohl in Nordirland wie in der Republik Irland zur Abstimmung gestellt wurde, forderte Paisley die Wähler auf, dem Referendum nicht zuzustimmen. Sie taten es dennoch.
Kritik an Paisley
Seinen Gegnern gilt Paisley als Puritaner, Hardliner, Radikaler, Dinosaurier, Agitator, als die Verkörperung des Blockierers.
(Dazu trägt seine unsachliche Ausdrucksweise bei; Ian Paisley ist ein typischer Demagoge, dessen Stimme deutsche, die ihn noch nicht gehört haben, sich ähnlich der von Else Kling vorstellen können).
Privates
Paisley und seine Frau Eileen haben drei Kinder: Kyle, ein Pfarrer, Ian Paisley (junior), der auch Politiker der DUP ist und die Tochter Rhonda, eine Journalistin. Im Juli 2004 teilte die Familie mit, Paisley sei erkrankt, gab aber nicht bekannt, um welche Krankheit es sich handele.
Literatur
- Steve Bruce: God Save Ulster! The Religion and the Politics of Paisleyism. Oxford 1986. ISBN 0-19-827487-4
Weblinks
- [http://www.ianpaisley.org Homepage]
- [http://www.dup.org.uk Webseite der Partei]
- [http://www.freepres.org Webseite der Freien Presbyterianer]
Paisley, Ian
Paisley, Ian
Paisley, Ian
Paisley, Ian
Paisley, Ian
Paisley, Ian
ErstgeborenerErstgeborener bezeichnet die Stellung in der Reihenfolge der Geschwister der Familie.
Erstgeborener wird gerne mit kleiner König (oder Prinz) assoziiert, mit Ehrgeiz, Engagement oder Perfektionismus.
Die Bibel kennt den Terminus prototokos (Paulus in Kol 1,15); im Alten Testament gibt es die Geschichte von Kampf zwischen Jakob und Esau um das väterliche Erbe.
Die moderne (familientherapeutische) Methode der Familienaufstellung wirft heute ein besonderes Licht auf Geschwister-Rollen.
Weblinks
- [http://www.mdr.de/hier-ab-vier/unter-sex-augen/694675.html mdr.de/...] Sendung des mdr zum Thema
siehe auch:
Nesthäkchen, Einzelkind, Sandwichkind
Kategorie: Familie
Kategorie: Kindheit
Belfast
Belfast ist die Hauptstadt von Nordirland und die zweitgrößte Stadt Irlands nach Dublin.
Belfast hat 277.000 Einwohner (2003) und liegt an der Mündung des Flusses Lagan in die Bucht von Belfast (engl. Belfast Lough).
Es ist Sitz eines katholischen und eines anglikanischen Bischofs, Universitätsstadt und besitzt einen Seehafen. Belfast ist Sitz von Regierung und Parlament von Nordirland (beide seit 2002 suspendiert). Die Randviertel Belfasts waren v. a. in den 1970er Jahren Schauplatz des Nordirlandkonfliktes.
Bedeutung des Namens Belfast
Der Name Belfast leitet sich vom irischen Béal Feirste (; "Mündung des Farset") her. Dieser Fluss ist heute nicht mehr sichtbar und verläuft unterhalb der Bridge Street.
Sehenswürdigkeiten
Fluss
Fluss
Fluss
Am zentralen Donegall-Square befinden sich das Rathaus (engl. City Hall, 1903, im Rahmen von Führungen zu besichtigen) und die Linen Hall Library, eine öffentliche Bibliothek, gegründet 1788. Hier findet der Interessierte alles zum bewaffneten Kampf der IRA und zum Friedensprozess.
Aufgrund vieler Bombenanschläge der vergangenen Jahre ist fast die gesamte Innenstadt autofrei, was die Belfaster und ihre Gäste heute zu schätzen wissen.
In der Innenstadt befindet sich das Theater (engl. Grand Opera House), erbaut 1894 durch Frank Matcham. Gegenüber liegt die bekannteste Pub, der Crown Liquor Saloon, welcher auch der älteste Pub Nordirlands ist. An der Donegall Street, einen kurzen Fußmarsch von der City Hall entfernt liegt die Kathedrale St. Anne der anglikanischen Church of Ireland.
Das Schloss auf dem Cave Hill (engl. Belfast Castle) geht auf eine Normannenburg des 12. Jahrhunderts zurück.
Die Queen's University mit Gebäuden aus der Tudor-Zeit hat einen besonders schönen Botanischen Garten.
Das Ulster-Museum (1890) bietet spektakuläre Funde des 1588 gesunkenen Schiffs "Girona", das zur spanischen Armada gehörte.
Auf den Spuren der vergangenen Unruhen kann sich der Besucher zur Peace Line begeben: In West Belfast (westlich der Schnellstraße "West Link") trennt diese Mauer die Gebiete der Falls Road (Wohngebiet katholischer Nordiren) von der Shankill Road (Protestanten).
Etwa 5 km östlich der Innenstadt, in East Belfast, befindet sich das Gelände von Stormont Castle mit Sitz der (derzeit suspendierten) Regierung von Nordirland.
Im vergangenen Jahrzehnt wurde das Flussufer neu gestaltet: Hotels und das Konferenzzentrum Waterfront Hall sind dort entstanden.
Auf der östlichen Seite des Lagan befindet sich das Odyssey Center mit großem Saal für Eishockey und Konzerte, einem IMAX-Kino und einem großen interaktiven Museum, W5 genannt.
Geschichte
1177 entstand eine normannische Burg. Die Ansiedlung schottischer Presbyterianer wurde durch die Krone gefördert.
1603 wird Belfast gegründet. Im 17. Jahrhundert bauen aus Frankreich geflohene Hugenotten die Leinen-Industrie auf.
Im 18. Jh. Erweiterung des Hafens. 1912 läuft im Hafen die Titanic zu ihrer ersten Fahrt aus. Im April und Mai 1941 starke Schäden in Hafen und Stadt durch Bombardements der deutschen Luftwaffe. 1969 beginnen die bürgerkriegsähnlichen Auseinandersetzungen, beendet 1998 durch das so genannte Karfreitagsabkommen.
Wirtschaft
Seit Ende des 17.Jahrhunderts wuchs Belfast vor allem durch die Leinenindustrie zum einem bedeutenden industriellen Standort heran.
Erst mit der Erweiterung des Hafens Ende des 18. Jahrhunderts gewann auch der Schiffbau an größerer Bedeutung. Die Stadt verfügt über das größte Trockendock der Welt der Werft Harland and Wolff. Die Titanic wurde hier gebaut.
In unmittelbarer Nachbarschaft zur Harland & Wolff Werft, befinden sich in East Belfast die ausgedehnten Werkshallen des 1909 gegründeten Flugzeugherstellers Short, der sich zunächst für die Herstellung des im Zweiten Weltkrieg eingesetzten Flugbootes S.25 Sunderland einen Namen machte. Ab den sechziger Jahren spezialisierte man sich auf den Bau von zivilen und militärischen Transportmaschinen und schrieb mit der Herstellung der "Short Belfast", dem drittgrößten von Propellerturbinen angetriebenen Transportflugzeug der Welt, Luftfahrtgeschichte. 1989 wurde das Werk für 30 Millionen Pfund Sterling an die Firma Bombardier verkauft.
Im Jahre 1979 errichtete die De Lorean Motor Company (DMC), das Unternehmen des amerikanischen Sportwagenbauers John De Lorean, eine Fabrik im Belfaster Vorort Dunmurry. Hier wurde bis 1983 der legendäre De Lorean DMC-12 produziert, welcher durch die Film-Trilogie Zurück in die Zukunft Kultstatus erlangte.
Sport
Belfast hat einen der bekanntesten Eishockey-Club des Vereinigten Königreichs, die Belfast Giants, der in der 8.700 Besucher fassenden Odyssey Arena beheimatet ist.
Des Weiteren erfreuen sich die traditionellen irischen Sportarten Gaelic Football und Hurling besonders im katholisch-irischen Bevölkerungsteil hoher Beliebtheit. Die Spiele der Auswahl der Grafschaft Antrim in der jeweiligen Sportart werden im Roger Casement-Park ausgetragen, ein 21.000 Zuschauer fassendes Stadion im Belfaster Stadtteil Andersonstown.
In der Irish Premier League, der höchsten Fußball-Spielklasse in Nordirland, sind derzeit drei Belfaster Mannschaften vertreten. Neben dem 1879 gegründeten Cliftonville FC, des ältesten Fußballvereins in Irland, sind dies auch die als "Big Two" bekannten Glentoran FC und Linfield FC. Der fast 60 Jahre ununterbrochen in der Irish Premier League vertretene Nord-Belfaster Klub Crusaders FC musste am Ende der Saison 2004/05 als zweiter Absteiger den Gang in die Irish First Division antreten.
Internationale Begegnungen der Auswahl des nord-irischen Fußballverbands IFA (Irish Football Association) finden in aller Regel im rund 20.000 Besucher fassenden Windsor Park in South Belfast statt, der gleichzeitig auch dem Linfield FC als Heimkulisse dient.
Die Spiele des Ulster Rugby Clubs, welcher als Unterverband in der Irish Rugby Football Union (IRFU) die Provinz Ulster repräsentiert, finden im Belfaster Ravenhill Stadion statt, welches welcher ein Fassungsvermögen von 12.500 Zuschauern besitzt. Der bisher größte Erfolg gelang Ulster Rugby im Januar 1999 mit dem Gewinn des Rugby-Europacups.
Verkehr
Die Stadt verfügt über zwei Flughäfen, den 3 km östlich gelegenen - kleineren - Belfast City Airport (IATA-Kürzel BHD) und den ca. 25 km westlich am Lough Neagh gelegenen Belfast International Airport (Kürzel BFS). Von Deutschland aus ist Belfast mit dem Flugzeug über den Flughafen Berlin-Schönefeld erreichbar, allerdings bestehen auch Umsteigeverbindungen über Amsterdam oder über London.
Eisenbahnverbindungen bestehen von Derry (Londonderry) und von Larne (Fährhafen mit Großbritannien) aus. Von der Republik Irland aus ist Belfast mit einer schnellen InterCity-Verbindung von Dublin aus zu erreichen (alle zwei Stunden, Fahrtzeit etwa zwei Stunden).
Der Belfaster Stadtverkehr wird von Citybus bedient, neuerdings unter der Bezeichnung Metro. Im überregionalen Busverkehr erreicht man vom Europa Bus Centre Busbahnhof an der Great Victoria Street aus (hier auch Eisenbahnanschluß) mit Ulsterbus fast alle Ziele in Nordirland. Alle größeren Orte Nordirlands, u.a. Coleraine, Derry, Omagh, Enniskillen, Armagh, Portadown und Newry, werden mit dem Goldline Express Service im Taktverkehr bedient. Über die Schnellbusverbindung nach Dublin (etwa alle zwei Stunden, Fahrtzeit drei Stunden) ist Belfast auch an das von Bus Eireann betriebene Fernbusnetz in der Republik Irland angeschlossen.
Fährverbindungen bestehen vom Belfaster Fährhafen (Belfast Ferry Port) aus nach Liverpool (Norse Merchant) und Stranraer (Stena Line) sowie mit der Schnellfähre Seacat auch nach Troon in Schottland. Im Sommer bedient die Isle of Man Steam Packet Company darüber hinaus noch die Route nach Douglas auf der Insel Man.
Söhne und Töchter der Stadt
- Gerry Adams, nordirischer Politiker
- Thomas Andrews, irischer Physiker und Chemiker
- Jocelyn Bell Burnell, britische Radioastronomin
- John Stewart Bell, irischer Physiker
- George Best, nordirischer Fußballspieler
- Kenneth Branagh, britischer Schauspieler und Regisseur
- Shane Brolly, irischer Schauspieler
- William John Conway, Erzbischof von Armagh und Kardinal der römisch-katholischen Kirche
- Mairead Corrigan, Friedensnobelpreisträgerin 1976, Aktivistin der Nordirischen Friedensbewegung
- James Galway, klassischer Flötist
- Chaim Herzog, Präsident Israels
- Alex Higgins, Snookerspieler
- Clive Staples Lewis, britischer Schriftsteller und Literaturwissenschaftler
- Louis MacNeice, nordirischer Dichter
- Mary McAleese, irische Politikerin
- Arlene McCarthy, Abgeordnete im Europäischen Parlament
- Alister McGrath, Professor für historische Theologie in Oxford
- James Moody (Komponist), irischer Komponist
- Brian Moore, Schriftsteller und Drehbuchautor
- Gary Moore, Bluesmusiker
- Danny Morrison, nordirischer Journalist und Schriftsteller und einer der prägenden Intellektuellen der republikanischen Bewegung
- Astral Weeks, irischer Rocksänger und Songschreiber
- Van Morrison, irischer Rocksänger und Songschreiber
- William Mulholland, irischer Ingenieur
- Patricia Quinn, nordirische Schauspielerin und Sängerin
- Osborne Reynolds, britischer Physiker
- Bobby Sands, nordirischer Widerstandskämpfer, Hungerstreikender und Abgeordneter im britischen Unterhaus
- Elizabeth Shaw, irische Künstlerin
- William Thomson, 1. Baron Kelvin, britischer Physiker
- John Watson (Rennfahrer), Autorennfahrer
- Betty Williams, Friedensnobelpreisträgerin und Friedensaktivistin
Weblinks
- [http://www.belfastcity.gov.uk/ Stadtverwaltung]
- [http://www.gotobelfast.com/ Fremdenverkehrsamt]
- [http://www.belfastcastle.co.uk/ Belfast Castle]
- [http://www.nics.gov.uk/castle/castle.htm Stormont Castle]
Kategorie:Unitary Authority (Nordirland)
Kategorie:Ort in Nordirland
Kategorie:Ort mit Seehafen
ja:ベルファスト
ko:밸파스트
simple:Belfast
WahlhelferWahlhelfer sind die Personen, die Stimmzettel in den Wahllokalen ausgeben, die ordnungsgemäße Wahl der Bürger beobachten und danach die Wahlzettel auszählen.
Als Wahlhelfer sind in Deutschland je nach Art der Wahl unterschiedliche Personenkreise zugelassen:
- Bei Kommunalwahlen: Deutsche und EU-Angehörige ab 16 Jahren
- Bei Bundes- und Landtagswahlen: Deutsche ab 18 Jahren
- Bei Europawahlen: Deutsche und EU-Angehörige ab 18 Jahren
Wahlhelfer sind zum Teil Freiwillige, zum Teil auch von Parteien abgestellte Personen und – wenn die notwendige Anzahl dadurch immer noch nicht erreicht wird – Personen, die in den jeweiligen Kommunen beschäftigt sind.
Kategorie:Wahl
Long Keshoffiziell: HM Prison Maze, auch bekannt als Long Kesh, H-Blocks
Um den ausufernden Unruhen in Nordirland zu Beginn der 70er Jahre Herr zu werden, griff die britische Regierung zu umstrittenen Methoden wie Masseninternierungen (interment without trial).
Die Verhafteten wurden anfangs in Baracken auf dem stillgelegten Fliegerhorst Long Kesh (bei Lisburn) festgehalten. Daraus entstand später ein reguläres Gefängnis, benannt nach der nahegelegenen Ortschaft Maze. Aus den provisorischen Unterbringungen wurden hochsichere Gefängnisbauten, die wegen ihrer H-Form H-Blocks genannt wurden.
Im Maze Prison saßen Mitglieder von terroristischen Gruppierungen ihre Haftstrafen ab, sowohl Angehörige von protestantischen Organisationen wie der UDA als auch von irisch-katholischen wie der Provisorischen IRA und der INLA. Insassen wurden später auf eigenen Wunsch nach Konfessionen getrennt untergebracht, wobei beide Seiten ihren Gefängnisalltag dann straff und quasi-militärisch organisierten. Vor allem republikanische Untergrundorganisationen beharrten darauf, daß ihre dort inhaftierten Mitglieder keine Kriminellen im Strafvollzug seien, sondern den Status von Kriegsgefangenen hätten.
Damit wurde das Maze-Gefängnis zum besonderen Brennpunkt der politischen Entwicklungen in Nordirland; hier seien nur einige bedeutende Begebenheiten wiedergegeben:
- 1981: mit wochenlangen Hungerstreiks verleihen republikanische Häftlinge ihren Forderungen bezüglich ihres Gefangenenstatus Nachdruck. Dabei sterben 10 von ihnen, darunter Bobby Sands
- 1983: Gefängnisausbruch, bei dem 38 Insassen die Flucht gelingt; die meisten werden jedoch bald gefaßt. Einer der entkommenen Sträflinge wird später mit den Bombenanschlag der Provisorischen IRA auf den Parteitag der Konservativen Partei in Brighton in Verbindung gebracht. Dabei sterben mehrere Kabinettsmitglieder, Premierministerin Margaret Thatcher entgeht nur knapp dem Attentat
- 1997: Ermordung Billy Wrights, Anführer der Loyalist Volunteer Force (LVF), durch Mitglieder der INLA. Sie schmuggeln Waffen in das Gefängnis und erschießen ihn aus Rache für getötete Katholiken
- 1998: Besuch von der damaligen Nordirland-Ministerin Mo Mowlam. Es gelingt ihr, protestantische Insassen zur Unterstützung des Karfreitagsabkommens zu bewegen
Dieses Abkommen war ein Wendepunkt, auch und gerade für das Maze Prison. Es sah vor, daß Mitglieder von verbotenen Organisationen, die am Zustandekommen des Vertrages beteiligt waren und sich dem Waffenstillstand anschlossen, Anspruch auf vorzeitige Haftentlassung hatten. Daraufhin leerte sich das Gefängnis, es wurde am 29. September 2000 geschlossen.
Kategorie:Nordirland
Kategorie:Gefängnis
Weblinks
- [http://news.bbc.co.uk/hi/english/static/in_depth/northern_ireland/2000/maze_prison/ BBC: Inside The Maze: A History]
1983
Jahreswidmungen
- 1983 ist „Internationales Jahr der Kommunikation“
- Die Uferschwalbe (lat. Riparia riparia) ist Vogel des Jahres des Jahres (NABU/Deutschland)
- 1. Januar: Pierre Aubert wird Bundespräsident der Schweiz
- 1. Januar: Im Arpanet, dem Vorläufer des Internet, wird das Protokoll NCP gegen das heute noch verwendete TCP/IP ausgetauscht
- 15. Januar: Das deutsche Zündwarenmonopol endet
- 3. Februar: Die Republik Niger wird Mitglied in der ANAD (Accord de Nonaggression et d'Assistance en matière de Défense)
- 10. Februar: Kulturabkommen zwischen Deutschland und Irland. In Kraft seit dem 17. Februar 1984
- 12. Februar: Grundgesetzänderung der Niederlande
- 15. Februar: St. Vincent und die Grenadinen wird Mitglied in der UNESCO
- 6. März: Bei den vorgezogenen Neuwahlen zum 10. Bundestag erreicht die CDU/CSU 48,8 % der Stimmen. Die F.D.P. erzielt 6,9 %. Die SPD fällt mit 38,2 % erstmals seit 1965 unter die 40 %-Marke. Zum ersten Male ziehen die Grünen mit 5,6 % der Stimmen in den Bundestag ein
- 16. März: In Ismaning wird der letzte aus Holz gebaute Sendeturm in Deutschland wegen Baufälligkeit gesprengt. Heute ist mit großer Sicherheit nur noch beim Sender Gleiwitz in Polen ein Sendeturm aus Holz vorhanden
- 24. März: Kulturabkommen zwischen Deutschland und Thailand. In Kraft seit dem 25. Juli 1984
- 13. April: Kulturabkommen zwischen Deutschland und | | |