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My Lai

My Lai

Das Massaker von My Lai (Son My) war ein Kriegsverbrechen der US-amerikanischen Armee, das während des Vietnamkrieges in dem südvietnamesischen Dorf Son My, genannt My Lai 4, stattfand. Am 16. März 1968 hatte eine Gruppe von amerikanischen Soldaten unter Leitung von Lieutenant William Calley jr. den Auftrag, das kleine Dorf My Lai einzunehmen und nach Guerillas des Vietcong zu durchsuchen. Die Siedlung lag dicht an der nordvietnamesischen Grenze, weshalb die Bewohner als potentielle Unterstützer des Vietcong galten. Durch den Kriegsalltag abgestumpft und durch die zahlreichen Verluste unter den Kameraden zermürbt, richtete diese Gruppe ein Blutbad an. Die Soldaten vergewaltigten Frauen und erschossen fast alle Bewohner des Dorfes: 503 ermordete Zivilisten, davon 182 Frauen, 172 Kinder, 89 Männer unter 60 Jahren und 60 Greise. Anschließend setzten die GIs das Dorf in Brand und versuchten dadurch das Massaker zu vertuschen, wodurch sich dessen Aufklärung verzögerte. Erst am 5. Dezember 1969 erschienen im Life-Magazin ein ausführliche Artikel über das Massaker. Anschließend berichteten auch Newsweek und das Time-Magazin über den Vorfall. Die Weltöffentlichkeit reagierte geschockt. Nur vier Soldaten wurden vor ein Militärgericht gestellt. Der befehlshabende Offizier Calley wurde von einem Gericht zu lebenslanger Zwangsarbeit verurteilt, aber durch US-Präsident Richard Nixon zu drei Jahren Hausarrest begnadigt. Seymour Hersh, der Journalist, der die Umstände der Tragödie aufgedeckt hatte, bekam 1970 den Pulitzer-Preis für internationale Berichterstattung. Sein Bericht wurde durch schockierende Bilder des Fotografen Ron Haeberle illustriert. Dieser nahm an der Operation als offizieller Armeereporter teil, um Belege für die als "body counting" bezeichnete Militärstatistik zu liefern. Die fotografierten Leichen wurden von den Offizieren als gefallene Vietcongskämpfer identifiziert. Doch Vietcongs wurden im Dorf keine angetroffen und es gab auch keinen Widerstand. Dennoch war die Armee mit dem Einsatz äußerst zufrieden, keine toten oder verletzten GIs und 128 Tote der Gegenseite, angeblich Vietcongs. Ein Jahr hat es gedauert, bis Hersh einen Verlag fand, der bereit war seine Story und seine Bilder zu veröffentlichen. Die Veröffentlichung markierte eine deutliche Wende in der öffentlichen Meinung zum Vietnamkrieg, sowohl in den USA, wie auch in der ganzen westlichen Welt und trug entscheidend zur Mobilisierung der Antikriegsbewegung bei. Heute befindet sich an der Stelle ein kleines Dokumentationszentrum, in welchem die damaligen Vorgänge sachlich dargestellt werden. Eine Überlebende des Massakers ist dort ständig anwesend und freut sich über jeden Besucher. Neben dem ehemaligen Dorf finden sich zwei gepflegte Gebäude, eine Schule und ein Kulturzentrum. Errichtet und unterhalten werden sie von amerikanischen Vietnamkriegsveteranen. My Lai My Lai My Lai Kategorie:1968

Kriegsverbrechen

Kriegsverbrechen sind Verstöße gegen das Völkerrecht, die bei der Führung eines Kriegs von den kriegführenden Parteien begangen werden oder in engem Zusammenhang mit der Kriegsführung stehen. Verbrechen, die lediglich in zeitlichem oder örtlichen Zusammenhang mit Kampfhandlungen stehen, aber keine oder nur eine schwache ursächliche Verbindung damit haben, werden nicht als Kriegsverbrechen bezeichnet. Heute versteht man unter Kriegsverbrechen im Allgemeinen Verstöße gegen Genfer Konvention oder Haager Landkriegsordnung. Als solche Verstöße gelten seit Ende des Zweiten Weltkrieges aufgrund neuerer weltweiter Übereinkünfte dazu zum Beispiel die gezielte Tötung von Zivilisten, Zerstörung von Wasser- und Elektrizitätswerken, Aushungern der Zivilbevölkerung, Behinderung humanitärer Hilfe, Flächenbombardements, Angriff und Bombardierung unverteidigter Städte, Wohnungen oder Gebäude, Einsatz biologischer oder chemischer Waffen, Verwendung von Antipersonenminen und unterschiedslosen Waffen (z.B. Streubomben) oder Bombenteppich, die Tötung von Gefangenen, Geiselerschießungen, die Ausplünderung besetzter Gebiete oder der systematische Raub von Kulturgütern sowie Völkermord oder andere Massentötungen (Demozide). Die völkerrechtliche Definition und Bewertung von Kriegsverbrechen änderte sich im Laufe der Zeit. Insbesondere als Reaktion auf Handlungen im Zweiten Weltkrieg – vor allem auf die deutschen Gräueltaten – wurden internationale Abkommen revidiert und an die neuen Gegebenheiten und Vorstellungen angepasst. Unter anderem wurde der Begriff des Völkermords als Reaktion auf die Verbrechen der Nationalsozialisten im Dritten Reich entwickelt. Als Ergebnis dieser Weiterentwicklung ist das Kriegsvölkerrecht und damit der Begriff des Kriegsverbrechens für verschiedene Zeiten unterschiedlich. So ist z. B. strittig, ob der altrömische Rechtsgrundsatz "keine Strafahndung ohne vorhergehendes Gesetz" anwendbar ist: In Nürnberg wurde (nämlich) nach Recht geurteilt, das bis Ende des Zweiten Weltkrieges nicht weltweit verbindliches Recht war. Es wurde von Beteiligten des Zweiten Weltkrieges über einen Kriegsgegner, und nur über diesen einen, Recht gesprochen; die Verteidigung war erheblich in ihren Möglichkeiten eingeschränkt worden und hatte nur die von den Anklägern freigegebenen Beweismittel zur Verfügung, andere wurden nicht anerkannt. Sowohl sämtliche Ermittler, Ankläger, Untersuchungsrichter und Richter der Hauptverhandlungen waren Angehörige der Siegermächte. In Deutschland sind Kriegsverbrechen in [http://bundesrecht.juris.de/bundesrecht/vstgb/BJNR225410002BJNG000500000.html §§ 8–12] des Völkerstrafgesetzbuches geregelt.

Siehe auch


- :Kategorie:Kriegsverbrechen

Literatur


- Gutmann, Roy & Rieff, David "Kriegsverbrechen. Was jeder wissen sollte." Stuttgart 1999, ISBN 342105343X

Weblinks


- [http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/aussenpolitik/vn/istgh/index_html Internationale Strafgerichtshöfe]
- [http://www1.jur.uva.nl/junsv Alle deutschen NS-Urteile] Kategorie:Wehrrecht (Völkerrecht) ! ja:戦争犯罪

Vietnamkrieg

Der Vietnamkrieg bezeichnet die letzte, besonders verlustreiche Etappe in einem dreißigjährigen bewaffneten Konflikt, der mit dem Widerstand der vietnamesischen Kommunisten und anderer Gruppierungen gegen den Verbleib bzw. die Wiederkehr der französischen Kolonialmacht ab 1945/46 begonnen hatte (Indochinakrieg). Indochinakrieg in Südvietnam mit US-General William Westmoreland (2 v.l.), Generalleutnant der südvietnamesischen Streitkräfte Nguyen Van Thieu (2.v.r.) und mit dem Premierminister von Südvietnam Nguyen Cao Ky.]] Nguyen Cao Ky __TOC__ Der Vietnamkrieg war ein Bürgerkrieg, ein Stellvertreterkrieg und zugleich der fortgesetzte Unabhängigkeitskampf gegen die in Südostasien sich formierenden US-Interessen. Er stellt somit eine vom Antikolonialismus geprägte Konfrontation im Kalten Krieg dar. Auf der einen Seite kämpfte ein Militärbündnis der USA, der Republik Vietnam (Südvietnam), Australiens und Südkoreas. Auf der anderen Seite stand ein Militärbündnis der Demokratischen Republik Vietnam (Nordvietnam) und der Nationalen Befreiungsfront (franz. FNL, engl. NLF, in westlichen Ländern meist Viet Cong genannt), einer südvietnamesischen kommunistischen Guerillaorganisation. Die UdSSR wie auch die Volksrepublik China stellten Nordvietnam und der Nationalen Befreiungsfront militärische Hilfe zur Verfügung, griffen aber direkt nicht ein. Ab 1970 weiteten die USA ihre militärischen Aktionen, insbesondere die verheerenden Bombardierungen, auf die Nachbarstaaten Kambodscha und Laos aus.

Kriegsursachen

Der Vietnamkrieg war in vielerlei Hinsicht ein direkter Nachfolger des französischen Indochinakrieges (auch 1. Indochinakrieg genannt), den die Franzosen um ihre Kolonien in Indochina und gegen die Unabhängigkeitsbewegung unter dem Führer der Kommunistischen Partei, Ho Chi Minh, geführt hatten. Nachdem die vietnamesischen kommunistischen Streitkräfte (Viet Minh) die französische Kolonialarmee (u.a. die Fremdenlegion) bei der Schlacht von Dien Bien Phu 1954 besiegt hatten, erlangte die Kolonie die Unabhängigkeit. Gemäß der folgenden Genfer Regelung wurde Vietnam vorübergehend in einen kommunistischen Norden und in einen westlich orientierten Süden aufgeteilt. Das Land sollte 1956 durch Wahlen vereinigt werden. Diese wurden jedoch nie durchgeführt. Die südvietnamesische Regierung des Präsidenten Ngo Dinh Diem annullierte die Wahlen. Darin unterstützt wurde er durch US-Präsident Eisenhower. Beide befürchteten einen Sieg Ho Chi Minhs. Als Reaktion auf die Wahlannullierung wurde die Nationale Befreiungsfront (Front National de Libération, FNL), eine Guerillabewegung, als Opposition zur südvietnamesischen Regierung gebildet. Der Westen nannte die Nationale Befreiungsfront Viet Cong, Abk. für Vietnam Cong San, vietnamesischer Kommunist. Die Befreiungsfront selbst gebrauchte diesen Namen nie. Auf die Operationen der FNL reagierten die USA zunächst mit der Entsendung militärischer Berater zur Unterstützung der südvietnamesischen Regierung. Sie befürchteten, dass der Sturz des Saigoner Regimes den Fall weiterer Staaten in der Region zur Folge haben würde (Domino-Theorie). Nordvietnam und die UdSSR stützten die Nationale Befreiungsfront mit Waffen und Versorgungsmaterial, Militärberatern und regulären Truppen der nordvietnamesischen Armee, die über ein umfangreiches Wege- und Straßennetz, bekannt als Ho-Chi-Minh-Pfad, transportiert wurden.

Die US-amerikanische Intervention

Ho-Chi-Minh-Pfad Ho-Chi-Minh-Pfad Ho-Chi-Minh-Pfad Die US-amerikanische Einmischung in den Krieg erfolgte als ein jahrelanger Prozess während der Präsidentschaft von Eisenhower, Kennedy, Johnson und Nixon. Unter Johnson, der selbst enge Kontakte zur Rüstungsindustrie (Kellog, Brown & Root) besaß, eskalierte der Konflikt. Dem offenen Kriegsausbruch ging aber nie eine formale Kriegserklärung voraus. Am 7. August 1964 verabschiedete der US-Kongress stattdessen eine gemeinsame Resolution zum Tonkin-Zwischenfall. Dies war eine Reaktion auf den vermeintlichen Angriff nordvietnamesischer Kanonenboote auf zwei US-Zerstörer im Golf von Tonkin, der jedoch vom US-Geheimdienst NSA manipuliert worden war. Der Vorfall gab dem Präsidenten eine breite Unterstützung für das Eingreifen in einen Bürgerkrieg, der in einem weit entfernten, der US-Öffentlichkeit kaum bekannten Land stattfand. Am 8. März 1965 landeten die ersten 3.500 US-Marines des 7. Marine Regements, 1. Marine Division in Südvietnam; bis 1968 wurden 543.000 amerikanische Soldaten dort stationiert; die Zahl der getöteten amerikanischen Soldaten belief sich durchschnittlich auf über 100 pro Woche. Chef des Pentagons war während dieser Zeit Robert S. McNamara. Die Johnson-Regierung verschärfte im Laufe der Jahre ihren Einsatz, obwohl ein echter Erfolg sich nicht einstellen wollte. Die Vereinigten Stabschefs sahen massivere Bombardierungen als Lösung an; Johnson kam ihren Forderungen wegen der internationalen und innenpolitischen Folgen aber nur halbwegs nach. Der stets optimistische Kommandant der US-Streitkräfte in Vietnam, General William Westmoreland, musste der amerikanischen Öffentlichkeit vor beiden Häusern des Kongresses versichern, dass die Truppensteigerungen und die Überlegenheit der Army schon bald den Sieg bringen werde. Der immer schwächer werdende Glaube an ein „Licht am Ende des Tunnels“ (Westmoreland) wurde jedoch durch die Tet-Offensive am 30. Januar 1968 vollends erschüttert. Hierbei traten ca. 84.000 Kämpfer von Vietcong und Nordvietnamesischer Armee (NVA) zur Eroberung von zahlreichen Provinz- und Distrikthauptstädten an. Insgesamt verloren die NVA und der Vietcong mit über 50.000 Toten und Gefangenen mehr als die Hälfte ihrer eingesetzten Kräfte während der Tet-Offensive. Keine der eroberten Städte konnte gehalten werden, die erwartete Unterstützung durch die südvietnamesische Bevölkerung blieb aus. Militärisch war die Offensive eine schwere Niederlage für die NLF, insbesondere der Vietcong war so stark dezimiert, dass von diesem Zeitpunkt an reguläre nordvietnamesische Truppen die Hauptträger des Kampfes in Einheiten wurden, die nur noch dem Namen nach Vietcong-Einheiten waren. Psychologisch jedoch war dies der Wendepunkt im Vietnamkrieg, denn die überraschende Offensivkraft des Gegners, den man am Rande des Zusammenbruches glaubte, überzeugte viele Amerikaner von der Unmöglichkeit des Sieges. Inzwischen wuchs in der amerikanischen Bevölkerung die Stimmung, von der Regierung mittels eines Krieges ohne klaren Anfang oder sicheres Ende in die Irre geführt zu werden. Als General Westmoreland verlangte, weitere Truppen nach Vietnam zu senden, erreichte Clark Clifford, seit dem 1. März 1968 Nachfolger McNamaras im Amt des Verteidigungsministers, dass Präsident Johnson diese Bitte ausschlug. Er ging in seiner Besorgtheit um die Auswirkungen weiterer möglicher Hiobsbotschaften aus Vietnam auf die öffentliche Kriegsmoral in den USA sogar noch weiter. Zu Beginn der Belagerung von Khe Sanh, einem stark befestigten Außenposten der Marines hoch im Norden Südvietnams, nahe der entmilitarisierten Zone, verlangte er von seinen Stabschefs eine schriftliche Garantie, dass dieser Posten gehalten werden konnte. Dies gelang, nach 77 Tagen Belagerung erzielte die Operation Pegasus den Durchbruch von außen. Auch hier war das militärische Ergebnis für die NVA katastrophal: Während die Zahl der Gefallenen und Verwundeten bei den südvietnamesischen und US-Truppen insgesamt unter 2.000 lag, verloren die Nordvietnamesen nach Schätzungen 10.000-15.000 Mann. Doch die nach Ansicht vieler Militärhistoriker einzig strategisch folgerichtige Antwort, um den Krieg siegreich beenden zu können, die Invasion nach Nordvietnam hinein, wagte die amerikanische Regierung, gleichermaßen aus Furcht vor der öffentlichen Meinung und einem offenen Eingreifen Chinas in den Krieg, nicht.

Widerstand gegen den Krieg

Khe Sanh Khe Sanh Bereits zu Beginn der Auseinandersetzungen ab 1964 gab es eine relativ kleine Oppositionsbewegung gegen den Krieg in den USA, insbesondere in den Hochschulen. Je länger der Krieg andauerte, desto stärker untergruben die täglichen Berichte von der Front die Moral der Zuschauer in den USA und förderten weltweit die Antikriegsbewegungen. In der Bundesrepublik Deutschland bildete der Vietnamkrieg eine wesentliche Voraussetzung für das Aufkommen der oppositionellen, so genannten "neuen Linken". Durch die neuen Medien wirkte der Krieg in besonderer Eindrücklichkeit und Stärke – er wurde der "erste Fernsehkrieg" genannt. Die Journalisten durften in Wort und Bild unzensiert aus den Kampfgebieten berichten. Ab 1965 wuchs die Antikriegsstimmung in Amerika und erreichte ihren Höhepunkt 1968, infolge der Tet-Offensive. Die amerikanische Bevölkerung konnte diese und insbesondere die Kämpfe in Saigon vor dem Fernseher mitverfolgen und bekam einen „kollektiven Schock“. Die Bilder der rund 700 Journalisten vor Ort zeigten verletzte Soldaten, mit Leichen übersäte Straßen und zerbombte Städte in Gebieten, die seit längerem von US-Truppen kontrolliert schienen. Vielen wurde auf einmal klar, dass der Krieg keineswegs bald gewonnen sein würde. Der CBS-Nachrichtensprecher Walter Cronkite formulierte dies mit den Worten: „Was um alles in der Welt geht dort vor? Ich dachte, wir wären dabei, diesen Krieg zu gewinnen!“ Je deutlicher sich die öffentliche Meinung gegen den Krieg wendete, desto häufiger zeigten die Berichte auch dessen dunkle Seite. Da die Reporter direkt mit den amerikanischen Soldaten unterwegs waren, erlebten sie die Gräuel des Krieges hautnah mit und berichteten anschließend darüber. Am 1. Februar 1968 wurde ein Vietcong durch den südvietnamesischen Polizeichef Nguyen Ngoc Loan standrechtlich hingerichtet. Loan schoss den Verdächtigen auf offener Straße vor Journalisten in den Kopf. Die filmisch und fotografisch dokumentierte Exekution bewirkte ein weiteres Anwachsen der öffentlichen Kritik in den USA am Krieg und trug maßgeblich dazu bei, die weltweite Antikriegsstimmung zu verstärken. Das Foto erschien auf zahlreichen Titelseiten und der Fotograf Eddie Adams gewann schließlich sogar den Pulitzer-Preis dafür. Jedoch bereute er später, das Foto veröffentlicht zu haben, da es seiner Meinung nach falsch interpretiert worden war, und verteidigte mehrmals öffentlich den ehemaligen Polizeichef. Laut Loan war der Vietcong vor seiner Exekution der Anführer einer Gruppe, die die Familie eines Polizeioffiziers ermordet hatte. Ein anderes Bild, das zwar erst 1972 aufgenommen wurde, gilt heute wohl als das bekannteste Foto des Vietnamkrieges. Es zeigt eine Gruppe von angsterfüllten vietnamesischen Kindern, die vom Ort eines Gefechts, direkt auf den Fotografen Nick Ut zugelaufen kommen. In der Mitte dieses Bildes sieht man Kim Phuc, ein kleines Mädchen, das nach einem Napalm-Angriff schwerste Verbrennungen am ganzen Körper erlitten hatte. Das Foto entstand nahe dem Dorf 'Trang Bang' als ein südvietnamesischer Pilot beim Angriff auf eine nordvietnamesische Stellung fälschlicherweise eigene Soldaten und Zivilisten attackierte. Das Bild wurde zum Symbol für die Grausamkeiten des Vietnamkrieges und gewann ebenfalls einen Pulitzer-Preis. 'Kim Phuc' überlebte ihre schweren Verbrennungen und setzt sich heute als ehrenamtliche UNESCO-Botschafterin für Frieden ein. In den USA bestand damals noch Wehrpflicht (die seitdem ausgesetzt, aber nicht abgeschafft ist). Viele junge Männer fürchteten, nach Vietnam gesandt zu werden; Hunderte flüchteten nach Kanada oder Schweden, um der Einberufung zu entgehen. Einige ließen sich wehruntauglich schreiben, andere zögerten die Frist studienbedingt hinaus. Wieder andere gingen zur Nationalgarde oder traten dem Friedenskorps bei, um Vietnam zu vermeiden. Die USA begriffen, dass die südvietnamesische Regierung eine feste Basis im Volk benötigte, wenn sie den Aufstand überleben wollte. Um dieses Ziel, "die Herzen und den Verstand" des vietnamesischen Volkes zu gewinnen, wurden die Einheiten der US-Armee als "Zivilschutz"-Einheiten deklariert. Ein Teil der Truppen sollte sich am "nationalen Aufbau" betätigen: Dem Bau (oder Wiederaufbau) von Schulen, öffentlichen Gebäuden, Straßen und anderer Infrastruktur; medizinische Programme für Zivilisten, die keinen Zugang zu medizinischer Hilfe hatten; Erleichterung von Mitarbeit unter den örtlichen zivilen Verantwortlichen; Hygiene und andere Maßnahmen für Zivilisten etc. Die Vietcong bemühten sich nach Kräften, diese Politik, die "Herzen und den Verstand" des vietnamesischen Volkes zu erobern, zu behindern, indem Kollaborateure in der Bevölkerung und Angehörige der Ortsverwaltungen nachts erschossen wurden. Zudem kam es häufig zu Kollisionen mit militärischen Aspekten des Krieges, dem auch viele vietnamesische Zivilisten zum Opfer fielen. Die politischen Richtlinien legten das Hauptgewicht auf das "Leichenzählen" (engl.: body count) als Maß des militärischen Erfolges. Die südvietnamesische Regierung bekämpfte die politische Opposition durch Maßnahmen wie Folter, politische Gefangenschaft und die Durchführung einer Einmannwahl zum Präsidenten 1971. Die meisten Amerikaner unterstützten zu diesem Zeitpunkt die Fortführung des Krieges. Neben dem antikommunistischen Kampf gemäß der Domino-Theorie sah man in der Verhinderung einer kommunistischen Übernahme der Regierungsgewalt in Südvietnam eine vornehmliche Aufgabe. Viele Amerikaner fürchteten auch einen Gesichtsverlust im Falle eines Ausstiegs aus dem Krieg, was Präsident Nixon allerdings später selbst einen "ehrenvollen Frieden" nannte. Nicht zuletzt die Veröffentlichung der Pentagon-Papiere durch Daniel Ellsberg, einen zeitweiligen Mitarbeiter des Pentagon, der an der Planung des Vietnamkriegs teilgenommen hatte, öffnete einer breiten amerikanischen Öffentlichkeit die Augen: Republikanische wie demokratische Präsidenten hatten entgegen den Durchhalteparolen Kenntnis davon, dass das amerikanische Oberkommando und verschiedene Fachleute im Pentagon und State Departement davon ausgingen, dass der Krieg für Amerika nicht zu gewinnen sei, wenn das amerikanische Engagement nicht massiv um ein Vielfaches gesteigert würde. Barry Goldwater, der republikanische Senator von Arizona und Gegenkandidat von Präsident Johnson brachte es auf den Punkt: "Either you fight the war or you better leave it." (Entweder kämpft man den Krieg oder man lässt ihn besser bleiben.) Das amerikanische Volk wurde durch den Krieg polarisiert: Unterstützer des US-Engagements befürchteten, dass andere Nationen in Südostasien (gemäß der Domino-Theorie) binnen kurzer Zeit unter kommunistische Kontrolle gelangten, sobald der Süden in kommunistische Hände fiele. Kriegsgegner brachten vor, dass der verbündeten Regierung von Südvietnam jede politische Legitimität fehle und dass die Unterstützung des Krieges unmoralisch sei. Aus militärischer Sicht betonten Kritiker, dass hier ein eigentlich politischer Konflikt militärisch ausgetragen werde und dem militärischen Vorgehen klare Zielsetzungen fehlten. Einige Antikriegsaktivisten waren selbst Vietnamveteranen, was die Organisation "Vietnamveteran gegen den Krieg" zeigte. Die US-Schauspielerin Jane Fonda besuchte während des Krieges das nordvietnamesische Hanoi, was ihr starke Anfeindungen einbrachte. Inzwischen bereute sie ihre Tat. Anders als bei vorhergegangenen amerikanischen Kriegen wurden die vom Vietnamkrieg heimkehrenden Soldaten nicht als Helden verehrt; Soldaten wurden manchmal sogar wegen Kriegsverbrechen verurteilt. 1968 begann Präsident Lyndon B. Johnson seine Wiederwahlkampagne. Ein Mitglied seiner eigenen Partei, Eugene McCarthy, trat gegen ihn mit einer Antikriegsplattform an. McCarthy verlor die erste Vorwahl in New Hampshire, aber er schnitt überraschend gut gegen den Amtsinhaber ab. Im weiteren Verlauf des Vorwahlkampfs hielt der Präsident am 31. März eine überraschende Fernsehansprache, in der er die Pariser Friedensgespräche mit Vietnam ankündigte. Nach der Niederlage Johnsons im Wahlkampf trat Robert Kennedy für die Antikriegsplattform an. Auch Johnsons Vizepräsident, Hubert Humphrey trat an und versprach, die südvietnamesische Regierung weiterhin zu unterstützen. Robert Kennedy wurde in jenem Sommer ermordet; Humphrey gewann die Nominierung der Demokraten und trat gegen Richard Nixon zur Wahl an. Während des Wahlkampfes behauptete Nixon, einen geheimen Plan zur Beendigung des Krieges zu haben. Die Opposition gegen den Vietnamkrieg in Australien verfolgte eine ähnliche Linie wie die der USA, besonders mit dem Widerstand zur Einberufung. Der australische Ausstieg aus dem Krieg begann 1970 unter John Gorton und wurde 1972 unter Gough Whitlam abgeschlossen. Am 21. Januar 1977 begnadigte Präsident Jimmy Carter diejenigen Amerikaner, die aus Protest gegen den Vietnamkrieg die Steuerzahlung verweigert oder gekürzt hatten.

Moderne Kriegsführung

Jimmy Carter Jimmy Carter Jimmy Carter in Vietnam]] Der Vietnamkrieg bot den durch den kalten Krieg hochgerüsteten Vereinigten Staaten die seltene Gelegenheit, ihre neu entwickelten Waffen zu erproben und auch gegen sowjetisches Kriegsgerät einzusetzen, um ihre Wirkung auch für den Fall eines globalen Konflikts mit der UdSSR einzuschätzen. Die technische Überlegenheit lag zu jeder Zeit des Konflikts auf Seiten der Amerikaner. Jagdbomber wie die F-4 Phantom sicherten die Lufthoheit, strategische Bomber, die in Guam aufstiegen, ermöglichten Flächenbombardements des Dschungels, nicht zuletzt mit dem zu dieser Zeit noch nicht geächteten Napalm. Bereits 1972 setzt die amerikanische Luftwaffe Bomben mit eingebauten Fernsehkameras ein, mit Hilfe deren Bildern sie noch im Flug die Präzision der Zielerfüllung überprüfen kann. Schon zu diesem Zeitpunkt veröffentlichte die amerikanische Luftwaffe Bilder aus einer amerikanischen Bombe, die gegen eine Brücke in Nordvietnam abgeworfen wurde. All diese Vorteile wurden jedoch zunichte gemacht durch den Dschungel, der den Waffensystemen meist die Sicht nahm und dem Viet Cong perfekte Deckung gab, beispielsweise für Hinterhalte. Des Weiteren neigten die oft unerfahrenen amerikanischen Soldaten dazu, gleich ihre kompletten Magazine im Dauerfeuer zu leeren, was u. a. auch zu einer Änderung des Dauerfeuermodus in einen 3-Schuss-Modus in den nachfolgenden M16 Versionen führte. Es wird auch immer gesagt, dass pro getötetem Feind 50.000 Schuss benötigt worden sind, hier wurde aber jegliche Art von Patronenmunition gezählt (also auch Gatling Guns in Hubschraubern) und außerdem jeder getötete Feind in diese Rechnung mit einbezogen, gleich ob er durch eine Mine, durch einen Schuss oder eine Bombe starb. Gatling Insbesondere der exzessive Gebrauch von Luft- und Artillerieunterstützung sowie die amerikanische Doktrin der großen Feuerkraft auf mittlere Distanz, welche eingeführt wurden, um die eigenen Verluste möglichst zu minimieren, führten zu hohen Opferzahlen unter der Zivilbevölkerung. Dies hatte wiederum zur Folge, dass jede größere Militäraktion der US-Armee v.a. unter der Landbevölkerung zahlreiche kommunistische Sympathisanten heranzog. Das militärische Potenzial der Vietnamesen war sehr begrenzt. Die gelieferte Waffentechnik der UdSSR war nicht vergleichbar mit der Waffentechnik der amerikanischen Truppen, zumal eine professionelle Bedienung fehlte. Die (einfallsreichen) Guerilla-Taktiken von General Giap jedoch erwiesen sich als ausgesprochen wirkungsvoll gegen die im Dschungelkrieg unausgebildeten, meist sehr jungen Amerikaner. Daneben müssen die Leidensbereitschaft der kommunistischen Seite und die Kriegsmüdigkeit der südvietnamesischen städtischen Zivilbevölkerung als entscheidende Komponenten hervorgehoben werden.

Die Vietnamisierung

Giap Nach seiner Wahl begann Präsident Nixon seine Politik des langsamen Ausstieges aus dem Krieg. Das Ziel war, die südvietnamesische Armee stufenweise aufzubauen, damit sie den Krieg eigenständig führen konnte. Diese Politik wurde der Grundstein der so genannten Nixon-Doktrin. In Bezug auf Vietnam wurde die Doktrin Vietnamisierung genannt. Das Ziel der Vietnamisierung war, der südvietnamesischen Armee zu ermöglichen, selbst der Nationalen Befreiungsfront und der nordvietnamesischen Armee standzuhalten. Während dieser Periode begannen die USA, nach und nach ihre Truppen aus Vietnam abzuziehen. Die Bombardements wurden jedoch unvermindert fortgesetzt. Allerdings starben immer mehr amerikanische Soldaten, und unter Nixon wurden mehr Bomben geworfen als unter Johnson, so dass eine Lösung der USA aus dem Krieg nicht erkennbar wurde. 1970 ordnete Nixon einen militärischen Überfall auf Kambodscha an, um die an Südvietnam grenzenden Rückzugsgebiete der nationalen Befreiungsfront zu zerstören. Diese Tätigkeit löste weitere Proteste in amerikanischen Hochschulen aus. Am Campus der Kent State Universität kam es ab 1. Mai zu mehrtägigen Demonstrationen. Am 4. Mai wurden dabei vier Studenten von Truppen der Nationalgarde erschossen und weitere neun verletzt (bekannt als „Kent State shootings“). Eine Absicht des Überfalls auf Kambodscha war, die kommunistischen Streitkräfte tiefer nach Kambodscha zu treiben, um das Land zu destabilisieren, was ein Faktor für den Aufstieg der Roten Khmer war, die 1975 an die Macht kamen. Das Ziel der Angriffe war eigentlich, die Nordvietnamesen an den Verhandlungstisch zurückzubringen, um sie mit in die südvietnamesische Regierung zu holen. Es wurde auch behauptet, dass die Zahl der amerikanischen und südvietnamesischen Opfer verringert werde, wenn die Militär- und Versorgungseinrichtungen der Kommunisten zerstört würden. Mit amerikanischer Luft- und Artillerieunterstützung drangen südvietnamesische Truppen am 13. Februar 1971 nach Laos ein. Während der Wahl 1972 war der Krieg noch einmal ein Hauptthema in den USA. Der Antikriegskandidat George McGovern trat gegen Präsident Nixon an. Nixons Außenminister Henry Kissinger erklärte kurz vor der Wahl, dass „der Frieden vor der Tür“ stehe, womit er McGovern schlug, der warnend auf eine Eskalation des Krieges hingewiesen hatte. Jedoch wurde ein Friedensvertrag bis zum nächsten Jahr nicht abgeschlossen, woraus viele schlossen, dass Kissingers Ankündigung ein politischer Trick gewesen war. Kissingers Fürsprecher erklärten, die nordvietnamesischen Unterhändler hätten Kissingers Äußerung als Gelegenheit gebraucht, die Regierung Nixon in Verlegenheit zu bringen, um sie am Vermittlungstisch zu schwächen. Die USA führten das schwere Bombardement Nordvietnams weiter bis zum 30. Dezember 1972.

Das Ende des Krieges

1972 1972 Am 15. Januar 1973 gab es einen Fortschritt in den Friedensverhandlungen: Präsident Nixon verkündete die Beendigung der Offensive in Nordvietnam, der später ein einseitiger Rückzug der US-Truppen aus Vietnam folgte. Die Pariser Friedensverträge wurden am 27. Januar 1973 unterzeichnet, womit die USA offiziell ihre Einmischung in den Vietnamkonflikt beendeten. Die ersten amerikanischen Kriegsgefangenen wurden am 11. Februar von Nordvietnam entlassen. Die Friedensvereinbarung hielt jedoch nicht lange. Obgleich Nixon Südvietnam versprochen hatte, im Falle einer bröckelnden militärischen Situation Militärunterstützung zur Verfügung zu stellen, stimmte der Kongress gegen jede weitere Finanzierung militärischer Tätigkeiten in der Region. Nixon kämpfte auch um sein politisches Überleben im anwachsenden Watergate-Skandal, also unterblieb die versprochene Militärunterstützung. Die Wirtschaftshilfe wurde zwar weitergeführt, hatte aufgrund der verbreiteten Korruption in der südvietnamesischen Regierung allerdings wenig Verbesserungen für die Bevölkerung zur Folge. Der 94. Kongress stimmte schließlich für ein Beenden aller Hilfen. Anfang 1975 drang der Norden in den Süden ein und brachte das Land unter seine Kontrolle. Saigon wurde am 30. April 1975 eingenommen. Erst gegen acht Uhr am Morgen wurden die letzten Angehörigen des US-Marine-Corps vom Dach der US-Botschaft ausgeflogen. Nordvietnam vereinigte Nord- und Südvietnam am 2. Juli 1976 zur Sozialistischen Republik Vietnam. Saigon wurde in Ho-Chi-Minh-Stadt umbenannt, zu Ehren des ehemaligen Präsidenten von Nordvietnam.

Täter und Opfer

Kriegsverbrechen

Der Vietnamkrieg wurde zum Teil auf äußerst menschenverachtende und grausame aber auch extrem umweltschädigende Weise geführt. So setzten die USA das Herbizid Agent Orange ein, welches als Entlaubungsmittel den Vietcong die Deckung im Dschungel nehmen sollte. Agent Orange ist ein sehr starkes dioxinhaltiges Gift, das krebserregend wirkt und das Erbgut schädigt. Selbst Jahrzehnte später werden dadurch in Vietnam missgebildete Kinder geboren. Weiterhin wurde auch das Gift Dimethylarsinsäure (Agent Blue) eingesetzt, um die Reisernten zu vernichten. Die USA weigern sich bis heute, der Republik Vietnam hierfür Reparationen zu zahlen. Der Vietnamkrieg war durch weitere diverse Kriegsverbrechen gekennzeichnet. Das Massaker von My Lai (oder Massaker von Son My nach dem damaligen vietnamesischen Namen des Dorfes) ist das bekannteste der amerikanischen Einzelverbrechen in Vietnam: Am 16. März 1968 überfiel eine Einheit der US-Armee unter Leitung von Lieutenant William Calley und Sergeant Walter Faber das der Kollaboration mit den Nordvietnamesen verdächtigte südvietnamesische Dorf My Lai. In wenigen Stunden wurden etwa 400 bis 500 Zivilisten beider Geschlechter und aller Altersstufen umgebracht und danach das Dorf niedergebrannt. Einige Bewohner wurden auch vergewaltigt und gefoltert. Kaum ein Soldat verweigerte den Befehl zum Mord. Lediglich ein Hubschrauberpilot zwang die Soldaten durch die Drohung, seinen Bordschützen mit dem MG auf sie feuern zu lassen, einige Frauen und Kinder zu verschonen, die er evakuierte. Hintergrund dieses Verbrechens war allerdings nicht ein besonderer Blutdurst des Lieutenants Calley. Vielmehr war er als besonders schlechter Offizier bekannt, der unter dem Druck seines Captains Medina glaubte, befehlsgemäß zu handeln. Später, am 5. Dezember 1969 wurde im Life-Magazin ein ausführlicher Artikel über das Massaker von My Lai veröffentlicht: Die Weltöffentlichkeit reagierte schockiert. Seymour Hersh, der Journalist, der die Umstände der Tragödie recherchiert hatte, bekam 1970 den Pulitzer-Preis für internationale Berichterstattung. Jahre später und nach massivem Druck der Kriegsgegner in den USA wurde das Verbrechen offiziell zur Kenntnis genommen. Lediglich William Calley wurde 1971 zu lebenslanger Haft verurteilt, wovon er aber nur 3 Jahre absitzen musste, um anschließend nur noch unter "Hausarrest" zu stehen. Schon 1974 wurde er von Präsident Nixon auf öffentlichen Druck begnadigt. Calley hat sich bis heute nicht für das Massaker entschuldigt. Heute weist eine Mahn- und Gedenkstätte auf die damaligen Vorkommnisse hin. Ein anderes Beispiel für amerikanische Kriegsverbrechen wurde im Jahr 2003 durch die amerikanische Zeitung Toledo Blade im Rahmen einer Artikel-Serie über die Tiger Force enthüllt. Die Zeitung wurde dafür anschließend mit dem Pulitzer Preis ausgezeichnet. Die südvietnamesische Armee beging Verletzungen der Genfer Konvention zum Schutz von Kriegsgefangenen zahlreich und regelmäßig. Diese reichten von Schlägen beim Verhör bis zu Folter durch Untertauchen in einem Wasserfass und Stromschlägen. Zwar gibt es auch Berichte über Kriegsverbrechen auf nordvietnamesischer Seite, wie Massaker an Zivilisten in den Städten und Dörfern Südvietnams. Diese sind allerdings weniger gut bekannt, da sie auf Grund der Niederlage des Saigoner Regimes in der Geschichtsschreibung des vereinigten Vietnams keinen Raum finden und der Westen sich zumeist mit der Rolle der USA auseinandersetzt. Doch wurden allein während der Besetzung von Hué, im Rahmen der Tet-Offensive, 2000 Zivilisten von den kommunistischen Truppen exekutiert.

Kriegsopfer

der Westen der Westen Die Zahl der Kriegstoten ist schwer zu schätzen, da amtliche Aufzeichnungen schwierig zu finden oder nicht vorhanden sind und viele der Getöteten aufgrund der verheerenden Bombardierungen kaum noch zu identifizieren waren. Viele Jahre unterdrückte Nordvietnam aus propagandistischen Gründen die Veröffentlichung der korrekten Opferzahl. Es ist auch schwierig, genau zu bestimmen, wer als "Vietnamkriegsopfer" gilt; noch heute werden Menschen durch abgeworfene Sprengkörper getötet. Vergiftungen und Umweltschäden durch weitflächigen Einsatz von Agent Orange, gewaltige soziale Probleme, die ein verwüstetes Land mit so vielen Toten mit sich bringt sowie die Verkürzung der Lebenserwartung wirken bis in die Gegenwart. Die niedrigsten Opferschätzungen, basierend auf zuletzt veröffentlichten nordvietnamesischen Aussagen, belaufen sich auf 1,5 Millionen getötete Vietnamesen. Vietnam gab am 3. April 1995 Zahlen frei, wonach insgesamt eine Million vietnamesische Kämpfer und vier Millionen Zivilisten im Krieg getötet wurden. 58.226 amerikanische Soldaten starben im Krieg oder sind vermisst. Australien verlor ca. 500 der 47.000 nach Vietnam entsandten Soldaten; Neuseeland verlor 38 Soldaten. Nach dem Krieg führten die rigorosen Maßnahmen der kommunistischen Sieger, einschließlich der Gefangenenlager und "Umerziehung" zu einem Exodus von 1,4 Millionen Südvietnamesen, zumeist chinesischer Abstammung. Viele dieser Flüchtlinge flohen mit nur sehr schmalen Booten über den Pazifik und wurden als Boat People bekannt. Sie wanderten nach Hongkong, Frankreich, Kanada, in die USA und andere Länder aus. Eine Reihe durch den Vietnamkrieg ausgelöster Traumatisierungen und Krankheiten prägen bis heute das Leben vieler, die diese Zeit erlebt und durchlitten haben.

Zeittafel


- 1945 Nachdem Japan aus Vietnam abgezogen war, übernahmen die Kommunisten die Führung im Norden Vietnams. Ho Chi Minh ruft in Hanoi die unabhängige Demokratische Republik Vietnam aus.
- 1946 In Südvietnam wird von Frankreich eine Gegenregierung eingesetzt.
- 1950 Während die Regierung in Nordvietnam von der Sowjetunion und China anerkannt wird, unterstützen die USA und Großbritannien Südvietnam.
- 1954 In Genf wird auf der Indochina-Konferenz beschlossen, dass Vietnam entlang des 17. Breitengrades vorläufig geteilt wird. Außerdem werden freie Wahlen vorbereitet.
- 1955 Die amerikanische Regierung beginnt Südvietnam militärisch zu unterstützen. (350 Offiziere für die Ausbildung und Organisation der südvietnamesischen Armee)
- 1956 Aus Angst vor einem kommunistischen Wahlsieg verhindert der südvietnamesische Machthaber Diem die gesamtvietnamesischen Wahlen.
- 1960 In Südvietnam bildet sich die Guerillaorganisation Vietcong.
- 1962 Seitens den USA wird der Bestand an militärischen Beratern von 700 auf 16.000 vervielfacht.
- 1964 Im Golf von Tonking wird der US-Zerstörer "Maddox" von nordvietnamesischen Streitkräften angegriffen. Allerdings befand sich der US-Zerstörer nicht, wie von US-Seite behauptet, in internationalen Gewässern, sondern bereits in von Nordvietnam beanspruchtem Seegebiet. Auf Grund dieses inszenierten Vorfalls beschließt der US-Kongress Präsident Lyndon B. Johnson freie Hand bei Militäreinsätzen in Vietnam zu gewähren.
- 1965 Die Operation Rolling Thunder bildet mit schweren Bombardements in Nordvietnam den Auftakt des Vietnamkrieges. Bis zum Jahresende werden in Südvietnam 200.000 US-Soldaten stationiert.
- 1966 Im Laufe des Jahres wird das amerikanische Truppenkontingent in Südvietnam auf 400.000 Soldaten erweitert. der Massenprediger Billy Graham veranstaltet Truppenbesuche und Großveranstaltungen (so genannte Crusades (engl. für Kreuzzüge)) zu Weihnachten 1966 und in den Folgejahren.
- 1967 Mittlerweile werden in den USA zunehmend Proteste gegen den Krieg registriert. Der Aufmarsch wird jedoch fortgesetzt, so dass sich zum Jahresende 500.000 US-Soldaten in Vietnam befinden.
- 1968 Während der so genannten "Tet-Offensive"des Vietcongs geraten die US-Truppen anfangs in Bedrängnis. Die Offensive wurde jedoch schnell gestoppt und war militärisch gesehen ein Fehlschlag für Nordvietnam. Die Wirkung der Tet-Offensive auf die amerikanische Öffentlichkeit war jedoch fatal. Glaubte man bis dahin den Krieg gewinnen zu können, war die Bevölkerung regelrecht geschockt davon, dass Nordvietnam eine solch große Offensive durchführen konnte. Diese Offensive veränderte die öffentliche Meinung dahingehend, dass immer mehr US-Bürger gegen den Vietnam-Krieg waren. Präsident Johnson stoppt die Bombardierungen, während in Paris erste Friedensgespräche geführt werden. Richard Nixon wird neuer Präsident der USA. Sein Sicherheitsberater wird Henry Kissinger. In dem Dorf My Lai verüben US-Truppen ein Massaker an der Zivilbevölkerung.
- 1969 Unter dem Stichwort "Vietnamisierung" will Nixon die US-Truppen nach und nach aus Vietnam abziehen.
- 1971 Die südvietnamesische Armee marschiert mit Unterstützung der USA in Laos ein.
- 1972 Die nordvietnamesische Armee verletzt die Grenze entlang des 17. Breitengrades und betritt südvietnamesisches Gebiet. Die U.S. Air Force verschärft erneut ihre Bombardierungen in Nordvietnam.
- 1973 In Paris wird das Waffenstillstands-Abkommen geschlossen und markiert den Austritt der USA aus dem Vietnamkrieg. Bis März 1973 verlassen die amerikanischen Truppen das Land. Der Bürgerkrieg ist jedoch nicht beendet.
- 1975 Mit der Eroberung Saigons am 30. April durch kommunistische Truppen findet der Vietnamkrieg sein Ende.

Filme

Der Vietnam-Konflikt wurde zwar in verschiedenen Filmen thematisiert bzw. diente als Handlungskulisse; eine angemessene Aufarbeitung steht jedoch bis heute aus. Kritische US-Filme sind:
- Full Metal Jacket (Stanley Kubrick)
- Apocalypse Now (Francis Ford Coppola)
- Platoon (Oliver Stone)
- Die durch die Hölle gehen (Deer Hunter) (Michael Cimino)
- Geboren am 4. Juli (Oliver Stone)
- Hamburger Hill (John Irvin)
- Wir waren Helden (We Were Soldiers) (Randall Wallace)
- Die Verdammten des Krieges (Brian De Palma)
- Coming Home (Hal Ashby)
- Good Morning, Vietnam (Barry Levinson)
- Tigerland (Joel Schumacher)
- Heimatfront (Emilio Estevez)
- Zwischen Himmel und Hölle (Oliver Stone)
- Jacob´s Ladder (Adrian Lyne)
- In the Year of the Pig (1969) (Emile de Antonio)
- Dien Bien Phu (Pierre Schoendoerfer)
- Dear America (Briefe aus Vietnam) Dokumentation
- [http://www.edokus.de/doku.php?id=284 Apokalypse Vietnam] (Dokumentation von Sebastian Dehnhardt, Jürgen Eike und Wolfgang Wegner für den MDR, 2005, 2 DVDs, ca. 225 Min.) "Die Geschichte des Vietnam-Krieges wird vornehmlich aus westlicher Sicht erzählt. Hollywood entdeckte den Krieg als Filmstoff. Die zweiteilige Dokumentation wertet Filmarchive in Hanoi und Saigon aus, gedreht von vietnamesischen Frontkameraleuten. So ergeben sich völlig neue Einblicke in die Geschichte dieses Krieges." Es ist bei diesen Filmen, wie auch bei anderen durchaus kritischen amerikanischen Aufarbeitungen des Vietnamkriegs, auffällig, dass durchweg im wesentlichen die Leiden der Soldaten dargestellt werden aber kaum die der vietnamesischen Bevölkerung.

Literatur


- Paul Elliott: Vietnam - Conflict & Controversy, 1998, ISBN 1-85409-320-7
- Seymour Hersh: My Lai 4: A Report on the Massacre and its Aftermath, 1970, ISBN 0-39443-737-3, siehe auch Massaker von My Lai
- Oriana Fallaci: Wir, Engel und Bestien, 1974, ISBN 3-423-10259-4
- Marc Frey: Geschichte des Vietnamkriegs, 2002, ISBN 3-40645-978-1
- Michael Herr: An die Hölle verraten, 1979, ISBN 3-8077-0101-X
- Seymour Hersh: My Lai 4: A Report on the Massacre and its Aftermath, 1970, ISBN 0-39443-737-3
- Peter Jaeggi: Als mein Kind geboren wurde, war ich sehr traurig, 2000, ISBN 3-85787-298-5
- Gabriel Kolko: Anatomy of a War. Vietnam, the United States and the Modern Historical Experience, 2001 (urspr. 1987) ISBN 1-842-12286-X
- Gabriel Kolko: Vietnam: Anatomy of a Peace, 1997, ISBN 0-415-15990-3
- Robert S. McNamara und Brian VanDeMark: Vietnam - Das Trauma einer Weltmacht, 1995, ISBN 3-45511-139-4
- Lt. Gen. Harold G. Moore & Joseph L. Galloway: "We Were Soldiers Once...And Young", 2002, ISBN 0-06-050698-9
- Jonathan Neale: Vietnam. Der amerikanisch Krieg 1960-1975, 2004, ISBN 3-926529-17-2
- Peter Scholl-Latour: Der Tod im Reisfeld, 1981, ISBN 3-54833-022-3
- Neil Sheehan: Die große Lüge, 1992, ISBN 3-20351-149-5
- Rolf Steininger: Der Vietnamkrieg, 2004, ISBN 3-596-16129-0
- William A. Williams: America in Vietnam: A Documentary History, 1989, ISBN 0-38519-752-7

Siehe auch

Rote Khmer, Liste von Kriegen, Liste von Schlachten

Weblinks


- [http://www.weltdeswissens.com/vietnam.htm Vietnamkrieg A-Z]
- [http://www.vietnam-freunde.net/seite01/html/der_vietnamkrieg.html Vietnam-Freunde - Vietnamkrieg]
- [http://www.vietnampix.com/ The Vietnam War]
- [http://www.geschi.de/artikel/vietnamk.shtml Geschi.de - Der Vietnamkrieg]
- [http://www.vietvet.org/ Vietnam Veterans Homepage]
- [http://www.spartacus.schoolnet.co.uk/vietnam.html Spartacus schoolnet - Education on the Internet & Teaching History Online]
- [http://www.napalm-am-morgen.de/02_Der_Vietnamkrieg.html Napalm-am-Morgen.de]
- [http://www.clemson.edu/caah/history/FacultyPages/EdMoise/bibliography.html Vietnam War Bibliography von Edwin E. Moïse]
- [http://www.kriegsreisende.de/relikte/apocalypse.htm Der heimliche Krieg der CIA in Laos und Kambodscha]
- [http://www.sammler.com/bm/vietnam_krieg.htm Der Vietnamkrieg - Propagandakrieg auf Briefmarken]
- [http://www.geschichteinchronologie.ch/vietnam-index.html Der französische Vietnamkrieg - der "amerikanische" Vietnamkrieg. Chronologie zum Vietnamkrieg mit Schwerpunkt der Verbrechen der Kennedy- und Johnsonadministration]
- [http://vietnam.eqoop.de Zusammenfassung von Schülern]
- [http://www.earthstation1.com/Vietnam_War.htm The Historical Sound and Image Archiv - The Vietnam War] ja:ベトナム戦争 ko:베트남 전쟁 simple:Vietnam War th:สงครามเวียดนาม

16. März

Der 16. März ist der 75. Tag des Gregorianischen Kalenders (der 76. in Schaltjahren) - somit bleiben 290 Tage bis zum Jahresende.

Ereignisse


- 1190 - Die Kreuzfahrer beginnen ein Massaker unter den Juden von York in England.
- 1521 - Der portugiesische Seefahrer Ferdinand Magellan entdeckt die Philippinen.
- 1792 - Attentat auf König Gustav III. (Schweden); er stirbt am 29. März.
- 1813 - Preußen erklärt Napoleon den Krieg.
- 1815 - Wilhelm I. wird König der Niederlande.
- 1816 - Mit dem Vertrag von Turin tritt das Königreich Sizilien savoyische Gemeinden an den Kanton Genf ab.
- 1935 - In Verletzung des Vertrags von Versailles ordnet Hitler die Wiederbewaffnung Deutschlands an.
- 1945 - Nahezu vollständige Zerstörung von Würzburg durch britische Bomber in nur 20 Minuten; ca. 5000 Tote. (Grab am Main)
- 1968 - Im Vietnamkrieg verüben Angehörige der US Army das Massaker von My Lai.
- 1978 - Der italienische Politiker Aldo Moro wird entführt und später ermordet.
- 1988 - Unter dem irakischen Diktator Saddam Hussein wird in der kurdischen Stadt Halabdscha Giftgas eingesetzt.
- 1994 - Bei einer Brandstiftung an einem von Ausländern bewohnten Haus in Stuttgart sterben sieben Menschen, 16 weitere werden teils schwer verletzt.
- 1996 - Komoren. Wahl von Staatspräsident Taki
- 1999 - Die Mitglieder der Europäischen Kommission treten nach Korruptionsvorwürfen zurück.
- 2001 - Im Streit um die Hawar-Inseln zwischen Bahrain und Katar entscheidet der Internationale Gerichtshofs in Den Haag für Bahrain.

Wirtschaft


- 1960 - Vom Deutschen Bundestag wird die Privatisierung des Volkswagenwerkes beschlossen.

Wissenschaft, Technik


- 1926 - Erster Start einer Flüssigkeitsrakete von Robert Goddard in den USA.
- 1966 - Die beiden amerikanischen Astronauten Neil Armstrong und David Scott schaffen das erste Kopplungsmanöver im Weltall.
- 1983 - In Ismaning wird der letzte aus Holz gebaute Sendeturm in Deutschland wegen Baufälligkeit gesprengt.

Kultur


- 1765 - Uraufführung der komischen Oper Le Tonnelier von François-Joseph Gossec am Comédie-Italienne in Paris.
- 1831 - Victor Hugo veröffentlicht in Paris seinen historischen Roman "Notre Dame de Paris" (dt.: Der Glöckner von Notre Dame).
- 1832 - Uraufführung der Oper Beatrice di Tenda von Vincenzo Bellini am Teatro la Fenice in Venedig.
- 1833 - Die Oper "Beatrice di Tenda" von Vincenzo Bellini wird im Teatro La Fenice in Venedig uraufgeführt.
- 1887 - Uraufführung der Oper Proserpine von Camille Saint-Saëns an der Grand Opéra Paris.
- 1891 - Uraufführung der Oper Le Mage von Jules Massenet an der Grand Opéra Paris.
- 1894 - Die Oper "Thaïs" von Jules Massenet wird an der pariser Opéra Comique uraufgeführt.
- 1904 - In Deutschland wird die Buchausgabe des Schauspiels "Der Reigen" von Arthur Schnitzler von den Behörden verboten.
- 1904 - Uraufführung der Oper La Fille de Roland von Henri Rabaud an der Opéra-Comique in Paris.
- 1905 - Das Musikdrama "Amica" von Pietro Mascagni wid im Théâtre du Casino in Monte Carlo uraufgeführt.
- 1932 - Uraufführung der Oper Maria Egiziaca von Ottorino Respighi an der Carnegie Hall in New York.
- 1923 - "Der Unbestechliche" von Hugo von Hofmannsthals wird im Wiener Raimund-Theater uraufgeführt.
- 1967 - Die Komödie "Der Wiedertäufer" von Friedrich Dürrenmatt wird im Schauspielhaus Zürich uraufgeführt.

Religion

Katastrophen


- 1906 - Ein Erdbeben der Stärke 7,1 in Kagi, Taiwan fordert etwa 1.300 Tote
- 1925 - Ein Erdbeben der Stärke 7,1 in der Provinz Yunnan, Volksrepublik China fordert etwa 5.000 Tote
- 1969 - Eine venezolanische Douglas DC-9 mit 83 Menschen an Bord stürzt in einen Vorort von Maracaibo, Venezuela. 155 Menschen sterben, 100 werden verletzt.
- 1978 - Die Havarie des Öltankers Amoco Cadiz verursacht an der bretonischen Küste eine schwere Ölpest.
- 1993 - Ein Schneesturm an der amerikanischen Ostküste tötet 184 Menschen.
- 2880 - Der Planetoid 1950 DA könnte möglicherweise mit der Erde kollidieren.

Sport


- Einträge im Bereich Formel 1 siehe Formel 1.
- Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden s. u. der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.
- 1905 - Gründung des Sportvereins 1. FSV Mainz 05
- 1996 - Mike Tyson gewinnt seinen Boxkampf gegen Frank Bruno im MGM Grand, Las Vegas, durch technischen KO und wird damit Weltmeister im Schwergewicht.
- 2002 - Wladimir Klitschko gewinnt seinen Boxkampf gegen Francois Botha in der Hanns-Martin Schleyer Halle in Stuttgart, durch technischen KO.

Geboren


- 1445 - Johann Geiler von Kaysersberg, deutscher Prediger und Schriftsteller
- 1473 - Heinrich der Fromme, Herzog von Sachsen
- 1596 - Ebba Brahe, schwedische Hofdame und Geschäftsfrau
- 1621 - Georg Neumark, deutscher Komponist von Kirchenliedern
- 1663 - Christoph Hackner, schlesischer Architekt
- 1666 - George Bähr, Erbauer der Frauenkirche in Dresden
- 1729 - Maria Luise Albertine von Leiningen-Dagsburg-Falkenburg, Großmutter der preußischen Königin Luise
- 1750 - Caroline Herschel, Astronomin
- 1751 - James Madison, 4. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika
- 1759 - Bengt Lidner, schwedischer Dichter
- 1766 - Johann Friedrich Graf von Waldeck, französischer Antiquar, Kartograf, Maler
- 1774 - Matthew Flinders, britischer Forschungsreisender
- 1789 - Georg Simon Ohm, deutscher Physiker
- 1800 - Ninko, 120. Kaiser von Japan
- 1805 - Peter Ernst von Lasaulx, deutscher Philosoph und Philologe
- 1839 - Sully Prudhomme, französischer Dichter
- 1844 - Anatole France, französischer Autor
- 1846 - Magnus Gösta Mittag-Leffler, schwedischer Mathematiker
- 1878 - Clemens August Graf von Galen, deutscher Bischof und Kardinal
- 1878 - Reza Schah Pahlavi, Schah von Persien
- 1882 - Paul Lejeune-Jung, Reichstagsabgeordneter, Widerstandskämpfer, NS-Opfer
- 1893 - Friedrich von Basse, Beteiligter am Hitlerattentat vom 20. Juli, Oberbürgermeister in Weißenfels und der Lutherstadt Wittenberg, Dozent an den Universitäten Leipzig und Halle
- 1898 - Jakob Haringer, deutscher Schriftsteller
- 1899 - Ok Formenoy, niederländischer Fußballspieler
- 1900 - Werner Eggerath, deutscher Schriftsteller und Ministerpräsident von Thüringen
- 1905 - Elisabeth Flickenschildt, deutsche Bühnen- und Filmschauspielerin
- 1907 - Alexander S. Wiener, US-amerikanischer Hämatologe
- 1910 - Yank Rachell, US-amerikanischer Blues-Musiker
- 1911 - Josef Mengele, deutscher Nazi-Kriegsverbrecher (KZ-Arzt)
- 1913 - Rudi Schuricke deutscher Sänger und Schauspieler
- 1915 - Kunihiko Kodaira, japanischer Professor der Mathematik
- 1918 - Frederick Reines, US-amerikanischer Physiker
- 1920 - Dorothea Binz, Oberaufseherin im Konzentrationslager (KZ) Ravensbück
- 1920 - Traudl Junge, deutsche Privatsekretärin Adolf Hitlers, Zeitzeugin
- 1923 - Heinz Wallberg, deutscher Dirigent
- 1924 - Wolfgang Kieling, deutscher Schauspieler
- 1926 - Jerry Lewis, US-amerikanischer Schauspieler, Regisseur und Produzent
- 1927 - Wladimir Michailowitsch Komarow, sowjetischer Kosmonaut
- 1928 - Christa Ludwig, deutsche Opernsängerin
- 1928 - Karlheinz Böhm, deutscher Schauspieler und Philanthrop
- 1928 - Rudolf Sigl, deutscher Ordinarius
- 1929 - Nadja Tiller, österreichische Schauspielerin
- 1931 - Theo Altmeyer, deutscher Tenor und Professor für Gesang
- 1932 - Berry Johnson, US-amerikanische Sängerin
- 1932 - Kurt Diemberger, österreichischer Bergsteiger, Filmemacher, Fotograf und Autor
- 1933 - Dieter Wellershoff, Generalinspekteur der deutschen Bundeswehr
- 1934 - Roger Norrington, britischer Dirigent
- 1935 - Teresa Berganza, spanische Sängerin
- 1937 - Amos Tversky, Psychologe
- 1937 - Attilio Nicora, Kardinal der römisch-katholischen Kirche
- 1937 - Huschang Golschiri, Iranischer Schriftsteller
- 1940 - Barbara Stolterfoht, deutsche Sozialpolitikerin
- 1940 - Claus Offe , ein deutscher Politologe
- 1940 - Jan Pronk, UN-Sonderbeauftrager sudanesische Krisenregion Darfur
- 1941 - Bernardo Bertolucci, italienischer Filmregisseur
- 1942 - Jerry Jeff Walker, US-amerikanischer Sänger und Songschreiber
- 1943 - Jerry Goodman, US-amerikanischer Musiker
- 1943 - Kirsten Dene, deutsche Schauspielerin
- 1945 - Polo Hofer, Schweizer Rockmusiker
- 1948 - Michael Bruce, US-amerikanischer Musiker
- 1948 - Wolfgang Wieland, deutscher Politiker
- 1951 - Ray Benson, US-amerikanischer Musiker
- 1953 - Isabelle Huppert, französische Filmschauspielerin
- 1953 - Richard Matthew Stallman, Gründer des GNU-Projektes
- 1956 - Martin Umbach, Schauspieler
- 1957 - Christoph von Bülow, Landesvorsitzender der Schüler Union Niedersachsen
- 1959 - Flavor Flav, einer von zwei Rappern der Hip-Hop Gruppe Public Enemy
- 1959 - Jens Stoltenberg, norwegischer Politiker und Ministerpräsident
- 1961 - Todd McFarlane, kanadisch/US-amerikanischer Comiczeichner
- 1964 - Jörg Schmadtke, ehemaliger Fußballprofi
- 1966 - H.P. Baxxter, deutscher Pop-Musiker
- 1967 - Heidi Zurbriggen, Schweizer Ski-Rennfahrerin
- 1967 - Lauren Graham, US-amerikanische Schauspielerin
- 1974 - Anthony Tieku, ghanaischer Fußballspieler
- 1974 - Zoe Jenny, Schweizer Schriftstellerin
- 1976 - Zhu Chen, chinesische Schachspielerin und Weltmeisterin
- 1980 - Julia Schlecht, deutsche Volleyballspielerin
- 1990 - James Bulger, Mordopfer

Gestorben

James Bulger
- 37 - Tiberius Claudius Nero, zweiter römischer Kaiser
- 455 - Valentinian III., römischer Kaiser
- 1021 - Heribert von Köln, Erzbischof des Erzbistums Köln
- 1072 - Adalbert von Bremen, Erzbischof von Hamburg und Bremen
- 1406 - Ibn Khaldun, islamischer Historiker und Politiker
- 1457 - Ladislaus Hunyadi, ungarischer Staatsmann und Krieger
- 1544 - Ludwig V., Kurfürst von der Pfalz
- 1649 - Jean de Brébeuf, französischer Jesuit
- 1670 - Johann Rudolph Glauber, Apotheker und Chemiker
- 1734 - Andreas Silbermann, deutscher Orgelbauer
- 1736 - Giovanni Battista Pergolesi, italienischer Komponist
- 1738 - George Bähr, deutscher Baumeister
- 1764 - Friedrich August Graf Rutowski, kursächsischer Feldmarschall
- 1805 - Franz Xaver Freiherr von Wulfen, Physiker, Mathematiker, Botaniker und Mineraloge
- 1814 - Karl Friedrich Friesen, deutscher Pädagoge und Freiheitskämpfer
- 1826 - Johann Severin Vater, deutscher Theologe und Sprachforscher
- 1828 - Johann Georg August Galletti, deutscher Historiker und Geograf
- 1838 - Nathaniel Bowditch, US-amerikanischer autodidaktischer Mathematiker, Astronom und Physiker
- 1841 - Felix Savart, französischer Arzt und Physiker
- 1858 - Christian Gottfried Daniel Nees von Esenbeck, deutscher Botaniker und Naturphilosoph
- 1858 - Wilhelm von Brockhausen,preußischer General und Ehrenbürger Wittenbergs
- 1861 - Victoria von Sachsen-Coburg-Saalfeld, Mutter der englischen Königin Victoria
- 1862 - Josef Christian Freiherr von Zedlitz und Nimmersatt, österreichischer Offizier und Dichter
- 1867 - Emil Keßler, deutscher Unternehmer und Gründer der Maschinenfabrik Esslingen
- 1874 - Heinrich Schaumberger, deutscher Dichter und Erzähler
- 1884 - Paul Pogge, Afrikareisender
- 1886 - Georg Varrentrapp, deutscher Mediziner
- 1888 - Ludwig Steub, deutscher Schriftsteller
- 1889 - Ernst Wilhelm Leberecht Tempel, deutscher Astronom und Lithograf
- 1892 - Eduard Franz Ludwig Kullmann, Handwerker, Attentäter
- 1898 - Aubrey Beardsley, britischer Zeichner, Graphiker, Karikaturist und Illustrator
- 1909 - Adalbert Matkowsky, Berliner Schauspieler
- 1916 - Ishi, letzter Überlebender der Yahi-Indianer
- 1919 - Jakow Michailowitsch Swerdlow, sowjetischer Politiker
- 1930 - Miguel Primo de Rivera, spanischer General und Diktator
- 1933 - Alfréd Haar, ungarischer Mathematiker
- 1935 - Aaron Nimzowitsch, baltischer Schachspieler und -theoretiker
- 1935 - John James Richard Macleod, kanadischer Physiologe
- 1937 - Austen Chamberlain, britischer Politiker, Außenminister
- 1938 - Egon Friedell, österreichischer Schriftsteller, Journalist und Schauspieler
- 1938 - Emil Fey, österreichischer Politiker
- 1940 - Selma Lagerlöf, schwedische Kinderbuchautorin
- 1945 - Börries von Münchhausen, deutscher Dichter und Schriftsteller
- 1947 - Anna Ebert, Politikerin
- 1952 - Stephan Weickert, deutscher Politiker
- 1953 - Henrik Herse, deutscher Dramaturg und Schriftsteller
- 1956 - Sergej Wassiljewitsch Jewsejew, russischer Komponist
- 1957 - Constantin Brancusi, rumänischer Bildhauer
- 1957 - Johnny Torrio, italienisch-amerikanischer Gangster
- 1959 - Jops Reeman, niederländischer Fußballspieler
- 1962 - Zenzl Mühsam, Frau des Dichters Erich Mühsam
- 1963 - William Henry Beveridge, englischer Ökonom
- 1970 - Fritz Maenicke, Bildhauer und Restaurator
- 1970 - Tammi Terrell, US-amerikanische Sängerin
- 1971 - Bebe Daniels, US-amerikanische Schauspielerin
- 1975 - T-Bone Walker, US-amerikanischer Musiker
- 1978 - Alfred Müller-Armack, deutscher Nationalökonom und Kultursoziologe
- 1985 - Roger Sessions, US-amerikanischer Komponist
- 1986 - Anna Maria Bieganowski, deutsche Politikerin und MdB
- 1990 - Fritz Ewert, deutscher Fußballspieler
- 1991 - Trude Herr, deutsche Schauspielerin
- 1995 - Heinrich Sutermeister, deutscher Komponist
- 1998 - Eugen Eckert, deutscher Bildhauer und Maler
- 1998 - Wolfgang Grönebaum, deutscher Schauspieler
- 1998 - Sir Derek Barton, britischer Chemiker und Nobelpreisträger
- 2002 - Wolfgang Gruner, deutscher Kabarettist, Schauspieler und Regisseur
- 2004 - William Pickering, US-amerikanischer Weltraumpionier

Feier- und Gedenktage


- erster Tag der Bacchanalien im Alten Rom

Siehe auch


- 15. März - 17. März
- 16. Februar - 16. April
- Historische Jahrestage - Zeitskala
- Wikipedia:Glaskugel - Wikipedia:Formatvorlage Tag 0316 ja:3月16日 ko:3월 16일 simple:March 16 th:16 มีนาคม

William Calley

Lieutenant William Calley, (
- 18. Juni 1943) war der verantwortliche Offizier für ein Kriegsverbrechen, das Massaker von My Lai, und Autor einer Autobiographie. Die Gerichtsverhandlungen Calleys begannen am 17. November 1969. Am 31. März 1971 wurde er zu lebenslänglicher Haftstrafe verurteilt. Schon am darauffolgenden Tag, am 1. April 1971, wurde von Präsident Nixon seine Haftentlassung verfügt. Calley bekam lediglich Hausarrest. Im August 1971 wurde seine nominelle Strafe jedoch auf 20 Jahre verkürzt, und 3 1/2 Jahre später wurde er auch aus dem Hausarrest entlassen. Heute lebt er in Columbus, Georgia, USA. Calley, William Calley, William Calley, William Calley, William Calley, William Calley, William

Vietcong

Die Nationale Front für die Befreiung Südvietnams (aus vietnamesisch Mặt Trận Giải Phóng Miền Nam Việt Nam; franz. Front National de Libération, FNL; engl. National Liberation Front, NLF) wurde von den amerikanischen Soldaten im Vietnamkrieg in Abkürzung der vietnamesischen Wendung Việt Nam Cộng Sản ("Vietnamesischer Kommunist") Viet Cong genannt. Diese Wendung wurde 1954 nach der Teilung Vietnams in die Republik Vietnam (RVN) im Süden und die Demokratische Republik Vietnam (DRV) im Norden durch die Regierung der Republik Vietnam unter Präsident Ngo Dinh Diem als ursprünglich abwertende Bezeichnung aller politischen Gegner gebraucht, zu denen viele Kommunisten gehörten. Später während des Vietnamkrieges bezeichneten die RVN und die US-Regierung mit diesem Ausdruck die Nationale Befreiungsfront (NLF) und die Guerillaarmee, die Vietnamesische Volksbefreiungsarmee (PLAF). (Die NLF und die PLAF gebrauchten niemals diesen Ausdruck als Eigenbezeichnung, und betonten stets, sie seien eine Volksfront aller Anti-RVN Kräfte, Kommunisten oder Nichtkommunisten.) In diesem Sinn wurde "Viet Cong" überwiegend in den USA und in Westeuropa gebraucht. Ein damals weit verbreitetes Schimpfwort für die Vietcong - heute allgemein für Vietnamesen in den USA verwendet - ist "Gook". 1969 bildete die Volksfront die provisorische Republik Süd Vietnam, die nach der Eroberung Saigons 1975 die Macht übernahm und vor der Wiedervereinigung des Landes 1976 unter Führung der kommunistischen Partei Vietnams als Sozialistische Republik Vietnam bestand.

Literatur


- Cuong Ngo-Anh: Vietcong. Anatomie einer Streitmacht im Guerilakrieg, Koblenz 1981.
- Kuno Knöbl: Viet Cong, der unheimliche Feind. Ein Erlebnisbericht mit dokumentarischem Anhang, Wien, München 1966.
- Douglas Pike: Vietkong. Organisation und Technik des revolutionären Freiheitskampfes, Wien, München 1968.

Siehe auch


- Geschichte Vietnams
- Vietnamkrieg
- Indochinakrieg
- Phoenix-Programm
- Viet Minh Kategorie:Vietnamkrieg

Nordvietnam

Vietnam (vietnamesisch Việt Nam, chin. 越南 = Südlich von Yuè) ist ein Staat in Südostasien. Der offizielle Name lautet Sozialistische Republik Vietnam (Cộng Hòa Xã Hội Chủ Nghĩa Việt Nam). Vietnam grenzt an China, Laos, Kambodscha und an das Südchinesische Meer. Nach Jahrzehnten des Krieges war es in den 1980er Jahren eines der ärmsten Länder Asiens. Seit Ende der 1980er Jahre verfolgt das Land eine auf Wirtschaftswachstum ausgerichtete Politik, die die wirtschaftlichen Verhältnisse stetig verbessert hat und das Land dem Status eines Schwellenlandes angenähert hat.

Geographie

Hauptartikel: Geographie Vietnams Vietnam ist mit 331.688 Quadratkilometern Größe etwas kleiner als Deutschland. Flachland macht nur etwa 20 % der Fläche aus. Der Rest sind bergige (40 %) oder hügelige Gebiete (40 %). Der Norden setzt sich aus dem Delta des Roten Flusses und den Hochländern im Nordwesten mit dem Phan-xi-păng (3143 m) zusammen. Im Süden gibt es neben flachen Küstengebieten das Delta des Mekong, Gebirge und das Hochplateau Tay Nguyen. Tay Nguyen Das Klima ist tropisch und vom Monsun geprägt. Im Gegensatz zum Süden kühlt es in Nordvietnam von November bis April deutlich ab. Temperaturen schwanken zwischen 5° C und 37° C und die Niederschläge zwischen 1200 und 3000 cm pro Jahr. Die Luftfeuchtigkeit beträgt durchschnittlich 84 %. Die wichtigsten Städte des Landes sind Hà Nội und Thành phố Hồ Chí Minh (Ho-Chi-Minh-Stadt). Weitere bedeutende Städte sind Cần Thơ, Đà Nẵng, Hải Phòng Nha Trang, und Huế. Siehe auch: Liste der Städte in Vietnam

Bevölkerung

Die Bevölkerungszahl Vietnams wird auf etwa 83,5 Millionen Menschen geschätzt, was in etwa der Bevölkerung Deutschlands entspricht. Die Bevölkerung ist im Schnitt sehr jung: Landesweit sind etwa 30 % der Menschen unter 14 Jahre alt, und nur etwa 5 % sind über 65. Das Bevölkerungswachstum wird auf 1,3 bis 1,4 % geschätzt. Die Geburtenrate ist tendenziell rückläufig, während aufgrund verbesserter medizinischer Bedingungen die Sterberate ebenfalls sinkt. Die Lebenserwartung liegt momentan bei 64 Jahren für Männer und 68 Jahren für Frauen. Die Mehrheit der Bevölkerung lebt in den dicht besiedelten Gebieten der Mündungsdeltas vom Roten Fluss und Mekong, in denen Landwirtschaft vorherrscht. Trotz der agrarischen Prägung leben bereits rund 25 % der Vietnamesen in den urbanen Regionen der großen Städte, und die Zuwanderung aus den wirtschaftlich wenig entwickelten ländlichen Gebieten (Landflucht) nimmt stetig zu. Etwa 88 % der Bevölkerung sind ethnische Vietnamesen ("Viet", oder Kinh). Daneben sind 53 ethnische Minderheitengruppen anerkannt. Die größte davon sind die "Auslandschinesen" (vietnamesisch: "Hoa"), deren Zahl auf etwa 1,2 Millionen geschätzt wird. Die Mehrzahl von ihnen sind Nachfahren von Einwanderern, die 1644, nach dem Zusammenbruch der Ming-Dynastie, ins Land gekommen waren. Weitere Volksgruppen sind Thai, Khmer (vor allem im Süden, der Region des Mekong-Deltas, die über Jahrhunderte zu Kambodscha gehörte) und die, unter der Sammelbezeichnung "Bergvölker" (Montagnards) bekannten, Bewohner der Bergregionen. Letztere, die als die ursprünglichen Bewohner des kontinentalen Südostasiens gelten, wurden im Verlauf der Geschichte in Vietnam, Thailand, Myanmar und Laos von den zugewanderten Mehrheitsvölkern aus den fruchtbareren Regionen der Flussebenen und Küsten in die unzugänglichen Bergregionen verdrängt. Diese Völker sind bis heute von der wirtschaftlichen Entwicklung dieser Länder weitgehend abgeschnitten und leben in vergleichsweiser Armut. Kultur und Sprache der Minderheiten unterscheiden sich meist sehr stark von jener der Vietnamesen. Da Angehörige der "Bergvölker" im Indochinakrieg und im Vietnamkrieg jeweils auf Seiten Frankreichs bzw. der USA kämpften, gab es nach der Wiedervereinigung Vietnams Repressionen gegen diese Völker, und sie sind in der Gesellschaft teils nicht gut angesehen. Der Human Development Index von Vietnam, der neben dem Wirtschaftswachstum auch die Lebenserwartung und das Bildungsniveau sowie die Alphabetisierungsrate berücksichtigt, lag 2004 bei 0,69 (Platz 112 von 177 Staaten). Danach ist die Lebensqualität etwa vergleichbar mit der in vielen arabischen oder südamerikanischen Ländern. Sie ist besser als die in den südostasiatischen Entwicklungsländern (Kambodscha, Laos, Myanmar), reicht aber nicht an die in den Schwellenländern der Region heran.

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte Vietnams Vietnam hat eine über 2.700 Jahre alte Geschichte. Etwa eintausend Jahre lang wurde es von China beherrscht. Es erlangte im 10. Jahrhundert die Unabhängigkeit. Nach dem 2. Weltkrieg versuchte Frankreich die Kontrolle über Vietnam zurückzugewinnen, scheiterte aber nach einem einige Jahre dauernden Krieg. Nach der Indochinakonferenz wurde das Land vorübergehend in Süd- und Nordvietnam aufgeteilt, bis Wahlen in beiden Landesteilen stattfinden sollten. Während des Kalten Krieges wurde der Norden vor allem durch die Sowjetunion und der Süden vor allem durch die USA unterstützt. In Südvietnam wurden US-Truppenteile stationiert. Da die geplanten landesweiten Wahlen von Südvietnam und den USA verhindert wurden, konnte eine Wiedervereinigung zunächst nicht durchgeführt werden. Es entstanden Spannungen zwischen den beiden Teilstaaten, insbesondere jedoch auch zwischen den USA und Nordvietnam, die 1964 schließlich zum Vietnamkrieg führten, in dem neben anderen Beteiligten Nordvietnam und der Nationalen Front für die Befreiung Südvietnams (bekannt als Vietcong) gegen Südvietnam und die USA kämpften. Heute ist bekannt, dass die US-Regierung ein nicht vorhandenes Gefecht und einen Angriff auf US-Schiffe vortäuschen ließ, um dann mit diesem Vorwand nordvietnamesisches Gebiet zu bombardieren (zweiter Tonkin-Zwischenfall). Bis 1973 zogen sich die US-amerikanischen Truppen aus dem Land zurück. 1975 hatten die Nordvietnamesen und der Vietcong Südvietnam vollständig erobert. Kennzeichnend dafür und als Ende des Krieges angesehen ist der Fall von Saigon. 1976 wurde Vietnam offiziell unter dem heutigen Staatsnamen wiedervereinigt. 1979 beendete Vietnam durch einen Krieg die Herrschaft der international des Massenmords verdächtigten Roten Khmer in Kambodscha und verhalf dem Land damit wieder zu etwas Stabilität. Daraufhin startete China eine Strafoffensive gegen Vietnam, die jedoch scheiterte. siehe auch: Vietnamkrieg

Politik

Die erste Verfassung Vietnams wurde im November 1946 verabschiedet. Sie legte die Unteilbarkeit des Landes sowie die Gleichheit aller Bürger des Landes fest. Die vietnamesische Verfassung wurde zuletzt 2002 modifiziert. Sie legt fest, dass die Nationalversammlung als Parlament das oberste repräsentative Organ ist, welches alle fünf Jahre in freien, gleichen und geheimen Wahlen bestimmt wird. Die 450 Mitglieder der Versammlung wählen einen Vorsitzenden und ein Komitee. Mindestens zweimal jährlich muss die Nationalversammlung eine Vollversammlung abhalten. Der Staatspräsident, der Premierminister, der Vorsitzende des Obersten Volksgerichtes und der Vorsitzende der Obersten Kontrollbehörde werden von der Nationalversammlung gewählt. In der Verfassung werden die Kompetenzen von Staatspräsident und Premierminister bestimmt. Artikel 4 der Verfassung legt die führende Rolle der Kommunistischen Partei Vietnams fest. Über die Politik und die Zukunft des Landes wird daher auf den Parteikongressen entschieden. Vietnam ist damit eines der wenigen noch verbliebenen kommunistischen Regimes. Die Verfassung Vietnams räumt auch allen Bürgern Grundrechte wie Redefreiheit, Pressefreiheit, Versammlungsfreiheit, Glaubensfreiheit usw. ein, obwohl diese Rechte in der Praxis häufig eingeschränkt werden.

Außenpolitik

Während des Vietnamkrieges und danach war Vietnam in Südostasien weitgehend isoliert. Die USA hatten ein Wirtschaftsembargo verhängt und drängten auch andere Staaten, Vietnam zu boykottieren. Speziell nach dem Einmarsch in Kambodscha waren auch die Beziehungen zur Volksrepublik China so gespannt, dass an der vietnamesisch-chinesischen Grenze ein Krieg ausbrach. Vietnam integrierte sich deshalb sehr stark in den RGW. Aus der Isolation kam das Land erst nach dem Rückzug aus Kambodscha heraus. In den 1990er Jahren entspannten sich die Beziehungen zu allen Nachbarstaaten. Im Jahre 1991 nahm das Land wieder diplomatische Beziehungen zu China auf. Die USA hoben ihr Embargo gegen Vietnam auf und so wurde der Beitritt
- zur Weltbank,
- zum internationalen Währungsfonds und
- zur Asiatischen Entwicklungsbank möglich. Im Juli 1995 trat Vietnam der ASEAN bei, 1998 dem APEC. Vietnam ist jedoch noch nicht Mitglied der WTO, hat aber einen Beobachterstatus und einen Mitgliedsantrag gestellt. Grenzstreitigkeiten gibt es mit einer Reihe von Staaten um die Spratly-Inseln im Südchinesischen Meer. Sie liegen in einem Gebiet, in dem Erdöl vermutet wird.

Rechtssystem und Polizei

Nach der Einführung von marktwirtschaftlichen Reformen zeigte sich bald, dass Vietnam Rechtssicherheit und entsprechende Gesetze braucht, um mehr Investitionen aus dem Ausland anzuziehen. Seitdem wurden viele Gesetze nach europäischem oder nordamerikanischem Vorbild erlassen. Die Rechtsprechung bleibt jedoch schwach, obwohl mit einer Reihe ausländischer Organisationen zusammengearbeitet wird, um Richter besser auszubilden. In der vietnamesischen Polizei ist wegen niedriger Gehälter die Korruption ein großes Problem. Insbesondere Ho-Chi-Minh-Stadt ist bekannt dafür, dass Taxifahrer, die Ausländer befördern, wegen eines erfundenen Deliktes angehalten und bestraft werden, wobei vom Ausländer erwartet wird, dass er die Strafe übernimmt. Auf Drogenschmuggel steht in Vietnam, wie in mehreren anderen asiatischen Staaten auch, die Todesstrafe, womit verhindert werden soll, dass im Zuge von Doi Moi, verringerter Kontrolle des Individuums durch den Staat und fortschreitender Verwestlichung die sogenannten sozialen Übel um sich greifen.

Militär

Die Vietnamesische Volksarmee hat etwa 480.000 Soldaten. Es existiert eine allgemeine Wehrpflicht für alle Männer ab der Vollendung des 17. Lebensjahres. Trotz der großen Heeresstärke wird die Schlagkraft des vietnamesischen Militärs als niedrig eingeschätzt, da es mit weitgehend veralteter Technik ausgestattet ist. In der jüngeren Vergangenheit war die Volksarmee trotzdem in der Lage, in Kambodscha die Roten Khmer zu stürzen und die Strafexpedition Chinas zurückzuschlagen. Der Anteil der Ausgaben für die Verteidigung am Staatshaushalt beläuft sich auf etwa 0,5 % oder eine Milliarde Dollar.

Administrative Gliederung

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