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12. April

12. April

Der 12. April ist der 102. Tag des Gregorianischen Kalenders (der 103. in Schaltjahren) - somit verbleiben noch 263 Tage bis zum Jahresende.

Ereignisse


- 467 - Anthemius wird Kaiser des Weströmischen Reichs.
- 1204 - Die Kreuzfahrer plündern im 4. Kreuzzug Konstantinopel.
- 1606 - Der Union Jack wird zur Flagge Großbritanniens.
- 1817 - Wird durch den Zusammenschluss der Universität Halle und der Universität Wittenberg die Vereinigte Friedrichs-Universität Halle-Wittenberg beschlossen
- 1848 - Friedrich Hecker und Gustav von Struve rufen in Konstanz/Baden die Republik aus. Beginn des Heckeraufstands
- 1861 - Mit der Beschießung von Fort Sumter beginnt der Amerikanische Bürgerkrieg.
- 1877 - Das Vereinigte Königreich annektiert den Transvaal.
- 1945 - Harry S. Truman wird als 33. US-Präsident vereidigt.
- 1946 - Syrien gewinnt seine Unabhängigkeit von Frankreich.
- 1990 - Lothar de Maizière wird erster demokratisch legitimierter Ministerpräsident der DDR.
- 2002 - In der armenischen Hauptstadt Eriwan finden Großdemonstrationen gegen ein neues Mediengesetz statt, das eine kritische Berichterstattung erschweren soll.

Wirtschaft


- 2000 - Nairobi, Kenia. Beim 11. Internationalen Artenschutzabkommen wird entschieden, dass der Handel mit Elfenbein weiterhin verboten bleibt.

Wissenschaft und Technik


- 1961 - Der sowjetische Kosmonaut Juri Gagarin fliegt an Bord von "Wostok 1" als erster Mensch ins All. Damit beginnt die Bemannte Raumfahrt.
- 1981 - erster Start eines Space Shuttle

Kultur


- 1930 - Die Oper "Aus einem Totenhaus" von Leoš Janáček wird in Brünn uraufgeführt.
- 1962 - In London wird der Einakter "Ein leichter Schmerz" von Harold Pinter erstmals aufgeführt.
- 1978 - Uraufführung der Oper Le Grand Macabre von György Ligeti an der Königlichen Oper in Stockholm.

Religion


- 1633 - Die Inquisition beginnt die förmliche Befragung Galileo Galileis.
- 1997 - Papst Johannes Paul II. besucht Sarajewo.

Katastrophen


- 1815 - Der Ausbruch des Vulkans Tambora auf Indonesien führt zu 100.000 Todesopfern; durch den vulkanischen Winter kommt es auch in Europa zu Hungersnöten.
- 1999 - 5 Tote und 47 Verletzte beim schwersten Unfall der Wuppertaler Schwebebahn
- 2002 - Ein Erdbeben der Stärke 5,9 in der afghanischen Region Hindukusch fordert 50 Menschenleben.

Sport


- Einträge im Bereich Formel 1 siehe Formel 1.
- Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden s. u. der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.
- 1896 - Hannover 96 wird gegründet.
- 1997 - Vitali Klitschko gewinnt seinen Boxkampf gegen Derrick Roddy in Aachen durch technischen KO.
- 1997 - Bei derselben Veranstaltung gewinnt dessen Bruder Wladimir Klitschko seinen Boxkampf gegen Mark Young ebenfalls durch technischen KO.

Geboren


- 1526 - Muretus, französischer Humanist
- 1577 - Christian IV., König von Dänemark und Norwegen
- 1579 - François de Bassompierre, französischer Höfling, Diplomat und Marschall von Frankreich
- 1670 - Gustav Samuel Leopold, letzter Herzog von Pfalz-Zweibrücken-Kleeburg und Pfalz-Zweibrücken
- 1722 - Pietro Nardini, italienischer Komponist und Geiger
- 1723 - Franz Anton Bustelli, Bildhauer und Modellierer
- 1748 - Antoine Laurent de Jussieu, französischer Botaniker
- 1752 - Johann Alois Schneider, deutscher Bischof
- 1777 - Henry Clay, US-amerikanischer Außenminister
- 1794 - Germinal Pierre Dandelin, belgischer Mathematiker
- 1799 - Daniel-Henri Druey, schweizerischer Rechtsanwalt, Philosoph, Schweizer Politiker und Bundesrat
- 1801 - Joseph Lanner, österreichischer Komponist und Violinist
- 1803 - Anton Wilhelm von Zuccalmaglio, deutscher Dichtermusiker
- 1812 - Alexander von Villers, österreichischer Schriftsteller und Diplomat
- 1812 - Hermann Hunaeus, deutscher Architekt
- 1823 - Alexander Ostrowski, russischer Dramatiker
- 1829 - Richard Lucae, deutscher Architekt; Direktor der Berliner Bauakademie
- 1831 - Constantin Meunier, belgischer Bildhauer und Maler
- 1839 - Nikolai Michailowitsch Prschewalski, russischer Forschungsreisender
- 1842 - Edmond Audran, französischer Komponist
- 1844 - Franz Kullak, deutscher Pianist und Komponist
- 1852 - Agnes Sapper, deutsche Schriftstellerin
- 1852 - Ferdinand von Lindemann, deutscher Mathematiker
- 1864 - Theodor Rehbock, deutscher Wasserbauingenieur und Professor in Karlsruhe
- 1871 - Ioannis Metaxas, griechischer General, Politiker und Regierungschef
- 1876 - Carl Heinrich Becker, preußischer Politiker und Kultusminister
- 1878 - Richard Goldschmidt, deutscher Biologe und Genetiker
- 1881 - Rudolf Ramek, österreichischer Jurist und Politiker
- 1883 - Otto Bartning, deutscher Architekt und Architekturtheoretiker
- 1884 - Otto Fritz Meyerhof, deutsch-US-amerikanischer Biochemiker
- 1885 - Fritz Schuler, deutscher CDU-Politiker und MdB
- 1885 - Hermann Hoth, Offizier in der kaiserlichen-preußischen Armee, der Reichswehr und der Wehrmacht
- 1885 - Robert Delaunay, französischer Maler
- 1886 - Fritz Henßler, deutscher Buchdrucker, Politiker und MdR
- 1886 - Paul Buchner, deutscher Zoologe
- 1888 - Cecil Kimber, englischer Automobilkonstrukteur
- 1888 - Heinrich Neuhaus, ukrainischer Pianist
- 1891 - Hans Rothfels, deutscher Historiker
- 1892 - Johnny Dodds, US-amerikanischer Jazz-Klarinettist
- 1894 - Otto Arnholz, deutscher Politiker und MdB
- 1903 - Jan Tinbergen, niederländischer Mathematiker und Wirtschaftswissenschaftler
- 1903 - Rudolf Hotzenköcherle, Schweizer Sprachwissenschaftler
- 1904 - Paul Dahlke, deutscher Schauspieler
- 1905 - Günther Sewald, deutscher Politiker und MdB
- 1907 - Eugène Chaboud, französischer Formel 1- und Sportwagenrennfahrer
- 1907 - Imogen Holst, englische Musikschriftstellerin, Komponistin und Dirigentin
- 1915 - Lujo Toncic-Sorinj, Politiker, österreichischer Außenminister, Diplomat
- 1917 - Robert Manzon, französischer Formel 1-Rennfahrer
- 1918 - Gustav Lübbe, deutscher Verleger
- 1920 - Armin Mohler, schweizerischer Philosoph, Publizist, Schriftsteller und Journalist
- 1920 - Raymond Mhlaba, südafrikanischer Politiker und Bürgerrechtler
- 1921 - Günter Gerhard Lange, deutscher Schriftentwerfer, Typograf und Lehrer
- 1923 - Ann Miller, US-amerikanische Schauspielerin und Tänzerin
- 1923 - Ernst Aust, deutscher Politiker
- 1924 - Raymond Barre, französischer Politiker
- 1925 - Ned Miller, US-amerikanischer Musiker
- 1926 - Said Ramadan, ägyptischer muslemischer Aktivist
- 1928 - Hardy Krüger, deutscher Filmschauspieler
- 1930 - Bruno Benthien, Wirtschaftswissenschaftler und Minister für Tourismus der DDR
- 1930 - Gustav Scholz, deutscher Boxer
- 1931 - Billy Vaughn, US-amerikanischer Bandleader
- 1932 - Lakshman Kadirgamar, sri-lankanischer Politiker
- 1933 - Montserrat Caballé, spanische Opernsängerin
- 1933 - Tiny Tim, US-amerikanischer Sänger
- 1934 - Michael Grzimek, deutscher Tierfilmer und Zoologe
- 1939 - Alan Ayckbourn, britischer Dramatiker
- 1939 - Hans Peter Giger, schweizerischer Perkussionist, Komponist und Bandleader
- 1940 - Herbie Hancock, US-amerikanischer Musiker
- 1941 - Bobby Moore, britischer Fußballspieler
- 1941 - Dieter Auch, deutscher Politiker
- 1942 - Carlos Reutemann, argentinischer Formel-1-Rennfahrer und Politiker
- 1943 - Lothar Kobluhn, deutscher Fußballspieler
- 1943 - Michael Otto, deutscher Manager, Vorstandsvorsitzender des Otto-Versands
- 1944 - John Kay, kanadischer Musiker (Steppenwolf)
- 1945 - Sigrid Skarpelis-Sperk, deutsche Politikerin und MdB
- 1946 - Ed O'Neill, US-amerikanischer Schauspieler
- 1947 - Tom Clancy, US-amerikanischer Schriftsteller
- 1948 - Joschka Fischer, deutscher Politiker und Bundesminister
- 1949 - Anke Eymer, deutsche Politikerin und MdB
- 1950 - David Cassidy, US-amerikanischer Schauspieler und Sänger
- 1950 - Joachim Knape, deutscher Professor für Allgemeine Rhetorik
- 1954 - Pat Travers, kanadischer Blues-Rock Gitarrist
- 1954 - Steve Stevaert, belgischer (flämischer) Politiker
- 1956 - Alexandr Briley, US-amerikanischer Sänger
- 1956 - Andy Garcia, US-amerikanischer Schauspieler
- 1956 - Herbert Grönemeyer, deutscher Musiker und Schauspieler
- 1956 - Walter Salles, brasilianischer Film-Regisseur
- 1957 - Vince Gill, US-amerikanischer Country-Musiker
- 1957 - Wolfgang Baasch, deutscher Politiker
- 1958 - Will Sergeant, britischer Musiker
- 1960 - Stefan Moser, österreichischer Geschäftsmann
- 1961 - Lisa Gerrard, australische Musikerin und Sängerin
- 1962 - Sepp Daxenberger, deutscher Politiker
- 1964 - Claudia Jung, deutsche Sängerin
- 1965 - Harry Behrens, deutscher Informationswissenschaftler
- 1971 - Nicholas Brendon, US-amerikanischer Schauspieler
- 1971 - Shannen Doherty, US-amerikanische Schauspielerin
- 1973 - Christian Panucci, italienischer Fußballspieler
- 1977 - Tobias Angerer, deutscher Skilangläufer
- 1979 - Claire Danes, US-amerikanische Schauspielerin
- 1980 - Brian McFadden, irischer Popsänger
- 1981 - Juri Michailowitsch Borsakowski, russischer Leichtathlet

Gestorben


- 238 - Gordian I. (Selbstmord) und Gordian II. (gefallen), römische Kaiser
- 352 - Julius I., Bischof von Rom und damit Papst seit 337
- 1107 - Burkhard von Fenis, Bischof von Basel
- 1111 - Berthold II., Herzog von Schwaben
- 1125 - Vladislav I., Herzog von Böhmen aus dem Geschlecht der Premysliden
- 1257 - Schadschar ad-Dur, Sultanin in Ägypten
- 1602 - Nikolaus von Reusner, Rechtswissenschaftler
- 1645 - Sigismund Heusner von Wandersleben, deutscher Offizier und Politiker
- 1666 - Johann Rudolf Wettstein, Schweizer Politiker und Bürgermeister von Basel
- 1751 - Sigismund Graf von Kollonitz, Erzbischof der Erzdiözese Wien und Kardinal
- 1758 - Antoine de Jussieu, französischer Physiker und Botaniker
- 1765 - Edward Young (Dichter), englischer Dichter
- 1782 - Pietro Metastasio, italienischer Dichter und Liberettist
- 1797 - Johann Georg Bach, Sohn von Johann Ernst Bach
- 1814 - Charles Burney, britischer Komponist und Musikhistoriker
- 1817 - Charles Messier, französischer Astronom
- 1851 - Martin Schrettinger, deutscher Priester und Bibliothekar
- 1867 - Johann Christian Friedrich Tuch, deutscher Orientalist
- 1870 - Don Justo Jose de Urquiza, Präsident der Argentinischen Konföderation
- 1885 - Hermann Clausen, Politiker der dänischen Minderheit in Schleswig-Holstein
- 1894 - Ludwig Pfau, deutscher Dichter und Revolutionär
- 1896 - Carl Humann, deutscher Ingenieur, Architekt und Archäologe
- 1902 - Alfred Cornu, französischer Physiker
- 1912 - Clara Barton, US-amerikanische Philanthropin
- 1917 - Elisabeth Gnauck-Kühne, deutsche Frauenrechtlerin
- 1917 - Franziskus von Bettinger, Kardinal
- 1930 - Joseph König, deutscher Chemiker
- 1933 - Andreas Blunck, deutscher Jurist und Politiker
- 1933 - Carl Ulrich, deutscher Politiker und erster Ministerpräsident des Volkstaates Hessen
- 1933 - Emil Hartmann (Corpsstudent), Mitbegründer des Weinheimer Alte-Herren-Vereinigung
- 1938 - Fjodor Iwanowitsch Schaljapin, russischer Opernsänger
- 1938 - Johannes Thienemann, bedeutender deutscher Ornithologe
- 1944 - Adrian Warburton, britischer Pilot im 2. Weltkrieg
- 1945 - Franklin D. Roosevelt, US-amerikanischer Politiker (32. US-Präsident)
- 1945 - Vilém Mathesius, Linguist, Historiker und Anglist
- 1957 - Wilhelm Niklas, deutscher Politiker und Bundesminister
- 1960 - Walter Peterhans, deutscher Fotograf
- 1961 - Nils-Eric Fougstedt, finnischer Komponist und Dirigent
- 1962 - Erwin Guido Kolbenheyer, österreichischer Romanautor, Dramatiker und Lyriker
- 1962 - Hermann Clausen, dänisch-deutscher Politiker
- 1964 - Barbi Henneberger, deutsche Skirennläuferin
- 1968 - Heinrich Nordhoff, deutscher Unternehmer
- 1971 - Igor Jewgenjewitsch Tamm, russischer Physiker
- 1972 - C. W. Ceram, deutscher Journalist und Wissenschaftsautor
- 1973 - Arthur Freed, US-amerikanischer Musicalproduzent und Liedertexter
- 1973 - Fritz Neumayer, deutscher Politiker
- 1975 - Josephine Baker, US-amerikanische Tänzerin, Sängerin und Schauspielerin
- 1980 - Abel Ferreira, brasilianischer Komponist
- 1980 - Maria Dietz, deutsche Politikerin und MdB
- 1980 - William R. Tolbert Jr., Präsident von Liberia
- 1981 - Hans Chemin-Petit, deutscher Komponist
- 1981 - Joe Louis, US-amerikanischer Boxer
- 1981 - Matthias Domaschk, Bürgerrechtler in der DDR
- 1986 - Walentin Petrowitsch Katajew, sowjetischer Dramatiker und Romancier
- 1988 - Alan Paton, südafrikanischer Schriftsteller
- 1989 - Sugar Ray Robinson, US-amerikanischer Boxer
- 1990 - Luis Trenker, südtiroler Architekt, Bergsteiger, Schauspieler
- 1999 - Boxcar Willie, US-amerikanischer Country-Sänger
- 2004 - Juan Valderrama, spanischer Sänger
- 2004 - Rudolf Rolfs, deutscher Satiriker und Theaterleiter
- 2005 - Lucien Laurent, französischer Fußballspieler

Feier- und Gedenktage


- Internationaler Tag der Luft- und Raumfahrt (DDR)
- Tag der Kosmonauten (Russland)
- Herta - Herta von Rom, Märtyererin († um 303) (katholisch)
- Julius - Julius I., Papst 337-352 (katholisch)
- Zeno - Zeno von Verona, Bischof von Verona (katholisch und orthodox)

Siehe auch


- 11. April - 13. April
- 12. März - 12. Mai
- Historische Jahrestage - Zeitskala
- Wikipedia:Glaskugel - Wikipedia:Formatvorlage Tag 0412 ja:4月12日 ko:4월 12일 simple:April 12 th:12 เมษายน

Gregorianischer Kalender

Der gregorianische Kalender, benannt nach Papst Gregor XIII., ist der heute in den meisten Teilen der Welt gültige Kalender.

Gregorianische Kalenderreform

Kalender Das erste Konzil von Nizäa bestimmte im Jahre 325, dass das Osterfest immer am ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond nach Frühlings-Anfang (bezogen auf Jerusalem) gefeiert werden sollte. Das astronomische Ereignis des Primar-Äquinoktiums (Frühlings-Tagundnachtgleiche der nördlichen Hälfte unseres Planeten) fand im Konzilsjahr 325 am 21. März statt, und die julianische Schalttagsregelung wurde damals noch nicht als verbesserungsbedürftig erkannt. Der damals gültige julianische Kalender ging von einem mittleren Sonnenjahr von 365,25 Tagen aus und glich die Differenz (bezogen auf 365 Tage) von annähernd 6 Stunden alle vier Jahre durch die Einfügung eines Schalttags aus. Gegenüber dem vom tatsächlichen Gang der Himmelsmechanik astronomisch vorgegebenen Sonnenjahr, das im Jahre 2000 auf 365,242190517 Tage bestimmt wurde -also etwa 365 Tage, 5 Stunden, 48 Minuten und 45,25 Sekunden- war das Jahr des julianischen Kalenders also etwas mehr als 11 Minuten zu lang. Bis ins 16. Jahrhundert, zur Zeit Papst Gregors XIII., hatte sich dieser Fehler so ausgewirkt, dass das Primar-Äquinoktium im Jahr 1582 schon am 11. März stattfand. Diese Verschiebung des Kalenders war jedoch schon längere Zeit vorher offenkundig geworden. Seit dem 14. Jahrhundert wurden immer wieder Vorschläge für eine Kalenderreform unterbreitet – u. a. durch Nikolaus von Kues, Regiomontanus und Nikolaus Kopernikus. Diese waren aber stets abgelehnt worden. Gleichwohl bildeten Kopernikus' Werk De Revolutionibus Orbium Coelestium (»Von den Umdrehungen der Himmelskörper«) sowie die prutenischen Tafeln von Erasmus Reinhold die Basis für die schließlich von Papst Gregor XIII. dekretierte Reform. Um die Frühlings-Tagundnachtgleiche wieder mit dem 21. März in Übereinstimmung zu bringen und Ostern wieder am richtigen Tage feiern zu können, folgte der Papst dem Vorschlag des Mediziners und Hobby-Astronomen Aloisius Lilius und bestimmte, dass im Jahre 1582 zehn Tage übersprungen werden sollten. Daher folgte in einigen römisch-katholischen Ländern auf den 4. Oktober gleich der 15. Oktober – die Abfolge der Wochentage blieb dabei jedoch unverändert. Damit fand das Primar-Äquinoktium dort im Folgejahr 1583 wieder am 21. März statt; die Zeitrechnung innerhalb des Christentums war jedoch nicht mehr einheitlich. Damit war die Ausgangslage, wie sie zur Zeit des Konzils bestand, wieder ungefähr hergestellt. Um ein erneutes Abrücken des 21. März vom Zeitpunkt des Primar-Äquinoktiums für alle Zukunft zu vermeiden, legte der neue gregorianische Kalender die Dauer des mittleren Sonnenjahrs auf 365,2425 statt wie bisher auf 365,25 Tage fest. Diese Verkürzung erfolgte dadurch, dass – abweichend von der Schaltregel des julianischen Kalenders – die Jahre keinen Schalttag haben, deren Zahl zwar ohne Rest durch 100, nicht aber durch 400 geteilt werden kann. Weil bis zur ersten Anwendung dieser neuen Ausnahmeregel im Jahre 1700 noch 117 Jahre vergingen, hat sich der Kalender gegenüber dem astronomischen Ereignis des Primar-Äquinoktiums im Durchschnitt wieder um 1 Tag verrückt. Seither pendelt es zwischen dem 19. und 21. März.

Die Schaltregeln


- Nach der grundsätzlich weiterhin gültigen Julianischen Schaltregel weisen Jahre, deren Zahlen durch 4 dividiert natürliche Zahlen ergeben, im Februar einen 29. Tag (“Schalttag“) auf und umfassen dadurch als Schaltjahre 366 Tage.
- Die Gregorianische Schaltregel bestimmt hiervon drei Ausnahmen : Keine Schaltjahre sind diejenigen Säkular-Jahre (Jahre, deren Zahl am Ende zwei Nullen aufweist), deren Zahl durch 400 dividiert keine natürliche Zahl ergibt.(Deshalb waren die Jahre 1700, 1800 und 1900 keine Schaltjahre, und auch die Jahre 2100, 2200 und 2300 werden keine Schaltjahre sein.) oder:
- Ist die Jahreszahl durch 4 teilbar, aber nicht durch 100, dann ist es ein Schaltjahr mit 366 Tagen. Beispiele: 1980, 1972, 1720.
- Ist die Jahreszahl durch 100 teilbar, aber nicht durch 400, dann ist das Jahr ein gewöhnliches Gemeinjahr und hat nur 365 Tage, z. B. in den Jahren 1700, 1800 und 1900 oder ferner 2100.
- Ist die Jahreszahl durch 400 teilbar, ist das Jahr ein Schaltjahr. Die Jahre 1600 und 2000 waren – in Übereinstimmung mit der Julianischen Schaltregel – Schaltjahre zu 366 Tagen.

Einführung des gregorianischen Kalenders in verschiedenen Ländern

Nur wenige Länder wie Spanien oder Portugal übernahmen den gregorianischen Kalender tatsächlich am 4./15. Oktober 1582. Die meisten römisch-katholischen Länder Europas folgten in den nächsten Jahren, während die protestantischen Länder den neuen Kalender, weil vom Papst dekretiert, zunächst ablehnten. Beispielsweise führten ihn die meisten katholischen Kantone der Schweiz 1584 ein, das Wallis jedoch erst 1655. Dort folgte damals auf den 28. Februar der 11. März. Die evangelischen Territorien des Deutschen Reichs übernahmen den gregorianischen Kalender erst 1700. Auf den 18. Februar folgte dort unmittelbar der 1. März 1700. Zuvor mussten beispielsweise Verträge zwischen katholischen und protestantischen Fürsten mit beiden Daten versehen werden, etwa als 5./15. Oktober 1582. Um die Jahreswende differierten die Jahreszahlen zwischen den Gebieten des alten und neuen Kalenders. Aus dieser Zeit stammt der Ausdruck »zwischen den Jahren« für die Tage nach Weihnachten. Die reformierten Orte der Schweiz folgten ein Jahr später, allerdings mit drei Ausnahmen: Der protestantische Halbkanton Appenzell Ausserrhoden und die protestantischen Teile von Glarus und Graubünden. Der offizielle Übergang zum neuen Kalender sollte dort bis 1812 dauern; der alte Kalender blieb aber noch länger in der Bevölkerung lebendig. Die Appenzeller Silvesterkläuse werden noch immer am 31. Dezember nach dem julianischen Kalender (13. Januar nach dem gregorianischen Kalender) gefeiert. In England (und auch in den späteren USA) wurde der gregorianische Kalender erst in der Nacht vom 2. September auf den 14. September 1752 eingeführt. Die orthodoxen Länder Osteuropas behielten den julianischen Kalender noch bis Anfang des 20. Jahrhunderts bei. Da die Jahre 1700, 1800 und 1900 in Russland Schaltjahre gewesen sind, machte die Abweichung vom gregorianischen Kalender dort mittlerweile 13 Tage aus. Die russische Oktoberrevolution 1917 fiel deshalb nach dem gregorianischen Kalender auf den 7. November. An diesem Tag wurde die Revolution denn auch bis zum Ende der Sowjetunion gefeiert, nachdem Russland 1918 die neue Kalenderrechnung eingeführt hatte. Einige orthodoxe Kirchen (z. B. in Russland und Serbien) begehen ihre feststehenden Feste weiterhin nach dem julianischen Kalender. Ihr Weihnachten (25. Dezember) fällt darum derzeit auf den 7. Januar (greg.). Andere orthodoxe Kirchen (z. B. in Griechenland und Bulgarien) verwenden hierfür den so genannten neo-julianischen Kalender, der bis zum Jahr 2799 dem gregorianischen Kalender entsprechen wird. Alle orthodoxen Kirchen berechnen Ostern und die anderen beweglichen Feste nach dem julianischen Frühlingsanfang sowie nach dem metonischen Vollmond; das Fest fällt daher nur gelegentlich mit dem Osterdatum der westlichen Kirchen zusammen; meist ist es eine, vier, oder fünf Wochen später als im Westen. Als bisher letzter Staat übernahm 1927 die Türkei den gregorianischen Kalender; dort hatte bis dahin der islamische Kalender gegolten. Die nicht zeitgleiche Einführung des gregorianischen Kalenders in den verschiedenen Ländern sorgte für Verwirrung, aber auch für interessante Paradoxa: So sind sowohl William Shakespeare als auch Miguel de Cervantes am 23. April 1616 gestorben, obwohl Shakespeare Cervantes um 11 Tage überlebt hat. Auch die Feiern des Geburtstags von George Washington wurden verschiedentlich am 11. und am 22. Februar ausgerichtet, bis zu einer bundesgesetzlichen Feiertagsregelung.

Charakteristika

Die Regeln des gregorianischen Kalenders führen zu einer durchschnittlichen Länge des Kalenderjahres von 365,2425 Tagen. Das sogenannte tropische Jahr – der zwischen zwei aufeinanderfolgenden Primar-Äquinoktien (Frühlings-Tag-Nachtgleichen) liegende Zeitraum – ist gegenwärtig im Mittel 365,24219879 mittlere Sonnentage lang. Danach ist also auch der gregorianische Kalender im Verhältnis zur astronomischen Wirklichkeit etwas zu lang, nämlich 0,000301 Tage (= 26 Sekunden) pro Jahr. Das bedeutet, dass nach rund 3320 Jahren das Primar-Äquinoktium wieder einen ganzen Tag früher eintreten würde. Sofern bis dahin die christliche Jahreszählung beibehalten wird, würde es sich anbieten, in allen durch 3200 teilbaren Jahren den Schalttag wiederum entfallen zu lassen, wenn auch zu jener Zeit noch die Bindung des Primar-Äquinoktiums an den 21. März gewünscht wird. Der gregorianische Kalender hat eine Periode von 400 Jahren: Nach dieser Zeit wiederholen sich nicht nur der Ablauf der Schalttage und damit die Tages- und Monatszählung, sondern auch die zugehörigen Wochentage. 400 Jahre enthalten nämlich 400×365 + 97 Tage, also 146097 Tage; das sind genau 20871 Wochen; es geht also nach 400 Jahren mit demselben Wochentag weiter. Infolge dieser Periodizität kann ein bestimmtes Datum (Tag und Monat oder nur Tag) nicht gleich häufig auf alle Wochentage fallen. Ausgerechnet der 13. eines beliebigen Monats fällt öfter (nämlich 688mal in 400 Jahren) auf einen Freitag als auf andere Wochentage (Donnerstag und Samstag: 684mal, Montag und Dienstag: 685mal, Sonntag und Mittwoch: 687mal).

Siehe auch


- Julianischer Kalender, Osterdatum
- Umrechnung zwischen julianischem Datum und gregorianischem Kalender, Wochentagsberechnung
- Zeitrechnung, Kalender, Jüdischer Kalender, Christlicher Kalender, Islamischer Kalender, Chinesischer Kalender, v. u. Z., v. d. Z., v. d. Chr., n. d. Chr., v. Chr., n. u. Z., n. d. Z., n. Chr.

Wikipedia-Links zum Themenkomplex Kalender und Zeit

Weblinks


- [http://personal.ecu.edu/MCCARTYR/inter-grav-text.html Papst Gregor XIII: Inter Gravissimas – Die päpstliche Bulle, mit der der gregorianische Kalender verordnet wurde]
- [http://www.fh-friedberg.de/users/boergens/marken/beispiele/kalender.htm Briefmarke: Sondermarke zur Vollendung der ersten Periode des gregorianischen Kalenders]
- [http://www.kalenderlexikon.de 1. deutsches Online-Kalenderlexikon] Kategorie:Kalender als:Gregorianischer Kalender ja:グレゴリオ暦 ko:그레고리력 ms:Kalendar Gregorian simple:Gregorian calendar th:ปฏิทินเกรกอเรียน

Schaltjahr

Ein Kalender hatte historisch den Zweck, den Beginn der Jahreszeiten Jahr für Jahr auf das gleiche Datum fallen zu lassen, um den Zeitpunkt zum Beispiel von Festen oder wiederkehrenden Ereignissen bestimmen zu können. Ein tropisches Jahr, also der Zeitraum zwischen zwei Frühlings-Tagundnachtgleichen, dauert allerdings etwa 365 Tage und etwas weniger als 6 Stunden (365d 5:48:45.98, nicht konstant!), so dass eine einfache Zuordnung, die jedem Jahr die gleiche Anzahl Tage gibt, unmöglich ist, ohne dass sich gleichzeitig der Beginn der Jahreszeiten verschiebt. In den Kalendern der verschiedenen Kulturen gibt es deshalb Methoden, um die jeweilige Dauer des Jahres dem tropischen Jahr anzunähern. Der Beginn der Jahreszeiten kann beispielsweise auf dem gleichen Datum festgehalten werden, wenn in geeigneten Abständen ein Schaltjahr, ein Jahr mit einem zusätzlichen Tag, dem Schalttag, eingefügt wird. Eine einfache Methode ist, jedes Jahr mit einer glatt durch 4 teilbaren Jahreszahl zum Schaltjahr zu erheben. So wurde es im Julianischen Kalender eingeführt, in dem der Februar 29 statt 28 Tage hat. Genauere Kalender nähern das tropische Jahr besser an: Da etwas weniger als sechs Stunden pro Jahr auszugleichen sind, fällt der (Julianische) Schalttag manchmal aus (wie z. B. im Jahre 1900 im Gregorianischen Kalender).

Julianischer Kalender

46 v. Chr. benutzten die Römer einen Kalender mit zwölf Mondmonaten mit abwechselnd je 29 bzw. 30 Tagen, zusammen 354 Tage. Weil gerade Zahlen aber Unglück brachten, schlugen die Römer noch einen Tag drauf. Doch trotzdem waren es zum Sonnenjahr immer noch mehr als zehn Tage zu wenig. Zunächst verteilte Julius Caesar diese zehn Tage auf die verschiedenen Monate, die auf nun 30 bzw. 31 Tage anwuchsen. Nur der damals letzte Monat Februar ging als Unglücksmonat leer aus und blieb somit bei 29 beziehungsweise im Schaltjahr damals bei 30 Tagen. Dem Mythos, dass der Februar einen Tag verlor, weil Kaiser Augustus sich im August als Monatsbezeichnung verewigen wollte und dem Februar noch einen Tag wegnahm, da der August wie der Juli, der Monat seines Vorgängers Caesar, 31 Tage haben sollte, und weil eine gerade Zahl ja auch Unglück brachte, wird im Artikel zum Monat August widersprochen. Doch die Römer hatten eine winzige, aber auf die Jahrhunderte gesehen, wirkungsvolle Ungenauigkeit hinterlassen. 11 Minuten und 14 Sekunden pro Jahr schoss das damals julianische Jahr über das Ziel hinaus. Alle 128 Jahre wurde demnach ein Schaltjahr zu viel begonnen.

Gregorianischer Kalender

Von Papst Gregor XIII. wurde daher 1582 folgende Regelung eingeführt (Gregorianischer Kalender):
- Glatt durch 4 teilbare Jahre sind Schaltjahre.
- Glatt durch 100 teilbare Jahre sind jedoch keine Schaltjahre.
- Glatt durch 400 teilbare Jahre sind aber wieder Schaltjahre. So sind zum Beispiel die Säkularjahre 1800, 1900 und 2100 keine Schaltjahre, die Säkularjahre 2000 und 2400 hingegen schon. Damit dauert das Gregorianische Jahr 365,2425 Tage, und ist genauer als das Julianische Jahr. Seit dem Ersten Konzil von Nicäa im Jahr 325, bei dem der Frühlingsanfang auf den 21. März festgelegt wurde, betrug die aufgelaufene Differenz bereits 10 Tage, und so ließ Gregor auf den 4. Oktober gleich den 15. Oktober 1582 folgen, um diese Zeit auszugleichen. Nicht in allen Ländern erfolgte diese Umstellung am selben Tag. Besondere Schwierigkeiten gab es in Schweden, wo im Jahr 1712 zwei Schalttage eingefügt wurden und somit dieses Jahr einen 30. Februar hatte. Recht ungewöhnlich und wenig bekannt ist die Tatsache, dass nicht etwa der 29. Februar der Schalttag des Gregorianischen Kalenders ist. Vielmehr wird der 24. Februar verdoppelt: der 24. und der 25. Februar fallen nach römischer Zählweise, die auch bei der Einführung des Gregorianischen Kalenders noch üblich war, auf dasselbe Datum. Im Gemeinjahr heißt der 24. Februar „a. d. VI Kal. Mart.“ (sechster Tag vor dem März-Beginn); der doppelte Tag im Schaltjahr heißt ebenso. Da dieser Sechste (lat. „sextus“) doppelt („bis“) gezählt wird, heißen Schaltjahr bzw. -tag „bissextilis“ (lateinisch), „bissextile“ (english), „bisestile“ (italienisch) usw. Nach heutiger Zählung verschieben sich der 24. und die weiteren Tage im Februar um einen Tag; Bedeutung hat dies heute noch in der katholischen Kirche bei der Zählung der Kirchentage: kirchliche Feiertage und auch die Namenstage sind von dieser Regelung betroffen.

Orthodoxer Kirchenkalender

Das gregorianische Jahr ist rund 27 Sekunden zu lang. Als Ergebnis hinkt der gregorianische Kalender nach 1.600 Jahren um einen halben Tag hinterher. Deshalb schlug die griechisch-orthodoxe Kirche eine etwas kompliziertere Schaltregel vor: Abweichend vom gregorianischen Kalender sind die Jahrhunderte nur dann Schaltjahr, wenn sie durch 9 geteilt den Rest 2 oder 6 ergeben. Damit wäre das Jahr 2800 kein Schaltjahr, sondern erst das Jahr 2900. Die Abweichung zum Sonnenjahr beträgt beim orthodoxen Kirchenkalender nur noch knapp 3 Sekunden.

Französischer Revolutionskalender

In der Zeit, in der der Französische Revolutionskalender Gültigkeit hatte, waren die Jahre 3, 7 und 11 Schaltjahre. Die ursprüngliche Regelung des Kalenders war, dass der erste Tag jeden Jahres auf die Herbst-Tag-und-Nacht-Gleiche fallen und jedes vierte Jahr ein Schaltjahr sein solle. Diese Forderungen widersprechen sich jedoch, und so schlug Charles Rommes, der Autor des Kalendersystems, eine dem Gregorianischen Kalender ähnliche Regelung vor. Er stieß jedoch aus politischen Gründen damit auf Widerstand. Durch die kurze Gültigkeit des Revolutionskalenders wurden die Diskussionen jedoch obsolet.

Jüdischer Kalender

Im Jüdischen Kalender, einem nach dem Mond ausgerichteten Kalender, der durch komplizierte Regelungen dem Sonnenjahr angepasst wird, wird in allen Jahren, die bei einer Division durch 19 einen Rest von 0, 3, 6, 8, 11, 14, oder 17 haben, ein Schaltmonat eingefügt. Er wird als Adar II bezeichnet.

Islamischer Kalender

Im Islamischen Kalender ist die Bestimmung eines Schaltjahres äußerst schwierig. Nach einem gebräuchlichen System, das unter anderem im GNU Emacs verwendet wird, sind alle Jahre, die bei einer Division durch 30 einen Rest von 2, 5, 7, 10, 13, 16, 18, 21, 24, 26, oder 29 haben, Schaltjahre. Nach diesem System haben im Islamischen Kalender alle geradzahligen Monate 30 Tage und alle ungeradzahligen Monate 29 Tage. In Schaltjahren wird dem letzten ungeradzahligen Monat ein Tag hinzugefügt, so dass er dann 30 Tage hat.

Chinesischer Kalender

Schaltjahre im traditionellen, lunisolaren Chinesischen Kalender haben 13 Monate statt der üblichen zwölf; mit 383, 384 oder 385 Tagen statt 353, 354 oder 355 Tagen in normalen Jahren. Zur Berechnung zählt man die Anzahl der Neumonde zwischen dem elften Monat eines Jahres (dem Monat der Wintersonnenwende) und dem elften Monat des folgenden Jahres. Fallen in diesen Zeitraum 13 Neumonde, so wird ein Schaltmonat eingefügt. Der erste Monat, der keinen zhong qì enthält, erhält dieselbe Nummer wie der Vormonat mit einem Zusatz als Schaltmonat.

Azteken-Kalender

Im Azteken-Kalender werden am Ende eines jeden 52-Jahres-Zyklus 13 Tage eingeschaltet. Daraus ergibt sich ein durchschnittliche Jahreslänge von 365 Tagen und 6 Stunden. Das weicht vom tropischen Jahr mehr als 11 Minuten ab. Die Genauigkeit dieser Schaltjahresmethode ist mit dem Julianischen Kalender vergleichbar.

Atomzeit

Heute, im Zeitalter der Atomzeitmessung, muss gelegentlich eine Schaltsekunde eingefügt werden, um die Zeit der mittleren Sonnenzeit anzugleichen. ---- Siehe auch: Sommerzeit, Jahr, Gemeinjahr

Weblinks


- [http://www.nabkal.de/schalttag.html zur Historie des 24./25. Februar]
- [http://www.gnomon.ku-eichstaett.de/LAG/kalender.html Die Kalenderreform Julius Cäsars]
- [http://www.tondering.dk/claus/calendar.html FAQ about calendars (englisch, sehr umfangreich)]
- [http://www.schaltjahr.de Regel der Schaltjahre, Ausnahmen und Programmcode]
- [http://www.marco-burmeister.de/index_frameaufbau.html?helferlein_jahre Schaltjahrberechnung]
- [http://www.nabkal.de/umrechnung.html Umrechnungen von Kalenderdaten]
- [http://www.ortelius.de/kalender/greg_de.php Der Gregorianische Kalender]
- [http://www.kalendersysteme.de/deutsch/index.html Verschiedene Kalendersysteme] Kategorie:Kalender als:Schaltjahr ja:閏年 ko:윤년 simple:Leap year th:ปีอธิกสุรทิน


467

Ereignisse

Politik und Weltgeschehen


- 12. April - Nach einem fast zweijährigen Interregnum wird Anthemius zum weströmischen Kaiser erklärt. Er hat die Rückendeckung sowohl des Heerführers Ricimer, der sein Schwiegervater ist, als auch des oströmischen Kaisers Leo I..
- Geiserich, König der Wandalen, bricht den Friedensvertrag mit dem Byzantinischen Reich und führt Plünderungszüge in Griechenland durch.

Geboren


- Leo II., oströmischer Kaiser († 474)
- Senka, 28. Kaiser von Japan († 539)
- um 467 - Cerdic, König von Wessex († 534)

Gestorben


-

Staatsoberhäupter

Afrika


- Vandalisches Königreich - Geiserich, König der Wandalen und Alanen (428 - 477)

Asien


- Japan - Yūryaku, japanischer Kaiser (456 - 479)

Europa


- Burgundisches Königreich - Gundioch, König der Burgunder (436 - 473)
- Byzantinisches Reich - Leo I., byzantinischer Kaiser (457 - 474)
- Frankenreich - Childerich I., König der Salfranken (457 - 482)
- Tolosanisches Reich - Eurich, König der Westgoten (466 - 484)
- Weströmisches Reich -
  - Interregnum; Ricimer, der Magister militum, übt die Reichsgeschäfte aus (465 - 467)
  - Anthemius, römischer Kaiser (467 - 472) ko:467년

Anthemius

Procopius Anthemius war weströmischer Kaiser vom 12. April 467 bis zum 11. Juli 472 und vermutlich der letzte, der die Fähigkeit mitbrachte, dieses Amt auch auszufüllen. Er war der Sohn des Heermeisters Procopius und Schwiegersohn des Kaisers Markian (450–457).

Leben

Aufstieg zum Kaiser

Selbst Heermeister, kämpfte Anthemius an der Donau gegen Goten und Hunnen. Der Heerführer Ricimer, der zu dieser Zeit mächtigste Militär in Italien, veranlasste 467 beim oströmischen Kaiser Leo I., der 465 selbst die Regierung im weströmischen Reich übernommen hatte, dass Anthemius nach Italien geschickt und dort zum Kaiser erhoben wurde. Anthemius versuchte die beiden erstrangigen militärischen Herausforderungen zu lösen, die den Rest des Kaiserreichs im Westen betrafen: die sich wieder erhebenden Westgoten unter Eurich, die sich dies- und jenseits der Pyrenäen niedergelassen hatten, und die nicht Vandalen unter Geiserich, die von Africa aus eine Bedrohung für Westrom darstellten.

Herrschaft

Seine Regierung begann hoffnungsvoll. Er hatte die Rückendeckung Leos I. und Ricimers, mit dessen Tochter er verheiratet war. Ein wichtiger General in Illyrien, Marcellinus, gab seine aktive Opposition auf und leistete den Treueeid auf den neuen Kaiser. Anthemius erhielt zudem Unterstützung durch Riothamus, der zwar in Britannien und damit weit weg vom Kreis der möglichen Parteigänger war, ihn aber mit seiner Armee verstärkte, um den Westgotenkönig Eurich anzugreifen. Eurich war jedoch in der Lage, sowohl Riothamus' Armee als auch die römischen Truppen zu schlagen (471), und dann auch mehrere gallische Städte zu besetzen, die bislang noch in römischer Hand waren. Der Feldzug gegen die Vandalen kam ein wenig besser voran, allerdings wurde es nach anfangs deutlichen Fortschritten – so gelang zum Beispiel die Zerstörung der vandalischen Flotte – versäumt, auf diesen Erfolgen aufzubauen. Der unfähige Feldherr Basiliscus ermöglichte es Geiserich, nun wiederum die römische Flotte zu vernichten (468), sodass er gezwungen war, sich nach Sizilien zurückzuziehen, wo der wesentlich erfahrenere General Marcellinus ermordet wurde.

Krankheit und Tod

Nach all diesen Misserfolgen wurde Anthemius 470 ernsthaft krank. Im Glauben, dass er Zauberei ausgesetzt sei, übte er Rache an verschiedenen prominenten Männern, woraufhin Ricimer sich mit Anthemius zerstritt, 6000 Soldaten zusammenrief, die für den Vandalenkrieg gerüstet waren, und einen bewaffneten Widerstand in Mailand gegen Anthemius in Rom begann. Der Konflikt zwischen Kaiser und Militär endete fünf Monate später mit Ricimers Eroberung Roms, der Gefangennahme und Hinrichtung von Anthemius.

Weblinks


- [http://www.roman-emperors.org/anthemiu.htm Umfassende fachwissenschaftliche Biographie aus dem DIR-Project (englisch); dort auch weitere Literaturangaben.] Kategorie:Mann Kategorie:Kaiser (Rom) Kategorie:Gestorben 472

Liste der römischen Kaiser

Die Liste der römischen Kaiser bietet einen systematischen Überblick über die römische Kaiserzeit. Sie enthält alle Kaiser des Römischen Reiches von Augustus, der im 1. Jahrhundert v. Chr. den Prinzipat begründete, bis Romulus Augustulus, der als letzter Römer im Westen diesen Titel führte und 476 abgesetzt wurde. In Ostrom bestand das Kaisertum hingegen bis 1453 fort.

Frühe und hohe Kaiserzeit

Die julisch-claudische Dynastie


- Augustus (27 v. Chr.14 n. Chr.)
- Tiberius (1437)
- Caligula (3741)
- Claudius (4154)
- Nero (5468)

Das Vierkaiserjahr


- Galba (68/69)
- Otho (69)
- Vitellius (69)

Die Flavier


- Vespasian (6979)
- Titus (7981)
- Domitian (8196)

Die Adoptivkaiser


- Nerva (9698)
- Trajan (98117)
- Hadrian (117138)
- Antoninus Pius (138161)

Die antoninische Dynastie


- Lucius Verus (161169)
- Mark Aurel (161180)
  - Avidius Cassius, Gegenkaiser (175)
- Commodus (180192)

Das Fünfkaiserjahr


- Pertinax (193)
- Didius Julianus, Auktionskaiser (193)
  - Pescennius Niger, Gegenkaiser (193/194)
  - Clodius Albinus, Gegenkaiser (193197)

Die Severer


- Septimius Severus (193211)
- Geta (211)
- Caracalla (211217)
- Macrinus (217/218, kein Severer)
  - Diadumenianus, Mitkaiser (218)
- Elagabal (218222)
  - Uranius, Gegenkaiser
  - Gellius Maximus, Gegenkaiser (219)
  - Verus, Gegenkaiser (219)
  - Seleucus, Gegenkaiser (nach 221)
- Severus Alexander (222235)
  - Seius Sallustius, Gegenkaiser (um 227)
  - Taurinus, Gegenkaiser

Reichskrise des 3. Jahrhunderts

Frühe Soldatenkaiser


- Maximinus Thrax (235238)
  - Magnus, Gegenkaiser (235)
  - Quartinus, Gegenkaiser (235)
- Gordian I. und Gordian II. (238)
- Balbinus und Pupienus (238)
- Gordian III. (238244)
  - Sabinianus, Gegenkaiser (240)
- Philippus Arabs (244249)
  - Philippus Caesar, Mitkaiser (247249)
  - Pacatianus, Gegenkaiser (248)
  - Iotapianus, Gegenkaiser (248)
  - Silbannacus, Gegenkaiser
  - Sponsianus, Gegenkaiser
- Decius (249251)
  - Priscus, Gegenkaiser (249252)
  - Licinianus, Gegenkaiser (250)
  - Herennius Etruscus, Mitkaiser (251)
  - Hostilian, Mitkaiser (251)
- Trebonianus Gallus (251253)
  - Volusianus, Mitkaiser (251253)
- Aemilianus (253)
- Valerian (253260)
  - Uranius Antoninus, Gegenkaiser (253/254)
- Gallienus (253268)
  - Ingenuus, Gegenkaiser (260)
  - Regalianus, Gegenkaiser (260)
  - Ballista, Gegenkaiser (261)
  - Piso, Gegenkaiser (261)
  - Valens Thessalonicus, Gegenkaiser (261)
  - Memor, Gegenkaiser (261)
  - Macrianus Maior, Macrianus Minor, Quietus, Gegenkaiser (260/261)
  - Mussius Aemilianus, Gegenkaiser (261/262)
  - Aureolus, Gegenkaiser (268)

Kaiser des Imperium Galliarum


- Postumus (259268)
  - Laelianus, Gegenkaiser (268)
- Marius (268)
- Victorinus (268270)
  - Domitianus, Gegenkaiser (271)
- Tetricus I. (270273)
  - Tetricus II., Caesar (270273)

Späte Soldatenkaiser


- Claudius Gothicus (268270)
  - Censorinus, Gegenkaiser (269/270)
- Quintillus (270)
- Aurelian (270275)
  - Vaballathus, Gegenkaiser (270272)
  - Domitianus, Gegenkaiser (270/271)
  - Felicissimus, Gegenkaiser (271)
  - Septimius, Gegenkaiser (271)
  - Urbanus, Gegenkaiser (um 271)
  - Firmus, Gegenkaiser (273)
- Tacitus (275/276)
- Florianus (276)
- Probus (276282)
  - Saturninus, Gegenkaiser (280)
  - Proculus, Gegenkaiser (280)
  - Bonosus, Gegenkaiser (280)
  - Celsus, Gegenkaiser
  - Trebellianus, Gegenkaiser
- Carus (282/283)
- Carinus (283285)
  - Numerian, Mitkaiser (283/284)
  - Marcus Aurelius Julianus, Gegenkaiser

Spätantike

Die Tetrarchie


- Diokletian (284305)
- Maximian, Caesar (285/286), Augustus (286305)
  - Carausius († 293), Gegenkaiser im britischen Sonderreich
  - Allectus († 296), Gegenkaiser im britischen Sonderreich
- Galerius, Caesar (293305), Augustus (305311)
- Constantius I., Caesar (293305), Augustus (305/306)
  - Lucius Domitius Domitianus, Gegenkaiser (296 oder 297/298)
- Konstantin I., Caesar (305/306), Augustus (306337)
- Severus, Caesar (305/306), Augustus (306/307)
- Maximinus Daia, Caesar (305308), Augustus (308313)
- Licinius, (307324)
- Maxentius, (306312)
  - Domitius Alexander, Gegenkaiser (308/309)

Die konstantinische Dynastie


- Konstantin I. (alleine 324337)
  - Dalmatius, Mitkaiser (335337)
  - Hannibalianus, Rex Regum (335337)
- Konstantin II. (337340)
- Constans (337350)
- Constantius II. (337361)
  - Magnentius, Gegenkaiser (350353)
  - Nepotianus, Gegenkaiser (350)
  - Vetranio, Gegen-/Mitkaiser (350)
  - Constantius Gallus, Mitkaiser (353/54)
  - Silvanus, Gegenkaiser (355)
- Julian Apostata (361363) Ende der konstantinischen Dynastie
- Jovian (363364)

Die valentinianische Dynastie


- Valentinian I., Kaiser im Westen (364375)
  - Procopius, Gegenkaiser (364/365)
- Valens, Kaiser im Osten (364378)
  - Firmus, Gegenkaiser (372375)
- Gratian, Kaiser im Westen (375383)
- Valentinian II., Kaiser im Westen (375392)
  - Magnus Maximus, Gegenkaiser (383388)
  - Flavius Victor, Gegenkaiser (384388)
  - Eugenius, Gegenkaiser im Westen (392394)

Die theodosianische Dynastie


- Theodosius I. (Kaiser im Osten 379394, Alleinherrscher 394/395) Reichsteilung
- Honorius (395423)
  - Konstantin III., Gegenkaiser (407411)
  - Priscus Attalus, Gegenkaiser (409410 und 414/415)
  - Maximus, Gegenkaiser (409411 und 418421)
  - Jovinus, Gegenkaiser 411412)
  - Constantius III., Mitkaiser (421)
- Johannes (423425, im Osten nicht anerkannt)
- Valentinian III. (425455) Ende der theodosianischen Dynastie im Westen

Der Untergang des weströmischen Reiches


- Petronius Maximus (455)
- Avitus (455/456)
- Majorian (457461)
- Libius Severus (461465) Interregnum
- Anthemius (467472)
- Olybrius (472)
- Glycerius (473/474)
- Julius Nepos (474/475, in Illyrien bis 480)
- Romulus Augustus (475/476)

Die oströmischen Kaiser bis 565


- Arcadius (395408) (Sohn Theodosius I.)
- Theodosius II. (408450)
- Markian (450457) Ende der theodosianischen Dynastie im Osten, wobei Markian nur „adoptiert“ war.
- Leo I. (457474)
- Leo II. (474)
- Zeno (474491)
- Anastasios I. (491518)
- Justin I. (518527)
- Justinian I. (527565) Justinians Tod ist eines der möglichen Enddaten der Spätantike. Bezüglich der weiteren Kaiser des Ostreiches siehe Liste der byzantinischen Kaiser

Literatur


- Manfred Clauss (Hg.): Die römischen Kaiser. 55 historische Portraits von Caesar bis Iustinian, München 1997.
- Dietmar Kienast: Römische Kaisertabelle. Grundzüge einer römischen Kaiserchronologie, 2. Auflage, Darmstadt 1996.
- Klaus-Jürgen Matz: Wer regierte wann? Regententabellen zur Weltgeschichte, dtv, 6. Auflage, München 2002, S. 38-41.

Weblinks


- [http://www.roman-emperors.org/ Eine von Fachleuten erstellte Online-Enzyklopädie der Römischen Kaiser (englisch)]
- [http://www.imperiumromanum.com/ Internetlexikon über das antike Rom mit relativ ausführlichen Artikeln zu den Römischen Kaisern (deutsch)]

Siehe auch


- Römische Kaiserzeit
- Portal und Themenliste Rom
- Byzantinische Kaiser
- Römisches Reich
- Kalender (Römisches Reich)
- Liste der römischen Konsuln
- Römische Kaiserportraits ! Kaiser (Rom) ja:ローマ皇帝一覧 ko:로마 황제 연대표

Weströmisches Reich

Das Weströmische Reich (Bezeichnung ist modernen Ursprungs; nach zeitgenössischer Auffassung gab es nur ein Reich unter zwei Kaisern) entstand aus der Teilung des Römischen Reiches im Jahre 395 n. Chr., nachdem der römische Kaiser Theodosius I. das Reich zwischen seinen Söhnen Flavius Augustus Honorius (Westrom) und Arcadius (Ostrom/Byzanz) aufteilte. Das Weströmische Reich ging bereits 476 mit der Absetzung des jugendlichen Kaisers Romulus Augustulus durch Odoaker - Oberbefehlshaber der Armee - unter. Im Grunde handelte es sich dabei jedoch nur um einen Militärputsch in einem auf Italien und den Alpenraum reduzierten Herrschaftsgebiet, der den Staat im Kern intakt ließ.

Geschichte

Zum Folgenden vergleiche auch: Spätantike

Die Zeit des Honorius

Obwohl das Weströmische Reich nur 81 Jahre Bestand hielt, hatte es insgesamt zwölf anerkannte Herrscher und zudem noch drei (nach anderer Auffassung vier) Usurpatoren. Honorius war der jüngere Sohn von Kaiser Theodosius I., dem letzten Kaiser, der beide Reichshälften gemeinsam regiert hat. Flavius Honorius war bei seinem Regierungsantritt 395 noch ein Kind, deshalb hatte Theodosius den Heermeister Stilicho, Sohn eines Vandalen und einer Römerin, zu seinem Vormund eingesetzt. Die Herrschaft des Honorius war instabil. Bereits 397 erhob sich Gildo in der Provinz Africa. Nach der Invasion der Westgoten 402 auf der italischen Halbinsel, zog Honorius mit seinem Hof von Mediolanum (Mailand) zurück nach Ravenna. Auf der britischen Insel rebellierten die Soldaten unter den Führern Marcus (406/407) und Konstantin III. (407–411); die Truppen setzen nach Gallien über und überlassen die vom Abzug alles andere als begeisterte Bevölkerung – die sich weiterhin als Römer ansah – sich selbst bzw. den angelsächischen Angriffen, wobei die Angelsachsen jedoch in kleinen Gruppen vor allem als Söldner nach Britannien kamen. Daneben kam es zum Zusammenbruch der Rheingrenze: Am 31. Dezember 406 fielen Vandalen, Sueben und die iranischen Alanen, wohl auf Flucht vor den Hunnen, in Nordgallien ein; fränkische foederati, die sich ihnen entgegenstellten, wurden schließlich geschlagen. 408 ließ Honorius seinen Berater und Heermeister Stilicho aus Furcht vor dessen Macht ermorden, während es zu Raubzügen der Westgoten kam, die 410 schließlich Rom brandschatzten, was nachhaltige Folgen auf die Psyche der Römer hatte. Es kam zudem zu den oben angesprochenen Usurpationen, die Kräfte banden: Konstantin III. sowie der römische Senator Priscus Attalus 409/410 und 414/415. 409 fielen die Sueben, Alanen und Vandalen in Hispanien ein. Die Westgoten vernichteten jedoch in der Folgezeit Teile der in Hispanien eingedrungenen Vandalen; die Westgoten wurden 418 sogar als foederati in Aquitanien angesiedelt, womit man sich in Ravenna ein inneres Bollwerk gegen Aufstände und zugleich einen kampfstarken Verband gegen die äußeren Feinde erhoffte; die Westgoten verhielten sich denn auch insgesamt betrachtet loyal, was sie freilich nicht von Vorstößen auf weströmisches Gebiet abhielt, um ihren Einflussbereich zu vergrößern – zu einem Bruch des Vertrags kam es jedoch erst in den 60er Jahren des 5. Jahrhundert.

Hunnensturm und interne Machtkämpfe

Nach dem Tod von Honorius im Jahre 423 regierte der Usurpator Johannes von 423 bis 425. 425 wurde er besiegt und Valentinian III. wurde Kaiser; er sollte der letzte Kaiser der theodosianischen Dynastie sein. Zunächst lagen die Regierungsgeschäfte in den Händen seiner Mutter Galla Placidia, doch kam es bald zu Kämpfen zwischen verschiedenen Militärs: Der Heermeister Felix und der comes Africae Bonifatius unterstützten bis zu ihrem Tod (mal mehr, mal weniger) die Politik der Galla Placidia; nach dem Tod des Bonifatius jedoch regierte der Patricius und Heermeister Flavius Aëtius das Reich. Das Leben Valentinians bewegte sich zwischen Ravenna und Rom. In seine Regierungszeit fällt der Verlust der Provinz Africa, das nordwestliche Spanien fiel an die Sueben, in Gallien jedoch konnte sich Aëtius trotz des Drucks durch die Westgoten und Burgunden weitgehend behaupten; das Burgundenreich am Rhein wurde durch seine hunnischen Hilfstruppen 436 vernichtet. 451 konnte er zudem Attila, der in Gallien eingefallen war, in der Schlacht auf den Katalaunischen Feldern besiegen. 454 ließ Valentinian Aëtius jedoch ermorden, nur um dann im darauffolgenden Jahr selbst Opfer eines Meuchelmordes zu werden. Dem Verlust der Provinz Africa an die Vandalen (endgültig mit der Eroberung Karthagos und der dort liegenden Flotte 439) kommt dabei eine große Bedeutung zu, da die Vandalen anders als die übrigen Germanen, eine formelle Oberherrschaft des Kaisers ablehnten und damit den ersten unabhängigen Staat auf Reichsgebiet gründeten. Westgoten, Sueben, Burgunder und Franken waren dagegen formell Föderaten und regierten die provinzialrömische Bevölkerung im Namen des Kaisers, was den Schein der Herrschaft wahrte und auch die Möglichkeit für politische und militärische Interventionen Ravennas deutlich erhöhte.

Die letzten Jahre Westroms – die Zeit der Schattenkaiser

Nur kurz währte die Herrschaft des Petronius Maximus im Jahr 455, des ersten der so genannten Schattenkaiser, die jeweils nur kurze Zeit regierten und kaum noch aktiv werden konnten, um den zusammenbrechenden weströmischen Staat zu retten. Westrom verlor in der Folgezeit immer größere Gebiete an die Germanen, die Staaten im Staat bildeten und damit Westrom wichtige Steuereinnahmen vorenthielten, die zur Aufrechterhaltung der Armee notwendig waren. Als hochrangiger Senator wurde Maximus nach dem Tode Valentinians III. (16. April 455) Kaiser, bereits am 9. oder 10. Juli 455 folgte ihm (der am 22. Mai starb) bereits der Gallo-Römer Eparchius Avitus auf dem kaiserlichen Thron. Er war zuvor als Botschafter zwischen Rom und den Westgoten tätig, musste jedoch auch Probleme mit Markian, dem oströmischen Herrscher, regeln sowie den Heermeister Ricimer ruhig halten, der sich bald zum wahren Herrscher Westroms entwickelte. Majorian bestieg den Thron für vier Jahre im Januar 457. Nach den Jahren des Niederganges gelang es ihm schließlich, die Kontrolle über Italien und Gallien wieder zu erlangen. Auch Spanien und das nördliche Afrika konnte er befrieden. Innenpolitisch gelang es, den Senat durch mehr Zugeständnisse und durch eine verbesserte Wirtschaftspolitik das Volk auf seine Seite zu bringen. Majorian wurde von Ricimer gestürzt, der jedoch als Arianer und Germane selbst nicht die Herrschaft erlangen konnte. Statt seiner wurde Libius Severus (461) Kaiser von Westrom ohne die Salbung durch den Papst. Mit seiner Regierung begannen die Plünderungen der Vandalen an der italienischen Westküste erneut. Nach vier Jahren (465) verstarb Libius Severus (angeblich von Ricimer vergiftet). An seine Stelle trat der Oströmer Anthemius, nachdem ein Interregnum von 465 bis 467 bestand. Anthemius verfolgte als vordringliches Ziel die Wiederherstellung der Herrschaft gegen die Vandalen und die Westgoten, die unter Eurich den Vertrag von 418 brachen und expansiv tätig wurden. Die Flotte seines Generals Basiliscus verbuchte erstaunliche Erfolge. Schließlich aber gelang es den Vandalen, Basiliscus zu besiegen. Der finanzielle und militärische Aufwand waren ein Desaster. Der Feldzug gegen die Westgoten blieb ebenso erfolglos. Zumindest das nördliche Gallien ging verloren. Schließlich brach in den Konflikten zwischen Anthemius und Ricimer ein Bürgerkrieg aus. Als Gewinner ging der bis dato annähernd unbekannte Anicius Olybrius hervor. Auch er konnte kein volles Jahr Regierungszeit hinter sich bringen. Nach seiner Thronbesteigung im April/Mai 472 starb er bereits sieben Monate später.
Kaum glücklicher war die Regierungszeit seines Nachfolgers Glycerius, der von 473 bis 474 regierte. Obwohl er diplomatisch und militärisch talentiert war, musste er sich sowohl den Ostgoten und schließlich auch dem Heerführer Julius Nepos geschlagen geben. Julius Nepos regierte von 474 bis 475. Er wollte den Konflikt mit den Westgoten, die die Provence erobert hatten, zunächst diplomatisch lösen. Der Erfolg war mäßig. Die Vandalen hatten inzwischen das westliche Mittelmeer unter Kontrolle. Schließlich wendete sich auch das Blatt in Rom gegen ihn: Sein Patron Orestes (der für sich in Anspruch nehmen konnte, Sekretär des Attila (des Hunnenkönigs) gewesen zu sein) übernahm die Heeresführung und jagte Nepos aus dem Amt 475. Romulus Augustulus war der letzte weströmische Kaiser (auch wenn Nepos bis zu seinem Tod 480 der letzte, auch von Ostrom, anerkannte Herrscher blieb). Er soll bei seinem Regierungsantritt im Jahr 475 erst zehn Jahre alt gewesen sein. Romulus wurde im Jahr 476 schließlich von dem Germanfürsten Odoaker abgesetzt. Odoaker setzte anders als seine Vorgänger keinen "Schattenkaiser" ein, sondern schickte eine senatorische Gesandtschaft zu Kaiser Zenon in Konstantinopel und ließ dort erklären, dass ein Kaiser für beide Reichshälften genüge. Odoaker sah seine Herrschaft wahrscheinlich in der Tradition des Römischen Reiches und bekam vom Ostkaiser schließlich auch den offiziellen Titel eines Patricius und damit kaiserlichen Statthalters. Das Weströmische Reich war damit aber erloschen, wie schon Marcellinus Comes feststellte, wobei freilich der Akt von 476 insgesamt kaum Beachtung fand: es gab schließlich in Konstantinopel noch einen Kaiser; auch hatte sich der Niedergang Westroms schon lange vorher angekündigt (wie der Verlust wichtiger Reichsteile an die Germanen). Zudem ließ Odoaker weiterhin (bis 480) Münzen im Namen des Kaisers Nepos prägen, der zumindest noch Dalmatien regierte. Im Raum von Paris konnte sich, zwischen Westgoten und Franken eingekeilt und vom Restreich abgeschnitten, der römische Statthalter Syagrius noch bis 486 mit einem größeren Herrschaftsgebiet behaupten. Er wurde nach der Eroberung seines Herrschaftsgebietes von den Franken hingerichtet. Weite Teile des vormaligen Weströmischen Reiches wurden Ende des 5. Jahrhunderts von den Vandalen und Westgoten beherrscht. Die italische Halbinsel verblieb unter der Herrschaft Odoakers, bis 489 Theoderich der Große in Italien einfiel. De iure unterstanden die westlichen Gebiete nun der Oberhoheit Konstantinopels. Unter dem oströmischen Kaiser Justinian I. wurden dann zwischen 533 und 553 große Teile des vormals weströmischen Reiches (Nordafrika, Italien, Südspanien) noch einmal militärisch unterworfen, doch blieb dies letztlich Episode.

Auswirkungen auf die Stadt Rom

Der Niedergang des Weströmischen Reiches machte sich auch in der Stadt Rom bemerkbar: Die Stadt, in der um 250 nach Christus 1 Million Menschen gelebt hatten, verkleinerte sich nach dem Wegfall der Hauptstadtfunktion auf etwa 400.000 Einwohner um 400. Die zweiwöchige Plünderung durch die Vandalen 455 verringerte den Wohlstand, 472 dezimierte die Pest die Einwohnerzahl. Gleichwohl galt Rom auch im 5. Jahrhundert zeitgenössischen Berichten zufolge als kulturell und politisch bedeutende Metropole. Mitglieder der Kaiserfamilie hielten sich trotz der Residenzverlegung nach Ravenna häufig in Rom auf. Zu Beginn des 5. Jahrhunderts und nach 439 vergrößerte sich die Stadt durch den Zustrom von Neusiedlern aus Gallien und Africa. Noch um 470 wird Rom als bedeutende Stadt mit großen Bauten und einer lebhaften Theaterszene beschrieben. Das Kolosseum wurde mindestens bis 523, große Thermen bis 535 genutzt. Um 534 dürfte die Stadt noch immer um die 100.000 Einwohner gezählt haben. Dann markierte der Krieg des oströmischen Kaisers Justinian I. gegen die Ostgoten die eigentliche Zäsur in der Stadtgeschichte: Zwischen 535 und 549 wurde Rom mehrfach belagert, die "lebenswichtigen" Aquädukte zerstört sowie ein Großteil der Senatoren deportiert. Der weströmische Senat verschwand bald darauf (um 580). Im Mittelalter lebten nur noch höchstens 20.000 Menschen in der Stadt. Auf dem Forum Romanum wurde Ackerbau betrieben. Antike Bauten dienten als Steinbruch oder wurden durch Umbauten in niedrigem Standard zweckentfremdet.

Literatur

Vergleiche auch die entsprechenden Abschnitte zur späten römischen Kaiserzeit.
- Averil Cameron u.a. (Hgg.): The Cambridge Ancient History, Bd. 13 und 14, 2. neugestaltete Aufl., Cambridge 1998–2000. Hervorragende Gesamtdarstellung; dort findet sich auch weiterführende Literatur, größtenteils jüngeren Datums.
- Alexander Demandt: Geschichte der Spätantike, Sonderausgabe, München 1998. Solide und gut lesbare Darstellung.
- Peter Heather: The Fall of the Roman Empire, London 2005. Detaillierte Darstellung des Untergangs Westroms; vor allem hinsichtlich militärgeschichtlicher Fragen sehr nützlich.
- John Matthews: Western Aristocracies and Imperial Court, A. D. 364–425, Oxford 1975.

Siehe auch


- Römisches Reich
- Spätantike
- Liste der römischen Kaiser Kategorie:Römische Geschichte Kategorie:Spätantike

Kreuzfahrer

Die Kreuzzüge der christlichen Völker des Abendlands waren religiös motivierte Feldzüge, die ursprünglich der Befreiung Jerusalems und des Heiligen Landes Palästina aus der Hand der „Ungläubigen“ dienen sollten, nachdem die Muslime unter dem Kalifen al-Hakim die