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18. Juli

18. Juli

Der 18. Juli ist der 199. Tag des Gregorianischen Kalenders (der 200. in Schaltjahren) - somit bleiben 166 Tage bis zum Jahresende.

Ereignisse


- 387 v. Chr. - Das römische Heer wird in der Schlacht an der Allia von den Kelten vernichtend geschlagen. Unter dem Heerführer Brennus wird Rom in der Folge eingenommen und geplündert.
- 64 - Während der Regentschaft des römischen Kaisers Nero kommt es zum Brand von Rom.
- 1924 - Der Rote Frontkämpferbund der KPD wird gegründet.
- 1925 - Im Franz-Eher-Verlag erscheint der erste Band von Hitlers Mein Kampf.
- 1936 - Spanien. Aufstand der Militärs unter General Franco
- 1942 - Die USA erklären Ungarn, Bulgarien und Rumänien den Krieg.
- 1947 - Die "Exodus" wird vor Tel Aviv von der britischen Marine aufgebracht.
- 1969 - Am fünften Tag des so genannten Fußballkriegs zwischen Honduras und El Salvador werden die Kämpfe eingestellt.
- 1980 - Die Malediven werden Mitglied in der UNESCO.
- 1980 - Botswana. Quett Ketumile Joni Masire wird Staatspräsident.
- 1984 - Frankreich. Laurent Fabius wird Ministerpräsident.
- 1994 - Argentinien. Bombenanschlag auf das jüdische Zentrum in Buenos Aires. 88 Tote, über 150 Verletzte.
- 1995 - Auf der Karibikinsel Montserrat bricht der Vulkan Soufriere Hills aus.
- 2001 - Bosnien und Herzegowina. Ministerpräsident Bozidar Matic tritt zurück.
- 2002 - Spanien beendet den Konflikt mit Marokko um die Petersilieninsel gewaltsam.

Wirtschaft


- 1968 - Die Firma Intel Corporation wird gegründet.

Wissenschaft, Technik


- 1877 - Thomas Alva Edison gelingt zum ersten Mal eine Tonaufzeichnung auf einer mit Stanniol bespannten Stahlwalze (Phonograph).
- 1966 - Die Gemini 10 Mission startet mit vier Astronauten an Bord.
- 1980 - Indien startet als sechstes Land eine Rakete und bringt einen Satelliten ins All.

Kultur

Religion


- 1216 - Das erste Konklave in der Kirchengeschichte findet nach dem Tod von Papst Innozenz III. in Perugia statt, wobei Camerlengo Cencio Savelli innert 2 Tagen gewählt und am 24. Juli 1216 als Papst Honorius III. inthronisiert wird.
- 1870 - Das Erste Vatikanische Konzil verabschiedet Pastor Aeternus, worin die Dogmen des päpstlichen Jurisdiktionsprimats sowie der päpstlichen Unfehlbarkeit in Glaubens- und Sittenfragen festgeschrieben werden.
- 1970 - Papst Paul VI. ernennt Theresa von Ávila zum ersten weiblichen Kirchenlehrer.

Katastrophen


- 1976 - der Elbe-Seitenkanal läuft mit katastrophalen Folgen in der Nähe von Nutzfelde aus.

Sport


- Ereignisse aus dem Bereich der Formel 1 siehe dort.
- Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden s. u. der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.
- 1995 - Bei einem Massensturz auf der 15. Etappe der Tour de France verunglückt Fabio Casartelli tödlich.
- 2004 - Bastien Salabanzi, Frankreich wird in Dortmund Street-Skateboard-Weltmeister.

Geboren


- 1013 - Hermann von Reichenau, Mönch, Historiker, Schriftsteller, Musiker, Mathematiker und Astronom
- 1504 - Heinrich Bullinger, Schweizer Kirchenreformator
- 1635 - Robert Hooke, englischer Physiker, Mathematiker und Erfinder
- 1664 - Franz Ludwig von Pfalz-Neuburg, Erzbischof des Bistums Trier und des Bistums Mainz
- 1775 - Karl von Rotteck, Historiker und liberaler Politiker
- 1778 - Johann Friedrich Erdmann, deutscher Mediziner
- 1779 - Gottlob König, deutscher Forstwissenschaftler
- 1780 - Bartolomeo Ferrari, italienischer Bildhauer
- 1796 - Immanuel Hermann Fichte, deutscher Theologe und Philosoph
- 1811 - William Makepeace Thackeray, englischer Schriftsteller
- 1821 - Pauline Viardot-Garcia, vielseitige Künstlerin
- 1824 - Maria A. Walpurgis, deutsche Dichterin
- 1831 - Johann Martin Schleyer, katholischer Priester, Lyriker und Philanthrop
- 1841 - Henriette Johanne Marie Müller, Hamburger Original
- 1849 - Hugo Riemann, deutscher Musiktheoretiker, -historiker, -pädagoge und -lexikograph
- 1853 - Hendrik Antoon Lorentz, niederländischer Physiker, Nobelpreis 1902
- 1863 - Franz Ferdinand, österreich-ungarischer Thronfolger
- 1864 - Ricarda Huch, deutsche Schriftstellerin, Dichterin und Erzählerin
- 1871 - Giacomo Balla, italienischer Maler des Futurismus
- 1874 - Otto Hörsing, deutscher Politiker
- 1883 - Hermann Baden, Präsident des Verbandes Jüdischer Gemeinden in der DDR
- 1884 - Herman Jurgens, niederländischer Fußballspieler
- 1887 - Vidkun Abraham Lauritz Jonssøn Quisling, norwegischer faschistischer Politiker und Offizier
- 1890 - Francis Michael Forde, australischer Premierminister
- 1891 - Emil Julius Gumbel, deutscher Mathematiker und politischer Publizist
- 1892 - Arthur Friedenreich, brasilianischer Fußballspieler
- 1896 - Franz Eccard von Bentivegni, deutscher General
- 1900 - Nathalie Sarraute, französische Schriftstellerin
- 1901 - Stanisław Mikołajczyk, polnischer Exilpremier
- 1906 - Clifford Odets, US-amerikanischer Dramatiker
- 1909 - Andrej Gromyko, sowjetischer Politiker und Außenminister
- 1912 - Lilly Stepanek, österreichische Schauspielerin
- 1913 - Red Skelton, US-amerikanischer Schauspieler und Komiker
- 1914 - Gino Bartali, italienischer Radrennfahrer
- 1915 - Karl Bednarik, Wiener Maler und Schriftsteller mit sozialkritischem Engagement
- 1918 - Nelson Mandela, ehemaliger Präsident der Republik Südafrika
- 1921 - Hans Conrad Leipelt, Mitglied der Weißen Rose
- 1921 - Heinz Bennent, deutscher Schauspieler
- 1921 - John Herschel Glenn, US-amerikanischer Testpilot und Astronaut
- 1922 - Georg Kreisler, österreichischer Kabarettist, Komponist, Satiriker und Schriftsteller
- 1922 - Thomas Samuel Kuhn, US-amerikanischer Physiker, Wissenschaftstheoretiker und -historiker
- 1924 - Wolfram Dorn, deutscher Politiker und MdB
- 1925 - Friedrich Zimmermann, deutscher Politiker, Mdb und Bundesminister
- 1925 - Shirley Strickland, australische Leichtathletin und Olympiasiegerin
- 1927 - Kurt Masur, deutscher Dirigent
- 1927 - Ludwig Harig, deutscher Schriftsteller
- 1927 - Tadeusz Lomnicki, polnischer Schauspieler
- 1929 - Jalacy Hawkins, schwarzer US-amerikanischer Sänger
- 1931 - Thomas Sylvester Allen, US-amerikanischer Musiker
- 1933 - Jewgeni Jewtuschenko, sowjetischer Dichter und Schriftsteller
- 1934 - Edward Bond, britischer Dramatiker
- 1936 - Hermann Wimmer, deutscher Politiker und MdB
- 1937 - Jacek Fedorowicz, polnischer Satiriker und Schauspieler
- 1937 - Roald Hoffmann, polnischer theoretischer Chemiker, Nobelpreisträger
- 1937 - Hunter S. Thompson, US-amerikainscher Journalist († 2005)
- 1938 - Don Allen, US-amerikanischer Musiker
- 1938 - Ian Stewart (Musiker), britischer Pianist
- 1938 - Paul Verhoeven (Niederlande), niederländischer Regisseur
- 1939 - Brian Auger, britischer Musiker
- 1939 - Dion DiMucci, US-amerikanische Sängerin und Songschreiberin
- 1940 - James Brolin, US-amerikanischer Schauspieler
- 1941 - Frank Farian, ist Musikproduzent, Komponist und Sänger
- 1941 - Lonnie Mack, US-amerikanischer Musiker
- 1941 - Martha Reeves, US-amerikanische Sängerin
- 1942 - Adolf Ogi, Schweizer Politiker und Bundesrat
- 1942 - Giacinto Facchetti, italienischer Fußballspieler
- 1943 - Robin McDonald, britischer Musiker
- 1944 - David Hemery, britischer Leichtathlet
- 1945 - Danny McCulloch, britischer Musiker
- 1946 - Siegfried Broß, Richter am Bundesverfassungsgericht
- 1946 - Tim Lynch, US-amerikanischer Musiker
- 1947 - Jörg Ziercke, Präsident des deutschen Bundeskriminalamts
- 1948 - Dave Reeves, US-amerikanische Sängerin
- 1948 - Hartmut Michel, deutscher Biochemiker
- 1948 - Phil Harris, britischer Musiker
- 1949 - Wally Byrson, US-amerikanischer Musiker
- 1950 - Cesar Zuiderwyk, niederländischer Musiker
- 1950 - Glenn Hughes (Sänger), US-amerikanischer Sänger
- 1950 - Richard Branson, britischer Unternehmer
- 1954 - Ricky Skaggs, US-amerikanischer Country-Musiker
- 1957 - Edmund Becker, deutscher Fußballspieler und Trainer
- 1958 - Audrey Landers, US-amerikanische Schauspielerin und Sängerin
- 1958 - Bent Sørensen (Komponist), dänischer Komponist
- 1961 - Elizabeth McGovern, US-amerikanische Schauspielerin
- 1961 - Eberhard Wagner, österreichischer Schauspieler und Schriftsteller
- 1963 - Marc Girardelli, ehemaliger erfolgreicher Skifahrer
- 1963 - Martín Torrijos, panamaischer Politiker
- 1964 - Iris Gleicke, deutsche Politikerin
- 1965 - Petra Müller, deutsche Leichtathletin und Olympionikin
- 1967 - Miriam Meckel, ist Kommunikationswissenschaftlerin
- 1969 - Lazaros Voreadis, griechischer Schiedsrichter

Gestorben

Lazaros Voreadis]]
- 969 - Folcmar, Erzbischof von Köln
- 1100 - Gottfried von Bouillon, Anführer beim Ersten Kreuzzug
- 1328 - Engelbert II. von der Mark,
- 1374 - Francesco Petrarca, italienischer Dichter
- 1488 - Alvise Cadamosto, italienischer Seefahrer und Entdecker
- 1569 - Anton Lauterbach, lutherischer Theologe, Superintendent in Pirna
- 1583 - Johannes Thal, deutscher Arzt und Botaniker
- 1591 - Jacobus Gallus, Komponist und Sänger
- 1608 - Joachim Friedrich, Kurfürst von Brandenburg und Herzog von Preußen
- 1610 - Michelangelo Merisi da Caravaggio, italienischer Maler des Frühbarock
- 1617 - Dorothea Maria von Sachsen-Weimar, deutsche Regentin
- 1639 - Bernhard von Sachsen-Weimar, Feldherr des Dreißigjährigen Kriegs
- 1659 - Christoph Scheiner, deutscher Jesuit, Optiker und Astronom
- 1721 - Jean-Antoine Watteau, französischer Maler
- 1722 - Johann Heinrich Hävecker, deutscher Theologe und Histograph
- 1792 - John Paul Jones, Pirat, Seeheld, Marinepionier und Freiheitskämpfer
- 1817 - Jane Austen, englische Schriftstellerin
- 1826 - Isaac Shelby, US-amerikanischer Offizier und erster Gouverneur Kentuckys
- 1845 - Giovanni Salucci, italienischer Architekt
- 1868 - Emanuel Leutze, US-amerikanischer Maler
- 1869 - Laurent Clerc, amerikanischer Gehörlosen-Lehrer
- 1872 - Benito Juárez, mexikanischer Staatsmann und Präsident
- 1876 - Karl Joseph Simrock, deutscher Dichter und Schriftsteller
- 1884 - Ferdinand von Hochstetter, Geologe, Naturforscher und Entdecker
- 1889 - Domingo Santa María González, chilenischer Politiker und Präsident Chiles
- 1890 - Christian Heinrich Friedrich Peters, deutscher Astronom
- 1892 - Thomas Cook, britischer Tourismus-Pionier (Gründer des gleichnamigen Reiseunternehmens)
- 1895 - Karl Schenk, Schweizer Politiker und Bundesrat
- 1898 - Emil Hartmann (Komponist), dänischer Komponist
- 1899 - Horatio Alger, US-amerikanischer Autor
- 1901 - Alfredo Piatti, italienischer Cellovirtuose und Komponist
- 1904 - Friedrich Jakob Dochnahl, deutscher Naturforscher und Pomologe
- 1919 - Raymonde de Laroche, erste Frau, die einen Pilotenschein machte
- 1931 - Hermann Hendrich, deutscher Maler
- 1931 - Oskar Minkowski, bedeutender Mediziner jüdischer Herkunft
- 1939 - Paul Schneider, protestantischer Pfarrer († im KZ Buchenwald)
- 1949 - Bernhard Hoetger, deutscher Bildhauer, Maler und Kunsthandwerker des Expressionismus
- 1949 - Vítězslav Novák, tschechischer Komponist
- 1957 - Hans Böhm, deutscher Politiker
- 1958 - Henri Farman, französischer Luftfahrtpionier
- 1964 - Ludwig Gruber, Komponist, Sänger, Schriftsteller und Dirigent
- 1966 - Robert Fuller, US-amerikanischer Musiker und Sänger
- 1966 - German Germanowitsch Galynin, russischer Komponist
- 1967 - Humberto Castelo Branco, Präsident Brasiliens
- 1968 - Corneille Heymans, belgischer Pharmakologe (Nobelpreis für Medizin 1938)
- 1974 - Andreas Predöhl, deutscher Ökonom
- 1977 - Josef Korbel, tschechoslowakischer Diplomat und Autor
- 1982 - Roman Jakobson, russischer Philologe und Sprachwissenschaftler und Semiotiker
- 1985 - Stanley Rous, sechster Präsident des Weltfußballverbandes FIFA
- 1987 - Gilberto Freyre, brasilianischer Soziologe und Anthropologe
- 1988 - Christa Päffgen, deutsches Model und Sängerin
- 1989 - Shmuel Rodensky, israelischer Schauspieler (Tevje)
- 1993 - Jean Negulesco, US-amerikanischer Filmregisseur
- 1994 - Jens Scheer, Atomphysiker und Atomkraftgegner
- 1995 - Fabio Casartelli, italienischer Radrennfahrer
- 1996 - Donny the Punk, US-amerikanischer Aktivist für Gefangenenrechte
- 1996 - Hans Katzer, deutscher Politiker, MdB und Bundesminister
- 1997 - Eugene Shoemaker, US-amerikanischer Astronom
- 2001 - Fabio Taglioni, italienischer Motorrad-Konstrukteur
- 2002 - Hinrich Swieter, Landrat des Lankreises Aurich und Finanzminister Niedersachsens
- 2003 - Norman Rasmussen, US-amerikanischer Kernphysiker
- 2003 - Rosaly Tureck, US-amerikanische Pianistin
- 2005 - Amy Gillett, australische Radrennfahrerin
- 2005 - Hannsheinz Bauer, deutscher Politiker

Feier- und Gedenktage


- Kirchliche Gedenktage:
  - Hl. Blasius von Sebaste - Übertragung der Gebeine (katholisch)
  - Apostel Matthias - Übertragung der Gebeine (katholischer Gedenktag in Trier)

Siehe auch


- 17. Juli - 19. Juli
- 18. Juni - 18. August
- Historische Jahrestage - Zeitskala
- Wikipedia:Glaskugel - Wikipedia:Formatvorlage Tag 0718 ja:7月18日 ko:7월 18일 th:18 กรกฎาคม

Gregorianischer Kalender

Der gregorianische Kalender, benannt nach Papst Gregor XIII., ist der heute in den meisten Teilen der Welt gültige Kalender.

Gregorianische Kalenderreform

Kalender Das erste Konzil von Nizäa bestimmte im Jahre 325, dass das Osterfest immer am ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond nach Frühlings-Anfang (bezogen auf Jerusalem) gefeiert werden sollte. Das astronomische Ereignis des Primar-Äquinoktiums (Frühlings-Tagundnachtgleiche der nördlichen Hälfte unseres Planeten) fand im Konzilsjahr 325 am 21. März statt, und die julianische Schalttagsregelung wurde damals noch nicht als verbesserungsbedürftig erkannt. Der damals gültige julianische Kalender ging von einem mittleren Sonnenjahr von 365,25 Tagen aus und glich die Differenz (bezogen auf 365 Tage) von annähernd 6 Stunden alle vier Jahre durch die Einfügung eines Schalttags aus. Gegenüber dem vom tatsächlichen Gang der Himmelsmechanik astronomisch vorgegebenen Sonnenjahr, das im Jahre 2000 auf 365,242190517 Tage bestimmt wurde -also etwa 365 Tage, 5 Stunden, 48 Minuten und 45,25 Sekunden- war das Jahr des julianischen Kalenders also etwas mehr als 11 Minuten zu lang. Bis ins 16. Jahrhundert, zur Zeit Papst Gregors XIII., hatte sich dieser Fehler so ausgewirkt, dass das Primar-Äquinoktium im Jahr 1582 schon am 11. März stattfand. Diese Verschiebung des Kalenders war jedoch schon längere Zeit vorher offenkundig geworden. Seit dem 14. Jahrhundert wurden immer wieder Vorschläge für eine Kalenderreform unterbreitet – u. a. durch Nikolaus von Kues, Regiomontanus und Nikolaus Kopernikus. Diese waren aber stets abgelehnt worden. Gleichwohl bildeten Kopernikus' Werk De Revolutionibus Orbium Coelestium (»Von den Umdrehungen der Himmelskörper«) sowie die prutenischen Tafeln von Erasmus Reinhold die Basis für die schließlich von Papst Gregor XIII. dekretierte Reform. Um die Frühlings-Tagundnachtgleiche wieder mit dem 21. März in Übereinstimmung zu bringen und Ostern wieder am richtigen Tage feiern zu können, folgte der Papst dem Vorschlag des Mediziners und Hobby-Astronomen Aloisius Lilius und bestimmte, dass im Jahre 1582 zehn Tage übersprungen werden sollten. Daher folgte in einigen römisch-katholischen Ländern auf den 4. Oktober gleich der 15. Oktober – die Abfolge der Wochentage blieb dabei jedoch unverändert. Damit fand das Primar-Äquinoktium dort im Folgejahr 1583 wieder am 21. März statt; die Zeitrechnung innerhalb des Christentums war jedoch nicht mehr einheitlich. Damit war die Ausgangslage, wie sie zur Zeit des Konzils bestand, wieder ungefähr hergestellt. Um ein erneutes Abrücken des 21. März vom Zeitpunkt des Primar-Äquinoktiums für alle Zukunft zu vermeiden, legte der neue gregorianische Kalender die Dauer des mittleren Sonnenjahrs auf 365,2425 statt wie bisher auf 365,25 Tage fest. Diese Verkürzung erfolgte dadurch, dass – abweichend von der Schaltregel des julianischen Kalenders – die Jahre keinen Schalttag haben, deren Zahl zwar ohne Rest durch 100, nicht aber durch 400 geteilt werden kann. Weil bis zur ersten Anwendung dieser neuen Ausnahmeregel im Jahre 1700 noch 117 Jahre vergingen, hat sich der Kalender gegenüber dem astronomischen Ereignis des Primar-Äquinoktiums im Durchschnitt wieder um 1 Tag verrückt. Seither pendelt es zwischen dem 19. und 21. März.

Die Schaltregeln


- Nach der grundsätzlich weiterhin gültigen Julianischen Schaltregel weisen Jahre, deren Zahlen durch 4 dividiert natürliche Zahlen ergeben, im Februar einen 29. Tag (“Schalttag“) auf und umfassen dadurch als Schaltjahre 366 Tage.
- Die Gregorianische Schaltregel bestimmt hiervon drei Ausnahmen : Keine Schaltjahre sind diejenigen Säkular-Jahre (Jahre, deren Zahl am Ende zwei Nullen aufweist), deren Zahl durch 400 dividiert keine natürliche Zahl ergibt.(Deshalb waren die Jahre 1700, 1800 und 1900 keine Schaltjahre, und auch die Jahre 2100, 2200 und 2300 werden keine Schaltjahre sein.) oder:
- Ist die Jahreszahl durch 4 teilbar, aber nicht durch 100, dann ist es ein Schaltjahr mit 366 Tagen. Beispiele: 1980, 1972, 1720.
- Ist die Jahreszahl durch 100 teilbar, aber nicht durch 400, dann ist das Jahr ein gewöhnliches Gemeinjahr und hat nur 365 Tage, z. B. in den Jahren 1700, 1800 und 1900 oder ferner 2100.
- Ist die Jahreszahl durch 400 teilbar, ist das Jahr ein Schaltjahr. Die Jahre 1600 und 2000 waren – in Übereinstimmung mit der Julianischen Schaltregel – Schaltjahre zu 366 Tagen.

Einführung des gregorianischen Kalenders in verschiedenen Ländern

Nur wenige Länder wie Spanien oder Portugal übernahmen den gregorianischen Kalender tatsächlich am 4./15. Oktober 1582. Die meisten römisch-katholischen Länder Europas folgten in den nächsten Jahren, während die protestantischen Länder den neuen Kalender, weil vom Papst dekretiert, zunächst ablehnten. Beispielsweise führten ihn die meisten katholischen Kantone der Schweiz 1584 ein, das Wallis jedoch erst 1655. Dort folgte damals auf den 28. Februar der 11. März. Die evangelischen Territorien des Deutschen Reichs übernahmen den gregorianischen Kalender erst 1700. Auf den 18. Februar folgte dort unmittelbar der 1. März 1700. Zuvor mussten beispielsweise Verträge zwischen katholischen und protestantischen Fürsten mit beiden Daten versehen werden, etwa als 5./15. Oktober 1582. Um die Jahreswende differierten die Jahreszahlen zwischen den Gebieten des alten und neuen Kalenders. Aus dieser Zeit stammt der Ausdruck »zwischen den Jahren« für die Tage nach Weihnachten. Die reformierten Orte der Schweiz folgten ein Jahr später, allerdings mit drei Ausnahmen: Der protestantische Halbkanton Appenzell Ausserrhoden und die protestantischen Teile von Glarus und Graubünden. Der offizielle Übergang zum neuen Kalender sollte dort bis 1812 dauern; der alte Kalender blieb aber noch länger in der Bevölkerung lebendig. Die Appenzeller Silvesterkläuse werden noch immer am 31. Dezember nach dem julianischen Kalender (13. Januar nach dem gregorianischen Kalender) gefeiert. In England (und auch in den späteren USA) wurde der gregorianische Kalender erst in der Nacht vom 2. September auf den 14. September 1752 eingeführt. Die orthodoxen Länder Osteuropas behielten den julianischen Kalender noch bis Anfang des 20. Jahrhunderts bei. Da die Jahre 1700, 1800 und 1900 in Russland Schaltjahre gewesen sind, machte die Abweichung vom gregorianischen Kalender dort mittlerweile 13 Tage aus. Die russische Oktoberrevolution 1917 fiel deshalb nach dem gregorianischen Kalender auf den 7. November. An diesem Tag wurde die Revolution denn auch bis zum Ende der Sowjetunion gefeiert, nachdem Russland 1918 die neue Kalenderrechnung eingeführt hatte. Einige orthodoxe Kirchen (z. B. in Russland und Serbien) begehen ihre feststehenden Feste weiterhin nach dem julianischen Kalender. Ihr Weihnachten (25. Dezember) fällt darum derzeit auf den 7. Januar (greg.). Andere orthodoxe Kirchen (z. B. in Griechenland und Bulgarien) verwenden hierfür den so genannten neo-julianischen Kalender, der bis zum Jahr 2799 dem gregorianischen Kalender entsprechen wird. Alle orthodoxen Kirchen berechnen Ostern und die anderen beweglichen Feste nach dem julianischen Frühlingsanfang sowie nach dem metonischen Vollmond; das Fest fällt daher nur gelegentlich mit dem Osterdatum der westlichen Kirchen zusammen; meist ist es eine, vier, oder fünf Wochen später als im Westen. Als bisher letzter Staat übernahm 1927 die Türkei den gregorianischen Kalender; dort hatte bis dahin der islamische Kalender gegolten. Die nicht zeitgleiche Einführung des gregorianischen Kalenders in den verschiedenen Ländern sorgte für Verwirrung, aber auch für interessante Paradoxa: So sind sowohl William Shakespeare als auch Miguel de Cervantes am 23. April 1616 gestorben, obwohl Shakespeare Cervantes um 11 Tage überlebt hat. Auch die Feiern des Geburtstags von George Washington wurden verschiedentlich am 11. und am 22. Februar ausgerichtet, bis zu einer bundesgesetzlichen Feiertagsregelung.

Charakteristika

Die Regeln des gregorianischen Kalenders führen zu einer durchschnittlichen Länge des Kalenderjahres von 365,2425 Tagen. Das sogenannte tropische Jahr – der zwischen zwei aufeinanderfolgenden Primar-Äquinoktien (Frühlings-Tag-Nachtgleichen) liegende Zeitraum – ist gegenwärtig im Mittel 365,24219879 mittlere Sonnentage lang. Danach ist also auch der gregorianische Kalender im Verhältnis zur astronomischen Wirklichkeit etwas zu lang, nämlich 0,000301 Tage (= 26 Sekunden) pro Jahr. Das bedeutet, dass nach rund 3320 Jahren das Primar-Äquinoktium wieder einen ganzen Tag früher eintreten würde. Sofern bis dahin die christliche Jahreszählung beibehalten wird, würde es sich anbieten, in allen durch 3200 teilbaren Jahren den Schalttag wiederum entfallen zu lassen, wenn auch zu jener Zeit noch die Bindung des Primar-Äquinoktiums an den 21. März gewünscht wird. Der gregorianische Kalender hat eine Periode von 400 Jahren: Nach dieser Zeit wiederholen sich nicht nur der Ablauf der Schalttage und damit die Tages- und Monatszählung, sondern auch die zugehörigen Wochentage. 400 Jahre enthalten nämlich 400×365 + 97 Tage, also 146097 Tage; das sind genau 20871 Wochen; es geht also nach 400 Jahren mit demselben Wochentag weiter. Infolge dieser Periodizität kann ein bestimmtes Datum (Tag und Monat oder nur Tag) nicht gleich häufig auf alle Wochentage fallen. Ausgerechnet der 13. eines beliebigen Monats fällt öfter (nämlich 688mal in 400 Jahren) auf einen Freitag als auf andere Wochentage (Donnerstag und Samstag: 684mal, Montag und Dienstag: 685mal, Sonntag und Mittwoch: 687mal).

Siehe auch


- Julianischer Kalender, Osterdatum
- Umrechnung zwischen julianischem Datum und gregorianischem Kalender, Wochentagsberechnung
- Zeitrechnung, Kalender, Jüdischer Kalender, Christlicher Kalender, Islamischer Kalender, Chinesischer Kalender, v. u. Z., v. d. Z., v. d. Chr., n. d. Chr., v. Chr., n. u. Z., n. d. Z., n. Chr.

Wikipedia-Links zum Themenkomplex Kalender und Zeit

Weblinks


- [http://personal.ecu.edu/MCCARTYR/inter-grav-text.html Papst Gregor XIII: Inter Gravissimas – Die päpstliche Bulle, mit der der gregorianische Kalender verordnet wurde]
- [http://www.fh-friedberg.de/users/boergens/marken/beispiele/kalender.htm Briefmarke: Sondermarke zur Vollendung der ersten Periode des gregorianischen Kalenders]
- [http://www.kalenderlexikon.de 1. deutsches Online-Kalenderlexikon] Kategorie:Kalender als:Gregorianischer Kalender ja:グレゴリオ暦 ko:그레고리력 ms:Kalendar Gregorian simple:Gregorian calendar th:ปฏิทินเกรกอเรียน

Schaltjahr

Ein Kalender hatte historisch den Zweck, den Beginn der Jahreszeiten Jahr für Jahr auf das gleiche Datum fallen zu lassen, um den Zeitpunkt zum Beispiel von Festen oder wiederkehrenden Ereignissen bestimmen zu können. Ein tropisches Jahr, also der Zeitraum zwischen zwei Frühlings-Tagundnachtgleichen, dauert allerdings etwa 365 Tage und etwas weniger als 6 Stunden (365d 5:48:45.98, nicht konstant!), so dass eine einfache Zuordnung, die jedem Jahr die gleiche Anzahl Tage gibt, unmöglich ist, ohne dass sich gleichzeitig der Beginn der Jahreszeiten verschiebt. In den Kalendern der verschiedenen Kulturen gibt es deshalb Methoden, um die jeweilige Dauer des Jahres dem tropischen Jahr anzunähern. Der Beginn der Jahreszeiten kann beispielsweise auf dem gleichen Datum festgehalten werden, wenn in geeigneten Abständen ein Schaltjahr, ein Jahr mit einem zusätzlichen Tag, dem Schalttag, eingefügt wird. Eine einfache Methode ist, jedes Jahr mit einer glatt durch 4 teilbaren Jahreszahl zum Schaltjahr zu erheben. So wurde es im Julianischen Kalender eingeführt, in dem der Februar 29 statt 28 Tage hat. Genauere Kalender nähern das tropische Jahr besser an: Da etwas weniger als sechs Stunden pro Jahr auszugleichen sind, fällt der (Julianische) Schalttag manchmal aus (wie z. B. im Jahre 1900 im Gregorianischen Kalender).

Julianischer Kalender

46 v. Chr. benutzten die Römer einen Kalender mit zwölf Mondmonaten mit abwechselnd je 29 bzw. 30 Tagen, zusammen 354 Tage. Weil gerade Zahlen aber Unglück brachten, schlugen die Römer noch einen Tag drauf. Doch trotzdem waren es zum Sonnenjahr immer noch mehr als zehn Tage zu wenig. Zunächst verteilte Julius Caesar diese zehn Tage auf die verschiedenen Monate, die auf nun 30 bzw. 31 Tage anwuchsen. Nur der damals letzte Monat Februar ging als Unglücksmonat leer aus und blieb somit bei 29 beziehungsweise im Schaltjahr damals bei 30 Tagen. Dem Mythos, dass der Februar einen Tag verlor, weil Kaiser Augustus sich im August als Monatsbezeichnung verewigen wollte und dem Februar noch einen Tag wegnahm, da der August wie der Juli, der Monat seines Vorgängers Caesar, 31 Tage haben sollte, und weil eine gerade Zahl ja auch Unglück brachte, wird im Artikel zum Monat August widersprochen. Doch die Römer hatten eine winzige, aber auf die Jahrhunderte gesehen, wirkungsvolle Ungenauigkeit hinterlassen. 11 Minuten und 14 Sekunden pro Jahr schoss das damals julianische Jahr über das Ziel hinaus. Alle 128 Jahre wurde demnach ein Schaltjahr zu viel begonnen.

Gregorianischer Kalender

Von Papst Gregor XIII. wurde daher 1582 folgende Regelung eingeführt (Gregorianischer Kalender):
- Glatt durch 4 teilbare Jahre sind Schaltjahre.
- Glatt durch 100 teilbare Jahre sind jedoch keine Schaltjahre.
- Glatt durch 400 teilbare Jahre sind aber wieder Schaltjahre. So sind zum Beispiel die Säkularjahre 1800, 1900 und 2100 keine Schaltjahre, die Säkularjahre 2000 und 2400 hingegen schon. Damit dauert das Gregorianische Jahr 365,2425 Tage, und ist genauer als das Julianische Jahr. Seit dem Ersten Konzil von Nicäa im Jahr 325, bei dem der Frühlingsanfang auf den 21. März festgelegt wurde, betrug die aufgelaufene Differenz bereits 10 Tage, und so ließ Gregor auf den 4. Oktober gleich den 15. Oktober 1582 folgen, um diese Zeit auszugleichen. Nicht in allen Ländern erfolgte diese Umstellung am selben Tag. Besondere Schwierigkeiten gab es in Schweden, wo im Jahr 1712 zwei Schalttage eingefügt wurden und somit dieses Jahr einen 30. Februar hatte. Recht ungewöhnlich und wenig bekannt ist die Tatsache, dass nicht etwa der 29. Februar der Schalttag des Gregorianischen Kalenders ist. Vielmehr wird der 24. Februar verdoppelt: der 24. und der 25. Februar fallen nach römischer Zählweise, die auch bei der Einführung des Gregorianischen Kalenders noch üblich war, auf dasselbe Datum. Im Gemeinjahr heißt der 24. Februar „a. d. VI Kal. Mart.“ (sechster Tag vor dem März-Beginn); der doppelte Tag im Schaltjahr heißt ebenso. Da dieser Sechste (lat. „sextus“) doppelt („bis“) gezählt wird, heißen Schaltjahr bzw. -tag „bissextilis“ (lateinisch), „bissextile“ (english), „bisestile“ (italienisch) usw. Nach heutiger Zählung verschieben sich der 24. und die weiteren Tage im Februar um einen Tag; Bedeutung hat dies heute noch in der katholischen Kirche bei der Zählung der Kirchentage: kirchliche Feiertage und auch die Namenstage sind von dieser Regelung betroffen.

Orthodoxer Kirchenkalender

Das gregorianische Jahr ist rund 27 Sekunden zu lang. Als Ergebnis hinkt der gregorianische Kalender nach 1.600 Jahren um einen halben Tag hinterher. Deshalb schlug die griechisch-orthodoxe Kirche eine etwas kompliziertere Schaltregel vor: Abweichend vom gregorianischen Kalender sind die Jahrhunderte nur dann Schaltjahr, wenn sie durch 9 geteilt den Rest 2 oder 6 ergeben. Damit wäre das Jahr 2800 kein Schaltjahr, sondern erst das Jahr 2900. Die Abweichung zum Sonnenjahr beträgt beim orthodoxen Kirchenkalender nur noch knapp 3 Sekunden.

Französischer Revolutionskalender

In der Zeit, in der der Französische Revolutionskalender Gültigkeit hatte, waren die Jahre 3, 7 und 11 Schaltjahre. Die ursprüngliche Regelung des Kalenders war, dass der erste Tag jeden Jahres auf die Herbst-Tag-und-Nacht-Gleiche fallen und jedes vierte Jahr ein Schaltjahr sein solle. Diese Forderungen widersprechen sich jedoch, und so schlug Charles Rommes, der Autor des Kalendersystems, eine dem Gregorianischen Kalender ähnliche Regelung vor. Er stieß jedoch aus politischen Gründen damit auf Widerstand. Durch die kurze Gültigkeit des Revolutionskalenders wurden die Diskussionen jedoch obsolet.

Jüdischer Kalender

Im Jüdischen Kalender, einem nach dem Mond ausgerichteten Kalender, der durch komplizierte Regelungen dem Sonnenjahr angepasst wird, wird in allen Jahren, die bei einer Division durch 19 einen Rest von 0, 3, 6, 8, 11, 14, oder 17 haben, ein Schaltmonat eingefügt. Er wird als Adar II bezeichnet.

Islamischer Kalender

Im Islamischen Kalender ist die Bestimmung eines Schaltjahres äußerst schwierig. Nach einem gebräuchlichen System, das unter anderem im GNU Emacs verwendet wird, sind alle Jahre, die bei einer Division durch 30 einen Rest von 2, 5, 7, 10, 13, 16, 18, 21, 24, 26, oder 29 haben, Schaltjahre. Nach diesem System haben im Islamischen Kalender alle geradzahligen Monate 30 Tage und alle ungeradzahligen Monate 29 Tage. In Schaltjahren wird dem letzten ungeradzahligen Monat ein Tag hinzugefügt, so dass er dann 30 Tage hat.

Chinesischer Kalender

Schaltjahre im traditionellen, lunisolaren Chinesischen Kalender haben 13 Monate statt der üblichen zwölf; mit 383, 384 oder 385 Tagen statt 353, 354 oder 355 Tagen in normalen Jahren. Zur Berechnung zählt man die Anzahl der Neumonde zwischen dem elften Monat eines Jahres (dem Monat der Wintersonnenwende) und dem elften Monat des folgenden Jahres. Fallen in diesen Zeitraum 13 Neumonde, so wird ein Schaltmonat eingefügt. Der erste Monat, der keinen zhong qì enthält, erhält dieselbe Nummer wie der Vormonat mit einem Zusatz als Schaltmonat.

Azteken-Kalender

Im Azteken-Kalender werden am Ende eines jeden 52-Jahres-Zyklus 13 Tage eingeschaltet. Daraus ergibt sich ein durchschnittliche Jahreslänge von 365 Tagen und 6 Stunden. Das weicht vom tropischen Jahr mehr als 11 Minuten ab. Die Genauigkeit dieser Schaltjahresmethode ist mit dem Julianischen Kalender vergleichbar.

Atomzeit

Heute, im Zeitalter der Atomzeitmessung, muss gelegentlich eine Schaltsekunde eingefügt werden, um die Zeit der mittleren Sonnenzeit anzugleichen. ---- Siehe auch: Sommerzeit, Jahr, Gemeinjahr

Weblinks


- [http://www.nabkal.de/schalttag.html zur Historie des 24./25. Februar]
- [http://www.gnomon.ku-eichstaett.de/LAG/kalender.html Die Kalenderreform Julius Cäsars]
- [http://www.tondering.dk/claus/calendar.html FAQ about calendars (englisch, sehr umfangreich)]
- [http://www.schaltjahr.de Regel der Schaltjahre, Ausnahmen und Programmcode]
- [http://www.marco-burmeister.de/index_frameaufbau.html?helferlein_jahre Schaltjahrberechnung]
- [http://www.nabkal.de/umrechnung.html Umrechnungen von Kalenderdaten]
- [http://www.ortelius.de/kalender/greg_de.php Der Gregorianische Kalender]
- [http://www.kalendersysteme.de/deutsch/index.html Verschiedene Kalendersysteme] Kategorie:Kalender als:Schaltjahr ja:閏年 ko:윤년 simple:Leap year th:ปีอธิกสุรทิน


387 v. Chr.

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Ereignisse


- In der Schlacht an der Allia besiegen die Kelten vernichtend die Römer und Latiner, der Weg nach Rom ist frei
- Der keltische Stamm der Senonen erobert unter der Führerschaft von Brennus Rom - mit Ausnahme des Kapitols.
- Platon gründet seine Akademie (Philosophenschule) in Athen (im Hain von Akademos).
- der Antalkidas- oder Königsfriede beendet die Kampfhandlungen im griechischen Mutterland. Das Perserreich wird zur Garantiemmacht.

Geboren


-

Gestorben


- 8-0387

Brennus

Brennus war ein Heerführer der gallischen Senonen in Italien. Obwohl in der Literatur oft die Rede von "dem Brennus" ist, handelt es sich hierbei weniger um eine historische Person als vielmehr um einen keltischen/gallischen Adelstitel, welcher in der Forschungsliteratur oft mit "Herzog" oder "Fürst" übersetzt wird. Er gehörte zu den gallischen Stämmen, die seit dem 4. vorchristlichen Jahrhundert in Norditalien siedelten. Sie bedrängten dort die Etrusker, und kamen auch mit der aufstrebenden römischen Republik in Konflikt, als die Stadt Clusium um Beistand bat. Die aus römischer Sicht verheerendste Begegnung war die Schlacht an der Allia ca. 390 v. Chr. unter Brennus. Die siegreichen Gallier plünderten in der Folge Rom. Nur das Kapitol konnte von den Verteidigern gehalten werden. Krankheiten (wahrscheinlich Malaria) bewegten die Gallier zum Rückzug, nicht ohne vorher ein Lösegeld ausgehandelt zu haben. Der Legende nach warfen die Römer bei der Auswägung dieses Lösegelds Brennus vor, falsche Gewichte zu benutzen. Darauf soll er mit den Worten „vae victis“ (dt. Wehe den Besiegten) zusätzlich noch sein Schwert in die Waagschale geworfen haben. Nach dem Abzug der Gallier/Kelten und während der etwa ein Jahrzehnt andauernden Wiederaufbauarbeiten der Stadt, nutzte Rom die Furcht vor den keltischen Stämmen, um die italischen Städte zu vereinen und die Kelten/Gallier bis in das Gebiet des heutigen Frankreichs zurückzudrängen. ---- Ein anderer Kelte namens Brennus unterlag 279 v. Chr. bei Delphi bei einem Einfall nach Griechenland. Über diesen Kriegzug sind kaum Einzelheiten bekannt. Er wurde nach einer griechischen Sage von Apollos weisen Jungfrauen besiegt, die sich in Form von Schnee, der den Kelten ins Gesicht wehte und ihnen somit in der Schlacht wesentliche Nachteile einbrachte, dargestellt. Kategorie:Mann Kategorie:Gallier Kategorie:Feinde des Römischen Reichs Kategorie:4. Jahrhundert v. Chr. Kategorie:Militärperson (Altertum)

64

Ereignisse

Politik und Weltgeschehen


- 18. Juli - in Rom bricht ein Großbrand aus, der mehrere Tage wütet und drei Stadtteile komplett in Asche legt. Für den Brand von Rom gibt der römische Kaiser Nero den Christen die Schuld und verfolgt sie.

Geboren


-

Gestorben


- ko:64년

Brand von Rom

In der Antike kam es in Rom immer wieder zu gefährlichen Bränden, kleinere Feuer waren an der Tagesordnung.

Stadtbrand 64 n. Chr.

Der größte Stadtbrand, bei dem große Teile Roms verwüstet wurden, ereignete sich im Jahr 64 n. Chr. zur Regierungzeit des Kaisers Nero. Der damalige Kaiser wurde oft beschuldigt, den Brand selbst gelegt zu haben, um Platz für seine Bauprojekte zu schaffen. Dies ist aber sehr unwahrscheinlich, weil auch diverse seiner eigenen neugebauten Gebäude verbrannten. Da sich viele Christen auffällig verhielten, wurde ihnen die Schuld zugewiesen und ca. 200–300 fanden daraufhin den Tod. In Wahrheit war der Auslöser wahrscheinlich einfach ein außer Kontrolle geratenes Herdfeuer und ungünstige Windverhältnisse.

Weitere Stadtbrände

Zwei größere Brände gab es 69 auf dem Kapitol und 80 zur Regierungszeit von Titus, auf Kapitol und Marsfeld.

Literatur


- Kurt Wallat: Sequitur clades. Die Vigiles im antiken Rom. Frankfurt 2004.
- Jean Beaujeu: L’incendie de Rome en 64 et les Chrétiens. Brüssel 1960.
- Emilio Radius: L’incendio di Roma. I primi passi del christianesimo. Mailand 1962.

Siehe auch


- vigiles
- Portal und Themenliste Rom
- Feuerwehren im Römischen Reich

Weblinks


- [http://www.info-antike.de/fach-nero-brand.htm Nero und der Brand von Rom]
- [http://www.swalin.de/porta/viewtopic.php?p=665 Früheste Feuerwehr in Deutschland: Römisches Löschrohr gefunden] Kategorie:Römisches Reich Kategorie:Katastrophenliste Kategorie:Historischer Brand

Roter Frontkämpferbund

Der Rote Frontkämpferbund (RFB) war die Schutz- und Wehrorganisation der KPD in der Weimarer Republik. Er wurde am 18. Juli 1924 gegründet. Erster Vorsitzender war Ernst Thälmann. Die erste Ortsgruppe des RFB wurde am 31. Juli 1924 in Halle an der Saale gebildet. 1927 umfasste der RFB ca. 110.000 Mitglieder. In Fabriken wurden Betriebsgruppen gebildet. Es gab eine Jugendorganisation des RFB unter dem Namen "Rote Jungfront". Weil trotz Verbot die Maikundgebung am 1. Mai 1929 in Berlin durchgeführt wurde, kam es zu blutigen Auseinandersetzungen mit der Polizei (Blutmai), die bis zum 3. Mai anhielten. Dabei starben 31 Menschen, annähernd 200, darunter auch Polizeibeamte, wurden verletzt, über 1000 verhaftet. Im daraus resultierenden "Kleinen Belagerungszustand" wurde am 3. Mai 1929 der RFB in Preußen verboten. Am 6. Mai erließ der Reichsinnenminister ein reichsweites Verbot, das bis zum 14. Mai in allen Ländern vollzogen wurde. Der RFB bestand aber illegal weiter. Unter Führung der KPD kam es zu Protesten gegen das Verbot, die monatelang anhielten. Illegale RFB-Kämpfer lieferten bis zur totalen Zerschlagung ihrer Organisation nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 diesen Straßenschlachten und störten ihre Kundgebungen. Angehörige des RFB kämpften im Spanischen Bürgerkrieg in den Internationalen Brigaden auf Seiten der spanischen Republik. Andere gingen während der Herrschaft des Nationalsozialismus in Deutschland ins Exil in die Sowjetunion oder beteiligten sich am Widerstand in Deutschland, manche wurden verhaftet und hingerichtet. Die Frauenorganisation des RFB war der Rote Frauen- und Mädchenbund. In den Küsten- und Hafenstädten wurde für die seefahrende Bevölkerung 1924 die Sektion Rote Marine gegründet. - Zudem gab es den Roten Sturmvogel, die Fliegersektion des RFB

Literatur


- Kurt Finkler, Geschichte des Roten Frontkämpferbundes, Berlin (Ost), 1981 (aus der MfS-Perspektive geschrieben, mit umfangreichen Angaben über in der DDR erschienene Literatur zum RFB)
- Kurt Schuster, Der rote Frontkämpferbund 1924-1929. Beiträge zur Geschichte und Organisationsstruktur eines politischen Kampfbundes, Düsseldorf 1975 (aus „bürgerlicher“ Sicht)
- Hermann Weber, Die Wandlung des deutschen Kommunismus. Die Stalinisierung der KPD in der Weimarer Republik, 2 Bde., Frankfurt/M. 1969

Weblinks


- http://www.dhm.de/lemo/html/weimar/gewalt/frontkaempfer/
- http://bda-koepenick.de/verfolgte/rfb.html
- http://www.marxistische-bibliothek.de/eiddesrfb.html Kategorie:Weimarer Republik Kategorie:Kommunistische Organisation oder Vereinigung

Kommunistische Partei Deutschlands

Die Kommunistische Partei Deutschlands war eine politische Partei in Deutschland, die am 1. Januar 1919 gegründet wurde. Sie ging aus mehreren linksrevolutionären Gruppierungen hervor, die sich nach dem 1. Weltkrieg im Verlauf der Novemberrevolution von 1918 vereinten. Die KPD verstand sich von Anfang an als revolutionäre Alternative zur SPD und versuchte während der Weimarer Republik auf sozialistische Produktionsverhältnisse und eine sogenannte "Diktatur des Proletariats" hinzuwirken. Ihr Verhältnis zum Parlamentarismus war gespalten, da sie die "bürgerliche Demokratie" durch eine sozialistische Rätedemokratie ersetzen wollte. Seit 1919 war sie Mitglied der von Lenin, später von Stalin geführten Kommunistischen Internationale ("Komintern"), die auch als "Dritte Internationale" bezeichnet wird. Während der Zeit des Nationalsozialismus verboten, wurde sie nach dem 2. Weltkrieg von den Besatzungsmächten wieder zugelassen. In der Sowjetischen Besatzungszone wurden KPD und Ost-SPD im April 1946 zur Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) zwangsvereint. (Zur weiteren Geschichte dieses Zweigs siehe dort.) In den westlichen Besatzungszonen wurde 1948 die Vereinigung der KPD mit den »Freunden der sozialistischen Einheit« zur Sozialistischen Volkspartei von den westlichen Besatzungsmächten verboten. Von 1949 bis 1953 war die KPD im ersten deutschen Bundestag vertreten. Bei den übrigen im Bundestag vertretenen Parteien galt sie als mitschuldig am Untergang der Weimarer Republik, der Sowjetunion hörig und verfassungsfeindlich. 1956 wurde sie in der Bundesrepublik verboten. 1968 und danach gründeten sich verschiedene kommunistische Splittergruppen neu, von denen einige je für sich beanspruchten, die Nachfolgepartei der KPD zu sein.

Vorgeschichte

Die Entwicklung des kommunistischen Flügels in der noch marxistisch ausgerichteten SPD, aus deren revolutionären Traditionen die KPD ursprünglich hervorging, wird in Kommunistische Partei#Anfänge im 19. Jahrhundert bis zur Revisionismusdebatte und den beiden dort folgenden Unterartikeln behandelt.

Die Entstehung der KPD (1914-1918)

Die Gründung der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) war das Ergebnis der letzten Reichskonferenz des Spartakusbundes vom 29. bis 31. Dezember 1918. Mit ihm vereinten sich dort verschiedene linksrevolutionäre Gruppierungen, die an der Novemberrevolution aktiv beteiligt waren. Sie hatten in ihrem Verlauf starken Zulauf besonders bei jungen Industriearbeitern gewonnen. Da der "Spartakusbund" die größte und einflussreichste Gruppe von ihnen war, blieb sein Name zunächst als Zusatz in Klammern hinter dem Parteinamen bestehen. Novemberrevolution Novemberrevolution Er ging seinerseits aus einer linken Oppositionsgruppe innerhalb der SPD hervor, die 1914 unmittelbar nach der Kriegsbejahung der Parteimehrheit von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht ins Leben gerufen worden war. Diese "Gruppe Internationale" bestand neben diesen beiden zuerst nur aus sieben weiteren enttäuschten Mitgliedern der SPD: Franz Mehring, Julian Marchlewski, Ernst Meyer, Hermann Duncker, Wilhelm Pieck, Leo Jogiches sowie etwas später Clara Zetkin. Sie blieben in dieser Partei, um dort die Kriegsgegner zu sammeln und langfristig eine Kursänderung auch der Parteimehrheit zu erreichen. Wegen ihrer regelmäßigen "Spartakusbriefe" wurde die Gruppe bald einfach "Spartakus" genannt. Aber erst im November 1918 nannte sie sich selbst "Spartakusbund". Karl Liebknecht im Dezember 1914 und Otto Rühle im Januar 1915 waren die ersten SPD-Abgeordneten, die ihre Zustimmung zu weiteren Kriegskrediten verweigerten. Anfang 1916 waren es 20 Abgeordnete. Im Frühjahr 1917 führte die wachsende Opposition innerhalb der SPD gegen die Burgfriedenspolitik und weitere Bewilligung der Kriegskredite schließlich zum Parteiausschluss der Kriegsgegner. Diese reagierten darauf am 9. April 1917 mit der Gründung der USPD. Nun trat die Spartakusgruppe, die seit Januar 1916 reichsweit organisiert war, in diese ein und bildete auch dort bis zur KPD-Gründung den revolutionären Flügel. Durch die Inhaftierung der meisten Mitglieder der Gruppe, allen voran Liebknecht und Luxemburg, war die agitatorische und organisatorische Arbeit stark behindert. Mit den Märzstreiks von 1917 und mehr noch den Januarstreiks von 1918 erhielt die deutsche Arbeiterbewegung jedoch überraschend neue Impulse. Die reichsweite Streikbewegung vor allem in der Rüstungsindustrie stärkte die unabhängigen Arbeitervertreter gegenüber den konservativen, ganz dem Burgfrieden folgenden Gewerkschaftsführern. Die "Revolutionären Obleute" Berlins, aber auch anderswo bildeten später das energische Rückgrat der Rätebewegung, die Deutschland erstmals eine historische Chance auf Sozialisierung der Produktionsmittel eröffneten. Der Erfolg der Oktoberrevolution in Russland gab diesen Bestrebungen zusätzlichen Rückenwind. Schon ein Jahr darauf, am 7. Oktober 1918 demonstrierte der Spartakusbund sein Selbstbewusstsein und beantwortete den Regierungseintritt der MSPD, der zwei Tage zuvor bekannt geworden war, indem er grundlegende Reformen in Wirtschaft, Staat, Recht und Verwaltung forderte und praktisch eine neue radikaldemokratische Reichsverfassung anvisierte. Anfang November entstand aus der Kieler Matrosenmeuterei rasch ein Flächenbrand, in dem auch die Soldaten die Selbstorganisation der Räte wählten, um ihre Vorgesetzten zu entmachten und ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen. Viele dieser Forderungen griffen direkt oder indirekt das Programm des Spartakusbundes auf. Als die Novemberrevolution Berlin erreichte und den Kaiser zur Flucht in die Niederlande veranlasste, rief Philipp Scheidemann von der Mehrheits-SPD dort mittags am 9. November 1918 eine "Deutsche Demokratische Republik" aus. Ihm folgte wenig später Karl Liebknecht, der eine "Freie Sozialistische Republik" ausrief und die Menge zugleich auf die "internationale Revolution" einschwor. Es folgten zwei Monate lange Machtkämpfe zwischen den Vertretern dieser beiden Richtungen, aus denen die Mehrheits-SPD und mit ihr das gemäßigte und konservative Bürgertum als Sieger hervorgingen. Die Gründung der KPD war seit etwa Anfang Dezember 1918 geplant und erfolgte dann als direkte Reaktion auf die Ereignisse des 24. Dezember in Berlin. Dabei wurde die Absicht Friedrich Eberts unübersehbar, kaiserliches Militär gegen Revolutionäre einzusetzen und diese zu entmachten. Bald darauf erfuhren die Linken die Gewaltbereitschaft der SPD-Führung: Es kam zum Einsatz der Freikorps gegen Teile der Berliner Bevölkerung, die die Revolution unter Mitwirkung und teilweiser Führung der Spartakisten fortsetzen wollten. Seit Jahresbeginn 1919, besonders aber seit der Niederwerfung des sogenannten "Spartakusaufstands" und der Ermordung von Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg am 15. Januar 1919 kam es reichsweit zu bürgerkriegsähnlichen politischen Unruhen. Die KPD verstand sich wegen dieser Erfahrungen von Beginn an als Gegensatz und Gegengewicht zur SPD. Sie wollte deren ursprüngliches Ziel, den Sozialismus, weiterverfolgen und damit den deutschen Arbeitern eine revolutionäre Alternative zum dem Bürgertum angepassten Reformismus anbieten. Sie verstand sich als Massenpartei und wollte die sozialistische Rätedemokratie von der Betriebsebene aus verwirklichen, die durch die SPD und Gewerkschaftsführungen verhindert und durch die USPD nicht energisch genug angestrebt worden war. Auf dem Gründungsparteitag wählten die Delegierten aus dem Reich einen Parteivorstand, dem die Führungspersönlichkeiten der wichtigsten Teilgruppen angehörten: von den Bremer Linksradikalen Otto Rühle, von den Internationalen Kommunisten Deutschlands (IKD) Johann Knief und Paul Frölich, vom Spartakusbund Hermann Duncker, Käte Duncker, Hugo Eberlein, Leo Jogiches, Paul Lange, Paul Levi, Karl Liebknecht, Rosa Luxemburg, Ernst Meyer, Wilhelm Pieck und August Thalheimer.

Von der Gründung 1918 bis zur Krise von 1923

In den Debatten um das Programm und die künftige politische Orientierung wurden bereits Konfliktlinien sichtbar: besonders im Verhalten zum Parlamentarismus und zur Sozialdemokratie. Einige Gründungsmitglieder, darunter Rosa Luxemburg, plädierten für den Namen "Sozialistische Partei Deutschlands" und für die Teilnahme an den kommenden Wahlen zur Nationalversammlung. Dies wurde ebenso wie der Verbleib in der USPD mehrheitlich abgelehnt. Von der IKD war nur Johann Knief für diesen Vorschlag. Damit legte sich die Parteimehrheit entgegen dem Rat der Spartakusführer früh auf eine Ablehnung der bürgerlichen Demokratie und der Konkurrentin SPD, der älteren und lange Zeit führenden Arbeiterpartei, fest. Vor allem die Bremer Linksradikalen unter Otto Rühle und die IKD vertraten eine enge Anlehnung an die sowjetischen Bolschewiki unter Führung Lenins. Bei den Wahlen zur Nationalversammlung am 19. Januar 1919 behauptete sich die SPD als stärkste Kraft, die aber fortan auf wechselnde Koalitionspartner aus dem bürgerlichen Lager angewiesen war. Nun setzte der Reichswehrminister Gustav Noske (der nach eigener Aussage vom 6. Januar der "Bluthund" sein wollte) rücksichtslos die neuen, meist rechtsextremen Freikorps gegen die Aufständischen ein, um jeden Ansatz einer Räterepublik, wie er sich in einigen Großstädten gebildet hatte, wieder zu zerschlagen. Als letztes Experiment dieser Art wurden im Mai die Münchner Räterepublik zerstört und ihre Führer hingerichtet, unter ihnen beispielsweise der KPD-Funktionär Eugen Leviné. Im Verlauf dieser Kämpfe wurde im März auch Leo Jogiches im Untersuchungsgefängnis Berlin-Moabit ermordet. Mit der Verabschiedung der Reichsverfassung am 11. August war die bürgerlich-parlamentarische Weimarer Republik praktisch durchgesetzt. Die Sozialisierung der Produktionsmittel war nur noch abstrakte Möglichkeit, nicht mehr konkreter Auftrag der Politik. Die KPD hatte zunächst nur wenige Mitglieder und gewann in der Rätebewegung auch während der Aufstände keine führende Rolle: Dazu war sie zu neu und organisatorisch zu wenig in der Arbeiterbewegung verankert. Ihre Mitglieder waren zumeist ehemalige Sozialdemokraten, die von ihrer ehemaligen Partei bitter enttäuscht waren. Durch ihre Weigerung, an den Parlamentswahlen teilzunehmen, geriet die KPD weiter ins Abseits und wurde außerdem durch die Verfolgung und Verhaftung ihrer Mitglieder dezimiert. Im Frühjahr 1919 war sie verboten worden und konnte ihre folgenden Parteitage nur illegal durchführen. Darum suchte die Partei Rückhalt, indem sie Mitglied der im selben Jahr gegründeten "Komintern", der 3. Internationale wurde. Paul Levi, enger Freund und Herausgeber der Werke Rosa Luxemburgs nach ihrem Tod, setzte danach jedoch die Beteiligung an den nächsten Reichstagswahlen von 1920 durch. Einige Parteimitglieder glaubten, dass damit der revolutionäre Weg verlassen würde. Damit zeichnete sich ein innerer Klärungsprozess ab: Die rätekommunistischen und utopistisch orientierten Mitglieder traten aus und bildeten die eigene "Kommunistische Arbeiterpartei Deutschlands" (KAPD), die Otto Rühle leitete. Im Oktober 1920 wurden zudem die "Nationalbolschewisten" Fritz Wolffheim und Heinrich Laufenberg ausgeschlossen, die dann ebenfalls der KAPD beitraten. Diese konnte sich bis 1922 halten und zerfiel dann in Einzelgruppen, die sektiererisch miteinander konkurrierten. Zuvor jedoch mobilisierte der Putschversuch der Generäle Kapp und Lüttwitz im Frühjahr 1920 noch einmal die Kräfte der Linken im ganzen Reich: Spontane Massenstreiks führten zum Generalstreik, dem sich freie Gewerkschaften, SPD, USPD und KPD anschlossen, um gemeinsam die Republik zu retten. Er führte zur Eroberung des Ruhrgebiets durch eine Rote Ruhrarmee. Doch sobald die Putschisten zurücktraten und der Streik beendet war, verbündete sich die SPD wieder gegen die aufständischen Arbeiter mit den kaiserlichen Truppen und ließ diese in das besetzte Ruhrrevier einrücken. Dabei kam es erneut zu zahlreichen Todesopfern. Bei den folgenden Reichstagswahlen im Juni profitierte vor allem die USPD und zog mit 17, 9% in den Reichstag ein, während die SPD auf 21, 7% zurückfiel. Die KPD erhielt nur 2,1%. Doch sie war nun koalitionsfähig geworden: Ende 1920 entschied sich eine Parteitagsmehrheit der USPD zum Eintritt in die Kommunistische Internationale und damit in die KPD, die sich daraufhin "Vereinigte" (V-)KPD nannte. Sie wuchs durch die USPD-Überläufer auf über 300.000 Mitglieder an, die ihr auch zu einem größeren Wählerpotential verhalfen. Damit erfüllte sie erstmals ihren programmatischen Anspruch, eine Massenpartei zu sein. Allerdings war die revolutionäre Phase damit auch beendet; ein letztes Aufflammen - und gleichzeitig das Scheitern - stellten die Märzkämpfe u.a. in Mitteldeutschland 1921 dar. Aber auch die Rechtsparteien gingen aus den ersten Wahlen nach Republikgründung als Gewinner hervor: Rechtskonservative DVP und rechtsextreme DNVP erhielten beide je etwa 15%, bildeten mit dem nach rechts gerückten Zentrum ein fast gleichstarkes Gegengewicht zum Lager der Linken und verfügten zudem über einen Großteil der bürgerlichen Zeitungen. Die Staatsverwaltung aus der Kaiserzeit und die Reichswehr konnten sich nun als dauerhafte Machtfaktoren behaupten. Die Spaltung der USPD führte zu ihrer Auflösung: 1922 zerbrach sie vollends an ihren inneren Gegensätzen. Der reformistische Flügel, darunter auch der Begründer der Revisionismustheorie Eduard Bernstein, trat nun großenteils wieder der SPD bei. Der Rest fristete bis 1933 nur noch die Rolle einer unbedeutenden Splitterpartei. So hatte die KPD politischen Spielraum links von der SPD gewonnen und konnte mittelfristig eine Massenbasis erreichen.

Flügelkämpfe, Stalinisierung, Sozialfaschismustheorie (1923-1933)

Zwischen 1921 und 1923 leitete die KPD Streikbewegungen und den revolutionären Volkskampf unter anderem im Ruhrgebiet und im Mansfelder Land. Nach dem gescheiterten Hamburger Aufstand von 1923 (Oktoberniederlage) wurde die "rechte" Parteiführung unter Heinrich Brandler und August Thalheimer abgesetzt und ausgeschlossen. Im Juli 1924 waren erste Ortsgruppen der Kampforganisation der KPD, des Rotfrontkämpferbundes (RFB), gegründet worden, zu dessen Vorsitzendem im Februar 1925 Ernst Thälmann gewählt worden war. Als Lenin 1924 starb und Stalin sein Nachfolger wurde, gewannen in der Folgezeit "Stalinisten" auch großen Einfluss auf den Parteivorsitz der KPD. Als Mitglied der Dritten Internationale wurde die Partei von Moskau beeinflusst. Die neue, "ultralinke" Parteiführung unter Werner Scholem, Ruth Fischer, Arkadi Maslow und Arthur Rosenberg, wurde im Februar 1925 abgesetzt und durch Ernst Thälmann ersetzt, der bis 1933 amtierte. Die Stalinisierung der KPD wurde vorangetrieben, indem neben "Trotzkisten" und "Brandlerianern" auch noch die Gruppe der "Versöhnler" aus der Partei ausgeschlossen wurde. Die Ausschlüsse der "Brandlerianer" und die Auseinandersetzungen um die Gründung der Revolutionären Gewerkschafts-Opposition (RGO) führten zu einem Einflussverlust der KPD in den Gewerkschaften und zur Gründung der "Kommunistische Partei-Opposition", KPD-O oder KPDO. Kommunistische Partei-Opposition Die Unzufriedenheit vieler mit dem Kapitalismus trieb der KPD vor allem Arbeiter und Arbeitslose zu, so dass sie vor allem zwischen 1928 und 1932 im Zuge der Weltwirtschaftskrise und der gesellschaftlich-sozialen Polarisierungen der Zeit große Wahlerfolge erzielen konnte (1928: 130.000 Mitglieder und 3,2 Millionen Wähler, November 1932 252.000 Mitglieder, 6 Millionen Wähler, 16,9% der Stimmen und damit 100 Reichstagsmandate). Im Reichstag vertreten war die KPD von 1920 bis Ende Februar 1933, als die Partei durch die Nazis in Folge des Reichstagsbrands verboten wurde. Bedingt durch dieses Verbot war die KPD nicht mehr beteiligt an der Abstimmung über Hitlers Ermächtigungsgesetz am 23. März 1933, durch das die erste pluralistische deutsche Demokratie faktisch beseitigt wurde. Nach dem Ausschluss der KPD stimmten nur die SPD-Abgeordneten gegen dieses Gesetz. An einer Regierung in der Weimarer Republik war die KPD nie beteiligt. Im letzten unter demokratischen Bedingungen gewählten Reichstag der Republik 1932 stellte die Partei mit der Abgeordneten Clara Zetkin dessen Alterspräsidentin. Die von Stalin in der UdSSR vorgegebene Sozialfaschismusthese der Kommunisten machte die Feindschaft zwischen SPD und KPD für die Restzeit der Weimarer Republik praktisch unüberwindbar. Sie begründete die Ablehnung einer Einheitsfront oder Volksfront auch durch die SPD und erleichterte so den Nationalsozialisten die Machtübernahme.

1933-1945 - Nationalsozialismus: Unterdrückung, Verfolgung, Widerstand, Exil

Als Hitler am 30. Januar 1933 von Reichspräsident Hindenburg zum Reichskanzler ernannt wurde, rief die KPD zum reichsweiten Generalstreik auf. Allerdings stieß dieser Aufruf kaum auf öffentliche Resonanz. Einzig in der kleinen schwäbischen Industrieortschaft Mössingen wurde am 31. Januar 1933 von kommunistischen Arbeitern versucht, den Generalstreik umzusetzen (vgl. Mössinger Generalstreik). Die Streikaktionen in den drei ansässigen Textilbetrieben wurden jedoch schnell niedergeschlagen. 80 Beteiligte wurden zu Haftstrafen bis zu zweieinhalb Jahren verurteilt. Die Nationalsozialisten zählten Kommunisten und Sozialisten zu ihren Hauptfeinden. So wurde die KPD bereits kurz nach dem Reichstagsbrand verboten, viele ihrer Anhänger und die ihrer Splittergruppen verhaftet und bereits 1933, mit als erste in die Konzentrationslager Dachau oder die Lager im Emsland gesperrt. Sie wurden im „Dritten Reich“ systematisch politisch verfolgt, in Konzentrationslager gesperrt und ermordet, einfache Mitglieder, wie leitende Kader wie zum Beispiel Ernst Thälmann oder Werner Scholem. Die KPD hatte im Kampf gegen die faschistische Diktatur von 1933 bis 1945 große Verluste. Im Untergrund führte die KPD ihren antifaschistischen Kampf (vergleiche Antifaschismus) fort. Eine relativ bedeutende Widerstandsbewegung von nicht ins Exil gegangenen KPD-Mitgliedern wurde die Gruppe um Bernhard Bästlein, Anton Saefkow und die operative Leitung der KPD (siehe Kategorie). Andere Kommunisten sammelten sich in verschiedenen Widerstandsgruppen der so genannten "Roten Kapelle", die während des 2. Weltkrieges unter anderem versuchten, an Geheiminformationen zu gelangen und die der Sowjetunion zuarbeiteten. Mit dem Prager Manifest der SPD 1934 und den Beschlüssen der Brüsseler Konferenz der KPD 1935 wurde die Sozialfaschismusthese als Fehler erkannt und Grundlagen für ein gemeinsames Vorgehen ermöglicht. Das ZK der KPD mit Wilhelm Pieck und Walter Ulbricht an der Spitze entwickelte ein Programm zur Rettung der deutschen Nation (zum Beispiel auf der Brüsseler und Berner Parteikonferenz der KPD). Im sowjetischen Exil gründete die KPD das "Nationalkomitee Freies Deutschland" (NKFD), ein Zentrum des Kampfes von Antifaschisten aller Lager. Ähnliche partei- und weltanschauungsübergreifend konzipierte Organisationen wurden auch in Frankreich, Niederlande und sogar Mexiko von Exilanten aufgebaut. Neben Exilanten und dem Widerstand gab es wie aus anderen Parteien auch ehemalige KPD-Anhänger, die sich von den wirtschaftlichen Erfolgen der Nationalsozialisten in den ersten Jahren des Regimes überzeugen ließen und ihre oppositionelle Haltung ablegten. Die Motive dieser Überläufer waren meist entweder im Opportunismus oder im Gesinnungswandel zu sehen.

1945-1956 - Reorganisierung, KPD im Westen, SED im Osten

Direkt nach dem Zweiten Weltkrieg ging das ZK der KPD und andere exilierte stalintreue KPD-Mitglieder nach Berlin, um einen nach außen demokratischen politischen Aufbau zu betreiben. Führer dieser Gruppe war Walter Ulbricht. Am 11. Juni 1945 beschloss die KPD ein in der Sowjetunion vorbereitetes Aktionsprogramm, dessen Ziel der "Aufbau einer antifaschistisch-demokratischen Ordnung in ganz Deutschland" war. Die KPD und die SPD der sowjetischen Besatzungszone (Zentralausschuss) vereinigten sich auf dem Vereinigungsparteitag vom 21. April 1946 zur SED (Sozialistische Einheitspartei Deutschlands) unter Otto Grotewohl (SPD) und Wilhelm Pieck (KPD). Die westlichen Besatzungsmächte verboten der Partei, in ihren Besatzungszonen den Namen der vereinigten Partei zu tragen, die dort weiterhin unter dem Namen KPD auftreten musste. Unter Führung von Kurt Schumacher, der nach Berlin gereist war, um die Sozialdemokraten im Osten zur Auflösung der Partei zu drängen, spaltete sich ein großer Teil der SPD in den Westsektoren Berlins von der SPD ab und bildete eine eigene Partei, die nicht an der Vereinigung teilnahm. Im Jahr 1949 trennte sich die KPD/SED in den Westzonen organisatorisch von der SED und arbeitete als selbstständige Partei mit eigenem Parteivorstand weiter. Sie war von 1949 bis 1953 im ersten Bundestag vertreten, existierte danach jedoch nur noch als Splitterpartei ohne überregionalen parlamentarischen Einfluss. Außerparlamentarisch versuchte die KPD weiterhin, in der Arbeiterbewegung und den Gewerkschaften ihren Einfluss zu halten. Sie war auch beteiligt an den Friedensbewegungen der 1950er Jahre, vor allem der Bewegung gegen die Remilitarisierung Westdeutschlands ("Ohne mich-Bewegung"). In diese Zeit fiel schließlich auch das neuerliche Verbot der KPD.

1956 - Parteiverbot in der Bundesrepublik

Am 17. August 1956 wurde die KPD vom Bundesverfassungsgericht verboten (BVerfGE 5, 85). Die Begründung des Gerichts war die Feststellung der Verfassungswidrigkeit. Dabei legte das Gericht die Grundsätze an, die schon 1952 zum Verbotsurteil der rechtsextremistischen in der Tradition der NSDAP stehenden SRP (Sozialistische Reichspartei) geführt hatte. Es waren die Grundsätze, die für die "freiheitliche demokratische Grundordnung" (GG) entwickelt worden waren. Die Gründe für das Verbot der KPD werden bis heute sehr kontrovers diskutiert. Während die Gegner des Verbots die Gründe für das Verbot unter anderem im Kampf der KPD gegen die Wiederbewaffnung und für eine Wiedervereinigung Deutschlands und das Eintreten für einen Friedensvertrag sehen, nennen die Befürworter das Eintreten der KPD für einen Anschluss Deutschlands an den kommunistischen Ostblock, was die überwiegende Mehrheit der Deutschen in Westdeutschland abgelehnt hat, und den damit verbundenen Verlust der Freiheitlichen demokratischen Grundordnung. Die KPD trat für eine Vergesellschaftung des Privateigentums an Produktionsmitteln und für eine Diktatur des Proletariats ein; dies wurde als verfassungswidrig eingeschätzt und als weitere Begründung für das Verbot genannt.

Illegale Parteiarbeit 1956-1968

Nach dem Verbot war die Partei und ihre Mitglieder in die Illegalität verschiedenen Repressionen ausgesetzt. Das Aufrechterhalten ihrer Strukturen und die Parteiarbeit waren untersagt. Da nicht wenige der ehemaligen Mitglieder ihre Tätigkeit für die Partei trotz des Verbots weiterführten, standen sie vielfach unter Beobachtung. Dabei kam es zu Hausdurchsuchungen, Festnahmen und gerichtlichen Verurteilungen. Einer von vielen Betroffenen dieser von den Kommunisten als Repressionen gesehenen und angegriffenen Durchsetzung des Parteiverbots war der NRW-Landtagsabgeordnete Josef Angenfort, der mehrmals verhaftet und zu Haftstrafen verurteilt wurde.

ab 1968/69 - Zersplitterung: DKP und Gründungen unterschiedlicher K-Gruppen in Westdeutschland

DKP

12 Jahre nach dem KPD-Verbot handelte die Führung der illegalen KPD in Gesprächen mit den SPD-Mitgliedern der Großen Koalition die Möglichkeiten kommunistischer Tätigkeit in der Bundesrepublik unter der Geltung des Verbotsurteils aus. Da eine schlichte Wiederzulassung nicht in Frage kam, wurde der Weg über eine "Neukonstituierung", die Deutsche Kommunistische Partei (DKP), gewählt. DDR, Sowjetunion und auch die verbotene "alte KPD" erkannten diese DKP als legitimen Nachfolger der 1956 verbotenen Partei an. So wurde diese auch stets zu den Parteitagen der osteuropäischen Bruderparteien eingeladen und hat jahrzehntelang erhebliche Finanzmittel aus der DDR erhalten. Siehe: Deutsche Kommunistische Partei

weitere Neugründungen um 1970

Um 1970 bildete sich eine ganze Reihe von weiteren kommunistischen Organisationen, die sich zum Teil auf die KPD oder ihre Dissidenten beriefen, und von denen mehrere die Namen KPD oder KPD/ML führten. Ein großer Teil dieser Gruppen sah sich aber auch als Opposition zur stalinistisch geprägten KPD. Alle diese Gruppen werden in der Literatur zusammenfassend oft "K-Gruppen" genannt.
- Kommunistische Partei Deutschlands/Marxisten-Leninisten (KPD/ML), gegründet: 31. Dezember 1968, mit der Zeitung "Roter Morgen" Gruppierung, die aus an der Volksrepublik China orientierten ehemaligen Mitgliedern der illegalen KPD bestand, die – im Gegensatz zur Parteiführung – die Theorie des Sozialfaschismus übernahmen und der DKP Revisionismus vorwarfen. Seit Auflösung der KPD(M) verzichtete sie zunächst auf den Namenszusatz ML. Nachdem sich große Teile der KPD/ML mit der GIM zur VSP vereinigten, nannten sich die übriggebliebenden wieder KPD/ML. Diese Gruppe spaltete sich später mehrfach.
- Gruppe Internationale Marxisten (GIM), gegründet: Pfingsten 1969, trotzkistische Gruppierung, die sich auf die 1928 aus der KPD ausgeschlossenen Linksabweichler berief. Sie war die deutsche Sektion der 1938 von Leo Trotzki initiierten "Vierte Internationale". Die GIM fusionierte 1986 mit der KPD/ML (Roter Morgen) zur Vereinigten Sozialistischen Partei.
- Kommunistische Partei Deutschlands (Maoisten) (KPD(M)), gegründet: Februar 1970 als Kommunistische Partei Deutschlands / Aufbauorganisation (KPD/AO), maoistische Partei, die sich aus den Zerfallsprodukten der Studentenbewegung bildete. Selbstauflösung im März 1980.
- Kommunistischer Bund Westdeutschland (KBW), gegründet: 1973, maoistisch orientierte Partei, die sich aus den Zerfallsprodukten der Studentenbewegung bildete. Selbstauflösung im Frühjahr 1985.
- Kommunistischer Bund (KB)
- Arbeiterbund für den Wiederaufbau der KPD (KPD/AB) - seit 1973
- Kommunistischer Arbeiterbund Deutschlands (KABD)
- „Gegen die Strömung“, Organisation für den Aufbau der Revolutionären Kommunistischen Partei – seit 1974
- Bund Sozialistischer Arbeiter (BSA)
- Marxistische Gruppe MG

spätere Neugründungen


- Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands (MLPD), gegründet: 1982 durch Umbenennung der Organisation Kommunistischer Arbeiterbund Deutschlands (KABD), einer Abspaltung der KPD/ML.
- [http://kpdb.de Kommunistische Partei Deutschlands (Bolschewiki) - KPD(B)]
- Bund Westdeutscher Kommunisten, Abspaltung vom KBW
- Vereinigte Sozialistische Partei (VSP), Zusammenschluss (1986) von GIM und KPD/ML
- Revolutionär Sozialistischer Bund (RSB), trotzkistisch orientierte Gruppe, 1994 gegründet
- Partei für Soziale Gleichheit, Nachfolgeorganisation des Bundes Sozialistischer Arbeiter (BSA)
- sowie derzeit fünf weitere Parteien, die den Namen KPD (teils mit Zusätzen) tragen, ferner mindestens vier KPD-Aufbauorganisationen

Siehe auch


- Bekannte Mitglieder der KPD
- Kommunistische Partei
- Sozialismus
- Vereinigte Kommunistische Partei Deutschlands

Weblinks


- [http://www.kpd-sozialgeschichte.homepage.t-online.de/ Zur Sozialgeschichte der KPD 1918 bis 1933]
- [http://www.marxistische-bibliothek.de/_kpd.html Plakate und Dokumente der KPD bis 1945]
- [http://KPD.xerve.net/ K P D]
- [http://www.kpd-online.info/ Homepage der laut eigenen Angaben 1968 in Hamburg neugegründeten KPD]
- [http://www.ddr-biografien.de/ Homepage des Historikers Andreas Herbst (u.a. Datenbank mit Biografien kommunistischer Funktionäre)]
- [http://www.kpd-sozialgeschichte.homepage.t-online.de/ Materialien zur Sozialgeschichte der KPD in der Weimarer Republik]

Literatur


- KPD 1918 bis 1945:
  - Hermann Weber; Andreas Herbst: Deutsche Kommunisten: biographisches Handbuch 1918 bis 1945, Berlin: Dietz, 2004.
  - Georg Fülberth: Die Beziehungen zwischen SPD und KPD in der Kommunalpolitik der Weimarer Periode 1918/19 bis 1933, Köln: Pahl-Rugenstein, 1985. ISBN 3-7609-5198-8
  - Hermann Weber (Hrsg.): Der Thälmann-Skandal: geheime Korrespondenzen mit Stalin, Berlin: Aufbau-Verlag, 2003.
  - Klaus-Michael Mallmann: Kommunisten in der Weimarer Republik. Sozialgeschichte einer revolutionären Bewegung, Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft 1996
  - Chris Harman: Die verlorene Revolution: Deutschland 1918-23, Frankfurt: VGZA e.V., 1998.
  - Josef Scheifstein: Die "Sozialfaschismus"-These – Zu ihrem geschichtlichen Hintergrund, Frankfurt: VMB, 1980
  - Gruppe Magma: ... denn Angriff ist die beste Verteidigung - Die KPD zwischen Revolution und Faschismus 296 S., 18,40 EUR (D) ISBN 3-89144-263-7
  - Allan Merson: Kommunistischer Widerstand in Nazideutschland. Bonn 1999. ISBN 3891442629
  - Ossip K. Flechtheim: Die KPD in der Weimarer Republik. Offenbach 1948.
- KPD 1945 bis 1968:
  - Peter Erler/Horst Laude/Manfred Wilke (Hg.), 'Nach Hitler kommen wir' Dokumente zur Programmatik der Moskauer KPD-Führung 1944/45 für Nachkriegsdeutschland, Berlin 1994
  - Georg Fülberth: KPD und DKP 1945-1990. Zwei kommunistische Parteien in der vierten Periode kapitalistischer Entwicklung Heilbronn: Distel, 1990. ISBN 3-923208-24-3
  - Günter Judick / Josef Schleifstein / Kurt Steinhaus (Hrsg.): KPD 1945-1968: Dokumente. 2 Bde. Neuss: Ed. Marxistische Blätter, 1989.
  - Wilhelm Mensing, Nehmen oder Annehmen Die verbotene KPD auf der Suche nach politischer Teilhabe, und: Wir wollen unsere Kommunisten wiederhaben... Demokratische Starthilfen für die Gründung der DKP, Zürich 1989, edition interfrom 220/221
  - Dietrich Staritz: Die kommunistische Partei Deutschlands. In: Richard Stöss (Hrsg.): Parteien-Handbuch. Die Parteien der Bundesrepublik Deutschland 1945-1980. Bd. 2: FDP bis WAV. Opladen: Westdeutscher Verlag, 1984. 1663-1809. Kategorie:Deutsche Partei Kategorie:Kommunistische Partei Kategorie:Weimarer Republik