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23. März

23. März

Der 23. März ist der 82. Tag des Gregorianischen Kalenders (der 83. in Schaltjahren) - somit bleiben 283 Tage bis zum Jahresende.

Ereignisse


- 1848 - Unter der Führung von Daniele Manin wird im Zuge der Revolution von 1848/49 (vgl. Märzrevolution) die Unabhängigkeit von Österreich und eine Republik ausgerufen, die sich 1 1/2 Jahre halten kann
- 1919 - Benito Mussolini gründet in Mailand die faschistische Bewegung.
- 1933 - Der Deutsche Reichstag verabschiedet das "Ermächtigungsgesetz", Tags darauf wird es verkündet und tritt damit in Kraft.
- 1956 - Pakistan wird die erste islamische Republik
- 1959 - Aufstand in Tibet gegen die chinesische Vorherrschaft, Flucht des 14. Dalai Lama nach Indien.
- 1966 - Der Bundesparteitag der CDU wählt Ludwig Erhard zum neuen Parteivorsitzenden.
- 1980 - El Salvador. Erzbischof Oscar Arnulfo Romero wird während des Gottesdienstes ermordet.
- 1982 - Guatemala. Militärputsch. General Efraín Ríos Montt wird Staatspräsident.
- 1983 - Der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika Ronald Reagan spricht erstmalig von der Strategic Defense Initiative (SDI)
- 1986 - In Bulgarien wird Georgi Atanasov neuer Regierungschef.
- 1987 - Willy Brandt tritt als Bundesvorsitzender der SPD zurück.
- 1996 - Auf Taiwan werden erstmalig direkte Präsidentenwahlen durchgeführt
- 1996 - Tirana, Albanien. Unterzeichnung des albanisch-griechischen Freundschafts- und Kooperationsvertrags.
- 1999 - In Paraguay wird Vizepräsident Luis Maria Argaña bei einem Attentat erschossen
- 2000 - Ruanda. Rücktritt von Staatspräsident Pasteur Bizimungu
- 2003 - In zwei Referenden stimmen beinahe 90 % der slowenischen Wähler für einen Beitritt zur EU, gut 60 % für einen Beitritt zur NATO.

Wirtschaft


- 1964 - In Genf wird die UNCTAD eröffnet, die Welthandelskonferenz der Vereinten Nationen. In ihr stellen u.a. die in der "Gruppe der 77" organisierten Entwicklungsländer die Forderung nach einer gerechteren Mitwirkung am Welthandel

Wissenschaft und Technik


- 1868 - Der Zusammenschluss zweier Colleges führt zur Gründung der University of California.
- 1900 - Arthur Evans beginnt mit der Ausgrabung des minoischen Knossós.
- 2001 - Die Raumstation Mir wird gezielt zum Absturz gebracht und verglüht über dem Pazifik

Kultur


- 1918 - Uraufführung der Oper Shanewis or The Robin Woman von Charles Wakefield Cadman an der Metropolitan Opera in New York.
- 1927 - Ehm Welks Stück "Gewitter über Gotland" wird an der Berliner Volksbühne uraufgeführt.

Religion


- 1415 - Das Konzil von Konstanz, der größte mittelalterliche Kongreß des Abendlandes, proklamiert die Hoheit Allgemeiner Konzilien über den Papst.

Katastrophen


- 1994 - Nahe dem sibirischen Meschduretschensk stürzt ein Airbus A310 der Aeroflot auf dem Weg von Moskau nach Hong Kong ab, nachdem die Piloten ihre Kinder ans Steuer gelassen haben. Keiner der 75 Insassen überlebt.

Sport


- Einträge im Bereich Formel 1 siehe Formel 1.
- Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden s. u. der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.
- 1979 - Larry Holmes gewinnt den Weltmeistertitel im Schwergewicht gegen Ossie Ocasio im Hilton Hotel, Las Vegas, durch technischen KO.

Geboren


- 1429 - Margarete von Anjou, Königin von England
- 1699 - John Bartram, US-amerikanischer Botaniker
- 1750 - Johannes Matthias Sperger österreichischer Komponist
- 1754 - Jurij Vega, slowenischer Mathematiker in Diensten der kaiserlichen Armee
- 1769 - William Smith, Geologe und Kartograf
- 1811 - Karl Gottfried Wilhelm Taubert, deutscher Komponist
- 1825 - Franz Freiherr von Roggenbach, badischer Politiker
- 1825 - Theodor Bilharz, deutscher Mediziner und Naturwissenschaftler
- 1829 - Norman Robert Pogson, englischer Astronom
- 1831 - Wilhelm Sauer, deutscher Orgelbauer
- 1854 - Ernst Otto Taschenberg, deutscher Naturwissenschaftler und Professor
- 1854 - Victoriano Huerta, mexikanischer General und Präsident
- 1858 - Ludwig Quidde, deutscher Historiker, Politiker und Pazifist, Nobelpreis für Frieden 1927
- 1864 - Hjalmar Borgstrøm, norwegischer Komponist
- 1866 - Emil Fey, österreichischer Politiker
- 1868 - Dietrich Eckart, Publizist und väterlicher Freund Adolf Hitlers
- 1868 - John Carson (Musiker), Country-Musiker
- 1869 - Kurt Floericke, deutscher Naturwissenschaftler und Naturfreund
- 1871 - Maurice Garin, französischer Radrennfahrer
- 1874 - Grantley Goulding, Teilnehmer der ersten Olympischen Sommerspiele 1896 in Athen
- 1874 - Marie Baum, deutsche Sozialpolitikerin
- 1878 - Franz Schreker, österreichischer Komponist und Musikpädagoge
- 1881 - Roger Martin du Gard, französischer Schriftsteller, Nobelpreis für Literatur 1937
- 1881 - Egon Petri, niederländischer Pianist
- 1881 - Hermann Staudinger, deutscher Chemiker, Nobelpreis für Chemie 1953
- 1882 - Emmy Noether, deutsche Mathematikerin
- 1887 - Juan Gris, spanisch-französischer Maler des Kubismus
- 1887 - Rudolf Kinau, niederdeutscher Schriftsteller
- 1887 - Anthony van Hoboken, Musikwissenschaftler und Musiksammler
- 1889 - Yukichi Chuganji, galt eine zeitlang als ältester Mann der Welt
- 1890 - Adolf Julius Merkl, österreichischer Staats- und Verwaltungsrechtler
- 1891 - Johann Heinrich Suhrkamp, gründete 1950 den Suhrkamp Verlag
- 1893 - Oskar Nerlinger, deutscher Maler und Grafiker
- 1899 - Boris Alexandrowitsch Tschagin, russischer Philosoph und Historiker
- 1899 - Louis Adamic, Journalund Schriftsteller
- 1900 - Erich Fromm, US-amerikanischer Psychoanalytiker deutscher Abstammung
- 1900 - Werner Schütz, deutscher Politiker und Kultusminister in Nordrhein-Westfalen
- 1905 - Joan Crawford, US-amerikanische Filmschauspielerin und Sängerin
- 1905 - Lale Andersen, deutsche Sängerin und Schauspielerin
- 1905 - Paul Grimault, französischer Zeichentrickfilmer und Regisseur
- 1906 - Lea Grundig, deutsche Künstlerin
- 1907 - Daniel Bovet, italienischer Pharmakologe, Nobelpreis für Medizin 1957
- 1908 - Joan Crawford, US-amerikanische Filmschauspielerin
- 1909 - Hugo Aufderbeck, katholischer Theologe und Bischof in der DDR
- 1910 - Lale Andersen, deutsche Chansonsängerin und Kabarettistin
- 1910 - Jakob Bender, deutscher Fußballspieler
- 1910 - Akira Kurosawa, japanischer Regisseur
- 1912 - Wernher von Braun, deutsch-US-amerikanischer Raketenkonstrukteur
- 1920 - Arthur Grundmann, deutscher Politiker
- 1921 - Heinz Rox-Schulz, Globetrotter und Abenteurer
- 1921 - Gert Fritz Unger, deutscher Schriftsteller
- 1929 - Roger Bannister, englischer Leichtathlet und Neurologe
- 1931 - Wiktor Lwowitsch Kortschnoi, russischer Schachspieler
- 1937 - Robert Charles Gallo, US-amerikanischer Mikrobiologe
- 1938 - Federica de Cesco, Schweizer Schriftstellerin
- 1940 - Hans Geisler, sächsischer Politiker
- 1942 - Michael Haneke, deutsch-österreichischer Filmemacher
- 1943 - Detlef Dzembritzki, Politiker der SPD und MdB
- 1944 - Michael Nyman, Filmmusikkomponist
- 1951 - Vinci Clodumar, nauruischer Politiker und Botschafter bei den UN
- 1952 - Dave Bartram, britischer Sänger
- 1952 - Kim Stanley Robinson, ist amerikanischer SF-Autor
- 1953 - Chaka Khan, US-amerikanische Sängerin
- 1956 - José Manuel Durão Barroso, portugiesischer Politiker und Präsident der EU-Kommission
- 1956 - Herbert Knaup, deutscher Filmschauspieler
- 1957 - Lucio Gutiérrez, ecuadorianischer Ex-Militär und Politiker
- 1960 - Ludwig Bergsträsser, deutscher Politiker
- 1962 - Günther Paal, österreichischer Kabarettist.
- 1963 - Ana Fidelia Quirot, kubanische Leichtathletin und Olympionikin
- 1968 - Damon Albarn, britischer Sänger der Band Blur
- 1971 - Natascha McElhone, britische Schauspielerin
- 1973 - Jerzy Dudek, polnischer Fußballspieler
- 1977 - Wayne Carpendale, deutscher Schauspieler, Sohn von Howard Carpendale
- 1978 - Nicholle Tom, US-amerikanische Schauspielerin
- 1983 - Sascha Riether, deutscher Fußballspieler

Gestorben


- 1237 - Johann von Brienne, König von Jerusalem
- 1421 - Thomas, Herzog von Clarence, war Prinz des englischen Königshauses
- 1555 - Julius III. (Papst), Papst seit 1550
- 1589 - Martin Cromer, polnischer Geschichtsschreiber, Theologe und Bischof
- 1606 - Justus Lipsius, belgischer Rechtsphilosoph und Philologe
- 1619 - Georg Gotthart, deutscher Eisenkrämer und Dichter
- 1680 - Nicolas Fouquet, französischer Finanzminister unter Ludwig XIV.
- 1730 - Karl von Hessen-Kassel, Landgraf von Hessen-Kassel
- 1747 - Claude Alexandre de Bonneval, französischer Abenteurer
- 1790 - Georg Christian Crollius, deutscher Historiker
- 1818 - Nicolas Isouard, maltesischer Komponist
- 1819 - August von Kotzebue, deutscher Dramatiker
- 1834 - Thomas Robert Malthus, englischer Sozialphilosoph
- 1842 - Stendhal, französischer Schriftsteller
- 1852 - Heinrich Karl Ludwig Bardeleben, deutscher Jurist und Politiker
- 1860 - Francisco Ruiz Tagle, Präsident von Chile
- 1869 - Anton Wilhelm von Zuccalmaglio, deutscher Dichtermusiker
- 1903 - Karl Holub, böhmischer Waffentechniker
- 1911 - Godfried Marschall, Generalvikar, Weihbischof
- 1920 - Nathan Zuntz, deutscher Mediziner jüdischen Glaubens
- 1930 - Elisabeth Altmann-Gottheiner, deutsche Hochschullehrerinnen und Frauenrechtlerin
- 1935 - Alexander Moissi, deutscher Schauspieler
- 1942 - Ludwig von Höhnel, österreichischer Marineoffizier, Afrikaforscher und Geograph
- 1942 - Walter Stahlecker, SS-Brigadeführer und Generalmajor der Polizei
- 1946 - Gilbert Newton Lewis, US-amerikanischer Physikochemiker
- 1947 - Theodor Leipart, deutscher Gewerkschafter mit Kontakt zum Widerstand
- 1948 - Nikolai Alexandrowitsch Berdjajew, russischer Philosoph
- 1953 - Raoul Dufy, französischer Maler und Grafiker
- 1960 - Ludwig Bergsträsser, deutscher Politiker
- 1960 - Said Nursi, islamischer Denker
- 1961 - Heinrich Rau, Mitglied des Politbüros des ZK der SED ind der DDR und Minister
- 1963 - Albert Thoralf Skolem, norwegischer Mathematiker, Logiker und Philosoph
- 1964 - Peter Lorre, US-amerikanischer Filmschauspieler, Drehbuchautor und Filmregisseur
- 1970 - Ludwig Rödl, deutscher Schachmeister
- 1971 - Simon Vestdijk, niederländischen Schriftsteller
- 1972 - Cristóbal Balenciaga, spanischer Modedesigner der Haute Couture
- 1977 - Emile Biayenda, Erzbischof von Brazzaville und Kardinal
- 1980 - Dietrich Keuning, deutscher Politiker
- 1980 - Jacob Miller, US-amerikanischer Musiker
- 1981 - Mike Hailwood, britischer Motorradrennfahrer
- 1984 - Jean Prouvé, französischer Architekt und Designer
- 1985 - Zoot Sims, US-amerikanischer Jazzmusiker
- 1992 - Friedrich Hayek, österreichischer Ökonom und Nobelpreisträger
- 1993 - Hans Werner Richter, deutscher Schriftsteller
- 1994 - Giulietta Masina, italienische Filmschauspielerin
- 2001 - David McTaggart, kanadischer Umweltschützer

Feier- und Gedenktage


- Kirchliche Gedenktage
  - Hl. Turibio von Mongrovejo, Erzbischof von Lima (katholisch)
- Nationalfeiertage
  - Pakistan (Proklamation der Republik von 1956)
- Welttag der Meteorologie (WMO)
- Historische Tage:
  - Römisches Reich - Der fünfte und letzte Tag der Quinquatria, die zu Ehren Minervas gefeiert wurden.
  - Römisches Reich - Tubilustrium, zu Ehren des Mars
  - Altes Lettland - Lieldienas, die zu Ehren von Mara und anderen Göttinnen abgehalten wurden.

Siehe auch


- 22. März - 24. März
- 23. Februar - 23. April
- Historische Jahrestage - Zeitskala
- Wikipedia:Glaskugel - Wikipedia:Formatvorlage Tag 0323 ja:3月23日 ko:3월 23일 simple:March 23 th:23 มีนาคม

Gregorianischer Kalender

Der gregorianische Kalender, benannt nach Papst Gregor XIII., ist der heute in den meisten Teilen der Welt gültige Kalender.

Gregorianische Kalenderreform

Kalender Das erste Konzil von Nizäa bestimmte im Jahre 325, dass das Osterfest immer am ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond nach Frühlings-Anfang (bezogen auf Jerusalem) gefeiert werden sollte. Das astronomische Ereignis des Primar-Äquinoktiums (Frühlings-Tagundnachtgleiche der nördlichen Hälfte unseres Planeten) fand im Konzilsjahr 325 am 21. März statt, und die julianische Schalttagsregelung wurde damals noch nicht als verbesserungsbedürftig erkannt. Der damals gültige julianische Kalender ging von einem mittleren Sonnenjahr von 365,25 Tagen aus und glich die Differenz (bezogen auf 365 Tage) von annähernd 6 Stunden alle vier Jahre durch die Einfügung eines Schalttags aus. Gegenüber dem vom tatsächlichen Gang der Himmelsmechanik astronomisch vorgegebenen Sonnenjahr, das im Jahre 2000 auf 365,242190517 Tage bestimmt wurde -also etwa 365 Tage, 5 Stunden, 48 Minuten und 45,25 Sekunden- war das Jahr des julianischen Kalenders also etwas mehr als 11 Minuten zu lang. Bis ins 16. Jahrhundert, zur Zeit Papst Gregors XIII., hatte sich dieser Fehler so ausgewirkt, dass das Primar-Äquinoktium im Jahr 1582 schon am 11. März stattfand. Diese Verschiebung des Kalenders war jedoch schon längere Zeit vorher offenkundig geworden. Seit dem 14. Jahrhundert wurden immer wieder Vorschläge für eine Kalenderreform unterbreitet – u. a. durch Nikolaus von Kues, Regiomontanus und Nikolaus Kopernikus. Diese waren aber stets abgelehnt worden. Gleichwohl bildeten Kopernikus' Werk De Revolutionibus Orbium Coelestium (»Von den Umdrehungen der Himmelskörper«) sowie die prutenischen Tafeln von Erasmus Reinhold die Basis für die schließlich von Papst Gregor XIII. dekretierte Reform. Um die Frühlings-Tagundnachtgleiche wieder mit dem 21. März in Übereinstimmung zu bringen und Ostern wieder am richtigen Tage feiern zu können, folgte der Papst dem Vorschlag des Mediziners und Hobby-Astronomen Aloisius Lilius und bestimmte, dass im Jahre 1582 zehn Tage übersprungen werden sollten. Daher folgte in einigen römisch-katholischen Ländern auf den 4. Oktober gleich der 15. Oktober – die Abfolge der Wochentage blieb dabei jedoch unverändert. Damit fand das Primar-Äquinoktium dort im Folgejahr 1583 wieder am 21. März statt; die Zeitrechnung innerhalb des Christentums war jedoch nicht mehr einheitlich. Damit war die Ausgangslage, wie sie zur Zeit des Konzils bestand, wieder ungefähr hergestellt. Um ein erneutes Abrücken des 21. März vom Zeitpunkt des Primar-Äquinoktiums für alle Zukunft zu vermeiden, legte der neue gregorianische Kalender die Dauer des mittleren Sonnenjahrs auf 365,2425 statt wie bisher auf 365,25 Tage fest. Diese Verkürzung erfolgte dadurch, dass – abweichend von der Schaltregel des julianischen Kalenders – die Jahre keinen Schalttag haben, deren Zahl zwar ohne Rest durch 100, nicht aber durch 400 geteilt werden kann. Weil bis zur ersten Anwendung dieser neuen Ausnahmeregel im Jahre 1700 noch 117 Jahre vergingen, hat sich der Kalender gegenüber dem astronomischen Ereignis des Primar-Äquinoktiums im Durchschnitt wieder um 1 Tag verrückt. Seither pendelt es zwischen dem 19. und 21. März.

Die Schaltregeln


- Nach der grundsätzlich weiterhin gültigen Julianischen Schaltregel weisen Jahre, deren Zahlen durch 4 dividiert natürliche Zahlen ergeben, im Februar einen 29. Tag (“Schalttag“) auf und umfassen dadurch als Schaltjahre 366 Tage.
- Die Gregorianische Schaltregel bestimmt hiervon drei Ausnahmen : Keine Schaltjahre sind diejenigen Säkular-Jahre (Jahre, deren Zahl am Ende zwei Nullen aufweist), deren Zahl durch 400 dividiert keine natürliche Zahl ergibt.(Deshalb waren die Jahre 1700, 1800 und 1900 keine Schaltjahre, und auch die Jahre 2100, 2200 und 2300 werden keine Schaltjahre sein.) oder:
- Ist die Jahreszahl durch 4 teilbar, aber nicht durch 100, dann ist es ein Schaltjahr mit 366 Tagen. Beispiele: 1980, 1972, 1720.
- Ist die Jahreszahl durch 100 teilbar, aber nicht durch 400, dann ist das Jahr ein gewöhnliches Gemeinjahr und hat nur 365 Tage, z. B. in den Jahren 1700, 1800 und 1900 oder ferner 2100.
- Ist die Jahreszahl durch 400 teilbar, ist das Jahr ein Schaltjahr. Die Jahre 1600 und 2000 waren – in Übereinstimmung mit der Julianischen Schaltregel – Schaltjahre zu 366 Tagen.

Einführung des gregorianischen Kalenders in verschiedenen Ländern

Nur wenige Länder wie Spanien oder Portugal übernahmen den gregorianischen Kalender tatsächlich am 4./15. Oktober 1582. Die meisten römisch-katholischen Länder Europas folgten in den nächsten Jahren, während die protestantischen Länder den neuen Kalender, weil vom Papst dekretiert, zunächst ablehnten. Beispielsweise führten ihn die meisten katholischen Kantone der Schweiz 1584 ein, das Wallis jedoch erst 1655. Dort folgte damals auf den 28. Februar der 11. März. Die evangelischen Territorien des Deutschen Reichs übernahmen den gregorianischen Kalender erst 1700. Auf den 18. Februar folgte dort unmittelbar der 1. März 1700. Zuvor mussten beispielsweise Verträge zwischen katholischen und protestantischen Fürsten mit beiden Daten versehen werden, etwa als 5./15. Oktober 1582. Um die Jahreswende differierten die Jahreszahlen zwischen den Gebieten des alten und neuen Kalenders. Aus dieser Zeit stammt der Ausdruck »zwischen den Jahren« für die Tage nach Weihnachten. Die reformierten Orte der Schweiz folgten ein Jahr später, allerdings mit drei Ausnahmen: Der protestantische Halbkanton Appenzell Ausserrhoden und die protestantischen Teile von Glarus und Graubünden. Der offizielle Übergang zum neuen Kalender sollte dort bis 1812 dauern; der alte Kalender blieb aber noch länger in der Bevölkerung lebendig. Die Appenzeller Silvesterkläuse werden noch immer am 31. Dezember nach dem julianischen Kalender (13. Januar nach dem gregorianischen Kalender) gefeiert. In England (und auch in den späteren USA) wurde der gregorianische Kalender erst in der Nacht vom 2. September auf den 14. September 1752 eingeführt. Die orthodoxen Länder Osteuropas behielten den julianischen Kalender noch bis Anfang des 20. Jahrhunderts bei. Da die Jahre 1700, 1800 und 1900 in Russland Schaltjahre gewesen sind, machte die Abweichung vom gregorianischen Kalender dort mittlerweile 13 Tage aus. Die russische Oktoberrevolution 1917 fiel deshalb nach dem gregorianischen Kalender auf den 7. November. An diesem Tag wurde die Revolution denn auch bis zum Ende der Sowjetunion gefeiert, nachdem Russland 1918 die neue Kalenderrechnung eingeführt hatte. Einige orthodoxe Kirchen (z. B. in Russland und Serbien) begehen ihre feststehenden Feste weiterhin nach dem julianischen Kalender. Ihr Weihnachten (25. Dezember) fällt darum derzeit auf den 7. Januar (greg.). Andere orthodoxe Kirchen (z. B. in Griechenland und Bulgarien) verwenden hierfür den so genannten neo-julianischen Kalender, der bis zum Jahr 2799 dem gregorianischen Kalender entsprechen wird. Alle orthodoxen Kirchen berechnen Ostern und die anderen beweglichen Feste nach dem julianischen Frühlingsanfang sowie nach dem metonischen Vollmond; das Fest fällt daher nur gelegentlich mit dem Osterdatum der westlichen Kirchen zusammen; meist ist es eine, vier, oder fünf Wochen später als im Westen. Als bisher letzter Staat übernahm 1927 die Türkei den gregorianischen Kalender; dort hatte bis dahin der islamische Kalender gegolten. Die nicht zeitgleiche Einführung des gregorianischen Kalenders in den verschiedenen Ländern sorgte für Verwirrung, aber auch für interessante Paradoxa: So sind sowohl William Shakespeare als auch Miguel de Cervantes am 23. April 1616 gestorben, obwohl Shakespeare Cervantes um 11 Tage überlebt hat. Auch die Feiern des Geburtstags von George Washington wurden verschiedentlich am 11. und am 22. Februar ausgerichtet, bis zu einer bundesgesetzlichen Feiertagsregelung.

Charakteristika

Die Regeln des gregorianischen Kalenders führen zu einer durchschnittlichen Länge des Kalenderjahres von 365,2425 Tagen. Das sogenannte tropische Jahr – der zwischen zwei aufeinanderfolgenden Primar-Äquinoktien (Frühlings-Tag-Nachtgleichen) liegende Zeitraum – ist gegenwärtig im Mittel 365,24219879 mittlere Sonnentage lang. Danach ist also auch der gregorianische Kalender im Verhältnis zur astronomischen Wirklichkeit etwas zu lang, nämlich 0,000301 Tage (= 26 Sekunden) pro Jahr. Das bedeutet, dass nach rund 3320 Jahren das Primar-Äquinoktium wieder einen ganzen Tag früher eintreten würde. Sofern bis dahin die christliche Jahreszählung beibehalten wird, würde es sich anbieten, in allen durch 3200 teilbaren Jahren den Schalttag wiederum entfallen zu lassen, wenn auch zu jener Zeit noch die Bindung des Primar-Äquinoktiums an den 21. März gewünscht wird. Der gregorianische Kalender hat eine Periode von 400 Jahren: Nach dieser Zeit wiederholen sich nicht nur der Ablauf der Schalttage und damit die Tages- und Monatszählung, sondern auch die zugehörigen Wochentage. 400 Jahre enthalten nämlich 400×365 + 97 Tage, also 146097 Tage; das sind genau 20871 Wochen; es geht also nach 400 Jahren mit demselben Wochentag weiter. Infolge dieser Periodizität kann ein bestimmtes Datum (Tag und Monat oder nur Tag) nicht gleich häufig auf alle Wochentage fallen. Ausgerechnet der 13. eines beliebigen Monats fällt öfter (nämlich 688mal in 400 Jahren) auf einen Freitag als auf andere Wochentage (Donnerstag und Samstag: 684mal, Montag und Dienstag: 685mal, Sonntag und Mittwoch: 687mal).

Siehe auch


- Julianischer Kalender, Osterdatum
- Umrechnung zwischen julianischem Datum und gregorianischem Kalender, Wochentagsberechnung
- Zeitrechnung, Kalender, Jüdischer Kalender, Christlicher Kalender, Islamischer Kalender, Chinesischer Kalender, v. u. Z., v. d. Z., v. d. Chr., n. d. Chr., v. Chr., n. u. Z., n. d. Z., n. Chr.

Wikipedia-Links zum Themenkomplex Kalender und Zeit

Weblinks


- [http://personal.ecu.edu/MCCARTYR/inter-grav-text.html Papst Gregor XIII: Inter Gravissimas – Die päpstliche Bulle, mit der der gregorianische Kalender verordnet wurde]
- [http://www.fh-friedberg.de/users/boergens/marken/beispiele/kalender.htm Briefmarke: Sondermarke zur Vollendung der ersten Periode des gregorianischen Kalenders]
- [http://www.kalenderlexikon.de 1. deutsches Online-Kalenderlexikon] Kategorie:Kalender als:Gregorianischer Kalender ja:グレゴリオ暦 ko:그레고리력 ms:Kalendar Gregorian simple:Gregorian calendar th:ปฏิทินเกรกอเรียน

1848

Ereignisse


- 24. Januar: Erster Goldfund in Kalifornien, Auslöser des kalifornischen Goldrauschs

Politik


- 20. Januar: Dänemark. König Friedrich VII. verkündet die Einführung der parlamentarischen Monarchie
- 24. Februar: Karl Marx und Friedrich Engels veröffentlichen das Kommunistische Manifest
- 24. Februar: Absetzung des französischen Königs Louis-Philippe von Orléans in der Februarrevolution 1848. Zum zweiten Mal wird die Republik ausgerufen
- März: Märzrevolutionen in Deutschland und anderen europäischen Staaten (siehe auch Forty-Eighters)
- 18. März: Angriff der Kavallerie auf das Volk vor dem Berliner Schloss
- 19. März: Barrikadenbau an der Neuen Königsstraße in Berlin
- 19. März: Straßenschlachten in Berlin. 187 Tote
- 21. März: König Friedrich Wilhelm IV. reitet hinter einer schwarz-rot-goldenen Fahne durch Berlin
- 22. März: Aufbewahrung der Särge gefallener Berliner auf den Stufen des Domes
- 30. März: Einzug des Vorparlaments in die Frankfurter Paulskirche
- 5. April: Brand des Schlosses Waldenburg
- 12. April: Friedrich Hecker und Gustav Struve rufen in Baden die Republik aus
- 18. Mai: Eröffnung des ersten gesamtdeutschen Parlaments in der Frankfurter Paulskirche
- 4. Juni: Gründung der ersten deutschen Reichsmarine
- 14. Juni: Sturm auf das Berliner Zeughaus
- 14. Juni: Die deutsche Nationalversammlung in der Frankfurter Paulskirche beschließt im Krieg gegen Dänemark die Aufstellung einer Reichsflotte als erste gesamtdeutsche Marine
- 11. Juli: Einzug des Reichsverwesers Erzherzog Johann in Frankfurt
- 12. September: Die Schweiz konstituiert sich als parlamentarischer Bundesstaat
- 18. September: Angriff der Republikaner auf das in der Frankfurter Paulskirche tagende National-Parlament
- 6. Oktober: Der Wiener Oktoberaufstand 1848 bricht los, als Truppenteile meutern
- 16. Oktober: Berliner Bürgerwehr schießt auf aufständische Arbeiter
- 14. November: Gewaltsame Auflösung der preußischen Nationalversammlung
- 16. November: Erste Bundesratswahlen in der Schweiz und Jonas Furrer wird erster Bundespräsident
- 2. Dezember: Franz Joseph I. wird Kaiser von Österreich
- 28. Dezember: Verkündung der Grundrechte des deutschen Volkes im Reichs-Gesetz-Blatt
- Die zweite französische Republik wird gegründet
- Nach dem mexikanisch-amerikanischen Krieg (1846–1848) verliert Mexiko rund ein Drittel seines Staatgebiets (Kalifornien, New Mexiko, Arizona, Nevada, Utah sowie Teile von Colorado, Wyoming und Kansas) an die USA

Wirtschaft


- Der Münchener Bierkrieg. Bürger wehren sich gegen überhöhte Bierpreise : Um die Jahrhundertwende entstanden regional immer wieder Zwistigkeiten um Bierpreise, Verbreitung von Bier und Ausschankgenehmigungen. Deshalb bezeichnet man solche „Ereignisse“ als „Bierkriege“, bei denen es darum ging, Preise zu definieren oder den Ausschank auswärtiger Biere zuzulassen.

Wissenschaft und Technik

Kultur


- 18. März: In Venedig wird die Oper „Allan Cameron“ von Giovanni Pacini im Teatro La Fenice uraufgeführt
- 16. Juni: Uraufführung der Oper L’Apparition von François Benoist in Paris
- 11. November: Uraufführung der komischen Oper Le Val d’Andorre von Fromental Halévy an der Opéra-Comique in Paris
- 30. November: Uraufführung der Oper Poliuto von Gaetano Donizetti am Teatro di S. Carlo, in Neapel

Sport


- 2. April: Gründung des Deutschen Turnerbundes auf dem 1. Deutschen Turnertag in Hanau
- 1. Juli: Gründung des VfL Bochum 1848 e. V.

Geboren


- 16. Januar: Otto Techow, Architekt († 1919)
- 19. Januar: Matthew Webb, erster Mensch, der den Ärmelkanal durchschwamm († 1883)
- 27. Januar: Heihachiro Togo, japanischer Admiral († 1934)
- 5. Februar: Belle Starr, Räuberbraut († 1889)
- 5. Februar: Joris-Karl Huysmans, französischer Schriftsteller der Décadence († 1907)
- 16. Februar: Hugo de Vries, niederländischer Biologe († 1935)
- 22. Februar: Karl Grillenberger, Sozialdemokrat, Nürnberger Arbeiterführer († 1897)
- 25. Februar: Wilhelm II., König von Württemberg († 1921)
- 8. März: Karl von Amira, deutscher Rechtshistoriker († 1930)
- 19. März: Wyatt Earp, Revolvermann im Wilden Westen († 1929)
- 4. April: Hermann Fürst von Hatzfeldt, preußischer Politiker und Beamter († 1933)
- 8. April: Josef Schantl, Musiker, Hornist († 1902)
- 9. April: Helene Lange, deutsche Pädagogin und Frauenrechtlerin († 1930)
- 13. April: Oskar Lenz, deutsch-österreichischer Afrikaforscher, Mineraloge und Geologe († 1925)
- 20. April: Kurd Laßwitz, deutscher Science-Fiction-Autor († 1910)
- 21. April: Carl Stumpf, Philosoph und Psychologe († 1936)
- 27. April: Johann Desch, deutscher Kleiderfabrikant († 1920)
- 27. April: Otto I. (Bayern), König von Bayern († 1916)
- 3. Mai: Otto Bütschli, deutscher Zoologe († 1920)
- 11. Mai: Wilhelm Windelband, deutscher Philosoph († 1915)
- 14. Mai: Wilhelm Merton, Gründer der Metallgesellschaft in Frankfurt am Main († 1916)
- 15. Mai: Carl Wernicke, deutscher Psychiater († 1905)
- 17. Mai: Tony Schumacher, deutsche Kinderbuchautorin († 1931)
- 22. Mai: Fritz von Uhde, deutscher Maler († 1911)
- 23. Mai: Ernst von Ihne, deutscher Architekt und Baumeister († 1917)
- 23. Mai: Otto Lilienthal, deutscher Pionier des Gleit- und Muskelkraftflugs († 1896)
- 25. Mai: Helmuth Johannes Ludwig von Moltke, preußischer General († 1916)
- 7. Juni: Paul Gauguin, französischer Maler († 1903)
- 8. Juni: Johann Focke, Syndicus des Bremer Senats und Museumsgründer († 1922)
- 26. Juni: Henri Lioret, französischer Uhrmacher und Erfinder († 1905)
- 3. Juli: Lothar von Trotha, deutscher General der Infanterie († 1920)
- 15. Juli: Vilfredo Pareto, italienischer Soziologe († 1923)
- 25. Juli: Arthur Balfour, 1. Earl of Balfour, britischer Premierminister († 1930)
- 27. Juli: Loránd Eötvös, ungarischer Kultus- und Unterrichtsminister († 1919)
- 19. August: Gustave Caillebotte, französischer Maler und Kunstsammler († 1894)
- 21. August: Paul Pierre Henry, französischer Optiker und Astronom († 1905)
- 21. August: Max Liebermann von Sonnenberg, deutscher Offizier, Abgeordneter und Publizist († 1911)
- 30. August: Gustav Haarmann, deutscher Politiker († 1911)
- 1. September: Auguste Forel, Psychiater und Entomologe († 1931)
- 4. September: Heinrich Bruns, deutscher Mathematiker und Astronom († 1919)
- 7. September: Berta Behrens, deutsche Schriftstellerin († 1912)
- 14. September: Adolf Albin, Schachmeister und Theoretiker aus Rumänien († 1920)
- 5. Oktober: Alexander Kisch, Rabbiner († 1917)
- 5. Oktober: Guido von List, okkulter Autor und Begründer der Ariosophie († 1919)
- 25. Oktober: Karl Emil Franzos, österreichischer Novellist, Publizist, Romancier und Herausgeber († 1904)
- 30. Oktober: Sinowi Petrowitsch Roschestwenski, russischer Admiral († 1909)
- 1. November: Jules Bastien-Lepage, französischer Maler († 1884)
- 8. November: Gottlob Frege, deutscher Mathematiker, Logiker und Philosoph († 1925)
- 11. November: Hans Delbrück, deutscher Historiker und Politiker († 1929)
- 12. November: Eduard Müller, von Nidau BE, schweizerischer Politiker († 1919)
- 27. November: Henry Augustus Rowland, Physiker († 1901)
- 6. Dezember: Johann Palisa, österreichischer Astronom († 1925)
- 9. Dezember: Gabriel von Seidl, deutscher Architekt und Vertreter des Historismus († 1913)
- 22. Dezember: Ulrich von Wilamowitz-Moellendorff, deutscher Altphilologe († 1931)

Gestorben


- 7. Januar: Johann David Gruschwitz, deutscher Textilindustrieller (
- 1776)
- 9. Januar: Caroline Herschel, deutsche Astronomin (
- 1750)
- 12. Januar: Karl Friedrich von dem Knesebeck, preußischer Generalfeldmarschall (
- 1768)
- 20. Januar: Christian VIII. (Dänemark), König von Dänemark (
- 1786)
- 21. Januar: John Vincent, britischer General (
- 1764)
- 29. Januar: Joseph Görres, deutscher Gymnasial- und Hochschullehrer und katholischer Publizist (
- 1776)
- 23. Februar: John Q. Adams, US-amerikanischer Politiker, 6. Präsident der USA (
- 1767)
- 23. Februar: Wilhelmine Reichard, erste Ballonfahrerin Deutschlands (
- 1788)
- 3. März: Heinrich Olivier, deutscher Maler (
- 1783)
- 29. März: Carl Amandus Kühn, deutscher Geologe und Verfechter des Neptunismus (
- 1783)
- 29. März: Johann Jakob Astor, reichster Mann seiner Zeit in Amerika (
- 1763)
- 8. April: Gaetano Donizetti, italienischer Komponist (
- 1797)
- 11. April: Louis Adam, französischer Komponist und Klaviervirtuose (
- 1758)
- 3. Mai: Hans Ernst Karl Graf von Zieten, preußischer Generalfeldmarschall (
- 1770)
- 10. Mai: Caspar von Geismar, rettete die Stadt Weimar vor Zerstörung und Plünderung durch die abziehenden Truppen Napoleons. (
- 1783)
- 21. Mai: Feliks Janiewicz, polinischer Komponist und Violinist (
- 1762)
- 24. Mai: Annette von Droste-Hülshoff, deutsche Schriftstellerin (
- 1797)
- 27. Juni: Heinrich Zschokke, deutsch-schweizerischer Schriftsteller, Pädagoge und Politiker (
- 1771)
- 4. Juli: François-René de Chateaubriand, französischer Schriftsteller und Diplomat (
- 1768)
- 6. Juli: Karl Godulla, deutscher Großindustrieller (
- 1781)
- 2. August: Frederick Marryat, englischer Marineoffizier und Schriftsteller (
- 1792)
- 5. August: Niccolo Vaccai, italienischer Komponist (
- 1790)
- 7. August: Jöns Jakob Berzelius, schwedischer Chemiker (
- 1779)
- 12. August: George Stephenson, britischer Ingenieur (
- 1781)
- 22. September: James Dunlop, Astronom (
- 1793)
- 4. Oktober: Peter Friedrich Engstfeld, Organist und Kirchenlieddichter (
- 1793)
- 9. November: Robert Blum, deutscher Politiker der Märzrevolution (
- 1807)
- 10. November: Ibrahim Pascha, ägyptischer General (
- 1789)
- 14. November: Ludwig Schwanthaler, deutscher Bildhauer (
- 1802)
- 24. November: William Lamb, 2. Viscount Melbourne, britischer Innenminister und Premierminister (
- 1779)
- 18. Dezember: Bernard Bolzano, Philosoph, Theologe und Mathematiker (
- 1781)
- 19. Dezember: Emily Brontë, britische Schriftstellerin (
- 1818)
- 30. Dezember: Peter Leopold Kaiser, Bischof von Mainz (
- 1788) ko:1848년 nb:1848 simple:1848

Märzrevolution

Als Märzrevolution (auch: Deutsche Revolution) werden die revolutionären Ereignisse bezeichnet, die sich zwischen März 1848 und Spätsommer 1849 in den Staaten des Deutschen Bundes und den zu Preußen und Österreich gehörenden Gebieten außerhalb des Bundes ereigneten. Sie waren Teil der bürgerlich-demokratischen und nationalen Erhebungen, die damals in weiten Teilen Mitteleuropas ausgelöst wurden. Bereits im Januar 1848 hatten sich italienische Revolutionäre gegen die Herrschaft der österreichischen Habsburger im Norden der Apenninen-Halbinsel und der spanischen Bourbonen im Süden erhoben. Nach Beginn der französischen Februarrevolution wurden auch die deutschen Länder Teil dieser Erhebungen gegen die herrschenden Mächte der Restauration. In den deutschen Fürstentümern nahm die Revolution ihren Anfang im Großherzogtum Baden und griff innerhalb weniger Wochen auf die übrigen Staaten des Bundes über. Sie erzwang von Berlin bis Wien die Berufung liberaler Regierungen und die Durchführung von Wahlen zu einer verfassungsgebenden Nationalversammlung, die in Frankfurt am Main in der Paulskirche (Paulskirchenparlament) zusammentrat. Bis Juli 1849 wurde der erste Versuch, einen demokratisch verfassten, einheitlichen deutschen Nationalstaat zu schaffen, von überwiegend preußischen und österreichischen Truppen gewaltsam niedergeschlagen.

Einleitung: Interessengruppen, historische Einordnung und Bedeutung für Mitteleuropa

Die Revolutionäre in den deutschen Staaten strebten politische Freiheiten im Sinne demokratischer Reformen und die nationale Einigung Deutschlands an. Sie vertraten vor allem die Ideen des Liberalismus. Dieser spaltete sich jedoch im weiteren Revolutionsverlauf und danach zunehmend in verschiedene, sich auch widersprechende Richtungen auf. Stark an den revolutionären Aktivitäten und Aufständen vor Ort beteiligt waren auch Kreise mit radikaldemokratischen, sozialrevolutionären, frühsozialistischen bis hin zu anarchistischen Zielvorstellungen. Diese setzten sich aber in den bestimmenden Gremien und Parlamenten der Revolution nicht durch. Außerhalb des Deutschen Bundes strebten Länder und Regionen, die dem Habsburgerreich Österreich angegliedert waren, die Unabhängigkeit von dessen Vorherrschaft an. Dazu gehörten Ungarn, Böhmen, die polnischen Provinzen sowie die oberitalienischen Städte und Provinzen. Zudem strebten die Revolutionäre im polnischen Posen die Loslösung von der preußischen Herrschaft an. In den meisten dieser Staaten wurde die Revolution spätestens 1849 niedergeschlagen. In Frankreich hielt sich die Republik bis 1851/52. Nur in den Königreichen Dänemark und Sardinien-Piemont überdauerten Revolutionserfolge längere Zeit: So hielten sich dort beispielsweise die durchgesetzten Verfassungsänderungen in Konstitutionelle Monarchien auch bis ins 20. Jahrhundert hinein. Die sardinische Verfassung wurde zur Grundlage für das 1861 durchgesetzte Königreich Italien (vgl. Risorgimento). Von den mächtigen europäischen Staaten blieben durch diese Ereignisse nur England, Spanien und Russland unberührt (bei letzterem abgesehen von der Beteiligung russischen Militärs an der Niederschlagung des ungarischen Aufstands gegen Österreich 1849). Obwohl die Märzrevolution mit ihren grundsätzlichen Veränderungsanliegen scheiterte und in eine Periode der politischen Reaktion mündete, setzte sich mit ihr in der historischen Betrachtung das wohlhabende Bürgertum durch und wurde endgültig zu einem politisch und wirtschaftlich einflussreichen Machtfaktor neben der Aristokratie. Spätestens ab 1848 wurde die Bourgeoisie, im engeren Sinn das Großbürgertum, zur ökonomisch herrschenden Klasse der Gesellschaften Zentraleuropas. Begonnen hatte dieser Aufstieg mit den politischen und sozialen Kämpfen seit der französischen Revolution von 1789. Die Revolutionen von 1848/49 prägten die politische Kultur und das pluralistische Demokratieverständnis der meisten Staaten Zentraleuropas in der Moderne langfristig und nachhaltig: bis heute besonders in Deutschland, Österreich, Frankreich, Italien, Ungarn, Polen, Dänemark, der Tschechoslowakei bzw. im heutigen Tschechien und der Slowakei. Mit diesen Ereignissen begann der Siegeszug der bürgerlichen Demokratie, der auf lange Sicht die spätere historische, politische und soziale Entwicklung fast ganz Europas bestimmte. Auch gab die Märzrevolution in zwischenstaatlichen Grundzügen zusätzlich zu vorherigen, in der Aufklärung begründeten Entwicklungen, einige ideelle Impulse für die Entwicklung der Europäischen Union (EU) im späten 20. Jahrhundert. So vertrat der italienische Revolutionär Giuseppe Mazzini schon vor den revolutionären Wirren um 1848 ein „Europa der Völker“. Er stellte diese Utopie gegen das Europa der autoritären Fürstentümer und nahm damit eine politisch-soziale Grundidee der EU vorweg. Mazzinis entsprechende Ideen waren bereits 1834 von einigen idealistischen jungen Deutschen, unter ihnen Carl Theodor Barth, im Geheimbund Junges Deutschland aufgegriffen worden. Von deren Idealen war oft auch die Aufbruchstimmung zu Beginn der Märzrevolution geprägt, als vielerorts auch bei der revolutionären Basis von einem „Internationalen Völkerfrühling“ die Rede war.

Vorgeschichte und Ursachen der Revolution

Wirtschaftliche und soziale Hintergründe

Ein unmittelbarer Vorbote der Märzrevolution im damaligen „Deutschland“ war das Krisenjahr 1847, dem eine schwere Missernte 1846 vorausging. In den deutschen Staaten bedeutete dies eine Verteuerung der Lebensmittel, daraus folgend Hungersnöte und Hungerrevolten in fast allen deutschen Staaten und Regionen. Viele auch ärmere vom Pauperismus (vorindustrielle Massenarmut) betroffene Bevölkerungsschichten wie Arbeiter, verarmte Handwerker, Landarbeiter usw. schlossen sich bedingt durch ihre soziale Not daraufhin zunehmend den Forderungen demokratisch und liberal gesinnter Kreise an. Eine weitere Folge der Krise war außerdem die Abnahme der Kaufkraft bei Industrieprodukten, hier besonders Textilwaren, und daraus resultierend u.a. ein Niedergang des noch stark handwerklich dominierten Textilgewerbes (Textilindustrie). Der Niedergang des deutschen Textilgewerbes, das in den deutschen Ländern noch von minimal bezahlter Heimarbeit vieler Familien für wenige reiche Unternehmer und Grundbesitzer geprägt war; und allgemein die Krise des Handwerks, war auch bedingt durch die fortschreitende industrielle Revolution in Europa, die schon seit Mitte des 18. Jahrhunderts durch neue technische Erfindungen und Entwicklungen von England ausgehend nach und nach die sozialen, wirtschaftlichen und industriellen Verhältnisse auf dem ganzen Kontinent grundlegend veränderte. Die noch vorherrschende Agrarwirtschaft ging langsam zurück. Immer mehr Menschen suchten in den schnell wachsenden Städten Arbeit in Manufakturen und den neu entstehenden Fabriken, wo durch rationellere Massenproduktion viele Produkte billiger hergestellt werden konnten. Eine neue Bevölkerungsschicht, das Proletariat (die abhängig beschäftigte Arbeiterklasse), wuchs rasch an. Die Arbeits- und Lebensbedingungen in den Industriebetrieben und deren Umfeld waren im 19. Jahrhundert in der Regel katastrophal. Die meisten Arbeiter lebten in den Ghettos und Slums der Städte am Rande des Existenzminimums oder oft auch darunter, von Arbeitslosigkeit bedroht und ohne soziale Absicherung. Schon Jahre vor der Märzrevolution war es immer wieder auch zu kleineren regional begrenzten Aufständen gegen Industriebarone gekommen. So war etwa der Weberaufstand vom Juni 1844 in Schlesien, eine Hungerrevolte der Weber aus Langenbielau und Peterswaldau, der erste überregional bedeutsame Aufstand des deutschen Proletariats in Folge der sozialen Not, die durch die Industrialisierung verursacht war. Der Aufstand wurde jedoch schon nach wenigen Tagen durch preussisches Militär niedergeschlagen. Auch das wohlhabendere Bürgertum sah sich zunehmend in seiner wirtschaftlichen Entwicklung eingeschränkt. Durch die Zollpolitik der Fürstentümer waren die Möglichkeiten des freien Handels stark begrenzt. Forderungen nach einer Liberalisierung der Wirtschaft und des Handels waren in den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts auch in den deutschen Staaten immer lauter geworden. 1834 wurde der Deutsche Zollverein gegründet, wodurch der Handel in den deutschen Ländern vereinfacht wurde. Es war daraufhin Ende der 1830er Jahre auch insgesamt zu einem gewissen wirtschaftlichen Aufschwung gekommen. Jedoch veränderte sich an der sozialen Not der ärmeren Schichten der Bevölkerung kaum etwas.

Politische Hintergründe

Ein wesentliches Ziel der Märzrevolution war die Überwindung der Restaurationspolitik in den Jahren des Vormärz, der Zeit zwischen dem Wiener Kongress 1815 und dem Beginn der Märzrevolution 1848. Wiener Kongress Einer der bedeutendsten Verfechter der politischen Restauration war der reaktionäre österreichische Diplomat und Staatskanzler Fürst Klemens Wenzel von Metternich. Die Politik der Restauration, die auf dem Wiener Kongress am 9. Juni 1815, - noch unmittelbar vor der endgültigen Niederlage Napoléon Bonapartes bei der Schlacht von Waterloo (18. Juni 1815), - von den meisten europäischen Staaten beschlossen wurde, sollte innenpolitisch und zwischenstaatlich die politischen Machtverhältnisse des „Ancien Régime“ in Europa wiederherstellen, wie sie vor der französischen Revolution von 1789 geherrscht hatten. Dies bedeutete Vorherrschaft des Adels und Wiederherstellung seiner Privilegien. Weiterhin sollte die napoleonische Neuordnung Europas, die mit dem Code Civil auch bürgerliche Rechte etabliert hatte, rückgängig gemacht werden. Innenpolitisch wurden im Zuge der Restauration Zensurmaßnahmen verschärft, die Pressefreiheit stark eingeschränkt. Die Werke des literarischen Jungen Deutschland, einer Gruppe junger revolutionär und nicht immer unbedingt auch nationalistisch eingestellter Schriftsteller und Dichter wie Heinrich Heine, Georg Herwegh, Georg Büchner (der mit der Flugschrift der Hessische Landbote die Parole Friede den Hütten, Krieg den Palästen verbreitete) oder von Heinrich Hoffmann von Fallersleben (dem Textverfasser des Deutschlandlieds), wurden zensiert oder verboten, und allgemein Forderungen nach liberalen Reformen oder nach nationaler Einigung unterdrückt. Die studentischen Burschenschaften waren zu dieser Zeit vor allem Träger der Forderung nach nationaler Einigung und nach demokratischen Rechten. Bereits im Oktober 1817 hatten sie bei einer größeren Demonstration aus Anlass des vierten Jahrestags der Völkerschlacht bei Leipzig und des 300ten Jahrestags der Lutherischen Reformation in der Nähe der Wartburg, dem so genannten Wartburgfest, vehement die Forderung nach der Deutschen Einheit vertreten. Dabei kam es auch zu einer öffentlichen Bücherverbrennung, als eine Minderheit der Demonstranten Werke so genannter „undeutscher“, als reaktionär bezeichneter Schriftsteller, darunter zum Beispiel August von Kotzebues „Deutsche Geschichte“ verbrannte. Heinrich Heine, selbst ein demokratisch gesinnter, dem Nationalismus der Burschenschaften jedoch zunehmend reserviert gegenüberstehender Dichter des Vormärz, kommentierte diesen Akt kritisch mit seinem berühmt gewordenen Satz Dort, wo man Bücher verbrennt, verbrennt man am Ende gar auch Menschen. Entsprechende vom Wartburgfest inspirierte Aktivitäten machten die staatlichen Behörden auf die Burschenschaften aufmerksam, die darauf zunehmenden Repressionen ausgesetzt waren. Gesetzesform erhielten diese Repressionen 1819 als Karlsbader Beschlüsse, die eine Reaktion auf die Ermordung des Dichters August von Kotzebue durch den radikaldemokratischen und nationalistischen Burschenschafter Karl Ludwig Sand waren. Trotz Verbot und Verfolgung blieben Mitglieder der Burschenschaften oft im Untergrund aktiv. Teilweise wurden scheinbar unpolitische Tarnorganisationen auf- und ausgebaut wie etwa die Turnerbewegung des Turnvater Jahn, wo weiterhin liberale und nationale Ideen gepflegt wurden. Allerdings waren in diesen Gruppierungen auch antisemitische Ressentiments relativ stark verbreitet. Die Julirevolution von 1830 in Frankreich, in der das reaktionäre Königshaus der Bourbonen unter Karl X. gestürzt worden war und die bürgerlich-liberalen Kräfte den Bürgerkönig Louis Philippe von Orleans eingesetzt hatten, gab auch den liberalen Kräften in Deutschland und anderen Regionen Europas neuen Auftrieb. So war es schon 1830 zu regional begrenzten Aufständen gekommen, wie zum Beispiel in Braunschweig, Kurhessen, im Königreich Sachsen und in Hannover, die teilweise zu Verfassungen in den jeweiligen Staaten geführt hatten. Auch in den italienischen Staaten sowie den polnischen Provinzen Österreichs, Preußens und Russlands (Kongresspolen) hatte es 1830 Aufstände mit dem Ziel einer nationalstaatlichen Autonomie gegeben. Autonomie Insgesamt blieb das Metternichsche System jedoch zunächst erhalten, auch wenn sich überall Risse zeigten. So war es auch nach den Karlsbader Beschlüssen trotz der „Demagogenverfolgung“ zu weiteren dem Wartburgfest ähnlichen spektakulären Versammlungen gekommen, wie etwa dem Hambacher Fest 1832, bei dem demonstrativ die republikanischen schwarz-rot-goldenen Fahnen gezeigt wurden. Der Frankfurter Wachensturm am 3. April 1833 bildete bereits einen ersten Versuch von etwa 50 Studenten, eine gesamtdeutsche Revolution auszulösen. Die Aktion hatte sich gegen den Sitz des deutschen Bundestags gerichtet, der von den Demokraten als Instrument der Restaurationspolitik betrachtet wurde. Nach der Erstürmung der beiden Frankfurter Polizeiwachen wollten die Aufständischen die Gesandten der Fürsten im Bundestag gefangen nehmen und damit das Fanal zu einer gesamtdeutschen Erhebung setzen. Die Aktion, die schon im Vorfeld verraten worden war, scheiterte jedoch schon im Ansatz nach einem Schusswechsel, bei dem es einige Tote und Verletzte gegeben hatte.

Verlauf der Revolution - Einführung und chronologischer Gesamtüberblick

Ausgelöst wurde die Märzrevolution von der Februarrevolution 1848 in Frankreich, von wo aus der revolutionäre Funke schnell auf die angrenzenden deutschen Staaten übersprang. Die Ereignisse in Frankreich, wo es gelang, den inzwischen vom Liberalismus zusehends abgekommenen Bürgerkönig Louis Philippe abzusetzen, und schließlich die zweite Republik auszurufen, setzten europaweit über den relativ kurzen Zeitraum von 1 1/2 Jahren revolutionäre Umwälzungen in Gang. Einige Zentren der Revolution waren nach Frankreich: Baden, Preußen, Österreich, Oberitalien, Ungarn, Bayern und Sachsen. Aber auch in anderen Staaten und Fürstentümern kam es zu Aufständen und Volksversammlungen, bei denen die revolutionären Forderungen artikuliert wurden. Im Königreich Dänemark führten die revolutionären Ereignisse 1849 zu einer neuen Verfassung, in der die konstitutionelle Monarchie und ein Zwei-Kammer-Parlament mit allgemeinem Wahlrecht eingeführt wurden. In manchen Ländern des deutschen Bundes, wo die Fürsten relativ schnell einlenkten und nachgaben (zum Beispiel im Königreich Württemberg, in Hessen-Darmstadt oder in Hannover), kam es bald zur Errichtung von liberalen so genannten „Märzministerien“, die teilweise den Forderungen der Revolutionäre nachkamen (zum Beispiel Einrichtung von Schwurgerichten, Abschaffung der Pressezensur, Bauernbefreiung). Oftmals blieb es aber auch nur bei bloßen Versprechungen. In diesen letztgenannten Ländern nahm die Revolution wegen der frühen Zugeständnisse einen einigermaßen friedlichen Verlauf. Bereits ab Mai/Juni 1848 setzten verstärkt restaurative Aktivitäten der herrschenden Fürstenhäuser ein, die die Aufständischen in den Staaten des Deutschen Bundes zunehmend in die Defensive drängten. Dabei bildete die Niederschlagung des Pariser Juniaufstands im weiteren Verlauf der französischen Februarrevolution ein entscheidendes Ereignis für das Einsetzen der Konterrevolution auch in den anderen europäischen Staaten. Der Juniaufstand der Pariser Arbeiter gilt historisch auch als Markierungspunkt für die Spaltung zwischen revolutionärem Proletariat und Bürgertum. Ein chronologischer Verlauf der Revolution in ihrer Gesamtheit ist schwer zu erfassen, da die Ereignisse sich nicht immer eindeutig aufeinander beziehen lassen, Entscheidungen auf unterschiedlichen Ebenen und an unterschiedlichen Orten mal nahezu zeitgleich, mal zu verschiedenen Zeitpunkten getroffen und wieder revidiert wurden.

Zeittafel

Revolution Vorrevolutionäre Entwicklung
- 18. September 1814 bis 9. Juni 1815: Wiener Kongress - Die beschlossenene „Neuordnung“ Europas leitet die Restaurationspolitik ein. Damit beginnt die Phase des politischen „Vormärz
- 18. Oktober 1817: Auf dem Wartburgfest wird die deutsche Einheit gefordert
- 20. September 1819: In Folge des Mordes am Dichter August von Kotzebue leiten die Karlsbader Beschlüsse gesetzliche Repressionen gegen demokratische und nationale Bestrebungen der Burschenschaften und anderer oppositioneller Kreise ein: z. B. durch Verbote demokratischer Gruppen und Vereine, Pressezensur u.a.
- Juli 1830: Die Julirevolution in Frankreich löst auch in den Staaten des Deutschen Bundes einige regional begrenzte Aufstände aus
- 27. Mai 1832: Beim Hambacher Fest werden erneut Forderungen nach einem geeinten Deutschland und nach demokratischen Rechten erhoben
- 3. April 1833: Beim Frankfurter Wachensturm scheitert der Versuch einer revolutionären gesamtdeutschen Erhebung
- Juni 1844: Weberaufstand in Schlesien in Folge zunehmender sozialer Not
- 10. Oktober 1847: Bei der Heppenheimer Tagung wird das politische Programm der gemäßigten Liberalen formuliert. Übergangsphase zur Märzrevolution ab Januar 1848 (europäischer Kontext)
- Januar 1848: Italienische Fürstentümer: Nationalrevolutionäre Aufstände gegen die Herrschaft der spanischen Bourbonen in Süditalien (Sizilien) und gegen die der Österreicher in Norditalien (Mailand, Padua und Brescia) leiten die gesamteuropäische Phase der Revolutionen von 1848/49 ein
- 24. Februar 1848: Beginn der Februarrevolution 1848 in Frankreich. Ausrufung der 2. Republik. Ministerpräsident Francois Guizot tritt zurück. Bürgerkönig Louis Philippe dankt ab und geht ins Exil nach England.
- 27. Februar 1848: Inspiriert von der Februarrevolution in Frankreich nimmt eine Volksversammlung in Mannheim/Baden wichtige Forderungen der Märzrevolution in den Staaten des Deutschen Bundes vorweg. Revolutionäre Entwicklung ab März 1848 im Deutschen Bund und den österreichischen und preußischen Provinzen (einschließlich der Gegenrevolution)
- 1848:
  - 1. März: Beginn der Märzrevolution in Baden mit der Besetzung des Ständehauses des badischen Landtags in Karlsruhe
  - 4. März: Beginn der Märzrevolution in Bayern mit Aufständen in München
  - 5. März: Die Heidelberger Versammlung lädt zum Vorparlament
  - 6. März: Beginn der Märzrevolution in Preußen mit ersten Unruhen in Berlin
  - 13. März: Beginn der Märzrevolution in Wien mit dem Sturm auf das Ständehaus; Rücktritt des Staatskanzlers Fürst Metternich, der nach England emigriert
  - 17. März: Mailand erklärt die Loslösung der Lombardei von Österreich und ihren Anschluss ans Königreich Sardinien-Piemont
  - 18. März: Berlin: Bei der Verlesung eines königlichen Patents zu Reformen in Preußen kommt es zu bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen protestierenden Bürgern und Militär. Die genaue Ursache dieses Konflikts ist historisch nicht zu klären. Tatsache ist, dass während der Verlesung des Patents nach anfänglich friedlicher Stimmung sozialrevolutionäre Parolen laut wurden. In diesem Zusammenhang soll sich ein Schuss gelöst haben, wobei unklar ist, ob es sich um den gezielten Waffeneinsatz gegen Demonstranten oder um die Panikhandlung eines bedrängten Soldaten handelte. Folge war ein Umschlagen der zuvor mehrheitlich positiven Stimmung der Demonstranten und der nunmehr gezielte Einsatz von Militär. Daran anschließende heftige Straßen- und Barrikadenkämpfe fordern mehrere hundert Tote.
  - 20. März: Abdankung des bayerischen Königs Ludwig I. zugunsten seines Sohnes Maximilian II. in Folge der Unruhen in München und anderen Städten Bayerns
  - 23. März: Venedig ruft seine Unabhängigkeit von Österreich aus und erklärt sich zur Republik
  - 31. März bis 3. April: Das Vorparlament tagt in Frankfurt am Main
  - Anfang April: Beginn des ersten preußisch-dänischen Krieges in Folge der nationaldeutschen Aufstände in Schleswig und Holstein. Dänemark beansprucht Schleswig als dänisches Gebiet
  - 12. April bis 20. April: der republikanisch motivierte Heckerzug in Baden wird am 20. April bei Kandern im Schwarzwald niedergeschlagen. Friedrich Hecker geht ins Exil
  - April/Mai: Aufstand der Posener Polen gegen die preußische Vorherrschaft unter Führung von Ludwik Mieroslawski
  - 15. Mai: zweiter Wiener Aufstand
  - 17. Mai: Kaiser Ferdinand I. flieht unter dem Druck der revolutionären Unruhen aus Wien nach Innsbruck
  - 18. Mai: Eröffnung der Frankfurter Nationalversammlung, des ersten gesamtdeutschen demokratisch gewählten Parlaments; es soll die deutsche Einheit vorbereiten und eine Verfassung für den neuen Einheitsstaat ausarbeiten
  - 2. Juni bis 12. Juni: Der Slawenkongress tagt in Prag und fordert die Umwandlung der Donaumonarchie Österreich „in einen Bund von gleichberechtigten Völkern
  - 16. Juni: Niederschlagung des Prager Pfingstaufstandes durch österreichische Truppen
  - 24. Juni: Niederschlagung des französischen Juniaufstands in Paris. Danach erstarkt auch in den Staaten des Deutschen Bundes die Konterrevolution und zwingt die Revolutionäre zunehmend in die Defensive
  - 25. Juli: Schlacht bei Custozza - Die norditalienischen Aufständischen unter Führung von Sardinien-Piemont unterliegen den österreichischen Truppen
  - 9. August: Waffenstillstand zwischen Österreich und Sardinien-Piemont
  - 26. August: Waffenstillstand zwischen Preußen und Dänemark. Die Nationalversammlung muss dem zustimmen und offenbart so ihre eigene Machtlosigkeit. Die Krise führt zu neuen Unruhen in Frankfurt/Main und weiteren deutschen Städten
  - 12. September: Der republikanische Nationalistenführer Lajos Kossuth wird Ministerpräsident in Ungarn. Dem österreichischen Kaiser wird der Titel „König von Ungarn“ verwehrt. Es kommt zu nationalrevolutionären Unruhen gegen die Vorherrschaft Österreichs
  - 18. September: Barrikadenkämpfe gegen preußische und österreichische Truppen in Frankfurt
  - 21. bis 25. September: 2. badischer Aufstand in Lörrach. Gustav Struve wird im Anschluss daran verhaftet
  - 6. Oktober bis 31. Oktober: Der Wiener Oktoberaufstand wird nach knapp vier Wochen von kaiserlichen Truppen blutig niedergeschlagen
  - 9. November: Robert Blum, Abgeordneter der Frankfurter Nationalversammlung, wird im Zuge der Vergeltungsmaßnahmen gegen die österreichischen Revolutionäre in Wien hingerichtet
  - 2. Dezember: der österreichische Kaiser Ferdinand I. dankt ab und überlässt den Thron seinem Neffen Franz Joseph I.
  - 27. Dezember: Die Nationalversammlung in Frankfurt verabschiedet Grundrechte
- 1849:
  - Februar/März: neue Aufstände in einigen österreichischen Gebieten Oberitaliens, insbesondere der revolutionäre Putsch gegen Großherzog Leopold II. in der Toskana führen zu einem weiteren Krieg zwischen Österreich und Sardinien-Piemont
  - 23. März: Schlacht bei Novara: erneute Niederlage der oberitalienischen Revolutionäre und Sardinien-Piemonts gegen die österreichische Armee
  - 28. März: Die Nationalversammlung verabschiedet nach vielen kontroversen Debatten die Paulskirchenverfassung
  - 14. April: Ungarn erklärt seine Unabhängigkeit von Österreich und ruft die Republik aus. Darauf kommt es zum ungarischen Unabhängigkeitskrieg gegen Österreich
  - 28. April: der preußische König Friedrich Wilhelm IV. lehnt die ihm von der Nationalversammlung (Kaiserdeputation) angebotene Kaiserkrone ab. Damit ist eine deutsche Einheit und die Reichsverfassung gescheitert
  - Mai: Reichsverfassungskampagne - In den Maiaufständen wird versucht, die Verfassung in einigen Staaten und Regionen des Deutschen Bundes doch noch durchzusetzen, und darüber hinaus, einzelne Republiken zu installieren. Die Konfrontation zwischen Revolution und Konterrevolution führt in einigen Staaten zu einer bürgerkriegsähnlichen Eskalation. Neben Sachsen und Baden sind beispielsweise auch die preußischen Rheinprovinzen und die bayerische Rheinpfalz (Pfälzischer Aufstand) Zentren entsprechender Aufstände.
    - 3. Mai bis 9. Mai: Dresdner Maiaufstand, die Ausrufung einer sächsischen Republik scheitert, der Aufstand wird von preußischen Truppen niedergeschlagen
    - ab 11. Mai: Meuterei der badischen Garnison in Rastatt - Badischer Maiaufstand
    - 1. Juni: In Baden wird die Republik ausgerufen. Lorenz Brentano übernimmt den Vorsitz der provisorischen Regierung. Preußische Truppen beginnen, gegen Baden vorzurücken
  - 6. bis 18. Juni: Das Rumpfparlament als verbliebener Rest der Nationalversammlung tagt in Stuttgart, es wird am 18. Juni von württembergischen Truppen aufgelöst
  - 23. Juli: Einnahme Rastatts durch preußische Truppen, Ende der badischen Revolution und mit ihr auch der Märzrevolution in den Staaten des Deutschen Bundes „Nachwehen“ der Märzrevolution bis Oktober 1849
- 6. August 1849: Mailänder Friedensvertrag zwischen Österreich und Sardinien-Piemont
- 23. August 1849: Österreichische Truppen schlagen die revolutionäre Republik Venedig nieder. Oberitalien ist wieder in österreichischer Hand
- 3. Oktober 1849: Die letzten ungarischen Revolutionäre kapitulieren gegenüber den Österreichern in der Festung Komorn

Baden

Schon am 27. Februar 1848 war es in Mannheim zu einer Volksversammlung gekommen, bei der grundlegende Forderungen der Revolution vorweg genommen wurden. Die Forderungen der badischen Revolutionäre, jedenfalls deren in Baden stark vertretenem radikaldemokratischem Flügel, waren diejenigen, die die deutlichsten und am weitestgehenden Veränderungen verlangten. Unter Führung des Advokaten Friedrich Hecker und Gustav Struves forderten sie unter anderem die Schaffung einer tatsächlichen Volkssouveränität, Abschaffung der Adelsprivilegien, Volksbewaffnung und eine progressive Einkommensteuer. Damit stellten sie auch schon sozialrevolutionäre und sozialistische Forderungen auf. Struve und Hecker hatten als Vertreter des linken Flügels im Frankfurter Vorparlament, das die Wahl zu einer verfassungsgebenden Nationalversammlung vorbereiten sollte, eine föderative deutsche Republik mit nicht nur politischen, sondern auch sozialen Veränderungen gefordert. Ein entsprechendes von Struve veröffentlichtes Programm wurde aber von der Mehrheit des Vorparlaments abgelehnt. Republik Daraufhin versuchten Hecker, Struve und deren Anhänger ihre Vorstellungen auf eigenem Weg, von Südwestdeutschland ausgehend, beim so genannten „Heckeraufstand“ durchzusetzen. In Konstanz riefen sie angeblich am 12.April 1848 gemeinsam mit dem Bonner Hochschu