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1704

1704

Ereignisse


- Gibraltar von den Briten erobert
- Prinz Eugen und Marlborough besiegen am 13. August in der Schlacht von Höchstädt die französisch-bayerischen Truppen in Bayern
- Philipp V. herrscht in Kastilien
- Die erste regelmäßig erscheinende Wochenzeitschrift The Review wird gegründet
- Voltaire besucht ein Jesuitenkollegium
- Baubeginn des Doms zu Fulda

Kultur


- 20. Oktober: Uraufführung der Oper Cleopatra von Johann Mattheson in Hamburg

Geboren


- 28. Februar: Hans Hermann von Katte, Leutnant der preußischen Armee († 1730)
- 16. Mai: Joachim Gottlob Am Ende, deutscher Theologe und Lehrer († 1777)
- 24. Juni: Johann Georg Plazer, Barockmaler
- 31. Juli: Gabriel Cramer, schweizer Mathematiker († 1752)
- 28. September: Wilhelm Graf von Fermor, russischer General aus einer ursprünglich englischen Familie († 1771)
- 1. November: Paul Daniel Longolius, Lexikonredakteur († 1779)
- 10. November: Auguste Marie Johanna von Baden, das neunte Kind des Markgrafen Ludwig Wilhelm von Baden-Baden († 1726)
- Johann Georg Chevalier de Saxe

Gestorben


- 2. Februar: Guillaume Francois Antoine l'Hospital, französischer Mathematiker (
- 1661)
- 8. Februar: Philipp Jeningen, Jesuit, Volksmissionar, Mystiker (
- 1642)
- 23. Februar: Georg Muffat, französischer Musiker und Komponist (
- 1653)
- 24. Februar: Marc-Antoine Charpentier, französischer Komponist zur Zeit des Sonnenkönigs Louis XIV (
- 1643)
- 8. April: Hiob Ludolf, Begründer der Äthiopistik (
- 1624)
- 3. Mai: Heinrich Biber, böhmischer Geiger und Komponist (
- 1644)
- 1. Oktober: Cornelis Dusart, holländischer Maler (
- 1660)
- 28. Oktober: John Locke, englischer Philosoph (
- 1632)
- 2. November: Johann Jakob Walther, deutscher Komponist (
- 1650)
- Heinrich Ignaz Franz von Biber, deutscher Komponist (
- 1644) ko:1704년

Kategorie:1704



Gibraltar

Gibraltar ist ein Kalksteinfelsen, der an der Südspitze der iberischen Halbinsel ins Meer hineinragt. Es gehört als Kronkolonie zum Vereinigten Königreich von Großbritannien und Nordirland. Gibraltar liegt an der Nordseite der gleichnamigen Meeresstraße, an der Europa und Afrika am dichtesten beieinander liegen.

Geschichte

Im Altertum war Gibraltar eine der Säulen des Herakles. 711 wurde Gibraltar von den muslimischen Arabern und Berbern eingenommen. Der Name Gibraltar stammt aus dem Arabischen (Dschebel al-Tarik = Berg des Tarik), nach Tāriq ibn Ziyād, einem maurischen Feldherrn, der die strategische Bedeutung Gibraltars erkannte und dort eine Festung errichten ließ. Die Muslime beherrschten Gibraltar bis zur Reconquista 1462 (von 1309 bis 1333 erstmals kastilisch). Am 4. August 1704 wurde Gibraltar von den Briten im Spanischen Erbfolgekrieg erobert. Die spanische Besatzung wurde dabei in Abwandlung militärischer Taktik nicht im Morgengrauen, sondern während der Siesta am Nachmittag überrascht. 1713 wurde das Gebiet im Vertrag von Utrecht formell den Briten zugesprochen und ist seit 1730 britische Kronkolonie. In ihr leben 28.800 Einwohner. Seit langem kommt es zu Spannungen zwischen Großbritannien und Spanien, weil Spanien die Hoheit über Gibraltar wiedererlangen möchte. Die Grenze nach Spanien war von 1969 bis 1985 geschlossen. Spanien darf bis heute von Gibraltar aus nicht angeflogen werden. Bei einem Referendum am 7. November 2002 stimmten jedoch, bei einer Wahlbeteiligung von fast 90%, 99% der Abstimmenden für einen Verbleib unter britischer Herrschaft. Nur 187 Bewohner waren für eine geteilte Souveränität. Die Straße von Gibraltar, die das Mittelmeer mit dem Atlantik verbindet, ist für das Militär von strategischer Bedeutung. Großbritannien unterhält in Gibraltar einen Flottenstützpunkt. Neuerdings wird auch gelegentlich eine gemeinsame Verwaltung durch Spanien und Großbritannien angestrebt. Die zwischenzeitlich zwischen Spanien und Gibraltar bestehende neutrale Zone wurde aufgelöst. Flotte Flotte Flotte Flotte Flotte Flotte

Landschaft und Natur

Der an der Ostseite steil aus dem Meer aufragende Felsen (Upper Rock) fällt schon von weitem über die Bucht von Algeciras ins Auge. Die allgegenwärtigen Affen, die Tropfsteinhöhle St. Michael's Cave und die in den Felsen geschlagenen Verteidigungsanlagen der Belagerung von 1779-1783 (Siege Tunnels) sind die touristischen Hauptattraktionen. Die Stadt Gibraltar erstreckt sich auf dem schmalen Streifen der Westseite, wo der Felsen flacher zum Meer abfällt. An der Südspitze des Felsen, dem Europa Point, steht der 1841 eröffnete Leuchtturm von Gibraltar. Gibraltar ist der einzige Ort in Europa, wo Affen (Tierart: Berberaffe oder Magot, Macaca silvanus), freilebend vorkommen. Deswegen nennt man Gibraltar auch den "Affenfelsen". Die ursprüngliche Herkunft dieser Tiere ist nicht exakt geklärt, wahrscheinlich wurden sie irgendwann aus Marokko von Menschen eingeführt. Allerdings waren Berberaffen früher auch in Süd- und Mitteleuropa heimisch, die Affen von Gibraltar könnten also durchaus von europäischen Vorfahren abstammen. Eine Legende besagt, dass die britische Herrschaft in Gibraltar beendet sein wird, sobald der letzte Affe den Felsen verlassen hat. Hintergrund dieser Legende ist eine Geschichte aus der Zeit der Belagerung Gibraltars von 1779 bis 1783 (während des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges): Damals sollen die Engländer von den Tieren vor einem Nachtangriff der Spanier und Franzosen gewarnt worden sein. Der Britische Premierminister Winston Churchill ließ Berberaffen aus Marokko importieren, um den vermutlich wegen Inzucht kränkelnden Affenstamm wieder zu stärken, mit Erfolg.

Klima

Marokko

Politik

Verhältnis zu Großbritannien

Gibraltar ist eine Kronkolonie Großbritanniens. Es hat eine eigene Regierung, die die Aufgaben der Selbstverwaltung erfüllt. Sie umfasst alle Bereiche außer Verteidigung, Außenpolitik und inneren Sicherheit, welche vom Vereinigten Königreich übernommen werden. Staatschef ist die britische Königin, die in Gibraltar durch einen Gouverneur repräsentiert wird. Der Gouverneur ist gleichzeitig der Oberbefehlshaber der Armee und der Polizei. Der momentan amtierende Gouverneur, Sir Francis Richards, wurde 2003 ernannt.

Politisches System

Die Bevölkerung Gibraltars wählt ein fünfzehnköpfiges Parlament (House of Assembly), das sich nur aus Abgeordneten der beiden stärksten Parteien zusammensetzt: Die Partei mit den meisten Stimmen bekommt acht Parlamentssitze, der „beste Verlierer“ erhält deren sieben. So gibt es nie eine Koalition und die Regierungspartei wechselt oft. Der Führer der Mehrheitsfraktion wird vom Gouverneur zum Regierungschef (Chief Minister) ernannt. Außer dem Chief Minister besteht die Exekutive noch aus dem Finanzminister und dem Justizminister. Zur Zeit ist Peter Caruana von den Gibraltar Social Democrats (GSD) Chief Minister. Er wurde 1996 gewählt und 2000 und 2003 wiedergewählt. Die Gibraltar Socialist Labour Party (GSLP) ist in der Opposition. Beide Parteien sind für Gibraltars Selbstregierung und weigern sich, Vereinbarungen mit Spanien zu treffen, wobei die GSLP traditionell radikaler ist.

Status innerhalb der EU

Gibraltar ist Teil der Europäischen Union. Aus Sicht der EU sind die Einwohner von Gibraltar Bürger des Vereinigten Königreichs. Es gibt jedoch einige spezifische Ausnahmen:
- Gibraltar ist kein Teil des Europäischen Binnenmarktes.
- Gibraltar nimmt nicht an der Gemeinsamen Agrarpolitik und der Gemeinsamen Fischereipolitik teil.
- Die EU-Bestimmungen zur Mehrwertsteuer finden in Gibraltar keine Anwendung. Im Jahr 2003 erhielten die Bewohner Gibraltars durch den European Parliament (Representation) Act 2003 das Wahlrecht für das Europäische Parlament. Gibraltar gehört bei den Europawahlen zum Wahlgebiet Südwestengland, das sieben Vertreter nach Straßburg entsendet. Bei den Wahlen im Juni 2004 nahmen 57,5 % der Wahlberechtigten Gibraltars ihr neues Recht wahr.

Weblinks


- [http://www.markuskappeler.ch/tex/texs/gibraltar.html Ausführlicher Bericht über die Geschichte Gibraltars und seine Affen] ! Kategorie:Abhängiges Gebiet (Großbritannien) Kategorie:Umstrittenes Territorium ja:ジブラルタル ko:지브롤터 simple:Gibraltar zh-min-nan:Gibraltar

John Churchill, 1. Herzog von Marlborough

]] John Churchill (
- 26. Mai 1650 in Ashe, Devonshire; † 16. Juni 1722 in Cranbourn Lodge) war der berühmte englische Feldherr im Spanischen Erbfolgekrieg und der erste Herzog von Marlborough. Sein voller Titel lautete The Most Noble Captain-General John Churchill, 1st Duke of Marlborough, Earl of Marlborough, Baron Churchill of Sandridge, Lord Churchill of Eyemouth, KG, PC (und zusätzlich zu den englischen und schottischen Titeln war er Reichsfürst von Mindelheim).

Leben

Mit 15 Jahren diente er als Page beim Herzog von York, dem späteren König Jacob II.. Seine militärische Laufbahn begann mit dem Eintritt in die Garde im Jahre 1667. Fünf Jahre später wurde er bereits zum Captain befördert und nach dem Krieg gegen die Niederlande avancierte er 1674 zum Oberst. Das Militärhandwerk erlernte er unter dem französischen Feldherrn Turenne. 1677 heiratete er Sarah Jennings, die eine enge Freundin der späteren Königin Anne war. Die Niederschlagung der Monmouth-Rebellion wurde von ihm aktiv erlebt und 1685 wurde er zum Generalmajor befördert. Churchill erklärte Wilhelm III. von Oranien seine Loyalität und dieser erhob ihn zum Earl of Marlborough. Da Marlborough Kontakte zu König Jacob II. unterhielt, folgte die unvermeidliche Ungnade Wilhelms 1692 bis 1698. Zeitweilig musste er sich im Tower von London aufhalten. Erst Prinzessin Anne, die 1702 Königin wurde, protegierte ihn und machte ihn zum Oberbefehlshaber der englischen Truppen im Spanischen Erbfolgekrieg von 1701 bis 1713. Die Eroberung von Kaiserswerth 1702 brachte ihm die Standeserhöhung zum Herzog ein, 1704 siegte er mit Prinz Eugen von Savoyen in der Schlacht von Höchstädt (engl. Battle of Blenheim) sowie 1706 bei Ramillies und 1709 bei Malplaquet über die Franzosen. Der erste Herzog von Marborough galt fortan als Retter und Held das Vaterlandes. Als Dank schenkte ihm Königin Anne deshalb ein großes Stück Land in Woodstock in der Nähe von Oxford sowie die notwendigen Mittel, ein standesgemässes Haus zu errichten. Es entstand ein Monument der Größe und Stärke, Blenheim Palace, der von Englands einflußreichsten Barock-Architekt John Vanbrugh entworfen wurde. Der Wahlsieg der Tories 1710 hatte 1711 zur Folge, dass Marlborough seine politischen Ämter aufgeben musste und er nach Hannover ging. Nach der politischen Wende erhielt er 1714 unter der Regierung von König Georg I. und der Regierung der Whigs seine Ämter zurück. Der erste Herzog von Marlborough starb 1722 in Cranbourn Lodge. Er ist ein Vorfahre des späteren britischen Premierministers und Literaturnobelpreisträgers Sir Winston Churchill, der auch eine Biographie über ihn verfasst hat.

Literatur


- Winston S. Churchill, Marlborough, 2 Bände, Zürich 1990.
- Johann Froembgen, Marlborough. Englands Fahnen im deutschen Wald. Roman. Büchergilde Gutenberg, Berlin 1938 Marlborough, John Churchill, 1. Herzog von Marlborough, John Churchill, 1. Herzog von Marlborough, John Churchill, 1. Herzog von Marlborough, John Churchill, 1. Herzog von Marlborough, John Churchill, 1. Herzog von Marlborough, John Churchill, 1. Herzog von Marlborough, John Churchill, 1. Herzog von ja:マールバラ公ジョン・チャーチル

13. August

Der 13. August ist der 225. Tag des Gregorianischen Kalenders (der 226. in Schaltjahren) - somit bleiben 140 Tage bis zum Jahresende.

Ereignisse

Schaltjahren
- 900 - Zwentibold von Lotharingen fällt in einer Schlacht gegen die aufständischen Grafen.
- 1521 - Die Azteken-Hauptstadt Tenochtitlan - das heutige Mexiko-Stadt - fällt an Hernán Cortés.
- 1704 - In der Schlacht von Höchstädt unterliegen im Spanischen Erbfolgekrieg Franzosen und Bayern alliierten Truppen unter dem Kommando von John Churchill, 1. Herzog von Marlborough und Prinz Eugen von Savoyen.
- 1727 - Abendmahlsfeier in der Kirche zu Berthelsdorf; Zusammenschluss der Einwohner Herrnhuts zur Herrnhuter Brüdergemeine.
- 1809 - Tiroler Schützen unter Freiheitskämpfer Andreas Hofer bezwingen französische Truppen am Bergisel.
- 1905 - Norwegen wird unabhängig. In einer Volksbefragung wollten nahezu 100 Prozent der Stimmberechtigten die Auflösung der Personalunion mit Schweden.
- 1923 - Gustav Stresemann bildet die erste Große Koalition in Deutschland.
- 1934 - Adolf Hitler besucht zum 300jährigen Jubiläum die Passionsspiele in Oberammergau. Diese christlichen Mysterienkultspiele dienen damit der antijüdischen Propaganda.
- 1940 - Im Zweiten Weltkrieg beginnt die Luftschlacht um England.
- 1942 - Walt Disneys TrickfilmBambi“ hat Premiere.
- 1944 - Rumänien löst sich im Zweiten Weltkrieg aus dem Bündnis mit Deutschland und verbündet sich mit der Sowjetunion.
- 1948 - Österreich wird Mitglied in der UNESCO.
- 1952 - Deutschland und Japan werden Mitglied im Internationalen Währungsfond (IWF).
- 1960 - Die Zentralafrikanische Republik erlangt ihre Unabhängigkeit von Frankreich.
- 1961 - In der Nacht vom 12. auf den 13. August beginnen NVA, Angehörige der Deutschen Grenzpolizei und der Schutz- und Kasernierten Volkspolizei sowie Betriebskampfgruppen der DDR die Straßen und Gleiswege nach West-Berlin abzuriegeln. Dies führt letztlich zum Bau der Berliner Mauer.
- 1979 - Die Cap Anamur erreicht das Südchinesische Meer und nimmt die ersten vietnamesischen Flüchtlinge auf. Es ist der Beginn einer 7-jährigen Rettungsaktion, bei der über 11.000 Flüchtlinge vor dem Ertrinken und dem Hungertod gerettet werden.

Wirtschaft

Wissenschaft, Technik

Kultur


- 1821 - Uraufführung der Oper Adele von Budoy von Conradin Kreutzer in Königsberg.
- 1876 - Bei den ersten Bayreuther Festspielen wird bis zum 17. August "Der Ring des Nibelungen" von Richard Wagner erstmals aufgeführt.

Religion

Sport


- Einträge im Bereich Formel 1 siehe Formel 1.
- Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden s. u. der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.
- 2004 - In Athen werden die XXVIII. Olympischen Sommerspiele eröffnet.

Katastrophen


- 1935 - Die Staumauer Alla Sella Zerbino bei Ovada in den Ligurischen Apenninen, Italien bricht bei einem Hochwasser. Die Flutwelle richtet in Molare und Ovada großen Schaden an; es gibt 100 oder mehr Tote.
- 2002 - In Sachsen überschwemmt die Jahrhundertflut weite Gebiete.

Geboren


- 1514 - Joachim Mynsinger von Frundeck, deutscher Jurist der Humanistenzeit
- 1614 - August von Sachsen-Weißenfels, deutscher Herrscher
- 1617 - Johann Andreas Quenstedt, Vertreter der lutherischen Orthodoxie
- 1651 - Balthasar Permoser, österreichischer Barock-Bildhauer
- 1662 - Charles Seymour, 6. Herzog von Somerset, Master of the Horse und Lord President of the Council
- 1671 - Jean-Alphonse Turrettini, schweizerischer reformierter Theologe
- 1700 - Heinrich Graf von Brühl, sächsischer Premierminister
- 1740 - Iwan VI., russischer Zar von 1740 bis 1741
- 1743 - Marie Elisabeth, österreichische Äbtissin
- 1757 - James Gillray, britischer Karikaturist
- 1802 - Nikolaus Lenau, österreichischer Schriftsteller
- 1814 - Anders Jonas Ångström, schwedischer Astronom und Physiker
- 1815 - Eduard von Regel, deutscher Gärtner und Botaniker
- 1816 - Rudolf von Gneist, deutscher Jurist und Politiker
- 1819 - George Gabriel Stokes, irischer Mathematiker und Physiker
- 1836 - Nikolai von Japan, russischer Mönch und orthodoxer Erzbischof von Tokio und Japan
- 1842 - Albert Sorel, französischer Schriftsteller
- 1844 - Otis Bardwell Boise, US-amerikanischer Komponist
- 1844 - Friedrich Miescher, deutscher Mediziner und Professor für Physiologie
- 1852 - Christian Krohg, norwegischer Maler
- 1860 - Annie Oakley, US-amerikanische Kunstschützin
- 1863 - William I. Thomas, US-amerikanischer Soziologe
- 1867 - Arthur Eichengrün, deutscher Chemiker
- 1867 - George Luks, US-amerikanischer Maler
- 1867 - Rudolf Georg Binding, deutscher Schriftsteller
- 1869 - Tony Garnier, französischer Architekt
- 1871 - Karl Liebknecht, sozialistischer deutscher Politiker
- 1872 - Richard Martin Willstätter, deutscher Chemiker
- 1884 - Guus Lutjens, niederländischer Fußballspieler
- 1888 - John Logie Baird, britischer Techniker und Fernsehpionier
- 1888 - Walter Jauch, deutscher Versicherungskaufmann
- 1891 - Reinold von Thadden-Trieglaff, deutscher Theologe
- 1894 - Paul Blobel, deutscher Architekt und SS-Standartenführer
- 1899 - Alfred Hitchcock, englischer Filmregisseur und Produzent
- 1902 - Ernst Forsthoff, deutscher Staatsrechtler
- 1902 - Felix Wankel, deutscher Maschinenbauer und Erfinder des Wankelmotors
- 1902 - Sergej Artenjewitsch Balassanjan, turkmenischer Komponist
- 1906 - Hans Schaefer, deutscher Mediziner und Mitbegründer der Max-Planck-Gesellschaft
- 1907 - Alfried Krupp von Bohlen und Halbach, deutscher Industrieller
- 1908 - Willi Beuster, deutscher Politiker und MdB
- 1909 - Werner Otto, deutscher Unternehmer
- 1912 - Ben Hogan, US-amerikanischer Golfspieler
- 1912 - Salvador E. Luria, US-amerikanischer Mikrobiologe, Nobelpreisträger
- 1913 - Makarios III., Theologe und Erzbischof von Zypern, Staatspräsident
- 1913 - Richard Stone, britischer Ökonom
- 1918 - Frederick Sanger, britischer Biochemiker, 2-facher Nobelpreisträger
- 1920 - George Shearing, britischer Musiker
- 1920 - Jean-Marcel Honoré, emeritierter Erzbischof von Tours und Kardinal
- 1921 - Engelbert Niebler, Richter am Bundesverfassungsgericht
- 1921 - Jimmy McCracklin, US-amerikanischer Musiker
- 1926 - David Tudor, US-amerikanischer Pianist und Pionier für elektronische und experimentelle Musik
- 1926 - Fidel Castro, kubanischer Revolutionär
- 1928 - Johannes Poethen, deutscher Schriftsteller
- 1935 - Michael A. Roth, deutscher Teppichgroßindustrieller und Fußballvereinspräsident
- 1936 - Günther Heyenn, deutscher Politiker der SPD
- 1937 - Felicia Weathers, US-amerikanische Opernsängerin
- 1939 - Alfred Mechtersheimer, Friedensforscher und Sozialwissenschaftler
- 1939 - Erika Berger, deutsche Fernseh-Moderatorin und Sexberaterin
- 1939 - Joe Scott Hill, US-amerikanischer Musiker
- 1940 - Paul Eßling, deutscher Attentäter
- 1940 - Sean James Stokes, britischer Musiker und Sänger
- 1941 - Craig Douglas, britischer Sänger
- 1941 - Henning Voscherau, deutscher Notar und Politiker, von 1988 bis 1997 Erster Bürgermeister Hamburgs
- 1941 - Knut Kiesewetter, deutscher Sänger, Liedermacher und Posaunist
- 1941 - Ambrogio Fogar, italienischer Abenteurer und Autor
- 1942 - Son Seals, US-amerikanischer Blues-Musiker
- 1942 - Sheila Armstrong, englische Sopranistin
- 1943 - Wolfgang Engel, deutscher Theaterregisseur
- 1948 - Kathleen Battle, US-amerikanische Sopranistin
- 1949 - Bartholomäus Kalb, ehemaliges Mitglied des Deutschen Bundestages
- 1949 - Cliff Fish, britischer Musiker und Sänger
- 1950 - Krzysztof Kolberger, polnischer Schauspieler
- 1951 - Dan Fogelberg, US-amerikanischer Musiker, Sänger und Songschreiber
- 1955 - Mulgrew Miller, US-amerikanischerJazzpianist
- 1958 - Sean Feargal Sharkey, britischer Sänger
- 1959 - Thomas Ravelli, schwedischer Fußballspieler
- 1964 - Ian Haugland, schwedischer Musiker
- 1966 - Uta Glaubitz, deutsche Autorin
- 1967 - Amelie Nothomb, belgische französischsprachige Schriftstellerin
- 1968 - Jutta Nardenbach, deutsche Fußballspielerin
- 1968 - Uwe Bindewald, deutscher Fußballspielere
- 1969 - Urs Wehrli, Schweizer Komiker und Kabarettist
- 1969 - Midori Ito, japanische Eiskunstläuferin
- 1970 - Alan Shearer, englischer Fußballspieler
- 1971 - Heike Makatsch, deutsche Schauspielerin
- 1971 - Moritz Bleibtreu, deutscher Schauspieler
- 1977 - Michael Klim, australischer Schwimmer
- 1978 - Kai Schmitt, deutscher Musiker

Gestorben


- 587 - Radegundis, Tochter König Berthachars und dessen Frau Amalberga
- 1191 - Philipp I. von Heinsberg, Erzbischof des Erzbistums Köln und Erzkanzler von Italien
- 1447 - Filippo Maria Visconti, Regent von Pavia und Herzog von Mailand
- 1523 - Gerard David, niederländischer Maler
- 1749 - Johann Elias Schlegel, deutscher Dichter und Dramatiker
- 1755 - Francesco Durante, italienischer Komponist und Musikpädagoge
- 1809 - Marc Antoine Berdolet, französischer katholischer Priester und Bischof von Aachen
- 1816 - Pehr Hilleström, schwedischer Maler
- 1826 - René Théophile Hyacinthe Laënnec, französischer Mediziner und Erfinder des Stethoskops
- 1863 - Eugène Delacroix, französischer Romantiker, gilt als Wegbereiter des Impressionismus
- 1865 - Ignaz Semmelweis, österreichischer Arzt und Hygiene-Pionier
- 1884 - Arthur Wellesley, 2. Duke of Wellington, britischer General
- 1895 - Ludwig Abel, deutscher Violinist und Komponist
- 1896 - John Everett Millais, britischer Maler
- 1896 - Philipp Ludwig von Seidel, deutscher Mathematiker und Astronom
- 1899 - Gustav von Mevissen, deutscher Politiker und Unternehmer
- 1907 - Hermann Karl Vogel, deutscher Astronom und Physiker
- 1908 - Emil Gött, deutscher Schriftsteller
- 1910 - Florence Nightingale, englische Krankenpflegerin und Erfinderin des Kriegslazaretts
- 1912 - Jules Massenet, französischer Opernkomponist
- 1913 - August Bebel, deutscher sozialistischer Politiker
- 1916 - Pierre de Ségur, französischer Schriftsteller
- 1917 - Eduard Buchner, deutscher Chemiker
- 1927 - Hermann Abert, deutscher Musikgelehrter
- 1927 - Árpád Doppler, ungarisch-deutscher Komponist
- 1943 - Jakob Gapp, österreichischer Priester im Widerstand gegen das Nazi-Regime
- 1946 - Herbert George Wells, englischer Schriftsteller
- 1952 - Wilm Hosenfeld, Wehrmachtsoffizier im Zweiten Weltkrieg
- 1953 - Paul Kemp, deutscher Schauspieler
- 1955 - Lois Welzenbacher, österreichischer Architekt
- 1955 - Wilhelm Kreis, deutscher Architekt
- 1969 - Jacob do Bandolim, brasilianischer Mandolinist und Komponist
- 1971 - King Curtis, US-amerikanischer Musiker
- 1972 - Hans von Benda, deutscher Dirigent, Musikredakteur und Offizier
- 1974 - Ernst Forsthoff, deutscher Staatsrechtler
- 1977 - Henry Williamson, britischer Schriftsteller
- 1982 - Joe Tex, US-amerikanischer Sänger und Songschreiber
- 1984 - Tigran Petrosjan, armenischer Schach-Großmeister
- 1994 - Elias Canetti, deutschsprachiger Schriftsteller, Nobelpreisträger
- 1994 - Manfred Wörner, deutscher Politiker, siebter NATO-Generalsekretär
- 1996 - António de Spínola, portugiesischer General und Politiker
- 1996 - António Sebastião Ribeiro de Spínola, portugiesischer General und Politiker
- 1996 - David Tudor, US-amerikanischer Pianist
- 1998 - Julien Green, französisch-britischer Schriftsteller
- 1999 - Ignatz Bubis, ehemaliger Vorsitzender des Zentralrates der Juden in Deutschland
- 2000 - Ria Deeg, deutsche Widerstandskämpferin
- 2003 - Lothar Emmerich, deutscher Fußballspieler
- 2004 - Josef Paul Kleihues, deutscher Architekt
- 2005 - David Lange, neuseeländischer Politiker
- 2005 - Francy Boland, belgischer Jazz-Pianist und Arrangeur

Feier- und Gedenktage

Francy Boland
- Der Jahrestag des Mauerbaus ist in Deutschland ein wichtiger politischer Gedenktag.
- Internationaler Linkshändertag
- Katholischer Gedenktag: Marco d'Aviano
- regionaler katholischer Gedenktag (Diözese Lüttich): Zwentibold

Siehe auch


- 12. August - 14. August
- 13. Juli - 13. September
- August - Historische Jahrestage - Zeitskala
- Wikipedia:Glaskugel - Wikipedia:Formatvorlage Tag 0813 ja:8月13日 ko:8월 13일 simple:August 13 th:13 สิงหาคม

Bayern

Der Freistaat Bayern liegt im Süden und Südosten der Bundesrepublik Deutschland und ist das flächenmäßig größte Bundesland. Angrenzend sind (im Uhrzeigersinn) die Länder Baden-Württemberg, Hessen, Thüringen und Sachsen. Im Osten grenzt Bayern an Tschechien, im Süden an Österreich und an den Bodensee. Im Freistaat leben traditionell drei deutsche Volksstämme: die Franken (Ober-, Mittel- und Unterfranken), die Schwaben und die Baiern ("Altbayern").

Geschichte

Siehe die Hauptartikel Vorgeschichte Bayerns, Geschichte Bayerns und Königreich Bayern Die Schreibweise des Landesnamens mit "y" geht auf eine Anordnung von König Ludwig I., König von Bayern vom 20. Oktober 1825 zurück, mit der die ursprüngliche Schreibweise "Baiern" abgelöst wurde. Er "importierte" das Y aus dem griechischen Alphabet, da sein zweiter Sohn, Otto I., König von Griechenland wurde und seinerseits die bayerischen Farben weiß-blau als griechische Nationalfarben etablierte.

Politik

Siehe den Hauptartikel Politisches System Bayerns. Im Bayerischen Landtag sind derzeit drei Parteien vertreten. Nach den Wahlen vom 21. September 2003 ergab sich folgende Sitzverteilung (insges. 180 Sitze):
- CSU 124 Sitze
- SPD 41 Sitze
- Bündnis 90/Die Grünen 15 Sitze
Die Ergebnisse der Landtagswahl 2003 sahen wie folgt aus:

Bayerische Staatsregierung

In Bayern regiert seit 1966 die CSU mit absoluter Mehrheit, seit den Landtagswahlen am 21. September 2003 sogar mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit der Abgeordneten. Amtierender Ministerpräsident ist seit dem 17. Juni 1993 Dr. Edmund Stoiber (CSU). Am 7. Oktober 2003 wurde Edmund Stoiber als Ministerpräsident vom Landtag wiedergewählt, am 14. Oktober das neue Kabinett von ihm ernannt und vom Landtag bestätigt. Der Bayerischen Staatsregierung gehören zurzeit folgende Mitglieder an:

- Edmund Stoiber (CSU), Ministerpräsident des Freistaates Bayern
- Günther Beckstein (CSU), Stellvertreter des Ministerpräsidenten und Staatsminister des Innern
- Erwin Huber (CSU), Leiter der Staatskanzlei und Staatsminister für Bundesangelegenheiten und Verwaltungsreform
- Eberhard Sinner (CSU), Staatsminister für Europaangelegenheiten und regionale Beziehungen
- Beate Merk (CSU), Staatsministerin der Justiz
- Thomas Goppel (CSU), Staatsminister für Wissenschaft, Forschung und Kunst
- Siegfried Schneider (CSU), Staatsminister für Unterricht und Kultus
- Kurt Faltlhauser (CSU), Staatsminister der Finanzen
- Otto Wiesheu (CSU), Staatsminister für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie
- Werner Schnappauf (CSU), Staatsminister für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz
- Josef Miller (CSU), Staatsminister für Landwirtschaft und Forsten
- Christa Stewens (CSU), Staatsministerin für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen
- Georg Schmid (CSU), Staatssekretär im Staatsministerium des Inneren
- Karl Freller (CSU), Staatssekretär im Staatsministerium für Unterricht und Kultus
- Franz Meyer (CSU), Staatssekretär im Staatsministerium der Finanzen
- Hans Spitzner (CSU), Staatssekretär im Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie
- Emilia Müller (CSU), Staatssekretär im Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz
- Jürgen Heike (CSU), Staatssekretär im Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen Siehe auch: Wahlergebnisse und Staatsregierungen in Bayern seit 1945

Staatsaufbau

Grundlage der Landespolitik ist die am 2. Dezember 1946 beschlossene Bayerische Verfassung. Bayern ist demnach Freistaat (Republik) und Volksstaat (Demokratie). Seit dem 1. Januar 2000 existiert nach der Abschaffung des Senats ein parlamentarisches Einkammersystem. Die gesetzgebende Gewalt liegt beim Bayerischen Landtag, dessen Abgeordnete alle fünf Jahre (bis 1998: alle vier Jahre) gewählt werden. Bis Ende 1999 existierte mit dem Senat eine zweite Kammer, mit der Vertreter sozialer und wirtschaftlicher Interessenverbände ein politisches Gegengewicht zum Landtag schaffen sollten. In einem Volksentscheid wurde am 8. Februar 1998 die Abschaffung dieser Kammer beschlossen. Chef der Staatsregierung ist der Bayerische Ministerpräsident, der ihre Geschäfte leitet, die Richtlinien der Politik bestimmt, Bayern nach außen vertritt und die Staatsminister und -sekretäre ernennt. Das oberste bayerische Gericht ist der Bayerische Verfassungsgerichtshof. Des weiteren gibt es noch diverse obere Landesgerichte (Bayer. Oberstes Landesgericht, Bayer. Verwaltungsgerichtshof, Landesarbeits-, Landessozialgericht) sowie die restliche Judikative. Am 20. Oktober 2004 beschloss der Bayerische Landtag die Auflösung des Bayerischen Obersten Landesgerichts mit Wirkung zum 1. Juli 2006. Außer vom Landtag können in Bayern Gesetze und Verfassungsänderungen auch durch Volksbegehren und Volksentscheid beschlossen werden. Ein Volksentscheid ist außerdem zu jeder Änderung der Bayerischen Verfassung notwendig, auch wenn die Verfassungsänderung vom Landtag beschlossen wurde. Siehe auch: Bayerischer Ministerpräsident, Gesetzgebungsverfahren in Bayern

Wahlrecht

Gesetzgebungsverfahren in Bayern] Im Vergleich zu Wahlen auf Bundesebene weist das bayerische Wahlrecht mehrere Besonderheiten auf: Direktkandidaten, die in ihrem Wahlbezirk die Wahl gewonnen haben, können nur in den Landtag einziehen, wenn auch ihre Partei die Hürde von 5 Prozent erreicht hat. Darüber hinaus ergibt sich die Sitzverteilung im Landtag aus der Summe der Erst- und Zweitstimmen. In anderen Bundesländern und bei Bundestagswahlen entscheidet die Erststimme über die Wahl des Direktkandidaten im Wahlbezirk und allein die Zweitstimme bestimmt die Zahl der Sitze im Parlament, was üblicherweise dazu führt, dass Erststimmen häufiger den großen Parteien mit aussichtsreichen Direktkandidaten gegeben werden. Wer nach Bayern umzieht und eine kleinere Partei wählt, sollte also bei Landtagswahlen darüber nachdenken, ihr auch die Erststimme zu geben, die im bayerischen System also nicht "verloren gehen" kann. Eine weitere Besonderheit findet sich im Kommunalwahlrecht. Zum einen besitzt jeder Wähler genau so viele Stimmen wie Sitze zu vergeben sind; sind also im Gemeinderat bzw. Stadt- oder Kreistag z. B. 45 Sitze zu besetzten, so hat jeder Wähler 45 Stimmen. Desweiteren besteht die Möglichkeit des Kumulierens ("Häufeln", mehrere Stimmen können auf einen Kandidaten abgegeben werden) und des Panaschierens (Stimmen können auf Kandidaten verschiedener Listen verteilt werden). Am 21. September 2003 wurde per Volksentscheid die Altersgrenze für das passive Wahlrecht von 21 auf 18 abgesenkt. Daneben gibt es in Bayern zahlreiche direktdemokratische Elemente. Neben dem Volksentscheid auf Landesebene wurde am 1. Oktober 1995 durch eine Volksabstimmung die direkte Demokratie auf Kommunalebene eingeführt. Pro Jahr gibt es in Bayern rund 100 Volksabstimmungen.

Staatswappen, Flagge und Hymne

Hauptartikel: Bayerisches Staatswappen Das bayerische Staatswappen besteht aus sechs heraldischen Komponenten: Der goldene Löwe, ursprünglich mit der wittelsbachischen Pfalz am Rhein verbunden, steht heute für die Oberpfalz, der „fränkische Rechen“ für die drei fränkischen Bezirke, der blaue Panther für die Altbayern und die drei schwarzen Löwen für Schwaben. Das weiß-blaue Herzschild deutet den Gesamtstaat Bayern an, die Volkskrone bezeichnet nach dem Wegfall der Königskrone die Volkssouveränität. Der Freistaat Bayern besitzt zwei gleichgestellte Staatsflaggen: einmal die weiß-blau gerautete Flagge, zum anderen die Flagge mit horizontalen Streifen in den Farben Weiß und Blau. Zur Hymne siehe: Bayernhymne

Verwaltungsgliederung

Regierungsbezirke

Nachstehend die Regierungsbezirke mit Amtlichem Gemeindeschlüssel (AGS) und Abkürzung des Bayerischen Staatsministeriums des Innern: Amtlichem Gemeindeschlüssel (AGS)

Landkreise

Die 7 Regierungsbezirke unterteilen sich in 71 Landkreise und 25 kreisfreie Städte: kreisfreie Städte

Kreisfreie Städte

Städte und Gemeinden

Der Freistaat Bayern besteht aus 2.056 politisch selbständigen Städten und Gemeinden sowie 215 gemeindefreien Gebieten (letztere sind ausnahmslos unbewohnt und auf 44 der 71 Landkreise verteilt). Die Gemeinden verteilen sich wie folgt: 25 kreisfreie Städte und 2.031 kreisangehörige Gemeinden (davon 27 Große Kreisstädte, 262 sonstige Städte, 384 Märkte und 1.358 sonstige Gemeinden (Stand 1. Oktober 2004). Von den 2.031 kreisangehörigen Gemeinden sind 991 Mitgliedsgemeinden in 314 Verwaltungsgemeinschaften, und 1.040 Einheitsgemeinden, Stand 1. Januar 2005).
Änderungen seit dem 1. Januar 2005:
- Erhebung einer Gemeinde zum Markt am 17. September 2005
- Erhebung der Stadt Fürstenfeldbruck zur Großen Kreisstadt am 01. Januar 2006 (geplant)

Größte Städte

Siehe auch: Liste der Orte in Bayern, Große Kreisstadt

Regionen

Geografie

Große Kreisstadt Bayern liegt in Süddeutschland und umfasst:
- die bayerischen Alpen im Süden
- das Alpenvorland bis zur Donau mit den 3 großen Seen Oberbayerns
- das ostbayerische Mittelgebirge und
- die Stufenlandschaft der Schwäbischen und Fränkischen Alb. Die niedrigste Stelle von Bayern befindet sich mit 107 m in Kahl am Main (Unterfranken), die höchste auf dem Gipfel der Zugspitze (2.962 m ü. NN), dem höchsten Berg Deutschlands im Wettersteingebirge (Landkreis Garmisch-Partenkirchen). Hauptfluss ist die Donau, die bei Passau nach Österreich übertritt. Ihre größeren Nebenflüsse sind (von Westen):
- Iller, Lech, Isar und Inn (fließen rechts zur Donau hin)
- Wörnitz, Altmühl, Naab und Regen (fließen links dagegen). Die 4 ersteren entspringen in den Alpen und sind wasserreicher. Der Inn führt (wegen des langen Oberlaufs) bei seiner Mündung in Passau meist etwas mehr Wasser als die Donau. Das Klima geht vom Nordwesten (relativ ausgeglichen) nach Osten ins Kontinentalklima über. An etwa 100 Tagen sind die Temperaturen unter Null, die Westwinde bringen durchschnittlich 70 cm Regen, im Nordstau der Alpen lokal bis 180 cm. Die mittlere Sonnenscheindauer beträgt etwa 1600 bis 1900 Stunden. Eigene Artikel existieren für: Seen in Bayern, Flüsse in Bayern und Landschaften in Bayern, Liste der Berge in Bayern

Wirtschaft

Bayern gilt als sehr wirtschaftsstarkes und reiches Bundesland, es hat sich in den letzten Jahrzehnten vom Agrar- zum Technologieland entwickelt. Die Arbeitslosenquote betrug im Juli 2004 6,5 Prozent. Das Bundesland Bayern weist allerdings auch die größten wirtschaftlichen Unterschiede aller Bundesländer auf. So verteilt sich die Wirtschaftskraft vor allem auf die Regionen um München (mit Oberbayern und Augsburg), so wie auf die Region Nürnberg-Fürth-Erlangen, auf Unterfranken zwischen Würzburg und Aschaffenburg sowie die Region Regensburg. In Regionen wie in Oberfranken oder der nördlichen Oberpfalz geht die Wirtschaftskraft stark zurück. Diese Regionen weisen teilweise Arbeitslosenzahlen von über 10 Prozent auf. In den letzten Jahren konnten hier allerdings sehr gute Fortschritte bei der Verbesserung der Situation vorgewiesen werden. An drei Standorten in Bayern befinden sich Atomkraftwerke, außerdem wird in Garching bei München ein Forschungsreaktor betrieben.

Kultur

Die Bayern können auf eine über 1000 Jahre alte Kultur- und Geistesgeschichte zurückblicken. Laut Art. 3 der Verfassung des Freistaates Bayern ist Bayern ein Kulturstaat. Der Freistaat fördert in seinem Haushalt 2003 Kunst und Kultur mit jährlich über 500 Mio. €, zusätzlich kommen erhebliche Leistungen der bayerischen Kommunen und privater Träger hinzu.

Museen

Theater, Schauspiel und Oper

Bayern verfügt über vier staatliche und 18 kommunale Theater mit eigenen Ensembles sowie eine Vielzahl privater Bühnen und freier Gruppen. Als letzte große Neugründung ging 2004 aus den Städtischen Bühnen Nürnberg das Staatstheater Nürnberg hervor. Insgesamt gibt es 35 feste Schauspiel-, Opern- und Operettenbühnen, 41 Freilicht- und Festspielunternehmen und 17 Puppentheater mit mehr als 14.000 Vorstellungen und über 4,8 Millionen Zuschauern jährlich. Unter diesen Bühnen befinden sich so renommierte Häuser wie:

Musik

Operetten] Bayern ist nicht nur das Land der traditionellen Volksmusik, der Jodler und Schuhplattler, sondern auch die Heimat so bekannter Komponisten wie
- Max Reger
- Carl Orff
- Richard Strauss
- Christoph Willibald Gluck Zu den besten in Bayern beheimateten klassischen Orchestern zählen
- die Münchner Philharmoniker
- das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks
- die Bamberger Symphoniker, Bayerische Staatsphilharmonie
- das Bayerisches Staatsorchester am Nationaltheater
- die Münchner Symphoniker
- das Münchner Kammerorchester
- die Nürnberger Philharmoniker am Staatstheater Nürnberg
- die Nürnberger Symphoniker
- die Hofer Symphoniker
- das Philharmonisches Orchester Bad Reichenhall
- und das Kammerorchester Schloss Werneck Unter den Musikfestspielen herausragend sind die Richard-Wagner-Festspiele in Bayreuth und die Münchner Opernfestspiele. Münchner Opernfestspiele

Küche

Durch das Nebeneinander der drei bayerischen Stämme Altbaiern, Franken und Schwaben ist die bayerische Küche sehr vielfältig. Auch wenn die bayerische Küche deutlich mehr bietet als deftige und rustikale Spezialitäten, so sind es dennoch besonders diese Gerichte, die weit über die bayerischen Landesgrenzen hinweg bekannt geworden sind:
- Schweinsbraten, Schweinshaxe, Kalbshaxenbraten, Spanferkelbraten
- Semmelknödel, Kartoffelknödel, Leberknödel
- Sauerkraut, Kohlroulade, Krautwickel, Krautspätzle, Krautkrapfen
- Leberknödelsuppe, Leberspätzlesuppe, Speckknödelsuppe, Pfannkuchensuppe
- Weißwurst, Wollwurst, Stockwurst, Regensburger (Wurst), Nürnberger Rostbratwurst
- Apfelstrudel, Topfenstrudel, Kaiserschmarrn, Dampfnudeln, Rohrnudeln, Schmalznudeln, Bayerisch Creme
- Bayrischer Kartoffelsalat, Bayrischer Wurstsalat
- Obazda oder fränkisch: Grupfter
- Leberkäse, Leberkässemmel

Religion, Stämme und Sprache

Leberkässemmel
- röm.-katholisch 58,50% Stand 2003 (1950 71,9 %)
- evangelisch 23 % (1950 26,8 %)
- andere Konfessionen und Religionen etwa 4 % Jüdische Gemeinden gab es bis zum 19. Jahrhundert vor allem in ländlichen Gebieten Frankens und Schwabens sowie den freien Reichsstädten wie z. B. Nürnberg und Regensburg. Im wittelsbachischen Altbayern gab es so gut wie keine Juden; seit der Judenemanzipation zunehmend in bayerischen Städten. Von fast 200 jüdischen Gemeinden existieren heute in Bayern noch bzw. wieder 12 Gemeinden. Das bayerische Volk setzt sich aus vier staatlich anerkannten Stämmen zusammen: Zu den drei alten Stämmen, den Altbayern, Franken und Schwaben, kamen nach 1945 über zwei Millionen Flüchtlinge und Heimatvertriebene, vor allem Sudetendeutsche. Auch Sinti und Roma haben eine sehr lange Tradition in Bayern. Daneben sind auch Jenische in Bayern beheimatet. Gesprochen werden mehrere Dialekte aus drei großen Dialektfamilien:
- Bairisch im Großteil des Landes (Nord- und Mittelbairisch, am Rand zu Tirol auch Südbairisch)
- Fränkisch von etwa 3 Millionen im nördlichen und westlichen Landesteil
- Alemannisch von 2 Millionen Schwaben im Westen Ferner gibt es kleinere Gebiete, in denen Südostthüringisch sowie hessische Mundarten gesprochen werden. Sudetendeutsche Mundarten konnten sich nur in einzelnen Gemeinden, wo Sudetendeutsche angesiedelt wurden, vorübergehend halten. siehe: Dialekte in Bayern, Liste bayerischer Klöster

Literatur


- Max Spindler (Hg.): Handbuch der bayerischen Geschichte, München, 1971-1975 (4 Bände)
- Max Spindler (Hg.), Gertrud Diepolder: Bayerischer Geschichtsatlas, München, 1969
- Wilhelm Volkert, Richard Bauer: Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte: 1799-1980, München, 1983 ISBN 3-406-09669-7 Siehe auch: Portal:Bayern

Weblinks


- [http://www.bayern.de/ Bayerische Staatsregierung]
- [http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/ Bayerische Landesbibliothek Online]
- [http://www.digitalis.uni-koeln.de/Merianb/merianb_index.html Topographia Bavariae] Kupfertafeln von Matthäus Merian 1622
- [http://www.geschichte.hdbg.de Geschichte Bayerns (Haus der Bayerischen Geschichte)]
- [http://www.bayernviewer.de/ Bayern Viewer: Luftbilder und Karten flächendeckend]
- [http://www.bis.bayern.de/ Detaillierte Karten flächendeckend]
-
als:Bayern ja:バイエルン州 ko:바이에른 주 simple:Bavaria

Philipp V. (Spanien)

Philipp V. von Anjou (span. Felipe V,
- 19. Dezember 1683 in Versailles; † 9. Juli 1746 in Madrid), Herzog von Anjou (1683-1710), war König von Spanien. Spanien Philipp V. wurde am 19. Dezember 1683 in Versailles als zweiter Sohn des Dauphin Ludwig von Frankreich und dessen Gemahlin Maria Anna von Bayern geboren. Er wurde 1700 als Erbe der spanischen Habsburger König von Spanien. Die österreichischen Habsburger und andere europäische Staaten bestritten jedoch sein Erbrecht, wodurch der von 1701 bis 1713/14 währende Spanische Erbfolgekrieg ausgelöst wurde. In diesem Krieg standen die bourbonischen Staaten Frankreich und Spanien mit wenigen Verbündeten (darunter den wittelsbachischen Staaten Bayern und Köln) einer mächtigen Koalition gegenüber, deren Zentren Österreich, Großbritannien und die Niederlande bildeten. Hauptziel dieser Koalition war die Verhinderung einer bourbonischen Übermacht und Vorherrschaft in Europa. Darum sollte Spanien entweder geteilt oder an einen jüngeren Vertreter des Hauses Österreich gebracht werden. Für Philipp V. ging in Spanien zeitweilig Aragon bzw.Katalonien mit Barcelona an den österreichischen Prätendenten Erzherzog Karl verloren, den späteren römisch-deutschen Kaiser Karl VI., der sich als spanischer Gegenkönig Karl III. nannte. Auch die spanischen Besitzungen in Italien fielen an die österreichischen Habsburger. Erst als Karl nach dem Tode seines älteren Bruders Joseph I. 1711 Kaiser und Erbe der gesamten Staaten Österreichs wurde, zerbrach die antibourbonische Koalition, da man nun wieder die Habsburger für zu übermächtig hielt. Der Frieden von 1713/14 brachte einen Kompromiss: Philipp durfte ganz Spanien und dessen riesiges Kolonialreich behalten, musste jedoch sämtliche bisherigen Besitzungen Spaniens in Italien an seine Feinde abtreten - die Königreiche Neapel, Sizilien, Sardinien und das Herzogtum Mailand. Unter dem Einfluss seiner zweiten Gemahlin Elisabeth, einer geborenen italienischen Prinzessin aus dem Hause Farnese, und seines ebenfalls aus Italien stammenden Ministers Kardinal Giulio Alberoni ging Philipp 1718 erfolglos daran, diese Verluste wieder zurückzugewinnen. Spanien konnte zwar das bis dahin zu Savoyen gehörige Sizilien besetzen, mußte dieses jedoch an Österreich wiederabtreten. In Italien wieder Fuß zu fassen, blieb jedoch auch für die weitere Regierungszeit Philipps eine Handlungsmaxime. Immer stärker machten dem König Depressionen zu schaffen. Weil diese seine Regierungsfähigkeit beeinträchtigten, dankte er 1724 zugunsten seines ältesten Sohnes Ludwig I. Philipp ab. Da dieser aber schon im gleichen Jahr starb und die übrigen Söhne noch zu jung erschienen, ließ sich Philipp V. - vermutlich auch auf Drängen der Königin Elisabeth, die ihre Führungsrolle am Hofe nicht einbüßen wollte - erneut zur Herrschaftsübernahme bewegen. Von 1724 bis zu seinem Tode 1746 war er ein zweites Mal König. Es heißt, dass der später als Sänger an seinen Hof gekommene italienische Kastrat Farinelli die Depressionen des Königs durch die Schönheit seiner Kunst habe beruhigen können. Das war ein Glücksfall, denn Farinelli scheint den damit verbundenen großen Einfluss auf den König niemals missbraucht zu haben. Geschickte Beteiligung Spaniens am Polnischen Erbfolgekrieg führte 1735 zur Rückkehr der spanischen Herrschaft nach Italien, indem das bisher österreichisch-habsburgische Doppelkönigreich Neapel-Sizilien dem jüngeren Sohn Philipps V., dem späteren spanischen König Karl III. überlassen werden musste. Ein weiterer Wunsch der Königin Elisabeth, das Herzogtum Parma als ihr väterliches Erbe ebenfalls zu sichern, ging jedoch erst nach dem Tode ihres Gatten im Jahre 1748 zugunsten ihres Sohnes Philipp in Erfüllung. Phillip V. starb am 9. Juli 1746 in Madrid. Am 2. November 1701 heiratete er in Figueras Maria Luisa von Savoyen, Tochter des Königs Vittorio Amadeo II. von Piemont-Sardinien, mit der er vier Söhne hatte:
- Ludwig I. Philipp (
- 25. August 1707, † 31. August 1724)
- Philipp Ludwig (
- 7. Juli 1709, † 8. Juli 1709)
- Philipp Peter (
- 7. Juni 1712, † 29. Dezember 1719)
- Ferdinand VI. (
- 23. September 1713, † 10. August 1759), In zweiter Ehe vermählte er sich am 24. Dezember 1714 in Guadalajara mit Elisabetta Farnese (Isabel de Farnesio), die ihm folgende Kinder schenkte:
- Karl III. (
- 20. Januar 1716, † 14. Dezember 1788)
- Franz (
- 21. März 1717, † 21. April 1717)
- Maria Anna (
- 31. März 1718, † 15. Januar 1781)
- Philipp (
- 15. März 1720, † 18. Juli 1765), Herzog von Parma
- Maria Teresa (
- 11. Juni 1726, † 22. Juli 1746)
- Ludwig Anton (
- 25. Juli 1727, † 7. August 1785), Erzbischof
- Maria Antonia (
- 17. November 1739, † 19. September 1785) Kategorie:Mann Kategorie:König (Spanien) Kategorie:Haus Bourbon ja:フェリペ5世 (スペイン王)

Voltaire

Voltaire [], eigentlich François-Marie Arouet [] (
- 21. November 1694 in Paris; † 30. Mai 1778 in Paris) war einer der einflussreichsten Autoren der europäischen Aufklärung und gilt als wichtiger Vertreter des Deismus. In Frankreich hielt man ihn schon zu Lebzeiten für so bedeutend, dass man das ganze 18. Jahrhundert dort gern als „le siècle de Voltaire“ („das Jahrhundert Voltaires“) bezeichnet. Mit seiner Kritik an den Missständen des Absolutismus und der Feudalherrschaft sowie auch am Deutungs- und Machtmonopol der katholischen Kirche war er ein Wegbereiter der Französischen Revolution. Seine wichtigsten Waffen im Kampf gegen seine ideologischen Gegner waren ein präziser und gemeinverständlicher Stil, Sarkasmus und Ironie. __TOC__

Leben und Werk

Jugend

Voltaire war das jüngste Kind eines vermögenden bürgerlichen Notars, der auf dem Höhepunkt seiner Karriere zum königlichen Gerichtsgebühreneinnehmer avancierte. Bereits mit sechs verlor er seine Mutter. Im Jesuitenkolleg Louis-le-Grand (heute Lycée Louis-le-Grand) erwarb er eine solide humanistische Bildung in lateinischer und griechischer Literatur, Mathematik, Geschichte und Religion. Schon als Schüler verfasste er Gedichte und auch seine Theaterbegeisterung nahm in dieser Zeit ihren Anfang. Zudem gewann er einige Freunde unter seinen überwiegend adeligen Mitschülern, darunter die Brüder d'Argenson, die später hohe Ämter bekleideten. Allerdings lernte er so früh auch die Ständegesellschaft des Ancien Régimes kennen. Manche Schüler glaubten allein aufgrund ihrer adeligen Herkunft auf ihn herab sehen zu können. Auf Drängen des strengen Vaters, der dem Jansenismus nahestand, absolvierte er ein Rechtsstudium an der Pariser juristischen Hochschule (1711-1713). Zugleich führte ihn sein Patenonkel, der Abbé de Châteauneuf, in verschiedene schöngeistige und literarische Zirkel ein. So verkehrte er im epikuräisch-freidenkerischen Kreis um Philippe de Vendôme, den Chef des Malteserordens, und wurde hier für seine eleganten und geistreichen Verse bewundert. Nach Beendigung des ungeliebten Studiums gab er dem Druck des Vaters nach und arbeitete für kurze Zeit in einem Notariat in Caen. Anschließend begleitete er einen Bruder seines Patenonkels als Privatsekretär nach Den Haag, wo jener in diplomatischer Mission zu tun hatte. Als er eine Liebschaft mit einer jungen Französin begann, beschwerte sich deren Mutter bei seinem Vater. Dieser erwog daraufhin, ihn zu enterben und nach Amerika deportieren zu lassen.

Erste Veröffentlichungen

Den Haag Voltaire kam nach Paris zurück und arbeitete nochmals für kurze Zeit in einer Anwaltskanzlei. Er verkehrte jetzt nicht nur in literarisch-schöngeistigen Zirkeln, sondern zunehmend auch in adeligen Häusern, wo man ihn als Autor witziger, häufig spöttischer Gedichte schätzte. Auch beteiligte er sich an den Diskussionen und Streitereien der Pariser Literaten und machte sich beispielsweise 1714 mit einer Verssatire über den arrivierten Autor und Literaturtheoretiker Houdar de la Motte lustig, der für die vorrangige Verwendung der Prosa anstelle der Versform in den erzählenden Gattungen eingetreten war - eine Ansicht, die Voltaire später durchaus akzeptieren sollte. Bei der 1715 entstandenen Ode Le vrai Dieu handelt es sich vielleicht um seinen ersten philosophischen Text. Eine der vornehmsten Adressen Voltaires war der Hof eines unehelichen, aber legitimierten Sohnes von Ludwig XIV., des Duc du Maine. Dieser war von seinem sterbenden Vater testamentarisch zum Regenten für den kleinen Ludwig XV. bestimmt worden, wurde aber zu seinem Ärger verdrängt von seinem Cousin, Herzog Philipp von Orléans. Bei Maine trug Voltaire 1716 ein satirisches Gedicht auf Philipp vor, in dem er dessen mutmaßliches inzestuöses Verhältnis zu seiner Tochter andeutete. Natürlich erfuhr Philipp davon und verbannte Voltaire für mehrere Monate aus Paris, die er größtenteils als Gast auf dem Schloss des Duc de Sully verbrachte. Nach einem Huldigungs- und Bittgedicht an Philipp konnte er zurück, verfasste aber bald eine neue Satire auf ihn. Diesmal war die Reaktion schärfer: Voltaire wurde im Mai 1717 in der Bastille inhaftiert. Hier stellte er seine mit Sophokles und Corneille wetteifernde erste Tragödie Œdipe (Ödipus) fertig und begann unter dem Titel La Ligue ein Epos über die Religionskriege und ihre Beendigung durch Heinrich IV., der seines Erachtens ein vorbildlicher König gewesen war. Dank der Fürsprache hochstehender Gönner wurde er nach elf Monaten aus der Haft entlassen und nannte sich fortan „Voltaire“ - ein Anagramm aus den Buchstaben seines Namens A-R-O-V-E-T- (mit v statt u) L-I (d.h. le jeune, mit i statt j). Die erfolgreiche Aufführung von Œdipe machte ihn im Herbst 1718 schlagartig berühmt. Wieder verkehrte er in literarischen Salons und war auch gerngesehener Gast in den Landschlössern des Hochadels rund um Paris. Hierbei lernte er den im Exil lebenden Politiker Lord Bolingbroke kennen, der ihm England näher brachte. In dieser Zeit entstanden die Tragödie Artémire (1720) und die Épître à Uranie (1722). Außerdem arbeitete er weiter an La Ligue. Als sein Vater 1722 starb, erbte Voltaire seinen Anteil an dessen Vermögen. Da er im gleichen Jahr vom Regenten eine „pension“ (jährliche Gratifikation) aus der königlichen Schatulle zugesprochen bekam, war er finanziell in Zukunft abgesichert. Eine Liaison mit der verheirateten Adeligen Madame de Bernières krönte seine erfreuliche Situation. 1723 brachte zwei Misserfolge: Voltaire machte erstmals mit der Zensur Bekanntschaft, als ihm die Druckerlaubnis für La Ligue, ou Henri le Grand verweigert wurde, obwohl er darum ersucht hatte, das Werk dem König widmen zu dürfen. Er publizierte es deshalb anonym in der Stadtrepublik Genf. Überdies stieß seine Tragödie Hérode et Mariamne auf Ablehnung. 1725 war hingegen ein Jahr des Erfolgs. Die Herodes-Tragödie wurde in einer überarbeiteten Version gut aufgenommen. Außerdem erhielt er Zutritt zum Hof dank der einflussreichen Marquise de Prie, die ihn mit der Organisation von Theateraufführungen zur Hochzeit Ludwigs XV. beauftragen ließ. Sie war die Geliebte des Ersten Ministers, des Duc de Bourbon. Dies trug ihm eine zweite "pension" ein, nunmehr aus der Schatulle der jungen Königin. Als einer der gefragtesten Dramaturgen und Dichter Frankreichs schien er nun bestens in das herrschende System integriert.

Voltaire in England

1726 ließ ihn der Chevalier de Rohan, Spross eines alten französischen Adelsgeschlechts, von seinen Dienern verprügeln. Voltaire hatte auf die spöttische Frage Rohans, wie er denn zu seinem Namen komme, sarkastisch geantwortet: "Je commence mon nom, monsieur, vous finnissez le vôtre" (etwa: Ich bin der erste meines Namen, Sie nur der letzte). Der über die Prügel empörte Voltaire nahm Fechtunterricht, um den Chevalier zum Duell herauszufordern. Die Rohans erwirkten jedoch einen königlichen Haftbefehl gegen ihn, und wieder kam er in die Bastille. Da er inzwischen berühmt war, bot ihm der König die Freiheit an unter der Bedingung, dass er Frankreich verließ. Voltaire akzeptierte und ging für zweieinhalb Jahre nach England, das dabei war, in die industrielle Revolution einzutreten. Er war fasziniert von der intellektuellen und wirtschaftlichen Aufbruchstimmung sowie von der relativ großen geistigen Freiheit und sozialen Mobilität in dieser multikonfessionellen Gesellschaft, in der die Religion Privatangelegenheit war und die Macht des Königs und die Privilegien des Adels eingeschränkt waren. Besonders beeindruckten ihn das parlamentarische System und der Schutz der Bürger vor staatlicher Willkür. Lord Bolingbroke führte ihn in die besten gesellschaftlichen und intellektuellen Kreise Londons ein und auch dem König wurde er vorgestellt. Eine überarbeitete Fassung von La Ligue, die er 1728 als La Henriade druckte, durfte er der Königin widmen. Für einen Franzosen damals durchaus nicht selbstverständlich erlernte er die englische Sprache und trieb intensive Lektüre. So studierte er die Werke des englischen Empiristen und Theoretiker des „common sense“ John Locke. Auch las er die die Dramen Shakespeares im Original. Außerdem befasste er sich mit den revolutionären Theorien des Physikers und Astronomen Newton sowie auch mit den neuesten naturwissenschaftlichen Erkenntnissen. In seinen hier verfassten, aber erst später veröffentlichten "philosophischen Briefen" (Lettres anglaises oder Lettres philosophiques) stellte er England seinen Landsleuten als leuchtendes Vorbild vor Augen. 1729 ging er nach Paris zurück, den Koffer voller fertiger und angefangener Manuskripte, darunter die historiographischen Werke Histoire de Charles XII, roi de Suède (=Karl XII. von Schweden, 1731) und Le Siècle de Louis XIV ("Das Jahrhundert Ludwigs XIV.", fertiggestellt erst 1751), oder die Tragödien Brutus und Zaïre, die 1730 und 1732 erfolgreich aufgeführt wurden. Nebenher vermehrte er mit Hilfe der Brüder d'Argenson geschickt sein Vermögen, so dass er bald mehr als nur wohlhabend war.

Die Jahre mit Émilie du Châtelet

Als 1730 die Leiche Adrienne Lecouvreurs, einer befreundeten jungen Schauspielerin, auf den Schindanger geworfen wurde, empörte sich Voltaire mit der Ode sur la mort de Mademoiselle Lecouvreur. Er war entrüstet, dass einer beliebten und bewunderten Persönlichkeit eine würdige Bestattung verwehrt wurde, nur weil sie den traditionell verachteten und vom Klerus angefeindeten Beruf einer Schauspielerin ausgeübt hatte. 1734 erschienen zugleich in London und Paris die Lettres philosophiques, die von den Herrschenden in Frankreich erwartungsgemäß als Affront empfunden wurden. Besonders verärgert waren die meist jansenistisch-frommen Hohen Richter des Pariser Parlaments. Sie stießen sich an einer Diatribe gegen den anthropologischen Pessimismus des Jansenisten Blaise Pascal, die an die Briefe angehängt war. Das Parlament erließ einen Haftbefehl und das Buch wurde verboten. Seiner Verbreitung tat dies jedoch keinen Abbruch. Voltaire zog sich mit seiner neuen Geliebten Émilie du Châtelet auf das Schlösschen ihres Mannes in Cirey zurück, von wo aus er notfalls schnell ins nahe Lothringen fliehen konnte, das bis 1738 de jure noch zum deutschen Reich gehörte. In den nächsten Jahren führte er ein unstetes Wanderleben. Er hielt sich in Paris auf, wenn es ihm verstattet war; er ging nach Cirey, wenn es zu gefährlich wurde. Längere Zeit verbrachte er auch in Brüssel und in Holland, das zur „Druckerei Europas“ aufgestiegen war und wo er viele seiner Werke veröffentlichte. Madame du Châtelet war Autorin philosophischer Werke und Naturforscherin und arbeitete u. a. an einer kommentierten Übersetzung von Newtons Philosophiae naturalis principia mathematica. Auch ihrem Einfluss ist es wohl zu verdanken, dass sich Voltaire vertieft mit den Naturwissenschaften befasste. In der Abhandlung Éléments (=Grundzüge) de la philosophie de Newton stellte er die bahnbrechenden, in Frankreich noch wenig bekannten Theorien des englischen Physikers und Astronomen vor. Mit naturphilosophischen und theologischen Fragestellungen setzte er sich 1734 im Traité de métaphysique (= Abhandlung zur Metaphysik) auseinander. Seine Domänen blieben jedoch die Geschichtsschreibung und die philosophisch inspirierte, d.h. aufklärerische Literatur, beispielsweise in Gestalt der Tragödien Adélaïde du Guesclin (1734) La Mort de César (1735) und Alzire (1736). Die Tragödie Mahomet wurde trotz einer Widmung an den Papst nach der dritten Aufführung 1742 abgesetzt, da die Darstellung des Religionsgründers Mohammed vom katholischen Klerus ganz richtig als Kritik an Priestertum und religiösem Fanatismus überhaupt verstanden wurde. Daneben schrieb er das spöttisch-burleske Epos La Pucelle über die (1920 heiliggesprochene) Kriegsheldin Jeanne d'Arc, das er lange nur in privaten Abschriften zirkulieren ließ.

Versailles

Dank d'Argenson, aber auch dank der Marquise de Pompadour, der einflussreichen Mätresse Ludwigs XV., durfte er nun an den Hof zurückkehren, obwohl ihn der König nicht mochte. Anlässlich der Hochzeit des Dauphin wurde 1745 seine Ballettkomödie La Princesse de Navarre und etwas später das Singspiel Le Temple de la Gloire (=der Ruhmestempel, Musik von Jean-Philippe Rameau) zur Aufführung gebracht. Darüber hinaus wurde er zum Königlichen Chronisten (historiographe du roi) ernannt sowie zum Königlichen Kammerherrn (gentilhomme de la chambre), womit er offiziell in den Adelstand erhoben war. 1746 wurde er Mitglied der Académie française und im gleichen Jahr ließ er eine sechsbändige Gesamtausgabe seiner Werke drucken. Einmal mehr schien er bestens etabliert. Er fiel jedoch 1749 in Ungnade, als er auf Englisch Madame du Châtelet am Spieltisch der Königin vor hochadeligen Falschspielern warnte. Nachdem er sich außerdem am Hof darüber beschwert hatte, dass man seinen Konkurrenten Crébillon bevorzuge, wurde der König seiner überdrüssig und auch Madame Pompadour, seine bisherige Fürsprecherin und Beschützerin, distanzierte sich von ihm. Voltaire zog sich auf Schloss Sceaux, zur Duchesse du Maine, zurück und unterhielt diese mit seinen ersten erzählenden Werken, u.a. dem Kurzroman Memnon, dem späteren Zadig. 1748/49 lebte er zusammen mit Madame du Châtelet sowie seiner verwitweten Nichte Madame Denis meistens im Schloss von Lunéville/Lothringen, der Residenz des polnischen Ex-Königs Stanislaus I. Leszczynski. Hier verliebte sich Madame du Châtelet in den Offizier, Höfling und Dichter Saint-Lambert und starb Ende 1749 nach der Geburt eines Kindes.

Aufenthalt am Hof Friedrichs von Preußen

Stanislaus I. Leszczynski (mitte) in Sanssouci mit Voltaire (rechts) und den führenden Köpfen der Berliner Akademie, 1850, ehemals Nationalgalerie, Berlin, 1945 im Flakturm Friedrichshain verbrannt.]] Im Sommer 1750 folgte Voltaire endlich der Einladung Friedrichs II. von Preußen, der ihn in einem regen Briefwechsel schon seit 1736 umwarb. Nach der Thronbesteigung des rund zwanzig Jahre jüngeren Friedrichs (1740) war Voltaire außerdem mehrfach von seinem Schulfreund, Kriegsminister d'Argenson, in diplomatischer Mission nach Preußen geschickt worden, das im österreichischen Erbfolgekrieg mit Frankreich verbündet gewesen, dann aber aus der Koalition ausgetreten war. In Potsdam hatten schon mehrere französische Literaten und Gelehrte Hofämter inne und Voltaire erhielt den Titel eines Königlichen Kammerherrn samt zugehörigem Gehalt. Er wurde behandelt wie ein fürstlicher Gast und konnte relativ frei arbeiten. 1751 brachte er in Berlin sein Siècle de Louis XIV heraus, eine Darstellung der französischen Geschichte des 17. Jahrhunderts. Darin wies er der Kulturgeschichte eine zentrale Rolle zu und setzte so der Geschichtsschreibung neue Maßstäbe. Die kulturhistorische Ausrichtung wurde noch deutlicher im Abrégé de l'Histoire universelle (=Abriss der Universalgeschichte), der 1750/51 abschnittweise im Mercure de France erschien. Ebenfalls 1751 kam eine dritte, elf Bände umfassende Gesamtausgabe seiner Werke heraus. Nach zwei Jahren kühlte sich seine Beziehung zu Friedrich jedoch ab. Voltaire stieg in die Niederungen des Berliner Wirtschaftslebens hinab und betätigte sich als Wertpapierhändler. Er lieh sich bei einem Bankier eine hohe Summe und kaufte unterbewertete Wertpapiere des sächsischen Kurfürsten, sog. Steuerantizipationsscheine. Tatsächlich stieg der Kurs zur Zeit der Steuereintreibung. Als der Bankier bemerkte, dass Voltaire einen stattlichen Gewinn erzielt hatte, beanspruchte er einen Anteil daran und zog vor Gericht. Die überforderten Richter verstanden die Natur der Transaktion nicht und waren geneigt, dem Bankier recht zu geben. Protokollant war ein junger Autor namens Lessing, der die Sache zwar auch nicht begriff, aber ein kleines Spottgedicht ad hoc verfasste. Der preußische Herrscher zeigte ebenfalls wenig Verständnis für Voltaires prosaische Freizeitaktivitäten. Gespannt war auch das Verhältnis Voltaires zum Akademie-Präsidenten Maupertuis, über den er die spöttische Diatribe du Docteur Akakia verfasste. Als er sie entgegen einer Bitte Friedrichs drucken ließ, war dessen Geduld erschöpft und er äußerte sich in zynischer Weise über ihn mit dem Satz „On presse l'orange et on jette l'écorce“ (Man presst die Orange aus und man wirft die Schale weg). Voltaire bat nun um seine Entlassung, wurde aber zunächst nur beurlaubt. In Leipzig äußerte er sich nochmals kritisch über Maupertuis und wurde daraufhin in Unehren entlassen. In der freien Stadt Frankfurt ließ Friedrich ihn sogar kurz festsetzen und sein Gepäck nach unbefugt Mitgenommnem durchsuchen. Erst Jahre später versöhnten sich die beiden Männer und wechselten wieder Briefe.

Neuerliche Wanderjahre

Nach Aufenthalten an kleineren deutschen Höfen (Gotha, Kassel, Mainz, Mannheim) wartete Voltaire in den elsässischen Städten Straßburg und Colmar vergeblich auf die Erlaubnis, in Ehren nach Paris und an den französischen Hof zurückzukehren. 1755 schließlich erwarb er in der Stadtrepublik Genf ein Anwesen und gedachte sich dort niederzulassen. Doch während in Paris mit Erfolg sein neues Stück L'Orphelin de la Chine (das Waisenkind aus China) aufgeführt wurde, bekam er in Genf ersten Ärger mit dem theaterfeindlichen calvinistischen Kirchenrat, weil er private Aufführungen in seinem Haus organisierte. In seinem berühmten, 1756 verfassten Gedicht über das Erdbeben von Lissabon (Poème sur le désastre de Lisbonne) setzt er sich mit dem grenzenlosen Optimismus des Schriftstellers Alexander Pope und vieler seiner Zeitgenossen auseinander, wonach alles was ist, gut und recht ist („Whatever is, is right“). Im selben Jahr veröffentlichte er seinen Essai sur l'histoire générale et sur les mœurs et l'esprit des nations (= Versuch über die allgemeine Geschichte und die Sitten und den Geist der Nationen), eine Universalgeschichte der Menschheit, die er insgesamt auf dem Weg des Fortschritts sieht. Ebenfalls 1756 begann er seine Mitarbeit an dem 1746 von Diderot und d'Alembert initiierten Groß-Lexikon, der Encyclopédie. 1757 brachte ihm d'Alemberts kritischer Encyclopédie-Artikel „Genève“ neuen Ärger in Genf, obwohl er ihn nur als Informant beeinflusst hatte. Wieder ging er auf Reisen und schrieb 1758 die heute als sein bestes Werk geltende philosophische Erzählung Candide ou l'optimisme (teilweise verfasst im Schloss von Schwetzingen). Hierin führt er in einer turbulenten Handlung sarkastisch-ironisch den ihm als unhaltbar erscheinenden Naturoptimismus à la Rousseau und auch den Optimismus à la Leibniz („Unsere Welt ist die beste aller möglichen Welten“) ad absurdum.

Sesshaftwerdung und erfüllte letzte Jahre

Im Alter von 64 Jahren erwarb Voltaire die landwirtschaftlichen Güter Ferney und Tourney im französischen Grenzgebiet nahe Genf, die er zum Wohl seiner Tagelöhner und Pächter innovativ und effizient bewirtschaftete. Zusammen mit Madame Denis verbrachte er hier seine letzten zwei Lebensjahrzehnte, die den Zenith seiner Karriere bedeuten sollten. Nicht nur schrieb und publizierte der „Patriarch von Ferney“ weiterhin fleißig, sondern er empfing als führende Persönlichkeit der Aufklärung Besucher aus ganz Europa und pflegte einen regen Briefwechsel mit vielen herausragenden Geistern seiner Zeit. Vor allem aber kämpfte er mit der Macht seiner stetig wachsenden Autorität gegen staatliche Willkür und religiösen Obskurantismus, so z. B. anlässlich des Justizmordes an Jean Calas, einem Protestanten, der beschuldigt worden war, er habe seinen Sohn ermordet, um ihn vom Übertritt zum Katholizismus abzuhalten. Dieser war erhängt auf dem Dachboden gefunden worden. Calas wurde daraufhin verhaftet, gefoltert, ohne Beweise zum Tod auf dem Rad verurteilt und am 9. Mai 1762 hingerichtet. Vieles deutete daraufhin, dass der katholische Klerus das willkürliche Urteil gebilligt hatte. Als Voltaire davon hörte, startete er eine publizistische Kampagne, in der er u.a. 1763 die Schrift Traité sur la tolérance (Abhandlung über die Toleranz) veröffentlichte. Unter dem Beifall des gesamten aufgeklärten Europas wurde Calas am 9. März 1765 posthum rehabilitiert. Nach dem Erfolg von Candide veröffentlichte Voltaire weitere Erzählungen, so den meisterhaften empfindsamen Kurzroman L'Ingénu (=der Unbedarfte, 1767). Außerdem erschien 1760 und 1763 die Histoire de l'Empire de Russie sous Pierre le Grand (=Geschichte des russischen Reiches unter Peter dem Großen). Er verfasste aber auch philosophische Werke wie das sehr erfolgreiche, seine Bibel- und Religionskritik auf den Punkt bringende Dictionnaire philosophique portatif (1764). Voltaire versorgte damit die Sympathisanten der Aufklärung mit Argumenten und kreierte zugleich den Typ des „tragbaren“ einbändigen Konversationslexikons. Noch im 19. Jahrhundert diente das Lexikon der laizistischen französischen Bourgeoisie als wichtige Informationsquelle zur Aufdeckung von Widersprüchen und Paradoxien in den Lehren der Katholischen Kirche. Im Februar 1778 reiste Voltaire nach Paris, um der Uraufführung seines neuen Stücks Irène beizuwohnen. Er wurde wie in einem Triumphzug empfangen und konnte sich der Ehrungen und Einladungen kaum erwehren. So wurde er am 7. April in die Pariser Freimaurerloge „Les Neuf Sœurs“ aufgenommen. Stuhlmeister der Loge war zu dieser Zeit der Astronom Jérome Lalande. Voltaires Bürge war der Historiker Abbé Cordier de St. Firmin und Graf Stroganow bereitete ihn auf die Aufnahme vor. In Gegenwart von etwa 250 Freimaurern, unter ihnen sein Freund Elie de Beaumaunt, führte ihn Benjamin Franklin in den Tempel. Einen Monat später brach der Hochgeehrte entkräftet zusammen und starb. Erst nach seinem Tod wurde nach und nach seine umfängliche Korrespondenz publiziert. Sie umfasst mehr als 22.000 Briefe un