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1. März

1. März

Der 1. März ist der 60. Tag des Gregorianischen Kalenders (der 61. in Schaltjahren) - somit bleiben 305 Tage bis zum Jahresende.

Ereignisse

Politik


- 293 - Constantius Chlorus und Galerius werden im Rahmen der Tetrarchie des Römischen Reiches zu Mitkaisern ernannt.
- 305 - Constantius Chlorus und Galerius werden Kaiser des Römischen Reiches.
- 1565 - São Sebastião do Rio de Janeiro wird von Estácio de Sá gegründet.
- 1700 - In Schweden wird der Schwedische Kalender eingeführt.
- 1712 - Schweden wechselt zurück zum Julianischen Kalender, so dass der 1. März dem 30. Februar folgt.
- 1753 - Schweden übernimmt den Gregorianischen Kalender - der 1. März folgt dem 17. Februar.
- 1783 - Der 2. Kontinentalkongress der nordamerikanischen Kolonien nimmt den Konföderationsartikel an.
- 1803 - Ohio wird der 17. Bundesstaat der Vereinigten Staaten.
- 1815 - Napoleon kehrt von seiner Verbannung auf Elba nach Frankreich zurück und tritt seine Herrschaft der 100 Tage an.
- 1845 - Texas wird von den USA annektiert.
- 1867 - Nebraska tritt den USA als 37. US-Bundesstaat bei.
- 1872 - Gründung des Yellowstone-Nationalparks in den USA als erster Nationalpark der Welt.
- 1893 - in Hannover erscheint die Erstausgabe der Zeitschrift "Hannoverscher Anzeiger", der heutigen Hannoversche Allgemeine Zeitung.
- 1896 - Äthiopien kann gegen die Italiener in der Schlacht von Adwa seine Unabhängigkeit bewahren.
- 1911 - José Batlle y Ordóñez wird zum Präsidenten von Uruguay gewählt.
- 1917 - In der Türkei wird der Gregorianische Kalender eingeführt und damit die islamische Zeitrechnung verlassen.
- 1920 - Das ungarische Parlament wählt Miklós Horthy zum Reichsverweser.
- 1952 - Nach der Besetzung im Rahmen des Zweiten Weltkriegs gibt Großbritannien die Insel Helgoland an Deutschland zurück.
- 1955 - Deutschland. Die Lufthansa beginnt mit den ersten innerdeutschen Flügen.
- 1956 - Finnland. Urho Kaleva Kekkonen wird neuer Staatspräsident.
- 1961 - US-Präsident John F. Kennedy verkündet die Einrichtung eines Friedenskorps, das Entwicklungsländer beim wirtschaftlichen Aufbau unterstützen soll.
- 1967 - Brasilien. Brasilen erhält eine neue Verfassung. Arturo da Costa e Silva wird erster Staatspräsident nach der Verfassungsänderung.
- 1978 - In der Nacht auf den 2. März wird der Sarg des Filmkomikers Charlie Chaplin vom Schweizer Friedhof Corsier-sur-Vevey gestohlen.
- 1989 - Die bundesdeutsche Polizei zerschlägt die für den KGB-Hack verantwortliche Hacker-Gruppe.
- 1990 - Die Verordnung über den Zivildienst in der DDR tritt in Kraft und ersetzt damit den Wehrersatzdienst als Bausoldat.
- 1991 - Indien. Premierminister Chandra Shekkar tritt zurück.
- 1992 - Finnland stellt den Antrag um Aufnahme in die EU.
- 1994 - Antigua und Barbuda. Premierminister Vere Cornwall Bird tritt von seinem Amt zurück.
- 1994 - Südafrika tritt seine Exklave Walfischbai an Namibia ab.
- 1997 - Die albanische Regierung unter Präsident Berisha tritt zurück
- 1999 - Die Ottawa-Konvention zur Ächtung von Antipersonenminen tritt in Kraft
- 1999 - Deutschland. Verbot über die Benutzung von Mobiltelefonen in Flugzeugen.
- 1999 - Die Bürger Estlands, Litauens und Lettlands können ab sofort ohne Visum in Deutschland einreisen.
- 1999 - Erste (freie) Kommunalwahlen in Iran.
- 2000 - Tarja Halonen wird Staatspräsidentin von Finnland.
- 2000 - Dr. Jorge Batlle wird Staatspräsident von Uruquay
- 2001 - Cándido Muatetama Rivas wird Ministerpräsident von Äquatorialguinea.
- 2003 - Turkmenistan führt die Ausreise-Visa wieder ein

Wirtschaft


- 1925 - In Österreich löst der Schilling die Krone als Währung ab.
- 1946 - Die Bank von England wird verstaatlicht, ihre Altaktionäre werden abgefunden.
- 1947 - Der IWF (Internationaler Währungsfond) nimmt seine Arbeit auf
- 1983 - Die Swatch Group AG stellt in Zürich die Swatch-Uhr vor.
- 1990 - Der Ministerrat der DDR unter Hans Modrow beschließt die Gründung der "Anstalt zur treuhänderischen Verwaltung des Volkseigentums", der Vorgängerin der bundesdeutschen Treuhandanstalt.
- 2000 - Das im Februar 1996 unterzeichnete Abkommen über die Schaffung einer Freihandelszone zwischen der EU und Marokko tritt in Kraft.

Wissenschaft, Technik


- 1945 - Der Pilot des ersten senkrecht startenden bemannten Raketenflugzeugs, einer Bachem Natter kommt beim Start ums Leben.
- 1966 - Das Landemodul der russischen Raumsonde Venera 3 erreicht als erstes vom Menschen geschaffene Objekt den Planeten Venus, verglüht bei der Landung jedoch teilweise in der Atmosphäre.

Kultur


- 1661 - Uraufführung des Dramas Gli amori d'Apollo con Clizia von Antonio Bertali an der Hofburg in Wien.
- 1790 - Uraufführung der Oper Les Brouilleries von Henri Montan Berton an der Opéra-Comique in Paris.
- 1794 - Die Oper "Il Primo Navigatore" von Friedrich Heinrich Himmel wird im im Teatro La Fenice in Venedig uraufgeführt.
- 1818 - Mit einer "Ouvertüre im italienischen Stil" wird in Wien erstmals ein Werk Franz Schuberts aufgeführt.
- 1908 - "Il Figlio del mare" lyrische Szenen in drei Akten von Jiuseppe Cicognani wird im im Teatro La Fenice in Venedig uraufgeführt.

Religion


- 1420 - Papst Martin V. ruft zum Kreuzzug gegen die Hussiten auf.
- 1562 - Über 1000 Hugenotten werden in Vassy (Frankreich) von Katholiken ermordet.

Katastrophen


- 1954 - Mit der Zündung der bislang größten Wasserstoffbombe durch die USA auf dem Bikini-Atoll werden zahlreiche japanische Fischer verstrahlt.
- 1962 - Eine amerikanische Boeing 707 stürzt direkt nach dem Start vom Flughafen Idlewild in New York in die Jamaica Bay. Alle 95 Personen an Bord sterben.

Sport


- Einträge im Bereich Formel 1 siehe Formel 1.
- Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden s. u. der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.
- 2003 Roy Jones Jr. gewinnt seinen Boxkampf, und damit die Weltmeisterschaft im Schwergewicht gegen John Ruiz.

Geboren


- 1456 - Wladislaw II., böhmischer und ungarischer König
- 1474 - Angela Merici, italienische Ordensgründerin
- 1610 - Johann Balthasar Schupp, deutscher Schriftsteller
- 1613 - Konrad Post, deutscher evangelischer Geistlicher
- 1657 - Samuel Werenfels, schweizerischer Theologe
- 1701 - Johann Jakob Breitinger, schweizerischer Philologe und Autor
- 1760 - François-Nicolas-Léonard Buzot, französischer Revolutionär
- 1768 - Pierre Coudrin, französischer Priester und Ordensgründer
- 1801 - Henriette Davidis, deutsche Köchin und Kochbuchautorin
- 1804 - Franz Seraph Hanfstaengl, deutscher Maler, Lithograph und Fotograf
- 1807 - Wilford Woodruff, 4. Präsident der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage
- 1810 - Frédéric Szopen (Chopin), polnischer Komponist und Pianist
- 1817 - Giovanni Dupré, italienischer Bildhauer
- 1819 - Heinrich Adolf von Bardeleben, deutscher Mediziner
- 1821 - Joseph Hubert Reinkens, katholischer Theologe und erster Bischof der Alt-Katholischen Kirche in Deutschland
- 1832 - Ludwig Franzius, deutscher Wasserbau-Ingenieur
- 1832 - Friedrich Grützmacher, deutscher Komponist und Cellist
- 1832 - Josef Matras, österreichischer Schauspieler und Volkssänger
- 1837 - Georg Ebers, deutscher Schriftsteller und Ägyptologe
- 1842 - Wilhelm Jordan, deutscher Geodät und Mathematiker
- 1852 - Théophile Delcassé, französischer Politiker und Diplomat
- 1855 - Meta von Salis, erste Historikerin der Schweiz, Frauenrechtlerin
- 1858 - Georg Simmel, deutscher Soziologe und Kulturphilosoph
- 1871 - Oskar Heinroth, deutscher Ornithologe und Leiter des Berliner Aquariums
- 1876 - Arthur Ruppin, jüdischer Soziologe, Zionist und Wegbereiter der Gründung der Stadt Tel Aviv
- 1876 - Henri de Baillet-Latour, belgischer Graf, 3. Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC)
- 1880 - Manfred Kyber, deutscher Autor (v.a. anthroposophische Tiergeschichten)
- 1885 - Jürgen Fehling, deutscher Theaterregisseur und Schauspieler
- 1885 - Lionel Atwill, US-amerikanischer Film- und Theaterschauspieler
- 1886 - Oskar Kokoschka, österreichischer Maler und Schriftsteller des Expressionismus
- 1890 - Benito Quinquela Martín, argentinischer Maler
- 1890 - Heinz Hilpert, deutscher Schauspieler und Theaterregisseur
- 1892 - Ryunosuke Akutagawa, japanischer Dichter und Schriftsteller
- 1893 - Edlef Köppen, deutscher Schriftsteller und Rundfunkredakteur
- 1893 - Mercedes de Acosta, US-amerikanische Schriftstellerin, Modedesignerin
- 1894 - Hans Orlowski, deutscher Maler und Holzschneider
- 1896 - Dimitri Mitropoulos, griechisch-amerikanischer Dirigent
- 1897 - Shoghi Effendi, Verwalter der Baha'i Religion
- 1899 - Erich von dem Bach-Zelewski, SS-Obergruppenführer
- 1903 - Herbert Kriedemann, deutscher Politiker
- 1904 - Glenn Miller, US-amerikanischer Jazz-Posaunist und Bandleader
- 1906 - Pham Van Dong, nordvietnamesischer Regierungschef
- 1909 - David Niven, britischer Schauspieler
- 1910 - Archer John Porter Martin, britischer Chemiker und Nobelpreisträger
- 1913 - Hans Schwartz, deutscher Fußballspieler
- 1914 - Ralph Ellison, US-amerikanischer Autor
- 1916 - Ken Wharton, englischer Formel 1-Rennfahrer
- 1917 - Dinah Shore, US-amerikanische Sängerin
- 1918 - Adrian Warburton, britischer Aufklärungspilot
- 1918 - Hermann Biechele, deutscher Politiker und MdB
- 1918 - João Goulart, brasilianischer Politiker und Staatspräsident
- 1919 - Ludwig Volkholz, deutscher Politiker und MdB
- 1920 - Simon Ignatius Pimenta, emeritierter Erzbischof von Bombay und Kardinal
- 1921 - Terence James Cooke, Erzbischof von New York und Kardinal
- 1922 - Jitzhak Rabin, israelischer General und Politiker, Friedensnobelpreisträger
- 1924 - Deke Slayton, US-amerikanischer Astronaut
- 1925 - Alexandre do Nascimento, emeritierter Erzbischof von Luanda und Kardinal
- 1926 - Pete Rozelle, US-amerikanischer Sport-Funktionär
- 1927 - Henning Schlüter, deutscher Schauspieler
- 1927 - Claude Gensac, französische Schauspielerin
- 1927 - Harry Belafonte, US-amerikanischer Sänger
- 1927 - Rudi Arndt, deutscher Politiker
- 1928 - Jacques Rivette, französischer Regisseur
- 1928 - Seymour Papert, südafrikanischer Mathematiker
- 1929 - Georgi Markov, bulgarischer Schriftsteller
- 1929 - Peter Pribik, österreichischer Bauingenieur
- 1930 - Eberhard Fiebig, deutscher Bildhauer
- 1930 - Gastone Nencini, italienischer Radrennfahrer
- 1931 - Lamberto Dini, italienischer Regierungschef
- 1933 - Jakob Maria Mierscheid, fiktiver deutscher Bundestagsabgeordneter der SPD
- 1934 - Jacques Chessex, französischsprachiger Schriftsteller aus der Schweiz
- 1934 - Jim Ed Brown, US-amerikanischer Country-Sänger
- 1935 - Francis Folorunsho Clement Alonge, Bischof von Ondo
- 1937 - Günther Bosch, deutsch-rumänischer Tennis-Trainer
- 1938 - Rolf Kramer, deutscher Sportreporter
- 1939 - Dieter Asmus, deutscher Maler und Grafiker
- 1939 - Leo Brouwer, kubanischer Gitarrist und Komponist
- 1940 - Albrecht Feibel, deutscher Politiker und MdB
- 1942 - Bernhard Heitz, altkatholischer Bischof Österreichs
- 1942 - Jerry Fisher, US-amerikanischer Sänger
- 1943 - Franz Hohler, schweizerischer Schriftsteller und Kabarettist
- 1943 - Piet Veerman, niederländischer Musiker
- 1944 - Mike d'Abo, britischer Sänger
- 1944 - Roger Daltrey, britischer Musiker
- 1944 - Tony Ashton, britischer Musiker
- 1945 - Dirk Benedict, US-amerikanischer Schauspieler
- 1946 - Jost Gross, schweizerischer Politiker, SP
- 1946 - Jan Kodes, tschechischer Tennisspieler
- 1947 - Klaus Uwe Benneter, deutscher Politiker
- 1950 - Carlos Roberto Flores Facussé, honduranischer Wirtschaftswissenschaftler und Staatspräsident
- 1951 - Susanne Albrecht, ehemals Mitglied der Rote Armee Fraktion
- 1952 - Matthäus Strebl, deutscher Politiker und MdB
- 1954 - Ron Howard, US-amerikanischer Schauspieler, Regisseur und Filmproduzent
- 1956 - Dalia Grybauskaite, litauische Politikerin und EU-Kommissarin
- 1957 - Jon Carroll, US-amerikanischer Musiker
- 1958 - Bertrand Piccard, schweizerische Psychiater und Wissenschaftler
- 1958 - Katerina Jacob, deutsche Schauspielerin
- 1958 - Nik Kershaw, englischer Popmusiker
- 1961 - Albert Mülleder, österreichischer Organist und Vikariatskantor
- 1963 - Ron Francis, kanadischer Eishockeyspieler
- 1963 - Thomas Anders, deutscher Popsänger
- 1967 - Gela Beschuaschwili, georgischer Außenminister
- 1967 - Franzobel, österreichischer Schriftsteller
- 1971 - Tyler Hamilton, US-amerikanischer Profi-Radrennfahrer
- 1973 - Jack Davenport, britischer Schauspieler
- 1978 - Stefan Nimke, deutscher Profi-Radsportler
- 1982 - Steffen Schmitt, deutscher Fußballspieler

Gestorben


- 492 - Felix II., Papst
- 713 - Heiliger Suitbert, angelsächsischer Missionar
- 965 - Leo VIII., Papst
- 1383 - Amadeus Vl., Graf von Savoyen
- 1439 - Katharina von Lothringen, Markgräfin von Baden
- 1510 - Francisco de Almeida, portugiesischer Seefahrer und Militär
- 1599 - Edzard II., Graf von Ostfriesland von 1560-1599
- 1620 - Thomas Campion, englischer Komponist, Dichter und Arzt
- 1643 - Girolamo Frescobaldi, bedeutender Barockkomponist und Organist
- 1663 - Adam Adami, Weihbischof von Hildesheim
- 1768 - Hermann Samuel Reimarus, Verfechter des Deismus
- 1777 - Georg Christoph Wagenseil, österreichischer Komponist
- 1786 - Walter Crane, britischer Maler
- 1792 - Leopold II. (HRR), Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation
- 1826 - Friedrich Weinbrenner, deutscher Architekt und Baumeister des Klassizismus
- 1832 - Aleksander Orlowski, russischer Maler
- 1841 - Claude Victor-Perrin, Marschall von Frankreich, französischer General
- 1860 - Honoré-Charles Reille, französischer General, Marschall und Pair von Frankreich
- 1865 - Anna Pawlowna, Königin der Niederlande
- 1870 - Francisco Solano López, Präsident Paraguays
- 1879 - Joachim Heer, Schweizer Politiker
- 1882 - Theodor Kullak, deutscher Pianist und Komponist
- 1910 - José Domingo de Obaldía, zweiter Staatspräsident von Panama
- 1911 - Jacobus Henricus van 't Hoff, niederländischer Chemiker und Nobelpreisträger
- 1913 - Carl Jatho, evangelischer Pfarrer
- 1914 - Tor Aulin, schwedischer Komponist
- 1915 - Walter Crane, englischer Maler
- 1921 - Nikolas I. von Montenegro, König
- 1928 - Jacob Adolf Hägg, schwedischer Komponist
- 1929 - Wilhelm von Bode, deutscher Kunsthistoriker
- 1938 - Gabriele D'Annunzio, italienischer Schriftsteller und Politiker
- 1952 - Theodor Mollison, deutscher Anthropologe
- 1957 - Fritz Henkel, deutscher Industrieller
- 1958 - Giacomo Balla, italienischer Maler des Futurismus
- 1966 - Fritz G. Houtermans, deutscher Physiker
- 1967 - Toine van Renterghem, niederländischer Fußballspieler
- 1968 - Georg von der Vring, deutscher Schriftsteller
- 1975 - Günther Lüders, deutscher Schauspieler und Regisseur
- 1975 - Kurt Bauch, deutscher Kunsthistoriker
- 1976 - Aloys Lenz, deutscher Politiker und MdB
- 1976 - Jean Martinon, französischer Dirigent und Komponist
- 1980 - Dixie Dean, englischer Fußballspieler
- 1984 - Peter Walker, britischer Rennfahrer
- 1988 - Joe Besser, amerikanischer Komiker (The Three Stooges)
- 1991 - Edwin Herbert Land, US-amerikanischer Physiker und Industrieller
- 1993 - Arnold Dannenmann, evangelischer Theologe und Gründer des CJD
- 1994 - Gert Prokop, deutscher Schriftsteller
- 1995 - Georges Jean Franz Köhler, deutscher Biologe und Nobelpreisträger
- 2003 - Christian Beutler, deutscher Kunsthistoriker
- 2004 - Erich Vanis, Bergsteiger, Autor

Feier- und Gedenktage


- Namenstag: Almut, David, Oswald, Roger
- Tag der Nationalen Volksarmee der DDR
- Bis 394 wurde am 1. März jedes Jahres das Feuer im Tempel der Vesta auf dem Forum Romanum in Rom erneuert.
- Chalandamarz im Engadin

Siehe auch


- 29. Februar - 30. Februar - 2. März
- 1. Februar - 1. April
- Historische Jahrestage - Zeitskala
- Wikipedia:Glaskugel - Wikipedia:Formatvorlage Tag 0301 ja:3月1日 ko:3월 1일 simple:March 1 th:1 มีนาคม

Gregorianischer Kalender

Der gregorianische Kalender, benannt nach Papst Gregor XIII., ist der heute in den meisten Teilen der Welt gültige Kalender.

Gregorianische Kalenderreform

Kalender Das erste Konzil von Nizäa bestimmte im Jahre 325, dass das Osterfest immer am ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond nach Frühlings-Anfang (bezogen auf Jerusalem) gefeiert werden sollte. Das astronomische Ereignis des Primar-Äquinoktiums (Frühlings-Tagundnachtgleiche der nördlichen Hälfte unseres Planeten) fand im Konzilsjahr 325 am 21. März statt, und die julianische Schalttagsregelung wurde damals noch nicht als verbesserungsbedürftig erkannt. Der damals gültige julianische Kalender ging von einem mittleren Sonnenjahr von 365,25 Tagen aus und glich die Differenz (bezogen auf 365 Tage) von annähernd 6 Stunden alle vier Jahre durch die Einfügung eines Schalttags aus. Gegenüber dem vom tatsächlichen Gang der Himmelsmechanik astronomisch vorgegebenen Sonnenjahr, das im Jahre 2000 auf 365,242190517 Tage bestimmt wurde -also etwa 365 Tage, 5 Stunden, 48 Minuten und 45,25 Sekunden- war das Jahr des julianischen Kalenders also etwas mehr als 11 Minuten zu lang. Bis ins 16. Jahrhundert, zur Zeit Papst Gregors XIII., hatte sich dieser Fehler so ausgewirkt, dass das Primar-Äquinoktium im Jahr 1582 schon am 11. März stattfand. Diese Verschiebung des Kalenders war jedoch schon längere Zeit vorher offenkundig geworden. Seit dem 14. Jahrhundert wurden immer wieder Vorschläge für eine Kalenderreform unterbreitet – u. a. durch Nikolaus von Kues, Regiomontanus und Nikolaus Kopernikus. Diese waren aber stets abgelehnt worden. Gleichwohl bildeten Kopernikus' Werk De Revolutionibus Orbium Coelestium (»Von den Umdrehungen der Himmelskörper«) sowie die prutenischen Tafeln von Erasmus Reinhold die Basis für die schließlich von Papst Gregor XIII. dekretierte Reform. Um die Frühlings-Tagundnachtgleiche wieder mit dem 21. März in Übereinstimmung zu bringen und Ostern wieder am richtigen Tage feiern zu können, folgte der Papst dem Vorschlag des Mediziners und Hobby-Astronomen Aloisius Lilius und bestimmte, dass im Jahre 1582 zehn Tage übersprungen werden sollten. Daher folgte in einigen römisch-katholischen Ländern auf den 4. Oktober gleich der 15. Oktober – die Abfolge der Wochentage blieb dabei jedoch unverändert. Damit fand das Primar-Äquinoktium dort im Folgejahr 1583 wieder am 21. März statt; die Zeitrechnung innerhalb des Christentums war jedoch nicht mehr einheitlich. Damit war die Ausgangslage, wie sie zur Zeit des Konzils bestand, wieder ungefähr hergestellt. Um ein erneutes Abrücken des 21. März vom Zeitpunkt des Primar-Äquinoktiums für alle Zukunft zu vermeiden, legte der neue gregorianische Kalender die Dauer des mittleren Sonnenjahrs auf 365,2425 statt wie bisher auf 365,25 Tage fest. Diese Verkürzung erfolgte dadurch, dass – abweichend von der Schaltregel des julianischen Kalenders – die Jahre keinen Schalttag haben, deren Zahl zwar ohne Rest durch 100, nicht aber durch 400 geteilt werden kann. Weil bis zur ersten Anwendung dieser neuen Ausnahmeregel im Jahre 1700 noch 117 Jahre vergingen, hat sich der Kalender gegenüber dem astronomischen Ereignis des Primar-Äquinoktiums im Durchschnitt wieder um 1 Tag verrückt. Seither pendelt es zwischen dem 19. und 21. März.

Die Schaltregeln


- Nach der grundsätzlich weiterhin gültigen Julianischen Schaltregel weisen Jahre, deren Zahlen durch 4 dividiert natürliche Zahlen ergeben, im Februar einen 29. Tag (“Schalttag“) auf und umfassen dadurch als Schaltjahre 366 Tage.
- Die Gregorianische Schaltregel bestimmt hiervon drei Ausnahmen : Keine Schaltjahre sind diejenigen Säkular-Jahre (Jahre, deren Zahl am Ende zwei Nullen aufweist), deren Zahl durch 400 dividiert keine natürliche Zahl ergibt.(Deshalb waren die Jahre 1700, 1800 und 1900 keine Schaltjahre, und auch die Jahre 2100, 2200 und 2300 werden keine Schaltjahre sein.) oder:
- Ist die Jahreszahl durch 4 teilbar, aber nicht durch 100, dann ist es ein Schaltjahr mit 366 Tagen. Beispiele: 1980, 1972, 1720.
- Ist die Jahreszahl durch 100 teilbar, aber nicht durch 400, dann ist das Jahr ein gewöhnliches Gemeinjahr und hat nur 365 Tage, z. B. in den Jahren 1700, 1800 und 1900 oder ferner 2100.
- Ist die Jahreszahl durch 400 teilbar, ist das Jahr ein Schaltjahr. Die Jahre 1600 und 2000 waren – in Übereinstimmung mit der Julianischen Schaltregel – Schaltjahre zu 366 Tagen.

Einführung des gregorianischen Kalenders in verschiedenen Ländern

Nur wenige Länder wie Spanien oder Portugal übernahmen den gregorianischen Kalender tatsächlich am 4./15. Oktober 1582. Die meisten römisch-katholischen Länder Europas folgten in den nächsten Jahren, während die protestantischen Länder den neuen Kalender, weil vom Papst dekretiert, zunächst ablehnten. Beispielsweise führten ihn die meisten katholischen Kantone der Schweiz 1584 ein, das Wallis jedoch erst 1655. Dort folgte damals auf den 28. Februar der 11. März. Die evangelischen Territorien des Deutschen Reichs übernahmen den gregorianischen Kalender erst 1700. Auf den 18. Februar folgte dort unmittelbar der 1. März 1700. Zuvor mussten beispielsweise Verträge zwischen katholischen und protestantischen Fürsten mit beiden Daten versehen werden, etwa als 5./15. Oktober 1582. Um die Jahreswende differierten die Jahreszahlen zwischen den Gebieten des alten und neuen Kalenders. Aus dieser Zeit stammt der Ausdruck »zwischen den Jahren« für die Tage nach Weihnachten. Die reformierten Orte der Schweiz folgten ein Jahr später, allerdings mit drei Ausnahmen: Der protestantische Halbkanton Appenzell Ausserrhoden und die protestantischen Teile von Glarus und Graubünden. Der offizielle Übergang zum neuen Kalender sollte dort bis 1812 dauern; der alte Kalender blieb aber noch länger in der Bevölkerung lebendig. Die Appenzeller Silvesterkläuse werden noch immer am 31. Dezember nach dem julianischen Kalender (13. Januar nach dem gregorianischen Kalender) gefeiert. In England (und auch in den späteren USA) wurde der gregorianische Kalender erst in der Nacht vom 2. September auf den 14. September 1752 eingeführt. Die orthodoxen Länder Osteuropas behielten den julianischen Kalender noch bis Anfang des 20. Jahrhunderts bei. Da die Jahre 1700, 1800 und 1900 in Russland Schaltjahre gewesen sind, machte die Abweichung vom gregorianischen Kalender dort mittlerweile 13 Tage aus. Die russische Oktoberrevolution 1917 fiel deshalb nach dem gregorianischen Kalender auf den 7. November. An diesem Tag wurde die Revolution denn auch bis zum Ende der Sowjetunion gefeiert, nachdem Russland 1918 die neue Kalenderrechnung eingeführt hatte. Einige orthodoxe Kirchen (z. B. in Russland und Serbien) begehen ihre feststehenden Feste weiterhin nach dem julianischen Kalender. Ihr Weihnachten (25. Dezember) fällt darum derzeit auf den 7. Januar (greg.). Andere orthodoxe Kirchen (z. B. in Griechenland und Bulgarien) verwenden hierfür den so genannten neo-julianischen Kalender, der bis zum Jahr 2799 dem gregorianischen Kalender entsprechen wird. Alle orthodoxen Kirchen berechnen Ostern und die anderen beweglichen Feste nach dem julianischen Frühlingsanfang sowie nach dem metonischen Vollmond; das Fest fällt daher nur gelegentlich mit dem Osterdatum der westlichen Kirchen zusammen; meist ist es eine, vier, oder fünf Wochen später als im Westen. Als bisher letzter Staat übernahm 1927 die Türkei den gregorianischen Kalender; dort hatte bis dahin der islamische Kalender gegolten. Die nicht zeitgleiche Einführung des gregorianischen Kalenders in den verschiedenen Ländern sorgte für Verwirrung, aber auch für interessante Paradoxa: So sind sowohl William Shakespeare als auch Miguel de Cervantes am 23. April 1616 gestorben, obwohl Shakespeare Cervantes um 11 Tage überlebt hat. Auch die Feiern des Geburtstags von George Washington wurden verschiedentlich am 11. und am 22. Februar ausgerichtet, bis zu einer bundesgesetzlichen Feiertagsregelung.

Charakteristika

Die Regeln des gregorianischen Kalenders führen zu einer durchschnittlichen Länge des Kalenderjahres von 365,2425 Tagen. Das sogenannte tropische Jahr – der zwischen zwei aufeinanderfolgenden Primar-Äquinoktien (Frühlings-Tag-Nachtgleichen) liegende Zeitraum – ist gegenwärtig im Mittel 365,24219879 mittlere Sonnentage lang. Danach ist also auch der gregorianische Kalender im Verhältnis zur astronomischen Wirklichkeit etwas zu lang, nämlich 0,000301 Tage (= 26 Sekunden) pro Jahr. Das bedeutet, dass nach rund 3320 Jahren das Primar-Äquinoktium wieder einen ganzen Tag früher eintreten würde. Sofern bis dahin die christliche Jahreszählung beibehalten wird, würde es sich anbieten, in allen durch 3200 teilbaren Jahren den Schalttag wiederum entfallen zu lassen, wenn auch zu jener Zeit noch die Bindung des Primar-Äquinoktiums an den 21. März gewünscht wird. Der gregorianische Kalender hat eine Periode von 400 Jahren: Nach dieser Zeit wiederholen sich nicht nur der Ablauf der Schalttage und damit die Tages- und Monatszählung, sondern auch die zugehörigen Wochentage. 400 Jahre enthalten nämlich 400×365 + 97 Tage, also 146097 Tage; das sind genau 20871 Wochen; es geht also nach 400 Jahren mit demselben Wochentag weiter. Infolge dieser Periodizität kann ein bestimmtes Datum (Tag und Monat oder nur Tag) nicht gleich häufig auf alle Wochentage fallen. Ausgerechnet der 13. eines beliebigen Monats fällt öfter (nämlich 688mal in 400 Jahren) auf einen Freitag als auf andere Wochentage (Donnerstag und Samstag: 684mal, Montag und Dienstag: 685mal, Sonntag und Mittwoch: 687mal).

Siehe auch


- Julianischer Kalender, Osterdatum
- Umrechnung zwischen julianischem Datum und gregorianischem Kalender, Wochentagsberechnung
- Zeitrechnung, Kalender, Jüdischer Kalender, Christlicher Kalender, Islamischer Kalender, Chinesischer Kalender, v. u. Z., v. d. Z., v. d. Chr., n. d. Chr., v. Chr., n. u. Z., n. d. Z., n. Chr.

Wikipedia-Links zum Themenkomplex Kalender und Zeit

Weblinks


- [http://personal.ecu.edu/MCCARTYR/inter-grav-text.html Papst Gregor XIII: Inter Gravissimas – Die päpstliche Bulle, mit der der gregorianische Kalender verordnet wurde]
- [http://www.fh-friedberg.de/users/boergens/marken/beispiele/kalender.htm Briefmarke: Sondermarke zur Vollendung der ersten Periode des gregorianischen Kalenders]
- [http://www.kalenderlexikon.de 1. deutsches Online-Kalenderlexikon] Kategorie:Kalender als:Gregorianischer Kalender ja:グレゴリオ暦 ko:그레고리력 ms:Kalendar Gregorian simple:Gregorian calendar th:ปฏิทินเกรกอเรียน

Schaltjahr

Ein Kalender hatte historisch den Zweck, den Beginn der Jahreszeiten Jahr für Jahr auf das gleiche Datum fallen zu lassen, um den Zeitpunkt zum Beispiel von Festen oder wiederkehrenden Ereignissen bestimmen zu können. Ein tropisches Jahr, also der Zeitraum zwischen zwei Frühlings-Tagundnachtgleichen, dauert allerdings etwa 365 Tage und etwas weniger als 6 Stunden (365d 5:48:45.98, nicht konstant!), so dass eine einfache Zuordnung, die jedem Jahr die gleiche Anzahl Tage gibt, unmöglich ist, ohne dass sich gleichzeitig der Beginn der Jahreszeiten verschiebt. In den Kalendern der verschiedenen Kulturen gibt es deshalb Methoden, um die jeweilige Dauer des Jahres dem tropischen Jahr anzunähern. Der Beginn der Jahreszeiten kann beispielsweise auf dem gleichen Datum festgehalten werden, wenn in geeigneten Abständen ein Schaltjahr, ein Jahr mit einem zusätzlichen Tag, dem Schalttag, eingefügt wird. Eine einfache Methode ist, jedes Jahr mit einer glatt durch 4 teilbaren Jahreszahl zum Schaltjahr zu erheben. So wurde es im Julianischen Kalender eingeführt, in dem der Februar 29 statt 28 Tage hat. Genauere Kalender nähern das tropische Jahr besser an: Da etwas weniger als sechs Stunden pro Jahr auszugleichen sind, fällt der (Julianische) Schalttag manchmal aus (wie z. B. im Jahre 1900 im Gregorianischen Kalender).

Julianischer Kalender

46 v. Chr. benutzten die Römer einen Kalender mit zwölf Mondmonaten mit abwechselnd je 29 bzw. 30 Tagen, zusammen 354 Tage. Weil gerade Zahlen aber Unglück brachten, schlugen die Römer noch einen Tag drauf. Doch trotzdem waren es zum Sonnenjahr immer noch mehr als zehn Tage zu wenig. Zunächst verteilte Julius Caesar diese zehn Tage auf die verschiedenen Monate, die auf nun 30 bzw. 31 Tage anwuchsen. Nur der damals letzte Monat Februar ging als Unglücksmonat leer aus und blieb somit bei 29 beziehungsweise im Schaltjahr damals bei 30 Tagen. Dem Mythos, dass der Februar einen Tag verlor, weil Kaiser Augustus sich im August als Monatsbezeichnung verewigen wollte und dem Februar noch einen Tag wegnahm, da der August wie der Juli, der Monat seines Vorgängers Caesar, 31 Tage haben sollte, und weil eine gerade Zahl ja auch Unglück brachte, wird im Artikel zum Monat August widersprochen. Doch die Römer hatten eine winzige, aber auf die Jahrhunderte gesehen, wirkungsvolle Ungenauigkeit hinterlassen. 11 Minuten und 14 Sekunden pro Jahr schoss das damals julianische Jahr über das Ziel hinaus. Alle 128 Jahre wurde demnach ein Schaltjahr zu viel begonnen.

Gregorianischer Kalender

Von Papst Gregor XIII. wurde daher 1582 folgende Regelung eingeführt (Gregorianischer Kalender):
- Glatt durch 4 teilbare Jahre sind Schaltjahre.
- Glatt durch 100 teilbare Jahre sind jedoch keine Schaltjahre.
- Glatt durch 400 teilbare Jahre sind aber wieder Schaltjahre. So sind zum Beispiel die Säkularjahre 1800, 1900 und 2100 keine Schaltjahre, die Säkularjahre 2000 und 2400 hingegen schon. Damit dauert das Gregorianische Jahr 365,2425 Tage, und ist genauer als das Julianische Jahr. Seit dem Ersten Konzil von Nicäa im Jahr 325, bei dem der Frühlingsanfang auf den 21. März festgelegt wurde, betrug die aufgelaufene Differenz bereits 10 Tage, und so ließ Gregor auf den 4. Oktober gleich den 15. Oktober 1582 folgen, um diese Zeit auszugleichen. Nicht in allen Ländern erfolgte diese Umstellung am selben Tag. Besondere Schwierigkeiten gab es in Schweden, wo im Jahr 1712 zwei Schalttage eingefügt wurden und somit dieses Jahr einen 30. Februar hatte. Recht ungewöhnlich und wenig bekannt ist die Tatsache, dass nicht etwa der 29. Februar der Schalttag des Gregorianischen Kalenders ist. Vielmehr wird der 24. Februar verdoppelt: der 24. und der 25. Februar fallen nach römischer Zählweise, die auch bei der Einführung des Gregorianischen Kalenders noch üblich war, auf dasselbe Datum. Im Gemeinjahr heißt der 24. Februar „a. d. VI Kal. Mart.“ (sechster Tag vor dem März-Beginn); der doppelte Tag im Schaltjahr heißt ebenso. Da dieser Sechste (lat. „sextus“) doppelt („bis“) gezählt wird, heißen Schaltjahr bzw. -tag „bissextilis“ (lateinisch), „bissextile“ (english), „bisestile“ (italienisch) usw. Nach heutiger Zählung verschieben sich der 24. und die weiteren Tage im Februar um einen Tag; Bedeutung hat dies heute noch in der katholischen Kirche bei der Zählung der Kirchentage: kirchliche Feiertage und auch die Namenstage sind von dieser Regelung betroffen.

Orthodoxer Kirchenkalender

Das gregorianische Jahr ist rund 27 Sekunden zu lang. Als Ergebnis hinkt der gregorianische Kalender nach 1.600 Jahren um einen halben Tag hinterher. Deshalb schlug die griechisch-orthodoxe Kirche eine etwas kompliziertere Schaltregel vor: Abweichend vom gregorianischen Kalender sind die Jahrhunderte nur dann Schaltjahr, wenn sie durch 9 geteilt den Rest 2 oder 6 ergeben. Damit wäre das Jahr 2800 kein Schaltjahr, sondern erst das Jahr 2900. Die Abweichung zum Sonnenjahr beträgt beim orthodoxen Kirchenkalender nur noch knapp 3 Sekunden.

Französischer Revolutionskalender

In der Zeit, in der der Französische Revolutionskalender Gültigkeit hatte, waren die Jahre 3, 7 und 11 Schaltjahre. Die ursprüngliche Regelung des Kalenders war, dass der erste Tag jeden Jahres auf die Herbst-Tag-und-Nacht-Gleiche fallen und jedes vierte Jahr ein Schaltjahr sein solle. Diese Forderungen widersprechen sich jedoch, und so schlug Charles Rommes, der Autor des Kalendersystems, eine dem Gregorianischen Kalender ähnliche Regelung vor. Er stieß jedoch aus politischen Gründen damit auf Widerstand. Durch die kurze Gültigkeit des Revolutionskalenders wurden die Diskussionen jedoch obsolet.

Jüdischer Kalender

Im Jüdischen Kalender, einem nach dem Mond ausgerichteten Kalender, der durch komplizierte Regelungen dem Sonnenjahr angepasst wird, wird in allen Jahren, die bei einer Division durch 19 einen Rest von 0, 3, 6, 8, 11, 14, oder 17 haben, ein Schaltmonat eingefügt. Er wird als Adar II bezeichnet.

Islamischer Kalender

Im Islamischen Kalender ist die Bestimmung eines Schaltjahres äußerst schwierig. Nach einem gebräuchlichen System, das unter anderem im GNU Emacs verwendet wird, sind alle Jahre, die bei einer Division durch 30 einen Rest von 2, 5, 7, 10, 13, 16, 18, 21, 24, 26, oder 29 haben, Schaltjahre. Nach diesem System haben im Islamischen Kalender alle geradzahligen Monate 30 Tage und alle ungeradzahligen Monate 29 Tage. In Schaltjahren wird dem letzten ungeradzahligen Monat ein Tag hinzugefügt, so dass er dann 30 Tage hat.

Chinesischer Kalender

Schaltjahre im traditionellen, lunisolaren Chinesischen Kalender haben 13 Monate statt der üblichen zwölf; mit 383, 384 oder 385 Tagen statt 353, 354 oder 355 Tagen in normalen Jahren. Zur Berechnung zählt man die Anzahl der Neumonde zwischen dem elften Monat eines Jahres (dem Monat der Wintersonnenwende) und dem elften Monat des folgenden Jahres. Fallen in diesen Zeitraum 13 Neumonde, so wird ein Schaltmonat eingefügt. Der erste Monat, der keinen zhong qì enthält, erhält dieselbe Nummer wie der Vormonat mit einem Zusatz als Schaltmonat.

Azteken-Kalender

Im Azteken-Kalender werden am Ende eines jeden 52-Jahres-Zyklus 13 Tage eingeschaltet. Daraus ergibt sich ein durchschnittliche Jahreslänge von 365 Tagen und 6 Stunden. Das weicht vom tropischen Jahr mehr als 11 Minuten ab. Die Genauigkeit dieser Schaltjahresmethode ist mit dem Julianischen Kalender vergleichbar.

Atomzeit

Heute, im Zeitalter der Atomzeitmessung, muss gelegentlich eine Schaltsekunde eingefügt werden, um die Zeit der mittleren Sonnenzeit anzugleichen. ---- Siehe auch: Sommerzeit, Jahr, Gemeinjahr

Weblinks


- [http://www.nabkal.de/schalttag.html zur Historie des 24./25. Februar]
- [http://www.gnomon.ku-eichstaett.de/LAG/kalender.html Die Kalenderreform Julius Cäsars]
- [http://www.tondering.dk/claus/calendar.html FAQ about calendars (englisch, sehr umfangreich)]
- [http://www.schaltjahr.de Regel der Schaltjahre, Ausnahmen und Programmcode]
- [http://www.marco-burmeister.de/index_frameaufbau.html?helferlein_jahre Schaltjahrberechnung]
- [http://www.nabkal.de/umrechnung.html Umrechnungen von Kalenderdaten]
- [http://www.ortelius.de/kalender/greg_de.php Der Gregorianische Kalender]
- [http://www.kalendersysteme.de/deutsch/index.html Verschiedene Kalendersysteme] Kategorie:Kalender als:Schaltjahr ja:閏年 ko:윤년 simple:Leap year th:ปีอธิกสุรทิน


Constantius Chlorus

sind die Tetrarchen dargestellt. Sie bringen ein Opfer für den Sieg über Sarmatien.]] Flavius Valerius Constantius (
- ca. 250, † 306, Beiname Chlorus, d.h. der Grüne, Blasse), eingedeutscht manchmal fälschlicherweise auch nur als Constans bezeichnet, war 305/06 römischer Kaiser. Mit seinem Sohn Konstantin begründete er die konstantinische Dynastie.

Leben

Aufstieg

konstantinische Dynastie In Illyrien geboren, machte er im Heer Karriere und heiratete die Stieftochter des Kaisers Maximian, nachdem er sich von seiner Frau Helena hatte scheiden lassen. Er wurde von Maximianus adoptiert und im Rahmen der Tetrarchie 293 zum Mitkaiser (Caesar) ernannt.

Kaiser Constantius

Zu seinem Machtbereich zählten Spanien, Gallien und Britannien, wobei Britannien zunächst durch die Revolte des Carausius seinem Zugriff entzogen war. Constantius eroberte jedoch 296 Britannien für das Reich zurück. Er erfocht weitere Siege gegen die Alamannen und Helvetier und wurde, nach dem Rücktritt Diokletians und Maximians 305 gemeinsam mit Galerius selbst Kaiser. Mit Hilfe der unterworfenen Alamannen gründete er die Stadt Konstanz am Bodensee.

Tod und Nachfolge

Im Jahre 306 starb Constantius in Eboracum (York) auf einem Feldzug gegen die Pikten und Skoten. Die Truppen und die Alamannen riefen seinen Sohn Konstantin zu seinem Nachfolger aus.

Familie

Aus seinen zwei Ehen gingen zahlreiche Kinder hervor. Der spätere Kaiser Konstantin der Große stammt aus seiner ersten Ehe mit Helena, dessen Halbbrüder Julius Constantius, der Vater des Kaisers Julian Apostata, Flavius Dalmatius und Flavius Hannibalianus aus seiner zweiten.

Literatur


- A.H.M. Jones, J.R. Martindale und J. Morris: Fl. Val. Constantius 12. In: The Prosopography of the Later Roman Empire, Cambridge 1971, S. 1227f.
- Dietmar Kienast: Römische Kaisertabelle: Grundzüge einer römischen Kaiserchronologie, Darmstadt 1990, S. 276ff.
- Ingemar König: Die Berufung des Constantius Chlorus und des Galerius zu Caesaren, in: Chiron 4 (1976), S. 567–76.

Weblinks


- [http://www.roman-emperors.org/chlorus.htm Biografie aus dem DIR-Projekt (englisch)] Kategorie:Mann Kategorie:Kaiser (Rom) Kategorie:Konstantinische Dynastie

Tetrarchie

Die Tetrarchie (griech. tetra vier; arché Herrschaft) ist eine Regierungsform, bei der ein Herrschaftsgebiet in vier Bereiche aufgeteilt ist, die dem jeweiligen Tetrarchen unterstehen. Der Begriff wurde angeblich von Philipp von Makedonien, dem Vater von Alexander dem Großen, geprägt, ist aber wohl modernen Ursprungs. Man unterscheidet die Herodianische Tetrarchie, die von Kaiser Diokletian begründete Römische Tetrarchie sowie die Thessalische Tetrarchie. Siehe auch: Hierarchie, Monarchie, Dyarchie, Triarchie Kategorie:Staatsform

Kaiser

Kaiser ist einer der höchsten Adelstitel. Das deutsche Wort Kaiser leitet sich wie auch das russische bzw. slawische Zar von dem lateinischen Eigennamen Caesar - nach dem römischen Staatsmann Gaius Julius Caesar - ab (Caesar wurde in der Antike wie "Kaisar", nicht "Zäsar", ausgesprochen) und bezeichnete in Europa die ranghöchsten Monarchen. Analog dazu wurde der Titel Kaiser später auch auf die Herrscher Persiens, Äthiopiens, Chinas, Japans, Koreas und Annams (Vietnams) angewandt und 1878 auch von den Königen Englands in ihrer Funktion als Herrscher Indiens angenommen. Der Kaisertitel wurde in der Regel nur solchen Monarchen zugestanden, die eine übernationale Herrschaft ausübten.

Die Entwicklung des europäischen Kaisertitels

Indien Der Wandel des Eigennamens Caesar zum Herrschertitel erfolgte in einem fast 100 Jahre dauernden Prozess vom Tod Gaius Julius Caesars 44 v. Chr. bis zum Amtsantritt des Kaisers Claudius im Jahr 41. Zur vollen römischen Herrschertitulatur gehörten seit Augustus die drei Bestandteile Imperator, Caesar und Augustus. Seit Beginn des europäischen Mittelalters wurde, je nach Epoche und Sprachgebiet einer dieser Titel zur Bezeichnung der höchsten Herrscherwürde verwandt. Die meisten germanischen Sprachen übernahmen die griechische Form von Caesar, Kaisaros. Daraus entwickelte sich das deutsche Wort Kaiser. In den romanischen Sprachen bezeichnet dagegen ein von Imperator entlehntes Wort den Kaiser, etwa das italienische imperatore oder das französische empereur, auf das auch das englische emperor zurückgeht. Auch im albanischen Wort mbret für "König" ist noch der Imperator zu erkennen.

Entstehung des Kaisertitels im antiken Rom

Nachdem Gaius Julius Caesar in den Jahren 49-45 v. Chr. im Bürgerkrieg die Alleinherrschaft über Rom errungen hatte, wagte er es nicht, sich den bei den Römern verpönten Königstitel zuzulegen. Da die frühe Römische Republik aber für Notzeiten das außerordentliche Amt des Diktators gekannt hatte, ließ sich Caesar vom Senat zum Dictator perpetuus ("Diktator auf Lebenszeit") wählen. Zudem trug er den Titel Imperator, der sich von dem Begriff imperium herleitete und ursprünglich die militärische Befehlsgewalt über eine Legion bezeichnete. Zur Zeit der Republik konnte jeder Befehlshaber einer Legion von seinen Truppen zum Imperator ausgerufen werden. Später blieb der Titel allein den Kaisern vorbehalten. Er bezeichnete die tatsächliche Quelle ihrer Macht, die Militärgewalt. Als erster Kaiser der Geschichte gilt aber nicht Caesar, sondern sein Großneffe Gaius Octavius, der spätere Augustus. Dieser nahm nach Caesars Ermordung 44 v. Chr. dessen Namen an, da der Diktator ihn testamentarisch adoptiert hatte. Er nannte sich von 42 v. Chr. bis 38 v. Chr. Gaius Iulius divi filius Caesar (also "Sohn des vergöttlichten Gaius Iulius Caesar"), dann bis 27 v. Chr. Imperator Caesar divi filius mit dem Beinamen Octavian. Nachdem auch er alle Konkurrenten um die Macht ausgeschaltet hatte, verschleierte er seine faktisch königsgleiche Stellung durch den bescheiden klingenden Titel princeps, der zuvor als princeps senatuus den "Ersten des Senats", als einen Ersten unter Gleichen bezeichnet hatte, nun aber als "Ersten Bürger" verstanden wurde. Aus diesem Titel gingen der französische und englische prince und das italienische principe hervor, die alle "Fürst" bedeuten, und daraus wiederum das deutsche "Prinz". Für die angebliche "Wiederherstellung der Republik" verlieh der Senat Octavian 27 v. Chr. den Ehrentitel Augustus, der "Erhabene", unter dem er in die Geschichte eingegangen ist. Nicht nur seine Beinamen Caesar und Augustus sowie sein Titel Imperator, sondern auch seine Staatsämter, die höchsten in Rom, wurden in seiner Familie erblich, so dass der Prinzipat de facto eine Monarchie darstellte. Seit Kaiser Claudius wurde der Name Caesar endgültig zum Bestandteil der römischen Herrschertitulatur. In der Spätantike wandelte sich die Bedeutung des Titels Augustus. Seit der Tetrarchie Kaiser Diokletians existierten teils zwei Augusti, also Seniorkaiser, denen jeweils ein eigener Herrschaftsbereich unterstand. Seit Valentinian I. herrschte ein Kaiser im Westen, ein anderer im Osten. Diese Entwicklung wurde nach dem Tod Theodosius' I. endgültig.

Sonderbedeutungen des Titels "Caesar"

Seit der Zeit von Kaiser Hadrian wurde der Titel Caesar auf den designierten Nachfolger des Herrschers angewendet. Die Reichsreform unter Kaiser Diokletian sah eine Vierherrschaft (Tetrarchie) von jeweils zwei Seniorkaiser (Augusti) und zwei diesen untergeordneten Juniorkaisern (Caesares) vor. Valentinian I. erhob seinen Sohn Gratian gleich zum Augustus. Im byzantinischen Reich blieb Caesar Teil der offiziellen Kaisertitulatur bis Justinian II.. Anschließend taucht er weiterhin als besonderer Ehrentitel auf, fast ausschließlich innerhalb der kaiserlichen Familie. Unter Alexios I. Komnenos verliert der Titel diese Bedeutung und wird später zu einem Ehrentitel abgewertet.

Sakrale Stellung des Kaisertums

Zu den höchsten Staatsämtern im antiken Rom hatte auch das des Oberpriesters, des Pontifex Maximus gehört, das schon Caesar innegehabt hatte. Es verlieh seinen und Augustus' Nachfolgern neben ihrer säkularen auch eine sakrale Würde. Die sakrale Würde des Kaisertum konnte auf eine lange Tradition zurückblicken, die bereits im Alten Orient begonnen hatte. Bereits Caesar war vergöttlicht worden und diese Linie wurde im antiken Rom fortgeführt. Sie gipfelte schließlich in dem rigiden Hofzeremoniell der Spätantike. Nach der Christianisierung unter Konstantin dem Großen wurde zwar der heidnische Titel Pontifex Maximus abgelegt (wenn auch erst unter Gratian und Theodosius I.), die Sakralität der Kaiserwürde blieb davon aber weitgehend unangetastet. Auch die byzantinischen Kaiser, die russischen Zaren und die Kaiser des Heiligen Römischen Reichs leiteten aus den sakralen, zuweilen als Sakrament verstandenen Riten ihrer Krönung eine priestergleiche Stellung ab, sowie den Anspruch, die höchsten weltlichen Würdenträger und dem Papst gleichgestellt zu sein. Dieser Anspruch und die damit verbundenen Eingriffe der Kaiser in den kirchlichen Bereich führten im Abendland im 11. Jahrhundert zu einem schweren Konflikt zwischen dem römisch-deutschen Kaisertum und dem römischen Papsttum, dem Investiturstreit, in dem letzteres sich weitgehend durchsetzte und später gar selbst für sich in Anspruch nahm, über das Kaisertum und sogar die Wahl des Rex Romanorum zu verfügen. Dieser Anspruch wurde jedoch im 14. Jahrhundert endgültig abgewiesen (siehe Goldene Bulle). Aber auch in den anderen abendländischen Königreichen kam es, wenn auch nicht in dieser Härte, zu einem Disput. Im Osten - sowohl in Byzanz als auch in Russland - gelang es den Kaisern und den Zaren dagegen stets, den Vorrang vor den Patriarchen ihrer jeweiligen orthodoxen Kirchen zu wahren.

Der Kaisertitel im Fränkischen Reich

orthodoxen Kirchen Nach dem Untergang des Weströmischen Reichs und der Absetzung seines letzten Kaisers Romulus Augustulus im Jahr 476 riss die Kaisertradition im Westen zunächst ab. Die oströmischen Kaiser erhoben den Anspruch, nunmehr die rechtmäßigen Herrscher des gesamten Römischen Reiches zu sein, und Justinian I. (527-565) vermochte durch die Eroberung von Teilen Italiens, Spaniens und Nordafrikas diesen Anspruch zeitweilig auch machtpolitisch zu untermauern. Im 7. und 8. Jahrhundert jedoch war dieser byzantinische Anspruch im Westen angesichts der erstarkenden germanischen Königreiche der Franken oder Langobarden sowie der islamischen Eroberung Nordafrikas und großer Teile Spaniens nur noch theoretisch. Die Kaiserkrönung des Frankenkönigs Karls des Großen am Weihnachtstag des Jahres 800 in Rom wurde daher als machtpolitisch begründete Wiederherstellung des (West-)Römischen Reichs (restauratio imperii) betrachtet, und 812 erlangte Karl der Große auch die Anerkennung der Gleichrangigkeit seines Kaisertitels vom byzantinischen Kaisertum. Karl der Große nannte sich serenissimus Augustus a deo coronatus magnus, pacificus, imperator romanum gubernans imperium, qui et per misericordiam dei rex Francorum et Langobardorum, "allergnädigster, erhabener, von Gott gekrönter, großer, Friede bringender Kaiser, der das römische Reich regiert, durch Gottes Barmherzigkeit auch König der Franken und Langobarden". Vor allem die Herrschaft über das langobardische (= lombardische) Königreich Italien wurde seither zum machtpolitischen Schlüssel des norditalienischen Kaisertums. Dieses wurde während des 9. Jahrhunderts in verschiedenen Linien der Karolinger weitertradiert, wobei zuletzt zwei ostfränkische (deutsche) Karolinger-Könige - Karl III. (Karl der Dicke, 887-888) und Arnulf von Kärnten (896-899) - zu Kaisern aufstiegen, geriet jedoch mit dem Machtverfall der Karolinger im frühen 10. Jahrhundert in die Hände burgundischer oder norditalienischer Machthaber, um nach 924 für knapp drei Jahrzehnte vollends außer Gebrauch zu kommen.

Die Kaiser des Heiligen Römischen Reiches

Hauptartikel Römisch-deutscher Kaiser Römisch-deutscher Kaiser in einer Abbildung aus dem „Liber ad honorem Augusti“ des Petrus de Ebulo, 1196]] Nach seiner Eroberung Norditaliens 951/52 war es der römisch-deutsche König Otto I. (Otto der Große), der 962 mit seiner Kaiserkrönung durch den Papst in Rom die Tradition des Römischen und des Karolingerreiches wiederbelebte. Seither betrachteten sich alle deutschen Könige bis zum Ende des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation im Jahr 1806 als einzig berechtigte Nachfolger der römischen Caesaren und als weltliche Oberhäupter der Christenheit. Zur Erlangung der Kaiserkrone war jedoch während des gesamten Mittelalters ein aufwendiger Romzug zur Krönung durch den Papst erforderlich, was entsprechende Geld- und Machtmittel voraussetzte. Dadurch erklärt sich, daß etliche deutsche Könige erst nach Jahren oder Jahrzehnten den Kaisertitel erlangten und daß eine ganze Reihe weiterer Könige diesen Titel niemals erhalten konnte. Insbesondere zwischen 1250 und 1313 und nochmals zwischen 1378 und 1433 gab es jahrzehntelange "kaiserlose" Phasen. Die letzten deutschen Könige, die sich in Rom von Päpsten zu römischen Kaisern krönen ließen, waren 1433 der Luxemburger Sigismund und 1452 der Habsburger Friedrich III., der 1493 verstarb. Dessen Sohn und Nachfolger Maximilian I. gelang hingegen kein Romzug, doch durfte er 1508 mit päpstlicher Genehmigung den Titel "Erwählter Römischer Kaiser" annehmen, den seither sämtliche deutschen Könige bis 1806 ab ihrem königlichen Herrschaftsantritt führten. Maximilians Enkel und Nachfolger Karl V. war der letzte deutsche König, der sich 1530 nochmals von einem Papst zum Kaiser krönen ließ - allerdings nicht mehr in Rom (das er 1527 hatte erobern und plündern lassen), sondern in Bologna - als gezielte Demütigung des Papstes, der dorthin reisen mußte, statt wie bisher Gastgeber des künftigen Kaisers zu sein. Karls Bruder und Nachfolger Ferdinand I. verzichtete bei Herrschaftsantritt 1556 vollends auf eine päpstliche Krönung, sondern führte mit Zustimmung der Kurfürsten fortan als deutscher König automatisch auch den römischen Kaisertitel. Der päpstliche Protest verhallte ungehört, alle Nachfolger Ferdinands I. handelten bis 1806 ebenso. Zwischen ihrer Wahl (siehe dazu auch Wahlmonarchie) und ihrer Krönung zum deutschen König trugen diese Monarchen den Titel Römischer König. Dieser war auch der Titel des gewählten Thronfolgers eines Kaisers, sofern ein solcher schon zu Lebzeiten des Vorgängers gewählt wurde. Auch der Titel Augustus (Erhabener) blieb den Herrschern des Heiligen Römischen Reichs erhalten. Allerdings leitete man im Mittelalter das Wort von seiner ursprünglichen lateinischen Verbform augere (für vermehren, vergrößern) her. Daher wird der Titelbestandteil Semper Augustus der römisch-deutschen Kaiser im Mittelalter in der Regel mit Allzeit Mehrer des Reichs übersetzt, in der Neuzeit auch mit Allzeit erhabener Kaiser.

Deutsche Kaiser

römisch-deutschen Kaiser "Deutscher Kaiser" war ab 1871 der Titel des Königs von Preußen in seiner Eigenschaft als Präsidium des Bundes in der föderal organisierten Erbmonarchie "Deutsches Reich" (siehe auch Liste der Staatsoberhäupter des Deutschen Reiches). Titelträger waren die drei Hohenzollernkaiser Wilhelm I., Friedrich III. und Wilhelm II. Der Titel erlosch mit der erfolgreichen Ausrufung des Deutschen Reiches zur Republik am 9. November 1918 durch Philipp Scheidemann.

Ausrufung eines "Deutschen Kaisers"

Nach dem Sieg Preußens und seiner deutschen Verbündeten über Frankreich im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 wurde der "König von Preußen", Wilhelm I., am 18. Januar 1871 im Spiegelsaal des Schlosses Versailles zum "Deutschen Kaiser" proklamiert. Dies geschah gegen seinen ursprünglichen Willen, denn unmittelbar davor war es darüber zwischen Wilhelm I. und seinem Ministerpräsidenten Otto von Bismarck zu einer schweren Auseinandersetzung um den exakten Titel gekommen. Da der König sich weniger als Deutscher denn als Preuße verstand, hatte er den Kaisertitel ursprünglich ablehnen wollen, bevorzugte aber im Falle seiner Annahme den Titel "Kaiser von Deutschland". Dies hätte allerdings als Anspruch auf nicht zum Reich gehörige deutschsprachige Gebiete - etwa Österreichs, der Schweiz und den (dt.) Gebieten in Norditalien - ausgelegt, aber auch als weitreichender Herrschaftsanspruch gegenüber den übrigen deutschen Bundesfürsten gedeutet werden können. Zudem hätte diese Titulatur angedeutet, dass Deutschland Besitz des Kaisers war. Um dieses Konfliktpotenzial von vornherein auszuschalten, bestand Bismarck auf der Titulatur "Deutscher Kaiser und König von Preußen" und setzte sich schließlich durch. Von vornherein schied der Titel der Revolution von 1848 Kaiser der Deutschen aus, da hier der Aspekt der Volkssouveränität über Gebühr hervorgehoben worden wäre. Beim die Proklamation abschließenden Kaiserhoch der auf Schloss Versailles anwesenden deutschen Souveräne - die damit die Zustimmung einer "Konstituante" wahrnahmen) -, sah sich ihr Sprecher, der Großherzog von Baden, also in einem verfassungsrechtlichen und persönlichen Dilemma. Vermutlich von Bismarck beraten, löste er es, indem er das allgemeine Hoch auf den "Kaiser Wilhelm" ausbrachte.

Macht des Deutschen Kaisers

Da 1871 im Wesentlichen die Verfassung des Norddeutschen Bundes als Reichsverfassung übernommen wurde, hatte der "Deutsche Kaiser" staatsrechtlich nur die Stellung des dortigen "Bundespräsidenten", war also eben nicht "Kaiser von Deutschland", was mit der teilweise beibehaltenen Souveränität der Einzelstaaten (so mit derjenigen der Königreiche Bayern, Sachsen und Württemberg und der Republiken Bremen, Lübeck und Hamburg) kollidiert hätte. Der deutsche Kaisertitel war mithin verfassungsrechtlich lediglich ein klingender Name für die eher nüchterne Funktion des preußischen Königs als Präsident des Bundesrates deutscher Fürsten und Freien Städte - dem formell höchsten Verfassungsorgan zunächst ab 1867 des "Norddeutschen Bundes" und ab 1871 des um Süddeutschland erweiterten Deutschen Reiches. Gleichwohl stellte dieser Kaisertitel für den preußischen Monarchen gegenüber den innerdeutschen Königen von Bayern, Sachsen und Württemberg eine Rangerhöhung dar und führte auf internationaler Ebene zu einer Rangangleichung des preußisch-deutschen Monarchen mit den Kaisern von Russland und von Österreich. Ergänzt wurde dieser Titel in dem von Bismarck entworfenen Manifest zur Kaiserproklamation durch einen Rückgriff auf die mittelalterliche Form des "Semper Augustus". Der neue Kaiser wurde darin bezeichnet als Allzeit Mehrer des deutschen Reiches, nicht an kriegerischen Eroberungen, sondern an den Gütern und Gaben des Friedens auf dem Gebiete nationaler Wohlfahrt, Freiheit und Gesittung. Alsbald gewann der Titel an öffentlicher Bedeutung durch die sich an ihn knüpfende "Reichsromantik" seit den "Freiheitskriegen" gegen Napoleon I.. Namentlich unter dem propagandistisch begabten letzten Deutschen Kaiser Wilhelm II. (1888-1918) gewann der Kaisertitel gegenüber dem preußischen Königstitel das Übergewicht und wurde zum Symbol der Einheit der Nation. Politisch jedoch war der Deutsche Kaiser als König des weitaus größten Bundesstaates (Preußens) immer mächtiger als staatsrechtlich. Diese Macht erodierte jedoch unter der langen Regierung Wilhelms II. (1888-1918), der 1917 faktisch von der Militärdiktatur Ludendorffs abgelöst wurde.

Der Kaisertitel in Byzanz

Byzanz

Im Oströmischen oder Byzantinischen Reich bestand die römische Kaisertradition nach dem Ende der Antike noch rund 1000 Jahre fort - bis zur Eroberung Konstantinopels durch die Türken im Jahre 1453. Unter Kaiser Herakleios (610-641) wurde anstelle des lateinischen Augustus Imperator der griechische Titel Basileus eingeführt, was der stärker werdenden Gräzisierung des Reiches Rechnung trug. Den staatsrechtlich begründeten Anspruch, Rechtsnachfolger der antiken römischen Kaiser zu sein, gab der jeweilige Basileus von Byzanz niemals auf. Mit der seit 812 erweiterten Titulatur Basileus ton Rhomaion, "Herrscher der Römer", machten die Kaiser in Konstantinopel diesen Anspruch noch einmal verstärkt deutlich, vermutlich als besondere Abgrenzung zum durch Karl den Großen im Jahre 800 erneuerten west-römischen Kaisertum (was in der Forschung allerdings strittig ist). Titel der byzantinischen Hauptkaiser war auch Autokrator, während Basileus - namentlich seit dem 10. Jahrhundert - an Mitkaiser vergeben wurde. Während der Kreuzzüge wurde Konstantinopel auf Betreiben Venedigs 1204 von den Kreuzfahrerheeren eingenommen. In Konstantinopel und weiteren von den "Lateinern" (Katholiken) beherrschten Gebieten entstand das sogenannte Lateinische Kaiserreich, ein vom päpstlichen Rom und Venedig abhängiger, vor allem von französischen Adligen regierter Kreuzfahrerstaat. Derselbe sah sich faktisch - sowohl durch erfolgreiche "griechische" Gegenoffensiven als auch durch das Unabhängigkeitsbestreben der eigenen "fränkischen" Vasallen - sehr bald auf die Hauptstadt Konstantinopel beschränkt. Mit deren Rückeroberung durch die griechischen Kaiser von Nikaia 1261 endete das Lateinische Kaiserreich, der letzte Kaiser Balduin II. (1228-1261) verstarb 1273 im Exil. Sein Sohn Philipp von Courtenay hielt jedoch seinen Anspruch auf den Thron als Titular-Kaiser aufrecht (+ 1283), seine Enkelin Katharina II. (+ 1346) vererbte den lateinischen Kaiser-Titel an ihren Sohn Robert von Anjou, den Fürsten von Tarent (+ 1366). Nach dem Aussterben der tarentinischen Anjou 1373 fiel das Titular-Kaisertum an Jakob von Beaux, nach dessen Tod an den französischen Prinzen Ludwig, Herzog von Anjou (+ 1384). Dessen Sohn Ludwig II. von Anjou scheint 1384 als Letzter Anspruch auf den kaiserlichen Titel erhoben zu haben. Dieses jüngere Haus Anjou, das im 14. und 15. Jahrhundert mit wechselndem Erfolg auch Anspruch auf die Königskrone von Sizilien (genauer: auf das Teilreich von Neapel) erhob, starb 1480 mit Graf Rene von der Provence aus, der als Titularkönig von Jerusalem, Sizilien und Aragon auch die Ansprüche auf den lateinischen Kaisertitel geerbt hatte. Diese fielen letztlich - ohne daß sie offensichtlich noch geltend gemacht worden wären - an Renes Erben: die Könige von Frankreich und die Herzöge von Lothringen und Bar, und über diese wiederum das österreichische Kaiserhaus Habsburg-Lothringen.

Nikaia (Nizäa)

Nach der Eroberung Konstantinopels 1204 hatten sich in scharfer Opposition zum Lateinischen Kaiserreich etliche "griechische" (d.h. orthodoxe) Nachfolgestaaten gebildet, unter denen einige den Anspruch auf den vakant gewordenen byzantinischen Kaisertitel erhoben. Der mächtigste Teilstaat war das zuerst von den Laskariden, dann ab 1258/59 von den Palaiologen regierte Kaiserreich von Nikaia (lateinisch auch: Nicäa), dem es schließlich gelang, Konstantinopel 1261 zurückzuerobern und das Byzantinische Reich unter der Dynastie der Palaiologen für nochmals fast zwei Jahrhunderte wieder zu errichten. Der letzte byzantinische Kaiser Konstantin XI. Palaiologos (1449-1453) kam während der Eroberung seiner Hauptstadt durch die Osmanen im Kampf ums Leben. Seitenzweige der Palaiologen-Dynastie überlebten langfristig in Italien (Markgrafen von Montferrat) und bis heute in Frankreich; aus letzterer Linie stammen einflußreiche Personen wie der auch schriftstellerisch begabte Botschafter am Zarenhof Maurice Paléologue (1859-1944), der im Ersten Weltkrieg eine wichtige politische Rolle spielte.

Trapezunt

Weniger erfolgreich waren - trotz besserer dynastischer Ansprüche - die konkurrierenden Staaten von Thessaloniki, dessen Herrscher aus der bis 1204 regierenden byzantinischen Kaiserdynastie der Angeloi stammten und zwischen 1215 bis 1240 ebenfalls Anspruch auf den Kaisertitel erhoben, sowie das im nördlichen Kleinasien gelegene Kaiserreich Trapezunt, das von Nachfahren der bis 1185 in Byzanz regierenden Kaiserdynastie der Komnenen beherrscht wurde. Während Tessaloniki teils von Nikaia erobert wurde, teils in untergeordnete Teilfürstentümer (Despotate) zerfiel, konnte Trapezunt seine Eigenständigkeit sogar länger als das 1453 von den Osmanen eroberte Byzantinische Reich behaupten. Ähnlich wie dieses in seiner Spätzeit war allerdings auch Trapezunt längst zu einem türkischen Vasallenstaat geworden - zuerst abhängig vom kleinasiatischen Sultanat Ikonium (Konya), dann von den Osmanen. Diese erzwangen 1461 die Kapitulation von Trapezunt, setzten den letzten "Großkomnenen" David Komnenos (1458-1461) ab und ermordeten den Exkaiser und seine Familie 1466.

Kaisertitel auf dem Balkan

Bulgarien im Mittelalter

Das byzantinische Vorbild wirkte sich im Hochmittelalter auf größere Reichsbildungen slawischer Völker auf dem Balkan aus, die in offener Konkurrenz zum byzantinischen Kaisertum ebenfalls den Kaiser- bzw. Zarentitel annahmen. Der erste Versuch dieser Art war der des Bulgaren-Chans Simeon I. (+927), der 917 den Titel "Zar der Bulgaren und Griechen" annahm. Dieses bulgarische Kaiserreich wurde jedoch hundert Jahre später (1018) durch die Byzantiner wieder zerstört. Die Dynastie der Aseniden knüpfte an die Zarentradition 1185 wieder an, doch dieses zweite Bulgarische Reich verlor im 14. Jahrhundert an Macht und Bedeutung, längst bevor es 1393 von den Osmanen erobert wurde.

Serbien

Stattdessen wurde damals das Königreich Serbien zum neuen Herausforderer von Byzanz, dessen Herrscher Stefan Duschan (+1355) im Jahre 1346 demonstrativ den Kaisertitel annahm. Dieses Kaiserreich zerfiel jedoch nach dem plötzlichen Tode seines Gründers rasch, schon bevor die Osmanen die Serben ihrer Herrschaft unterwarfen.

Bulgarien in der Neuzeit

Als das seit 1878 autonome Fürstentum Bulgarien 1908 seine Unabhängigkeit vom Osmanischen Reich erklärte, nahm der bisherige Fürst Ferdinand I. in Anknüpfung an die mittelalterliche Großreich-Tradition den Zarentitel wieder an. Auch Konstantinopel hätten die Bulgaren im Ersten Balkankrieg von 1912/13 beinahe erobert. Diese überzogenen imperialen Ambitionen konnte Bulgarien jedoch angesichts starker konkurrierender Nachbarn niemals umsetzen, und auch international wurde der Zarentitel nicht anerkannt. Stattdessen firmierten die Herrscher Bulgariens von 1908 bis 1946 gegenüber dem Ausland als Könige.

Kaisertitel in Russland

So wie sich zunächst die fränkischen und später die deutschen Könige als Nachfolger der Weströmischen Kaiser sahen, so betrachteten sich die Großfürsten von Moskau seit dem Fall von Konstantinopel als rechtmäßige Erben des oströmischen Kaisertums. Sie waren nun die angesehensten Herrscher orthodoxen Glaubens, und Großfürst Iwan III. hatte 1472 Zoe (russ. Sofia), eine Nichte des letzten Kaisers von Byzanz Konstantin XI. Paläologos geheiratet. Unter Iwan III. wurde die Idee von Moskau als Drittem Rom formuliert und der Titel "Zar" erstmals verwendet. Im Jahr 1547 ließ sich Großfürst Iwan IV. der Schreckliche offiziell zum Zaren von ganz Russland krönen. Zar Peter I. (Peter der Große) nahm 1721 zusätzlich den kaiserlichen Titel "Imperator" bzw. "Kaiserliche Majestät" (Imperatorskoje Welitschestwo) an. Seither wurde den russischen Herrschern auch im westeuropäischen System der Höfe und der Diplomatie der Kaiser-Titel zuerkannt. Beide Titel - Imperator und Zar - trugen die russischen Kaiser bis zum Sturz des letzten Herrschers aus dem Haus Romanow, Nikolaus' II., im Jahr 1917.

Das französische Kaisertum

Nikolaus' II. Frankreich war seit den Tagen der westfränkischen Karolinger und der seit 987 regierenden Kapetinger, von denen alle später regierenden Dynastien bis zu den Bourbonen und den Orleans abstammten, ein Königreich gewesen. Wenn auch ein westfränkischer Karolinger des 9. Jahrhunderts - Karl II. der Kahle - kurzfristig die römische Kaiserkrone getragen hatte und spätere französische Könige wie Franz I., der langjährige Gegner des Habsburgers Karl V. im 16. Jahrhundert, mit deren Erwerb liebäugelten, hatte Frankreich keine Kaiser-Tradition. Dies änderte sich erst mit dem 1792 erfolgten Sturz des französischen Königtums in der Französischen Revolution. Im Jahr 1804 versuchte der damalige Militärdiktator Napoléon Bonaparte, seit seinem Putsch von 1799 der 1. Konsul der Französischen Republik, eine eigene monarchische Tradition zu begründen. Ähnlich wie der Konsuls-Titel auf antike Traditionen der römischen Republik verwies, nahm auch der von Napoleon I. 1804 angenommene Kaisertitel (Empereur) auf die antike römische Tradition des Militär-Kaisertums Bezug. Durch die Verklammerung dieses nach-revolutionären französischen Kaisertums mit der 1805 neugeschaffenen Königskrone von Italien (faktisch Nord- und Mittelitalien) knüpfte Napoleon zugleich an karolingische Traditionen an, zumal die italienische Königskrone die alte Langobardenkrone war, die schon Karl der Große getragen hatte. Indem Napoleon sich 1804 in der Kirche Notre Dame in Paris im Beisein des Papstes Pius VII., der jedoch am eigentlichen Krönungsakt nicht mitwirkte, mit eigener Hand zum "Kaiser der Franzosen" krönte, ging es offensichtlich um eine Synthese aus sakraler Legitimation und individueller Leistungs-Legitimation, wobei allerdings letztere in Form einer "Krönung aus eigener Kraft" überwog. Dieses napoleonische Kaisertum wurde für zahlreiche postrevolutionäre Militärkaisertümer der Folgezeit (siehe Haiti, Mexiko, viel später noch Zentralafrika, bedingt auch Brasilien) vorbildlich. Selbst die schon erwähnte deutsche Kaiserproklamation von 1871 entbehrte - trotz ihrer letztlich anderen Grundlagen der alten preußischen Militärmonarchie und der bundesfürstlichen Antrags-Fiktion - nicht des Nimbus eines großen militärischen Sieges (ausgerechnet über das napoleonisch-kaiserliche Frankreich). Das Kaisertum Napoleons I. basierte auf dem Nimbus des siegreichen, genialen Feldherrn. Sobald Napoleon diese Siege nicht mehr garantieren konnte, erodierte die Legitimität seiner Herrschaft, die 1814/15 zweimal gegen eine gesamteuropäische Koalition zusammenbrach. Napoleons Neffe Louis Napoleon Bonaparte, der sich später Napoléon III. nannte, vermochte nach der Revolution von 1848, welche das "Bürgerkönigtum" der Orleans beseitigt hatte, vom Ruhme seines verstorbenen Onkels zehrend zum Präsidenten der zweiten Französischen Republik gewählt zu werden. 1851 machte er sich durch einen Putsch zum Präsidenten auf Lebenszeit, 1852 proklamierte er am Krönungstag Napoleons I. die Restauration des bonapartistischen Kaisertums. Dieses sogenannte "2. Kaiserreich" basierte auf großzügiger Förderung des bourgeoisen Kapitalismus bei gleichzeitiger plebiszitärer Einbeziehung katholisch-ländlicher Schichten, doch es basierte daneben ähnlich wie das erste Kaiserreich sehr stark auch auf militärischem Erfolg. Folgerichtig endete auch dieses Militärkaisertum des persönlich wenig militärischen Napoleon III. mit einer militärischen Katastrophe - Frankreichs Niederlage bei Sedan im Deutsch-Französischen Krieg von 1870, die den sofortigen Sturz des Kaisers zur Folge hatte.

Das Kaisertum in Österreich

Deutsch-Französischen Krieg Um zu verhindern, dass Napoleon I. 1804 zu seiner Krönung die Insignien des Heiligen Römischen Reichs benutzte und sich so in dessen altehrwürdige Kaiser-Tradition stellen konnte, hatte der damalige römisch-deutsche Kaiser, der Habsburger Franz II., die Reichskleinodien von Nürnberg nach Wien überführen lassen, wo sie - abgesehen von einer Unterbrechung während der Zeit des Nationalsozialismus, als sie kurzfristig nach Nürnberg zurückkehrten - bis heute in der Schatzkammer der Hofburg aufbewahrt werden. Kaiser Franz II. legte 1806 die Krone des Heiligen Römischen Reiches nieder und erklärte zugleich dieses Reich für erloschen, um eine mögliche Wahl Napoleons zu seinem Nachfolger von vornherein auszuschließen. Da der Habsburger protokollarisch nicht hinter den anderen europäischen Erbkaisern - dem "Emporkömmling" Napoleon, aber auch dem russischen Zaren - zurück stehen wollte, hatte er angesichts des zerfallenden Heiligen Römischen Reiches schon im Jahre 1804 den Titel eines erblichen Kaisers von Österreich angenommen. Dieser neugeschaffene Kaisertitel, der mit keinerlei Krönungsakt verbunden war, obwohl eine Kaiserkrone existierte, war eigentlich traditionslos, hob jedoch auf die in weiten Bevölkerungskreisen längst gegebene Identifikation des seit dem 15. Jahrhundert fast ununterbrochen von den Habsburgern geführten römischen Kaisertitels mit ihrem Stammland Österreich ab. Für ein Jahrhundert bildete der österreichische Kaisertitel fortan die symbolische Klammer für das zunächst Kaisertum Österreich, ab 1867 Österreich-Ungarn genannte habsburgische Vielvölkerreich; insbesondere der lang regierende Franz Joseph I. (1848-1916) wurde zur Personifizierung des "Kaisers" schlechthin. Dessen Großneffe und Nachfolger Karl I., mußte 1918 auf die Regierung verzichten und ins Exil gehen.

Kaiser außerhalb Europas

Seit der frühen Neuzeit hat es sich in Europa eingebürgert, auch die Herrscher bedeutender außereuropäischer Reiche als "Kaiser" zu bezeichnen: so den chinesischen Sohn des Himmels, den japanischen Tennō, den indischen Großmogul, den Schah von Persien bzw. Iran und den Negus Negest (König der Könige) von Äthiopien. Diese traditionelle Kaiserherrschaft wurde allerdings teils durch äußere, meist durch innere Umwälzungen in Indien 1858, in China 1911/12, in Äthiopien 1974/75 und in Iran 1979 beendet und blieb - mit erheblichem Bedeutungswandel in den 1860er Jahren und erneut 1945 - lediglich in Japan bestehen.

Der Osmanische Sultan

Auch der osmanische Sultan (Osmanisches Reich) konnte spätestens seit dem 15./16. Jahrhundert nicht nur kaiserliche Machtfülle, sondern auch den kaiserlichen Rang beanspruchen. Seit der Eroberung Konstantinopels im Jahre 1453 betrachteten sich alle osmanischen Sultane auch als Fortsetzer der byzantinischen Reichstradition und Herrschaftsansprüche (was freilich ideell bedingt war und in der Forschung nicht unumstritten ist). In arabisch-persisch-türkisch-mongolischer Misch-Tradition standen zwar im offiziellen Titel der osmanischen Herrscher die Bezeichnungen "Sultan" (auch "Sultan der Sultane"), "Padischah" (Großkönig) oder "Khan" (auch "Khan der Khane") ganz oben, sämtlich orientalische Äquivalente zum europäischen Kaisertitel. Darüber hinaus aber trugen die Osmanen-Herrscher auch den expliziten Titel eines "Kaisers der drei Städte von Konstantinopel, Adrianopel und Bursa". Entsprechend wurde der osmanische Sultan später auch im diplomatischen Verkehr von den europäischen Mächten als "Kaiserliche Majestät" anerkannt, die Prinzen und Prinzessinnen des osmanischen Hauses waren selbstverständlich "Kaiserliche Hoheiten". Der Sturz des osmanischen Sultanats beendete 1922 dieses Kaisertum.

Annam

In Südostasien nahmen ab 1806 die bisher als Könige firmierenden Herrscher von Annam