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23. Januar

23. Januar

Der 23. Januar ist der 23. Tag des Gregorianischen Kalenders.

Ereignisse


- 1123 - Friedrich I. (Erzbischof von Köln) stellt die Stiftungsurkunde für das Kloster Kamp aus.
- 1517 - Die Osmanen beginnen ihre Herrschaft über das heutige Gebiet von Libanon, Irak, Syrien, Jordanien, Israel und Ägypten.
- 1570 - Die Ermordung von James Stewart, Herzog von Moray stürzt Schottland in einen Bürgerkrieg.
- 1631 - Unterzeichnung des Vertrags von Bärwalde. Frankreich unterstützt Gustav Adolf von Schweden mit Hilfsgeldern im Kampf gegen die Katholische Liga.
- 1719 - Das Fürstentum Liechtenstein entsteht im Heiligen römischen Reich deutscher Nation.
- 1790 - In der später so benannten Bounty Bay auf Pitcairn wird die Bounty versenkt.
- 1849 - Elizabeth Blackwell wird die erste Ärztin in den USA.
- 1874 - Deutschland. Scheidungen werden per Gesetz zugelassen.
- 1907 - Charles Curtis wird der erste indianische Senator der USA.
- 1920 - Die Niederlande weigern sich, den deutschen Ex-Kaiser Wilhelm II. an die Alliierten auszuliefern.
- 1937 - In Moskau beginnt der Prozess gegen 17 führende Kommunisten, die beschuldigt werden, mit Leo Trotzki ein Komplott gegen Stalin geschmiedet zu haben
- 1943 - Das letzte deutsche Flugzeug verläßt das eingekesselte Stalingrad.
- 1950 - Israel. Premierminister David Ben Gurion erklärt West-Jerusalem zur Hauptstadt.
- 1950 - Schweden wird Mitglied in der UNESCO.
- 1955 - Apostolische Gemeinschaft wird als Abspaltung der Neuapostolischen Kirche von Peter Kuhlen in Düsseldorf gegründet.
- 1958 - Venezuela. Sturz des Diktators Pérez Jiménez
- 1971 - Süd-Korea. Entführung einer Fokker F-27 der Korean Air Lines. Der Entführer wollte die Maschine nach Nord-Korea umleiten. Die süd-koreanische Luftwaffe zwang die Turboprop zur Bruchlandung. Der Entführer tötete sich selbst mittels einer Handgranate. 2 Menschen starben, 58 wurden gerettet.
- 1991 - Anerkennung Litauens durch Island
- 1992 - Äquatorialguinea. Bildung einer Übergangsregierung unter Silvestre Siále Bileka.
- 1997 - Madeleine Albright wird die erste Außenministerin der USA
- 1999 - Aussetzung der Wirtschaftssanktionen gegen Burundi
- 1999 - Gabun. Jean-François Ntoutoume Emane wird neuer Regierungschef.
- 2000 - Wrackteile der Star Dust werden gefunden.
- 2005 - Viktor Juschtschenko wird nach monatelanger Krise als Präsident der Ukraine vereidigt.

Kultur


- 1881 - Uraufführung der Oper Eugen Onegin von Pjotr Iljitsch Tschaikowski am Bolschoi-Theater in Moskau.
- 1897 - Uraufführung der Oper Königskinder von Engelbert Humperdinck in München.
- 1934 - Uraufführung der Oper La Fiamma von Ottorino Respighi am Teatro Reale in Rom.
- 1941 - Uraufführung des Musicals Lady in the Dark von George Gershwin am Alvin Theatre in New York.

Katastrophen


- 1556 - Eines der schlimmsten Erdbeben tötet 830.000 Menschen in der Shanxi Provinz in China.
- 1909 - Ein Erdbeben der Stärke 7,3 im Iran fordert ca. 5.500 Tote
- 1973 - Island. Auf der Insel Heimaey bricht der Vulkan Eldfell aus.
- 1998 - Volksrepublik China. Methangas-Explosion in einer Kohlegrube in der Provinz Liaoning. 80 Tote

Sport


- Einträge im Bereich Formel 1 siehe Formel 1.
- Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden s. u. der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.

Geboren


- 1378 - Ludwig III. (Pfalz), Kurfürst von der Pfalz
- 1585 - Maria Ward, englische Ordensstifterin
- 1595 - Hermann Fortunat (Baden), Markgraf von Baden
- 1598 - François Mansart, französischer Baumeister
- 1635 - Johann Gabriel Löbel, Glashüttenbesitzer und Hammerherr
- 1640 - Philipp von Hörnigk, Volkswirtschaftler und Vertreter des Merkantilismus
- 1732 - Friedrich Wilhelm Utsch, Erbförster des Mainzer Kurfürsten; ist der im Volkslied besungene
- 1734 - Wolfgang von Kempelen, Schriftsteller und Erfinder
- 1737 - John Hancock, US-amerikanischer Kaufmann
- 1751 - Jakob Michael Reinhold Lenz, deutscher Schriftsteller
- 1752 - Muzio Clementi, italienisch-englischer Komponist
- 1762 - Christian August Vulpius, deutscher Schriftsteller
- 1783 - Stendhal, französischer Schriftsteller
- 1785 - Carl Adolf Agardh, schwedischer Botaniker
- 1799 - Alois Negrelli von Moldelbe, österreichischer Ingenieur (Erbauer des Sueskanals)
- 1805 - Tommaso Vallauri, italienischer Philologe und Professor der Rhetorik
- 1813 - Camilla Collett, norwegische Schriftstellerin
- 1817 - George Frederic Watts, britischer Maler
- 1828 - Saigō Takamori, japanischer Samurai
- 1832 - Édouard Manet, französischer Maler
- 1840 - Ernst Abbe, deutscher Astronom, Mathematiker, Physiker, Optiker, Unternehmer und Sozialreformer
- 1857 - Andrija Mohorovicic, kroatischer Geophysiker
- 1862 - David Hilbert, deutscher Mathematiker
- 1872 - Joze Plecnik, slowenischer Architekt
- 1872 - Paul Langevin, französischer Physiker
- 1876 - Otto Paul Hermann Diels, deutscher Chemiker
- 1876 - Rupert Mayer, Jesuitenpater
- 1878 - Harry Steier, deutscher Opernsänger (Tenor)
- 1879 - Walther Bauersfeld, deutscher Ingenieur und Physiker
- 1882 - Martin Steinke, deutscher Buddhist und Schriftsteller
- 1887 - Jean Julien Fulcanelli, Alchimist und esoterischer Schriftsteller
- 1888 - Paul Peter Ewald, deutscher Physiker
- 1889 - Rikard Long, färöischer Dichter und Literaturkritiker
- 1891 - Antonio Gramsci, italienischer Schriftsteller, Politiker und Philosoph, Theoretiker
- 1892 - Erté, russischer Illustrator, Bühnenbildner und Modedesigner
- 1893 - Fritz Baade, deutscher Wirtschaftswissenschaftler, Politiker und MdR
- 1896 - Charlotte, Großherzogin von Luxemburg 1919-1964
- 1897 - Margarete Schütte-Lihotzky, erste weibliche österreichische Architektin
- 1898 - Randolph Scott, US-amerikanischer Filmschauspieler
- 1898 - Sergei Michailowitsch Eisenstein, sowjetischer Regisseur
- 1899 - Alfred Denning, Richter
- 1904 - Karl Schlechta, deutscher Nietzsche-Forscher
- 1905 - Erich Borchmeyer, deutscher Leichtathlet
- 1905 - Erich Neumann, deutsch-israelischer Psychologe und Psychoanalytiker
- 1905 - Jesse Thoor, deutscher Schriftsteller
- 1907 - Hideki Yukawa, japanischer Physiker
- 1909 - Heinz Petermann, Präsident des Raiffeisenverbandes in Hannover
- 1910 - Django Reinhardt, belgisch-französischer Jazzmusiker
- 1910 - Irene Sharaff, US-amerikanische Kostümbildnerin
- 1911 - Anna Maria Jokl, österreichische Schriftstellerin, Journalistin und Psychoterapeutin
- 1915 - Herma Bauma, österreichische Leichtathletin und Handballerin
- 1915 - William Arthur Lewis, britischer Wirtschaftswissenschaftler und Nobelpreisträger
- 1918 - Gertrude Belle Elion, US-amerikanischer Wissenschaftler und Nobelpreisträgerin
- 1919 - Hans Hass, österreichischer Biologe und Dokumentarfilmer
- 1920 - Gottfried Böhm, deutscher Architekt
- 1920 - Henry Eriksson, schwedischer Leichtathlet und Olympiasieger
- 1920 - Karl Delorme, deutscher Politiker und MdB
- 1920 - Ray Abrams, US-amerikanischer Musiker
- 1921 - Marija Gimbutas, Archäologin
- 1923 - Walter M. Miller, US-amerikanischer Schriftsteller
- 1924 - Eugen Glombig, deutscher Politiker
- 1924 - Paul Feyerabend, österreichischer Philosoph und Wissenschaftstheoretiker
- 1928 - Jeanne Moreau, französische Schauspielerin
- 1929 - Hannelore Valencak, österreichische Schriftstellerin
- 1929 - Harald Metzkes, deutscher Maler
- 1929 - John C. Polanyi, deutsch-kanadischer Chemiker und Physiker
- 1930 - Mervyn Rose, australischer Tennisspieler
- 1933 - Chita Rivera, US-amerikanische Schauspielerin und Tänzerin
- 1936 - Horst Mahler, deutscher Rechtsanwalt (Gründungsmitglied der RAF)
- 1937 - Erwin Vetter, deutscher Politiker
- 1938 - Georg Baselitz, deutscher Maler und Bildhauer
- 1938 - Theo-Ben Gurirab, Premierminister der Republik Namibia
- 1940 - Johnny Russell, US-amerikanischer Country-Musiker und Songwriter
- 1940 - Jürgen Grasmück, deutscher Autor von Science-Fiction-Romanen
- 1940 - Werner Krämer, deutscher Fußballspieler
- 1941 - Dumeng Giovanoli, Schweizer Skirennläufer
- 1941 - João Ubaldo Ribeiro, brasilianischer Schriftsteller
- 1942 - Hans Alser, schwedischer Tischtennisspieler
- 1942 - Willy Bogner junior, deutscher Skirennläufer
- 1944 - Rutger Hauer, niederländischer Schauspieler
- 1944 - Sergei Alexandrowitsch Below, russischer Basketballspieler
- 1945 - Renate Kern, deutsche Schlagersängerin
- 1946 - Arnoldo Alemán, Staatspräsident Nicaraguas (1997-2002)
- 1946 - Boris Abramowitsch Beresowski, Mathematiker und ein Oligarch Russlands
- 1947 - Jürg Frischknecht, Schweizer Journalist und Schriftsteller
- 1947 - Megawati Sukarnoputri, Präsidentin Indonesiens
- 1948 - Anita Pointer, US-amerikanische Sängerin
- 1950 - Billy Cunningham, US-amerikanischer Musiker
- 1950 - Richard Dean Anderson, US-amerikanischer Schauspieler
- 1952 - Heino Goeb, deutscher Maler
- 1952 - Henrique da Costa Mecking, brasilianischer Schachmeister und Geistlicher
- 1952 - Robin Zander, US-amerikanischer Sänger
- 1954 - Erwin Moser, österreichischer Kinder- und Jugendbuchautor
- 1954 - Rüdiger Schnuphase, deutscher Fußballspieler
- 1956 - Eva Lohse, Oberbürgermeisterin der Stadt Ludwigshafen am Rhein
- 1957 - Caroline von Hannover, Tochter von Fürst Rainier III von Monaco und Fürstin Gracia Patricia
- 1957 - Paul Steiner, deutscher Fußballspieler
- 1959 - Earl Falconer, britischer Musiker
- 1962 - Uwe Bohm, deutscher Schauspieler
- 1964 - Bharrat Jagdeo, Staatspräsidend von Guyana
- 1965 - Gerald Jatzek, Österreichischer Autor und Musiker
- 1967 - Naim Süleymanoglu, türkischer Gewichtheber
- 1968 - Alexander Zinn, Soziologe und Bundespressesprecher des Lesben- und Schwulenverbands in Deutschland
- 1968 - Petr Korda, tschechischer Tennisspieler
- 1968 - Tracy Lawrence, US-amerikanischer Country-Sänger
- 1970 - Jonathan Meese, Performancekünstler
- 1975 - Thomas Brdaric, deutscher Fußballspieler
- 1979 - Benjamín Noval, spanischer Radrennfahrer
- 1983 - Alexander Ecker, deutscher Fußballspieler

Gestorben


- 410 - Hanzei, japanischer Kaiser (
- 351)
- 1002 - Otto III. (HRR), deutscher König ab 983 und Kaiser des Heiligen Römischen Reiches (996 - 1002)
- 1516 - Ferdinand II. von Aragón ("der Katholische"), König von Aragonien
- 1536 - Bernd Knipperdolling, Führer der Wiedertäufer in Münster
- 1549 - Johannes Honterus, siebenbürgischer Gelehrter, Reformator und Humanist
- 1582 - Jean Bauhin, französischer Arzt
- 1622 - William Baffin, englischer Seefahrer und Entdecker
- 1667 - Hieronymus Bauhin, schweizerischer Arzt mit französischen Vorfahren
- 1698 - Ernst August I. von Hannover, Kurfürst und Bischof von Osnabrück
- 1744 - Giambattista Vico, italienischer Philosoph
- 1789 - John Cleland, englischer Schriftsteller
- 1803 - Arthur Guinness, Vater der Biermarke Guinness
- 1806 - William Pitt der Jüngere, zweimaliger Premierminister von Großbritannien
- 1810 - John Hoppner, englischer Maler
- 1820 - Eduard, Herzog von Kent, der vierte Sohn König
- 1837 - John Field, irischer Komponist und Pianist
- 1843 - Friedrich de la Motte Fouqué, deutscher Dichter der Romantik
- 1858 - Luigi Lablache, italienischer Opernsänger
- 1864 - Johann Lukas Schönlein, deutscher Mediziner
- 1866 - Ernst Wilhelm Gottlieb Wachsmuth, deutscher Geschichtsforscher
- 1866 - Peter Joseph Lenné, Gärtner und Landschaftsarchitekt
- 1868 - Heinrich von Brandt, preußischer General der Infanterie
- 1879 - Adolf Jensen, deutscher Komponist und Musikpädagoge
- 1883 - Gustave Doré, französischer Maler und Graphiker
- 1889 - Alexandre Cabanel, französischer Maler
- 1891 - Friedrich von Schmidt, deutscher Architekt
- 1894 - Lobengula, letzter König des Matabele-Königreichs im südlichen Afrika
- 1921 - Heinrich Wilhelm Waldeyer, Anatom
- 1922 - Arthur Nikisch, ungarischer Dirigent
- 1931 - Anna Pawlowa, russische Tänzerin
- 1934 - Hedwig Heyl, deutsche Politikerin und Frauenrechtlerin
- 1939 - Ernst Blass, deutscher Schriftsteller
- 1939 - Matthias Sindelar, österreichischer Fußballspieler
- 1940 - Giuseppe Motta, Schweizer Politiker
- 1944 - Edvard Munch, norwegischer Maler und Graphiker
- 1945 - Albert Kuntz, Widerstandskämpfer
- 1945 - Busso Thoma, Kaufmann, als Mitwisser der Attentatspläne zum 20. Juli hingerichtet
- 1945 - Erwin Planck, deutscher Politiker
- 1945 - Eugen Bolz, deutscher Politiker und Widerstandskämpfer
- 1945 - Helmuth James Graf von Moltke, deutscher Jurist und Widerstandskämpfer
- 1945 - Reinhold Frank, deutscher Rechtsanwalt und Widerstandskämpfer
- 1947 - Pierre Bonnard, französischer Maler des Symbolismus
- 1956 - Alexander Korda, ungarisch-britischer Filmregisseur
- 1969 - Jaroslav Křička, tschechischer Komponist
- 1972 - Big Maybelle, US-amerikanische Sängerin
- 1973 - Kid Ory, amerikanischer Musiker
- 1976 - Paul Robeson, US-amerikanischer Schauspieler, Sänger, Autor und Bürgerrechtler
- 1978 - Terry Kath, US-amerikanischer Songschreiber und Musiker
- 1978 - Vic Ames, US-amerikanischer Sänger
- 1980 - Lil Dagover, deutsche Schauspielerin
- 1981 - Liselott Baumgarten, deutsche Schauspielerin
- 1981 - Roland Hampe, deutscher Archäologe und Übersetzer
- 1981 - Samuel Barber, US-amerikanischer Komponist
- 1983 - Francis Michael Forde, australischer Politiker und Premierminister
- 1983 - George Cukor, US-amerikanischer Filmregisseur
- 1986 - Johann Ritter, deutscher Pfarrer
- 1986 - Joseph Beuys, Bedeutender deutscher Künstler
- 1989 - Salvador Dalí, spanischer Maler Surrealismus
- 1993 - Thomas Andrew Dorsey, Blues- und Gospel-Sänger und Pianist
- 1994 - Klaus Hemmerle, Theologieprofessor und Bischof von Aachen
- 1998 - Victor Pasmore, englischer Maler
- 1999 - Joe D'Amato, italienischer Filmregisseur
- 2002 - Pierre Bourdieu, französischer Soziologe
- 2002 - Robert Nozick, US-amerikanischer Philosoph
- 2004 - Helmut Newton, deutscher Fotograf
- 2005 - Johnny Carson, US-amerikanischer Fernseh-Entertainer

Feier- und Gedenktage


- Namenstage: Eugen, Guido, Raimund
- Kirchliche Gedenktage:
  - Hl. Hartmut von St. Gallen (katholisch)
  - Sel. Heinrich Seuse (katholischer Gedenktag im deutschen Sprachgebiet, sonst am 25. Januar)
  - Sel. Nikolaus Groß (katholisch)

Siehe auch

:22. Januar - 24. Januar :23. Dezember - 23. Februar :Historische Jahrestage - Zeitskala :Wikipedia:Glaskugel - Wikipedia:Formatvorlage Tag 0123 ja:1月23日 ko:1월 23일 simple:January 23 th:23 มกราคม

Gregorianischer Kalender

Der gregorianische Kalender, benannt nach Papst Gregor XIII., ist der heute in den meisten Teilen der Welt gültige Kalender.

Gregorianische Kalenderreform

Kalender Das erste Konzil von Nizäa bestimmte im Jahre 325, dass das Osterfest immer am ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond nach Frühlings-Anfang (bezogen auf Jerusalem) gefeiert werden sollte. Das astronomische Ereignis des Primar-Äquinoktiums (Frühlings-Tagundnachtgleiche der nördlichen Hälfte unseres Planeten) fand im Konzilsjahr 325 am 21. März statt, und die julianische Schalttagsregelung wurde damals noch nicht als verbesserungsbedürftig erkannt. Der damals gültige julianische Kalender ging von einem mittleren Sonnenjahr von 365,25 Tagen aus und glich die Differenz (bezogen auf 365 Tage) von annähernd 6 Stunden alle vier Jahre durch die Einfügung eines Schalttags aus. Gegenüber dem vom tatsächlichen Gang der Himmelsmechanik astronomisch vorgegebenen Sonnenjahr, das im Jahre 2000 auf 365,242190517 Tage bestimmt wurde -also etwa 365 Tage, 5 Stunden, 48 Minuten und 45,25 Sekunden- war das Jahr des julianischen Kalenders also etwas mehr als 11 Minuten zu lang. Bis ins 16. Jahrhundert, zur Zeit Papst Gregors XIII., hatte sich dieser Fehler so ausgewirkt, dass das Primar-Äquinoktium im Jahr 1582 schon am 11. März stattfand. Diese Verschiebung des Kalenders war jedoch schon längere Zeit vorher offenkundig geworden. Seit dem 14. Jahrhundert wurden immer wieder Vorschläge für eine Kalenderreform unterbreitet – u. a. durch Nikolaus von Kues, Regiomontanus und Nikolaus Kopernikus. Diese waren aber stets abgelehnt worden. Gleichwohl bildeten Kopernikus' Werk De Revolutionibus Orbium Coelestium (»Von den Umdrehungen der Himmelskörper«) sowie die prutenischen Tafeln von Erasmus Reinhold die Basis für die schließlich von Papst Gregor XIII. dekretierte Reform. Um die Frühlings-Tagundnachtgleiche wieder mit dem 21. März in Übereinstimmung zu bringen und Ostern wieder am richtigen Tage feiern zu können, folgte der Papst dem Vorschlag des Mediziners und Hobby-Astronomen Aloisius Lilius und bestimmte, dass im Jahre 1582 zehn Tage übersprungen werden sollten. Daher folgte in einigen römisch-katholischen Ländern auf den 4. Oktober gleich der 15. Oktober – die Abfolge der Wochentage blieb dabei jedoch unverändert. Damit fand das Primar-Äquinoktium dort im Folgejahr 1583 wieder am 21. März statt; die Zeitrechnung innerhalb des Christentums war jedoch nicht mehr einheitlich. Damit war die Ausgangslage, wie sie zur Zeit des Konzils bestand, wieder ungefähr hergestellt. Um ein erneutes Abrücken des 21. März vom Zeitpunkt des Primar-Äquinoktiums für alle Zukunft zu vermeiden, legte der neue gregorianische Kalender die Dauer des mittleren Sonnenjahrs auf 365,2425 statt wie bisher auf 365,25 Tage fest. Diese Verkürzung erfolgte dadurch, dass – abweichend von der Schaltregel des julianischen Kalenders – die Jahre keinen Schalttag haben, deren Zahl zwar ohne Rest durch 100, nicht aber durch 400 geteilt werden kann. Weil bis zur ersten Anwendung dieser neuen Ausnahmeregel im Jahre 1700 noch 117 Jahre vergingen, hat sich der Kalender gegenüber dem astronomischen Ereignis des Primar-Äquinoktiums im Durchschnitt wieder um 1 Tag verrückt. Seither pendelt es zwischen dem 19. und 21. März.

Die Schaltregeln


- Nach der grundsätzlich weiterhin gültigen Julianischen Schaltregel weisen Jahre, deren Zahlen durch 4 dividiert natürliche Zahlen ergeben, im Februar einen 29. Tag (“Schalttag“) auf und umfassen dadurch als Schaltjahre 366 Tage.
- Die Gregorianische Schaltregel bestimmt hiervon drei Ausnahmen : Keine Schaltjahre sind diejenigen Säkular-Jahre (Jahre, deren Zahl am Ende zwei Nullen aufweist), deren Zahl durch 400 dividiert keine natürliche Zahl ergibt.(Deshalb waren die Jahre 1700, 1800 und 1900 keine Schaltjahre, und auch die Jahre 2100, 2200 und 2300 werden keine Schaltjahre sein.) oder:
- Ist die Jahreszahl durch 4 teilbar, aber nicht durch 100, dann ist es ein Schaltjahr mit 366 Tagen. Beispiele: 1980, 1972, 1720.
- Ist die Jahreszahl durch 100 teilbar, aber nicht durch 400, dann ist das Jahr ein gewöhnliches Gemeinjahr und hat nur 365 Tage, z. B. in den Jahren 1700, 1800 und 1900 oder ferner 2100.
- Ist die Jahreszahl durch 400 teilbar, ist das Jahr ein Schaltjahr. Die Jahre 1600 und 2000 waren – in Übereinstimmung mit der Julianischen Schaltregel – Schaltjahre zu 366 Tagen.

Einführung des gregorianischen Kalenders in verschiedenen Ländern

Nur wenige Länder wie Spanien oder Portugal übernahmen den gregorianischen Kalender tatsächlich am 4./15. Oktober 1582. Die meisten römisch-katholischen Länder Europas folgten in den nächsten Jahren, während die protestantischen Länder den neuen Kalender, weil vom Papst dekretiert, zunächst ablehnten. Beispielsweise führten ihn die meisten katholischen Kantone der Schweiz 1584 ein, das Wallis jedoch erst 1655. Dort folgte damals auf den 28. Februar der 11. März. Die evangelischen Territorien des Deutschen Reichs übernahmen den gregorianischen Kalender erst 1700. Auf den 18. Februar folgte dort unmittelbar der 1. März 1700. Zuvor mussten beispielsweise Verträge zwischen katholischen und protestantischen Fürsten mit beiden Daten versehen werden, etwa als 5./15. Oktober 1582. Um die Jahreswende differierten die Jahreszahlen zwischen den Gebieten des alten und neuen Kalenders. Aus dieser Zeit stammt der Ausdruck »zwischen den Jahren« für die Tage nach Weihnachten. Die reformierten Orte der Schweiz folgten ein Jahr später, allerdings mit drei Ausnahmen: Der protestantische Halbkanton Appenzell Ausserrhoden und die protestantischen Teile von Glarus und Graubünden. Der offizielle Übergang zum neuen Kalender sollte dort bis 1812 dauern; der alte Kalender blieb aber noch länger in der Bevölkerung lebendig. Die Appenzeller Silvesterkläuse werden noch immer am 31. Dezember nach dem julianischen Kalender (13. Januar nach dem gregorianischen Kalender) gefeiert. In England (und auch in den späteren USA) wurde der gregorianische Kalender erst in der Nacht vom 2. September auf den 14. September 1752 eingeführt. Die orthodoxen Länder Osteuropas behielten den julianischen Kalender noch bis Anfang des 20. Jahrhunderts bei. Da die Jahre 1700, 1800 und 1900 in Russland Schaltjahre gewesen sind, machte die Abweichung vom gregorianischen Kalender dort mittlerweile 13 Tage aus. Die russische Oktoberrevolution 1917 fiel deshalb nach dem gregorianischen Kalender auf den 7. November. An diesem Tag wurde die Revolution denn auch bis zum Ende der Sowjetunion gefeiert, nachdem Russland 1918 die neue Kalenderrechnung eingeführt hatte. Einige orthodoxe Kirchen (z. B. in Russland und Serbien) begehen ihre feststehenden Feste weiterhin nach dem julianischen Kalender. Ihr Weihnachten (25. Dezember) fällt darum derzeit auf den 7. Januar (greg.). Andere orthodoxe Kirchen (z. B. in Griechenland und Bulgarien) verwenden hierfür den so genannten neo-julianischen Kalender, der bis zum Jahr 2799 dem gregorianischen Kalender entsprechen wird. Alle orthodoxen Kirchen berechnen Ostern und die anderen beweglichen Feste nach dem julianischen Frühlingsanfang sowie nach dem metonischen Vollmond; das Fest fällt daher nur gelegentlich mit dem Osterdatum der westlichen Kirchen zusammen; meist ist es eine, vier, oder fünf Wochen später als im Westen. Als bisher letzter Staat übernahm 1927 die Türkei den gregorianischen Kalender; dort hatte bis dahin der islamische Kalender gegolten. Die nicht zeitgleiche Einführung des gregorianischen Kalenders in den verschiedenen Ländern sorgte für Verwirrung, aber auch für interessante Paradoxa: So sind sowohl William Shakespeare als auch Miguel de Cervantes am 23. April 1616 gestorben, obwohl Shakespeare Cervantes um 11 Tage überlebt hat. Auch die Feiern des Geburtstags von George Washington wurden verschiedentlich am 11. und am 22. Februar ausgerichtet, bis zu einer bundesgesetzlichen Feiertagsregelung.

Charakteristika

Die Regeln des gregorianischen Kalenders führen zu einer durchschnittlichen Länge des Kalenderjahres von 365,2425 Tagen. Das sogenannte tropische Jahr – der zwischen zwei aufeinanderfolgenden Primar-Äquinoktien (Frühlings-Tag-Nachtgleichen) liegende Zeitraum – ist gegenwärtig im Mittel 365,24219879 mittlere Sonnentage lang. Danach ist also auch der gregorianische Kalender im Verhältnis zur astronomischen Wirklichkeit etwas zu lang, nämlich 0,000301 Tage (= 26 Sekunden) pro Jahr. Das bedeutet, dass nach rund 3320 Jahren das Primar-Äquinoktium wieder einen ganzen Tag früher eintreten würde. Sofern bis dahin die christliche Jahreszählung beibehalten wird, würde es sich anbieten, in allen durch 3200 teilbaren Jahren den Schalttag wiederum entfallen zu lassen, wenn auch zu jener Zeit noch die Bindung des Primar-Äquinoktiums an den 21. März gewünscht wird. Der gregorianische Kalender hat eine Periode von 400 Jahren: Nach dieser Zeit wiederholen sich nicht nur der Ablauf der Schalttage und damit die Tages- und Monatszählung, sondern auch die zugehörigen Wochentage. 400 Jahre enthalten nämlich 400×365 + 97 Tage, also 146097 Tage; das sind genau 20871 Wochen; es geht also nach 400 Jahren mit demselben Wochentag weiter. Infolge dieser Periodizität kann ein bestimmtes Datum (Tag und Monat oder nur Tag) nicht gleich häufig auf alle Wochentage fallen. Ausgerechnet der 13. eines beliebigen Monats fällt öfter (nämlich 688mal in 400 Jahren) auf einen Freitag als auf andere Wochentage (Donnerstag und Samstag: 684mal, Montag und Dienstag: 685mal, Sonntag und Mittwoch: 687mal).

Siehe auch


- Julianischer Kalender, Osterdatum
- Umrechnung zwischen julianischem Datum und gregorianischem Kalender, Wochentagsberechnung
- Zeitrechnung, Kalender, Jüdischer Kalender, Christlicher Kalender, Islamischer Kalender, Chinesischer Kalender, v. u. Z., v. d. Z., v. d. Chr., n. d. Chr., v. Chr., n. u. Z., n. d. Z., n. Chr.

Wikipedia-Links zum Themenkomplex Kalender und Zeit

Weblinks


- [http://personal.ecu.edu/MCCARTYR/inter-grav-text.html Papst Gregor XIII: Inter Gravissimas – Die päpstliche Bulle, mit der der gregorianische Kalender verordnet wurde]
- [http://www.fh-friedberg.de/users/boergens/marken/beispiele/kalender.htm Briefmarke: Sondermarke zur Vollendung der ersten Periode des gregorianischen Kalenders]
- [http://www.kalenderlexikon.de 1. deutsches Online-Kalenderlexikon] Kategorie:Kalender als:Gregorianischer Kalender ja:グレゴリオ暦 ko:그레고리력 ms:Kalendar Gregorian simple:Gregorian calendar th:ปฏิทินเกรกอเรียน

Friedrich I. von Schwarzenburg

Graf Friedrich I. von Schwarzenburg (
- um 1075; † 5. Oktober 1131) war von 1100 bis 1131 Erzbischof des Erzbistums Köln.

Leben

Friedrich war der Sohn des Grafen Berthold I. von Schwarzenburg und dessen Frau Richardis. Er studierte in Bamberg und Frankreich. Bevor er 1100 von Kaiser Heinrich IV. zum Erzbischof von Köln erhoben wurde, war er Kanoniker in Bamberg und Speyer gewesen. Ebenfalls im Jahr 1100 wurde auf seine Anweisung mit dem Bau der Burg Volmarstein begonnen. 1106 wechselte er auf die Seite von Heinrich V., was zu einem Konflikt mit Rom führte. 1114 wandte er sich jedoch vom inzwischen zum Kaiser gekrönten Heinrich V. ab und besiegte ihn in der Schlacht bei Andernach. 1122 ist er an der Abfassung des Wormser Konkordates als Ratgeber und Erzkanzler von Italien beteiligt. Am 24. August 1125 stimmte er bei der Königswahl gegen Friedrich von Schwaben für Lothar III., nachdem er die Krone zuerst Karl von Flandern angeboten hatte. Friedrich sicherte den Süden des Erzstifts Köln durch den Bau mehrerer Befestigungen, z.B. im Jahr 1118 die Wolkenburg auf der gleichnamigen Erhebung im Siebengebirge und Rolandseck auf der gegenüberliegenden Rheinseite. Er verstarb am 5. Oktober 1131 auf der von ihm erbauten Wolkenburg und wurde in der Abtei Siegburg beigesetzt. Kategorie:Mann Kategorie:Römisch-katholischer Bischof (12. Jh.) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1075 Kategorie:Gestorben 1131

Kloster Kamp

Das 1123 gegründete Kloster Kamp war das erste Zisterzienserkloster im deutschen Sprachraum.

Überblick

Zisterzienser Kloster Kamp liegt auf einem Hügel (Kamper Berg) auf dem Gebiet der Stadt Kamp-Lintfort. Der Name der Stadt leitet sich ebenfalls vom Kloster her. Südlich des Klosters führt die Fossa Eugeniana entlang. Vom ursprünglich romanischen Bau ist nicht viel bekannt, er soll aber wohl kein Querhaus besessen haben, ebensowenig, wie der Bau aus den Jahren 1410-1415, welcher im Truchsessischen Krieg zerstört wurde. Der Neubau aus dem 17. Jahrhundert umfasst noch den Chor des Vorgängerbaus. Das Innere der Kirche beherbergt Gegenstände und Formen aus den vorherigen Jahrhunderten, viel Ursprüngliches ist durch Kriege, besonders aber durch die Säkularisierung unter französischer Herrschaft verlorengegangen. Von Außen sind die beiden Zwiebeltürme an der Ostfront das markanteste Zeichen der Kirche, ebenso wie der Dachreiter. Die Überhöhung des sakralen Ostens ist ein außergewöhnliches Stilelement, um die Bedeutung des sakralen Bereichs zu unterstreichen. Normalerweise steht der für die weltliche Macht und steht deswegen im Westen. Im Nordosten schließt sich eine sechseckige Marienkapelle aus dem Jahr 1714 an.

Orgel

1714 Anfangs ließen die Zisterzienser in ihren Kirchen noch keine Orgel zu, da das Instrument ursprünglich aus dem heidnischen Gebrauch kam. Die Gregorianik, der Gesang der Mönche, wird auch nicht mit Instrumenten begleitet. Nach dem Aufkommen der Mehrstimmigkeit im Hochmittelalter fand auch die Orgel immer mehr Einzug in Kirchen. Unter Abt Henricus V. von Calkar wurde 1495 eine neue Orgel in der Klosterkirche aufgestellt, woraus geschlossen werden kann, dass vorher auch schon ein solches Instrument in der Kirche vorhanden war. Wann allerdings die erste Orgel aufgestellt worden war, ist unbekannt. Die heutige Orgel (etwa 1720/22) wurde unter Abt Wilhelminus Norff III. aus Rheinberg (1705 bis 1726) errichtet, die Orgelbühne, eine Rokokoarbeit, ist noch gut erhalten. Die Felder der Brüstung sind mit durchbrochenen Arabesken versehen, das verwendete Material ist reines Eichenholz. Das Geländer der Brüstung stellt Weinlaub und Trauben, versehen mit Rosen dar. Das ursprüngliche Instrument hatte ein einmanualiges Werk mit angehängtem Pedal. Oben auf der Orgel steht eine Figur des Königs David, welche eine Harfe in der Hand hält. Da das Instrument nach 200 Jahren unspielbar wurde, ist es 1905 durch ein neues Werk mit pneumatischer Traktur ersetzt worden. In den 1960er Jahren wurde die Orgel noch einmal umgebaut und die Pneumatik wurde durch eine elektrische Traktur ausgetauscht. Zusätzlich wurde ein neuer fahrbarer Spieltisch eingebaut. Durch die Restaurierungsarbeiten in der Kirche in den 1970er Jahren wurde die Orgel erneut unspielbar und so wurde 1978 erneut eine neue Orgel eingebaut welche aus drei selbständigen Teilwerken besteht (Hauptwerk, Unterwerk und Pedalwerk). Auch wurde die elektrische durch eine mechanische Traktur ersetzt, welche aus millimeterdicken Holzleisten besteht. Die Registraktur ist elektrisch (Elektromagnete).

Geschichte

1978 Am 23. Januar 1123 wurde von Friedrich I., Erzbischof von Köln, die Stiftungsurkunde für das Kloster ausgestellt und dieser beauftragte seinen Bruder Arnulf aus dem Zisterzienserkloster Morimont in Frankreich, das Kloster zu gründen. Heinrich, ein weiterer Bruder, machte sich mit einer Gruppe von 12 Mönchen auf den Weg an den Niederrhein. Am 31. Januar 1123 (nach dem damals vorherrschenden Julianischen Kalender 1122) wurde das Kloster errichtet. Die Mönche brachten unter anderen Reliquien auch ein Stück der Schädeldecke der Heiligen Agatha mit, die heute noch in der Klosterkirche zu besichtigen ist. Da die Zisterzienser ihre Niederlassungen normalerweise in Tälern oder ebenen Gebieten errichtet hatten, wird vermutet, dass ihre erste Niederlassung ganz in der Nähe des späteren Klosters errichtet worden war. Unter dem zweiten Abt Theoderich wurden landwirtschaftliche Betriebe (Grangien) unter anderem in der Nähe von Kalkar und Voerde errichtet. Das ganze Gebiet war zu damaliger Zeit allerdings noch Sumpflandschaft und unter dem dritten Abt Gierard (um 1150) wurde wohl mit dem Bau der Klosteranlage wegen Hitze und Mücken auf einem ganz in der Nähe liegenden Hügel, dem Kamper Berg, begonnen. Damit ist es das einzige Zisterzienserkloster gewesen, welches auf einer Anhöhe erbaut worden ist. Sechs Jahre nach der Gründung wurde schon das erste Tochterkloster Walkenried im Harz gegründet, 1132 folgten Volkenroda in Thüringen, 1135 Amelungsborn am Solling, 1140 Hardehausen in Westfalen und 1147 Michaelstein ebenfalls im Harz. Vom Kloster Kamp gingen 15 Tochtergründungen direkt aus. Auf dem Höhepunkt standen 60 Klöster und weitere 24 Nonnenklöster unter direkter Aufsicht der Kamper Äbte. Ende des 13. Jahrhunderts erreichte das Kloster unter Abt Giselbert seinen Höhepunkt mit Besitzungen (Höfen) unter anderem in Köln, Koblenz, Neuss, Uerdingen, Rheinberg, Utrecht, Aachen und Nimwegen. Von den Höfen ist nur noch der in Rheinberg erhalten. Im Spätmittelalter war das Kloster wohl das bedeutendste des ganzen Zisterzienserordens. Ein Meisterwerk aus der Zeit, die 1312 entstandene Kamper Bibel, befindet sich heute im Besitz der Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Am Anfang des 15. Jahrhunderts wurden viele Gebäude am Kloster renoviert und neu errichtet, auch ein neuer Hochaltar wurde gebaut. Mit der Reformationsbewegung im 16. Jahrhundert und besonders mit dem Truchsessischen Krieg brachen schwere Zeiten für das Kloster an. 1580 zog ein Teil der Mönche nach Neuss, 5 Jahre später gab man das Kloster ganz auf und der Rest siedelte nach Rheinberg über. 1586 wurde ein Großteil des Klosters durch Graf Adolf von Neuenahr und Moers auf dem Berg zerstört. Zwischen 1626 und 1629 wurde am Südhang des Berges der Bau der Fossa Eugeniana vorangetrieben. Erst unter Abt Polenius (1636-1664) kehrte ein Teil der Mönche zurück, der Wiederaufbau begann allerdings erst ab 1683 unter Abt Andreas Holtmann aus Geldern. Mit dem Bau der heutigen Klosterkirche wurde 1685 begonnen, die Apsis (Ostchor) ist als einziges noch Original von 1410 erhalten. Der Bau entspricht allerdings nicht den Idealvorstellungen des Ordens. Am 19. November 1700 konnte der ganze Konvent wieder einziehen. Unter Abt Wilhelm Norff aus Rheinberg (1705-1726) wurde eine neue Orgel gebaut, die Schulden getilgt und neue Güter gekauft. Auch die Marienkapelle im Norden der Kirche wurde zu dieser Zeit errichtet, am Niederrhein existiert mit der Gnadenkapelle in Kevelaer nur ein vergleichbarer Bau. Am 15. Juli 1714 besuchte Friedrich Wilhelm I. von Preußen die Abtei. Der König war damals in Moers zu Besuch und machte auf dem Weg nach Geldern einen Abstecher nach Kamp. Damals gab es nur eine Straße zwischen diesen beiden Orten. Auf Bitten des Priors erließ der König bei diesem Besuch die Akzisen für dieses Kloster. Auch einige schön geformte Weingläser mit kelchartiger Form und eingraviertem preußischen Adler wurden der Abtei bei diesem Besuch geschenkt. Unter Abt Franziskus Daniels aus Grevenbroich (1733-1749) brach für das Kloster die letzte Blütezeit an. Er ließ den heute noch bekannten Terrassengarten errichten, der als reiner Obst- und Gemüsegarten genutzt wurde. Die Terassenform war dabei nach italienischer, die Flächen nach französischer Mode errichtet worden. Für die Wasserspiele im Garten wurde das Gefälle des Berges ausgenutzt, der Wasserspeicher dafür befand sich unter dem Südturm der Klosterkirche. Abt Daniels ließ ebenfalls noch eine Prälatur direkt neben der Klosterkirche bauen. Prälatur Nachdem 1789 in Frankreich die Revolution ausgebrochen war, konnte 1794 der linke Niederrhein von den französischen Armeen besetzt werden. Am 6. August 1802 wurde von den Kommissaren Lépine und Thibault die Säkularisation des Klosters verkündet, alle beweglichen und unbeweglichen Güter wurden konfisziert. Alleine die Kirche und die für den Gottesdienst benötigten Gegenstände waren davon ausgenommen. Die letzten Mönche verließen das Kloster am 10. August 1803. 1807 wurde das Kloster nach einer Versteigerung in Aachen von sechs Kaufleuten erworben. Die Gebäude wurden abgerissen oder umgebaut, das Land des Ordens ging durch die Abschaffung der Feudalrechte durch Frankreich an die Bauern über, die es bisher nur erblich nutzen durften. Zwischen 1802 und 1954 wurde die ehemalige Klosterkirche von der Gemeinde als Pfarrkirche genutzt. Am 27. Mai zog ein Konvent der Karmeliter in das Kloster ein und waren als Seelsorger und Lehrer an den Schulen der Stadt tätig. 2002 wurde aber auch dieser Konvent aufgelöst und die Ordensleute zogen bis auf einen in die Niederlande zurück. Laut Satzung des Zisterzienserordens musste jedes Kloster einen eigenen Weinberg besitzen, den Kamp als Weingut in Moselweiß bei Koblenz besaß. Nachdem sie das Gut 1355 wegen finanzieller Schwierigkeiten verkaufen mussten, legten die Mönche im Süden der Kirche einen Weinberg an. In einer Chronik von 1483 ist mehrfach über diesen Wein zu lesen, dass er mit Reizen gegeizt haben soll: „Der Kamper Wein bereitet am Tisch nur Pein“ (lat: Vinum Campens non facit gaudia mense). 1738 soll Kronprinz Friedrich (II.) von Preußen von Straßburg zum Schloss Moyland bei Kleve gefahren sein, um sich dort mit Voltaire zu treffen. Auf dem Weg fuhr er am Kamper Terrassengarten vorbei und entwarf daraufhin den Plan von Sanssouci. Zu diesem Zeitpunkt war dieser aber erst zwei Jahre alt. Friedrich Wilhelm I. von Preußen war in diesem Jahr wohl ein zweites mal am Kloster vorbeigekommen, von einem erneuten Aufenthalt im Kloster ist allerdings nichts bekannt. Zum Klostergelände gehört der um 1990 restaurierte Terrassengarten. In einer der beiden Orangerien finden oft Ausstellungen von Künstlern statt. Auf dem Abteiplatz vor der Klosterkirche sind noch einige Gebäude erhalten, die mit der letzten Blütezeit des Klosters entstanden sind. Im Agathastift befindet sich das Ordensmuseum, in dem viele Gegenstände aus der Geschichte des Klosters ausgestellt sind.

Literatur


- Georg Geisbauer, Kloster Kamp, seine Äbte und Filiationen; Die Kamper Chronik - deutsch; Kamp-Lintfort (Eigenverlag) 2002
- Erich Willicks und Georg Geisbauer, Kloster Kamp - Geschichte und Gegenwart, Kamp-Lintfort (Eigenverlag) 2000

Weblinks


- [http://www.kloster-kamp.de Kloster Kamp] Kamp Kamp Kategorie:Kreis Wesel

1517

Ereignisse

Politik und Weltgeschehen


- 31. Oktober: Martin Luther veröffentlicht seine 95 Thesen (der Überlieferung nach durch Anschlag an die Tür der Schlosskirche von Wittenberg), mit der er eine Diskussion über die Beicht- und Ablasspraxis der katholischen Kirche anregen wollte, welche aber letztlich zur Abspaltung der evangelischen von der katholischen Kirche führt
- Die Osmanen beginnen ihre Herrschaft über das heutige Gebiet von Libanon, Irak, Syrien, Jordanien, Israel und Ägypten
- In München geht die Pest zu Ende. Der heute noch ausgeübte Schäfflertanz geht auf dieses Datum zurück
- In Nürnberg wird das Radschloss erfunden. Damit wurde der Grundstein für heutige Feuerwaffen gelegt

Geboren


- 30. Januar: Johann Aurifaber, Theologe († 1568)
- 22. März: Gioseffo Zarlino, italienischer Musiktheoretiker und Komponist († 1590)
- 18. Juni: Ogimachi, 106. Kaiser von Japan († 1593)
- 12. August: Peter Ernst Mansfeld, Statthalter in den Niederlanden und von Brüssel († 1604)
- 20. August: Antoine Perrenot de Granvelle, Kardinal und Minister († 1586)
- Caspar Pfreund, Apotheker und Bürgermeister von Wittenberg († 1574)

Gestorben


- 7. März: Maria von Spanien (Portugal), Prinzessin von Spanien (
- 1482)
- 26. März: Heinrich Isaac, flämischer Komponist (
- 1450)
- 31. Oktober: Fra Bartolommeo, Maler der florentinischen Schule (
- 1472)
- Vasco Núñez de Balboa, spanischer Konquistador (
- 1475) als:1517 ko:1517년

Libanon

Die Libanesische Republik (الجمهورية اللبنانية) ist ein Staat in Vorderasien. Sie grenzt an Syrien, Israel und das Mittelmeer.

Geographie

Größte Städte mit Einwohnerzahlen (geschätzt; seit 1932 gab es keine offizielle Volkszählung):
- Beirut (Hauptstadt) 2.000.000,
- Tripoli 200.000,
- Zahlé 200.000,
- Sidon 100.000,
- Tyros 70.000. Das Land gliedert sich in vier Landschaftszonen, die parallel zur Küste verlaufen: #Der 200 km lange, schmale steile Küstenstreifen, welcher sich nur im Norden und Süden ausweitet. #Das stark zerklüftete Libanon-Gebirge, das bis zu 3.000 m hoch ist. #Die fruchtbare Bekaa-Ebene, die im Regenschatten des Libanon-Gebirges liegt, jedoch aufgrund von künstlicher Bewässerung sehr fruchtbar ist (Weinanbau, Haschisch). #Der trockene Antilibanon-Gebirgszug und der Hermon, der die Grenze zu Syrien bilden.

Klima

Entsprechend den Unterschieden in der Landschaft des Libanon, ist auch das Klima sehr unterschiedlich. An der Küste herrscht mediterranes Klima mit trockenen, warmen Sommern und feuchten, regenreichen Wintern. Im Gebirge herrscht ausgesprochenes Gebirgsklima, wobei auch hier der Hauptniederschlag im Winter fällt und dann hauptsächlich in Form von Schnee. An der Grenze zu Syrien herrscht ein trockenes Steppenklima, welches den Übergang zum Wüstenklima des südlichen Syriens und Jordaniens bildet. In Beirut liegen die Temperaturen am Tag bei durchschnittlich 18° C im Januar und bei 30° C im Juli und August. Im Dezember und Januar gibt es durchschnittlich 11 Regentage in Beirut, während der August im allgemeinen völlig trocken bleibt.

Bevölkerung

Der Libanon hat ca. 4,4 Millionen Einwohner. Ein grosser Teil sind Semiten und haben aramäische oder phönizische Abstammung. Im Land verteilt leben auch kurdische Flüchtlinge und zahlreiche turkvölkische Minderheiten wie die Mescheten. Außerdem gibt es etwa 360.000 palästinensische Flüchtlinge. In den ersten Jahren des Bürgerkriegs haben mehr als eine halbe Million Menschen das Land verlassen. (Schätzung, offizielle Zahlen sind nicht verfügbar.) Geburtenziffer 1999: 2,3 % Sterbeziffer 1999: 0,6 % Kindersterblichkeit (auf 1000 Lebendgeburten): 1960: 85; 1970: 50; 1990: 10; 1997: 9; 1998: 9 Säuglingssterblichkeit 1999: 0,8 % Analphabetenrate Erwachsene (> 15 Jahre) in %: 1970: 6; 1980: 4; 1990: 2; 1995: 1; 1997: 1; 1998: 1

Sprachen

Analphabetenrate Analphabetenrate Die große Mehrheit der Libanesen spricht Arabisch (libanesisch-syrische und palästinensische Dialekte), Minderheiten sprechen Armenisch, Kurdisch und Aramäisch. Neben Arabisch ist Französisch als zweite Amtssprache zugelassen. Englisch ist als Fremdsprache weit verbreitet.

Religion

Es gibt im Libanon 18 anerkannte Religionsgemeinschaften, darunter:
- ca. 53 % Muslime (32 % imamitische Schiiten, 21 % Sunniten);
- ca. 40 % Christen (25 % Maroniten, 4 % Griechisch-Katholische, 7 % Griechisch-Orthodoxe, 3 % Armenier,2 % syrisch-orthodoxe Kirche sowie weitere Gruppierungen)
- ca. 7 % Drusen Siehe auch: Konfessionelle Parität

Geschichte

Konfessionelle Parität Hauptartikel siehe: Geschichte des Libanon Der Libanon wurde am 26. November 1941 unabhängig, vorher war er französisches Mandatsgebiet. Am 22. November 1943 fand die Wiedereinsetzung durch libanesische Amtsträger statt, dies ist zugleich auch der offizielle Unabhängigkeitstag. Wegen wirtschaftlicher Stabilität und politischer Neutralität (1949-1969) wurde der stark westlich bzw. französisch geprägte Libanon in den 1950er und 1960er Jahren auch als "Schweiz des Orients" bezeichnet. Von Mitte der 1970er Jahre bis 1990 wurde das Land von einem Bürgerkrieg heimgesucht (siehe dazu: Libanesischer Bürgerkrieg). (Das Abkommen von Taif schuf erst 1989 die Grundlage für die Beendigung des Bürgerkrieges.) 1976 marschierten syrische Soldaten im Libanon ein. 1982 besetzte Israel den Süden des Landes mit seinen Truppen. Der Libanonfeldzug sollte die Präsenz und die Aktivität der PLO im Libanon beenden. 1985 richtete Isreal eine Schutzzone im Vorfeld der israelischen Grenze ein. Die israelische Armee zog sich erst am 24. Mai 2000 vollständig aus dem Libanon zurück. Nach einem Autobombenanschlag am 14. Februar 2005 auf den ehemaligen langjährigen libanesischen Regierungschef Rafiq Hariri wuchs in der jüngsten Vergangenheit der Druck auf Syrien, seine Truppen aus dem Libanon zurückzuziehen. Insbesondere die USA und die libanesische Opposition machen Syrien indirekt für das Attentat verantwortlich. Auch Frankreich fordert von Syrien, dem Libanon die volle Souveränität zurückzugeben. Auch Teile der libanesischen Bevölkerung demonstrierten gegen die syrischen Truppen im Libanon. Die prosyrische Regierung unter Ministerpräsident Karami trat daraufhin am 28. Februar 2005 zurück. Ende April 2005 verließen die letzten syrischen Soldaten den Libanon.

Politik

28. Februar 28. Februar Der Libanon ist seit 1926 eine Republik. Die Verfassung von 1926 wurde zuletzt 1999 geändert. Parlament (Nationalversammlung) mit 128 Mitgliedern (je zur Hälfte Christen und Muslime), Wahl alle 4 Jahre. Die drei höchsten Staatsämter sind Mitgliedern bestimmter religiöser Gruppen vorbehalten:
- Das Staatsoberhaupt muss maronitischer Christ sein,
- der Regierungschef muss sunnitischer Muslim sein,
- der Parlamentspräsident muss schiitischer Muslim sein,
- der Oberbefehlshaber der Armee muss Christ sein. Die Wahl des Staatsoberhauptes erfolgt alle 6 Jahre durch das Parlament (keine unmittelbare Wiederwahl). Das Wahlrecht besteht ab 21 Jahre. Verwaltung: 5 Provinzen Staatsoberhaupt: Émile Lahoud, seit 1998 Regierungschef: Fouad El Sanioura , seit 2005 Parlamentspräsident: Nabih Berri seit 1999 Parteien: FPM ,Free Patriotic Movement : Eine Bewegung,die seit 1990 gegen die syrische Besetzung des Landes Protestiert hatte und noch bis zum Abzug der syrischen Armee verboten war, ca. 16000 Verhaftung durch die syrische Besetzung und die Polizei mußte die Bewegung in Kauf nehmen. Amal Bewegung: Pro syrische bewegung , hat auch gegen die Besetzung des Landes durch Israel gekämpft.

Politik und Wahlen seit 2000

2005 Wahl am 27. August / 3. September 2000:
- maronitische Christen 34 von 128 Sitzen (1996: 34),
- sunnitische Muslime 27 (27),
- schiitische Muslime 27 (27),
- Rum-orthodox 14 (14),
- Drusen 8 (8),
- Rum-melkitische Katholiken 8 (8),
- Armenisch-Orthodoxe 5 (5),
- Alawiten 2 (2),
- armenische Katholiken 1 (1),
- Protestanten 1 (1),
- Sonstige 1 (1) Wahlen vom Frühjahr 2005: 128 Parlamentssitze verteilen sich auf:
- Die "Zukunftsbewegung" von Saad Al-Hariri (64 Sitze)
- Das schiitische Bündnis von Hisbollah und Amal (35 Sitze)
- Die "Patriotische Freiheitsbewegung" FPM von Michel Aoun (21 Sitze)
- 8 parteilose Abgeordnete Diese Zuordnung der Parlamentarier zu einzelnen Gruppen entspricht nicht ihrer Parteizugehörigkeit. Aktuell sind im libanesischen Parlament mehr als ein Dutzend Parteien vertreten. Das exakte Wahlergebnis findet sich im CIA-Factbook (s. die Weblinks unten). Am 14. Februar 2005 wird der ehemalige Ministerpräsident Rafiq Al-Hariri durch einen Anschlag getötet, bei dem mehrere Menschen ums Leben kommen. Der syrienfreundliche Präsident Lahoud konnte Ende 2004 sein abgelaufenes Mandat vom Parlament durch Verfassungsänderung um drei Jahre verlängern lassen. Dies führte rasch zum Rücktritt Al-Hariris, nachdem sich dieser darüberhinaus auch mit seiner Forderung nach einem Abzug der syrischen Truppen nicht durchsetzen konnte. Der Tod Al-Hariris wurde zum Ausgangspunkt einer gefährlichen innenpolitischen Eskalation. Eine breite oppositionelle Bewegung fordert vehement den Rückzug der syrischen Truppen. Diese Bewegung stützt sich vor allem auf die Christen, Drusen und Sunniten, wird aber auch von nennenswerten Teilen der schiitischen Bevölkerung mitgetragen. Auch die USA und Frankreich machen seit Ende Februar immer mehr Druck auf Syrien. Es wird mit militärischen Aktionen gedroht, vielmehr steht eine derartige Drohung seit dem Irak-Krieg im Raum. Am 28. Februar tritt die syrienfreundliche libanesische Regierung zurück. Syrien verständigte sich am 7. März mit dem Libanon seine Truppen als ersten Schritt bis zum Ende des Monats ins östliche Bekaa-Tal zurückzuziehen. Ende April waren dann bereits alle 14.000 syrischen Soldaten in ihre Heimat zurückgekehrt. Seit der Ermordung Al-Hariris gibt es beinahe täglich Demonstrationen. Fast alle werden von oppositionellen Gruppen organisiert. Bei diesen Demonstrationen kamen Zehntausende. Am 8. März rief die syrienfreundliche Hisbollah zu einer Demonstration auf, um gegen die UN-Resolution 1559 (die eine Entwaffnung dieser Gruppe fordert) zu protestieren. Viele Teilnehmer an der Demo dankten aber auch den Syrern und wandten sich gegen Feinde von außen (USA, Israel). An diesem 8. März kamen ca. 500.000 Menschen - davon eine nennenswerte Zahl von Syrern und palästinensischen Flüchtlingen. Dies gab der prosyrischen Fraktion genug Kraft, um den wenige Tage zuvor zurückgetretenen Premier Karame am 10. März neuerlich mit der Regierungsbildung zu beauftragen. Am 14. März versammelten sich bei einer weiteren Demo der Opposition 800.000 Menschen im Zentrum Beiruts. Nachdem Karame letztlich doch scheiterte, wird Najib Mikati am 15. April Ministerpräsident einer Übergangsregierung. Im Juni fanden Parlamentswahlen statt. Sie wurden von Saad Al-Hariri "Zukunftsbewegung" gewonnen (detailliertes Ergebnis s. oben). Saad Al-Hariri ist der Sohn des ermordeten Rafiq Al-Hariri. Ende Juli einigte man sich auf eine Regierung. Ihr gehören erstmals Minister der Hisbollah an. Michel Aouns Bewegung FPM (Free Patriotic Movement), der seit 1990 gegen die Syrische Besetzung friedlich gekämpft und demonstriert hat, stellt jedoch keine Minister. Dies ist ein wenig überraschend, da die Zukunftsbewegung eine Regierung der nationalen Einheit bilden wollte. Detailliertere Infos: s. Weblinks

Einreisebestimmungen

Für die Einreise in den Libanon benötigt man ein Visum, das vor der Reise oder am Tag der Einreise am Beiruter Flughafen beantragt werden muss. Der Reisepass muss bei der Abreise noch mindestens 6 Monate gültig sein. Reisende, die sich zuvor in Israel aufgehalten haben, werden, wenn dieses aus dem Reisedokument ersichtlich ist (Einreisestempel o. ä.), regelmäßig an der Grenze zurückgewiesen, auch wenn bereits ein Visum erteilt wurde. Deutsch-libanesische Doppelstaater und Doppelstaater anderer arabischer Herkunft riskieren zusätzlich eine Festnahme, da für diesen Personenkreis ein Israel-Aufenthalt einen Straftatbestand darstellt. Ein direkter Grenzübertritt von Israel nach Libanon oder umgekehrt ist nicht möglich, da die Grenze zwischen Israel und Libanon geschlossen ist. (Auswärtiges Amt, 5. Oktober 2004, [http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/laender/laender_ausgabe_html?type_id=5&land_id=94 mehr]) Bei Einreise aus Syrien wird ein einmonatiges, kostenloses Touristen-Visum an der Grenze erteilt. (Stand, Mai 2005)

Wirtschaft

Währung

:1 Libanesisches Pfund, Kürzel oder LBP (ISOcode) = 100 Piaster; 1 US-$ = 1.503 L£ (fester Wechselkurs); 1 € = 1.809 L£ :Überall wird US-Dollar (USD), der im Land Zweitwährung ist, angenommen. Es kommt vor, dass man in Dollar zahlt und in Pfund herausbekommt und umgekehrt.

Import

:18,2 % Ernährungsgüter, 21,8 % Maschinen und Elektroausrüstung, 8,9 % Transportmittel, 12,0 % chem. Erzeugnisse, 17,6 % mineralische Rohstoffe, 6,1 % Metalle und Metallprodukte, 5,7 % Textilien, 6,8 % Edel- und Halbedelsteine

Export

:18,8 % Ernährungsgüter, 17,8 % Schmuckwaren, 14,9 % chem. Erzeugnisse, 10,5 % Maschinen und Elektrogeräte, 8,8 % Metalle und Metallprodukte, 7,4 % Papier und -produkte. Das strenge Bankgeheimnis des Libanon bringt ihm auch den Beinamen "Schweiz des Ostens" ein.

Kultur

siehe: Libanesische Küche

Feiertage


- Nationalfeiertag: 22. November, Tag der Unabhängigkeit von Frankreich (1943)

Weitere Themen


- Liste der Städte im Libanon

Weblinks


- [http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/laender/laender_ausgabe_html?type_id=14&land_id=94 Reiseinformationen und Warnungen des Auswärtigen Amtes]
- [http://www.BloggingBeirut.com Blogging Beirut - Foto, Video, Audio und Text]
- [http://www.cia.gov/cia/publications/factbook/geos/le.html CIA-Factbook]
- [http://photos.eisenbach.at/reisen/libanon/ Libanon - Fotos und Reisetipps]
- [http://www.libanon.info/ Libanon - Allgemeine Informationen über Libanon]
- [http://www.nadir.org/nadir/initiativ/indykino-du/facing-reality facing-reality beirut : lebanese daily life stories. DokuFilm über die Situation in Libanon]
- Telepolis: [http://www.heise.de/tp/r4/artikel/19/19565/1.html Libanon: die erste "Revolution" im Nahen Osten?]
- Telepolis: [http://www.heise.de/tp/r4/artikel/20/20232/1.html Kritische Betrachtung des libanesischen Parteiensystems des Juni 2005]
- Telepolis: [http://www.heise.de/tp/r4/artikel/20/20560/1.html Regierungsbildung im Libanon - Juli 2005]
- [http://www.Beirut-Reporter.de/ Nachrichten und Reportagen aus Libanons Hauptstadt Beirut - Audio, Foto, Text und Video]
- [http://http://www.lebaneseforces.de/ Lebanese Forces]

Literatur

H. Ostry: Die Kunst der Machtverteilung – der Libanon nach den Wahlen, in: KAS Auslandsinformationen, Amman (2005), S. 93 Kategorie:Staat ! Kategorie:Nahost Kategorie:Mittelmeer ja:レバノン ko:레바논 ms:Lubnan simple:Lebanon th:ประเทศเลบานอน zh-min-nan:Lebanon

Irak

Der Irak (arab. العراق al-ʿIrāq) liegt im westlichen Asien, nördlich der Arabischen Halbinsel. Er umfasst das fruchtbare Zweistromland (Mesopotamien) zwischen den südwärts fließenden Euphrat und Tigris sowie angrenzende Berg- und Wüstenregionen. Der Irak grenzt an Kuwait, Saudi-Arabien, Jordanien, Syrien, die Türkei, Iran und den Persischen Golf. Die Hauptstadt Bagdad liegt im Zentrum des Landes. Weitere Großstädte sind Basra, Mosul, Erbil/Hewler und Sulaimaniyya/Silemani. Der Irak ist Mitglied der Vereinten Nationen (UNO). Der Staat kann sich mit der Rückgabe der Souveränität am 28. Juni 2004 wieder selbst verwalten, doch bestehen noch Einschränkungen.

Geographie

2004 Der Irak gehört zum Orient. Zum Kulturraum des Orients werden gewöhnlich Länder Nordafrikas und Südwestasiens gezählt. Sie liegen überwiegend im Bereich des subtropischen Trockengürtels der „Alten Welt“. Im Sommerhalbjahr sorgt hier ein aus Nordost wehender Wind, der Nordostpassat, für lange Trockenheit und glühende Hitze. Die Feuchtigkeit des Winterhalbjahres wird vor allem durch Westwind verursacht. In dieser Zeit kann auch Frost auftreten. In den Hochländern und Gebirgen fällt Schnee. Insgesamt nehmen die Jahresniederschläge von Westen nach Osten rasch ab. Im Nordosten befindet sich eine ca. 3.000 m hohe Bergkette. Diese Kette gehört zum alpinen Gebirgszug, der sich vom Balkan aus ostwärts in die Türkei, den nördlichen Irak und Iran und dann weiter nach Afghanistan erstreckt. Die Temperaturen schwanken zwischen 50° C im Sommer und etwa dem Nullpunkt im Januar. Frost ist möglich, insbesondere im Bergland. Regen fällt etwa 10 bis 18 cm im Jahr: Ein großer Teil des Iraks besteht aus Wüste und Steppe. Hauptregenmonate sind Dezember bis April. Die an den Golf angrenzenden Gebiete sind etwas feuchter. Irak wird von zwei wichtigen Flüssen durchzogen, dem Euphrat und dem Tigris. Sie kommen vom Nordwesten aus Syrien bzw. der Türkei und durchqueren das Land bis in den Südosten. Bei al-Qurna im Süden des Iraks fließen Tigris und Euphrat zusammen. Sie bilden dort den 193 Kilometer langen Schatt al-Arab, dieser mündet in den persischen Golf. Euphrat und Tigris sind im Grunde die Lebensadern des Landes, die Becken sind sehr fruchtbar. Im Südosten des Landes ragt die Halbinsel Fao zwischen dem Iran und Kuwait in den Persischen Golf und stellt damit den einzigen Zugang Iraks zum Meer dar.

Bevölkerung

Der Irak hat nach eigenen Angaben ca. 27  Mio. Einwohner. Die zentralen Provinzen Bagdad und Babylon sind am dichtesten besiedelt. Etwa 70 % der Bevölkerung sind Araber, 25 % Kurden, 3 % Turkmenen. Weitere Bevölkerungsgruppen sind 2% Chaldoassyrer, Armenier (beide großteils Christen) 2%, im Ausland hat sich allerdings in den letzten Jahren eine große Exilgemeinde Chaldoassyrer etabliert, 1987 stellen sie 9% der Bevölkerung, alleine in den U.S.A leben heute mehr als 500.000. Über 95 % der Bevölkerung ist muslimisch. Davon sind rund 61 % Schiiten und 39 % Sunniten. Neben den beiden Hauptrichtungen des Islam haben sich zahlreiche altorientalische Religionen erhalten (Jesiden, Mandäer). Es gibt Angehörige orientalisch-christlichen Glaubens: Chaldäisch-katholische Kirche, Assyrische Kirche des Ostens, Gregorianer, römische und syrische Katholiken, armenische Christen, Altsyrisch-Orthodoxe usw. (insges. 3 % der Gesamtbevölkerung). In Irak leben außerdem nach den Vertreibungen und Massenmorden u.a. im Rahmen der "Anfal-Kampagne" noch schätzungsweise 2.500 Juden und im Südosten 20.000 - 50.000 Marsch-Araber. Offensichtlich seitens islamistischer Extremisten gibt es Versuche, einen Bürgerkrieg zwischen Schiiten und Sunniten zu entfachen. Sunnitische und Schiitische Religionsführer aber machen eine Teile-und-Herrsche-Politik der USA im Irak für diese Situation verantwortlich.

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte Iraks Der Irak liegt auf dem Gebiet des alten Mesopotamien; hier sind ab dem 4. Jahrtausend v. Chr. einige der frühesten Hochkulturen der Menschheit entstanden (Sumer, Akkad, Babylonien, Mittani, Assyrien), weshalb die Region heute von vielen als Wiege der Zivilisation gesehen wird. Das alte Mesopotamien fiel 539 v. Chr. bei der Unterwerfung Babyloniens an das aufstrebende Alt-Persien unter Kyros. Unter den Achämeniden wurde Mesopotamien zeitweilig in die zwei Satrapien Syria und Assyria aufgeteilt, nach der Eroberung durch alexanders des Großen nach der Schlacht bei Gaugamela 331 wurden beide Satrapien jedoch zu einer neuen Satrapie Mesopotamia zusammengeführt. In diese Zeit fällt die Gründung einer nicht geringen Anzahl griechischer Städte (etwa Apamea, Dura-Europos, Edessa, etc.). Nach der Schlacht von Gaza 312 gerät Mesopotamien unter die Kontrolle des Seleukidenreichs und bleibt fortan für fast zwei Jahrhunderte von weiterem Kriegsgeschehen verschont. In dieser Zeit blühen nicht zuletzt die hellenistischen Stadtgründungen auf. Erst nach dem Tod von Antiochos Sidetes 129 v. Chr. fällt Mesopotamien ganz an die Parther. Ktesiphon wird zur parthischen Hauptstadt, daneben gelangt auch Hatra zu besonderer Bedeutung. Teile Mesopotamiens gelangen zwischen 83 und 69 v. Chr. an Armenien, werden allerdings im Zuge der Römisch-Parthischen Einigung nach der Schlacht bei Karrhai den Parthern zurückgegeben. In der Folgezeit stabilisiert sich der Euphrat als Grenze zwischen Römischer und Parthischer Einflusssphäre. Versuche Trajans, Mesopotamien zwischen 114 und 117 zu annektieren, scheitern zunächst, doch nach dem Partherkriegs des Lucius Verus von 162 bis 165 bleiben größere Teile Mesopotamiens im römischen Einflussbereich. 195 fällt Mesopotamien bis auf die strategisch wichtige Stadt Nisibis wieder an die Parther, wird jedoch von Septimius Severus 197 aber wieder zurückerobert und befestigt. Auch der Wechsel von der dezentral-feudalen Partherherrschaft zum Sassanidenreich bringt zunächst keine grundlegenden Veränderungen mit sich. Erst in der zweiten Hälfte des 3. Jahrhunderts gerät Mesopotamien in den Strudel der Reichskrise und wechselweise unter römische, sassanidische und palmyrenische Kontrolle. Diokletian gelingt es 296/97, die alten Besitzverhältnisse wiederherzustellen. Erst ab 336 beginnt Shapur II., große Teile Mesopotamiens zurückzuerobern. Der gescheiterte Perserfeldzug von Kaiser Julian führt 363 schließlich zum Verlust fast ganz Mesopotamiens und insbesondere von Nisibis. Trotz verschiedener Versuche von beiden Seiten, den Grenzverlauf zu verschieben, bleibt dieser im Wesentlichen unverändert, bis schließlich Mesopotamien und Syrien zwischen 633 und 640 an die Araber fallen. Im 7. Jahrhundert, nach dem Tod Mohammeds, bemächtigten sich die arabischen Muslime des Gebietes (656); Bagdad wurde 762 Hauptstadt des abbasidischen Kalifats (bis 1258). Ab 1055 eroberten die Seldschuken das Land, 1258 die Mongolen (Ilchane), was einen Niedergang von Wirtschaft und Kultur brachte. 1401 wurde Bagdad durch Timur Lenk verwüstet. 1534 fiel das Gebiet des Zweistromlandes an das Osmanische Reich.

20. Jahrhundert

Während des 1. Weltkrieges marschierten britische Truppen und arabische Aufständische gemeinsam ein und besetzten 1917 Bagdad. 1920 löste Großbritannien aus dem ehemaligen osmanischen Reich die Provinzen Bagdad, Mossul und Basra heraus und verschmolz sie zum heutigen Irak. Bei der Festlegung der heutigen Grenzen war Gertrude Bell als Beraterin des Kolonialministers Winston Churchill wesentlich beteiligt. Der Völkerbund sanktionierte diese Maßnahme und übertrug Großbritannien das Mandat über den Irak. Da Großbritannien den Arabern ein souveränes Großarabien versprochen hatte, falls sie sich gegen das osmanische Reich erheben würden, akzeptierten sie den Status als britisches Mandatsgebiet nicht und begannen 1920 einen Aufstand gegen die britische Krone. Bei der drei Monate dauernden Revolte starben nach britischen Schätzungen 8450 Iraker und mehr als 2000 britische Soldaten. Der hohe Blutzoll und die Kosten (40 Millionen Pfund) zur Niederwerfung des Aufstandes erschreckten die britische Regierung. Um die Kosten für die britische Präsenz und gleichzeitig die Araber von neuem Aufruhr abzubringen, setzte die britische Regierung einen arabischen König ein. Am 23. August 1921 wurde Faisal, Sohn des Scherifen Hussein von Mekka, zum König proklamiert. Die Aufnahme des Irak in den Völkerbund erfolgte am 3. Oktober 1932. Die Rechte am Erdöl des Landes teilten Großbritannien, die Niederlande, Frankreich und die USA (je 23,75 %) unter sich auf; 5 % gingen an ein privates Unternehmen. An die irakische Regierung zahlten sie Abgaben, die jedoch nur einen geringen Prozentsatz der Gewinne ausmachten. Dieser Zustand dauerte bis 1958. Unter General Abdel Karim Qasim schlossen sich die so genannten „Freien Offiziere“ zusammen um die britische Kontrolle abzuschütteln. Diese stürzten am 14. Juli 1958 mit Hilfe des Volkes die pro-britische Monarchie (Faisal II. 1935-1958). Die Republik Irak wird proklamiert. Es strömten Hunderttausende Iraker auf die Straßen, um ath-Thawra (die Revolution) zu feiern. Mit Ausrufung der Republik wurden neue politische Verhältnisse geschaffen. Die Monarchie wurde abgeschafft und der Irak trat aus dem mit Türkei, Pakistan und Iran geschlossenen CENTO (Bagdad)-Pakt aus. Innenpolitisch wurde eine Bodenreform durchgeführt und der Irak trat aus dem britischen Sterling-Währungssystem aus. Die ausländischen Ölgesellschaften wurden verstaatlicht und es wurden wirtschaftliche und politische Beziehungen zu den sozialistischen Ländern eingeleitet. Ein Erlass ermöglichte es, dass politische Parteien, berufliche Organisationen gebildet werden konnten. Die Pressefreiheit wurde eingeführt. Ein historischer Schritt war aber der Artikel 3 der provisorischen Verfassung: „Araber und Kurden sind Partner im Irak“. Die Kurden wurden erstmalig ausdrücklich anerkannt. Die demokratischen Prozesse dauerten jedoch nur kurze Zeit an. Bald wurden Zeitungen verboten. Die Entwicklung der neuen Republik Irak wirkte den grundsätzlichen Interessen des Westens entgegen. Die Briten und die USA übten Druck von außen aus. Innenpolitisch wurde Druck von rechtsorientierten, panarabistischen Parteien und Nationalisten ausgeübt. Dazu gehörte auch die Baath-Partei.

Saddam Hussein

Die damals kleine irakische Baath-Partei putschte mit Hilfe von Verschwörern in der irakischen Armee am 8. Februar 1963 gegen Qasim. Qasim wurde erschossen. Der Putsch wurde mit Hilfe der CIA durchgeführt. Als die Baath-Partei an der Macht war, folgten Massenhinrichtungen und willkürliche Verhaftungen, vor allem von Kommunisten und linken Intellektuellen. Der Irak brach jedoch 1967 die Beziehungen zu den USA ab und das Land näherte sich der Sowjetunion an. Besonders nachdem Saddam Hussein 1979 an die Macht gelangt war, kam es zu Menschenrechtsverletzungen. Am 22. September 1980 befahl er der irakischen Armee, den Iran mit neun von insgesamt zwölf Divisionen auf einer 600 km breiten Front anzugreifen. Dies bildete den Auftakt für den fast acht Jahre dauernden Ersten Golfkrieg, der erst 1988 ein Ende fand. Mehrmals setzte der Staat chemische Kampfstoffe ein, sowohl gegen die Kurden im Nordirak als auch gegen Aufstände der schiitischen und restlichen Bevölkerung (u. a. liefen im Zuge des Ersten Golfkriegs mehrfach an der Grenze gelegene Dörfer zum Kriegsgegner Iran über). Im Rahmen der Anfal-Operation 1988 wurden ca. 100.000 Menschen aus dem kurdischen Norden systematisch ermordet. Nach der Besetzung Kuwaits durch den Irak 1990 und der darauf folgenden Wiederbefreiung durch internationale Truppen unter US-Führung (Zweiter Golfkrieg) wurde das Land - auf Druck der USA und Großbritanniens - mit UNO-Sanktionen belegt, was zu internationaler Isolierung und durch die Misswirtschaft mit dem erlaubten Handelsgütern zur Verarmung weiter Teile der Bevölkerung führte. Jedoch wurde dem Irak erlaubt, im Rahmen des Oil for Food-Programms von 1996 bis 2003 Öl im Wert von 64 Milliarden US-$ zu exportieren. Das Geld floss auf ein UNO-Treuhandkonto. Am 8. November 2002 beschloss der UN-Sicherheitsrat auf längeren Druck der USA die bislang 19. Irak-Resolution 1441 mit nicht näher definierten „ernsthaften Konsequenzen“.

Invasion der USA und Verbündeter

Im März und April 2003 begannen die USA und Großbritannien, sowie kleine Verbände Australiens, Italiens, Spaniens, Polens und militärisch unerheblicher Alliierter (Dänemark, Ukraine, Bulgarien, Honduras, El Salvador, Südkorea, Japan) einen völkerrechtlich umstrittenen dritten Golfkrieg gegen den Irak, mit dem Ziel, Saddam Hussein zu stürzen und vermeintliche Massenvernichtungswaffen ausfindig zu machen. Die Iraq-Survey-Group-Kommission kommt in ihrem Endbericht September 2004 zu dem Schluss, dass es im Irak keine Massenvernichtungswaffen gibt. Damit fiel einer der von der US-Regierung offiziell genannten Kriegsgründe weg. Dass Saddam Hussein auch keine Beziehungen zum Terroranschlag des 11. Septembers 2001 in den USA hatte, war schon vorher klar geworden. Statt den Massenvernichtungswaffen hat man aber Massengräber gefunden: Seit Machtantritt der 2003 von US-Truppen gestürzten Baath-Partei gelten bis zu einer Million Iraker als vermisst. Bisher wurden über 300 Massengräber mit mindestens 500.000 Toten im Irak gehoben.

Derzeitige Situation

Baath-Partei Im Mai 2003 erklärte US-Präsident Bush die größeren Kampfhandlungen für beendet. Seitdem sind erheblich mehr US-Soldaten durch Terroranschläge umgekommen als durch die Kriegshandlungen zuvor. Die meisten Opfer findet der Islamistische Terror allerdings unter der Zivilbevölkerung und unter den Vertretern der mehrheitlich von Schiiten und Kurden getragenen irakischen Regierung. Schätzungen zufolge sind zwischen 25.000 und 30.000 Iraker seit Mai 2003 - dem "Ende der großen Kampfhandlungen" - ums Leben gekommen. Einige irakische Quellen gehen sogar von bis zu 60.000 Opfern aus. Etwa 3500 Irakische Sicherheitskräfte wurden seit 2003 von Widerstandskämpfern getötet. Al Qaida verfolgt anscheinend die Strategie, einen Bürgerkrieg zwischen Schiiten und Sunniten