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| 10. Februar |
10. FebruarDer 10. Februar ist der 41. Tag des Gregorianischen Kalenders - somit bleiben 325 Tage bis zum Jahresende.
Ereignisse
- 1258 - Mongolen unter Hulagu erobern Bagdad und ermorden den letzten Kalifen Al-Musta'sim.
- 1763 - Der Friede von Paris beendet den Siebenjährigen Krieg.
- 1823 - In Köln findet der erste Rosenmontagszug statt.
- 1846 - Samuel Colt stellt seinen Trommelrevolver vor.
- 1904 - Offizielle Kriegserklärung Japans an Russland
- 1920 - In einer Volksabstimmung in Nord- und Südschleswig entscheidet sich die Mehrheit für einen Anschluss an Dänemark.
- 1964 - Mit Oberst Aref wird ein Waffenstillstand, der die nationalen Rechte der Kurden in Süd-Kurdistan (Irak) anerkennt, vereinbart. Das führt zu Streitigkeiten innerhalb der KDP. Das politische Büro der KDP unter Leitung von Jelal Talabani und Ibrahim Ahmed (Schwiegervater von Talabani) kritisiert Barzani. Der beruft daraufhin einen eigenen Kongress ein und ernennt ein neues Politbüro. Das ursprüngliche Politbüro spaltet sich ab, und seine Mitglieder fliehen nach einem Angriff von Barzani-Peschmerga in den Osten des Landes und Iran. Die Gruppe um Talabani kehrt schließlich nach Südkurdistan zurück und richtet sich in der südlichen Provinz Sulaimania, dem soranisprachigen Gebiet Südkurdistans, ein. Seitdem kam es immer wieder zu innerkurdischen Kämpfen der beiden Parteien.
- 1970 - Bombenanschlag auf einen Flughafenbus in München-Riem.
- 1990 - Moskau stimmt der Deutschen Einheit zu.
- 1997 - Schwere Unruhen zwischen den die Unabhängigkeit von Peking fordernden moslemischen Uiguren und den Han-Chinesen in der chinesischen autonomen Provinz Xinjian kosten inoffiziell über 200 Menschen das Leben.
- 1998 - Die Todesstrafe in Aserbaidschan wird abgeschafft.
- 2002 - Der afghanische Regierungschef Hamid Karzai entlässt die ersten Taliban aus der Haft.
- 2003 - Deutschland und die Niederlande übernehmen in Afghanistan die Führung der ISAF (Sicherheitsunterstüzungstruppe)
Wirtschaft
Wissenschaft und Technik
- 1928 - Der drahtlose Fernsprechverkehr zwischen dem Deutschen Reich und den USA wird feierlich eröffnet
Kultur
- 1605 - "Der Kaufmann von Venedig" von William Shakespeare wird in London uraufgeführt.
- 1673 - "Der eingebildete Kranke", eine Komödie in drei Akten von Molière, wird in Paris erstmalig aufgeführt.
- 1881 - Uraufführung der Oper "Les Contes d'Hoffmann" (Hoffmanns Erzählungen von Jacques Offenbach an der Opéra-Comique in Paris.
- 1966 - Die jamaikanische Reggaelegende Bob Marley heiratet seine kubanische Freundin Rita Anderson
- 1999 - Bruce Dickinson, langjähriger Sänger der Metal-Band Iron Maiden kommt zusammen mit Gitarrist Adrian Smith zur Band zurück.
Religion
Katastrophen
- 1964 - Der Zerstörer Voyager sinkt ca. 100 Seemeilen südlich von Sydney nach einer Kollision mit dem Flugzeugträger Melbourne (beide Australien). Dies führt zu 82 Todesopfern unter der 232 Mann starken Besatzung.
- 1970 - 39 Menschen sterben bei einem Lawinenunglück in Val d'Isère.
- 2005 - Zwischen 140 und 500 Todesopfer sind bei einem Staudammbruch aufgrund tagelanger Regenfälle im pakistanischen Shadi Kor zu beklagen.
Sport
- Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden s. u. der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.
- 1910 - Durch einen Sieg in der 10. und letzten Partie zum ausgleichenden Stand von 5-5 verteidigt der Deutsche Emanuel Lasker den Weltmeistertitel im Schach erfolgreich gegen den österreichischen Herausforderer Carl Schlechter.
- 1949 - Philadelphia, Pennsylvania: Basketballspieler Joe Fulks erzielt mit 63 Punkten gegen die Indiana Jets einen neuen NBA-Rekord.
- 2001 - Der an der Nervenkrankheit ALS erkrankte Fußballspieler Krzysztof Nowak bestreitet sein letztes Bundesligaspiel für den VfL Wolfsburg.
Geboren
- 1499 - Thomas Platter, schweizerischer Schriftsteller
- 1695 - Daniel Triller, deutscher Mediziner und Schriftsteller
- 1698 - Pierre Bouguer, französischer Naturwissenschaftler, Begründer der Photometrie
- 1716 - Johann Daniel Müller, Violinist, Bratschist und Konzertdirektor
- 1785 - Claude Louis Marie Henri Navier, französischer Mathematiker und Physiker
- 1789 - Carl Gustav Jochmann, deutscher Publizist
- 1793 - Jean Claude Eugène Péclet, französischer Physiker
- 1795 - Ary Scheffer, französischer Radierer und Bildhauer
- 1802 - Ernst Helbig, Harzmaler und Wernigeröder Hofmaler
- 1808 - Georg Weber, deutscher Philologe und Historiker
- 1816 - Albert Ellmenreich, deutscher Schauspieler und Schriftsteller
- 1819 - Albert Schwegler, deutscher Theologe, Philosoph und Historiker
- 1829 - Simon Schwendener, schweizerischer Botaniker und Universitätsprofessor
- 1837 - Harrison Gray Otis, US-amerikanischer Verleger
- 1843 - Adelina Patti, italienische Sopranistin
- 1859 - Alexandre Millerand, französischer Staatsmann und Politiker
- 1866 - Bror Beckman, schwedischer Komponist
- 1869 - Wassili Pawlowitsch Kalafati, russischer Komponist
- 1873 - Egon Schweidler, österreichischer Physiker
- 1881 - Kenneth McArthur, südafrikanischer Leichtathlet und Olympiasieger
- 1888 - Wilhelm Thöny, österreichischer Maler und Grafiker
- 1888 - Willy Jaeckel, deutscher Expressionist
- 1888 - Giuseppe Ungaretti, italienischer Schriftsteller
- 1890 - Boris Leonidowitsch Pasternak, russischer Dichter und Schiftsteller
- 1892 - Arthur Holly Compton, US-amerikanischer Physiker und Nobelpreisträger
- 1892 - Roland Rohlfs, Testpilot
- 1894 - Harold Macmillan, britischer Politiker und Regierungschef
- 1894 - Hermann Weinkauff, erster Präsident des Bundesgerichtshofs
- 1895 - Hans Gustav Röhr, deutscher Konstrukteur und Automobilhersteller
- 1897 - John Franklin Enders, US-amerikanischer Bakteriologe
- 1898 - Bertolt Brecht, deutscher Dramatiker, Lyriker und Dichter ("Dreigroschenoper")
- 1898 - Joseph Kessel, französischer Schriftsteller
- 1901 - Arthur Jores, deutscher Mediziner
- 1901 - Henri Alekan, französischer Kameramann
- 1902 - Walter Houser Brattain, US-amerikanischer Physiker und Nobelpreisträger.
- 1903 - Franco Cortese, italienischer Autorennfahrer
- 1904 - Otto Dannebom, deutscher Politiker und MdB
- 1910 - Dominique Georges Pire, belgischer Dominikaner (Friedensnobelpreis 1958)
- 1910 - Georges Pire, belgischer Mönch
- 1910 - Maria Cebotari, moldawische Opernsängerin
- 1911 - Mstislaw Wsewolodowitsch Keldysch, sowjetisch-russischer Mechaniker, Aeronautiker und Mathematiker
- 1914 - Larry Adler, US-amerikanischer Mundharmonikaspieler
- 1915 - André François Chaval, französischer Zeichner und Cartoonist
- 1921 - Heinz Quermann, bekannter TV-Entertainer der DDR
- 1922 - Árpád Göncz, ungarischer Autor, Politiker und Staatspräsident
- 1923 - Ahti Karjalainen, finnischer Politiker, der dem Zentrum angehörte
- 1927 - Leontyne Price, US-amerikanische Opernsängerin
- 1928 - Jean-Luc Lagardère, französischer Unternehmer
- 1929 - Arne Benary, deutscher Wirtschaftswissenschaftler in der DDR
- 1929 - Jerry Goldsmith, US-amerikanischer Filmmusik-Komponist
- 1930 - Robert Wagner, US-amerikanischer Schauspieler
- 1931 - Thomas Bernhard, österreichischer Lyriker, Dramatiker und Schriftsteller (Heldenplatz)
- 1933 - Gottfried Arnold (Politiker), deutscher Politiker und MdB
- 1935 - Ezard Haußmann, deutscher Schauspieler und der Vater des Regisseurs Leander Haußmann
- 1935 - Konrad Klapheck, deutscher Grafiker und Maler
- 1937 - Don Wilson, US-amerikanischer Musiker
- 1939 - Fritjof Capra, österreichisch-amerikanischer Physiker
- 1939 - Roberta Flack, US-amerikanische Popsängerin, Pianistin und Songschreiberin
- 1940 - Rainer Holbe, deutscher Journalist, TV-Moderator und Autor
- 1941 - David Parnas, Pionier der Softwaretechnik
- 1941 - Michael Apted, Regisseur
- 1942 - Lawrence Weiner, US-amerikanischer bildender Künstler, Vertreter der Konzeptkunst
- 1943 - Ral Donner, US-amerikanischer Sänger
- 1944 - Vernor Vinge, US-amerikanischer Informatiker und Science-Fiction-Autor
- 1944 - Peter Allen, australischer Sänger
- 1945 - Karin Radermacher, deutsche Politikerin und MdL
- 1946 - Clifford T. Ward, britischer Sänger
- 1947 - Louise Arbour, kanadische Richterin und seit 2004 UN-Hochkommissar für Menschenrechte
- 1948 - Peter Biesenbach, deutscher Politiker und MdL
- 1950 - Mark Spitz, US-amerikanischer Schwimmer
- 1951 - Corey Lerois, US-amerikanischer Musiker
- 1951 - Olivier von Winterstein, Intendant der Dresdner Philharmonie
- 1952 - Frank Bsirske, Vorsitzender der Gewerkschaft ver.di
- 1954 - Peter Ramsauer, deutscher Politiker
- 1955 - Bill Laswell, Bassist, Komponist, Arrangeur, Produzent und Betreiber mehrerer Plattenlabels
- 1955 - Greg Norman, australischer Golfer
- 1957 - Steffen Flath, deutscher Politiker
- 1957 - Stephan Balkenhol, deutscher Bildhauer
- 1958 - Birgit Diezel, deutsche Politikerin
- 1958 - Eduard Mainoni, österreichischer Politiker
- 1960 - Robert Addie, britischer Schauspieler
- 1961 - Alexander Payne, US-amerikanischer Filmregisseur
- 1962 - Cliff Burton, US-amerikanischer Bassist (Metallica)
- 1964 - Sam Graddy, US-amerikanischer Leichtathlet und Olympiasieger
- 1967 - Laura Dern, US-amerikanische Schauspielerin
- 1970 - Åsne Seierstad, norwegische Schriftstellerin und Journalistin
- 1980 - Marko Baacke, deutscher Nordischer Kombinierer
- 1980 - Ralph Kretschmar, deutscher Schauspieler und Musiker
- 1982 - Justin Gatlin, US-amerikanischer Leichtathlet
- 1982 - Tom Schilling, deutscher Schauspieler
- 1986 - Ichikawa Yui, japanische Schauspielerin
- 1989 - Rebecca Horner, österreichische Schauspielerin
Gestorben
Rebecca Horner
Rebecca Horner
Rebecca Horner
- 539 - Senka, 28. Kaiser von Japan ( - 467)
- 1242 - Heinrich (VII.), römisch-deutscher König,
- 1242 - Shijo, 87. Kaiser von Japan
- 1419 - Ulrich Ensinger, Baumeister der süddeutschen Gotik
- 1450 - Sejong, vierter König der Joseon-Dynastie (1393-1910) in Korea
- 1477 - Friedrich II. (Der Eiserne), Kurfürst und Markgraf von Brandenburg
- 1543 - Johannes Eck, deutscher katholischer Theologe
- 1567 - Henry Stuart Darnley, zweiter Ehemann von Maria Stuart
- 1657 - Sebastian Stosskopf, deutscher Kupferstecher und Maler
- 1689 - Johann Heinrich Waser, Bürgermeister von Zürich
- 1722 - Bartholomew Roberts, walisischer Pirat
- 1729 - Johann von Besser, deutscher Dichter
- 1755 - Charles de Secondat, Begründer der politischen Theorie der horizontalen Gewaltenteilung
- 1755 - Charles de Montesquieu, französischer Politiker, Schriftsteller und Staatsphilosoph
- 1782 - Friedrich Christoph Oetinger, deutscher Theologe, führender Pietist
- 1817 - Karl Theodor von Dalberg, Erzbischof von Mainz, Fürstprimas, Bischof von Konstanz
- 1820 - Anna Elisabeth Luise von Brandenburg-Schwedt, Gattin des Prinzen Ferdinand von Preußen
- 1822 - Albert von Sachsen-Teschen, deutscher Adeliger und Kunstmäzen
- 1829 - Leo XII., Papst
- 1834 - Johann Christian Hundeshagen, forstlicher Praktiker, Lehrer und Wissenschaftler
- 1837 - Alexander Puschkin, russischer Autor und Dichter
- 1841 - Josef Alois Gleich, österreichischer Beamter und Theaterdichter
- 1865 - Heinrich Friedrich Emil Lenz, deutscher Physiker
- 1868 - David Brewster, schottischer Physiker, Erfinder des Kaleidoskops
- 1878 - Claude Bernard, französischer Physiologe
- 1879 - Honoré Daumier, französischer Maler, Zeichner und Bildhauer
- 1891 - Sonja Kowalewski russische Mathematikerin
- 1901 - Max von Pettenkofer, deutscher Chemiker und Hygieniker
- 1901 - Telemaco Signorini, italienischer Kupferstecher, Maler und Schriftsteller
- 1912 - Joseph Lister, britischer Mediziner
- 1917 - John William Waterhouse, britischer Maler, der der Gruppe der Präraffaeliten zugerechnet wird
- 1918 - Abdülhamid II., Sultan des Osmanischen Reiches
- 1918 - Ernesto Teodoro Moneta, italienischer Politiker und Publizist (Friedensnobelpreis 1907)
- 1923 - Wilhelm Conrad Röntgen, deutscher Physiker (Physiknobelpreis 1901)
- 1927 - Emma Pieczynska-Reichenbach, Schweizer Abolitionistin und Frauenrechtlerin
- 1932 - Edgar Wallace, englischer Krimi-Schriftsteller
- 1933 - Carl Heinrich Becker, preußischer Kultusminister
- 1934 - Ossip Schubin, tschechisch-deutsche Schriftstellerin
- 1934 - Fedor von Zobeltitz, deutscher Journalist und Schriftsteller
- 1939 - Pius XI. (Papst), Papst
- 1940 - Robert Leinert, deutscher Politiker
- 1942 - Lawrence Joseph Henderson, Chemiker, Biologe
- 1944 - Carl Meinhof, Pastor und ein bedeutender deutscher Afrikanist
- 1945 - Mackay-Hugh Baillie-Scott, britischer Architekt und Innenarchitekt
- 1948 - Egon Schweidler, Physiker
- 1950 - Marcel Mauss, französischer Sozialanthropologe
- 1954 - Robert Görlinger, deutscher Politiker
- 1960 - Alojzije Stepinac, Erzbischof von Zagreb und Kardinal
- 1962 - Eduard von Steiger, Schweizer Politiker
- 1962 - Norman Birkett, stellvertretender Richter bei den Nürnberger Prozessen
- 1964 - Eugen Sänger, österreichischer Luft- und Raumfahrtingenieur
- 1965 - Bruno Max Leuschner, Mitglied des Politbüros des ZK der SED der DDR
- 1966 - John Frederick Charles Fuller, britischer Generalmajor und Militärhistoriker
- 1977 - Sergei Wladimirowitsch Iljuschin, russischer Ingenieur und Flugzeugbauer
- 1979 - Henry B. Ollendorff, US-amerikanischer Jurist und Sozialarbeiter
- 1982 - Margrit Rainer, Schweizer Schauspielerin
- 1985 - Werner Hinz, deutscher Schauspieler
- 1987 - Anton Donhauser, deutscher Politiker
- 1987 - Hans Rosenthal, deutscher Radio- und Fernsehmoderator
- 1992 - Alex Haley, US-amerikanischer Schriftsteller
- 1998 - Erich Mückenberger, Mitglied des Politbüros des ZK der SED der DDR
- 1999 - Josef Holaubek, Polizeipräsident in Wien
- 2003 - Jan Vesely, tschechischer Radrennfahrer
- 2003 - Ronald Ziegler, US-amerikanischer Politiker
- 2005 - Arthur Miller, US-amerikanischer Schriftsteller
- 2005 - Jean Cayrol, französischer Autor und Verleger
Feier- und Gedenktage
- Kirchliche Gedenktage:
- Hl. Scholastika von Nursia, Nonne (katholisch, anglikanisch, orthodox)
- Namenstage: Agatho, Scholastika
- Deutscher Kinderhospiztag
Siehe auch
- 9. Februar - 11. Februar
- 10. Januar - 10. März
- Historische Jahrestage - Zeitskala
- Wikipedia:Glaskugel - Wikipedia:Formatvorlage Tag
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th:10 กุมภาพันธ์
Gregorianischer KalenderDer gregorianische Kalender, benannt nach Papst Gregor XIII., ist der heute in den meisten Teilen der Welt gültige Kalender.
Gregorianische Kalenderreform
Kalender
Das erste Konzil von Nizäa bestimmte im Jahre 325, dass das Osterfest immer am ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond nach Frühlings-Anfang (bezogen auf Jerusalem) gefeiert werden sollte. Das astronomische Ereignis des Primar-Äquinoktiums (Frühlings-Tagundnachtgleiche der nördlichen Hälfte unseres Planeten) fand im Konzilsjahr 325 am 21. März statt, und die julianische Schalttagsregelung wurde damals noch nicht als verbesserungsbedürftig erkannt. Der damals gültige julianische Kalender ging von einem mittleren Sonnenjahr von 365,25 Tagen aus und glich die Differenz (bezogen auf 365 Tage) von annähernd 6 Stunden alle vier Jahre durch die Einfügung eines Schalttags aus. Gegenüber dem vom tatsächlichen Gang der Himmelsmechanik astronomisch vorgegebenen Sonnenjahr, das im Jahre 2000 auf 365,242190517 Tage bestimmt wurde -also etwa 365 Tage, 5 Stunden, 48 Minuten und 45,25 Sekunden- war das Jahr des julianischen Kalenders also etwas mehr als 11 Minuten zu lang. Bis ins 16. Jahrhundert, zur Zeit Papst Gregors XIII., hatte sich dieser Fehler so ausgewirkt, dass das Primar-Äquinoktium im Jahr 1582 schon am 11. März stattfand.
Diese Verschiebung des Kalenders war jedoch schon längere Zeit vorher offenkundig geworden. Seit dem 14. Jahrhundert wurden immer wieder Vorschläge für eine Kalenderreform unterbreitet – u. a. durch Nikolaus von Kues, Regiomontanus und Nikolaus Kopernikus. Diese waren aber stets abgelehnt worden. Gleichwohl bildeten Kopernikus' Werk De Revolutionibus Orbium Coelestium (»Von den Umdrehungen der Himmelskörper«) sowie die prutenischen Tafeln von Erasmus Reinhold die Basis für die schließlich von Papst Gregor XIII. dekretierte Reform.
Um die Frühlings-Tagundnachtgleiche wieder mit dem 21. März in Übereinstimmung zu bringen und Ostern wieder am richtigen Tage feiern zu können, folgte der Papst dem Vorschlag des Mediziners und Hobby-Astronomen Aloisius Lilius und bestimmte, dass im Jahre 1582 zehn Tage übersprungen werden sollten. Daher folgte in einigen römisch-katholischen Ländern auf den 4. Oktober gleich der 15. Oktober – die Abfolge der Wochentage blieb dabei jedoch unverändert. Damit fand das Primar-Äquinoktium dort im Folgejahr 1583 wieder am 21. März statt; die Zeitrechnung innerhalb des Christentums war jedoch nicht mehr einheitlich. Damit war die Ausgangslage, wie sie zur Zeit des Konzils bestand, wieder ungefähr hergestellt.
Um ein erneutes Abrücken des 21. März vom Zeitpunkt des Primar-Äquinoktiums für alle Zukunft zu vermeiden, legte der neue gregorianische Kalender die Dauer des mittleren Sonnenjahrs auf 365,2425 statt wie bisher auf 365,25 Tage fest. Diese Verkürzung erfolgte dadurch, dass – abweichend von der Schaltregel des julianischen Kalenders – die Jahre keinen Schalttag haben, deren Zahl zwar ohne Rest durch 100, nicht aber durch 400 geteilt werden kann.
Weil bis zur ersten Anwendung dieser neuen Ausnahmeregel im Jahre 1700 noch 117 Jahre vergingen, hat sich der Kalender gegenüber dem astronomischen Ereignis des Primar-Äquinoktiums im Durchschnitt wieder um 1 Tag verrückt. Seither pendelt es zwischen dem 19. und 21. März.
Die Schaltregeln
- Nach der grundsätzlich weiterhin gültigen Julianischen Schaltregel weisen Jahre, deren Zahlen durch 4 dividiert natürliche Zahlen ergeben, im Februar einen 29. Tag (“Schalttag“) auf und umfassen dadurch als Schaltjahre 366 Tage.
- Die Gregorianische Schaltregel bestimmt hiervon drei Ausnahmen : Keine Schaltjahre sind diejenigen Säkular-Jahre (Jahre, deren Zahl am Ende zwei Nullen aufweist), deren Zahl durch 400 dividiert keine natürliche Zahl ergibt.(Deshalb waren die Jahre 1700, 1800 und 1900 keine Schaltjahre, und auch die Jahre 2100, 2200 und 2300 werden keine Schaltjahre sein.)
oder:
- Ist die Jahreszahl durch 4 teilbar, aber nicht durch 100, dann ist es ein Schaltjahr mit 366 Tagen. Beispiele: 1980, 1972, 1720.
- Ist die Jahreszahl durch 100 teilbar, aber nicht durch 400, dann ist das Jahr ein gewöhnliches Gemeinjahr und hat nur 365 Tage, z. B. in den Jahren 1700, 1800 und 1900 oder ferner 2100.
- Ist die Jahreszahl durch 400 teilbar, ist das Jahr ein Schaltjahr. Die Jahre 1600 und 2000 waren – in Übereinstimmung mit der Julianischen Schaltregel – Schaltjahre zu 366 Tagen.
Einführung des gregorianischen Kalenders in verschiedenen Ländern
Nur wenige Länder wie Spanien oder Portugal übernahmen den gregorianischen Kalender tatsächlich am 4./15. Oktober 1582. Die meisten römisch-katholischen Länder Europas folgten in den nächsten Jahren, während die protestantischen Länder den neuen Kalender, weil vom Papst dekretiert, zunächst ablehnten. Beispielsweise führten ihn die meisten katholischen Kantone der Schweiz 1584 ein, das Wallis jedoch erst 1655. Dort folgte damals auf den 28. Februar der 11. März. Die evangelischen Territorien des Deutschen Reichs übernahmen den gregorianischen Kalender erst 1700. Auf den 18. Februar folgte dort unmittelbar der 1. März 1700. Zuvor mussten beispielsweise Verträge zwischen katholischen und protestantischen Fürsten mit beiden Daten versehen werden, etwa als 5./15. Oktober 1582. Um die Jahreswende differierten die Jahreszahlen zwischen den Gebieten des alten und neuen Kalenders. Aus dieser Zeit stammt der Ausdruck »zwischen den Jahren« für die Tage nach Weihnachten. Die reformierten Orte der Schweiz folgten ein Jahr später, allerdings mit drei Ausnahmen: Der protestantische Halbkanton Appenzell Ausserrhoden und die protestantischen Teile von Glarus und Graubünden. Der offizielle Übergang zum neuen Kalender sollte dort bis 1812 dauern; der alte Kalender blieb aber noch länger in der Bevölkerung lebendig. Die Appenzeller Silvesterkläuse werden noch immer am 31. Dezember nach dem julianischen Kalender (13. Januar nach dem gregorianischen Kalender) gefeiert. In England (und auch in den späteren USA) wurde der gregorianische Kalender erst in der Nacht vom 2. September auf den 14. September 1752 eingeführt.
Die orthodoxen Länder Osteuropas behielten den julianischen Kalender noch bis Anfang des 20. Jahrhunderts bei. Da die Jahre 1700, 1800 und 1900 in Russland Schaltjahre gewesen sind, machte die Abweichung vom gregorianischen Kalender dort mittlerweile 13 Tage aus. Die russische Oktoberrevolution 1917 fiel deshalb nach dem gregorianischen Kalender auf den 7. November. An diesem Tag wurde die Revolution denn auch bis zum Ende der Sowjetunion gefeiert, nachdem Russland 1918 die neue Kalenderrechnung eingeführt hatte. Einige orthodoxe Kirchen (z. B. in Russland und Serbien) begehen ihre feststehenden Feste weiterhin nach dem julianischen Kalender. Ihr Weihnachten (25. Dezember) fällt darum derzeit auf den 7. Januar (greg.). Andere orthodoxe Kirchen (z. B. in Griechenland und Bulgarien) verwenden hierfür den so genannten neo-julianischen Kalender, der bis zum Jahr 2799 dem gregorianischen Kalender entsprechen wird. Alle orthodoxen Kirchen berechnen Ostern und die anderen beweglichen Feste nach dem julianischen Frühlingsanfang sowie nach dem metonischen Vollmond; das Fest fällt daher nur gelegentlich mit dem Osterdatum der westlichen Kirchen zusammen; meist ist es eine, vier, oder fünf Wochen später als im Westen.
Als bisher letzter Staat übernahm 1927 die Türkei den gregorianischen Kalender; dort hatte bis dahin der islamische Kalender gegolten. Die nicht zeitgleiche Einführung des gregorianischen Kalenders in den verschiedenen Ländern sorgte für Verwirrung, aber auch für interessante Paradoxa: So sind sowohl William Shakespeare als auch Miguel de Cervantes am 23. April 1616 gestorben, obwohl Shakespeare Cervantes um 11 Tage überlebt hat. Auch die Feiern des Geburtstags von George Washington wurden verschiedentlich am 11. und am 22. Februar ausgerichtet, bis zu einer bundesgesetzlichen Feiertagsregelung.
Charakteristika
Die Regeln des gregorianischen Kalenders führen zu einer durchschnittlichen Länge des Kalenderjahres von 365,2425 Tagen.
Das sogenannte tropische Jahr – der zwischen zwei aufeinanderfolgenden Primar-Äquinoktien (Frühlings-Tag-Nachtgleichen) liegende Zeitraum – ist gegenwärtig im Mittel 365,24219879 mittlere Sonnentage lang. Danach ist also auch der gregorianische Kalender im Verhältnis zur astronomischen Wirklichkeit etwas zu lang, nämlich 0,000301 Tage (= 26 Sekunden) pro Jahr. Das bedeutet, dass nach rund 3320 Jahren das Primar-Äquinoktium wieder einen ganzen Tag früher eintreten würde. Sofern bis dahin die christliche Jahreszählung beibehalten wird, würde es sich anbieten, in allen durch 3200 teilbaren Jahren den Schalttag wiederum entfallen zu lassen, wenn auch zu jener Zeit noch die Bindung des Primar-Äquinoktiums an den 21. März gewünscht wird.
Der gregorianische Kalender hat eine Periode von 400 Jahren: Nach dieser Zeit wiederholen sich nicht nur der Ablauf der Schalttage und damit die Tages- und Monatszählung, sondern auch die zugehörigen Wochentage. 400 Jahre enthalten nämlich 400×365 + 97 Tage, also 146097 Tage; das sind genau 20871 Wochen; es geht also nach 400 Jahren mit demselben Wochentag weiter. Infolge dieser Periodizität kann ein bestimmtes Datum (Tag und Monat oder nur Tag) nicht gleich häufig auf alle Wochentage fallen. Ausgerechnet der 13. eines beliebigen Monats fällt öfter (nämlich 688mal in 400 Jahren) auf einen Freitag als auf andere Wochentage (Donnerstag und Samstag: 684mal, Montag und Dienstag: 685mal, Sonntag und Mittwoch: 687mal).
Siehe auch
- Julianischer Kalender, Osterdatum
- Umrechnung zwischen julianischem Datum und gregorianischem Kalender, Wochentagsberechnung
- Zeitrechnung, Kalender, Jüdischer Kalender, Christlicher Kalender, Islamischer Kalender, Chinesischer Kalender, v. u. Z., v. d. Z., v. d. Chr., n. d. Chr., v. Chr., n. u. Z., n. d. Z., n. Chr.
Wikipedia-Links zum Themenkomplex Kalender und Zeit
Weblinks
- [http://personal.ecu.edu/MCCARTYR/inter-grav-text.html Papst Gregor XIII: Inter Gravissimas – Die päpstliche Bulle, mit der der gregorianische Kalender verordnet wurde]
- [http://www.fh-friedberg.de/users/boergens/marken/beispiele/kalender.htm Briefmarke: Sondermarke zur Vollendung der ersten Periode des gregorianischen Kalenders]
- [http://www.kalenderlexikon.de 1. deutsches Online-Kalenderlexikon]
Kategorie:Kalender
als:Gregorianischer Kalender
ja:グレゴリオ暦
ko:그레고리력
ms:Kalendar Gregorian
simple:Gregorian calendar
th:ปฏิทินเกรกอเรียน
Mongolen, Uighurisch und Zhuang]]
Mit dem Begriff Mongolen werden im engeren Sinne die eigentlichen Mongolen (Eigenbezeichung: Monggol) verstanden, die man sprachlich grob in Ost- und Westmongolen gliedern kann. Im weiteren Sinne werden darunter auch die mongolischen Völker verstanden, also Völker, die eine mongolische Sprache sprechen. Diese haben in der Regel andere Eigenbezeichnungen.
Namensherkunft
Der Name "Monggol" stammt aus den tungusischen Sprachen und bedeutete ursprünglich "die Unbesiegbaren". Einst auf einen kleinen unbedeutenden Volksstamm am mittleren Onon angewandt, wurde der Name unter Dschingis Khan im 13. Jahrhundert zur übergreifenden Volksbezeichnung.
Heutige mongolische Ethnien
In den verschiedenen Staaten, in denen Angehörige mongolischer Völker und Ethnien leben, werden die Trennlinien zwischen "Stamm" und "Volk" sehr unterschiedlich gezogen. In dem Land mit der größten mongolischen Bevölkerung, der Volksrepublik China, werden alle Mongolen als ein Volk betrachtet. Tümed-, Chahar, Ordos-, Bargut-, Burjat- und Oirat-Mongolen zählen alle zum einen Volk der Mongolen (蒙古族 Menggu zu). Daneben gibt es noch weitere Völker, die mongolische Sprachen sprechen, und zwar die:
- Daur,
- Tu,
- Dongxiang,
- Bonan und ein Teil der
- Yugur.
Sie zählen aber - wie gesagt - nicht zur Nationalität der Mongolen sondern sind als eigenständige Nationalitäten anerkannt.
Im Staat Mongolei zählen zu den Ostmongolen die:
- Khalkha,
- Uriankhai und die
- Burjaten; zu den Westmongolen zählen die:
- Oiraten, die vor allem im Altai leben.
In Russland gehören die
- Burjaten in Burjatien zu den Ostmongolen; zu den Westmongolen zählen die
- Oiraten im russischen Altai und die
- Kalmücken am Nordufer des Kaspischen Meeres.
Verstreut lebende mongolische Völker sind z.B. die Moghol, Hazara und Aimak in Afghanistan und Pakistan.
Mongolen in China
Beim Zensus im Jahre 2000 wurden in China 5.813.947 Mongolen (im Sinne der obigen Definition) gezählt. Die Mongolen Chinas verteilen sich wie folgt auf die Autonomen Gebiete und Provinzen:
- 68,72%: Autonomes Gebiet Innere Mongolei,
- 11,52%: Provinz Liaoning,
- 2,96%: Provinz Jilin,
- 2,92%: Provinz Hebei,
- 2,58%: Uigurisches Autonomes Gebiet Xinjiang,
- 2,43%: Provinz Heilongjiang,
- 1,48%: Provinz Qinghai,
- 1,41%: Provinz Henan,
- 5,98%: Rest Chinas.
Neben dem Autonomen Gebiet Innere Mongolei auf Provinzebene, gibt es in China noch weitere mongolische autonome Verwaltungsgliederungen. Diese sind auf Bezirksebene:
- Autonomer Bezirk Haixi der Mongolen und Tibeter,
- Mongolischer Autonomer Bezirk Bayingolin,
- Mongolischer Autonomer Bezirk Bortala.
Auf Kreisebene sind es:
- Autonomer Kreis Weichang der Manju und Mongolen,
- Autonomer Kreis Harqin Linker Flügel der Mongolen,
- Autonomer Kreis Fuxin der Mongolen,
- Autonomer Kreis Vorderer Gorlos der Mongolen,
- Autonomer Kreis Dorbod der Mongolen,
- Autonomer Kreis Subei der Mongolen,
- Autonomer Kreis He'nan der Mongolen,
- Mongolischer Autonomer Kreis Hoboksar.
Weblinks
- Ethnische Minderheiten in Xinjiang - [http://german.china.org.cn/german/187351.htm Die mongolische Nationalität] (chinesische Regierungsseite auf Deutsch)
- [http://www.china.org.cn/e-groups/shaoshu/shao-2-mongolian.htm The Mongolian ethnic minority] (chinesische Regierungsseite auf Englisch)
Siehe auch: Geschichte der Mongolen, Geschichte der Mongolei, mongolische Literatur.
Kategorie:Mongolisches Volk
Kategorie:Asiatische Ethnie
Kategorie:Ethnie
Kategorie:Bevölkerung (China)
ja:モンゴル
HulaguHulagu Ilchan, auch Hülägü Ilchan, ein mongolischer Fürst und Feldherr ( - um 1217; † Februar 1265) war ein Enkel des Dschingis Khan. Im Auftrag seines Bruders Möngke Khan (reg. 1251-1259) besetzte er 1256 endgültig Persien, beseitigte die Sekte der Assassinen im Elbrus, eroberte Bagdad und übernahm die Verwaltung. Hulagu begründete in Iran und Irak das Reich der Ilchane, das bis 1353 Bestand hatte.
Die Eroberung Bagdads Januar 1258 -eines der wichtigsten Daten der Weltgeschichte- bedeutete das Ende des im Jahr 750 begründeten und einst so mächtigen Abbasiden-Kalifats. Danach besetzte er auch Syrien, zog aber wegen der unklaren Nachfolgefrage in der Mongolei seine Truppen wieder aus Syrien zurück. Der Feldzug endete deswegen mit einer entscheidenden Niederlage General Kitbogas gegen die Mamluken 1260 am Goliathsquell, nördlich von Jerusalem.
In den folgenden Jahren mußte sich Hulagu mit seinem Vetter Berke, dem Khan der Goldenen Horde auseinandersetzen, mit dem es mehrere Streitpunkte (Thronfolge Kubilais in Mongolei, Islam, Handel und Kriegsbeute, Kaukasusgrenze) gab.
Der Khan regierte selbständig, auch wenn er und seine Nachfolger eng mit dem Großkhan verbündet blieben bzw. in dessen Namen regierten. 1263 berief Hulagu eine Versammlung ein, in der er eigene Verwaltungsbeamte (Finanzminister Sams ed Din Gowaini, Astronom Nasir al-Din Tusi u.a.) einsetzte.
Hulagu verstarb am 8. Februar 1265 in Maragha (bei Täbriz), wurde auf einer Felseninsel im Urmia-See begraben. Sein Nachfolger wurde sein Sohn Abaqa, dann dessen Bruder Tagudar Ahmed (vgl. Ilchane).
Kategorie:Mann
Kategorie:Mongole
Kategorie:Khan
Kategorie:Militärperson (Mongolisches Reich)
Kategorie:Geboren 1217
Kategorie:Gestorben 1265
ja:フレグ
Bagdad
Bagdad (persisch für Geschenk Gottes, arabisch بغداد Baghdād; manchmal auch Baghdad geschrieben) ist die Hauptstadt des Irak und mit 5.672.516 Einwohnern (Stand 1. Januar 2005) eine der größten Städte im Nahen Osten.
Geographie
Nahen Osten
Bagdad liegt etwa in der Landesmitte des Irak. Die Stadt erstreckt sich am Mittellauf des Tigris, der bis Bagdad schiffbar ist. Die Ortsmitte befindet sich 34 m über NN auf den geographischen Koordinaten . In Bagdad laufen auch einige durch den fruchtbaren Halbmond führenden Handelrouten zusammen.
Geschichte
Bagdad (persisch=Gottgegeben-im Sinne von: Gottesgeschenk-) wurde im Jahr 762 von dem abbasidischen Kalifen Al-Mansur als neue Hauptstadt des islamischen Reichs gegründet (Name: Madīnat as-Salām مدينة السلام). Sie entstand nur wenige Kilometer östlich der alten Hauptstadt des Sassanidenreiches, Ktesiphon. Innerhalb von vier Jahren entstanden der Kalifenpalast (Bāb al-dhahab oder al-Kubbat al-Kadra) und die Hauptmoschee am westlichen Tigrisufer.
Aufgrund der günstig gewählten Lage am Knotenpunkt zahlreicher Handelsstraßen und der fruchtbaren Anbaugebiete in ihrer Nähe zum Tigris (Didschla) florierte die neugegründete Stadt schnell. Als al-Mansurs Sohn al-Mahdi den Thron bestieg, hatte Bagdad bereits eine Fläche von 15 Quadratkilometern. Wie ein arabischer Historiker berichtet, besaß Bagdad zur Zeit des Kalifen Al-Ma'mun 65.000 öffentliche Bäder. Es war Zentrum der Wissenschaften und Künste, kurzum, es war die Glanzzeit Bagdads.
Zwischenzeitlich verlegte der Kalif al-Mu'tasim, um seine Armee von der Bevölkerung fernzuhalten, die Hauptstadt nach Samarra (808-819 und 836-892), doch auch als das Kalifat an Macht verloren hatte und zuerst die Buyiden-Dynastie (945-1055) und später die Seldschuken (1055-1135) das islamische Reich beherrschten, blieb sie eine der wichtigsten Städte der islamischen Welt, bis sie 1258 von den Mongolen unter Hulagu erobert wurde, die am 10. Februar 1258 den letzten Kalifen Al-Mu'tasim töteten und nach Augenzeugenberichten unvorstellbare Gräueltaten anrichteten, Quellen berichten von einer Pyramide aus Totenschädeln. Viel gewichtiger war aber die im Gefolge der Eroberung Bagdads und des Zweistromlandes sowohl von den verteidigenden Mamlucken als auch den Mongolen begangene Zerstörung der hochkomplexen Bewässerungssysteme des Landes, die durch die Vertreibung der lokalen Bevölkerung(und dem damit verbunden Verlust des Wissens über den Betrieb und die Instandhaltung des Bewässerungssystems) noch verstärkt wurde. Die Desertifikation Mesopotamiens setzte ein, und Bagdad, zuvor zumindest zweitgrößte Stadt der Welt, versank zusammen mit dem Rest Mesopotamiens in der Bedeutungslosigkeit. Bis heute hat sich der Irak von der Zerstörung der Bewässerungssysteme nicht erholt.
Seit dem 16. Jahrhundert stritten sich die Herrscher Persiens und der Türkei mehrfach um die Stadt.
Im Jahre 1652 zählte Bagdad nur noch ungefähr 15.000 Einwohner.
Bagdad blieb unter osmanischer Herrschaft, und wurde die Hauptstadt der Provinz Bagdad, einer der 3 Provinzen aus dem der spätere Irak entstand.
Bis 1921 unter britischer Kontrolle das Königreich Irak errichtet wurde; 1932 folgte die formelle und 1946 die vollständige Unabhängigkeit. Die Einwohnerzahl der Stadt stieg von schätzungsweise 145.000 (1900) auf 580.000 (1950), vor allem durch Zuwanderer aus dem schiitischen Süden, die, angekommen in der Hauptstadt, unter massiver Wohnungsnot litten. Erst unter der Herrschaft General Quassems wurde durch den Bau der damals geradezu vorbildlichen Sattelitenstadt "Madinat al-Thaura"("Stadt der Revolution"), später Saddam City, dann Sadr-City, etwas Abhilfe verschafft.
Vor allem während des Wirtschaftsbooms der 70er Jahre stieg die Bevölkerungszahl weiter rasant an. Den Löwenanteil der Zuwanderer stellten schiitische Araber, die in Slums in prekärsten Verhältnissen hausten.
Im Gefolge der Eroberung Bagdads durch die US-amerikanischen Streitkräfte im Dritten Golfkrieg 2003 wurden zahlreiche historisch wertvolle Kulturgüter der Stadt durch Kampfhandlungen oder Plünderungen vernichtet oder beschädigt; insbesondere wurden die Nationalbibliothek mit Tausenden wertvoller alter Manuskripte durch einen Brand völlig zerstört, das Nationalmuseum (von den ansässigen Irakern) geplündert. Die eintreffenden US-Truppen griffen nicht ein.
Der Großteil der Stücke wurde aber relativ schnell wieder ausfindig gemacht und befindet sich wieder im Irak.
Nationalbibliothek
Bevölkerung
Bagdad hat 5.672.516 Einwohner (Stand 1. Januar 2005). Die Amtssprache des Iraks ist arabisch und Kurdisch. Die irakischen Städte und vor allem Bagdad besitzen ein gut ausgebautes Bildungssystem. Die Schulbildung ist gratis, dennoch ist die Analphabetenrate hoch. In Bagdad befinden sich 3 der 6 Universitäten des Landes. Der Gesundheitszustand ist im Irak bis auf die Städte unzureichend.
Die große Mehrheit der Bevölkerung ist arabischer Abstammung, doch es gibt auch eine große kurdische Gemeinde, sowie eine bedeutende Anzahl von Turkmenen und Assyrern. Auch einige Sudanesen bewohnen die Millionenmetropole.
Wirtschaft und Infrastruktur
In Bagdad ist der Großteil der irakischen Industrie angesiedelt. Die wichtigsten Industriezweige Bagdads sind die Textilindustrie, Ölraffination, Holzindustrie, Baustoffindustrie und Nahrungsmittelverarbeitung. Bagdad ist der Schnittpunkt der 3 Haupteisenbahnlinien des Landes(momentan noch nicht wieder in Betrieb) und auch der Highways. Von den vier in Bagdad und Umgebung liegenden Flughäfen ist nur einer zivil, dieser bietet Flüge nach Erbil und Amman an. Bis auf den Stadtkern wirkt das Straßennetz der Stadt Großteils geplant. Nach der Invasion der US Truppen hat sich die Zahl der PKW rasant zugenommen, was die Straßen Bagdads nicht nur überlastet sondern auch äußerst gefährlich macht.
Verstärkt wird dies noch durch das völlige Fehlen des öffentlichen Verkehrs, von der einzigen, um 1870 erbauten Strassenbahnlinie nach Qazzimiyya ist nicht mal mehr die Trasse erkennbar.
Der Fluss Tigris, an dessen Ufern Bagdad liegt, ist auch ein wichtiger Handelsweg für die Stadt. Die Landwirtschaft im Umland produziert hauptsächlich Datteln und Gemüse.
Klima
Die Temperatur in der Gegend um Bagdad schwankt zwischen 33,3 °C im Juli und August und 9,4 °C im Winter. Die Hauptregenzeiten sind im Oktober und im Mai.
Religion
95 % der Bevölkerung sind Muslime. In Bagdad gibt es dementsprechend viele Moscheen. Der Islam ist eine Buchreligion und besitzt viele Parallelen zum Christentum. Es gibt einen Streit zwischen den Konfessionen der Schiiten und der Sunniten um die Nachfolge Mohammeds. Das Rechtssystem ist religiös bestimmt.
Bagdad ist auch der historische Sitz des Patriarchen der Assyrischen Kirche des Ostens.
Söhne und Töchter der Stadt
- Adil Abd al-Mahdi, Schiit und irakischer Politiker, derzeit als Vizepräsident
- Iyad Allawi, irakischer Politiker, früher Ministerpräsident
- Zaha Hadid, irakisch-britische Architektin und Professorin
- Qusai Hussein, zweitältester Sohn von Saddam Hussein
- Ibn Kammuna, Philosoph
- Yaqub ibn Killis, ägyptischer Wesir unter den Fatimiden
- Bassam Salih Kubba, stellvertretender irakischer Außenminister (April bis Juni 2004)
- Abd al-Karim Qasim, irakischer Militär und Politiker und von 1958 bis 1963 Premierminister seines Landes
Sonstiges
Bagdad ist der Schauplatz zahlreicher Geschichten in Tausendundeine Nacht (zum Beispiel Aladin, Ali Baba und die 40 Räuber), Der Dieb von Bagdad
Von 1903 bis 1940 wurde die Bagdadbahn gebaut.
Literatur
- Karin Rührdanz: Das alte Bagdad - Hauptstadt der Kalifen, Leipzig ²1991. ISBN 3-332-00503-0
- Mona Yahia: Durch Bagdad fließt ein dunkler Strom, München 2004. ISBN 3-423-20715-9
- Jacob Lassner: The Caliph’s personal Domain. The City Plan of Baghdad Re-Examined. IN: Hourani/Stern (Hrsg.): The Islamic City. Oxford 1970.
- Jacob Lassner: The Topography of Baghdad in the Early Middle Ages. Text and Studies, Detroit 1970.
- Vincenzo Strika und Jabir Khalil: The islamic Architecture of Baghdad. The Results of a Joint Italian – Iraqi Survey, Napoli 1987.
Weblinks
- [http://www.derjemen.de/pdf/islamstadtha.pdf Gründungsgeschichte Bagdads] (PDF)
- [http://www.hot-maps.de/middle_east/irak/baghdad/homede.html Stadtplan Bagdad]
Kategorie:Ort im Irak
Kategorie:Hauptstadt in Asien
ja:バグダード
ko:바그다드
nb:Bagdad
Al-Musta'simAl-Mustasim () ( - 1212; † 10. Februar 1258) war der siebenunddreißigste Kalif der Abbasiden (1242-1258).
Abu Ahmad Abd Allah ibn al-Mustasim trat die Nachfolge von Kalif al-Mustansir (1226-1242) an. Er war ein unfähiger Herrscher, dessen Desinteresse an der Politik angesichts der mongolischen Bedrohung verheerende Folgen haben sollte.
Die mongolischen Angriffe richteten sich zunächst vor allem gegen die Rum-Seldschuken in Anatolien, doch kam es immer wieder zu Streifzügen der Mongolen in Irak. Neben schweren Überschwemmungen führte die dadurch ausgelöste Landflucht der Bevölkerung zu einer schweren Wirtschaftskrise. Dadurch kam es immer wieder zu Hungersnöten, die wiederum zu Unruhen in den Städten, vor allem in Bagdad führten. Da auch verschiedene Reformversuche die Wirtschaftslage kaum verbesserten, konnten die hohen Kosten für das Heer nicht mehr getragen werden, es wurde von 60000 auf 10000 Mann verkleinert.
Da sich gleichzeitig die Spannungen zwischen den Sunniten und Schiiten erneut verschärften und immer wieder bürgerkriegsähnliche Unruhen ausbrachen, war die Bevölkerung tief gespalten. Auch die hohen Amtsträger al-Mustasims waren vor allem mit der Ausschaltung der jeweiligen Konkurrenten beschäftigt.
In dieser innenpolitischen Lage war an eine wirkungsvolle Verteidigung gegen die Mongolen nicht zu denken. Als diese unter Hülägü 1258 mit dem Angriff auf Bagdad begannen verweigerte al-Mustasim in völliger Verkennung seiner Lage die Unterwerfung, womit der Fortbestand des Kalifats wohl möglich gewesen wäre. So wurde Bagdad im Februar 1258 nach kurzem Kampf von den Mongolen erobert und schwer zerstört.
Kalif al-Mustasim wurde am 10. Februar 1258 hingerichtet, womit die Dynastie der Abbasiden in Bagdad endete. Unter der Herrschaft der Mamelucken sollte zwischen 1261 und 1517 aber noch ein Schattenkalifat der Abbasiden in Kairo existieren.
Kategorie:Mann
Kategorie:Abbasiden
Kategorie:Kalif
Kategorie:Geboren 1212
Kategorie:Gestorben 1258
ja:ムスタアスィム
Siebenjähriger Krieg]
Im Siebenjährigen Krieg (1756-1763) kämpften mit Preußen und Großbritannien auf der einen Seite und Österreich, Frankreich und Russland auf der anderen alle europäischen Großmächte der Zeit; viele mittlere und kleine Staaten waren ebenfalls beteiligt (siehe unten). Der Krieg wurde in Mitteleuropa, Nordamerika, Indien, der Karibik sowie auf den Weltmeeren ausgefochten und war damit in gewissem Sinne eigentlich der erste Weltkrieg.
Vorgeschichte des Krieges
Die in Nordamerika stattfindenden Konflikte, die sowohl vor 1756 begannen als auch nach 1763 noch weitergingen, werden in den USA als French and Indian War bezeichnet, da beide Seiten Indianervölker als Verbündete gewinnen konnten.
In den Schlesischen Kriegen, die Teil des Österreichischen Erbfolgekrieges waren, hatte Preußen unter Friedrich dem Großen Schlesien von Österreich gewonnen. Maria Theresia, Erzherzogin von Österreich, hatte dies innerlich nicht akzeptiert und strebte die Wiedergewinnung Schlesiens und die Beseitigung der preußischen Gefahr an. Im Österreichischen Erbfolgekrieg war Österreich mit Großbritannien, Preußen mit Frankreich verbündet gewesen. Die erfolgreiche Diplomatie des österreichischen Kanzlers Kaunitz erreichte die Verständigung mit dem habsburgischen Erbfeind Frankreich, was Großbritannien auf die Seite Preußens brachte. Dieser Umsturz der Bündnisse war für Österreich deutlich günstiger: Mit Österreich, Frankreich und Russland standen die drei stärksten Landmächte gegen Preußen, die Seemacht Großbritannien unterstützte ihren "Festlanddegen" praktisch nur durch Subsidien.
Der koloniale Konflikt zwischen Großbritannien und Frankreich reichte mindestens bis zum Spanischen Erbfolgekrieg zurück. Konkreten Anlass für den Übergang von kleineren Scharmützeln zum offenen Krieg bildeten einerseits die Einkreisung der britischen Nordamerika-Kolonien durch französische Besitzungen, die von Kanada über das Gebiet der Großen Seen und beiderseits des Mississippi bis New Orleans reichten, andererseits die sich überschneidenden Ansprüche beider Mächte in Indien.
Der Krieg in Europa
In Europa beginnen die Feindseligkeiten als Präventivschlag Preußens gegen Sachsen am 29. August 1756. Obwohl der preußische König Friedrich II. nach der Eroberung Dresdens die Pläne zur Zerschlagung Preußens mit erbeuteten Dokumenten beweisen konnte, wird ihm der Überfall als Angriffskrieg ausgelegt, was 1757 zur Erklärung der Reichsexekution gegen Preußen führte, praktisch eine Kriegserklärung des Reiches. In der Schlacht bei Lobositz wird die zum Einsatz Sachsens eilende österreichische Armee geschlagen, Sachsen wird verwaltungsmäßig Preußen eingegliedert.
Friedrich marschiert im Frühjahr in Böhmen ein, nach der Schlacht von Prag wird die Stadt belagert. Nach der Niederlage bei Kolín,welche Preußen durch Ferdinand von Daun beigefügt wurde, muss die Belagerung aber aufgegeben werden. Hannover, in Personalunion mit Großbritannien verbunden, verfügt nur über eine schwache Verteidigung und kann daher zügig von den Franzosen besetzt werden. In Ostpreußen siegen die Russen bei Großjägersdorf. Bei Roßbach und Leuthen kann Friedrich durch zwei Siege Entlastung finden.
Von Schlesien aus marschiert Friedrich in Mähren ein, kann aber keinen entscheidenden Sieg erringen (Sieg bei Zorndorf, Niederlage bei Hochkirch). Herzog Ferdinand von Braunschweig kann die Franzosen bei Rheinberg und Krefeld schlagen (Wevelinghoven).
Nach dem Sieg von Minden des Herzogs von Braunschweig über die Franzosen ziehen sich diese aus dem europäischen Krieg weitgehend zurück. Friedrich erleidet, durch übereifriges Handeln gegen die vereinigten österreichischen und russischen Verbände, allerdings bei Kunersdorf eine schwere Niederlage. In dieser Schlacht am 12. August 1759 wird er vom Rittmeister und Schwadronskommandeur Joachim Bernhard von Prittwitz gerade noch vor der Gefangennahme gerettet. Die Russen, Österreicher und Franzosen nutzten jedoch wegen wachsender Widersprüche innerhalb des Bündnisses nicht die Gunst der Stunde, um nach Berlin vorzurücken.
Am 20. November findet das Gefecht von Maxen statt. Der preußische General Friedrich August von Finck kapituliert am 21. November und wird mit rund 14.000 Mann gefangen genommen.
Schwedische Truppen im preußischen Teil Pommerns (ein Teil Vorpommerns war seit dem Dreißigjährigen Krieg schwedisch), russische Truppen besetzen Berlin, Glatz in Schlesien von Österreichern erobert, preußische Niederlage in Landshut – nur das Feldherrengenie von Friedrich, der in Liegnitz und Torgau gegen die materielle Überlegenheit der Gegner triumphiert, retten den preußischen Staat noch einmal.
Das Ende der Kämpfe in Nordamerika lässt Preußen als Alliierten für Großbritannien unwichtig werden, die Subsidien werden eingestellt. Preußen ist damit praktisch allein gegen drei Großmächte.
Das "Mirakel des Hauses Brandenburg" bringt Friedrich die benötigte Entlastung: Die Zarin Elisabeth stirbt am 5. Januar, ihr Neffe Peter III. schließt einen Sonderfrieden mit Preußen. Bei Freiberg kommt es, mit einem Sieg Preußens, zur letzten großen Schlacht zwischen Österreich und Preußen.
Der Krieg in den Kolonien
Unter Robert Clive erobern die Briten die französischen Besitzungen in Indien (1757 Sieg von Plassey). In Nordamerika beginnen die Feindseligkeiten bereits 1754 (siehe Franzosen- und Indianerkrieg). Nach anfänglichen Rückschlägen (französischer Sieg in der Schlacht am Monongahela 1755) erobern die Briten erst das Ohiogebiet, stoßen dann zu den Großen Seen vor und starten schließlich die Invasion Kanadas. Durch die Vernichtung der französischen Flotte in zwei Seeschlachten wird Québec von Europa abgeschnitten, die Briten erobern 1759 Québec und 1760 Montréal.
Die Friedensverträge von 1763
Großbritannien und Portugal schließen am 10. Februar den Frieden von Paris mit Frankreich und Spanien.
Am 15. Februar wird auf der Hubertusburg im Frieden von Hubertusburg zwischen Preußen und seinen Gegnern Frieden geschlossen. Der status quo ante wird wiederhergestellt.
Folgen
status quo ante
Preußen ist als fünfte Großmacht im europäischen Mächtekonzert etabliert. Der mit den Schlesischen Kriegen begonnene Gegensatz zu Österreich bleibt, von der Phase der gemeinsamen Gegnerschaft zu Napoleon I. abgesehen, bis zum Krieg von 1866 für die deutsche Politik grundlegend ('Deutscher Dualismus'). Frankreich misslingt der Erwerb der Österreichischen Niederlande (heute Belgien), die als Kompensation für die Hilfe bei der Wiedergewinnung Schlesiens durch Österreich zugesagt war.
Frankreich, das durch völlig unterschiedliche Kriegsschauplätze seine Ziele verfehlt, verliert einen großen Teil seines Kolonialreich, brennt auf Revanche an Großbritannien und gerät in immer tiefere Staatsverschuldung. Ersteres führt zu der französischen Unterstützung der rebellierenden Kolonien im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg, der mit der Staatsverschuldung zu den wichtigsten Ursachen der Französischen Revolution wird.
Großbritannien nimmt nun eine dominierende Rolle in Europa und der Welt ein. Der Sieg in Nordamerika wird zur Ursache des Konflikts mit den Siedlern in den älteren Kolonien. Zum Schutz der im Krieg mit Großbritannien verbündeten Indianer werden die neu erworbenen Gebiete zwischen Allegheny und Mississippi (Kentucky) nicht zur Besiedlung freigegeben, außerdem soll die Kolonialbevölkerung durch verschiedene Steuern an den Kosten des Krieges beteiligt werden. Beides führt zu Konflikten. Die Miliztruppen der Kolonisten konnten Kampferfahrung sammeln, die sie eineinhalb Jahrzehnte später im Unabhänigkeitskrieg gegen das Mutterland Großbritannien erfolgreich einsetzen würden.
Beteiligte Staaten
Preußen und Verbündete
Großbritannien,
Preußen,
Hannover (Personalunion mit Großbritannien),
Hessen-Kassel,
Braunschweig,
Sachsen-Gotha (einer der thüringischen Kleinstaaten) und
Portugal
Österreich und Verbündete
Frankreich,
Russland bis 1762,
Österreich,
Schweden 1757 bis 1762, Frieden von Hamburg,
Spanien ab 1761,
Sachsen,
Bayern,
das Heilige Römische Reich und die meisten deutschen Staaten
Wichtige Neutrale
Polen (trotz Personalunion mit Sachsen),
Niederlande,
Dänemark und
die Eidgenossenschaft (Schweiz)
Wichtige Schlachten
Wichtiger als die Schlachten waren teilweise die sehr strapaziösen Märsche. Besonders Friedrich trieb seine Truppen immer wieder von einem Ende seines Reiches zum anderen, um den zahlenmäßigen Nachteil zumindest teilweise durch Beweglichkeit auszugleichen. Die Verluste bei diesen Märschen waren oft sehr hoch, vor allem auch, da viele der zwangsverpflichteten Söldner lieber desertierten als ihr Leben zu riskieren. Trotzdem hier eine (noch unvollständige) Liste der Schlachten.
- 1756
- 30.August : Die Belagerung bei Pirna
- 1. Oktober: Schlacht bei Lobositz
- 1757
- 6. Mai: Schlacht von Prag
- 18. Juni: Schlacht von Kolín
- 26. Juli: Schlacht bei Hastenbeck
- 30. August: Schlacht bei Groß-Jägerndorf
- 7. September: Schlacht von Moys
- 5. November: Schlacht von Roßbach
- 22. November: Schlacht von Breslau
- 5. Dezember: Schlacht von Leuthen
- 1758
- 23. Juni: Schlacht bei Krefeld
- 25. August: Schlacht bei Zorndorf
- 14. Oktober: Schlacht von Hochkirch
- 1759
- 13. April: Schlacht bei Bergen
- 23. Juli: Schlacht bei Kay
- 1. August: Schlacht bei Minden
- 12. August: Schlacht bei Kunersdorf
- 13. September: Schlacht auf der Abraham-Ebene
- 25. September: Schlacht von Hoyerswerda
- 21. November: Schlacht von Maxen
- 4. Dezember: Schlacht von Meißen
- 1760
- 23. Juni: Schlacht bei Landshut
- 1. August: Schlacht von Warburg
- 15. August: Schlacht bei Liegnitz
- 3. November: Schlacht bei Torgau
- 1761
- 15. Juli-16. Juli: Schlacht bei Vellinghausen
- 1762
- 21. Juli: Schlacht bei Burkersdorf
- 23. Juli: Zweite Schlacht von Lutterberg
- 29. Oktober: Schlacht bei Freiberg
Verfilmung
Stanley Kubricks preisgekrönter Film Barry Lyndon (1975) spielt in den Wirren des Siebenjährigen Krieges. Er beleuchtet die gesellschaftliche Struktur Englands während der Zeit der Mobilmachung und den Krieg, gemeinsam mit den verbündeten Preussen, auf dem Kontinent.
Siehe auch: Liste von Kriegen, Liste von Schlachten, Geschichte Prags, Zu den Auswirkungen des Kriegs auf Kottenheim
Weblinks
- [http://www.preussenweb.de/kriegc.htm Der siebenjährige Krieg]
Kategorie:Krieg
!
Kategorie:1750er
Kategorie:1760er
Kategorie:Deutsche Geschichte (Heiliges Römisches Reich)
ja:七年戦争
1823
- Französische Invasion in Spanien
- 18. Januar: Chile. Sturz von Diktator Bernardo O’Higgins
- 10. Februar: Erster Rosenmontagszug in Köln
- 23. Februar: englischer Seefahrer James Weddell dringt als erster während einer Antarktisexpedition bis auf 74°15' Süd vor
- 2. Dezember: US-Präsident James Monroe verkündet in einer Rede im Kongress die Monroe-Doktrin
Kultur
- 3. Februar: Uraufführung der Oper Semiramide (Semiramis) von Gioacchino Rossini am Teatro La Fenice in Venedig
- 15. Februar: Uraufführung der Oper Cordelia von Conradin Kreutzer am Theater am Kärntnertor in Wien
- 11. April: Uraufführung der Oper Sulmona von Peter Joseph von Lindpaintner in Stuttgart
- 1. Dezember: Uraufführung der Oper Libussa von Conradin Kreutzer in Berlin
- Geronimo, indianischer Häuptling († 1909)
- 1. Januar: Sándor Petöfi, der Nationaldichter Ungarns († 1849)
- 3. Januar: Jacques-Nicolas Lemmens, belgischer Organist und Komponist († 1881)
- 8. Januar: Alfred Russel Wallace, britischer Zoologe († 1913)
- 9. Januar: Friedrich von Esmarch, deutscher Arzt († 1908)
- 18. Januar: Victor Ruffy, Schweizer Politiker († 1869)
- 20. Januar: Moritz Eisler, deutscher Philosoph († 1902)
- 27. Januar: Edouard Lalo, französischer Komponist († 1892)
- 1. Februar: Edme Charles Philippe Lepère, französischer Staatsmann († 1885)
- 5. Februar: August Wilhelm Dickhoff, lutherischer Theologe an der Universität Göttingen
- 7. Februar: Richard Genée, österreichischer Librettist, Bühnenautor und Komponist († 1895)
- 21. Februar: Carl Ferdinand Otto Ludwig Udo III. von Alvensleben, Rittergutsbesitzer († 1910)
- 21. Februar: Eduard Oscar Schmidt, deutscher Zoologe († 1886)
- 21. Februar: Julius Jolly, Staatsminister in Baden († 1891)
- 23. Februar: Adolph Kullak, deutscher Pianist und Musikschriftsteller († 1862)
- 27. Februar: Ernest Renan, französischer Schriftsteller, Historiker, Archäologe und Orientalist († 1892)
- 28. Februar: Friedrich Franz II., Großherzog von Mecklenburg-Schwerin († 1883)
- 3. März: Gyula Andrássy, Politiker in Österreich-Ungarn († 1890)
- 6. März: Karl I., König von Württemberg († 1891)
- 4. April: Carl Wilhelm Siemens (Sir William Siemens), deutscher Industrieller († 1883)
- 13. April: Oskar Schlömilch, deutscher Mathematiker († 1901)
- 23. April: Abdülmecid I., Sultan des Osmanischen Reiches († 1861)
- 25. April: Christian Friedrich August Dillmann, deutscher Orientalist und Theologe († 1894)
- 29. April: Daniel Harrwitz, deutscher Schachmeister († 1884)
- 6. Mai: Wilhelm Heinrich Riehl, deutscher Schriftsteller und Kulturhistoriker († 1897)
- 12. Mai: John Russel Hind, britischer Astronom († 1895)
- 23. Mai: Friedrich Strampfer, österreichischer Schauspieler und Theaterdirektor († 1890)
- 24. Mai: Johann Kravogl, Büchsenmacher und Mechaniker († 1889)
- 21. Juni: Jean Chacornac, französischer Astronom († 1873)
- 23. Juni: Selmar Bagge, deutscher Komponist († 1896)
- 15. Juli: Alexander von Hessen-Darmstadt, Begründer des neuzeitlichen Hauses Battenberg († 1888)
- 22. Juli: Ludwig Bamberger, deutscher Bankier und Politiker († 1899)
- 2. August: Edward Freeman, britischer Historiker († 1892)
- 8. August: Carl Wallau, Oberbürgermeister von Mainz († 1877)
- 5. September: Willibald Beyschlag, deutscher evangelischer Theologe und Professor († 1900)
- 27. September: Karl Gaertner, Ingenieur, Unternehmer und Politiker († 1886)
- 28. September: Alexandre Cabanel, französischer Maler († 1889)
- 30. September: Rudolf von Gottschall, deutscher Schriftsteller und Literaturkritiker
- 8. November: Joseph Monier, erfand den Stahlbeton († 1906)
- 20. November: Bethel Henry Strousberg, deutscher Unternehmer der Gründerzeit († 1884)
- 1. Dezember: Karl Schenk, schweizerischer Politiker († 1895)
- 6. Dezember: Friedrich Max Müller, deutscher Sprachforscher († 1900)
- 7. Dezember: Leopold Kronecker, deutscher Mathematiker († 1891)
- 10. Dezember: Theodor Kirchner, deutscher Komponist, Dirigent, Organist und Pianist († 1903)
- 21. Dezember: Jean-Henri Fabre, französischer Entomologe und Autor († 1905)
- 28. Dezember: Thomas Alexander Scott, stellvertretender Kriegsminister im amerikanischen Bürgerkrieg († 1883)
- 13. Januar: Matthias Jorissen, deutscher Pfarrer und Kirchenliederdichter ( - 1739)
- 17. Januar: Zacharias Werner, deutscher Dichter und Dramatiker ( - 1768)
- 26. Januar: Edward Jenner, englischer Arzt und Entdecker der Schutzimpfung ( - 1749)
- 3. Februar: Peter Homburger, rheinischer Pfarrer ( - 1767)
- 16. Februar: Johann Gottfried Schicht, deutscher Komponist, Gewandhauskapellmeister, Thomaskantor ( - 1753)
- 17. Februar: Friedrich Emil Ferdinand Heinrich von Kleist, preußischer General ( - 1762)
- 3. März: François de Beauharnais, Adeliger ( - 1756)
- 4. März: Charles-François Dumouriez, französischer General ( - 1739)
- 7. März: Jacques Charles, Chemiker und Physiker ( - 1746)
- 15. März: John Jervis, britischer Admiral ( - 1735)
- 10. April: Carl Leonhard Reinhold, Wichtigster aus Österreich stammender Vertreter der deutschen Aufklärung. ( - 1757)
- 15. Mai: Antonín František Bečvařovský, tschechischer Komponist ( - 1754)
- 1. Juni: Louis-Nicolas Davout, französischer General, Pair und Marschall von Frankreich ( - 1770)
- 22. Juli: William Bartram, US-amerikanischer Naturforscher ( - 1739)
- 27. Juli: Mathias von Flurl, Begründer der bayerischen Mineralogie und Geologie ( - 1756)
- 2. August: Lazare Nicolas Marguerite Carnot, französischer Politiker und Wissenschaftler ( - 1753)
- 4. August: Caspar Zeller, Unternehmer ( - 1756)
- 20. August: Friedrich Arnold Brockhaus, deutscher Verleger ( - 1772)
- 20. August: Pius VII. (Papst), Papst ( - 1740)
- 11. September: David Ricardo, britischer Nationalökonom ( - 1772)
- 30. Oktober: Edmond Cartwright, britischer Erfinder ( - 1743)
- 3. Dezember: Giovanni Battista Belzoni, italienischer Abenteurer, Gewichtheber ( - 1778)
ko:1823년
Köln
Köln (bis 1919 auch Cöln) ist die viertgrößte Stadt | | |