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John Herschel

John Herschel

John Frederick William Herschel (
- 7. März 1792 in Slough bei Windsor; † 11. Mai 1871 in Hawkhurst, Kent) war ein britischer Astronom.

Leben

Astronom John Herschel war der Sohn von Wilhelm Herschel und wurde zunächst Jurist. Später wendete er sich wie sein Vater der Astronomie zu und übernahm dessen Sternwarte. Er entdeckte, dass die Magellanschen Wolken aus Sternen bestehen, gab verschiedene Sternen-Kataloge heraus und führte das Julianische Datum in die Astronomie ein. Er wurde 1831 geadelt, 1848 Präsident der Royal Astronomical Society und 1850 königlicher Münzmeister. Seine Vielseitigkeit beweist auch die Anwendung der Lichtempfindlichkeit bestimmter Eisensalze zu einem damals neuen fotografischen Verfahren, der Cyanotypie.

Weblinks


- http://www-groups.dcs.st-and.ac.uk/~history/Mathematicians/Herschel.html Herschel, John Herschel, John Herschel, John Herschel, John Herschel, John Herschel, John ja:ジョン・ハーシェル th:จอห์น เฮอร์เชล

1792

Ereignisse


- 24. März: Alessandro Volta beginnt seine Experimente zu den Entdeckungen von Luigi Aloisio Galvani und diese führen zur Hypothese der Berührungselektrizität
- 20. April: Beginn des 1. Koalitionskrieges der verbündeten Monarchien Österreich und Preußen gegen das revolutionäre Frankreich
- 18. Mai: USA: Die Börse von New York wird gegründet
- 10. August: Frankreich. Die Sansculotten erstürmten die Tuilerien und setzten den König Ludwig XVI. gefangen
- 20. September: Kanonade von Valmy, erste Niederlage Österreichs und Preußens gegen die französische Revolutionsarmee
- 21. September: Frankreich. Beschluss über die Abschaffung der Monarchie. Frankreich wird eine Republik
- 22. September: Frankreich. Ausrufung des „Année Première“, dem Jahr Eins der Republik
- 21. Oktober: Kapitulation der Festung Mainz vor den französischen Revolutionstruppen
- Frankreich: Javellewasser wird fabrikmäßig hergestellt
- Dänemark. Verbot des Sklavenhandels

Kultur


- 19. Mai: Uraufführung der Komödie Les Deux Sous-lieutenants ou Le Concert interrompu von Henri Montan Berton an der Opéra-Comique in Paris
- 4. November: Uraufführung der Oper Elfrida von Giovanni Pacini am Teatro San Carlo in Neapel

Geboren


- 8. Januar: Lowell Mason, US-amerikanischer Komponist und Musikpädagoge († 1872
- 12. Januar: Johan August Arfvedson, schwedischer Chemiker († 1841)
- 24. Januar: Friedrich Wilhelm Graf von Brandenburg, preußischer General und Staatsmann († 1850)
- 1. Februar: Johann Friedrich Dieffenbach, deutscher Mediziner und Chirurg († 1847)
- 14. Februar: Friedrich Landolin Karl Freiherr von Blittersdorf, badischer Beamter († 1861)
- 28. Februar: Karl Ernst von Baer, estnischer Naturforscher († 1876)
- 29. Februar: Gioacchino Antonio Rossini, italienischer Komponist († 1868)
- 7. März: John Herschel, englischer Astronom († 1871)
- 11. März: Natale Abbadia, italienischer Komponist und Gesangslehrer († 1861)
- 14. März: Friedrich Stapß, deutscher Attentäter († 1809)
- 18. März: António José de Sousa Manoel de Menezes Severim de Noronha, portugiesischer Staatsmann und General († 1860)
- 21. März: Gustav Adolf Harald Stenzel, deutscher Geschichtsforscher († 1854)
- 14. April: Friedrich Bruckbräu, deutscher Schriftsteller und Übersetzer († 1874)
- 22. April: Wilhelm Stern, deutscher Pädagoge († 1873)
- 7. Mai: Blasius Höfel, österreichischer Kupferstecher († 1863)
- 13. Mai: Giovanni Maria Mastai-Ferretti, Papst von 1846 bis 1878 († 1878)
- 13. Mai: Pius IX., Papst ab 1846 († 1878)
- 21. Mai: Gaspard Gustave de Coriolis, französischer Mathematiker († 1843)
- 25. Mai: Hans Georg Meyer, königlicher hannoverscher Generalleutnant († 1863)
- 30. Mai: Karl Bernhard zu Sachsen-Weimar-Eisenach, königlich niederländischer General († 1862)
- 16. Juni: Thomas Livingstone Mitchell, britischer Forscher († 1855)
- 19. Juni: Gustav Schwab, deutscher Schriftsteller († 1850)
- 8. Juli: Therese von Sachsen-Hildburghausen
- 10. Juli: Frederick Marryat, englischer Marineoffizier und Schriftsteller († 1848)
- 4. August: Percy Bysshe Shelley, britischer Schriftsteller († 1822)
- 19. August: Edward Hincks, irischer Assyriologe und einer der frühesten Entzifferer der Keilschrift († 1866)
- 24. August: Joaquim António de Aguiar, portugiesischer Politiker († 1884)
- 5. September: Andrés de Santa Cruz, Präsident von Peru und Bolivien
- 21. September: Johann Peter Eckermann, deutscher Dichter († 1854)
- 27. September: George Cruikshank, britischer Karikaturist († 1878)
- 3. Oktober: Francisco Morazán, Präsident der Zentralamerikanischen Föderation († 1842)
- 17. Oktober: John Bowring, britischer Staatsmann, Reisender und Schriftsteller († 1872)
- 20. Oktober: Colin Campbell, Britischer Feldmarschall († 1863)
- 20. November: Nikolai Iwanowitsch Lobatschewski, russischer Mathematiker († 1856)
- 6. Dezember: Wilhelm II. (Niederlande)
- 10. Dezember: Friedrich von Gärtner, deutscher Baumeister († 1847)
- 26. Dezember: Charles Babbage, britischer Erfinder und Mathematiker († 1871)

Gestorben


- 23. Februar: Joshua Reynolds, britischer Maler (
- 1723)
- 1. März: Leopold II., Kaiser des Heiligen Römischen Reiches (
- 1747)
- 29. März: Gustav III., König von Schweden (ermordet) (
- 1746)
- 21. April: Tiradentes, Verschwörer gegen die portugiesische Kolonialmacht in Minas Gerais und ist heute Nationalheld Brasiliens (
- 1746)
- 30. April: John Montagu, 4. Earl of Sandwich, britischer Diplomat und Staatsmann (
- 1718)
- 24. Mai: Jakob Michael Reinhold Lenz, deutscher Schriftsteller des Sturm und Drang (
- 1751)
- 4. Juni: Jakob Michael Reinhold Lenz, deutscher Schriftsteller (
- 1751)
- 4. Juni: John Burgoyne, englischer General und Schriftsteller (
- 1722)
- 3. Juli: Ferdinand von Braunschweig, preußischer Generalfeldmarschall (
- 1721)
- 18. Juli: John Paul Jones, Pirat, Seeheld, Marinepionier und Freiheitskämpfer im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg (
- 1747)
- 29. Juli: René-Nicolas-Charles-Augustin de Maupeou, war Kanzler von Frankreich (
- 1714)
- 31. Juli: Jürgen Christian Findorff, Moorkolonisator (
- 1720)
- 3. August: Richard Arkwright, britischer Industrieller und Erfinder (
- 1732)
- 5. August: Lord North, Premierminister von Großbritannien (
- 1732)
- 18. September: Georg Browne, russischer Feldmarschall (
- 1698)
- 7. Oktober: George Mason, US-amerikanischer Politiker und „Verfassungsvater“ (
- 1725)
- 1. Dezember: Ernst Wilhelm Wolf, deutscher Konzertmeister und Komponist (
- 1735)
- 12. Dezember: Denis Iwanowitsch Fonwisin, russischer Satiriker und Komödiendichter (
- 1745)
- 15. Dezember: Joseph Martin Kraus, deutscher Komponist und Kapellmeister (
- 1756) ko:1792년 simple:1792 th:พ.ศ. 2335

Windsor (England)

Windsor ist eine kleine Stadt in der englischen Grafschaft Berkshire. Sie liegt an der Themse und grenzte an den Südwesten Londons. Die Stadt hat 28.324 Einwohner und gehört zum Royal Borough of Windsor and Maidenhead. In Windsor befinden sich Windsor Castle, eine der offiziellen Residenzen der britischen Königsfamilie, sowie Frogmore House, eine ehemalige Residenz. Aus diesem Grund verfügt Windsor, obwohl es sich nur um eine Kleinstadt handelt, über zwei Bahnhöfe, ein Theater und eine Reihe Hotels. Zu den Sehenswürdigkeiten gehört ferner der Legoland-Freizeitpark, der vor wenigen Jahren auf dem Gebiet eines früheren Safari-Parks errichtet wurde.

Geschichte

Die Gründung Windsors geht auf die Zeit der Angelsachsen zurück. Der Ort wuchs wegen seiner Lage an der Themse und damit an der damaligen Hauptverkehrsader zwischen London und Zentralengland schnell. Im Domesday Book von 1086 ist Windsor als Ort mit einigen Hundert Einwohnern verzeichnet, für damalige Verhältnisse bereits eine größere Siedlung. Wilhelm der Eroberer fügte Windsor seinen Ländereien zu. Wilhelm der Eroberer Zunächst bestand nur die Siedlung Old Windsor. Wilhelm baute jedoch ein Schloss, Windsor Castle, in der Nähe der Siedlung Clewer. Das Schloss zog im Laufe der Zeit eine Reihe Menschen an, weshalb sich langsam um Windsor Castle herum eine neue Siedlung bildete. Das zunächst aus Holz errichtete Schloss wurde im 11. Jahrhundert aus Steinen neu errichtet und von den Königen Heinrich II. (1154-1189) und Heinrich III. (1212-1272) ausgebaut und verstärkt. 1277 erhielt Windsor vom König eine Charta, die den Einwohner verschiedene Rechte garantierte und den Händlern erlaubte, sich in einer Gilde zusammenzuschließen. Wöchentlich wurde ein Markt abgehalten. Seit 1350 fanden außerdem zweimal im Jahr Messen statt. Nach einer Zeit des Niedergangs im 15. Jahrhundert erlangte Windsor im 16. Jahrhundert wieder an Bedeutung. Der Bau der St. Georg-Kapelle auf dem Gelände des Windsor Castle wurde schon unter der Regierung von König Eduard IV. (1416-1483) begonnen, aber erst während der Herrschaft von König Heinrich VIII. 1528 fertig gestellt. Im englischen Bürgerkrieg wurde Windsor 1642 von Parlamentstruppen besetzt. Ein Versuch der Royalisten im Oktober des gleichen Jahres, Windsor und das Schloss zurückzuerobern, scheiterte. Windsor blieb bis zum Ende des Krieges in der Hand der Parlamentarier. Gegen Ende des 16. Jahrhunderts hatte Windsor mehr als 2.000 Einwohner; 1801 waren es dann 3.361. Bis 1851 hatte sich die Einwohnerzahl verdoppelt (6.734), gegen Ende des 19. Jahrhunderts lebten mehr als 9.000 Menschen in Windsor. Die Industrielle Revolution des 19. Jh., die viele englische Städte erheblich veränderte, ging an Windsor vorbei. 1844 wurde eine Eisenbahnverbindung zwischen Windsor und London in Betrieb genommen. Das heutige Bild Windsors ist vom Tourismus und Bank- und Finanzdienstleistungsunternehmen geprägt. Viele Einwohner pendeln nach Slough oder London.

Verkehr

Windsor ist über die Autobahn M4 an das britische Autobahnnetz angeschlossen. Vom Bahnhof Windsor and Eton Central fahren Züge nach Slough (von wo aus Paddington in London erreicht wird) und nach Maidenhead und Bristol. Vom Bahnhof Windsor and Eton Riverside fahren Direktzüge zum Londoner Bahnhof Waterloo. Beide Bahnhöfe wurde im 19. Jahrhundert von zwei konkurrenzierenden Eisenbahnunternehmen errichtet, um Königin Viktoria die Möglichkeit zu schaffen, per Zug nach Windsor zu gelangen. Der erstgenannte Bahnhof erhielt dann vor ihr dieses Privileg. Windsor liegt gegenüber von Eton, getrennt durch die Themse. Die über den Fluss führende Windsor Bridge ist heute nur noch für Fußgänger passierbar. Kategorie:Ort in England

1871

Ereignisse


- 11. März: Durch das Schulaufsichtsgesetz wird die kirchliche Schulinspektion im Deutschen Reich aufgehoben und diese der staatlichen Aufsicht unterstellt
- 8. bis 10. Oktober: Beim großen Brand in Chicago brennt fast die ganze Stadt nieder
- Die erste deutsche Freiwillige Feuerwehr, das „Freiwillige Lösch- und Rettungs-Corps“ Meißen, wird gegründet
- Auf Mauritius wird von der britischen Verwaltung ein Einwanderungsstopp für Inder verhängt
- Beginn einer wirtschaftlichen Blütezeit: Gründerjahre
- Der Ku Klux Klan wird das erste Mal verboten

Politik


- 18. Januar: König Wilhelm I. von Preußen wird im Spiegelsaal zu Versailles zum Kaiser ausgerufen: Gründung des Deutschen Reiches (Reichsgründung)
- 25. Januar: Paris wird beschossen
- 28. Januar: Paris kapituliert: Ende des Deutsch-Französischen Krieges
- 18. März: 28. Mai: erste sozialistische Revolution in Frankreich (siehe Pariser Kommune)
- 16. April: Die Reichsverfassung tritt in Kraft
- 10. Mai: Friedensverhandlungen zwischen Frankreich und Deutschland in Frankfurt am Main enden mit dem Frieden von Frankfurt

Kultur


- 11. April: Uraufführung der Oper Mirjam von August Klughardt in Weimar
- James McNeill Whistler malt sein berühmtestes Werk, Whistler's Mother
- Gründung der Hochschule für Kunst und Design Helsinki

Geboren


- 2. Januar: Johann Gottfried Bischoff, Stammapostel der Neuapostolischen Kirche († 1960)
- 7. Januar: Émile Borel, französischer Mathematiker und Politiker († 1956)
- 19. Januar: Ludwig Maria Hugo, Bischof von Mainz († 1935)
- 4. Februar: Friedrich Ebert, erster Reichspräsident der Weimarer Republik († 1925)
- 7. Februar: Wilhelm Stenhammar, schwedischer Komponist, Pianist und Dirigent († 1927)
- 18. Februar: George Udny Yule, berühmter Statistiker († 1956)
- 21. Februar: Paul Cassirer, Verleger, Galerist († 1926)
- 25. Februar: Lesja Ukrainka, ukrainische Dichterin, Dramaturgin und Übersetzerin († 1913)
- 1. März: Oskar Heinroth, Ornithologe und Leiter des Berliner Aquariums († 1945)
- 4. März: Boris Grigorjewitsch Galerkin, sowjetischer Ingenieur und Mathematiker († 1945)
- 5. März: Rosa Luxemburg, Vertreterin der internationalen Arbeiterbewegung († 1919)
- 9. März: Arthur Fickenscher, US-amerikanischer Komponist († 1954)
- 9. März: Emil Rosenow, deutscher Schriftsteller († 1904)
- 14. März: Walter Stoeckel, deutscher Gynäkologe († 1961)
- 19. März: Maria von Vetsera, österreichische Adelige († 1889)
- 22. März: Franz Adam Beyerlein, deutscher Schriftsteller († 1949)
- 23. März: Maurice Garin, französischer Radrennfahrer († 1957)
- 25. März: Hermann Abert, deutscher Musikgelehrter († 1927)
- 27. März: Heinrich Mann, deutscher Schriftsteller († 1950)
- 28. März: Willem Mengelberg, niederländischer Dirigent († 1951)
- 12. April: Ioannis Metaxas, General und Politiker in Griechenland († 1941)
- 15. April: Jonathan Zenneck, deutscher Physiker und Funkpionier († 1959)
- 16. April: John Milington Synge, irischer Schriftsteller († 1909)
- 29. April: William Stern, deutscher Psychologe († 1938)
- 4. Mai: Salomo Friedlaender, Philosoph und Schriftsteller († 1946)
- 6. Mai: Christian Morgenstern, deutscher Dichter und Schriftsteller († 1914)
- 16. Mai: Victor Grignard, französischer Chemiker († 1935)
- 23. Mai: Käte Duncker, deutsche Politikerin († 1954)
- 25. Mai: Otto Dempwolff, deutscher Sprachwissenschaftler und Volkskundler († 1938)
- 27. Mai: Georges Rouault, französische Maler und Grafiker († 1958)
- 27. Mai: Oskar Picht, Erfinder der Blindenschreibmaschine († 1945)
- 30. Mai: Nándor Dáni, ungarischer Leichtathlet († 1949)
- 19. Juni: Alajos Szokolyi, ungarischer Leichtathlet und Olympiateilnehmer († 1932)
- 19. Juni: Fritz Hofmann, deutscher Leichtathlet und Olympiateilnehmer († 1927)
- 28. Juni: Sergei Nikolajewitsch Bulgakow, russischer Ökonom und orthodoxer Theologe († 1944)
- 8. Juli: Walter Breisky, österreichischer Politiker († 1944)
- 10. Juli: Marcel Proust, französischer Schriftsteller, Kritiker und Intellektueller († 1922)
- 17. Juli: Lyonel Feininger, deutsch-amerikanisch-französischer Karikaturist und Maler († 1956)
- 18. Juli: Giacomo Balla, italienischer Maler des Futurismus († 1958)
- 27. Juli: Ákos Buttykay, ungarischer Komponist († 1935)
- 27. Juli: Theodore Dreiser, US-amerikanischer Schriftsteller
- 27. Juli: Ernst Zermelo, deutscher Mathematiker († 1953)
- 11. August: Hermann Anders Krüger, deutscher Literaturhistoriker und Schriftsteller († 1945)
- 13. August: Karl Liebknecht, deutscher sozialistischer Politiker († 1919)
- 14. August: Guangxu, chinesischer Kaiser (Qing-Dynastie)
- 16. August: Sachari Paliaschwili, georgischer Komponist († 1933)
- 19. August: Orville Wright, US-amerikanischer Flugpionier und Flugzeugbauer († 1948)
- 29. August: Jack Butler Yeats, irischer Künstler († 1957)
- 30. August: Ernest Rutherford, englischer Atomphysiker, Nobelpreisträger († 1937)
- 8. September: Franz Karl Ginzkey, österreichischer Dichter und Schriftsteller († 1963)
- 14. September: Karl Joseph Schulte, Erzbischof des Erzbistums Köln († 1941)
- 19. September: Ernst Poensgen, deutscher Großindustrieller († 1949)
- 23. September: Frantisek Kupka, tschechischer Maler († 1957)
- 24. September: Charlotte Dod, britische Tennisspielerin († 1960)
- 28. September: Pietro Badoglio, italienischer Politiker und Regierungschef († 1956)
- 2. Oktober: Cordell Hull, Außenminister der USA und Nobelpreisträger († 1955)
- 7. Oktober: Georg Hermann, deutscher Schriftsteller († 1943)
- 14. Oktober: Alexander von Zemlinsky, österreichischer Komponist und Dirigent († 1942)
- 19. Oktober: Luigi Albertini, italienischer Politiker und Publizist († 1941)
- 23. Oktober: Gjergj Fishta, albanischer Frankziskaner und Dichter († 1940)
- 30. Oktober: Paul Valéry, französischer Lyriker († 1945)
- 3. November: Hanns Heinz Ewers, deutscher Schriftsteller und Filmemacher († 1943)
- 16. November: Hugo Lederer, Bildhauer († 1940)
- 13. Dezember: Albin Müller, Architekt, Pädagoge und Gestalter († 1941)
- 17. Dezember: Lazarus Goldschmidt, Orientalist († 1950)
- 20. Dezember: Andreas Blunck, deutscher Jurist und Politiker († 1933)
- 20. Dezember: Henry Kimball Hadley, US-amerikanischer Komponist († 1937)
- 29. Dezember: Giuseppe Motta, Schweizer Politiker († 1940)

Gestorben


- 4. Januar: Vincent Adler, ungarischer Komponist (
- 1826)
- 16. Januar: Jacques-Louis Randon, französischer General, Marschall von Frankreich (
- 1795)
- 25. Januar: Wilhelm Weitling, Frühsozialist (
- 1808)
- 4. Februar: Hermann von Pückler-Muskau, deutscher Standesherr, Park-Gestalter (
- 1785)
- 7. Februar: Heinrich Steinweg, Klavierbauer (
- 1797)
- 8. Februar: Moritz von Schwind, österreichisch-deutscher Maler (
- 1804)
- 20. Februar: Paul Kane, Maler (
- 1810)
- 24. Februar: Julius Weisbach, deutscher Mathematiker und Ingenieur (
- 1806)
- 3. März: Michael Thonet, Möbeldesigner (
- 1796)
- 18. März: Augustus de Morgan, englischer Mathematiker (
- 1806)
- 18. März: Georg Gottfried Gervinus, Historiker und nationalliberaler Politiker (
- 1805)
- 19. März: Wilhelm Ritter von Haidinger, österreichischer Geologe und Mineraloge (
- 1795)
- 26. März: Adalbert Heinrich Graf von Baudissin, deutscher Schriftsteller (
- 1820)
- 7. April: Wilhelm von Tegetthoff, Admiral in der österreich-ungarischen Kriegsmarine (
- 1827)
- 15. April: Karl Benjamin Preusker, deutscher Schriftsteller, Archäologe und Museumspionier in Sachsen (
- 1786)
- 1. Mai: Andreas Andresen, deutscher Kunstbuchautor (
- 1828)
- 11. Mai: John Herschel, britischer Astronom (
- 1792)
- 12. Mai: Daniel-François-Esprit Auber, französischer Komponist (
- 1782)
- 13. Mai: Anselme Payen, französischer Chemiker, Physiker und Mathematiker (
- 1795)
- 14. Mai: Agénor Étienne de Gasparin, französischer Publizist und Politiker (
- 1810)
- 18. Mai: Eduard Friedrich Weber, deutscher Physiologe und Arzt (
- 1806)
- 22. Mai: Friedrich Halm, österreichischer Dichter und Dramatiker (
- 1806)
- 22. Mai: Leopold IV., Herzog von Anhalt-Dessau (
- 1794)
- 24. Mai: Georges Darboy, Erzbischof von Paris (
- 1813)
- 29. Mai: Blasius Kozenn, österreichischer Kartograph (
- 1821)
- 13. Juni: Jean Eugène Robert-Houdin, französischer Magier (
- 1805)
- 14. Juni: Moritz Rathenau, Kaufmann und Unternehmer (
- 1800)
- 9. Juli: Philipp-August von Amsberg, Eisenbahn-Generaldirektor (
- 1788)
- 19. Juli: Ferdinand David, deutscher Komponist (
- 1810)
- 3. September: Václav Emanuel Horák, tschechischer Komponist (
- 1800)
- 6. September: Josef Naus, Offizier und Vermessungstechniker (
- 1793)
- 6. September: Mehmed Emin Ali Pascha, osmanischer Staatsmann (
- 1815)
- 9. September: Louis Edouard Bouet-Willaumez, französischer Admiral (
- 1808)
- 13. September: Sinasi, türkischer Dichter, Schriftsteller (
- 1826)
- 16. September: Heinrich Marr, Schauspieler (
- 1797)
- 25. September: Arvid August Afzelius, schwedischer Volksliedsammler (
- 1785)
- 7. Oktober: John Fox Burgoyne, englischer Feldmarschall (
- 1782)
- 18. Oktober: Charles Babbage, englischer Mathematiker, Philosoph und Erfinder (
- 1791)
- 8. November: Charles Francis Hall, US-amerikanischer Polarforscher (
- 1821)
- 16. Dezember: Willibald Alexis, deutscher Schriftsteller und Dichter (
- 1798)
- 17. Dezember: Henry Theodore Tuckerman, US-amerikanischer Schriftsteller (
- 1813)
- 21. Dezember: Francis Garnier, französischer Forschungsreisender (
- 1839)
- 21. Dezember: Louise Aston, deutsche Schriftstellerin (
- 1814)

Staatsoberhäupter

Europa


- Portugal: Ludwig I., König von Portugal, (18611889)
- Schweiz: Karli Schenk, Bundespräsident der Schweiz ko:1871년 simple:1871

Kent

Kent ist eine Grafschaft in England, südöstlich von London. Der Verwaltungssitz befindet sich in Maidstone. Kent war ursprünglich eines der Sachsenkönigreiche in England ("Königreich von Kent"), obwohl der Name selbst von dem keltischen Stamm der Cantiaci entstammt. Als dem Kontinent nächster Teil von England, war die Grafschaft Schauplatz zahlreicher Invasionsversuche. Von hier aus finden die meisten Verschiffungen von England nach Übersee statt. Cantiaci Wegen der landwirtschaftlichen Prägung der Grafschaft, weiten Obstgärten und Hopfenanpflanzungen wird Kent manchmal auch als 'Garten von England' bezeichnet. Einige Ortsteile von London (Bromley und Bexley) liegen zwar in Kent, werden aber in London verwaltet. Kent ist traditionell als pittoreske, ländliche Grafschaft geprägt. Aber auch das inzwischen ausgebeutete Kohlefeld von Kent ist wahrnehmbar. Ein Kernkraftwerk steht in der Nähe von Dungeness. Der Eurotunnel verlässt England bei Cheriton in Kent. Mit dieser Unterführung unter dem Ärmelkanal besteht eine Bahnverbindung zu Frankreich. Flughäfen befinden sich in Biggin Hill, Headcorn, Lydd, Manston und Rochester. Bekannte Bewohner Kents waren Charles Dickens und Charles Darwin.

Städte und Ortschaften


- Ashford, Aylesford, Allhallows-on-Sea.
- Bexley, Bearsted, Bexleyheath, Bromley, Broadstairs
- Canterbury, Charing, Chatham, Cliffe at Hoo Crayford, Crockenhill
- Dartford, Deal, Detling, Dover, Dunton Green, Dymchurch
- Eythorne, Edenbridge, Eastry.
- Faversham, Folkestone.
- Gillingham, Gravesend, Greenhythe
- Hartley-Cranbrook, Hartley-Longfield, Hawkhurst, Herne Bay, Higham, High-Halstow, Hollingbourne, Hythe.
- Kemsing
- Langley, Leigh, Linton, Lydd
- Maidstone, Manston, Marden, Margate, Marsh Green, Martin, Martin Mill, Minster, Ramsgate, Maxton, Minster, Sheerness, Monkton
- Netlestead, Nettlestead Green, New Ash Green, New Romney Northfleet
- Orpington, Otford
- Paddock Wood, Pembury, Penshurst, Postling
- Queenborough.
- Ramsgate, Reculver, Rochester
- Sandwich, Seal, Sevenoaks, Sheerness, Shoreham, Sittingbourne, Stone, Sturry, Swanley,
- Thurnham, Tonbridge, Tunbridge Wells
- Upnor, Upchurch.
- Walmer, Westerham, Whitstable.

Sehenswürdigkeiten


- Kathedrale von Canterbury
- Isle of Sheppey
- Isle of Thanet
- Leeds Castle

Wappen

Einzelheiten über das Wappen des Kent County Council gibt es unter
http://www.kent.gov.uk/coreinfo/history.html#arms

Weblinks

[http://www.kent.gov.uk/ Kent County Council]
Kategorie:Englische Grafschaft ko:켄트 주 simple:Kent

Astronom

Ein Astronom ist eine (im Regelfall akademisch gebildete) Person, die sich wissenschaftlich mit der Sternkunde beschäftigt.

Haupttätigkeit der Astronomen

Beschränkt man den Begriff Astronom auf jene Wissenschafter, die sich hauptberuflich der Astronomie widmen, dann sind meist zwei der folgenden Tätigkeiten Gegenstand des Berufs:
- wissenschaftliche Forschung auf dem Gebiet Astronomie, insbesondere in der Astrophysik, Astrometrie, Kosmologie oder im Bereich des Planetensystems beziehungsweise der Raumfahrt, sowohl im beobachterischen wie im theoretischen Bereich.
- Lehrtätigkeit an einer Universität als Hochschulprofessor oder -Assistent.
- Entwicklung von Messinstrumenten oder Computerprogrammen.
- Leitung und/ oder Verwaltung von Institutionen für F/E (Forschung und Entwicklung) beziehungsweise von großen Projekten - etwa bei der ESA oder NASA. Der Beruf des Fachastronomen setzt im Regelfall ein Hochschulstudium der Astronomie und/ oder verwandter Naturwissenschaften voraus, etwa ein Diplom der Physik oder Astronomie (nur in Österreich), manchmal auch aus Mathematik, Geodäsie, Aeronautik und anderen. Das Verfassen einer Dissertation schließt sich in den meisten Fällen an, die abgeschlossene Promotion gilt oft als Einstellungsvoraussetzung.

Gewandeltes Berufsbild

Das Berufsbild des Astronomen hat sich in den letzten Jahrzehnten stark gewandelt. In der Vergangenheit beobachteten Astronomen überwiegend den Himmel mittels optischer Teleskope an Sternwarten. Heute arbeiten die meisten an sehr spezialisierten Fragestellungen und werten elektromagnetische Signale in allen Wellenlängenbereichen aus - von der kurzwelligen Gammastrahlung bis zu den längsten Radiowellen. Daher sitzen Astronomen heute nicht mehr "hinter dem Fernrohr", sondern nur einen vergleichsweisen kurzen Teil ihren Zeit in den Kontrollräumen der Teleskope. Die dort gewonnenen Daten werden in der restlichen Zeit zuhause am Schreibtisch ausgewertet und aufbereitet. In Neuerer Zeit gewinnt das so genannte "service mode observing" an Bedeutung, bei dem nur Beobachtungsziel und -Art spezifiziert werden, die Beobachtungen werden an den Teleskopen beziehungsweise Satelliten unabhängig oder sogar robotisiert durchgeführt.

Fach- und Amateurastronomen

Da viele Studenten des Faches später auf anderen Gebieten arbeiten, hängt es von ihrem Selbstverständnis ab, ob sie sich auch weiterhin als "Astronom" bezeichnen. Inwieweit wissenschaftlich tätige Amateurastronomen als Astronomen im eigentlichen Sinn zu nennen sind, ist ebenfalls offen. Besonders in früheren Jahrhunderten ist eine Trennung zwischen Fachastronom und Amateur oft künstlich, wie etwa das Beispiel von Wilhelm Olbers zeigt. Da Astronomie nach wie vor eine Wissenschaft ist, die auch im professionellen Bereich von Einzelnen und kleinen Forschungsgruppen geprägt ist, haben auch Amateure mit entsprechender Begabung und Ausrüstung die Möglichkeit der Mitwirkung. Amateure sind oft dort erfolgreich, wo eine kontinuierliche Beobachtung notwendig ist, aber wegen der Kosten durch Großteleskope kaum professionell machbar ist, etwa die Asteroiden- und Kometenüberwachung oder auf dem Gebiet veränderlicher Sterne und der Astrometrie. Siehe auch: Liste bekannter Astronomen, Physiker, Mathematiker, Techniker, Hochschullehrer, Geschichte der Astronomie und Portal:Astronomie ! ja:天文学者 simple:Astronomer

Wilhelm Herschel

Sir Friedrich Wilhelm Herschel (
- 15. November 1738 in Hannover; † 25. August 1822 in Slough bei Windsor) war ein deutscher Astronom und Musiker.

Lebenslauf

Herschels Vater war Militärmusiker; der Sohn trat mit 14 Jahren als Oboist der hannoverschen Fußgarde bei. Nach der Besetzung Hannovers 1757 durch französische Truppen entkam er nach England. Dort wirkte er als Musiklehrer, Komponist und Organist. 1766 wurde er Musikdirektor in Bath. Durch das Studium der mathematischen Musiktheorie angeregt, befasste er sich mit Mathematik und der Konstruktion von Optiken. Die Lektüre astronomischer Werke weckte schließlich sein Interesse an der Astronomie. Anders als die meisten seiner Zeitgenossen wollte er sich jedoch nicht mit der Beobachtung von Mond, Planeten und Kometen zufrieden geben. Vielmehr wollte er die Objekte des Fixsternhimmels studieren, ja sogar eine vollständige Auflistung aller sichtbaren Sterne und Nebel erstellen. Hierzu konnten die um 1770 üblichen Linsen- und Spiegelteleskope nicht die nötige Leistung liefern. So begann er selbst Spiegelteleskope zu bauen, was ihm - obwohl er Laie war - nach anfänglichen Misserfolgen auch gelang. Von 1766 an fertigte er zahlreiche Teleskope mit ständig wachsendem Durchmesser (und damit größerer Lichtleistung). Bei diesen Beobachtungen wurde Herschel von seinem Bruder Alexander und der Schwester Caroline unterstützt. Schlagartig berühmt wurde Herschel, als er 1781 ein neues Objekt im Sonnensystem entdeckte: den Planeten Uranus. Er wurde zum Mitglied der Royal Society of London gewählt, König George III. sagte ihm eine jährliche Vergütung zu. So konnte er sich völlig seiner Liebhaberei, der Astronomie, zuwenden. Die Herschels siedelten von Bath nach Slough über. Er stellte in der Folgezeit Teleskope nicht nur für den eigenen Gebrauch her, sondern auch, um seine Einnahmen aufzubessern. 1788 heiratete er Mary Pitt, die Witwe eines seiner Nachbarn. 1816 wurde er vom Prinzregenten, dem künftigen König Georg IV., zum Ritter geschlagen. In Slough lebte und arbeitete er bis zu seinem Tod im Jahr 1822.

Entdeckungen

Seit prähistorischen Zeiten kannten die Menschen lediglich die fünf Planeten Merkur, Venus, Mars, Jupiter und Saturn. Die Entdeckung eines weiteren Himmelskörpers, der zum Sonnensystem gehört, jedoch nicht - wie Herschel selbst anfangs meinte - ein Komet war, war eine Sensation. Er nannte dieses Objekt zunächst georgium sidus (Georgsgestirn); nachdem festgestellt war, dass es auf einer nahezu kreisförmigen Bahn (wie die bekannten Planeten) lief, wurde es Uranus genannt. Mit dieser - rein zufällig erfolgten - Entdeckung war der Umfang des Sonnensystems auf das Doppelte angewachsen. Herschels Interesse jedoch lag bei den nebligen Himmelsobjekten. Charles Messier hatte 1780/81 einen Katalog mit 103 nicht-punktförmig („neblig“) erscheinenden Objekten veröffentlicht; die Fachleute waren sich nicht einig, ob es sich dabei jeweils um unzählige Sterne oder aber um leuchtende Wolken oder Flüssigkeiten handelte. Vom Herbst 1782 an suchte Herschel gezielt nach weiteren Objekten dieser Art (bis 1802). Mit seinem überlegenen Gerät stellte er bald fest, dass er mehrere der „Nebel“ in Einzelsterne auflösen konnte. Er vermutete, dass auch die übrigen Objekte Sternhaufen seien, und dass diese nur deshalb nicht aufgelöst werden konnten, weil sie viel weiter entfernt - und damit auch viel größer - seien als bis dahin gedacht. Diese im Jahr 1785 geäußerte Vermutung hat sich prinzipiell als zutreffend erwiesen. Jedoch konnte Herschel noch nicht wissen, dass es sich um grundverschiedene Typen handelte: echte leuchtende Gasnebel (wie der Orionnebel), Sternhaufen (wie die Plejaden oder M 13) und Galaxien (etwa der Andromedanebel). Herschel führte als Erster eine Klassifizierung dieser Objekte ein. Er unterschied sie nach der scheinbaren Helligkeit, der Größe, der Regelmäßigkeit der Form und der Konzentration zur Mitte hin. Im Verlaufe seiner Untersuchungen entwickelte er eine Theorie der Entstehung der Sternhaufen: die Schwerkraft müsse mit der Zeit aus losen Haufen dichter gepackte Systeme entstehen lassen. So führte er das Konzept der Entwicklung (oder Evolution) in die Astronomie ein: der Sternhimmel war nunmehr nicht mehr ewig und unveränderlich. Herschel wurde damit zum Begründer des Erkenntnisobjektes Kosmologie. Als er im Jahr 1790 einen Fixstern mit umgebender Wolke beobachtete, revidierte er seine frühere Ansicht. Er hielt es nun für möglich, dass sämtliche Sterne sich unter dem Einfluss der Schwerkraft aus einer Art Wolke aus Gas oder einer Flüssigkeit zusammengezogen hätten. Kosmologie Auch Statistik und Wahrscheinlichkeitsüberlegungen nutzte er als erster Astronom: er fand, dass ein Stück der Milchstraße, 15° lang und 2° breit, mehr als 50.000 deutlich erkennbare Sterne enthält. Aus der Verteilung der Fixsterne suchte er die Gestalt der Milchstraße abzuleiten. Er kam zu dem Ergebnis, dass es sich um eine linsenförmige Ansammlung von Sternen handelt. (Da er annahm, sämtliche Fixsterne hätten dieselbe absolute Helligkeit, glaubte er, aus der scheinbaren Helligkeit auf den Abstand schließen zu können. Dieser Ansatz erwies sich später als falsch.) Von Herschel stammen auch die ersten Versuche, die Bewegung des Sonnensystems im All zu bestimmen – eine Arbeit, die allerdings erst von Argelander u.a. mit Teleskopen mit besserer Schärfeleistung erfolgreich in Angriff genommen werden konnte. Auch stellte er fest, dass nicht alle Doppelsterne nur zufällig so angeordnet sein konnten (visuelle Doppelsterne). Es musste vielmehr eine beträchtliche Anzahl geben, die durch Schwerkraft aneinander gebunden sind (physische Doppelsterne). Er war in der Lage, die Kreisbewegung bei einigen dieser Sternpaare zu beobachten und begann mit systematischen Helligkeitsvergleichen der Komponenten. Im Laufe der Zeit erstellte er einen Katalog nebliger Objekte mit mehr als 2.500 Eintragungen ("Herschel-Katalog" genannt) sowie einen Katalog mit 848 Doppelsternen. Ohne die selbstlose Mithilfe seiner Schwester Caroline wären diese Kataloge nicht zustande gekommen. Obwohl sein besonderes Interesse lebenslang dem Fixsternhimmel galt, vernachlässigte er die Objekte des Sonnensystems nicht: beim Mars wies er jahreszeitliche Veränderungen nach, er entdeckte zwei Saturnmonde und mehrere Monde des Uranus und bestimmte die Rotationsperiode des Saturn. Aus der Beobachtung des Lomonossow-Effekts zog er den Schluss, dass die Venus eine Atmosphäre haben müsse (Lomonossow hatte dies bereits 1761 vermutet, jedoch nicht publiziert). Herschel entdeckte im Jahr 1800 die Infrarotstrahlung, indem er Sonnenlicht durch ein Prisma lenkte und hinter dem roten Ende des sichtbaren Spektrums ein Thermometer legte. Die Temperatur stieg in diesem Bereich, und Herschel schloss daraus, dass dort eine unsichtbare Form von Energie wirksam sein musste. Herschels Beobachtungen waren nur möglich durch die bis dahin außergewöhnliche Lichtleistung seiner Teleskope, jedoch beeinträchtigt durch ihre unzureichende Schärfeleistung. Er war ein außergewöhnlich talentierter und unermüdlicher Beobachter; seine Lösungsansätze waren (manchmal allzu) kühn, jedoch immer wegweisend.

Seine Teleskope

Von der Vielzahl von Teleskopen, die Herschel baute und benutzte, sind besonders zu erwähnen:
- Den Planeten Uranus entdeckte Herschel mit einem Spiegelteleskop von 6 Zoll (etwa 15 cm) Durchmesser und 7 Fuß (etwa 210 cm) Brennweite.
- Für seinen Nebel-Katalog benutzte er hauptsächlich ein Gerät mit einem 18,7-Zoll (48 cm) Spiegel und 20 Fuß (6 m) Brennweite (ab 1783).
- Sein größtes Teleskop (s. Abb.) wurde 1789 unter seiner Anleitung gebaut und hatte einen Spiegeldurchmesser von 48 Zoll (122 cm) und eine Länge von 40 Fuß (12 m). Es wurde erst zwei Generationen später von Lord Rosses „Leviathan“ übertroffen. Herschel baute ausschließlich Newton-Teleskope. Ihre Spiegel waren aus einer Metall-Legierung gegossen und mussten häufig nachpoliert werden, da sie leicht anliefen. Auch seine Schwester Caroline Herschel und sein Sohn John Herschel waren bedeutende Astronomen.

Literatur

Gärtner, Heinz: Das Leben des Friedrich Wilhelm Herschel, Edition Leipzig 1996. ISBN 3361004616

Weblinks


- Herschel, Wilhelm Herschel, Wilhelm Herschel, Wilhelm Herschel, Wilhelm ja:ウィリアム・ハーシェル ko:윌리엄 허셜 th:วิลเลียม เฮอร์เชล

Sternwarte

Eine Sternwarte (oder ein Observatorium v. lat.: observare = beobachten) ist heutzutage ein Ort mit wissenschaftlichen Instrumenten, oft Teleskopen, für die Beobachtung des Weltraums.

Merkmale

Weltraum] Das Erscheinungsbild einer heutigen Sternwarte ist in der Regel durch eine oder mehrere Kuppeln gekennzeichnet, die einerseits zur Beobachtung geöffnet und in die gewünschte Richtung gedreht werden können, andererseits aber im geschlossenen Zustand das darunter aufgestellte Instrument schützen. Die Instrumente selbst (vor allem die Teleskope) sind zum Schutz vor Erschütterungen auf eigenen, vom übrigen Gebäude getrennten Sockeln montiert. Der Begriff Observatorium wird auch noch für Satelliten, die Teleskope tragen, verwendet. Typischerweise befinden sich mehrere Teleskope bzw. Instrumente auf einem Satellit, die meist alle das selbe Ziel beobachten, seltener auch getrennt gesteuert werden können. Eine Sternwarte, die hauptsächlich zum Zweck von Führungen und der Erwachsenenbildung betrieben wird, nennt man auch Volkssternwarte. Ein ähnliches Ziel wie Volkssternwarten verfolgen Schulsternwarten und werden gelegentlich auch gemeinsam betrieben. Weiter gibt es auch Privatsternwarten, die von einzelnen Amateurastronomen oder Vereinigungen betrieben werden, und in Einzelfällen ebenfalls der Öffenlichtkeit Beobachtungsmöglichkeiten bieten. Sternwarten sind nicht mit Planetarien zu verwechseln. In ersteren kann man tatsächliche Objekte beobachten, während letztere die Himmelsobjekte künstlich projizieren. Im weiteren Sinn werden auch Bauwerke, die durch ihre besondere Konstruktion die Festlegung bestimmter astronomischer Besonderheiten, wie z.B. den Tag der Wintersonnenwende, ermöglichen, als Observatorium bezeichnet. Bei dieser Art von Bauwerken, die zu meist einer vorgeschichtlichen Phase der verschiedensten Kulturen zuzurechnen sind, handelt es sich meist um sogenannte Sonnenobservatorien, da von hier aus vor allem der Lauf der Sonne beobachtet wurde. Siehe z.B. Sonnenobservatorium von Goseck oder Stonehenge.

Geschichte

Das derzeit als ältestes datiertes Observatrorium der Vorgeschichte ist das Sonnenobservatorium von Goseck aus ca. 5000 v. Chr.. Andere Anlagen stammen aus Zeiten ab ca. 3000 v. Chr. (Stonehenge und die Pyramiden der Vorgeschichte). Im Spätmittelalter und der Zeit danach entstanden die ersten Vorläufer der „klassischen“ Sternwarten. Sie beheimateten Instrumente zur Vermessung von Sternörtern, z.B. Quadranten oder Astrolabien. Beispiele sind Sternjeborg, die Sternwarte Tycho Brahes oder die Sternwarte des Ulug Beg. Nach Erfindung des Teleskops 1608 entstanden dann die ersten Sternwarten im heutigen Sinne. Diese waren zunächst Teile physikalischer Kabinette, wie sie von Adligen und anderen Gönnern nach und während der Aufklärung unterhalten und gefördert wurden. Es handelte sich oft um ausgebaute Dachgeschosse, angebaute Türme oder dergleichen. Eigenständige Sternwartenbauten wurden oft als Türme ausgeführt, wie die Mannheimer Sternwarte. In diese Zeit fällt auch zum Beispiel der Bau des Royal Greenwich Observatory 1675. Die erste Sternwarte, bei der die Instrumente in ein ebenerdiges Gebäude gestellt wurden, war die Seeberg-Sternwarte, die 1790 in Betrieb genommen wurde. Die erste Schulsternwarte Deutschlands wurde 1872 im ostsächsischen Bautzen gegründet. Für die Qualität der Beobachtung ist ein möglichst dunkler Himmel wichtig. Daher waren bis zum Ende des 19. Jahrhunderts Sternwarten mit konkurrenzfähiger Forschung nahe oder sogar in Städten die Regel, oft auch um dem Geldgeber, im allgemeinen dem lokalen Fürstenhof, nahe zu sein. Das Anwachsen der Städte und der damit verbundene Lichtsmog, der die Beobachtungen in zunehmendem Maß beeinträchtigte, führte im 20. Jahrhundert zu einem Ausweichen in immer abgelegenere und vom Lichtsmog noch nicht betroffene Gebiete wie etwa in Gebirgen, zunächst in näher gelegene Gebirge wie die Pyrenäen oder die Alpen und schlieslich in Gebiete weit abseits größerer Ansiedlungen und mit klarer und ruhiger Luft, wie etwa auf dem Mauna Kea auf Hawaii oder in der Atacama-Wüste in Chile. Gleichzeitig ermöglichte der technologische Fortschritt die Anfertigung immer größerer Teleskope, die immer schwächere Lichtmengen auffangen können und so Beobachtungen in immer größere Tiefen des Weltalls erlauben. Auch diese Instrumente gelangen durch die natürliche Unruhe der Luft an Grenzen. Leistungsfähige Adaptive Optiken sind zwar in der Lage, diesen Nachteil fast vollständig zu korrigieren, aber üblicherweise nur in sehr kleinen Bildfeldern. Ein Ausweg bot sich in der Konstruktion von Weltraumteleskopen, die Beobachtungen außerhalb des störenden Einflusses der Atmosphäre ermöglichen wie etwa das Hubble-Weltraumteleskop. Darüber hinaus wurden Weltraumteleskope entwickelt, um Beobachtungen in Spektralbereichen zu ermöglichen, die vom Boden aus unzugänglich sind, wie etwa im fernen Infrarot oder im Bereich der Röntgenstrahlung.

Einzelne Sternwarten und Observatorien

Sternwarten in Deutschland heutzutage (Auswahl)

Forschungsinstitute

Röntgenstrahlung
- Bonn: Hoher List
- Hamburg: Hamburger Sternwarte in Bergedorf
- Heidelberg: Landessternwarte Heidelberg-Königstuhl
- Sonneberg: Sternwarte Sonneberg
- Tautenburg: Thüringer Landessternwarte

Volkssternwarten

Thüringer Landessternwarte, Volkssternwarte von 1930]]
- Aachen: Volkssternwarte Aachen
- Bad Kreuznach: Volkssternwarte Bad Kreuznach
- Bad Nauheim: Volkssternwarte Wetterau
- Bielefeld: Volkssternwarte Ubbedissen
- Berlin: Archenhold-Sternwarte, Wilhelm-Foerster-Sternwarte
- Bonn: Volkssternwarte Bonn
- Buchloe: Volkssternwarte Buchloe
- Darmstadt: Volkssternwarte Darmstadt
- Ennepetal: Volkssternwarte Ennepetal
- Hagen: Volkssternwarte Hagen
- Hannover: Volkssternwarte Geschwister Herschel Hannover e.V.
- Jena: Volkssternwarte Urania Jena
- Köln: Volkssternwarte Köln
- Mainz: Volkssternwarte Mainz
- München: Bayerische Volkssternwarte München e V
- Nürnberg: Regiomontanus-Sternwarte
- Radebeul: Volkssternwarte Radebeul
- Recklinghausen: Volkssternwarte Recklinghausen
- Regensburg: Volkssternwarte Regensburg
- Solingen: Sternwarte Solingen
- Tübingen: Volkssternwarte Tübingen
- Würzburg: Volkssternwarte Würzburg

Sonstige Sternwarten


- Augsburg: Sternwarte Diedorf
- Bautzen: Schulsternwarte "Johannes Franz"
- Berlin: Bruno-H.-Bürgel-Sternwarte
- Bernau: Sternwarte Bernau
- Bochum: Sternwarte Bochum
- Bremen: Walter-Stein-Sternwarte
- Duisburg: Rudolf-Römer-Sternwarte
- Essen: Walter-Hohmann-Sternwarte
- Heppenheim: Starkenburg-Sternwarte
- Herne: Sternwarte Herne
- Kiel: Sternwarte Kiel
- Lübeck: Sternwarte Lübeck
- Melle: Sternwarte des Naturwissenschaftlichen Vereins Osnabrück und EXPO-Sternwarte
- Stuttgart: Sternwarte Stuttgart Siehe auch Weblinks unten.

Sternwarten in Österreich (Auswahl)


- Wien: Universitätssternwarte Wien, Kuffner-Sternwarte, Urania
- Niederösterreich: Leopold Figl-Observatorium
- Linz: Johannes-Kepler-Sternwarte Siehe auch Weblinks unten.

Historische Sternwarten (Auswahl)


- Berlin: Neue Berliner Sternwarte, 1835 bis 1913
- Gotha: Sternwarte Gotha, 1790 bis 1934, bzw. Seeberg-Sternwarte
- Leipzig: Sternwarte Leipzig, 1790-1956
- Mannheim: Mannheimer Sternwarte, 1774 bis 1880

Andere Sternwarten (Auswahl)


- Spanien: Calar-Alto-Observatorium, Roque de Los Muchachos Observatorium,
- Großbritannien: Royal Greenwich Observatory
- USA: Kitt-Peak-Nationalobservatorium, Lick-Observatorium, Large Binocular Telescope, Mauna Kea Observatorium, Mount Palomar, Mount-Wilson-Observatorium, Yerkes-Observatorium
- Chile: La Silla (ESO), Paranal-Observatorium (ESO)
- Russland: Abas-tuman im Transkaukasus, Krim-Observatorium, Pulkowo-Observatorium, Selentschuk Observatorium
- Australien: Mount-Stromlo-Observatorium, Siding Spring Observatorium

Im Luftraum (Auswahl)


- Stratoscope
- Kuiper Airborne Observatory
- SOFIA

Im Weltall (Auswahl)


- Hubble-Weltraumteleskop (NASA/ESA)
- Spitzer-Weltraumteleskop (NASA)
- XMM-Newton-Weltraumteleskop (ESA)
- Chandra-Weltraumteleskop (NASA)

Vor- und frühgeschichtliche Bauten mit astronomischem Bezug (Auswahl)


- Stonehenge
- Pyramiden von Gizeh
- Sonnenobservatorium von Goseck
- Sonnenobservatorien der Maya, z.B. auf dem Monte Alban

Weblinks


- [http://www.dmoz.org/World/Deutsch/Wissenschaft/Naturwissenschaften/Astronomie/Observatorien/%c3%96ffentliche_Sternwarten/ Verzeichnis öffentlicher Sternwarten] im Open Directory Project
- [http://www.ari.uni-heidelberg.de/AG/agastroinst.html Verzeichnis Astronomischer Institute im deutschsprachigen Raum - als Liste] bei der Astronomsichen Gesellschaft, ca. die Hälfte sind Sternwarten
- [http://www.sternklar.de/gad/Volkssternwarten.htm Verzeichnis der Volkssternwarten im deutschsprachigen Raum] im German Astronomical Directory
- [http://beam.to/astronomie Sternwarten in Österreich] Kategorie:Bodengebundenes Observatorium Sternwarte ja:天文台

Stern

Unter einem Stern versteht man einen selbstleuchtenden, aus Plasma bestehenden Himmelskörper, dessen Strahlungsenergie durch Kernfusion im Sterninneren aufgebracht wird. Aber auch die kompakten Endstadien der Sternentwicklung, wie Neutronensterne und weiße Zwerge, werden zu den Sternen gezählt, obwohl sie lediglich aufgrund ihrer Restwärme Strahlung abgeben. Der uns nächste und besterforschte Stern ist die Sonne, das Zentrum unseres Sonnensystems. Ohne die Wärmestrahlung der Sonne wäre auf der Erde kein Leben möglich. Noch im Mittelalter war unbekannt, dass die Sonne ein Stern ist. Früher wurde der Begriff Fixstern zur Abgrenzung gegenüber Wandelsternen (heute Planet) verwendet. Auch Fixsterne bewegen sich messbar am Himmel, wenn auch vergleichsweise langsam. So werden in einigen tausend Jahren die heutigen Sternbilder nicht mehr erkennbar sein. Am gesamten Himmel sind etwa 6.000 Sterne mit bloßem Auge zu erkennen. Der Anblick dieser scheinbar strukturlosen Punkte am Himmel täuscht leicht darüber hinweg, dass Sterne nicht nur bezüglich ihrer Entfernung, sondern auch hinsichtlich der immensen Variationsbreiten von Temperaturen, Leuchtkraft, Massendichte, Volumen und Lebensdauer Wertebereiche überspannen, die man durchaus als astronomisch bezeichnen kann. So würde man die äußersten Schichten von roten Riesensternen nach den Kriterien irdischer Technik als Vakuum bezeichnen, während das Innere von Neutronensternen so dicht wie ein Atomkern ist, so dass ein Teelöffel davon so viel wie ein ganzer Berg wiegen würde. Ebenso reichen die beteiligten Temperaturen von wenigen tausend bis zu mehreren Milliarden Kelvin. Neben diesen extrem unterschiedlichen Erscheinungsformen von Sternen liegt oft auch ein erheblicher innerer Strukturreichtum vor. Dieser Artikel kann daher nur einen groben Überblick bieten und auf weiterführende Artikel verweisen. Kelvin]

Sterne aus der Sicht des Menschen

Sterne haben in allen Kulturen eine wichtige Rolle gespielt und die menschliche Vorstellung inspiriert. Sie wurden religiös interpretiert und zur Kalenderbestimmung, später auch zur Orientierung und Navigation benutzt. In der Antike stellten sich die Naturphilosophen vor, dass die Fixsterne aus glühendem Gestein bestehen könnten, weil normales Kohlenfeuer für die auf so große Entfernung wirkende Hitze nicht auszureichen schien. Dass Sterne hingegen nur aus Gas bestehen, wurde erst vor etwa 300 Jahren erkannt - unter anderem durch verschiedene Deutungen der Sonnenflecke - und durch die im 18. Jahrhundert aufkommende Spektralanalyse bestätigt. Die ersten physikalisch fundierten Hypothesen zur Bildung von Sternen stammen von Kant und Laplace. Beide gingen von einem Urnebel aus, doch unterschieden sich ihre postulierten Bildungsvorgänge.

Sternbilder und Sternbezeichnungen

Die in unserem Kulturkreis bekannten Sternbilder gehen teilweise auf die Babylonier und die griechische Antike zurück. Die zwölf Sternbilder des Tierkreises bildeten die Basis der Astrologie. Aufgrund der Präzession sind die sichtbaren Sternbilder heute jedoch gegen die astrologischen Tierkreiszeichen um etwa ein Zeichen verschoben. Viele der heute bekannten Eigennamen wie Algol, Deneb oder Regulus entstammen dem Arabischen und Lateinischen. Etwa ab 1600 nutzte die Astronomie die Sternbilder zur namentlichen Kennzeichnung der Objekte in den jeweiligen Himmelsregionen. Ein noch heute weit verbreitetes System zur Benennung der jeweils hellsten Sterne eines Sternbildes geht auf die Sternkarten des deutschen Astronomen Johann Bayer zurück. Die Bayer-Bezeichnung eines Sterns besteht aus einem griechischen Buchstaben gefolgt vom Genitiv des lateinischen Namens des Sternbilds, in dem der Stern liegt; so bezieht sich beispielsweise γ Lyrae auf den dritthellsten Stern im Sternbild Leier. Ein ähnliches System wurde durch den britischen Astronomen John Flamsteed eingeführt: Die Flamsteed-Bezeichnung eines Sterns wird aus einer vorangestellten fortlaufenden Zahl und wiederum dem Genitiv des lateinischen Namens des Sternbilds gebildet, wie zum Beispiel bei 13 Lyrae. Die Flamsteed-Bezeichnung wird oft dann gewählt, wenn für einen Stern keine Bayer-Bezeichnung existiert. Die meisten Sterne werden aber lediglich durch ihre Nummer in einem Sternkatalog identifiziert. Es gibt eine Reihe von Firmen und sogar Sternwarten, die zahlenden Kunden anbieten, Sterne nach ihnen zu benennen. Diese Namen werden jedoch von niemandem außer der registrierenden Firma und dem Kunden anerkannt. Die Internationale Astronomische Union, die offiziell für Sternbenennungen zuständige Stelle, hat sich deutlich von dieser Praxis distanziert.

Verteilung der Sterne am Himmel

Der uns nächste Stern ist die Sonne. Der nächste Fixstern in klassischem Sinn ist Proxima Centauri, er befindet sich in einer Entfernung von 4,24 Lichtjahren. Der nach der Sonne am hellsten erscheinende Stern ist Sirius. Alle mit bloßem Auge erkennbaren Sterne gehören unserer Galaxis an. Sie scheinen sich entlang eines Bandes am Himmel zu konzentrieren, der Milchstraße, das die Ebene unserer Galaxis markiert. Sterne sind aufgrund ihrer enormen Entfernung in Wirklichkeit deutlich kleiner, als die wahrgenommenen Lichtpunkte am Himmel nahelegen, deren Größe lediglich das begrenzte Auflösungsvermögen des menschlichen Auges widerspiegelt. Selbst in den besten irdischen Teleskopen erscheinen Sterne nur punktförmig. Mit dem Hubble-Weltraumteleskop ist es allerdings gelungen, die Riesensterne Beteigeuze und Mira als runde Scheiben abzubilden. Das Flackern der Sterne, das gelegentlich beobachtbar ist, beruht lediglich auf Turbulenzen in der Erdatmosphäre (siehe Szintillation).

Sterne als physikalische Objekte im Universum

Die Astronomie hat in den letzten hundert Jahren zunehmend auf Methoden der Physik zurückgegriffen. So beruht ein großer Teil unseres Wissens über Sterne aus theoretischen Sternmodellen, deren Qualität an der Übereinstimmung mit den astronomischen Beobachtungen gemessen wird. Umgekehrt ist die Erforschung der Sterne aufgrund der enormen Vielfalt der Phänomene und der Spannweite der beteiligten Parameter auch für die physikalische Grundlagenforschung von großer Bedeutung.

Räumliche Verteilung und Dynamik der Sterne

Fast alle Sterne finden sich in Galaxien. Galaxien bestehen aus einigen Millionen bis zu Hunderten von Milliarden Sternen und sind ihrerseits in Galaxienhaufen angeordnet. Nach Schätzungen der Astronomen gibt es im gesamten sichtbaren Universum etwa 100 Milliarden solcher Galaxien mit insgesamt etwa 70 Trilliarden (7 x 1022) Sternen. Aufgrund der Gravitation umkreisen Sterne das Zentrum ihrer Galaxie mit Geschwindigkeiten im Bereich von einigen Dutzend km/s und benötigen typischerweise für einen Umlauf mehrere 100.000 Jahre. Zum Zentrum hin stellen sich jedoch deutlich kürzere Umlaufzeiten ein. Die Sterne sind innerhalb einer Galaxie nicht völlig gleichmäßig verteilt, sondern bilden teilweise offene Sternhaufen wie beispielsweise die Plejaden, auch Siebengestirn genannt, oder Kugelsternhaufen, die sich im Halo von Galaxien befinden. Darüber hinaus stehen sie im galaktischen Zentrum deutlich dichter als in den Randbereichen.

Zustandsgrößen der Sterne

galaktischen Zentrum Sterne lassen sich mit wenigen Zustandsgrößen nahezu vollständig charakterisieren. Die wichtigsten nennt man fundamentale Parameter. Dazu zählen
- Oberflächentemperatur
- Schwerebeschleunigung an der Oberfläche
- absolute Helligkeit (Leuchtkraft) und, je nach Zusammenhang:
- Masse
- Radius
- Dichte
- Metallizität (Häufigkeit chemischer Elemente schwerer als Helium)
- Rotationsgeschwindigkeit Die Oberflächentemperatur, die Schwerebeschleunigung und die Häufigkeit der chemischen Elemente an der Sternoberfläche lassen sich unmittelbar aus dem Sternspektrum ermitteln. Ist die Entfernung eines Sterns bekannt, beispielsweise durch die Messung seiner Parallaxe, so kann man die Leuchtkraft über die scheinbare Helligkeit berechnen, die durch Fotometrie gemessen wird. Aus diesen Informationen können schließlich der Radius und die Masse des Sterns berechnet werden. Die Rotationsgeschwindigkeit v am Äquator kann nicht direkt bestimmt werden, sondern nur die projizierte Komponente v sini mit der Inklination i, die die Orientierung der Rotationsachse beschreibt. Mehr als 99 Prozent aller Sterne lassen sich eindeutig einer Spektralklasse sowie einer Leuchtkraftklasse zuordnen. Diese fallen innerhalb des Hertzsprung-Russell-Diagramms (HRD) oder des verwandten Farben-Helligkeits-Diagramms in relativ kleine Bereiche, deren wichtigster die Hauptreihe ist. Durch eine Eichung anhand der bekannten Zustandsgrößen einiger Sternen erhält man die Möglichkeit, die Zustandsgrößen anderer Sterne unmittelbar aus ihrer Position in diesem Diagramm abzuschätzen. Die Tatsache, dass sich fast alle Sterne so einfach einordnen lassen, bedeutet, dass das Erscheinungsbild der Sterne von nur relativ wenigen physikalischen Prinzipien bestimmt wird. Im Verlauf seiner Entwicklung bewegt sich der Stern im Hertzsprung-Russell-Diagramm. Die zugehörige Bahn eines Sternes in diesem Diagramm ist weitgehend durch eine einzige Größe festgelegt, nämlich seine anfängliche Masse. Dabei verharren die Sterne die meiste Zeit auf der Hauptreihe, entwickeln sich im Spätstadium zu roten Riesen und enden teilweise als weiße Zwerge. Diese Stadien werden im Abschnitt über die Sternentwicklung näher beschrieben. Der Wertebereich einiger Zustandsgrößen überdeckt viele Größenordnungen. Die Oberflächentemperaturen von Hauptreihensternen reichen von etwa 3.000 K bis 45.000 K, ihre Massen von 0,07 bis 120 Sonnenmassen und ihre Radien von 0,15 bis 25 Sonnenradien. Rote Riesen sind deutlich kühler und können so groß werden, dass die komplette Erdbahn in ihnen Platz hätte, bei manchen sogar die des Mars. Weiße Zwerge haben Temperaturen bis zu 100.000 K, sind aber nur so klein wie die Erde, obwohl ihre Masse mit der der Sonne vergleichbar ist.

Sternentwicklung

Entstehung

Ein großer Anteil der Sterne ist im Frühstadium des Universums vor über 10 Milliarden Jahren entstanden. Aber auch heute bilden sich noch Sterne. Die typische Sternentstehung verläuft nach folgendem Schema: Sonne # Ausgangspunkt für die Sternentstehung ist eine Gaswolke, die überwiegend aus Wasserstoff besteht, und die aufgrund ihrer eigenen Schwerkraft kollabiert. Das geschieht, wenn die Schwerkraft den Gasdruck dominiert, und damit das Jeans-Kriterium erfüllt ist. Auslöser kann beispielsweise die Druckwelle einer nahen Supernova, Dichtewellen in der interstellaren Materie oder der Strahlungsdruck bereits entstandener Jungsterne sein. # Durch die weitere Verdichtung der Gaswolke entstehen einzelne Globulen, aus denen anschließend die Sterne hervorgehen: Dabei entstehen die Sterne selten isoliert, sondern eher in Gruppen. # Bei der weiteren Kontraktion der Globulen steigt die Dichte und wegen der freiwerdenden Gravitationsenergie die Temperatur weiter an (Virialsatz; die kinetische Energie der Teilchen entspricht der Temperatur). Der freie Kollaps kommt zum Stillstand, wenn die Wolke im Farben-Helligkeits-Diagramm die so genannte Hayashi-Linie erreicht, die das Gebiet abgrenzt, innerhalb dessen überhaupt stabile Sterne möglich sind. Danach bewegt sich der Stern im Farben-Helligkeits-Diagramm zunächst entlang dieser Hayashi-Linie, bevor er sich auf die Hauptreihe zubewegt, wo das Wasserstoffbrennen einsetzt, das heißt die Kernfusion von Wasserstoff zu Helium durch den Bethe-Weizsäcker-Zyklus oder die Proton-Proton-Reaktion. Als Folge des Drehimpulses der Globule bildet sich eine Scheibe aus, die den jungen Stern umkreist, und aus der er weiter Masse akkretiert. Aus dieser Akkretionsscheibe kann entweder ein Planetensystem mit Exoplaneten entstehen oder die beiden Komponenten eines Doppelsternensystems, diese Phase der Sternentwicklung ist jedoch bisher noch nicht gut verstanden. Aus der Ebene der Scheibe wird die Ekliptik. Bei der Akkretion aus der Scheibe bilden sich auch in beide Richtungen der Polachsen Materie-Jets (siehe Bild), die eine Länge von über 10 Lichtjahren erreichen können. Je nach Masse ergeben sich verschiedene Szenarien der Sternentstehung:
- Sterne mit mehr als etwa 60 Sonnenmassen können durch den Akkretionsprozess vermutlich gar nicht entstehen, da diese Sterne bereits im Akkretionsstadium einen dermaßen starken Sternwind produzieren würden, dass der Massenverlust die Akkretionsrate übersteigen würde. Sterne dieser Größe, wie beispielsweise die blauen Nachzügler (engl. blue stragglers), entstehen vermutlich durch Sternkollisionen.
- Massereiche und damit heiße Sterne mit mehr als 8 Sonnenmassen kontrahieren vergleichsweise schnell. Nach der Zündung der Kernfusion treibt die UV-reiche Strahlung die umgebende Globule schnell auseinander und der Stern akkretiert keine weitere Masse. Sie gelangen deshalb sehr schnell auf die Hauptreihe im Hertzsprung-Russell-Diagramm.
- Sterne zwischen etwa 3 und 8 Sonnenmassen durchlaufen eine Phase, in der sie Herbig-Ae/Be-Sterne genannt werden. In dieser Phase befindet sich der Stern schon auf der Hauptreihe, akkretiert