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| Jimmy Das Gummipferd |
Jimmy das GummipferdJimmy das Gummipferd und sein Reiter Julio sind Comicfiguren des Zeichners Roland Kohlsaat (1913-1978) und das "wohl skurrilste Heldengespann der deutschen Comic-Geschichte" (Andreas C. Knigge).
Figur
Jimmy ist ein aufblasbares weißes Gummipferd, das über übernatürliche Kräfte verfügt. Es kann nicht nur galoppieren, sondern auch fliegen, tauchen, sich in Größe und Form verändern und sogar als Lasso oder Fallschirm benutzt werden. Es ist der gute Geist, der seinem Besitzer, dem argentinischen Gaucho Julio, immer aus misslichen Situationen rettet. Zu den Feinden in ihren fantastischen Abenteuern zählen Geiermenschen, Kentauren, Riesenbienen und Roboter.
Erscheinen
Die Comicserie erschien von Juni 1953 bis 1961 in Sternchen, der Kinderbeilage der Zeitschrift Stern, zunächst in schwarzweiß und roter Farbe gemalt. Als die Kinderbeilage eingestellt wurde, lief die Comicserie infolge des großen Erfolgs bis Anfang 1977 im Hauptheft weiter.
Remake
Vier neue Geschichten, die nicht mehr von Kohlsaat, sondern Fred Kipka gezeichnet wurden und in den COMICON-Studios in Barcelona entstanden, erschienen 1983 bis 1984 als Fortsetzungen in YPS (Ausgaben 422-428, 433-439, 443-449 und 456-462).
Neuausgabe
- Roland Kohlsaat: Jimmy, das Gummipferd, hrsg. v. Hans Joachim Neyer. Oldenburg: Lappan 2003. ISBN 3-8303-3065-0
Weblinks
- Eckart Sackmann: [http://www.comic.de/neues/gummipferd.html Jimmy das Gummipferd. Eine Ausstellung im Wilhelm-Busch-Museum Hannover] - Ausstellung in Hannover und Hamburg 2003
Kategorie:Anthropomorphe Comicfigur
Kategorie:Comicserie
Kategorie:Comicstrip
ComicfigurComicfigur ist die allgemeine Bezeichnung für die in Comics auftretenden Figuren. Die berühmteste Comicfigur der Welt und geradezu die Ikone dieses Begriffs ist Micky Maus, gefolgt von Donald Duck. Viele Comicfiguren werden geradezu mit ihren "Herstellungsnationen" identifiziert (z.B. Captain America).
Da Comicfiguren meist englisch als Characters bezeichnet werden, nennt man den Entwurf von Comicfiguren Character-Design.
Deutschlands berühmteste Comicfiguren sind nach den schon klassischen Wilhelm-Busch-Buben Max und Moritz die Füchse Fix und Foxi mit ihrem Freund Lupo (R.Kauka), Lurchi aus dem Schuhhaus Salamander (Schubel) und Mecki mit Familie aus der Hörzu.
Comicfiguren begleiten den Fan wohl (wenn auch verdeckt) in ihrem Bedeutungsgehalt ein Leben lang (man denke hier nur an die lebhafte bildliche Gegenwart von Asterix und Obelix in der Erinnerung) und werden bewusst oft gar nicht von lebenden Personen unterschieden, obwohl es jedem natürlich klar ist, dass sie nur auf Papier bestehen. Ihr psychologischer Gehalt entspricht dennoch beinahe dem von lebenden Personen, durch ihre Bildhaftigkeit sogar wesentlich stärker als manche Figur (z. B. Robinson Crusoe) aus der reinen Literatur.
Einige der in Deutschland bekanntesten Comicfiguren:
- Asterix
- Dagobert Duck
- Donald Duck
- Fix und Fax
- Fix und Foxi
- HB-Männchen
- Lurchi
- Mainzelmännchen
- Marsupilami
- Max und Moritz
- Mecki
- Sigurd
- Tick, Trick und Track
- Tim und Struppi (Originaltitel: Tintin)
Roland KohlsaatRoland Kohlsaat ( - 24. Mai 1913 in Hamburg, † 1. Februar 1978 in Bergedorf bei Hamburg) war ein deutscher Comiczeichner, Illustrator und Autor.
Leben
Roland Kohlsaat besuchte nach dem Realgymnasium die Kunstgewerbeschule in Hamburg, in der er zum Lithografen, Maler und Bildhauer ausgebildet wurde. In den 30-er Jahren verdiente er sich seinen Lebensunterhalt mit dem Zeichnen von Pferdebildern, Porträts und Landschaften. Nach seiner Einberufung als Soldat in den Zweiten Weltkrieg arbeitete er nach dem Krieg auf einem Gut als Pferdepfleger und -maler. Für die Radiozeitschrift Funkwacht entstand 1953 erstmals ein Comic-Strip, eine Bearbeitung von Erich Kästners Emil und die Detektive. Nach der Umbenennung des Blattes in TV Hören und Sehen entstanden weitere Comics (Plisch und Wisch und Tele Wischen). Für die Zeitschrift Neues Blatt gestaltete er außerdem die Witzseite.
1953 erhielt er von der Illustrierten Stern den Auftrag, einen Comic für ihre Kinderbeilage Sternchen zu entwerfen, der zu seinem größten Erfolg wurde. Es entstand Jimmy das Gummipferd (zunächst: Julio und Jimmy), die längste Comic-Serie in der deutschen Comic-Geschichte, die bis 1977 erschien.
Werke
- Jimmy das Gummipferd, Hamburg, Fortsetzungscomic, 1953-1977
- Plisch und Wisch, Fortsetzungscomic, 1959-1961
Weblinks
-
- Eckart Sackmann: [http://www.comic.de/neues/gummipferd.html Jimmy das Gummipferd. Eine Ausstellung im Wilhelm-Busch-Museum Hannover]
Kohlsaat, Roland
Kohlsaat, Roland
Kohlsaat, Roland
Kohlsaat, Roland
Kohlsaat, Roland
Fallschirm
Ein Fallschirm dient dazu, eine Person oder einen Gegenstand aus großer Höhe unbeschadet auf den Boden zu bringen.
Geschichte
In China sprangen schon zu Beginn des 14. Jahrhunderts wagemutige Zirkusartisten mit einer Art Sonnenschirm von hohen Türmen. Man kann sie deshalb als die ersten Fallschirmspringer überhaupt bezeichnen.
1483 fertige Leonardo Da Vinci eine Skizze von einem pyramidenförmigen Fallschirm an. Seine Randbemerkung lautete: „Wenn ein Mann mit beschichtetem Leintuch von einer Länge von 12 Yards auf jeder Seite und 12 Yards hoch versehen ist, so kann er aus jeglicher großen Höhe springen, ohne Verletzung.“
Der in Sibenik geborene Kroate Faust Vrancic, der als Erfinder des Fallschirms gilt, sprang im Jahr 1597 als erster Mensch mit dem Fallschirm von einem 87 m hohen Glockenturm vor einer Menschenmenge auf einem Marktplatz in Bratislava.
Am 3. Oktober 1785 ließ Jean-Pierre Blanchard in Bornheim, einem Stadtteil von Frankfurt am Main, seinen Hund und am 23. August 1786 in Hamburg einen Hammel von einem Ballon aus mit dem Fallschirm herab.
Der erste Mensch, der mittels Fallschirm freiwillig aus einem Ballon ausstieg, war der Franzose André-Jacques Garnerin am 22. Oktober 1797. Sein Sprung aus einem selbstgebauten Wasserstoffballon in 400 m Höhe über dem Pariser Parc Monceau, war der erste Fallschirmsprung Europas.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts erfand die deutsche Luftfahrt-Pionierin Käthe Paulus den zusammenfaltbaren Fallschirm. Sie gilt als eine der ersten Frauen, die mit einem Fallschirm gesprungen ist.
Vom deutschen Luftschiffbau-Ingenieur Otto Heinecke stammt das Prinzip der doppelten Hülle und der am Flugzeug befestigten Aufziehleine, wie es noch heute verwendet wird. Es gestattet einen gefahrlosen Absprung, bei dem sich der Fallschirm nicht am Fluggerät verfangen kann.
Am 28. April 1919 sprang der Amerikaner Leslie Le Roy Irvin erstmals mit einem manuell auslösbaren, also nicht am Flugzeug befestigten Rückenfallschirm.
Als erster Pilot in der Geschichte der Luftfahrt sprang der Franzose Adolphe Begoud am 20. August 1913 mit dem Fallschirm aus seiner Bleriot.
Systeme
Es existieren zwei unterschiedliche Fallschirmsysteme: Rundkappenfallschirme und Flächenfallschirme.
Rundkappenfallschirme
Bleriot
Die älteren Rundkappensysteme verringern den Fall nahezu ausschließlich durch ihren großen Luftwiderstand. Ihre Form gleicht einer nach unten geöffneten hohlen Halbkugel, an deren unterem Rand die Fangleinen und daran ein Fallschirmspringer oder die Nutzlast befestigt ist. An ihrem Scheitel befindet sich eine Öffnung (Scheitelöffnung), durch die angestaute Luft entweichen kann, um so ein Pendeln des Schirms zu vermeiden. Die Sinkbewegung eines gewöhnlichen Rundkappen-Fallschirms verläuft senkrecht zur Erdoberfläche und erhält lediglich durch die Winddrift eine horizontale Komponente. Früher im Sportbereich verwendete Hochleistungs-Rundkappensysteme waren mit Schlitzen versehen, um durch ausströmende Stauluft eine Vorwärtsfahrt zu ermöglichen. Über Steuerleinen konnte die Schlitzöffnung variiert und der Fallschirm in begrenztem Umfang gesteuert werden.
Aufgrund des hohen Verletzungsrisikos durch hohe Sinkgeschwindigkeiten und begrenzte Steuereigenschaften finden Rundkappenschirme kaum noch Verwendung als zivile Personenfallschirme. Neben der Verwendung beim Militär zum schnellen Absetzen von Fallschirmjägern und Lasten aus niedrigen Höhen werden sie fast ausschließlich als Brems- oder Rettungsfallschirmen für Gleitschirm- und Hängegleiterpiloten sowie bei Segelflugzeugen, im Kunstflug oder in Gesamtrettungssystemen von Ultraleichtflugzeugen und kleinen Sportflugzeugen verwendet.
Als Rettungsschirme werden auch seit 1940 unverändert gebaute Schirmtypen verwendet (zum Beispiel der LBA-40.010/01 "Kohnke" der Firma Mertens). Rettungsschirme müssen innerhalb ihrer Packintervalle (zwei bis zwölf Monate) regelmäßig von ausgebildetem Personal neu gepackt und überprüft werden und dürfen bei einer Lebenszeit von etwa zwölf Jahren nur ein einziges Mal verwendet werden.
Gesamtrettungssysteme sind bei Ultraleichtflugzeugen in Deutschland zwingend vorgeschrieben, bei kleinen Sportflugzeugen jedoch noch immer verboten.
Moderne Flächenfallschirme verringern den Fall hauptsächlich durch Auftrieb. Ihr Querprofil entspricht dem einer Flugzeugtragfläche. Der Flächenschirm ist an der vorderen Kante geöffnet und an der hinteren geschlossen, so dass er von der anströmenden Luft gefüllt wird und sich versteift. Daher werden diese Schirme auch als Stauluftgleitfallschirm oder umgangssprachlich als 'Matratze' bezeichnet.
Sobald die Vorwärtsgeschwindigkeit groß genug ist, liegt eine Strömung an, die zusätzlich zum Luftwiderstand einen Auftrieb erzeugt. Daher sinken Flächenfallschirme nicht senkrecht zu Boden, sondern können aufgrund ihres Gleitwinkels teilweise große horizontale Strecken überwinden. Die rechte und die linke Seite der Hinterkante können getrennt voneinander durch Steuerleinen herunter gezogen und so zur von vorne anströmenden Luft quergestellt werden. Dadurch lässt sich die Vorwärtsfahrt einseitig abbremsen und der Schirm genau steuern. Zur Landung wird die Vorwärtsfahrt durch starkes Herunterziehen beider Kantenteile im Optimalfall auf Null abgebremst. Im Sportbereich werden heute fast ausschließlich Flächenfallschirme verwendet.
Flächenfallschirme werden am häufigsten aus dem Nylongewebe "F-111", aus "Zero-P" (zero porosity: 'keine' Luftdurchlässigkeit, Nullgewebe) oder aus Kombinationen davon hergestellt. An den Enden (bei einer Rundkappe) oder unter der Fläche (bei Flächensystemen) des Fallschirmtuchs sind die Fangleinen befestigt, an dem die Fracht oder der Springer hängt.
Systemaufbau
Systeme für den Fallschirmsprung bestehen heute im Wesentlichen aus folgenden Baugruppen:
- Gurtzeug, über Haupttragegurte und Fangleinen mit der Hauptkappe und dem Reservefallschirm verbunden - es ist die Aufnahme und Halterung für die Nutzlast (Springer) und als Verpackung (Container) der beiden (nochmals gepackten) Schirme
- Hauptkappe (üblicherweise Ripstop-Nylon), die im Notfall (beispielsweise bei Öffnungsproblemen) mit Hilfe eines Schlosssystems (zum Beispiel Drei-Ring-System) abgetrennt werden kann
- Reservefallschirm mit Hilfsschirm, meistens ein Flächenfallschirm (selten ein Rundkappenschirm). Ausgelöst wird der Reservefallschirm entweder manuell über einen Griff, automatisch über die Reserve Static Line (bei Abtrennung der Hauptkappe) oder über einen Öffnungsautomaten
- POD (Parachute Opening Device), eine kleine halboffene Tasche, in der der gepackte Fallschirm liegt und an der die Fangleinen in S-Schlägen eingeschlauft sind
- Hilfsschirm zur Öffnung der jeweiligen Kappe. Zum Auslösen des Hilfsschirms werden vornehmlich vier verschiedene Mechanismen verwendet:
- Hand Deploy (Throw Out): Der Hilfsschirm ist in einer am Gurtzeug angebrachten Tasche verstaut und wird zur Öffnung in den Luftstrom gezogen, dort losgelassen und zieht zunächst den Container auf und dann den Schirm aus seiner Verpackung (POD)
- Pull Out: Ein (oft kissenförmiger) Griff öffnet zunächst den Container, an der weitergeführten Leine hängt der Hilfsschirm und wird in der Folge in den Luftstrom gezogen und dort losgelassen, wodurch der Schirm aus seiner Verpackung (Container und POD) gezogen wird
- Auslösegriff: Der Griff ist mit der Reißleine verbunden, welche an ihrem anderen Ende durch eine Schlaufe geführt ist und so die Klappen des Containers unter Verschluss hält (ähnlich dem Drei-Ring-System). Durch Ziehen am Griff wird die Reißleine aus der Schlaufe gezogen, dadurch werden die Klappen freigegeben und der Hilfsschirm schnellt durch eine gespannte Feder in den Luftstrom. Weiter wie oben
- Static Line (Zwangsauslösung, automatische Auslösung): durch eine mehrere Meter lange Leine (Aufziehleine) wird der Öffnungsmechanismus des Fallschirms direkt mit dem Flugzeug verbunden. Dadurch wird sofort nach dem Absprung die Fallschirmhülle geöffnet und der Hilfsschirm oder auch direkt die Fallschirmkappe aus der Packhülle gezogen. Nach erfolgter Öffnung wird die Aufziehleine vom Fallschirmsystem mittels Klettverschluss oder einer anderen Sollbruchstelle getrennt. Diese Technik ist oft bei Rettungsschirmen oder Schirmen von militärischen Fallschirmjägereinheiten im Einsatz
- Fangleinen in Kern-Mantel-Konstruktion (Kern üblicherweise aus Kevlar oder Polyethylen, Mantel aus UV-beständigem Polyester), die die Verbindung zwischen der Hauptkappe und dem Tragesystem darstellen
- Ein Öffnungsautomat, der den Reserveschirm automatisch auslöst (beispielsweise bei Bewusstlosigkeit des Springers), wenn in einer bestimmten Höhe die Fallgeschwindigkeit einen bestimmten Wert noch überschreitet (z.B. Cypres).
Anwendungen
Der Fallschirm hat vor allem drei Anwendungen: Rettung, Sport und Transport
Rettung
Bei einem drohenden Absturz eines Flugzeugs (siehe auch Schleudersitz) wird entweder jede Person einzeln oder aber das gesamte Flugzeug durch den Fallschirm vor einem (tödlichen) Aufprall geschützt (s.a. Rettungsfallschirm, Gesamtrettungssystem) .
In dieser Kategorie sind auch die Anwendung der Bremsschirme für Raumkapseln (siehe Space Shuttle und Jagdflugzeuge, da durch die Anwendung des Bremsschirmes sehr schnell viel Geschwindigkeit auf der Landepiste abgebaut werden kann.
Sport
Der Fallschirm wird als Sportgerät beim Fallschirmspringen (heutzutage nach englischem Vorbild auch Skydiving genannt) als eigene Luftsportart eingesetzt. Hier haben sich mittlerweile zahlreiche unterschiedliche Sprungtechniken und Disziplinen entwickelt.
Eine weitere Anwendung, wie sie vielfach an Badeorten zu sehen ist, ist das Gleiten an einem von einem Motorboot gezogenen Fallschirm. Dadurch gewinnt man schnell an Höhe und bekommt einen schönen Ausblick aufs Meer und das Umland.
Transport
Durch den Fallschirm können über den Luftweg schwer zugängliche Orte erreicht werden.
Dies wird insbesondere zu militärischen Zwecken von Fallschirmjägern durchgeführt, wo ganze Ausrüstungen inkl. Fahrzeugen und Panzer auf diesem Weg mitten im Feindesgebiet abgesetzt werden können. Auch einige von Bombern abgeworfene Fliegerbomben hängen an Fallschirmen, etwa die Daisy Cutter.
In der zivilen Ausgestaltung dieser Anwendung können insbesondere Hilfsgüter schnell und einfach in eine betroffene Region gebracht werden.
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Eine Weiterentwicklung des Flächenfallschirms ist der Gleitschirm, der deutlich verbesserte aerodynamische Eigenschaften aufweist und mit dem durch Ausnutzung von Thermik auch grössere Distanzen (bis zu 400 km) zurückgelegt werden können.
Weblinks
- [http://www.fallschirmsportverband.de Deutscher Fallschirmsportverband]
- [http://www.fallschirmspringen.at/fshistorie.htm Eine umfangreiche Arbeit über die Geschichte des Fallschirmspringens]
- [http://sprengtechnik.com/fsc/fsc01/_fallschirm/_fshome.htm Einstieg ins Thema über Stichworte und Links]
Kategorie:Luftfahrt
Kategorie:Luftsport
ja:パラシュート
Argentinisch
Argentinien (spanisch Argentina) ist ein Staat in Südamerika.
Es grenzt im Osten an den Atlantischen Ozean, im Westen an Chile, im Norden an Bolivien und Paraguay, und im Nordosten an Brasilien und Uruguay. Der von spanischen Kolonisten stammende Landesname ist vom lateinischen Argentum (für Silber) abgeleitet und kennzeichnet, welche Schätze diese dort einst zu finden glaubten und hofften.
Geographie
Argentinien hat eine Fläche von circa 2,8 Millionen Quadratkilometern. Die Ausdehnung von Norden nach Süden beträgt etwa 3.700 km, die von Westen nach Osten an der breitesten Stelle circa 1.400 km.
Das gesamte westliche Grenzgebiet wird von den Anden eingenommen, der längsten kontinentalen Gebirgskette der Erde. Deren höchster Berg, der Aconcagua mit 6.959 m Höhe, liegt nahe der argentinisch-chilenischen Grenze in der Provinz Mendoza.
Der zentrale Norden Argentiniens wird vom Gran Chaco, einer heißen Trockensavanne eingenommen.
Östlich davon schließt sich entlang des Río Paraná das Hügelland der Provinz Misiones an.
Dort befinden sich am Dreiländereck Argentinien/Paraguay/Brasilien die Wasserfälle von Iguazú, die zu den größten der Erde zählen.
Südlich davon, zwischen den großen Strömen Río Paraná und Río Uruguay, liegt das feuchte und sumpfige Mesopotamia. Am Río de la Plata, dem gemeinsamem Mündungstrichter dieser beiden Ströme, befindet sich die Stadt Buenos Aires und die gleichnamige Provinz Buenos Aires, das wirtschaftliche Herz Argentiniens. Hier konzentriert sich auch der Großteil der Einwohner Argentiniens.
Westlich und südlich von Buenos Aires erstrecken sich die Pampas, eine grasbewachsene Ebene, wo der größte Teil der Agrarprodukte des Landes erzeugt wird. In dieser Region befinden sich große Weizenfelder und Weideflächen für Rinder, deren Fleisch immer noch zu den Hauptexportgütern Argentiniens gehört.
Zwischen den Pampas und den Anden liegen im zentrale Argentinien die Gebirgszüge der Sierras Pampeanas.
Das im Süden Argentiniens gelegene Patagonien ist von starken Westwinden geprägt und hat ein sehr raues Klima. Dieses Gebiet, das etwa ein Viertel der Fläche des Landes ausmacht, ist sehr dünn besiedelt. Der tiefste Punkt des Landes und Gesamtamerikas ist die Laguna del Carbón mit 105 m unter dem Meeresspiegel. Sie befindet sich zwischen Puerto San Julián und Comandante Luís Piedra Buena in der Provinz Santa Cruz.
Von Argentinien wird ein Sektor des antarktischen Kontinents beansprucht, siehe hierzu: Argentinisches Antarktisterritorium.
Wichtige Städte
Buenos Aires (auf Deutsch: Gute Lüfte) ist als politische Hauptstadt und wirtschaftliches Zentrum Argentiniens die wichtigste Stadt Argentiniens. Es ist umgeben von einer Reihe von selbstständigen Vorstädten, die zum Teil reine Schlafstädte sind, zum Teil aber auch selbst über Produktionsstätten verfügen.
Rosario liegt zwar nicht in der Provinz Buenos Aires, die die Hauptstadt umgibt, gehört aber noch zum größeren Einzugsgebiet der Hauptstadt.
Córdoba, die zweitgrößte Stadt Argentiniens, verfügt über größere Produktionsstätten und beherbergt die älteste Universität des Landes, welche gleichzeitig eine der wichtigsten ist.
Mendoza ist vor allem für seinen Wein- und Obstanbau bekannt, dient aber auch als Brückenkopf für den Handel mit Santiago de Chile.
San Miguel de Tucumán ist die Geburtsstätte der Unabhängigkeit und wurde durch die intensive Landwirtschaft wirtschaftlich und kulturell bedeutsam, hat aber in den letzten Jahrzehnten etwas an Wichtigkeit verloren. Die Universitäten in dieser Stadt haben auch überregionale Bedeutung und werden z.B. von Studenten aus Bolivien besucht.
Siehe auch: Liste der Städte in Argentinien
Hohe und bedeutende Berge
Liste der Städte in Argentinien]
In den argentinischen Anden gibt es eine Vielzahl sehr hoher Berge über 6000 m Höhe. Hierunter befinden sich auch der höchste Berg des amerikanischen Kontinents, der Aconcagua mit fast 7000 m Höhe und der höchste Vulkan der Erde, der Ojos del Salado mit fast 6900 m. Im Folgenden sind alle Sechstausender sowie einige wichtige oder bekannte Berge unter sechstausend Meter aufgelistet:
Bedeutende Flüsse
Ojos del Salado rechts unten]]
Argentiniens Hydrologie wird von den Zuflüssen des Río de la Plata dominiert. Sein Einzugsgebiet umfasst etwa 5.200.000 km². Etwa ein Drittel hiervon liegt in Argentinien, der Rest in Bolivien, Brasilien, Paraguay und Uruguay. Zuflüsse des Río de la Plata sind der Río Paraná und der Río Uruguay.
- Río de la Plata (Mündung des Paraná und Uruguay in den Atlantik)
- Río Paraguay, 2549 km, 4300 m³/s (mündet in den Paraná)
- Río Salado, 2000 km, 15 m³/s (mündet in den Paraná)
- Río Paraná, 1800 km, 16806 m³/s (mündet in den Río de la Plata)
- Bermejo-Desaguadero-Salado, 1200 km, 14 m³/s
- Río Uruguay, 1100 km, 5026 m³/s (mündet in den Río de la Plata)
- Río Bermejo-Teuco, 1000 km, 339 m³/s (mündet in den Paraguay)
- Río Colorado, 860 km, 134 m³/s (mündet in den Atlantik)
- Río Pilcomayo, 850 km, 152 m³/s (mündet in den Paraguay)
- Río Chubut, 810 km, 48 m³/s (mündet in den Atlantik)
- Río Salado (Buenos Aires), 700 km, 88 m³/s (mündet in den Atlantik)
- Río Negro, 635 km, 865 m³/s (mündet in den Atlantik)
- Río San Juan, 500 km, 56m³/s
- Río Mendoza, 400 km, 50 m³/s
Große Seen
Besonders bedeutend ist der See Laguna Mar Chiquita in der Provinz Córdoba sowie die Seen Lago Argentino und Lago Viedma beide im Naturpark Los Glaciares gelegen, der zum UNESCO-Welterbe erklärt wurde. Dort befindet sich auch der Gletscher Perito Moreno.
- Laguna Mar Chiquita, 5770 km² (Oberfläche stark schwankend)
- Lago Argentino, 1415 km²
- Lago Viedma, 1088 km²
- Lago Buenos Aires, 881 km² (argentinischer Teil, Gesamtfläche: 2.240 km²)
- Colhue Huapi, 803 km²
- Nahuel Huapi, 550 km²
Inseln
Die größte Insel ist Feuerland, die sich Argentinien (Provinz Tierra del Fuego) und Chile teilen. Weiterhin bedeutend sind die Malwinen, die zwar von Argentinien beansprucht werden, aber unter britischer Verwaltung stehen. Die Besetzung der Inseln durch Argentinien am 2. April 1982 löste den Falkland-Krieg aus, der bis zum 14. Juni 1982 dauerte und mit einer Niederlage Argentiniens endete.
- Feuerland (für den argentinischen Teil der Insel, siehe Provinz Tierra del Fuego): 21.051 km²
- Islas Malvinas (deutsch: Malwinen bzw. Falklandinseln) (Großbritannien, von Argentinien beansprucht): Isla Soledad (6.353 km²) und Gran Malvina (4.378 km²)
- Islas Georgias del Sur y Islas Sandwich del Sur (Großbritannien, von Argentinien beansprucht): San Pedro (Südgeorgien, 3.528 km²), Jorge (Südlichen Sandwichinseln, 110 km²), Blanco (Südlichen Sandwichinseln, 46 km²), Saunders (Südlichen Sandwichinseln, 40 km²)
- Isla de los Estados: 520 km²
- Islas Orcadas (von Argentinien beansprucht, fällt unter den Antarktisvertrag): Coronación (457 km²) und Laurie (86 km²)
- Trinidad (Provinz Buenos Aires): 207 km²
- Bermejo (Provinz Buenos Aires): 20 km²
Bodenschätze
Wertvolle Mineralerze und Gesteine finden sich in Argentinien nur in kleineren Mengen, so etwa Gold, Silber, Kupfer, Blei, Zink, Eisen, Zinn, Wolfram, Glimmer und Kalkstein. Wirtschaftlich bedeutender sind die Erdöl- und Erdgas-Vorkommen vor der Küste.
Klima
Argentinien hat von tropischen Gebieten im äußersten Nordosten über subtropische im restlichen Norden und eine ausgedehnte gemäßigte Klimazone bis hin zu kalten Klimaregionen im Süden und in den Anden nahezu alle Klimazonen in einem Land vereint.
Der Nordwesten Argentiniens ist im Bereich der Anden trocken mit einer kurzen Regenzeit im Sommer. In ihr findet man die Hochwüste Puna, deren Westen zu den regenärmsten Gebieten der Welt zählt, sowie den steppenhaften, unfruchtbaren Monte am Fuß der Anden in den Provinzen Mendoza, San Juan und La Rioja. Eine Abweichung von dieser Regel sind die subtropischen Nebelwälder in den Provinzen Tucumán, Salta und Jujuy, die im Sommer extrem feucht, im Winter aber relativ trocken sind. Der Gran Chaco im zentralen Norden ist zwar etwas feuchter, seine Niederschläge konzentrieren sich jedoch ebenfalls auf den Sommer. Der Nordosten sowie die Pampa-Region sind das ganze Jahr über feucht, wobei die höchsten Niederschlagsmengen im subtropischen Regenwald der Provinz Misiones zu finden sind.
Im Süden (Patagonien) ist es umgekehrt: der Westen, die Anden, sind ständig feucht und von der Temperatur kühl gemäßigt, während der Osten, das patagonische Schichtstufenland, sehr trocken und halbwüstenhaft ist. In dieser Region bestimmt der regelmäßig alle ein bis zwei Wochen vom Südwesten her blasende Pampero-Wind das Klima. Ein Sonderfall ist das Klima in Feuerland, wo die Temperaturen in Sommer und Winter nur wenig auseinander liegen, es jedoch insgesamt sehr kühl ist und die Niederschlagsmengen relativ hoch sind.
Flora und Fauna
Entsprechend den sehr unterschiedlichen Klimazonen Argentiniens variieren auch die Vegetation und die Tierwelt sehr stark. Insgesamt sind etwa zwölf Prozent der Landfläche bewaldet.
Flora
Feuerland
In den warmfeuchten tropischen und subtropischen Regenwäldern im Norden gedeihen tropische Pflanzen, wie Rosenhölzer (Dalbergia), Guajakholzbäume (Guaiacum officinale), Palisander (Jacaranda mimosifolia) und Quebracho-Bäume (Schinopsis lorentzii), aus denen Gerbsäure gewonnen wird, aber auch Palmen.
Der ebenfalls im Norden befindliche Gran Chaco verfügt über eine savannenartige Vegetation, welche von den Algarrobo-Bäumen (hauptsächlich Prosopis alba und Prosopis nigra) dominiert wird, Quebracho kommt auch vor.
Die Pampa ist geprägt von ausgedehnten Graslandschaften mit verschiedensten Gräsern. Von Eukalyptus (Eucalptus), amerikanischen Platanen (Platanus occidentalis) und Akazien (Acacia) abgesehen, finden sich hier keine Bäume; die ersteren beiden Gattungen sind nicht heimisch. Aufgrund des sehr feinen steinfreien Bodens ist eine landwirtschaftliche Bebauung gut möglich, so dass sich nur noch wenig ursprüngliche Vegetation erhalten hat.
Patagonien liegt schon im Schatten der Anden und ist eine karge und weitestgehend baumlose Landschaft. Hier herrschen wie in der Pampa auch die Gräser vor, die Vegetation ist aber den wesentlich trockeneren Gegebenheiten angepasst. Daneben findet man verschiedenste krautige Gewächse und Sträucher. Wegen des steinigen Boden ist Getreideanbau nicht möglich, stattdessen werden die Graslandschaften als Schafweide genutzt.
In den Vorgebirgen der Anden und auf Feuerland finden sich ausgedehnte Nadelwälder mit Fichten (Picea), Zypressen (Cypressus), Kiefern (Pinus), Zedern (Cedrus) und anderen Nutzhölzern. Nahe der chilenischen Grenze gibt es vereinzelte Gruppen von Scheinbuchen (Nothofagus). Die Baumgrenze liegt bei etwa 3 500 m. In den trockenen, nördlichen Hochlagen der Anden finden sich in den ariden Halbwüsten viele Kakteen (Cactaceae) und Dornsträucher.
Die Blüte des Ceibos (dt.: Hahnenkammbaum oder Korallenbaum) ist als so genannte "nationale Blume" eines der Nationalsymbole.
Fauna
symbol
Im tropischen Norden ist die Tierwelt äußerst vielfältig. Hier kann man hauptsächlich verschiedene Affenarten, Jaguare, Pumas, Ozelots, Waschbären, Nasenbären, Ameisenbären, aber auch Tapire, Nabelschweine und Reptilien wie Schlangen und Alligatoren antreffen. Die Vogelwelt beherbergt im tropischen Norden Kolibris, Flamingos und Papageien. In den Flüssen sind neben vielen anderen Fischen auch Piranhas zu finden.
In der Pampa findet man Gürteltiere, Mähnenwölfe, Pampasfüchse, Pampaskatzen, Pampashirsche, Nandus, verschiedene Greifvögel wie Falken sowie Reiher.
In den kargen Gebieten der Anden trifft man auf die wilden Lamas, Guanakos und Vikunjas, sowie auf den Andenkondor. Raubtiere sind die Bergkatze, der Puma und der Andenschakal. An Salzseen finden sich häufig Zugvögel wie Flamingos.
In Patagonien und Feuerland ist das Tierleben artenärmer. Auch hier leben Pumas, Nandus und Guanakos; der Pudú ist ein kleiner Hirsch der südlichen Anden. Auf Feuerland nisten zudem Kormorane. Die patagonischen Küsten beherbergen Magellanpinguine und Kolonien von Südamerikanischen Seebären und Mähnenrobben.
Die Küstengewässer Argentiniens beherbergen unter anderem Südkaper, Orcas und Commerson-Delfine, daneben Seehechte, Sardinen, Makrelen und Dorados.
- Siehe auch: Liste der Nationalparks in Argentinien
Bevölkerung
Liste der Nationalparks in Argentinien
Argentinien hat eine Bevölkerung von etwa 38,6 Millionen Einwohnern (Schätzung basierend auf der Volkszählung von 2001, Quelle: [http://www.indec.mecon.ar/]). Dies entspricht einer Bevölkerungsdichte von 13 Einwohnern/km2.
Etwa 87 % der Bevölkerung leben in Städten von mehr als 2 000 Einwohnern, wovon allein 11,5 Millionen auf die Agglomeration Gran Buenos Aires entfallen. Diese hat eine Bevölkerungsdichte von 2 989 Einwohnern/km2.
Die Stadt und die gesamte Provinz Buenos Aires zusammen haben 16,6 Millionen, die Provinzen Córdoba und Santa Fe jeweils ca. 3 Millionen, so dass in diesen drei im zentralen Teil des Landes gelegenen Provinzen zusammen mehr als 60 % der Bevölkerung leben.
Weite Teile des übrigen Landes sind dagegen sehr dünn besiedelt, vor allem im trockenen Süden, wo nur etwa ein bis drei Einwohner/km2 leben.
Nachfahren der Europäer und Mestizen
Mehr als 90 % der Bevölkerung stammen nach der offiziellen Statistik von eingewanderten Europäern ab, hiervon etwa 36 % von Italienern, circa 29 % von Spaniern und etwa 1-2 % von Deutschen. Im Raum Buenos Aires sowie in den Provinzen Chaco und Misiones spielt auch die polnische Kultur eine wichtige Rolle, es handelt sich hierbei um Nachkommen polnischer Emigranten aus den 1920er Jahren.
Bis Anfang der 1990er Jahren ging man von einem Anteil der Mestizen - Nachfahren sowohl von Europäern als auch von Indianern - unter 10% aus. Nach neueren Berechnungen ist deren Anteil jedoch weitaus höher. Eine Studie der Universität Buenos Aires, die die DNA einer Auswahl von Argentiniern untersuchte, gab Hinweise darauf: Laut der Studie haben 56 % aller Argentinier mindestens einen indianischen Vorfahren. Diese Diskrepanz kommt vermutlich daher, dass die Mestizen früher unter einer starken Diskriminierung zu leiden hatten und sich daher als "Weiße" ausgaben.
Indigene Bevölkerung
Nur eine Minderheit der Argentinier sind Nachkommen von insgesamt 30 Indianerstämmen, die vor dem Eintreffen der Spanier auf dem Landesterritorium lebten. Dies liegt einerseits daran, dass Argentinien vor der Kolonialzeit nur im Nordwesten dicht bevölkert war, zum anderen auch daran, dass die verbleibenden Indianer von den Spaniern und später von den Argentiniern weitgehend ausgerottet wurden. Vom staatlichen Indianerinstitut INADI wird die Zahl der Indianer auf etwa 1 Million, von Seiten der Indianerorganisationen wie der AIRA (Asociación de Indígenas de la República Argentina) jedoch auf mehr als 1,5 Millionen geschätzt.
In einem Sonderzensus des INDEC, der im Jahr 2004 durchgeführt wurde, wurde ermittelt, dass etwa 2,8 % aller argentinischen Haushalte indigene Haushaltsmitglieder haben. Dieser Anteil variiert allerdings von Provinz zu Provinz stark. So ist in der Provinz Jujuy der Anteil mit 10,5 % am größten. Am niedrigsten ist der Anteil in der Provinz Corrientes mit 1,0 %, in der Hauptstadt Buenos Aires beträgt er 2,3 % (Quelle: [http://www.indec.gov.ar/censo2001s2/Datos/01000C141.xls]).
Provinz Corrientes
Die größten Gruppen sind die Kollas in Jujuy und Salta, die Mapuche (Araukaner) in Neuquén und Río Negro sowie die Wichi und Toba im Chaco und in Formosa. Nur eine Minderheit der Indianer lebt in ihren angestammten Siedlungsgebieten, viele sind in die Großstädte übergesiedelt, wo sie oft unter ärmlichen Bedingungen als schlecht bezahlte Arbeiter leben. So gibt es in Rosario und Resistencia Viertel, die nur von Toba-Indianern bewohnt werden, das selbe gilt für Kollas in San Salvador de Jujuy und San Miguel de Tucumán. Seit den 80er Jahren erstarken innerhalb dieser Stämme Bewegungen, die traditionelle Kultur gezielt zu erhalten und verbreiten, etwa über Radiostationen und an Schulen.
Ausländer und Zuwanderung
Etwa vier Prozent der Bevölkerung sind Ausländer. Einwanderung gibt es heute vor allem aus den Nachbarländern Bolivien, Chile, Paraguay und Uruguay sowie aus dem südamerikanischen Staat Peru. Insgesamt kommen etwa 68 % der Einwanderer aus amerikanischen Staaten. Etwa zwei Prozent aller Einwanderer kommen aus Asien (hauptsächlich Koreaner).
Seit den 1990er Jahren findet man immer mehr Einwanderer aus Europa, die hauptsächlich wegen der unberührten Natur hierher ziehen. Im Unterschied zu den anderen Einwanderern weisen sie meist schon eine gesicherte Existenz auf oder sind Rentner, versuchen also durch den Umzug ihre Lebensqualität zu erhöhen. Sie repräsentieren etwa 28 % der Ausländer.
Religion
Europa
Mehr als 90 % der Bevölkerung sind römisch-katholischen Glaubens. Im Nordwesten Argentiniens haben sich die christlichen Riten mit der Religion der Ureinwohner vermischt (Pachamama-Kult). Weitere bedeutende Minderheiten bilden Juden, Protestanten und Moslems (vor allem im Nordwesten).
Sprache
Alleinige Amtssprache ist in Argentinien Spanisch. Daneben existieren eine Reihe von mehr oder weniger bedeutenden Minderheitensprache, die von der indigenen Bevölkerung gesprochen werden. Die wichtigsten darunter sind das Quichua und das Guaraní, in manchen Gegenden wird aber auch noch Mapudungun gesprochen.
Die Aussprache des argentinischen Spanisch, das die Argentinier Castellano nennen, unterscheidet sich deutlich von der in Spanien und auch von der in anderen lateinamerikanischen Ländern üblichen. Der Buchstabe ll wird wie das deutsche sch ausgesprochen (also auch "Castescháno"), ebenso zwischen Vokalen der Buchstabe y. Der Buchstabe z wird immer wie ein stimmloses s ausgesprochen, das gleiche trifft auf das c vor e und i zu. Des weiteren herrscht in Argentinien der voseo vor, d. h. anstatt des Personalpronomens tu für die 2. Person Singular wird vos verwendet. Die Verben werden dabei anders konjugiert (im Präsens immer endbetont und mit abweichenden Imperativformen). Weiterhin wird die 2. Person Plural vosotros auch in informeller Sprache durch die 3. Person Plural ustedes ersetzt, die im europäischen Spanisch nur die Höflichkeitsform ist. Darüber hinaus gibt es eine Reihe lexikalischer Abweichungen.
Während ein Großteil der Nachfahren italienischer Einwanderer in Argentinien die Sprache ihrer Vorfahren aufgegeben haben, wird von den Nachfahren der deutschsprachigen und englischsprachigen Einwanderer teilweise noch die Sprache ihrer Vorfahren gepflegt. So gibt es Stadtviertel im Großraum Buenos Aires, wo man noch sehr viel Deutsch hört. In der Provinz Córdoba gibt es eine relativ große Kolonie von Überlebenden der Graf Spee, die sich in Villa General Belgrano niederließen, wo heute noch teilweise Deutsch gesprochen wird.
Siehe auch: Geschichte des Spanischen in Argentinien
Bevölkerungsentwicklung
In der Kolonialzeit lag der Schwerpunkt der argentinischen Bevölkerung lange im Nordwesten, und insbesondere in der Minenregion um Salta und Jujuy. Größte Stadt war das am Kreuzungspunkt mehrerer Handelsrouten gelegene Córdoba. Dies änderte sich mit der Einrichtung des Vizekönigreiches Río de la Plata 1776. Der Handel ließ nun die Bevölkerungszahl des sogenannten Litoral im Osten des Landes (Buenos Aires, Santa Fe, Entre Rios) sprunghaft ansteigen, und nach der Erringung der Unabhängigkeit hatte sich die wirtschaftliche und politische Macht endgültig in dieser Region konzentriert. Das Gebiet südlich einer Linie etwa zwischen dem heutigen La Plata und Mendoza war dagegen bis zur Wüstenkampagne des General Roca in den 1870er Jahren noch von den Indianern bewohnt, es gab allerdings einige spanische und walisische Enklaven.
Die Einwanderungswelle 1880-1930 verstärkte die Dominanz des Litoral und besonders von Stadt und Provinz Buenos Aires zusätzlich, da sich der Großteil der Einwanderer in dieser Gegend niederließen. Der Nordwesten wurde mehr und mehr zu einer rückständigen und wirtschaftlich schwachen Region, in dem relativ wenig Einwanderung stattfand, und Patagonien befand sich erst am Beginn seiner Entwicklung. Der Großraum Buenos Aires wuchs so zwischen 1850 und 1914 von 150.000 auf 1,6 Millionen Einwohner.
Nach dem Versiegen des Einwandererstroms um 1930 brachte die Industrialisierung einen Binnenwandererstrom, dessen Ziel ebenfalls Buenos Aires und - mit Abstand - Córdoba und Rosario war. Dieser Strom hielt bis in die 1970er Jahre an und führte dazu, dass sich der Großraum rund um die Hauptstadt weit über das eigentliche Stadtgebiet von Buenos Aires ausdehnte.
1980 überschritt der Großraum Buenos Aires im nationalen Zensus zum ersten Mal die 10-Millionen-Marke und konzentrierte damit fast 40% der Bevölkerung (damals 24 Millionen). Danach flachte das Wachstum der Städte des Litorals allerdings deutlich ab. Zwischen 1991 und 2001 verlor die Stadt Buenos Aires 7% ihrer Einwohner, die Bevölkerung des Ballungsraums der Stadt insgesamt stieg nur noch leicht an, auch Rosario und Santa Fe stagnierten. Zum Wachstumsmagnet wurden dagegen abgelegene Regionen wie das wirtschaftlich boomende Patagonien, insbesondere die südlichsten Provinzen Provinz Tierra del Fuego und Santa Cruz (44% bzw. 23% Zuwachs zwischen 1991 und 2001), aber auch die Städte des Nordwestens wie Jujuy, Salta, La Rioja und Tucumán sowie der Ballungsraum Córdoba.
In Buenos Aires und den meisten Großstädten existiert seit etwa 1980 das Phänomen der Stadtflucht: Viele, meist besserverdienende Einwohner siedeln von den Stadtzentren ins Umland um. Seit etwa 1990 hat sich dieses Phänomen durch die massenhafte Einrichtung von privaten Stadtvierteln und Country Clubs noch verstärkt. Die Ursache liegt in der als steigend empfundenen Kriminalität, obwohl offizielle Zahlen seit 1995 einen Niedergang der Kriminalitätsrate (mit Ausnahme des Krisenjahres 2002) nahelegen. Auch touristisch und landschaftlich interessante Orte erleben seit dieser Zeit einen Boom, was auch mit der steigenden Mobilität der Bevölkerung sowie der inzwischen deutlich besseren Verfügbarkeit von infrastrukturellen Dienstleistungen wie Telefon, Radio, Fernsehen und Internet selbst in weit entlegenen Gebieten zusammenhängt. So wurden aus ehemals kleinen Ferienorten wie Pinamar und Villa Carlos Paz prosperierende, schnell wachsende Städte.
Soziale Situation
Die soziale Situation des Landes ist in mehrerer Hinsicht durch eine starke Ungleichheit gekennzeichnet. So gibt es einerseits ein sehr großes Wohlstandsgefälle zwischen Ober- und Unterklasse. So gehören die argentinischen Top-Manager-Gehälter zu den höchsten der Welt, während die ärmsten 40 % sich mit nur zehn Prozent des gesamten Volkseinkommens zufrieden geben müssen.
Aber auch die Unterschiede zwischen den Regionen Argentiniens sind groß. So liegt etwa die Armutsrate in der Hauptstadt Buenos Aires mit weniger als 25 % nur etwas mehr als halb so hoch wie im Landesdurchschnitt (40 %), während sie in der Provinz Formosa bei etwa 65 % liegt. Eine Durchschnittsfamilie benötigte Anfang 2005 etwa 773 AR$ um nicht unter die Armutslinie zu fallen. Generell kann man sagen, dass die nördlichen Provinzen, besonders die Provinz Tucumán und der Nordosten (Chaco, Formosa, Santiago del Estero) am stärksten von Armut und Unterernährung betroffen sind. Verschärft wird diese Situation durch das relativ schnelle Bevölkerungswachstum in dieser Region. Als relativ reich dagegen gelten die zentralen Provinzen (Buenos Aires, Santa Fe, Córdoba, San Luis und Mendoza), aber auch der äußerste Süden (Santa Cruz und Tierra del Fuego).
Es sind neben den grenznahen Gegenden (beispielsweise Jujuy und Formosa) allerdings vor allem die reichen Zentralprovinzen, die am stärksten mit der städtischen Armut und damit mit der Slumbildung zu kämpfen haben. Die Zuwanderung aus den ärmeren Nachbarländern Peru, Bolivien und Paraguay sowie die Binnenwanderung aus abgelegenen Gegenden des Landesinneren sind trotz einer Abschwächung in den 1990er Jahren immer noch ein großes Problem in den Großstädten, die die Zahl der Slumbewohner trotz sozialer Wohnungsprogramme weiterhin anwachsen lässt. So liegt beispielsweise in Rosario der Anteil der Slumbewohner an der Gesamtbevölkerung bei über 15 %. Zudem kam Zuwachs für die Slums auch von den so genannten Neu-Armen, besonders in den wirtschaftlich kritischen Jahren 1989/1990, 1995 sowie zwischen 1998 und 2002.
Einige Daten zur sozialen Situation: (Quelle: [http://www.indec.gov.ar])
- Bruttosozialprodukt pro Kopf: 11 427 AR$ (zu aktuellen Preisen, 2004); 10 500 US$ (Kaufkraftparität, 2002)
- Durchschnittslohn: 808 AR$ / 274 US$ (2002)
- Inflationsrate: 13,4 % (2003)
- Anstieg der Konsumentenpreise seit Dezember 2001: 61,3 % (März 2005)
- Arbeitslosigkeit: 12,1 % (4. Quartal 2004)
- Arbeitslosigkeit einschließlich Sozialhilfeempfänger: 19,5 %
- Unterbeschäftigung: 14,3 % (4. Quartal 2004)
- Armutsrate: 40,2 % (2. Halbjahr 2004) (Personen mit Einkommen unter ca. 200 $/Monat)
- Elendsrate: 15 % (2. Halbjahr 2004) (Personen mit Einkommen unter ca. 100 $ pro Monat)
- Analphabetenrate: 2,6 % (2001)
- HIV-Prävalenz: 0,7 %
- Zahl der Kinder pro Frau: 2,1 (2001)
- Bevölkerungswachstum durch Zuwanderung /Jahr: 0,06 % (2002)
- Bevölkerungswachstum insgesamt /Jahr: 1,0 % (Durchschnitt 1991-2001)
Anmerkung: Bei der Armuts- und Elendsrate variieren die Einkommen, nach denen sich die Rate richtet, je nach Region, daher wird nur ein ungefährer Durchschnittswert angegeben
Geschichte
Siehe Unterartikel Geschichte Argentiniens
Man nimmt an, dass die "Entdeckung" des heutigen Argentiniens durch den Menschen etwa 15000 v.Chr. von Nordamerika aus erfolgte.
Die im Pampa-Raum des heutigen Argentinien ansässigen Stämme (Querandíes (Het), Tehuelches (Aonikenk und Gununaküna) waren bis zum Eintreffen der Spanier nicht sesshaft und besaßen auch keine nennenswert entwickelte Technologie. Die Stämme im Nordwesten des Landes hingegen (z. B. die Quilmes) praktizierten etwa ab der Zeit des frühen Mittelalters in Europa Land- und Viehwirtschaft und waren vor allem auf dem Gebiet der Architektur weit fortgeschritten.
Im 13. und 14. Jahrhundert expandierte das Inka-Reich stark nach Süden und umfasste um 1450 weite Teile des Nordwestens Argentiniens bis in den Norden der heutigen Provinz Mendoza.
Mendoza]
Die Europäer erreichten die Region erstmals mit der Reise Amerigo Vespuccis 1502.
Das heutige Argentinien wurde im 16. Jahrhundert von den Spaniern aus zwei Richtungen kolonisiert: Von Peru aus nahmen sie die nordwestlichen Teile des Landes in Besitz, während andererseits vom Atlantik aus spanische Niederlassungen am Stromsystem des Río de la Plata gegründet wurden, darunter Buenos Aires, wo sich die Spanier im Jahre 1580 auf Dauer etablieren konnten, nachdem ein erster Versuch zur Gründung einer spanischen Siedlung dort im Jahre 1536 am Widerstand der indigenen Bewohner der Pampa gescheitert war. Die weiter südlich gelegenen Gebiete des heutigen Argentinien wurden zwar theoretisch auch von Spanien beansprucht, blieben aber in der Kolonialzeit faktisch außerhalb der spanischen Herrschaftssphäre.
Administrativ war das heutige Argentinien zunächst Teil des Vizekönigreichs Peru, welches Südamerika mit Ausnahme der portugiesischen Einflusssphäre umfasste. Im Jahre 1776 wurde von diesem das Vizekönigreich des Río de la Plata mit Hauptstadt Buenos Aires abgespalten, welches neben Argentinien noch das heutige Bolivien, Paraguay und Uruguay umfasste.
Die unter dem Eindruck der Französischen Revolution am 25. Mai 1810 in Buenos Aires erklärte Unabhängigkeit hatte nur lokale Wirkung (Mai-Revolution). Die Unabhängigkeit erlangte das Land schließlich nach einem Befreiungskrieg gegen die Spanier am 9. Juli 1816 in San Miguel de Tucumán. Wie zuvor Paraguay im Jahre 1811, spalteten sich dann auch 1825 Bolivien und 1828 Uruguay von den damaligen Vereinigten Provinzen des Río de la Plata ab.
Zwischen 1816 und 1880 war die Entwicklung Argentiniens von Diktaturen (etwa unter Juan Manuel de Rosas) und Bürgerkriegen geprägt. In diese Zeit fiel auch der Tripel-Allianz-Krieg 1864 bis 1870, in dem Argentinien gemeinsam mit Brasilien und Uruguay einen gewaltsamen Expansionsversuch Paraguays abwehrte. Argentinien gewann durch diesen Krieg das Gebiet der heutigen Bundesstaaten Misiones, Formosa und Chaco hinzu.
Chaco
Die Jahre von 1880 bis 1912 waren durch die zahlreiche Einwanderung vor allem von Italienern und Spaniern gekennzeichnet, die sich in den Städten und in so genannten "Kolonien" auf dem Land ansiedelten. Politisch ist diese Zeit als Scheindemokratie zu bezeichnen, denn die Regierung Julio Argentino Roca und die folgenden Regierungen waren oligarchisch ausgerichtet, mit großem Einfluss der Großgrundbesitzer. Dem Gros der Bevölkerung wurde durch ein ausgeklügeltes Wahlbetrugs-System die politischen Rechte vorenthalten; auch die Einwanderer hatten kein Stimmrecht.
Ab 1893 verschärfen sich die Grenzprobleme mit Chile, nachdem Bolivien einen Teil der Puna de Atacama an Argentinien abgetreten hatte. Diese war seit dem Salpeterkrieg von Chile besetzt. Zwischen Chile und Argentinien kommt es zu einem Wettrüsten. Erst der britische König Edward VII. kann 1902 den Grenzstreit schlichten. Patagonien und Feuerland werden neu aufgeteilt, davon fallen 54000 km² an Chile und 40000 km² an Argentinien.
Zwischen 1912 und 1946 wechselten sich demokratische Regierungen und Militärdiktaturen ab. Vor allem die 1930er Jahre werden heute als década infame, als berüchtigtes Jahrzehnt bezeichnet, in dem die Demokratie nur auf dem Papier existierte und Wahlbetrug an der Tagesordnung war. Im Laufe der ersten Hälfte der 1940er Jahre gelang es dem jungen Offizier Juan Domingo Perón, sich trickreich an die Macht zu manövrieren. Er belegte zunächst unter den Militärs das Arbeitsministerium und wurde wegen seiner weit reichenden Zugeständnisse an die Gewerkschaften schnell zu einem Volksheld in der Arbeiterklasse. Im Jahre 1946 wurde er zum Präsidenten gewählt.
Im Zweiten Weltkrieg war Argentinien offiziell neutral. Es sympathisierte zunächst mit den Achsenmächten, unterstützte gegen Kriegsende jedoch die Alliierten. Während des Krieges war Argentinien Zielland von Flüchtlingen aus Europa; nach dem Krieg fanden in Argentinien ebenso wie in anderen Staaten Lateinamerikas zahlreiche Nazis Unterschlupf.
Unter Perón, der mit faschistischem Gedankengut sympathisierte, verfolgte Argentinien das Ziel, in seinem Land einen Spezialdienst für den antikommunistischen Kampf aufzubauen, und konnte die Nazi-Führungskräfte dafür gut brauchen.
Unter den prominentesten Nazi-Kriegsverbrechern in Argentinien waren Adolf Eichmann, der am 23. Mai 1960 vom Mossad entführt und in Israel zum Tode verurteilt wurde, Josef Mengele, Arzt des Konzentrationslagers Auschwitz, sowie Walter Rauff, der im Zweiten Weltkrieg mitverantwortlich war für den Einsatz fahrbarer Gaskammern, mit denen die Häftlinge aus Konzentrationslagern ermordet wurden. Über so genannte Schlüsselfirmen wurden auch hohe Vermögenswerte der Nazis nach Argentinien verschoben.
Ab der ersten Regierungszeit von Juan Domingo Perón (1946 - 1955) wurde das vorher von der Landwirtschaft geprägte Land industrialisiert; Argentinien verzeichnete in der Folgezeit wirtschaftliche Höhen und Tiefen im Wechsel. Zwischen 1955 und 1983 gab es eine Epoche der Instabilität, in der abwechselnd zivile und Militär-Regierungen das Land in der Hand hatten.
Die zweite Amtszeit Peróns von Oktober 1973 bis zu seinem Tod am 1. Juli 1974 brachte nur eine geringfügige Beruhigung in die politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse Argentiniens. Nach seinem Tod wurde seine dritte Ehefrau, Isabel Perón (genannt "Isabelita"), die er zur Vizepräsidentin gemacht hatte, auf Betreiben der peronistischen Partei als Präsidentin eingesetzt.
Diese, eine ehemalige Nachtclubtänzerin, war mit diesem Amt völlig überfordert und diente den hinter ihr stehenden politischen Machthabern lediglich als Marionette.
Die darauf folgende Zeit war geprägt von Unruhen, wildem Streik ("huelga") und von den Gewerkschaften angeordnetem Stillstand des öffentlichen Lebens ("paro general" = Generalstreik), die von einer Minute auf die andere die Hauptstadt überzogen. Oppositionelle sowie Kritiker, die den Machthabern unbequem erschienen, verschwanden, teilweise für immer. Kriminelle Gruppierungen machten sich das Chaos zunutze, für ihre eigenen Interessen Entführungen und andere Verbrechen zu begehen. Die Entführung des für Mercedes-Benz den Standort Argentinien betreuenden Produktionsleiters Heinrich Metz im Oktober 1975 (er kam später für ein Lösegeld in Höhe von mehreren Millionen US-Dollar wieder frei), löste eine Fluchtwelle unter den für deutsche Firmen in Argentinien tätigen Immigranten aus.
Im Jahr 1976 kam es zum Umsturz der Regierung und es installierte sich unter der Führung von Jorge Rafael Videla eine Militärdiktatur (Junta). Von da an verschwanden noch mehr Menschen, die genaue Zahl ist nicht bekannt und wird auf bis zu 30.000 Opfer geschätzt. Unter den "desaparecidos" (Verschwundenen) befanden sich auch zahlreiche Studenten, deren Mütter sich zusammenschlossen, um vor dem Regierungsgebäude - der "Casa Rosada" - ungeachtet ihrer Selbstgefährdung zu demonstrieren und damit in die Geschichte eingingen. Ziel der "Madres de la Plaza de Mayo" ("Mütter des Plaza de Mayo", [http://www.madres.org/]) war und ist es, Kenntnis über den Verbleib ihrer Kinder zu erhalten. Mittlerweile gibt es auch eine Organisation "Abuelas de la Plaza de Mayo" ("Großmütter des Plaza de Mayo", [http://www.abuelas.org.ar/]), deren Zweck es ist, die in der Gefangenschaft geborenen und illegal zur Adoption frei gegebenen Kinder der Verschwundenen in ihre Familie zurückzuführen. In späteren Gerichtsverfahren gegen verantwortliche Militärs, die nur mit Mühe durchgesetzt werden konnten, wurde bekannt, dass sich die militärischen Machthaber zahlreicher Menschen auf grausame Weise entledigt hatten: Die Opfer wurden betäubt und über dem Atlantik aus dem Flugzeug geworfen.
Im Dezember 1978 kam es zu kriegerischen Drohungen zwischen Argentinien und Chile. Die Inseln Lennox, Picton und Nueva im Beagle-Kanal wurden zum Streitpunkt. Insbesondere da in der Gegend größere Öl-Reserven vermutet wurden. Der Streit wurde erst durch Vermittlung des Heiligen Stuhls mit einem Grenzvertrag am 16. Dezember 1988 friedlich beigelegt.
1988
Im April 1982 trat Argentinien unter dem neuen Junta-Chef Leopoldo Galtieri mit Großbritannien in den Krieg ein. Es ging um die Argentinien vorgelagerten Falklandinseln (in Argentinien als "Islas Malvinas" bezeichnet), die nach argentinischer Rechtsauffassung zum eigenen Staatsgebiet gehören, jedoch von Großbritannien verwaltet werden. Die Invasion argentinischer Soldaten wurde von den Streitkräften des Vereinigten Königreichs mit Luftangriffen, einem Seekrieg und einer Landeoperation erfolgreich revidiert. Argentinien kapitulierte am 14. Juni 1982.
1983 kehrte das Land zur Demokratie zurück. Der erste Präsident dieser Epoche war Raúl Alfonsín (UCR), der jedoch 1989 infolge einer schweren Wirtschaftskrise vorzeitig zurücktrat. Die Peronistische Partei kam mit Carlos Menem wieder an die Macht. Die neoliberale Wirtschaftspolitik Menems und die 1:1-Bindung des Argentinischen Peso an den US-Dollar war während seiner ersten Amtszeit äußerst erfolgreich und konnte das Land stabilisieren. Während seiner zweiten Amtszeit machten sich aber immer mehr die negativen Seiten dieser Wirtschaftspolitik bemerkbar.
neoliberal
Zwischen 1998 und 2002 fiel daher das Land erneut in eine schwere Wirtschaftskrise, in der die Wirtschaftskraft um 20 % zurückging. 1999 wurde die Regierung Menem durch eine Mitte-Links-Koalition mit dem Präsidentschaftskandidaten Fernando de la Rúa abgelöst. De la Rúa konnte aber die verfahrene wirtschaftliche Situation, die sein Vorgänger hinterließ, nicht schnell und nachhaltig verbessern. Das zögerliche Handeln des Präsidenten, Streitereien innerhalb der Koalition und eine starke außerparlamentarische Opposition durch die Gewerkschaften, die traditionell den Peronisten nahe stehen, schwächten De la Rúa zunehmend. Dies gipfelte Ende 2001 nach starken Unruhen und Plünderungen im Rücktritt von Präsident Fernando de la Rúa.
In der Folge gab es mehrere peronistische Interimspräsidenten. Im Mai 2003 wurde nach einer sehr chaotisch verlaufenden Präsidentschaftswahl Néstor Kirchner zum neuen Staatsoberhaupt gewählt. Er gehört eher dem linken Flügel der peronistischen Partei an. Trotz seines niedrigen Wahlergebnisses ist Kirchner jedoch zur Zeit in der Bevölkerung sehr beliebt, weil er fällige Reformen angeht, die die Situation des Landes auf allen (auch auf sozialen) Gebieten verbessern könnten. Derzeit ist die Wirtschaft auf Erholungskurs: 2003 verbuchte Argentinien ein Wachstum des Bruttoinlandsproduktes in Höhe von +8,7 % gegenüber -10,9 % im Jahr 2002 (Quelle: [http://www.indec.gov.ar]). Kritiker werfen jedoch Kirchner vor, nicht gegen die omnipräsenten Gruppen von arbeitslosen Straßenblockierern ("Piqueteros") vorzugehen, die oft illegal Straßenzölle erheben und den Binnenhandel lähmen.
Bei den Wahlen zum argentinischen Senat und zur argentinischen Abgeordnetenkammer im Oktober 2005 gingen die Anhänger Néstor Kirchners mit etwa 40% der Stimmen als Sieger hevor. Bei der Wahl um
Kentaur
Ein Kentaur (griechisch: Kentauros) oder Zentaur – nach dem lateinisierten Centaurus – ist ein Pferdemensch der griechischen Mythologie.
Meistens werden sie mit dem Kopf und den Schultern eines Mannes und dem Körper und den Beinen eines Pferdes dargestellt. Sie wurden auch magnentes (Große) genannt. In spät-hellenistischer Zeit brachte die zeitgenössische Kunst auch weibliche Zentauren hervor, die in krassem Widerspruch zum betont maskulinen Grundcharakter dieser wilden und auch als lüstern geschilderten Wesen stehen.
Ursprungsmythen
Die Kentauren sollen von Ixion, dem König der Lapithen in Thessalien, und einer Wolke abstammen, der Hera auf den Rat des Zeus ihre Gestalt gegeben hatte, als sie der betrunkene Ixion bei einem Gelage der Götter belästigte. Als Ixion das Trugbild „anstach“, zeugte er damit einen Bastard, den Kentauros, der sich später mit den Stuten des Magnesias paarte und damit die Kentauren schuf oder die Kentauren entstanden direkt aus dieser Wolke, die den Namen Nephele bekam.
Dementsprechend werden die Kentauren als unbeherrschtes und lüsternes Volk bezeichnet, ganz im Gegensatz zu den Lapithen selbst, die nach älterer Auffassung als Sturmdämonen beziehungsweise Personifikation des Sturmes selbst gelten, und deren König Perithoos von so edler Gestalt war, dass er den ebenso edlen Theseus so beeindrucken konnte, dass beide einander lebenslange Freundschaft schworen.
Der Name selbst wird unterschiedlich hergeleitet. Die Deutung einer Kombination von „ich steche“ und „Stier“ (griechisch tauros) soll auf jene Geschichte zurückzuführen sein, dass berittene Bewohner des Dorfes Nephele die Rinder des Ixion mit Speeren getötet haben sollen, so dass sie als Kentauren von Nephele bezeichnet wurden. Ich steche und Wolke ist eine ebenfalls mögliche etymologische Deutung, weil Ixion eben in die Wolke gestochen habe. Daneben wird Kentaur auch vom italischen centuria (eine hundertköpfige Kriegsbande) abgeleitet.
Die Taten der Kentauren
Die Kentauren waren die Erzfeinde der Lapithen und wurden von diesen aus Thessalien auf den Peloponnes vertrieben, als sich die Kentauren bei der Hochzeit des Königs der Lapithen, Peirithoos „vom Wein erhitzt“ über deren Frauen hermachten. Vom berühmtesten Kentauren, Cheiron oder Chiron, wird dort erzählt. Er verstand sich auf die Jagd und Heilkunde und soll viele der griechischen Helden erzogen haben, etwa Achilles und Odysseus. Der Sage nach wurde Chiron von Zeus in ein Sternbild verwandelt.
Laut Robert von Ranke-Graves wurde die früheste Darstellung von Kentauren auf einem Schmuckstück aus Mykene gefunden. Dort stehen sie sich gegenüber und tanzen. Im Pferdekult, bei dem Männer mit Pferdemasken tanzten, sollte, nebenbei erwähnt, damit der Regen herbeigerufen werden.
Zentauren in der Literatur
In den Chroniken von Narnia von C. S. Lewis tauchen Zentauren als Teil der Streitmacht unter der Führung des göttlichen Löwen Aslan auf.
In den Romanen der schottischen Schriftstellerin J. K. Rowling um den Zauberlehrling Harry Potter, taucht in verschiedenen der Romane, ebenfalls eine Herde Zentauren auf. Nach Rowling lesen sie die Zukunft in den Bewegungen der Planeten am Himmel. Vier Zentauren werden namentlich genannt: Ronan, Bane, Magorian und Firenze. Letzterer wird im Roman Harry Potter und der Orden des Phönix Lehrer für Wahrsagen an der Magier-Schule Hogwarts.
In der Romanserie Artemis Fowl ist der Zentaur Foaly ein begabter Techniker und Erfinder der "zentralen Untergrundpolizei".
Bekannte Zentauren
Foaly]
- Asbolus
- Bienor
- Cheiron, der weise und gütige Erzieher vieler griechischer Helden.
- Chariklo
- Cyllarus
- Elatos
- Eurytion
- Hylonome
- Nessos, der für den Tod des Herakles verantwortlich ist.
- Okyrhoe
- Pelion
- Pholos
- Thereus
- Triton
Weitere:
:Abas, Agrius, Amphion, Amydas, Amykus, Anchius, Antimachus, Aphareus, Aphidas, Arktus, Areos, Argeus, Astylus, Bravenor, Bretus, Bromus, Chromis, Chtonius, Clanis, Crenaeus, Criton, Cyllarus, Daphnis, Demoleon, Diktys, Dorpus, Dortlas, Dryalus, Dupo, Dynaeus, Emmachius, Enopion, Erygdupus, Eurynomus, Eurytion, Eurytus, Foaly, Gryneus, Gryphaeus, Harmandio, Harpagus, Helimus, Helops, Hippasos, Hippe, Hippotion, Hylaeus, Imbreus, Iphinous, Isopleus, Latreus, Lykabas, Lycetus, Lycidas, Lykothas, Lykus, Medon, Melanchaetas, Melaneus, Mermerus, Mimas, Monychus, Nessus, Nykton, Odites, Oeklus, Oreus, Orneus, Paeantor, Perimedes, Petraeus, Phaekomes, Phlegraeus, Phryxus, Pisenor, Polenor, Praxion, Pyrakmon, Pyretus, Ripheus, Rhoekus, Rhoetus, Stiphelus, Teleboas, Thaumas, Theramon, Theroktonus, Thonius, Thurius,
Literatur
- Gebhardt, Harald und Ludwig, Mario: Von Drachen, Yetis und Vampiren - Fabeltieren auf der Spur. BLV-Verlag, München, 2005, ISBN 3-405-16679-9
- Karl Kerényi: Die Mythologie der Griechen – Die Heroen-Geschichten. dtv, ISBN 3-423-30031-0
- Michael Grant und John Hazel: Lexikon der antiken Mythen und Gestalten. dtv, ISBN 3-423-32508-9
- Robert von Ranke-Graves: Griechische Mythologie. rororo, ISBN 3-499-55404-6
- Barbara G. Walker: Das geheime Wissen der Frauen, Frankfurt 1993, ISBN 3-86150-006-X
Verwandte Themen
- Portal:Mythologie
- Liste von Fabelwesen
- Der Centaurus ist ein Sternbild des südlichen Sternenhimmels.
- Die Zentauren sind Planetoiden zwischen Jupiter und Neptun.
- Der Freiheitskämpfer Pancho Villa trug den Beinamen Centaurus des Nordens.
- In der Literatur: "Die Gelehrtenrepublik" von Arno Schmidt.
- Tauren oder Zentauroiden sind fiktive Wesen der modernen Science-Fiction- und Fantasy-Literatur.
Weblinks
- [http://www.sungaya.de/schwarz/griechen/kentaur.htm Das Schwarze Netz]
Kategorie:Griechische Mythologie Kategorie:Literarische Figur Kategorie:Fabelwesen
ja:ケンタウロス
th:เซนทอร์
Stern (Zeitschrift)Der Stern ist ein wöchentlich erscheinendes Magazin, das 1948 von Henri Nannen gegründet wurde. Inzwischen ist es Europas größtes aktuelles Wochenmagazin.
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Geschichte
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Stern-TV
Seit dem 4. April 1990 wird das wöchentliche Magazin Stern-TV produziert, das mittwochs von dem Fernsehsender RTL ausgestrahlt wird. Moderiert wird Stern-TV von Günther Jauch, der von 1992 bis 1994 auch Chefredakteur der Sendung war. Aufsehen erregte die Sendung damals wegen der Ausstrahlung gefälschter Beiträge des Journalisten Michael Born.
Gesendet wird das Format aus dem Studio 6 der NOB Studios in Hürth bei Köln, das Platz für 120 Zuschauer bietet. Stern-TV erreicht dabei Einschaltquoten von bis zu drei Millionen Zuschauern, was einem Marktanteil von teilweise mehr als 20 Prozent entspricht. Produziert wird Stern-TV mittlerweile von Günther Jauchs eigener Firma i&u TV (i&u = Information & Unterhaltung).
Neben Stern-TV produziert i&u TV auch Reportage-Sendungen für das TV, die Stern-TV-Reportage (ausgestrahlt auf dem Fernsehsender VOX), sowie den RTL-Jahresrückblick "Menschen, Bilder, Emotionen" und Unterhaltungsformate wie "Die 90er-Show", "Die ultimative Chart-Show" oder "Die DDR-Show".
Weblinks
- [http://www.stern.de/ Der Stern]
- [http://www.stern.tv/ stern.tv]
- [http://www.neon-magazin.de/ NEON]
- [http://www.view-magazin.de/ VIEW]
- [http://www.i-und-u.tv/ i&u TV]
Kategorie:Zeitschrift
Kategorie:Online-Magazin
Barcelona
Barcelona (kat. []; span. []) ist die Hauptstadt der autonomen Region von Katalonien, im Nordosten Spaniens. Sie liegt am Mittelmeer, 160 km südlich der Pyrenäen und nahe der Grenze mit Frankreich. Barcelona ist mit über 1,6 Mio. Einwohnern die zweitgrößte Stadt Spaniens und die größte Kataloniens. In ihrem Einzugsgebiet leben rund 3 Mio. Menschen.
Geschichte
Der Sage nach wurde Barcino von Hamilkar Barkas, dem Vater von Hannibal aus Karthago gegründet. Später bauten die Römer die Stadt zu einer Festung (castrum) aus. Das Zentrum der Stadt lag am Mons Taber, einem kleinen Hügel in der Nähe des heutigen Rathauses (Plaça de Sant Jaume). Noch heute kann man die Überreste der römischen Stadtmauern in der Altstadt entdecken. Wichtige römische Fundstücke sind unter dem Plaça del Rei ausgestellt. Im 5. Jahrhundert wurde die Stadt von den Goten erobert, im 8. von den Mauren. 801 wurde es von Ludwig I. zurückerobert. 985 wurde Barcelona von Al-Mansur, dem Kalifen von Córdoba, das im heutigen Andalusien liegt, in Besitz genommen. Wenig später verließ er jedoch die Stadt wieder.
Im Mittelalter war Barcelona Hauptstadt des Königreiches Aragonien und eine wichtige See- und Handelsmacht im westlichen Mittelmeer, mit bedeutenden Kolonien auf Sardinien und Sizilien.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Sizilien
Das Stadtzentrum
Das Zentrum der Stadt bildet als Verkehrsknotenpunkt die Plaça de Catalunya, von hier aus sind zu Fuß die römischen Ruinen, die mittelalterliche Stadt und die moderne Planstadt Eixample zu besichtigen, die für ihre quadratischen Häuserblocks mit den abgeschrägten Ecken (Chaflanes) und den vielen modernistischen Bauten bekannt ist. Die ältere Stadt ist hauptsächtlich flach. Die neueren Viertel hingegen liegen am oberen Teil Barcelonas, zu den Hügeln hin, so dass einige Straßen dort an San Francisco erinnern.
Im Barri Gotic, dem gotischen Viertel und historischen Stadtkern, stehen heute noch zahlreiche schöne architektonische Zeugnisse der mittelalterlichen Königs- und Handelsstadt wie La Catedral, die Kathedrale der heiligen Eulalia, der Königsplatz (Placa del Rei), das Frederic Marés Museum und das Rathaus (Ajuntament) .
Eine besonders interessante Straße ist La Rambla (oder span. Las Ramblas, kat. Les Rambles), eine breite Allee, die vom Zentrum bis zum Hafen führt. Sie ist voller Menschen bis spät in die Nacht, und es gibt dort zahlreiche Blumen- und Vogelverkäufer, Zeitungskioske, Straßenmusikanten, Akrobaten, Cafes und Restaurants. Sehenswert an den Ramblas sind der bunte und lebhafte Markt Mercat de la Boqueria, der Platz Plaça Reial mit seinen Arkaden und Palmen sowie den typischen Lokalen, und das weltberühmte Opernhaus El Liceu. Am hafenabgewandten Ende der Ramblas befindet sich der Trinkbrunnen Font de Canaletes, dem nachgesagt wird, dass jeder, der einmal daraus getrunken hat, sein Herz an Barcelona verliert und sein Leben lang immer wiederkommt.
Am Ende der Promenade, am alten Hafen, steht die Statue von Christoph Kolumbus. Dort befinden sich auch die mittelalterlichen Schiffswerften, die Drassanes, die heute das Schifffahrtsmuseum Museu Maritim beherbergen. Es erzählt die Geschichte der Seefahrt im Mittelmeerraum und stellt sogar ein 1:1-Modell einer Galeere aus.
Der alte Hafen beherbergt das moderne Freizeitzentrum Maremagnum, das nebst zahlreichen Diskotheken, Boutiquen, Kinos (u.a. ein IMAX-Kino) auch das größte dem Mittelmeer gewidmete Aquarium enthält.
Barcelona und der Modernismus
Ende des 19. Jahrhunderts entstand in Barcelona eine eigene Form des Jugendstils, die modernisme genannt wird. Ihr prominentester Vertreter ist Antoni Gaudí, der in Barcelona gelebt und gearbeitet hat. Von ihm sind etliche berühmte Gebäude zu besichtigen. Dazu zählen unter anderem die Casa Milà (La Pedrera), der Palau Güell und der Parc Güell, die seit 1984 zum Weltkulturerbe der UNESCO zählen. Sehenswert unter Gaudís Bauten sind aber auch die Casa Batlló und ganz besonders die große, noch unvollendete Kirche Sagrada Família, an der seit 1882 gebaut wird. Seit 1997 hat Barcelona Welterbe-Nachwuchs bekommen mit zwei Bauten von Lluís Domènech i Montaner: Das Hospital de Sant Pau und der Palau de la Música Catalana.
Weitere Sehenswürdigkeiten
Weitere Sehenswürdigkeiten sind vor allem der Font Màgica, ein beeindruckender Springbrunnen großen Ausmaßes mit Farb- und Musikuntermalung, das Museu Joan Miró, das Museu Picasso mit zahlreichen, weniger bekannten Werken von Pablo Picasso, und das Museu Nacional d'Art de Catalunya, das bedeutende romanische Wandmalereien und andere mittelalterliche Kunstwerke enthält oder auch der Collserola-Turm, der Torre Telefónica sowie der Torre Agbar.
Ein architektonisches Meisterwerk von Weltrang stellt der deutsche Pavillon zur Weltausstellung 1929 dar. Eine Rekonstruktion des Gebäudes von Ludwig Mies van der Rohe befindet sich am Fuße des Montjuic, unterhalb des Poble Espanyol, eines Kleinspanien, das ebenfalls Teil des damaligen Weltausstellungsgeländes war.
Der Architekt Richard Meier entwarf das jedenfalls architektonisch außerordentlich sehenswerte Museu d'Art Contemporani de Barcelona (MACBA, 1992-1995) in der Altstadt.
La Ciutadella: um die rebellischen Katalanen besser in Schach halten zu können, liess Philipp V. hier 1716 eine Zitadelle errichten. 1868 musste ein Grossteil der Anlage einem Park weichen in dem 1888 die Weltausstellung stattfand. Der Zoologische Garten (Parc Zoológic) nimmt den grössten Teil des Ciutadella Parks in Anspruch.
Bild:Spain.Barcelona.Casa.Mila.jpg|Casa Milà
Bild:Font Magica.jpg|Font Màgica
Bild:ForbysBoqueria.jpg|Mercat de la Boqueria
Bild:Barcelona_hafenpromenade.jpg|Hafenpromenade
Bild:Passeig-de-gracia.jpg|Passeig de Gràcia
Bild:Barcelona_Plaza_Real.jpg|Plaça Reial
Bild:050529 Barcelona 059.jpg|Strand von Barcelona
La Ciutadella]
Veranstaltungen
- 1888: Weltausstellung
- 1929: Weltausstellung, zusammen mit Sevilla
- 1992 fanden die Olympischen Spiele in Barcelona statt.
- Von Mai bis September 2004 fand in Barcelona das Internationale Forum der Kulturen statt.
Wirtschaft und Infrastruktur
Verkehr
Öffentlicher Verkehr
Barcelona ist ein wichtiger Knotenpunkt der RENFE, der spanischen Staatseisenbahnen. Die wichtigste Station für Vorortszüge ist Sants-Estació. Die AVE-Hochgeschwindigkeitsstrecke wurde kürzlich von Madrid bis nach Lleida in West-Katalonien erweitert und soll im Jahre 2006 Barcelona erreichen. Eine weitere Hochgeschwindigkeitsstrecke soll bis 2010 den Anschluss an das französische TGV-Netz herstellen. RENFE und die Privatbahn Ferrocarrils de la Generalitat de Catalunya (FGC) betreiben ein weitverzweigtes S-Bahn-Netz.
Die Verkehrsbetriebe von Barcelona, Transports Metropolitans de Barcelona (TMB), ist die Betreiberin eines dichten Netzes von U-Bahnen und Bussen. Barcelona besitzt auch zwei verschiedene, nicht miteinander verbundene Straßenbahnnetze, genannt Trambaix und Trambesòs.
Das außerstädtische Bahnnetz beschränkt sich nicht nur auf die RENFE, sondern speziell fürs Hinterland hinter dem Tibidabo sind die Ferrocarrils de la Generalitat de Catalunya zuständig.
Individualverkehr
Das Autobahnnetz rund um Barcelona ist außerordentlich dicht und überwiegend mautpflichtig. Innerstädtisch mit dem eigenen Fahrzeug ans Ziel zu kommen ist in Barcelona im Prinzip leichter als anderswo - die Stadt gestaltet sich wegen der Schachbrett-Struktur und weil der Tibidabo überall gut zu sehen ist als angenehm übersichtlich. Barcelona hat allerdings erhebliche Probleme mit der Verkehrsdichte, d.h. Staus sind in der Innenstadt eher die Regel als eine Ausnahme. Der vorherrschende Fahrstil ist etwas sportlich und ungeduldig, aber dennoch fair und rücksichtsvoll. Ein beträchtlicher Teil des Staßennetzes ist als System von Einbahnstraßen angelegt, mit abwechselnd entgegengesetzter Richtung, dadurch sind Navigationssysteme in diesen Strassen in der Regel unbrauchbar.
Wenn man mit dem Wohnmobil anreisen möchte, sollte man das Park+Ride Angebot der Stadt nutzen und außerhalb der Innenstadt parken.
In der Innenstadt sind die Parkräume sehr begrenzt und die vielen Tiefgaragen sind nur für PKW brauchbar.
Mit 5 bis 8 EUR pro Stunde zu dem recht teuer. Die Polizei geht streng gegen Falschparker vor.
Flughafen
Barcelona ist nicht nur über den eigenen Flughafen El Prat, der der zweitgrößte Spaniens ist, sondern auch über die von Girona und Reus ausreichend schnell zu erreichen.
Reus
Fähre
Nach Palma de Mallorca betreibt die Reederei Trasmediterránea von der Esctació Marítima aus eine mindestens tägliche Fährverbindung, meist nachts.
Segler und Jachteigner werden im Hafen abgewiesen, die Marina befindet sich stattdessen "eins weiter" im Olympia-Hafen.
Bildung
Barcelona hat vier Universitäten:
- Universitat de Barcelona (gegr. 1450) http://www.ub.edu
- Universitat Autònoma de Barcelona (gegr. 1968) http://www.uab.es
- Universitat Politècnica de Catalunya (gegr. 1971) http://www.upc.es/
- Universitat Pompeu Fabra (gegr. 1990) http://www.upf.es
dazu kommen noch diverse private Hochschulen.
Infrastruktur für Touristen und Emigranten
Die nächstgelegene Möglichkeit, Strand und Meer zu genießen und nachts etwas ruhiger zu schlafen, bieten die Badeorte südwestlich der Stadt, jenseits des Flughafens. Dort kommen zunächst hauptsächlich Campingplätze, während Hotels hauptsächlich in Castelldefels zu finden sind. Die Stadt ist von dort aus schnell und gut zu erreichen.
Für Eltern kleiner Kinder, die beruflich eine Chance in oder bei Barcelona geboten bekommen, ist es von Bedeutung, dass Barcelona seit langer Zeit nicht wenige deutsche Emigranten beherbergt und deshalb auch über eine deutsche Schule (mit der deutschen "Allgemeinen Hochschulreife") verfügt. Für Emigranten ist es auch von Bedeutung, dass die Mieten in Barcelona vergleichsweise teuer und die Grundstücks-/Immobilienpreise außerorts vergleichsweise preiswerter sind.
Für ein Auslandssemester in Barcelona, z.B. an der Universitat Politécnica de Catalunya oder der Universitat Autonoma de Barcelona (in Cerdanyola del Vallès), sind Kenntnisse der katalanischen Sprache von Vorteil, da die Lehrveranstaltungen oft auf Katalanisch gehalten werden. Es werden allerdings auch Vorlesungen auf Spanisch sowie vereinzelt auf Englisch angeboten.
Söhne und Töchter der Stadt
- Juan Aguilera, spanischer Tennisspieler
- Alfons II. (Aragón), König von Aragón
- Victoria de los Angeles, spanische Sopranistin
- José Ardévol, kubanischer Komponist spanischer Herkunft
- Miguel Asins Arbo, spanischer Komponist und Professor
- Sergi Bruguera, ehemaliger Tennisprofi
- Daniel Brühl, deutscher Schauspieler
- Montserrat Caballé, spanische Sängerin (Sopran).
- José Carreras, spanischer Tenor
- Gaspar Cassadó, Cellist
- Antoni Clavé, spanischer Maler und Bildhauer
- Estanislao Figueras, spanischer Rechtsanwalt und Politiker
- Montserrat Figueras, Sopranistin
- Sete Gibernau, spanischer Motorrad-Rennfahrer
- Paco Godia, spanischer Rennfahrer
- Josep Guardiola i Sala, katalanischer Fußballspieler
- Carmen Laforet, spanische Schriftstellerin
- Felix Mantilla, spanischer Tennisspieler
- Pasqual Maragall, Regierungschef Kataloniens seit 2003, Bürgermeister Barcelonas von 1982 bis 1997
- Javier Marchán, Künstler
- Juan Marsé, spanischer Schriftsteller
- Artur Mas, Oppositionsführer im katalanischen Parlament seit 2004
- Matéo Maximoff, Schriftsteller
- Eduardo Mendoza, spanischer Schriftsteller
- Ramón Mercader, spanischer Kommunist und Attentäter auf Leo Trotzki
- Joan Miró, spanischer Maler
- Maria Dolors Miró, spanische Kunstförderin und Ehrenvorsitzende der Miró-Stiftungen
- Willy Moese, Karikaturist und Comiczeichner
- Joseph Oriol, Priester und Heiliger der römisch-katholischen Kirche
- Enrique Pla y Deniel, Erzbischof von Toledo und Kardinal der römisch-katholischen Kirche
- Daniel Plaza, spanischer Leichtathlet und Olympiasieger
- Jordi Pujol, Regierungschef Kataloniens von 1982 bis 2003
- Joaquim Rodriguez, spanischer Radrennfahrer
- Carlos Ruiz Zafón, Schriftsteller
- Juan Antonio Samaranch, wurde 1966 Mitglied des IOC
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