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Helmut Schmidt

Helmut Schmidt

Helmut Heinrich Waldemar Schmidt (
- 23. Dezember 1918 in Hamburg) ist ein deutscher Politiker (SPD). Er war Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion (1967 bis 1969), Bundesminister der Verteidigung (1969 bis 1972), Bundesminister für Wirtschaft und Finanzen (1972), Bundesminister der Finanzen (1972 bis 1974) und Bundeskanzler von 1974 bis 1982. Ökonomisch gilt er als Anhänger des Keynesianismus.

Ausbildung und Beruf

Nach dem Abitur 1937 an der „Lichtwark-Schule“ in Hamburg leistete Schmidt zunächst seinen Arbeits- und Wehrdienst ab. Er nahm dann bis 1945 als Soldat, letzter Dienstgrad Oberleutnant (ab 1958 Hauptmann der Reserve), am Zweiten Weltkrieg teil. Während des zweiten Weltkrieges wurde er als Angehöriger des Reichluftfahrtministeriums auf Befehl als Zuschauer zu Schauprozessen des Volksgerichtshofes abkommandiert. Da er diese als "widerlich" empfand, bat er seinen vorgesetzten General um Entbindung von diesen Teilnahmen. Dieser Bitte wurde stattgegeben. Nach Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft studierte er in Hamburg Volkswirtschaftslehre und beendete sein Studium 1949 als Diplom-Volkswirt. Er war dann bis 1953 bei der von Karl Schiller geleiteten Behörde für die Wirtschaft und Verkehr der Freien und Hansestadt Hamburg tätig, hier leitete er von 1952 bis 1953 das Amt für Verkehr. Seit 1983 ist er Mitherausgeber der Wochenzeitung DIE ZEIT. Schmidt ist Mitglied des Vereins Atlantik-Brücke e.V., Ehrenpräsident der Deutsch-Britischen Gesellschaft, Ehrenvorsitzender der von ihm selbst mitbegründeten Deutschen Nationalstiftung und Ehrenpräsident des InterAction Council, einem Rat ehemaliger Staatsmänner und -frauen, den er mit Freunden initiiert hat. Sein Privatarchiv wird im Archiv der sozialen Demokratie verwaltet. Helmut Schmidt war 1997 Erstunterzeichner der Allgemeinen Erklärung der Menschenpflichten.

Familie und Persönliches

Schmidts Vater war der uneheliche Sohn eines deutschen Kaufmanns jüdischen Glaubens. Die Familie suchte dies zu verheimlichen. In der Öffentlichkeit gab Schmidt diese Tatsache erst 1984 unter Druck bekannt, als Journalisten das von Valéry Giscard d'Estaing über dessen deutschen Freund erfuhren. In seinen Kindheitserinnerungen (1992) schreibt er, sie habe eine Rolle bei seiner Ablehnung des Nationalsozialismus gespielt. Helmut Schmidt heiratete am 27. Juni 1942 Hannelore Glaser („Loki“) (
- 3. März 1919). Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor. Sein Sohn Helmut Walter (
- 26. Juni 1944) verstarb noch vor seinem ersten Geburtstag (Februar 1945, wahrscheinlich an Meningitis), Tochter Susanne, die heute für den Wirtschaftsfernsehsender Bloomberg TV in London arbeitet, wurde 1947 geboren. Schmidt wohnt seit langem in Hamburg-Langenhorn. Helmut Schmidt ist Kettenraucher. Er raucht mehrere Packungen Mentholzigaretten pro Tag.

Partei

Im März 1946 wurde Schmidt Mitglied der SPD. Hier engagierte er sich zunächst im Sozialistischen Deutschen Studentenbund (SDS), 1947/48 war er Vorsitzender des SDS in den Westzonen.
Von 1968 bis 1984 war Schmidt stellvertretender Bundesvorsitzender der SPD. Innerhalb der SPD gehört Schmidt zu den Verfechtern des Mehrheitswahlrechts. Im Gegensatz zur aktuellen Parteilinie gilt Helmut Schmidt als entschiedener Gegner eines EU-Beitritts der Türkei.

Abgeordneter

Von 1953 bis zum 19. Januar 1962 und von 1965 bis 1987 gehörte Schmidt dem Deutschen Bundestag an, wo er den Wahlkreis Bergedorf vertrat. Nach seinem Wiedereinzug 1965 wurde er sofort stellvertretender Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion. Vom 14. März 1967 bis 1969 war er schließlich deren Vorsitzender. Vom 27. April 1967 bis 1969 leitete er auch den Fraktionsarbeitskreis Außenpolitik und gesamtdeutsche Fragen. Vom 27. Februar 1958 bis zum 29. November 1961 war er außerdem Mitglied des Europaparlaments.

Öffentliche Ämter

Vom 13. Dezember 1961 bis zum 14. Dezember 1965 amtierte Helmut Schmidt als Senator der Behörde für Inneres der Freien und Hansestadt Hamburg. In diesem Amt erlangte er vor allem als Krisenmanager bei der Sturmflut vom Februar 1962 Popularität und Ansehen. Am 22. Oktober 1969 wurde er als Bundesminister der Verteidigung von Bundeskanzler Willy Brandt in die Bundesregierung berufen. Am 7. Juli 1972 übernahm er nach dem Rücktritt von Karl Schiller das Amt des Finanz- und Wirtschaftsministers. Nach der Bundestagswahl 1972 führte er dann ab dem 15. Dezember 1972 das Bundesministerium der Finanzen. Nach dem Rücktritt von Bundeskanzler Willy Brandt wurde Schmidt am 16. Mai 1974 mit 267 Ja-Stimmen vom Bundestag zum Bundeskanzler gewählt. Die größten Herausforderungen in seiner Amtszeit waren: die Ölkrise in den 1970er Jahren, die die Bundesrepublik unter seiner Führung besser überstand als die meisten anderen Industriestaaten, und der Terrorismus der Roten Armee Fraktion im sogenannten „Deutschen Herbst“, gegen den er eine unnachgiebige harte Linie verfolgte. Im Jahr 1977 wies er als erster auf die Gefahren für das Rüstungsgleichgewicht durch die neuen SS-20 Mittelstreckenraketen der Sowjetunion hin, und kann damit als Initiator des NATO-Doppelbeschlusses gelten. Dieser Beschluss war in der Bevölkerung und vor allem in der eigenen Partei sehr umstritten. Im Spätsommer 1982 scheiterte die von ihm geführte sozialliberale Koalition, vor allem an Differenzen im Bereich der Wirtschafts- und Sozialpolitik. Am 17. September 1982 traten sämtliche FDP-Bundesminister zurück. Schmidt übernahm daher zusätzlich zum Amt das Bundeskanzlers auch noch das Amt des Bundesministers des Auswärtigen. Am 1. Oktober 1982 wurde dann durch ein konstruktives Misstrauensvotum mit den Stimmen von CDU, CSU und der Mehrheit der FDP-Fraktion Helmut Kohl zu seinem Nachfolger im Amt des Bundeskanzlers gewählt. Helmut Schmidt wurde während seiner politisch aktiven Zeit wegen seines Redetalents gerade auch von Gegnern „Schmidt Schnauze“ genannt. Auch sein ökonomischer Sachverstand fand breite Anerkennung. Eine Freundschaft verband ihn mit dem damaligen französischen Staatspräsidenten Valéry Giscard d'Estaing. Zusammen mit Valéry Giscard d'Estaing rief Helmut Schmidt den Weltwirtschaftsgipfel 1975 ins Leben. Teilnehmer des ersten Treffens auf Schloss Rambouillet waren die Regierungschefs aus Italien, Japan, Großbritannien und den USA.

Kunst

USA Als Bundeskanzler sorgte Schmidt dafür, dass vor dem Bundeskanzleramt in Bonn die Skulptur „Large Two Forms“ von Henry Moore aufgestellt wurde, die das Zusammengehören der Bundesrepublik und der DDR symbolisieren sollte. Schmidts Leidenschaft zur Kunst führte so weit, dass er das Bundeskanzleramt mit zahlreichen Kunstleihgaben ausstatten ließ. Außerdem sorgte er für die Entfernung des Schildes „Bundeskanzler“ vor seinem Büro, stattdessen ließ er ein Schild mit der Aufschrift „Nolde-Zimmer“ anbringen, welches auf die Kunst in seinem Büro hinweisen sollte. Schmidt malt bis zum heutigen Tage noch selbst, seine beiden Häuser in Hamburg sind voller Bilder zahlreicher verschiedener Künstler. Aber auch zur Musik hat Schmidt ein besonderes Verhältnis: Er war es beispielsweise, der als Bundesverteidigungsminister die Big Band der Bundeswehr einführte. Er selbst spielt Orgel und Klavier und ist ein Verehrer der Musik von Johann Sebastian Bach. Wegen seines nachlassenden Gehörs kann Schmidt die Musik jedoch immer weniger genießen bzw. schon gar nicht mehr ohne Schmerzempfinden hören. Helmut Schmidt hat mehrere Schallplatten aufgenommen, in denen er als Interpret der Werke klassischer Komponisten zu hören ist, so zum Beispiel von Johann Sebastian Bach, Klavierkonzerte BWV 1060, 61, 63, 65 mit Christoph Eschenbach oder von Wolfgang Amadeus Mozart, Klavierkonzerte KV 242 und 365 mit Justus Frantz.

Ehrungen

Seit 1983 ist Schmidt Ehrenbürger seiner Heimatstadt Hamburg sowie von Bonn und Bremerhaven, seit 1989 von Berlin und seit 1998 des Landes Schleswig-Holstein. Im Dezember 2003 wurde die Universität der Bundeswehr in Hamburg in Helmut-Schmidt-Universität umbenannt, außerdem erhielt Helmut Schmidt die Ehrendoktorwürde dieser Hochschule. 1978 wurde Schmidt für sein Krisenmanagement in der Zeit des RAF-Terrors mit dem Theodor-Heuss-Preis und im Laufe seiner Regierungszeit und auch noch danach mit schätzungsweise 23 Ehrendoktortiteln ausgezeichnet. 1980 erhielt Schmidt die Goldman-Medaille für seinen Einsatz um Frieden und Menschenrechte. Das Bundesverdienstkreuz hat er mehrfach abgelehnt. Am 1. Oktober 2005 erhielt Schmidt den „Prix des Générations“ der Initiative VIVA 50plus. Als herausragender Staatsmann hat Helmut Schmidt nicht nur das Zusammenleben der Generationen, sondern auch das Verständnis zwischen den Altersgruppen gefördert.

Zitate


- „Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen“.
- „Lieber 5 Prozent Inflation als 5 Prozent Arbeitslosigkeit“.
- „In den grundlegenden Fragen muss man naiv sein. Und ich bin der Meinung, dass die Probleme der Welt und der Menschheit ohne Idealismus nicht zu lösen sind. Gleichwohl glaube ich, dass man zugleich realistisch und pragmatisch sein sollte.“
- „Zwar kann der Politiker im Augenblick seines Handelns oder wenn er sein Handeln erklären und begründen muss, nicht gleichzeitig auch große Philosophie liefern. Aber sofern er ohne philosophisch-ethische Grundlage handelt, ist er in Gefahr, Fehler zu begehen. Er ist in Gefahr, in Opportunismus abzusinken. Er ist sogar in Gefahr, ein Scharlatan zu werden.“
- „Heutzutage ist das wichtigste zu lernen, wie man andere Völker versteht. Und zwar nicht nur deren Musik, sondern auch ihre Philosophie, ihre Haltung, ihr Verhalten. Nur dann können sich die Nationen untereinander verstehen.“
- „Die Vorstellung, dass eine moderne Gesellschaft in der Lage sein müsste, sich als multikulturelle Gesellschaft zu etablieren, mit möglichst vielen kulturellen Gruppen, halte ich für abwegig. Man kann aus Deutschland mit immerhin einer tausendjährigen Geschichte seit Otto I. nicht nachträglich einen Schmelztiegel machen.“
- „Die Demokratie lebt vom Kompromiss. Wer keine Kompromisse machen kann, ist für die Demokratie nicht zu gebrauchen.“
- „Keine Begeisterung sollte größer sein als die nüchterne Leidenschaft zur praktischen Vernunft.“
- „Die Menschen werden immer rauchen.“
- „Inflation ist, wenn die Schachtel Zigaretten fünf Mark kostet.“

Werke


- Verteidigung oder Vergeltung, Stuttgart 1961
- Militärische Befehlsgewalt und parlamentarische Kontrolle, in: Horst Ehmke, Carlo Schmid, Hans Scharoun, Festschrift für Adolf Arndt zum 65. Geburtstag, Frankfurt am Main 1969, Seiten 437–449.
- Reform des Parlaments, in: Claus Grossner, Das 198. Jahrzehnt. Marion Gräfin Dönhoff zu Ehren, Hamburg 1969, Seiten 323–336.
- Die Opposition in der modernen Demokratie, in Rudolf Schnabel, Die Opposition in der modernen Demokratie, Stuttgart, 1972, Seiten 51–60
- Menschen und Mächte, Berlin 1987.
- Politik als Beruf heute, in: Hildegard Hamm-Brücher, Norbert Schreiber, Die aufgeklärte Republik. eine kritische Bilanz, München 1989, Seiten 77–84.
- Die Deutschen und ihre Nachbarn. Menschen und Mächte, Teil 2, Berlin 1990.
- Politischer Rückblick auf eine unpolitische Jugend, 1991.
- Handeln für Deutschland, Berlin 1993.
- Zur Lage der Nation, 1994.
- Weggefährten – Erinnerungen und Reflexionen, Berlin 1996.
- Die Allgemeine Erklärung der Menschenpflichten, 1997 (Mitarbeit).
- Auf der Suche nach einer öffentlichen Moral, 1998.
- Globalisierung. Politische, ökonomische und kulturelle Herausforderungen, 1998.
- Kindheit und Jugend unter Hitler, Sammelband, Berlin 1998.
- Die Selbstbehauptung Europas, Perspektiven für das 21. Jahrhundert, Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart München 2000.
- Die Mächte der Zukunft Gewinner und Verlierer in der Welt von morgen, Siedler Verlag, München 2004.
- Auf dem Weg zur deutschen Einheit, Rowohlt Verlag, Reinbek 2005

Literatur


- Mainhardt Graf von Nayhauß: Helmut Schmidt. Mensch und Macher, Bastei Lübbe: Bergisch Gladbach 1988, 766 S., ISBN 3-404-61197-7
- Hartmut Soell: Helmut Schmidt. Vernunft und Leidenschaft, Band 1. DVA 2003, 900 S., ISBN 3421053529

Siehe auch


- Kabinett Brandt IKabinett Brandt IIKabinett Schmidt IKabinett Schmidt IIKabinett Schmidt IIIListe der deutschen Bundesregierungen

Weblinks


-
- [http://www.dhm.de/lemo/html/biografien/SchmidtHelmut Biographie beim Deutschen Historischen Museum]
- [http://www.bundeskanzler.de/Navigation/Amt-und-Verfassung/Bundeskanzler-1949-1998/helmut-schmidt,did=2544.html Biographie beim Bundeskanzleramt]
- [http://www.hsu-hh.de Helmut-Schmidt-Universität Hamburg]
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1918

Ereignisse

Katastrophen


- 13. Februar: Ein Erdbeben der Stärke 7,3 in Kwangtung in der Provinz Guangdong, China, etwa 10.000 Tote
- 12. Juli: Das LinienschiffKawachi“ (Japan) sinkt in der Tokuyama-Bucht nach einer inneren Explosion. Über 500 Tote
- 16. September: Auf dem MonitorGlatton“ (Großbritannien) kommt es im Hafen von Dover zu Explosionen der Munitionskammern. 77 Tote und zahlreiche Verletzte, das Schiff wurde aus dem Hafen geschleppt und von einem eigenen Zerstörer versenkt
- 9. Oktober: Kollision des als Truppentransporter fahrenden Passagierschiffs „Aquitania“ (Großbritannien) ca. 75 km vor Portland (Großbritannien) mit dem TorpedobootzerstörerShaw“ (USA). 12 Tote und 13 Verletzte an Bord des Zerstörers sowie schwerste Beschädigungen der „Shaw“
- 25. Oktober: Das Dampfschiff „Princess Sophia“ (Kanada) strandet auf einem Riff vor Alaska (USA). 398 Tote
- Beginn einer Influenza-Pandemie („Spanische Grippe“). Ca. 500 Mio. Erkrankte und über 20 Mio. Tote. Ende 1919

Politik


- 1. Januar: Felix-Louis Calonder wird Bundespräsident der Schweiz
- 2. Januar: Russlands neue bolschewistische Regierung wird durch Japan anerkannt
- 8. Januar: der US-amerik. Präsident Wilson verkündet sein 14-Punkte-Programm zur Beendigung des 1. Weltkriegs
- 22. Januar Mychajlo Hruschewskyj Historiker und Politiker in der Ukraine rief die erste autonome Republik aus. Das Land wurde eine selbstständige Volksrepublik: Ukrajinska Narodnja Respublika (UNR)
- 24. Februar: Unabhängigkeitserklärung Estlands
- 3. März: Erster Weltkrieg. Friedensvertrag von Brest-Litowsk zwischen dem Deutschen Reich und Russland
- 21. März: Erster Weltkrieg. Beginn der letzten deutschen Frühjahrsoffensive, die nach großen Anfangserfolgen im Juli abgebrochen werden muss
- 26. Mai: Georgien – Erste Unabhängigkeitserklärung
- 28. Mai: Gründung der unabhängigen Republik Aserbaidschan
- 7. Juli: Monaco und Frankreich schließen den Schutzvertrag
- 8. August: Den Alliierten gelingt es in der Panzerschlacht von Amiens, die deutsche Frontlinie zu durchbrechen („Schwarzer Tag des deutschen Heeres“)
- 15. September: Durchbruch der Entente an der Balkanfront
- 27. September: Erster Weltkrieg. Bulgarien, Verbündeter des Deutschen Reichs, kapituliert
- 29. September: Erster Weltkrieg. General Ludendorff verlangt von der Reichsregierung ultimativ die Abgabe eines Waffenstillstandsgesuchs an die Ententemächte
- 3. Oktober: Prinz Max von Baden wird deutscher Reichskanzler. In seiner Regierung sind erstmals Mitglieder der Mehrheitsparteien des Reichstags vertreten
- 28. Oktober: Gründung der Tschechoslowakei
- 29. Oktober: Der Beschluss der deutschen Marineleitung, in letzter Minute noch eine Entscheidungsschlacht gegen die Royal Navy zu suchen löst den Kieler Matrosenaufstand aus
- 29. Oktober: das kroatische Parlament in Zagreb beschließt die Aufhebung sämtlicher staatsrechtlicher Beziehungen zwischen Kroatien und der österreichisch-ungarischen Monarchie
- 29. Oktober: Gründung von Jugoslawien
- 30. Oktober: Erster Weltkrieg. Unterzeichnung des Waffenstillstands von Mudros, Kapitulation des Osmanischen Reichs
- 4. November: Aus dem Kieler Matrosenaufstand entwickelt sich die Novemberrevolution. In ganz Deutschland entstehen Arbeiter- und Soldatenräte
- 7. November: Abdankung König Ludwigs III. von Bayern
- 9. November: Die Revolution erreicht Berlin: Der Sozialdemokrat Philipp Scheidemann ruft die Republik aus, kurz darauf proklamiert Karl Liebknecht, der Führer des Spartakusbunds, die Räterepublik. Kaiser Wilhelm II. wird zur Abdankung gezwungen. Das Deutsche Reich wird Republik
- 9.-11. November: Schweizer Generalstreik (Landesstreik), organisiert durch das Oltener Aktionskomitee, unterstützt durch die SPS um sozialpolitische Reformen zu erzwingen
- 11. November: Mit Inkrafttreten des Waffenstillstandsabkommens von Compiegne zwischen Deutschland und Frankreich endet der 1. Weltkrieg. Er hat ca. 9 Millionen Tote gefordert
- 11. November: Polen wird unabhängig
- 12. November: Ausrufung der Republik Deutschösterreich
- 12. November: Frauen erlangen in Deutschland das aktive und passive Wahlrecht
- 12. November: Gründung der Bayerischen Volkspartei
- 12. November: Der letzte Adelstitel Deutschlands wird an Kurt von Klefeld verliehen
- 13. November: Friedrich August III. (Sachsen) verzichtet auf Thron und Thronfolge
- 15. November: Stinnes-Legien-Abkommen zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften in Deutschland
- 16. November: In Ungarn wird die Republik ausgerufen
- 18. November: Lettland wird unabhängig
- 20. November: Gründung der Deutschen Demokratischen Partei
- 22. November: Großherzog Friedrich II. (Baden) dankt ab und verzichtet auf Thron und Thronfolge
- 28. November: Kaiser Wilhelm II. verzichtet in einer Erklärung auf seine Rechte als König von Preußen und Kaiser des Deutschen Reichs
- 29. November: Der württembergische König Wilhelm II. verzichtet als letzter deutscher Fürst auf die Krone. Wegen der Popularität des „Bürgerkönigs“ lehnt jedoch ein Großteil der Württemberger die neue Republik ab
- 1. Dezember: Das Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen wird gegründet
- 15. Dezember: Gründung der Deutschen Volkspartei
- 16.20. Dezember: Reichskongress
- 30. Dezember: Die Gründung der Kommunistischen Arbeiterpartei Deutschlands (Spartakusbund) wird in Berlin beschlossen
- Litauen wird unabhängig

Wirtschaft


- 1. Januar: Alle Banken in Moskau und Petrograd, Russland, (heute Sankt Petersburg) werden geschlossen
- In der Sowjetunion werden Großindustrie und Eisenbahnen verstaatlicht

Wissenschaft und Technik


- Campbell Thompson entdeckt Reste von Bauten der Könige der 3. Dynastie von Ur in Eridu (siehe 1854 und 1948)
- Walter Schottky beschreibt erstmalig elektronisches Rauschen, insbesondere das thermische Rauschen (auch Johnson-Rauschen) und den Schrot-Effekt, den er vornehmlich für den Strom durch Vakuumröhren analysiert (in: Annalen der Physik 57 (1918),541; 68 (1922), 157)

Kultur


- 1. Februar: Uraufführung der Operette A Pacsirta (Wo die Lerche singt) von Franz Lehár an der Königlichen Oper in Budapest
- 23. März: Uraufführung der Oper Shanewis or The Robin Woman von Charles Wakefield Cadman an der Metropolitan Opera in New York
- 25. April: Uraufführung der Oper Die Gezeichneten von Franz Schreker in Frankfurt am Main
- 5. Juni: Uraufführung der Oper Theophano von Paul Graener in München
- 24. November: Uraufführung der Oper Frutta di mare von Hans Huber in Basel
- 14. Dezember: Uraufführung der Oper Il tabarro (Der Mantel) von Giacomo Puccini an der Metropolitan Opera in New York
- 14. Dezember: Uraufführung der Oper Suor Angelica (Schwester Angelica) von Giacomo Puccini an der Metropolitan Opera in New York
- 14. Dezember: Uraufführung der Oper Gianni Schicchi von Giacomo Puccini an der Metropolitan Opera in New York
- 19. Dezember: Uraufführung der Oper Nepřemožení (Die Unüberwundenen) von Josef Bohuslav Foerster am Nationaltheater Prag

Sport

Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden siehe unter der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.

Geboren


- 1. Januar: Kenan Evren, türkischer General
- 2. Januar: Gudrun Zapf-von Hesse, deutsche Typografin und Buchbinderin
- 2. Januar: Willi Graf, Mitglied der Widerstandsgruppe Weiße Rose († 1943)
- 4. Januar: Georg Kahn-Ackermann, deutscher Journalist und Politiker
- 6. Januar: Eugen Biser, katholischer Theologe und Religionsphilosoph
- 7. Januar: Constance Cummings John, sierra leonische Frauenrechtlerin, Politikerin und Lehrerin († 2000)
- 8. Januar: Sepp Bradl, österreichischer Schispringer († 1982)
- 13. Januar: Cissy Kraner, österreichische Schauspielerin, Sängerin und Kabarettistin
- 15. Januar: Gamal Abdel Nasser, ägyptischer Politiker († 1970)
- 15. Januar: David George Kendall, Autorität auf dem Gebiet der Angewandten Wahrscheinlichkeit und der Datenanalyse
- 15. Januar: Edouard Gagnon, Kardinal
- 16. Januar: Marcelo González Martín, Erzbischof von Toledo und Kardinal († 2004)
- 16. Januar: Nel Benschop, niederländische Dichterin († 2005)
- 16. Januar: Hermann-Josef Weidinger, österreichischer Prämonstratenser-Chorherr und Missionar († 2004)
- 19. Januar: Joseph Marie Anthony Cordeiro, Erzbischof von Karachi und Kardinal der römisch-katholischen Kirche († 1994)
- 19. Januar: John H. Johnson, US-amerikanischer Medienunternehmer († 2005)
- 22. Januar: Bruno Zevi, italienischer Architekt, Architekturhistoriker, Autor und Universitätsprofessor († 2000)
- 22. Januar: Friedrich Auffarth, Richter am Bundesarbeitsgericht, zuletzt als dessen Vizepräsident († 2004)
- 23. Januar: Gertrude Belle Elion, US-amerikanischer Wissenschaftler und Nobelpreisträger für Medizin († 1999)
- 24. Januar: Gottfried von Einem, Komponist († 1996)
- 26. Januar: Ingrid von Bothmer, deutsche Theater- und Fernsehschauspielerin († 2003)
- 26. Januar: Nicolae Ceauşescu, kommunistischer Politiker und Staatspräsident Rumäniens († 1989)
- 27. Januar: Elmore James, Bluesmusiker († 1963)
- 27. Januar: Thies Christophersen, gehörte der Gruppe der Revisionisten an, die hartnäckig den Holocaust leugnen († 1997)
- 27. Januar: Antonín Mrkos, tschechischer Astronom († 1996)
- 28. Januar: Suzanne Flon, französische Theater- und Filmschauspielerin († 2005)
- 29. Januar: John Forsythe, US-amerikanischer Film- und Fernsehschauspieler
- 30. Januar: Heinz Rutishauser, Schweizer Mathematiker († 1970)
- 31. Januar: Karl Emerich Krämer, deutscher Schriftsteller († 1987)
- 3. Februar: Gerhard Bassarak, deutscher evangelischer Theologe
- 3. Februar: Helen Stephens, US-amerikanische Leichtathletin († 1994)
- 5. Februar: Kara Karajew, aserbaidschanischer Komponist († 1982)
- 5. Februar: Vincenzo Fagiolo, Erzbischof von Chieti und Kardinal der römisch-katholischen Kirche († 2000)
- 5. Februar: Tim Holt, US-amerikanischer Filmschauspieler († 1973)
- 6. Februar: Lothar-Günther Buchheim, deutscher Schriftsteller, Maler, Kunstsammler und Verleger
- 12. Februar: Julian Seymour Schwinger, US-amerikanischer Physiker († 1994)
- 14. Februar: Jacob do Bandolim, brasilianischerMandolinist und Komponist († 1969)
- 17. Februar: Paul Huber, Schweizer Komponist († 2001)
- 18. Februar: Sid Abel, kanadischer Eishockeyspieler und -trainer († 2000)
- 23. Februar: Ernst Hildebrand, deutscher Komponist und Musiker († 1986)
- 25. Februar: Barney Ewell, US-amerikanischer Leichtathlet und Olympiasieger († 1996)
- 25. Februar: Robert Riggs, US-amerikanischer Tennisspieler († 1995)
- 26. Februar: Theodore Sturgeon, Science-Fiction-Autor († 1985)
- 1. März: Adrian Warburton, britischer Pilot im 2. Weltkrieg († 1944)
- 1. März: Franz Becker, deutscher Fußballspieler
- 1. März: Hermann Biechele, deutscher Politiker und MdB
- 1. März: João Goulart, Präsident Brasiliens von 1961 bis 1964 († 1976)
- 3. März: Fritz Thiedemann, deutscher Springreiter († 2000)
- 3. März: Arthur Kornberg, US-amerikanischer Biochemiker
- 4. März: Margaret du Pont, ehemalige Tennisspielerin
- 5. März: James Tobin, US-amerikanischer Wirtschaftswissenschaftler († 2002)
- 6. März: Howard McGhee, US-amerikanischer Jazz-Trompeter († 1987)
- 7. März: Rolf Thiele, österreichischer Regisseur († 1994)
- 10. März: Günther Rall, Generalleutnant, Jagdflieger und Fliegerass
- 16. März: Frederick Reines, US-amerikanischer Physiker († 1998)
- 17. März: Mercedes McCambridge, US-amerikanische Schauspielerin († 2004)
- 17. März: Herb Lubalin, US-amerikanischer Typograf und Grafiker († 1981)
- 18. März: Heinz Felfe, SS-Obersturmführer und sowjetischer Spion
- 22. März: Cheddi Jagan, Politiker, Guyana († 1997)
- 23. März: Émile Derlin Henri Zinsou, Präsident von Benin
- 24. März: Gerd Martienzen, deutscher Schauspieler und Synchronsprecher
- 3. April: Sixten Ehrling, schwedischer Dirigent († 2005)
- 5. April: Hiroshi Ohguri, japanischer Komponist und Hornist († 1982)
- 6. April: Oskar Kusch, deutscher U-Boot-Kommandant im 2. Weltkrieg († 1944)
- 6. April: Hans Hürlimann, Schweizer Politiker († 1994)
- 6. April: Big Walter Horton, US-amerikanischer Blues-Musiker († 1981)
- 8. April: Heidemarie Hatheyer, österreichische Schauspielerin, Sängerin und Kaberettistin († 1990)
- 9. April: Jørn Utzon, Architekt, der durch den Bau des Opernhauses in Sydney berühmt wurde
- 12. April: Gustav Lübbe, Mit seinem Bastei-Lübbe Verlag einer der erfolgreichsten deutschen Verleger († 1995)
- 17. April: William Holden, US-amerikanischer Filmschauspieler († 1981)
- 20. April: Lucian Pulvermacher, Gegenpapst und Oberhaupt der True Catholic Church
- 20. April: Kai Manne Siegbahn, schwedischer Physiker
- 22. April: Solomon Aaron Berson, US-amerikanischer Mediziner († 1972)
- 24. April: Elisabeth Mann Borgese, deutsch-kanadische Meeresrechtlerin und Ökologin († 2002)
- 25. April: Gerard Henri de Vaucouleurs, französisch-amerikanischer Astronom († 1995)
- 25. April: Alain Savary, französischer BildungsPolitiker und Résistant († 1988)
- 26. April: Fanny Blankers-Koen, niederländische Leichtathletin und Olympiasiegerin († 2004)
- 28. April: Karl-Eduard von Schnitzler, deutscher Journalist und Fernsehmoderator († 2001)
- 28. April: Anja Lundholm, Schriftstellerin
- 30. April: Donald McNeill, US-amerikanischer Tennisspieler († 1996)
- 4. Mai: Tanaka Kakuei, 64. und 65. Premierminister Japans († 1993)
- 5. Mai: Dino 7 Cordas, brasilianischer Gitarrist
- 11. Mai: Richard Feynman, US-amerikanischer Physiker und Nobelpreisträger des Jahres 1965 († 1988)
- 12. Mai: Alfred Bickel, Schweizer Fußballspieler und -trainer († 1999)
- 14. Mai: Marie Smith, letzte Sprecherin der Eyak-Sprache
- 17. Mai: Birgit Nilsson, schwedische Opernsängerin
- 19. Mai: Abraham Pais, niederländischer Physiker († 2000)
- 20. Mai: Edward B. Lewis, US-amerikanischer Forscher († 2004)
- 28. Mai: Marie-Luise Jahn, Mitglied der Weißen Rose
- 31. Mai: Alf Marholm, deutscher Schauspieler, Hörspiel-, Hörbuch- und Synchronspecher
- 1. Juni: Hans Merkle, deutscher Fußballtrainer
- 1. Juni: Herbert A. Strauss, deutschstämmiger US-amerikanischer Historiker († 2005)
- 6. Juni: Martin Esslin, britischer Theaterwissenschaftler († 2002)
- 8. Juni: Gunther Philipp, österreichischer Schauspieler († 2003)
- 8. Juni: Robert Preston, US-amerikanischer Schauspieler († 1987)
- 12. Juni: Samuel Z. Arkoff, US-amerikanischer Filmproduzent und Regisseur († 2001)
- 13. Juni: Helmut Lent, Flieger der Deutschen Luftwaffe im 2. Weltkrieg († 1944)
- 15. Juni: François Tombalbaye, ehemaliger Präsident des Tschad († 1975)
- 17. Juni: Ajahn Chah, buddhistischer Mönch
- 18. Juni: Franco Modigliani, italienischer Wirtschaftswissenschaftler und Nobelpreisträger († 2003)
- 22. Juni: Cicely Saunders, englische Ärztin († 2005)
- 26. Juni: Ingeborg Weber-Kellermann, deutsche Volkskundlerin († 1993)
- 26. Juni: Robert H. Lochner, US-amerikanischer Journalist und Übersetzer († 2003)
- 29. Juni: Ernst Leisi, Schweizer Anglistikprofessor und Autor († 2001)
- 30. Juni: Susan Hayward, US-amerikanische Filmschauspielerin († 1975)
- 4. Juli: Taufa'ahau Tupou IV., König von Tonga
- 5. Juli: George Rochberg, US-amerikanischer Komponist († 2005)
- 7. Juli: Werner Peters, deutscher Theater-, Film- und Fernsehschauspieler († 1971)
- 9. Juli: Nile Kinnick, US-amerikanischer Footballspieler († 1943)
- 14. Juli: Ingmar Bergman, schwedischer Regisseur
- 14. Juli: Jay W. Forrester, US-amerikanischer Informatiker
- 14. Juli: Arthur Laurents, US-amerikanischer Schriftsteller
- 15. Juli: Bertram Brockhouse, kanadischer Physiker († 2003)
- 17. Juli: Gerhard Reischl, deutscher Politiker
- 17. Juli: Carlos Arana Osorio, guatemaltekischer Politiker († 2003)
- 18. Juli: Nelson Mandela, südafrikanischer Politiker und Anti-Apartheid-Kämpfer, Präsident (1994–1999)
- 18. Juli: Jerome Karle, US-amerikanischer Physikochemiker
- 20. Juli: Liselotte Funcke, deutsche Politikerin
- 20. Juli: Olga Ramos, spanische Chansonsängerin († 2005)
- 25. Juli: Joseph Rovan, französischer Historiker († 2004)
- 28. Juli: Albert George Wilson, US-amerikanischer Astronom
- 31. Juli: Paul Delos Boyer, US-amerikanischer Biochemiker
- 1. August: Artur Brauner, Filmproduzent
- 4. August: Hans Abich, deutscher Filmproduzent und Rundfunkpublizist († 2003)
- 4. August: Claus Holm, Schauspieler († 1996)
- 9. August: Robert Aldrich, US-amerikanischer Regisseur († 1983)
- 11. August: Karl Heinz Jacoby, Weihbischof von Trier († 2005)
- 13. August: Frederick Sanger, Biochemiker
- 15. August: Anton Freiherr von Aretin, deutscher Politiker († 1981)
- 16. August: Jan van Beekum, niederländischer Komponist und Dirigent
- 18. August: Shankar Dayal Sharma, indischer Politiker und Staatspräsident († 1999)
- 18. August: Elsa Morante, italienische Schriftstellerin († 1985)
- 19. August: Hans Pfohe, Gründer der Lucia Strickwarenfabrik († 2004)
- 20. August: Luise Herklotz, deutsche Politikerin
- 24. August: Avery Dulles, Kardinal
- 25. August: Leonard Bernstein, US-amerikanischer Komponist und Dirigent († 1990)
- 31. August - Lucrecia Kasilag, philippinische Komponistin
- 31. August: Alan Jay Lerner, US-amerikanischer Autor und Liedtexter († 1986)
- 3. September: Susi Nicoletti, Kammerschauspielerin († 2005)
- 7. September: Jorge E. Illueca Sibauste, Politiker, Diplomat, 38. Staatspräsident von Panama
- 11. September: Peter Palitzsch, deutscher Theaterregisseur († 2004)
- 13. September: Rosemary Kennedy, Angehörige des Kennedy-Clans († 2005)
- 17. September: Jorge E. Illueca, panamaischer Politiker
- 17. September: Chaim Herzog, Präsident Israels († 1997)
- 22. September: Hans Scholl, deutscher Widerstandskämpfer im Dritten Reiches († 1943)
- 23. September: Salvatore Pappalardo, Erzbischof von Palermo und Kardinal
- 26. September: Harold Gramatges, kubanischer Komponist
- 27. September: Martin Ryle, britischer Radioastronom († 1984)
- 28. September: Willy Ritschard, Schweizer Politiker († 1983)
- 29. September: Harold L. Walters, US-amerikanischer Komponist († 1984)
- 30. September: Giovanni Canestri, Erzbischof von Genua und Kardinal der römisch-katholischen Kirche
- 4. Oktober: Berti Capellmann, deutsche Tischtennisspielerin
- 4. Oktober: Kenichi Fukui, japanischer Chemiker († 1998)
- 4. Oktober: Giovanni Cheli, Kardinal
- 7. Oktober: Mimmo Rotella, italienischer Künstler
- 8. Oktober: Jens Christian Skou, dänischer Biophysiker und Mediziner
- 9. Oktober: E. Howard Hunt, CIA Mitarbeiter
- 9. Oktober: Lila Kedrova, russische Schauspielerin († 2000)
- 10. Oktober: Werner Dollinger, deutscher Politiker
- 10. Oktober: Erich Schwertner, deutscher Politiker († 1965)
- 10. Oktober: Jigal Allon, israelischer Politiker der Arbeitspartei († 1980)
- 12. Oktober: Sid Avery, US-amerikanischer Fotograf († 2002)
- 13. Oktober: Colin Pittendrigh, US-amerikanischer Biologe und Mitbegründer der Chronobiologie († 1996)
- 13. Oktober: Robert Walker, US-amerikanischer Schauspieler († 1951)
- 14. Oktober: Thelma Long, australische Tennisspielerin
- 17. Oktober: Rita Hayworth, US-amerikanische Schauspielerin († 1987)
- 19. Oktober: Louis Althusser, französischer Philosoph († 1990)
- 20. Oktober: Werner Maihofer, deutscher Politiker
- 26. Oktober: Eric Ericson, schwedischer Chorleiter und Dirigent
- 27. Oktober: Teresa Wright, US-amerikanische Schauspielerin († 2005)
- 4. November: Art Carney, US-amerikanischer Filmkomiker und Schauspieler († 2003)
- 7. November: Billy Graham (Evangelist), US-amerikanischer Baptistenpastor
- 8. November: Hermann Zapf, Typograf, Kalligraf, Autor und Lehrer
- 9. November: Choi Hong Hi, südkoreanischer General und Entwickler der Kampfsportart Taekwondo († 2002)
- 9. November: Spiro Theodore Agnew, US-Vizepräsident, Gouverneur von Maryland († 1996)
- 11. November: Jürg Baur, deutscher Komponist
- 14. November: John Bromwich, australischer Tennisspieler († 1999)
- 15. November: Kurt Kohl, Psychologe († 2002)
- 18. November: Rudolph Schulze, Minister für Post- und Fernmeldewesen der DDR († 1993)
- 19. November: Hendrik Christoffel van de Hulst, niederländischer Astrophysiker († 2000)
- 20. November: Dora Ratjen, deutscher Leichtathlet
- 21. November: Dieter Mauritz, deutscher Tischtennisspieler († 1988)
- 26. November: Patricio Aylwin, chilenischer Politiker
- 27. November: Gerhard Ribbeheger, deutscher Politiker
- 29. November: Madeleine L'Engle, US-amerikanische Schriftstellerin
- 3. Dezember: Hans Paul Bahrdt, deutscher Soziologie († 1994)
- 5. Dezember: Waldemar Grzimek, deutscher Bildhauer († 1984)
- 7. Dezember: Max Merkel, österreichischer Fußballspieler und Trainer
- 10. Dezember: Anatoli Wladimirowitsch Tarassow, sowjetischer Eishockeyspieler und -trainer († 1995)
- 11. Dezember: Alexander Issajewitsch Solschenizyn, russischer Schriftsteller, Nobelpreisträger
- 13. Dezember: Inge Donnepp, deutsche Politikerin († 2002)
- 14. Dezember: B.K.S. Iyengar, Yoga-Lehrer
- 15. Dezember: Jeff Chandler, US-amerikanischer Filmschauspieler († 1961)
- 16. Dezember: George Dougthy, britischer Komponist
- 21. Dezember: Kurt Waldheim, österreichischer Politiker, Bundespräsident von Österreich (1986–1992)
- 23. Dezember: Helmut Schmidt, deutscher Politiker, 1974 bis 1982 Bundeskanzler der BRD
- 23. Dezember: Iván Mándy, ungarischer Schriftsteller
- 25. Dezember: Anwar as-Sadat, ägyptischer Staatsmann († 1981)
- 28. Dezember: Hans Schaufuß, deutscher Schauspieler († 1941)
- 30. Dezember: W. Eugene Smith, US-amerikanischer Fotograf
- 31. Dezember: Gunder Hägg, schwedischer Leichtathlet († 2004)

Gestorben


- 6. Januar: Georg Cantor, deutscher Mathematiker (
- 1845)
- 8. Januar: Heinrich von Buz, deutscher Techniker und Industrieller (
- 1833)
- 10. Januar: August Oetker, Erfinder des gebrauchsfähigen Backpulvers (
- 1862)
- 26. Januar: Ludwig Edinger, deutscher Neurologe (
- 1855)
- 6. Februar: Gustav Klimt, österreichischer Maler (
- 1862)
- 8. März: Georg Langerhans, Bürgermeister von Köpenick (
- 1870)
- 9. März: Frank Wedekind, deutscher Schriftsteller und Schauspieler (
- 1864)
- 23. März: Paul Laband, deutscher Staatsrechtslehrer (
- 1838)
- 25. März: Claude Debussy, französischer Komponist (
- 1862)
- 27. März: Martin Sheridan, US-amerikanischer Leichtathlet (
- 1881)
- 4. April: Hanns von Zobeltitz, deutscher Journalist und Schriftsteller (
- 1853)
- 9. April: Niko Pirosmani, georgischer Maler (
- 1862)
- 11. April: Otto Wagner, österreichischer Architekt (
- 1841)
- 20. April: Ferdinand Braun, deutscher Physiker (
- 1850)
- 20. April: Hans Breuer, führender Vertreter der Wandervogelbewegung (
- 1883)
- 21. April: Manfred von Richthofen, deutscher Jagdflieger (
- 1892)
-

Deutschland

Deutschland (die Langform der amtlichen Staatsbezeichnung lautet Bundesrepublik Deutschland) ist ein Bundesstaat in
Mitteleuropa und hat gemeinsame Grenzen mit Dänemark, Polen, Tschechien, Österreich, der Schweiz, Frankreich, Luxemburg, Belgien und den Niederlanden. Im Norden bilden die Nordsee und die Ostsee die natürlichen Staatsgrenzen. Bundeshauptstadt und Regierungssitz ist Berlin; einige Bundesministerien befinden sich in der Bundesstadt Bonn, dem ehemaligen Regierungssitz. Das politische System ist föderal und als parlamentarische Demokratie organisiert: Nach Artikel 20 des Grundgesetzes versteht sich Deutschland als demokratischer und sozialer Bundesstaat und Rechtsstaat. Dieser Bundesstaat besteht aus 16 teilsouveränen Bundesländern. Deutschland ist mit über 82 Mio. Einwohnern der bevölkerungsreichste Staat Europas. Die Bundesrepublik Deutschland ist unter anderem Mitglied der Vereinten Nationen, der Europäischen Union, der NATO und der G8. Viele Links zu Artikeln mit Deutschlandbezug finden sich im Portal Deutschland.

Geografie

Lage

Deutschland liegt in Mitteleuropa zwischen 47°16′15″ und 55°05′33″ nördlicher Breite und 5°52′01″ und 15°02′37″ östlicher Länge. Die Nord-Süd-Ausdehnung reicht von List auf Sylt (Schleswig-Holstein) bis Oberstdorf (Bayern) und beträgt 876 km; die West-Ost-Ausdehnung zwischen der Gemeinde Selfkant (NRW) und Deschka (Sachsen) beträgt 640 km. Nachfolgend sind die an Deutschland angrenzenden Staaten und Meere im Uhrzeigersinn aufgeführt. Die Grenzlänge (insgesamt 3.757 km lang) ist hinter den jeweiligen Staaten in Klammern angegeben. Im Norden grenzt Deutschland an Dänemark (67 km), im Nordosten an Polen (442 km), im Osten an Tschechien (811 km), im Südosten an Österreich (815; ohne Grenze im Bodensee), im Süden an die Schweiz (316 km; mit Grenzen der Exklave Büsingen, aber ohne Grenze im Bodensee), im Südwesten an Frankreich (448 km), im Westen an Luxemburg (135 km) und Belgien (156 km) und im Nordwesten an die Niederlande (567 km). Während im Nordwesten die Küsten der Nordsee und im Nordosten die Ostsee die natürlichen Staatsgrenzen bilden, hat Deutschland im Süden Anteil an den Alpen.

Exklaven

Eine Exklave Deutschlands ist das am Hochrhein gelegene Büsingen, das zum Landkreis Konstanz in Baden-Württemberg gehört. Sie ist 7,62 km² groß und gänzlich von den drei Schweizer Kantonen Schaffhausen, Thurgau und Zürich umgeben. Daneben existiert eine zweite Exklave auf irischem Territorium, unweit von Dublin. Es handelt sich um einen Friedhof, auf dem während des Zweiten Weltkrieg gefallene deutsche Soldaten beerdigt wurden. Um nach dem Krieg eine kostspielige und aufwändige Überführung der Leichen zu vermeiden, wurde das Gebiet an die Bundesrepublik Deutschland übergeben.

Mittelpunkt Deutschlands

Der geographische Mittelpunkt Deutschlands liegt laut dem Statistischen Jahrbuch Deutschland (Stand: 2000) in der Gemeinde Niederdorla im westlichen Thüringen auf der .

Großlandschaften

Die landschaftlichen Großräume unterscheiden sich vor allem in der Abfolge von Nord nach Süd, da das Gelände nach Süden hin tendenziell höher und steiler wird. Der nördliche Teil Deutschlands, die Norddeutsche Tiefebene, ist ein hauptsächlich von den Eiszeiten geformtes Tiefland, an das sich nach Süden die bewaldeten Mittelgebirge im Zentrum und in südlicheren Teilen des Landes anschließen. Insbesondere in Bayern, aber auch in Baden-Württemberg, gehen diese Landschaften in das relativ hoch liegende Nördliche Alpenvorland und dies wiederum in das Hochgebirge der Alpen über.

Geologie

Deutschland ist geologisch vielgestaltig. Während die glazial geprägten Landschaften, die Flussniederungen und -becken erst ab dem Tertiär ihre Gestalt annahmen, sind die Mittelgebirge deutlich älteren Datums. Die kristallinen Rumpfgebirge (z. B. der Schwarzwald) sind bereits im Erdaltertum entstanden und bestehen hauptsächlich aus metamorphem und Tiefengestein wie Gneisen und Granit. Ähnlich alt ist das Rheinische Schiefergebirge, dessen Entstehung auf Silur und Devon zu datieren ist. An dessen Nordrand finden sich auch Formationen aus dem Karbon, in denen die gewaltigen Steinkohlevorkommen im Ruhrgebiet eingelagert waren. Die süddeutsche Landschaft ist größtenteils auf die Entwicklungen im Erdmittelalter zurück zu führen: Während die Pfalz, Thüringen, Teile Bayerns und Sachsens geologisch im Trias gebildet wurden, ist die sich quer durch den süddeutschen Raum ziehende Schwäbische und Fränkische Alb ein Ergebnis der Auffaltung und Hebung von Meeresboden aus dem Jurazeitalter. Erstere Regionen weisen Sandstein, letztere Kalkstein als vorherrschende geologische Formation auf. Vulkanismus wird in Deutschland nicht beobachtet. Dennoch findet sich in einigen Gebieten vulkanisches Gestein aus früherer Aktivität, insbesondere in der Vulkaneifel und auf dem Vogelsberg in Hessen. Auch Erdbeben mit schweren Folgen kommen praktisch nicht vor, da Deutschland vollständig auf der Eurasischen Platte liegt. Das Land wird daher nicht von Grenzen zwischen aneinander anstoßenden großen Platten der Erdkruste durchzogen. Dennoch ist der Rheingraben in Nordrhein-Westfalen als mäßig gefährdete Erdbebenzone eingestuft, die sich bis in die Nachbarländer Belgien und Niederlande erstreckt (siehe auch Erdbebengebiet Kölner Bucht).

Gewässer

Erdbebengebiet Kölner Bucht bei Koblenz (Deutsches Eck)]] Deutschland grenzt mit den Bundesländern Niedersachsen und Schleswig-Holstein an die Nordsee. Diese ist ein Randmeer des Atlantiks und das am dichtesten befahrene Seegebiet der Erde. Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein liegen an der Ostsee, einem Binnenmeer, das über den Skagerrak mit der Nordsee verbunden ist. Der Tidenhub an der Ostsee ist wesentlich geringer als an der Nordsee. Die deutschen Flüsse gehören zu sechs großen Flusssystemen, deren Einzugsbereiche fast die gesamte Fläche einnehmen. Diese sind der Rhein, die Donau, die Elbe, die Oder, die Weser, und die Ems. Der längste dieser Flüsse ist die Donau; sie ist mit 2.845 km ab dem Zusammenfluss von Brigach, Breg und der Donauquelle in Donaueschingen beziehungsweise 2.888 km ab der Breg-Quelle am Rande des Schwarzwaldes nach der Wolga der zweitlängste Strom in Europa. Allerdings verläuft nur ein kleiner Teil der Donau-Gesamtstrecke durch Deutschland. Die Donau mündet ins Schwarze Meer. Alle anderen deutschen Flüsse entwässern in die Nord- oder Ostsee. Der Abschnitt der Europäischen Wasserscheide durch Deutschland verläuft östlich des Oberrheingrabens über den Hauptkamm des Schwarzwaldes, danach folgt sie der Schwäbischen und Fränkischen Alb. Der Rhein ist von diesen Strömen derjenige, der die längste Strecke innerhalb Deutschlands zurücklegt: Von seinem 1.320 km langen Flusslauf führen 852 km durch Deutschland. Er hat zudem für die Deutschen eine identitätsstiftende Rolle inne, die sich aus der Geschichte und zahlreichen Mythen und Sagen speist. Auch seine wirtschaftliche Funktion ist bedeutend: er ist eine der am stärksten befahrenen Wasserstraßen Europas. Die Elbe entspringt im Riesengebirge an der Grenze Tschechiens zu Polen und mündet nach ungefähr 1.165 km – davon 770 km in Deutschland – bei Cuxhaven in die Nordsee. Sie gehörte zeitweilig zu den am meisten mit Schadstoffen belasteten Flüssen Europas, doch mittlerweile hat sich die Wasserqualität deutlich verbessert. Die Oderquellen befinden sich in den tschechischen Beskiden. Nach wenigen Kilometern fließt die Oder nach Polen und in ihrem Mittellauf durch Schlesien. In ihrem Unterlauf bildet sie die deutsch-polnische Grenze um dann wieder in Polen bei Stettin in das Stettiner Haff zu münden. Als Swine fließt sie schließlich zwischen den Inseln Usedom und Wollin durch Swinemünde in die Ostsee. Die Weser speist sich aus den Flüssen Werra und Fulda und entwässert den mittleren Teil Deutschlands. Die Einzugsgebiete von Oder und Ems liegen im äußersten Osten bzw. Westen. Die Seen in Deutschland sind größtenteils in der Folge der Eiszeit entstanden, nach deren Ende sich ehemalige Gletschertäler (Gletscher- und Gletscherwasserabflussrinnen) teilweise mit Wasser füllten. Daher finden sich die meisten der großen Seen in ehemals von Inlandeis bedeckten Gebieten oder deren Vorland, insbesondere in Mecklenburg und dem Alpenvorland. Der größte mit deutschem Anteil ist der Bodensee, an den auch Österreich und die Schweiz grenzen. Der größte vollständig zu deutschem Staatsgebiet gehörende See ist die Müritz, die Teil der mecklenburgischen Seenplatte ist. Siehe auch: Liste der Flüsse in Deutschland, Liste der Seen in Deutschland

Gebirge und Senken

Liste der Seen in Deutschland Die Alpen sind das einzige Hochgebirge, an dem Deutschland Anteil hat. Hier befindet sich mit der Zugspitze (2.962 m) der höchste Berg Deutschlands. Die Mittelgebirge nehmen tendenziell von Nord nach Süd an Höhe und Ausdehnung zu. Höchster Mittelgebirgsgipfel ist der Feldberg im Schwarzwald mit 1.493 m, gefolgt vom Großen Arber im Bayerischen Wald mit 1.453 m. Gipfel über 1.000 m erreichen außerdem das Erzgebirge, das Fichtelgebirge, die Schwäbische Alb und als Sonderfall der Harz, der sich recht isoliert als nördlichstes Mittelgebirge in Deutschland mit dem Brocken auf 1.141 m erhebt. Nördlich der Mittelgebirgsschwelle erheben sich nur noch vereinzelte Formationen über 100 m, von denen der Hagelberg im Fläming mit 200 m die höchste ist. Details finden sich in der Liste der höchsten Berge Deutschlands und der Liste der Gebirge Deutschlands. Die niedrigste begehbare Landesstelle Deutschlands liegt bei 3,54 m unter Normalnull in einer Senke bei Neuendorf-Sachsenbande in der Wilstermarsch (Schleswig-Holstein). Ebenfalls in diesem Bundesland befindet sich die tiefste Kryptodepression: Sie liegt mit 39,10 m u. NN am Grund des Hemmelsdorfer Sees nord-nordöstlich von Lübeck. Die tiefste künstlich geschaffene Stelle liegt bei 293 m u. NN am Grund des Tagebau Hambach östlich von Jülich in Nordrhein-Westfalen.

Inseln

Jülich Gemessen an der Küstenlinie verfügt Deutschland über eine beachtliche Zahl an Inseln. Diese sind in der Nordsee meist in Form von Inselketten dem Festland vorgelagert und stellen Festlandsreste dar, die durch Landsenkung und nachfolgende Überflutung von der Küste getrennt wurden. Unterteilt werden sie in die nordfriesischen und die ostfriesischen Inseln, die Bestandteil des deutschen Wattenmeeres sind. Die nordfriesischen Inseln gehören zu Schleswig-Holstein und bestehen aus den größeren Inseln Sylt, Föhr, Amrum, Pellworm und Nordstrand sowie den wesentlich kleineren Halligen. Die zu Niedersachsen gehörenden ostfriesischen Inseln sind von Aufbau und Größe sehr ähnlich. Größte dieser Inseln ist Borkum. Einen Sonderfall stellt die weiter in der Nordsee gelegene Insel Helgoland dar, die Deutschlands einzige Hochseeinsel ist. Die Inseln in der Ostsee liegen an der deutschen Boddenküste, sind tendenziell größer und weisen ein stärker bewegtes Relief auf. Die größte dieser Inseln und gleichzeitig größte deutsche Insel ist Rügen, gefolgt von Usedom, deren Ostzipfel bereits zu Polen gehört. Wie die Nordseeinseln sind auch die Ostseeinseln beliebte Reiseziele und von bekannten Seebädern gesäumt. Auch in einigen deutschen Binnengewässern gibt es Inseln, von denen die bekanntesten Mainau und Reichenau im Bodensee sowie Herrenchiemsee im Chiemsee sein dürften. Für die vollständige Aufführung aller Inseln siehe: Liste deutscher Inseln

Klima

Deutschland gehört zur gemäßigten Klimazone Mitteleuropas im Bereich der Westwindzone und befindet sich im Übergangsbereich zwischen dem maritimen Klima in Westeuropa und dem kontinentalen Klima in Osteuropa. Das Klima wird unter anderem vom Golfstrom beeinflusst, der die klimatischen Werte für die Breitenlage ungewöhnlich mild gestaltet. Extreme Wetterbedingungen wie langanhaltende Dürren, Tornados, strenger Frost oder extreme Hitze sind vergleichsweise selten. Gelegentlich treten jedoch Stürme auf, die in den Jahren 2000 und 2002 zu schweren Schäden geführt haben. Regelmäßig ereignen sich auch Hochwasser, die nach intensiven Regenperioden im Sommer (Oderhochwasser 1997, Elbehochwasser 2002) oder nach der Schneeschmelze im Winter zu Überschwemmungen und erheblichen Zerstörungen führen können. Dass es am Rhein häufiger zu Hochwasser kommt, liegt wahrscheinlich an der im 19. Jahrhundert unter der Leitung von Tulla durchgeführten Rhein-Begradigung, die weitgehend zur Beseitigung der früheren Rheinauen geführt hat. Dürren betreffen hauptsächlich den Nordosten Deutschlands, können zuweilen aber auch das ganze Land in Mitleidenschaft ziehen, wie zuletzt während der Hitzewelle 2003. Die Klimadaten betragen (gemittelte Werte der Jahre 1961–1990): Quelle: [http://www.cru.uea.ac.uk/~timm/cty/obs/TYN_CY_1_1.html Tyndall Centre for Climate Change Report] Die deutschlandweiten Klimamittel werden je nach Region teils erheblich über- oder unterschritten. Die höchsten Jahrestemperaturen verzeichnet Südbaden mit über 11 °C, während in Oberstdorf der Durchschnitt unter 6 °C liegt. Zudem zeichnet sich ein allgemeiner Trend zu höheren Temperaturen ab: Nach Angabe des Deutschen Wetterdienstes lagen in 14 der 15 Jahre seit 1990 die Durchschnittstemperaturen über dem langjährigen Mittel von 8,3 °C, im Jahr 2000 wurden sogar 9,9 °C erreicht. Insbesondere die Sommer sind deutlich wärmer geworden. Zudem verfrüht sich der Frühlingseinzug im Schnitt um fünf Tage pro Jahrzehnt. Zugvögel halten sich fast einen Monat länger in Deutschland auf als noch in den siebziger Jahren.

Böden und Flächennutzung

Die Zusammensetzung und Qualität der Böden ist regional sehr unterschiedlich. In Norddeutschland bildet ein küstennaher Gürtel aus fruchtbaren Marschböden die Grundlage für ertragreiche Landwirtschaft, während die dahinter liegende, eiszeitlich geprägte Geest nur sehr magere Böden aufweist. In der Lüneburger Heide ist dieser durch jahrhundertelange Weidewirtschaft zum Podsol degeneriert, so dass Ackerbau kaum möglich ist. Sehr unergiebig sind auch die Gebiete der Alt- und Jungmoränenlandschaft, in denen sich Flugsand angelagert hat. Brandenburg beispielsweise war schon in historischer Zeit als des „Heiligen Reiches Streusandbüchse“ berüchtigt. Zwischen der Moränenlandschaft und der Mittelgebirgsstufe zieht sich von West nach Ost eine Reihe von Börden: In diesen Gebieten ist durch eiszeitliche Lössablagerungen äußerst fruchtbarer Boden entstanden. Dieser besteht zumeist aus Braunerden, im Osten teils auch aus Schwarzerden und wird intensivst landwirtschaftlich genutzt. In den Mittelgebirgen herrschen magere Böden vor, die landwirtschaftlich nur extensiv bewirtschaftet werden. Die weitaus größte Fläche ist bewaldet. Ergiebige Böden finden sich in Süddeutschland insbesondere entlang der Flüsse Rhein, Main und Donau. Insgesamt werden 53,5 % der deutschen Fläche landwirtschaftlich genutzt, Wälder bedecken weitere 29,5 %. Aufgrund hoher Bevölkerungsdichte und Mobilität macht die Siedlungs- und Verkehrsfläche stolze 12,3 % aus (Tendenz weiterhin steigend). Wasserflächen kommen auf 1,8 %, die restlichen 2,4 % verteilen sich auf sonstige Flächen, zumeist Ödland.

Politik

Hauptartikel: Politisches System Deutschlands

Staatsorganisation

Hauptartikel: Politisches System Deutschlands Hauptstadt und Regierungssitz der Bundesrepublik Deutschland ist Berlin. Nach Artikel 20 GG ist die Bundesrepublik Deutschland ein demokratischer, sozialer und rechtsstaatlicher Bundesstaat. Es gibt 16 teilsouveräne Bundesländer, von denen einige wiederum in Regierungsbezirke untergliedert sind. Die staatliche Ordnung regelt das Grundgesetz. Staatsoberhaupt ist der Bundespräsident mit repräsentativen Aufgaben. Protokollarisch gesehen folgen ihm der Präsident des Deutschen Bundestages, der Bundeskanzler und der jeweils amtierende Bundesratspräsident, der gemäß dem Grundgesetz den Bundespräsidenten vertritt. Der Regierungschef Deutschlands ist der Bundeskanzler. Er besitzt die Richtlinienkompetenz für die Politik der Bundesregierung (Kanzlerdemokratie). Bundesregierung Als Bundesstaat ist Deutschland föderal organisiert, d. h. es gibt zwei Ebenen im Politischen System: die Bundesebene, die den Gesamtstaat Deutschland nach außen vertritt, und die Länderebene, die in jedem Bundesland einzeln existiert. Jede Ebene besitzt eigene Staatsorgane der Exekutive (ausführende Gewalt), Legislative (gesetzgebende Gewalt) und Judikative (rechtsprechende Gewalt). Siehe auch: Gewaltenteilung Bundestag und Bundesrat entscheiden gemeinsam über die Gesetze des Bundes und haben die Befugnis mit Zweidrittelmehrheit in beiden Organen das Grundgesetz, die Verfassung Deutschlands, zu ändern. In den Bundesländern entscheiden die Länderparlamente über die Gesetze ihres Landes. Obwohl die Abgeordneten der Parlamente nach dem Grundgesetz nicht weisungsgebunden sind, dominieren Vorentscheidungen in den Parteien die Gesetzgebung. Parteien] Die Exekutive wird auf Bundesebene durch die Bundesregierung gebildet, die durch den Bundeskanzler geleitet wird. Auf der Ebene der Bundesländer leitet der Ministerpräsident (bzw. der Bürgermeister der Stadtstaaten) die Exekutive. Die Verwaltungen des Bundes und der Länder werden jeweils durch die Fachminister geleitet, sie stehen an der Spitze der Behörden. Wie in anderen Ländern auch, spielen Verbände im politischen System eine wichtige Rolle. Mit ihrer Lobbyarbeit versuchen sie, die Politik in die Richtung ihrer Interessen zu bewegen. Die Sinnhaftigkeit dieser Tätigkeiten ist nicht unumstritten und unterliegt häufiger Kritik insbesondere der durch die Lobbyarbeit jeweils negativ betroffenen anderen Verbände. Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe wacht über die Einhaltung des Grundgesetzes. Die Obersten Gerichtshöfe des Bundes sind der Bundesgerichtshof mit Hauptsitz in Karlsruhe, das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig, das Bundesarbeitsgericht in Erfurt, das Bundessozialgericht in Kassel und der Bundesfinanzhof in München. Der Großteil der Rechtsprechung liegt in der Verantwortung der Bundesländer. Die Bundesgerichte sind fast immer nur Revisionsinstanz und prüfen die Entscheidungen der Landesgerichte auf formelle und materielle Rechtmäßigkeit. Siehe auch: Grundgesetz

Bundesländer

Parteienlandschaft

Die Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU) wurde 1945 als überkonfessionelle Nachfolgepartei bürgerlicher und religiös geprägter Parteien gegründet. In ihr vereinigten sich vor allem Kräfte aus der Zentrumspartei. Sie ist konservativ geprägt. Mit der Ausnahme Bayerns ist die CDU im gesamten Bundesgebiet vertreten. Die Christlich Soziale Union (CSU) hat eine ähnliche konservative Ausrichtung, wirkt aber nur in Bayern. Gemeinsam bilden beide Parteien im Deutschen Bundestag eine Fraktionsgemeinschaft, zusammen werden sie „die Union“ oder auch „Unionsparteien“ genannt. Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) existiert einschließlich ihrer Vorläuferorganisationen seit 1863, und ist damit die älteste bis heute existierende politische Partei Deutschlands. Sie hat die Tradition der Sozialdemokratie begründet. Nach Verbot in der Zeit des Nationalsozialismus wurde sie 1945 wiedergegründet. Sie versteht sich seit ihrem Godesberger Programm von 1959 auch offiziell nicht mehr nur als Arbeiterpartei, sondern als eine Volkspartei, die für breite Schichten wählbar sein will. Ihr Bekenntnis lautet „Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität“. Die Freie Demokratische Partei (FDP) wurde 1948 gegründet und beruft sich in ihrem Selbstverständnis auf die Tradition des deutschen Liberalismus, der sich bereits 1861 mit der Deutschen Fortschrittspartei in Preußen als erste politische Partei Deutschlands im heute verstandenen Sinn organisiert hatte, sich wenige Jahre darauf jedoch in sich gegeneinander konkurrierende unterschiedliche Parteien aufgespalten hatte. Die moderne FDP steht insbesondere in Wirtschafts-, aber auch in Bürgerrechtsfragen für mehr Freiheiten und Verantwortung des Einzelnen, sowie für eine stärkere Zurückhaltung des Staates - insbesondere bei wirtschaftlichen Belangen. Sie war mit insgesamt 42 Jahren am längsten als kleinerer Koalitionspartner sowohl der CDU/CSU als auch der SPD an der Regierungsverantwortung der Bundesrepublik beteiligt. Die Grünen entstanden als bundesweite Partei 1979/80 aus den damals neuen sozialen Bewegungen, beispielsweise der modernen Frauenbewegung, der Friedens- und der Ökologiebewegung der 1970er Jahre. 1983 zogen sie erstmals in den Bundestag ein. 1990 schlossen sie sich mit der ostdeutschen Bürgerbewegung Bündnis 90 zu Bündnis 90/Die Grünen zusammen. Die Partei des Demokratischen Sozialismus (PDS) war die Rechtsnachfolgerin der in der DDR allein herrschenden SED. Inhaltlich beruft sich die Partei auf sozialistische Ideale, und steht im Parteienspektrum des Bundestags links von der SPD. Bedeutendere Wahlerfolge für die PDS blieben zunächst auf Ostdeutschland beschränkt. 2005 wurde aus Protest gegen die Reformpolitik der rot-grünen Bundesregierung die Wahlalternative Arbeit und Soziale Gerechtigkeit (