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1645

1645

Ereignisse

Politik und Weltgeschehen


- Beginn der Friedensverhandlungen, die 1648 zum Westfälischen Frieden führten
- Blaise Pascal stellt der Öffentlichkeit seine Rechenmaschine vor
- Gotland wird Teil Schwedens
- 6. März: Truppen Hessen-Kassels rücken in Oberhessen ein. Beginn des Hessenkrieges mit Hessen-Darmstadt, ausgelöst durch Landgräfin Amalie Elisabeth
- 3. August: Dreißigjähriger Krieg: Die Zweite Schlacht von Nördlingen sieht französische Truppen als Sieger über die kaiserlichen
- Die Schweden mit ihrem General Lennart Torstenson besetzen die Stadt Schrattenthal in Niederösterreich

Geboren


- 9. Februar: Johann Aegidius Bach, deutscher Bratschist († 1716)
- 22. Februar: Johann Christoph Bach d. Ä., Zwillingsbruder von Johann Ambrosius Bach, dem Vater von Johann Sebastian Bach († 1693)
- 21. September: Louis Joliet, französischer Entdecker und Kartograf († 1904)
- 26. Oktober: Aert de Gelder, holländischer Maler († 1727)
- 14. November: Maximiliám van de Prassén, niederländischer Menschenrechtler († 1720)
- 24. Dezember: Hans Carl von Carlowitz, deutscher Wissenschaftler († 1714)
- 27. Dezember: Giovanni Antonio Viscardi, Italienischer Baumeister des Barock der überwiegend in Bayern arbeitete († 1713)
- Graf Georg Brankovic († 1711)

Gestorben


- 9. Januar: Mutio Vitelleschi, italienischer Ordensgeneral (
- 1563)
- 10. Januar: William Laud, war Erzbischof von Canterbury und einer der Berater des englischen Königs (
- 1573)
- 20. Januar: Maria Ward, Begründerin der englischen Fräulein und Wegbereiterin der Mädchenbildung (
- 1585)
- 12. April: Sigismund Heusner von Wandersleben, deutscher Offizier und Politiker (
- 1592)
- 19. Mai: Musashi Miyamoto, japanischer Samurai (
-  1584)
- 7. Juli: Georg Friedrich von Hohenlohe-Neuenstein-Weikersheim, Offizier und Gelegenheitsdichter (
- 1569)
- 13. Juli: Marie de Gournay, französische Philosophin (
- 1565)
- 23. Juli: Michael I. (Russland), war Zar von Russland von 1613 bis 1645 (
- 1596)
- 3. August: Franz von Mercy, Feldherr in Diensten der Katholischen Liga, der im Dreißigjährigen Krieg kämpfte (
- 1590)
- 7. August: Georg Corvin, Professor der Philosophie (
- um 1608)
- 28. August: Hugo Grotius, Naturrechtsphilosoph (
- 1583)
- 10. Oktober: Heinrich Julius von Wietersheim, Stiftshofmeister in Quedlinburg (
- 1585)
- Lucas Cranach III., deutscher Maler (
- 1586) ko:1645년

Kategorie:1645



1648

Ereignisse

Politik und Weltgeschehen


- 24. Oktober: Ende des Dreißigjährigen Kriegs durch den Westfälischen Frieden und Souveränität der Schweiz
- Beginn des bis 1649 andauernden Vernichtungsfeldzuges der Irokesen gegen die Wyandot
- Beginn der Parlamentsfronde in Frankreich
- Nach dem Sieg der parlamentarischen Streitkräfte über die Schotten bei Preston und der Niederschlagung royalistischer Aufstände endet der Englische Bürgerkrieg. Auf dem Nebenschauplatz Irland kommt es jedoch zu weiteren Kämpfen
- Im Zuge der Bauernrevolution unter Führung des Kosaken Bogdan Chmelnizki gegen die polnische Aristokratie werden in Pogromen 100.000 Juden in Osteuropa umgebracht
- der Russe Semjon Deschnjow durchquert als erster die Beringstraße und beweist, dass Asien und Amerika getrennte Kontinente sind

Kultur


- 5. Januar: Uraufführung des musikalischen Dramas Giasone von Francesco Cavalli in Venedig

Geboren


- 26. April: Peter II. (Portugal), Regent und König von Portugal aus dem Hause Braganza († 1706)
- 2. Juli: Arp Schnitger, einer der berühmtesten Orgelbauer seiner Zeit († 1719)
- 9. August: Johann Michael Bach, deutscher Komponist († 1694)
- 6. September: Johann Schelle, deutscher Komponist des Barock († 1701)
- 14. September: Kaspar Neumann, († 1715)
- 27. September: Michelangelo Tamburini, General der Societas Jesu († 1730)
- 12. November: Juana Inés de la Cruz, mexikanische Dichterin († 1695)
- 20. Dezember: Tommaso Ceva, italienischer Mathematiker und Dichter (†1736)
- Hannibal von Degenfeld

Gestorben


- 28. Februar: Christian IV. (Dänemark), König von Dänemark und Norwegen von 1588 bis 1648 (
- 1577)
- 10. April: Hans Jakob von Koseritz, Mitglied der „Fruchtbringenden Gesellschaft“ (
- 1610)
- 13. April: Martin Faber, war Architekt, Kunstmaler, Kartograf und Ratsherr der Stadt Emden in Ostfriesland (
- 1587)
- 17. Mai: Peter Melander von Holzappel, Feldherr und Oberbefehlshaber der kaiserlich-ligistischen Truppen (
- 1585)
- 20. Mai: Wladyslaw IV. Vasa, polnischer König/quasi Zar von Russland (
- 1595)
- 26. Mai: Vincent Voiture, französischer Dichter und Schriftsteller (
- 1598)
- 1. September: Marin Mersenne, französischer Mathematiker und Theologe (
- 1588)
- 2. Dezember: Heinrich Julius von Zerssen, deutscher Hofbeamter (
- 1583)
- 25. Dezember: Claudia de Medici, Erzherzogin von Österreich und Landesfürstin von Tirol (
- 1604) ko:1648년 simple:1648

Westfälischer Friede

Als Westfälischer Frieden werden in der Regel die am 24. Oktober 1648 abgeschlossenen Friedensverträge des Kaisers mit Frankreich und Schweden in Folge der am 4. und 5. Juni 1648 unter Feldmarschall Lamboy von ihm verlorenen Schlacht bei Wevelinghoven bezeichnet. Sie waren ein Ergebnis des Westfälischen Friedenskongresses, der in Münster und Osnabrück, die beide zum westfälischen Reichskreis gehörten, von 1643 bis 1649 stattfand und das Ziel hatte, mit einem allgemeinen Friedensschluss (pax universalis) die in Europa herrschenden Kriege zu beenden. Dieses Ziel verfehlte der Kongress. Zwar vereinbarte auch Spanien mit den Vereinigten Provinzen der Niederlande in getrennten Sonderverhandlungen einen weiteren Friedensvertrag (Frieden von Münster, von den Gesandten unterzeichnet am 30. Januar 1648, Austausch der Ratifikationsurkunden mit feierlicher Beschwörung und öffentlicher Verlesung in Münster am 15./16. Mai 1648) und erkannte die Souveränität der Generalstaaten an. Hingegen gelang es nicht, in Münster eine Lösung für den wichtigsten Hegemonialkonflikt der Zeit zu finden, denn die Verhandlungen zwischen Frankreich und Spanien scheiterten. Ein spanisch-französischer Ausgleich kam erst mit dem Pyrenäenfrieden von 1659 zustande. Insofern ist der Westfälische Frieden nur ein Teilerfolg des Kongresses gewesen. Die Westfälischen Friedensverträge beendeten jedoch immerhin den Dreißigjährigen Krieg im Reich. Kern der Regelungen ist ein neues Reichsreligionsrecht. Die Rechte der Reichsstände gegenüber dem Kaiser und in ihren eigenen Territorien wurden auf die hergebrachten Grundsätze festgeschrieben. Der Westfälische Frieden wurde ein Grundgesetz des Reiches, und galt als ein wichtiger Teil der Reichsverfassung. Daneben akzeptierten die Friedensverträge die Unabhängigkeit der Schweizer Eidgenossenschaft von der Gerichtsbarkeit der Reichsgerichte und erkannte damit faktisch ihre staatliche Unabhängigkeit an. Trotz seines fragmentarischen Charakters galt der Westfälische Frieden bis zur Französischen Revolution als Grundlage des Systems der europäischen Staaten, das um 1650 erst im Entstehen begriffen war. Anlass für dieses Urteil sind die Teilnahme vieler politisch relevanter Mächte am Kongress (wichtige Ausnahmen: Polen, Russland, England), ihre ausdrückliche Nennung im schwedisch-kaiserlichen Vertrag, die Garantie für die Einhaltung der Verträge durch Frankreich und Schweden und der Bezug auf sie in späteren Friedensverträgen. Obwohl das Thema "Universalfriedenskongress" seit 1637 zwischen den Kriegsparteien verhandelt worden war, wurde erst im Dezember 1641 eine Einigung (Präliminarien) über die Teilnehmer und die Orte der Verhandlungen erzielt. Die wirklichen Friedensverhandlungen begannen im Juni 1645 und wurden in Osnabrück direkt (ohne Vermittlung) zwischen den kaiserlichen, den reichsständischen und den schwedischen Gesandten, in Münster unter päpstlicher und venezianischer Vermittlung zwischen den kaiserlichen und den französischen Gesandten geführt. Die Trennung geschah, teils um Rangstreitigkeiten zwischen Frankreich und Schweden vorzubeugen, teils auch, weil die protestantischen Mächte und die Römische Kurie nicht miteinander verhandeln wollten.

Beteiligte Personen

1645 Von französischer Seite verhandelten in Münster Herzog Heinrich von Longueville, ein Mitglied des Hochadels, sowie die Diplomaten Claude d'Avaux und Abel Servien. Von Schweden waren bevollmächtigt: Johan Oxenstierna, der Sohn des Reichskanzlers Axel Oxenstierna, und Johann Adler Salvius. Kaiserlicher Hauptgesandte (für beide Orte) war Graf Maximilian von Trauttmansdorf, in Münster unterstützten ihn Graf (später Fürst) Johann Ludwig von Nassau Hadamar und der Jurist Isaak Volmar, in Osnabrück waren bevollmächtigt Johann Maximilian Graf Lamberg und der Kaiserliche Reichshofrat Johannes Krane aus Geseke, ebenfalls ein Jurist. Als Vermittler (Mediatoren) waren der Kölner Nuntius Fabio Chigi (später Papst Alexander VII.), und der venezianische Diplomat Alvise Contarini berufen worden. Vom spanischen Hof waren Gaspar de Bracamonte y Guzmán conde de Peñaranda, Diego Fajardo Saavedra, Antoine Brun u. a. anwesend. Die Generalstaaten hatten acht Bevollmächtigte geschickt; die Eidgenossenschaft vertrat Johann Rudolf Wettstein, Bürgermeister von Basel. Daneben waren zahlreiche Reichsstände vertreten. Unter den Gesandten der evangelischen Stände zeichneten sich aus der Gesandte Sachsen-Altenburgs, Wolfgang Konrad von Thumbshirn, sowie der Bevollmächtigte des Hauses Braunschweig-Lüneburg, Jakob Lampadius. Andere, wie der Gesandte von Württemberg, Johann Konrad Varnbüler, trugen durch ihre engen Kontakte zu Schweden erheblich zu den späteren Regelungen bei. Adam Adami, der Gesandte des Fürstabtes von Corvey, war der Geschichtsschreiber der Versammlung. Rang- und Titelstreitigkeiten verzögerten noch lange die Eröffnung des Kongresses, da es die erste Vereinigung der Gesandten der mitteleuropäischen Staaten war und die Etikette ganz neu geregelt werden musste. Während der Verhandlungen dauerte der Krieg fort, der schwedische General Torstensson drang sogar 1645 in die kaiserlichen Erbländer bis an die Donau ein, und Königsmarck eroberte am 15. Juli 1648 die so genannte Kleinseite Prags. Dies gab den langen und schwierigen Unterhandlungen den Ausschlag, und beide Friedensverträge wurden nun am 24. Oktober 1648 zu Münster unterzeichnet. Erst nahezu vier Monate später (18. Februar 1649) erfolgte der Austausch der Ratifikationsurkunden, und noch lange dauerten verschiedene Verhandlungen über die Umsetzung der Friedensbestimmungen. Für die Abwicklung der Demobilmachung, die mit einer großen Geldzahlung an Schweden verbunden war, wurden neue Verhandlungen nötig, die in Nürnberg vom Mai 1649 an stattfanden, und mit zwei Vereinbarungen, vom 26. Juni 1650 und vom 2. Juli 1650, endeten. Der vom Heiligen Stuhl im August 1650 gegen den Friedensvertrag eingelegte und auf den 26. November 1648 zurückdatierte Protest gegen die religionsrechtlichen Regelungen der Verträge blieb wirkungslos.

Bestimmungen des Westfälischen Friedens

Territoriale Veränderungen

Ratifikation Schweden erhielt außer einer Kriegsentschädigung von 5 Millionen Taler ganz Vorpommern nebst der Insel Rügen und den Odermündungen, dazu das rechte Oderufer; ferner die Stadt Wismar von Mecklenburg und die Stifte Bremen und Verden. Alle diese Länder sollten deutsche Reichslehen bleiben, und Schweden sollte sie als deutscher Reichsstand mit Sitz und Stimme auf den Reichs- und Kreistagen besitzen. Der Kurfürst von Brandenburg bekam den Rest von Pommern und als Entschädigung für Vorpommern, auf welches sein Haus nach dem Erlöschen des pommerschen Herzogsgeschlechts (1637) ein Erbrecht hatte, die Stifte Magdeburg, Halberstadt, Minden und Kammin; doch blieb Magdeburg bis 1680 im Besitz des damaligen Administrators, des sächsischen Prinzen August. Der Herzog Adolf Friedrich von Mecklenburg-Schwerin erhielt für die Abtretung von Wismar die Stifter Schwerin und Ratzeburg. Dem Haus Braunschweig-Lüneburg wurde die Erbfolge (Succession) im Stift Osnabrück abwechselnd mit einem katholischen Bischof zugesichert sowie die Klöster Walkenried und Gröningen überlassen. Das Haus Hessen-Kassel erhielt die gefürstete Abtei Hersfeld und einen Teil der ehemaligen Grafschaft Schaumburg. Bayern blieb im Besitz der Oberpfalz und der Kurwürde. Die Rheinpfalz mit der neu geschaffenen achten Kurwürde und dem Erzschatzmeisteramt wurde dem Sohn des geächteten Friedrich V., Karl Ludwig, zurückgegeben. Frankreich erhielt die Bistümer und Städte Metz, Toul und Verdun, welche es tatsächlich schon seit 1552 besaß. Ferner trat der Kaiser alle Rechte, die sowohl das Haus Österreich als auch das Reich bisher auf die Stadt Breisach, die Landgrafschaften Ober- und Unterelsass, den Sundgau und die Landvogtei der zehn vereinigten Reichsstädte im Elsass gehabt hatten, der Krone Frankreich auf ewig ab. Die Eidgenossenschaft wurde faktisch als unabhängig vom Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation anerkannt. Abgesehen von diesen Veränderungen, setzte der Friede eine unbeschränkte Amnestie für alles, was seit 1618 geschehen war, und eine Wiederherstellung (Restitution) des Besitzstandes von 1624 fest. Nur der Kaiser erreichte davon für seine Erblande eine Ausnahme, indem er für die Eigentums- und Besitzrestitution seiner Untertanen nur das Stichjahr 1630 anerkannte.

Kirchliche und politische Angelegenheiten

In der kirchlichen Frage bestätigte der Friede den Passauer Vertrag und den Augsburger Religionsfrieden und schloss nun die Reformierten in die den Augsburger Religionsverwandten gewährte Rechtsstellung ein. Beide Konfessionen, die katholische wie die evangelische, wurden vollkommen gleichgestellt; die evangelische Minorität durfte auf den Reichstagen in Religionssachen nicht überstimmt werden. Der Streit über die geistlichen Stifte und Güter wurde unter Aufhebung des Restitutionsedikts von 1629 dahin ausgeglichen, dass 1624 Normaljahr sein und der evangelische und katholische Besitzstand so bleiben oder wiederhergestellt werden sollte, wie er am 1. Januar 1624 gewesen war. Doch wurden auch hiervon die kaiserlichen Erblande ausgenommen, in denen der Kaiser das unbeschränkte landesherrliche Reformationsrecht mit wenigen Ausnahmen behaupten konnte. Die Territorialhoheit der Reichsstände wurde ausdrücklich anerkannt, ihnen wurde das Recht bestätigt, zu ihrer Erhaltung und Sicherheit untereinander und mit auswärtigen Mächten Bündnisse zu schließen. Diese durften nur nicht gegen Kaiser und Reich gerichtet sein. Die neue Verfassung des Reichs sollte auf dem nächsten Reichstag beraten werden. Für die konfessionell gemischten Reichsstädte Augsburg, Ravensburg, Biberach und Dinkelsbühl in Süddeutschland wurde ein paritätisches Regierungs- und Verwaltungssystem eingeführt (Gleichberechtigung und exakte Ämterverteilung zwischen Katholiken und Protestanten).

Wertung und Ausblick

Der Westfälische Frieden war ein Kompromiss zwischen allen beteiligten Parteien, der möglich wurde, weil durch die totale Erschöpfung der Ressourcen und die allgemeine Kriegsmüdigkeit keine Seite durch die Fortführung des Krieges etwas gewinnen konnte. Das umfangreiche Regelwerk umfasst neben einem revidierten Religionsfrieden auch weitgehende Regelungen der Verfassungsverhältnisse des Reiches, die auf einen Ausgleich zwischen Kaiser und Reichsständen bedacht sind. Damit wurde der Friedensvertrag neben der Goldenen Bulle zum wichtigsten Dokument der (ungeschriebenen) Reichsverfassung. Viele der in ihm festgelegten politischen Kompromisse wirken noch bis in die Gegenwart fort. Nach heutigem Verständnis wird der Westfälische Friede als historischer Beitrag zu einer europäischen Friedensordnung gleichberechtigter Staaten und als Beitrag zum friedlichen Miteinander der Konfessionen gewertet. Die Verhandlungen von Münster und Osnabrück stehen am Anfangspunkt einer Entwicklung, die zur Herausbildung des modernen Völkerrechts geführt haben. Von den Zeitgenossen wurde der Friede als heiß ersehntes Ende eines jahrzehntelangen Mordens begrüßt. Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts galt er insbesondere den Protestanten als Fundament der reichsständischen Libertät und Quelle der Religionsfreiheit der Reichsstände. Erst im 19. Jahrhundert verdüsterte sich die Einschätzung aus dem Blickwinkel des kleindeutsch-preußischen Nationalismus, aber auch aus großdeutscher Perspektive. Der Friede wurde als Schande und Erniedrigung für Deutschland abqualifiziert; das Heilige Römische Reich als wehrlose Beute des "Erbfeinds" Frankreichs gesehen. Dies zeigt sich noch in der Wertung in Meyers Konversationslexikon von 1889: "Das Reich verlor durch den Frieden eine Ländermasse von mehr als 100,000 km² mit 4,5 Millionen Menschen und erhielt eine ganz zerstückelte, wehrlose Grenze gegen Frankreich." Ähnlich sieht es mit dem Verhältnis Kaiser und Reichsstände aus. Meyer: "Der Kaiser musste im Frieden auf den letzten Rest seiner Macht verzichten." Im Nationalsozialismus spitzte sich diese Einschätzung noch zu. Der Friedensschluss wurde zur anti-französischen Propaganda instrumentalisiert. Heute gilt die Entstehung des deutschen Nationalstaates nicht mehr als einziger Maßstab zur Bewertung historischer Ereignisse. Die neueste Forschung sieht im Westfälischen Frieden daher eher den Beginn einer neuen Machtbalance und Kooperation zwischen den Reichsständen, dem Kaiser und den Institutionen des Reiches.

Literatur


- Acta Pacis Westphalicae. Münster/Westfalen, 1962ff. (Aktenedition, noch nicht abgeschlossen)
  - Serie I: Instruktionen
  - Serie II: Korrespondenzen
  - Serie III: Protokolle, Verhandlungsakten, Diarien
- Langer, Herbert: Das Tagebuch Europas. Sechzehnhundertachtundvierzig, Der Westfälische Friede. Berlin: Brandenburg. V., 1994. - ISBN 3-894-88070-8
- Dickmann, Fritz: Der Westfälische Friede. Münster: Aschendorff, 1998. - ISBN 3-402-05161-3
- Ortlieb, Eva/Duchhardt, H. (Hg.): Der Westfälische Friede. München: Oldenbourg, 2001. - ISBN 3-486-64425-4
- Roswitha Philippe: Württemberg und der Westfälische Friede. Münster/Westfalen, 1976.
- ([http://www.uni-regensburg.de/Fakultaeten/phil_Fak_III/Geschichte/s97vsm13.html Weblink]) - Universität Regensburg, Vorlesung Prof. Schmid: Bayern im Zeitalter der Reformation und Gegenreformation - Literaturliste - 13. Westfälischer Friede

Weblinks


- [http://www.lwl.org/westfaelischer-friede/ Forschungsstelle "Westfälischer Friede"]
- [http://www.lwl.org/westfaelische-geschichte/portal/Internet/ku.php?tab=que&ID=741 Münsterscher Friedensvertrag in Volltext, dt. (Instrumentum Pacis Monasteriensis, IPM)]
- [http://www.lwl.org/westfaelische-geschichte/portal/Internet/ku.php?tab=que&ID=740 Osnabrücker Friedensvertrag in Volltext, dt. (Instrumentum Pacis Osnabrugensis, IPO)]
- [http://www.pax-westphalica.de Vertragstexte und Übersetzungen im Volltext] Die lateinischen Texte der Verträge mit Übersetzungen in mehrere Sprachen, dazu Inhaltsangaben und Register.
- [http://www.lwl.org/westfaelischer-friede/wfd-t/wfd-txt1-47.htm GEORG SCHMIDT Der Westfälische Friede als Grundgesetz des komplementären Reichsstaats]
- [http://susi.e-technik.uni-ulm.de:8080/Meyers2/seite/werk/meyers/band/16/seite/0558/meyers_b16_s0558.html#Westf%E4lischer%20Friede Westfälischer Friede] im: Meyers Konversationslexikon, 4. Aufl., 1888, Band 16, Seite 558 f. Kategorie:Achtzigjähriger Krieg Kategorie:Dreißigjähriger Krieg Kategorie:Friedensvertrag Kategorie:1648 Kategorie:Münster (Westfalen) ja:ヴェストファーレン条約

Blaise Pascal

Blaise Pascal (
- 19. Juni 1623 in Clermont-Ferrand; † 19. August 1662 in Paris) war ein französischer Mathematiker, Physiker, Literat und Philosoph.

Leben und Schaffen

Die Jugendjahre

Pascal stammte aus einer Familie des hohen Amtsadels und wurde geboren als Sohn eines Vorsitzenden Richters am Steuergericht der Auvergne. Mit drei Jahren verlor er seine Mutter. Als er acht war, verkaufte der Vater sein Amt an einen Bruder und zog nach Paris, um seinen Töchtern Gilberte (11) und Jacqueline (6) sowie vor allem dem sichtlich hochbegabten Blaise bessere Entfaltungsmöglichkeiten zu schaffen Pascal war ein kränkliches Kind, deshalb wurde er von seinem sehr gebildeten Vater und Hauslehrern unterrichtet. Spätestens mit zwölf erwies er sein mathematisches Talent. Er begann in Mathematikerkreisen zu verkehren und beeindruckte dort als 16-Jähriger mit einer grundlegenden Arbeit über die Berechnung von Kegelschnitten. Kegelschnitt Nachdem sein Vater (der 1638 politisch angeeckt und aus Paris geflüchtet war) Ende 1639 begnadigt und 1640 zum hohen Steuerbeamten in Rouen ernannt worden war, erfand Pascal dort 1642 eine Rechenmaschine für ihn, die "pascaline". Sie ermöglichte zunächst nur Additionen, wurde zehn Jahre hindurch aber ständig verbessert und konnte schließlich auch subtrahieren. Pascal erhielt ein Patent auf sie, doch den Reichtum, den er sich von seiner kleinen Firma erhoffte, erlangte er nicht, denn die mühsam handgefertigten Maschinen (mehrere von insgesamt wohl 50 sind erhalten) waren zu teuer, um größeren Absatz zu finden. In Rouen, einer Stadt mit Universität, hohem Gericht (Parlement) und reicher Kaufmannschaft, zählte die Familie Pascals zur guten Gesellschaft und auch er sowie seine literarisch begabte jüngere Schwester Jacqueline bewegten sich in diesem Milieu. 1646, während der Rekonvaleszenz des Vaters nach einem Unfall, kam die Familie in Kontakt mit den Lehren des holländischen Reformbischofs Jansenius, der einen dem Calvinismus nicht unähnlichen katholischen Fundamentalismus vertrat. Vater und Sohn wurden fromm, Tochter Jacqueline (Gilberte war schon verheiratet), beschloss sogar Nonne zu werden.

Die Pariser Zeit

Seine neue Frömmigkeit hinderte Pascal allerdings nicht, weiterhin naturwissenschaftlich-mathematische Studien zu treiben. So wiederholte er noch 1646 erfolgreich die schon 1643 von Evangelista Torricelli angestellten Versuche zum Nachweis der Existenz des Vakuums, die er 1647 in einer Abhandlung beschrieb. Angesichts des Widerstandes vieler Theologen und Naturforscher, u. a. von Descartes, den er 1647 in Paris traf, diskutierte Pascal die Frage des Vakuums später jedoch nur indirekt, insbes. in einer Abhandlung über den Luftdruck, dessen Abhängkeit von der Höhe des jeweiligen Ortes er 1647 nachgewiesen hatte. 1648 begründete er in einer weiteren Abhandlung das Gesetz der kommunizierenden Röhren. Um 1650 – er lebte seit 1647 mit Jacqueline meist wieder in Paris und war halbwegs gesund – setzte er die Religion etwas hintan und fand Anschluss an schöngeistige, teils sogar freidenkerische Kreise, was ihn zur Beschäftigung mit der Philosophie der Zeit animierte. Die in diesem mondänen Milieu wichtige Kunst, anderen Menschen zu gefallen, inspirierte ihn möglicherweise (denn seine Autorschaft ist nicht sicher) zu einem Discours sur les passions de l'amour ("Rede über die Leidenschaften der Liebe", 1652), in dem der Primat des Gefühls gegenüber dem Intellekt postuliert wird. Die mit Bekannten geführten Diskussionen über die Gewinnchancen im Glückspiel, einem typisch adeligen Zeitvertreib, führten Pascal 1653 dazu, sich der Wahrscheinlichkeitsrechnung zuzuwenden, die er 1654 im brieflichen Austausch mit dem Toulouser Richter und großem Mathematiker Pierre de Fermat vorantrieb. Überhaupt beschäftigte er sich 1654 wieder sehr mit der Mathematik und schrieb je eine Abhandlung über das sog. Pascalsche Dreieck (Traité du triangle arithmétique), über Zahlenordnungen (Traité des ordres numériques) und über Zahlenkombinationen (Combinaisons). Seine Sicht vom Menschen und von dessen Glücksmöglichkeiten wurde um diese Zeit allerdings zunehmend skeptischer, nicht zuletzt unter dem Einfluss Jacquelines, die 1652 ins Kloster ging. Der insgesamt fortschrittsgläubige Rationalismus à la Descartes schien ihm immer illusionärer.

Die Jahre in Port-Royal

1654 wurde Pascal Beinahe-Opfer eines Verkehrsunfalls und hatte wenig später, am 23. Okt., eine mystische Vision, die er noch nachts auf einem erhaltenen Blatt Papier als sog. Mémorial aufzuzeichnen versuchte. Er wurde einmal mehr fromm und zog sich zurück zu den jansenistischen "solitaires" (Einsiedlern), d. h. Gelehrten und Theologen, die sich angesiedelt hatten im Umkreis des ebenfalls jansenistisch-strengen Frauenklosters Port-Royal bei Versailles, wo auch Jacqueline lebte. Hier begann er, religiös und theologisch motivierte Schriften zu verfassen. Zugleich befasste er sich, wie immer, auch mit praktischen Fragen, so 1655 mit der Didaktik des Erstlesens für die von den "solitaires" betriebene Schule. Bei seiner Bekehrung kam er hinein in eine Situation, wo die orthodox frommen und rigoros moralischen Jansenisten den laxeren und konzilianteren, aber auch machtbewussten Jesuiten ein Ärgernis geworden waren. Als es 1655 zum offenen Streit kam, weil der jansenistische Theologe Antoine Arnauld aus der theologischen Fakultät der Sorbonne ausgeschlossen worden war, mischte Pascal sich ein und ließ 1656/57 eine Serie anonymer satirisch-polemischer Broschüren erscheinen, die 1657 in Holland als Buch gedruckt wurden unter dem Titel Provinciales, ou Lettres de Louis de Montalte à un provincial de ses amis et aux R.R. PP. Jésuites sur la morale et la politique de ces pères ("Provinzler[briefe], oder Briefe von L. de M. an einen befreundeten Provinzler sowie an die Jesuiten über die Moral und die Politik dieser Patres"). Es sind 18 Briefe eines fiktiven Paris-Reisenden namens Montalte, von denen die ersten zehn an einen fiktiven Freund in der heimatlichen Provinz gerichtet sind, die nächsten sechs an die Pariser Jesuitenpatres insgesamt und die letzten beiden speziell an den Beichtvater des Königs. In diesen Briefen beschreibt Montalte in der Rolle eines zunächst theologisch unbeschlagenen und naiven jungen Adeligen, wie Jesuiten ihm altklug und herablassend ihre Theologie erklären; später, nachdem er quasi seine Lektion gelernt hat, beginnt er mit ihnen zu diskutieren und so scharfsinnig wie witzig ihre Lehren zu zerpflücken. Pascal persiflierte und attackierte so die zwar gewissermaßen verbraucherfreundliche, aber tendenziell opportunistische und oft spitzfindige Theologie – die berühmte Kasuistik – der Jesuiten und entlarvte ihren sehr weltlichen Machthunger. Die Lettres provinciales hatten, obwohl sie nach der Nr. 5 verboten wurden, bei Erscheinen der Buchausgabe 1657 auf den Index kamen und 1660 sogar vom Henker verbrannt wurden, großen und langandauernden Erfolg und bedeuteten längerfristig den Anfang vom Ende der Allmacht der Jesuiten, zumindest in Frankreich. Kasuistik Kurzfristig allerdings behielten diese mit Hilfe von König und Papst die Oberhand, was die nächsten Jahre Pascals sehr verdüsterte. Denn während viele seiner Gesinnungsfreunde unter dem Druck der obrigkeitlichen Schikanen einknickten oder taktierten, blieb er unbeugsam. In dieser Situation begann er mit der Arbeit an einer großen Apologie der christlichen Religion, wobei er einen seines Erachtens von Augustinus gedeckten Kompromiss anstrebte zwischen der fast fatalistischen jansenistischen Prädestinationslehre, die das Heil oder die Verdamnis jedes Menschen als von Gott vorbestimmt sieht, und der optimistischeren Vorstellung der Jesuiten, dass jeder Mensch eine weitgehende Freiheit habe, sich für Gut oder Böse zu entscheiden und sein Seelheil aktiv zu fördern. Mit seiner ohnehin schwächlichen Gesundheit ging es in dieser Zeit, sicher auch aufgrund seiner asketischen Lebensweise, immer rascher bergab. So hinderte ihn der frühe Tod mit eben 39 an der Fertigstellung des Werkes. Die umfangreichen Notizen und Fragmente wurden 1670 von jansenistischen Freunden unter dem Titel Pensées sur la religion et autres sujets ("Gedanken über die Religion und andere Themen") herausgegeben. Hierin findet man u. a. die Pascalsche Wette, gemäß der der Glaube an Gott nicht nur richtig, sondern auch vernünftig ist, denn: "Wenn Gott nicht existiert, verliert man nichts, wenn man an ihn glaubt; wenn Gott aber existiert, verliert man alles, wenn man nicht glaubt."

Kritik

Pascals Leben und Werk gewinnen durch die Tatsache, dass er in einer Epoche, die bereits äußerst klar auf der Trennung von Glauben und Wissen bestand, das Prinzip der Einheit allen Seins vertrat. Für ihn bedeutete die Beschäftigung sowohl mit naturwissenschaftlichen Problemen als auch mit philosophischen und theologischen Fragen keinerlei Widerspruch; alles das diente ihm zur unmittelbaren Vertiefung seiner Kenntnisse. Seine Wahrnehmung der "intelligence/raison du coeur" - nur das Zusammenspiel von Verstand und Herz kann Grundlage menschlichen Erkennens sein - als wesentlichste Form der umfassenden Erkenntnis kann als visionär und über die Zeiten hinweg beispielgebend erfasst werden. Bis heute gilt Pascal als wortgewaltiger Verfechter einer tiefen christlichen Ethik. Friedrich Nietzsche hingegen warf Pascal vor, zu einem Verfechter einer besonders lebensfeindlichen christlichen Lehre geworden zu sein. Moderne Kritiker wie der sonst vergleichsweise zurückhaltende Aldous Huxley gingen in ihrer Kritik weiter. Pascal habe aus seiner Not - seinen körperlichen Gebrechen sowie seiner Unfähigkeit, echte Leidenschaft zu empfinden - eine Tugend gemacht und dies mit heiligen Worten getarnt. Schlimmer noch: er habe seinen beachtlichen Verstand dazu benutzt, um andere dazu zu ermuntern, eine gleichermaßen Diesseits-feindliche Weltanschauung einzunehmen. Zitate von Pascal wie: "Vom Mittelweg abweichen heisst von der Menschheit abweichen" und andere mehr verleiteten lediglich dazu, ihn als gemäßigten Denker im aristotelischen Sinne zu verstehen. Huxley weist darauf hin, dass dies nur eine und leider nur die theoretische Seite Pascals war. Im eigentlichen Leben, also so, wie es sich in dessen Lebensalltag auch nachweislich darstellte, sei Pascal rigoros gewesen - heute würde man sagen: fundamentalistisch. Worte aus der Feder Pascals wie: "Siechtum ist der Naturzustand eines Christen; denn erst im Siechtum ist der Mensch so, wie er immer sein sollte" würden wesentlich zutreffender die düstere Haltung des Philosphen wiedergeben. Pascal würde aufgrund seiner brillanten Formulierungen und den beeindruckend geschilderten spirituellen Erlebnissen als "Vorkämpfer einer hehren Sache" gelten, während er - was seine christlich-philosophische Seite anbelangt - nur ein kranker Asket gewesen sei. Im Gegensatz zu Nietzsche habe er sich nicht gegen seine Gebrechen gestemmt, sondern sie als willkommene Indizien für ein wertloses irdisches Leben benutzt.

Wirkung

Nach Pascal sind benannt:
- die Programmiersprache Pascal - respektive TopPascal - wegen seiner Erfindung einer Rechenmaschine;
- die physikalische Einheit des Drucks, wegen seiner Versuche zum Luftdruck;
- das Pascalsche Dreieck, bei dem sich ein Binomialkoeffizient als Summe zweier darüberstehender ergibt;
- die Pascal-Verteilung in der Wahrscheinlichkeitstheorie, die aber meistens negative Binomialverteilung genannt wird;
- die Pascalsche Wette, ein Argument für den Glauben an Gott;
- die Pascalsche Schnecke, eine spezielle ebene Kurve.
- der Satz von Pascal, einer Aussage der projektiven Geometrie.

Weblinks


-
- http://www.christliche-zitate.net/blaise_pascal.htm Zitate von Blaise Pascal
- http://www.blaise-pascal.de/
- [http://www.pinkernell.de/romanistikstudium Artikel in "Namen, Titel und Daten der franz. Literatur"] (Quelle für den Absatz "Leben und Schaffen")
- [http://12koerbe.de/phosphoros/pascal.htm Die beiden Unendlichkeiten (Pensées 69-73), frz./dt.] Pascal, Blaise Pascal, Blaise Pascal, Blaise Pascal, Blaise Pascal, Blaise Pascal, Blaise Pascal, Blaise Pascal, Blaise Pascal, Blaise Pascal, Blaise Pascal, Blaise ja:ブレーズ・パスカル ko:블레즈 파스칼

Rechenmaschine

Eine Rechenmaschine ist eine Maschine, mit derer Hilfe bestimmte mathematische Berechnungen automatisiert ausgeführt werden können. Eine Rechenmaschine ist also ein Rechenhilfsmittel, das die Berechnung aufwändigerer mathematischer Aufgaben unterstützt in dem vom Benutzer der Maschine möglichst wenig kognitiver Aufwand abverlangt wird. Welche Berechnungen möglich sind, hängt von der Maschine und den für diese Maschine angebotenen Algorithmen ab. Die ersten Rechenmaschinen waren mechanisch. Weit verbreitet waren bis in die 70er-Jahre vor allem die relativ preiswerten Addiermaschinen, die lediglich die Addition und die Subtraktion beherrscht haben (daher auch Zweispeziesmaschinen genannt), was aber in vielen Anwendungsbereichen ausreichend war. Dreispeziesmaschinen haben zusätzlich die Multiplikation und Vierspeziesmaschinen auch die Division mehr oder weniger automatisch ausführen können. Drei- und Vierspeziesmaschinen, d.h. Rechenmaschinen, mit denen man auch multiplizieren und — im Fall der Vierspeziesmaschinen — auch dividieren kann, wurden vor allem nach zwei Prinzipien konstruiert: Staffelwalze und Sprossenrad.

Historische Entwicklung

Sprossenrad Die erste urkundlich erwähnte Rechenmaschine wurde 1623 von Wilhelm Schickard in einem Brief an Johannes Kepler knapp beschrieben. Die Maschine besteht aus einem Addier- und Subtrahierwerk nach Art der Neperschen Rechenstäben sowie einer Vorrichtung zum Multiplizieren und Dividieren. Schickard berichtet, dass er diese Maschine auch realisiert hat. Man vermutet diese Maschine ist später während eines Brandes seines Hauses verloren gegangen. 1645 führte der Franzose Blaise Pascal seine Rechenmaschine "Pascaline" vor, die mit Zahnrädern und Sperrklinken funktioniert. Pascal fertigte einige dieser Maschinen und versendete sie an europäische Fürstenhäuser. Aus diesem Grund existieren heute neben vielen Nachbauten auch noch einige original Pascalinen. Zwischen Deutschen und Französischen Historikern wird gerne darüber gestritten, welche Nation nun die erste Rechenmaschine hervorgebracht hat. Wie so oft kann diese Frage nicht objektiv beantwortet werden. Von Schickard ist die erste Konstruktionszeichnung und von Pascal die erste erhaltenen Machine nachweisbar. Beide Maschinentypen haben ein gemeinsames Problem. Sie eignen sich nicht für den alltäglichen Einsatz als Rechenmaschinen. Sie enthalten wichtige Funktionsprinzipien, nicht aber Vorrichtungen, die das tägliche sichere Arbeiten ermöglichen. So fehlt der Maschine von Wilhelm Schickard die Möglichkeit Energie für den Zehnerübertrag jeder Dezimalstelle zu speichern. Das bedeutet, dass die Rechnung 9+1 einfach zu bewältigen ist, jedoch 9999+1 hohen Kraftaufwand erfordert und vermutlich zu Verklemmungen der Maschine geführt hat. In der Maschine von Blaise Pascal verhindern Sperrklinken eine frei Drehbarkeit der Zahnräder, diese werden durch Schwerkraft unten gehalten. Dies führt dazu, dass die Maschine unter dem Phänomen des "Überschleuderns" leidet. Das Problem, dass sich Zahnräder oder ganze Getrie­be als träge Masse auch ohne Antrieb weiterbewegen. Mit den Resultat, dass das Rechenergebnis verfälscht wird, da die Maschine bei Addition 1 oder mehr zu viel zählt. 1673 stellte Gottfried Wilhelm Leibniz eine von ihm entwickelte Staffelwalzen-Maschine der Royal Society in London vor. Diese Rechenmaschine ist heute noch im Original im Landesmuseum Hannover erhalten. Wie gut diese Maschine tatsächlich funktioniert hat, kann leider nicht mit letzter Sicherheit gesagt werden. Zum Ende des 19-ten Jahrhunderts wurde der deutsche Rechenmaschinenfabrikant Arthur Burkhardt beauftragt die Leibniz-Maschine zu reparieren. Heute ist die Original-Maschine nicht betriebsbereit. Die damalige Fertigungstechnik konnte zwar Zahnräder und andere mechanische Teile sehr genau fertigen, war jedoch von einem Austauschbau weit entfernt. Die einzelnen Teile mussten manuell gefertigt und durch Nacharbeit aneinander angepasst werden. Auch wenn die Konstruktion der Mechanik für die 10-er Stelle identisch zur 100-er Stelle war, konnte man die beweglichen Teile nicht zwischen beiden Stellen tauschen ohne Nacharbeiten zu müssen. Deshalb ist davon auszugehen, dass die Originalmaschine von Leibniz die Beispielaufgaben ordnungsgemäß rechnen konnte und im Laufe der Zeit durch Umbauten und Fehlreparaturen blockiert wurde. Die Nachbauten des Heinz Nixdorf MuseumsForum und des Deutschen Museum funktionieren jedenfalls tadellos. Sie sind jedoch auch unter Verwendung moderner Fertigungstechniken entstanden. Leibniz fertigte eine Rechenmaschine mit allen notwendigen Konstruktionsmerkmalen, zu einer Serienfertigung kam es nie. 1709 veröffentlicht der italienische Mathematiker und Astronom Giovanni Poleni (1683-1761) die Konstruktionszeichnungen seiner hölzernen Rechenmaschine. Diese funktioniert auf Basis von Zahnrädern mit veränderbarer Zähneanzahl, den sogenannten Sprossenrädern. Die Realisierung seiner Maschine scheiterte an den damaligen Fertigungsmöglichkeiten, so dass Poleni seine Maschine eigenhändig zerstörte. 1727 stellt der Mechaniker Philippe Vayringe (1684-1746) die von Antonius Braun (1686-1728) konstruierte Sprossenradrechenmaschine für den Wiender Hof fertig. Von dieser Maschine existieren heute nur noch Nachbauten, so dass man über die Einsatzfähigkeit der Maschine für den Alltagsbetrieb nichts sagen kann. Immerhin erlauben Konstruktion und feinmechanische Genauigkeit zu dieser Zeit eine solche Entwicklung. 1727 veröffentlicht der deutsche Mechaniker Jacob Leupold (1674-1727) in seiner technischen Enzyklopädie 'Theatrum Aritmetico Geometricum' Konstruktionszeichnungen einer von ihm erfundenen Rechenmaschine. Man vermutet, dass Braun diese Konstruktion schon vor der Erstveröffentlichung kannte. Deshalb wird die Rechenmaschine des Antonius Braun heute als 'Leupold-Braun-Vayringe-Maschine' bezeichnet. 1778 konstruiert der Pfarrer und Erfinder Philipp Matthäus Hahn (1739-1790) eine Rechenmaschine in Dosenform mit konzentrisch angeordneten Zahnrädern, Staffelwalzen und einer zentralen Antriebskurbel. Von dieser Maschine fertigte er vier oder fünf Exemplare, die zum Teil heute noch existieren und funktionstüchtig sind. Die von Leupold inspirierte zentrale Antriebskurbel das Staffelwalzenprinzip und die verbesserten Fertigungmöglichkeiten tragen dazu bei, dass viele Historiker in der Maschine des Pfarrer Hahn die erste alltagstaugliche Rechenmaschine sehen. Obwohl die technischen Fertigungsmöglichkeiten zu dieser Zeit eine begrenzte Produktion dieser Maschinen zugelassen hätten und zumindest die Rechenmaschinen von Hahn 'brauchbar' waren, wurde keine Maschine der oben genannten Erfinder in Serie gebaut. Dies mag darin begründet sein, dass die Rechenmaschinen am Beginn ihrer Entwicklung standen, infolgedessen für die praktische Anwendung noch nicht ausgereift genug und zu teuer in der Herstellung waren. Der relevanteste Grund war jedoch, dass es noch keinen Markt für solche Maschinen gab. Staatliche Verwaltungen, das Militär oder Kaufleute litten unter keinem Zeitdruck oder Arbeitskräftemangel.

Serienfertigung

1820 begann der Franzose Charles Xavier Thomas (1785-1870) mit der Welt ersten Serienproduktion von Rechenmaschinen. Thomas war Direktor zweier Versicherungsgesellschaften und betrieb seine Rechenmaschinenproduktion nur nebenbei. Bis zu seinem Tod 1870 waren seine Rechenmaschinen ein Zuschußgeschäft, der Verkaufspreis lag unter den Selbstkosten. Von 1820 bis 1878 wurden etwa 1500 Geräte gefertigt. Da aus der Anfangszeit nur zwei Rechenmaschinen bekannt sind, sollte man davon ausgehen, dass der eigentliche Schwerpunkt der Serienfertigung in der zweiten Hälfte des 19-ten Jahrhunderts liegt. Die Rechenmaschinen trugen den Namen Arithmomètre funktionierten nach dem Staffelwalzenprinzip mit einem verschiebbaren Schlitten. Sie funktionierten zuverlässig, waren jedoch zu ihrer Zeit Hochtechnologie und konnten nur in Paris gewartet und repariert werden. Durch die Verfügbarkeit von Rechenmaschinen entwickelte sich langsam auch ein Markt für numerische Berechnungen. So konnten Unternehmen erstmalig wöchentlich oder gar täglich Bilanzieren oder Ingenieure neben dem Rechenschieber auch algebraische Verfahren anwenden. 1876 der Schwede Willgodt Theophil Odhner (1845-1905) konstruierte eine Sprossenradmaschine, deren Bauprinzip der späteren europäischen Sprossenradmaschinenindustrie als Vorbild diente. Den Antrieb, eine eigene Rechenmaschine zu konstruieren, lieferte die Aufteilung des Gemeindelandes, das den 1861 befreiten Bauern zugewiesen wurde. Auf einer Kunst- und Industrieausstellung 1866 in Stockholm hatte er die Sprossenradmaschine des schwedischen Mechanikers C. Petterson kennengelernt, eine Maschine, über die nichts näheres bekannt ist. Die damals erhältlichen Thomas-Maschinen waren seiner Meinung nach zu schwer zu bekommen und außerdem nicht handlich genug. Seine Maschine sollte klein, einfach, leicht zu bedienen und preiswert sein. Seit 1874 befaßte er sich mit dem Bau einer mit den existierenden Werkzeugmaschinen zu fertigenden Sprossenradrechenmaschine und stellte wahrscheinlich 1876 die erste Maschine fertig. Am 19. November 1878 erhielt der Geschäftspartner von Odhner ein gewisser Königsberg, das Deutsche Patent Nr. 7393. Im Jahre 1879 erhielt Odhner das Schwedische Patent Nr. 123 und das Russische Patent Nr. 2329 auf seine Konstruktion. Dabei beanspruchte Odhner das Sprossenrad und dessen Sprossenverstellung mit Hilfe eines Stellrings mit Kurvenschlitz nicht als sein geistiges Eigentum. Die Produktion der Rechenmaschinen unter dem Namen 'Arithmometer' startete 1886 in Odhners eigenen Fabrik. In dieser Zeit wurden nur wenige Maschinen produziert. Die späteren erfolgreichen Maschinen, die von Odhner und der deutschen Firma Grimme, Natalis & Co produziert wurden, beruhen auf dem deutschen Patent Nr. 64 925 aus dem Jahre 1890. Odhner vergrößerte 1894 seine Fabrik und stellte neben Rechenmaschinen auch noch andere mechanische Geräte her. Im russisch-japanischen Krieg 1904 bir 1905 wurden statt Rechenmaschinen Instrumente für die Marineartillerie hergestellt. Der Firmengründer W. T. Odhner erlebte die Wiederaufnahme der Rechenmaschinenproduktion nicht mehr. Er starb am 15. September 1905 in St. Petersburg. Seine Firma siedelte nach der Oktoberrevolution 1917 nach Göteburg in Schweden um. Die russische Produktion belief sich bis zu diesem Jahr auf ca. 30.000 Rechenmaschinen, die größtenteils auf dem russischen Markt abgesetzt wurden. Um die Jahrhundertwende gab es schon mehrere Firmen, die ausschließlich Rechenmaschinen herstellten. Die Investition von Charles Xavier Thomas, die Landreformen und die sozialen Umbrüche trugen dazu bei, dass sich ein florierender Markt für Rechenmaschinen entwickeln konnte.

Das Ende der mechanische Rechenmaschinen

Mit der Entdeckung der Elektrizität wurden mechanische durch elektromechanische Rechenmaschinen abgelöst bzw. ergänzt. Das Ersetzen von Handkurbeln und -hebeln durch einen Elektromotor bedeutete besonders bei Drei- und Vierspeziesmaschinen eine erhebliche Zeitersparnis. Anfang bis Mitte der 60er-Jahre kamen dann die ersten elektronischen Rechenmaschinen auf den Markt, zunächst noch mit Röhren ausgestattet, später dann mit Transistoren und schließlich mit integrierten Schaltkreisen. Diese Maschinen haben bis Ende der 70er-Jahre die mechanischen Maschinen fast vollständig verdrängt. Heute wird der Begriff Rechenmaschine üblicherweise für elektronische Tischrechner verwendet, die oft mit einem kleinen Drucker ausgestattet sind, was eine Kontrolle der Berechnung ermöglicht. Zu den Rechenmaschinen gehören aber auch die Taschenrechner und im weiteren Sinne auch die frei programmierbaren Computer, deren Möglichkeiten aber meist weit über die herkömmlicher Rechenmaschinen hinausgehen und die theoretisch (unendlich viel Speicher und Rechenzeit vorausgesetzt) jede Art Berechnung durchführen können. Heute haben Personal Computer in vielen Bereichen die Aufgaben der klassischen Rechenmaschinen übernommen.

Siehe auch


- Charles Babbage
- Rechenschieber
- Logische Maschine

Weblinks


- [http://www.ph-ludwigsburg.de/fileadmin/subsites/2e-imix-t-01/user_files/mmm/mmm_online/index.htm Überblick über die Geschichte mechanischer Rechenmaschinen]
- [http://www.gschwaninger.de/hobbies/hp/adamriese/rechenmaschine.html Calcorex-Rechenmaschine]
- [http://www.gschwaninger.de/hobbies/hp/adamriese/rechenmaschine_facit.html Facit-Rechenmaschine]
- [http://www.gschwaninger.de/hobbies/hp/adamriese/piccolo.html Piccolo-Rechenmaschine]
- [http://www.technikum29.de/de/rechnertechnik/elektro-mechanik (Elektro-) mechanische Rechenmaschinen]
- [http://www.didaktik.mathematik.uni-wuerzburg.de/history/ausstell/sammlung/sprossenrad/sprossenrad_interaktiv.html Interaktive Sprossenradmaschine]

Literatur


- F. Seck (Hrsg.): 'Wilhelm Schickard 1592-1635, Astronom, Geograph, Orientalist, Erfinder der Rechenmaschine', Tübingen 1978

Schweden

Das Königreich Schweden (schwedisch Konungariket Sverige ) ist eine parlamentarische Monarchie in Nordeuropa. Das Staatsgebiet schließt - neben dem östlichen Teil der skandinavischen Halbinsel - die Inseln Gotland und Öland mit ein. Schweden ist Mitglied der EU und des Nordischen Rats.

Geografie

Nordischen Rats Schweden grenzt an das Kattegatt, die Staaten Norwegen und Finnland, sowie die Ostsee. Zu Schweden gehören zwei große Inseln in der Ostsee: Gotland (ca. 3.000 km²) und Öland (ca. 1.300 km²). Es gibt ca. 221.800 Inseln. Die längste Ausdehnung von Norden nach Süden beträgt 1.572 km, von Osten nach Westen 499 km. Während weite Teile des Landes flach bis hügelig sind, steigen entlang der norwegischen Grenze die Gebirgsmassive der Skanden bis über 2.000 m Höhe an, sie gipfeln im Kebnekaise, 2.111 m. Über das Land verteilt gibt es 28 Nationalparks die flächenmäßig größten im Nordwesten des Landes.

Regionale Einteilung

Traditionell wird Schweden in die drei Regionen (schwed.: landsdelar) Götaland, Svealand und Norrland eingeteilt. Die vierte historische Region Schwedens war bis 1809 Österland, das heutige Finnland. Bis zur von Axel Oxenstierna 1634 durchgeführten Verwaltungsreform waren die Regionen weiterhin in folgende 25 Landschaften (landskap) gegliedert: Die größte Stadt ist die Hauptstadt Stockholm. Andere wichtige Städte sind Göteborg, Malmö, Uppsala, Linköping, Västerås, Örebro und Norrköping. Siehe auch die Liste der Städte in Schweden. Grob lässt sich Schweden in den stärker entwickelten und besiedelten Süden und den sehr schwach besiedelten Norden einteilen. Der Norden beginnt nördlich einer Linie Mora-Borlänge-Falun-Gävle-Söderhamn. Um 1900 wurde begonnen den Norden zu erschließen. Zwischen 1907 und 1937 wurde die Inlandsbahn zwischen Kristinehamn und Gällivare gebaut, um diese Erschließung voranzutreiben.

Topografie

Gällivare Süd- und Mittelschweden (Götaland und Svealand), das nur zwei Fünftel von Schweden umfasst, ist von Süden nach Norden in drei Großlandschaften geteilt, Nordschweden, das die restlichen drei Fünftel umfasst, ist von Westen nach Osten in drei Landschaften geteilt. Der südlichste Teil, die historische Provinz Schonen, ist eine Fortsetzung der Tiefebene Norddeutschlands und Dänemarks. In Schonen liegt auch der tiefste Punkt Schwedens (ausgenommen Seen u. ä.) mit 2,4 Metern unter Meereshöhe. Nördlich davon erstreckt sich das Südschwedische Hochland, eine Hochebene umgeben von einer Hügellandschaft, mit einer großen Anzahl von langgestreckten Seen, die durch eiszeitliche Erosion entstanden sind. Die dritte Großlandschaft ist die Mittelschwedische Senke, eine flache, jedoch zerklüftete Landschaft mit großen Ebenen, Horsten, Tafelbergen, Fjorden und einer Reihe von Seen (darunter die vier größten Seen Schwedens Vänern, Vättern, Mälaren und Hjälmaren). Hjälmaren ]] Der Westen Nordschwedens ist durch das Skandinavische Gebirge geprägt, das die Grenze zu Norwegen bildet. Die Gebirgskette weist Höhen zwischen 1.000 und 2.000 Metern über dem Meeresspiegel auf. Im Skandinavischen Gebirge liegt auch Schwedens höchster Berg, der Kebnekaise (2.111 m). Nach Osten hin schließt das Vorland an, Schwedens ausgedehnteste Großlandschaft. Entlang des Gebirges erstrecken sich große Hochlandsebenen auf einer Höhe von 600-700 Metern über dem Meeresspiegel, die in ein welliges Hügelland übergehen, das nach Osten abfällt. In dieser Landschaft befinden sich auch die großen Erzvorkommen (Eisen, Kupfer, Zink, Blei) Schwedens. Die großen Flüsse Schwedens, die ihren Ursprung im Skandinavischen Gebirge haben, fließen beinahe parallel in tiefen Talgängen in Richtung Ostsee. Entlang der Ostseeküste erstreckt sich die ebene Küstenlandschaft, die zwischen Härnösand und Örnsköldsvik von einem bis an die Ostseeküste reichenden Ausläufer des Vorlandes (Höga kusten, Nationalpark) unterbrochen wird. Die skandinavische Halbinsel war während der letzten Eiszeit von Eis bedeckt. Der Druck und die Bewegung der Eismassen hat die Landschaft in vielen Teilen wesentlich mitgestaltet. Ein auch heute noch wichtiger Faktor ist die Landhebung. Das Abschmelzen der Eismassen, die die Erdkruste niedergedrückt hatten, hat seit der letzten Eiszeit (ungefähr 10.000 v. Chr.) zu einer Landhebung von 800 m geführt. Heutzutage beträgt die Landhebung 10-11 mm jährlich. Die längsten Flüsse Schwedens sind Klarälven, Torneälv, Dalälven, Umeälv und Ångermanälven. Die größten Seen sind Vänern, Vättern, Mälaren, Hjälmaren.

Klima

Schwedens Klima ist für seine geografische Lage ziemlich mild. Es wird vor allem durch die Nähe zum Atlantik mit dem warmen Golfstrom bestimmt. Große Teile Schwedens haben daher ein temperiertes, feuchtes Klima mit reichlichem Niederschlag und relativ geringen Temperaturunterschieden zwischen Sommer und Winter. Kontinental beeinflusstes Klima mit geringeren Niederschlägen und höheren Temperaturunterschieden findet man im Inneren des Südschwedischen Hochlandes und in einigen Teilen des Vorlandes des Skandinavischen Gebirges. Polares Klima kommt nur im nördlichen Hochgebirge vor. Die Durchschnittstemperatur für den Januar beträgt 0 °C bis -2 °C im Süden und -12 °C bis -14 °C im Norden (ausgenommen das Hochgebirge), die Durchschnittstemperatur für den Juli beträgt 16 °C bis 18 °C im Süden und 12 °C bis 14 °C im Norden. Da sich Schweden zwischen dem 55. und 69. Breitengrad erstreckt und ein Teil nördlich des Polarkreises liegt, ist der Unterschied zwischen dem langen Tageslicht im Sommer und der langen Dunkelheit im Winter beträchtlich.

Flora und Fauna

Polarkreis In Nordschweden prägen die ausgedehnten borealen Nadelwälder das Bild. Je südlicher man jedoch kommt, als markanter Grenzraum für Flora und Fauna gilt der sogenannte "limes norrlandicus", desto häufiger gibt es Mischwälder. In Südschweden mussten die Laubwälder dem Ackerbau Platz machen oder wurden durch Nadelbäume aufgrund der höheren Wachstumsrate ersetzt. Auf den Inseln Gotland und Öland findet man eine beeindruckende und vielfältige Flora vor. Besonders erwähnenswert sind die zahlreichen Orchideenarten. Schwarz- und Rotwild gibt es reichlich, wobei das Wildschwein zum Ende des 19. Jahrhunderts in freier Wildbahn ausgerottet war, jedoch nach erfolgreicher Flucht aus Wildgehegen wieder eine lebensfähige Population entwickelte. Raubtiere wie Bären, Wölfe und Luchse sind in den letzten Jahren wieder auf dem Vormarsch dank strenger Umweltbestimmungen. Die vielen Seen und langen Küsten bieten viel Lebensraum für Wassertiere. Süß- und Salzwasserfische gibt es reichlich und auch Robben sind anzutreffen. Schweden richtete 1910 als erstes Land in Europa Naturschutzgebiete ein und ist auch heute noch stets darauf bedacht, die heimische Natur zu schützen. Die Menschen haben ein starkes Umweltbewusstsein.

Bevölkerung

Rotwild Schweden hat ca. 9,04 Millionen Einwohner. 90,8 Prozent sind ethnische Schweden, 2,5 Prozent sogenannte einheimische Finnen (Tornedalen). Es wird geschätzt, dass noch etwa 20.000 Sami (Lappen) in Schweden leben, wovon ein Großteil bereits in der übrigen Bevölkerung aufgegangen ist und nur noch wenige sich mit der Rentierzucht beschäftigen. 6,7 Prozent der Bevölkerung sind Ausländer, wovon die Finnen mit 100.000 die größte Gruppe sind. Die neu eingewanderten Finnen, werden zur Unterscheidung der alteingesessenen Tornedalen "Schweden-Finnen" genannt. Durch die Krise im Irak haben auch viele Iraker den Weg nach Schweden gefunden. Weiterhin gibt es noch Norweger, Dänen, Kroaten, Serben, Bosnier, Deutsche und Polen. Letztere sind im Gesundheitssektor als Gastarbeiter stark verbreitet (Stand 2001). Die Geburtenrate von 1,6 Kindern pro Frau (2002) ist eine der bisher niedrigsten in der Geschichte Schwedens, obwohl sie damit noch über dem europäischen Durchschnitt liegt.

Sprache

Polen Die Umgangssprache ist fast überall Schwedisch. Norwegisch wird meist im Norden und an der Grenze verstanden, da es dem Schwedischen sehr ähnlich ist. Dänisch wird im allgemeinen ab Mittelschweden nicht verstanden, da es sich in der Aussprache zu sehr vom Schwedischen unterscheidet. Südschweden war lange Zeit ein Teil des dänischen Königreiches, was sich auch im alltäglichen Idiom Südschwedens widerspiegelt. In einigen Gebieten werden Finnisch und Samisch gesprochen. In Schweden haben Finnisch, Meänkieli, Jiddisch, Romani und Samisch den Status anerkannter Minoritätensprachen. Fast 80 % der schwedischen Bevölkerung sprechen Englisch als Fremdsprache, da Englisch zum einen die erste Fremdsprache an den Schulen darstellt und zum anderen im Fernsehen sehr stark vertreten ist. Als zweite Fremdsprache wählt die Mehrheit der Schüler Deutsch und als dritte zu 24 % Französisch, wobei neuerdings Spanisch ebenfalls stark im Kommen ist und an manchen Schulen Deutsch schon überholt hat. Allerdings war Deutsch bis etwa 1950 die erste Fremdsprache in Schweden, wie auch im restlichen Skandinavien. Schwedisch wird ebenfalls auf der Inselgruppe Åland gesprochen. In Teilen Finnlands wird zudem noch Finnlandschwedisch gesprochen, eine mittlerweile fast eigene schwedische Sprache, die Einflüsse des Finnischen zeigt.

Religion

75 % der schwedischen Bevölkerung gehören der evangelisch-lutherischen Schwedischen Kirche an, die von 1527 bis 1999 Staatskirche war. Die zweitgrößte Gruppe, die der Moslems, lässt sich zahlenmäßig nur schwer einschätzen. Ihre Mitgliederzahl liegt bei ungefähr 250.000. Die römisch-katholische Kirche hat 150.000 Mitglieder und christlich-orthodoxe Kirchen etwa 100.000. Daneben gibt es in Schweden etwa 23.000 Zeugen Jehovas. Etwa 10.000 Menschen gehören zu einer mosaischen Gemeinde.

Soziales Leben

mosaischen Gemeinde
- Hauptartikel: Wohlfahrtsstaat Schweden
- Hauptartikel: Schwedisches BildungssystemDas schwedische Modell”, ein Begriff vor allem der 1970er Jahre, bezieht sich auf den Wohlfahrtsstaat, ein umfassendes System sozialer Sicherheit und sozialer Fürsorge, das das Ergebnis einer einhundertjährigen Entwicklung ist. Zwischen 1890 und 1930 wurden teilweise die Grundlagen für ein Sozialsystem geschaffen, aber erst ab den 1930er Jahren – insbesondere nach der Regierungsübernahme der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei 1932 - wurde der Aufbau des Wohlfahrtsstaates als politisches Projekt vorangetrieben. Das schwedische Sozialsystem erfasste schließlich alle vom Kleinkind (über die kommunale Kinderfürsorge) bis zum Rentner (über die kommunale Altenfürsorge). Erst im letzten Jahrzehnt kam es zu einschneidenden Veränderungen. Eine schwere Wirtschaftskrise am Beginn der 1990er Jahre führte zu einer Kürzung von Sozialleistungen, und die erwartete demographische Entwicklung führte zu einem radikalen Umbau des Rentensystems, das nun an die wirtschaftliche Entwicklung gekoppelt ist. Die letzten Wahlen zeigten aber, dass gerade die Kernbereiche des Wohlfahrtsstaates auch heute dem Staatsbürger am Herzen liegen.

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte Schwedens

Politik

Hauptartikel siehe Politisches System Schwedens. Schweden ist eine parlamentarisch-demokratische Monarchie. Staatsoberhaupt ist seit 1973 König Karl XVI. Gustav. Das Einkammern-Parlament, der Reichstag (schwed.: Riksdag) hat 349 Abgeordnete und wird alle vier Jahre neu gewählt. Die sieben im Reichstag vertretenen Parteien sind die konservative Moderate Sammlungspartei (Moderata samlingspartiet, m), die Liberale Partei (Folkpartiet liberalerna, fp), die Zentrumspartei (Centerpartiet, c), die Christdemokraten (Kristdemokraterna, kd), die Grünen (Miljöpartiet de gröna, mp), die Sozialdemokratische Arbeiterpartei Schwedens(Sveriges socialdemokratiska arbetareparti, s) und die Linkspartei (Vänsterpartiet, v). Der Reichstag ernennt den Premierminister (statsminister), der seinerseits die weiteren Minister (schwed.: statsråd) seiner Regierung ernennt. Zur Zeit wird Schweden von einer sozialdemokratischen Minderheitenregierung mit Unterstützung der Grünen und der Linkspartei regiert. Das Königreich ist in 21 Provinzen (schwed.: län) gegliedert. Die staatlichen Verwaltungsaufgaben auf regionaler Ebene werden von einem Regierungspräsidenten (schwed.: landshövding) und einer Provinzialregierung (schwed.: länsstyrelse) wahrgenommen. Die kommunale Selbstverwaltung geschieht auf zwei Ebenen: den 289 Gemeinden (schwed. kommun), die kommunale Aufgaben wie u. a. das Schulwesen, soziale Dienstleistungen, Kinder- und Altenbetreuung sowie die kommunale Infrastruktur wahrnehmen und den Provinziallandtagen (schwed. landsting), die für die Bereiche der kommunalen Selbstverwaltung zuständig sind, die die Kraft einzelner Gemeinden übersteigen, wie das Gesundheitswesen und die Krankenpflege, den Regionalverkehr und die Verkehrsplanung u. a. Die Gemeinden und die Provinziallandtage finanzieren ihre Tätigkeit durch die Erhebung von Einkommenssteuern, mit Abgaben und staatlichen Zuschüssen. In Schweden gilt das Öffentlichkeitsprinzip, das heißt dass behördliche Schriftstücke mit geringen Ausnahmen der Presse und allen Privatpersonen zugänglich sind. Niemand muss angeben, warum er ein Schriftstsück einsehen möchte, noch muss man sich ausweisen. Eine weitere skandinavische Besonderheit ist das System der Ombudsmänner (schwed.: ombudsman). Sie sollen die Rechte des Einzelnen beim Kontakt mit den Behörden schützen und die Befolgung wichtiger Gesetze sicherstellen. Bürger, die meinen, ungerecht behandelt worden zu sein, können sich an die Ombudsmänner wenden, die den Fall untersuchen und eventuell als Sonderankläger vor Gericht bringen. Gleichzeitig sollen sie in Zusammenarbeit mit den Behörden die Lage in ihren jeweiligen Bereichen erfassen, Aufklärungsarbeit betreiben und Vorschläge für Gesetzesänderungen machen. Neben den Justizombudsmännern gibt es einen Verbraucherombudsmann, einen Kinderombudsmann, einen Gleichberechtigungsombudsmann sowie Ombudsmänner gegen ethnische Diskriminierung und gegen Diskriminierung aufgrund sexueller Veranlagung. Schweden galt lange Zeit als sozialdemokratisches Musterland; es wurde von vielen europäischen Linken als gelungenes Beispiel für einen dritten Weg zwischen Sozialismus und Marktwirtschaft gesehen. Am 14. September 2003 wurde in Schweden über die Einführung des Euro als Landeswährung abgestimmt. Die Einführung war im Vorfeld kontrovers diskutiert worden, und letztlich setzten sich die Euro-Skeptiker durch (Wahlbeteiligung: 81,2 %, Wahlausgang: 56,1 % dagegen, 41,8 % dafür, 2,1 % Enthaltungen, 0,1 % ungültig). Die Skeptiker sahen in der Euro-Einführung eine Bevormundung der schwedischen Währungspolitik durch die Europäische Zentralbank (EZB). Vor 2013 soll es nach der Ankündigung der schwedischen Regierung keinen weiteren Volksentscheid zur Einführung des Euro geben. Die Abstimmung wurde durch die Ermordung der schwedischen Außenministerin Anna Lindh schwer überschattet.

Verwaltungsgliederung

Die 21 offiziellen Verwaltungseinheiten, Län genannt, die mit den Landschaften nicht deckungsgleich sind, heißen:

Wirtschaft

Noch in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts war Schweden – trotz des Eisenbahnbaues - ein ausgeprägter Agrarstaat, in dem 90 % der Bevölkerung von der Landwirtschaft lebten. Erst im letzten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts setzte eine umfassende Industrialisierung ein, die bis zur Weltwirtschaftskrise von 1929 die Grundlagen für eine moderne Industriegesellschaft legte. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Schweden zu einer der führenden Industrienationen der Welt. Die Entwicklung erreichte in der Mitte der 1960er Jahre ihren Höhepunkt, seit den 1970er Jahren geht die Anzahl der Beschäftigten in der Industrie zurück, während der Dienstleistungsbereich wächst. 2002 betrug der Anteil der Landwirtschaft am BIP nur mehr 2 % und der des sekundären Sektors 28 %, während 70 % des BIP durch den tertiären Sektor erwirtschaftet wurden.

Land- und Forstwirtschaft

Die schwedische Landwirtschaft ist durch die geologischen Voraussetzungen und das Klima geprägt. 10 % der Staatsfläche werden landwirtschaftlich genutzt. 90 % der Anbaufläche befinden sich in Süd- und Mittelschweden. Ein Großteil der Landwirtschaftsbetriebe sind in Familienbesitz. Angebaut werden vor allem Getreide, Kartoffeln und Ölpflanzen. Mehr als die Hälfte der landwirtschaftlichen Einnahmen (58 %) wird aber durch die Tierhaltung erwirtschaftet, hier vor allem die Milchproduktion. Die Landwirtschaftssubventionen der EU belaufen sich auf 24 % der Einnahmen. Drei Viertel der landwirtschaftlichen Betriebe verfügen auch über Wald und verbinden Landwirtschaft mit Forstwirtschaft. Die Forstwirtschaft ist von einiger Bedeutung, da Schweden eines der waldreichsten Länder der Erde ist. Von Wald bedeckt sind 52 % der Staatsfläche.

Bergbau und Industrie

Forstwirtschaft Schweden ist reich an Bodenschätzen, die schon ab dem Mittelalter abgebaut wurden. Eisenerz wird – nach der Eisen- und Stahlkrise der 1970er Jahre - nur noch in Norrland (Kiruna, Gällivare-Malmberget) abgebaut und exportiert. Kupfer, Blei und Zink übersteigen den Eigenbedarf um das Mehrfache und werden ebenfalls exportiert, während Silber zu 60 % und Gold zu 80 % den Eigenbedarf decken. Größere Erzreserven sind vorhanden, deren Abbau ist aber zur Zeit unwirtschaftlich. Was die schwedische Industrie auszeichnet, ist der verhältnismäßig hohe Anteil von Großunternehmen. Nach einer Krise am Beginn der 1990er Jahre (mit einem Produktionsrückgang von 10 % innerhalb von zwei Jahren) hat sich die Industrie wieder erholt. Die größten Industriezweige sind Fahrzeugbau (1996: 13 % der industriellen Wertschöpfung) mit Unternehmen wie Volvo, Scania, Saab-Automobile, Saab AB (Flugzeuge und Raumfahrttechnik) u. a., die Holz- und Papierindustrie (ebenfalls 13 % der industriellen Wertschöpfung) mit vier Großunternehmen, der Maschinenbau (12 % der industriellen Wertschöpfung) mit Unternehmen wie Electrolux, SKF, Tetra-Pak, Alfa-Laval und die Elektro- und Elektronikindustrie (10 % der industriellen Wertschöpfung) mit den dominierenden Unternehmen Ericsson und ABB.

Energie

Die in Schweden erzeugte elektrische Energie stammt zu einem Anteil von 50,8 % (2001) aus Wasserkraftwerken an den großen Flüssen (Luleälv, Indalsälv, Umeälv und Ångermanälv) im Norden des Landes und zu ca. 43 % aus Atomkraftwerken. Nur ca. 4 % der Stromproduktion stammt aus fossilen Energieträgern.

Atomausstieg

Nach der partiellen Kernschmelze in Three Mile Island in den USA (1979) wurde in Schweden eine Volksabstimmung gegen Kernenergie erfolgreich durchgeführt. Dies hatte zur Folge, dass das Parlament 1980 entschied, keine weiteren Atomkraftwerke mehr zu bauen und die vier vorhandenen bis 2000 abzuschalten. Dieser Ausstiegsplan wurde nur teilweise vollzogen. Zwischenzeitlich versuchte eine konservative Regierung den Atomausstieg ganz auszusetzen, dies wurde jedoch durch starke Proteste aus Teilen der Bevölkerung verhindert. 1997 nahm der Schwedische Reichstag die Vorlage über „Eine nachhaltige Energieversorgung“ an. Diese bestimmte u. a., einen der Reaktoren am Standort Barsebäck vor dem 1. Juli 1998 und den zweiten vor dem 1. Juli 2001 stillzulegen, allerdings unter der Voraussetzung, dass deren Stromproduktion kompensiert werden kann. Der frühere Beschluss, alle Reaktoren bis 2010 stillzulegen, wurde aufgehoben. Barsebäck Block 1 wurde schließlich am 30. November 1999 stillgelegt, Barsebäck Block 2 am 1. Juni 2005. Der Verzicht auf die Nutzung der Kernenergie wird in Schweden kontrovers diskutiert. Die Industrie befürchtet den Verlust einer preiswerten und auch umweltverträglichen Stromerzeugung und damit eine Beeinträchtigung ihrer internationalen Wettbewerbsfähigkeit. Ein Verzicht auf die Kernenergienutzung ohne über ausreichende andere und verlässliche Stromerzeugungstechniken zu verfügen, habe erhebliche negative Folgen für die schwedische Volkswirtschaft. Die Leistung der noch in Betrieb befindlichen Kernkraftwerke ist in den letzten Jahren erheblich gesteigert worden. Diese Steigerung ermöglichte die Kompensation des Ausfalls von Barsebäck. Eine Ausnutzung von vorhandenen weiteren großen Wasserkraftpotenzialen ist nicht möglich. Der Schwedische Reichstag beschloss 1998, aus Naturschutzgründen keine weiteren Ausbauten von Gewässern zuzulassen. Per Gesetz geschützt sind die Flüsse Kalixälv, Piteälv, Torneälv und Vindelälv. Trotz erheblicher Anstrengungen, wirtschaftlich tragfähige Alternativen zur Kernenergienutzung als auch zum Verbrauch fossiler Brennstoffe zu schaffen, ist davon auszugehen, dass Schweden noch weit über das Jahr 2010 hinaus auf die Nutzung der Kernenergie nicht verzichten kann. Die Betreiber von Kernkraftwerken gehen von einer Nutzungszeit der bestehenden Anlagen etwa bis zum Jahr 2050 aus.

Dienstleistungen

Der Dienstleistungsbereich erwirtschaftet heute 70 % des BIP, was sich vor allem darauf zurückführen lässt, dass der öffentliche Sektor in den letzten Jahrzehnten so stark gewachsen ist. Dennoch steht der private Dienstleistungsbereich für mehr als zwei Drittel der Produktion.

Außenhandel

Schwedens Wirtschaft ist stark vom internationalen Handel abhängig. Die wichtigsten Exportländer sind die USA (11,9 % des Exportes im ersten Quartal 2004), Deutschland (10,2 %), Norwegen (8,3 %) und Großbritannien (7,8 %). Die wichtigsten Exportprodukte sind Maschinen (15,5 % des Exportes im ersten Quartal 2004), Elektro- und Elektronikprodukte (14,9 %) und KFZ und KFZ-Bestandteile (14,4 %). Die wichtigsten Importländer sind Deutschland (19 % des Importes im ersten Quartal 2004), Dänemark (8,8 %) und Großbritannien (8 %). Die wichtigsten Importprodukte sind Elektro- und Elektronikprodukte (16,8 % des Importes im ersten Quartal 2004), Maschinen (11,4 %) und KFZ und KFZ-Bestandteile (11,3 %). Vergleichsmäßig hoch ist der Anteil ausländischer Direktinvestitionen in Schweden. Dies kann darauf zurückgeführt werden, dass die schwedische Wirtschaft von einer kleinen Anzahl international tätiger Konzerne dominiert wird. Etwa 50 Konzerne kommen für zwei Drittel des schwedischen Exportes auf.

Fremdenverkehr

Der Fremdenverkehr trägt mit etwa 3 % (3,3 Mrd. Euro, 2000) zu Schwedens BIP bei. Vier Fünftel der Touristen sind Inländer und nur ein Fünftel kommt aus dem Ausland. Von den Auslandstouristen kamen 1998 23 % aus Deutschland, 19 % aus Dänemark, 10 % aus Norwegen und je 9 % aus Großbritannien und den Niederlanden.

Kultur

Literatur

Hauptartikel: Schwedische Literatur Überregionale Tageszeitungen sind die beiden in Stockholm erscheinenden Dagens Nyheter und Svenska Dagbladet, sowie Göteborgs Posten.

Film

Hauptartikel: Schwedischer Film Um 1910 begann man mit der regelmäßigen Produktion von Spielfilmen. Der schwedische Film erreichte bald eine Qualität, die ihn international bekannt machte. Aber mit der Einführung des Tonfilmes und der damit verbundenen Begrenzung auf den kleinen, schwedischsprachigen Markt sank der Film auf ein provinzielles Niveau ohne künstlerischen Anspruch ab. Erst nach dem zweiten Weltkrieg erlebte der schwedische Film einen neuerlichen künstlerischen Aufschwung, zuerst im Dokumentarfilm, z. B. Arne Sucksdorffs 1948 mit dem Oscar ausgezeichneten Film Menschen in der Stadt, und danach als Autorenfilm mit Ingmar Bergman als herausragender Persönlichkeit. Auch die Kinder- und Jugendfilme erlangten internationale Aufmerksamkeit. Die Schaffung des Schwedischen Filminstitutes in den 1960er Jahren trug zu einer Qualitätssicherung bei, die bis heute andauert.

Architektur

Hauptartikel: Schwedische Architektur

Sport

Schweden stand 1958 bei der Fußballweltmeisterschaft im eigenen Land im Finale gegen Brasilien.

Musik

Listen: Liste schwedischer Musiker

Varia

Ein einmaliges Kulturdenkmal ist die alte Sendeanlage SAQ in der Nähe von Varberg, denn sie verfügt über den einzigen funktionsfähigen Maschinensender der Erde. Schweden ist international für seine Popmusik bekannt. Bands wie ABBA, Roxette, Ace of Base und Army of Lovers sind weltbekannt. Zu den aktuellen bekannten Bands gehören zum Beispiel Looptroop, The Hives und The Cardigans. Ebenfalls gibt es eine große Anzahl an Metal Bands, wie zum Beispiel Dark Funeral, Hammerfall oder Amon Amarth. Siehe auch: Liste schwedischsprachiger Schriftsteller, Liste schwedischer Musiker, Schwedische Küche, Liste historischer Gebäude in Schweden

Typisch schwedische Feste und Bräuche

Liste historischer Gebäude in Schweden Liste historischer Gebäude in Schweden Liste historischer Gebäude in Schweden Am 6. Januar wird Trettondedag jul (dreizehnter Weihnachtstag, auch Trettondag jul) begangen. Dieser Tag entspricht dem deutschen Dreikönigstag und ist im hauptsächlich protestantischen Schweden ein staatlicher Feiertag. Am Tjugondedag jul (zwanzigster Weihnachtstag, auch Tjugondag jul) oder Knut (13. Januar) ist die Weihnachtszeit vorbei. Es finden gelegentlich Abschlussfeste mit Weihnachtsbaumplünderung statt. Die Kerzen und der Schmuck werden entfernt und der Baum hinausbefördert. Der Valborgsmässoafton wird am 30. April gefeiert und entspricht der deutschen Walpurgisnacht. Das Volk versammelt sich um große Lagerfeuer. Es werden Reden über den Frühling gehalten und Frühlingslieder gesungen. Vor allem in Lund und Uppsala ist Valborg am Abend vor dem 1. Mai ein wichtiges Studentenfest. Punkt 15 Uhr setzen alle versammelten ihre weißen Studentenmützen auf und singen Studentenlieder. Die darauffolgende Nacht verbringt man mit übermäßigem Alkoholgenuss und Katerfrühstück. Der 6. Juni, Svenska flaggans dag, ist der offizielle Nationalfeiertag Schwedens. Ursprünglich als "Flaggentag" 1916 ins Leben gerufen, ist der 6. Juni seit 1983 Nationaltag und seit 2005 auch gesetzlicher Feiertag. Das Midsommarfest wird an der ersten Nacht zum Samstag nach dem 21. Juni gefeiert. Die Heftigkeit des Feierns dieses Wochenendes ist nur mit Weihnachten vergleichbar. Wenn am Johannisabend Ende Juni das Sonnenlicht im Norden 24 Stunden lang zu sehen ist und im Süden nur wenige Stunden lang in blauen Dämmerschein übergeht, ist Schweden am schönsten. Der Feiertag ist eine uralte Tradition und wurzelt in den vorgeschichtlichen Sommersonnenwendefeiern. Um den mit Birkenreisig und Blumen geschmückte Maibaum, das vielleicht bekannteste schwedische Nationalsymbol, wird überall in Schweden getanzt und gesungen. Überall herrscht ausgelassene Feststimmung. Im August kamen früher die ersten frischen Krebse auf den Markt. Das dazugehörige Fest wird Kräftskiva genannt und kann zu beliebigem Zeitpunkt stattfinden. Man isst, so viel man schafft, von den in einem kräftigen Dillsud gekochten Krebsen und trinkt dazu Schnäpse. Als Schmuck dienen Girlanden und lustige Hüte. In Nordschweden gibt es zum Ende des Sommers noch das Surströmmingsfest. Der Verzehr der in einer Dose vorgegorenen Heringe mit Kartoffeln oder tunnbröd (Dünnbrot – eine Vorstufe des Knäckebrot aus Norrland) erfordert aber unempfindliche Geschmacksnerven (s. Sauerströmling). Das Luciafest beginnt am Morgen des 13. Dezembers und ist in Schweden der Tag der Lichterkönigin. Die älteste Tochter erscheint als Luziabraut in einem weißen Kleid und einem Kranz aus Preiselbeerzweigen und brennenden Kerzen auf dem Kopf. Die „Lussebrud“ weckt die Familie und serviert das Frühstück am Bett. Im ganzen Land werden Schulen und Arbeitsstätten in den frühen Morgenstunden von magisch schimmernden Luciazügen besucht. Junge Mädchen in fußlangen weißen Gewändern mit Kerzen auf dem Kopf und in den Händen werden von weißgekleideten jungen Männern begleitet, den „Sternjungen“, die bei dieser Gelegenheit einen langen, spitzen, mit einem Stern gekrönten Hut tragen. Zusammen singen sie die traditionellen Gesänge, die zur Vorweihnachtszeit und zu Weihnachten gehören. Von diesem Tag an und über die gesamte Weihnachtszeit hinweg isst man ein besonderes, mit Safran gewürztes und gefärbtes, Hefegebäck.

Sonstiges

In der Nähe von Kiruna in Esrange wird ein Raketenstartplatz für den Start von Höhenforschungsraketen betrieben.

Weitere Themen

Portal:Schweden, Portal:Nordeuropa, Liste schwedischsprachiger Schriftsteller, Liste der schwedischen Könige, Schwedische Nationalenzyklopädie, Nationalparks in Schweden, Liste der Städte in Schweden, Liste der Gemeinden in Schweden, Liste schwedischer Sportler, Fußball in Schweden, Schweden (Volk) Schweden (Volk)

Literatur


- Anemone Schlich: Das Bild der Europäischen Union in der schwedischen Öffentlichkeit. Der Andere Verlag, Osnabrück 2004, ISBN 3-89959-243-3

Weblinks


- [http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/laender/laender_ausgabe_html?land_id=147 Länder- und Reiseinformationen] des Auswärtigen Amtes
- [http://www.swedengate.de Informationsportal rund um das Thema Schweden] (deutsch)
- [http://www.sweden.se Das offizielle Portal Schwedens] (deutsch, englisch, französisch, spanisch, ...)
- [http://www.schweden.org Schwedische Botschaft in Deutschland]
- [http://www.riksdagen.se Der schwedische Reichstag] (schwedisch, englisch)
- [http://www.si.se Das Schwedische Institut] (deutsch, englisch, schwedisch, ...)
- [http://www.schwedentor.de Nachrichten und Infos über Schweden] (deutsch)
- [http://www.brunnvalla.ch/schweden Schweden - Land und Leute]
- [http://www.visit-sweden.com/de/frontpage.asp?show=fp Offizielle Seite für Touristeninformationen und Reisen in Schweden]
Kategorie:Staat Kategorie:Monarchie Kategorie:Land in der EU als:Schweden fiu-vro:Roodsi [[got:

Hessen-Kassel

Hessen-Kassel (alte Schreibweise: Hessen-Cassel) war als Landgrafschaft zunächst ein deutsches Fürstentum, später ein Kurfürstentum mit der Bezeichnung Kurfürstentum Hessen oder kurz Kurhessen. Kapitale war in allen Phasen die alte hessische Hauptstadt Kassel.

Geschichte

Landgrafschaft

Die Landgrafschaft Hessen-Kassel entstand 1567 nach dem Tod des Landgrafen Philipps I. von Hessen des Großmütigen, als die von ihm regierte Landgrafschaft Hessen nach den altertümlichen Erbregeln des Haus Hessen auf seine vier Söhne aufgeteilt wurde. Der älteste Sohn Wilhelm IV. erhielt etwa die Hälfte des Landesterritoriums einschließlich der alten Hauptstadt Kassel, womit die Landgrafschaft Hessen-Kassel konstituiert war. Das Erbe der brüderlichen Linien Hessen-Marburg und Hessen-Rheinfels fiel nach deren Aussterben an Hessen-Kassel und Hessen-Darmstadt zurück. 1776 wurde die Vermietung von 19000 Soldaten an die englische Krone zur Niederwerfung der amerikanischen Unabhängigkeitsbewegung zu einem europäischen Skandal hochstilisiert (siehe dazu Soldatenhandel unter Landgraf Friedrich II. von Hessen-Kassel), den auch Friedrich Schiller in seinem Bühnenstück "Kabale und Liebe" aufgriff. Die Vermietung von Truppen war jedoch ein zeitübliches Vorgehen und nicht auf feudale Staaten beschränkt und auch später noch, etwa in der Schweiz, üblich. Zur gescheiterten Annexion Schaumburg-Lippes 1787 siehe auch den Beitrag über Wilhelm Graf zu Schaumburg-Lippe.

Kurfürstentum

Mit dem 1803 vollzogenen Reichsdeputationshauptschluss wurde Hessen-Kassel zum Kurfürstentum des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation erhoben. Von daher stammt die Bezeichnung Kurhessen.

Königreich Westfalen

1807 kam Kurhessen unter napoleonische Herrschaft. Napoleon setzte seinen jüngsten Bruder Jérôme als König des neu gebildeten Königreichs Westfalen mit der Residenz Kassel ein.

Restitution

Jérôme floh 1813, und am 21. November des Jahres kehrte der Kurfürst unter jubelndem Empfang der Bevölkerung nach Kassel zurück: :Hessen mit eurem Namen nenne ich Euch wieder. Obgleich die Kurwürde inzwischen bedeutungslos geworden war, behielt der Landesherr den Titel "Kurfürst" und das Land die Bezeichnung "Kurhessen".

Kurhessen im Deutschen Bund

Kurhessen gehörte ab 1815 dem neu geschaffenen Deutschen Bund an. Zum Gesamtstaat Kurhessen gehörten das Großherzogtum Fulda, hervorgegangen aus dem Fürstbistum Fulda, ferner die Fürstentümer Fritzlar, Hersfeld und Hanau. Weiterhin waren mehrere Exklaven Staatsteil von Kurhessen, wie beispielsweise die Grafschaft Schaumburg (um Rinteln) an der Weser und die Herrschaft Schmalkalden ab 7. Dezember 1868 im heutigen Thüringen.

Annexion durch Preußen

Der kurhessische Staat erlosch 1866, nachdem er von Preußen in Folge des Deutsch-Österreichischen Krieges annektiert wurde. Seinerzeit wurde er mit dem ebenfalls annektierten Herzogtum Nassau und der durch preußische Truppen besetzten ehemals Freien Reichsstadt Frankfurt am Main zur preußischen Provinz Hessen-Nassau vereinigt. 1944 wurde eine Provinz Kurhessen gebildet, jedoch ohne die Kreise Schmalkalden, Schlüchtern und Gelnhausen.

Land Hessen

Am 19. September 1945 ging die ehemalige Provinz Kurhessen im neubegründeten Land Groß-Hessen auf, das 1946 seinen Namen in Hessen änderte.

Landgrafen und Kurfürsten

Fortbestand der Bezeichnung Kurhessen

Die Bezeichnung Kurhessen wird bis heute als regionale Bezeichnung weiter verwendet. So ist beispielsweise das alte Territorium Kurhessen einschließlich der Exklave Schmalkalden Bestandteil des Gebietes der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck und des [http://www.dwkw.de Diakonischen Werkes in Kurhessen-Waldeck e.V.]. [http://www.ekkw.de Evang. Kirche von Kurhessen-Waldeck] [http://www.dwkw.de Diakonisches Werk in Kurhessen-Waldeck e.V.]

Literatur


- Karl E. Demandt: Geschichte des Landes Hessen. Bärenreiter Verlag, Kassel 1972 ISBN 3-7618-0404-0

Weblinks


- [http://fotw.vexillum.com/flags/de-he_ka.html Abbildung der Fahne Hessen-Kassels]
- [http://cgi-host.uni-marburg.de/~hlgl/atlas/id.cgi?ex=inhalt&page=2¤t=25&id=25 Karte: Hessen-Kassel 1567 bis 1866] Kategorie:Historisches Territorium Kategorie:Hessische Geschichte Kategorie:Nordhessen Kategorie:Kassel

Amalie Elisabeth

Amalie Elisabeth von Hanau-Münzenberg (
- 29. Januar 1602 in Hanau; † 8. August 1651 in Kassel) regierte als Landgräfin das Besitztum Hessen-Kassel von 1637 bis 1650. Sie agierte geschickt mit den Kriegsparteien im Dreißigjährigen Krieg. Die Tochter von Philipp Ludwig II., Graf von Hanau–Münzenberg, heiratete 1619 den späteren Landgrafen Wilhelm V. von Hessen-Kassel. Ihr Mann wurde nach der von den Ständen herbeigeführten Abdankung seines Vaters, Landgraf Moritz, Regent von Hessen-Kassel. Das Land war durch das Missmanagement seines Vaters faktisch bankrott. Deshalb musste Wilhelm V. 1627 zu Gunsten seiner Vettern in Hessen-Darmstadt auf Oberhessen verzichten. Wilhelm schloss sich im Dreißigjährigen Krieg der protestantischen Seite an. Nach dem Sieg der kaiserlichen und spanischen Truppen 1634 in der Schlacht bei Nördlingen über die Schweden kam ihm sein mächtigster Verbündeter abhanden. Wilhelm V. liierte sich deshalb mit Frankreich, was Strafaktionen des Kaisers Ferdinand II. auslöste. Der unbotmäßige Landesherr musste sich deshalb mit dem Rest seiner von ihm gut geführten Truppen auf Besitzungen in Friesland zurückziehen. Landgraf Wilhelm V. verstarb dort im Jahr 1637. Nachfolger auf seinem Sessel wurde sein acht Jahre alter Sohn Wilhelm VI.. Die Mutter Amalie Elisabeth führte als Vormund an seiner Stelle die Staatsgeschäfte. In ihrer Amtszeit, die bis 1650 dauern sollte, entpuppte sich Amalie Elisabeth als eine geschickte und energische Regentin. Es gelang ihr, dem Sohn die Landgrafschaft zu erhalten, ja sogar Terrain hinzu zu gewinnen. Nach dem Tode Wilhelms V., einer von drei Fürsten, die sich dem Prager Frieden von 1635 verweigert hatten, hoffte der habsburgische Kaiser Ferdinand III., dass die Witwe einlenken würde. Dem w