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1. Februar

1. Februar

Der 1. Februar ist der 32. Tag des Gregorianischen Kalenders - somit bleiben 333 Tage (in Schaltjahren 334 Tage) bis zum Jahresende.

Ereignisse


- 1168 - Heinrich der Löwe heiratet die erst zwölfjährige Tochter Mathilde des englischen Königs Heinrich II., Schwester von Richard Löwenherz.
- 1381 - Die Stadt Siegen geht vollständig an das Haus Nassau-Siegen.
- 1793 - Ausweitung des 1. Koalitionskrieges gegen die französische Republik, Großbritannien tritt als Verbündeter der österreichisch-preußischen Koalition gegen Frankreich in den Krieg ein.
- 1851 - In der Kieler Innenförde wird der "Brandtaucher", das erste deutsche U-Boot getestet und verunglückt dabei.
- 1864 - Ausbruch des Deutsch-Dänischen Krieges
- 1908 - Carlos I. und Luis Philippe, König und Kronprinz von Portugal werden in einem Hinterhalt getötet.
- 1917 - Die deutsche Marine eröffnet im Zuge des Ersten Weltkrieges den uneingeschränkten U-Boot-Krieg in den Sperrgebieten um Großbritannien, Frankreich und im Mittelmeer.
- 1920 - August Euler erhält die erste amtlich vorgeschriebene, international gültige Pilotenprüfung mit dem Flugzeugführerpatent "Deutschland Nr. 1"
- 1933 - Reichspräsident Paul von Hindenburg löst auf Wunsch von Adolf Hitler den Reichstag auf.
- 1933 - Honduras. Tiburcio Carías Andino wird Staatspräsident.
- 1946 - Amtsantritt von Trygve Lie als erster Generalsekretär der Vereinten Nationen.
- 1958 - Ägypten und Syrien schließen sich zur Vereinigten Arabischen Republik zusammen.
- 1971 - George Harrison und Ravi Shankar organisieren das Konzert für Bangladesh.
- 1977 - Die Charta 77 wird gegründet.
- 1978 - Finnland. Urho Kaleva Kekkonen wird zum fünften Mal in seinem Amt als Staatspräsident bestätigt.
- 1979 - Der Ajatollah Khomeini kehrt nach 15 Jahren im Exil (Nadschaf, Paris) wieder in den Iran zurück, nachdem der Schah Reza Pahlevi das Land verlassen hat.
- 1985 - Gauting, München, Deutschland. Ernst Zimmermann, Vorstandsvorsitzender der Motoren- und Turbinen-Union (MTU), wird in seinem Haus von RAF-Mitgliedern erschossen.
- 1993 - Finnland, Schweden und Österreich. Beginn der Beitrittsverhandlungen zur EU
- 1995 - Assoziierungsabkommen zwischen der EU und Rumänien
- 1998 - Costa Rica. Miguel Anguel Rodriguez Echeverría wird Staats- und Regierungschef.
- 2002 - Neuer Premierminister in Taiwan wird Yu Shyi-kun

Wirtschaft


- 1788 - Isaac Briggs und William Longstreet lassen sich das erste Dampfschiff patentieren.
- 2000 - Frankreich. Das Gesetz zur 35-Stunden-Woche tritt in Kraft.

Wissenschaft und Technik


- 1945 - Die erste Single mit 45 Umdrehungen pro Minute wird veröffentlicht
- 1958 - Start des ersten US-amerikanischen Erdsatelliten Explorer 1

Kultur


- 1814 - Uraufführung der Oper L'Oriflamme von Henri Montan Berton an der Opéra-Comique in Paris.
- 1814 - Uraufführung der Oper L'Oriflamme von Rodolphe Kreutzer in Paris.
- 1828 - Uraufführung der Oper Ali, Pascha von Janina von Albert Lortzing am Stadttheater in Münster.
- 1896 - Uraufführung der Oper La Bohème von Giacomo Puccini am Teatro Regio in Turin.
- 1918 - Uraufführung der Operette A Pacsirta (Wo die Lerche singt) von Franz Lehár an der Königlichen Oper in Budapest.
- 1945 - Uraufführung der Oper Lycksalighetens ö von Hilding Rosenberg an der Königlichen Oper in Stockholm.
- 1986 - Uraufführung der Oper Hunger und Durst von Violeta Dinescu in Freiburg im Breisgau

Religion

Katastrophen


- 1944 - Erdbeben der Stärke 7,4 in der Türkei, etwa 2.800 Tote
- 1953 - Bei der Hollandsturmflut brechen viele Deiche der Niederlande. Dabei kommen 1853 Menschen ums Leben.
- 1954 - Hokkaidō, Japan. Eine Curtiss C-46 der U.S. Air Force stürzt ab.
- 1957 - Rikers Island, New York, USA. Eine Passagiermaschine der Northeast Airlines verunglückt kurz nach dem Start vom Flughafen LaGuardia auf Grund eines Pilotenfehlers in einem Schneesturm. 21 Personen der 101 an Bord befindlichen Menschen werden getötet.
- 1963 - Ankara, Türkei. Eine libanesische Vickers Viscount 754 der Lebanese Middle East Airlines kollidiert mit einer Douglas C-47 der türkischen Luftwaffe. Die Flugzeuge fallen in verschiedene Stadtgebiete. Alle 17 Menschen an Bord der zwei Maschinen sterben, ebenso 87 Einwohner Ankaras. 50 werden verletzt.
- 1991 - Los Angeles, Kalifornien, USA. Eine Boeing 737 der USAir landet, während auf derselben Bahn noch eine Swearingen Metro der Skywest Airlines auf die Startfreigabe wartet. Bei dem Zusammenstoß sterben 22 Menschen an Bord der B737 und alle 12 in der Metro. 65 Menschen überleben. Ursache sind Koordinierungsfehler der Bodenkontrolle.
- 1997 - Bei Tambacoumba, Senegal stürzt ein Flugzeug der Air Senegal ab. Von den 52 an Bord befindlichen Menschen kommen 23 ums Leben.
- 2001 - Angolanische Rebellen schießen über Luena, Angola, eine angolanische Militärmaschine vom Typ Antonow An-26 ab. Alle 22 Insassen kommen ums Leben.
- 2003 - Die NASA-Raumfähre Columbia explodiert in 60 km Höhe über Texas; dabei kommen alle 7 Besatzungsmitglieder ums Leben.

Sport


- Einträge im Bereich Formel 1 siehe Formel 1.
- Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden s. u. der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.

Geboren


- 1459 - Conrad Celtis, deutscher Dichter und Humanist
- 1462 - Johannes Trithemius, Abt im Kloster Sponheim, Gelehrter und Humanist
- 1690 - Francesco Maria Veracini, italienischer Violinist und Komponist
- 1735 - Blasius Hueber, Landvermesser, Kartenersteller
- 1758 - Gotthard Ludwig Kosegarten, Pastor und Schriftsteller
- 1759 - Karl Friedrich Hensler, Theaterdirektor
- 1761 - Christian Hendrik Persoon, südafrikanischer Mykologe
- 1768 - Alexandre-Jacques-Bernard Law de Lauriston, französischer General
- 1787 - Johann Joachim Wachsmann, deutscher Chordirigent und Komponist
- 1792 - Johann Friedrich Dieffenbach, deutscher Mediziner und Chirurg
- 1796 - Abraham Emanuel Fröhlich, Schweizer Theologe und Schriftsteller
- 1801 - Adolf Fredrik Lindblad, schwedischer Komponist
- 1801 - Thomas Cole, US-amerikanischer Maler
- 1807 - Eduard Blösch, konservativer Schweizer Politiker
- 1823 - Edme Charles Philippe Lepère, französischer Staatsmann
- 1825 - James W. Throckmorton, 13. Gouverneur von Texas
- 1843 - John Isaac Thornycroft, englischer Ingenieur
- 1844 - Eduard Strasburger, deutscher Botaniker und Professor
- 1846 - Granville Stanley Hall, US-amerikanischer Psychologe
- 1853 - Johann Gottlieb Schoch, Gartenarchitekt und Gartendirektor der Stadt Magdeburg
- 1858 - Peter Byrnie Lindeman, norwegischer Komponist
- 1860 - Anders Leonard Zorn, schwedischer Maler, Grafiker, Bildhauer
- 1861 - Jacques-Émile Blanche, französischer Maler
- 1867 - Conrad Ramstedt, deutscher Mediziner
- 1874 - Hugo von Hofmannsthal, Österreichischer Schriftsteller
- 1876 - Prosper L'Orange, Deutscher Ingenieur und Erfinder
- 1877 - Thomas Dunhill, englischer Komponist
- 1881 - Otto Baer, Magdeburger Kommunalpolitiker und Oberbürgermeister
- 1884 - Jewgeni Iwanowitsch Samjatin, russischer Schriftsteller
- 1889 - Karl Gaul, deutscher Politiker und MdB
- 1892 - Johann F. Dieffenbach, deutscher Chirurg
- 1894 - Paul Merker, SED-Funktionär in der DDR
- 1895 - John Ford, US-amerikanischer Filmregisseur
- 1896 - Anastasio Somoza García, Präsident von Nicaragua
- 1901 - Clark Gable, US-amerikanischer Schauspieler
- 1902 - Erich Lüth, Publizist
- 1902 - James Langston Hughes, US-amerikanischer Schriftsteller
- 1902 - Langston Hughes, US-amerikanischer Schriftsteller
- 1905 - Emilio Segrè, US-amerikanischer Physiker
- 1906 - Edwin Rausch, deutscher Psychologe
- 1907 - Günter Eich, deutscher Lyriker und Hörspielautor
- 1910 - Katherine Dunham, US-amerikanische Tänzerin und Choreographin
- 1912 - Albin Kitzinger, deutscher Fußballspieler
- 1914 - Maria Singer, österreichische Volksschauspielerin
- 1915 - Artur London, tschechischer Kommunist und Diplomat
- 1915 - Sir Stanley Matthews, englischen Fußballspieler
- 1918 - Muriel Spark, schottische Schriftstellerin
- 1919 - Eugen Stadelmann, Österreichischer Lehrer und Heimatdichter
- 1922 - Renata Tebaldi, italienische Sopransängerin
- 1925 - Alfred Grosser, deutsch-französischer Publizist und Politikwissenschaftler
- 1926 - Georg Espitalier, deutscher Komponist und Akkordeonist
- 1927 - Günter Guillaume, Referent von Bundeskanzler Willy Brandt deutscher Spion für die DDR
- 1927 - Hans Gmür, Schweizer Autor
- 1930 - Dieter Röttger, norddeutscher Maler und Graphiker
- 1930 - Otto Anton Eder, österreichischer Regisseur und Schauspieler
- 1931 - Boris Nikolajewitsch Jelzin, Russischer Politiker und Staatspräsident
- 1931 - Iajuddin Ahmed, bengalischer Politiker und seit 2002 Staatsoberhaupt Bangladeschs
- 1931 - Madeleine Berthod, schweizer Skirennläuferin
- 1934 - Bob Shane, US-amerikanischer Sänger
- 1935 - Dieter Kühn, deutscher Schriftsteller
- 1937 - Audrys Juozas Bačkis, Erzbischof von Vilnius, litauischer Theologe und Kardinal
- 1937 - Don Everly, US-amerikanischer Sänger
- 1937 - Ray Sawyer, US-amerikanischer Sänger
- 1938 - Edith Mathis, Schweizer Sopranistin
- 1939 - Fritjof Capra, österreichischer Physiker und Buchautor
- 1941 - Jerry Spinelli, Autor von Jugendbüchern und Romanen für junge Erwachsene
- 1941 - Karl Dall, deutscher Fernsehmoderator und Komödiant
- 1942 - Hans Peter Heinzl, österreichischer Kabarettist, Schauspieler, Moderator und Musiker
- 1942 - Terry Jones, britischer Komödiant, Regisseur und Schriftsteller
- 1943 - Marian Opania, polnischer Schauspieler
- 1944 - Tommy Duffy, US-amerikanischer Sänger
- 1945 - Gerhard Welz, deutscher Fußballspieler
- 1947 - Gaston Rahier, belgischer Motocrossfahrer
- 1948 - Rick James, US-amerikanischer Funk-Musiker
- 1950 - Barbara Büchner, österreichische Kinder - und Jugendbuchautorin
- 1950 - Richard Williams, US-amerikanischer Musiker
- 1950 - Walter Seyffer, deutscher Sänger
- 1952 - Norbert Barthle, deutscher Politiker und MdB
- 1952 - Rick James, US-amerikanischer Sänger
- 1954 - Carlo Conti, Schweizer Politiker
- 1954 - Christoph Böhr, deutscher Politiker
- 1955 - Hans-Werner Olm, deutscher Komiker, Kabarettist und Entertainer
- 1957 - Walter Schachner, österreichischer Fußballtrainer
- 1958 - Sören Lerby, dänischer Fußballspieler und -trainer
- 1959 - Barbara Auer, deutsche Schauspielerin
- 1962 - Uwe Arkuszewski, deutscher Moderator, Sänger und Entertainer
- 1965 - Adam Benzwi, US-amerikanischer Pianist
- 1965 - Brandon Lee, US-amerikanischer Schauspieler
- 1965 - Stephanie von Monaco, monegassische Prinzessin und Sängerin
- 1965 - Tobias Pflüger, deutscher Politikwissenschaftler und Friedensforscher
- 1966 - Edyta Jungowska, polnische Schauspielerin
- 1966 - Laurent Garnier, französischer Technoproduzent und DJ
- 1967 - Jessica Stockmann, deutsche Schauspielerin
- 1968 - Lisa Marie Presley, US-amerikanische Sängerin
- 1969 - Brian Krause, US-amerikanischer Schauspieler
- 1969 - Gabriel Batistuta, argentinischer Fußballspieler
- 1972 - Christian Ziege, deutscher Fußballspieler
- 1973 - René Schneider, deutscher Fußballer
- 1974 - Roberto Heras, spanischer Profi-Radrennfahrer
- 1975 - Ekaterini Thanou, griechische Leichtathletin
- 1977 - Frank Stenglein, deutscher Tänzer
- 1978 - Claudia Künzel, deutsche Skilangläuferin
- 1979 - Juan, brasilianischer Fußballspieler
- 1986 - Johan Vonlanthen, Schweizer Fußballnationalspieler
- 2001 - Prinzessin Aiko, Tochter des japanischen Kronprinz Naruhito

Gestorben


- 1604 - Johannes Suidlareus, Theologe und Prediger der Reformationszeit
- 1646 - Johann Peter von Burmann, Weihbischof in Köln
- 1647 - Daniel Heider, deutscher Jurist und Rechtshistoriker
- 1656 - Rudolf von Drachenfels, deutscher Verwaltungsbeamter und Gelegenheitsdichter
- 1691 - Alexander VIII., mit bürgerlichem Namen Pietro Ottoboni, war Papst von 1689 bis 1691
- 1696 - Johann Peter von Burmann, Politiker und Weihbischof in Köln
- 1705 - Sophie Charlotte von Hannover, preußische Königin
- 1718 - Charles Talbot Shrewsbury, englischer Politiker
- 1733 - August der Starke, Kurfürst von Sachsen und König von Polen
- 1799 - Ferdinand Kobell, deutscher Maler
- 1824 - John Lempriere, englischer Lexikograph, Geistlicher und College-Direktor
- 1837 - Friedrich Franz I., Großherzog von Mecklenburg-Schwerin
- 1851 - Mary Wollstonecraft Shelley, englische Schriftstellerin
- 1855 - Claus Harms, deutscher protestantischer Theologe
- 1870 - Auguste Regnaud de Saint-Jean d'Angely, französischer General, Marschall von Frankreich
- 1873 - Matthew Fontaine Maury, US-amerikanischer Marineoffizier und Hydrograph
- 1875 - William Bennett, britischer Pianist und Komponist
- 1878 - George Cruikshank, britischer Maler und Karikaturist
- 1885 - Sidney Thomas, bedeutender britischer Metallurg
- 1903 - George Gabriel Stokes, irischer Physiker und Mathematiker
- 1903 - Rudolf von Delbrück, deutscher Politiker
- 1905 - Heinrich Lanz, Erfinder und Hersteller von Landmaschinen, Lokomobilen und Traktoren
- 1908 - Karl I., König von Portugal aus dem Hause Sachsen-Coburg und Gotha
- 1910 - Oswald Achenbach, deutscher Maler
- 1910 - Otto Julius Bierbaum, deutscher Autor und Schriftsteller
- 1912 - Hugo Bußmeyer, deutscher Komponist
- 1920 - Adolf Albin, Schachmeister und Theoretiker aus Rumänien
- 1922 - Aritomo Yamagata, japanischer Militärführer, Nationalheld und der 3. und 9. Premierminister
- 1923 - Ernst Troeltsch, deutscher Theologe und Politiker
- 1929 - August Halm, Komponist
- 1932 - Farabundo Marti, el-salvadorianischer Freiheitskämpfer
- 1933 - Oscar Drude, deutscher Botaniker
- 1940 - Hedwig Bleuler-Waser, Schweizer Temperenzlerin
- 1941 - Johannes Schlaf, dt. Dramatiker, Erzähler und Übersetzer
- 1941 - Walter Abbott, britischer Fußballspieler
- 1944 - Piet Mondrian, niederländischer Maler
- 1945 - Johan Huizinga, niederländischer Kulturhistoriker
- 1948 - Sergej Eisenstein, sowjetischer Regisseur
- 1949 - Nicolae Cocea, rumänischer Schriftsteller
- 1954 - Edwin Howard Armstrong, US-amerikanischer Elektroingenieur und Erfinder
- 1957 - Friedrich Paulus, deutscher Milität (Schlacht um Stalingrad)
- 1958 - Clinton Joseph Davisson, US-amerikanischer Physiker, Nobelpreisträger
- 1960 - Auguste Herbin, französischer Maler
- 1961 - Gerrit Bouwmeester, niederländischer Fußballspieler
- 1961 - Max Simon, SS-Gruppenführer und Generalleutnant der Waffen-SS
- 1966 - Buster Keaton, US-amerikanischer Filmschauspieler und Filmregisseur
- 1970 - Eugène Christophe, französischer Radrennfahrer
- 1971 - Raoul Hausmann, österreichisch-deutscher Künstler des Dadaismus
- 1971 - Sultan Amet-Chan, sowjetischer Testpilot
- 1971 - Willi Geiger, deutscher Maler
- 1976 - George Hoyt Whipple, US-amerikanischer Pathologe
- 1976 - Hans Richter, deutscher Maler, Grafiker und Avantgardist
- 1976 - Werner Heisenberg, deutscher Physiker, Nobelpreisträger
- 1977 - Edmond Hamilton, US-amerikanischer Autor
- 1978 - Roland Kohlsaat, deutscher Comiczeichner, Illustrator und Autor
- 1979 - Luise Albertz, deutsche Politikerin
- 1980 - Gastone Nencini, italienischer Radrennfahrer
- 1981 - Donald Wills Douglas, US-amerikanischer Flugzeugbauer
- 1981 - Ernst Pepping, deutscher Komponist
- 1981 - Geirr Tveitt, norwegischer Komponist und Pianist
- 1986 - Alva Myrdal, schwedische Soziologin, Politikerin und Friedensnobelpreisträgerin
- 1987 - Gustav Knuth, deutscher Schauspieler
- 1992 - Karl Gruber, österreichischer Politiker und Diplomat
- 1996 - Willi Bäuerle, deutscher Politiker und MdB
- 2002 - Hildegard Knef, deutsche Schauspielerin, Sängerin und Schriftstellerin
- 2003 - Herbert Wilhelmy, deutscher Geograph
- 2004 - Tyoni Batsiua, nauruische Gewichtheberin
- 2004 - Ally McLeod, schottischer Fußballtrainer
- 2004 - Rocco Clein, deutscher Musiker und Musikjournalist
- 2005 - Anderl Heckmair, deutscher Alpinist und Bergführer
- 2005 - John Vernon, kanadischer Schauspieler
- 2005 - Werner Arnold, Schweizer Profi-Radsportler

Feier- und Gedenktage


- Kirchliche Gedenktage:
  - Brigitta von Kildare, irische Äbtissin (katholisch, anglikanisch, orthodox)
  - Hl. Perpetua und hl. Felicitas, frühchristliche Märtyrinnen (orthodox)

Siehe auch

:31. Januar - 2. Februar :1. Januar - 1. März :Historische Jahrestage - Zeitskala :Wikipedia:Glaskugel - Wikipedia:Formatvorlage Tag 0201 ja:2月1日 ko:2월 1일 simple:February 1 th:1 กุมภาพันธ์

Gregorianischer Kalender

Der gregorianische Kalender, benannt nach Papst Gregor XIII., ist der heute in den meisten Teilen der Welt gültige Kalender.

Gregorianische Kalenderreform

Kalender Das erste Konzil von Nizäa bestimmte im Jahre 325, dass das Osterfest immer am ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond nach Frühlings-Anfang (bezogen auf Jerusalem) gefeiert werden sollte. Das astronomische Ereignis des Primar-Äquinoktiums (Frühlings-Tagundnachtgleiche der nördlichen Hälfte unseres Planeten) fand im Konzilsjahr 325 am 21. März statt, und die julianische Schalttagsregelung wurde damals noch nicht als verbesserungsbedürftig erkannt. Der damals gültige julianische Kalender ging von einem mittleren Sonnenjahr von 365,25 Tagen aus und glich die Differenz (bezogen auf 365 Tage) von annähernd 6 Stunden alle vier Jahre durch die Einfügung eines Schalttags aus. Gegenüber dem vom tatsächlichen Gang der Himmelsmechanik astronomisch vorgegebenen Sonnenjahr, das im Jahre 2000 auf 365,242190517 Tage bestimmt wurde -also etwa 365 Tage, 5 Stunden, 48 Minuten und 45,25 Sekunden- war das Jahr des julianischen Kalenders also etwas mehr als 11 Minuten zu lang. Bis ins 16. Jahrhundert, zur Zeit Papst Gregors XIII., hatte sich dieser Fehler so ausgewirkt, dass das Primar-Äquinoktium im Jahr 1582 schon am 11. März stattfand. Diese Verschiebung des Kalenders war jedoch schon längere Zeit vorher offenkundig geworden. Seit dem 14. Jahrhundert wurden immer wieder Vorschläge für eine Kalenderreform unterbreitet – u. a. durch Nikolaus von Kues, Regiomontanus und Nikolaus Kopernikus. Diese waren aber stets abgelehnt worden. Gleichwohl bildeten Kopernikus' Werk De Revolutionibus Orbium Coelestium (»Von den Umdrehungen der Himmelskörper«) sowie die prutenischen Tafeln von Erasmus Reinhold die Basis für die schließlich von Papst Gregor XIII. dekretierte Reform. Um die Frühlings-Tagundnachtgleiche wieder mit dem 21. März in Übereinstimmung zu bringen und Ostern wieder am richtigen Tage feiern zu können, folgte der Papst dem Vorschlag des Mediziners und Hobby-Astronomen Aloisius Lilius und bestimmte, dass im Jahre 1582 zehn Tage übersprungen werden sollten. Daher folgte in einigen römisch-katholischen Ländern auf den 4. Oktober gleich der 15. Oktober – die Abfolge der Wochentage blieb dabei jedoch unverändert. Damit fand das Primar-Äquinoktium dort im Folgejahr 1583 wieder am 21. März statt; die Zeitrechnung innerhalb des Christentums war jedoch nicht mehr einheitlich. Damit war die Ausgangslage, wie sie zur Zeit des Konzils bestand, wieder ungefähr hergestellt. Um ein erneutes Abrücken des 21. März vom Zeitpunkt des Primar-Äquinoktiums für alle Zukunft zu vermeiden, legte der neue gregorianische Kalender die Dauer des mittleren Sonnenjahrs auf 365,2425 statt wie bisher auf 365,25 Tage fest. Diese Verkürzung erfolgte dadurch, dass – abweichend von der Schaltregel des julianischen Kalenders – die Jahre keinen Schalttag haben, deren Zahl zwar ohne Rest durch 100, nicht aber durch 400 geteilt werden kann. Weil bis zur ersten Anwendung dieser neuen Ausnahmeregel im Jahre 1700 noch 117 Jahre vergingen, hat sich der Kalender gegenüber dem astronomischen Ereignis des Primar-Äquinoktiums im Durchschnitt wieder um 1 Tag verrückt. Seither pendelt es zwischen dem 19. und 21. März.

Die Schaltregeln


- Nach der grundsätzlich weiterhin gültigen Julianischen Schaltregel weisen Jahre, deren Zahlen durch 4 dividiert natürliche Zahlen ergeben, im Februar einen 29. Tag (“Schalttag“) auf und umfassen dadurch als Schaltjahre 366 Tage.
- Die Gregorianische Schaltregel bestimmt hiervon drei Ausnahmen : Keine Schaltjahre sind diejenigen Säkular-Jahre (Jahre, deren Zahl am Ende zwei Nullen aufweist), deren Zahl durch 400 dividiert keine natürliche Zahl ergibt.(Deshalb waren die Jahre 1700, 1800 und 1900 keine Schaltjahre, und auch die Jahre 2100, 2200 und 2300 werden keine Schaltjahre sein.) oder:
- Ist die Jahreszahl durch 4 teilbar, aber nicht durch 100, dann ist es ein Schaltjahr mit 366 Tagen. Beispiele: 1980, 1972, 1720.
- Ist die Jahreszahl durch 100 teilbar, aber nicht durch 400, dann ist das Jahr ein gewöhnliches Gemeinjahr und hat nur 365 Tage, z. B. in den Jahren 1700, 1800 und 1900 oder ferner 2100.
- Ist die Jahreszahl durch 400 teilbar, ist das Jahr ein Schaltjahr. Die Jahre 1600 und 2000 waren – in Übereinstimmung mit der Julianischen Schaltregel – Schaltjahre zu 366 Tagen.

Einführung des gregorianischen Kalenders in verschiedenen Ländern

Nur wenige Länder wie Spanien oder Portugal übernahmen den gregorianischen Kalender tatsächlich am 4./15. Oktober 1582. Die meisten römisch-katholischen Länder Europas folgten in den nächsten Jahren, während die protestantischen Länder den neuen Kalender, weil vom Papst dekretiert, zunächst ablehnten. Beispielsweise führten ihn die meisten katholischen Kantone der Schweiz 1584 ein, das Wallis jedoch erst 1655. Dort folgte damals auf den 28. Februar der 11. März. Die evangelischen Territorien des Deutschen Reichs übernahmen den gregorianischen Kalender erst 1700. Auf den 18. Februar folgte dort unmittelbar der 1. März 1700. Zuvor mussten beispielsweise Verträge zwischen katholischen und protestantischen Fürsten mit beiden Daten versehen werden, etwa als 5./15. Oktober 1582. Um die Jahreswende differierten die Jahreszahlen zwischen den Gebieten des alten und neuen Kalenders. Aus dieser Zeit stammt der Ausdruck »zwischen den Jahren« für die Tage nach Weihnachten. Die reformierten Orte der Schweiz folgten ein Jahr später, allerdings mit drei Ausnahmen: Der protestantische Halbkanton Appenzell Ausserrhoden und die protestantischen Teile von Glarus und Graubünden. Der offizielle Übergang zum neuen Kalender sollte dort bis 1812 dauern; der alte Kalender blieb aber noch länger in der Bevölkerung lebendig. Die Appenzeller Silvesterkläuse werden noch immer am 31. Dezember nach dem julianischen Kalender (13. Januar nach dem gregorianischen Kalender) gefeiert. In England (und auch in den späteren USA) wurde der gregorianische Kalender erst in der Nacht vom 2. September auf den 14. September 1752 eingeführt. Die orthodoxen Länder Osteuropas behielten den julianischen Kalender noch bis Anfang des 20. Jahrhunderts bei. Da die Jahre 1700, 1800 und 1900 in Russland Schaltjahre gewesen sind, machte die Abweichung vom gregorianischen Kalender dort mittlerweile 13 Tage aus. Die russische Oktoberrevolution 1917 fiel deshalb nach dem gregorianischen Kalender auf den 7. November. An diesem Tag wurde die Revolution denn auch bis zum Ende der Sowjetunion gefeiert, nachdem Russland 1918 die neue Kalenderrechnung eingeführt hatte. Einige orthodoxe Kirchen (z. B. in Russland und Serbien) begehen ihre feststehenden Feste weiterhin nach dem julianischen Kalender. Ihr Weihnachten (25. Dezember) fällt darum derzeit auf den 7. Januar (greg.). Andere orthodoxe Kirchen (z. B. in Griechenland und Bulgarien) verwenden hierfür den so genannten neo-julianischen Kalender, der bis zum Jahr 2799 dem gregorianischen Kalender entsprechen wird. Alle orthodoxen Kirchen berechnen Ostern und die anderen beweglichen Feste nach dem julianischen Frühlingsanfang sowie nach dem metonischen Vollmond; das Fest fällt daher nur gelegentlich mit dem Osterdatum der westlichen Kirchen zusammen; meist ist es eine, vier, oder fünf Wochen später als im Westen. Als bisher letzter Staat übernahm 1927 die Türkei den gregorianischen Kalender; dort hatte bis dahin der islamische Kalender gegolten. Die nicht zeitgleiche Einführung des gregorianischen Kalenders in den verschiedenen Ländern sorgte für Verwirrung, aber auch für interessante Paradoxa: So sind sowohl William Shakespeare als auch Miguel de Cervantes am 23. April 1616 gestorben, obwohl Shakespeare Cervantes um 11 Tage überlebt hat. Auch die Feiern des Geburtstags von George Washington wurden verschiedentlich am 11. und am 22. Februar ausgerichtet, bis zu einer bundesgesetzlichen Feiertagsregelung.

Charakteristika

Die Regeln des gregorianischen Kalenders führen zu einer durchschnittlichen Länge des Kalenderjahres von 365,2425 Tagen. Das sogenannte tropische Jahr – der zwischen zwei aufeinanderfolgenden Primar-Äquinoktien (Frühlings-Tag-Nachtgleichen) liegende Zeitraum – ist gegenwärtig im Mittel 365,24219879 mittlere Sonnentage lang. Danach ist also auch der gregorianische Kalender im Verhältnis zur astronomischen Wirklichkeit etwas zu lang, nämlich 0,000301 Tage (= 26 Sekunden) pro Jahr. Das bedeutet, dass nach rund 3320 Jahren das Primar-Äquinoktium wieder einen ganzen Tag früher eintreten würde. Sofern bis dahin die christliche Jahreszählung beibehalten wird, würde es sich anbieten, in allen durch 3200 teilbaren Jahren den Schalttag wiederum entfallen zu lassen, wenn auch zu jener Zeit noch die Bindung des Primar-Äquinoktiums an den 21. März gewünscht wird. Der gregorianische Kalender hat eine Periode von 400 Jahren: Nach dieser Zeit wiederholen sich nicht nur der Ablauf der Schalttage und damit die Tages- und Monatszählung, sondern auch die zugehörigen Wochentage. 400 Jahre enthalten nämlich 400×365 + 97 Tage, also 146097 Tage; das sind genau 20871 Wochen; es geht also nach 400 Jahren mit demselben Wochentag weiter. Infolge dieser Periodizität kann ein bestimmtes Datum (Tag und Monat oder nur Tag) nicht gleich häufig auf alle Wochentage fallen. Ausgerechnet der 13. eines beliebigen Monats fällt öfter (nämlich 688mal in 400 Jahren) auf einen Freitag als auf andere Wochentage (Donnerstag und Samstag: 684mal, Montag und Dienstag: 685mal, Sonntag und Mittwoch: 687mal).

Siehe auch


- Julianischer Kalender, Osterdatum
- Umrechnung zwischen julianischem Datum und gregorianischem Kalender, Wochentagsberechnung
- Zeitrechnung, Kalender, Jüdischer Kalender, Christlicher Kalender, Islamischer Kalender, Chinesischer Kalender, v. u. Z., v. d. Z., v. d. Chr., n. d. Chr., v. Chr., n. u. Z., n. d. Z., n. Chr.

Wikipedia-Links zum Themenkomplex Kalender und Zeit

Weblinks


- [http://personal.ecu.edu/MCCARTYR/inter-grav-text.html Papst Gregor XIII: Inter Gravissimas – Die päpstliche Bulle, mit der der gregorianische Kalender verordnet wurde]
- [http://www.fh-friedberg.de/users/boergens/marken/beispiele/kalender.htm Briefmarke: Sondermarke zur Vollendung der ersten Periode des gregorianischen Kalenders]
- [http://www.kalenderlexikon.de 1. deutsches Online-Kalenderlexikon] Kategorie:Kalender als:Gregorianischer Kalender ja:グレゴリオ暦 ko:그레고리력 ms:Kalendar Gregorian simple:Gregorian calendar th:ปฏิทินเกรกอเรียน

1168

Ereignisse

Politik und Weltgeschehen


- 1. Februar - Heinrich der Löwe heiratet die erst zwölfjährige Tochter Mathilde des englischen Königs Heinrich II., Schwester von Richard Löwenherz.
- Kalixt III. löst Paschalis III. (1164-1168) als Gegenpapst zu Alexander III. ab.
- Waldemar I. von Dänemark erobert Rügen.
- An der Handelsstraße Halle-Leipzig nach Prag wird gediegenes Silber und Silbererz gefunden. Daraufhin kommen Bergleute aus Goslar und siedeln sich in der nach ihnen benannten Sächsstadt an, die sich später zur ersten sächsischen Bergstadt Freiberg entwickelt.

Geboren


-

Gestorben


- 20. September - Paschalis III. (Gegenpapst) ko:1168년

Heinrich der Löwe

Heinrich der Löwe (
- 1129 wahrscheinlich Ravensburg; † 6. August 1195 in Braunschweig), aus dem Geschlecht der Welfen, war Herzog von Sachsen (1142-1180) und Bayern (1156-1180). Er war einer der mächtigsten Reichsfürsten des 12. Jahrhunderts und stand wiederholt im Konflikt mit dem Königshaus dieser Zeit, den Staufern. Staufer]

Leben

Familiäre Einbindung

Heinrichs Vater war Heinrich der Stolze, von 1126 bis 1138 als Heinrich X. Herzog von Bayern und von 1137 bis zu seinem plötzlichen Tod im Alter von nicht einmal 32 Jahren 1139 auch Herzog von Sachsen sowie Herzog von Tuszien. Seine Mutter war Gertrud von Süpplingenburg, die Erbtochter Kaiser Lothars III. 1147 heiratete er Clementia von Zähringen, wodurch er badische Gebiete um die Burg Badenweiler erwarb. Ihre gemeinsame Tochter Gertrud heiratete später Knut IV. von Dänemark. 1162 trennte er sich von Clementia, vermutlich auf Druck von Kaiser Friedrich I. (Barbarossa), der ihm die Burgen Herzberg und Scharzfeld am Harz sowie den Königshof Pöhlde im Tausch gegen Badenweiler anbot. Heinrich nahm an, um seine sächsischen Stammlande, vor allem im Dauerkonflikt mit dem Askanier Albrecht dem Bären und dessen Söhnen, zu sichern. Am 1. Februar 1168 heiratete Heinrich im Dom zu Minden erneut, diesmal die erst zwölfjährige Mathilde, Tochter des englischen Königs Heinrich II. und der Eleonore von Aquitanien und Schwester von Richard Löwenherz. Damit begründete er die engen Beziehungen zwischen dem Haus der Welfen und England.

Auseinandersetzung mit Konrad III.

Richard Löwenherz 1139 entzog Konrad III. Heinrichs Vater im Rahmen der Auseinandersetzungen zwischen Staufern und Welfen die Herzogtümer Bayern und Sachsen. Damit waren die Welfen jedoch nicht geschlagen. Heinrich der Stolze behauptete sich in Sachsen in Kämpfen gegen die Askanier, sein Bruder Welf VI. in Bayern gegen die Babenberger. Nach Heinrichs des Stolzen Tod im Oktober 1139 übernahm Richenza, die Witwe Lothars III., die Führung der Welfenpartei in Sachsen und die Vormundschaft über Heinrich den Löwen. Sie starb im Juni 1141. Zu diesem Zeitpunkt scheint Konrad III. eingesehen zu haben, dass er die Welfen auch durch den Entzug der Herzogswürde nicht besiegen konnte und begann deshalb seine Ausgleichspolitik. In deren Rahmen erhielt Heinrich der Löwe 1142 in Frankfurt das seinem Vater entzogene Herzogtum Sachsen von Albrecht dem Bären zurück. Die zweite Komponente der Ausgleichspolitik war die Verheiratung von Heinrichs Mutter Gertrud mit dem Babenberger Heinrich II. Jasomirgott, der 1143 mit Bayern belehnt wurde. Heinrich der Löwe betrieb intensiv die Ostkolonisation und verleibte ehemals wendische und andere slawische Gebiete dem Herzogtum Sachsen ein. 1147 zwang er die Fürsten von Vorpommern, seine Lehensherrschaft anzuerkennen. Im gleichen Jahr verhinderte er einen Versuch Konrads, die Frauenklöster Kemnade und Fischbeck der Reichsabtei Corvey zu unterstellen und damit den königlichen Einfluss in Sachsen zu steigern. Auch den Anspruch auf Bayern gab Heinrich nicht auf. Als Vorbereitung auf die Teilnahme am Zweiten Kreuzzug wollte Konrad III. im März 1147 auf einem Reichstag in Frankfurt seinen Sohn Heinrich (VI.) zu seinem Nachfolger als König wählen lassen. Während des Reichstags erhob Heinrich der Löwe jedoch Klage und verlangte die Rückerstattung Bayerns. Da diese Klage die Wahl Heinrichs (VI.) aufschob und der Kreuzzugstermin näher rückte, hatte Heinrich der Löwe Konrad damit unter Druck gesetzt. Letztendlich gab Heinrich sich mit dem Versprechen des Königs zufrieden, dass über Bayern nach dem Ende des Kreuzzuges erneut verhandelt werden sollte. Allerdings belastete die schwebende Klage ab diesem Zeitpunkt Konrads Machtanspruch, darüber hinaus weigerte Heinrich sich, am Kreuzzug in das Heilige Land teilzunehmen, sondern setzte sich an die Spitze eines sächsischen Adelsaufgebots, das zu einem parallelen Wendenkreuzzug gegen die Slawen zwischen Elbe und Oder aufbrach. In diesem Zeitraum heiratete Heinrich auch Clementia von Zähringen. Diese Anerkennung durch das einflussreiche Haus der Zähringer stellte eine weitere Aufwertung von Heinrichs Machtanspruch dar. Während und nach dem gescheiterten Aufstand Welfs VI. gegen Konrad dehnte Heinrich der Löwe sein Einflussgebiet ab 1149 zunehmend auch nach Bayern aus. Im Herbst 1151 misslang ein Überfall Konrads auf Braunschweig, das Herrschaftszentrum Heinrichs.

Ausgleich mit Barbarossa

Friedrich Barbarossa sagte Heinrich vermutlich bereits im Rahmen seiner Wahlversprechenspolitik während der Thronvakanz 1152 die Belehnung mit Bayern zu. Allerdings zögerte sich die endgültige Klärung dieser Frage hinaus, unter anderem auch, weil Heinrich auch in Sachsen mit Problemen kämpfen musste. So wurde auf dem Merseburger Reichstag im Juni 1152 ein Streit zwischen dem Löwen und dem Bremer Erzbischof Hartwich verhandelt. Dabei ging es um den Anspruch des Erzbischofs, als Metropolit in den während des Wendenkreuzzuges eroberten Gebieten zwischen Elbe und Peene zu missionieren. Dies wollte Heinrich nicht zulassen, da er darin eine Einmischung in sein Hoheitsgebiet sah und für sich das Recht beanspruchte, Bischöfe in den neu zu gründenden Bistümern der Region einzusetzen. Erst auf dem Goslarer Reichstag von 1154 sprach Barbarossa Heinrich dieses Recht zu und verlieh ihm den bayerischen Herzogstitel, den Heinrich sofort annahm, obwohl er das Territorium erst 1156 erhielt. In der Zwischenzeit trennte Barbarossa Österreich von Bayern ab und überließ es den Babenbergern, was den Territorialgewinn Heinrichs begrenzte und seinen Expansionsbestrebungen in Richtung Süden einen Riegel vorschob. Die gleiche Funktion erfüllte auch die Besetzung mehrerer süddeutscher Bischofsstühle mit staufertreuen Amtsträgern. Dennoch wurde Heinrich der Löwe mit der Belehnung mit Bayern zum mächtigsten Territorialfürsten im Reich. Auch nach der Machtübernahme in Bayern konzentrierte Heinrich seine Machtpolitik auf den Osten und Norden. In die Auseinandersetzungen um die dänische Thronfolge hatte er bereits zuvor eingegriffen. Ab 1154 machte er zudem von dem Recht auf Bistums- und die damit verbundenen Stadtgründungen im Ostseeraum Gebrauch, da er dort offiziell nur als Markgraf fungierte, lediglich im Namen des Königs, de facto jedoch mit weit darüber hinausgehendem Machtanspruch. 1154 richtete Heinrich der Löwe das Bistum Ratzeburg, 1160 das Bistum Schwerin ein. Das Bistum von Oldenburg in Holstein wurde in das 1158 erworbene Lübeck verlegt, wo er auch den Lübecker Dom stiftete. Zudem kontrollierte der Welfe mit Lübeck einen wichtigen Knotenpunkt des Ostseehandels. Darüber hinaus ließ Heinrich 1158 München und 1159 Landsberg am Lech gründen sowie die Reisestrecke über den Brenner absichern. Diese vor allem auf wirtschaftlichen Landesausbau gerichteten Aktionen in Bayern waren die Reaktion auf die durch Barbarossa effektiv abgeschnürten territorialen Ausdehnungsmöglichkeiten im Süden. 1160 eroberte Heinrich Mecklenburg. 1164 wurde er Lehnsherr über Hinterpommern. Zwischen 1154 und 1156 verschoben sich die Frontstellungen im Reich. Heinrich trat in dieser Phase nicht mehr als Gegner des staufischen Kaisers auf, was sich unter anderem in seiner Scheidung von Clementia 1162 ausdrückte, deren Familie, die Zähringer, wegen Auseinandersetzungen um Burgund inzwischen in Opposition zu Barbarossa getreten war. 1165 vermittelte Rainald von Dassel die Verlobung von zwei Töchtern des englischen Königs Heinrich II. mit Barbarossa und Heinrich dem Löwen. Heinrich war dadurch in die staufische Heiratspolitik eingebunden. 1168 heiratete der Welfe im Mindener Dom Mathilde, während die Verlobung Barbarossas mit deren Schwester Eleonore kurz darauf aufgelöst wurde. Als Zeichen seines Machtanspruches baute Heinrich Braunschweig zu seiner Residenzstadt (Hof) um und ließ dort um 1166 den Braunschweiger Löwen und die Burg Dankwarderode errichten. Auch war sein Einfluss auf die Literatur seiner Zeit immens. Beispiele sind das Evangeliar Heinrichs des Löwen, Der deutsche Lucidarius und Eilhart von Oberg. Heinrich unternahm 1172 eine Pilgerreise in das heilige Land. Von dieser Reise soll er - so eine Legende - einen Löwen als Geschenk des oströmischen Kaisers in Byzanz mitgebracht haben. 1173 ließ er den Bau des Braunschweiger Domes beginnen. Diese Unternehmungen sowie die eigenständige "Außenpolitik" in Skandinavien und ein Heiratsangebot des byzantinischen Kaisers Manuel 1164 deuten Hinstoriker als Hinweis darauf, dass sich Heinrich als weit über den übrigen Reichsfürsten stehend begriff und dass er eine Sonderstellung seines Territoriums innerhalb des Reiches anstrebte; in etwa vergleichbar mit dem Königreich Böhmen. Eine weitere Vergrößerung seines Herrschaftsbereichs strebte Heinrich der Löwe durch den 1175 oder 1176 geschlossenen Erbvertrag mit seinem Onkel Welf VI. an. Demnach sollte Heinrich zum Erben von Welfs Ländereien werden.

Der Sturz des Löwen

Welf VI.] Heinrichs Machtanspruch und die von Barbarossa konsequent betriebene territoriale Hausmachtspolitik in Süddeutschland ließen den staufisch-welfischen Konflikt wieder aufflammen. Der erste deutliche Ausdruck dieser erneuten Frontstellung war Heinrichs Weigerung, 1176 auf dem 5. Italienzug in Chiavenna vor Legnano militärische Unterstützung ohne entsprechende Gegenleistungen zur Verfügung zu stellen. Heinrich verlangte die durch den Silberabbau reiche Stadt Goslar, was für Barbarossa unannehmbar war. Auf der anderen Seite hatte Barbarossa Welf VI. um Weihnachten 1178 dessen Gebiete nördlich der Alpen abgekauft und ihm wieder als Lehen zurückgegeben, was einen Eingriff in den Erbvertrag zwischen Welf VI. und Heinrich dem Löwen darstellte. Zudem entzog Barbarossa Heinrich die Unterstützung in dessen Auseinandersetzungen mit dem Adel seiner Territorien. Heinrich befand sich zu diesem Zeitpunkt vor allem in Konflikt mit den Erzbischöfen von Bremen und Magdeburg, dem Bischof von Halberstadt und Albrecht dem Bären. Barbarossa ging schließlich juristisch gegen den Löwen vor. Allerdings erhob er auf dem Hoftag in Worms im Januar 1179 nicht selbst Klage gegen Heinrich, sondern ließ die Gegner des Herzogs wegen Rechtsbrüchen klagen, worauf Heinrich mit einer Gegenklage wegen Verwüstungen durch die Truppen des Kölner Erzbischofs im Gebiet von Hameln aus dem Jahr 1178 antwortete. Auf dem Hoftag von Magdeburg im Juni 1179 verkündete Barbarossa schließlich wegen Landfriedensbruchs und Nichtbefolgens mehrerer Ladungsgebote die Reichsacht gegen Heinrich. In der Gelnhäuser Urkunde des Jahres 1180 wurde die Vergabe eines Teils des sächsischen Herzogtums an den Kölner Erzbischof festgeschrieben. Zugleich ist sie das wichtigste Quellendokument, das die erste Phase der Entmachtung Heinrichs schildert. Allerdings lässt auch die Gelnhäuser Urkunde zahlreiche Detailfragen zum genauen Verlauf der Entmachtung Heinrichs des Löwen offen. So muss es nach der Verkündung der Acht eine Phase gegeben haben, in der Heinrich die Gelegenheit zur Buße gehabt hatte, denn die dem Lehensentzug vorausgehende Oberacht wurde erst im Januar 1180 in Würzburg verhängt. Ungewöhnlich schnell wurde bereits im April 1180 auf dem Gelnhäuser Reichstag das sächsische Herzogtum wieder ausgegeben, noch bevor die Oberacht rechtskräftig geworden war. Historiker sehen darin den Effekt der Bemühungen des sächsischen Adels, der sich schnell seines Herzogs entledigen wollte. Bayern wurde erst im September, nachdem die Oberacht regulär gültig war, wieder ausgegeben. Der Herrschaftsbereich Heinrichs wurde wie folgt aufgeteilt: Vom Herzogtum Bayern wurden die Steiermark und die andechsische Markgrafschaft Istrien abgetrennt. Der Rest fiel an die Wittelsbacher. Mit Herzogtum Sachsen wurde nach der Abtrennung von Westfalen an das Erzbistum Köln der Sohn Albrechts des Bären, Bernhard, belehnt. Durch die damit erfolgte Zerschlagung der letzten beiden großen Stammesherzogtümer Bayern und Sachsen hatte die Entwicklung der Umgestaltung des Reiches von den alten, großen und nur locker aufgebauten Machtblöcken in kleinere, in sich geschlossene Fürstentümer, die zudem durch das Lehnsrecht enger an den König gebunden waren, ihren Abschluss gefunden. Diese Ereignisse gelten in der Forschung deshalb als Zäsur, die den Abschluss des sogenannten Reichsfürstenstandes vollendet hat. Heinrich wollte sich dem Urteil nicht unterwerfen und leistete bereits nach dem Magdeburger Hoftag 1179 Widerstand. 1180 begann der Reichskrieg gegen ihn. Im August 1181 wurde Lübeck vom Reichsheer erobert und zur Reichsstadt erhoben sowie Braunschweig belagert. Große Teile Sachsens wurden verwüstet. Die überwiegende Mehrheit des sächsischen Adels wechselte aus dem welfischen in das kaiserliche Lager. In Lübeck belehnte Barbarossa als neuer Lehnsherr Herzog Bogislav I., der bis dahin Heinrich unterstanden hatte, mit dem Herzogtum Pommern. Im November 1181 unterwarf sich Heinrich dem Kaiser auf dem Reichstag von Erfurt. Erst zu diesem Zeitpunkt erhielt Bernhard von Sachsen neben dem Territorium auch den sächsischen Herzogstitel zugesprochen. Dies und die Auseinandersetzungen um den genauen Urteilsspruch gegen Heinrich den Löwen interpretieren Historiker als ein Zeichen für Spannungen zwischen dem Adel und Barbarossa. Letzterer hätte Sachsen auch als ledig gewordenes königliches Lehen einziehen können, scheint damit aber am Widerstand der norddeutschen Fürsten gescheitert zu sein. Die Fürsten setzten eine relativ milde auf drei Jahre befristete Verbannung Heinrichs sowie sein Anrecht auf sein unmittelbares Hausgut um Braunschweig durch, was diesem zwar eine absehbare Rückkehr ermöglichte, aber das Wiedererlangen seiner alten Machtposition erschwerte. Die von Barbarossa bevorzugte Variante hätte eine unbegrenzte Verbannung und den Verlust sämtlicher Güter vorgesehen. Allerdings hätte Heinrich damit einen Rechtsanspruch auf Begnadigung und Rückerstattung seiner gesamten Territorien gehabt, was die Lehensverpflichtung dem Kaiser gegenüber erneuert und Barbarossa gestärkt hätte. Durch die schließlich ausgesprochene starre Verbannungsfrist konnte die Neuaufteilung der Besitzungen Heinrichs danach als feststehender Rechtszustand angesehen werden. Vor allem die Askanier und der Kölner Erzbischof Philipp von Heinsberg profitierten von diesem Urteil. Letzterer löste Heinrich den Löwen als mächtigster Reichsfürst Norddeutschlands ab.

Exil und Rückkehr

1182 sprach der Kaiser schließlich die Verbannung aus. Heinrich begab sich ins Exil zu seinem Schwiegervater König Heinrich II. von England. Spätestens 1184 begannen allerdings die Verhandlungen um die Rückkehr des Löwen. Hintergrund war ein Bündnis Barbarossas mit Balduin V. von Hennegau gegen den französischen König, für das der Kaiser die Unterstützung Heinrichs II. suchte. Das Bündnis scheiterte letztlich kurz vor dem geplanten Feldzug des Kaisersohns Heinrich VI. gegen Frankreich, dennoch war Heinrich der Löwe im Oktober 1185 in seine Besitzungen um Lüneburg und Braunschweig zurückgekehrt. Auf dem Mainzer Hoftag von 1188 weigerte sich Heinrich, am Dritten Kreuzzug teilzunehmen und verpflichtete sich zur Rückkehr ins Exil. Nach dem Aufbruch des Kreuzfahrerheeres und dem Tod seiner Frau Mathilde kehrte Heinrich 1189 verfrüht aus dem Exil zurück und erhob Ansprüche auf seine alten Territorien. Zunächst vermittelten die Erzbischöfe von Köln und Mainz einen Vergleich. Heinrich erhielt die Hälfte der Einnahmen aus Lübeck, musste dafür aber die Befestigungen Braunschweigs und Lübecks schleifen sowie seine Söhne mit Heinrich VI. auf Italienfahrt schicken. Nach dem Tod Friedrich Barbarossas 1191/1192 flammte die welfische Opposition erneut auf. Allerdings waren bereits Heinrichs Söhne ihre entscheidenden Anführer. Sie schleiften unter unter anderem die damals reiche Stadt Bardowick an der Ilmenau. 1192 ging auch Bernhard von Sachsen auf die welfische Seite über. 1194 bezog Heinrich der Löwe nach seiner Versöhnung mit Heinrich VI. wieder seine Güter um Braunschweig und starb dort am 6. August 1195.

Kinder

1195
- Heinrich heiratete 1147 zunächst Clementia von Zähringen, aus dieser Ehe gingen folgende Kinder hervor:
  - Gertrud (
- nach 1150; † 1196 - verheiratet mit 1.) Friedrich IV. von Rothenburg, Herzog von Schwaben (
- um 1144; † 1167); 2.) im Jahr 1176 Hochzeit mit Knuth (VI.), König von Dänemark (
- 1162/1163; † 1202)
  - Heinrich, Richenza († beide als Kind)
- Anschließend heiratete Heinrich 1168 Mathilde von England, aus dieser Ehe gingen folgende Kinder hervor:
  - Richenza/Mathilde (
- 1172; † 1208/1209) – verheiratet mit 1.) Graf Gottfried von Perche († 1202); 2.) Engelram III. von Coucy († ca. 1242)
  - Heinrich (V.), Pfalzgraf bei Rhein (
- ca. 1173/1174; † 1227) - verheiratet mit 1.) Agnes von Staufen; 2.) Agnes von Wettin
  - Lothar (
- 1174/1175; † 1190)
  - Kaiser Otto IV. (
- 1175/1176; † 1218)
  - Wilhelm, Herzog von Lüneburg (
- 1184; † 1212/1213) - verheiratet mit Helena von Dänemark, Tochter von Waldemar I., König von Dänemark
- Aus einer Verbindung zur linken Hand hatte Heinrich mit einer namentlich nicht bekannten Konkubine, Tochter des Grafen Gottfried von Blieskastel, noch eine weitere Tochter:
  - Mathilde (
- ca. 1155/1156; † vor 1219) - verheiratet nach 1167 mit Borwin I. (Mecklenburg)

Nachleben

Borwin I. (Mecklenburg) (im Hintergrund)]] Nach seinem Tode wurde Heinrich der Löwe vor dem Hochchor des Braunschweiger Domes in einer Gruft neben seiner 2. Ehefrau Mathilde beigesetzt. Dies ist durch Arnold von Lübeck überliefert: :„Circa ipsos dies mortuus est famosus ille dux Heinricus in Bruneswich et ... nihil est consecutus nisi memorabilem satis sepulturam una cum conjuge sua domina Mechthilde in ecclesia beati Blasii episcopi et martyris.” :(Zur selben Zeit starb der berühmte Herzog Heinrich in Braunschweig. Er hat durch all seine Arbeit, die er unter der Sonne gehabt hatte, nichts erreicht als ein recht sehenswürdiges Grab, in welchem er mit seiner Gemahlin Mechthilde in der Kirche des Heiligen Bischofs und Märtyrers Blasius beigesetzt wurde.) Die Grabstätte Heinrichs und seiner Gemahlin Mathilde wurde im Sommer 1935 von den Nationalsozialisten aus politischem Kalkül geöffnet und grundlegend verändert. Eine detaillierte Beschreibung dieser Maßnahmen befindet sich hier. Ihm zu Ehren wurde seine Büste in der Walhalla aufgestellt.

Chronisten


- Helmold von Bosau
- Arnold von Lübeck setzte die Chronica Slavorum Helmolds unter gleichem Titel fort.
- Gerhard von Steterburg, Propst in Steterburg, schrieb die Annales Stederburgenses (Steterburger Annalen)

Stand- und Denkmale

Annales Stederburgenses
- Braunschweiger Löwe
- Brunnenstandbild nach Entwurf Adolf Breymann, Bronzeguss für Braunschweig, gezeigt auf der Weltausstellung Wien 1873 (ausgezeichnet mit der Silbermedaillie), ausgeführt von Georg Ferdinand Howaldt

Literatur


- Gerd Biegel: Heinrich der Löwe. Kaiserenkel, Kaiserfreund, Kaiserfeind, Braunschweig 1996 ISBN 3-926701-26-9
- Joachim Ehlers: Heinrich der Löwe. Europäisches Fürstentum im Hochmittelalter, Göttingen 1997 ISBN 3-7881-0149-0
- Karl Jordan: Heinrich der Löwe. Eine Biographie, 4. Aufl., München 1996 ISBN 3-423-04601-5
- Robert Slawski: Im Zeichen des Löwen, 3. überarbeitete und erweiterte Auflage, Braunschweig 2004 ISBN 3-931727-00-9

Weblinks


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- [http://www.leistungsschein.de/archiv/geschichtswissenschaften/arbeiten/mittelalter/Hager_Maik_Heinrich_der_Loewe.htm Maik Hager, Heinrich der Löwe. Eine Biographie, TU Berlin WiSe 97/98 (www.leistungsschein.de).]
- [http://www.leistungsschein.de/archiv/geschichtswissenschaften/arbeiten/mittelalter/Hager_Maik_Gelnhaeuser_Urkunde.pdf Maik Hager, "Heinrich, einst Herzog von Bayern und Westfalen". Die Gelnhäuser Urkunde als Dokument für die Entmachtung Heinrichs des Löwen, TU Berlin WiSe 97/98 (www.leistungsschein.de).]
- [http://www.welfen.de/stammtafel.html Stammtafel der Welfen 790 bis heute]
- [http://www.welfen.de/braunschalleLinien.htm Welfische Linien von 1267 bis heute]

Siehe auch


- Deutschland im Mittelalter
- Welfen
- Liste der Herrscher namens Heinrich Kategorie:Mann Kategorie:Herzog (Sachsen) Kategorie:Herzog (Bayern) Kategorie:Deutscher Kategorie:Welfen Kategorie:Geboren 1129 Kategorie:Gestorben 1195

Richard I.

Richard I. (genannt Löwenherz, frz. Cœur de Lion;
- 8. September 1157 in Oxford; tödlich verwundet in Chalus bei Limoges, Frankreich, † am 6. April 1199 in Chinon, Frankreich) aus dem Haus Plantagenet war von 11891199 König von England. Der dritte Sohn König Heinrichs II. und Eleonores von Aquitanien war bereits seit 1168 Herzog von Aquitanien und seit 1172 Herzog von Poitiers.

Lebens- und Herrschaftsgeschichte

Der Aufstand gegen den Vater

Als ältester Sohn des Herrscherpaares war Heinrich der Jüngere als Erbe für den englischen Thron und Nachfolger seines Vaters als Herzog der Normandie vorgesehen. Sein jüngerer Bruder Richard sollte mit dem Herzogtum Aquitanien das Erbe seiner Mutter erhalten. Gottfried sollte die Bretagne bekommen und der jüngste Bruder Johann Ohneland lediglich Randgebiete des Angevinischen Reiches. Im Juni 1170 wurde Heinrich der Jüngere in London zum Mitkönig gekrönt. Sein Vater wollte ihm aber nicht wirklich Macht übergeben, die Handlung sollte nur den Erzbischof von Canterbury vor den Kopf stoßen, der eigentlich als einziger das Recht besaß, einen englischen König zu krönen und bei der Zeremonie nicht anwesend war. Drei Jahre später, bei einer Versammlung in Limoges, erhob sich der junge König gegen seinen Vater indem er verlangte, daß ihm endlich die tatsächliche Herrschaft übergeben werde, da die pompöse Krönungszeremonie sonst ja bloß eine Komödie gewesen wäre. Er flüchtete sich in die Obhut von Ludwig VII., des Königs von Frankreich nach Paris, wohin seine beiden Brüder Richard und Gottfried auch unterwegs waren. Seine Mutter, Königin Eleonore hatte die mächtigen Adeligen Englands und Frankreichs auf die Seite des jungen Königs gebracht und es kam zum Aufstand. Heinrich II gelang es jedoch mit einem Söldnerheer von 20.000 Mann die Rebellion seiner Söhne zu beenden und seine Gemahlin gefangenzunehmen. Seine Kinder nahm er nach deren Gnadegesuch bald wieder in seine Gunst auf, die Königin jedoch blieb eingesperrt. Nachdem zwei der Brüder, Heinrich der Jüngere 1183 und Gottfried, Herzog der Bretagne, 1186, gestorben waren, wurde Richard Löwenherz der Anführer der Verschwörung. Mit Hilfe seines letzten Bruders Johann Ohneland und des französischen Königs Philipp II. August gelang es Richard schließlich 1189, seinen Vater endgültig zu schlagen. Heinrich musste Richard im Abkommen von Azay-le-Rideau als alleinigen Erben anerkennen. Der alte König starb zwei Tage später, am 7. Juli 1189, bei Château Chinon.

Krönung und Kreuzzug

Chinon Am 3. September 1189 wurde Richard Löwenherz in Westminster als Richard I. zum König von England gekrönt. Im Gegensatz zu den meisten seiner Vorgänger handelte es sich dabei um eine Zeremonie von großem Pomp in Anwesenheit zahlreicher Lehensträger aus dem gesamten Reich; eine Glanzstunde der in voller Blüte stehenden höfischen Kultur des Mittelalters. Richard ging jedoch zunächst nicht an die Festigung seiner Herrschaft, sondern bereitete die Erfüllung des Kreuzzugsgelübdes vor, das er gemeinsam mit Philippe II. August abgelegt hatte. Kurz darauf führte er den erfolglosen Dritten Kreuzzug (1189-1192) zur Befreiung Jerusalems von den Truppen des Sultans Saladin an. Auf dem Weg in das Heilige Land eroberte Richard I. Zypern und nahm dessen ersten und einzigen Kaiser Isaak Komnenos gefangen. Dieses Zypern verkaufte er an Guido von Lusignan, dem vor Saladin auf der Flucht befindlichen und am dritten Kreuzzug nicht ganz unschuldigen König von Jerusalem. Am 11. Mai 1191 heiratete er in Limassol Berengaria von Navarra. Mit dieser Heirat sollte unter anderem der französische Reichsteil abgesichert werden, dessen Regentschaft Richard für die Dauer des Kreuzzuges seinem Schwiegervater Sancho VI. von Navarra und seiner Mutter Eleonore von Aquitanien anvertraut hatte.

Herrschaft in Bedrängnis

England wurde während des Kreuzzuges von seinem Bruder Johann Ohneland verwaltet. Philipp II. von Frankreich, mit dem Richard I. sich in Sizilien zerstritten hatte, kehrte früher nach Frankreich zurück und schloss einen Vertrag mit Johann: Philipp erhielt einen Teil der englischen Besitzungen in Frankreich, Johann wurde im Gegenzug die Verwaltungshoheit über die restlichen Gebiete zugesichert. Begünstigt wurde dieser Pakt durch Intrigen im englischen Adel, die Richards Justiziar Wilhelm von Longchamp am effektiven Eingreifen zu Gunsten des Königs hinderten und ihn schließlich zur Aufgabe seines Amts zwangen. Darauf brach Richard 1192 den Kreuzzug ab und machte sich auf den Rückweg nach England. Unterwegs wurde er von Herzog Leopold V. von Österreich aus dem bayrischen Herzogsgeschlecht der Babenberger gefangen genommen und an Kaiser Heinrich VI. ausgeliefert. Heinrich verlangte ein gigantisches Lösegeld und versuchte, Richard dazu zu zwingen, das Angevinische Reich als Lehen aus der Hand des Kaisers zu empfangen. Die gemeinsame Mutter Eleonore von Aquitanien unterstützte während Richards Gefangenschaft die Opposition eines Teils der Stände im gesamten Reich gegen Johann. Gleichzeitig gelang es ihr, das immense Lösegeld aufzubringen, das den gesamten Einnahmen aus dem englischen Reichsteil in zwei Jahren entsprach. Dazu übte Papst Coelestin III. Druck gegen die widerrechtliche Gefangennahme eines Kreuzfahrers aus. Am 4. Februar 1194 wurde Richard I. freigelassen, nachdem das Lösegeld von 6000 Eimern Silber bezahlt worden war.

Die Rückeroberung

Zurück in seinem Reich nahm er Johann sofort wieder in seine Gnade auf und richtete seine Anstrengungen gegen den einstigen Verbündeten Philipp II. August. Nach den Siegen Richards bei Freteval 1194 und Issoudun 1195 sowie der Einnahme Angoulemes durch Sancho VI. musste Philipp II. 1196 dem Vertrag von Louviers zustimmen, der Richard den größten Teil der annektierten Gebiete zurückgab, aber eben nur einen Teil. Spätestens mit diesem Vertrag begann der unaufhaltbare Schrumpfungsprozess des Angevinischen Reiches. Zeitgleich gelangen Richard I. diplomatische Erfolge. So konnte er sich durch eine geschickte Heiratspolitik an den mächtigen Grafen Balduin IX. von Flandern annähern, seine Schwester Johanna mit Raimond VI., dem Grafen von Toulouse, verheiraten und schließlich seinem Neffen Otto von Braunschweig, später Otto IV., den Weg zur Kaiserkrönung ebnen. In den folgenden Jahren konzentrierte Richard sich auf die Auseinandersetzung mit dem aufständischen Adel in Aquitanien. Bei der Belagerung der Burg Chalus wurde er von einem Armbrustbolzen oder vergifteten Pfeil getroffen. Am 6. April 1199 starb Richard Löwenherz im Alter von 41 Jahren an Wundfieber. Nachfolger wurde sein Bruder Johann, unter dem die Auflösung des Angevinischen Reiches an Tempo zunahm. Das späte 12. Jahrhundert gilt als eine Hochzeit der englischen Geschichtsschreibung. Aus den Händen klösterlicher Chronisten liegen so viele Schriften vor wie über keine vorherige Epoche der englischen Geschichte. Richard erscheint meist als Idealfigur des zugleich ritterlichen, weisen und gutmütigen Königs. In der älteren französischen Geschichtsschreibung wird Richard vor allem deshalb kritisiert, weil er durch seine Ansprüche auf die Normandie der Staatskonsolidierung unter Philipp II. entgegen stand.

Königsmythos

Normandie Um Richard Löwenherz, der in Literatur und Sagen als der Inbegriff des weisen, guten Königs größter Ritterlichkeit gehandelt wird, ranken sich trotz seiner nur kurzen Herrschafts- und Lebenszeit zahlreiche Legenden. Ein Teil dieser Idealisierung beruht auf gezielter Propaganda schon zu Lebzeiten. So inszenierten sich König und Hof als ritterliche Idealbilder. Die Artus-Sage spielte dabei eine große Rolle. So besaß Richard ein Schwert, das man als Excalibur, die mythische Klinge Artus', ansah. Richards unbestreitbare militärische Fähigkeiten wurden maßlos übertrieben. Beispielsweise wurde behauptet, er habe in Jaffa gemeinsam mit nur sechs Rittern dreitausend Sarazenen in die Flucht geschlagen. Sicherlich ist Richard I. Plantagenet eine der schillerndsten Personen des Hochmittelalters. Richard hatte ebenso wie seine Eltern ungeheures Charisma, war in jeder Hinsicht ein entschlossener Entscheider. Grundsätzlich handelte er stets sofort und konsequent. Obgleich ihm als Normannen die Angelsachsen nicht am Herz lagen, erkannte Richard dennoch die Wichtigkeit der Beilegung des Konflikts zwischen den einstigen Eroberern aus der Normandie und den alteingesessenen Angelsachsen. Wollte er die Angelsachsen für seine militärischen Pläne zuverlässig nutzen können, so musste er nicht nur deren Treue, sondern auch deren Akzeptanz bei den Normannen gewinnen. Gegen die Widerstände des normannischen Adels erließ Richard das Edikt, dass es fortan keine Unterscheidung mehr nach Normannen und Angelsachsen gäbe, sondern nur noch ein Volk: das der Engländer. Da es den widerständlerischen normannischen Adligen an einer einigenden Gegenfigur fehlte, die ein Richard ebenbürtiges Format gehabt hätte, erzielte der König mit dieser Maßnahme einen verblüffenden Erfolg und trug damit den ersten Schritt zu seiner Legendenbildung bereits bei. Richard war für seine Zeit sehr groß (1,86 m), und seine roten Haare sowie sein roter Bart verrieten deutlich seine normannische Herkunft und somit seine Wurzeln als Wikinger. Ihm fehlte es tatsächlich in Gefechten nicht an Mut, und es ist auch bekannt, dass er auch für Gegner zeitweilig große Achtung und Bewunderung empfand. Erfunden ist jedoch, dass er sich persönlich jemals mit Saladin, dem Sultan von Ägypten und islamischen Führer im Kampf gegen die christlichen Kreuzritter dieser Zeit, getroffen hätte. Noch mehr ins Reich der Märchen gehört, dass die Männer Freunde gewesen seien. Belegt hingegen ist jedoch, dass sie jeweils große Achtung voreinander empfanden. Doch Richard I. Plantagenet war nicht nur der strahlende charismatische König, sondern er konnte mitunter recht grausam sein. So ließ er nach einem missglückten Versuch Jerusalem einzunehmen vor dessen Toren und unter den Augen der islamischen Besatzung 3.000 Frauen, Alte und Kinder zusammentreiben und niedermetzeln. Den Quellen nach zu urteilen war Richard - wie die übrigen frühen normannischen Könige - sehr belesen und unter anderem des Lateins im hohen Maße mächtig. Richard verfügte darüber hinaus jedoch auch über einen bemerkenswerten Mangel an diplomatischen Fähigkeiten, wie die Beleidigung des Herzogs Leopold V. von Österreich zeigte, die in letztendlicher Konsequenz Richard in Haft brachten. Auf dem Rückweg von Palästina nach Frankreich wurde er in Österreich gefangen genommen, nachdem man ihn an einem seiner Handschuhe erkannt hatte. Die Zeit seiner Haft verbrachte er zunächst in Burg Dürnstein an der Donau unter der Aufsicht von Hadmar II., später in der Reichsburg Trifels nahe Landau in der Pfalz. Es ist glaubhaft überliefert, dass er sich gerade im Trifels mit seinen Bewachern gut verstanden hatte und den pfälzischen Wein sehr schätzte. Seine Freilassung kostete die Engländer ein erhebliches Maß an Lösegeld, nämlich die ungeheure Summe von 100.000 Silbermark, und das Ablegen des Lehenseides gegenüber dem deutschen Kaiser. Kaiser aus dem Manuskript des Peter von Eboli (vermutlich 1195)]] Das Lösegeld hatte während Richards Abwesenheit sein Bruder und Vertreter Prinz Johann aus Steuererhöhungen aufzubringen. Die Zahlungen führten England an den Rande des Staatsbankrotts und die Steuererhöhungen zu Unruhen in der Bevölkerung, die die Robin Hood-Legende gebaren. Johann brachte dies lediglich einen schlechten Ruf ein, obgleich in Wahrheit die Maßnahmen ja der Befreiung Richards dienten. Ebenfalls ins Reich der Legenden gehört Richards angebliche Liebe zu England. Tatsächlich fühlte sich Richard im Inneren ganz und gar als Aquitanier, also als Franzose. Er haßte dieses kalte regnerische England und nutzte jeden Vorwand nicht dort sein zu müssen. So kam es, dass er insgesamt während seiner gesamt Regierungszeit von 10 Jahren sich nicht länger als 10 Monate tatsächlich in England aufhielt. Die Legende seiner Ritterlichkeit begründet sich nicht zuletzt in der ebenfalls teilweise erfundenen Geschichte um seinen Tod. Wahr ist, dass Richard während eines Gefechtes in Frankreich, Châlus, Haute-Vienne, von einem vergifteten Pfeil getroffen wurde und nach einigen Tagen daran starb. Nach der Legende ließ er den feindlichen Schützen des tödlichen Pfeiles nach der gewonnenen Schlacht suchen und zu sich bringen, und schlug diesen mit den Worten zum Ritter: "Wer fähig ist mich, den König, zu töten, der ist es Wert ein Ritter zu sein." Inwieweit dies der Wahrheit entspricht, ist unklar. Tatsächlich wurde der Schütze jedenfalls nach dem Tod Richards von dessen Angehörigen grausam getötet. Richard starb am 6. April 1199 in Chinon und wurde in der Abtei Fontevrault begraben.

Literatur


- Dieter Berg: Die Anjou-Plantagenets. Die englischen Könige im Europa des Mittelalters, Stuttgart 2003. ISBN 3-17-014488-X
- Regine Pernoud: Der Abenteurer auf dem Thron. Richard Löwenherz, König von England, München 1996. ISBN 3-423-30538-X (Mit Vorsicht zu genießen, da nicht fachwissenschaftlich)

Weblinks


- [http://www.mittelalter-genealogie.de/mittelalter/koenige/england/richard_1_loewenherz_koenig_von_england_+_1199.html genealogie-mittelalter.de]
- Siehe auch: Blondelsage Richard I. Kategorie:Haus Plantagenet Kategorie:Mann Kategorie:Herzog (Aquitanien) Kategorie:Herzog (Normandie) Kategorie:Geboren 1157 Kategorie:Gestorben 1199 ja:リチャード1世 (イングランド王) simple:Richard I of England th:ริชาร์ดที่ 1 แห่งอังกฤษ

1381

Ereignisse

Politik und Weltgeschehen


- 1. Februar - Die Stadt Siegen geht vollständig an das Fürstenhaus Nassau-Siegen
- Bauernaufstand unter Wat Tyler, John Ball und Jack Straw in England

Geboren


- Johannes Schiltberger, Gefolgsmann († nach 1427)

Gestorben


- 24. März - Katharina von Schweden, Äbtissin von Vadstena, Tochter von Birgitta von Schweden (
- 1331/1332)
- 15. Mai - Eppelein von Gailingen, fränkischer Raubritter, hingerichtet (
- um 1320)
- 21. Mai - Friedrich der Strenge, auch der Freundholdige genannt, Sohn von Friedrich dem Ernsthaften (
- 1332)
- 15. Juni - Wat Tyler, englischer Bauernführer (
- ?)
- 13. Dezember - Jan van Ruysbroek, mittelalterlicher Theologe und Mystiker (
- 1293) ko:1381년

Siegen

Siegen liegt in Südwestfalen im Südosten von Nordrhein-Westfalen und ist eine Große kreisangehörige Stadt des Kreises Siegen-Wittgenstein im Regierungsbezirk Arnsberg. Die Universitätsstadt (11.500 Studierende im Sommersemester 2005) ist Sitz des Kreises und in der Landesplanung als Oberzentrum im südwestfälischen Verdichtungsraum eingestuft. 1975 überschritt im Zuge der kommunalen Neugliederung die Einwohnerzahl der Stadt Siegen die Grenze von 100.000, wodurch sie Großstadt wurde.

Geographie

Räumliche Lage

Die Stadt Siegen liegt in einem von Niederwald bedeckten, Höhen umkränzten und in zahlreiche radial ausstrahlende Nebentäler verzweigten Talkessel der oberen Sieg, inmitten des durch reiche, steilhängig-tiefe Zerteilung zu einem unruhigen Berg- und Kuppenland zwischen dem Sauerland im Norden, dem Rothaargebirge im Nordosten und dem Westerwald im Südwesten. Nächst größere Städte von Siegen sind im Norden Hagen (83 km), im Südosten Frankfurt am Main (125 km), im Südwesten Koblenz (105 km) und im Westen Köln (93 km). Die Stadt liegt an der deutsch-niederländischen Ferienstraße Oranier-Route.

Stadtgebiet

Die Gesamtfläche des Stadtgebietes beträgt rund 115 Quadratkilometer. Die maximale West-Ost-Ausdehnung liegt bei 11 Kilometern, in nord-südlicher Richtung sind es 12 Kilometer. Die Stadtgrenze ist 48 Kilometer lang. Siegen liegt auf einer mittleren Höhenlage von 290 Metern über NN. Die höchste Erhebung der Stadt ist der Gipfel des Pfannenberg mit 499 m ü. NN an der südlichen Stadtgrenze. Der niedrigste Punkt der Stadt liegt mit 215 m ü. NN bei Niederschelden an der südwestlichen Stadtgrenze, die hier gleichzeitig die Landesgrenze zu Rheinland-Pfalz bildet. Der Waldanteil am Stadtgebiet beträgt rund 60 %. Damit zählt Siegen zu den grünsten Großstädten Deutschlands. Das Stadtgebiet Siegen ist in sechs Bezirke eingeteilt, die aus mehreren Orts- beziehungsweise Stadtteilen bestehen. Jeder Bezirk hat einen Bezirksausschuss, der aus 15 stimmberechtigten und 15 nicht stimmberechtigten Mitgliedern besteht. Die Bestellung der Ausschussmitglieder erfolgt durch den Rat der Stadt entsprechend der Stimmanteile der Kommunalwahl der Parteien im jeweiligen Bezirk. Die Bezirksausschüsse entscheiden über bestimmte Aufgaben des Bezirks. Diese Aufgaben werden in der Hauptsatzung der Stadt Siegen festgelegt. Die sechs Bezirke Siegens und ihre zugehörigen Stadtteile
- Bezirk I (Geisweid): Birlenbach, Meiswinkel, Langenholdinghausen, Geisweid, Dillnhütten, Sohlbach, Buchen, Niedersetzen, Obersetzen
- Bezirk II (Weidenau): Weidenau
- Bezirk III (Ost): Kaan-Marienborn, Alt-Siegen teilweise (Giersberg), Bürbach, Volnsberg, Breitenbach, Feuersbach
- Bezirk IV (Mitte): Alt-Siegen (soweit nicht zum Bezirk III und zum Bezirk V gehörig)
- Bezirk V (West): Seelbach, Trupbach und Alt-Siegen teilweise (Wellersberg, Fischbacherberg, Achenbach, Rothenberg)
- Bezirk VI (Süd): Oberschelden, Gosenbach, Niederschelden, Eiserfeld, Eisern Neben der satzungsrechtlich eindeutigen Aufteilung des Stadtgebietes in Bezirke und Stadtteile werden noch Quartiere mit eigenem Namen unterschieden, deren Grenzen und Bezeichnungen jedoch nicht klar definiert sind. Als Beispiele sind unter anderem die Unter- bzw. Oberstadt, Hammerhütte, Effertsufer, Lindenberg, Charlottental, Haardter Berg (mit der Universität) oder die Alte Dreisbach anzuführen. Diese Quartiere können durchaus auch auf der Fläche von mehreren offiziellen Stadtteilen liegen, wie im Fall des Quartiers Sieghütte, das teilweise im Stadtteil Siegen-Mitte und zu Teilen in Weidenau liegt, ausserdem kommt es ebenso zu räumlichen Überschneidungen zwischen einzelnen Quartieren. Die Quartiere sind am ehesten vergleichbar mit Vierteln, Veedeln bzw. Kieze in anderen Städten und haben keine statistische oder verwaltungstechnische Bedeutung. Neben der teils weitreichenden Bedeutung für das Selbstverständnis ihrer Bewohnern finden finden sie sich aber zur Orientierung auf Stadtkarten, in der Benennung von Buslinien sowie auf Hinweis- und Verkehrsschildern. So sind unter anderem mehr