Home About us Products Services Contact us Bookmark
:: wikimiki.org ::
19. Juni

19. Juni

Der 19. Juni ist der 170. Tag des Gregorianischen Kalenders (der 171. in Schaltjahren) - somit verbleiben noch 195 Tage bis zum Jahresende.

Ereignisse


- 1867 - Mit der Hinrichtung von Kaiser Maximilian von Mexiko, Bruder des österreichischen Kaisers Franz Joseph I. endet das kurzlebige 2. Kaiserreich Mexiko.
- 1917 - Großbritannien. Änderung des Wahlgesetzes: Das Frauenwahlrecht wird zum 6. Februar 1918 eingeführt.
- 1933 - In Österreich wird die NSDAP verboten.
- 1953 - In New York wird das der Spionage für die Sowjetunion bezichtigte Ehepaar Ethel und Julius Rosenberg hingerichtet.
- 1961 - Kuwait wird unabhängig
- 1965 - Ben Bella, Algeriens Präsident, wird durch einen Staatsstreich gestürzt; ein Revolutionsrat unter Oberst Boumedienne übernimmt die Macht.
- 1973 - Im Royal Court Upstairs Theatre in London wird das Musical "The Rocky Horror Show" uraufgeführt.
- 1976 - König Karl XVI. Gustaf (Schweden) und Silvia Sommerlath heiraten in Stockholm.
- 1976 - Jamaika verhängt nach schweren Unruhen den Ausnahmezustand.
- 1979 - Marais Viljoen wird Staatspräsident von Südafrika
- 1987 - Bei einem Bombenanschlag der ETA auf ein Kaufhaus in Barcelona kommen 18 Menschen ums Leben.
- 1990 - Schengen, Luxemburg. Vereinbarung der Staaten Frankreich, Deutschland, Belgien, Niederlande und Luxemburg über den vollständigen Wegfall der Personen-Grenzkontrollen zwischen ihren Staaten zum 1. Januar 1992.
- 1991 - Abzug der russischen Truppen aus Ungarn
- 2002 - Steve Fossett startet zu seiner erfolgreichen Weltumrundung mit einem Ballon.

Wirtschaft


- 1980 - Nachdem der Schweizer Franken schon 1924 in Liechtenstein eingeführt worden ist, wird nun auch endlich ein Währungsvertrag mit der Schweiz abgeschlossen

Wissenschaft und Technik


- 1964 - Zwischen Japan und den USA wird das erste Telefonkabel in Betrieb genommen.
- 1969 - Erste Lebertransplantation in Deutschland duch Alfred Gütgemann .

Kultur


- 1565 - In der Sixtinischen Kapelle wird – im Beisein des Papstes – die Messe Missa papae Marcellides von Giovanni Pierluigi da Palestrina aufgeführt.
- 1777 - Uraufführung der Oper Polly von Samuel Arnold im Little Theatre in London.
- 1887 - Uraufführung der komischen Oper Die Musikanten von Friedrich von Flotow in Mannheim.
- 1976 - Uraufführung der Oper Das Mädchen aus Domrémy von Giselher Klebe am Staatstheater Stuttgart.
- 1978 - Der erste Garfield-Comic-Strip wird veröffentlicht.

Religion


- 325 - Von Kaiser Konstantin I. zur Klärung des Arianischen Streits einberufen, nimmt das Erste Konzil von Nicäa nimmt offiziell seine Arbeit auf.

Katastrophen

Sport


- Ereignisse aus dem Bereich der Formel 1 siehe dort.
- Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden s. u. der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.
- 1811 - Das erste deutsche Turnfest findet auf dem Friedrich Ludwig Jahn-Sportplatz in Berlin statt.
- 1938 - Italien gewinnt in Paris das Finale der 3. Fußballweltmeisterschaft gegen Ungarn mit 4:2.
- 1936 - Max Schmeling siegt über Joe Louis durch K.O.
- 1992 - Evander Holyfield gewinnt den Weltmeistertitel im Schwergewicht gegen Larry Holmes im Caesars Palace, Las Vegas, durch einen Sieg nach Punkten.
- 2005 - Die deutsche Fußballnationalmannschaft der Damen wird mit einem 3:1-Sieg über Norwegen Fußball-Europameister 2005.
- 2005 - Aitor González Jiménez gewinnt die Tour de Suisse vor Michael Rogers und Jan Ullrich.

Geboren

Jan Ullrich Jan Ullrich Jan Ullrich Jan Ullrich
- 1566 - Jakob I. (England), als Jakob VI. König von Schottland, König von England und Irland
- 1623 - Blaise Pascal, französischer Mathematiker
- 1764 - José Gervasio Artigas, uruguayischer Offizier und Freiheitskämpfer
- 1783 - Friedrich Wilhelm Adam Sertürner, deutscher Apotheker und Entdecker des Morphiums
- 1790 - Johann Heinrich Fischer, schweizerischer Politiker
- 1792 - Gustav Schwab, deutscher Pfarrer, Schriftsteller und Herausgeber
- 1834 - Charles Haddon Spurgeon, englischer Baptistenpastor und Erweckungsprediger
- 1837 - Philipp Carl, deutscher Physiker
- 1838 - Friedrich von Hessing, deutscher Konstrukteur heiltechnischer Apparate
- 1842 - Carl Zeller, österreichischer Jurist und Komponist
- 1846 - Antonio Abetti, italienischer Astronom
- 1847 - Ernst Justus Haeberlin, deutscher Jurist und Numismatiker
- 1854 - Alfredo Catalani, italienischer Opern-Komponist
- 1859 - Heinrich Sohnrey, deutscher Volksschriftsteller und Publizist
- 1865 - Alfred Hugenberg, deutscher Unternehmer und Politiker
- 1871 - Fritz Hofmann, deutscher Teilnehmer der ersten Olympischen Sommerspiele 1896 in Athen
- 1876 - Nigel Gresley, britischer Dampflokomotivkonstrukteur
- 1884 - Agnes von Zahn-Harnack, deutsche Lehrerin, Schriftstellerin und Frauenrechtlerin
- 1885 - Stevan Hristić, jugoslawischer Komponist
- 1889 - Enrico Celio, Schweizer Politiker und Bundesrat
- 1889 - Wera Ignatjewna Muchina, Bildhauerin
- 1891 - John Heartfield, deutscher Maler, Graphiker, Fotomontagekünstler und Bühnenbildner
- 1896 - Erich Koch, Gauleiter in Ostpreußen und Reichskommissar in der Ukraine
- 1896 - Wallis Simpson, Herzogin von Windsor
- 1897 - Cyril Hinshelwood, britischer Chemiker und Nobelpreisträger
- 1897 - Elisabeth Walter, deutsche Autorin
- 1897 - Moe Howard, amerikanischer Komiker (The Three Stooges)
- 1902 - Ernst Heimeran, deutscher Schriftsteller und Verleger
- 1902 - Guy Lombardo, kanadischer Bandleader
- 1903 - Hans Litten, jüdischer Rechtsanwalt und Strafverteidiger
- 1905 - Klaus Conrad, deutscher Neurologe und Psychiater
- 1906 - Ernst Boris Chain, britischer Chemiker, Nobelpreis für Medizin 1945
- 1910 - Paul John Flory, amerikanischer Chemiker, Nobelpreis 1974
- 1912 - Alfred Jensch, Astronom und Konstrukteur
- 1919 - Bogomil Rainow, bulgarischer Schriftsteller und Literaturkritiker
- 1920 - Yves Robert, Filmregisseur
- 1922 - Aage Niels Bohr, dänischer Physiker
- 1923 - Andrés Rodríguez, paraguayischer Präsident
- 1924 - Anneliese Rothenberger, deutsche Sopranistin
- 1925 - Charlie Drake, britischer Sänger und Komiker
- 1926 - Josef Nesvadba, tschechischer Schriftsteller
- 1926 - Elisabeth Axmann, deutsche Schriftstellerin
- 1928 - Karl-Herbert Scheer, deutscher Science-Fiction-Autor
- 1930 - Gena Rowlands, US-amerikanische Schauspielerin
- 1932 - Ernest Ranglin, jamaikanischer Musiker
- 1934 - Thomas Dieterich, Richter am Bundesverfassungsgericht und Präsident des Bundesarbeitsgerichts
- 1936 - Peter Corterier, deutscher Politiker und MdB
- 1936 - Shirley Goodman, US-amerikanische Sängerin
- 1936 - Thomas Höpker, deutscher Fotograf
- 1936 - Tommy de Vito, US-amerikanischer Musiker
- 1937 - André Glucksmann, französischer Philosoph
- 1938 - Karl Moik, österreichischer Fernsehmoderator und Entertainer
- 1939 - Al Wilson, US-amerikanischer Musiker
- 1939 - Horst Haitzinger, politischer Karikaturist in Deutschland
- 1941 - Václav Klaus, tschechischer Wirtschaftswissenschafter und Politiker, Premierminister, Präsident
- 1942 - Elaine McFarlane, US-amerikanische Sängerin
- 1944 - Robin Box, britischer Musiker
- 1945 - Aung San Suu Kyi, birmanische Politikerin und Friedensnobelpreisträgerin 1991
- 1945 - Peter Bardens, britischer Musiker
- 1947 - Salman Rushdie, indischer Schriftsteller
- 1948 - Nick Drake, britischer Musiker, Sänger und Songschreiber
- 1950 - Ann Wilson, kanadische Sängerin
- 1951 - Francesco Moser, italienischer Radrennfahrer
- 1951 - Snips, britischer Sänger
- 1953 - Gwen Owens, US-amerikanische Sängerin
- 1953 - Larry Dunn, US-amerikanischer Musiker
- 1954 - Kathleen Turner, US-amerikanische Schauspielerin
- 1956 - Doug Stone, US-amerikanischer Country-Musiker
- 1957 - Anna Lindh, schwedische Politikerin
- 1959 - Christian Wulff, Ministerpräsident des Bundeslandes Niedersachsen
- 1962 - Paula Abdul, US-amerikanische Sängerin
- 1965 - Sabine Braun, deutsche Leichtathletin und Olympionikin
- 1967 - Bjørn Dæhlie, norwegischer Skilangläufer
- 1967 - Sadie Frost, englische Schauspielerin
- 1970 - Rahul Gandhi, indischer Politiker und Mitglied das indischen Parlaments
- 1970 - Quincy Watts, US-amerikanischer Leichtathlet und Olympiasieger
- 1972 - Ilja Markow, russischer Leichtathlet und Olympiamedaillengewinner
- 1977 - Maria Cioncan, rumänische Leichtathletin und Olympionikin
- 1978 - Dirk Nowitzki, deutscher Basketball-Spieler in der US-amerikanischen Profiliga NBA

Gestorben

Dirk Nowitzki Dirk Nowitzki
- 1027 - Romuald, Heiliger und Ordensgründer der Kamaldulenser
- 1542 - Leo Jud, Schweizer Reformator
- 1554 - Sixtus Birck, deutscher Dramatiker und Kirchenliederdichter
- 1566 - David Rizzio, Italienischer Musiker, Privatsekretär und Günstling von Maria Stuart
- 1650 - Matthäus Merian, schweizerisch-deutscher Kupferstecher und Verleger
- 1656 - Hempo von dem Knesebeck, altmärkischer Landeshauptmann
- 1762 - Johann Ernst Eberlin, deutscher Komponist und Organist
- 1813 - Johann Christoph Rincklake, romantischer Portraitmaler
- 1820 - Joseph Banks, englischer Naturforscher
- 1821 - Peter Ochs, Schweizer Politiker
- 1840 - John Cockerill, britischer Industrieller
- 1867 - Maximilian von Mexiko, Kaiser von Mexiko
- 1884 - Johann Gustav Droysen, deutscher Historiker
- 1897 - Charles Cunningham Boycott, britischer Gutsverwalter in Irland
- 1898 - Chief Mkwawa, Afrikanischer Stammeshäuptling
- 1902 - Albert I., König von Sachsen
- 1915 - Sergei Iwanowitsch Tanejew, russischer Komponist
- 1932 - Sol Plaatje, afrikanischer Linguist, Journalist, Schriftsteller und Staatsmann
- 1949 - Weiß Ferdl, bayerischer Volkssänger und -schauspieler
- 1953 - Ethel und Julius Rosenberg, amerikanisches Ehepaar, wegen Spionage hingerichtet
- 1960 - Chris Bristow, englischer Formel-1-Rennfahrer
- 1960 - Jimmy Bryan, US-amerikanischer Rennfahrer
- 1962 - Frank Borzage, US-amerikanischer Filmregisseur
- 1962 - Volkmar Andreae, schweizer Komponist und Dirigent
- 1963 - August Geislhöringer, deutscher Politiker
- 1964 - Hans Moser, österreichischer Schauspieler
- 1964 - Heinrich Quiring, deutscher Geologe und Paläontologe
- 1965 - Franz Kruckenberg, deutscher Ingenieur und Konstrukteur
- 1971 - Heinrich Ritzel, deutscher Politiker und MdB
- 1977 - Ali Schariati, iranischer Soziologe und Intellektueller
- 1981 - Lotte Reiniger, deutsche Künstlerin (Scherenschnitt, Animationsfilm, Illustration)
- 1984 - Wladimir Rudolfowitsch Vogel, russischer Komponist
- 1986 - Coluche, französischer Filmschauspieler und Komiker
- 1991 - Jean Arthur, US-amerikanische Schauspielerin
- 1992 - Kathleen McKane Godfree, englische Tennisspielerin
- 1993 - William Golding, britischer Schriftsteller, Nobelpreis für Literatur 1983
- 1999 - Leslie Holdridge, US-amerikanischer Botaniker und Klimatologe
- 2000 - Christiane Herzog, deutsche Journalistin und ehemalige First Lady
- 2004 - Else Quecke, deutsche Schauspielerin
- 2004 - Nikolai Michailowitsch Girenko, russischer Ethnologe und Menschenrechtler

Feier- und Gedenktage


- Hl. Elisabeth von Schönau
- Hl. Romuald

Siehe auch


- 18. Juni - 20. Juni
- 19. Mai - 19. Juli
- Historische Jahrestage - Zeitskala
- Wikipedia:Glaskugel - Wikipedia:Formatvorlage Tag 0619 ja:6月19日 ko:6월 19일 simple:June 19 th:19 มิถุนายน

Gregorianischer Kalender

Der gregorianische Kalender, benannt nach Papst Gregor XIII., ist der heute in den meisten Teilen der Welt gültige Kalender.

Gregorianische Kalenderreform

Kalender Das erste Konzil von Nizäa bestimmte im Jahre 325, dass das Osterfest immer am ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond nach Frühlings-Anfang (bezogen auf Jerusalem) gefeiert werden sollte. Das astronomische Ereignis des Primar-Äquinoktiums (Frühlings-Tagundnachtgleiche der nördlichen Hälfte unseres Planeten) fand im Konzilsjahr 325 am 21. März statt, und die julianische Schalttagsregelung wurde damals noch nicht als verbesserungsbedürftig erkannt. Der damals gültige julianische Kalender ging von einem mittleren Sonnenjahr von 365,25 Tagen aus und glich die Differenz (bezogen auf 365 Tage) von annähernd 6 Stunden alle vier Jahre durch die Einfügung eines Schalttags aus. Gegenüber dem vom tatsächlichen Gang der Himmelsmechanik astronomisch vorgegebenen Sonnenjahr, das im Jahre 2000 auf 365,242190517 Tage bestimmt wurde -also etwa 365 Tage, 5 Stunden, 48 Minuten und 45,25 Sekunden- war das Jahr des julianischen Kalenders also etwas mehr als 11 Minuten zu lang. Bis ins 16. Jahrhundert, zur Zeit Papst Gregors XIII., hatte sich dieser Fehler so ausgewirkt, dass das Primar-Äquinoktium im Jahr 1582 schon am 11. März stattfand. Diese Verschiebung des Kalenders war jedoch schon längere Zeit vorher offenkundig geworden. Seit dem 14. Jahrhundert wurden immer wieder Vorschläge für eine Kalenderreform unterbreitet – u. a. durch Nikolaus von Kues, Regiomontanus und Nikolaus Kopernikus. Diese waren aber stets abgelehnt worden. Gleichwohl bildeten Kopernikus' Werk De Revolutionibus Orbium Coelestium (»Von den Umdrehungen der Himmelskörper«) sowie die prutenischen Tafeln von Erasmus Reinhold die Basis für die schließlich von Papst Gregor XIII. dekretierte Reform. Um die Frühlings-Tagundnachtgleiche wieder mit dem 21. März in Übereinstimmung zu bringen und Ostern wieder am richtigen Tage feiern zu können, folgte der Papst dem Vorschlag des Mediziners und Hobby-Astronomen Aloisius Lilius und bestimmte, dass im Jahre 1582 zehn Tage übersprungen werden sollten. Daher folgte in einigen römisch-katholischen Ländern auf den 4. Oktober gleich der 15. Oktober – die Abfolge der Wochentage blieb dabei jedoch unverändert. Damit fand das Primar-Äquinoktium dort im Folgejahr 1583 wieder am 21. März statt; die Zeitrechnung innerhalb des Christentums war jedoch nicht mehr einheitlich. Damit war die Ausgangslage, wie sie zur Zeit des Konzils bestand, wieder ungefähr hergestellt. Um ein erneutes Abrücken des 21. März vom Zeitpunkt des Primar-Äquinoktiums für alle Zukunft zu vermeiden, legte der neue gregorianische Kalender die Dauer des mittleren Sonnenjahrs auf 365,2425 statt wie bisher auf 365,25 Tage fest. Diese Verkürzung erfolgte dadurch, dass – abweichend von der Schaltregel des julianischen Kalenders – die Jahre keinen Schalttag haben, deren Zahl zwar ohne Rest durch 100, nicht aber durch 400 geteilt werden kann. Weil bis zur ersten Anwendung dieser neuen Ausnahmeregel im Jahre 1700 noch 117 Jahre vergingen, hat sich der Kalender gegenüber dem astronomischen Ereignis des Primar-Äquinoktiums im Durchschnitt wieder um 1 Tag verrückt. Seither pendelt es zwischen dem 19. und 21. März.

Die Schaltregeln


- Nach der grundsätzlich weiterhin gültigen Julianischen Schaltregel weisen Jahre, deren Zahlen durch 4 dividiert natürliche Zahlen ergeben, im Februar einen 29. Tag (“Schalttag“) auf und umfassen dadurch als Schaltjahre 366 Tage.
- Die Gregorianische Schaltregel bestimmt hiervon drei Ausnahmen : Keine Schaltjahre sind diejenigen Säkular-Jahre (Jahre, deren Zahl am Ende zwei Nullen aufweist), deren Zahl durch 400 dividiert keine natürliche Zahl ergibt.(Deshalb waren die Jahre 1700, 1800 und 1900 keine Schaltjahre, und auch die Jahre 2100, 2200 und 2300 werden keine Schaltjahre sein.) oder:
- Ist die Jahreszahl durch 4 teilbar, aber nicht durch 100, dann ist es ein Schaltjahr mit 366 Tagen. Beispiele: 1980, 1972, 1720.
- Ist die Jahreszahl durch 100 teilbar, aber nicht durch 400, dann ist das Jahr ein gewöhnliches Gemeinjahr und hat nur 365 Tage, z. B. in den Jahren 1700, 1800 und 1900 oder ferner 2100.
- Ist die Jahreszahl durch 400 teilbar, ist das Jahr ein Schaltjahr. Die Jahre 1600 und 2000 waren – in Übereinstimmung mit der Julianischen Schaltregel – Schaltjahre zu 366 Tagen.

Einführung des gregorianischen Kalenders in verschiedenen Ländern

Nur wenige Länder wie Spanien oder Portugal übernahmen den gregorianischen Kalender tatsächlich am 4./15. Oktober 1582. Die meisten römisch-katholischen Länder Europas folgten in den nächsten Jahren, während die protestantischen Länder den neuen Kalender, weil vom Papst dekretiert, zunächst ablehnten. Beispielsweise führten ihn die meisten katholischen Kantone der Schweiz 1584 ein, das Wallis jedoch erst 1655. Dort folgte damals auf den 28. Februar der 11. März. Die evangelischen Territorien des Deutschen Reichs übernahmen den gregorianischen Kalender erst 1700. Auf den 18. Februar folgte dort unmittelbar der 1. März 1700. Zuvor mussten beispielsweise Verträge zwischen katholischen und protestantischen Fürsten mit beiden Daten versehen werden, etwa als 5./15. Oktober 1582. Um die Jahreswende differierten die Jahreszahlen zwischen den Gebieten des alten und neuen Kalenders. Aus dieser Zeit stammt der Ausdruck »zwischen den Jahren« für die Tage nach Weihnachten. Die reformierten Orte der Schweiz folgten ein Jahr später, allerdings mit drei Ausnahmen: Der protestantische Halbkanton Appenzell Ausserrhoden und die protestantischen Teile von Glarus und Graubünden. Der offizielle Übergang zum neuen Kalender sollte dort bis 1812 dauern; der alte Kalender blieb aber noch länger in der Bevölkerung lebendig. Die Appenzeller Silvesterkläuse werden noch immer am 31. Dezember nach dem julianischen Kalender (13. Januar nach dem gregorianischen Kalender) gefeiert. In England (und auch in den späteren USA) wurde der gregorianische Kalender erst in der Nacht vom 2. September auf den 14. September 1752 eingeführt. Die orthodoxen Länder Osteuropas behielten den julianischen Kalender noch bis Anfang des 20. Jahrhunderts bei. Da die Jahre 1700, 1800 und 1900 in Russland Schaltjahre gewesen sind, machte die Abweichung vom gregorianischen Kalender dort mittlerweile 13 Tage aus. Die russische Oktoberrevolution 1917 fiel deshalb nach dem gregorianischen Kalender auf den 7. November. An diesem Tag wurde die Revolution denn auch bis zum Ende der Sowjetunion gefeiert, nachdem Russland 1918 die neue Kalenderrechnung eingeführt hatte. Einige orthodoxe Kirchen (z. B. in Russland und Serbien) begehen ihre feststehenden Feste weiterhin nach dem julianischen Kalender. Ihr Weihnachten (25. Dezember) fällt darum derzeit auf den 7. Januar (greg.). Andere orthodoxe Kirchen (z. B. in Griechenland und Bulgarien) verwenden hierfür den so genannten neo-julianischen Kalender, der bis zum Jahr 2799 dem gregorianischen Kalender entsprechen wird. Alle orthodoxen Kirchen berechnen Ostern und die anderen beweglichen Feste nach dem julianischen Frühlingsanfang sowie nach dem metonischen Vollmond; das Fest fällt daher nur gelegentlich mit dem Osterdatum der westlichen Kirchen zusammen; meist ist es eine, vier, oder fünf Wochen später als im Westen. Als bisher letzter Staat übernahm 1927 die Türkei den gregorianischen Kalender; dort hatte bis dahin der islamische Kalender gegolten. Die nicht zeitgleiche Einführung des gregorianischen Kalenders in den verschiedenen Ländern sorgte für Verwirrung, aber auch für interessante Paradoxa: So sind sowohl William Shakespeare als auch Miguel de Cervantes am 23. April 1616 gestorben, obwohl Shakespeare Cervantes um 11 Tage überlebt hat. Auch die Feiern des Geburtstags von George Washington wurden verschiedentlich am 11. und am 22. Februar ausgerichtet, bis zu einer bundesgesetzlichen Feiertagsregelung.

Charakteristika

Die Regeln des gregorianischen Kalenders führen zu einer durchschnittlichen Länge des Kalenderjahres von 365,2425 Tagen. Das sogenannte tropische Jahr – der zwischen zwei aufeinanderfolgenden Primar-Äquinoktien (Frühlings-Tag-Nachtgleichen) liegende Zeitraum – ist gegenwärtig im Mittel 365,24219879 mittlere Sonnentage lang. Danach ist also auch der gregorianische Kalender im Verhältnis zur astronomischen Wirklichkeit etwas zu lang, nämlich 0,000301 Tage (= 26 Sekunden) pro Jahr. Das bedeutet, dass nach rund 3320 Jahren das Primar-Äquinoktium wieder einen ganzen Tag früher eintreten würde. Sofern bis dahin die christliche Jahreszählung beibehalten wird, würde es sich anbieten, in allen durch 3200 teilbaren Jahren den Schalttag wiederum entfallen zu lassen, wenn auch zu jener Zeit noch die Bindung des Primar-Äquinoktiums an den 21. März gewünscht wird. Der gregorianische Kalender hat eine Periode von 400 Jahren: Nach dieser Zeit wiederholen sich nicht nur der Ablauf der Schalttage und damit die Tages- und Monatszählung, sondern auch die zugehörigen Wochentage. 400 Jahre enthalten nämlich 400×365 + 97 Tage, also 146097 Tage; das sind genau 20871 Wochen; es geht also nach 400 Jahren mit demselben Wochentag weiter. Infolge dieser Periodizität kann ein bestimmtes Datum (Tag und Monat oder nur Tag) nicht gleich häufig auf alle Wochentage fallen. Ausgerechnet der 13. eines beliebigen Monats fällt öfter (nämlich 688mal in 400 Jahren) auf einen Freitag als auf andere Wochentage (Donnerstag und Samstag: 684mal, Montag und Dienstag: 685mal, Sonntag und Mittwoch: 687mal).

Siehe auch


- Julianischer Kalender, Osterdatum
- Umrechnung zwischen julianischem Datum und gregorianischem Kalender, Wochentagsberechnung
- Zeitrechnung, Kalender, Jüdischer Kalender, Christlicher Kalender, Islamischer Kalender, Chinesischer Kalender, v. u. Z., v. d. Z., v. d. Chr., n. d. Chr., v. Chr., n. u. Z., n. d. Z., n. Chr.

Wikipedia-Links zum Themenkomplex Kalender und Zeit

Weblinks


- [http://personal.ecu.edu/MCCARTYR/inter-grav-text.html Papst Gregor XIII: Inter Gravissimas – Die päpstliche Bulle, mit der der gregorianische Kalender verordnet wurde]
- [http://www.fh-friedberg.de/users/boergens/marken/beispiele/kalender.htm Briefmarke: Sondermarke zur Vollendung der ersten Periode des gregorianischen Kalenders]
- [http://www.kalenderlexikon.de 1. deutsches Online-Kalenderlexikon] Kategorie:Kalender als:Gregorianischer Kalender ja:グレゴリオ暦 ko:그레고리력 ms:Kalendar Gregorian simple:Gregorian calendar th:ปฏิทินเกรกอเรียน

Schaltjahr

Ein Kalender hatte historisch den Zweck, den Beginn der Jahreszeiten Jahr für Jahr auf das gleiche Datum fallen zu lassen, um den Zeitpunkt zum Beispiel von Festen oder wiederkehrenden Ereignissen bestimmen zu können. Ein tropisches Jahr, also der Zeitraum zwischen zwei Frühlings-Tagundnachtgleichen, dauert allerdings etwa 365 Tage und etwas weniger als 6 Stunden (365d 5:48:45.98, nicht konstant!), so dass eine einfache Zuordnung, die jedem Jahr die gleiche Anzahl Tage gibt, unmöglich ist, ohne dass sich gleichzeitig der Beginn der Jahreszeiten verschiebt. In den Kalendern der verschiedenen Kulturen gibt es deshalb Methoden, um die jeweilige Dauer des Jahres dem tropischen Jahr anzunähern. Der Beginn der Jahreszeiten kann beispielsweise auf dem gleichen Datum festgehalten werden, wenn in geeigneten Abständen ein Schaltjahr, ein Jahr mit einem zusätzlichen Tag, dem Schalttag, eingefügt wird. Eine einfache Methode ist, jedes Jahr mit einer glatt durch 4 teilbaren Jahreszahl zum Schaltjahr zu erheben. So wurde es im Julianischen Kalender eingeführt, in dem der Februar 29 statt 28 Tage hat. Genauere Kalender nähern das tropische Jahr besser an: Da etwas weniger als sechs Stunden pro Jahr auszugleichen sind, fällt der (Julianische) Schalttag manchmal aus (wie z. B. im Jahre 1900 im Gregorianischen Kalender).

Julianischer Kalender

46 v. Chr. benutzten die Römer einen Kalender mit zwölf Mondmonaten mit abwechselnd je 29 bzw. 30 Tagen, zusammen 354 Tage. Weil gerade Zahlen aber Unglück brachten, schlugen die Römer noch einen Tag drauf. Doch trotzdem waren es zum Sonnenjahr immer noch mehr als zehn Tage zu wenig. Zunächst verteilte Julius Caesar diese zehn Tage auf die verschiedenen Monate, die auf nun 30 bzw. 31 Tage anwuchsen. Nur der damals letzte Monat Februar ging als Unglücksmonat leer aus und blieb somit bei 29 beziehungsweise im Schaltjahr damals bei 30 Tagen. Dem Mythos, dass der Februar einen Tag verlor, weil Kaiser Augustus sich im August als Monatsbezeichnung verewigen wollte und dem Februar noch einen Tag wegnahm, da der August wie der Juli, der Monat seines Vorgängers Caesar, 31 Tage haben sollte, und weil eine gerade Zahl ja auch Unglück brachte, wird im Artikel zum Monat August widersprochen. Doch die Römer hatten eine winzige, aber auf die Jahrhunderte gesehen, wirkungsvolle Ungenauigkeit hinterlassen. 11 Minuten und 14 Sekunden pro Jahr schoss das damals julianische Jahr über das Ziel hinaus. Alle 128 Jahre wurde demnach ein Schaltjahr zu viel begonnen.

Gregorianischer Kalender

Von Papst Gregor XIII. wurde daher 1582 folgende Regelung eingeführt (Gregorianischer Kalender):
- Glatt durch 4 teilbare Jahre sind Schaltjahre.
- Glatt durch 100 teilbare Jahre sind jedoch keine Schaltjahre.
- Glatt durch 400 teilbare Jahre sind aber wieder Schaltjahre. So sind zum Beispiel die Säkularjahre 1800, 1900 und 2100 keine Schaltjahre, die Säkularjahre 2000 und 2400 hingegen schon. Damit dauert das Gregorianische Jahr 365,2425 Tage, und ist genauer als das Julianische Jahr. Seit dem Ersten Konzil von Nicäa im Jahr 325, bei dem der Frühlingsanfang auf den 21. März festgelegt wurde, betrug die aufgelaufene Differenz bereits 10 Tage, und so ließ Gregor auf den 4. Oktober gleich den 15. Oktober 1582 folgen, um diese Zeit auszugleichen. Nicht in allen Ländern erfolgte diese Umstellung am selben Tag. Besondere Schwierigkeiten gab es in Schweden, wo im Jahr 1712 zwei Schalttage eingefügt wurden und somit dieses Jahr einen 30. Februar hatte. Recht ungewöhnlich und wenig bekannt ist die Tatsache, dass nicht etwa der 29. Februar der Schalttag des Gregorianischen Kalenders ist. Vielmehr wird der 24. Februar verdoppelt: der 24. und der 25. Februar fallen nach römischer Zählweise, die auch bei der Einführung des Gregorianischen Kalenders noch üblich war, auf dasselbe Datum. Im Gemeinjahr heißt der 24. Februar „a. d. VI Kal. Mart.“ (sechster Tag vor dem März-Beginn); der doppelte Tag im Schaltjahr heißt ebenso. Da dieser Sechste (lat. „sextus“) doppelt („bis“) gezählt wird, heißen Schaltjahr bzw. -tag „bissextilis“ (lateinisch), „bissextile“ (english), „bisestile“ (italienisch) usw. Nach heutiger Zählung verschieben sich der 24. und die weiteren Tage im Februar um einen Tag; Bedeutung hat dies heute noch in der katholischen Kirche bei der Zählung der Kirchentage: kirchliche Feiertage und auch die Namenstage sind von dieser Regelung betroffen.

Orthodoxer Kirchenkalender

Das gregorianische Jahr ist rund 27 Sekunden zu lang. Als Ergebnis hinkt der gregorianische Kalender nach 1.600 Jahren um einen halben Tag hinterher. Deshalb schlug die griechisch-orthodoxe Kirche eine etwas kompliziertere Schaltregel vor: Abweichend vom gregorianischen Kalender sind die Jahrhunderte nur dann Schaltjahr, wenn sie durch 9 geteilt den Rest 2 oder 6 ergeben. Damit wäre das Jahr 2800 kein Schaltjahr, sondern erst das Jahr 2900. Die Abweichung zum Sonnenjahr beträgt beim orthodoxen Kirchenkalender nur noch knapp 3 Sekunden.

Französischer Revolutionskalender

In der Zeit, in der der Französische Revolutionskalender Gültigkeit hatte, waren die Jahre 3, 7 und 11 Schaltjahre. Die ursprüngliche Regelung des Kalenders war, dass der erste Tag jeden Jahres auf die Herbst-Tag-und-Nacht-Gleiche fallen und jedes vierte Jahr ein Schaltjahr sein solle. Diese Forderungen widersprechen sich jedoch, und so schlug Charles Rommes, der Autor des Kalendersystems, eine dem Gregorianischen Kalender ähnliche Regelung vor. Er stieß jedoch aus politischen Gründen damit auf Widerstand. Durch die kurze Gültigkeit des Revolutionskalenders wurden die Diskussionen jedoch obsolet.

Jüdischer Kalender

Im Jüdischen Kalender, einem nach dem Mond ausgerichteten Kalender, der durch komplizierte Regelungen dem Sonnenjahr angepasst wird, wird in allen Jahren, die bei einer Division durch 19 einen Rest von 0, 3, 6, 8, 11, 14, oder 17 haben, ein Schaltmonat eingefügt. Er wird als Adar II bezeichnet.

Islamischer Kalender

Im Islamischen Kalender ist die Bestimmung eines Schaltjahres äußerst schwierig. Nach einem gebräuchlichen System, das unter anderem im GNU Emacs verwendet wird, sind alle Jahre, die bei einer Division durch 30 einen Rest von 2, 5, 7, 10, 13, 16, 18, 21, 24, 26, oder 29 haben, Schaltjahre. Nach diesem System haben im Islamischen Kalender alle geradzahligen Monate 30 Tage und alle ungeradzahligen Monate 29 Tage. In Schaltjahren wird dem letzten ungeradzahligen Monat ein Tag hinzugefügt, so dass er dann 30 Tage hat.

Chinesischer Kalender

Schaltjahre im traditionellen, lunisolaren Chinesischen Kalender haben 13 Monate statt der üblichen zwölf; mit 383, 384 oder 385 Tagen statt 353, 354 oder 355 Tagen in normalen Jahren. Zur Berechnung zählt man die Anzahl der Neumonde zwischen dem elften Monat eines Jahres (dem Monat der Wintersonnenwende) und dem elften Monat des folgenden Jahres. Fallen in diesen Zeitraum 13 Neumonde, so wird ein Schaltmonat eingefügt. Der erste Monat, der keinen zhong qì enthält, erhält dieselbe Nummer wie der Vormonat mit einem Zusatz als Schaltmonat.

Azteken-Kalender

Im Azteken-Kalender werden am Ende eines jeden 52-Jahres-Zyklus 13 Tage eingeschaltet. Daraus ergibt sich ein durchschnittliche Jahreslänge von 365 Tagen und 6 Stunden. Das weicht vom tropischen Jahr mehr als 11 Minuten ab. Die Genauigkeit dieser Schaltjahresmethode ist mit dem Julianischen Kalender vergleichbar.

Atomzeit

Heute, im Zeitalter der Atomzeitmessung, muss gelegentlich eine Schaltsekunde eingefügt werden, um die Zeit der mittleren Sonnenzeit anzugleichen. ---- Siehe auch: Sommerzeit, Jahr, Gemeinjahr

Weblinks


- [http://www.nabkal.de/schalttag.html zur Historie des 24./25. Februar]
- [http://www.gnomon.ku-eichstaett.de/LAG/kalender.html Die Kalenderreform Julius Cäsars]
- [http://www.tondering.dk/claus/calendar.html FAQ about calendars (englisch, sehr umfangreich)]
- [http://www.schaltjahr.de Regel der Schaltjahre, Ausnahmen und Programmcode]
- [http://www.marco-burmeister.de/index_frameaufbau.html?helferlein_jahre Schaltjahrberechnung]
- [http://www.nabkal.de/umrechnung.html Umrechnungen von Kalenderdaten]
- [http://www.ortelius.de/kalender/greg_de.php Der Gregorianische Kalender]
- [http://www.kalendersysteme.de/deutsch/index.html Verschiedene Kalendersysteme] Kategorie:Kalender als:Schaltjahr ja:閏年 ko:윤년 simple:Leap year th:ปีอธิกสุรทิน


1867

Ereignisse


- Weltausstellung in Paris

Politik


- 24. Februar: Konstituierende Sitzung des Norddeutschen Reichstages
- 15. März: Vertragsunterzeichnung des österreichisch-ungarischen Ausgleichs, Gründung von Österreich-Ungarn
- 1. Juli: Kanada wird unabhängig
- In den USA wurde das 14. Amendment verabschiedet, das männlichen Afroamerikanern und Indianern unter gewissen Bedingungen das Wahlrecht zugestand. Die weißen Suffragetten waren außer sich: im ganzen Land kam es zu Protesten durch die Frauenbewegung
- Otto von Bismarck wird deutscher Reichskanzler
- Der russische Zar Alexander II. verkauft für 7,2 Millionen Dollar Alaska an die USA

Wirtschaft


- 29. März Gründung des Barmer Bankvereins, der sich später zu einer der größten deutschen Banken entwickelte

Wissenschaft


- Werner von Siemens (geadelt 1888) veröffentlicht seine Erfindung der Dynamomaschine (Hauptschlussmaschine). Charles Wheatstone hält einen Vortrag über seine Erfindung der Nebenschlussmaschine
- Der schwedische Industrielle Alfred Nobel lässt sich das Dynamit, seine Erfindung von 1866, patentieren

Kultur


- 3. April: Uraufführung der Oper La Grand' Tante von Jules Massenet an der Opéra-Comique in Paris
- 6. April: Uraufführung der Oper Dózsa György von Ferenc Erkel in Budapest
- 18. November: Uraufführung der Oper Helden (Orig.: Bogatyri) von Alexander Porfirjewitsch Borodin im Bolschoi-Theater in Moskau
- 13. Dezember: Uraufführung der Oper Malbrough s'en va-t-en guerre von Léo Delibes am Théâtre de l'Athénée in Paris
- 26. Dezember: Uraufführung der Oper La Jolie Fille de Perth (Das schöne Mädchen aus Perth) von Georges Bizet am Théâtre-Lyrique in Paris
- Goethes Faust erscheint als erster Band der Universal-Bibliothek des Reclam-Verlages

Sport


- 27. Juli: William McLaren, Großbritannien, lief die 100 Meter der Herren in elf Sekunden und stellte damit einen neuen Weltrekord auf

Geboren


- 8. Januar: Emily Greene Balch, US-amerikanische Nationalökonomin, Friedensnobelpreisträgerin († 1961)
- 12. Januar: Alfred Forke, deutscher Sinologe († 1944)
- 17. Januar: Carl Laemmle, deutsch-amerikanischer Filmproduzent († 1939)
- 21. Januar: Ludwig Thoma, deutscher Schriftsteller († 1921)
- 22. Januar: Auguste Supper, deutsche Schriftstellerin († 1951)
- 1. Februar: Conrad Ramstedt, deutscher Mediziner († 1963)
- 6. Februar: Richard Lipinski, deutscher Gewerkschafter, Politiker und Schriftsteller († 1936)
- 9. Februar: Soseki Natsume, japanischer Schriftsteller († 1916)
- 18. Februar: Hedwig Courths-Mahler, deutsche Schriftstellerin († 1950)
- 24. Februar: Karl Schönherr, österreichischer Dramatiker († 1943)
- 25. Februar: Rudolf Tarnow, niederdeutscher Schriftsteller († 1933)
- 28. Februar: Thomas Theodor Heine, Maler, Zeichner und Satiriker († 1948)
- 3. März: Gustav Strube, US-amerikanischer Komponist († 1953)
- 10. März: Hector Guimard, französischer Architekt († 1942)
- 25. März: Arturo Toscanini, italienische Dirigent († 1957)
- 25. März: John Gutzon de la Mothe Borglum, US-amerikanischer Bildhauer († 1941)
- 28. März: Ferruccio Cattelani, italienischer Komponist († 1932)
- 2. April: Eugene Sandow, Begründer des Bodybuildings († 1925)
- 4. April: Arnold Middendorf, Offizial in Köln und Dompropst († 1930)
- 9. April: Wilhelm Lütgert, deutscher protestantischer Theologe († 1938)
- 11. April: William Edwin Haesche, US-amerikanischer Komponist († 1929)
- 16. April: Wilbur Wright, US-amerikanischer Flugpionier und Flugzeugbauer († 1912)
- 19. April: James Cullen, irischer Mathematiker († 1933)
- 23. April: Johannes Fibiger, dänischer Pathologe († 1928)
- 7. Mai: Wladyslaw Reymont, polnischer Schriftsteller († 1925)
- 14. Mai: Kurt Eisner, deutscher Politiker und Schriftsteller († 1919)
- 15. Mai: Fredrik Hjalmar Johansen, norwegischer Polarforscher († 1913)
- 16. Mai: Jeanne Berta Semmig, deutsche Schriftstellerin und Dichterin († 1958)
- 17. Mai: Theodor Leipart, deutscher Gewerkschafter mit Kontakt zum Widerstand († 1947)
- 26. Mai: Maria von Teck, britische Hochadlige († 1953)
- 27. Mai: Arnold Bennett, britischer Schriftsteller († 1931)
- 8. Juni: Frank Lloyd Wright, US-amerikanischer Architekt († 1959)
- 11. Juni: Charles Fabry, französischer Physiker († 1945)
- 17. Juni: Henry Lawson, australischer Autor und Poet
- 20. Juni: Emil Hartmann (Corpsstudent), Mitbegründer des Weinheimer Alte-Herren-Vereinigung († 1933)
- 22. Juni: Eugen Diederichs, Verlagsbuchhändler in Jena († 1930)
- 28. Juni: Luigi Pirandello, italienischer Schriftsteller († 1936)
- 3. Juli: Johannes Hoffmann, bayerischer Ministerpräsident zur Zeit der Münchner Räterepublik, Mitglied der SPD
- 5. Juli: Andrew Ellicott Douglass, US-amerikanischer Astronom († 1962)
- 8. Juli: Käthe Kollwitz, deutsche Künstlerin († 1945)
- 10. Juli: Maximilian von Baden, letzter Reichskanzler des Deutschen Kaiserreiches († 1929)
- 17. Juli: Leo Jogiches, polnisch-jüdischer Politiker († 1919)
- 25. Juli: Max Dauthendey, deutscher Dichter und Maler († 1918)
- 26. Juli: Rohan Koda, japanischer Schriftsteller († 1947)
- 27. Juli: Enrique Granados, spanischer Komponist und Pianist († 1916)
- 28. Juli: Charles Dillon Perrine, in den USA geborener Astronom († 1951)
- 3. August: Stanley Baldwin, britischer Politiker und Premierminister († 1947)
- 7. August: Emil Nolde, deutscher Maler des Expressionismus († 1956)
- 12. August: Edith Hamilton, deutsch-amerikanische Schriftstellerin († 1963)
- 13. August: Arthur Eichengrün, deutscher Chemiker († 1949)
- 13. August: Rudolf Georg Binding, deutscher Schriftsteller († 1938)
- 14. August: John Galsworthy, britischer Schriftsteller († 1933)
- 15. August: Anathon Aall, norwegischer Philosoph († 1943)
- 18. August: Hans Kloepfer, österreichischer Arzt und Schriftsteller († 1944)
- 22. August: Maximilian Oskar Bircher-Benner, Schweizer Arzt und Ernährungswissenschaftler († 1939)
- 6. September: Franciszek Brzeziński, polnischer Komponist († 1944)
- 7. September: Albert Bassermann, deutscher Schauspieler († 1952)
- 25. September: Jewgeni Karlowitsch Miller, General im russischen Bürgerkrieg, († 1937)
- 27. September: Giovanni Bonzano, Kardinal der römisch-katholischen Kirche († 1927)
- 29. September: Walther Rathenau, Industrieller und Politiker († 1922)
- 8. Oktober: Gottlieb Elster, deutscher Bildhauer († 1917)
- 13. Oktober: Pierre Bonnard, französischer Maler des Symbolismus († 1947)
- 13. Oktober: Ramón Maximiliano Valdés, Staatspräsident von Panama († 1918)
- 20. Oktober: Ludwig Fahrenkrog, deutscher Dichter und Maler († 1952)
- 28. Oktober: Hans Driesch, deutscher Biologe und Naturphilosoph († 1941)
- 29. Oktober: Isidor Isaak Sadger, österreichisch-jüdischer Arzt und Psychoanalytiker († 1942)
- 3. November: Martin Wilhelm Kutta, deutscher Mathematiker († 1944)
- 7. November: Maria Sklodowska-Curie, polnisch-französische Chemikerin und Physikerin († 1934)
- 7. November: Marie Curie, polnisch-französische Chemikerin und Physikerin († 1934)
- 14. November: Ottilie Pohl, deutsche Politikerin
- 22. November: Ernst Sachs, deutscher Erfinder († 1932)
- 22. November: Wilhelm Groener, deutscher Militär und Politiker († 1939)
- 27. November: Margaret Ruthven Lang, US-amerikanische Komponistin († 1972)
- 1. Dezember: Ignacy Moscicki, polnischer Wissenschaftler und Politiker († 1946)
- 16. Dezember: Arthur Schloßmann, Kinderarzt, Gründer der ersten Säuglingsklinik († 1932)
- 16. Dezember: Johann Radon, österreichischer Mathematiker († 1956)
- 22. Dezember: Joseph Maria Olbrich, österreichischer Architekt († 1908)
- 24. Dezember: Tevfik Fikret, türkischer Dichter († 1915)
- 25. Dezember: Alfred Kerr, deutscher Schriftsteller, Theaterkritiker und Journalist († 1948)
- 25. Dezember: Ali Jinnah, Politiker in Britisch-Indien und Gründer des Staates Pakistan († 1948)
- 26. Dezember: Julien Benda, französischer Philosoph und Schriftsteller († 1956)
- Laut dem Comiczeichner Don Rosa Dagobert Duck

Gestorben


- 8. Januar: Heinrich August Wilhelm Stolze, deutscher Stenograph (
- 1798)
- 12. Januar: Georg Merz, deutscher Optiker und Astronom (
- 1793)
- 30. Januar: Komei, 121. Kaiser von Japan (
- 1831)
- 3. Februar: Maximilian zu Wied, deutscher Naturforscher und Ethnograph (
- 1782)
- 5. Februar: Estébanez Calderón, spanischer Schriftsteller (
- 1799)
- 6. März: Peter von Cornelius, deutscher Maler (
- 1783)
- 16. März: Emil Julius Carl Keßler, deutscher Unternehmer und Gründer der Maschinenfabrik Esslingen (
- 1813)
- 25. März: Friedlieb Ferdinand Runge, deutscher Chemiker (
- 1794)
- 8. April: Emil Adolf Roßmäßler, deutscher Naturforscher und Volksschriftsteller (
- 1806)
- 12. April: Johann Christian Friedrich Tuch, deutscher Orientalist (
- 1806)
- 22. April: Jean Elias Benjamin Valz, französischer Astronom (
- 1787)
- 11. Mai: Johann Friedrich Hermann Albers, deutscher Mediziner und Pathologe (
- 1805)
- 25. Mai: Wilhelm von Kügelgen, Schriftsteller (
- 1802)
- 11. Juni: Karl Otto Weber, deutscher Chirurg und Pathologe (
- 1827)
- 19. Juni: Maximilian von Mexiko, Kaiser von Mexiko (
- 1832)
- 26. Juni: Otto I., König von Griechenland (
- 1815)
- 4. August: Fausti Soulouque, Kaiser von Haiti (
- 1782)
- 16. August: Joseph Ambrosius Geritz, Bischof von Ermland (
- 1783)
- 17. August: Maximilian Joseph von Chelius, deutscher Augenarzt und Chirurg (
- 1794)
- 25. August: Michael Faraday, englischer Physiker und Chemiker (
- 1791)
- 28. August: Carl Joseph Anton Mittermaier, deutscher Jurist und Politiker (
- 1787)
- 31. August: Charles Baudelaire, französischer Dichter der Moderne (
- 1821)
- 3. September: Heinrich Smidt, deutscher Schriftsteller (
- 1798)
- 5. September: Santiago Derqui, Präsident von Argentinien (
- 1809)
- 10. September: Simon Sechter, österreichischer Musiktheoretiker, Musikpädagoge, Organist, Dirigent und Komponist (
- 1788)
- 26. September: James Ferguson, schottischer Ingenieur und Astronom (
- 1797)
- 9. Oktober: Ignacy Feliks Dobrzyński, polnischer Komponist (
- 1807)
- 14. Oktober: Carlo Filangieri, italienischer General (
- 1784)
- 23. Oktober: Franz Bopp, deutscher Sprachwissenschaftler und Sanskritforscher (
- 1791)
- 25. November: Karl Ferdinand Sohn, Maler (
- 1805)
- 6. Dezember: Giovanni Pacini, Italienischer Opernkomponist (
- 1796)
- 9. Dezember: Johann Nikolaus von Dreyse, deutscher Erfinder, Konstrukteur und Unternehmer (
- 1787)
- 21. Dezember: Karl Friedrich Schimper, deutscher Naturwissenschaftler Botaniker und Geologe (
- 1803)
- 22. Dezember: Jean Victor Poncelet, französischer Mathematiker (
- 1788)
- 22. Dezember: Théodore Rousseau, französischer Maler und Gründer der Schule von Barbizon (
- 1812)

Staatsoberhäupter

Asien


- Japan: Mutsuhito, Kaiser (1867–1912)

Europa


- Portugal: Ludwig I., König von Portugal, (18611889)
- Schweiz: Constant Fornerod, Bundespräsident der Schweiz, (1867) ja:1867年 ko:1867년 simple:1867

Maximilian von Mexiko

Ferdinand Maximilian Joseph (
- 6. Juli 1832 in Wien; † 19. Juni 1867 nahe Querétaro, Mexiko) war Erzherzog von Österreich und von 1864 bis 1867 Kaiser von Mexiko.

Leben

Der Habsburger Maximilian war ein Bruder des österreichischen Kaisers Franz Josephs I.. Maximilian interessierte sich vor allem für die Seefahrt und unternahm viele Fernreisen (z.B. Brasilien) auf der k.k. Fregatte Novara, sein Lieblingslied war La Paloma. Im Jahr 1854 wurde er mit nur 22 Jahren zum Oberbefehlshaber der k.k. Kriegsmarine ernannt, welche er in den folgenden Jahren reorganisierte. 1857 erfolgte seine Hochzeit mit der belgischen Prinzessin Charlotte, sowie die Ernennung von Maximilian zum Gouverneur von Lombardo-Venetien. Als die Lombardei 1858 als Folge der österreichischen Niederlage in der Schlacht von Solferino verloren ging, zogen sich Maximilian und Charlotte in das eigens für sie erbaute Schloss Miramare in der Nähe von Triest zurück. Auf Veranlassung des französischen Kaisers Napoleon III., der in Mexiko ein an Frankreich gekoppeltes Reich zu begründen suchte, wurde Maximilian am 10. April 1864 gegen den Widerstand des mexikanischen Volkes zum Kaiser von Mexiko ausgerufen. Maximilian glaubte in Mexiko seine Träume eines modernen, liberalen Staates verwirklichen zu können und nahm deshalb die Kaiserkrone trotz der Bedenken seiner Familie an. In Mexiko musste er jedoch feststellen, dass sämtliche amerikanische Staaten den von den Franzosen abgesetzten mexikanischen Präsidenten Benito Juarez unterstützten, da sie in Maximilian eine unerwünschte europäische Einmischung sahen. Maximilian versuchte seine Machtbasis durch die Adoption der Enkel des früheren Kaisers Agustín de Iturbide und ihre Ernennung zu Thronfolgern sowie des Ex-Diktators Antonio López de Santa Anna zum Reichsmarschall zu verbreitern. Nach dem Abzug der Franzosen aus Mexiko (1866) konnte er sich nicht mehr lange gegen den populären Juàrez behaupten, da auch seine Hilferufe in Europa unbeantwortet blieben. Er wurde am 14. Mai 1867 entmachtet, von einem Kriegsgericht abgeurteilt und am 19. Juni 1867 standrechtlich erschossen. Demselben Todesschicksal konnte sein Flügeladjutant, der deutsche Oberst Felix Prinz zu Salm-Salm, dank des persönlichen Einsatzes seiner eigenen Ehefrau Agnes Leclerq Joy nur ganz knapp entgehen. Auch Maximilians Gemahlin Charlotte entging der Exekution, da sie sich zu diesem Zeitpunkt gerade in Europa befand, um den Papst und Napoleon III. um Hilfe zu bitten. Charlotte überlebte Maximilian um 60 Jahre, verfiel aber nach dessen Tod dem Wahnsinn. Sie starb 1927 auf Schloss Laeken bei Brüssel. Der Leichnam Maximilians wurde auf der Novara nach Triest gebracht und von dort nach Wien überführt, wo er in der Kapuzinergruft beerdigt wurde.

Weblinks


- [http://www.casaimperial.org/ Kaiserreich Mexiko]
- [http://www.ceryx.de/kunst/hb_manet_erschiessungmaximilians.htm Das Gemälde "Erschießung Kaiser Maximilians von Mexiko"] von Édouard Manet Kategorie:Kaiser (Mexiko) Kategorie:Politiker (Mexiko) Kategorie:Österreicher Kategorie:Haus Habsburg-Lothringen Kategorie:Geboren 1832 Kategorie:Gestorben 1867

Geschichte Mexikos

Präkolumbianische Geschichte (bis 1519)

Nach dem derzeitigen Forschungsstand liegt die erste Besiedlung (Tlapacoya) um etwa 20.000 bis 22.000 Jahre zurück. Erste Spuren von Ackerbau finden sich ca. 1500 bis 900 v. Chr.. Etwa 1500 v. Chr. wird die Stadt Tlatilco im Tal von Mexiko besiedelt, die erst im 4. Jahrhundert wieder aufgegeben wurde. Tlatilco stand unter anderem unter dem kulturellen Einfluss der Olmeken. Komplexere Kulturen bildeten sich von 900 bis 300 v.Chr. Zwischen 100 und 900 n.Chr. bildeten sich die sogenannten mesoamerikanischen Zivilisationen heraus. Es entwickelten sich die Kulturen der Maya, Olmeken, Tolteken und Azteken. Um 1200 n.Chr. sind die Azteken das beherrschende Volk im Gebiet des heutigen Mexiko.

Die spanischen Eroberer (1519-1535)

Azteken Im Jahr 1519 besiedeln und erobern die spanischen Eroberer das Land von den ursprünglichen Bewohnern. Bereits 1517 hatte Francisco Hernández de Córdova (†1517) die Halbinsel Yucatán im Süden Mexikos erforscht. Im folgte 1518 Juan de Grijalva, der nördlich bis zum Fluss Rio Pánuco vordrang. Der wichtigste Eroberer war Hernán Cortés, der 1519 über eine Küstenstadt der Eingeborenen erstmals ins Land kam, welcher er den Namen "Puerto de la Villa Rica de la Vera Cruz" (das heutige Veracruz) gab. Die Azteken, die bis zu diesem Zeitpunkt das Land beherrschten, glaubten aufgrund ihrer Überlieferungen, dass die Spanier von den Göttern gesandt seien, so dass sie ihnen zu Beginn wenig Widerstand entgegensetzten. Erst als sie erkannten, dass die Eroberer nichts mit Göttern zu tun hatten, setzten sie ihnen ersten Widerstand entgegen. Nach einigen Schlachten, in welchen die Spanier fast geschlagen worden wären, umzingelten die Spanier schließlich die Hauptstadt des aztekischen Reiches Tenochtitlán und besiegten so am 13. August 1521 die Azteken vollständig. Der Sieg der Spanier war letzten Endes auf drei wichtige Faktoren zurückzuführen: Zum einen besaßen sie mit ihren Schusswaffen die überlegene Waffentechnik. Weiterhin brachten sie Krankheiten ins Land, gegen welche die Eingeborenen keinerlei Immunität besaßen und die zu einer großen Sterblichkeit führten. Außerdem gelang es den Spaniern, die Unterstützung von Personen des aztekischen Reiches zu erhalten, die die Befreiung von der Herrschaft der aztekischen Herrscher anstrebten. Diese hatten aber nicht erwartet, dass sich die spanische Herrschaft als mindestens genauso grausam wie die aztekische Herrschaft herausstellen würde. In den Folgejahren von 1527 bis 1546 erobern die Spanier die Halbinsel Yucatán, die im wesentlichen von den Maya besiedelt war. Die fehlende Zentralisierung, endgültig seit 1441 (Ende des letzten bedeutenden Maya-Stadtbündnis, in diesem Falle der Liga von Mayapán), erleichtert die Eroberung der Maya-Stadtstaaten. Als Folge der Besiedlung Mexikos durch die Spanier entwickelte sich bald die neue ethnische Gruppe der Mestizen, die meist die Kinder spanischer Väter und eingeborener Mütter waren. Großen Einfluß in der Herrschaft in Mexiko übernahm sehr bald die Spanische Inquisition bzw. die von ihr abgeleitete Mexikanische Inquisition.

Vizekönigreich Neuspanien (1535-1822)

Im Jahr 1535 wird Mexiko als Vizekönigreich Neuspanien (span. Virreinato de la Nueva España) offiziell der spanischen Krone angeschlossen. Durch seinen Silberreichtum erlangte es große Bedeutung für das spanische Mutterland.

Kampf um die Unabhängigkeit (1810-1822)

Am 16. September 1810 beginnt unter Anführung von Miguel Hidalgo y Costilla, einem von progressiven Ideen erfüllten spanischstämmigen Priester der Kampf um die mexikanische Unabhängigkeit. Nachdem Napoleon I. Spanien erobert hatte und seinen Bruder auf den spanischen Thron gesetzt hatte, stellten sich mexikanische Konservative und reiche Landbesitzer, die die spanische Königsfamilie der Bourbonen unterstützten, gegen die vergleichsweise liberale Politik Napoleons. So bildete sich in Mexiko eine Allianz zwischen den liberales oder Liberalen, die ein demokratisches Mexiko anstrebten, und den conservadores oder Konservativen, die die Festigung des alten Status Quo unter einem bourbonischen Herrscher anstrebten. Die Gemeinsamkeit zwischen beiden Gruppen war die Überzeugung, dass Mexiko einen eigenen Weg gehen müsste und die Unabhängigkeit anstreben müsste. Die führenden Persönlichkeiten in Mexikos Unabhängigkeitskampf waren der Pater José María Morales, Vincente Guerrero, der spanische General Agustín de Iturbide und General Antonio López de Santa Anna. Der Kampf währte elf Jahre, bis die Truppen der Befreiungsarmee 1821 in Mexiko City einzogen. Auch wenn die Unabhängigkeit von Spanien bereits 1810 erklärt worden war, wurde sie erst durch den Vertrag von Córdoba im August 1821 besiegelt, der in Córdoba (Veracruz) von Juan de O'Donolú und Agustin de Iturbide unterzeichnet wurde und den Plan von Iguala ratifizierte.

Erstes Kaiserreich (1823)

Plan von Iguala Noch im gleichen Jahr verbündete sich Agustin de Iturbide aus Furcht auch der kolonialmexikanischen Oberschicht vor liberalen Reformtendenzen im spanischen Mutterland mit den verbleibenden Rebellen, und proklamierte eine unabhängige, aber die Macht der Kirche nicht antastende mexikanische Monarchie. Zum Kaiser dieser Monarchie ließ er sich als Agustin I. am 18. Mai 1822 ausrufen - offiziell als vorübergehende Maßnahme, bis ein Mitglied eines europäischen Herrscherhauses überzeugt werden könnte, die Herrschaft zu übernehmen. 1823 wurde Agustin I. nach einem Militäraufstand unter Führung von Antonio López de Santa Anna gestürzt. Es trennen sich 17 der 18 Provinzen Guatemalas (bis auf Chiapas) von Mexiko und gründen am 1. Juli 1823 die Republik der Vereinigten Provinzen Zentralamerikas (Zentralamerikanische Konföderation). Am 19. Juli 1824 wird der aus dem Exil zurückgekehrte Kaiser Agustin I. von den Republikanern gefangen genommen und hingerichtet.

Erste Republik Mexiko

Am 4. Oktober 1824 wird Mexiko Republik und erhält eine bundesstaatliche Verfassung, "Guadalupe Victoria" wurde ihr erster Präsident Mexikos. Sein eigentlicher Name war Félix Fernández, wählte aber diesen Namen als Dank für die Protektion der Lady of Guadalupe und Viktoria für Sieg. 1829 erfolgt ein letzter spanischer Versuch, Mexiko zurückzuerobern. Die Invasoren werden bei Támpico nördlich von Veracruz besiegt. Die Zentralistischen Tendenzen fördern die Autonomieneigungen der englischsprachigen Kolonisten im zu Mexiko gehörenden Texas. Nach der Niederlage der mexikanischen Armee am Fluss San Jacinto 1836 ist Texas faktisch unabhängig. In der Folge hatte Mexiko bis 1861 mehrfach instabile Regierungen und mehrfache Militärrevolutionen. Eine herausragende Figur dieser Zeit ist General Antonio López de Santa Ana als mehrmaliger Rebell und Präsident-Diktator, dies zuletzt 1854-56.

Interventionen der USA, Reformbewegungen (1836-1857)

Eine bedeutende Person in den Wirren des zweiten Viertels des 19. Jahrhunderts in Mexiko stellte Antonio López de Santa Anna dar. In diesem Zeitraum gingen einige der nördlichen Gebiete Mexikos an die USA verloren. Während Santa Anna's Präsidentschaft erklärte Texas 1836 seine Unabhängigkeit, die Provinz wird am 29. September 1845 als 28. Bundesstaat in die USA aufgenommen. Während des Mexikanisch-Amerikanischen Krieges von 1846 bis 1848 fallen Kalifornien, New Mexiko, Arizona, Nevada, Utah sowie Teile von Colorado, Wyoming und Kansas an die Vereinigten Staaten. Eine der bekanntesten Schlachten der amerikanischen Invasion von 1847 war die Schlacht von Chapultepec, in welcher eine ganze Schar junger Kadetten aus der Militärausbildung, die heute als Nationalhelden gefeiert werden, in der Schlacht gegen eine große Armee erfahrener Soldaten in den Tod getrieben wurde. Immer wieder seit dieser Zeit werden von den Mexikanern die großen Gebietsverluste dieser Zeit beklagt, die teilweise auf amerikanische Eroberungen, teilweise aber auch darauf zurückzuführen sind, dass Santa Anna große Landstriche für seinen persönlichen Profit abtrat. 1853 kommt es durch den Gadsden-Kauf zum Erwerb eines Gebiets von 77,700 km2 durch die USA. Im Jahr 1855 wurde Ignacio Comonfort von der Partei der sogenannten moderates (Gemäßigten) zum Präsidenten gewählt. Diese Partei suchte einen Mittelweg zwischen den Liberalen und den Konservativen.

Verfassung von 1857

Während Comonforts Präsidentschaft wurde eine neue Verfassung erarbeitet. Die Verfassung von 1857, an welcher der spätere liberale Präsident Benito Juárez große Anteile hatte, bewahrte viele der Rechte der katholischen Kirche aus der Kolonialzeit, aber bestätigte die katholische Kirche, der bis dahin ein Drittel des Bodenbesitzes gehörte, nicht mehr als exklusive Religion des Landes. Solche Reformen waren für die Geistlichkeit und die Konservativen nicht akzeptabel, Comonfort und seine Anhängerschaft wurden exkommuniziert und eine Revolte wurde in die Wege geleitet. Dies führte zum Reformkrieg, der von Dezember 1857 bis Januar 1861 dauerte. Der Bürgerkrieg wurde immer grausamer und blutiger und polarisierte das gesamte Land. Viele der Gemäßigten wechselten zu den Liberalen über, überzeugt, daß die große Macht der Kirche beschnitten werden müsse. Zeitweise existierten getrennte Regierungen der Konservativen und der Liberalen, die Konservativen residierten in Mexiko City und die Liberalen in Veracruz. Der Krieg endete mit einem Sieg der Liberalen, und der Präsident der Liberalen, Benito Juárez verlegte seine Residenz nach Mexiko City. Allerdings hatte der Bürgerkrieg das Land wirtschaftlich ruiniert.

Interventionen Frankreichs, Zweites Kaiserreich (1861-1867)

Benito Juárez Die Präsidentschaft Juarez', die von 1858 bis 1871 währte, wurde durch eine monarchische Herrschaft der Habsburger von 1864 bis 1867 unterbrochen. Da Mexiko aufgrund der schlechten wirtschaftlichen Lage seinen Auslandverpflichtungen nicht nachkommen kann, entsenden Spanien, Großbritannien und Frankreich 1861 ein Expeditionskorps. Nach dem Abzug der spanischen und britischen Verbände 1862 dringen die Franzosen in das mexikanische Hochland vor und besiegen nach der verlorenen Schlacht von Puebla am 5. Mai 1862 (heute als Cinco de Mayo-Feiertag gefeiert) schließlich die mexikanischen Truppen unter Führung von General Ignazio Zaragoza und besetzen die Hauptstadt des Landes. Auch die Konservativen verfolgten Bestrebungen, eine Monarchie zu errichten. Sie brachten einen Erzherzog des königlichen Hauses von Österreich namens Maximilian von Habsburg, der an der Ausbeutung der reichhaltigen Erzminen im Nordwesten des Landes interessiert war, mit seiner Frau Charlotte von Mexiko nach Mexiko. Der französische Kaiser Napoleon III. beabsichtigte, in Mexiko ein mit Frankreich politisch und wirtschaftlich eng verbündetes Reich zu errichten (Panlatinismus) und setzt den österreichischen Erzherzog Maximilian (
- 1832, †1867) (Bruder des österreichischen Kaisers Franz Joseph I.) zum Kaiser von Mexiko ein (vgl. Maximilian (Mexiko)). Am 16. Juni 1864 tritt Kaiser Maximilian sein Amt in Mexiko an. Von Anfang an sieht er sich jedoch mit einer starken republikanischen Opposition konfrontiert. Durch die Adoption und Ernennung der Iturbide-Enkel zu seinen Thronfolgern (Dynastie Habsburg-Iturbide) sowie des Ex-Diktators Santa Anna zum Reichsmarschall versuchte er seine Macht zu verbreitern. Maximilian favorisierte die Bildung einer eingeschränkten Monarchie, die sich die Macht mit einem demokratisch gewählten Kongress teilen sollte. Dies war den mexikanischen Konservativen allerdings zu liberal, während die Liberalen die Monarchie grundsätzlich ablehnten, so dass Maximilian nur wenig Anhänger fand. 1866 sehen sich die Franzosen aufgrund massiven Widerstands und Druck der USA gezwungen, ihre Truppen aus Mexiko abzuziehen. Kaiser Maximilian entschließt sich, im Land zu bleiben. Maximilian wird mit seinen Truppen von den mexikanischen Truppen unter Führung von Juarez in der Schlacht von Cerro de la Campanas bei Querétaro am 14. Mai 1867 vernichtend geschlagen, gefangengenommen und schließlich am 19. Juni 1867 hingerichtet.

Zweite Republik (1867-1910)

Benito Juarez

Juarez hatte die republikanische Regierung während der monarchistischen Periode in Funktion erhalten. 1867 wurde die Regierung offiziell wiederhergestellt. Eine neue Verfassung wurde verfasst, die unter anderem große Teile der kirchlichen Landbesitze enteignete, die zivile Ehe einführte und die Teilnahme von Priestern am politischen Leben verbot. Ziel war eine absolute Trennung von Kirche und Staat. Nach dem Sieg über die Monarchie bestanden unter den Konservativen starke Vorbehalte gegenüber Juarez, dem sie zu große Machtkonzentration und das Anstreben einer wiederholten Wiederwahl vorwarfen. So rebellierte schließlich einer der Generäle, Porfirio Díaz gegen die Regierung und erklärte 1876 den Plan von Tuxtepec.

Weitere Entwicklung, Diktatur von Porfirio Diaz

Porfirio Díaz wurde neuer Präsident. Während einer Periode von über dreißig Jahren (1877-1911, mit Unterbrechungen) war er der führende Mann in Mexiko, im "Porfiriato" (der faktischen Diktatur des Präsidenten Porfirio Díaz (
- 1830, †1915) stabilisierte sich dank finanzieller Unterstützungen anderer Länder die politische und wirtschaftliche Lage des Landes, das einen beachtlichen Wirtschaftsaufschwung erfuhr. Das Volk lehnte das Regime aber großenteils ab, das die Demokratie weitestgehend, oft brutal, unterdrückte. Nur wenige Reiche wurden immer reicher, während die Mehrheit der Bevölkerung in absoluter Armut lebte.

Die mexikanische Revolution und ihre Institutionalisierung (1910-heute)

Im Jahr 1910 beschloss der 80jährige Diaz, eine Wahl durchzuführen, um eine weitere Periode als Präsident zu amtieren. Er war überzeugt, jede ernstzunehmende Opposition in Mexiko eliminiert zu haben. Allerdings beschloss Francisco I. Madero, ein Akademiker aus reichem Elternhaus, gegen ihn anzutreten und erhielt schnell große öffentliche Unterstützung, obwohl Diaz ihn gefangensetzen ließ. Als das offizielle Wahlergebnis verkündet wurde, hieß es, dass Diaz die Wahl fast ohne Gegenstimmen gewonnen habe und Madero im ganzen Land lediglich ein paar hundert Stimmen erhalten habe. Dieser Wahlbetrug Diaz' war aber zu offensichtlich, als dass die Bevölkerung ihn akzeptiert hätte, Aufstände brachen aus. Madero veröffentlichte den Plan von San Luis Potosí, in welchem er die Bevölkerung am 20. November 1910 aufrief, zu den Waffen zu greifen und gegen die Regierung Diaz vorzugehen. Dies startete die Mexikanische Revolution (Revolución Mexicana). Madero wurde in San Antonio (Texas) inhaftiert, aber sein Plan wurde durchgeführt. Die Bundesarmee wurde durch die Revolutionsarmee, die unter anderem im Süden durch Emiliano Zapata, im Norden durch Pancho Villa und Pascual Orozco sowie durch Venustiano Carranza angeführt wurde, geschlagen, Porforio Diáz trat am 25. Mai 1911 "im Namen des Friedens der Nation" zurück und ging ins Exil nach Frankreich, wo er 1915 starb. Die Revolutionsführer vertraten sehr unterschiedliche Ziele, unter ihnen befanden sich sowohl Liberale wie Madero als auch Radikale wie Zapata oder Villa. In der Folge gestaltete sich die Bildung einer funktionierenden Regierung aus den siegreichen Revolutionstruppen als sehr schwierig. Das Ergebnis waren Konflikte, die länger als zwanzig Jahre anhielten. Während dieser Zeit wurden 1913 der Präsident Madero, 1920 Prädident Carranza, 1919 Zapata, 1923 Villa sowie viele andere Personen ermordet. Auf den Rücktritt Diaz' hin wurde 1911 Madero zum Präsidenten gewählt. 1913 wurde er ermordet. Venustiano Carranza, ein ehemaliger Revolutionsgeneral, der einer der Präsidenten der Folgezeit war, setzte am 5. Februar 1917 die Verfassung in Kraft, die noch heute in Mexiko Gültigkeit hat. 1920 wurde Álvaro Obregón Präsident. Er vertrat alle Richtungen der mexikanischen Gesellschaft mit Ausnahme der Kirche und der Großgrundbesitzer und betrieb systematisch die soziale Liberalisierung des Landes, indem er die Macht der Kirche weiter beschnitt, die Schulbildung verbesserte und die Rechte der Frauen stärkte. Auch wenn die Mexikanische Revolution und der Bürgerkrieg nach 1920 beendet waren, so verringerten sich doch nicht die bewaffneten Konflikte. Einer der wichtigsten Konfliktpunkte war der Streit zwischen einer weitestgehenden Entmachtung der katholischen Kirche und einer starken Einflußnahme der katholischen Kirche auf das politische Geschehen. Der folgende Aufstand der Unterstützer der Kirchen wird auch als La Guerra Cristera bezeichnet. 1929 wird die Nationale Revolutionäre Partei (Partido Nacional Revolucionario, PNR) gegründet, die sich in der Zukunft als Partei der Institutionalisierten Revolution (Partido Revolucionario Institucional, PRI) zur stärksten politischen Kraft des Landes entwickeln soll.

Stabilisierung und Institutionalisierung der Revolution

1929 gründete der amtierende Präsident Plutarco Elías Calles die Nationale Revolutionspartei (Partido Nacional Revolucionario), PNR). Diese sollte sich in der Zukunft zur PNM und zur PRI entwickeln, die Mexiko für das restliche 20. Jahrhundert regieren sollte. Es gelang der PNR, die meisten der Revolutionsgeneräle zu überzeugen, ihre privaten Revolutionsarmeen aufzulösen und die Mexikanische Armee zu gründen. Diese Gründung wird oft als eigentliches Ende der Mexikanischen Revolution bezeichnet. 1934 wurde Lázaro Cárdenas del Río Präsident von Mexiko und führte einige Reformen durch: am 1. April 1936 verbannte er Calles, den letzten General mit diktatorischen Ambitionen aus Mexiko. Es gelang ihm, die unterschiedlichen Kräfte innerhalb der PNR zu vereinen und sorgte dafür, daß die PNR im Stande war, die kommenden Jahrzehnte zu regieren, ohne in Gefahr zu geraten, abgewählt zu werden. 19