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1776
- 7. Mai: Uraufführung des Singspiels Der Barbier von Sevilla von Friedrich Ludwig Benda in Berlin
- 4. Juli: Mit der Unterzeichnung der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung der britischen Kolonien in Amerika entstehen die Vereinigten Staaten von Amerika
- 9. Oktober: Erste Europäische Siedlung in San Francisco
- Bildung des Vizekönigtums von Buenos Aires
- Adam Smith veröffentlicht das weltverändernde Werk Wohlstand der Nationen
- Adam Weishaupt gründet den Illuminatenorden
Kultur
- Das Bolschoi-Theater wird eröffnet
- 6. Januar: Ferdinand von Schill, preußischer Offizier,Freikorps-Führer († 1809)
- 24. Januar: E. T. A. Hoffmann, deutscher Romantiker († 1822)
- 24. Januar: Wilhelmine Halberstadt, deutsche Pädagogin und Schriftstellerin († 1841)
- 25. Januar: Joseph Görres, deutscher Gymnasial- und Hochschullehrer und Publizist († 1848)
- 4. Februar: Gottfried Reinhold Treviranus, deutscher Arzt und Naturforscher († 1837)
- 14. Februar: Christian Gottfried Nees von Esenbeck, deutscher Botaniker und Naturphilosoph († 1858)
- 15. Februar: Jean-Pierre Boyer, Präsident von Haiti († 1850)
- 23. Februar: Johann David Gruschwitz, deutscher Textilindustrieller († 1848)
- 10. März: Luise von Mecklenburg-Strelitz, preußische Königin († 1810)
- 12. März: Hester Stanhope, US-amerikanische Abenteurerin († 1839)
- 1. April: Sophie Germain, französische Mathematikerin († 1831)
- 8. April: Wassili Michailowitsch Golownin, russischer Marineoffizier und Wissenschaftler († 1831)
- 4. Mai: Johann Friedrich Herbart, deutscher Philosoph, Psychologe und Pädagoge († 1841)
- 7. Mai: Dániel Berzsenyi, ungarischer Dichter († 1836)
- 8. Juni: Thomas Rickman, britischer Architekt († 1841)
- 11. Juni: John Constable, britischer Landschaftsmaler († 1837)
- 9. August: Amedeo Avogardro, italienischer Physiker und Chemiker († 1856)
- 14. August: Friedrich Tieck, deutscher Bildhauer († 1851)
- 15. August: Ignaz Xaver von Seyfried, österreichischer Komponist († 1841)
- 27. August: Barthold Georg Niebuhr, Historiker († 1831)
- 28. Oktober: Joachim Haspinger, Pfarrer und Tiroler Patriot († 1858)
- 19. Dezember: Edward Somerset, bedeutender britischer Kavalleriegeneral († 1842)
- 26. Dezember: Christian Friedrich Brendel, deutscher Bergingenieur († 1861)
- 2. Februar: Francis Hayman, britischer Maler ( - 1708)
- 19. März: Anton Ulrich (Prinz), war Prinz von Braunschweig ( - 1714)
- 24. März: John Harrison, Uhrmacher, Erfinder der Hemmung und der Temperaturkompensation ( - 1693)
- 26. April: Wilhelmina Luisa von Hessen-Darmstadt, erste Gattin des Zaren Paul I. (Russland) ( - 1755)
- 7. Mai: Maria Anna Josepha von Bayern, Frau des Markgrafen von Baden ( - 1734)
- 25. Mai: Johann Georg von Langen, deutscher Forst- und Oberjägermeister ( - 1699)
- 26. Juli: Benedicta Margareta von Löwendal, Unternehmerin ( - 1683)
- 25. August: David Hume, schottischer Philosoph und Historiker ( - 1711)
- 1. September: Ludwig Christoph Heinrich Hölty, deutscher Dichter ( - 1748)
- 1. September: Peter Anich, Pionier der Hochgebirgskartographie ( - 1723)
- 28. Oktober: Sophie von Sachsen-Hildburghausen, war Herzogin von Sachsen-Coburg-Saalfeld ( - 1760)
- 14. Dezember: Johann Jakob Breitinger, schweizerischer Philologe und Autor ( - 1701)
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Kategorie:1776
Der Barbier von SevillaIl Barbiere di Siviglia ossia L'inutile precauzione (Der Barbier von Sevilla oder Die nutzlose Vorsicht) ist eine komische Oper in zwei Aufzügen von Gioacchino Rossini. Das Libretto stammt von Cesare Sterbini und ist eine Bearbeitung des Schauspiels Le Barbier de Seville von Pierre Augustin Caron de Beaumarchais.
Unter dem Titel Almaviva o sia L'inutile precauzione wurde die Oper unter der Leitung des Komponisten am 20. Februar 1816 im Teatro Argentina in Rom uraufgeführt. Am 10. August 1816 wurde sie in Bologna erstmals unter dem Titel Il Barbiere di Siviglia aufgeführt. Die deutsche Erstaufführung war am 1. Januar 1819 in München, die Erstaufführung in deutscher Sprache am 27. Mai 1819 in Graz statt.
Die Oper war eine Auftragsarbeit des Teatro Argentina, für deren Ausarbeitung Rossini weniger als 26 Tage blieben. Um die Oper in so kurzer Zeit fertigstellen zu können, arbeitete der Komponist zahlreiche Nummern aus seinen früheren Werken ein. Die berühmte Ouvertüre etwa war vorher bereits bei zwei anderen Opern Rossinis zum Einsatz gekommen, bei Aureliano in Palmira sowie bei Elisabetta, regina d'Inghilterra.
Die Spielzeit der Oper beträgt ungefähr zweieinhalb Stunden. Die Handlung spielt in Sevilla, Mitte des 18. Jahrhunderts.
Neben Rossinis Oper gibt es eine weitere, ältere Vertonung des Stoffs von Giovanni Paisiello. Seine Oper Il Barbiere di Siviglia ossia L'inutile precauzione wurde 1782 in Sankt Petersburg uraufgeführt und danach bis etwa 1800 in ganz Europa gespielt. Auch wenn Paisiellos Oper immer wieder als Rarität auf dem Spielplan von Opernhäusern und Festspielen auftaucht, genießt Rossinis Werk heute weitaus größere Popularität und ist als Standardwerk des internationalen Opernrepertoires eine der meistaufgeführten Opern der Welt.
Weitere Vertonungen des Stoffes stammen von Friedrich Ludwig Benda (1776), Johann Abraham Peter Schulz (1786) und von Niccolò Isouard (1797).
Die Hauptpersonen des Barbiere sind auch Hauptfiguren der später in deren Leben angesiedelten Handlung der Oper Le nozze di Figaro von Wolfgang Amadeus Mozart und Lorenzo da Ponte nach Beaumarchais' La folle journée ou Le mariage de Figaro.
Personen
- Almaviva, der Graf (Tenor)
: - Fiorillo, Diener des Grafen Almaviva (Tenor / Bariton / Bass)
- Bartolo, der Doktor (Bass)
: - Ambrogio, Diener von Bartolo (Bass)
: - Berta, Haushälterin bei Bartolos (Sopran)
: - Marzelline, Haushälterin bei Bartolo (Alt)
- Basilio, der Musikmeister (Bass)
- Figaro, der Barbier (Bariton)
- Rosina (Mezzosopran)
- Offizier (Bass)
- Notar (stumme Rolle)
Siehe auch
- Barbier-Paradoxon
- Barbier
Weblinks
- [http://www.rossinigesellschaft.de/data/werke/barbiere/librettd.html Libretto] (italienisch)
- [http://www.impresario.ch/libretto/librosbar.htm Libretto] (deutsch)
Literatur
- Pahlen, K., Gioacchino Rossini. Der Barbier von Sevilla. Textbuch (Italienisch-Deutsch). Einführung und Kommentar, 2. Aufl., Mainz 1993
- Mondwurf, G., Der Barbier von Sevilla. Bericht über eine Unterrichtsreihe. Augsburg 2003
- Scherliess, V., Rossini, 2. Aufl., Reinbek b. Hamburg 1993
- Tartak, M., The two Barbieri, in: Music and Letters, vol.50, 4/1969, S. 453-480
Barbier von Sevilla, der
ja:セビリアの理髪師
Berlin
Berlin ist Hauptstadt, bevölkerungsreichste und flächengrößte Stadt Deutschlands. Sie ist Stadtstaat und ein eigenständiges Bundesland. Berlin ist nach London die zweitgrößte Stadt der EU.
Historisch war Berlin mehrfach Hauptstadt deutscher Staaten wie des Markgrafentums/Kurfürstentumes Brandenburg, des Königreiches Preußen, des Deutschen Reiches oder der DDR (nur der damalige Ostteil der Stadt). Seit der Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 ist Berlin gesamtdeutsche Hauptstadt und seit dem Hauptstadtbeschluss des Deutschen Bundestages von 1991 nimmt die Stadt seit 1999 auch die Funktion als Parlaments- und Regierungssitz Deutschlands wahr.
Die Stadt ist ein bedeutender Verkehrsknotenpunkt und ein wichtiges Wirtschafts-, Kultur- und Bildungszentrum mit zahlreichen Universitäten, Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Theatern, Museen und Baudenkmälern.
Geordnete Links auf Artikel mit Berlinbezug finden sich im Portal:Berlin.
Geografie
Geografische Lage
Portal:Berlin
Berlin ist gänzlich vom Bundesland Brandenburg umgeben und liegt im Osten der Bundesrepublik Deutschland, etwa 70 km westlich der Grenze zu Polen. Die Stadt ist einer der Verdichtungsräume der Bundesrepublik.
Berlin befindet sich in eiszeitlich geprägter Landschaft im Warschau-Berliner Urstromtal zwischen den Hochebenen des Barnim und des Teltow. Das historische Zentrum Berlins liegt an der schmalsten Stelle des von der Spree in ost-westlicher Richtung durchflossenen Urstromtals. Im westlichsten Bezirk Spandau mündet die Spree in die Havel, die den Westen Berlins in Nord-Süd Richtung durchfließt. Der Flusslauf der Havel ähnelt dabei oft einer Seenlandschaft, die größten Ausbuchtungen bilden der Tegeler See und der Große Wannsee.
Wesentliche Teile des heutigen Berlins liegen auf den beiden Hochebenen: Große Teile der Bezirke Reinickendorf und Pankow liegen auf dem Barnim, während der Hauptteil der Bezirke Charlottenburg-Wilmersdorf, Steglitz-Zehlendorf, Tempelhof-Schöneberg und Neukölln auf dem Teltow gelegen ist.
Weder zum Urstromtal noch zum Barnim oder Teltow gehört Berlin-Spandau westlich der Havel, das zum Teil der Nauener Platte zuzurechnen ist.
Die höchsten Erhebungen Berlins sind der aus Trümmerschutt des Zweiten Weltkriegs künstlich aufgeschüttete Teufelsberg (115 m ü. NN) im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf und die Müggelberge (115 m) im Bezirk Treptow-Köpenick.
Siehe auch: Liste der Erhebungen in Brandenburg und Berlin
Stadtgliederung
Nach dem Gebietsreformgesetz vom 10. Juni 1998 wurde die Zahl der Verwaltungsbezirke zum 1. Januar 2001 von 23 auf 12 reduziert. Berlin ist seitdem gegliedert in die Bezirke:
- Charlottenburg-Wilmersdorf
- Friedrichshain-Kreuzberg
- Lichtenberg
- Marzahn-Hellersdorf
- Mitte
- Neukölln
- Pankow
- Reinickendorf
- Spandau
- Steglitz-Zehlendorf
- Tempelhof-Schöneberg
- Treptow-Köpenick
Siehe auch: Liste der Bezirke und Ortsteile Berlins
Klima
Die Stadt befindet sich in der gemäßigten Klimazone. Die durchschnittliche Jahrestemperatur in Berlin-Dahlem beträgt 9,2 Grad Celsius und die mittlere jährliche Niederschlagsmenge 578 Millimeter.
Die wärmsten Monate sind Juni, Juli und August mit durchschnittlich 16,6 bis 18,4 Grad Celsius und die kältesten Dezember, Januar und Februar mit 0,5 bis 1,8 Grad Celsius im Mittel.
Der meiste Niederschlag fällt in den Monaten Juni und August mit 62 bis 67 Millimeter im Durchschnitt, der wenigste im Februar, April und Oktober mit 36 bis 38 Millimeter im Mittel.
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte Berlins
Die Stadt Cölln, Teil der Doppelstadt Berlin-Cölln (auf der Spreeinsel gelegen), wurde 1237 erstmals urkundlich erwähnt, 1244 folgte dann die Erwähnung Berlins, welches sich auf dem nördlichen Ufer der Spree befand. Die beiden Städte bekamen 1307 ein gemeinsames Rathaus. Der Name Berlin hat nichts mit dem Bären im heutigen Stadtwappen zu tun. Er geht vermutlich auf die slawische Silbe berl (Sumpf) zurück.
1415 wurde Friedrich I. Kurfürst der Mark Brandenburg und blieb dies bis 1440. Mitglieder der Familie Hohenzollern regierten bis 1918 in Berlin, erst als Markgrafen von Brandenburg, dann als Könige von Preußen und schließlich als deutsche Kaiser. Die Einwohner von Berlin haben diese Veränderungen nicht immer begrüßt.
Preußen
Preußen
Preußen]
1448 revoltierten sie im „Berliner Unwillen“ gegen den Schlossneubau des Kurfürsten Friedrich II. Eisenzahn. Dieser Protest war jedoch nicht von Erfolg gekrönt und die Bevölkerung büßte viele ihrer politischen und ökonomischen Freiheiten ein. 1451 wurde Berlin dann Residenzstadt der brandenburgischen Markgrafen und Kurfürsten und musste seinen Status als freie Hansestadt aufgeben.
Der Dreißigjährige Krieg zwischen 1618 und 1648 hatte für Berlin verheerende Folgen: ein Drittel der Häuser wurden beschädigt, die Bevölkerung halbierte sich. Friedrich Wilhelm, bekannt als der Große Kurfürst, übernahm 1640 die Regierungsgeschäfte von seinem Vater. Er startete eine Politik der Immigration und der religiösen Toleranz. Ab dem folgenden Jahr kam es zur Gründung der Vorstädte Friedrichswerder, Dorotheenstadt und Friedrichstadt.
1671 wurde fünfzig jüdischen Familien aus Österreich ein Zuhause gegeben. Mit dem Edikt von Potsdam 1685 lud Friedrich Wilhelm die französischen Hugenotten nach Brandenburg ein. Über 15.000 Franzosen kamen, von denen sich 6.000 in Berlin niederließen. Um 1700 waren 20 Prozent der Berliner Einwohner Franzosen, und ihr kultureller Einfluss war groß. Viele Einwanderer kamen außerdem aus Böhmen, Polen und Salzburg.
1701 erlangte Berlin durch die Krönung Friedrich I. zum König den Status der Hauptstadt Preußens. Per 1. Januar 1710 erfolgte die Vereinigung der Städte Berlin, Cölln, Friedrichswerder, Dorotheenstadt und Friedrichstadt zur Königlichen Haupt- und Residenzstadt Berlin. Aber schon bald entstanden neue Vorstädte, die Berlin vergrößerten. 1861 kam es zur Eingemeindung von Wedding, Moabit sowie der Tempelhofer, der Schöneberger, der Spandauer und weiteren Vorstädten. 1871 wurde Berlin dann Hauptstadt des neu gegründeten Deutschen Reiches.
Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde 1918 in Berlin die Republik ausgerufen. 1920 folgte dann mit dem Groß-Berlin-Gesetz erneut eine umfassende Eingemeindung mehrerer Städte, Landgemeinden und Gutsbezirke rund um Berlin. Berlin hatte damit rund vier Millionen Einwohner.
Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 wurde Berlin die Hauptstadt des Dritten Reiches. Die Nazis nutzten die 1936 in Berlin stattfindenden Olympischen Sommerspiele für Propagandazwecke. Es gab auch Pläne, Berlin zur Welthauptstadt Germania umzubauen. Diese wurden jedoch durch den Zweiten Weltkrieg vereitelt.
Während des Krieges wurden große Teile Berlins durch Bomben und durch den Häuserkampf zerstört. Nach der Einnahme der Stadt durch die Rote Armee und die Kapitulation 1945 wurde Berlin, analog zu der Regelung für das gesamte Deutschland, in vier Sektoren aufgeteilt. Die Sektoren der Westalliierten (USA, Großbritannien und Frankreich) bildeten den westlichen Teil der Stadt, während der Sektor der Sowjetunion von nun an den Ostteil bildete.
Für Gesamtberlin blieb allerdings eine Gesamtverantwortung aller vier Alliierten bestehen. Die zunehmenden politischen Differenzen zwischen den Westalliierten und der Sowjetunion führten 1948/49 zu einer wirtschaftlichen Blockade West-Berlins, die die Alliierten mit der so genannten Luftbrücke erfolgreich zu umgehen versuchten.
Nach der Gründung der demokratischen Bundesrepublik Deutschland im Westen Deutschlands und der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) im Osten Deutschlands, beides im Jahr 1949, verschärfte sich der Kalte Krieg auch in Berlin. Während die Bundesrepublik ihre Hauptstadt nach Bonn verlegte, was zunächst als Provisorium gedacht war, ernannte die DDR Ost-Berlin zur Hauptstadt der DDR. Der Ost-West-Konflikt gipfelte im Bau der Berliner Mauer durch die DDR am 13. August 1961.
Berlins Osten und Westen waren nun vollkommen voneinander getrennt; der Übergang war nur noch an bestimmten Kontrollpunkten möglich, allerdings nicht mehr für die Bewohner der DDR und Ost-Berlins. 1971 wurde das Viermächte-Abkommen über Berlin unterzeichnet. Während die Sowjetunion den Vier-Mächte-Status nur auf West-Berlin bezog, unterstrichen die Westmächte 1975 in einer Note an die Vereinten Nationen ihre Auffassung vom Vier-Mächte-Status über Gesamt-Berlin.
1989 kam es unter dem Druck der ostdeutschen Bevölkerung zur Wende in der DDR, die Mauer fiel. Bereits 1990 wurden die beiden deutschen Staaten als Bundesrepublik Deutschland wiedervereinigt und Berlin per Einigungsvertrag deutsche Hauptstadt. 1991 beschloss der Bundestag nach kontroverser öffentlicher Diskussion, dass die Stadt auch wieder Sitz der deutschen Bundesregierung sein sollte. Am 1. September 1999 nahmen Regierung und Parlament ihre Arbeit in Berlin auf.
Bevölkerung
Parlament
Parlament
In Berlin leben 3.389.078 Einwohner (Stand Ende März 2005) auf einer Fläche von 891,75 Quadratkilometern. Die Bevölkerungsdichte der Region beträgt 3.811 Einwohner pro Quadratkilometer.
Der durchschnittliche Berliner im Jahre 2004 war 41,7 Jahre alt. Das entspricht einer Erhöhung von 2,5 Jahren über einen Zeitraum von zwölf Jahren. Im Juni 2005 lebten rund 458.600 Einwohner mit ausländischem Pass aus 185 Staaten in Berlin. Das entspricht rund 13,5 Prozent. Insgesamt wohnen rund 36.000 Bürger aus dem nächstgelegenen Nachbarland, Polen, sowie rund 119.000 Türken in Berlin. Berlin hat außerhalb der Türkei die größte türkische Gemeinde in Europa. 2004 erhielten nach Angaben des statistischen Landesamts 6507 Ausländer die deutsche Staatsbürgerschaft
Laut dem Statistischen Landesamt (2005) sind 60 Prozent der Berliner nicht Mitglied einer Religionsgemeinschaft, 23 Prozent evangelische Christen, 9 Prozent Katholiken und sechs Prozent Mitglied der islamischen Gemeinde.
Einwohnerentwicklung
Im Jahre 1919 lebten in Berlin 1,9 Millionen Menschen. Mit der Bildung der Einheitsgemeinde Groß-Berlin verdoppelte sich die Einwohnerzahl am 1. Oktober 1920 sprunghaft auf 3,9 Millionen. Die neue Stadtgemeinde vergrößerte sich in der Fläche auf das Dreizehnfache: von 66,93 auf 878,1 Quadratkilometer.
811,17 Quadratkilometer mit 1,9 Millionen Menschen waren aus der damaligen Provinz Brandenburg an die neue Stadtgemeinde gekommen; das waren zwei Prozent des Territoriums, jedoch fast 44 Prozent der Bevölkerung Brandenburgs. Die neue Fläche entsprach damit fast der Größe der Insel Rügen (926,4 Quadratkilometer). Berlin war 1920 zur flächenmäßig zweitgrößten Stadt der Welt nach Los Angeles und nach der Einwohnerzahl – hinter London und New York – zur drittgrößten Stadt der Erde geworden.
Bis 1934 wuchs die Bevölkerung Berlins auf einen Höchststand von 4,464 Millionen, sank dann aber, bedingt durch die Auswirkungen des Zweiten Weltkrieges und der Teilung der Stadt, bis 1980 um 30 Prozent auf einen Tiefststand von drei Millionen. Der Bevölkerungsverlust in den Jahren 1950 bis 1960 wurde vor allem durch Abwanderungen aus Ost-Berlin verursacht. Während West-Berlin einen Zuwachs von 2,58 % verzeichnete, sank in Ost-Berlin die Einwohnerzahl um 9,86 %. Diese so genannte Abstimmung mit den Füßen war Ausdruck der Unzufriedenheit vieler Ostberliner. Seit 1980 verzeichnete die Stadt wieder einen Anstieg um 350.000 auf circa 3,39 Millionen Einwohner im Januar 2005.
Nach Berechnungen wird die Einwohnerzahl Berlins wegen der niedrigen Geburtenraten bis 2050 auf rund drei Millionen sinken.
Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1860 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter beziehungsweise der Stadtverwaltung selbst.
¹ Volkszählungsergebnis
Politik
2005]
Hauptartikel: Politik in Berlin
Berlin ist seit der Wiedervereinigung der ehemals getrennten beiden deutschen Staaten am 3. Oktober 1990 ein vollwertiges Bundesland und zugleich eine kreisfreie Stadt, die in nunmehr zwölf Bezirke untergliedert ist. Daneben ist Berlin die Hauptstadt der Bundesrepublik Deutschland.
Der Deutsche Bundestag entschied im so genannten Hauptstadtbeschluss am 20. Juni 1991, dass Berlin auch Regierungs- und Parlamentssitz des vereinigten Deutschlands werden soll. Somit ist die Stadt heutzutage Sitz der Bundesregierung, des Bundestages und des Bundesrates.
Das Land Berlin
Das Landesparlament des Landes Berlin, die gesetzgebende Gewalt, ist nach der Verfassung von Berlin das Abgeordnetenhaus von Berlin. In ihm sind zur Zeit Abgeordnete aus SPD, CDU, Die Linkspartei., Bündnis 90/Die Grünen und FDP vertreten. Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) und die Linkspartei.PDS bilden eine Koalition.
Die Landesregierung, die Exekutive, ist der Senat von Berlin, bestehend aus dem Regierenden Bürgermeister (derzeit Klaus Wowereit, SPD) und bis zu acht Senatoren. Der Regierende Bürgermeister ist dabei zugleich Repräsentant des Landes und der Stadt.
1996 scheiterte eine Volksabstimmung zur Vereinigung der Bundesländer Berlin und Brandenburg am Widerstand der Brandenburger Bevölkerung.
Wappen und Flagge
Hauptartikel: Hoheitszeichen Berlins
Die Verwaltung
Hoheitszeichen Berlins
Da Berlin eine Einheitsgemeinde ist, stellen die Bezirke keine eigenständigen Gemeinden dar und sind somit stark vom Senat und auf Verwaltungsebene von den Senatsverwaltungen abhängig, die die Fachaufsicht ausüben. Dennoch gibt es in jedem Berliner Bezirk eine eigene – allerdings nicht als Parlament, sondern als Teil der Verwaltung ausgestaltete – Volksvertretung, die Bezirksverordnetenversammlung (BVV), welche das Bezirksamt, bestehend aus Bezirksbürgermeister und fünf Stadträten, nach Parteienproporz wählt. Bürgermeister und Stadträte haben daher trotz ihrer quasipolitischen Wahl den Status eines Wahlbeamten inne.
Die Bürgermeister der Bezirke bilden unter Vorsitz des Regierenden Bürgermeisters den Rat der Bürgermeister, der den Senat berät.
Berlin hat pro Kopf der Bevölkerung die meisten Landesbeamten. Dies entstammt zum Teil noch der Situation der geteilten Stadt mit Westberliner Exklave, deren Beamtenschaft für das Bundesland übernommen wurden.
Siehe auch: Bezirksverwaltung in Berlin
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Hauptartikel: Sehenswürdigkeiten in Berlin
Theater
Sehenswürdigkeiten in Berlin]
Berlin ist bekannt für seine zahlreichen Theater- und Kleinkunstbühnen. Die bekanntesten sind das Berliner Ensemble, die Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz und das Deutsche Theater Berlin. Es verfügt außerdem über drei Opernhäuser, die Staatsoper, die Deutsche Oper und die Komische Oper. Jedes Jahr finden in Berlin die Internationalen Filmfestspiele, die Berlinale, mit der Verleihung des Goldenen Bären statt.
Daneben besitzt Berlin mehrere Orchester und Chöre. Neben den Berliner Philharmonikern und dem Berliner Sinfonie Orchester gibt es mehrere Orchester und Chöre der Rundfunk Orchester und Chöre GmbH. Dies sind das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin (Kent Nagano), das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin (Marek Janowski), der Rundfunkchor Berlin (Simon Halsey) und der RIAS Kammerchor (Daniel Reuss). Diese Orchester und Chöre treten oft zusammen (Orchester mit Chor) im Konzerthaus, der Philharmonie oder in anderen Sälen in Deutschland oder auf Tourneen auf der ganzen Welt auf. Im Berliner Sängerbund sind 236 Laienchöre mit über 10 000 Mitgliedern vereinigt.
Museen
Berliner Sängerbund ]
Hauptartikel: Museen in Berlin
Berlin verfügt über eine Vielzahl von Museen. Bereits 1841 wurde die von Spree und Kupfergraben umflossene Museumsinsel im nördlichen Teil der Spreeinsel durch königliche Order zu einem „der Kunst und der Altertumswissenschaft geweihten Bezirk“ bestimmt. In der Folge entstanden dort mehrere Museen, wie das Alte Museum im Lustgarten, das Neue Museum, die Alte Nationalgalerie, das heutige Bodemuseum und das Pergamonmuseum. Diese Museen stellen vor allem Exponate aus der Zeit der Antike aus.
Außerhalb der Museumsinsel befinden sich Museen über vielfältige Themen. Die Gemäldegalerie und Neue Nationalgalerie sind Kunstmuseen, das Bauhaus-Archiv ein Architekturmuseum. Das Jüdische Museum zeigt eine ständige Ausstellung zu 2.000 Jahren jüdisch-deutscher Geschichte. Das Jagdschloss Grunewald beherbergt eine erlesene Gemäldesammlung aus dem 15. bis 19. Jahrhundert. In Dahlem konzentrieren sich zahlreiche ethnologische Museen. In Lichtenberg wurde auf dem Areal des früheren Ministeriums für Staatssicherheit der DDR das Stasi-Museum eingerichtet. Das Museum am Checkpoint Charlie, auch als Mauermuseum bekannt, zeigt Momente aus der Teilungsgeschichte.
Bauwerke
Checkpoint Charlie]
Das zwischen 1788 und 1791 errichtete Brandenburger Tor ist Berlins Wahrzeichen und Symbol der überwundenen Teilung. Es ist den Propyläen auf der Akropolis in Athen nachempfunden und wird von einer Quadriga mit der Siegesgöttin Viktoria gekrönt, die von ihrem Schöpfer Johann Gottfried Schadow jedoch als Friedensgöttin Eirene gedacht war. Das Tor ist das westliche Ende der Straße Unter den Linden, die sich bis zur Museumsinsel in der Spree und dem Berliner Dom hinzieht. Bis zur Wiedervereinigung Deutschlands am 3. Oktober 1990 verlief dort die Grenze zwischen beiden Stadthälften.
1990
In diesem Areal liegen die im Jahre 1743 im Rokokostil erbaute Deutsche Staatsoper, die zwischen 1774 und 1780 errichtete Staatsbibliothek, das von 1695 bis 1706 nach Plänen von Andreas Schlüter gebaute barocke ehemalige Zeughaus und die zwischen 1747 und 1773 errichtete Hedwigs-Kathedrale, die Hauptkirche des katholischen Bistums Berlin. Der Französische Dom am Gendarmenmarkt war im 17. Jahrhundert Mittelpunkt des französischen Viertels. Die im Jahre 1809 eröffnete Humboldt-Universität zu Berlin, an welcher der Philosoph Georg Wilhelm Friedrich Hegel lehrte, brachte 27 Nobelpreisträger hervor.
Eine beliebte Einkaufspromenade in Berlin ist der Kurfürstendamm mit seinen zahlreichen Hotels, Geschäften, Restaurants. Die im Zweiten Weltkrieg zerstörte Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche wurde zwischen 1891 und 1895 erbaut. Sie markiert das östliche Ende des Boulevards. Ihre Turmruine blieb als Mahnmal erhalten. Gleich daneben entstand nach Plänen Egon Eiermanns von 1959 bis 1961 eine neue Kirche auf achteckigem Grundriss mit einem sechseckigen frei stehenden Kirchturm.
Die östliche Verlängerung des Kurfürstendammes bildet die Tauentzienstraße, wo sich mit dem KaDeWe (Kaufhaus des Westens) das größte Kaufhaus des europäischen Kontinents und das zwischen 1963 und 1965 erbaute Europa-Center befinden. Das 22-stöckige Gebäude beherbergt viele Geschäfte, Restaurants, Büros, ein Kino und eine Aussichtsplattform. In nordöstlicher Richtung erstreckt sich mit über drei Kilometern Länge die größte Parkanlage Berlins, der Tiergarten.
Tiergarten
In der Nähe des Brandenburger Tores befinden sich die 1957 errichtete Kongresshalle und das zwischen 1884 und 1894 gebaute Reichstagsgebäude. Es wurde am 27. Februar 1933 durch einen Brand schwer beschädigt und im Zweiten Weltkrieg erneut erheblich in Mitleidenschaft gezogen. Seit dem Jahre 1999 ist das Gebäude Sitz des Deutschen Bundestages. Einen Besuch wert ist auch der Zoologische Garten von Berlin, einer der größten und ältesten der Welt, und das 1785 errichtete Schloss Bellevue, einst Sommerwohnung von Prinz August Ferdinand, des Bruders Friedrich des Großen, heute Amtssitz des Bundespräsidenten.
Bundespräsident]
Die Oranienburger Straße war vor dem Zweiten Weltkrieg das Zentrum des jüdischen Viertels. Zu deren Wiederaufbau gehörte unter anderem die Restaurierung der 1866 fertig gestellten Neuen Synagoge. Sie wurde durch Bombenangriffe im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt. 1995 wieder eröffnet dient sie heute als Mittelpunkt für das Studium und die Erhaltung jüdischer Kultur. In nördlicher Richtung liegt der älteste jüdische Friedhof der Stadt.
Östlich der beiden Spreearme, die die Spreeinsel umfließen, liegt der Alexanderplatz mit vielen Geschäften und Restaurants, ganz in der Nähe davon der 368 Meter hohe Fernsehturm – das höchste Gebäude Deutschlands – und das Rote Rathaus. Zwei Statuen, eine männliche und eine weibliche, mit Blick auf den Eingang des Rathauses sollen an die Beseitigung der vielen Trümmer nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges erinnern. Sehenswert im östlichen Zentrum Berlins sind der alte Stadtteil Prenzlauer Berg und die Einkaufsstraßen Schönhauser Allee und Kastanienallee.
Der Potsdamer Platz ist eine Verkehrsdrehscheibe im Zentrum Berlins, von der mehrere große Straßen ausgehen. Er wurde 1741 auf Erlass von Friedrich Wilhelm I., König in Preußen angelegt. 1923 begann von dem in der Nähe gelegenen Vox-Haus aus die Geschichte des Rundfunks in Deutschland. Bis 1940 war der Potsdamer Platz der verkehrsreichste Platz Europas. Nach dem starken Bombardement durch die Alliierten im Zweiten Weltkrieg lag er in Trümmern.
1961 wurde er durch die Berliner Mauer geteilt und die Gegend verfiel. Der fühere Verlauf der Berliner Mauer wird seit einigen Jahren durch in den Boden eingelassene Pflastersteine gekennzeichnet. Durch die Hochhausbebauung des Potsdamer Platzes, die eine große Anzahl an Geschäften und Restaurants beherbergen, hat dieser sich als Bindeglied zwischen den bis zur Wende getrennten Stadthälften entwickelt.
In Charlottenburg wurde das Olympiastadion für die Olympischen Sommerspiele von 1936 errichtet, sowie der 150 Meter hohe Funkturm, der zwischen 1924 und 1926 anlässlich der 3. Deutschen Funkausstellung entstand und sehr schnell zu einem der Wahrzeichen Berlins avancierte. Weitere Sehenswürdigkeiten der Stadt sind das Schloss Charlottenburg (Baubeginn 1695), ein barocker Repräsentationsbau der Hohenzollern mit bedeutender Gemäldesammlung, die Zitadelle Spandau und das im Stil des Klassizismus erbaute Schloss Tegel (auch Humboldt-Schloss), ehemals Wohnsitz des Naturforschers und Geographen Alexander von Humboldt.
Parkanlagen
Alexander von Humboldt ]]
Alexander von Humboldt]
Alexander von Humboldt]
Der Große Tiergarten liegt im Zentrum Berlins, im Ortsteil Berlin-Tiergarten des Bezirks Mitte. Mit 210 Hektar ist er der größte Berliner Park. Einige große Straßen durchschneiden den Park, darunter die Ost-West-Achse Straße des 17. Juni. Sie kreuzen sich am Großen Stern, in dessen Mitte die Siegessäule steht.
Der erste Tiergarten wurde schon 1527 angelegt, allerdings an anderer Stelle, nämlich in der Nähe des Berliner Schlosses, westlich der Cöllner Stadtmauer. Das kleine Gebiet wurde seit 1530 nach Westen und Norden hin durch Zukäufe erweitert, bis zu den Grenzen des heutigen Tiergartens und darüber hinaus.
Neben dem Tiergarten mit seinen zahlreichen historischen Gebäuden gehört der Treptower Park im Südosten Berlins zu den bedeutendsten Parks der Stadt. Er wurde von 1876 bis 1882 vom ersten Berliner Gartenbaudirektor Gustav Meyer angelegt und war 1896 Schauplatz der Großen Berliner Gewerbeausstellung. Die weite an der Spree sich hinziehende Gartenlandschaft ist eines der beliebtesten Ausflugsziele der Berliner, nicht zuletzt auch wegen der bereits 1821 und 1822 als Neues Gartenhaus an der Spree erbauten heutigen Gaststätte.
Eine Besonderheit unter den Parks ist der Botanische Garten Berlin. Im Südwesten der Stadt gelegen, wird er neben seiner wissenschaftlichen Bestimmung (er gehört zur Freien Universität Berlin) auch als Erholungspark genutzt. Die Vorgängereinrichtung existierte bereits seit 1697 auf dem Gelände des heutigen Kleistparks in Schöneberg, ab 1897 folgte der Bau der neuen Parkanlage in Dahlem. Mit einer Fläche von über 43 Hektar und etwa 22.000 verschiedenen Pflanzenarten gehört er zu den größten und weltweit bedeutendsten Botanischen Gärten und ist der größte in Europa. Das 25 Meter hohe, 30 Meter breite, und 60 Meter lange Große Tropenhaus ist das höchste Gewächshaus der Welt.
Im Südwesten von Berlin an der historischen Brücke zu Potsdam liegt unter anderem die Pfaueninsel mit dem zwischen 1794 und 1797 im Stil einer Ruine erbauten Lustschloss und einem englischen Garten.
Freizeit und Erholung
englischen Garten]
Der von der Havel durchflossene Große Wannsee bedeckt eine Fläche von 260 Hektar. Mit ihm besitzt Zehlendorf, eine der bevorzugtesten Wohngegenden der Stadt, Berlins beliebtestes Naherholungsgebiet, das Wassersport, Ausflugsschifffahrt und das Strandbad Wannsee bietet.
In der Villa Am Großen Wannsee 56-58 allerdings fand am 20. Januar 1942 die sogenannte Wannsee-Konferenz "zur Endlösung der Judenfrage" statt. Heute ist dort eine Gedenkstätte eingerichtet.
Der Müggelsee und die Müggelberge im Südosten Berlins sind zu allen Jahreszeiten beliebte Ausflugsziele. Das Strandbad ist in den Sommermonaten ein Besuchermagnet. Der Müggelsee ist der größte der Berliner Seen. Vielfach findet man die Bezeichnung Großer Müggelsee, da er mit dem Kleinen Müggelsee einen Bruder hat, der allerdings lediglich 0,16 Quadratkilometer umfasst.
Der See dehnt sich über 7,4 Quadratkilometer aus (maximal 4,3 Kilometer lang; 2,6 Kilometer breit) und ist bis zu acht Meter tief. Der See und die am Südrand gelegenen Müggelberge, mit 115 Meter die höchsten Berliner Erhebungen, entstanden während des Pleistozäns. Auf dem sogenannten Kleinen Müggelberg wurde 1889 der vielbesuchte und beliebte Müggelturm errichtet, der einen Ausblick über den See und die Wälder bis hin zur Stadtsilhouette Berlins bietet beziehungsweise bot.
Sport
Müggelturm]
In Berlin gibt es zahlreiche Sportvereine, wobei sich die meisten dem Breitensport widmen. Ein paar Vereine sind aber zusätzlich auch im Bereich des professionellen Sports tätig. Dazu zählen insbesondere im Fußball Hertha BSC und der 1. FC Union Berlin, im Eishockey die Eisbären, im Basketball Alba und im American Football Berlin Thunder. In der Volleyball-Bundesliga ist die Hauptstadt gleich mit drei Vereinen vertreten.
Jedes Jahr findet in Berlin der weltbekannte Berlin-Marathon sowie das ISTAF statt. Nachdem Berlin die Bewerbung um die Olympischen Sommerspiele 2000 verloren hatte, wird im Jahr 2006 nun das Finale der Fußball-Weltmeisterschaft in Berlin ausgetragen werden. Dazu wurde das Olympiastadion komplett saniert. Im Jahr 2009 werden die Leichtathletik-Weltmeisterschaften im Berliner Olympiastadion ausgetragen.
Wirtschaft
Leichtathletik-Weltmeisterschaften]
Hauptartikel: Wirtschaft Berlins
Das Bruttoinlandsprodukt des Landes Berlin betrug im Jahr 2001 75,8 Mrd. Euro. Zum Vergleich: Hamburg erzielte ein Bruttoinlandsprodukt von 73,7 Mrd. Euro, im Land Brandenburg waren es 42,3 Mrd. Euro (Quelle: IHK-Bericht 2000/2001).
In Berlin gab es 2001 insgesamt 138.688 der Industrie- und Handelskammer zugehörige Betriebe. Davon waren 48.289 im Handelsregister eingetragen und 90.399 so genannte Kleingewerbetreibende (IHK-Bericht 2000/2001).
Über 80 Prozent der Unternehmen Berlins gehören dem Tertiärsektor an. Mit 1,2 der 1,5 Millionen Arbeitnehmer Berlins sind in diesem Bereich ebenfalls weit über 80 Prozent der Erwerbstätigen beschäftigt. Berlin ist also Hochburg des Dienstleistungssektors. Die Bruttowertschöpfung liegt bei rund 69 Mrd. Euro pro Jahr.
Medien
Bruttowertschöpfung
Hauptartikel: Berliner Medienlandschaft
Berlin ist der Sitz vieler regional und bundesweit sendender Rundfunkanstalten. Neben Fernsehsendern wie MTV, Nick, bald auch VIVA und VIVA Plus, Sat.1, N24, TV.Berlin oder FAB gibt es in Berlin eine große Anzahl so genannter Privatradios. Auch die öffentlich-rechtlichen Sender RBB und Deutsche Welle TV haben hier ihren Sitz. Der politischen Bedeutung als Hauptstadt tragen die meisten überregionalen Sender wie ARD, ZDF, RTL oder DeutschlandRadio mit einem „Hauptstadtstudio“ Rechnung.
In Berlin erscheinen die meisten Tageszeitungen Deutschlands. Die größten Abonnement-Zeitungen sind die Berliner Zeitung, die Berliner Morgenpost sowie Der Tagesspiegel, die alle drei jeweils einen umfangreichen Berlin-Teil aufweisen. Bundesweite Bedeutung haben die linksliberale taz, die konservative Welt, das Linkspartei-nahe Neue Deutschland und die Linkspartei-kritische Junge Welt. Außerdem gibt es in Berlin die Boulevardzeitungen B.Z., Bild Berlin und Berliner Kurier.
Neben den Zeitungen gibt es verschiedene Anzeigenblätter wie die Berliner Woche, das Berliner Abendblatt oder die Zweite Hand; außerdem erscheinen verschiedene Stadtmagazine wie der Tip, (030) oder die Zitty.
In Berlin haben der Verlag Walter de Gruyter und der Springer-Verlag ihren Sitz. Sie bieten neben Büchern und Zeitschriften auch viele multimediale Angebote.
Infrastruktur
Öffentlicher Verkehr
Springer-Verlag
Springer-Verlag]
Dem innerstädtischen Verkehr dienen die S-Bahn – betrieben von der S-Bahn Berlin GmbH – sowie die U-Bahn, Straßenbahnen und Busse – betrieben von der BVG.
Wie man der Netzspinne leicht entnehmen kann, wird die Innenstadt in Ost-West-Richtung von der als Hochbahn angelegten Stadtbahn durchquert, welche parallel von S-Bahn sowie Regional- und Fernverkehr befahren wird. Sie verbindet das Westkreuz mit dem Ostkreuz, und passiert dabei den Bahnhof Charlottenburg, den Zoologischen Garten, den Lehrter Bahnhof, den Bahnhof Friedrichstraße, den Alexanderplatz und den Ostbahnhof.
Auf der Nord-Süd-Achse übernimmt die U-Bahnlinie 9 den größten Teil des Fahrgastaufkommens, ergänzt durch die teilweise unterirdische Nord-Süd-Trasse der S-Bahn. Die S-Bahntrasse kreuzt am Bahnhof Friedrichstraße die Stadtbahn. Noch im Bau befindet sich die größtenteils unterirdische Fernbahntrasse vom Bahnhof Papestraße über den Lehrter Bahnhof bis nach Gesundbrunnen (als Teil des so genannten Pilzkonzeptes). Vervollständigt wird der Bahnverkehr durch die Ringbahn, welche die Innenstadt einschließt.
Zum Eisenbahnknotenpunkt Berlin gehört auch der bei Potsdam gelegene Rangierbahnhof Seddin. Für den Regionalverkehr verkehren Regionalbahn- und Regionalexpresslinien der Deutschen Bahn sowie zwei InterConnex-Linien.
Siehe auch: Liste Berliner Bahnhöfe
Autobahnen
Die Innenstadt wird von Westen her von einem Autobahn-Halbkreis (A 100 – Berliner Stadtring) umgeben, der langfristig zu einem Ring vervollständigt werden soll und eine reine Stadtautobahn darstellt. Rund um Berlin verläuft die Autobahn A 10 (Berliner Ring).
Von der A 100 gibt es innerhalb des Stadtgebiets folgende Autobahnen Richtung Berliner Ring:
- A 111 in Richtung Nordwesten (Richtung Hamburg und Rostock)
- A 113 in Richtung Südosten (Richtung Dresden und Cottbus). Diese Autobahn beginnt derzeit erst am Dreieck Treptow im äußersten Südosten der Stadt. Bis 2007 soll der im Bau befindliche Anschluss von der A 100 (beginnend am Dreieck Neukölln) bis zur Berliner Stadtgrenze fertig gestellt sein. Am 14. Juli 2004 wurde dazu das erste Teilstück vom Dreieck Neukölln bis zur Anschlussstelle Späthstraße für den Verkehr freigegeben.
- A 115 in Richtung Südwesten (Richtung Hannover und Leipzig), deren anfängliches gerades Teilstück umgangssprachlich auch heute noch AVUS genannt wird.
Zusätzlich hierzu gibt es im Norden der Stadt noch die A 114 von der Prenzlauer Promenade im Bezirk Pankow zur A 10 in Richtung Stettin.
Die nur wenige Kilometer lange ehemalige A 104, die im Südwesten der Stadt den Berliner Stadtring (A 100)) nach Süden hin mit Berlin-Steglitz verbindet, wurde inzwischen zur Autostraße herabgestuft. Die A 103 verbindet den Berliner Stadtring – von einem weiter östlich gelegenen Anschluss – nach Südwesten hin mit dem Steglitzer Kreisel in Richtung Potsdam.
Flughäfen
Berlin besitzt drei Flughäfen: Tegel (TXL), Tempelhof (THF) und Schönefeld (SXF). Letzterer liegt allerdings knapp hinter der Berliner Stadtgrenze und befindet sich somit im Land Brandenburg. Langfristig ist geplant, den Flughafen Schönefeld zu vergrößern, um die im Innenstadtbereich liegenden Flughäfen Tegel und Tempelhof zu entlasten beziehungsweise zu schließen. Das Großprojekt Flughafen Berlin Brandenburg International (BBI) stößt bei einigen Anwohnern in Berlin und Brandenburg auf Widerstand.
Mit dem bereits geschlossenen Flugplatz Johannisthal besaß Berlin den ersten Flugplatz Deutschlands.
Energieversorgung
Die Energieversorgung von Berlin verfügt über einige Besonderheiten. Im Zweiten Weltkrieg wurde geplant, Berlin über eine als Erdkabel ausgeführte Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ) vom Kraftwerk Dessau zu speisen. Mit dem Bau dieser Anlage wurde 1943 begonnen, sie konn
4. JuliDer 4. Juli ist der 185. Tag des Gregorianischen Kalenders (der 186. in Schaltjahren) - somit bleiben 180 Tage bis zum Jahresende.
Ereignisse
- 1054 - Chinesischen Astronomen beobachten einen „neuen Stern“, der sich als Explosion einer Supernova herausstellen sollte, die den Krebsnebel entstehen ließ.
- 1187 - In der Schlacht bei den Hörnern von Hattin verliert das Kreuzfahrerheer gegen die Truppen von Saladin.
- 1776 - Unterzeichnung der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung.
- 1865 - In London erscheint die Erstausgabe von Lewis Carrolls „Alice im Wunderland“.
- 1933 - Die Zentrumspartei und die Bayrische Volkspartei in Deutschland beschließen ihre Selbstauflösung.
- 1945 - In London wird ein Abkommen über Alliierte Kontrolle im besetzten Österreich unterzeichnet.
- 1946 - Die Philippinen erlangen die Unabhängigkeit.
- 1953 - Imre Nagy wird zum ungarischen Ministerpräsidenten gewählt.
- 1973 - Gründung der Karibischen Wirtschaftsgemeinschaft
- 1982 - Dominikanische Republik. Jacobo Majluta wird Staatspräsident
- 1992 - Grundsatzerklärung zwischen Kirgisistan und Deutschland
- 1996 - Kriegsgräber-Abkommen zwischen Deutschland und Litauen
- 1997 - Die NASA-Sonde "Pathfinder" landet auf dem Mars.
- 1997 - Der russische Ministerpräsident Wiktor Tschernomyrdin trifft mit Bundeskanzler Helmut Kohl zusammen.
- 1998 - Das Verfassungsgericht in Aserbaidschan wird gegründet.
- 1998 - Die erste Raumsonde Japans "Nozomi" wird Richtung Mars geschickt.
- 1999 - Zwei Raubgräber finden die Himmelsscheibe von Nebra, die als weltweit älteste konkrete Himmelsdarstellung gilt.
- 2000 - Bayern führt eine „Blue Card” für ausländische Computerspezialisten ein, bei der die Aufenthaltsgenehmigung zeitlich an die Dauer der Arbeitserlaubnis geknüpft ist
- 2003 - Gemeinsame Erklärung über die Beendigung des Krieges in Côte d'Ivoire
- 2003 - Die deutschsprachige Wikipedia hat ihren 20.000. Artikel erreicht.
- 2004 - Grundsteinlegung für den Freedom Tower am Ground Zero, dem ehemaligen Standort des World Trade Center in New York.
- 2005 - Die NASA-Sonde "Deep Impact" beobachtet den Aufschlag eines von ihr gestarteten Projektils auf dem Kometen Tempel 1,
Wissenschaft und Technik
- 1913 - Der Chemiker Fritz Klatte erhält das Patent für seine Erfindung, den heute massenmäßig wichtigsten Kunststoff der Welt, das PVC
- 1931 - Auf dem Jungfraujoch im Berner Alpenmassiv wird die internationale Hochalpine Forschungsstation eröffnet
Katastrophen
- 2002 - Bangui, Zentralafrikanische Republik. Eine Boeing 707 der New Gomair, kombiniert als Fracht- und Passagierflugzeug unterwegs, auf dem Weg nach Brazzaville, Kongo. Bereits kurz nach dem Start berichtete der Pilot von technischen Schwierigkeiten. 4 km vor erreichen der Start- und Landebahn stürzte die Maschine ab. 23 der 25 Menschen an Bord starben.
Sport
- Einträge im Bereich Formel 1 siehe Formel 1.
- Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden s. u. der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.
- 1919 - Der US-Amerikaner Jack Dempsey wird neuer Box-Weltmeister im Schwergewicht. Er besiegt den Titelverteidiger Jess Willard durch technischen K.o.
- 1954 - Der erstmalige Titelgewinn einer deutschen Nationalmannschaft bei der V. Fußball-WM gilt als Wunder von Bern.
- 1993 - Deutschland wird mit Trainer Svetislav Pesic Basketball-Europameister, durch 71:70-Finalsieg gegen Russland in München.
- 2004 - Griechenland wird durch ein 1:0 im Finale der Fußball-Europameisterschaft gegen Portugal Europameister.
Geboren
- 1477 - Johannes Aventinus, deutscher Geschichtsschreiber
- 1685 - Christian Reichart, deutscher Begründer des Gartenbaus
- 1715 - Christian Fürchtegott Gellert, deutscher Dichter
- 1732 - Clemens August von Merle, Weihbischof in Köln
- 1753 - Jean-Pierre Blanchard, französischer Ballonfahrer
- 1790 - George Everest, britischer Vermessungsingenieur in Indien
- 1799 - András Bartay, ungarischer Komponist
- 1799 - Oskar I., König von Schweden und Norwegen
- 1801 - Elisabeth Maria, portugiesische Prinzessin und Regentin
- 1802 - Joseph Labitzky, Tanzkomponist
- 1804 - Nathaniel Hawthorne, US-amerikanischer Schriftsteller
- 1807 - Giuseppe Garibaldi, Guerillakämpfer und Italiens berühmtester Soldat
- 1837 - Emile Auguste Carolus-Duran, französischer Maler
- 1841 - Wilhelm Th. Preyer, deutscher Physiologe
- 1845 - Pál Szinyei Merse, ungarischer Maler
- 1853 - Ernst Otto Beckmann, deutscher Chemiker
- 1863 - Hugo Winckler, deutscher Archäologe und Sprachwissenschaftler
- 1872 - Calvin Coolidge, US-Vizepräsident und 30. Präsident der USA
- 1882 - Kurt von Schleicher, deutscher Generalleutnant und Reichskanzler der Weimarer Republik
- 1895 - Massimo Campigli, italienischer Maler
- 1900 - Walther Kiaulehn, deutscher Journalist und Schriftsteller
- 1900 - Alfred Rust, deutscher Archäologe
- 1901 - Louis Armstrong, Jazzmusiker
- 1903 - Charlie Monroe, US-amerikanischer Musiker
- 1906 - Wilhelm Prinz von Preußen, ältester Sohn des deutschen und preußischen Kronprinzen
- 1910 - Champion Jack Dupree, US-amerikanischer Musiker, Sänger und Songschreiber
- 1910 - Govan Mbeki, südafrikanischer Politiker
- 1911 - Mitch Miller, US-amerikanischer Bandleader
- 1912 - Fritz Schulz-Reichel, deutscher Komponist und Pianist
- 1915 - Christine Lavant, österreichische Künstlerin und Schriftstellerin
- 1918 - Johnnie Parsons, US-amerikanischer Rennfahrer
- 1921 - Gerard Debreu, französischer Wirtschaftswissenschaftler Nobelpreisträger
- 1923 - Rudolf Friedrich, Schweizer Politiker und Bundesrat
- 1924 - Eva Marie Saint, US-amerikanische Schauspielerin
- 1926 - Alfredo di Stefano, argentinischer Fußballspieler
- 1927 - Gina Lollobrigida, italienische Schauspielerin
- 1927 - Neil Simon, US-amerikanischer Schriftsteller
- 1928 - Cathy Berberian, US-Amerikanischer Opernsängerin
- 1928 - Stephen Boyd (St. Miller), US-amerikanischer Schauspieler
- 1929 - Darío Castrillón Hoyos, Kardinal der römisch-katholischen Kirche
- 1929 - Konrad Swinarski, polnischer Theaterregisseur
- 1934 - Gilbert Lopez, US-amerikanischer Sänger
- 1937 - Wolf von Lojewski, deutscher Fernseh-Journalist
- 1937 - Königin Sonja von Norwegen, Mutter von Kronprinz Haakon
- 1938 - Bill Withers, US-amerikanischer Sänger und Songschreiber
- 1941 - Eckart Witzigmann, deutscher Starkoch
- 1943 - Alan Wilson, US-amerikanischer Musiker und Sänger
- 1943 - Christoph Zöpel, deutscher Politiker
- 1943 - Conny Bauer, deutscher Jazz-Musiker, Posaunist
- 1943 - Heide Simonis, deutsche Politikerin und ehemalige Ministerpräsidentin von Schleswig-Holstein
- 1945 - Walter Wippersberg, österreichischer Schriftsteller und Drehbuchautor
- 1946 - Birgit Schnieber-Jastram, deutsche Politikerin
- 1947 - David McWilliams, irischer Musiker und Songwriter
- 1948 - Andreas von Schoeler, deutscher Politiker und Oberbürgermeister von Frankfurt am Main
- 1948 - Jeremy Spencer, britischer Sänger (Songschreiber bei Fleetwood Mac)
- 1948 - René Arnoux, französischer Autorennfahrer
- 1948 - Walter Bockmayer, deutscher Regisseur
- 1949 - Horst Seehofer, deutscher Politiker und Bundesminister
- 1951 - Ralph Johnson, US-amerikanischer Musiker
- 1952 - Alvaro Uribe Velez, kolumbianischer Politiker und Staatspräsident
- 1955 - John Waite, britischer Musiker, Sänger und Songschreiber
- 1957 - Jenny Drivala, griechische Opernsängerin
- 1959 - Uwe Klett, deutscher Lokalpolitiker
- 1959 - Victoria Abril, spanische Schauspielerin
- 1960 - Richard Garriott, britischer Computerspiel-Entwickler
- 1960 - Roland Ratzenberger, österreichischer Rennfahrer
- 1963 - Ute Lemper, deutsche Sängerin und Tänzerin
- 1972 - Alexei Shirov, lettischer Schachspieler
- 1972 - Karin Thürig, Schweizer Radsportlerin
- 1975 - Reinhard Divis, österreichischer Eishockeytorhüter
- 1984 - Markus Waldrich, deutscher Fußballspieler
Gestorben
- 973 - Ulrich von Augsburg, katholischer Bischof und Heiliger
- 1307 - Rudolf III. (Habsburský), Herzog von Österreich und Steiermark und König von Böhmen
- 1308 - Eberhard I. von der Mark, Vogt zu Essen, Graf von Mark, Graf von Altena
- 1336 - Elisabeth von Portugal, Prinzessin von Aragonien und Königin von Portugal
- 1546 - Khair ad-Din Barbarossa, osmanischer Herrscher von Algier, Kapudan Pascha
- 1603 - Philipp de Monte, Komponist des 16. Jahrhunderts
- 1667 - Johann von Anhalt-Zerbst, anhaltinischer Regent
- 1761 - Samuel Richardson, britischer Schriftsteller
- 1768 - Johann Gottfried Borlach, Bergwerksgründer
- 1780 - Karl Alexander von Lothringen, Hochmeister des Deutschen Ordens
- 1783 - Franz Seraph von Kohlbrenner, bayerischer Publizist
- 1787 - Charles de Rohan, französischer General und Staatsmann, Pair und Marschall von Frankreich
- 1826 - John Adams, erster Vizepräsident der USA und zweiter Präsident
- 1826 - Thomas Jefferson, US-amerikanischer Politiker, 3. Präsident der USA (1801-1809)
- 1830 - Johann Friedrich Gottlieb Delbrück, preußischer Theologe und Erzieher
- 1831 - James Monroe, Fünfter Präsident der USA (von 1817 bis 1825)
- 1848 - François-René de Chateaubriand, französischer Schriftsteller und Diplomat
- 1850 - William Kirby, englischer Pfarrer und Entomologe
- 1854 - Karl Friedrich Eichhorn, deutscher Jurist und Professor für Jura
- 1864 - August Peters, deutscher Erzähler
- 1888 - Theodor Storm, deutscher Schriftsteller
- 1891 - Carl August Haupt, deutscher Komponist
- 1891 - Hannibal Hamlin, Vizepräsident der USA
- 1894 - Christian Friedrich August Dillmann, deutscher Orientalist und Theologe
- 1901 - Johannes Schmidt, deutscher Sprachwissenschaftler
- 1902 - Swami Vivekananda, hinduistischer Mönch und Gelehrter
- 1910 - Giovanni Schiaparelli, italienischer Astronom
- 1910 - Louis-Albert Bourgault-Ducoudray, französischer Komponist
- 1920 - Max Klinger, deutscher Maler, Radierer und Bildhauer
- 1934 - Chaim Nachman Bialik, Dichter, Autor und Journalist
- 1934 - Marie Curie, polnisch-französische Chemikerin und Physikerin, Nobelpreisträger
- 1938 - Otto Bauer, österreichischer Politiker
- 1938 - Suzanne Lenglen, französische Tennisspielerin
- 1941 - Tadeusz Boy-Żeleński, polnischer Dichter und literarischer Übersetzer
- 1941 - Felix Klipstein, deutscher Maler, Zeichner und Graphiker
- 1943 - Władysław Sikorski, polnischer Politiker
- 1946 - Ewa Paradies, deutsche KZ-Aufseherin
- 1946 - Othenio Abel, österreichischer Paläontologe und Evolutionsbiologe
- 1948 - Richard Teschner, österreichischer Maler
- 1952 - José Rubén Romero, mexikanischer Schriftsteller
- 1958 - Birger Forell, Pfarrer und Widerstandskämpfer
- 1962 - Adolf Meschendörfer, siebenbürgisch-sächsischer Schriftsteller
- 1962 - Karl Aloys Schenzinger, deutscher Autor von Romanen und NSDAP-Propaganda
- 1968 - Hermann-Bernhard Ramcke, deutscher General im 2. Weltkrieg
- 1969 - Erwin Blumenfeld, deutscher Fotograf
- 1970 - Barnett Newman, US-amerikanischer Maler
- 1970 - Walter Strzygowski, österreichischer Wirtschaftsgeograph
- 1971 - August Derleth, US-amerikanischer Autor von Horror-Geschichten
- 1971 - Donald McPherson, US-amerikanischer Musiker
- 1975 - Otto Dowidat, deutscher Politiker und MdB
- 1978 - Carola Braunbock, deutsche Schauspielerin
- 1981 - Michael Kohl, Diplomat der DDR
- 1985 - Lotte Strauss, deutsche Pathologin
- 1992 - Astor Piazzolla, argentinischer Komponist
- 1994 - Harvey Patton, deutscher Science-Fiction-Autor
- 1994 - Frank Seiboth, deutscher Politiker und MdB
- 1994 - Hedda Zinner, deutsche Schriftstellerin, Journalistin und Rundfunkleiterin
- 1995 - Bob Ross, US-amerikanischer Maler und TV-Star
- 1998 - Henrik Stangerup, dänischer Autor und Filmregisseur
- 2002 - Laurent Schwartz, Mathematiker, Fields-Medaillenträger
- 2003 - André Claveau, französischer Chansonnier
- 2003 - Armin Mohler, Schweizer Philosoph, Publizist, Schriftsteller und Journalist
- 2003 - Barry White, US-amerikanischer Soulsänger und -produzent
- 2004 - Jean-Marie Auberson, Schweizer Dirigent und Geiger
- 2004 - Thomas Mancuso, US-amerikanischer Mediziner
- 2005 - Marga López, mexikanische Schauspielerin
Feier- und Gedenktage
- Nationalfeiertag in den USA (Unabhängigkeitstag von 1776)
- Nationalfeiertag in den Philippinen (Erlangung der Unabhängigkeit 1946)
- Ulrichstag, Gedenktag des Hl. Ulrich
Siehe auch
:Geboren am 4. Juli, ein us-amerikanischer Spielfilm
:3. Juli - 5. Juli
:4. Juni - 4. August
:Historische Jahrestage - Zeitskala
:Wikipedia:Glaskugel - Wikipedia:Formatvorlage Tag
0704
ja:7月4日
ko:7월 4일
simple:July 4
th:4 กรกฎาคม
Unabhängigkeitserklärung der USAIn der Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten von Amerika (Declaration of Independence; offiziell: The unanimous Declaration of the thirteen united States of America) vom 4. Juli 1776 erklärten die 13 britischen Kolonien in Nordamerika ihre Loslösung von England und ihr Recht, einen eigenen souveränen Staatenbund zu bilden. Der von Thomas Jefferson verfasste und vom Kontinentalkongress verabschiedete Text stellt die Gründungsurkunde der USA dar und ist eines der bedeutendsten Dokumente der Staatsphilosophie.
Staatsphilosophie
Entstehungsgeschichte
Seit Mitte der 1760er Jahre nahmen die Spannungen zwischen dem englischen Mutterland und seinen 13 nordamerikanischen Kolonien immer mehr zu. Im Kern ging es um das Recht der britischen Krone, auf deren Gebiet Steuern und Abgaben zu erheben, ohne dass ihre Einwohner im Parlament in London vertreten waren. Unter dem Schlagwort no taxation without representation ("keine Besteuerung ohne parlamentarische Repräsentation") wuchs die Akzeptanz für den Gedanken der Unabhängigkeit. Ein einflussreicher Ausdruck dieser Gedanken war Thomas Paines Schrift Common Sense.
Nach ersten gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Kolonisten und britischen Truppen im Jahr 1775, entschieden sich die im Kontinentalkongress versammelten Vertreter der 13 Kolonien für die Trennung vom Mutterland. Die formelle Erklärung der Unabhängigkeit erfolgte bereits am 2. Juli 1776. Die heute bekannte Declaration of Independence war eine zwei Tage später verabschiedete Erläuterung dieses formalen Beschlusses und diente der moralischen und rechtlichen Legitimation für den Abfall von der britischen Krone und den Unabhängigkeitskrieg.
Ein Vorbereitungskomitee aus Thomas Jefferson (Virginia), John Adams, (Massachusetts), Benjamin Franklin, (Pennsylvania), Robert R. Livingston, (New York) und Roger Sherman, (Connecticut) hatte die Erklärung entworfen. Deren maßgeblicher Autor war Jefferson, während die übrigen Komiteemitglieder ihn berieten.
Der Zweite Kontinentalkongress diskutierte den Entwurf und strich die Verurteilung der Sklaverei aus dem Dokument, da es auch die Zustimmung der Bürger aus den sklavenhaltenden Kolonien finden sollte. Am 4. Juli 1776 nahmen die im Kongress versammelten Vertreter der dreizehn Gründerstaaten der USA die Erklärung an. Als Independence Day ist der 4. Juli bis heute der Nationalfeiertag der USA.
Die Urkunde der Unabhängigkeitserklärung wird im Nationalarchiv der USA in
Washington, D.C. aufbewahrt und kann dort besichtigt werden.
Zum Inhalt
Washington, D.C.
Die Erklärung besteht aus drei Teilen, die eine logische Argumentationskette bilden. Im ersten und bekanntesten Abschnitt beschreibt sie, inspiriert von der Philosophie John Lockes, einen naturrechtlichen Rahmen, um generell zu klären, wann das Volk das Recht hat, eine alte durch eine neue Regierungsform zu ersetzen. Im zweiten Teil führt der Text konkrete Handlungen der britischen Krone an, mit denen diese die natürlichen Rechte der Kolonisten dauerhaft und schwerwiegend verletzt und durch die sie ihren Anspruch auf deren weiteren Gehorsam verwirkt habe. Der dritte Teil besteht aus der Schlussfolgerung, dass die Loslösung vom britischen Mutterland notwendig und gerechtfertigt sei und die 13 Kolonien von nun das Recht beanspruchten, als unabhängige und souveräne Staaten zu handeln.
Bis heute wirkmächtig ist die naturrechtliche Begründung:
:"We hold these truths to be self-evident, that all men are created equal, that they are endowed by their Creator with certain unalienable Rights, that among these are Life, Liberty and the pursuit of Happiness. -- That to secure these rights, Governments are instituted among Men, deriving their just powers from the consent of the governed, -- That whenever any Form of Government becomes destructive of these ends, it is the Right of the People to alter or to abolish it, and to institute new Government, laying its foundation on such principles and organizing its powers in such form, as to them shall seem most likely to effect their Safety and Happiness."
Die erste deutsche Übersetzung der Unabhängigkeitserklärung erschien zwei Tage nach ihrer Verabschiedung in einer deutschsprachigen Zeitung in Philadelphia. Sie gab die Einleitung folgendermaßen wieder:
:"Wir halten diese Wahrheiten für ausgemacht, dass alle Menschen gleich erschaffen worden, dass sie von ihrem Schöpfer mit gewissen unveräußerlichen Rechten begabt worden, worunter sind Leben, Freiheit und das Streben nach Glückseligkeit. Dass zur Versicherung dieser Rechte Regierungen unter den Menschen eingeführt worden sind, welche ihre gerechte Gewalt von der Einwilligung der Regierten herleiten; dass sobald eine Regierungsform diesen Endzwecken verderblich wird, es das Recht des Volkes ist, sie zu verändern oder abzuschaffen, und eine neue Regierung einzusetzen, die auf solche Grundsätze gegründet, und deren Macht und Gewalt solchergestalt gebildet wird, als ihnen zur Erhaltung ihrer Sicherheit und Glückseligkeit am schicklichsten zu seyn dünket."
In diesem Abschnitt werden erstmals in einem offiziellen Dokument allgemeine Menschenrechte postuliert, auch wenn sie in der späteren Verfassungspraxis zunächst nur frei geborenen, weißen Männern in vollem Umfang zugestanden wurden, nicht aber Frauen, Sklaven und Leibeigenen. Ausgehend von diesem naturrechtlichen Rahmen stellt sie eine Vertragstheorie über die Legitimität von Regierungen auf und beschreibt zudem ein Widerstandsrecht gegen ungerechte Regierungen. Diese Grundannahmen gelten bis heute als maßgebend für den politischen Liberalismus.
Chronologie
- 1517 Beginn der Reformation in Europa.
- 1588 Nach dem Sieg über die spanische Armada wird England Seemacht.
- 1607 Gründung von Jamestown, der ersten permanenten englischen Kolonie in Virginia.
- 1620 Pilgerväter erreichen mit dem Schiff "Mayflower" Amerika und gründen Plymouth in Massachusetts.
- 1629/30 Gründung der Massachusetts-Bay-Kolonie lockt puritanische Einwanderer an.
- 1632/1732 Gründung der übrigen britischen Kolonien in Nordamerika.
- 1683 Erste deutsche Einwanderer (Germantown/Philadelphia).
- 1756/1763 Siebenjähriger Krieg in Europa. In Amerika kommt es zum militärischen Konflikt zwischen England und Frankreich (French and Indian War, 1754-1763).
- 1763 Friede von Paris: Frankreich tritt Kanada und die Gebiete östlich des Mississippi an England ab. Spanien verliert Florida an England.
- 1765 Stempelsteuergesetz: Die strenge Handhabung von Handelsgesetzen sowie die Einführung einer neuen Steuer zur Finanzierung des Kolonialkrieges durch die britische Regierung führen zum Protest. Die Kolonien berufen sich auf den Grundsatz "no taxation without representation".
- 1773 "Boston Tea Party": Die Auseinander setzungen zwischen den britischen Behörden und der Kolonialbevölkerung um Zölle und Besteuerungsrecht gipfeln im Bostoner Teesturm.
- 1774 Erster Kontinental-Kongreß: Vertreter der britischen Kolonien verabschieden in Philadelphia eine "Deklaration von Rechten und Beschwerden der Kolonien".
- 1775-1883 Der Unabhängigkeitskrieg beginnt mit Gefechten zwischen kolonialen Milizen und königlichen Truppen bei Lexington und Concord (Massachusetts).
- 1775 Zweiter Kontinental-Kongreß: Organisation einer Kontinentalarmee unter George Washington.
- 4. Juli 1776 Der Kongreß erklärt die Unabhängigkeit der Vereinigten Staaten.
- 1776-1800 Die jungen Staaten geben sich eigene Verfassungen.
- 1777 Schaffung eines Staatenbundes durch die "Articles of Confederation" (1781 ratifiziert)
- 1778 Kriegsbündnis der Vereinigten Staaten mit Frankreich, später auch mit Spanien und Holland.
- 1781 Kapitulation von Yorktown (Virginia): Die Zersplitterung der englischen Seemacht führt zu Versorgungsproblemen der englischen Kolonialtruppen.
- 1783 Friede von Paris (Versailles): England tritt die 13 Kolonien sowie die Gebiete zwischen den großen Seen, | | |