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1732

1732

Ereignisse


- Der Preußenkönig Friedrich Wilhelm I. läßt in Potsdam am Langen Stall einen Gebetssaal für zwanzig türkische Gardesoldaten errichten: die erste Moschee auf deutschem Boden
- Die Oper Ezio von Georg Friedrich Händel wird am 15. Januar im King's Theatre am Londoner Haymarket uraufgeführt

Kultur


- 9. November: Uraufführung der Oper Adriano in Siria von Antonio Caldara am Hoftheater in Wien

Geboren


- 2. Januar: Frantisek Xaver Brixi, tschechischer Komponist, Organist und Kapellmeister († 1772)
- 17. Januar Stanisław August Poniatowski, letzter polnischer König († 1798)
- 21. Januar: Friedrich Eugen, Herzog von Württemberg († 1797)
- 23. Januar: Friedrich Wilhelm Utsch, Erbförster des Mainzer Kurfürsten (der im Volkslied besungene „Jäger aus Kurpfalz“)
- 24. Januar: Pierre Augustin Caron de Beaumarchais, französischer Dramatiker († 1799)
- 18. Februar: Johann Christian Kittel, deutscher Komponist und Organist († 1809)
- 22. Februar: George Washington, US-amerikanischer Präsident († 1799)
- 12. März: Joseph Gärtner, deutscher Botaniker († 1791)
- 31. März: Joseph Haydn, österreichischer Komponist († 1809)
- 13. April: Lord North, Premierminister von Großbritannien († 1792)
- 17. April: Jean-Honoré Fragonard, französischer Maker († 1806)
- 19. Mai: Johann Christoph von Wöllner, preussischer Staatsmann († 1800)
- 21. Juni: Johann Christoph Friedrich Bach, deutscher Komponist († 1795)
- 4. Juli: Clemens August von Merle, Weihbischof in Köln († 1810)
- 8. August: Johann Christoph Adelung, deutscher Bibliothekar († 1806)
- 30. September: Jacques Necker, schweizerischer Bankier und Finanzminister († 1804)
- 6. Dezember: Warren Hastings, britischer Politiker († 1818)
- 15. Dezember: Carl Gotthard Langhans, preußischer Baumeister und Architekt († 1808)
- 23. Dezember: Richard Arkwright, britischer Industrieller und Erfinder († 1792)

Gestorben


- 18. Februar: Balthasar Permoser, Bildhauer (
- 1651)
- 3. März: Franz Atterbury, war englischer Bischof von Rochester (
- 1663)
- 25. März: Lucia Filippini, Gründerin der Schwesternkongregation Maestre Pie Filippini (
- 1672)
- 4. April: Johann Jacob Schoy, österreichischer Bildhauer (
- 1686)
- 6. April: Franz Ludwig von Pfalz-Neuburg, Erzbischof des Bistums Trier und des Bistums Mainz (
- 1664)
- 24. April: Johann Michael Ludwig Rohrer, Baumeister (
- 1683)
- 16. Juli: Woodes Rogers, Freibeuter, Gouverneur der Bahamas und Vorlage für 'Robinson Crusoe' (
- 1679)
- 24. September: Reigen (Kaiser), 112. Kaiser von Japan (
- 1654)
- 6. Oktober: Christian Vater, Mediziner (
- 1651)
- 31. Oktober: Karl Emanuel II., König von Sardinien (
- 1666)
- 31. Oktober: Vittorio Amadeo II., König von Sizilien (
- 1666)
- 4. Dezember: John Gay, englischer Schriftsteller (
- 1685) ko:1732년

Kategorie:1732



Friedrich Wilhelm I. (Preußen)

Friedrich Wilhelm I., König in Preußen aus dem Hause Hohenzollern (
- 14. August 1688 in Berlin; † 31. Mai 1740 in Potsdam), bekannt als Soldatenkönig, regierte als König Preußen von 1713 bis zu seinem Tode 1740. Friedrich Wilhelm war verheiratet mit Sophia Dorothea von Hannover, Tochter des Königs Georgs I. von England. Sein Vater Friedrich I. erwarb 1701 die Königswürde. Friedrich Wilhelm richtete sein Augenmerk auf den Aufbau Preußens als Militärmacht. Er erwarb sich hohes Ansehen bei der Schaffung militärischer Strukturen und wurde bekannt für sein Garderegiment, die sogenannten „Langen Kerls“, in dem ausschließlich Männer mit einer Körpergröße von über 6 Fuß (1,88 Meter) dienen durften. Die für diese Zeit außergewöhnlich groß gewachsenen Grenadiere ließ Friedrich Wilhelm für diesen Zweck aufwändig in ganz Europa rekrutieren. Durch ihn wurden auch in Preußen die noch heute von Juristen verwendeten Roben eingeführt. Nach dem Tode seines Vaters schuf Friedrich Wilhelm ein umfangreiches Finanzwesen und führte straffe Sparmaßnahmen am preußischen Hofe ein. Er gab sich sehr geizig und sparsam. Zum Ausbau von Berlin und der Förderung der Wirtschaft befahl er den Reichen, Häuser zu bauen. Er führte das berühmte Tabakskollegium ein, dem unter anderem Fürst Leopold von Anhalt-Dessau angehörte. Dieser war der militärische Lehrmeister Friedrichs II.

Kurzbiographie der Regierung Friedrich Wilhelms I.

Fürst Leopold von Anhalt-Dessau] Vom ersten Tag seines Regierungsantrittes am 25. Februar 1713 warf Friedrich Wilhelm I. den Feudalstaat seines Vaters über den Haufen. Friedrich Wilhelm I. machte aus Brandenburg-Preußen den Staat, den man hinfort unter Preußen verstand. Er machte aus Preußen:
- einen Militärstaat,
- einen Merkantilstaat,
- einen Standort für Industrie und moderne Wissenschaft.

Der Militärstaat Preußen

Im Feudalstaat führten die „Hofschranzen“ die Rangliste an. Er ersetzte sie durch Militärs. An die Stelle höfischer Sitten und Gebräuche trat militärischer Alltag. Das führte am Hof und insbesondere in der Königsfamilie zu den heftigsten Widerständen. Auch außerhalb Preußens regte sich Widerstand gegen eine solche Staatsverfassung. In fünf Jahren baute er das stehende Heer seines Vaters von 40.000 auf 80.000 Mann aus. Hinter Frankreich, den Niederlanden und Österreich wurde Preußen viertstärkste Militärmacht in Europa. Unter Friedrich Wilhelm I. und dem Fürsten Leopold von Anhalt-Dessau nahm die preußische Armee nicht nur zahlenmäßig zu, auch ihr Ausbildungsstand erhöhte sich ständig. Zum äußerlichen Kennzeichen des Militärstaates Preußen wurde Friedrich Wilhelms Leibregiment, die Potsdamer Riesengarde, die sogenannten „Langen Kerls“. Das Kantonsystem strukturierte das ganze Land nach militärischen Gesichtspunkten. Jedem Kanton wurde ein Regiment zugeordnet. Dadurch wurde jeder männliche Preuße in das preußische Militärsystem hinein geboren, aus dem er sich nicht mehr befreien konnte. Das war die Vorstufe einer allgemeinen Wehrpflicht und eines national und nicht mehr feudal agierenden Staates. Friedrich Wilhelm I. trat nach dem Tod seines Vaters wie dieser in die Koalition gegen den schwedischen König Karl XII. während des 3. Nordischen Krieges ein mit der Absicht, die schwedischen Gebiete in Pommern zu gewinnen. Die Preußen besetzten in der Folge Stettin. Als Karl XII. selbst den Befehl in Pommern übernahm, konnte die Preußische Armee ihn nur durch die Unterstützung der Russen, Sachsen und Dänen nach Stralsund zurückdrängen und dort belagern. Nach Kriegsende behielt Preußen Stettin, Usedom und weitere Gebiete Schwedisch-Pommerns. 1718 erreichte die Umgestaltung Preußens einen Höhepunkt. Unter dem Vorwand der Reichsexekution gegen Mecklenburg belagerte ein Reichsheer (Österreich und Hannover-England) von 50.000 Mann Preußen. Friedrich Wilhelm I. hielt still, ließ sich nicht herausfordern. Der „Soldatenkönig“ gab die unkriegerische Haltung lebenslang nicht auf und führt nie einen eigenen Krieg. Den oben erwähnten 3. Nordischen Krieg hatte er praktisch von seinem Vorgänger geerbt, und die dort gemachten Erfahrungen ließen ihn den Krieg nicht als Option der Politik erscheinen. Er war der „roi militaire et pacifiste“. (Mirabeau)

Der Merkantilstaat Preußen

Preußen war bisher ein wenig entwickelter Kleinstaat. Es hatte kaum ertragreiche Landwirtschaft ("des Reiches Streusandbüchse"). Handwerk und Manufakturwesen waren wenig entwickelt, aber in Ansätzen erkennbar. Der Markt war frei und ungeschützt. Die Wolle als nennenswertes Produkt verließ das Land zum Nachteil der heimischen Verarbeiter.Teuere Fertigprodukte kamen ins Land zum Nachteil der heimischen Produzenten. Geld floss wiederum aus dem Land. Friedrich Wilhelm I. führte zum 'Schutz' der heimischen Wirtschaft den Merkantilismus in Preußen ein. Die Grenzen wurden für den äußeren Handelsverkehr geschlossen. Die Ausfuhr der Wolle wurde bei Todesstrafe (eingeführt 1723) verboten. Seine Begründung: es würde „gewiß die höchste Unbilligkeit sein, länger zuzusehen, wie von der in Unseren Landen gefallenen Wolle vielen Auswärtigen Gelegenheit gegeben werde, ihr Brot reichlich zu verdienen, Unsere eigenen Untertanen und Wollarbeiter aber aus Mangel der Wolle und Arbeit müßig gehen und dem ganzen Lande mit Betteln zur Last fallen müssen, da doch die Wolle fast das einzige Mittel ist, so die gütige Natur Unserer Churmark selbst gegeben, die Müßiggänger und armen Leute in die Arbeit und Nahrung zu stellen, zugleich auch das Geld nicht nur im Lande zu behalten, sondern auch fremdes hereinzuziehen.“ Der Merkantilismus in Preußen diente dem Aufbau eines leistungsfähigeren Gewerbes. „Holle der Deuffel lieber meine zeitliche wohlfardt als daß so viell leutte Betler werden und ich reich.“ Er begriff das Königtum aus protestantischer Berufsauffassung. Der Beruf des Königs ist, seinen Untertanen ein fürsorglicher Landesvater zu sein. Bei Friedrich Wilhelm I. werden Strukturen sichtbar, die Preußen als von einer kalvinistisch-kapitalistischen Idee geleitet zeigen. Er verordnete allen, den Adel einbegriffen, Arbeitseifer, Sparsamkeit, Fleiß und Pflichttreue.

Preußen ein Standort für 'moderne' Wissenschaft

Flankierend zum Wirtschaftsaufbau installierte Friedrich Wilhelm I. an den Universitäten Halle und Frankfurt an der Oder die ersten Lehrstühle für Kameralwissenschaften. Es war der Anfang einer universitären Volks- und Betriebswirtschaftslehre. Fakultäten, die nicht praktisch dem Land dienten, wurden von ihm mehr und mehr bedrängt. Der Philosoph Wolff in Halle und der Staatsrechtler Moser, den er nach Frankfurt an der Oder berufen hatte, verließen Preußen. Die eingeführten Lehrstühle fanden auch bei den Studenten wenig Anklang. Preußen wurde zum Standort der Medizinentwicklung, die Armee war Träger der Medizin. Professor Friedrich Hoffmann und Professor Georg Ernst Stahl waren Leibärzte des Königs. Herman Boerhaave wollte er – vergeblich - für sich gewinnen. Alle drei waren die anerkannt führenden Ärzte ihrer Zeit. Eine große Anzahl bedeutender Ärzte formierten sich in Diensten Friedrich Wilhelms I. Die Charité in Berlin wurde zum Zentrum.

Der Konflikt mit dem Thronfolger

Friedrich Wilhelm I. hatte trotz seiner Sparsamkeit und seinem Hang zur straff durchorganisierten Ordnung ein hohes Maß an Kunstverständnis. Im Alter von 10 Jahren hatte er von seinem Vater Schloß Wusterhausen geschenkt bekommen, das er später zu seinem Jagdschloß und einem seiner favorisierten Aufenthaltsorte ausbaute. In dieser Folge wurde der Ort 1718 nach ihm in "Königs Wusterhausen" umbenannt und trägt diesen Namen bis heute. Friedrich Wilhelm I. war ein sehr talentierter Maler, dessen Werke teilweise im Museum seines Jagdschlosses besichtigt werden können. Umso erstaunlicher ist es, daß er mit dem ebenfalls künstlerisch hochbegabten Thronfolger Friedrich nie zurecht kam. Der Vater befürchtete, der Sohn ließe sein Lebenswerk wieder zum Feudalstaat alter Prägung verkommen. Er ließ seine Kinder und insbesondere Friedrich streng, karg und geradezu erbarmungslos erziehen. Friedrich sollte die Ideale des Vaters, Strenge, Unbestechlichkeit, Stärke und Sparsamkeit von Anfang an befolgen. Der feinsinnige Sohn suchte aber immer wieder Zuflucht in Musik und Literatur, was zahlreiche Konflikte zwischen Vater und Sohn heraufbeschwor. Insbesondere akzeptierte der malende Vater die Musik nicht als Kunst, so daß diese Kooperationsbasis zwischen den beiden unmöglich war. Die Auseinandersetzungen gipfelten in dem gescheiterten Fluchtversuch Friedrichs 1730, in dessen Folge er in der Festung Küstrin eingesperrt wurde und der Enthauptung seines Freundes und Fluchthelfers Hans Hermann von Katte zusehen mußte. Der König hatte das Urteil gegen Katte eigenhändig in die Todesstrafe umgewandelt, um ein Exempel zu statuieren. Seine Berater konnten ihn nur mit Mühe davon abbringen, dem Thronfolger Gleiches widerfahren zu lassen. Das Verhältnis zwischen Vater und Sohn sollte sich bis zum Tode Friedrich Wilhelms I. nie völlig bereinigen, aber sie fanden einen Modus Vivendi der gemeinschaftlichen Koexistenz: Der König erlaubte seinem Sohn, sich samt dessen Gemahlin auf Schloß Rheinsberg zurückzuziehen und dort eigene Studien zu betreiben. So hatte Friedrich sich am Ende doch noch aus der Umklammerung seines Vaters befreit. Die Ironie der Geschichte ist, daß Friedrich später als König viele der Prinzipien seines Vaters konsequent fortführen würde mit Ausnahme von dessen geradezu pazifistischer Einstellung.

Gründung des Gestütes Trakehnen

1732 gründete Friedrich Wilhelm I. das Gestüt Trakehnen in Ostpreußen. Es erlangte schon sehr bald über Preußen hinaus einen großen Ruf in der Zucht von Militär- und Kutschpferden. Bei seiner letzten Inspektionsreise nach Ostpreußen schenkte es der König dem Kronprinzen. Friedrich schrieb am 19. August 1739 von Trakehnen aus seiner Frau Elisabeth Christine: „Der König war sehr freigiebig und schenkte mir das Gestüt, das sehr prächtigen Gewinn abwirft. Das ist ein sehr schönes Geschenk und erweist mir die größte Gunst der Welt.“

Die Salzburger Exulanten

Die Aufnahme verfolgter Protestanten hatte in Brandenburg Tradition. Der Große Kurfürst, Großvater Friedrich Wilhelms I., hatte 1685 die verfolgten Hugenotten aus Frankreich aufgenommen (Potsdamer Edikt) und in Brandenburg angesiedelt. Um 1731 flammte die Verfolgung der Evangelischen in Europa durch Erzbischof Leopold Anton von Firmian im Salzburger Land wieder auf. Am Sonntag dem 11. November 1731 ließ Firmian das Emigrationspatent vom 31. Oktober 1731 (Reformationstag!) von den Kanzeln verlesen. Mitten im Winter 1731 mussten die Evangelischen das Land verlassen. Daraufhin erließ Friedrich Wilhelm I. am 2. Februar 1732 ein Edikt, in dem er den Emigranten versprach, sie „aus christ=königlichem Erbarmen und herzlichem Mitleid“ in Preußen aufzunehmen. Zuerst wollte er nur 10.000 Flüchtlinge aufnehmen. Dann schließlich ließ er sie zahlenmäßig unbeschränkt ins Land. Unter großer Aufmerksamkeit und Anteilnahme der deutschen Öffentlichkeit bewegte sich ein endloser Zug Vertriebener quer durch Deutschland über Berlin nach Ostpreußen. Hier hatte die Pest 1708/09 das Land entvölkert. Friedrich Wilhelm I. siedelt die Salzburger Exulanten im Rahmen seines großen Peuplierungsvorhabens an. „Menschen achte ich vor den größten Reichtum“, war sein Sinnen.

Krankheit und Leiden Friedrich Wilhelms I.

Friedrich Wilhelm I. litt an der Erbkrankheit, der Stoffwechselstörung Porphyrie, die zu der Zeit noch nicht beschrieben war. Nach dem Entscheidungsjahr 1718 zerstörte sie ihn mehr und mehr an Körper und Geist. Am Hof befürchtete man, er werde geisteskrank werden, und er war es tatsächlich zeitweise. Auf dem Sterbebett bekannte er „ich bin ein böser Mensch. Ich bin sehr jähzornig. Im Augenblick fängt das Feuer in mir an zu brennen. Ehe ich’s mir versehe. Aber es ist mir auch bald leid.“ Die Krankheit prägte das Bild, das er hinterlassen hat. In der Geschichte lebt er weiter als der „asiatische Despot“ (Mehring), der „Vandale“ (Voltaire), der Geisteskranke (Macaulay), der Plusmacher, der Soldatenkönig, der „alte Menschenquäler“ (er über sich). Sein Preußen entwickelte sich weiter auf den Bahnen, die er vorgezeichnet hat. Er war der Vater Preußens. (Jennewein, 2005) Sein Sohn, Friedrich II., bekannt als Friedrich der Große, folgte ihm als König von Preußen nach.

Kinder aus der Ehe mit Sophie Dorothea


- Friedrich Ludwig (
- 1707; † 1708) starb mit 6 Monaten
- Wilhelmine von Bayreuth (
- 1709; † 1758) - verheiratet mit Markgraf Friedrich (Brandenburg-Bayreuth);
- Friedrich Wilhelm (
- 1710; † 1711) starb mit 11 Monaten
- Friedrich II. von Preußen (
- 1712; † 1786);
- Charlotte Albertine (
- 1713; † 1714);
- Friederike Luise (
- 1714; † 1784) - verheiratet mit Markgraf Carl Wilhelm Friedrich (Brandenburg-Ansbach)
- Philippine Charlotte (
- 1716; † 1801) - 1733 verheiratet mit Herzog Karl I. (Braunschweig);
- Sophie Dorothee Marie (
- 1719; † 1765) - verheiratet mit Friedrich Wilhelm von Schwedt
- Luise Ulrike von Schweden (
- 1720; † 1782) - verheiratet mit Adolf Friedrich, König von Schweden;
- August Wilhelm Prinz von Preußen (
- 1722; † 1758);
- Anna Amalie, Prinzessin von Preußen (
- 1723; † 1787);
- Heinrich Prinz von Preußen (
- 1726; † 1802);
- Ferdinand von Preußen (
- 1730; † 1813);

Literatur


- Claus A. Pierach und Erich Jennewein: Friedrich Wilhelm I. und die Porphyrie. In Sudhoffs Archiv, Bd. 83, Heft 1 (1999), S.50-66. Franz Steiner Verlag Stuttgart
- Carl Hinrichs: Friedrich Wilhelm I. König in Preußen, eine Biographie. Hamburg 1941. Ergänzter reprographischer Nachdruck bei Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1968.
- Jochen Klepper: Der Vater. Roman eines Königs, dtv 2005 (erschienen 1937 u.d.T. Der Vater. Roman des Soldatenkönigs)
- Christian Graf von Krockow: Porträts berühmter deutscher Männer - Von Martin Luther bis zur Gegenwart, München 2001 (List-Verlag), S. 57-100 (ISBN 3-548-60447-1)
- Wilhelmine von Bayreuth, eine preußische Königstochter, Insel Verlag 1981, ISBN 3458329803 Französische Originalversion:
- Mémoires de Frédérique Sophie Wilhelmine, Margrave de Bayreuthe, soeur de Frédéric le Grand, depuis L'année 1709 jusqu'a 1742, écrit de sa main .... Mercure de France, 1967. (Die Memoiren der Königstochter Wilhelmine und späteren Markgräfin von Bayreuth zeichnen ein eindrucksvolles Bild von der Situation am Berliner Hof und in der Königsfamilie nach der Umwälzung der Verfassung Preußens durch Friedrich Wilhelm I. Sie geben zugleich einen Einblick in die tragische, psychische und körperliche Situation eines massiv an Porphyrie erkrankten Menschen an exponierter politischer Stelle.) Kategorie:König (Preußen) Kategorie:Hohenzollern Kategorie:Mann Kategorie:Geboren 1688 Kategorie:Gestorben 1740 ja:フリードリヒ・ヴィルヘルム1世 (プロイセン王)

Georg Friedrich Händel

Georg Friedrich Händel (
- 23. Februar 1685 in Halle (Saale); † 14. April 1759 in London) war erster Komponist von Weltrang und bedeutendster Opernkomponist des Barock. Zu seinem Hauptwerk zählen rund 40 Opern und 25 Oratorien, darunter der Messias (engl. Messiah). Händel hat in allen musikalischen Gattungen seiner Zeit Kompositionen hinterlassen. Messias

Leben

Herkunft und Jugend

Messias Händels Vater Georg (1622-1697) war Barbier und Wundarzt und hielt eine Stelle als Hofchirurg beim Herzog von Sachsen-Weißenfels, so dass die Familie Kontakt mit dem ca. 30 km entfernt residierenden Hof hatte. Als Georg Händels erste Frau 1682 starb, heiratete er kurze Zeit später die 32jährige Dorothea Taust (1651-1730), Tochter eines Pfarrers. Das erste Kind aus dieser zweiten Ehe starb 1684 bei der Geburt, nach Georg Friedrich folgten noch zwei Schwestern Dorothea Sophia (1697-1718) und Johanna Christina (1690-1709), mit denen und mit deren Kindern Händel zeitlebens Kontakt hielt. 1709 Die einzige Quelle für Händels Jugend ist John Mainwarings 1760 veröffentlichte Biographie, die auf Mitteilungen von Händels langjährigem Assistenten John Christopher Smith jun. basiert. Danach nahm sein Vater den jungen Händel, noch bevor dieser acht Jahre alt war, mit zu Besuch zu einem Sohn aus erster Ehe, der Kammerdiener in Weißenfels war. Nachdem er lange genug gebettelt hatte, durfte der Junge mit auf die Reise. So machte er Bekanntschaft mit den Hofmusikern und spielte auf der Orgel, als es der Herzog mitbekommen musste. Dieser erkannte sofort sein Talent und sprach ernsthaft mit dem Vater, der seinen Argumenten nachgab, obwohl er sich selbst nicht für Musik interessierte. Nach der Rückkehr nach Halle wurde Händel ein Schüler von Friedrich Wilhelm Zachow (oder Zachau), dem Organisten der Liebfrauenkirche. Von ihm bekam er Unterricht in Komposition, auf Tasteninstrumenten sowie Oboe und Violine. Sein Lehrer ließ ihn auch eine enorme Menge an Vokalmusik schreiben, und er musste jede Woche eine Motette komponieren. Gemäß Mainwaring wurde Händel mit zwölf an den Hof in Berlin geschickt, wo er großen Eindruck hinterlassen habe. Der brandenburgische Kurfürst (später König Friedrich I. von Preußen) habe angeboten, den Jungen nach Italien zu schicken und anschließend am Hof in Berlin anzustellen. Verschiedene Fakten in dieser Geschichte sind jedoch nachweislich falsch, so dass dieser Besuch in Berlin möglicherweise einige Jahre später stattgefunden hat, nachdem Händels Vater 1697 gestorben war. Händel führte jedenfalls seine Schul- und musikalische Ausbildung bis zum Ende fort und besuchte ab 1702 die neugegründete Universität in Halle, um Rechtswissenschaft zu studieren. Im gleichen Jahr übernahm er jedoch den Organistenposten am Dom.

Hamburg

Nach seiner Probezeit von einem Jahr begab er sich nach Hamburg. Dort blühte unter ihrem Gründer Reinhard Keiser die einzige deutsche Oper, die diesen Namen verdiente. Händel musizierte erst als zweiter Violinist, später als Cembalist im Opernensemble und befreundete sich mit dem Komponisten, Dirigenten und Sänger Johann Mattheson, der später einflussreiche musiktheoretische Schriften wie Das Neu-Eröffnete Orchestre und Grundlage einer Ehrenpforte schrieb. Als in Lübeck der Posten des berühmten Organisten Dietrich Buxtehude vakant wurde, weil dieser in hohem Alter schließlich in den Ruhestand ging, reisten sie zusammen dorthin. Aber weder Händel noch Mattheson bewarben sich um die Stelle, weil der erfolgreiche Kandidat die ältliche Tochter des Organisten hätte heiraten müssen. Ein anderes Abenteuer hätte noch ernstere Konsequenzen haben können. Bei einer Aufführung von Matthesons Oper Cleopatra in Hamburg weigerte sich Händel, dem Komponisten den Dirigentenstuhl zu überlassen, als dieser nach dem Singen des Antonius von der Bühne zu seinem üblichen Platz am Cembalo zurückkam. Der Streit führte zu einem Duell außerhalb des Theaters. Aber die beiden blieben Freunde, und Matthesons Schriften sind voll wertvoller Informationen über Händels Biographie. Für den Karfreitag 1704 schrieb Händel eine Passionsvertonung nach Johannes nach einem Text des Opernlibrettisten Christian Postel, die von Mattheson scharf kritisiert wurde und heutzutage weitgehend unbeachtet bleibt. Am 8. Januar 1705 wurde Händels erste Oper Almira mit großem Erfolg in Hamburg aufgeführt, wenige Wochen später eine weitere mit dem Titel Nero, die ein Flop wurde. Während Nero verloren ist, bietet Almira mit ihrer Mischung aus italienischer und deutscher Sprache und Form ein gutes Beispiel für den in Hamburg üblichen Stil und für Händels eklektizistische Methoden. Viele der Themen aus der Oper erscheinen in seinen späteren und besser bekannten Werken. In Hamburg komponierte Händel noch eine weitere Oper, die aber so umfangreich wurde, dass sie in zwei Werke, Daphne und Florindo, aufgeteilt werden musste, die erst nach Händels Abreise im Januar 1708 auf die Bühne kamen. Die Musik beider Werke ist verschollen. Nachdem Händel schon mehrmals Angebote von adligen Mäzenen für eine Italienreise abgelehnt hatte, darunter wahrscheinlich von Gian Gastone de Medici, reiste er im Sommer oder Herbst 1706 auf eigene Rechnung nach Italien.

Italien

Händel blieb drei Jahre in Italien, die sich auf Florenz, Rom, Neapel und Venedig aufteilen. Die genauen Daten für seine Aufenthalte in den verschiedenen Städten sind nicht bekannt. Viele Anekdoten sind aus dieser Zeit überliefert, von Treffen mit Arcangelo Corelli und Antonio Lotti sowie Alessandro und Domenico Scarlatti. Händel wurde als Il Sassone (der Sachse) berühmt. Als Domenico ihn einmal incognito spielen hörte, soll er ausgerufen haben: "Das ist entweder der berühmte Sachse oder der Teufel!" Dann gibt es eine Geschichte von Corelli, der sich über eine Passage in Händels Ouvertüre zu Il Trionfo beklagte, in der die Violinen bis zum hohen A gehen. Händel soll ihm das Instrument ungeduldig aus der Hand gerissen und gezeigt haben, wie die Passage zu spielen sei. Corelli, der nie in seinem Leben in der dritten Lage gespielt hatte (die Passage war in der siebten), habe geantwortet: "Diese Musik, mein lieber Sachse, ist im französischen Geschmacke, und darauf versteh ich mich nicht". In Italien führte Händel zwei Opern auf, Rodrigo (Sommer 1707) in Florenz und Agrippina (Ende 1709/Anfang 1710) in Venedig. Letztere gilt allgemein als der eigentliche Durchbruch in seinem Opernstil. Die Ouvertüre verwendete er 44 Jahre später als Quelle für sein letztes neues Oratorium Jephtha. Für Rom, wo Opernaufführungen durch den Papst verboten waren, schuf er zwei Oratorien, das geistliche La Resurrezione (Frühjahr 1708) und das allegorische Il Trionfo del Tempo e del Disinganno (Frühjahr 1707). Dieses arbeitete er 46 Jahre später mit einigen Ergänzungen zu seinem letzten Werk The Triumph of Time and Truth um. Neben diesen größeren Werken gibt es die Serenata Aci, Galatea e Polifemo (Neapel 1708) und zahlreiche Chor- und Solokantaten, von denen die früheste das berühmte Dixit Dominus ist. In ihrem gesanglichen Schwierigkeitsgrad zeigen sie, wie grundlegend die italienischen Erfahrungen Händels Stil beeinflussten. In Italien begründete Händel seinen Ruhm. 1709 wurde ihm in Venedig der Posten des Kapellmeisters des Kurfürsten Georg Ludwig von Hannover angeboten. Er nahm die Stelle an, ließ sich aber zusichern, für längere Zeiträume vom Hof abwesend sein zu dürfen. Diese Option nutzte er schon bald aus: offiziell begann sein Vertrag 16. Juni 1710, aber schon gegen Ende des Jahres reiste er nach London. Er kam als Komponist italienischer Oper und erntete seinen ersten Erfolg mit der Uraufführung des Rinaldo am Haymarket am 24. Februar 1711. Zur Bestürzung des Librettisten hatte er die Oper innerhalb von nur vierzehn Tagen komponiert. Nach dem Ende der Opernsaison kehrte er Anfang Juni 1712 nach Hannover zurück und schrieb eine Reihe von Vokalduetten für Prinzessin Caroline, die Schwiegertochter des Kurfürsten und spätere englische Königin.

Erste Jahre in London

Prinzessin Caroline Im Oktober 1712 kehrte Händel nach London zurück, wo er – abgesehen von Reisen – den Rest seines Lebens verbrachte. Er wohnte zunächst ein Jahr bei einem reichen Musikliebhaber in Barn Elms, Surrey. Drei weitere Jahre lebte er beim Earl of Burlington in der Nähe von London. Die Hauptwerke dieser Periode sind zwei italienische Opern und das Utrechter Te Deum im Auftrag von Queen Anne, nach dessen Aufführung sie ihm eine lebenslange Pension von £ 200 gewährte. Obwohl Händel seine Abwesenheit vom Hof in Hannover weit überdehnte, ist kein Versuch des Kurfürsten Georg dokumentiert, ihn an seine Verpflichtung zu erinnern. Im September 1714 kam der Kurfürst als König George I. von England nach London. Für ihn schrieb Händel die Wassermusik, die bei einem Fest auf der Themse wahrscheinlich erstmals 1717 aufgeführt wurde. Der König verdoppelte Händels Gehalt, und später wurde Händel Musiklehrer der Prinzessinnen und bekam weitere £ 200 von Prinzessin Caroline. 1716 folgte er dem König nach Deutschland, wo er eine zweite deutschsprachige Passion nach der beliebten Dichtung von Barthold Heinrich Brockes schrieb. Dies war Händels letztes Werk auf einen deutschen Text. Nach seiner Rückkehr nach England trat er in die Dienste des Earl of Carnavon (später Duke of Chandos) und leitete dessen Konzerte. Händels Musik, die er für die Herzogsresidenz Cannons in Edgware schrieb, umfasst die ersten Fassungen von Esther und Acis and Galatea sowie die zwölf Chandos Anthems. Für das Cembalo schrieb er die 1720 veröffentlichten Suites de Pièces pour le Clavecin, die u.a. den bekannten Variationenzyklus enthalten, der später den Namen The Harmonious Blacksmith erhielt.

Blüte der Oper

Händels Aufenthalt in Cannons endete etwa im Frühjahr 1719, als die Vorbereitungen für ein neues Opernunternehmen am King's Theatre begannen, die Royal Academy of Music mit Händel als musikalischem Direktor. Da zu dieser Zeit die Spekulation um die South Sea Company blühte, wurde das Unternehmen als Aktiengesellschaft mit einem Grundkapital von £ 10.000 gegründet. Für die Anwerbung einer Sängertruppe reiste Händel auf den Kontinent und konnte in Dresden mehrere Sänger abwerben (darunter den Starkastraten Senesino), von denen die meisten aber erst zur Saison 1720/21 zur Verfügung standen. Händels erste und sehr erfolgreiche Oper für die Opernakademie, Radamisto wurde erstmals am 27. April 1720 aufgeführt. Neben Händel beschäftigte die Akademie zeitweise auch Giovanni Bononcini (ab November 1720) und Attilio Ariosti (ab Februar 1723). Das Publikum spaltete sich in Parteien, die hinter Händel bzw. Bononcini standen, genauso wie es Parteien hinter den rivalisierenden Sängern gab. Insbesondere in der Anfangszeit waren Bononcinis Aufführungen erfolgreicher als Händels. Händels Dominanz wurde erst etwa ab der dritten Saison spürbar, und in den folgenden Jahren schrieb er einige seiner bedeutendsten und heute populärsten Opern, wie Giulio Cesare, Tamerlano und Rodelinda. Nach heutigen Kenntnissen war die Opernakademie von Anfang an unterfinanziert und nur in den besten Zeiten wirtschaftlich tragfähig. Das Management versuchte dadurch zum Erfolg zu kommen, dass es noch mehr Starsänger einstellte. Ab Januar 1723 wurde Francesca Cuzzoni, ab Mai 1726 Faustina Bordoni engagiert. Durch die hohen Gehälter (Cuzzoni bekam £2500 pro Saison) wurde das Unternehmen allerdings noch mehr belastet. Dazu kam, dass der Publikumsgeschmack zunehmend den leichteren englischsprachigen Musikdarbietungen zuneigte, wofür der rauschende Erfolg der Beggar's Opera von 1728 symptomatisch ist. Nach der Saison 1727/28 wurde die Opernakademie aufgelöst. Persönlich nahm Händel an dem Scheitern der Akademie jedoch keinen Schaden.

Niedergang der Oper

1728 Am 13. Februar 1726 war Händel englischer Staatsbürger geworden. Nach der Auflösung der Opernakademie startete er zusammen mit dem ehemaligen Direktor J. J. Heidegger ein neues Unternehmen, das in der Literatur auch als zweite Opernakademie bezeichnet wird. Sie übernahmen den Fundus der Akademie, mieteten das King's Theatre für fünf Jahre, und Händel reiste im Herbst 1728 nach Italien, um neue Sänger anzuwerben. Das neue Ensemble war durchweg bescheidener angelegt, mit Antonio Bernacchi als neuem Star. Auf der Rückreise besuchte Händel im Sommer 1729 seine Mutter in Halle und machte in Hannover und Hamburg halt. Das neue Opernunternehmen eröffnete am 2. Dezember mit Lotario, hatte aber nur moderaten Erfolg, so dass für die nächste Saison wieder Senesino als Zugnummer engagiert wurde. Eher zufällig wurde Händels Interesse auf das Oratorium gelenkt. 1732 wurden seine beiden englischsprachigen Masques Esther und Acis and Galatea aus der Cannons-Zeit unautorisiert gespielt. Händel antwortete jeweils schnell darauf, indem er eigene neue Fassungen erstellte und mit Erfolg aufführte. Die nächste Saison 1732/33 bestritt er weitgehend mit Oratoriumsaufführungen, darunter das weitgehend aus alten Material bestehende Deborah. Im Sommer reiste er mit seinem Ensemble für mehrere Aufführungen nach Oxford. Laut einem Pressebericht sollte ihm dort die Ehrendoktorwürde verliehen werden, die er aber aus unbekannten Gründen ablehnte. In Oxford wurde Athalia uraufgeführt, in dem erstmals seine typischen Doppelchöre auftauchen und das als erstes Reifewerk seines Oratorienschaffens gilt. Der Erfolg veranlasste Händel jedoch keineswegs, die niedergehende italienische Oper aufzugeben. Im Dezember 1733 wurde eine rivalisierende Operngesellschaft, die Opera of the Nobility, in Lincoln's Inn Fields eröffnet, mit Nicola Porpora als Komponisten. Zuvor hatte sie fast sein gesamtes Sängerensemble einschließlich Senesino abgeworben. Da es in London keinen Markt für zwei konkurrierende Opern gab, kam es zu einem ruinösen Wettbewerb. Die Situation verschärfte sich noch dadurch, dass in der nächsten Saison der Mietvertrag auslief und Heidegger das King's Theatre an die Adelsoper vermietete. Dazu gelang es der Adelsoper noch, den berühmten Farinelli unter Vertrag zu nehmen. Händel zog nun in das neu erbaute Covent Garden Theatre um und führte das Unternehmen auf eigene Faust. Trotz dem Dahinsiechen des Unternehmens komponierte er in dieser Zeit Werke wie Ariodante und Alcina, die zusammen mit Orlando zu den bedeutendsten nach dem Zusammenbruch der ersten Akademie zählen. 1737 kam es zu einem Bankrott, und Händel erlitt einen Schlaganfall mit Lähmungserscheinungen, der als Folge von Überarbeitung angesehen wird. Auch die Adelsoper musste jedoch aufgelöst werden, so dass man Händels Scheitern nicht seinem Abstieg innerhalb der Musikwelt zuschreiben kann. Bei einem Kuraufenthalt in Aachen erholte er sich schnell wieder und komponierte mit der alten Produktivität.

Zeit der Oratorien

Aachen Wenngleich Händel bis zu seiner letzten Oper Deidamia 1741 noch zahlreiche Versuche unternahm, die Oper fortzuführen, trat doch allmählich das Oratorium in den Vordergrund, mit Saul und Israel in Egypt von 1739 und Wiederaufnahmen seiner früheren Werke, darunter auch Alexander's Feast von 1736. Als Zwischenaktmusik spielte er Concerti grossi, darunter die zwölf Konzerte op. 6, die er innerhalb weniger Wochen schrieb. Der Messiah wurde erstmals am 13. April 1742 in Dublin aufgeführt. Nach diesem Zeitpunkt komponierte Händel keine Opern mehr, stattdessen gab es von 1743 bis 1752 eine durchgängige Reihe von ein oder zwei neuen Oratorien pro Saison, die meisten davon auf Themen aus dem Alten Testament, daneben die weltlichen Hercules und Semele, die gelegentlich zu den bedeutendsten englischen Opern gezählt werden, obwohl Händel selbst sie nicht szenisch aufführte. Eine zeitlang musste Händel immer noch mit einer Feindschaft in bestimmten Adelskreisen kämpfen. Anders als zu Zeiten der Adelsoper hatte er zwar als Oratorienschreiber keine Konkurrenz, aber seine Gegner konnten an den Abenden seiner Aufführungen Bälle und Bankette geben, um ihm zu schaden. Breitere Bevölkerungsschichten erreichte er mit seinen "Siegesoratorien" nach dem Jakobitenaufstand von 1745, von denen Judas Maccabaeus das zu seinen Lebzeiten populärste Oratorium wurde. 1751 begannen Probleme mit seinem Augenlicht. Das Autograph von Jephtha, seinem eigentlich letzten neuen Werk, zeigt ergreifende Spuren seines Leidens in seiner Handschrift. Seine Blindheit unterbrach ihn, während er den Chor How dark, oh Lord, are thy decrees schrieb. Das Autograph gibt so auch Einblick in Händels Kompositionsmethode. So fügte er offenbar die Begleitungen, Rezitative und die unwichtigeren Teile des Werks lange nach dem Rest ein. Er unterzog sich erfolglosen Operationen, eine davon durch den gleichen Chirurgen, der Bachs Augen operiert hatte. Es gibt Hinweise, dass er während seiner letzten Jahre zeitweise sehen konnte, aber nach Mai 1752 gewann er sein Augenlicht praktisch nicht mehr zurück. Er beaufsichtigte weiterhin Aufführungen seiner Werke und spielte zwischen den Akten seine Orgelkonzerte, die er teilweise improvisierte. Weiterhin schrieb er neue Arien oder überarbeitete ältere. Das Oratorium The Triumph of Time and Truth benutzt zu einem wesentlichen Teil Material aus dem früheren italienischen Il Trionfo del tempo. Händel besuchte noch eine Woche vor seinem Tod eine Aufführung des Messiah. Er wurde in Westminster Abbey beigesetzt.

Musik

Opern

Händels 42 Opern folgen dem Typus des Dramma per musica, der aus einer Folge von Secco-Rezitativen und Da-capo-Arien besteht. Im Laufe der Zeit entwickelte er die Oper weiter, ohne mit der etablierten Form zu brechen. So setzt er Accompagno-Rezitative (etwa im Orlando) ein, um besonders intensive Gefühlzustände einer Figur darzustellen. Gelegentlich bricht er Arien nach dem B-Teil ab und fügt Rezitative ein, bevor das Dacapo einsetzt. Neben Soloarien gibt es Duette, seltener Terzette, und ein einziges Quartett. Chöre schrieb Händel anfangs nur für die Finals, wo sie von den Protagonisten gesungen werden, erst ab 1735 scheint er über einen eigenständigen Chor verfügt zu haben. Im gleichen Jahr schrieb er für die in Covent Garden gespielten Opern Alcina und Ariodante Ballettnummern, weil ihm dort eine Ballettgruppe zur Verfügung stand. Die Ouvertüren folgen dem von Lully geprägten französischen Typus. Die Libretti sind oftmals aus venezianischen Vorlagen abgeleitet, entgegen der allgemeinen Popularität von Metastasio-Texten benutzte Händel nur dreimal Libretti dieses Dichters.

Kirchenmusik

Händels Kirchenmusik teilt sich auf in einige Psalmvertonungen in lateinischer Sprache, die er in Italien schrieb, und die englischsprachigen Stücke. Zu den lateinischen Werken zählen die Vesperpsalmen Dixit Dominus, Laudate pueri und Nisi Dominus. Die in der frühen Londoner Zeit entstandenen Chandos Anthems sind entsprechend dem kleinen zur Verfügung stehenden Ensemble von eher intimem Charakter. Die anderen kirchenmusikalischen Werke der Londoner Zeit entstanden meist für die Chapel Royal für besondere, teils staatspolitische Anlässe. Das Utrechter Te Deum und Jubilate zur Feier des Friedens von Utrecht ist vom Einfluss Purcells geprägt. Von den vier Coronation Anthems (1727) wird Zadok the Priest seither bei jeder britischen Krönungszeremonie gespielt, zuletzt 1952. Für das Begräbnis der ihm nahestehenden Königin Caroline schrieb Händel The ways of Zion do mourn (1737), das viele für seine anrührendste Trauermusik halten. Die Musik verwendete er vollständig für das Oratorium Israel in Egypt.

Orchestermusik

Entsprechend den Gepflogenheiten der Zeit ist der Großteil von Händels Orchesterwerken für Opern- und Oratorienaufführungen entstanden, d.h. als Ouvertüren und Zwischenaktmusiken. Zu den separat herausgegebenen Konzerten gehörten die 6 sog. Oboenkonzerte op. 3, die 1734 veröffentlicht, aber wesentlich früher zu verschiedenen Gelegenheiten geschrieben wurden, sowie die 12 Concerti grossi op.6 von 1739. Diese entsprechen der von Corelli benutzten Form. Die Satzabfolge ist die der Kirchensonate, aber Händel geht vor allem in der Wechselwirkung zwischen Concertino und Tutti eigene Wege. Händels Orgelkonzerte sind seine eigene Erfindung und stehen zusammen mit Bachs Cembalokonzerten am Anfang der Entwicklung des Konzerts für Tasteninstrument. Händel spielte den Solopart auf dem Orgelpositiv des Theaters, in der veröffentlichten Fassung wurde auch das Cembalo als mögliches Soloinstrument angegeben. Gegenüber den 6 Konzerten op. 4 (veröffentlicht 1738) zeichnen sich die beiden aus der "Second Series" (veröffentlicht 1740, das erste mit dem Beinamen "The Cuckoo and the Nightingale") und die 6 posthum veröffentlichten Konzerte op.7 dadurch aus, dass viele Stellen und ganze Sätze als "ad libitum" gekennzeichnet wurden, die Händel also während der Aufführungen improvisierte. Wahrscheinlich wurden in op. 7 verschiedene Konzerte und Sätze aus seinem letztem Jahrzehnt vom Verleger zusammengestellt. In den Jahren 1747-1748 schrieb Händel drei Concerti a due cori, in denen das Orchester in zwei Bläserchöre (Oboen, Fagott, Hörner) und das Streichensemble aufgeteilt ist. Das musikalische Material für diese Konzerte stammt im wesentlichen aus Chorsätzen, z.B. aus dem Messiah. Als Freiluftmusik konzipiert sind die Wassermusik für Bootsfahrten auf der Themse, die nach heutiger Kenntnis in mehreren Schüben in den 1710er und 1720er Jahren entstanden ist, und die Feuerwerksmusik von 1748. Beide sind breit angelegte Suiten, in denen sich lebhafte Tanzsätze, Airs und konzertante Sätze abwechseln.

Kammermusik

Sechs Triosonaten op. 2 wurden 1733 publiziert, datieren in der Komposition aber über einen weiten Zeitraum, der möglicherweise bis 1703 zurückreicht. Sie entsprechen durchgängig der viersätzigen Kirchensonatenform. Weitere 7 Triosonaten op. 5 wurden 1739 veröffentlicht. Sie haben fünf bis sechs Sätze, darunter Tanzsätze wie Sarabande und Gavotte, so dass sie der Suitenform nahekommen. Von der gleichen Form sind 10 Solosonaten op. 1, die zwischen 1712 und 1726 komponiert und 1732 veröffentlicht wurden. Händels Werke für Cembalo entstanden größtenteils im Rahmen seiner Lehrtätigkeit oder als Gelegenheitswerke. Als die wichtigsten gelten die acht 1720 veröffentlichten Suites de Pièces pour le Clavecin (HWV 426-433), daneben ein zweite Sammlung von Suiten (HWV 434-438, 1730) und 6 Fugen (HWv 605-610, 1735). Allen gemeinsam ist, dass sie lange Zeit vorher komponiert wurden, teilweise vielleicht schon in Hamburg. Zur Kammermusik zählten zu Händels Zeit sowohl Vokal- als auch Instrumentalstücke. Zahlreich sind seine weltliche Kantaten: über 60 Continuo-Kantaten (d.h. für Solostimme und Basso continuo), die aus einer Abfolge von Arien und Rezitativen bestehen, bei denen er sich an Alessandro Scarlatti orientierte. Dazu kommen mehr als 10 Kantaten "con strumenti", also mit selbständigen Instrumentalstimmen. Die meisten der weltlichen Kantaten werden der Zeit in Rom zugeschrieben, als Händel an der Accademia degli Arcadi mit Scarlatti, Corelli und Pasquini zusammentraf. Auf 1724 datieren Neun deutsche Arien für Solostimme, Melodieinstrument und Basso continuo. Von seinen 21 Duetten mit Basso continuo schrieb Händel anscheinend zwei 1722, die übrigen zu etwa einem Drittel in Italien, Hannover und in den 1740er Jahren in London. In ihrer Struktur sind sie völlig anders als die Solokantaten, es gibt keine Rezitative und Da-capo-Arien, das kontrapunktische Gewebe der Stimmen steht im Vordergrund. Ein Vorbild dafür ist Agostino Steffani.

Arbeitsstil

Agostino Steffani Händel berichtet zwar in seinen überlieferten Briefen wenig von seiner Kompositionsarbeit, aber seine Arbeitsweise lässt sich in etwa an seinen späteren Autographen nachvollziehen. Er begann die Niederschrift einer Partitur mit einer Datierung, arbeitete dann die Grundgedanken wie Melodien und Begleitungen aus und schloss wiederum mit einer Datierung ab. Dann erst schrieb er Rezitative, Mittelstimmen und andere weniger wichtige Partien nieder. Den Abschluss bildete stets die Formel SDG ("Soli Deo Gloria", Allein Gott die Ehre). Es sind nur wenige Skizzen überliefert, in denen zumeist kürzere Melodien und Themen festgehalten sind; offenbar dienten sie nicht der Ausarbeitung von Kompositionen. Insgesamt war sein Arbeitstempo recht hoch. Für den Messias benötigte er rund drei Wochen. Das ist etwa die Zeit, die ein sehr geschickter Kopist brauchte, um die Partitur abzuschreiben. Wie zu seiner Zeit üblich, übernahm Händel Arien aus älteren Werken in neuere, teilweise mit dem gleichen Text – soweit er passte – oder mit Anpassungen an den neuen Zusammenhang. Insbesondere passierte dies, wenn das ältere Werk als ganzes nicht mehr gebraucht wurde. So hatte er etwa in England keine Verwendung mehr für die deutschsprachige Brockes-Passion, und die Trauerode hatte nach dem Anlass, für den sie komponiert wurde, keine Hoffnung auf eine erneute Aufführung. Für Händel charakteristisch ist, dass er nicht davor zurückscheute, neben eigener Musik auch Kompositionen anderer Musiker zu verwenden, darunter Gottlieb Muffats Componimenti Musicali für die Cäcilienode, Habermanns Messen für Jephtha und Werke von Telemann, Mattheson und Keiser. Das Finden von Händels Inspirationsquellen ist noch heute Teil der Händelforschung. Die Entleihungen gehen von Motiven über Fugenthemen bis hin zu ganzen Sätzen. Als moralisches Problem wurden diese Entleihungen insbesondere im England des 19. Jahrhunderts gesehen, als das original schaffende Genie das Kunstideal darstellte. Zu Händels Zeiten galten offenbar andere Maßstäbe. Zwar konnte sein Zeitgenosse Bononcini in Ungnade fallen, als er ein komplettes Madrigal Antonio Lottis als sein eigenes ausgab. Der Wert eines Themas oder Motivs lag jedoch nicht in der Erfindung an sich, sondern in der Ausarbeitung des Themas, in der Einbettung in einen Zusammenhang und im Ausdruck eines gewünschten Affekts. Händel arbeitete das bestehende Material immer so um, dass es sich nahtlos in seine Werke einfügt und man es von selbst erfundenen Ideen nicht unterscheiden kann.

Nachwelt

Schon zu Lebzeiten genoss Händel den Rang eines Klassikers. 1738 war ihm zu Ehren in Vauxhall Gardens ein Denkmal errichtet worden, und Mainwarings 1760 erschienene Memoirs of the Life of the Late George Frederic Handel (von Mattheson ins Deutsche übersetzt) gelten als erste Musikerbiographie überhaupt. Im Gegensatz zu anderen Komponisten des Barock geriet Händel auch nach seinem Tod nicht in Vergessenheit, wenn sich seine dauerhafte Präsenz im Musikleben auch allein auf seine Oratorien gründet. Neben regelmäßigen Aufführungen von Oratorienauszügen wurden mehrere aus Händels Musik zusammengestellte Pasticci gespielt, an denen Thomas Morell als Librettist beteiligt war. Zur Feier von Händels hunderstem Geburtstag wurde 1784 (man hatte sich um ein Jahr vertan) mit über 500 Musikern eine dreitägige Gedächtnisfeier in Westminster Abbey und im Pantheon gehalten, mit Aufführungen des Messiah, Stücken aus den Oratorien und Orchestermusik. Wegen des Erfolgs wurde die Messiah-Aufführung noch zweimal wiederholt. Die Gedächtnisfeier begründete eine Tradition, die bis 1791 fortgeführt wurde. Die Begeisterung schwappte auch auf den Kontinent über. 1772 wurde der Messiah erstmals von Michael Arne in Hamburg dirigiert, drei Jahre später von C.P.E. Bach. Johann Adam Hiller war der erste, der für Berlin 1786 das Werk völlig neuinstrumentierte und änderte. Für die Konzerte des Barons van Swieten ergänzte Mozart zwischen 1788 und 1790 die Instrumentierung vierer oratorischer Werke Händels, um sie dem Zeitgeschmack anzupassen. Als Haydn während seines London-Aufenthalts die Musik Händels hörte, traf es ihn so, "als sei er an den Beginn seiner Studien zurückversetzt worden und habe bis dahin nichts gewusst." (nach Giovanni Carpani). Er brachte ein Libretto nach Wien mit, das möglicherweise für Händel erstellt worden war, und komponierte danach Die Schöpfung, ein Oratorium, das in seiner Struktur und seinen Chorfugen deutlich den Einfluss Händels zeigt. Gleichermaßen ließ sich Beethoven von Händel inspirieren. Auf See the conqu'ring hero comes schrieb er Variationen für Cello und Klavier (1796). Die Ouvertüre Die Weihe des Hauses mit ihrer großen Mittelfuge ist bewusst nach Händels Stil modelliert. In den 1770er Jahren kam der Messiah in die USA und wurde bald danach insbesondere für Benefizkonzerte verwendet. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts etablierte sich dort die Tradition, ihn in der Vorweihnachtszeit aufzuführen. Ab 1842 machte Vincent Novello in England eine enge Auswahl an Oratorien in einem preiswerten Klavierauszug zugänglich. War die bis dahin einzige Gesamtausgabe von Samuel Arnold unhandlich, so konnten die Noten (deren Preis den leerer Notenblätter nicht überstieg) sich nun auch in den Chorvereinigungen in den Provinzen ausbreiten. In monumentalem Maßstab wurden in London (nach einer Probe 1857) von 1859 bis 1926 im dreijährigen Abstand im Crystal Palace Händelfestspiele gehalten. Auf ihrem Höhepunkt wurden 4000 Chorsänger und 500 Orchestermusiker eingesetzt. In dieser Form entwickelte sich die Veranstaltung geradezu zu einer Demonstration des englischen Nationalstolzes. Es war Deutschland vorbehalten, Händels völlig vergessene Opern wiederzuleben. Ab 1920 brachte der Kunsthistoriker Oskar Hagen mehrere davon in Göttingen auf die Bühne. Seine deutschen Fassungen verbreiteten sich schnell an den Theatern ganzen Land. Gleichzeitig richtete sich der Blick in diesen Jahren auf die dramatischeren Oratorien wie Hercules und Susanna, die mit großen Chormassen nicht angemessen dargeboten werden konnten. Seit den 1970ern haben in historisch informierter Aufführungspraxis musizierende Ensembles dafür gesorgt, dass Händel-Aufführungen sich mehr an den ursprünglichen Ensemblegrößen orientieren und Werke nicht willkürlich gekürzt werden. Ebenso versucht man neue Antworten auf Probleme wie die Kastratenstimmen in den Opern zu finden, die in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts noch durch Transposition auf normale Männerlagen gelöst wurden. In Deutschland wird Händel heute neben Konzerten und Theateraufführungen bei drei Festspielen gepflegt: die Händel-Festspiele Göttingen, die aus Hagens Opernaufführungen der 1920er entstanden, die 1952 in Händels Geburtsstadt gegründeten Händel-Festspiele Halle, und die Karlsruher Händel-Festspiele, die seit 1985 in enger Zusammenarbeit mit dem Badischen Staatstheater stattfinden.

Ausgaben

Händel stellt jeden Herausgeber vor besondere Schwierigkeiten. Seine Änderungen, Ergänzungen und Anpassungen an veränderte Aufführungsbedingungen führen dazu, dass es für fast jedes Werk eine Vielzahl von möglichen Varianten gibt, zwischen denen gewählt werden muss. Für die Kammermusik gibt es das Problem, dass mehrere Veröffentlichungen nicht von Händel autorisiert waren und teilweise vom Verleger selbst zusammengestellt und um unechte Werke ergänzt wurden. Die erste systematische Ausgabe von Händels Werken erfolgte zwischen 1787 und 1797 durch Samuel Arnold in London, wurde aber wegen abspringender und verstorbener Subskribenten vorzeitig abgebrochen, so dass fast alle Opern und ein Großteil der vokalen Kammermusik fehlen. Eine von der English Handel Society zwischen 1843 und 1858 betriebene Ausgabe auf der Basis von Autographen brach nach kaum mehr als zwölf größeren Chorwerken ab. Als Pionierleistung muss die Gesamtausgabe in 94 Bänden gelten, die Friedrich Chrysander – anfangs unter dem Dach der von ihm mitgegründeten Deutschen Händel-Gesellschaft in Leipzig – ab 1858 herausgab. Dazu kamen 6 Ergänzungsbände mit Kompositionen anderer Komponisten, deren Material Händel verwendete. Nur ein Band der Gesamtausgabe und 2 Ergänzungsbände wurden 1902 von Max Seiffert hinzugefügt, ein weiterer erschien nicht. Chrysander griff dafür auf Händels Dirigierpartituren und teilweise auf Autographen zurück. 1955 begann die Georg-Friedrich-Händel-Gesellschaft in Halle mit einer Ausgabe für den praktischen Gebrauch, die die Chrysander-Ausgabe ergänzen sollte. Man stellte bald fest, dass diese den modernen musikwissenschaftlichen Ansprüchen nicht mehr genügte, da Varianten und Begründungen der Editionsentscheidungen fehlten, so dass man 1958 beschloss, eine neue Gesamtausgabe mit kritischem Bericht zu erarbeiten, die Hallische Händel-Ausgabe (HHA). Die Arbeit soll bis 2023 abgeschlossen sein. Im Rahmen der HHA erschien 1978 im Händel-Handbuch das von Bernd Baselt erarbeitete Händel-Werke-Verzeichnis (HWV).

Werkliste

Opern

Oratorien

Oden und Masques (Auswahl)

Instrumentalmusik


- 6 Orgelkonzerte op. 4 (HWV 289 – 294)
- 6 Orgelkonzerte op. 7 (HWV 306 – 311)
- 6 Concerti grossi op. 3 (HWV 312 – 317)
- Concerto grosso C-Dur "Alexander's Feast" (HWV 318)
- 12 Concerti grosso op. 6 (HWV 319 – 330)
- 3 Concerti a due cori (HWV 332 – 334)
- Water Music (Wassermusik, HWV 348 – 350)
- Music for the Royal Fireworks (Feuerwerksmusik, HWV 351)

Literatur


- Christopher Hogwood: Georg Friedrich Händel. Insel Verlag. ISBN 3-458-34355-5
- Paul Henry Lang: George Frideric Handel. Dover Publications. ISBN 0-486-29227-4
- Händel-Handbuch, Band 1-3 (Thematisch-systematisches Verzeichnis). Bärenreiter. ISBN 3-7618-0610-8, ISBN 3-7618-0715-5, ISBN 3-7618-0716-3,
- Händel-Handbuch, Band 4 (Dokumente zu Leben und Schaffen), Bärenreiter. ISBN 3-7618-0717-1
- Winton Dean, John Merrill Knapp: Handel's Operas, 1704-1726. Clarendon Press. ISBN 0-19-315219-3
- Winton Dean: Handel's dramatic oratorios and masques. Clarendon Press. ISBN 0-19-816184-0
- Hans-Joachim Marx: Händels Oratorien, Oden und Serenaten. Vandenhoeck & Ruprecht. ISBN 3-525-27815-2

Weblinks


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- [http://www.haendelfestspiele.halle.de/ Händel-Festspiele Halle]
- [http://www.haendel.org/ Händel-Festspiele Göttingen]
- [http://www.haendel.it/ haendel.it - italienisch sprache]
- [http://www.karlsruhe.de/Kultur/Haendel/fest.html Händel-Festspiele Karlsruhe]
- [http://www.haendelhaus.de/ Händelhaus Halle - Geburtshaus Händels und Musikmuseum]
- [http://www.handelhouse.org/ Handel House Museum London] (englisch)
- [http://www.gfhandel.org/ GFHandel.org mit umfangreichen Informationen zu Leben, Werk, Aufführungen, CDs u.a.] (englisch)
- [http://www.gfhandel.org/composition.htm Das vollständige Händel-Werke-Verzeichnis (HWV)] (englisch)
- [http://www.klassika.info/Komponisten/Haendel/ Tabellarische Auswertungen (Lebenslauf, Werke etc) zu G.F. Händel]

Siehe auch


- Händel-Werke-Verzeichnis
- Händelgesellschaft, Händelhaus ! Handel, Georg Friedrich Handel, Georg Friedrich Handel, Georg Friedrich ja:ゲオルク・フリードリヒ・ヘンデル ko:게오르크 프리드리히 헨델 th:จอร์จ เฟรดริก ฮันเดล

Wien

Wien ist die Bundeshauptstadt und zugleich ein Land der Republik Österreich. Wien hat 1.631.082 Einwohner, im Großraum Wien leben etwa 2 Millionen Menschen. Die Wahrzeichen von Wien sind der Stephansdom und das Wiener Riesenrad im Prater. Wien ist Sitz verschiedener internationaler Organisationen, wie der OPEC, der OSZE oder der internationalen Atomenergiebehörde IAEA, sowie dritte UNO-Stadt. Die Innenstadt von Wien wurde im Dezember 2001 auf Antrag der Republik Österreich von der UNESCO in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen.

Geografie

Gliederung

Wien ist in 23 Bezirke unterteilt (siehe Wiener Gemeindebezirke) Durch Wien fließt die Donau und der Fluss Wien. Die Stadt liegt 60 km vor der Grenze zur Slowakei und der slowakischen Hauptstadt Bratislava. (Wien und Bratislava sind die einander nächstliegenden Hauptstädte der Welt, wenn man vom Sonderfall Vatikan in Rom absieht.) Von der gesamten Fläche Wiens ist ungefähr Hälfte Grünland, davon gehört im Westen ein großer Teil zum Wienerwald, während im Nordosten die unbebauten Flächen zum Marchfeld zählen und landwirtschaftlich genutzt werden. An den nordwestlichen Hängen befindet sich auch die Weinbauregion Wien.

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte Wiens Erste Besiedelungen lassen sich bereits 2000 v. Chr. nachweisen. Die Kelten nannten die Stadt Vedunia, die Römer sprachen von Vindobona. Unter den Babenbergern erlebte Wien einen ersten Aufschwung, doch Weltgeltung verschaffte der Stadt erst die Herrschaft der Habsburger, die Wien als Hauptsitz auserwählten.

Tourismus

Dank zahlreicher Prunkbauten aus der Kaiserzeit, vielfältiger Kulturangebote, und nicht zuletzt auch dank des Rufes als Musikhauptstadt, den Wien aufgrund des Schaffens zahlreicher berühmter klassischer Musiker, wie Beethoven oder Mozart, erhielt, ist die Stadt weltweit bekannt und ein beliebtes Touristenziel. Fiaker kutschieren Gäste durch die zum Weltkulturerbe zählende Innenstadt, in dessen Zentrum sich der Stephansdom befindet. In direkter Umgebung finden sich hier auch die Staatsoper, die Kärntnerstraße, welche die am stärksten frequentierte Fußgängerzone Österreichs ist, sowie berühmte Konditoreien und Hotels und die prunkvolle Ringstraße, welche die Innenstadt umgibt. Viele Touristen kommen im Dezember, wenn die Stadt mit seinen Weihnachtsmärkten aufwarten kann. Aber die meisten der Wiener Sehenswürdigkeiten sind ganzjährig zu besuchen, wie etwa das Schloss Schönbrunn, der Prater oder die Opernhäuser und Museen. Bei U-Bahn-Bauarbeiten stieß man in der Innenstadt bereits mehrmals auf Relikte früherer Besiedelung, darunter die aus dem 13. Jahrhundert stammende Virgilkapelle unter dem Stephansplatz, welche nun ebenso wie die anderen Funde als Sehenswürdigkeiten in den U-Bahn-Stationen betrachtet werden können. Den größten Anteil an den Nächtigungen machen deutsche Touristen mit 1,8 Mio. aus, gefolgt von den Italienern (618.000), US-Amerikanern (586.000), Briten (373.000), Japanern (321.000), Spaniern (315.000), Schweizern (inkl. Liechtenstein, 282.000), Franzosen (inkl. Monaco, 241.000) und den Niederländern (153.000). Der Anteil osteuropäischer und amerikanischer Touristen ist stark gestiegen. 2004 konnte Wien 7,8 Mio. Übernachtungen verbuchen, wovon nur rund 1,26 Mio. auf Österreicher zurückzuführen sind.

Bevölkerung

Die meisten Menschen, mehr als zwei Millionen, bevölkerten Wien zu Zeiten der k.u.k.-Herrschaft kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges. Die lange Zeit als Hauptstadt eines Vielvölkerstaates war es auch, die Wien zu dem machte, was es auch heute noch ist: Ein Schmelztiegel von Menschen unterschiedlicher Herkunft, Kultur und Religion. Die Nachfahren der vielen Menschen, die damals aus allen möglichen Regionen des k.u.k. Herrschaftsgebietes in ihre Hauptstadt gezogen waren, leben heute als Wiener wie sie im Buche stehen in der Stadt, und nur noch ihre Nachnamen lassen auf ihre ursprüngliche Herkunft schließen (zum Beispiel Nowak, Dolezal ...). Sie gehören längst zu den so genannten Ur-Wienern, die im ursprünglichen Wiener Dialekt den Wiener Schmäh prägen. Neben dem ursprünglichen Wiener Dialekt hat sich auch ein gehobener Wiener Dialekt entwickelt, der die teils sehr alten Wiener Dialektausdrücke (z. B. Tröpferlbad für Dusche, Wuchtldrucker für Lügner..) immer mehr zurückdrängt. Wien hat heute (2005) 1,63 Millionen Einwohner, wovon ca. 20 % noch über keine Österreichische Staatsbürgerschaft verfügen. Die größten Zuwanderergruppen stellen Menschen aus Ex-Jugoslawien und der Türkei dar. Weitere Herkunftsregionen sind die Länder Osteuropas. Von ca. 1920 bis in die 80er Jahre schrumpfte die Bevölkerung Wiens auf 1,5 Millionen Einwohner,seit 1993 steigt die Bevölkerungszahl jedoch stetig an. Seit 2000 wächst diese um etwa 20.000 pro Jahr an und wird laut der neuesten Presseinformation der Statistik Austria vom Oktober 2005 im Jahre 2050 wieder die 2-Millionen-Grenze durchbrechen. Dieses für Österreich einzigartige Wachstum ist vor allem auf den stetigen Zuzug aus dem In- und Ausland und die seit einigen Jahren steigenden Geburtenzahlen zurückzuführen.

Religionen

Die Stadt ist Sitz der römisch-katholischen Erzdiözese Wien; Erzbischof ist Christoph Kardinal Schönborn. Der evangelisch-lutherische Bischof von Österreich, der seinen Sitz in Wien hat, ist Herwig Sturm. Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Wien ist Ariel Muzicant, Oberrabiner Paul Chaim Eisenberg. Außerdem hat der Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich, Anas Schakfeh, hier seinen Sitz. Anas Schakfeh Die Religionszugehörigkeit der Wiener Wohnbevölkerung setzt sich laut Volkszählung 2001 wie folgt zusammen:

Kulinarische Spezialitäten

siehe Wiener Küche

Söhne und Töchter der Stadt

siehe Liste der Wiener Persönlichkeiten, Liste der Ehrenbürger von Wien

Kultur

Theater & Oper

Liste der Ehrenbürger von Wien Kunst und Kultur können in Wien im Bereich von Theater, Oper oder auch Bildender Kunst auf eine sehr lange Tradition zurückblicken. Neben dem Burgtheater, das zusammen mit seiner Zweitbühne, dem Akademietheater, als eines der wichtigsten Schauspielhäuser der Welt gilt, bieten auch noch das Volkstheater sowie das Theater in der Josefstadt Kunstgenuss. Daneben gibt es noch eine Vielzahl kleinerer Bühnen, die den Großen in puncto Qualität zuweilen um nichts nachstehen und sich oft moderneren, experimentellen Stücken oder dem Kabarett und der Kleinkunst verschrieben haben. Auch Opernfreunde kommen in Wien auf ihre Kosten: Die Staatsoper und die Volksoper bieten für jeden Geschmack etwas, wobei sich letztere besonders der typisch wienerischen Operette, aber auch dem klassischen Musical verpflichtet fühlt. Konzerte mit klassischer Musik finden unter anderem im bekannten Großen Saal des Wiener Musikvereins und im Wiener Konzerthaus statt. Das Theater an der Wien glänzte in den letzten Jahren mit Musical-Uraufführungen. Mit Abstand am erfolgreichsten war Elisabeth, das danach in der ganzen Welt in mehreren Sprachen aufgeführt wurde. Ab 2006 wird es wieder ausschließlich als Opernhaus dienen. Mit dem Haus der Musik hat Wien seit 2000 auch ein Klangmuseum für Kinder und Erwachsene. Das Marionettentheater Schloss Schönbrunn pflegt das kunstvolle Spiel mit kostbaren Marionetten in Opern und Theaterstücken für Erwachsene und Kinder. siehe auch:
- Carltheater, Etablissement Ronacher, Kulisse Wien, Leopoldstädter Theater, Raimund Theater, Simpl, Theater am Kärntnertor, Theater an der Wien, Wiener Metropol, Wiener Theaterreform, Kategorie,Kabelwerk_Wien-Meidling

Museen

Kabelwerk_Wien-Meidling In der Hofburg sind das Sisi-Museum, die Kaiserappartements und die Hofsilber- und Tafelkammer zu besichtigen, gleich gegenüber der Hofburg befinden sich das Kunsthistorische Museum, das über eine Vielzahl von Gemälden alter Meister verfügt, und das Naturhistorische Museum. Daran schließt das Museumsquartier an, ein in den 1990er Jahren in den ehemaligen k. u. k. Hofstallungen errichteter Museumskomplex. Dieser beherbergt das Museum moderner Kunst -- Stiftung Ludwig, das Leopold-Museum, das hauptsächlich Werke des Wiener Secessionismus, der Wiener Moderne und des österreichischen Expressionismus zeigt, mehrere Hallen mit wechselnden Ausstellungen sowie das Tanzquartier Wien. Das Palais Liechtenstein zeigt eine der weltweit größten privaten Kunstsammlungen. Darüber hinaus gibt es noch eine Vielzahl anderer Museen, vom Heeresgeschichtlichen Museum über das Technische Museum bis hin zum Wiener Uhrenmuseum und zum Bestattungsmuseum. Nicht zu vergessen sind die Wiener Bezirksmuseen, die einen Einblick in die Geschichte des jeweiligen Bezirks geben.

Architektur

Bestattungsmuseum Bestattungsmuseum Bestattungsmuseum In Wien finden sich Bauwerke aller Stil-Epochen der Architektur, von der romanischen Ruprechtskirche über den gotischen Stephansdom, die barocke Karlskirche, die hochbarocke Jesuitenkirche und die Bauten des Klassizismus bis zur Moderne. Der Jugendstil hat ebenfalls seine Spuren in Wien hinterlassen: Die Secession, die Stadtbahnstation Karlsplatz und die Kirche am Steinhof von Otto Wagner oder das Looshaus von Adolf Loos zählen zu den weltweit bekanntesten Bauten dieser Epoche. Eine der beliebtesten Touristenattraktionen stellt das Hundertwasserhaus von Friedensreich Hundertwasser dar, das als Gegenmodell zur nüchternen modernen Architektur gedacht ist. Ebenfalls von Hundertwasser gestaltet wurde die Müllverbrennungsanlage Spittelau im Norden Wiens. Ein weiteres Beispiel außergewöhnlicher Architektur ist die Wotrubakirche (Kirche Zur Heiligsten Dreifaltigkeit) des Bildhauers Fritz Wotruba. In den neu errichteten Stadtteilen nördlich der Donau rund um die Donau City und am Wienerberg findet sich schließlich auch moderne Architektur. Der 202 m hohe Millennium Tower am Handelskai ist seit 1999 das bisher höchste in Wien gebaute Hochhaus und Zeichen einer architektonischen Wende in Wien hin zu mehr Selbstbewusstsein, aber auch Konformität. In den letzten Jahren vollzieht die Stadt eine Kombination aus moderner Architektur mit alten Gebäuden und Wohnbau, wie unter anderem die Revitalisierung der Gasometer 2001, welche weltweites mediales Interesse auf Wien zog. Auffällig im Stadtbild sind auch die Wiener Flaktürme und die Wiener Hochquellenwasserleitung.

Sonstige Kultur

Zwischen Michaeler- und Josefsplatz liegt die Spanische Hofreitschule. Hier sind die Reitkünste der Hohen Schule zu sehen. Im Bereich des österreichischen Volkstanzes ist der Wiener Kathreintanz die bedeutendste Veranstaltung.

Veranstaltungen


- Wiener Festwochen - ein jährliches Festival mit Theater-, Musik- und anderen kulturellen Produktionen an verschiedenen Orten in der ganzen Stadt.
- Viennale - Das Vienna International Film Festival findet seit 1960 jedes Jahr im Oktober statt.
- Donauinselfest - 1983 zum ersten Mal auf der Donauinsel ausgetragenes Musikfestival. Bei freiem Eintritt besuchen mittlerweile jeden Sommer rund drei Million Menschen die auf mehreren Bühnen veranstalteten Konzerte. Das Donauinselfest ist somit Europas größtes Open-Air-Festival mit freiem Eintritt.
- Wiener Opernball - Einer der „gesellschaftlichen Höhepunkte“ im Wiener Fasching in der Wiener Oper.
- Life Ball - Die größte Aids-Benefiz-Veranstaltung in Europa. Er findet jährlich im Rathaus statt.
- Regenbogenparade - Seit 1996 alljährliche Ende Juni auf der Wiener Ringstraße (seit 1997 gegen die Fahrtrichtung, als Zeichen für andersrum) veranstaltete LesBiSchwule-Parade. Die Parade, sie ist die österreichische Variante des Christopher Street Days, hat sich über die Jahre zum Wirtschaftsfaktor der Stadt entwickelt und wird mittlerweile international beworben. 2001 fand Europride mit mehr als 150.000 TeilnehmerInnen statt.
- Rathausplatz - Auf dem Rathausplatz - zwischen Rathaus und Burgtheater - werden in den Sommermonaten Opern- und Konzertfilme auf einer Großleinwand vorgeführt. Der Eintritt ist kostenlos. Auf diversen Ständen werden kulinarische Köstlichkeiten aus aller Welt angeboten. Der Rathausplatz verwandelt sich dann in einen Treffpunkt für Kulturliebhaber, kulinarische Forscher und Nachtschwärmer, die die einzigartige Atmosphäre auf diesem Platz genießen.

Infrastruktur

Stadtplanung

Der Wiener Stadtentwicklungsplan (kurz STEP) wird von MA 18 (Magistratsabteilung 18) erstellt und legt die Richtlinien für die Stadtentwicklung in den nächsten Jahren fest und trägt somit maßgeblich zur städtischen Infrastruktur bei. Der Stadtentwicklungsplan 2005 befasst sich mit dem Zielgebiet Waterfront, einem Gebiet vom Donaukanal über den Praterstern, Nordbahnhof, Handelskai bis zur Alten Donau.

Verkehrsverbindungen

34 % aller zurückgelegten Wege finden in Wien mittels öffentlichem Verkehrsmittel statt, das ist europäischer Spitzenwert. Weitere 30 % aller zurückgelegten Wege werden zu Fuß bewältigt, und nur 36 % fahren mit dem eigenen Fahrzeug. Zwölf Donaubrücken verbinden das Stadtgebiet, das durch Donau und Donaukanal geteilt wird. Donaukanal

Öffentlicher Nahverkehr

Wien hat ein großes Netz öffentlicher Verkehrsmittel. Dies beinhaltet die zur ÖBB gehörenden Schnellbahn, die Badner Bahn und das Netz der Wiener Linien (U-Bahn, Straßenbahn und Autobuslinien). Darüber hinaus fahren auch noch, vor allem in den Stadtrandzonen, private Busunternehmen in Tarifgemeinschaft mit den Wiener Linien. Gemeinsam mit den Bahn- und Buslinien im Umland bis etwa 50 km bildet das Wiener Verkehrsnetz den Verkehrsverbund Ostregion.

City Bike

Als Alternative zu den öffentlichen Verkehrsmitteln bietet im Zentrum von Wien das Citybike Mobilität mit dem Leihfahrrad. Nach der Registrierung via Internet oder direkt am Terminal bei einem der Standplätze kann u. a. mit der Maestro-Karte ein Fahrrad entliehen werden. Die Benützung ist für eine Stunde kostenlos.

Eisenbahn

Eisenbahn Historisch bedingt (alle Verkehrsverbindungen orientierten sich nach der Haupt- und Residenzstadt der österreichisch-ungarischen Monarchie) hat Wien mehrere Kopfbahnhöfe:
- Wien Franz-Josefs-Bahnhof als Ausgangspunkt der Franz-Josefs-Bahn;
- Wien Südbahnhof (ehem. Südbahnhof u. Ostbahnhof) - Südbahn und Ostbahn;
- Wien Westbahnhof als Ausgangspunkt der Westbahn und die Durchgangsbahnhöfe
- Wien Hütteldorf an der Westbahn;
- Wien Heiligenstadt an der Franz-Josefs-Bahn;
- Wien Nord (Praterstern) an der Nordbahn - der nahe gelegene Nordbahnhof wurde im 2. Weltkrieg zerstört und nicht wieder aufgebaut, da durch den Zerfall der Donaumonarchie und den Eisernen Vorhang vor allem der internationale Personenverkehr auf der Nordbahn seine Bedeutung verloren hatte;
- Wien Meidling (Philadelphiabrücke) - Südbahn;
- Wien Mitte (Landstraße). Daneben gibt es noch viele kleinere Bahnhöfe, die vor allem für den Personennahverkehr bedeutsam sind. Zur Bündelung des Fernverkehrs ist ein Tunnel von der Südbahn zur Westbahn (Wildschweintunnel, da unter dem Lainzer Tiergarten verlaufend), im Bau. Etwas westlich des heutigen Südbahnhofs ist der Bahnhof Wien Europa Mitte in Planung, wodurch Wien erstmals einen Hauptbahnhof erhalten wird. Der City Airport Train verbindet die Innenstadt mit dem Flughafen. Zudem gibt es noch zwei Parkeisenbahnen: die Liliputbahn Prater im Wiener Prater und die Donauparkbahn im Donaupark.

Straßenverbindungen

Donauparkbahn Wie die Bahnlinien verlassen auch die alten Fernstraßen (später Bundesstraßen) sternförmig die Stadt. Teilweise sind sie immer noch nach den Fernzielen benannt (Prager Straße (B3), Brünner Straße (B7), Triester Straße (B17)). Gleiches gilt auch für die Autobahnen: A1 Westautobahn, A22 Donauuferautobahn, A4 Ostautobahn und A2 Südautobahn verlassen die Stadt radial.
Eine ringförmige Verbindung im Süden zwischen A2, A4 und A22 bildet die A23 Wiener Südosttangente, zu deren Entlastung derzeit die S1 Wiener Südumfahrung gebaut wird. Diese soll östlich der Donau eine Fortsetzung in einem Autobahnring finden; die zur Verbindung notwendige Querung der Lobau und damit des Nationalparks Donau-Auen ist derzeit aus ökologischen Gründen umstritten.
West- und Südautobahn sind durch die außerhalb des Wiener Stadtgebietes verlaufende A21, der Wiener Außenringautobahn miteinander verbunden. Die A5, die zukünftige Nordautobahn, soll eine zusätzliche Verbindung zwischen Drasenhofen an der tschechischen Grenze werden.

Flughafen

Südöstlich von Wien befindet sich der internationale Flughafen Wien-Schwechat. Im Jahr 2004 wurden über 225.000 Flugbewegungen abgewickelt; 14,8 Millionen Passagiere frequentierten den Flughafen. In letzter Zeit weichen Billigfluglinien auf den nahe gelegenen Flughafen in Pressburg (Bratislava) aus, wobei seit dem Jahr 2004 der Flughafen Wien-Schwechat mit dem Flughafen Pressburg kooperiert.

Schifffahrt

Durch den Rhein-Main-Donau-Kanal ist Wien durch eine Wasserstraße sowohl mit dem Hafen Rotterdam und den deutschen Industriegebieten als auch mit den Ländern Osteuropas bis zum Schwarzen Meer verbunden. Der geplante Donau-Oder-Kanal ist unvollendet geblieben.
- Die Personenschifffahrt auf der Donau hat fast nur mehr touristische Bedeutung, es gibt einen Tragflügelbootverkehr nach Bratislava und Budapest. Der Wiener Personenhafen liegt bei der Reichsbrücke; daneben gibt es Anlagestellen für Personenschiffe bei Nußdorf und am Donaukanal beim Schwedenplatz.
- Wesentlich bedeutender ist der Frachthafen in der Freudenau. 2003 wurden im Wiener Hafen 9 Mio. Tonnen Güter (vor allem Mineralölprodukte, landwirtschaftliche Produkte und Baustoffe) umgeschlagen und dazu 1.550 Schiffe abgefertigt.

Wasserversorgung

Hauptartikel: Wiener Wasserversorgung Wien wird seit 1873 durch die erste und seit 1910 zusätzlich durch die zweite Wiener Hochquellenwasserleitung mit Wasser aus dem Rax-Schneeberg-Gebiet und dem Hochschwab-Gebiet versorgt. Sämtliche Abwässer werden durch die Wiener Kanalisation in die Hauptkläranlage in Simmering geleitet. Wasser aus einem Grundwasserwerk in der Lobau wird bei besonders hohem Wasserverbrauch in bestimmten Bezirken dem Hochquellwasser beigemengt.

Energieversorgung

Für die Stromleitungen Wiens ist die Wien-Energie zuständig, ein Tochterunternehmen der Wiener Stadtwerke, welche zur Gänze der Stadt Wien gehören. Der Strommarkt selbst ist liberalisiert, der Wettbewerb jedoch nur im Großkundenbereich ausgeprägt. Wien Energie ist der wichtigste Stromlieferant Wiens.

Bildung

In Wien befinden sich 283 Volksschulen (davon sind 217 öffentliche Schulen), 120 Hauptschulen (davon 96 öffentliche), 46 Sonderschulen (40 öffentliche) und 95 Allgemeinbildende höhere Schulen (67 öffentliche). Weiters befinden sich in Wien eine Vielzahl von
- Berufsschulen (28 davon 25 öffentliche) zum Beispiel: :
- [http://www.bs-evt.at BS Elektrotechnik] :
- [http://gastgewerbe.at BS Gastgewerbe] :
- [http://www.wiener-berufsschulen.at/hpgen/projects/BK/index.php BS für Bürokaufleute]
- Technische und Gewerbliche mittlere und höhere Schulen (22 davon 11 öffentliche) zum Beispiel: :
- [http://www.htl-tex.ac.at HBLVA Textilindustrie] :
- [http://www.graphische.at Höhere Graphische BLVA] :
- [http://www.hblva17.magnet.at HBLVA Chemische Industrie] :
- [http://www.tgm.ac.at Technologisches Gewerbemuseum (TGM)]
- Wirtschaftsberufliche mittlere und höhere Schulen (21 davon 8 öffentliche) zum Beispiel: :
- [http://www.hbla9.at/michelbeuern.htm HBLA für Mode und wirtschaftliche Berufe] :
- [http://www.die-herbststrasse.at HBLA für Mode] :
- [http://www.tourismusschule.at HBLA Tourismusschule]
- Kaufmännische mittlere und höhere Schulen (16 davon 6 öffentliche) zum Beispiel: :
- [http://www.ibc.ac.at BHAK BHAS Hetzendorf] :
- [http://www.bhakwien22.at BHAK BHAS Polgarstrasse] näheres siehe [http://www.bmbwk.gv.at/schulen/index.xml Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur]

Universitäten


- Akademie der bildenden Künste Wien
- Medizinische Universität Wien
- Technische Universität Wien
- Universität Wien
- Universität für angewandte Kunst
- Universität für Bodenkultur Wien
- Universität für Musik und darstellende Kunst Wien
- Veterinärmedizinische Universität Wien
- Wirtschaftsuniversität Wien

Fachhochschulen


- Fachhochschule Technikum Wien, Wien
- Fachhochschul-Campus Wien, Wien
- Fachhochschule des Berufsförderungsinstituts Wien, Wien
- Fachhochschule der Wirtschaft Wien, Wien
- Sales Manager Akademie Wien, Wien

Wirtschaft

In Wien waren laut Volkszählung 2001 821.458 Personen in 87.691 Unternehmen beschäftigt. Der Bezirk mit den meisten Arbeitsplätzen ist zugleich auch der kleinste, nämlich der 1. Bezirk. Wien genießt international den guten Ruf der hohen Lebensqualität, niedriger Kriminalitätsraten und als „Sprungbrett in den Osten“, da die Stadt und seine Unternehmen schon lange gute Beziehungen zu den MOEL pflegen und daher über reichlich Erfahrung verfügen. Dies wird darin sichtbar, dass viele internationale Konzerne ihre Osteuropa-Zentrale in Wien ansiedeln. Beispiele dafür wären u.a. Heineken oder die HypoVereinsbank.

Freizeit

Nachtleben

HypoVereinsbank In den 1980er-Jahren entwickelte sich zunächst im Grätzl rund um den Schwedenplatz und die Ruprechtskirche eine rege Beislszene, die scherzhaft Bermudadreieck genannt wird (weil so mancher nach einer langen Nacht dort verschollen sein soll). In den folgenden Jahren dehnte sich die Lokalszene an beiden Ufern des Donaukanals aus. Nahe der Haltestelle Schottenring, ebenfalls am Donaukanalufer, befindet sich schon seit 1994 das Flex - einer der größten Clubs in Wien. Dort finden fast täglich Abendveranstaltungen und Auftritte von lokal sowie international renommierten DJs, oder auch von (alternativen) Bands statt. Sehr bekannt und beliebt ist dort auch der wöchentlich stattfindende Dub Club. Mit großen Acts - vor allem aus der Ragga/Reggae/Dancehall-Szene - kann auch das WUK nahe dem Währinger Gürtel aufwarten, wo unter anderem der House-Club H.A.P.P.Y stattfindet. Vor allem in den Sommermonaten ist das MQ - Museumsquartier ein beliebter Treffpunkt, wo mehrere Lokale Gastgärten unter freiem Himmel betreiben. Mit der Schließung des alten allgemeinen Krankenhauses (Altes AKH) wurde ein großes Areal frei, in dem sich einige Uni-Institute, Geschäfte und Lokale ansiedelten und auch für eine Belebung der umliegenden Bezirke sorgten. In den 1990er Jahren schließlich wurde die Sanierung des Gürtels in Angriff genommen, sodass sich etliche In-Lokale auf der ehemaligen Bordellmeile ansiedelten. Einen weiteren Schwerpunkt des Nachtlebens bildet im Sommer die Copa Cagrana auf der Donauinsel bei der Reichsbrücke mit zahlreichen Open-Air-Lokalen. Ebenfalls eine seit einigen Jahren neu belebte Gegend ist das Freihausviertel im vierten Bezirk, das nicht nur abends, sondern, wegen seiner Nähe zum Naschmarkt, auch untertags gut frequentiert ist. Zusätzlich entstanden seit dem Ende der 90er Jahre zahlreiche Großraum-Diskotheken am Stadtrand, unter anderem in Donaustadt. Online-Veranstaltungsprogramme bieten die Websites der Stadtzeitung „Der Falter“ (siehe Weblinks).

Essen und Trinken

Essen

An belebten Straßenecken kann man im Winter an kleinen Ständen Maroni, Kartoffelpuffer oder auch geröstete Mandeln kaufen. Auch Würstel freuen sich großer Beliebtheit und können fast überall erworben werden. Das in Deutschland als Wiener bekannte Würstchen wird in Wien allerdings Frankfurter genannt. Beliebter sind an Wiens Wüstelstanden allerdings andere Würste wie die Burenwurst oder Käsekrainer. Das österreichische Pendant zum Hot Dog ist der Bosner, welcher mit einer Bratwurst gefüllt ist. Bekannt ist Wien auch für seine Schnitzel. Hierbei handelt es sich um ein paniertes Kalbsschnitzel, dass sehr flach geklopft wird (die Poren schließen sich beim Braten schneller). Für ungefähr 14 € kann man es fast in jedem Lokal mit wienerischer Küche bekommen, allerdings sollte man darauf achten, dass es sich nicht um ein Schweinsschnitzel Wiener-Art handelt. Empfehlenswert ist das Restaurant Figlmüller (Bäckerstraße 6), dass für seine großen Schnitzel bekannt ist. Allerdings ist es immer sehr gut besucht und wer es lieber etwas ruhiger mag, sollte sich ein anderes Lokal suchen. Bosner]
Der Naschmarkt ist ein Markt, mit festen Ständen, auf dem man Obst, Gemüse, Gewürze, Fisch, Fleich und vieles mehr kaufen kann. Der Markt ist einen Besuch wert. In der Innenstadt gibt es Spezialitätengeschäfte wie Julius Meinl.

Trinken

Wien ist weltweit die einzige Metropole mit eigenem Weinanbaugebiet. Dieser Wein wird in Wien in kleinen Lokalen (Heurigen) ausgeschenkt, die sich vor allem in den Weinbaugebieten Döblings (Grinzing, Neustift am Walde, Nußdorf (Wien), Salmannsdorf, Sievering) und Floridsdorfs (Stammersdorf, Strebersdorf) konzentrieren. Der Wein wird oftmals auch als Gespritzter (Schorle) getrunken. Neben dem Wein spielt das Bier die wichtigste Rolle. Hauptanbieter ist die einzige große Brauerei Wiens, die Ottakringer Brauerei. Daneben gibt es auch mehr als zehn kleine Gasthausbrauereien.

Wiener Kaffeehaus

Ottakringer Brauerei Eine weitere Besonderheit der Wiener Kultur stellt das Wiener Kaffeehaus dar, in dem neben einer Vielzahl von Kaffeespezialitäten auch kleine Speisen serviert werden. Viele Besucher nutzen die Möglichkeit, während ihres Besuchs stundenlang die meist reichlich vorhandenen Zeitungen zu lesen. Neben vielen neueren chromblitzenden, Espresso genannten Kaffeebars italienischen Stils existieren noch viele „echte“ Wiener Kaffeehäuser, die in Angebot, Ausstattung und Stil den ursprünglichen Charme dieser Institution bewahrt haben.

Wiener Parks und Grünanlagen

Zeitung Wien besitzt viele unterschiedliche Parkanlagen und ist eine der grünsten Städte der Welt. Die bekanntesten Wiener Parks und Grünanlagen sind der Stadtpark, die zu der Hofburg gehörenden Burggarten und Volksgarten, der Schlosspark vom Schloss Belvedere mit dem botanischen Garten, der Donaupark, der Schönbrunner Schlosspark, der Prater, der Augarten, der Rathauspark, der Lainzer Tiergarten, der Dehnepark, der Resselpark, der Votivpark, der Kurpark Oberlaa, der Auer-Welsbach-Park, der Türkenschanzpark, Laaer Berg mit dem Böhmischen Prater und die Ausläufer des