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1115

1115

Ereignisse

Politik und Weltgeschehen


- Der Zisterziensermönch Bernhard gründet in der westlichen Champagne das Kloster Clairvaux.
- Adalbert I. von Saarbrücken wird Erzbischof von Mainz (26. Dezember)
- Schlacht am Welfesholz zwischen Kaiser Heinrich V. und der sächsischen Fürstenopposition am 11. Februar

Geboren


-

Gestorben


- 24. Juli – Markgräfin Mathilde von Tuszien (
- 1046) ko:1115년

Kategorie:1115



Zisterzienser

Die Zisterzienser (Akronym: OCist, von Ordo Cisterciensis, früher: SOC - Sacer Ordo Cisterciensis) sind ein christlicher Orden in der römisch-katholischen Kirche. Gelegentlich findet sich auch die Bezeichnung „Bernhardiner“ für die Ordensmitglieder. römisch-katholischen

Geschichte

Gründung

1098 wurde die Gemeinschaft im französischen Cîteaux (lat. Cistercium) von einer Gruppe von Benediktinermönchen unter der Leitung Robert von Molesmes gegründet. Die Gemeinschaft unterwarf sich dem Ziel, streng nach den Ordensregeln zu leben, die Benedikt von Nursia 540 für seine Mönche aufgestellt hatte (der Regula Benedicti). Auf dieser Grundlage wollten sie ausschließlich „von eigener Hände Arbeit“ leben. Einnahmen aus Verpachtung und Zinsen lehnten sie ab. Dem hl. Abt Robert von Molesme folgte als 2. Abt von Cîteaux der hl. Alberich und schließlich der hl. Stephan Harding. Alle drei Äbte werden als Gründeräbte des Mutterklosters aller Zisterziensergemeinden am 26. Januar gefeiert. Unter Stephan Harding trat 1113 Bernhard von Clairvaux in Cîteaux ein und wurde von ihm 1115 zur Gründung von Clairvaux ausgesandt. Bernhard von Clairvaux Unter Bernhard von Clairvaux begann der eigentliche Aufstieg des Zisterzienserordens. Seine Lehren und Theorien, sowie seine Vorgaben zum Klosterbau lassen in ihm den eigentlichen Gründer des Ordens erblicken. Bernhard übte auch außerhalb des Ordens großen Einfluss auf die Politik des Mittelalters aus. Die Mächtigen akzeptierten ihn als Mittler untereinander. Das Bernhardsfest ist am 20. August. Bedeutende Vertreter des Ordens im 12. Jahrhundert sind außerdem Aelred von Rievaulx und Otto von Freising. Otto von Freising Otto von Freising] Die Zisterzienser erlangten durch ihre Kolonisationstätigkeit im 12. und 13. Jahrhundert, besonders im Raum östlich der Elbe, hervorragende Bedeutung. Sie schufen landwirtschaftliche Musterbetriebe, förderten Obst- und Weinbau, Pferde-und Fischzucht, Bergbau und Wollhandel, trugen aber auch sehr zur Verbreitung und Blüte hochmittelalterlicher Kultur bei. Der gotische Baustil, anfangs nur zögernd übernommen, fand nicht zuletzt durch diesen Orden Verbreitung in ganz Europa. Wie alle Mönche widmeten sie sich der Vervielfältigung von liturgischen und theologischen Handschriften. Einige Klöster, wie z. B. Himmerod in der Eifel, verfügten bereits gegen Ende des Mittelalters über große und wertvolle Bibliotheken. Neu bei den Zisterziensern war der straffe Zusammenhalt der grundsätzlich selbständigen Klöster nach Maßgabe ihrer Gründung. Jede Abtei blieb gegenüber ihrem Mutterkloster verantwortlich, dessen Abt jährlich eine offizielle Visitation vornahm. Innerhalb dieses Filiationsprinzips nahm Citeaux den ersten Rang ein. Dessen vier Tochterklöster, die Primarabteien La Ferte (1113), Pontigny (1114), Clairvaux und Morimond (beide 1115) bildeten den Ausgangspunkt von vier Filiationslinien, wobei in Deutschland die meisten alten Zisterzienserklöster auf Morimond zurückgehen, so auch das erste Zisterzienserkloster auf deutschem Gebiet Kloster Kamp (1123), und nur einige wenige auf Clairvaux. Bis 1675 wurden insgesamt 742 Zisterzienserklöster gegründet. Nach der Reformation (etwa 1535) wurden die Zisterzienserklöster in den evangelischen Gebieten Deutschlands geschlossen und die Kirchen zu Pfarrkirchen umgewandelt. Dennoch wurden einige Klöster in neuer Form, z.B. als Predigerseminar erhalten. So gibt es bis heute das Zisterzienser-Kloster in Loccum, das einen Abt hat und in dem jeden Tag (seit 1600) eine Hore gebetet wird. Die evangelischen Zisterzienser-Konvente haben sich in der [http://www.ev-zist.de/ Gemeinschaft Evangelischer Zisterzienser-Erben in Deutschland] zusammengeschlossen und übernehmen die Pflege des religiös-kulturellen Erbes der Zisterzienser auf evangelischer Seite. Eine Zeitspanne des Rückgangs nach dem 13. Jahrhundert wurde vom Aufschwung neuer reformierter Zisterziensergruppen gefolgt. Die bedeutendste unter ihnen war die sich im 17. Jahrhundert abspaltende Gruppe von La Trappe. Diese Trappisten entwickelten sich schließlich zu einem eigenständigen Orden, den der „Zisterzienser strenger Observanz“. Im 20. Jahrhundert erlangte der Zisterzienserorden besonders durch schulische Tätigkeit größere Bedeutung. Daneben begann eine, wenn auch beschränkte, Missionstätigkeit in Südamerika.

Entwicklung in Niedersachsen

Als erstes Zisterzienserkloster in Niedersachsen wurde 1135 das Kloster Amelungsborn gegründet und zwar durch Graf Siegfried IV. von Boyneburg, den letzten weltlichen Spross des Northeimer Grafengeschlechts. Die "villa Amelungsborn", die ihren Namen nach der im Klosterareal noch heute nachweisbaren Quelle, dem "Born" des Amelung trägt, gehörte zu den Erbgütern des Fürstengeschlechts. Die positive wirtschaftliche Entwicklung des Klosters ermöglichten die Ausbreitung des Ordens. Bereits 1138 stellte Amelungsborn den Gründungsabt für Kloster Mariental bei Helmstedt. 1145 entsandte Amelungsborn einen vollständigen Konvent zur Gründung des Klosters Riddagshausen bei Braunschweig. Dort legten die Ordensbrüder eine Teichlandschaft für die Fischzucht an, die heute Naturschutzgebiet ist; von den ehemals 28 Teichen existieren heute noch elf. Amelungsborn wurde nicht aufgehoben, als Abt und Konvent das Augsburger Bekenntnis annahmen. 1655 erließ der Herzog eine neue Klosterordnung und bestellte den in Holzminden neu eingesetzten Generalsuperintendenten zum Abt des Klosters. 1760 wurde die Klosterschule nach Holzminden verlegt und mit der dortigen Stadtschule vereinigt. Um 1810 endet jeder korporative Zusammenhalt, obgleich das Amt des Abtes auch im 19. Jh. weiter bestehen blieb. Als 1875 die schulischen Aufgaben des Klosters durch die Verstaatlichung der Schule endet, bestand das Abtsamt noch als Ehrentitel für hohe braunschweigische Geistlichkeit fort. Durch den Gebietsausgleich von 1941 gelangte der Kreis Holzminden zur Provinz und die Kirche zur Landeskirche Hannover. Der Kirchensenat trat in die Rechte des früheren Landesherrn ein und übernahm die Zuständigkeit für Kloster Amelungsborn. Neue Möglichkeiten brachte der "Loccumer Vertrag", ein Staatsvertrag zwischen dem Land Niedersachsen und den fünf Landeskirchen. Die zuständigen kirchlichen Behörden konnten nun die "Prälaturen" Amelungsborn, Königslutter, Mariental und Riddagshausen ohne staatliche Mitwirkung regeln.

Entwicklung in der Mark Brandenburg

Mariental Von außerordentlicher Bedeutung für die Stabilisierung und Entwicklung der Mark Brandenburg war das 1180 25 Kilometer südwestlich von Potsdam gegründete Kloster Lehnin. Nur einige Jahrzehnte zuvor 1157 hatte der erste Markgraf Albrecht der Bär die Mark aus der Taufe gehoben. Die ansässigen Slawenstämme hatten die Deutschen bei ihren vorherigen Versuchen der Ostkolonisation mehrfach zurückdrängen können, so dass die ersten askanischen Markgrafen wussten, dass das Land mit dem Sieg von 1157 noch nicht gewonnen war. Der Sohn Albrechts, der zweite Markgraf Otto I. gründete das Kloster 1180 unter anderem mit dem Ziel, über die Missionierung der "heidnischen" Slawen und über die wirtschaftliche Leistungskraft der Mönche das Land zu konsolidieren und schrittweise auszudehnen. Im Sinne ihrer Selbstverpflichtung zu einem entbehrungsreichen, asketischen und gottgefälligen Leben fanden die Zisterzienser hier ein geradezu ideales "jungfräuliches" kulturelles und landschaftliches Gebiet vor.

Bekannte Zisterzienser


- Hl. Bernhard von Clairvaux, 1090–1153
- Sel. Otto von Freising, 1112–1158
- Alanus ab Insulis, auch Alan de Lille, 1120–1202
- Hl. Johannes von Valence, † 1145
- Johann von Viktring, 1270–1347
- Mechthild von Magdeburg, 1207–1282
- Mechthild von Hackeborn, 1231–1291
- Gertrud von Helfta, 1256–1302
- Armand Jean Le Bouthillier de Rancé, 1626–1700
- Jörg Lanz von Liebenfels, 1874–1954

Gegenwärtige Zisterzienserklöster

Deutschland

Baden-Württemberg


- Nonnenkloster
  - Kloster Lichtenthal Baden-Baden
  - Kloster Wald

Bayern


- Nonnenkloster
  - Kloster Oberschönenfeld
  - Kloster Seligenthal Landshut
  - Kloster Waldsassen

Niedersachsen


- Mönchskloster
  - Kloster Ihlow in Ihlow bei Aurich
  - Kloster Amelungsborn
  - Kloster Loccum
  - Büddenstedt-Reinsdorf
- Nonnenkloster
  - Kloster Wienhausen bei Celle

Nordrhein-Westfalen


- Mönchskloster
  - Kloster Langwaden in Grevenbroich-Langwaden
  - Abtei Mariawald (Trappisten) bei Heimbach
  - Kloster Stiepel in Bochum-Stiepel
- Nonnenkloster
  - Abtei Maria Frieden (Trappistinnen) in Dahlem (Nordeifel)

Rheinland-Pfalz


- Mönchskloster
  - Kloster Himmerod
  - Abtei Marienstatt
- Nonnenkloster
  - Kloster Gethsemani/Donnersberg (Trappistinnen)

Sachsen


- Nonnenklöster
  - Kloster Frankenhausen (Crimmitschau ehemalig, heute nur noch Ruine)
  - Kloster St. Marienstern (Panschwitz-Kuckau)
  - Kloster St. Marienthal (Ostritz)

Sachsen-Anhalt


- Mönchskloster
  - Kloster Sittichenbach
- Nonnenklöster
  - Kloster Helfta

Österreich


- Territorialabtei Wettingen-Mehrerau
- Abtei Mariastern-Gwiggen
- Stift Heiligenkreuz
- Stift Lilienfeld
- Abtei Zwettl
- Stift Rein
- Stift Stams
- Stift Wilhering
- Stift Schlierbach

Schweiz


- Abtei Frauenthal bei Cham ZG
- Kloster Hauterive [http://www.fille-dieu.ch/histoire-02All.htm] bei Freiburg im Üechtland
- Abtei Magerau [http://www.maigrauge.ch/] in Freiburg im Üechtland
- Abtei Mariazell-Wurmsbach [http://www.wurmsbach.ch/kloster/default.html] am oberen Zürichsee
- Abtei Magdenau im Kanton St. Gallen

Ehemalige Zisterzienserklöster

Deutschland

Baden-Württemberg


- Kloster Gutenzell
- Kloster Heiligkreuztal
- Kloster Maulbronn (UNESCO-Weltkulturdenkmal)
- Kloster Tennenbach
- Kloster Bebenhausen
- Kloster Salem
- Zisterzienserkloster Schöntal
- Kloster Bronnbach
- Kloster Herrenalb Nonnenklöster
- Kloster Günterstal

Bayern


- Mönchskloster
  - Kloster Aldersbach (gegr. 1146)
  - Kloster Ebrach (gegr. 1127)
  - Kloster Fürstenfeld (gegr. 1258)
  - Kloster Heilsbronn (gegr. 1132)
  - Kloster Langheim (gegr. 1132)
  - Kloster Raitenhaslach (gegr. 1143)
- Nonnenkloster
  - Kloster Himmelkron (gegr. 1279)
  - Kloster Himmelthal (gegr. 1232)
  - Kloster Sonnefeld (gegr. 1260)

Brandenburg

Brandenburg Brandenburg Seinerzeit: Mark Brandenburg (Askanier), Mark Lausitz, Magdeburg; angegeben sind die Gründungs- bzw. Stiftungsdaten:
- Mönchsklöster
  - Kloster Dobrilugk/Doberlug, 1165/1184, Niederlausitz
  - Kloster Zinna, 1170, Stiftung von Magdeburg
  - Kloster Neuzelle, 1268, Niederlausitz
  - Kloster Lehnin, 1180, Askanische Stiftung. Drei Filiationen:
    - Kloster Paradies, 1230, heute Polen, siehe unten "Polen"
    - Kloster Chorin, 1273, Askanische Stiftung
    - Kloster Himmelpfort, 1299, Askanische Stiftung
- Nonnenklöster
  - Kloster Marienstern, Mühlberg
  - Kloster Lindow
  - Kloster Marienfließ (Prignitz) 1231 Stiftung der Edlen Herren Gans zu Putlitz. Seit der Reformation ev. Stift.
  - Kloster Altfriedland
  - Kloster Seehausen
  - Kloster Zehdenick
  - Kloster Boitzenburg
  - Kloster Jüterbog
  - Kloster Stift zum Heiligengrabe
  - Kloster Ziesar Eine Übersichtskarte mit allen Brandenburger Zisterzienserklöstern findet sich bei Kloster Marienfließ

Hessen

Hessen
- Mönchsklöster
  - Kloster Arnsburg bei Lich
  - Kloster Eberbach in Eltville
  - Kloster Haina
- Nonnenklöster
  - Kloster Haydau in Morschen
  - Marienschloss in Rockenberg

Mecklenburg-Vorpommern


- Mönchsklöster
  - Kloster Dargun[http://www.stadt-dargun.de/kultur/klosterteil.html]
  - Kloster Doberan
- Nonnenklöster
  - Kloster Neukloster

Niedersachsen


- Mönchskloster Niedersachsen
  - Kloster Ihlow (Ostfriesland)
  - Kloster Marienrode bei Hildesheim
  - Kloster Mariental bei Helmstedt
  - Kloster Riddagshausen bei Braunschweig
  - Kloster Walkenried
- Nonnenklöster
  - Lilienthal bei Bremen
  - Kloster Meerhusen bei Aurich
  - Kloster Wienhausen

Nordrhein-Westfalen


- Mönchskloster
  - Kloster Altenberg
  - Kloster Kamp
  - Kloster Marienfeld
  - Kloster Hardehausen
  - Kloster Bredelar
- Nonnenkloster
  - Kloster Fürstenberg
  - Sankt Jöris

Sachsen


- Mönchskloster
  - Kloster Altzelle
  - Kloster Grünhain

Sachsen-Anhalt


- Mönchskloster
  - Kloster Sancta Maria ad Portam (Schulpforta) bei Naumburg
  - Kloster Michaelstein
- Nonnenkloster
  - Agnetenkloster

Schleswig-Holstein


- Mönchskloster
  - Rudekloster in Glücksburg
  - Zisterzienserkloster Reynevelde in Reinfeld_(Holstein) bei Lübeck
- Nonnenkloster
  - Reinbek im Herzogtum Lauenburg
  - St.Johanneskloster zu Lübeck
  - Itzehoe

Thüringen


- Mönchskloster
  - Kloster Volkenroda
  - Kloster Georgenthal in Georgenthal (1525 zerstört, heute existieren nur noch Ruinen)
- Nonnenkloster
  - Kloster Anrode
  - In Stadtroda Thüringen befindet sich noch die Ruine der Klosterkirche des Zisterzienser-Nonnenklosters. www.Stadtroda.de

Frankreich

Burgund


- Kloster Pontigny

Champagne


- Clairvaux

Belgien

Diözese Lüttich


- Kloster Val-Dieu

Österreich

Kärnten


- Stift Viktring, Klagenfurt

Oberösterreich


- Stift Baumgartenberg, Baumgartenberg
- Stift Schlierbach, Schlierbach

Polen


- Kloster Grüssau, übernommen 1292, Tochterkloster von Leubus
- Kloster Heinrichau, 1227 - 1810, Tochterkloster von Leubus
- Kloster Himmelstädt, Tochterkloster von Kolbatz
- Kloster Kamenz, übernommen 1247 - 1810, Tochterkloster von Leubus
- Kloster Kolbatz
- Kloster Leubus (Lubiąź), 1163 - 1810, Schlesien
- Kloster Marienfließ (Pommern), 1248-1569, dann evang. Fräuleinstift
- Kloster Paradies, Filiation von Kloster Lehnin, Mark Brandenburg

Rumänien

Banat


- Egresch

Siebenbürgen


- Kerz

Schweiz


- Stift Olsberg
- Kloster Tänikon
- Kloster Wettingen
- Kloster Kappel am Albis

Literatur


- Immo Eberl, Die Zisterzienser. Geschichte eines europäischen Ordens. 1. Auflage, Thorbecke, Stuttgart 2002. ISBN 3-7995-0103-7
- Ulrich Knefelkamp, Zisterzienser. Springer, Berlin 2001. ISBN 3-5406-4816-X
- Terryl N. Kinder, Die Welt der Zisterzienser. Schnell & Steiner 1997. ISBN 3-79541-297-8

Weblinks


- [http://www.ocist.org/ Website des Generalhauses in Rom, deutschsprachig]
- [http://www.ocist.com/constdt.htm Ordenskonstitutionen, deutschsprachig]
- [http://www.kloster-eberbach.de/ Kloster Eberbach]
- [http://www.frankenstein-schlesien.de/ Kloster Kamenz]
- [http://www.zisterzienser-langwaden.de/ Zisterzienserkloster Langwaden]
- [http://www.hausschlesien.de/html/body_kloster_leubus.html Kloster Leubus]
- [http://www.bad-bad.de/sehen/lichtent.htm Kloster Lichtenthal Baden-Baden]
- [http://www.abtei-marienstatt.de/ Abtei Marienstatt]
- [http://www.zum.de/Faecher/G/BW/Landeskunde/bodensee/kloester/salem/salem04.htm Kloster Salem]
- [http://www.bistum-essen.de/bochum/zisterzienser Kloster Stiepel in Bochum]
- [http://www.mariastern-gwiggen.at Kloster Mariastern in Gwiggen]
- [http://www.stift-rein.at/ Kloster STift Rein] Siehe auch: Ordensgemeinschaft, Kloster !

Champagne

Die Champagne ist eine historische Landschaft Region im Norden Frankreichs. Sie gehört heute zur politischen Region Champagne-Ardenne. Sie grenzt im Westen an die Picardie und an die Ile de France, im Süden an Burgund und Franche-Comté und im Osten an Lothringen. Die Champagne ist berühmt für den Champagner, der seit dem 17. Jahrhundert gekeltert wird. Nur Schaumwein aus der Champagne darf Champagner genannt werden, alles andere ist (auf deutsch) Sekt. Neben Weinbau wird vor allem Landwirtschaft und Tourismus in dem Gebiet betrieben. Die wichtigsten Städte der Champagne sind Reims, Epernay, Troyes, Langres, Reynel, Prauthoy und Châlons-en-Champagne (früher Châlons-sur-Marne). Sämtliche französischen Könige wurden in der Kathedrale zu Reims gekrönt. Überliefert sind die Taufen des ersten christlichen Königs Chlodwig I. (496) und später Ludwigs des Frommen (816). Im 1.Weltkrieg verlief die Frontlinie zwischen den deutschen und alliierten Truppen nördlich der Linie Reims-Sainte Ménehould-Verdun durch die so genannte "Lause-Champagne" (da es dort nur Ackerbau gab und keinen Weinanbau wie zwischen Reims und der Marne). Nach dem Erstarren der Front im Herbst 1914 folgten verlustreiche Schlachten (Februar/März 1915: Winterschlacht, September/Oktober 1915: Herbstschlacht, April 1917: Schlacht um das Massiv des Mont Cornillet, September/Oktober 1918: Alliierte Offensive), bis auf den Endkampf 1918 ohne nennenswerte Frontverschiebungen. Noch heute zeugen dort viele Friedhöfe und Denkmäler vom Krieg. Ein wesentlicher Teil des alten Schlachtfeldes wird heute als Truppenübungs- und Bombenabwurfplatz der französischen Armee genutzt, kann jedoch alle zwei Jahre durch die Öffentlichkeit besichtigt werden.

Grafen von Champagne


- Drogo, dux der Champagne († 708), Sohn von Pippin dem Mittleren (Arnulfinger)
- Arnulf, dux 715 († nach 723), Sohn Drogos

- Theobald I. († 978) Graf von Blois, heiratet Liutgard von Vermandois, Tochter des Grafen Heribert II., Erbin der Grafschaft Meaux und der Grafschaft Troyes, die unter dem Namen Champagne zusammengefasst werden (Karolinger)
- Odo I. († 996) Graf von Blois 978-995, Sohn Theobalds I.
- Theobald II. († 1004) Graf von Blois 996-1004, Sohn Odos I.
- Odo II. († 1037) Graf von Blois 1004-1037, Graf von Champagne 1019-1037, Bruder Theobalds II.
- Stephan I. († 1047/58) Graf von Champagne 1037-1047/48, Sohn Odos II.
- Odo († nach 1096) Graf von Champagne 1048-1063, vertrieben, Sohn Stephans I.
- Theobald I. († 1089) Graf (Theobald III.) von Blois 1037-1089, Graf von Champagne 1048-1089, Bruder Stephans I.
- Hugo I. († 1126) Graf von Champagne 1089-1125, Sohn Theobalds I.
- Theobald II. († 1152) Graf (Theobald IV.) von Blois 1102-1152, Graf von Champagne 1125-1152, Neffe Hugos I.
- Heinrich I. († 1181) Graf von Champagne 1152-1181, Sohn Theobalds II.
- Heinrich II. († 1197) Graf von Champagne 1181-1197, König von Jerusalem 1192-1197, Sohn Heinrichs I.
- Theobald III. († 1201) Graf von Champagne 1197-1201, Bruder Heinrichs II., heiratet Blanka, Erbtochter des Königs Sancho VI. von Navarra
- Theobald IV. († 1253) Graf von Champagne 1201-1253, König (Theobald I.) von Navarra 1234-1253, Sohn Theobalds III.
- Theobald V. († 1270) König (Theobald II.) von Navarra, Graf von Champagne 1253-1270, Sohn Theobalds V.
- Heinrich III. († 1274) König (Heinrich I.) von Navarra, Graf von Champagne 1270-1274, Bruder Theobalds V.
- Johanna I. († 1305) Königin von Navarra, Gräfin von Champagne 1274-1307, Tochter Heinrichs III., heiratet Philipp IV. († 1314) König von Frankreich
- Ludwig († 1316) König (Ludwig X.) von Frankreich 1314-1316, Graf von Champagne 1304-1316, Sohn Johannas I.
- Johanna II. († 1349) Gräfin von Champagne 1316-1349, Tochter Ludwigs Die Champagne wird am 15. März 1335 an die französische Krone abgetreten. Kategorie:Historisches Territorium Kategorie:Historische Landschaft ja:シャンパーニュ

Clairvaux

Clairvaux ist eine ehemalige Zisterzienserprimarabtei, liegt in der heutigen Region Champagne-Ardenne und wurde durch Bernhard von Clairvaux und zwölf Mönchen 1115 gegründet. Es ist eines der vier Primarabtein von Citeaux. Clairvaux war Ausgangspunkt einer bedeutenden Filiation. Das Kloster Clairvaux wurde in der Französischen Revolution aufgehoben und später als Gefängnis genutzt. Im Kloster Clairvaux wirkten folgende Personen:
- Bernhard von Clairvaux (Abt, + 1153)
- Gerhard von Clairvaux (Mönch, + 1138)
- Heinrich von Clairvaux (Abt, + 1189) Siehe auch: Clervaux (deutsch Clerf) im Großherzogtum Luxemburg Kategorie:Ort in Champagne-Ardenne Kategorie:Zisterzienserkloster

Mainz

Mainz (franz. Mayence), gegenüber der Mündung des Mains am Rhein gelegen, ist Landeshauptstadt und zugleich die größte Stadt des Bundeslandes Rheinland-Pfalz. Mainz ist Sitz einer Universität, eines Bistums sowie mehrerer Fernseh- und Rundfunkanstalten und versteht sich als eine Hochburg der rheinischen Fastnacht. Die größten Nachbarstädte sind Wiesbaden, Ludwigshafen, Mannheim, Darmstadt und Frankfurt am Main. Mainz ist eines der fünf Oberzentren des Landes Rheinland-Pfalz und bildet mit Wiesbaden ein länderübergreifendes Doppelzentrum. Die Einwohnerzahl der Stadt Mainz überschritt im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts die Grenze von 100.000, wodurch die Stadt zur Großstadt wurde.

Geografie

Mainz liegt am westlichen (linken) Ufer des Rheins, der die östliche Stadtgrenze bildet. Im Süden und Westen wird die Stadt vom Rande der rheinhessischen Hochfläche begrenzt und im Norden dehnt sich ein vom Rhein zurückgewichenes Ufervorland aus.

Nachbargemeinden

Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Mainz, sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Norden genannt:
- Rechtsrheinisch (Hessen): :Landeshauptstadt Wiesbaden (kreisfreie Stadt, einschließlich der von Wiesbaden verwalteten Mainzer Stadtteile Mainz-Kastel, Mainz-Kostheim und Mainz-Amöneburg) sowie die ehemalige Mainzer Stadtteile Ginsheim und Gustavsburg, die nunmehr die hessische Gemeinde Ginsheim-Gustavsburg (Kreis Groß-Gerau) bilden.
- Linksrheinisch die zum Landkreis Mainz-Bingen gehörigen Gemeinden: :Bodenheim, Gau-Bischofsheim und Harxheim (Verbandsgemeinde Bodenheim), Mommenheim (Verbandsgemeinde Nierstein-Oppenheim), Zornheim, Nieder-Olm, Ober-Olm, Klein-Winternheim und Essenheim (alle Verbandsgemeinde Nieder-Olm), Wackernheim und Heidesheim am Rhein (Verbandsgemeinde Heidesheim am Rhein) und Budenheim (verbandsfreie Gemeinde)

Stadtgliederung

Das Stadtgebiet von Mainz ist entsprechend der Hauptsatzung der Stadt Mainz in 15 Ortsbezirke aufgeteilt. Jeder Ortsbezirk hat einen aus jeweils 13 direkt gewählten Mitgliedern bestehenden Ortsbeirat und einen ebenfalls direkt gewählten Ortsvorsteher, der Vorsitzender des Ortsbeirats ist. Der Ortsbeirat ist zu allen wichtigen Fragen, die den Ortsbezirk berühren, zu hören. Die endgültige Entscheidung über eine Maßnahme obliegt dann jedoch dem Gemeinderat der Gesamtstadt Mainz. Ortsvorsteher Ortsbezirke der Stadt sind:

Geschichte

Siehe Hauptartikel Geschichte der Stadt Mainz

Vorgeschichte und römische Zeit

Geschichte der Stadt Mainz Das Stadtgebiet des heutigen Mainz war schon zur letzten Eiszeit vor 20.000 bis 25.000 Jahren eine Raststätte für Jäger, wovon 1921 bei Ausgrabungenen entdeckte Relikte zeugen. Erste dauerhafte Ansiedelungen im Mainzer Stadtgebiet sind jedoch keltischen Ursprungs. Die Kelten waren in der zweiten Hälfte des ersten Jahrtausends v. Chr. die dominierende Kraft am Rhein. Aus diesen keltischen Siedlungen und der mit ihnen im Zusammenhang stehenden keltischen Gottheit Mogon (in etwa vergleichbar dem griechischen Apoll) leiteten die nach dem gallischen Krieg (52 v. Chr.) am Rhein eintreffenden Römer die Bezeichnung Mogontiacum für ihr neues Legionslager ab. Lange Zeit wurde angenommen, dass dieses Lager um 38 v. Chr. gegründet wurde. Neuere Forschungen haben jedoch ergeben, dass die Gründung des Lagers und damit letztendlich der Stadt Mainz erst später, nämlich 13/12 v. Chr. durch Nero Claudius Drusus erfolgte. Die Stadt gehörte anschließend über 500 Jahre zum römischen Reich und war ab 89 n. Chr. Hauptstadt der Provinz Germania Superior.

Spätantike und frühes Mittelalter

Schon während der Endphase des römischen Reiches waren in der Stadt erste christliche Gemeinden entstanden. Vielleicht schon 343 ist mit Mar(t)inus ein Bischof nachweisbar. Nach den überwundenen Wirren der Völkerwanderung begann allmählich der Aufstieg der Stadt. Am Ende dieser Entwicklung stand eine herausragende Bedeutung auf kultureller, religiöser und politischer Ebene. Ab Mitte des 8. Jhs. wurde von Mainz aus durch Erzbischof Bonifatius aktiv die Christianisierung des Ostens, vor allem der Sachsen betrieben. 780/82 wurde Mainz zum Erzbistum erhoben. Die Kirchenprovinz entwickelte sich in der Folge zur größten jenseits der Alpen. Im neunten und zehnten Jahrhundert erwarb sich Mainz den Titel Aurea Moguntia: Der Einfluss der Mainzer Erzbischöfe ließ diese zu Reichserzkanzlern, Landesherren des kurmainzischen Territoriums und Königswählern (Kurfürsten) aufsteigen. Erzbischof Willigis (975 - 1011) ließ den Mainzer Dom als Zeichen seiner Macht errichten und war zeitweise als Reichsverweser der bestimmende Mann im Reich. Im Zuge dieses Aufstieges der geistlichen Macht in weltlichen Angelegenheiten war die Stadt Mainz selber unter die Kontrolle ihres Erzbischofs gefallen.

Hochmittelalter

Das Hochmittelalter brachte für die Bürger erstmals besondere Privilegien, die ihnen von Erzbischof Adalbert I. von Saarbrücken (1110 - 1137) verliehen wurden. Sie beinhalteten vor allem Steuerfreiheiten und das Recht, sich nur innerhalb der Stadt vor Gericht verantworten zu müssen. Nach der Ermordung des Erzbischofs Arnold von Selenhofen im Jahre 1160 wurden diese Privilegien jedoch wieder rückgängig gemacht. Zudem wurden die Stadtmauern auf Befehl Kaiser Friedrich Barbarossas geschleift. Obgleich derart gezeichnet, war Mainz schon bald wieder Zentrum der Reichspolitik. Friedrich Barbarossa lud schon 1184 die Elite des Reiches zu einem Hoftag anlässlich der Schwertleite seiner Söhne nach Mainz, der einigen Chronisten als größtes Fest des Mittelalters gilt. Schon 1188 kam er erneut nach Mainz, um dort auf dem Hoftag Jesu Christi zum Dritten Kreuzzug aufzubrechen. 1212 krönte Siegfried III. von Eppstein den bedeutendsten Stauferkaiser Friedrich II. im Mainzer Dom zum König. Friedrich II. kehrte 1235 nach Mainz zurück um dort einen Reichstag abzuhalten. Auf diesem wurde am 15. August der Mainzer Landfriede erlassen. In den Auseinandersetzungen, die zwischen den Staufern und ihren Gegnern in den 1240ern immer heftiger wurden, ließen sich die Mainzer Bürger von beiden Seiten umwerben. Die Folge dieser Politik war, dass die Bürgern als Preis für ihre Unterstützung 1244 von Erzbischof Siegfried III. von Eppstein ein umfassendes Stadtprivileg erhielten. Der Erzbischof war danach nur noch formal Oberhaupt der Stadt, die Selbstverwaltung, Gerichtsbarkeit und die Entscheidungsgewalt über neue Steuern ging auf die Bürgerschaft bzw. den 24-köpfigen Stadtrat über. Außerdem entband das Privileg die Bürger von ihrem Gefolgszwang in allen kriegerischen Auseinandersetzungen, die nicht die Stadtverteidigung betrafen. Von diesem Zeitpunkt an war Mainz Freie Stadt.

Freie Stadt Mainz

Freie Stadt Die Zeit als Freie Stadt (bis 1462) gilt als Höhepunkt der Stadtgeschichte. Der politische Einfluss der Bürgerschaft erreichte während dieser Zeit die höchste kommunale und überregionale Bedeutung, wovon die Gründung des Rheinischen Städtebundes 1254 ein deutliches Zeugnis ablegt. Handel und Gewerbe konnten in dieser Zeit nicht zuletzt unter dem Schutz des Städtebunds und der Garantie des Mainzer Landfriedens von 1235 florieren. Mainz stieg zu einem wichtigen Wirtschaftsstandort auf. Ab 1328 begann durch Konflikte mit dem Erzbischof der Niedergang des freien Bürgertums und seiner Privilegien. In der Mainzer Stiftsfehde schlugen sich die Bürger auf die Seite des Erzbischofs Diether von Isenburg, der sich sowohl Kaiser als auch Papst zum Gegner gemacht hatte. Die Stadt wurde 1462 durch Adolf II. von Nassau, den Konkurrenten Diethers um das Erzbischofsamt, eingenommen. Adolf II. ließ sich von den Mainzer Bürgern daraufhin alle Privilegien aushändigen und beendete die Zeit der Freien Stadt. Mainz wurde kurfürstliche Residenzstadt und entwickelte sich so langsam zur Adelsmetropole ohne eigene politische Bedeutung.

Kurfürstliche Residenzstadt

Als seinen Nachfolger empfahl Adolf II. dem immer mächtigeren Domkapitel ausgerechnet wieder Diether von Isenburg. Dieser gründete 1477 die schon von Adolf II. geplante Universität. Die 1517 begonnene Reformation hatte zunächst gute Aussichten in Mainz. Der dort um 1450 von Johannes Gutenberg erfundene Buchdruck mit beweglichen Lettern ermöglichte eine rasche Ausbreitung der reformatorischen Schriften und der Mainzer Erzbischof und Kardinal Albrecht von Brandenburg stand ihren Ideen zunächst aufgeschlossen gegenüber. Letztendlich konnte sie sich aber in Mainz nicht durchsetzen. Zweimal wählte das Domkapitel mit knapper Mehrheit katholische Erzbischöfe. Mit Ausnahme von Garnisonsgemeinden konnte sich bis 1802 keine evangelische Gemeinde in der Stadt bilden. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts wurde Mainz mehr und mehr zur Festung ausgebaut, was die Entwicklung der Stadt bis ins 20. Jahrhundert hinein beeinträchtigte. Trotz dieser Festung wurde Mainz im 30-jährigen Krieg von der schwedischen Armee kampflos eingenommen. Maßgeblich zur Beendigung des Krieges trug Johann Philipp von Schönborn bei, der 1647 Erzbischof von Mainz wurde und unter dessen Pontifikat die Stadt sich schnell wieder von den Verheerungen des Krieges erholen konnte. In der nun aufkommenden Barockzeit entstanden glanzvolle Bauten in der Stadt, die auch heute noch zum Stadtbild gehören. Mit der Amtszeit des Kurfürsten Emmerich Joseph von Breidbach zu Bürresheim (1763 - 1774) erhielt die Aufklärung auch auf politischer Ebene Einzug in die „Stadt des Adels“.

Das Ende der alten Ordnung

Die Ideen der Aufklärung führten in Frankreich schließlich zur Revolution. Der Mainzer Kurfürst und Erzbischof Friedrich Karl Joseph von Erthal unterstützte den harten Kurs des Reiches gegenüber den Revolutionären. Doch nachdem Frankreich in den Koalitionskriegen 1792 die linksrheinischen Gebiete des Reiches einschließlich Mainz erobert hatte, musste er aus der Stadt fliehen. In Mainz fanden auf Veranlassung der Besatzungsmacht 1793 die ersten freien Wahlen statt. Diese Mainzer Republik gilt als erste Demokratie auf deutschen Boden. Doch schon im Juli zogen die Franzosen nach preußischer Belagerung und Beschießung der Stadt wieder ab. Die Mainzer Republik war damit schon nach kurzer Zeit Geschichte. Die Koalitionskriege aber gingen weiter und führten 1797 zur nächsten Besetzung der Stadt. Der Adel verschwand aus Mainz und ließ die Stadt bürgerlich werden. Als Entschädigung für die von Frankreich links des Rheins enteigneten Fürsten beschloss die außerordentliche Reichsdeputation in Regensburg 1803 in ihrem Hauptschluss die Aufhebung der geistlichen Kurfürstentümer. Mainz wurde Hauptstadt des französischen Départements du Mont-Tonnerre (Donnersberg) unter Verwaltung des französischen Präfekten Jeanbon St. André. Die kurfürstlich-erzbischöfliche Zeit war damit vorbei.

Mainz im 19. Jahrhundert

Jeanbon St. André Jeanbon St. André Durch den Verlust ihrer Residenzfunktion provinzialisierte die seit 1816 zum Großherzogtum Hessen-Darmstadt gehörende Stadt im 19. Jahrhundert sehr stark. Die Festungsfunktion (nun Bundesfestung des Deutschen Bundes) behinderte außerdem die Ausdehnung der Stadt. Bedeutende Ereignisse sind in der Stadtgeschichte zu dieser Zeit daher kaum zu finden. Von nachwirkender Bedeutung ist lediglich die sich ab 1837 entwickelnde Mainzer Fastnacht. Erst ab 1886 setzte durch die Gründerzeit ein Bauboom und Bevölkerungszuwachs ein, der zusammen mit umfangreichen Eingemeindungen die Stadt 1908 zur Großstadt machte. Jedoch konnte die Stadt aufgrund der Festungsfunktion lange nicht so wachsen wie beispielsweise Wiesbaden.

Mainz im 20. Jahrhundert

Der Erste Weltkrieg beendete diesen kurzen Aufschwung. Nach dem Krieg gingen die Goldenen Zwanziger am erneut von den Franzosen besetzten Mainz fast vollständig vorbei. Nach dem Ende der Besatzungszeit 1930 kam es erneut zu umfangreichen Eingemeindungen (siehe Tabelle unten), die das Stadtgebiet verdoppelten. 1938 wurde Mainz kreisfreie Stadt. Der Nationalsozialismus konnte in Mainz zunächst nicht Fuß fassen. Noch zur Machtergreifung am 30. Januar 1933 demonstrierten mehr Menschen gegen das neue System als dafür. Nach der Machtergreifung änderte sich dies jedoch. Die 3000 Menschen große jüdische Gemeinde von Mainz wurde fast vollständig deportiert. Der Zweite Weltkrieg verschonte die Stadt zunächst. Erst 1942 fanden die ersten schwereren Bombenangriffe statt. Der schlimmste Angriff ereignete sich am 27. Februar 1945, als Mainz durch britische Bomber fast völlig zerstört wurde. Am Ende des Krieges war die Stadt zu 80 % zerstört. Nach dem Krieg wurde Mainz erneut von den Franzosen besetzt. Die Grenze der französischen und amerikanischen Besatzungszone bildete auf der Höhe von Mainz der Rhein, weswegen die rechtsrheinischen Vororte von Mainz der treuhänderischen Verwaltung der Stadt Wiesbaden unterstellt wurden. Die Neugründung der Länder Hessen und Rheinland-Pfalz machte diese Teilung endgültig. Schon 1946 wurde die 1798 aufgehobene Universität wieder errichtet. Mainz wurde Hauptstadt des neugegründeten Landes Rheinland-Pfalz und konnte so seinen fast 150-jährigen Prozess der Provinzialisierung beenden. 1962 beging die Stadt ihre 2000-Jahr-Feier.

Wappen

Das Wappen der Stadt Mainz zeigt zwei durch ein silbernes Kreuz verbundene, schräg gestellte, sechsspeichige silberne Räder auf rotem Untergrund. Die Stadtfarben sind Rot-Weiß. Ursprünglich zeigte das Wappen den Patron der Stadt, den Heiligen Martin. Das Ratssiegel der Stadt von 1300 zeigte diesen erstmals in Verbindung mit dem Rad (zur genauen Entstehungsgeschichte siehe den Artikel Mainzer Rad). Der Erzbischof von Mainz, zugleich auch Fürst des Kurstaates übernahm das Rad auch in das Territorialwappen. Zur Unterscheidung dazu führte die Stadt nun allein das Doppelrad als Wappen, wobei ab dem 16. Jahrhundert das Rad schräg gestellt wurde. Während der Zugehörigkeit der linksrheinischen Gebiete zu Frankreich wurden zunächst alle Wappen in den besetzten Gebieten verboten. Das Siegel der neugeschaffenen Mairie - dem französischen Bürgermeisteramt - zeigte die Freiheitsgöttin mit der Jakobinermütze. Nach der Kaiserkrönung Napoleons 1804 beinhaltete das Stadtsiegel den französischen Kaiseradler. Am 13. Juni 1811 wurde das Mainzer Rad wieder zugelassen. Dem Wappen wurden oben in einem Balken die drei Bienen des Hauses Napoleon hinzugefügt. Die Farben allerdings waren vertauscht. Zwischen 1835 und 1915 trug das Wappen noch ein besonderes Schildhaupt. Damit sollte Mainz als Bundesfestung abgebildet werden. Seit dem 12. Juni 1915 hat das Wappen seine heutige Form.

Religionen

1915 Jahrhundertelang war die Stadt als Sitz des höchsten (katholischen) Reichsfürsten immer katholisch geprägt. Eine frühchristliche Gemeinde bestand vermutlich schon im 2. Jahrhundert, um 343 ist das Bistum Mainz erstmals sicher erwähnt. 780/782 wurde Mainz zum Erzbistum erhoben. Erster Erzbischof von Mainz wurde Lullus, der bereits im Jahre 754 Nachfolger von Bonifatius (der als Missionsbischof nur den persönlichen Titel Erzbischof führte) geworden war. Mainz wurde in der Folge Hauptort des größten Metropolitanverbandes jenseits der Alpen (siehe Bistum Mainz). In dem sich im 13. Jahrhundert endgültig konstituierenden Kollegium der 7 Kurfürsten (Königswähler) nahm der Erzbischof von Mainz die führende Stellung ein. Die Ursprünge der Jüdischen Gemeinde sind nicht restlos geklärt. Für die These, die Juden seien mit den Römern nach Mainz gekommen, spricht sehr viel, ein Beweis ist jedoch bisher nicht gelungen. Die erste sichere Aufzeichnung stammt aus der zweiten Hälfte des 10. Jh. und ist eine hebräische Überlieferung rabbinischer Rechtsgutachten, die sich mit einer bereits blühenden jüdischen Gemeinde befassen. Indikator für die Entwicklung war wohl der Status der Stadt als wichtiger Handelsort der damaligen Zeit. Bedeutend war auch das Wirken Gerschom ben Jehudad, welcher einer der wichtigsten Gelehrten jener Zeit überhaupt war. Auf dem jüdischen Friedhof vom Mainz finden sich Grabsteine aus dem 11. Jh.. Die Gemeinde wurde mehrmals (siehe oben) durch Pogrome während der Zeit der Kreuzzüge und der Pestepidemien dezimiert. Vor 1933 hatte die Gemeinde bis zu 3000 Mitglieder, 1946 gerade noch 59. 1997 gab es 203 Mitglieder, was etwa 0,1 % der Gesamtbevölkerung ausmacht. Die alte Mainzer Synagoge in der Neustadt wurde während der Nazi-Zeit vollständig abgebrannt und zerstört. An der ursprünglichen Stelle wurden einige Säulen als Mahnmal wieder errichtet. Die Synagoge in Weisenau überstand den Krieg unbeschadet. Sie wurde Ende der 1990er Jahre restauriert und der jüdischen Gemeinde wieder als Gotteshaus übergeben. Obwohl einiges dafür sprach, wurde Mainz kein Zentrum der Reformation. Zwar war der damalige Erzbischof Albrecht von Brandenburg den Ideen des Protestantismus nicht abgeneigt, zugleich war er aber vom Ablasshandel abhängig, den Luther gerade in heftiger Weise kritisierte. Zu ersten Berührungen mit dem Protestantismus kam es so erst mit dem Schmalkaldischen Krieg und dessen Auswirkungen auf die Stadt 1552 und im 30-jährigen Krieg mit der Besetzung durch schwedische Truppen. Durchsetzen konnte sich die neue Konfession damals aber nicht. Nach dem Zusammenbruch der schwedischen Herrschaft noch während des 30-jährigen Krieges gewann wieder der Katholizismus die Oberhand. Einwohnern mit evangelischem Bekenntnis wurden die Bürgerrechte verweigert. Seit 1715 gab es in Mainz eine kleine lutherische Garnisonsgemeinde. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurden vermehrt die inzwischen in die Stadt zugezogenen Protestanten nicht nur geduldet, der vom Geist der Aufklärung erfasste Kurfürst Emmerich Joseph von Breidbach zu Bürresheim und sein Großhofmeister Friedrich von Stadion beschäftigten sogar protestantische Offiziere und Kammerherren am Hof. Unter Kurfürst Erthal erhalten sie auch Einfluss auf das Bildungswesen. Eigene Kirchen erhielten sie jedoch zunächst nicht. Erst 1802, nach dem faktischen Zusammenbruch des Kurstaates also, wurde die erste evangelische Kirchengemeinde als "unierte" gegründet, das heißt sie hatte sowohl lutherische als auch reformierte Gemeindemitglieder. Sie galt als Vorbild für die 1822 durchgeführte Union beider Konfessionen in Rheinhessen. Als fördernd erwies sich auch, dass Mainz als Bundesfestung eine teilweise preußische (und damit protestantische) Besatzung hatte. Durch den einsetzenden Boom und das Wachstum der Stadt durch Zuzug von Außen wuchs die Mainzer Gemeinde rasch: Gab es 1849 27.633 Katholiken und 5.037 Protestanten, waren es 1901 49.408 Katholiken, aber schon 31.151 Protestanten. 1930 gab es in der Stadt 78.500 Katholiken und 48.500 Protestanten. Heute ist das Verhältnis zwischen den großen Konfessionen in etwa ausgeglichen. Das katholische Bistum, 1803 aufgelöst und unter Napoleon neu umschrieben, wurde 1821 in seinen heutigen Grenzen festgeschrieben und umfasst im wesentlichen die Grenzen des Großherzogtums Hessen-Darmstadt, zu dem Mainz damals gehörte. 1832 wurde Rheinhessen auch kirchlich Bestandteil der evangelischen Kirche im Großherzogtum Hessen, wo Rheinhessen eine eigene Superintendentur bildete. Nach vorübergehender Verlegung des Sitzes der Superintendentur nach Darmstadt 1882 wurde Mainz 1925 erneut Sitz derselben. 1934 wurde aus der Superintendentur die Propstei Rheinhessen, in der nunmehr mit Nassau vereinigten Kirche. Die Kirchengemeinden der Stadt gehören seither - sofern sie nicht einer Freikirche angehören - zum Dekanat Mainz (Propstei Rheinhessen) der evangelischen Kirche in Hessen und Nassau. Auch andere christliche Religionsgemeinschaften befinden sich in Mainz: Die Altkatholische Kirche (seit 1876), die Gemeinschaft der Siebenten-Tages-Adventisten (seit 1907), die Bibelgemeinde (seit 1978), die Christengemeinschaft (seit Ende der 1920er), das Christliche Zentrum „Der Fels e.V.“, die Zeugen Jehovas, die en Christo Gemeinde (seit 1995), die Baptisten (seit 1862), die Evangelisch-methodistische Kirche (seit 1906), die Freie evangelische Gemeinde (seit 1982), die Orthodoxe Kirche (seit 1992) und seit ca. 1895 die Gemeinde der Neuapostolische Kirche. Durch Einwanderung und Einbürgerung hinzugekommen ist die muslimische Gemeinde, die mittlerweile im Stadtgebiet über sechs Gebetshäuser/-räume verfügt. Siehe auch: Konfessionsverteilung der Einwohner der Stadt Mainz (Auflistung seit 1800)

Das heutige Mainz

Entwicklung des Stadtnamens

Konfessionsverteilung der Einwohner der Stadt Mainz Im Laufe der Geschichte veränderte sich der Name der Stadt mehrmals, von einer verbindlichen Schreibweise kann wohl erst seit dem 18. Jahrhundert gesprochen werden. Dabei spielte die Veränderungen der lateinischen Sprache eine wichtige Rolle. „Mogontiacum“ stammte aus der Phase der so genannten „silbernen Latinität“. Nach Einsetzen der Hinwendung zum Mittellateinischen, das sich jenseits der Alpen rasch entwickelte, wurde das Wort ab dem 6. Jahrhundert verkürzt und fortan „Moguntia“ bzw „Magantia“ geschrieben und ausgesprochen. Im 7. Jahrhundert firmiert der Stadtname als „Mogancia“, „Magancia urbis“ bzw. „Maguntia“, im 8. Jahrhundert als „Magontia“. Im 11. Jahrhundert war der Name wieder bei „Moguntiacum“ bzw „Moguntie“ angekommen. Überhaupt war der Stadtname häufig nicht von wirklicher Sprachentwicklung (wie etwa der Lautverschiebung bei Borbetomagus - Worms), sondern von der jeweils herrschenden „Mode“ der Aussprache beeinflusst. Das 12. Jahrhundert bezeichnete die Stadt als „Magonta“, „Maguntia“, „Magontie“, und „Maguntiam“. Eine arabische Weltkarte nennt sie „maiansa“. Von 13./14. bis zum 15. Jahrhundert wandelte sich der Name von Meginze zu Menze, wobei dies die Namensentwicklung in lateinischen Quellen ist. Deutschsprachige Quellen sprechen 1315 von Meynce, 1320 von Meintz, 1322 von Maentze, 1342 von Meintze und 1357 wieder von Meintz. Zu erklären sind diese Verkürzungen mit der Änderung der Betonung des ursprünglich lateinischen Namens. Der germanische Sprachstil betonte mehr einfach die erste Silbe und ließ den Rest als Anhängsel alsbald fallen (was auch erklärt, warum aus dem langen „Borbetomagus“ das kurze „Worms“ wurde). Im 15. Jahrhundert taucht zum ersten Mal „Maintz“ auf, häufiger ist aber weiterhin „Menz“, „Mentze“, „Meintz“ oder „Meyntz“. Die ai-Formen setzten sich dann im 16. Jahrhundert durch. Diese Schreibweise wurde auch vom Barock bevorzugt, so dass sie sich durchsetzte und seit dem 18. Jahrhundert auch kaum noch verändert wurde. Eine Ausnahme bildet die französische „Umtaufung“ in Mayence während der Besetzung von 1799.

Stadtbild

1799 Die Stadt Mainz ist in ihrem weiteren Innenstadtbereich sowie in einzelnen Vororten (vor allem Mombach und Weisenau) zunehmend großstädtisch geprägt. Bei anderen Vororten (z.B. Drais oder Finthen) blieb der dörfliche Charakter weitgehend bestehen. In der Innenstadt selbst sind jedoch auch viele andere Elemente des Städtebaus erhalten geblieben. Noch klar an das mittelalterliche und frühneuzeitliche Stadtbild erinnert die heutige "Altstadt" mit ihren verwinkelten Straßen und Gassen um die Augustinerstraße. Dort finden sich auch bis heute noch Fachwerkhäuser. Große Teile der historischen Altstadt, vor allem nördlich der Ludwigsstraße, wurden im 2. Weltkrieg beschädigt und nachher abgerissen und modern überbaut. Die von Stadtbaumeister Eduard Kreyssig entworfene Neustadt war eines der größten Stadterweiterungsprojekte seiner Zeit, in dem die Stadtfläche sich fast verdoppelte. Die Neustadt entstand in der Gründerzeit um 1900, in der sich Mainz von der provinziell geprägten Festungsstadt zur Großstadt entwickelte. Das Panorama der Stadt von der Rheinseite wird heute vor allem von Bauten zweier unterschiedlicher Bauepochen geprägt: Dem Rathauskomplex (von Arne Jacobsen)mit Hilton-Hotel und Rheingoldhalle aus der Moderne und dem Barock- bzw. Renaissance Ensemble bestehend aus dem Neuen Zeughaus (heute Staatskanzlei), dem Deutschhaus (heute Landtag) und dem Kurfürstlichen Schloss. In der im Zweiten Weltkrieg weitgehend zerstörten Innenstadt wurden nur die wichtigsten Gebäude wiedererrichtet. Dazu gehören die vielen barocken Adelspaläste, die sich vor allem am Schillerplatz befinden. Ansonsten wurden in Mainz meist neue Häuser gebaut. Bedingt durch den erst späten Aufschwung zu Beginn der 60er Jahre sind diese Gebäude vor allem in dem Stil jener Dekade gehalten, was damals wie heute von Städtebauern kritisiert wurde. Auch viele Wohnsiedlungen im Umkreis der Stadt sind im Stil der 60er entstanden. Von den Bauepochen des 19. und 20. Jahrhunderts sind in Mainz außer der evangelischen Christuskirche und den Festungsanlagen bzw. deren Resten keine bedeutenden Gebäude erhalten geblieben. Die noch heute häufig im Stadtbild deutlich sichtbaren Bau-Zeugnisse jener Zeit sind fast ausschließlich Wohnhäuser mit oder ohne Geschäftszeile. Von den bedeutenderen Bau-Epochen in Mainz, Romanik, Gotik, Renaissance (in Ansätzen) und vor allem Barock sind jedoch noch mannigfaltige Beispiele erhalten geblieben.

Romanik und Gotik in Mainz

Kurfürstlichen Schloss Auch heute sind in der Stadt Mainz viele Zeugnisse historischer Baukultur der Romanik und Gotik erhalten, die das Stadtbild prägen. Bedeutendstes Bauwerk der Romanik in Mainz ist der Mainzer Dom, den Erzbischof Willigis zwischen 975 und 1009 errichten ließ. Da er bereits am Tag seiner Weihe weitgehend abbrannte, wurde er in den Folgejahren immer größer aufgebaut, denn auch 1081 und 1137 brannte der Dom. Er wurde von Erzbischof Bardo, Kaiser Heinrich IV., Erzbischof Konrad I. von Wittelsbach und Erzbischof Siegfried III. von Eppstein durch alle Bauepochen der Romanik weitergeführt. Zu Beginn der Epoche der Gotik wurden auch am Dom gotische Elemente verwirklicht. Unter anderem wirkte der als Naumburger Meister bekannt gewordene Künstler am Dom. Westlich vom Dom liegt die St. Johanniskirche die vermutlich über dem ersten Dom errichtet wurde und wohl selbst auch einmal Domkirche des Bistums war. Sie wurde 910 von Erzbischof Hatto geweiht und in spätkarolingischen Formen errichtet, durch Umbauten und nach Zerstörungen vor allem im Zweiten Weltkrieg ist sie jedoch mehrfach überformt worden. Zusammen mit dem Dom und der 1793 zerstörten, dem Dom östlich vorgelagerten Liebfrauenkirche bildete die Johanniskirche einst eine zusammenhängende Einheit und mit den umliegenden Plätzen („Höfchen“) die erzbischöfliche Pfalz. Nicht erhalten ist die historische Klosterkirche St. Alban, die in ihrer Größe im 8. und 9. Jh. wichtigste Kirche und geistiges Zentrum des Bistums war. Sie verfiel schon im Hochmittelalter, die Reste wurden im Markgräflerkrieg zerstört. Ebenfalls von Willigis gegründet ist die Stiftskirche St. Stephan die jedoch bald durch einen gotischen Bau ersetzt wurde und heute die größte gotische Kirche in Mainz ist. Aus der Stilepoche der Gotik stammen auch die Pfarrkirchen St. Emmeran und St. Quintin (gleichzeitig Pfarrkirche der ältesten Pfarrei von Mainz/ Vorgängerbau schon im 8. Jahrhundert). Die im Zweiten Weltkrieg zerstörte gotische Kirche St. Christoph ist heute das Kriegsmahnmal der Stadt.

Renaissance

St. Quintin Bedeutendstes Bauwerk der Renaissance in Mainz ist das Kurfürstliche Schloss. Stilistisch gehört es zu der so genannten „Deutschen Renaissance“, deren spätestes Zeugnis dieser Bau ist. Ebenfalls aus der Stilepoche der Renaissance stammen das Haus Zum Römischen Kaiser, das heute das Gutenbergmuseum beherbergt und der Schönborner Hof am Schillerplatz, heute Sitz des Institut Francais. Der von Erzbischof Albrecht gestiftete Marktbrunnen gehört zu den prächtigsten Renaissancebrunnen Deutschlands. Als weiteres Zeugnis, freilich schon am Übergang zum Barock stehend, kann die ab 1615 in der Nähe des heutigen Gutenbergplatzes errichtete Domus Universitatis angesehen werden, welche für Jahrhunderte höchster Profanbau der Stadt war.

Barock und Rokoko

Die Barockzeit, vor allem während des Pontifikats Lothar Franz' von Schönborn ließ die Stadt einen beispiellosen Bauboom erleben, dessen Ergebnisse noch heute im Stadtbild zu sehen sind und dieses zum Teil sogar prägen. Am Schillerplatz, an der Großen Bleiche, in der Klarastraße sowie am Rhein finden sich heute etliche Paläste des ehemaligen Mainzer Adels. Auch einige Kirchen finden sich noch, obwohl viele aus dieser Zeit in den Wirren der Geschichte wieder zerstört wurden. Bedeutende Kirchen sind die Augustinerkirche in der gleichnamigen Altstadtstraße und die in den Formen des Rokoko errichtete Peterskirche an der Großen Bleiche. Die ebenfalls zu jener Zeit errichtete Ignazkirche (ab 1763) ist jedoch schon ein frühes Beispiel des Klassizismus.

Festungsbauten

Aus der Festungszeit der Stadt sind etliche Relikte vorhanden, die aus verschiedenen Epochen stammen. Exponiertes Beispiel des Barocks ist dabei das Palais des Festungskommandanten, welches mit der Zitadelle über der Stadt thront. Doch auch frühere Teile der alten römischen und mittelalterlichen Stadtbefestigung sind noch vorhanden und zumindest in ihrem Mauerwerk noch original. Am Rhein erheben sich das Holztor und der Eisenturm, die ihre Torfunktion jedoch durch die Aufschüttung des Rheinufers im 19. Jh. und die dadurch bedingte Straßenniveauhebung verloren haben. Der Holzturm war der Kerker des Räuberhauptmanns Schinderhannes. Spätere Zeugen des Festungsbaus sind das Fort Malakoff im Süden der Stadt, sowie das große, im Krieg nicht zerstörte, Proviant-Magazin in der Schillerstraße gegenüber des Erthaler Hofs. Abschließend lässt sich sagen, dass die Stadt letztendlich von einer Mixtur dieser Stile geprägt ist. Die Zerstörungen des Weltkrieges wurden von den Kommunalpolitikern der 1960er Jahre auch als Chance begriffen, alte Fehler bei Bauten und der Generalanlage (Straßennetz, übrige Infrastruktur) der Stadt zu beheben.

Stadtentwicklung

Nachdem das Legionslager Mogontiacum gegründet war, wurde das Lager, das im Bereich des heutigen Kästrichs liegt, sehr schnell von einzelnen Ansiedelungen (lat. cannabae) umgeben. Die Legionen brauchten Handwerker und Gewerbetreibende zur Aufrechterhaltung ihrer Einsatzfähigkeit. Diese Ansiedelungen sind der Ausgangspunkt der urbanen Entwicklung von Mainz. Nach dem Ende der römischen Herrschaft prosperierte die Stadt vor allem unter dem Einfluss des Christentums. Doch auch die Funktion als Umschlagplatz für Handelsgüter aller Art (später vor allem Messewaren, die für Frankfurt bestimmt waren) beschleunigte die Stadtentwicklung. Besiedelt wurde vor allem der Raum zwischen dem alten Römerlager und dem Rhein. Die Ausdehnung der Stadt wurde über Jahrhunderte von den Festungsmauern begrenzt. Die mittelalterliche Stadtbefestigung war ab der Mitte des 16. Jahrhunderts einer moderneren Festungsanlage gewichen, die schließlich die ganze Stadt umfasste. Außerhalb dieser Festung durften keine Steinbauten entstehen, um anrückenden Truppen keinen Schutz bieten zu können. So konnte sich die Stadt nur in den innerhalb der Mauern verbliebenen Freiflächen entwickeln. Ihr schnelleres Wachstum zum Ende des 19. Jahrhunderts bzw. zu Beginn des 20. Jahrhunderts verdankt die Stadt daher fast ausschließlich den Eingemeindungen und dem Bedeutungsverlust der Festung (von da an diente Metz als Bollwerk des Deutschen Reiches gegenüber Frankreich) nach dem deutsch-französischen Krieg von 1870/71. Die Festung wurde von da an langsam abgerissen, so dass die Stadt nun auch außerhalb der alten Mauern expandieren konnte. Die einzelnen Eingemeindungen sind in der Tabelle unter diesem Abschnitt nachvollziehbar. Die Abtretung der rechtsrheinischen Vororte nach dem Zweiten Weltkrieg wurde durch weitere Eingemeindungen von 1969 wieder ausgeglichen. Ab 1962 entstand mit dem Lerchenberg sogar ein völlig neuer Stadtteil.

Eingemeindungen

Ehemals selbständige Gemeinden und Gemarkungen, die in die Stadt Mainz eingegliedert wurden. 1 seit September 1945 unter treuhänderischer Verwaltung der Stadt Wiesbaden
2 seit September 1945 eigenständige Gemeinden im Kreis Groß-Gerau

Einwohner

Das durch die Festung begrenzte Bauland beeinträchtigte als logische Folge auch die Entwicklung der Einwohnerzahlen. Bis zum Ende der Festung hatte die Stadt fast nie mehr als 30.000 Einwohner. Lediglich als ab den 1850er Jahren die letzten freien Räume innerhalb der Festung, wie z.b. das Kästrich, bebaut und das Rheinufer in den 1880er Jahren erweitert wurde, konnte die Einwohnerzahl stärker ansteigen. Am bedeutendsten war jedoch die Einverleibung des "Gartenfelds" bzw. der Neustadt innerhalb einer neu errichteten Stadtmauererweiterung ab 1870. Im Vergleich aber etwa mit dem Wachstum von Wiesbaden zur selben Zeit konnte sich die Einwohnerzahl nur minimal erhöhen. Erst als die Festung ihre Funktion verloren hatte, führten die Expansion der Stadt und die Eingemeindungen zu einem stärkeren Bevölkerungswachtum. Ab 1908 zählte Mainz über 100.000 Einwohner und war damit Großstadt geworden. Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Einwohnerzahl wieder auf etwa 76.000 gefallen. Erst Mitte der 1960er Jahre erreichte sie wieder den Vorkriegswert. Gegenwärtig hat die Stadt über 192.000 Einwohner mit Hauptwohnsitz. Siehe auch: Genaue Einwohnerstatistik vom März 2004

Politik

Mainz wird seit 2002 im Bundestag durch Michael Hartmann (SPD) vertreten (direkt gewählter Abgeordneter). Zusätzlich wird der Wahlkreis Mainz durch Ute Granold (CDU) und Rainer Brüderle (FDP), beide jeweils über die Landeslisten gewählt, vertreten. Die Wahl 2005 hat erneut Michael Hartmann (SPD) gewonnen.

Kommunale Einordnung der Stadt

Die Stadt Mainz ist eine kreisfreie Stadt gemäß der Kommunalordnung des Landes Rheinland-Pfalz. Der Oberbürgermeister wird direkt gewählt. Zur historischen Entwicklung von der Erzbischöflichen Metropole (1011 bis 1244) über die Freie Stadt (1244 bis 1462), die Zeit als Residenzstadt unter der Verwaltung des Kurfürsten (bis 1798) und die Zeit von 1798 bis 1814 unter einer französischen Munizipalverfassung bis zum heutigen Status als kreisfreie Stadt siehe die Erläuterungen in den Artikeln über die Geschichte der Stadt Mainz. siehe auch: Liste der Oberbürgermeister von Mainz

Stadtrat

Bei den Stadtratswahlen vom 13. Juni 2004 ergab sich folgendes Ergebnis:

Städtepartnerschaften

Mainz unterhält mit folgenden Städten eine Städtepartnerschaft:
- 25px Watford, Grafschaft Hertfordshire (Großbritannien), seit 1956
- 25px Dijon (Frankreich), seit 1957
- 25px Longchamp (Frankreich), seit 1966 mit dem heutigen Mainzer Stadtteil Laubenheim
- 25px Zagreb (Kroatien), seit 1967
- 25px Rodeneck (Italien), seit 1977 mit Mainz-Finthen
- 25px Valencia (Spanien), seit 1978
- 25px Haifa (Israel), seit 1981
- 25px Erfurt (Thüringen), seit 1988
- 25px Louisville, Bundesstaat Kentucky (USA) seit 1994 Eine Städtefreundschaft besteht seit 1984 mit der Stadt Baku in Aserbaidschan.

Wirtschaft und Infrastruktur

Allgemeine Informationen

Wirtschaft und Infrastruktur sind in Mainz von der Zugehörigkeit zum Ballungsraum Frankfurt-Rhein-Main geprägt. Bei Rankings, die sich an der Wirtschaftsleistung der Städte orientieren, belegte die Stadt in den letzten Jahre stets vordere Plätze. So erreichte Mainz in einer Studie der Wirtschaftswoche im Jahr 2005 im Vergleich von 50 deutschen Städten den vierten Rang. Geprüft wurden innerhalb der Studie ökonomische und strukturelle Indikatoren wie Produktivität, Bruttoeinkommen und Investitionen. Mit einer Kaufkraft von 19.676 €/ Einwohner (2005) liegt die Stadt um 15% über dem Bundesdurchschnitt. 2002 erwirtschafteten 147.500 Erwerbstätige ein Bruttoinlandsprodukt von je 55.890 €.

Verkehr

Durch das Stadtgebiet führt in West-Ost-Richtung die Bundesautobahn 60 vom Dreieck Nahetal zum Rüsselsheimer Dreieck sowie von dieser abzweigend in Richtung Norden nach Wiesbaden die A 643. Richtung Süden führt die A 63 über Alzey nach Kaiserslautern. Ferner führen die Bundesstraßen 9 und 40 durch das Stadtgebiet. Rückgrat des öffentlichen Personennahverkehrs sind 3 Straßenbahn- und 21 Buslinien der MVG (Mainzer Verkehrsgesellschaft mbH — Verkehrsbetriebe der Stadtwerke Mainz AG) sowie anderer Verkehrsunternehmen. Die MVG bildet dabei mit ihrem Wiesbadener Kooperationspartner, der ESWE, ein gemeinsames Netz mit fortlaufenden Liniennummern. Wiesbadener Buslinien beschränken sich auf den Bereich bis einschließlich 49, Mainzer Bus- und Straßenbahnlinien werden mit Zahlen ab 50 nummeriert. Mit den Bussen und Bahnen der MVG werden täglich etwa 150.000 Fahrgäste befördert. Ferner ist die Stadt an das Netz der S-Bahn Rhein-Main angeschlossen. Der Mainzer Hauptbahnhof wird dabei täglich von 440 Nahverkehrszügen angefahren. Alle öffentlichen Verkehrsmittel sind zu einheitlichen Preisen innerhalb des Rhein-Main-Verkehrsverbunds (RMV) zu benutzen. Für Verbindungen aus dem und in das Gebiet des Rhein-Nahe-Nahverkehrsverbunds (RNN) kann auch dieser Tarif bis Mainz angewendet werden. Am Mainzer Hauptbahnhof halten täglich 78 Fernverkehrszüge. Der Bahnhof wird täglich von 55.000 Personen benutzt (Angabe der Bahn). Mainz ist an das InterCity- und EuroCity-Netz sowie das ICE-Netz der Deutschen Bahn angebunden. ICEs erreichen die Stadt dabei sowohl über die "alte" linksrheinische Strecke Richtung Koblenz als auch über den Wiesbadener Abzweig der Hochgeschwindigkeits-Neubaustrecke Köln-Frankfurt. Nach Süden fahren ICE-Züge über Mannheim bis Basel und Interlaken, gegebenenfalls über den Fernbahnhof Frankfurt-Flughafen. Regionale Züge fahren nach Frankfurt, Wiesbaden, Koblenz, Saarbrücken (entlang der Nahe), Mannheim (über Worms), Aschaffenburg (über Groß-Gerau und Darmstadt). Die alte Rheinstrecke, die parallel zur B 9 verläuft, dient auch dem Güterverkehr. Im Mainzer Raum überqueren 5 Brücken den Rhein: zwei Autobahnbrücken (A 60, A 643), zwei Eisenbahnbrücken (Richtung Frankfurt Flughafen und Richtung Wiesbaden) sowie eine Straßenbrücke (zwischen Innenstadt und Mainz-Kastel), in deren Nähe auch die alte Römerbrücke gestanden hatte. Die nächste Rheinbrücke im Unterlauf ist die Koblenzer Südbrücke und im Oberlauf die Nibelungenbrücke bei Worms. Der Mainzer Hafen hat eine Fläche von 30 ha, einen Umschlag von 1,3 Mio t und wird jährlich von 2.200 Schiffen angefahren (2003). Außerdem verfügt Mainz im Stadtteil Finthen über einen ganzjährig geöffneten Verkehrslandeplatz mit 1000 m Asphaltbahn (ICAO-Code EDFZ).

Industrie

In Mainz gibt es (2003) 74 Betriebe des verarbeitenden Gewerbes, in denen mindestens 20 Angestellte arbeiten. Insgesamt arbeiten in den Betrieben über 11.000 Beschäftigte, die einen Gesamtumsatz von über 2,2 Mrd € erwirtschaften. Dazu gibt es in der Stadt (2002) 79 kleinere Betriebe mit weniger als 20 Angestellten. Industrielle Ansiedelungen finden sich vor allem zwischen der Innenstadt und dem Stadtteil Mombach. Größere dort angesiedelte Unternehmen sind das Mainzer Traditionsunternehmen Werner & Merz ("Erdal"), die Schott AG und die ADM Soya Mainz. Die Schott AG (früher: Schott Glaswerke) hat in Mainz seit der Umsiedlung von Jena nach dem 2. Weltkrieg ihren Hauptsitz. In der Mainzer Neustadt (nähe Rheinufer) steht seit den 50er Jahren das Hauptwerk. 1988 wurde in Mainz-Marienborn das Schott Forschungszentrum in Betrieb genommen. 2002 wurde in der Nähe des Hauptwerks in Mainz-Mombach ein weiterer Zweigbetrieb mit Schwerpunkt Ceran fertig gestellt. Derzeit arbeiten 4.000 der 19.000 Schott-Angestellten weltweit am Standort Mainz. 1965 begann IBM in Mainz-Hechtsheim ein Werk für Speichersysteme zu errichten. Später wurden hier vor allem Festplatten hergestellt. 2002 wurde mit dem Verkauf des Festplattegeschäfts an Hitachi das Mainzer Werk geschlossen. An dem IBM-Standort arbeiten aber weiterhin etwa 1700 Mitarbeiter im Bereich der Unternehmensberatung und Softwareentwicklung. Als weiteres Unternehmen im Bereich der Hochtechnologie ist das Pharmaunternehmen Novo Nordisk seit 30 Jahren in der Stadt ansässig. Derzeit arbeiten dort 400 Menschen. Auf ältere Wurzeln kann die Niederlassung von Siemens zurückblicken. Sie entstand schon nach der Übernahme des ersten in Mainz errichteten Elektrizitätswerk (erbaut 1898) im Jahr 1903.

Medien

Die Stadt Mainz ist Sitz des Zweiten Deutschen Fernsehens (ZDF), des Landesfunkhauses Rheinland-Pfalz des Südwestrundfunks (SWR) sowie des Studios Rhein-Main der privaten Rheinland-Pfälzischen Rundfunk GmbH & Co KG RPR. An regionalen Fernsehangeboten gibt es neben einem Offenen Kanal auch den regionalen Kultursender K3 Kulturkanal, der seinen Sitz in Mainz hat. Weitere Medienunternehmen sind die BFE Studio und Medien Systeme GmbH, die komplette Studieneinrichtungen und Einrichtungen für Übertragungswagen produziert und die Verlagsgruppe Rhein-Main, die mit 21 täglich erscheinenden Druckerzeugnissen jeden Tag eine halbe Million Leser in Rheinland-Pfalz und Hessen erreicht. Als Tageszeitungen erscheinen die „Allgemeine Zeitung“ sowie die „Mainzer Rhein-Zeitung“. Letztere ist der Regional-Ableger der „Rhein-Zeitung“. Weitere Printmedien sind die „Mainzer Vierteljahreshefte“ für Kultur, Politik, Wirtschaft und Geschichte (mittlerweile im 24. Jahrgang) sowie verschiedene Citymagazine wie z. B. „Der Mainzer“. Mainz ist auch Sitz des traditionsreichen Verlages Philipp von Zabern. 1802 in Mainz gegründet, ist der Zabern-Verlag international auf den Gebieten der Archäologie, Geschichte und Kunstgeschichte führend. Mainz ist ferner Sitz des Musikverlags Schott Musik International. Die Medienunternehmen gehören zu den größten Arbeitgebern der Stadt. Allein das ZDF beschäftigte 2004 rund 3.600 Menschen, die Verlagsgruppe Rhein-Main immerhin 1.200 (2005).

Sonstige Dienstleistungsunternehmen

Neben Hotels wie dem Hilton, dem Atrium Hotel Mainz und dem Favorite Parkhotel ist unter den Dienstleistungsanbietern in Mainz vor allem das Unternehmen G.L. Kayser Spedition zu nennen, das bereits seit 1787 besteht und heute in der achten Generation noch immer ein Familienbetrieb ist. Mit 780 Mitarbeiten gehört es zu den großen Unternehmen der Stadt.

Bildung und Forschung

Mainz war schon in früher Zeit eine Stadt der Bildung. Erstes Zentrum war das Kloster St. Alban, dessen Ruhm als Klosterschule auf den Alkuin-Schüler und Mainzer Erzbischof Rabanus Maurus († 856) zurückgeht. 1477 wurde Mainz Universitätsstadt. Nach Aufhebung Ende des 18. Jahrhunderts nahm die

Schlacht am Welfesholz

Die Schlacht am Welfesholz, die am 11. Februar 1115 stattfand, war Höhepunkt der kriegerischen Auseinandersetzung zwischen Heinrich V. und sächsischen Edelleuten. Seit dem Versuch des Kaisers im Jahre 1112 das Weimarer-Orlamünder Erbgut dem königlichem unmittelbaren Besitz einzuverleiben, stand der Salier einer engen Fürstenopposition um Pfalzgraf Siegfried und Wiprecht von Groitzsch dem Älteren gegenüber. Seit dem Herbst 1114 waren mit dem Kreuzberger Bündnis auch die sächsischen Großen um Lothar von Süpplingenburg Teil einer Fürstenrevolte, welche auch im niederrheinisch-westphälischen Gebiet um Köln einen zweiten regionalen Schwerpunkt hatte. Die Schlacht am Welfesholz war im Kontext des Reiches Teil des gesamten antisalischen Widerstands gegen den Salier Heinrich V., und kein bloßer Ausdruck sächsischer Reichsfeindschaft. Die Schlacht selbst fand am 11. Februar 1115 bei Welfesholz, einer Siedlung bei Hettstedt in der Gegend von Mansfeld statt. Es standen sich die Heere des letzten Saliers, Kaiser Heinrich V. und der innerreichischen Fürstenopposition gegenüber. Diese Fürstenopposition bestand aus den sächsischen Großen Lothar von Süpplingenburg, Wiprecht von Groitzsch, Reinhardt Bischof von Halberstadt, Friedrich von Sommerschenburg. Neben den sächsischen Aufständischen nahmen auch niederrheinisch-westfälische Fürsten wie Friedrich von Arnsberg an der Schlacht teil. Die zahlreichen Eingriffe des Salierkaisers, vor allem seine Territorialpolitik und die eigenmächtige Absetzung sächsischer Edelleute motivierten diese Fürsten zum offenen Widerstand. Trotz zwischenzeitlicher Ruhephasen war die Situation schon seit dem Weimarer Erbstreit 1112, spätestens jedoch mit dem Warnstedter Überfall 1113, eskaliert. Nachdem das kaiserliche Heer am 10. Februar gesammelt war, kam es schon am Vorabend der Schlacht zu Scharmützeln der Konfliktparteien. Wie die Annales Pegaviensis berichten, fiel der kaisertreue Sachse Hoyer von Mansfeld während eines wagemutigen Sturmangriffs auf seine Gegner. Er wurde von Wiprecht von Groitzsch dem Jüngeren im Zweikampf niedergestreckt. Mit dem Fall des kaiserlichen Feldmarschalls war offensichtlich auch die Schlacht entschieden. Diese ging zu Gunsten der Opposition aus, der Kaiser musste fliehen. Er verlor für den Rest seiner Regierungszeit jeglichen Einfluss im sächsischen Norden des Reiches. Besonders hervorgehoben wurde auch die Rache des sächsischen Bischofs Reinhard von Halberstadt, er verweigerte den gefallenen Feinden ein christliches Begräbnis, womit ihre Seelen verdammt wurden. Der Sieg der sächsisch-niederrheinischen Fürstenopposition wurde zum Markstein des stetigen Machtverlustes Heinrichs V. Die Führungsrolle Lothars von Süpplingenburg hingegen wurde ein gewichtiger Faktor, welcher nicht zuletzt zu dessen Königswahl im Frühjahr 1125 beitrug.

Siehe auch


- Liste der Schlachten

Literatur


- Vogt, Herbert W.: Das Herzogtum Lothars von Süpplingenburg 1106-1125, Hildesheim 1959.
- Fenske, Lutz: Adelsopposition und kirchliche Reformbewegung in Sachsen, Göttingen 1977. Kategorie: Mittelalter (Schlacht)

Kategorie:Geboren 1115



24. Juli

Der 24. Juli ist der 205. Tag des Gregorianischen Kalenders (der 206. in Schaltjahren) - somit bleiben noch 160 Tage bis zum Jahresende.

Ereignisse


- 1567 - Maria Stuart dankt als Königin von Schottland ab und flieht nach England.
- 1895 - Sigmund Freuds erste vollständige Deutung eines eigenen Traumes: "Traum von Irmas Injektion" auf Schloss Bellevue.
- 1911 - Hiram Bingham entdeckt die Inkastadt Machu Picchu.
- 1922 - Bestätigung des britischen Mandats über Palästina durch den Völkerbund.
- 1929 - Der Briand-Kellogg-Pakt tritt in Kraft.
- 1943 - Die Operation Gomorrah - die Zerstörung Hamburgs durch alliierte Luftangriffe - beginnt.
- 1953 - Walter Ulbricht wird zum ersten Generalsekretär des ZK der SED gewählt.
- 1969 - Apollo 11 landet im Pazifischen Ozean.
- 1974 - US-Präsident Richard Nixon wird vom Obersten Gerichtshof der USA in der Watergate-Affäre dazu verpflichtet, Tonbandaufnahmen mit Gesprächen aus dem Weißen Haus herauszugeben.
- 1983 - Auf Sri Lanka beginnt der Bürgerkrieg zwischen Tamilen und Singhalesen aufgrund der Unterdrückung der tamilischen Minderheit. Das Datum prägte den Begriff "Schwarzer Juli".
- 1992 - Kasachstan wird Mitglied bei der Weltbank.
- 2001 - Bulgarien. Der ehemalige Zar Simeon II. wird zum Ministerpräsidenten gewählt.

Kultur


- 1964 - Uraufführung der Oper Don Rodrigo von Alberto Ginastera am Teatro Colón in Buenos Aires.

Katastrophen


- 1915 - Der Passagierdampfer "Eastland" kentert in Chicago (USA). 1810 Menschen sterben.
- 1928 - Waalhaven, Rotterdam, Niederlande. Eine Fokker F-3 der KLM stürzte in die Nordsee.
- 1938 - Bogota, Kolumbien. Eine kolumbianische Militärmaschine stürzte während einer Kunstflug-Vorführung ab. 1 Toter.
- 1992 - Indonesien. Beim Anflug auf Ambon (Molukken) zerschellte eine aus Ujung (Bali) kommende Vickers Viscount der Mandala Airlines mit 70 Menschen an Bord an einem Berg. Niemand überlebte.

Sport


- Einträge im Bereich Formel 1 siehe Formel 1.
- Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden s. u. der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.
- 1938 - Die erste Durchsteigung der Eigernordwand (die am 21. Juli begann) wird erfolgreich abgeschlossen.

Geboren


- 923 - Suzaku, 61. Kaiser von Japan
- 1574 - Thomas Platter (der Jüngere), schweizer Arzt und Schriftsteller
- 1660 - Charles Talbot Shrewsbury, britischer Politiker
- 1686 - Benedetto Marcello, italienischer Komponist des Barock
- 1725 - John Newton, britischer Komponist (Amazing Grace)
- 1783 - Simón Bolívar, südamerikanischer Politiker und Präsident
- 1800 - Friedrich Georg Wieck, technologischer Schriftsteller und Industrieller
- 1802 - Alexandre Dumas (Vater), französischer Schriftsteller
- 1803 - Adolphe Adam, französischer Opernkomponist
- 1817 - Adolf I. (Luxemburg), Herzog zu Nassau und als Adolphe Großherzog von Luxemburg
- 1828 - Nikolai Tschernyschewski, russischer Publizist
- 1841 - Francisco António da Veiga Beirão, portugiesischer Politiker und Regierungschef
- 1846 - Rudolf Hirth du Frênes, deutscher Maler
- 1857 - Henrik Pontoppidan, dänischer Schriftsteller
- 1858 - Wolfgang Kapp, kurzfristig deutscher Reichskanzler
- 1860 - Alfons Maria Mucha, tschechischer Plakatkünstler
- 1861 - Benno von Achenbach, Begründer der deutschen Kutschfahrkunst
- 1864 - Frank Wedekind, deutscher Schriftsteller und Schauspieler
- 1878 - Edward Plunkett, 18. Baron Dunsany, irischer Schriftsteller
- 1883 - Katharina Mann, Enkelin der Frauenrechtlerin Hedwig Dohm, Ehefrau von Thomas Mann
- 1884 - Jakob Sprenger (NS-Politiker), nationalsozialistischer Politiker
- 1885 - Hermann Clausen, Politiker der dänischen Minderheit in Schleswig-Holstein
- 1885 - Paul von Hase, deutscher Berufssoldat und Widerstandskämpfer
- 1885 - Robert Graves, britischer Schriftsteller und Dichter
- 1888 - Nils Aaberg, schwedischer Historiker
- 1888 - Basil Ruysdael, US-amerikanischer Schauspieler
- 1892 - Marcel Gromaire, französischer Maler
- 1894 - Alma Rogge, deutsche Schriftstellerin
- 1896 - Hermann Kasack, deutscher Schriftsteller
- 1897 - Amelia Earhart, US-amerikanische Flugpionierin und Frauenrechtlerin
- 1898 - Roman Chwalek, Minister für Arbeit der DDR
- 1902 - Hans Helmuth Chemin-Petit, deutscher Komponist
- 1906 - Gianfranco Comotti, italienischer Rennfahrer
- 1912 - Kurt Hager, Mitglied des ZK der SED in der DDR
- 1919 - Ferdi Kübler, Schweizer Radrennfahrer und der erste Schweizer Tour de France-Sieger
- 1922 - Bernard Maria Huijbers, niederländischer Komponist und Kirchenmusiker
- 1922 - Hans-Jürgen Wischnews