Home About us Products Services Contact us Bookmark
:: wikimiki.org ::
Observatorium

Observatorium

Eine Sternwarte (oder ein Observatorium v. lat.: observare = beobachten) ist heutzutage ein Ort mit wissenschaftlichen Instrumenten, oft Teleskopen, für die Beobachtung des Weltraums.

Merkmale

Weltraum] Das Erscheinungsbild einer heutigen Sternwarte ist in der Regel durch eine oder mehrere Kuppeln gekennzeichnet, die einerseits zur Beobachtung geöffnet und in die gewünschte Richtung gedreht werden können, andererseits aber im geschlossenen Zustand das darunter aufgestellte Instrument schützen. Die Instrumente selbst (vor allem die Teleskope) sind zum Schutz vor Erschütterungen auf eigenen, vom übrigen Gebäude getrennten Sockeln montiert. Der Begriff Observatorium wird auch noch für Satelliten, die Teleskope tragen, verwendet. Typischerweise befinden sich mehrere Teleskope bzw. Instrumente auf einem Satellit, die meist alle das selbe Ziel beobachten, seltener auch getrennt gesteuert werden können. Eine Sternwarte, die hauptsächlich zum Zweck von Führungen und der Erwachsenenbildung betrieben wird, nennt man auch Volkssternwarte. Ein ähnliches Ziel wie Volkssternwarten verfolgen Schulsternwarten und werden gelegentlich auch gemeinsam betrieben. Weiter gibt es auch Privatsternwarten, die von einzelnen Amateurastronomen oder Vereinigungen betrieben werden, und in Einzelfällen ebenfalls der Öffenlichtkeit Beobachtungsmöglichkeiten bieten. Sternwarten sind nicht mit Planetarien zu verwechseln. In ersteren kann man tatsächliche Objekte beobachten, während letztere die Himmelsobjekte künstlich projizieren. Im weiteren Sinn werden auch Bauwerke, die durch ihre besondere Konstruktion die Festlegung bestimmter astronomischer Besonderheiten, wie z.B. den Tag der Wintersonnenwende, ermöglichen, als Observatorium bezeichnet. Bei dieser Art von Bauwerken, die zu meist einer vorgeschichtlichen Phase der verschiedensten Kulturen zuzurechnen sind, handelt es sich meist um sogenannte Sonnenobservatorien, da von hier aus vor allem der Lauf der Sonne beobachtet wurde. Siehe z.B. Sonnenobservatorium von Goseck oder Stonehenge.

Geschichte

Das derzeit als ältestes datiertes Observatrorium der Vorgeschichte ist das Sonnenobservatorium von Goseck aus ca. 5000 v. Chr.. Andere Anlagen stammen aus Zeiten ab ca. 3000 v. Chr. (Stonehenge und die Pyramiden der Vorgeschichte). Im Spätmittelalter und der Zeit danach entstanden die ersten Vorläufer der „klassischen“ Sternwarten. Sie beheimateten Instrumente zur Vermessung von Sternörtern, z.B. Quadranten oder Astrolabien. Beispiele sind Sternjeborg, die Sternwarte Tycho Brahes oder die Sternwarte des Ulug Beg. Nach Erfindung des Teleskops 1608 entstanden dann die ersten Sternwarten im heutigen Sinne. Diese waren zunächst Teile physikalischer Kabinette, wie sie von Adligen und anderen Gönnern nach und während der Aufklärung unterhalten und gefördert wurden. Es handelte sich oft um ausgebaute Dachgeschosse, angebaute Türme oder dergleichen. Eigenständige Sternwartenbauten wurden oft als Türme ausgeführt, wie die Mannheimer Sternwarte. In diese Zeit fällt auch zum Beispiel der Bau des Royal Greenwich Observatory 1675. Die erste Sternwarte, bei der die Instrumente in ein ebenerdiges Gebäude gestellt wurden, war die Seeberg-Sternwarte, die 1790 in Betrieb genommen wurde. Die erste Schulsternwarte Deutschlands wurde 1872 im ostsächsischen Bautzen gegründet. Für die Qualität der Beobachtung ist ein möglichst dunkler Himmel wichtig. Daher waren bis zum Ende des 19. Jahrhunderts Sternwarten mit konkurrenzfähiger Forschung nahe oder sogar in Städten die Regel, oft auch um dem Geldgeber, im allgemeinen dem lokalen Fürstenhof, nahe zu sein. Das Anwachsen der Städte und der damit verbundene Lichtsmog, der die Beobachtungen in zunehmendem Maß beeinträchtigte, führte im 20. Jahrhundert zu einem Ausweichen in immer abgelegenere und vom Lichtsmog noch nicht betroffene Gebiete wie etwa in Gebirgen, zunächst in näher gelegene Gebirge wie die Pyrenäen oder die Alpen und schlieslich in Gebiete weit abseits größerer Ansiedlungen und mit klarer und ruhiger Luft, wie etwa auf dem Mauna Kea auf Hawaii oder in der Atacama-Wüste in Chile. Gleichzeitig ermöglichte der technologische Fortschritt die Anfertigung immer größerer Teleskope, die immer schwächere Lichtmengen auffangen können und so Beobachtungen in immer größere Tiefen des Weltalls erlauben. Auch diese Instrumente gelangen durch die natürliche Unruhe der Luft an Grenzen. Leistungsfähige Adaptive Optiken sind zwar in der Lage, diesen Nachteil fast vollständig zu korrigieren, aber üblicherweise nur in sehr kleinen Bildfeldern. Ein Ausweg bot sich in der Konstruktion von Weltraumteleskopen, die Beobachtungen außerhalb des störenden Einflusses der Atmosphäre ermöglichen wie etwa das Hubble-Weltraumteleskop. Darüber hinaus wurden Weltraumteleskope entwickelt, um Beobachtungen in Spektralbereichen zu ermöglichen, die vom Boden aus unzugänglich sind, wie etwa im fernen Infrarot oder im Bereich der Röntgenstrahlung.

Einzelne Sternwarten und Observatorien

Sternwarten in Deutschland heutzutage (Auswahl)

Forschungsinstitute

Röntgenstrahlung
- Bonn: Hoher List
- Hamburg: Hamburger Sternwarte in Bergedorf
- Heidelberg: Landessternwarte Heidelberg-Königstuhl
- Sonneberg: Sternwarte Sonneberg
- Tautenburg: Thüringer Landessternwarte

Volkssternwarten

Thüringer Landessternwarte, Volkssternwarte von 1930]]
- Aachen: Volkssternwarte Aachen
- Bad Kreuznach: Volkssternwarte Bad Kreuznach
- Bad Nauheim: Volkssternwarte Wetterau
- Bielefeld: Volkssternwarte Ubbedissen
- Berlin: Archenhold-Sternwarte, Wilhelm-Foerster-Sternwarte
- Bonn: Volkssternwarte Bonn
- Buchloe: Volkssternwarte Buchloe
- Darmstadt: Volkssternwarte Darmstadt
- Ennepetal: Volkssternwarte Ennepetal
- Hagen: Volkssternwarte Hagen
- Hannover: Volkssternwarte Geschwister Herschel Hannover e.V.
- Jena: Volkssternwarte Urania Jena
- Köln: Volkssternwarte Köln
- Mainz: Volkssternwarte Mainz
- München: Bayerische Volkssternwarte München e V
- Nürnberg: Regiomontanus-Sternwarte
- Radebeul: Volkssternwarte Radebeul
- Recklinghausen: Volkssternwarte Recklinghausen
- Regensburg: Volkssternwarte Regensburg
- Solingen: Sternwarte Solingen
- Tübingen: Volkssternwarte Tübingen
- Würzburg: Volkssternwarte Würzburg

Sonstige Sternwarten


- Augsburg: Sternwarte Diedorf
- Bautzen: Schulsternwarte "Johannes Franz"
- Berlin: Bruno-H.-Bürgel-Sternwarte
- Bernau: Sternwarte Bernau
- Bochum: Sternwarte Bochum
- Bremen: Walter-Stein-Sternwarte
- Duisburg: Rudolf-Römer-Sternwarte
- Essen: Walter-Hohmann-Sternwarte
- Heppenheim: Starkenburg-Sternwarte
- Herne: Sternwarte Herne
- Kiel: Sternwarte Kiel
- Lübeck: Sternwarte Lübeck
- Melle: Sternwarte des Naturwissenschaftlichen Vereins Osnabrück und EXPO-Sternwarte
- Stuttgart: Sternwarte Stuttgart Siehe auch Weblinks unten.

Sternwarten in Österreich (Auswahl)


- Wien: Universitätssternwarte Wien, Kuffner-Sternwarte, Urania
- Niederösterreich: Leopold Figl-Observatorium
- Linz: Johannes-Kepler-Sternwarte Siehe auch Weblinks unten.

Historische Sternwarten (Auswahl)


- Berlin: Neue Berliner Sternwarte, 1835 bis 1913
- Gotha: Sternwarte Gotha, 1790 bis 1934, bzw. Seeberg-Sternwarte
- Leipzig: Sternwarte Leipzig, 1790-1956
- Mannheim: Mannheimer Sternwarte, 1774 bis 1880

Andere Sternwarten (Auswahl)


- Spanien: Calar-Alto-Observatorium, Roque de Los Muchachos Observatorium,
- Großbritannien: Royal Greenwich Observatory
- USA: Kitt-Peak-Nationalobservatorium, Lick-Observatorium, Large Binocular Telescope, Mauna Kea Observatorium, Mount Palomar, Mount-Wilson-Observatorium, Yerkes-Observatorium
- Chile: La Silla (ESO), Paranal-Observatorium (ESO)
- Russland: Abas-tuman im Transkaukasus, Krim-Observatorium, Pulkowo-Observatorium, Selentschuk Observatorium
- Australien: Mount-Stromlo-Observatorium, Siding Spring Observatorium

Im Luftraum (Auswahl)


- Stratoscope
- Kuiper Airborne Observatory
- SOFIA

Im Weltall (Auswahl)


- Hubble-Weltraumteleskop (NASA/ESA)
- Spitzer-Weltraumteleskop (NASA)
- XMM-Newton-Weltraumteleskop (ESA)
- Chandra-Weltraumteleskop (NASA)

Vor- und frühgeschichtliche Bauten mit astronomischem Bezug (Auswahl)


- Stonehenge
- Pyramiden von Gizeh
- Sonnenobservatorium von Goseck
- Sonnenobservatorien der Maya, z.B. auf dem Monte Alban

Weblinks


- [http://www.dmoz.org/World/Deutsch/Wissenschaft/Naturwissenschaften/Astronomie/Observatorien/%c3%96ffentliche_Sternwarten/ Verzeichnis öffentlicher Sternwarten] im Open Directory Project
- [http://www.ari.uni-heidelberg.de/AG/agastroinst.html Verzeichnis Astronomischer Institute im deutschsprachigen Raum - als Liste] bei der Astronomsichen Gesellschaft, ca. die Hälfte sind Sternwarten
- [http://www.sternklar.de/gad/Volkssternwarten.htm Verzeichnis der Volkssternwarten im deutschsprachigen Raum] im German Astronomical Directory
- [http://beam.to/astronomie Sternwarten in Österreich] Kategorie:Bodengebundenes Observatorium Sternwarte ja:天文台

Latein

Als Latein bzw. Lateinisch (lat. lingua Latina: „lateinische Sprache“) bezeichnet man die Sprache, die ursprünglich vom Volksstamm der Latiner gesprochen wurde, der Bewohner von Latium mit Rom als Zentrum. Innerhalb der indogermanischen Sprachen gehört Latein zur Gruppe der italischen Sprachen. Es bildete die Grundlage für alle heutigen romanischen Sprachen.

Entwicklung

romanischen Sprachen Ursprünglich in Rom und dem umliegenden Gebiet (Latium) gesprochen, wurde Latein später an humanistischen Gymnasien unterrichtet. Neben Griechisch war Latein die Amtssprache des römischen Reiches. Wegen der kulturellen Überlegenheit des Ostens verlor es dabei zeitweise in Nordafrika und selbst in Rom seine Vorrangstellung. So war die Liturgiesprache der römischen Christen bis um 300 das Griechische. In dieser Zeit drangen viele griechische Lehnwörter ins Lateinische ein. Während der Spätantike begannen sich verschiedene Volkssprachen, aus denen im Mittelalter die romanischen Sprachen entstehen sollten, phonetisch und grammatikalisch von der lateinischen Hochsprache wegzuentwickeln. Doch noch im 6. Jahrhundert entstanden hochsprachliche lateinische Werke. Im Oströmischen Reich war Latein bis ins frühe 7. Jahrhundert neben Griechisch eine der beiden Amtssprachen. Im Westen übernahmen die Germanen mit den Grundelementen der spätrömischen Verwaltung auch die lateinische Sprache, die in der Administration bis in die frühe Neuzeit vorherrschend blieb. Seit der Völkerwanderung und der Christianisierung der (zunächst zumeist arianischen) Germanenvölker wurde Latein im Westen des früheren Römischen Reiches und in den römisch-katholischen Folgestaaten die Sprache des Klerus (Kirchenlatein), der Rechtswissenschaft (Glossatoren) und der sich bildenden Hochschulen (studia generalia). Es bildete somit die Schriftsprache, vor allem für das kirchliche und weltliche Urkundenwesen (Diplomatik) im frühen Europa. In völkerrechtlichen Verträgen (z. B. im Westfälischen Frieden von 1648) dominierte Latein bis in das 17. Jahrhundert hinein. Es bildet noch bis ins 20. Jahrhundert den Affixvorrat für die Fachterminologie in den Wissenschaften und verliert durch die fortschreitende Absorption in die englische und andere Sprachen lediglich an direkter, nicht jedoch an indirekter Bedeutung. Es wird noch an vielen Schulen unterrichtet.

Antike

Antike Schreibweise

Die lateinische Sprache wurde ursprünglich als scriptio continua, d. h. als zusammenhängender Fluss von Zeichen ohne Zwischenräume geschrieben. Auch Satzzeichen und Kleinbuchstaben wurden in der Antike nicht verwendet. Auf Wachstafeln war nämlich wenig Platz zum Schreiben, und Papyrus war teuer. Die antiken lateinischen Texte sind für uns heute daher schwer zu lesen. Vergleiche folgendes Beispiel: Alte Schreibweise: AVREAPRIMASATAESTAETASQVAEVINDICENVLLO SPONTESVASINELEGEFIDEMRECTVMQVECOLEBAT POENAMETVSQVEABERANTNECVERBAMINANTIAFIXO AERELEGEBANTVRNECSVPPLEXTVRBATIMEBAT IVDICISORASVISEDERANTSINEVINDICETVTI NONDVMCAESASVISPEREGRINVMVTVISERETORBEM MONTIBVSINLIQVIDASPINVSDESCENDERATVNDAS NVLLAQVEMORTALESPRAETERSVALITORANORANT NONDVMPRAECIPITESCINGEBANTOPPIDAFOSSAE NONTVBADIRECTINONAERISCORNVAFLEXI NONGALEAENONENSISERANTSINEMILITISVSV MOLLIASECVRAEPERAGEBANTOTIAGENTES Heutige Schreibweise: Aurea prima sata est aetas, quae vindice nullo, sponte sua, sine lege fidem rectumque colebat. poena metusque aberant nec verba minantia fixo aere legebantur, nec supplex turba timebat iudicis ora sui, sed erant sine vindice tuti. nondum caesa suis, peregrinum ut viseret orbem, montibus in liquidas pinus descenderat undas, nullaque mortales praeter sua litora norant. nondum praecipites cingebant oppida fossae, non tuba directi, non aeris cornua flexi, non galeae, non ensis erant: sine militis usu mollia securae peragebant otia gentes. Auszug aus Ovids Metamorphosen: Die Schöpfung (Das goldene Zeitalter) Details zu den verwendeten Buchstaben finden sich in dem Artikel Lateinisches Alphabet. Siehe zu diesem Thema auch: Paläografie (dort Lateinische Paläografie), Capitalis, Versalschrift und Majuskel.

Antike Aussprache

Auf die antike Aussprache der lateinischen Sprache wird im Artikel Lateinische Aussprache eingegangen.

Literatur

Mit Antiker Literatur des Lateinischen beschäftigt sich u. a. der Artikel Lateinische Literatur.

Gegenwart

Auch heute ist Latein noch an vielen Gymnasien aller Fachrichtungen zu finden. Etwa ein Drittel aller Gymnasiasten im deutschen Sprachraum lernt Latein als erste, zweite oder dritte Fremdsprache. An humanistischen Gymnasien wird dem Lateinischen, neben dem Griechischen, noch eine herausgehobene Bedeutung zugemessen, was früher auf eine aktive Beherrschung des Lateinischen zielte. Tatsächlich werden auch heute noch für zahlreiche Studiengänge das Latinum oder Lateinkenntnisse gefordert, insbesondere in zahlreichen geisteswissenschaftlichen Fächern. Das Latinum ist als Studienvoraussetzung für die Fächer Medizin und Jura weitestgehend abgeschafft, häufig aber nicht in Fächern wie Anglistik, Philosophie oder sogar Musikwissenschaften. Unabhängig von den Studienanforderungen wird von Befürwortern des Lateins betont, dass das Erlernen der lateinischen Sprache weiterhin Basis für die korrekte Verwendung von Fremdwörtern sei, das Erlernen anderer romanischer Sprachen wesentlich erleichtere und erhebliche Transfer-Effekte für die Denkschulung aufträten. Das Übersetzen lateinischer Texte fördere auf Grund der erheblichen Komplexität vieler lateinischer Sätze auch das logische Denken. Von den Gegnern ist hingegen zu hören, dass die Auseinandersetzung mit jeder Art von Grammatik, egal welcher Sprache, das strukturierte Denken fördere, und dass das Erlernen moderner romanischer Sprachen, welche im Gegensatz zu Latein noch gebraucht werden, mindestens ebenso gut dazu geeignet sei, die zahlreichen lateinischen Lehnwörter im Deutschen korrekt zu verwenden und andere romanische Sprachen zu erlernen. In der Tat sind viele gesamtromanische, also in allen romanischen Sprachen auftretende Wörter nicht im klassischen Latein vorhanden und müssen dann neu gelernt werden: guerra „Krieg“, testa „Kopf“, cavallo „Pferd“, mangiare/manger „essen“, andare
-
„gehen“ , boc(c)a/bouche „Mund“, blanco/blanc „weiß“, die Himmelsrichtungen etc. Viele dieser Wörter erklären sich nämlich aus dem umgangssprachlichen oder dem späten Latein oder stammen aus der Soldatensprache, also aus Varietäten, die nicht in der Schule gelehrt werden. Aus deutschen und US-amerikanischen Untersuchungen geht hervor, dass zwischen absolviertem Lateinunterricht und der Beherrschung der englischen Sprache in Schrift und vor allem Wort eine signifikante Korrelation besteht. Ein kausaler Zusammenhang ist allerdings nicht nachgewiesen worden – möglicherweise macht eine hohe sprachliche Begabung eines Kindes die Wahl des als schwierig geltenden Latein wahrscheinlicher. Da auch im modernen Lateinunterricht die Sprachproduktion eindeutig der Rezeption (Leseverstehen) untergeordnet ist, glauben viele, Latein falle Menschen mit ausgeprägter Begabung für Mathematik und formelle Denkvorgänge generell leichter als andere Fremdsprachen, wohingegen Menschen mit ausgeprägter Begabung für intuitives Erlernen von Sprachen andere Fremdsprachen leichter fänden. Dieser Zusammenhang lässt sich allerdings nicht häufig verifizieren: Die Erfahrung zeigt, dass die Schülerleistungen in Latein überwiegend Hand in Hand mit denen in der Muttersprache und anderen Fremdsprachen gehen.

Modernes Latein

Auch heute werden deutsch-lateinische Lexika aufgrund neulateinischen Wortgutes herausgegeben, z. B. das „lexicon auxiliare“ oder das vom Vatikan herausgegebene „lexicon recentis latinitatis“, welches erst im Jahre 2004 eine Neubearbeitung erfuhr. Der finnische Rundfunksender YLE (Yleisradio) verbreitet Wochennachrichten in neulateinischer Sprache. Radio Bremen veröffentlicht regelmäßig die Nuntii Latini in schriftlicher und gesprochener Version. Seit April 2004 veröffentlicht auch die deutschsprachige Redaktion bei Radio Vatikan Nachrichten auf Lateinisch. Dabei handelt es sich um ursprünglich deutsche Meldungen. Gero P. Weishaupt übersetzt sie für die Redaktion ins Lateinische. Sehr beliebt ist auch die lateinische Fassung der Asterix-Comics, die der deutsche Altphilologe Graf v. Rothenburg (Rubricastellanus) verfasst hat. Der Autor Nikolaus Groß, beruflich seit zehn Jahren Deutsch-Lektor in der südkoreanischen Hauptstadt, hat 2004 eine komplett latinisierte Übertragung von Patrick Süskinds Das Parfum im Brüsseler Verlag der Fundatio Melissa, einem überregionalen Verein zur Pflege des gesprochenen Lateins, veröffentlicht. Dem Buch ist mit dem „Glossarium Fragrantiae“ eine größere Liste aktualisierter Neuschöpfungen beigegeben. Vom selben Wortartisten existiert des weiteren ein Buch über den Baron Mynchusanus (Münchhausen). 2003 erschien bereits der erste Teil der Harry Potter-Bücher von J. K. Rowling auf Latein (Harrius Potter et Philosophi Lapis). Daneben gibt es noch viele weitere Übersetzungen „klassischer“ Werke ins Lateinische, so zum Beispiel Karl Mays Winnetou III, oder Der kleine Prinz (Regulus) von St. Exupéry. Durch das Internet ist die Verfügbarkeit alter lateinischer Texte sowie das Entstehen neuer lateinischer Texte erheblich begünstigt worden. Inzwischen gibt es sogar lateinische Fassungen von Popsongs. Daneben entstehen auch neue Popsongs in lateinischer Sprache, etwa Cursum Perficio, gesungen von Enya, Liberatio, eines von vielen lateinischen Musikstücken der Gruppe „Krypteria“, oder bei Gruppen der Dark Wave bzw. Gothic (Jugendkultur). Roma Ryan hat neben Cursum Perficio für Enya noch weitere Songs in lateinischer Sprache verfasst. In Internetforen wie Grex Latine Loquentium kommunizieren Teilnehmer aus vielen Ländern ausschließlich in Latein. In der klassischen beziehungsweise neoklassischen Musik findet Latein ebenfalls Verwendung. So hat etwa der niederländische Komponist Nicholas Lens auf seinem Werk Flamma Flamma ein lateinisches Libretto vertont, für sein Werk Terra Terra hat Lens selbst ein Libretto in lateinischer Sprache verfasst. Nicht zu vergessen sind auch die zahlreichen Vertonungen lateinischer Gedichte wie z. B. von Jan Novák. Carl Orff unterlegte mehreren seiner Vokal-Kompositionen Texte in Latein oder Griechisch. Igor Strawinski ließ das nach Sophokles von Jean Cocteau in französischen Versen verfasste Libretto zu Ödipus Rex“ von Jean Daniélou ins Lateinische übersetzen. Das Lehrbuch Lingua Latina per se illustrata des dänischen Autors Hans H. Ørberg hat die bisher hauptsächlich für den Unterricht in modernen Sprachen eingesetzte einsprachige Lehrmethode auf den altsprachlichen Unterricht übertragen. Das Lehrbuch erfreut sich in verschiedenen Ländern einer steigenden Beliebtheit.

Latein in den Wissenschaften

In der Biologie erfolgt die Namensbildung der wissenschaftlichen Namen lateinisch und griechisch, wobei neuere Vorschläge vorsehen, die Regeln nur aus der lateinischen Sprache zu entnehmen. In der Medizin sind die anatomischen Fachbegriffe lateinisch, für die einzelnen Organe wird zusätzlich auch latinisiertes Griechisch verwendet. Die Krankheitsbezeichnungen leiten sich aus dem Griechischen ab. Zahlreiche Sprichwörter haben einen lateinischen Ursprung und sind teilweise auch in der deutschen Übersetzung zu geflügelten Worten geworden. In den Rechtswissenschaften existieren verschiedene lateinische Lehrsätze und Fachbegriffe (Latein im Recht). Auch in der Geschichtswissenschaft spielt vor allem Latein weiterhin eine große Rolle. In der Meteorologie werden lateinische Begriffe in der Wolkenklassifikation eingesetzt.

Latein in der katholischen Kirche

Latein ist neben Italienisch die Amtssprache des Vatikanstaats. Die katholische Kirche veröffentlicht alle amtlichen Texte von weltkirchlicher Bedeutung in Latein. Das gilt für die liturgischen Bücher, den Katechismus, den Codex des kanonischen Rechts sowie die päpstlichen Rechtsvorschriften (canones, decretales) und Rundschreiben (Enzykliken). Bis zum zweiten Vatikanischen Konzil (1962–1965) war Latein die offizielle Gottesdienstsprache und ist dies (laut Sacrosanctum Concilium) offiziell noch heute, wobei andere Sprachen jedoch gleichfalls erlaubt sind. Tatsächlich werden nur noch sehr wenige Gottesdienste in Latein gehalten. Der gegenwärtig amtierende Papst Benedikt XVI. bevorzugt bei seinen Messen aber das Lateinische vor dem Italienischen. Siehe auch: Lateinische Kirche

Referenzlisten


- Lateinische Präpositionen
- Liste lateinischer Ortsnamen
- Liste lateinischer Präfixe
- Liste lateinischer Redewendungen
- Liste lateinischer Suffixe
- Liste von lateinischen Palindromen
- Lateinische Zahlwörter

Siehe auch


- Grammatik des Lateinischen
- Lateinische Aussprache
- Lateinische Sprichwörter
- Küchenlatein
- Vulgärlatein
- Mittellatein
- Lateinische Literatur
- Sprachen im Römischen Reich
- Jägerlatein
- Panlatinismus

Weblinks


- [http://www.commtec.de/wb/ Wörterbuch Latein-Deutsch-Latein auxilium online (mit Download-Möglichkeit)]
- [http://www.latein-pagina.de/iexplorer/stil.htm Lateinische Stilblüten]
- [http://www.thelatinlibrary.com/ The Latin Library – klassische Texte im Original]
- [http://www.albertmartin.de/latein/ Latein-Deutsch-, Deutsch-Latein-Wörterbuch mit hilfreichen Extras]
- [http://www.radiobremen.de/online/latein/ Nuntii latini bei Radio Bremen]
- [http://www.latein-pagina.de/ Latein-Pagina]
- [http://www.antikeundeuropa.de/Alte_Sprachen_heute/alte_sprachen_heute.html Alte Sprachen heute]
- [http://www.fh-augsburg.de/~harsch/a_chron.html Sammlung lateinischer Texte/bibliotheca Augustana]
- [http://www.music.indiana.edu/tml/ Lateinische Musiktraktate im Original]
- [http://www.lateinservice.de/index.htm Die deutsche Latein-Seite]
- [http://www.alcuinus.net/GLL/ Grex Latine Loquentium (Internetforum in lateinischer Sprache)]
- [http://www.kreienbuehl.ch/lat/ Latein und Altgriechisch Site]
- [http://www.latein24.de/ Übersetzungen vieler klassischer lateinischer Texte bei Latein24.de] Kategorie:Einzelsprache
-
als:Latein ja:ラテン語 ko:라틴어 simple:Latin language th:ภาษาละติน zh-min-nan:Latin-gí

Weltraum

---Sidenote START---
Als Universum (v. lat.: universus = gesamt; v. unus und versus = „in eins gekehrt“) wird allgemein die Gesamtheit aller Dinge und Objekte bezeichnet. Im speziellen meint man damit den Weltraum, auch Weltall oder Kosmos (v. griechisch kósmos - (Welt)Ordnung, Schmuck, Anstand; das Gegenstück zum Chaos) bezeichnet die Welt bzw. das Weltall sowohl als das sichtbare Universum als auch als geordnetes, harmonisches Ganzes. Der Begriff Universum wurde von Philipp von Zesen durch den Ausdruck Weltall eingedeutscht. Oft wird mit dem Begriff Weltraum auch nur der Raum außerhalb der Erdatmosphäre bezeichnet. Da der Übergang von der Erdatmosphäre zum Weltraum fließend ist, existieren mehrere festgelegte Grenzen. International anerkannt ist die Definition der Fédération Aéronautique Internationale, nach der der Weltraum in einer Höhe von 100 km beginnt. Nach der Definition der NASA und der US Air Force beginnt der Weltraum bereits in einer Höhe von etwa 80 km (50 Meilen) über dem Boden.

Allgemeines

Die heute anerkannte Theorie zur Beschreibung der großräumigen Struktur des Universums ist die Allgemeine Relativitätstheorie von Albert Einstein. Auch die Quantenphysik hat bislang wichtige Beiträge zum Verständnis speziell des frühen Universums geliefert, in dem die Dichte und Temperatur sehr hoch waren und viele Prozesse unter Beteiligung von Elementarteilchen abliefen. Wahrscheinlich wird ein vollständigeres Verständnis des Universums erst erreicht, wenn die Physik eine Theorie entwirft, die die Allgemeine Relativitätstheorie mit der Quantenphysik vereint. In dieser Theorie der Quantengravitation sollen die vier Grundkräfte der Physik vereint werden. Die Kosmologie, ein Teilgebiet sowohl der Philosophie als auch der Physik, befasst sich mit dem Studium des Universums, und versucht Eigenschaften des Universums wie beispielsweise die Frage nach der Feinabstimmung zu beantworten.

Herkunft, Alter und Zusammensetzung

In der klassischen Urknalltheorie wird angenommen, dass das Universum zu einem bestimmten Augenblick, dem Urknall (auch Big Bang), entstand und sich seitdem ausdehnt. Diese Theorie macht jedoch keine Aussagen darüber, was vor dem Urknall gewesen sein könnte, oder weshalb er überhaupt stattfand. Das Alter des Universums ist aufgrund von Präzisionsmessungen des Satelliten WMAP mit 13,7 Milliarden Jahren relativ genau datierbar. Dies setzt voraus, dass der Urknall tatsächlich als zeitlicher Beginn des Universum betrachtet werden kann, was wegen Unkenntnis der physikalischen Gesetze für den Zustand unmittelbar nach Beginn des Urknalls nicht gesichert ist. Allerdings kann ein statisches Universum, dass unendlich alt und unendlich gross ist ausgeschlossen werden, nicht jedoch ein dynamisches unendlich grosses Weltall. Zum einen wegen der beobachteten Expansion des Weltalls, des Weiteren wies schon der Astronom Heinrich Wilhelm Olbers darauf hin, dass bei unendlicher Ausdehnung und unendlichem Alter eines statischen Universums es nachts nicht mehr dunkel werden dürfte (Olberssche Paradoxon). Im intergalaktischen Raum (siehe auch Galaxie) beträgt die Dichte etwa ein Wasserstoff-Atom pro Kubikkilometer, innerhalb von Galaxien ist sie jedoch wesentlich höher. Desgleichen ist der Raum von Feldern und Strahlung durchsetzt. Die Temperatur der Hintergrundstrahlung beträgt derzeit 2,7 Kelvin (also ca. -270°C). Sie entstand 380.000 Jahre nach dem Urknall und wird auch als Geburtsschrei unseres Universums bezeichnet. Das Universum besteht nur zu einem kleinen Teil aus uns bekannter Materie und Energie (4 %), der größte Teil macht eine bis heute weitgehend unverstandene „dunkle Materie“ (23 %) und „dunkle Energie“ (73 %) aus, die für die beschleunigte Expansion verantwortlich ist, auf welche aus den Daten des Satelliten WMAP geschlossen wurde. Die Gesamtmasse des sichtbaren Universums liegt zwischen 8,5·1052 und 1053 kg. Ohne dunkle Energie würde sich durch die Gravitationswirkung der Materie die Expansion des Universums verlangsamen und, sofern genügend Materie vorhanden ist, letztendlich umkehren: das Universum würde in einem sogenannten „Big Crunch“ wieder in sich zusammenstürzen und zu einer Singularität kollabieren. Ein Stern besteht zu ca. 70 % aus Wasserstoff (H2) und ca. 30 % aus Helium (He). Die anderen chemischen Elemente, insbesondere die, aus denen die Planeten bestehen, können bei dieser groben Rechnung vernachlässigt werden. Daraus errechnet sich das Durchschnittsgewicht eines Atoms mit 2,14 x 10-27 kg. Die Masse eines Sterns beträgt in der Regel 2 x 1030 kg, enthält also 1057 Atome. Im sichtbaren Universum kann man von 100 Milliarden oder 1011 Galaxien ausgehen, die jeweils 1011 Sterne enthalten. Das ergibt 1022 Sterne. Die Zahl der Atome im sichtbaren Weltall dürfte daher bei 1079 Atomen liegen. Nach genaueren Berechnungen unter Verwendung der Theorie des inflationären Universums wird die Anzahl der Teilchen im beobachtbaren Universum zwischen 4·1078 und 6·1079 geschätzt.

Form und Volumen

Die Anschauung könnte die Vermutung nahelegen, dass aus der Urknalltheorie eine "Kugelform" des Universums folgere; das ist jedoch nur eine von mehreren Möglichkeiten. So wurden neben einem flachen unendlichen Universum viele andere Formen vorgeschlagen. Darunter beispielseise eine Hypertorusform, oder auch die in populärwissenschaftlichen Publikationen als "Fussballform" und "Trompetenform" bekannt gewordenen Formen. Im CDM-Standardmodell (CDM von engl. Cold Dark Matter ) sowie dem aktuelleren Lambda-CDM-Standardmodell, welches die gemessene Beschleunigung der Expansion des Universums berücksichtigt, wird von einer euklidischen Geometrie und einem unendlichen Volumen des Universums ausgegangen. Dies ist nicht zwingend, da es gegenwärtig nur möglich ist, eine untere Grenze für die Ausdehnung des Universums anzugeben. Beobachtungsdaten des Satelliten WMAP schliessen nach Neil Cornish die meisten Beschreibungsmodelle des Universums, welche einen Radius kleiner 75 Milliarden Lichjahren besitzen, aus. Da die gemessene Geometrie von einer euklidischen nicht zu unterscheiden ist, wird das Lambda-CDM-Standardmodell jedoch als das einfachste Modell angesehen, welches an die Beobachtungsdaten angepasst werden kann. Wichtig ist der Unterschied zwischen Unendlichkeit und Unbegrenztheit: Auch wenn das Universum ein endliches Volumen besitzen würde, so wäre es dennoch unbegrenzt. Leicht anschaulich wird dieses Modell unter Weglassung einer Dimension: Eine Kugeloberfläche hat eine endliche Fläche, hat aber keinen Mittelpunkt und ist unbegrenzt (man kann auf ihrer Oberfläche herumlaufen, ohne an ein Ende anzustoßen). So wie eine zweidimensionale Kugeloberfläche in einem dreidimesionalen Raum eingebettet ist, kann man, falls das Universum nicht flach sondern gekrümmt ist, sich diesen gekrümmten Raum als in einem höherdimensionalen Raum eingebettet vorstellen.

Zusammenhang zwischen Massendichte, lokaler Geometrie und Form

Obwohl die lokale Geometrie sehr nahe an eine flachen, euklidischen Geometrie liegt, ist auch eine sphärische oder hyperbolische Geometrie nicht ausgeschlosssen. Da die lokale Geometrie mit der globalen Form (Topologie) und dem Volumen des Universums verknüpft ist, ist letztlich auch unbekannt ob das Volumen endlich ist (mathematisch ausgedrückt: ein topologischer Kompakter Raum) oder ob das Universum einen unendlichen Rauminhalt besitzt. Welche Geometrien und Formen für das Universum möglich sind, hängt gemäss der Friedmann-Gleichungen, welche die Entwicklung des Universums im Standard-Urknallmodell beschreiben, wiederum wesentlich von der Energiedichte bzw. der Massendichte im Universum ab:
- Ist diese Dichte kleiner als ein bestimmter, als kritische Dichte bezeichneter Wert, so wird die lokale Geometrie als hyberbolisch bezeichnet, da sie als das dreidimensionale Analogon zu einer zweidimensionalen hyperbolische Fläche angesehen werden kann. Ein hyberbolisches Universum ist offen, d. h. ein gegebenes Volumenelement innerhalb des Universums dehnt sich immer weiter aus, ohne jemals zum Stillstand zu kommen. Das Gesamtvolumen eines hyperbolischen Universums kann sowohl unendlich als auch endlich sein.
- Ist die Energiedichte exakt gleich der kritischen Dichte, ist die Geometrie des Universums flach (euklidisch). Das Gesamtvolumen eines flachen Universums ist im einfachsten Fall, wenn man einen euklischen Raum als einfachste Topologie annimmt, unendlich. Es sind aber auch Topologien mit endlichem Rauminhalt mit einem euklidischen Universum zu vereinbaren. Beispielsweise ist ein Hypertorus als Form möglich. Auch ein flaches Universum ist wie das hyperbolische Universum offen, ein gegebenes Volumenelement dehnt sich also immer weiter aus.
- Ist die Energiedichte größer als die kritische Dichte, wird es als "sphärisch" bezeichnet. Das Volumen eines sphärischen Universums ist endlich. Im Gegensatz zum euklidischen und zum hyperbolischen Universum kommt die Ausdehnung des Universums irgendwann zum Stillstand und kehrt sich danach um. Das Universum "stürzt" also wieder in sich zusammen. Gegenwärtige astronomische Beobachtungsdaten erlauben es nicht, das Universum von einem euklidischen Universum zu unterscheiden. Die bisher gemessene Energiedichte des Universums liegt also so nahe an der kritischen Dichte, dass die experimentellen Fehler es nicht ermöglichen, zwischen den drei grundlegendenen Fällen zu unterscheiden.

Überlegungen zum unendlichen Volumen

Interessant sind auch die philosophischen Implikationen, welche sich als Konsequenzen aus einem Universum mit unendlichem Volumen ergeben würden. Selbst extrem unwahrscheinliche, aber mögliche Ereignisse müssten sich in einem solchen Universum unendlich oft ereignen, solange die Wahrscheinlichkeit wenigstens noch größer als Null ist. Dies wird zum Beispiel oft in Argumentationen zusammen mit dem anthropischen Prinzip verwendet, um einige, für die menschliche Extistenz notwendige, Voraussetzungen zu erklären. Zieht man allerdings in Betracht, dass gemäß der Quantentheorie in einem vorgegebenen Raumvolumen nur eine endliche Anzahl von Zuständen untergebracht werden kann, ergeben sich manche dieser Konsequenzen schon bei Universen mit endlichem aber hinreichend großem Volumen. So schloss der Physiker Max Tegmark, dass aus dem gegenwärtigen Standardmodell des Universums folgt, dass im Durchschnitt alle ^ Meter eine "Zwillingswelt" existieren muss.

Strukturen innerhalb des Universums

Auf der derzeit größten Skala bilden Galaxienhaufen und noch größere Superhaufen fadenartige Filamente, die riesige, blasenartige Hohlräume (engl. Voids) formen. Es ergibt sich die folgende Rangfolge: #Filamente und Voids #Superhaufen (Bsp: Große Mauer Durchmesser: ca. 1 Mrd. Lichtjahre) #Galaxienhaufen, Lokale Gruppe #Galaxie (Bsp: Milchstraße Durchmesser: 100.000 Lichtjahre) #Sternhaufen #Sonnensystem (Bsp: Unser Sonnensystem: Durchmesser: ca. 300 AE = 11 Lichtstunden) #Stern (Bsp: Unsere Sonne Durchmesser: 1.392.500 km) #Planet (Bsp: Erde Durchmesser: 12.756,2 km) #Mond (Bsp: Unser Mond Durchmesser: 3.476 km) #Trojaner, Staubwolken und Asteroiden in Lagrange-Punkten

Siehe auch


- Astronomie
- Viele-Welten-Theorie
- Multiversum
- Paralleluniversum, Parallelwelt
- Raumfahrt, Kosmologie, Weltraumvertrag

Literatur


- Die ersten drei Minuten, Steven Weinberg (Nobelpreisträger Physik)
- Bildatlas des Weltraums, Antonín Rükl, Werner-Dausien-Verlag, Prag 1988 / Hanau 1992 (dt. Übers.) - ISBN 3768428087
- [http://arxiv.org/PS_cache/astro-ph/pdf/0310/0310571.pdf A Map of the Universe, J. Richard Gott III, Mario Juric, David Schlegel, Fiona Hoyle, Michael Vogeley, Max Tegmark, Neta Bahcall, Jon Brinkmann]

Weblinks


- [http://linpop.zdf.de/ZDFxt/module/space/start.html „Weltall erkunden“]
- Telepolis: [http://www.heise.de/tp/deutsch/special/raum/15826/1.html „Der Kosmos ist ein kleiner Fußball“]
- [http://www.heise.de/tp/deutsch/special/raum/default.html Special Weltraum] Telepolis-Artikel zum Thema Weltraum
- [http://www.pointcom.eu.com Die Suche nach Außerirdischer Intelligenz]
- [http://www.shatters.net/celestia Celestia: Ein Freeware Programm um entdeckte Asteroiden, Planeten, Sonnen und Galaxien dreidimensional anzuzeigen und zu Durchfliegen]

Videos


- Real Video Streams: (Aus der Fernsehsendung Alpha Centauri)
  - [http://www.br-online.de/cgi-bin/ravi?v=alpha/centauri/v/&f=981206.rm Wie groß ist das Universum?]
  - [http://www.br-online.de/cgi-bin/ravi?v=alpha/centauri/v/&f=981220.rm Sind wir allein im Universum?]
  - [http://www.br-online.de/cgi-bin/ravi?v=alpha/centauri/v/&f=990926.rm Sind wir allein im Universum II?]
  - [http://www.br-online.de/cgi-bin/ravi?v=alpha/centauri/v/&f=991010.rm&e=14:18 Wer sind unsere kosmischen Nachbarn?]
  - [http://www.br-online.de/cgi-bin/ravi?v=alpha/centauri/v/&f=000130.rm Wird sich das Universum wieder zusammenziehen?]
  - [http://www.br-online.de/cgi-bin/ravi?v=alpha/centauri/v/&f=001119.rm&g2=1 Wieviele Dimensionen hat das Universum?]
  - [http://www.br-online.de/cgi-bin/ravi?v=alpha/centauri/v/&f=010819.rm Wie sieht die Zukunft des Universums aus?]
  - [http://www.br-online.de/cgi-bin/ravi?v=alpha/centauri/v/&f=010916.rm Wie kalt ist es im Universum?]
  - [http://www.br-online.de/cgi-bin/ravi?v=alpha/centauri/v/&g2=1&f=020901.rm Ist das Universum symmetrisch?]
  - [http://www.br-online.de/cgi-bin/ravi?v=alpha/centauri/v/&g2=1&f=031029.rm Warum ist das Universum so kalt?] Kategorie:Kosmologie ja:宇宙 ko:우주 ms:Alam Semesta simple:Universe

Volkssternwarte

Eine Volkssternwarte ist eine Sternwarte, die in erster Linie für das allgemeine Publikum und nicht für wissenschaftliche Beobachtungen gedacht ist. Man kann sie als Einrichtung der Erwachsenenbildung bezeichnen. Mit der Entwicklung der Naturwissenschaften, insbesondere der Astronomie wurden Sternwarten an Universitäten gegründet. Anfang des 20. Jahrhunderts bildeten sich die ersten Vereine, die jedem Bürger die Möglichkeit geben wollten, die Sterne an einer Volkssternwarte näher kennen zu lernen. Im Unterschied zu professionellen Sternwarten wird an Volkssternwarten in der Regel keine Forschung betrieben, sondern das gemeinsame Erleben des Sternenhimmels und der Technik dazu steht im Vordergrund. Zu den Angeboten von Volkssternwarten gehören öffentliche Beobachtungen, Vorträge und Beratung für Amateurastronomen. Siehe auch: Amateurastronomie.

Weblinks


- [http://www.astronomie.de/gad/Volkssternwarten.htm Verzeichnis von Volkssternwarten] Kategorie:Bodengebundenes Observatorium

Amateurastronom

Amateurastronomen setzen sich nicht hauptberuflich, sondern aus naturwissenschaftlichem Interesse mit der Astronomie auseinander. Betätigungsfelder sind z.B.
- Beobachtung und Fotografie von Objekten des Sonnensystems, wie Planeten und Monde
- Beobachtung und Bestimmung der Bahndaten von Kleinplaneten (Asteroiden) und Kometen
- Beobachtung und Auswertung von Meteorströmen
- Erstellung von Mondrandprofilen durch die Auswertung von streifenden Sternbedeckungen
- Beobachtung von Sternbedeckungen durch Planeten und Kleinplaneten. Insbesondere die Verfinsternung des Sternenlichts durch Kleinplaneten lässt auf die Größe und Form des Kleinplaneten schließen
- Beobachtung der Sonne, Auswertung der Sonnenfleckenaktivität
- Beobachtung und Fotografie von Deep Sky Objekten (Objekte außerhalb des Sonnensystems), wie Sterne, Sternhaufen Gasnebel, planetarische Nebel, Galaxien
- Beobachtung und Auswertung der Lichtkurven veränderlicher Sterne
- Erstellung und Auswertung von Sternspektren (Spektroskopie)
- Selbstbau von Teleskopen
- Geschichtsforschung auf dem Gebiet der Astronomie
- Didaktische Aufgaben, wie Führungen an Volkssternwarten Amateurastromen verfügen mitunter über gut ausgestattete Privatsternwarten mit leistungsstarken Teleskopen. Durch die Verwendung der CCD-Technik und der computerunterstützten Bildbearbeitung erzielen Amateurastronomen mittlerweile Ergebnisse, die noch vor einem Jahrzehnt nur großen Forschungsobservatorien vorbehalten waren. So können detailreiche Aufnahmen der Planeten oder äußerst lichtschwache Objekte, wie Gasnebel oder entfernte Galaxien, abgebildet werden. Die Beobachtungen von Amateurastronomen ergänzen mitunter die wissenschaftliche Forschung, so z.B. die Beobachtung veränderlicher Sterne oder die Bestimmung der Bahndaten von Kleinplaneten. Eine Vielzahl von Kleinplaneten und Kometen wurde von Amateuren entdeckt. Ein Beispiel dafür ist die Entdeckung des Kleinplaneten (5) Astraea durch den Postvorsteher Karl Ludwig Hencke. Einer der weltweit bekanntesten Amateurastronomen ist der Engländer Patrick Moore, der zahlreiche Bücher über Astronomie veröffentlichte und eine astronomische Sendung bei der BBC moderiert. Amateurastronomen sind häufig in Vereinen und Verbänden organisiert. Sie betätigen sich dabei oft in Volkssternwarten und Planetarien. Der zahlenmäßig größte Verband in Deutschland ist die Vereinigung der Sternfreunde. Siehe auch: Amateurastronomie Kategorie:Astronom

Planetarium

Ein Planetarium ist ein Raum mit künstlich erzeugtem Sternenhimmel. In einigen Städten in Deutschland gibt es öffentliche Planetarien mit Vorführungen für alle Altersgruppen. Der Zuschauer nimmt dabei, ähnlich wie im Kino, auf einem bequemen Sessel Platz, der beliebig gedreht werden kann und so eine gute Sicht auf die Kuppel ermöglicht, auf die die künstlichen Sterne oder Planeten projiziert werden. Die größten Planetarien Deutschlands befinden sich in Berlin, Bochum, Hamburg, Jena, Kiel, Mannheim, Münster, Nürnberg, Stuttgart und Wolfsburg. Des Weiteren gibt es ca. 80 weitere kleine und kleinste deutsche Planetarien (Stand August 2002). Das einzige Groß-Planetarium der Schweiz befindet sich im Verkehrshaus in Luzern. Die dortigen digitalen Eigenproduktionen gelten international als besonders aufwändig. Die derzeit technisch modernsten deutschen Planetarien befinden sich in Hamburg, Bochum, Mannheim und Stuttgart. Sie arbeiten mit dem neuesten Carl-Zeiss-Projektor (Universarium Model IX). Einzigartig in Europa ist das Planetarium Mallorca, denn es kann in Echtzeit Bilder von nahen und fernen Teleskopen projizieren. Die Übertragung ist mittels eigens von O.A.M entwickelter Software möglich und steht in Costix auf der Balearen-Insel Mallorca. Des weiteren wird in Hamburg und Kiel zum ersten Mal in Deutschland das System Digistar 3 der Firma Evans & Sutherland eingesetzt, welches eine 360°-Video-Projektion ermöglicht. Dieser Kosmos-Simulator ermöglicht zum ersten Mal in der Geschichte des Planetarium eine völlig freie Visualisierung komplexer Inhalte weit über die Astronomie hinaus. Das älteste Projektor-Planetarium (1926 eröffnet) steht in Jena, wo das Unternehmen Carl Zeiss den Planetariums-Projektor entwickelte. Das älteste Mechanik-Planetarium befindet sich in Franeker (Friesland, Niederlande). Im Wohnzimmer eines wunderschönen friesischen Grachtenhauses in Franeker befindet sich dieses sich genau bewegende Modell des Planetensystems. Es ist zwischen 1774 und 1781 vom Wollkämmer Eise Eisinga gefertigt worden. Am 8. Mai 1774 gab es einen Zusammenstand von Planeten. Es wurde behauptet, dass diese Planeten zusammenstoßen würden. Dadurch sollte die Erde aus ihrer Bahn geschleudert werden und in der Sonne verbrennen. Else Eisinga wollte zeigen, dass es keinen Grund zur Panik gab. Ein Beispiel für ein mobiles Planetarium, das nicht auf einen Saal mit kuppelförmiger Decke angewiesen ist, ist das Planetarium Zürich. Der Blick in den Sternenhimmel wird von computergesteuerten Projektoren auf eine Leinwand projiziert. Weltweit sind rund 3.000 Planetarien in Betrieb. Jährlich besuchen 100 Millionen Besucher die verschiedenen Planetarien. Mittlerweile gibt es verschiedene Astronomie-Computerprogramme, die ähnliche Darstellungsmöglichkeiten auf dem Computer-Monitor bieten wie ein echtes Planetarium. Ein Planetarium ist nicht mit einer Sternwarte zu verwechseln. Ersteres erzeugt einen künstlichen Sternenhimmel, während man in einer Sternwarte tatsächliche Himmelsobjekte beobachtet.

Weblinks


- [http://www.planetarium-online.info/D/dkarte.html Deutsche Planetarien]
- [http://www.zeiss.de/de/planetarium/home.nsf/78be232b5368b1b2c12566fe003b2602/afdf58199b36fed2412568950029f5e8?OpenDocument Deutsche ZEISS-Planetarien]
- [http://www.planetarium-online.info/CHA/akarte.html Österreichische Planetarien]
- [http://www.verkehrshaus.ch/de/planetarium/ Offizieller Link Verkehrshaus Luzern] mit dem einzigen Planetarium der Schweiz
- [http://www.planetarium-online.info/epn/epn_hu.html Europäische Planetarien]
- [http://www.ips-planetarium.org/atw/ips-worldwide.html Planetarien der Welt]
- [http://stellarium.sourceforge.net Stellarium], ein Open Source Astronomie-Computerprogramm
- [http://www.planetarium-friesland.nl/duits.html] Das älteste Mechanik-Planetarium der Welt
- [http://www.lightandmatter.com/area2planetde.html Applet] Kategorie:Astronomische Organisation Kategorie:Planetarium ja:プラネタリウム

Astronomie

] Die Astronomie (griechisch αστρονομία - wörtlich die Gesetzmäßigkeit der Sterne, aus άστρο, ástro - der Stern und νόμος, nómos - das Gesetz) ist die Wissenschaft von den Gestirnen. Sie untersucht mit naturwissenschaftlichen Mitteln die Eigenschaften der Objekte im Weltall, also neben Planeten und Sternen einschließlich der Sonne, Sternhaufen, der interstellaren Materie, Galaxien, Galaxienhaufen und der im Weltall auftretende Strahlung. Darüber hinaus strebt sie nach einem Verständnis des Universums als Ganzes; seiner Entstehung und seinem Aufbau.

Geschichte der Astronomie

Entstehung] Siehe auch den Hauptartikel Geschichte der Astronomie. Die Astronomie gilt als eine der ältesten Wissenschaften. Die Anfänge der Geschichte der Astronomie liegen wahrscheinlich in der kultischen Verehrung der Himmelskörper. In einem jahrtausendelangen Prozess trennten sich zunächst Astronomie und Naturreligion, später Astronomie und Astrologie. Wesentliche Meilensteine für unser Wissen über das Weltall waren die Erfindung des Fernrohrs vor etwa 400 Jahren, das die kopernikanische Wende vollendete, sowie später im 19. Jahrhundert die Einführung der Fotografie und Spektroskopie. Seit der Mitte des 20. Jahrhunderts hat die Astronomie mit der unbemannten und bemannten Raumfahrt die Möglichkeit die Erdatmosphäre zu überwinden und ohne ihre Einschränkungen zu beobachten, also in allen Bereichen des elektromagnetischen Spektrums. Dazu kommt erstmals die Möglichkeit, die untersuchten Objekte direkt zu besuchen und dort andere als nur rein beobachtende Messungen durchführen. Parallel dazu werden immer größere Teleskope für bodengebundene Beobachtungen gebaut.

Fachgebiete der Astronomie

Teleskop] Die astronomische Wissenschaft unterteilt sich im Allgemeinen nach den untersuchten Objekten, sowie danach, ob die Forschung theoretischer oder beobachterischer Natur ist. Wichtige Fachgebiete sind die Physik der Sterne und der Sonne, das Sonnensystem und andere Planetensysteme, das interstellare Medium, die Milchstraße und ihr Zentrum, der Aufbau anderer Galaxien und ihrer aktiven Kerne, das Verständnis der Gammablitze als die energiereichsten Vorgänge im Universum, relativistische Astrophysik (z.B. Schwarze Löcher) und die Kosmologie. Zunehmend weniger wird die Astronomie nach benutzten Wellenlängenbereichen eingeteilt, also Radioastronomie, Infrarotastronomie, Visuelle Astronomie, Ultraviolettastronomie, Röntgenastronomie, und Gammaastronomie, da im Idealfall Informationen aus allen diesen Quellen auch vom einzelnen Forscher herangezogen werden. Mit der Astronomie sehr eng verbunden ist die Physik, beide Fachgebiete haben sich vielfach befruchtet. Das Universum erweist sich in vielen Fällen als Laboratorium der Physik, viele Theorien der Physik können nur am Himmel getestet werden. In den letzten Jahrzehnten ist auch die Zusammenarbeit der Astronomie mit der modernen Geologie und der Geophysik immer wichtiger geworden, da sich diese Wissenschaften in gewissen Bereichen, etwa der Planetologie, mit denselben Objekten befassen. Insbesondere gilt dies für unser eigenes Sonnensystem, für dessen Erforschung Geologie und Geophysik heute einen unverzichtbaren Beitrag leisten. Die Astrobiologie untersucht die Entstehung und Existenz von Leben außerhalb der Erde.

Astronomie und andere Wissenschaften

Astrobiologie] Neben den engeren Methoden der klassischen Astronomie, die sich mit den Mitteln der Astrometrie und der Himmelsmechanik mit dem Aufbau des Weltalls beschäftigt, und der Astrophysik, die die Physik des Weltalls und der Objekte darin erforscht, gibt es zunehmend fächerübergreifende Forschung. Die Astronomie überschneidet sich mit den Wissenschaften der Chemie, Geologie, Geophysik, Mineralogie, Geodäsie, Biologie, und Mathematik. Zahlreiche Bauten und Funde aus vor- und frühgeschichtlicher Zeit werden in astronomischen Zusammenhang interpretiert. Da sich die Astronomie außerdem mit den Fragen nach der Entstehung, der Entwicklung und dem Ende des Universums beschäftigt, gibt es darüberhinaus Schnittpunkte zu Religionswissenschaft und Philosophie.

Referenzen

Siehe auch

Amateurastronomie - Liste bekannter Astronomen - Sternwarte Einen thematischen Zugang zu den Artikeln bietet das Portal:Astronomie und die Astronomiekategorien, außerdem gibt es einen alphabetischen Index der Astronomieartikel.

Literatur


- Joachim Herrmann: dtv-Atlas Astronomie. Dtv, März 2005, ISBN 3423032677
- Astronomie. Basiswissen Schule (Duden), m. CD-ROM, 2001. 271 S. ISBN 3-411-71491-3
- Der neue Kosmos, Albrecht Unsöld, Bodo Baschek, ISBN 3-540-42177-7, Standardlehrbuch für das Studium
- Meyers Handbuch Weltall, Wegweiser durch die Welt der Astronomie, 7. überarb. Aufl., 1994, ISBN 3-411-07757-3

Periodika


- Sterne und Weltraum [http://www.suw-online.de/], Monatszeitschrift für Astronomie
- Interstellarum [http://www.interstellarum.de/], 2-Monatszeitschrift für praktische Astronomie
- Astronomie Heute [http://www.astronomieheute.de/], Populäres Magazin für Astronomie und Raumfahrt (10 Ausgaben/Jahr, deutsche Ausgabe von Sky & Telescope)
- Astronomische Nachrichten [http://www.aip.de/AN/], englischsprachiges Fachjournal

Videos


- Real Video Streams aus der Fernsehsendung Alpha Centauri, siehe auch das [http://www.br-online.de/alpha/centauri/archiv.shtml Archiv der Sendung]
  - [http://www.br-online.de/cgi-bin/ravi?v=alpha/centauri/v/&f=980927.rm Warum betreiben wir Astronomie?]
  - [http://www.br-online.de/cgi-bin/ravi?v=alpha/centauri/v/&f=020106.rm Quo vadis Astronomie?]

Weblinks


- http://www.mpia-hd.mpg.de/suw/suw/SuW/BR-alpha/Elsaesser/Warum_Astronomie-1.html: Warum betreiben wir Astronomie?
- http://www.dsa-faq.de/: Häufig gestellte Fragen in der Deutschen Astronomie-Newsgroup
- http://antwrp.gsfc.nasa.gov/apod/ NASA: Astronomy Picture of the Day / täglich ein neues astronomisches Bild mit fundierter Erläuterung Für aktuelle Himmelsinformationen, Hinweise zur eigenen Beobachtung und Seiten astronomischer Amateurvereinigungen siehe auch die Links unter Amateurastronomie. ! ja:天文学 ko:천문학 ms:Astronomi simple:Astronomy th:ดาราศาสตร์

Vorgeschichte

Die Vorgeschichte oder Urgeschichte bezeichnet die Menschheitsgeschichte vom Auftreten der ersten Steinwerkzeuge vor etwa 2,5 Millionen Jahren bis zu den ersten Schriftzeugnissen, die den Beginn der Frühgeschichte markieren. Dementsprechend unterschiedlich datiert das Ende der Vorgeschichte in den Regionen der Welt. Wo schriftliche Aufzeichnungen fehlen, tragen archäologische und naturwissenschaftliche Methoden, z.B. die Paläoanthropologie oder die Geowissenschaften, beispielsweise mit dem Bodenradar zur Kenntnis dieser Zeitabschnitte bei. Den Zeitraum vom Beginn der Menschheit bis zur Einführung der Metallurgie, (in Mitteleuropa vor etwa 4.000 Jahren), wird als Steinzeit bezeichnet. In Mitteleuropa werden zuerst Kupfer, dann Bronze und schließlich Eisen verarbeitet. In anderen Regionen fehlen Kupfer- und/ oder Bronzezeit.

Zeitliche Einordnung und Untergliederung der Menschheitsgeschichte

Die Steinzeit ist in Abschnitte gegliedert. Generell wird zwischen Altpaläolithikum, Mittelpaläolithikum, Jungpaläolithikum, Mesolithikum und Neolithikum unterschieden, wobei die einzelnen Abschnitte weltweit unterschiedlich benannt, definiert und datiert sind. Die klassische Unterscheidung war das Zeitalter des "geschlagenen Steins" und das des "geschliffenen Steins". Letzeres ist ein Kennzeichen des Neolithikums (=Jungsteinzeit), das in Mitteleuropa etwa um 5500 v. Chr. begann. Merkmale der Jungsteinzeit sind die Domestizierung von Tieren und Pflanzen, Sesshaftigkeit sowie Herstellung und Gebrauch von Keramik. In den meisten anderen Regionen der Welt handelt es sich allerdings eher um einen Prozeß, der sich teilweise über Tausende von Jahren erstreckt. Fest steht, dass die "nahrungsproduzierende" Wirtschaftsweise große sozio-ökonomische Veränderungen mit sich brachte. Einen ähnlichen Einschnitt in der Menschheitsgeschichte ist die Entdeckung der Metallurgie (Kupferzeit,Chalkolithikum, Bronzezeit, Eisenzeit) und schließlich die Entwicklung der Hoch- Sumer und Schriftkulturen, z. B. in Europa Kreta Frühgeschichte. Die Tabelle zeigt die archäologische Einteilung, wie sie für Mitteleuropa üblich ist. Die ältesten Funde stammen jedoch aus Afrika, denn dort stand die Wiege der Menschheit. Die ältesten, sicher datierten Funde in Europa sind nicht älter als 700.000 Jahre. Erdgeschichtlich fällt die Altsteinzeit etwa mit dem Pleistozän, die folgenden Epochen mit dem Holozän zusammen.    

Kritik am Dreiperiodensystem

Die Unterteilung der Geschichte in Steinzeit, Bronzezeit, und Eisenzeit, das Dreiperiodensystem, ist heute ein in den Grundzügen nach wie vor gültiges Konzept, wird aber inzwischen kritisch betrachtet. Die Unterteilung gilt als zu grob und unspezifisch, denn gerade am Übergang von der Stein- zur Metallverwendung sind die Übergänge fließend, und die unterschiedenen Zeiträume sind alles andere als verhältnismäßig oder wohlproportioniert. So fehlt regional das in Europa existierende aber kurze Mesolithikum. In manchen Regionen ist die Kupferzeit bereits zum Ende des Neolithikums belegt. Weitere Kritiker sind die Kreationisten, die nicht nur diese Unterteilung, sondern die Zeitberechnungen, besonders die Existenz und Datierung der Altsteinzeit, überhaupt in Frage stellen.

Ur- oder Vorgeschichte

Der kulturelle Hintergrund der Menschwerdung ist der eigentliche Gegenstand der Vor- oder Urgeschichte. Diese läuft in zwei miteinander verschränkten Ebenen ab: Einer kulturellen und einer biologisch-evolutionären. Zu verschiedenen kulturellen Epochen sind oben bereits für die einzelnen Unterabschnitte ins Detail gehenden Artikel angeführt. Dennoch soll hier ein zusammenhängender erster Überblick insbesondere über die kulturelle Evolution des Menschen gegeben werden. Die biologische Evolution wird im Artikel Hominisation behandelt, auf einzelne Menschenarten wird hier daher nur stark vereinfachend eingegangen.

Paläolithikum

Homo habilis und Geröllgeräteindustrie

Die Menschheitsgeschichte beginnt im Tschad vor ca. 6 Millionen Jahre mit der Entwicklung des aufrechten Ganges durch die Australopithecinen. Für die Ursachen gibt es viele Theorien. Einige vermuten eine Anpassung an Steppenregionen, die vorher bewaldet waren. Der aufrechte Gang hätte nicht nur eine bessere Sicht ermöglicht, sondern den zusätzlichen Effekt, dass nun die Hände zunehmend für andere Dinge als die Fortbewegung frei wurden: Die ersten Angehörigen der Gattung Homo (Hominiden) lebten vor ca. 2,6-2 Millionen Jahren. Meist werden Herstellung und Gebrauch von Werkzeugen dem Homo habilis zugesprochen. Es gibt aber Hinweise, dass möglichweise schon Australopithecinen (Hominoiden, "Menschenartige") Geräte benutzt haben. Diese ersten Steingeräte waren Geröllgeräte, denen mit einem anderen Stein eine scharfe Kante beigebracht wurden. Experimente zeigten, dass damit sogar Langknochen zertrümmert werden können, sodass man an das nahrhafte Knochenmark gelangen konnte. Die Steinbearbeitungstechniken werden im Laufe der Zeit weiterentwickelt und in der Herstellung immer komplizierter und vielfältiger.

Homo erectus und Faustkeilindustrie

Gegen Ende der Zeit, also ca. 1 Million Jahre vor heute, traten zwei wesentliche Neuerungen auf: Die Menschen lernten, das Feuer zu nutzen, und begannen vermutlich mit der aktiven Jagd auf Tiere, nachdem sie sich vorher primär von Pflanzen und Aas genährt haben dürften. Auch wurde der Homo habilis nun endgültig von einer anderen Art, dem Homo erectus abgelöst, der sich vor ca. 1,5 Millionen Jahren zu entwickeln begonnen hatte ("Olduvai-Hominid 9", ca. 1,2 - 1,5 Mio Jahre). Diese Art war so erfolgreich, dass sie sich massiv ausbreiten konnte: Über ganz Afrika, Kleinasien, Süd- und Mitteleuropa (nah verwandte Art Homo heidelbergensis, 600.000 vor heute; Homo erectus bilzingslebensis vor 400.000 Jahren), und über Indien bis ins heutige China und nach Südostasien ("Java-Mensch" Pithecanthropos bereits vor ca. 1,6 Mio Jahren), wobei die Ausbreitungsrichtung nach Norden offenbar von gesteigerten kulturellen Fähigkeiten abhing, die den klimatisch schwierigeren Bedingungen contra bieten konnten. Homo erectus verbesserte zunächst die Steingeräte: Zunehmend wurden nun auch die kleineren Abschläge von den Kernsteinen verwendet, an den Kanten retuschiert (nachbearbeitet) und damit für andere Aufgaben nutzbar. Einen regelrechten Technologiesprung gab es vor ca. 1.5 Mio Jahren: Nun wurden auch die Kernsteine weitaus feinfühliger bearbeitet, und vor allem an zwei Seiten so behauen, dass sie eine Spitze ausbilden: Die Faustkeile blieben neben den bearbeiteten Abschlägen wichtigstes Werkzeug des Altpaläolithikums bis etwa 130.000 vor heute. Neben der bereits erwähnten Feuernutzung war die Jagd auf Tiere eine wichtige Entwicklung, um das reduzierte pflanzliche Nahrungsangebot außerhalb Ostafrikas auszugleichen. Systematische Jagd auf Groß- und Kleinwild entwickelte sich ab ca. 1 Mio Jahre vor unserer Zeit, als "Abfallprodukte" der Nahrungsbeschaffung erhielt der Mensch nun auch weitere Rohmaterialien: Felle, die vor Kälte schützten, Knochen, die als Werkzeuge Verwendung fanden. Werkzeuge aus Holz und anderem vergänglichen organischen Material sind für diese zweite Hälfte des Altpaläolithikums zu erwarten, naturgemäß archäologisch aber kaum nachweisbar: Ausnahmen bestätigen die Regel, etwa zwei hölzerne Speere mit einem Alter von 370.000 Jahren aus Schöningen.

Neandertaler und Abschlaggeräte

In Europa entwickelte sich aus dem Homo erectus (möglicherweise aus oder parallel zum Homo heidelbergensis) vor etwa 300.000 Jahren der Neandertaler, eine auf die spezifischen Umweltbedingen der letzten Eiszeit hervorragend angepasste Menschenart. Die Neandertaler stellen sich heute (entgegen früherer Annahmen) als kulturell entwickelt dar: Bei ihnen sind in Mitteleuropa zum ersten Mal kultische Praktiken nachweisbar, so sind z.B. Bestattungen mit Grabbeigaben belegt, was zeigt das der Neandertaler sprachfähig war. In der Gudenushöhle (Niederösterreich) wurde sogar eine Knochenpfeife gefunden. Die Neandertaler entwickelten eine Technik der Steinbearbeitung, bei der nicht mehr (nur) die Kerne der Steine das Werkzeug ergaben, sondern bei der die vom Stein abgehauenen Abschläge selbst Werkzeug Klingen) waren bzw. weiterbearbeitet wurden.

Homo sapiens

Neben (oder aus) dem Homo erectus entwickelte sich eine neue Menschenform, der Homo sapiens. Nicht abschließend geklärt ist, wie weit er sich unabhängig von lokal vorhandenen Menschentypen entwickelte; man tendiert jedoch zunehmend dazu, ihn als eine Art zu begreifen, die, vor 150 - 200.000 Jahren in Afrika entstand, sich (nach Homo erectus) von dort über die Welt ausbreitete. Der Homo sapiens verfeinert zunächst weiter die Methoden der Steinbearbeitung; teilweise ähneln sie denen der Neandertaler. Ob deren Verschwinden auf Konflikte mit dem anatomisch modernen Menschen zurückzuführen ist, bleibt umstritten; in Europa könnten sich die 2 Arten vor 30.000-40.000 Jahren begegnet sein, was einige Prozente "neandertalisches" Erbgut erklären würde. Bemerkenswert sind die ersten Zeugnisse abstrakten (symbolischen) Denkens, die sich am prägnantesten in der Höhlenmalereien ausdrückt, deren älteste auf etwa 35.000 Jahre datieren. Als künstlerische Erzeugnisse (s.auch Kunst) gelten jedoch schon mit Gravuren verzierte Knochenobjekte aus Südafrika (Blombos-Höhle), deren älteste auf etwa 77.000 Jahre datieren. Auch sie stammen vom anatomisch modernen Menschen (= H.s.s.). Die Erzeunisse der Kunst sind Belege einer Religion, die als wesentliche Voraussetzung die Sprachfähigkeit hat.

Mesolithikum und Neolithikum

Die Grundlagen unserer heutigen Zivilisation entstanden vor allem nach dem Ende der letzten Eiszeit. Die Klimagürtel der Erde verschoben sich nach Norden; in Mitteleuropa setzte die Bewaldung (Waldzone) ein. Nach einer Übergangsphase nacheiszeitlicher Jäger und Sammler (Mesolithikum, in Mitteleuropa etwa 8.000 und 5.500 Jahren vor Chr.), setzen Neuerungen ein, die tiefgreifende sozio-ökonomische Veränderungen mit sich brachten. Entscheidendes Merkmal der "Neolithischen Revolution" ist die Veränderung der Wirtschaftsweise. Nach Mitteleuropa gelangt die Domestikation von Tieren und Pflanzen vor mehr als 7000 Jahren. Die Mensch sind sesshaft und benutzen Keramik. Auch in der Steintechnologie gibt es Neuerungen; man entdeckt den Schliff von Stein.

Siehe auch

Mensch - Gattung Homo - Hominidae - Löwenmensch, Dreiperiodensystem - Prähistorische Körbe

Literatur


- Martin Kuckenberg: Vom Steinzeitlager zur Keltenstadt - Siedlungen der Vorgeschichte in Deutschland. Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 2005, ISBN 3-8062-1446-8
- Ernst Probst: Deutschland in der Steinzeit. C. Bertelsmann, München 1991
- Dr. Thomas Priebe, der Untergang oder warum Atlantis in den Fluten versank > die Theorie schneller Bewegungen des tektonischen Plattensystems, über Manna-Verlag Dresden 2005 vgl. >
- Dr. Thomas Priebe, die Urgeschichte oder warum Moses Geschichten keine Fiktion sind > neue Aspekte zur Zivilisationsentwicklung, über Manna-Verlag Dresden 2005

Weblinks


- [http://www.pa-linz.ac.at/institut/gspb/Urgeschichte.PDF Aigner: Prähistorie - Ur- und Frühgeschichte (PDF)]
- [http://www.seilnacht.tuttlingen.com/Lexikon/Hoehlen.htm Die frühesten Funde menschlicher Kunst stammen aus der Altsteinzeit, v. A. Höhlenmalereien]
- [http://www.loewenmensch.de/ Löwenmensch - Eines der ältesten bisher gefundenen Kunstwerke]
- [http://www.landschaftsmuseum.de/Seiten/Lexikon/Altsteinzeit.htm Zur Altsteinzeit im Landschaftsmuseum Obermain Kulmbach]
- [http://www.kulturendersteinzeit.de.vu Kulturen der Steinzeit] Kategorie:Archäologie Kategorie:Zeitalter

Stonehenge

Stonehenge ist ein in der Jungsteinzeit begründetes und mindestens bis in die Bronzezeit benutztes Bauwerk in der Nähe von Amesbury in Wiltshire, England, etwa 13 Kilometer nordwestlich von Salisbury. Es besteht aus einer Grabenanlage, die eine Megalithstruktur umgibt, welche wiederum aus mehreren konzentrischen Steinkreisen gebildet wird. Die beiden auffälligsten Steinkreise sind dabei ein äußerer Kreis aus Pfeilersteinen, die von Decksteinen überbrückt werden, sowie eine innere hufeisenförmige Struktur aus ursprünglich fünf Trilithen (jeweils zwei Tragsteine, die von einem Deckstein überbrückt werden). Dazwischen befinden sich weitere Strukturen aus kleineren Steinen sowie Löchern im Boden. Weitere Megalithe sowie zwei Hügelgräber finden sich in unmittelbarer Nähe. Die Entstehung der Anlage lässt sich grob in drei Phasen unterteilen. Die Frühphase der Anlage, mit einem kreisrunden Erdwall und einem Graben, wurde etwa um 3100 v. Chr. datiert. Die auffällige Megalithstruktur wurde etwa zwischen 2500 v. Chr. und 2000 v. Chr. errichtet. 2000 v. Chr.

Überblick

Der Name Stonehenge stammt aus dem altenglischen Stanhen gist und bedeutet „hängende Steine“. Die Bezeichnung Henge wird heute für eine Klasse jungsteinzeitlicher Bauwerke verwendet, die aus einer kreisförmigen, erhöhten Einfriedung mit einer innenliegenden Vertiefung bestehen. Stonehenge selbst - obgleich es bei der Namensgebung Pate stand - kann jedoch nicht direkt dieser Klasse zugeordnet werden, da seine Aufschüttung innerhalb des Grabens liegt. Stonehenge ist in vielerlei Hinsicht atypisch, obwohl es zeitgleich zu den eigentlichen jungsteinzeitlichen Henges entstand. Stonehenge gehört seit 1918 dem englischen Staat. Verwaltet und touristisch erschlossen wird es vom English Heritage, die Umgebung vom National Trust. Die Stätte und die Umgebung sind seit 1986 Teil des Weltkulturerbes. Weltkulturerbe Der Komplex wurde in mehreren Bauabschnitten errichtet, die sich über einen Zeitraum von etwa 2000 Jahren erstrecken. Nachweislich wurde das Gelände aber bereits vor der Errichtung und auch noch lange Zeit nach der jungsteinzeitlichen Hochphase genutzt. Drei große Pfostenlöcher befinden sich in der Nähe des heutigen Parkplatzes, sie datieren aus dem Mesolithikum, etwa um 8000 v. Chr. Die jüngsten kultischen Nutzungen sind etwa für das 7. Jahrhundert nach Christus feststellbar. Hier ist ein auf dem Gelände vorgefundenes Grab eines enthaupteten Sachsen aus dieser Zeit zu erwähnen. Die verschiedenen Phasen der Aktivitäten auf Stonehenge zu datieren und zu verstehen ist schwierig. Schlecht geführte Ausgrabungsberichte und erstaunlich wenig präzise wissenschaftliche Daten erschweren das Ganze. Die heute meist akzeptierte Abfolge wird im folgenden Text erläutert, die Ziffern beziehen sich dabei auf den Plan rechts, der die Stätte im Jahr 2004 zeigt. Aus Gründen der Übersichtlichkeit werden die Decksteine dort nicht gezeigt. Löcher, die nicht mehr oder nie Steine enthielten, sind als offene Kreise gekennzeichnet. Heute sichtbare Steine sind farblich gekennzeichnet.

Die Anlage

Die Steine in Stonehenge sind nach den Positionen der Sonnenwende und Tagundnachtgleiche angeordnet. Aus diesem Grunde wird häufig angenommen, dass Stonehenge ein vorzeitliches Observatorium darstellt, obwohl die genaue Art der Nutzung und seine Bedeutung noch diskutiert werden. Die Beschreibung der Steine:
- Der Altarstein: ein Block von 5 Metern aus grünem Sandstein. Alle anderen Steine im inneren Kreis sind Blausteine, eine Basaltart aus den Preseli Hills im Südwesten von Wales, die etwa 380 km entfernt liegen. Die Sandsteinblöcke des äußeren Kreises müssen auf Schlitten fortbewegt worden sein, die von schätzungsweise 250 Mann, an Steigungen von bis zu 1000 Mann, gezogen wurden. Schlitten
- Der Opferstein liegt etwas abseits vom Zentrum.
- Der Heel-Stein (Fersenstein), auch als Friars Heel bekannt (eine Anglisierung des walisischen „Ffreya sul“, nach Freya, einer Druidengöttin der Fruchtbarkeit, und sul (Sonnen-Tag). Freya
- Positionssteine Weitere Besonderheiten:
- Die Aubrey-Löcher
- Y- und Z-Löcher Die Anlage ähnelt den Steinkreisen im Norden Schottlands, bekannt als der Ring von Brodgar. Die genaue Herkunft der Steine von Stonehenge war bislang ungeklärt. Neuerdings konnte zumindest ein Teil dieses Rätsels von britischen Forschern gelöst werden: so sollen die Quader des inneren der Steinkreise aus einem kleinen Steinbruch in den Preseli Hills im Südwesten von Wales stammen. Die Steine mußten demnach knapp 300 Kilometer weit bis zum östlich gelegenen Stonehenge transportiert werden.

Entstehungsgeschichte

Stonehenge 1

Das erste Bauwerk maß etwa 115 m im Durchmesser und bestand aus einer kreisförmigen Erhebung mit einem Graben als Einfassung (7 und 8). Es besaß einen großen Eingang im Nordosten und einen kleineren im Süden (14), Hirsch-und Ochsenknochen waren am Grund des Grabens platziert. Diese Knochen waren wesentlich älter als die Geweihhacken, mit denen der Graben ausgehoben wurde, und waren in gepflegtem Zustand, bevor sie vergraben wurden. Diese erste Phase wird auf um 3100 v. Chr. datiert. Am äußeren Rand des so eingefassten Bereiches konnte ein Kreis aus 56 Löchern (13) nachgewiesen werden. Diese sogenannten Aubrey-Löcher, benannt nach ihrem Entdecker John Aubrey, einem Historiker des 17. Jahrhunderts, haben einst möglicherweise hölzerne Stützpfeiler enthalten; allerdings konnten diese in Ausgrabungen nicht nachgewiesen werden. Ein kleinerer äußerer Wall, der den Graben umgab, könnte ebenfalls aus dieser Periode stammen (9).

Stonehenge 2

Sichtbare Überreste der zweiten Phase existieren nicht mehr. Spätjungsteinzeitliche Rillenkeramik(?) (engl.: grooved ware) wurde in Verbindung mit den anderen Überresten dieser Periode ausgegraben, die eine Datierung ermöglicht. Pfostenlöcher weisen darauf hin, dass im frühen dritten Jahrtausend v. Chr. eine hölzerne Struktur im Inneren der Einfassung existiert haben muss. Weitere Pfosten standen am Nordeingang; eine parallele Anordnung von Pfosten lief vom Südeingang aus ins Innere. Mindestens 25 der Aubrey-Löcher enthielten nachweislich dort platzierte Überreste von Feuerbestattungen, die etwa zwei Jahrhunderte nach der Errichtung dieses Bauwerks dort abgelegt wurden. Was auch immer der ursprüngliche Zweck der Löcher war - sie wurden in dieser Epoche zur Begräbnisstätte umfunktioniert. Dreißig weitere Feuerbestattungen legte man im Graben und an anderen Punkten der Stätte an, größtenteils in der Osthälfte. Stonehenge ist damit die älteste bekannte Grabstätte für Leichenbrand auf den britischen Inseln. Stücke menschlicher Knochen, die nicht verbrannt wurden, sind ebenfalls aus diesem Zeitraum im Graben gefunden worden.

Stonehenge 3 I

In die Mitte des Heiligtums wurden um das Jahr 2600 v. Chr. zwei konzentrische Halbkreise aus 80 aufrecht stehenden Steinen, den so genannten Blausteinen, angelegt. Diese wurden zwar später versetzt, die Löcher, in denen die Steine damals verankert waren (die so genannten Q- und R-Löcher) sind jedoch heute noch nachweisbar. Wieder gibt es nur wenige brauchbare Datierhinweise für diese Phase. Die Blausteine stammen aus dem Gebiet der Presli-Berge, die etwa 380 km von Stonehenge entfernt, im heutigen Pembrokeshire im Wales liegen. Die Steine sind größtenteils aus Dolerit, aber mit Einschlüssen von Rhyolit, Tuff und vulkanischer und kalkhaltiger Asche. Sie wiegen um die 4 Tonnen. Der heute als Altarstein (1) bekannte sechs Tonnen schwere Stein besteht aus grünem Sandstein. Er ist zweimal so groß wie die Blausteine und wurde ebenfalls aus Wales hierher gebracht, möglicherweise stand er als großer Monolith im Zentrum. Zu dieser Zeit wurde der Eingang verbreitert, so dass er nun genau in der Richtung des Mittsommersonnenaufgangs und des Wintersonnenuntergangs dieser Zeit lag. Die Blausteine wurden wie erwähnt nach einiger Zeit wieder entfernt und die Q- und R-Löcher verfüllt. Möglicherweise wurde auch der Fersenstein (heel stone, 5) während dieser Periode außerhalb des nordöstlichen Eingangs aufgestellt. Die Datierung ist aber unsicher, im Prinzip kommt jeder Teilabschnitt der dritten Phase in Frage. Es gab vermutlich noch einen zweiten Stein, der aber heute nicht mehr existiert. Zwei, möglicherweise auch drei große Portalsteine wurden innerhalb des nordöstlichen Eingangs aufgestellt. Nur einer davon, der so genannte Altarstein (4), 4,9 m lang, ist - umgestürzt - heute noch erhalten. Ebenfalls der Phase 3 zugerechnet wird der Aufbau der vier Stationssteine (6) sowie die Anlage der Avenue (10), einem beidseitig durch einen Graben und Erdwall markierten Weg, der über eine Strecke von 3 km zum Fluss Avon führt. Irgendwann in der dritten Bauphase wurden Gräben sowohl um die Stationssteine als auch um den Fersenstein gezogen, der spätestens dann als einzelner Monolith gestanden haben muss. Diese Bauphase von Stonehenge ist die, die der Bogenschütze von Amesbury erblickt haben dürfte; gegen Ende der Phase schien Stonehenge dann die Stätte bei Avebury in Bezug auf die Bedeutung für die Region abzulösen.

Stonehenge 3 II

Am Ende des dritten Jahrtausends vor Christus, nach Radiokarbonanalysen etwa zwischen 2440-2100 v. Chr., findet die Hauptphase der Bautätigkeiten statt. Nun wurde die Konstruktion aus 74 Sarsensteinen (Grau auf dem Plan eingezeichnet) errichtet, die den heutigen Gesamteindruck von Stonehenge bestimmt. Jeder dieser Steine, die kleineren um 25, die großen um 50 Tonnen schwer, stammt aus einem 30 km nördlich gelegenen Steinbruch bei Marlborough. 30 der Sarsensteine bildeten die Pfeiler einer kreisförmigen Konstruktionen mit einem Durchmesser von dreißig Metern. Diese Pfeiler trugen einen geschlossenen Ring aus 29 weiteren Steinen. Diese Decksteine waren an ihren Berührungsflächen durch eine aus dem Stein gehauene Spundung, sowie an ihren Auflagepunkten auf den Pfeilern durch eine ebenfalls aus dem Stein gehauene Verzapfung gegen Verschiebungen gesichert. Innerhalb dieses Kreises wurden fünf so genannte Trilithe aufgestellt, je zwei von einem Deckstein überbrückte Pfeiler. Die hier verwendeten Steine haben jeweils eine Masse von etwa 50 Tonnen. Auch hier wurden die Decksteine mit einer Zapfenverbindung auf den Pfeilern gesichert. Die Oberfläche aller Sarsensteine ist behauen. Die Flächen wurden geglättet, die Pfeiler der Trilithen werden nach oben hin etwas breiter, um die Perspektive des Betrachters auszugleichen. Auch die Decksteine verjüngen sich von oben nach unten, die Decksteine des Ringes sind zudem leicht gekrümmt. Zudem finden sich auf einigen Pfeilern in den Stein gehauene beziehungsweise geritzte Abbildungen. Die älteste, eine flache rechteckige Form oben an der Innenseite des vierten Trilithen, könnte eine symbolische Darstellung einer Muttergottheit sein. Sie wurde vermutlich angebracht, als sich der Stein noch auf dem Erdboden befand. Alle anderen Abbildungen scheinen erst nach dem Aufstellen der Steine angebracht worden zu sein. Zu nennen sind insbesondere auf Stein 53 die Abbildung eines Bronzedolches sowie von vierzehn Axtköpfen, weitere Darstellungen von Axtköpfen finden sich auf den Steinen 3, 4 und 5. Die Datierung der Abbildungen ist schwierig, morphologisch bestehen aber Ähnlichkeiten mit spätbronzezeitlichen Waffen.

Stonehenge 3 III

Zu einem späteren Zeitpunkt der Bronzezeit scheinen die Blausteine zum ersten Mal wieder aufgerichtet worden zu sein. Das genaue Erscheinungsbild der Stätte in dieser Periode ist jedoch noch nicht klar.

Stonehenge 3 IV

In dieser Phase, etwa zwischen 2280 und 1930 v. Chr., wurden die Blausteine erneut umgestellt. Ein Teil wurde als Kreis zwischen die zwei Sarsensteinanordnungen aufgestellt und die anderen in eine ovale Form in der Mitte des Monuments eingebaut. Einige Archäologen nehmen an, dass ein Teil der Blausteine zu dieser Zeit in einer zweiten Tranche von Wales geholt wurde. Der Altarstein könnte innerhalb des Ovals verschoben worden sein. Die Arbeiten an Stonehenge 3 IV wurden im Vergleich mit seinen direkten Vorgängern eher schlecht ausgeführt. Die wieder aufgestellten Blausteine waren nur schlecht in den Erdboden eingelassen und stürzten teilweise schnell um.

Stonehenge 3 V

Bald danach wurde der Nordteil des in Phase 3 IV errichteten Blausteinkreises entfernt, und eine hufeisenförmige Formation entstand, die als Blausteinhufeisen bezeichnet wird. Dieses spiegelte die Form des zentralen Hufeisens der Trilithe wieder und wird auf 2270-1930 v. Chr. datiert. Die Phase Stonehenge 3 V verläuft damit parallel zu der von Seahenge in Norfolk.

Stonehenge 3 VI

Ca. 1700 v. Chr. wurden zwei weitere Ringe mit Löchern außerhalb des Steinkreises gegraben. Diese werden als Y- und Z-Löcher (11 und 12) bezeichnet. Die je 30 Löcher umfassenden Kreise wurden jedoch nie mit Steinen besetzt und füllten sich in den nächsten Jahrhunderten. Dabei enthalten die Füllungen in den oberen Schichten Materialien aus der Eisenzeit sowie römisches Material. Das Monument von Stonehenge scheint kurz darauf, um 1600 v. Chr. aufgegeben worden zu sein.

Rezeptions- und Forschungsgeschichte

Stonehenge wurde zuerst von Nennius im 9. Jahrhundert beschrieben, der schrieb, dass es als Denkmal für 400 Adlige errichtet wurde, die heimtückisch in der Nähe von Hengist im Jahre 472 ermordet wurden. Spätere Historiker brachten vielfach übernatürliche Mächte in ihre Erklärungsversuche. Im Jahre 1615 vermutete Inigo Jones, dass es ein römischer Tempel war, der Cnelus, einem heidnischen Gott, gewidmet war und im toskanischem Stil errichtet wurde. Spätere Kommentatoren meinten, dass es von den Dänen errichtet wurde. Bis in das späte 19. Jahrhundert wurde der Bau allgemein den Sachsen oder anderen, verhältnismäßig jungen Völkern zugeschrieben. Die erste seriöse Bemühung, das Denkmal zu verstehen, wurde um 1740 von William Stukeley unternommen. Stukeley schrieb das Monument den Druiden zu, womit er zwar falsch lag, aber sein bedeutenderer Beitrag war, dass er zum erstenmal eine bemaßte Zeichnung der Stätte anfertigte, die eine weitere Analyse ihrer Form und Bedeutung ermöglichte. Mit ihrer Hilfe gelang es ihm, die astronomische beziehungsweise kalendarische Bedeutung der Platzierung der Steine zu zeigen. Um 1900 konnte John Lubbock auf Basis von in benachbarten Grabhügeln gefundenen Bronzegegenständen zeigen, dass Stonehenge bereits in der Bronzezeit genutzt wurde. Die Ausrichtung erfolgte so, dass am Morgen des Mittsommertags, wenn die Sonne im Jahresverlauf am nördlichsten steht, die Sonne direkt über dem Fersenstein aufging und die Strahlen der Sonne in gerader Linie ins Innere des Bauwerks, zwischen die Hufeisenanordnung, eindrangen. Es ist unwahrscheinlich, dass eine solche Ausrichtung sich zufällig ergab. Der nördlichste Aufgangspunkt der Sonne ist direkt abhängig von der geografischen Breite. Damit die Ausrichtung korrekt ist, muss sie für Stonehenges geografische Breite von 51° 11' genau errechnet oder durch Beobachtung ermittelt worden sein. Diese genaue Ausrichtung muss für den Plan der Anlage und die Platzierung der Steine in zumindest einigen der Phasen von Stonehenge grundlegend gewesen sein. Der Fersenstein wird nun als ein Teil eines Sonnenkorridors gedeutet, der den Sonnenaufgang einrahmte. Stonehenge könnte unter anderem dazu benutzt worden sein, die Sommer- und Wintersonnenwende und die Frühlings- und Herbsttagundnachtgleiche, und damit die wichtigen jahreszeitlichen Wendepunkte vorauszusagen. Priesterkönige benutzten dieses Wissen, um das Überleben der hart arbei