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11. August

11. August

Der 11. August ist der 223. Tag des Gregorianischen Kalenders (der 224. in Schaltjahren) – somit bleiben 142 Tage bis zum Jahresende.

Ereignisse


- 480 v. Chr. - In der Schlacht bei den Thermopylen zwischen den Persern unter Xerxes I. und Spartanern unter König Leonidas kämpfen die Spartaner bis zum letzten Mann. Zugleich findet vor dem Kap Artemision eine Seeschlacht zwischen der persischen und der griechischen Flotte statt.
- 1675Ludwig XIV. wird an der Konzer Brücke von einem Reichsheer geschlagen.
- 1858 – Der Eigergipfel wird von den Grindelwalder Bergführern Christian Almer und Peter Bohren zusammen mit einem irischen Gast zum ersten Mal bestiegen.irischen
- 1904 – In der Schlacht am Waterberg in Deutsch-Südwestafrika werden ca. 30000 aufständische Herero und Nama getötet.
- 1919 – Die Verfassung der Weimarer Republik wird unterzeichnet.
- 1934 - Die ersten Gefangenen werden auf die Gefängnisinsel Alcatraz in der Bucht von San Francisco gebracht.
- 1938 – Nachdem sowjetische Truppen die japanischen Linien durchbrechen konnten, wird die Schlacht am Khasan-See mit einem Waffenstilstand beendet.
- 1942 – In der Kesselschlacht bei Kalatsch im Großen Don-Bogen nehmen deutschen Truppen 57.000 Rotarmisten der 1. Sowjetischen Panzerarmee und der 62. Sowjetarmee gefangen.
- 1952 – Prinz Hussein II. löst seinen Vater Talal als König von Jordanien ab.
- 1960 – Der Tschad erklärt seine Unabhängigkeit von Frankreich.
- 1965 - Im Stadtteil Watts von Los Angeles beginnen Unruhen, die sechs Tage dauern und 34 Menschen das Leben kosten.
- 1989 – Der DDR-Schriftsteller Stefan Heym äußert sich im ARD-Fernsehen besorgt zur Fluchtwelle, die "drohe, die ganze DDR zu vernichten"
- 1993 – Zwischen Paraguay und Deutschland wird ein Vertrag über die Förderung und den gegenseitigen Schutz von Kapitalanlagen geschlossen.
- 1999 – Totale Sonnenfinsternis in Zentraleuropa.
- 2003Liberias Präsident Charles Taylor geht ins Exil nach Nigeria.

Wirtschaft

Wissenschaft, Technik

Kultur


- 1957 – Uraufführung der Oper Die Harmonie der Welt von Paul Hindemith am Staatstheater in München.

Religion


- 1264 - Papst Urban IV ordnet das Fronleichnamsfest als Fest für die gesamte Kirche an.
- 1492 – Der Erzbischof von Valencia und vatikanische Kanzler Rodrigo Lanzol de Borgia wird im Vatikan nach fünftägiger Wahldauer zum Papst gewählt und wird als Alexander VI Nachfolger von Innozenz VIII.

Katastrophen


- 1955Edelweiler, Deutschland. Nach einer Kollision in der Luft zweier Düsenjäger der U.S. Air Force sterben 66 Menschen, meist Zivilisten.
- 1957Québec, Kanada: Eine DC-4 der Canadian Maritime Central Airways stürzt ab, wobei 79 Menschen sterben.
- 1987 – Beim zweiten Flugzeugabsturz in der Geschichte Münchens stürzt eine Sportmaschine in ein Fast-Food-Restaurant. Dabei sterben neun Menschen, 15 werden verletzt.

Sport


- Einträge im Bereich Formel 1 siehe Formel 1.
- Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden s. u. der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.
- 1984Rainer Klimke gewinnt bei den Olympischen Spielen in Los Angeles bei der Einzelkonkurrenz der Dressurreiter auf seinem Pferd Alarich die Goldmedaille und ist mit fünf Gold- und drei Bronzemedaillen der erfolgreichste deutsche Reiter aller Zeiten.
- 1986 - Ove Joensen ("Ruder-Ove") kommt mit dem Färöboot Diana Victoria in Kopenhagen an, wo er von Tausenden Menschen begeistert empfangen wird, nachdem er die 900 Seemeilen von den Färöern alleine gerudert ist.

Geboren


- 1086Heinrich V., letzter römisch-deutscher König
- 1713Christlieb Ehregott Gellert, deutscher Metallurge
- 1718Jobst Anton von Hinüber, deutscher Jurist, Postmeister und Klosteramtspächter
- 1761Jean-Victor Moreau, französischer General
- 1778Friedrich Ludwig Jahn, deutscher "Turnvater", Pädagoge und Pathologe
- 1807David Rice Atchison, für einen Tag übergangsweise Präsident der USA
- 1810Alfred von Henikstein, österreichischer Feldmarschallleutnant
- 1815Gottfried Kinkel, deutscher Theologe, Schriftsteller und Politiker
- 1816Albert Cambriels, französischer General
- 1824Martin Gropius, deutscher Architekt
- 1836Cato Maximilian Guldberg, norwegischer Mathematiker und Chemiker
- 1837Marie François Sadi Carnot, französischer Politiker, Staatspräsident
- 1854Paul Hoecker, deutscher Maler
- 1858Christiaan Eijkman, niederländischer Hygieniker, Nobelpreisträger für Medizin
- 1860Ludwig Heck, deutscher Zoologe
- 1871Hermann Anders Krüger, deutscher Literaturhistoriker und Schriftsteller
- 1873Hans Goltz, deutscher Kunsthändler und ein Pionier der modernen Kunst
- 1879Frieda von Richthofen, deutsche Schriftstellerin und Übersetzerin
- 1883Ernst Stadler, deutscher Schriftsteller
- 1885Rodolfo Graziani, italienischer Offizier und Politiker
- 1890Heinrich Weitz, Präsident des Deutschen Roten Kreuzes
- 1891De Kessler, niederländischer Fußballspieler
- 1891Edgar Zilsel, österreichischer Philosoph
- 1892Eiji Yoshikawa, japanischer Schriftsteller
- 1892Gerrit Bouwmeester, niederländischer Fußballspieler
- 1897Enid Blyton, englische Schriftstellerin
- 1897Käthe Haack, deutsche Schauspielerin
- 1897Louise Bogan, US-amerikanische Schriftstellerin
- 1898Petur Mohr Dam, färöischer sozialdemokratischer Politiker
- 1902Alfredo Binda, italienischer Radrennfahrer
- 1905Erwin Chargaff, US-amerikanischer Biochemiker und Schriftsteller
- 1905Kurt Gerstein, deutscher SS-Obersturmführer
- 1909Gaston Litaize, französischer Organist und Komponist
- 1911Thanom Kittikachorn, thailändischer General und Politiker
- 1912Eva Ahnert-Rohlfs, deutsche Astronomin
- 1917Inge Aicher-Scholl, deutsche Kulturschaffende und Schriftstellerin
- 1918Karl Heinz Jacoby, Weihbischof von Trier
- 1919Ginette Neveu, französische Violinistin
- 1921Alex Haley, US-amerikanischer Schriftsteller ("Roots")
- 1921Carl Möhner, österreichischer Schauspieler und Maler
- 1922Ron Grainer, australischer Komponist
- 1926Aaron Klug, britischer Molekularbiologe und Nobelpreisträger
- 1926Nini Rosso, italienischer Trompeter
- 1929Lothar Löffler, deutscher Politiker
- 1931Gerhard Weiser, deutscher Politiker
- 1932Fernando Arrabal, spanisch-französischer Schriftsteller und Filmregisseur
- 1933Jerzy Grotowski, polnischer Theaterregisseur
- 1936Rolf Krenzer, deutscher Kinderbuch-, Kinderlieder- und Musicalautor
- 1939 - Attila Bozay, ungarischer Komponist
- 1942Guy Villari, US-amerikanischer Sänger
- 1942Michael Hugg, britischer Musiker
- 1943Michael James Kale, kanadischer Musiker
- 1943Pervez Musharraf, pakistanischer Offizier, Regierungschef, Staatspräsident
- 1944Ian McDiarmid, schottischer Schauspieler
- 1944Klaus Beckmann, deutscher Politiker
- 1944Peter Donath, deutscher Musiker
- 1947Diether Krebs, deutscher Schauspieler und Kabarettist
- 1948Bill Hurd, britischer Musiker
- 1948Jan Palach, tschechischer Student
- 1948Willi Piecyk, deutscher Politiker, Abgeordneter im EUParlament
- 1948Marius Müller-Westernhagen, deutscher Musiker und Schauspieler
- 1949Eric Carmen, US-amerikanischer Musiker, Sänger und Songschreiber
- 1950Steve Wozniak, US-amerikanischer Mitbegründer von Apple Computer
- 1951Róža Domašcyna, sorbische Lyrikerin und Übersetzerin
- 1952Curt Cress, deutscher Musiker
- 1952Tabea Blumenschein, deutsche Schauspielerin und Schriftstellerin
- 1953Hulk Hogan, US-amerikanischer Catcher und Schauspieler
- 1953Wolfgang Hohlbein, deutscher Schriftsteller
- 1954Bryan Bassett, US-amerikanischer Musiker
- 1954Joe Jackson, britischer Musiker
- 1954Tilo Braune, deutscher Politiker
- 1957Hans-Peter Martin, österreichischer Politiker
- 1957Ian Stuart Donaldson, britischer Musiker
- 1957Richie Ramone, US-amerikanischer Schlagzeuger
- 1958Conrad Seidl, österreichischer Redakteur und Buchautor
- 1959Alan Frew, kanadischer Sänger
- 1964Jim Lee, US-amerikanischer Comiczeichner und -verleger
- 1964Uwe Ampler, deutscher Radrennfahrer
- 1966Juan Maria Solare, argentinischer Komponist und Pianist
- 1967Monika Wogrolly, österreichische Philologin, Philosophin und Schriftstellerin
- 1967Wolfgang Fasching, österreichischer Extremsportler
- 1968Charlie Sexton, US-amerikanischer Musiker, Sänger und Songschreiber
- 1968Mabel Wisse Smit, niederländische Ehefrau von Prinz Johan Friso von Oranien-Nassau
- 1969Nicole Hilbig, deutsche Pornodarstellerin
- 1970 - Andy Bell, walisischer Musiker
- 1980Monika Pyrek, polnische Leichtathletin
- 1982Jasmin Schwiers, belgische Schauspielerin

Gestorben

Jasmin Schwiers
- 480 v. Chr. - Leonidas, König von Sparta
- 1253Klara von Assisi, Gründerin des Ordens der Klarissen
- 1464Nikolaus von Kues, deutscher Kardinal und Universalgelehrter
- 1519Johann Tetzel, deutscher Ablassprediger und Gegenspieler Luthers
- 1656Octavio Piccolomini, italienischer General Wallensteins
- 1699Friedrich Rudolf Ludwig von Canitz, deutscher Diplomat und Schriftsteller
- 1729Nicola Francesco Haym, italienischer Musiker, Komponist und Librettist
- 1820Peter Josef Cramer von Clauspruch, Offizial in Köln
- 1820János Lavotta, ungarischer Komponist
- 1835Olof Åhlström, schwedischer Komponist
- 1842Carl Heinrich August von Lindenau, preußischer Generalleutnant
- 1851Lorenz Oken, deutscher Arzt und Naturphilosoph
- 1872Lowell Mason, US-amerikanischer Komponist und Musikpädagoge
- 1890John Henry Newman, englischer Theologe, Schriftsteller, Kardinal
- 1893Heinrich Schmieder, Theologe und Ehrenbürger Wittenbergs
- 1901Francesco Crispi, italienischer Politiker
- 1907Theobald Kerner, deutscher Arzt und Dichter
- 1919Andrew Carnegie, US-amerikanischer Industrieller
- 1924Franz Schwechten, deutscher Architekt
- 1937Stephan Elmas, türkisch-armenischer Komponist und Pianist
- 1937Edith Wharton, US-amerikanische Romanautorin
- 1945Stefan Jaracz, polnischer Schauspieler, Regisseur und Theaterleiter
- 1946Léon Gaumont, französischer Filmproduzent
- 1953Ludwig Strauss, deutscher Schriftsteller und Literaturwissenschaftler
- 1953Tazio Nuvolari, italienischer Rennfahrer
- 1955Robert Williams Wood, US-amerikanischer Experimentalphysiker
- 1956Frieda von Richthofen, deutsche Schriftstellerin und Übersetzerin
- 1956Jackson Pollock, US-amerikanischer Maler
- 1961Hans Nawiasky, Jurist und Staatsrechtler
- 1963Otto Wahle, österreichischer Schwimmer
- 1970Otto Peltzer, deutscher Leichtathlet und Trainer
- 1972Albrecht Aschoff, deutscher Politiker und MdB
- 1972Max Theiler, US-amerikanischer Biologe
- 1973Karl Ziegler, deutscher Chemiker und Nobelpreisträger
- 1974Jan Tschichold, Kalligraf, Typograf, Autor und Lehrer
- 1979Georgi Wassiljewitsch Florowski, orthodoxer Theologe
- 1980Willi Forst, österreichischer Schauspieler
- 1984Percy Mayfield, US-amerikanischer Sänger und Songschreiber
- 1985Karel Berman, tschechischer Opernsänger und Komponist
- 1986Heinz Strehl, deutscher Fußballspieler
- 1987Alexander Ziegler, Schauspieler, Publizist und Schriftsteller
- 1988Alfred Kelbassa, deutscher Fußballspieler
- 1988Anne Ramsey, US-amerikanische Schauspielerin
- 1988Jean-Pierre Ponnelle, französischer Opernregisseur, Bühnen- und Kostümbildner
- 1988Pauline Lafont, französische Filmschauspielerin
- 1990Charles Marquis Warren, US-amerikanischer Drehbuchautor und Regisseur
- 1991Helmut Walcha, deutscher Organist und Cembalist
- 1994Peter Cushing, britischer Schauspieler
- 1995Alonzo Church, US-amerikanischer Mathematiker
- 1996Rafael Kubelik, tschechischer Dirigent und Komponist
- 2000Max Grießer, deutscher Schauspieler
- 2003Armand Borel, US-amerikanischer Mathematiker
- 2003Diana Mosley, Witwe von Oswald Mosley
- 2003Herb Brooks, US-amerikanischer Eishockeytrainer
- 2003John Shearman, britischer Kunsthistoriker
- 2004Wolfgang Mommsen, deutscher Historiker
- 2005Manfred Korfmann, deutscher Archäologe (Troia)
- 2005Alois Lugger, österreichischer Politiker
- 2005Ted Radcliffe, Profi-Baseballspieler

Feier- und Gedenktage


- Klara von Assisi
- Susanne
- Nationalfeiertag im Tschad (zur Feier der Unabhängigkeit von Frankreich 1960)

Siehe auch


- 10. August12. August
- 11. Juli11. September
- Historische JahrestageZeitskala
- Wikipedia:GlaskugelWikipedia:Formatvorlage Tag 0811 ja:8月11日 ko:8월 11일 simple:August 11 th:11 สิงหาคม

Gregorianischer Kalender

Der gregorianische Kalender, benannt nach Papst Gregor XIII., ist der heute in den meisten Teilen der Welt gültige Kalender.

Gregorianische Kalenderreform

Kalender Das erste Konzil von Nizäa bestimmte im Jahre 325, dass das Osterfest immer am ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond nach Frühlings-Anfang (bezogen auf Jerusalem) gefeiert werden sollte. Das astronomische Ereignis des Primar-Äquinoktiums (Frühlings-Tagundnachtgleiche der nördlichen Hälfte unseres Planeten) fand im Konzilsjahr 325 am 21. März statt, und die julianische Schalttagsregelung wurde damals noch nicht als verbesserungsbedürftig erkannt. Der damals gültige julianische Kalender ging von einem mittleren Sonnenjahr von 365,25 Tagen aus und glich die Differenz (bezogen auf 365 Tage) von annähernd 6 Stunden alle vier Jahre durch die Einfügung eines Schalttags aus. Gegenüber dem vom tatsächlichen Gang der Himmelsmechanik astronomisch vorgegebenen Sonnenjahr, das im Jahre 2000 auf 365,242190517 Tage bestimmt wurde -also etwa 365 Tage, 5 Stunden, 48 Minuten und 45,25 Sekunden- war das Jahr des julianischen Kalenders also etwas mehr als 11 Minuten zu lang. Bis ins 16. Jahrhundert, zur Zeit Papst Gregors XIII., hatte sich dieser Fehler so ausgewirkt, dass das Primar-Äquinoktium im Jahr 1582 schon am 11. März stattfand. Diese Verschiebung des Kalenders war jedoch schon längere Zeit vorher offenkundig geworden. Seit dem 14. Jahrhundert wurden immer wieder Vorschläge für eine Kalenderreform unterbreitet – u. a. durch Nikolaus von Kues, Regiomontanus und Nikolaus Kopernikus. Diese waren aber stets abgelehnt worden. Gleichwohl bildeten Kopernikus' Werk De Revolutionibus Orbium Coelestium (»Von den Umdrehungen der Himmelskörper«) sowie die prutenischen Tafeln von Erasmus Reinhold die Basis für die schließlich von Papst Gregor XIII. dekretierte Reform. Um die Frühlings-Tagundnachtgleiche wieder mit dem 21. März in Übereinstimmung zu bringen und Ostern wieder am richtigen Tage feiern zu können, folgte der Papst dem Vorschlag des Mediziners und Hobby-Astronomen Aloisius Lilius und bestimmte, dass im Jahre 1582 zehn Tage übersprungen werden sollten. Daher folgte in einigen römisch-katholischen Ländern auf den 4. Oktober gleich der 15. Oktober – die Abfolge der Wochentage blieb dabei jedoch unverändert. Damit fand das Primar-Äquinoktium dort im Folgejahr 1583 wieder am 21. März statt; die Zeitrechnung innerhalb des Christentums war jedoch nicht mehr einheitlich. Damit war die Ausgangslage, wie sie zur Zeit des Konzils bestand, wieder ungefähr hergestellt. Um ein erneutes Abrücken des 21. März vom Zeitpunkt des Primar-Äquinoktiums für alle Zukunft zu vermeiden, legte der neue gregorianische Kalender die Dauer des mittleren Sonnenjahrs auf 365,2425 statt wie bisher auf 365,25 Tage fest. Diese Verkürzung erfolgte dadurch, dass – abweichend von der Schaltregel des julianischen Kalenders – die Jahre keinen Schalttag haben, deren Zahl zwar ohne Rest durch 100, nicht aber durch 400 geteilt werden kann. Weil bis zur ersten Anwendung dieser neuen Ausnahmeregel im Jahre 1700 noch 117 Jahre vergingen, hat sich der Kalender gegenüber dem astronomischen Ereignis des Primar-Äquinoktiums im Durchschnitt wieder um 1 Tag verrückt. Seither pendelt es zwischen dem 19. und 21. März.

Die Schaltregeln


- Nach der grundsätzlich weiterhin gültigen Julianischen Schaltregel weisen Jahre, deren Zahlen durch 4 dividiert natürliche Zahlen ergeben, im Februar einen 29. Tag (“Schalttag“) auf und umfassen dadurch als Schaltjahre 366 Tage.
- Die Gregorianische Schaltregel bestimmt hiervon drei Ausnahmen : Keine Schaltjahre sind diejenigen Säkular-Jahre (Jahre, deren Zahl am Ende zwei Nullen aufweist), deren Zahl durch 400 dividiert keine natürliche Zahl ergibt.(Deshalb waren die Jahre 1700, 1800 und 1900 keine Schaltjahre, und auch die Jahre 2100, 2200 und 2300 werden keine Schaltjahre sein.) oder:
- Ist die Jahreszahl durch 4 teilbar, aber nicht durch 100, dann ist es ein Schaltjahr mit 366 Tagen. Beispiele: 1980, 1972, 1720.
- Ist die Jahreszahl durch 100 teilbar, aber nicht durch 400, dann ist das Jahr ein gewöhnliches Gemeinjahr und hat nur 365 Tage, z. B. in den Jahren 1700, 1800 und 1900 oder ferner 2100.
- Ist die Jahreszahl durch 400 teilbar, ist das Jahr ein Schaltjahr. Die Jahre 1600 und 2000 waren – in Übereinstimmung mit der Julianischen Schaltregel – Schaltjahre zu 366 Tagen.

Einführung des gregorianischen Kalenders in verschiedenen Ländern

Nur wenige Länder wie Spanien oder Portugal übernahmen den gregorianischen Kalender tatsächlich am 4./15. Oktober 1582. Die meisten römisch-katholischen Länder Europas folgten in den nächsten Jahren, während die protestantischen Länder den neuen Kalender, weil vom Papst dekretiert, zunächst ablehnten. Beispielsweise führten ihn die meisten katholischen Kantone der Schweiz 1584 ein, das Wallis jedoch erst 1655. Dort folgte damals auf den 28. Februar der 11. März. Die evangelischen Territorien des Deutschen Reichs übernahmen den gregorianischen Kalender erst 1700. Auf den 18. Februar folgte dort unmittelbar der 1. März 1700. Zuvor mussten beispielsweise Verträge zwischen katholischen und protestantischen Fürsten mit beiden Daten versehen werden, etwa als 5./15. Oktober 1582. Um die Jahreswende differierten die Jahreszahlen zwischen den Gebieten des alten und neuen Kalenders. Aus dieser Zeit stammt der Ausdruck »zwischen den Jahren« für die Tage nach Weihnachten. Die reformierten Orte der Schweiz folgten ein Jahr später, allerdings mit drei Ausnahmen: Der protestantische Halbkanton Appenzell Ausserrhoden und die protestantischen Teile von Glarus und Graubünden. Der offizielle Übergang zum neuen Kalender sollte dort bis 1812 dauern; der alte Kalender blieb aber noch länger in der Bevölkerung lebendig. Die Appenzeller Silvesterkläuse werden noch immer am 31. Dezember nach dem julianischen Kalender (13. Januar nach dem gregorianischen Kalender) gefeiert. In England (und auch in den späteren USA) wurde der gregorianische Kalender erst in der Nacht vom 2. September auf den 14. September 1752 eingeführt. Die orthodoxen Länder Osteuropas behielten den julianischen Kalender noch bis Anfang des 20. Jahrhunderts bei. Da die Jahre 1700, 1800 und 1900 in Russland Schaltjahre gewesen sind, machte die Abweichung vom gregorianischen Kalender dort mittlerweile 13 Tage aus. Die russische Oktoberrevolution 1917 fiel deshalb nach dem gregorianischen Kalender auf den 7. November. An diesem Tag wurde die Revolution denn auch bis zum Ende der Sowjetunion gefeiert, nachdem Russland 1918 die neue Kalenderrechnung eingeführt hatte. Einige orthodoxe Kirchen (z. B. in Russland und Serbien) begehen ihre feststehenden Feste weiterhin nach dem julianischen Kalender. Ihr Weihnachten (25. Dezember) fällt darum derzeit auf den 7. Januar (greg.). Andere orthodoxe Kirchen (z. B. in Griechenland und Bulgarien) verwenden hierfür den so genannten neo-julianischen Kalender, der bis zum Jahr 2799 dem gregorianischen Kalender entsprechen wird. Alle orthodoxen Kirchen berechnen Ostern und die anderen beweglichen Feste nach dem julianischen Frühlingsanfang sowie nach dem metonischen Vollmond; das Fest fällt daher nur gelegentlich mit dem Osterdatum der westlichen Kirchen zusammen; meist ist es eine, vier, oder fünf Wochen später als im Westen. Als bisher letzter Staat übernahm 1927 die Türkei den gregorianischen Kalender; dort hatte bis dahin der islamische Kalender gegolten. Die nicht zeitgleiche Einführung des gregorianischen Kalenders in den verschiedenen Ländern sorgte für Verwirrung, aber auch für interessante Paradoxa: So sind sowohl William Shakespeare als auch Miguel de Cervantes am 23. April 1616 gestorben, obwohl Shakespeare Cervantes um 11 Tage überlebt hat. Auch die Feiern des Geburtstags von George Washington wurden verschiedentlich am 11. und am 22. Februar ausgerichtet, bis zu einer bundesgesetzlichen Feiertagsregelung.

Charakteristika

Die Regeln des gregorianischen Kalenders führen zu einer durchschnittlichen Länge des Kalenderjahres von 365,2425 Tagen. Das sogenannte tropische Jahr – der zwischen zwei aufeinanderfolgenden Primar-Äquinoktien (Frühlings-Tag-Nachtgleichen) liegende Zeitraum – ist gegenwärtig im Mittel 365,24219879 mittlere Sonnentage lang. Danach ist also auch der gregorianische Kalender im Verhältnis zur astronomischen Wirklichkeit etwas zu lang, nämlich 0,000301 Tage (= 26 Sekunden) pro Jahr. Das bedeutet, dass nach rund 3320 Jahren das Primar-Äquinoktium wieder einen ganzen Tag früher eintreten würde. Sofern bis dahin die christliche Jahreszählung beibehalten wird, würde es sich anbieten, in allen durch 3200 teilbaren Jahren den Schalttag wiederum entfallen zu lassen, wenn auch zu jener Zeit noch die Bindung des Primar-Äquinoktiums an den 21. März gewünscht wird. Der gregorianische Kalender hat eine Periode von 400 Jahren: Nach dieser Zeit wiederholen sich nicht nur der Ablauf der Schalttage und damit die Tages- und Monatszählung, sondern auch die zugehörigen Wochentage. 400 Jahre enthalten nämlich 400×365 + 97 Tage, also 146097 Tage; das sind genau 20871 Wochen; es geht also nach 400 Jahren mit demselben Wochentag weiter. Infolge dieser Periodizität kann ein bestimmtes Datum (Tag und Monat oder nur Tag) nicht gleich häufig auf alle Wochentage fallen. Ausgerechnet der 13. eines beliebigen Monats fällt öfter (nämlich 688mal in 400 Jahren) auf einen Freitag als auf andere Wochentage (Donnerstag und Samstag: 684mal, Montag und Dienstag: 685mal, Sonntag und Mittwoch: 687mal).

Siehe auch


- Julianischer Kalender, Osterdatum
- Umrechnung zwischen julianischem Datum und gregorianischem Kalender, Wochentagsberechnung
- Zeitrechnung, Kalender, Jüdischer Kalender, Christlicher Kalender, Islamischer Kalender, Chinesischer Kalender, v. u. Z., v. d. Z., v. d. Chr., n. d. Chr., v. Chr., n. u. Z., n. d. Z., n. Chr.

Wikipedia-Links zum Themenkomplex Kalender und Zeit

Weblinks


- [http://personal.ecu.edu/MCCARTYR/inter-grav-text.html Papst Gregor XIII: Inter Gravissimas – Die päpstliche Bulle, mit der der gregorianische Kalender verordnet wurde]
- [http://www.fh-friedberg.de/users/boergens/marken/beispiele/kalender.htm Briefmarke: Sondermarke zur Vollendung der ersten Periode des gregorianischen Kalenders]
- [http://www.kalenderlexikon.de 1. deutsches Online-Kalenderlexikon] Kategorie:Kalender als:Gregorianischer Kalender ja:グレゴリオ暦 ko:그레고리력 ms:Kalendar Gregorian simple:Gregorian calendar th:ปฏิทินเกรกอเรียน

480 v. Chr.


Zu diesem Jahrhundert v. Chr. existieren auch Wikipedia-Artikel zu den Jahrzehnten:
---- Das 5. Jahrhundert v. Chr. begann am 1. Januar 500 v. Chr. und endete am 31. Dezember 401 v. Chr..

Zeitalter/Epoche

Ereignisse/Entwicklungen


- Anfang des 5. Jahrhunderts v. Chr. - König Alexander I. von Makedonien wird Olympionike bei den Olympischen Spielen.
- 500 v. Chr. - Tarent war eine Monarchie
- 497 v. Chr. - Einsetzung der Saturnalien
- 497 v. Chr. - Sieg der Römer über die Latiner in der Schlacht am See Regillus.
- 494 v. Chr. - In Rom wird das Amt des Volkstribuns eingeführt.
- 494 v. Chr. - Zerstörung Milets durch die Perser
- 493 v. Chr. - Bündnisvertrag zwischen Latinern und Römern.
- 490 v. Chr. - Schlacht bei Marathon: Niederlage Persiens gegen die Griechen
- 483 v. Chr. - Beginn der buddhistischen Zeitrechnung
- 482 v. Chr. - Themistokles betreibt in Athen ein Flottenbauprogramm und den Ausbau eines Krieghafens im Piräus
- 480 v. Chr.
  - Frühjahr: Perserkönig Xerxes I. zieht mit einem Heer von über 100.000 Mann nach Griechenland
  - 11. August: Erste Schlacht bei den Thermopylen, gleichzeitig Seeschlacht von Kap Artemision . Spartanerkönig Leonidas fällt samt seiner 300 Mann starken Leibgarde und ca. 1.000 Thespiern bei der Sicherung des Thermopylenpasses, um den Rückzug des griechischen Bündnisheeres und die Loslösung der griechischen Flotte vom Feind zu sichern
  - danach Plünderung Athens durch die Perser, Zerstörung der Akropolis
  - September: Seeschlacht von Salamis. Der Athener Themistokles lockt die Persische Flotte in einen Hinterhalt im Sund der Insel Salamis. Die griechische Flotte ist mit ihren Ruderschiffen der weit größeren Flotte der Perser, die auf engem Raum nur schwerfällig operieren kann, überlegen
- 479 v. Chr.
  - 27. August - An oder um diesen Tag finden mit der Schlacht von Platää und der annähernd gleichzeitigen Seeschlacht von Mykale die Perserkriege ein Ende. Die Perser werden von den verbündeten griechischen Kleinstaaten geschlagen.
  - Bau der Stadtmauer von Athen gegen den Einspruch der Spartaner
- 477 v. Chr.
  - Die Römer unterliegen im Krieg gegen die Veji
  - Der Stadtstaat Athen gründet den Delisch-Attischen Seebund
- 476 v. Chr. - Der größte griechische Chorlyriker Pindar wird an den Hof des Tyrannen Hieron I. nach Syrakus berufen.
- 474 v. Chr. - Seeschlacht vor Cumae, die Etrusker unterliegen den Griechen und verlieren ihren Einfluß in Suditalien.
- 464 v. Chr. - Schweres Erdbeben in Sparta, über 20.000 Todesopfer.
- 457 v. Chr. - Befehl zum Wiederaufbau Jerusalems durch Artaxerxes
- 449 v. Chr. - Kalliasfriede: Das Perserreich schließt einen Kompromissfrieden mit Athen.
- 446 v. Chr. - Athen und Sparta schließen einen befristeten Frieden auf 30 Jahre.
- 443 v. Chr. - In Rom wird das Amt des Censors eingeführt.
- 442 v. Chr. - Die Antigone von Sophokles wird aufgeführt.
- 431-404 v. Chr. - Peloponnesischer Krieg
- 431-421 v. Chr. - Archidamischer Krieg
- 430 v. Chr. - Pestepidemie in Athen
- 429-427 v. Chr. - Belagerung von Plataeae
- 425 v. Chr. - Ein schweres Erdbeben erschüttert Athen, tausende Todesopfer. Durch die darauf folgende Flutwelle wurde Euböa zur Insel.
- 424-420 v. Chr. - die Samniten bringen Kampanien unter ihre Herrschaft.
- 415-413 v. Chr. "Sizilianische Expedition". Athen unterstützt Segesta gegen Syrakus und Selinus; Belagerung von Syrakus.
- 413 v. Chr. - Die Athenische Flotte wird im Hafen von Syrakus vernichtet.
- 413 v. Chr. - Dekeleischer Krieg
- 411 v. Chr. - Athen führt die Oligarchie ein, diese wird jedoch noch im selben Jahr durch Alkibiades gestürzt. Die Demokratie wird gestärkt, das allgemeine Klagerecht eingeführt.
- 404 v. Chr. - Athen kapituliert vor Sparta; Auflösung des Seebundes.
- Gründung von Phalassarna

Persönlichkeiten

Geboren


- um 500 v. Chr. - Perikles, athenischer Staatsmann († 429 v. Chr.)
- um 497 v. Chr. - Sophokles, griechischer Dramatiker († um 406 v. Chr.)
- 490 v. Chr. - Ion von Chios, vorsokratischer Philosoph und Dramatiker († 421 v. Chr.)
- um 485 v. Chr. - Herodot, griechischer Geschichtsschreiber († um 425 v. Chr.)
- um 480 v. Chr.
  - Antiphon (Redner), griechischer Philosoph (Sophist) († 411 v. Chr.)
  - Euripides, griechischer Dramatiker († 407 v. Chr.)
  - Gorgias, griechischer Philosoph (Sophist) († 380 v. Chr.)
- 469 v. Chr. - Sokrates, griechischer Philosoph († 399 v. Chr.)
- 460 v. Chr.
  - Demokrit, griechischer Philosoph († 371 v. Chr.)
  - Hippokrates, griechischer Arzt († um 375 v. Chr.).
- 455 v. Chr. - Thukydides, griechischer Geschichtsschreiber († um 400 v. Chr.)
- um 450 v. Chr. - Alkibiades, griechischer Feldherr († 404 v. Chr.)
- um 450 v. Chr. - Thrasymachos, griechischer Vorsokratiker (Sophist) aus Chalkedon
- um 448 v. Chr. - Agathon von Athen
- um 445 v. Chr. - Aristophanes, griechischer Satiriker und Komödiendichter († um 385 v. Chr.)
- um 435 v. Chr. - Philoxenos, griechischer Dithyrambendichter († 380 v. Chr.)
- 427 v. Chr. - Platon, griechischer Philosoph († um 347 v. Chr.)
- um 426 v. Chr. - Xenophon, griechischer Schriftsteller und Politiker († 355 v. Chr.)
- 408 v. Chr. - Antiphanes

Gestorben


- 497 v. Chr. - Aristagoras, Tyrann von Milet
- 493 v. Chr. - Histiaios, Tyrann von Milet
- 490 v. Chr. - Pheidippides, griechischer Bote
- 486 v. Chr. - Darius I., persischer König und Neuorganisator des persischen Großreichs
- 483 v. Chr. - Buddha, Religionsstifter des Buddhismus aus Süd-Nepal/Nord-Indien (
- 563 v. Chr.)
- 479 v. Chr. - Konfuzius, chinesischer Philosoph (
- 551 v. Chr.)
- 465 v. Chr. - Xerxes I., persischer König (
- um 519 v. Chr.)
- um 460 v. Chr. - Themistokles, griechischer Feldherr (
- um 525 v. Chr.)
- um 460 v. Chr. - Epicharmos, griechischer Philosoph, Komödienschreiber und Arzt (
- um 540 v. Chr.)
- 456 v. Chr. - Aischylos, griechischer Dichter (
- 525 v. Chr.)
- 429 v. Chr. - Perikles stirbt während des Peloponnesischen Krieg an der Pest (
- um 500 v. Chr.)
- 428 v. Chr. - Anaxagoras, griechischer Philosoph (
- um 500 v. Chr.)
- um 425 v. Chr. - Herodot, griechischer Geschichtsschreiber (
- um 485 v. Chr.)
- 421 v. Chr. - Ion von Chios, vorsokratischer Philosoph und Dramatiker († 490 v. Chr.)
- 411 v. Chr. - Antiphon (Redner), griechischer Philosoph (Sophist) (
- um 480 v. Chr.)
- 407 v. Chr. - Euripides, griechischer Dramatiker (
- um 480 v. Chr.)
- 406 v. Chr. - Sophokles, griechischer Dramatiker (
- um 497 v. Chr.)
- 404 v. Chr. - Alkibiades, griechischer Feldherr (
- um 450 v. Chr.)

Erfindungen und Entdeckungen


- Herodot (
- 485 v. Chr., † 425 v. Chr.) berichtet von der optischen Signalübertragung durch Feuerzeichen bei den Persern.
- Demokrit (
- 460 v. Chr., † 371 v. Chr.) postuliert die Existenz von Atomen als kleinste und unteilbare Teilchen, aus denen alle Materie zusammengesetzt ist.
- Im Peloponnesischen Krieg (431 v. Chr. bis 404 v. Chr.) werden militärische Geheimbotschaften mit Hilfe der Skytale verschlüsselt. 00-05 ja:紀元前5世紀 ko:기원전 5세기

Erste Schlacht bei den Thermopylen

Die Erste Schlacht bei den Thermopylen fand zu Beginn der Perserkriege, am 11. August 480 v. Chr. statt. Die Thermopylen sind ein Engpass im Kallidromosgebirge in Mittelgriechenland, von hohem strategischen Wert, da sie den einzigen Weg von der Küste nach Mittelgriechenland darstellten. Heute ist der Durchgang durch Verlandung mehrere Kilometer breit. Herodot berichtet in seinen Historien (VII,176), dass der Durchgang ein halbes Plethron (ca. 15 m) breit war und an den beiden engsten Stellen (Alpenoi und Anthele) Platz für nur einen Wagen hatte. 480 v. Chr. stand ein persisches Heer von 120.000 Mann (das bis dahin größte Heer der Geschichte) unter König Xerxes I. genau vor diesem Durchgang. Die Athener und Spartaner hatten ein zahlenmäßig weit unterlegenes Heer von etwa 7.000 Mann, zusammen gesetzt aus 300 Spartiaten und thebanischen und böotischen Hilfstruppen. Eine offene Feldschlacht stand nicht zur Diskussion, vielmehr war der Sinn der Positionierung der Truppen der, einen raschen Vormarsch Xerxes' aufzuhalten. Das Kommando über die Truppen hatte einer der beiden spartanischen Könige, Leonidas. Der Großteil der spartanischen Truppen war in der selben Zeit mit heiligen religiösen Feiern beschäftigt. Nach Herodot wichen die Griechen tagelang nicht von ihrer Stellung und fügten den Persern hohe Verluste zu. Erst der Verrat durch einen gewissen Ephialtes erlaubte es den Persern, die griechischen Linien über das Gebirge zu umgehen, und die griechischen Truppen von zwei Seiten niederzukämpfen. Dabei war tragisch, dass Leonidas dieses Manöver vorhergesehen hatte, und einen Teil seiner Truppen mit der Bewachung des Umgehungspasses beauftragt hatte. Als diese die Perser herannahen sahen, zogen sie sich in eine nahe Befestigungsanlage zurück. Darum kümmerten sich die Perser aber nicht weiter, sondern führten ihr Umgehungsmanöver weiter durch. Am Morgen des dritten Tages erreichten erste Spähläufer das Lager Leonidas', und berichteten ihm von der Umgehung. Leonidas war nun klar, dass ein vollkommener Rückzug die Vernichtung durch die persische Reiterei nach sich ziehen würde. Also beschloss er, mit seinen 300 Spartiaten den Engpass bis zum letzten zu verteidigen. Dies war nötig, da er ohne dieses Beispiel von niemandem dieses Opfer hätte verlangen können. Leonidas schlossen sich noch weitere Truppen an, deren Heimatländer direkt hinter dem Pass lagen, und daher unmittelbar der Plünderung der Perser ausgesetzt sein würden. Insgesamt sind wohl um die 1000 Griechen geblieben, um den Rückzug zu decken. Erwartungsgemäß fanden alle den Tod. Diese nicht kriegsentscheidende Niederlage begründete den späteren Ruhm Spartas. Bezeichnend ist hier auch eine überlieferte Geschichte, derzufolge die Perser aus Wut den Leichnam Leonidas entgegen der damaligen persischen Sitten schändeten. Noch überlebende Spartiaten in der immer noch wogenden Schlacht sahen das, und befreiten den Leichnam ihres Königs. Sie bargen ihn in den eigenen Reihen und schützten ihn bis zu ihrem eigenen Tod. Xerxes I. konnte nun ungehindert nach Athen marschieren, das aber von dem umsichtigen Themistokles zwischenzeitlich evakuiert worden war. Mit den siegreichen Schlachten bei Salamis und Plataea konnten die griechischen Staaten ihre Unabhängigkeit gegen das mächtige persische Weltreich erfolgreich verteidigen. Die heutige Geschichtsforschung geht davon aus, dass Ephialtes als historische Persönlichkeit nicht existiert hat. Er diente der zeitgenössischen griechischen Geschichtsschreibung dazu, einen taktischen Fehler von Leonidas zu verschleiern. Dieser hatte den Pass, über den die Perser den Griechen in den Rücken fielen, zwar gekannt, aber nur schwach durch 1000 Mann Hilfstruppen sichern lassen und dadurch die Umfassung der griechischen Kräfte erst möglich gemacht.

Inschrift am Thermopylen-Denkmal

An diesem Ort steht ein als Grab des Leonidas ausgewiesenes Denkmal. Es trägt die Inschrift:
- Altgriechisch: ὦ ξεῖν', ἀγγέλλειν Λακεδαιμονίοις ὅτι τῇδε κείμεθα τοῖς κείνων ῥήμασι πειθόμενοι. (O xein', angellein Lakedaimoniois hoti tede keimetha tois keinon rhemasi peithomenoi.)
- Latein: Dic Hospes Spartae nos te hic vidisse iacentes, dum sanctis patriae legibus obsequimur. (wörtlich: In Sparta, Fremder, verkünde du sahst uns hier liegen; wie wir die Gesetze des heiligen Vaterlandes befolgten.)(Cicero)
- Deutsch: Wanderer kommst du nach Sparta, so verkündige dorten, du habest uns hier liegen gesehen, wie das Gesetz es befahl. (Friedrich Schiller) Siehe auch: Zweite Schlacht bei den Thermopylen Kategorie:Perserkriege Thermopylen 1 Thermopylen 1 Thermopylen 1 Kategorie:5. Jahrhundert v. Chr. ja:テルモピレーの戦い

Xerxes I.

Xerxes I. (
- um 519 v. Chr.; † August 465 v. Chr.) war ein persischer Großkönig. Sein Name (altpersisch: Chschayaŗschā, خشیارشا, []) bedeutet „herrschend über Helden“. Im Alten Testament heißt er Ahasveros.

Feldzüge

Nach dem Tod seines Vaters Dareios I. 486 v. Chr. verwirklichte Xerxes dessen Vorstellungen von einem erneuten Feldzug gegen die Griechen. Nach anfänglichen Erfolgen mit seinem aus vielen Nationen zusammengesetztem Heer bei den Thermopylen gegen den Spartanerkönig Leonidas und der als überlegen geltenden persischen Flotte erlitt er in der Seeschlacht von Salamis gegen die von Themistokles geführte athenische Flotte eine entscheidende Niederlage. Da er – im Gegensatz zu seinen Vorfahren – nie im Kampf ein Schwert führte, beauftragte er mit der Kriegsführung fähige Strategen, die mit genügend Erfahrung ausgestattet waren wie beispielsweise Mardonios, dem er das Landheer beim Zug gegen Griechenland anvertraute, oder seinen Halbbruder und Satrap Achämenes (Hachamanisch), der für ihn 484 v. Chr. einen Aufstand in Ägypten niederschlug. Xerxes, bei den großen Feldzügen anwesend, zog sich nach der Niederlage von Salamis in seine Hauptstadt Susa zurück und verfolgte die Niederlage seines Landheeres bei Platää nur noch aus der Ferne, griff aber selbst nicht mehr ins Geschehen ein.

Bautätigkeit

Stattdessen widmete er sich der Errichtung von Kolossalbauten in Persepolis und Susa. Nicht nur in den verschiedenen Residenzen war kein Bauauftrag zu kostspielig, auch den Landdurchstich am Berg Athos, den Xerxeskanal, als sichere Kriegsvorbereitung 483 bis 480 v. Chr., zeigt seine Leidenschaft für die Bautätigkeit. Dass Xerxes I. ein ausgeprägtes Kunstverständnis besaß, lässt sich daran erkennen, dass er bei der Plünderung von Athen 480 v. Chr. die schönsten Exponate nach Persepolis und Susa überführen und dort aufstellen ließ – insbesondere die Skulpturen der Tyrannenmörder Harmodios und Aristogeiton.

Religion

Zeitgenössische Geschichtsschreiber und Autoren, so zum Beispiel der griechische Dichter Aischylos, führten seine Misserfolge unter anderem auf seine mangelnde Besonnenheit und fehlende religiöse Toleranz zurück, deren Ursache nach heutiger Einschätzung vermutlich die Einflussnahme seiner Mutter Atossa und die Erstarkung der Magier waren. Die Plünderung des Heiligtums der Babylonier, des Marduk-Tempels, während eines Aufstandes 482 v. Chr. zeigt ihn als engstirnigen Anhänger der letzteren Gruppe. Auf seinem Zug nach Griechenland ließ Xerxes I. in Troja halt machen und sich vom Trojanischen Krieg berichten. Daraufhin sollen – im strengen Gegensatz zur Lehre Zarathustras – 1000 Rinderopfer dargebracht worden sein. Eine Anekdote berichtet davon, dass Xerxes I. bei einem fehlgeschlagenen Brückenschlag über die Dardanellen den Fluss mit 300 Peitschenhieben bestrafen ließ.

Erwähnung im Alten Testament

Im Alten Testament wird Xerxes als Ahasveros (Artaxerxes) bezeichnet. Zunächst wird im Buch Ester (Kapitel 1, Vers 1ff) beschrieben wie er drei Jahre nach seiner Thronbesteigung, im Jahre 483 v. Chr., Hof hält, und nach Ablauf der sieben Tage dauernden Festlichkeiten, Königin Waschti verstößt. Die Vermählung des Xerxes I. mit der Jüdin Ester (Kapitel 2, Vers 16) in seinem siebten Regierungsjahr 479 v. Chr. fällt in die Zeit nach den Perserzügen. Weitere Angaben im Buch Ester führen Mordpläne, Intrigen und Einflussnahmen am Hofe an, die mit den Informationen der griechischen Historiker vergleichbar sind. Einen Erlass zum Schutz der Juden, wie er im Buch Ester (Kapitel 8, Vers 7ff.) erwähnt wird, entspricht vermutlich nicht dem historischen Xerxes I., insbesondere seine Anhängerschaft an die Magier, lässt kaum Raum für Toleranz.

Tod

Nach inneren Wirren wurde Xerxes I. von seinem Gardebefehlshaber Artabanos ermordet. Dieser lenkte den Verdacht auf den ältesten Sohn des Xerxes, Dareios, der daraufhin von seinem jüngeren Bruder Artaxerxes I. ermordet wurde, der dann auch als Nachfolger seines Vaters den Thron bestieg. Siehe auch: Perserreich

Weblinks


- [http://www.iran-today.net/content.php?menuID=690603 Artikel zu Xerxes I. bei Iran today] Kategorie:Mann Kategorie:Achämeniden Kategorie:Perserkönig Kategorie:Pharao Kategorie:Biblische Person altes Testament ja:クセルクセス1世

Leonidas

Für den gleichnamigen griechischen Athleten Leonidas siehe Leonidas von Rhodos ---- Leonidas von Rhodos Leonidas von Rhodos

Zur Person

Leonidas I. entstammte dem Königsgeschlecht der Agiaden und regierte zusammen mit Leutychidas vom Hause der Eurypontiden die dorische Polis Lakedaimon (Hauptstadt Sparta) auf der Peloponnes in der Zeit zwischen 490 v. Chr. und 480 v. Chr. Sein Halbbruder Kleomenes I. war einer der energischsten Könige in der spartanischen Geschichte und dehnte den Einflussbereich des Stadtstaates in der Zeit seiner Regentschaft von 520 v. Chr. bis 490 v. Chr. stark aus. Historische Bedeutung erlangte Leonidas hauptsächlich infolge seines (Helden-)Todes in der Schlacht an den Thermopylen im Jahre 480 v. Chr. Abgesehen von den Ereignissen im Jahre 480 v. Chr. liegen kaum historisch verlässliche Quellen zur Person des Leonidas' vor.

Legendenbildung

Die Erzählung von der Heldentat des Leonidas, der bald zur kanonischen Heldengestalt wurde, hat erheblich dazu beigetragen, Spartas Kriegsruhm zu verbreiten und die Hegemonie der Polis, die nie über mehr als 8.000 Vollbürger verfügte, über weite Teile der Peloponnes und auch darüber hinaus in den folgenden hundert Jahren bis zur militärischen Niederlage bei der Schlacht von Leuktra im Jahre 371 v. Chr. gegen Epameinondas von Theben zu behaupten. Nach Beendigung der Perserkriege im Jahre 479 v. Chr. stellte der amphiktyonische Bund (nordgriechische Vereinigung) eine Tafel zur Erinnerung an den letzten Kampf des Leonidas' und seiner 300 Hopliten auf; die Beteiligung der Thebaier und Thespier beim Endkampf geriet schon bald in Vergessenheit: «Freund! Du mögest verkünden die Botschaft den Lakedaimoniern, dass wir hier liegen getreu ihrem heiligen Gebot». (In der Übersetzung von Schiller: «Wanderer, kommst Du nach Sparta, verkündige dorten, Du habest uns hier liegen gesehen, wie das Gesetz es befahl.»). Auch Simonides von Keos verfasste einen Hymnus zu Ehren der Gefallenen, von dem eine Strophe erhalten ist: «Ruhmvoll ist das Geschick der gefallenen Helden der Thermopylen, lieblich ihr Los, ihr Grab ein Altar. Klage wird zum Gedenken, Trauer zur rühmenden Rede. Weder die Zeit, die alles bezwingende, noch der Moder zermürben solches Leichengewand der Edelsten, und es ging Hellas’ herrlicher Name ein in der Stätte geweihten Bezirk. Auch Leonidas, Spartas Herrscher, zeuget dafür: es bleibet gross seien Tat und ewig der Ruhm.»

Literatur


- Ernle Bradford: Leonidas – Held der Thermopylen. Frankfurt am Main, Berlin 1991
- Steven Pressfield: Sparta. Wilhelm Goldmann Verlag, München 2004 ISBN 3-442-45706-8 Kategorie:Griechische Geschichte (Antike) Kategorie:Mann Kategorie:König (Sparta) Kategorie:Militärperson (Sparta) Kategorie:Perserkriege Kategorie:Gestorben 480 v. Chr. ja:レオニダス

Seeschlacht

Unter einer Seeschlacht versteht man den Kampf größerer Flotten gegeneinander. Den Kampf einzelner Kriegsschiffe oder kleinerer Schiffsverbände bezeichnet man als Seegefecht. Einen Sonderfall stellen amphibische Operationen dar, bei denen Seestreitkräfte eine Landung unterstützen, die sich gegen Landstreitkräfte richtet. Große Seeschlachten haben oft zu einer Wende in der Weltgeschichte geführt, wenn eine Großmacht geschlagen wurde und sich eine neue Macht die Vorherrschaft über einen Teil der Welt sichern konnte. Solche bedeutenden Seeschlachten waren meist durch eine neue Technik oder Taktik gekennzeichnet. Taktik

Seeschlachten als historische Wendepunkte

Salamis

In der Schlacht von Salamis (23. September 480 v. Chr.) besiegten die Griechen, hier vornehmlich die Athener, unter der Führung des Themistokles die Perser unter Großkönig Xerxes. Das bedeutete das Ende der persischen Expansion nach Westen und die Rettung der griechischen Kultur als Basis unserer westlichen Zivilisation. Hätten die Perser gesiegt, hätte ihr orientalischer Einfluss die griechische Kultur verdrängt, was die kulturelle Entwicklung Europas bis heute beeinflusst haben dürfte. Die wichtigste militärische Neuerung war die Technik des Rammens. Durch kluge Taktik lockte Themistokles die Perser so in eine Enge, dass sich ihre Riemen (die Ruder) verkeilten und die Schiffe nicht mehr manövrierfähig waren. Dann stießen die griechischen Triremen in die Seiten der persischen Schiffe und versenkten sie durch einen Rammstoß. Siehe auch: Seekriegstaktik im Altertum

Mylae

In der Schlacht von Mylae 260 v. Chr. besiegten die Römer unter Konsul Gaius Duilius die Karthager unter Hannibal Gisko. Mit diesem Sieg wurde das Ende der karthagischen Seeherrschaft im Mittelmeer eingeleitet, Roms Weg zur Weltmacht war frei. Vor der Schlacht galten die Karthager als die bei weitem überlegenen Seeleute, während Rom eine reine Landmacht war. Die entscheidende Taktik der Römer bestand darin, ihre gut ausgebildeten Soldaten über eine besondere Vorrichtung, den Corvus, die karthagischen Schiffe entern zu lassen und als überlegene Kämpfer deren Seeleute zu bezwingen. Der Corvus war eine Fallbrücke, die man auf das gegnerische Schiff herabstürzen ließ. Mit einem Dorn bohrte sie sich in dessen Deck, und dann konnten die Soldaten über die Brücke stürmen. Bezeichnenderweise gaben die Römer diese Taktik sehr bald auf, nachdem sie ihre Seemacht gefestigt hatten und ihre Flotte die Seetaktik beherrschte.

Lepanto

Die Schlacht von Lepanto war die letzte große Seeschlacht mit geruderten Galeeren. Am 7. Oktober 1571 besiegte die Flotte der Heiligen Liga unter Don Juan de Austria die Flotte des Osmanischen Reichs unter Kilic Ali Pascha. Die Flotte der Heiligen Liga, eines vom Papst initiierten Bündnisses gegen die "Ungläubigen", bestand zum größeren Teil aus spanischen, zum kleineren Teil aus venezianischen Schiffen. Mit dieser Schlacht wurde die seit dem Fall Konstantinopels 1453 als Bedrohung des Abendlandes empfundene türkische Expansion eingedämmt. Die europäischen Staaten konnten im Mittelmeer wieder Fuß fassen. Die Macht Spaniens, des Reiches, in dem die Sonne nie untergeht, erreichte ihren Zenit. Die wichtigste militärische Neuerung stellten die sechs venezianischen Galeassen dar, die wesentlich zum Sieg beitrugen. Diese Schiffe waren, anders als die geruderten Galeeren, hochbordige Segelschiffe, die an beiden Seiten über eine große Anzahl schwerer Geschütze verfügten. Ihre Feuerkraft war enorm verglichen mit den Galeeren, die nur wenige Geschütze führen konnten. Auch waren die Galeassen kaum zu entern. Umgekehrt gelang es den Spaniern, ihre überlegene Infanterie in den Enterkämpfen erfolgreich zum Einsatz zu bringen, wo sie – ähnlich der römischen Marineinfanterie bei Mylae – wesentlich zum Sieg beitrug.

Die spanische Armada

Nur 17 Jahre nach Lepanto, im Jahre 1588, erlitt die als mächtigste Seemacht der Welt geltende spanische Flotte, die Armada unter Admiral Medina Sidona, im Ärmelkanal eine vernichtende Niederlage. Damit begann der Abstieg der spanischen und der Aufstieg der britischen Seemacht. Unaufhaltsam entwickelte sich Großbritannien zur alleinigen Weltmacht, deren Einfluss größer war, als jemals der des Römischen Reichs. Erst nach dem Ende des Warschauer Pakts gelang es den USA, eine noch stärkere Position in der Welt zu erlangen, als sie das British Empire zwischen 1815 und 1870 besaß. Spanien suchte den Erfolg mit den Mitteln, die in Lepanto zum Sieg geführt hatten. Wie Festungen ragten die Galeassen mit ihren Kastellen über die flachgebauten britischen Schiffe. Große Geschütze und die im Enterkampf geübte Infanterie sollten den Gegner bezwingen. Die britischen Schiffe waren zwar leichter und niedriger gebaut und hatten nur eine leichtere Schiffsartillerie. Sie segelten jedoch erheblich besser und konnten die Spanier ausmanövrieren. Die britischen Schiffe folgten ihren Kommandeuren Charles Howard, Francis Drake, John Hawkins und Martin Frobisher in jeweils einer Kiellinie und feuerten nacheinander ihre Breitseiten gegen den Feind. Damit war die Idee des Linienschiffs entstanden, das sich durch seine Manövrierfähigkeit und die Feuerkraft seiner Breitseite auszeichnete. Linienschiffe bestimmten bis zur Skagerrakschlacht 1916 den Charakter der großen Seeschlachten.

Midway

In den weiten Seegebieten des Pazifiks, nördlich der Midwayinseln, trafen in der Zeit vom 2. – 5. Juni 1942 starke japanische und amerikanische Seestreitkräfte zur Schlacht um Midway aufeinander. Die Schlacht bestand aus einer Folge von Luftangriffen durch Trägerflugzeuge beider Seiten. Die Schiffe der Gegner bekamen einander nie in Sicht und haben nicht aufeinander geschossen. Am Ende hatte die japanische Flotte vier Flugzeugträger verloren, die amerikanische einen. Auf japanischer Seite waren 3.500 Mann gefallen, auf amerikanischer 307. Diese Zahlen erscheinen verglichen mit dem Blutzoll anderer Schlachten gering, jedoch war es vor allem der Verlust gut ausgebildeter japanischer Piloten, der im Verein mit dem Verlust der Träger den weiteren Kriegsverlauf wesentlich bestimmen sollte. Midway leitete die Wende im Pazifikkrieg ein und besiegelte das Schicksal des japanischen Großmachtstrebens, das mit Siegen im russisch-japanischen Krieg 1904/05 und im Ersten Weltkrieg zuvor sehr erfolgreich gewesen war. Für die USA war der Weg frei, sich als die erste Seemacht der Welt zu etablieren, eine Position, die sie nach dem Ende des Kalten Krieges noch weiter ausbauen konnten. Midway zeigte auch, dass die Zeit der Schlachtschiffe, wie die Linienschiffe seit Anfang des 20. Jahrhunderts genannt wurden, vorbei war. Die japanischen Schlachtschiffe kamen nicht zum Schuss, die USA mussten nach dem Verlust ihrer Schlachtflotte bei Pearl Harbor ohnehin weitgehend ohne Schlachtschiffe auskommen. Ohne Flugzeuge war kein Seekrieg mehr möglich, das Zeitalter der Flugzeugträger hatte begonnen. Dabei dürfen andere technische Neuerungen nicht vergessen werden, die den Verlauf der Seeschlachten des 20. Jahrhunderts beeinflusst haben. Die wichtigsten sind Funk und Radar und die sich aus dieser Technik ergebenden Möglichkeiten der Aufklärung und Führung. In Zukunft wird es kaum mehr möglich sein, große Flottenverbände unbemerkt gegeneinander zu führen. Künftige Auseinandersetzungen auf See werden gekennzeichnet sein durch viele kleinere Aktionen, die Zeit großer Seeschlachten erscheint vorüber.

Bedeutende Seeschlachten

Antike (500 v. Chr bis 476 n. Chr.)


- 494 v. Chr., Schlacht von Lade, Perser besiegen Griechen
- 480 v. Chr., Schlacht von Salamis, Griechen besiegen Perser
- 474 v. Chr., Schlacht von Cumae, Griechen besiegen Etrusker
- 406 v. Chr.. Schlacht bei den Arginusen, Athen besiegt Sparta
- 405 v. Chr., Schlacht bei Aigospotamoi, Sparta besiegt Athen
- 260 v. Chr., Schlacht bei den Liparischen Inseln
- 260 v. Chr., Schlacht von Mylae, bei Sizilien, Sieg Roms über Karthago
- 250 v. Chr., Seeschlacht bei Panormos, Sizilien, Römer besiegen Karthager
- 256 v. Chr., Schlacht am Kap Ecnomus, Sizilien, Sieg Roms über Karthager
- 249 v. Chr., Schlacht von Drepana, Sizilien, Karthago besiegt Rom
- 241 v. Chr., Schlacht bei den Ägatischen Inseln, Rom besiegt Karthago
- 57 v. Chr., Seeschlacht vor Aremorica, Rom besiegt Gallien
- 31 v. Chr., 2. September, Schlacht bei Actium, Octavian besiegt Mark Anton und Kleopatra
- 15. v. Chr., Seeschlacht auf dem Bodensee, Rom besiegt die Kelter

Mittelalter (476 bis 1492)


- 717-718, Zweiter Angriff auf Konstantinopel
- um 985, Schlacht von Helgenes, Norweger besiegen Dänen
- um 987, Schlacht von Hjörunga-Vaag, Norweger besiegen Dänen
- 1000, 9. September, Seeschlacht von Svold, Dänen und Schweden besiegen Norweger
- 1281, Schlacht in der Hakata-Bucht, Mongolen gegen Japan
- 1372, 22./23. Juni, Seeschlacht von La Rochelle, Frankreich besiegt England

Frühe Neuzeit (1492 bis 1789)


- 1535, 17. Juni. Seeschlacht bei Svendborg,Dänemark, Schweden und Preußen besiegen Lübeck
- 1571, 7. Oktober, Schlacht von Lepanto, Heilige Liga besiegt Osmanen
- 1588, Vernichtung der spanischen Armada, England besiegt Spanien
- 1639, 16./17. September, Zwei-Tage-Seeschlacht , Niederlande besiegen Spanien
- 1639, 21. Oktober, Seeschlacht in den Downs, Niederlande besiegen Spanien
- 1653, 10. August, Seeschlacht vor Scheveningen, England besiegt Niederländer
- 1662, 7. Juni, Schlacht in der Solebay, Niederlande besiegen England
- 1662, 21. August, Seeschlacht vor Texel, Niederlande besiegen England
- 1665, 13. Juni, Seeschlacht bei Lowestoft, England besiegen Niederlande
- 1666, 11.-14. Juni, Seeschlacht der vier Tage zwischen Themsemündung und der Küste von Flandern, Niederlande besiegt England
- 1666, 25. Juli, St James's Day Fight, England besiegt Niederlande
- 1676, 21. April, Seeschlacht vor Palermo, Niederlande besiegt Frankreich
- 1676, Seegefecht vor Jasmund zwischen Dänemark und Schweden
- 1756, 18. Mai, Schlacht von Minorca
- 1760, 8. Juli, Gefecht auf dem Restigouche-Fluss, Großbritannien besiegt Frankreich
- 1778, Schlacht vor Ouessant
- 1779, 6. Juli, Schlacht von Grenada
- 1781, 5. September, Schlacht vor den Virginia-Kaps
- 1782, 12. April, Schlacht von The Saints, Großbritannien besiegt Frankreich

Neuere Geschichte (1789 bis 1900)


- 1789, 24. August, Erste Seeschlacht bei Ruotsinsalmi, Russland besiegt Schweden und Finnland
- 1790, 8. Juli, Schlacht bei Kertsch, Russland besiegt das Osmanische Reich
- 1790, 9./10. Juli, Zweite Seeschlacht bei Ruotsinsalmi, Schweden und Finnland besiegen Russland
- 1790, 28./29. August, Schlacht bei Hadshi-Bey, Russland besiegt das Osmanische Reich
- 1794, 1. Juni, Seeschlacht am 13. Prairial ("The Glorious First of June"), Großbritannien besiegt Frankreich
- 1797, 14. Februar, Schlacht von Cap Vincent Großbritannien besiegt Spanien
- 1798, 1./2. August, Seeschlacht bei Abukir, Großbritannien besiegt Frankreich
- 1801, 2. April, Seeschlacht von Kopenhagen, Großbritannien besiegt Dänemark
- 1805, 21. Oktober, Schlacht von Trafalgar, Großbritannien besiegt Frankreich und Spanien
- 1827, 20. Oktober, Schlacht von Navarino, Großbritannen, Frankreich und Russland besiegen Osmanen und Ägypter
- 1849, 5. April, Blockadegefecht bei Eckernförde, Deutschland gegen Dänemark
- 1862, 8./9. März, Schlacht von Hampton Roads
- 1862, 6. Juni, Schlacht von Memphis, Nordstaaten besiegen Südstaaten
- 1864, 9. Mai, Seegefecht vor Helgoland, Dänemark besiegt Österreich
- 1866, 20. Juli, Seeschlacht von Lissa, Österreich-Ungarn besiegt Italien
- 1894, 17. September, Schlacht vor dem Yalu
- 1898, 1. Mai, Schlacht in der Manila-Bucht, USA besiegen Spanien

20. Jahrhundert


- 1904, 10. August, Schlacht im Gelben Meer
- 1905, 27. Mai, Schlacht bei Tsushima Japan besiegt Russland
- 1914, 1. November, Seegefecht bei Coronel, Deutschland besiegt Großbritannien
- 1914, 8. Dezember, Seegefecht bei den Falklandinseln, Großbritannien besiegt Deutschland
- 1915, 24. Januar, Seegefecht auf der Doggerbank, Großbritannien besiegt Deutschland
- 1916, 31. Mai, Skagerrakschlacht, Deutschland siegt taktisch gegen Großbritannien, verliert aber strategisch
- 1941, 28. März, Schlacht bei Kap Matapan Großbritannien schlägt Italien
- 1942, 27./28. Februar, Schlacht in der Javasee, Japan besiegt die Alliierten
- 1942, 3.-8. Mai, Schlacht im Korallenmeer, USA besiegen Japan
- 1942, 4./5. Juni, Schlacht um Midway, USA besiegen Japan
- 1942, 9. August, Schlacht von Savo Island, Japan besiegt die Alliierten
- 1942, 12. bis 15. November, Schlacht von Guadalcanal, USA besiegen Japan
- 1944, 19. bis 21. Juni, Schlacht in der Philippinensee, USA besiegen Japan
- 1944, 22. bis 26. Oktober, See- und Luftschlacht im Leyte Golf, USA besiegen Japan
- 1950, 15.-21. September, Landung bei Incheon, USA besiegen Nordkorea
- 1982, 01. bis 26. Mai, See- und Luftschlacht bei den Falklandinseln, GB besiegt Argentinien

Siehe auch


- Seetaktik
- Seekrieg
- Das einfache strategische und teilweise auch Seeschlacht genannte Spiel mit Papier und Bleistift findet man unter Schiffe Versenken. Kategorie:Seeschifffahrt Kategorie:Marine S

1675

Ereignisse

Politik und Weltgeschehen


- Philipp Jacob Speners Reformschrift „Pia Desideria“ erscheint in Frankfurt am Main

Geboren


- 31. März: Benedikt XIV. (als Prospero Lorenzo Lambertini), Papst 17401758 († 1758)
- 12. Juli: Evaristo Dall'Abaco, italienischer Violinist, Cellist und Komponist († 1742)
- 14. Juli: Claude Alexandre de Bonneval, französischer Abenteurer († 1747)
- 25. Juli: James Thornhill, britischer Maler († 1734)
- 15. September: Wachtang VI., georgischer König und Wissenschaftler
- 7. Oktober: Rosalba Carriera, venezianische Malerin († 1757)
- 10. Oktober: Peter Kolb, deutscher Lehrer und Völkerkundler († 1726)
- 21. Oktober: Higashiyama, 113. Kaiser von Japan († 1710)

Gestorben


- 26. März: Ernst I. von Sachsen-Gotha, Sohn von Herzog Johann III. von Sachsen-Weimar (
- 1601)
- 18. Mai: Jacques Marquette, französischer Mönch und Entdecker des Mississippi (
- 1637)
- 19. Mai: António Luís de Meneses, 1. Marquês de Marialva, war einer der bedeutendsten Feldherrn der portugiesischen Restauraçao (
- 1603)
- 13. Juni: Christian von Hohenlohe-Waldenburg-Bartenstein, Hofbeamter und Politiker (
- 1627)
- 27. Juli: Henri de La Tour d'Auvergne, duc de Bouillon, französischer Heerführer und Marschall von Frankreich (
- 1611)
- 18. September: Karl IV. von Lothringen, Regent und Soldat (
- 1604)
- 29. Oktober: Christian Hoburg, Theologe, mystischer Spiritualist (
- 1607)
- 15. Dezember: Johannes Vermeer, niederländischer Maler (
- 1632)
- Emanuele Tesauro: italienischer Schriftsteller (
- 1592) ko:1675년

Ludwig XIV.

Ludwig XIV. (französisch Louis XIV., Louis le Grand;
- 5. September 1638 in Saint-Germain-en-Laye; † 1. September 1715 in Versailles) war seit 1643 König von Frankreich und Navarra, genannt der „Sonnenkönig“ (französisch Roi Soleil). Mit 72 Jahren Regentschaft war er der am längsten regierende Herrscher der Neuzeit. Ludwig XIV. gilt als klassischer Vertreter des Absolutismus. Er festigte die Macht der Krone durch einen Ausbau der Verwaltung, durch Bekämpfung der inneren Opposition und durch Förderung der französischen Wirtschaft. Die Hofkultur wurde ganz auf die Person des Herrschers zugeschnitten. Zum Symbol für dessen herausragende Stellung wurde sein prunkvolles Auftreten. Der König förderte Künste und Wissenschaften, es folgte eine Blütezeit der französischen Kultur. Die Außenpolitik Ludwigs XIV. war aggressiv, so dass Frankreich unter seiner Regierung die Vormachtstellung über Europa gewann.

Leben

Absolutismus Die Geburt Ludwigs XIV. in Saint-Germain-en-Laye erschien vielen als glückliches Ereignis, denn 23 Jahre lang war die Ehe seiner Eltern Ludwig XIII. und Anna von Österreich ohne Nachkommen geblieben. Durch seine Geburt wurde die befürchtete Thronfolge von Jean-Baptiste Gaston, Herzog von Orléans ausgeschlossen. Aus Dankbarkeit erhielt der Neugeborene den Beinamen Dieudonné (der Gottgegebene). Sein Bruder, Herzog Philipp I. von Orléans, wurde 1640 geboren. Schon als Vierjähriger wurde Ludwig am 14. Mai 1643 als König inthronisiert. Er lebte aber bis zu seinem dreizehnten Lebensjahr 1651 unter der Regentschaft seiner Mutter Anna von Österreich. Die tatsächliche Macht wurde in dieser Zeit vom „regierenden Minister“ Kardinal Mazarin ausgeübt. Mazarin bereitete Ludwig zielgerichtet auf seine Rolle als absolutistischer Herrscher vor; Schritt für Schritt wurde der junge König an der Macht beteiligt und teilte sich schließlich die Verantwortung mit Mazarin. Durch die außenpolitischen Erfolge der Minister-Kardinäle Richelieu und Mazarin politisch gestärkt, entfaltete Ludwig das absolutistische Königtum barocker Prägung in Frankreich mit einem Hofleben, das ganz auf die Person des Herrschers zugeschnitten war. Nach dem Westfälischen Frieden zum Ende des Dreißigjährigen Krieges 1648 und dem Pyrenäenfrieden mit Spanien 1659 war Frankreich die politische und militärische Vormacht in Europa. Unterstützt von Ministern wie Colbert, Louvois, Hugues de Lionne und dem Marquis de Pomponne konzentrierte er den staatlichen Machtapparat und erweiterte die militärischen, institutionellen und materiellen Machtgrundlagen der französischen Monarchie. Negativ auf seine Herrschaft wirkten sich die Auseinandersetzungen mit dem Papst, die Hugenotten-Verfolgung und der Spanische Erbfolgekrieg aus. Letzterer führte durch die Härte der Kämpfe 1713 fast zu einem Staatsbankrott, der nur durch eine Finanzreform und massive Einsparungen abgewendet wurde. 1660 heiratete Ludwig die Infantin Maria Theresia von Spanien. Nach deren Tod 1683 heiratete er in morganatischer Ehe Françoise d'Aubigné, Madame de Maintenon. Ludwig überlebte seinen Sohn und seinen ältesten Enkel und starb am 1. September 1715. Sein Urenkel folgte ihm als Ludwig XV. auf den Thron. Ludwig XIV. wurde in der von ihm geschaffenen „Krypta der Bourbonen“ in der Basilika Saint-Denis beigesetzt. Im Jahre 1793 wurde sein sehr gut erhaltener Körper mit den anderen Königen „profaniert“ und kurzzeitig in eine Grube geworfen. Das einbalsamierte Herz wurde nach seinem Tode in die Jesuitenkirche in der Rue St. Antoine in Paris gebracht, um neben dem Herzen seines Vaters zu ruhen. In der Restaurationszeit kamen alle Herzen der Angehörigen des Königshauses, auch das Ludwigs XIV., nach St. Denis, wo man es bis heute in der Krypta besichtigen kann.

Herrschaft

Die frühen Jahre

Paris Nachdem Ludwig XIV. als vierjähriger Junge 1643 den Thron geerbt hatte, übernahm seine Mutter Anna von Österreich die Regentschaft. Diese bestätigte umgehend Kardinal Mazarin als Premierminister. Zu diesem Zeitpunkt sah sich Frankreich in einen Krieg gegen das Haus Habsburg verwickelt. Frankreichs Armeen kämpften im anhaltenden Dreißigjährigen Krieg sowohl gegen den deutschen Kaiser, als auch gegen den spanischen König. Zwar waren die französischen Armeen militärisch erfolgreich, aber dennoch belastete der Konflikt die Staatsfinanzen erheblich. Innenpolitisch sah sich Anna einer heftigen Opposition gegenüber, denn die städtischen Gerichtshöfe und Prinzen misstrauten ihrer Regierung. Dem stellte sich Kardinal Mazarin entgegen. Anna entpuppte sich jedoch als völlig anders als erwartet, die verschmähte spanische Habsburgerin am französischen Hof wurde selbst zu einer überzeugten Französin. Sie duldete weder Favoriten, noch die Schmälerung der königlichen Autorität im Staate. Sie wies ihre Generäle an, die Kämpfe mit unverminderter Härte voranzutreiben. Mazarin leitete die Staatsgeschäfte und führte die absolutistische Politik Kardinal Richelieus fort, indem er die Zentralisierung der Staatsgewalt in der Person des Königs mit aller Macht betrieb. Mit der Unterzeichnung der Friedensverträge zu Münster und Osnabrück 1648 war Frankreich der Sieger des Dreißigjährigen Krieges. Große Truppenteile konnten gegen Spanien eingesetzt werden. Nun brach in Frankreich die Fronde (16481653) aus, ein offener Bürgerkrieg gegen die Politik des Absolutismus. Als Vorwand diente die Minderjährigkeit Ludwigs. Man gab vor, gegen die negativen Einflüsse des Leitenden Ministers Mazarin zu kämpfen. Dieser wurde als Italiener allgemein wenig geschätzt, insbesondere die königlichen Prinzen nahmen ihm übel, dass er sie konsequent von jeder Macht ausschloss. Die Parlamente (Oberste Gerichtshöfe) wurden vom Englischen Bürgerkrieg beeinflusst und sahen eine Chance, ihre Privilegien auszubauen. Die Fronde scheiterte 1652, die Unruhen sollten jedoch noch bis 1654 anhalten. Ludwig XIV. wurde 1651 für großjährig erklärt, womit die Regentschaft seiner Mutter offiziell endete. Der König – noch zu jung zur Regierung – übertrug erwartungsgemäß die Macht an Mazarin. 1654 erfolgte die Krönung und Salbung des Königs in Reims, womit die Ordnung im Königreich, für jeden ersichtlich, wiederhergestellt war. Die Krönung des Königs war für die Menschen das Symbol für Kontinuität und den Schutz Gottes. Während des Bürgerkriegs kam der Kampf mit Spanien zum Erliegen, die Frondeure bekamen überdies Unterstützung von den Spaniern. Nachdem wieder innerer Friede herrschte, konnte Frankreich seine Kräfte gegen Spanien bündeln und erzielte Erfolge durch Angriffe auf die Spanischen Niederlande und die Invasion Spaniens, welche zur erneuten Besetzung Kataloniens führte. 1657 gelang es Mazarin, das republikanische England unter Oliver Cromwell in einem Geheimvertrag zum Bundesgenossen gegen die Spanier zu gewinnen. Spanien sah sich gezwungen, den Frieden zu suchen. König Philipp IV. bot Ludwig die Hand seiner ältesten Tochter, der Infantin Maria Teresia, an. 1659 trafen beide Monarchen auf der Fasaneninsel zwischen Frankreich und Spanien zusammen und unterzeichneten den Pyrenäenfrieden. Frankreich erwarb das Roussillon in den Pyrenäen und bekam von den Spanischen Niederlanden das Artois und einige Nebenländer. Die Infantin verzichtete auf ihr Erbrech