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| 28. Mai |
28. MaiDer 28. Mai ist der 148. Tag des Gregorianischen Kalenders (der 149. in Schaltjahren) - somit verbleiben noch 217 Tage bis zum Jahresende.
Ereignisse
- 585 v. Chr. - Eine durch Thales vorhergesagte Sonnenfinsternis bewirkt der Überlieferung nach einen Waffenstillstand zwischen den Lydern und den Medern.
- 1830 - US-Präsident Jackson unterzeichnet den Indian Removal Act zur zwangsweisen Umsiedlung der Indianer Nordamerikas.
- 1871 - Der 72 Tage anhaltende Aufstand des "Nationalkomitee der Nationalgarde" und der mit ihr verbündeten Pariser Bevölkerung - der Pariser Kommune - der u.A. durch die Ablehnung der Waffenstillstandsbedingungen nach dem Deutsch-Französischen Krieg begonnen hat, endet nach sechswöchigem Beschuss von Paris und mit der "Blutwoche" vom 21.-28- Mai, in der bei Kämpfen und den darauf folgenden Massenexekutionen 20-30.000 Menschen ihr Leben verlieren.
- 1918 - Armenien erklärt sich zur unabhängigen Republik.
- 1918 - Gründung der unabhängigen Republik Aserbaidschan
- 1926 - Revolte von Gomes da Costa in Portugal
- 1932 - Die Fertigstellung des Abschlussdeichs macht die niederländische Zuidersee zum Binnengewässer.
- 1937 - Die Golden Gate Bridge in San Francisco wird für den Autoverkehr freigegeben.
- 1938 - Hitler befiehlt den Ausbau des vor 1937 begonnenen Westwalls zu Frankreich.
- 1940 - Belgien. Kapitulation von König Leopold III..
- 1961 - Der Observer veröffentlicht einen Aufruf, sich durch Briefe für die Freilassung politischer Gefangener einzusetzen - Amnesty International ist geboren.
- 1964 - In Alexandria wird auf der Gipfelkonferenz der Arabischen Liga die PLO ("Organisation zur Befreiung Palästinas") gegründet.
- 1979 - Der Beitrittsvertrag mit Griechenland zur europäischen Gemeinschaft (EG) wird unterzeichnet.
- 1983 - Die Grüne Partei der Schweiz wird gegründet.
- 1987 - Mathias Rust landet am Tag der Grenzstreitkräfte mit einer Cessna auf dem Roten Platz in Moskau.
- 1991 - Äthiopien. Sturz des kommunistischen Militärregimes.
- 1991 - Eritrea. Truppen der EPLF (Volksbefreiungsfront Eritrea) und der TPLF (Volksbefreiungsfront Tigray) marschieren in Addis Abeba ein und stürzen das kommunistische Militärregime.
- 1993- Edmund Stoiber wird Bayrischer Ministerpräsident
- 1993 - Monaco wird als 182. Mitglied in die Vereinten Nationen (UNO) aufgenommen. Ebenfalls aufgenommen werden Eritrea und Mazedonien
- 1999 - Dr. Rudolf Schuster wird Staatspräsident der Slowakei
Wirtschaft
- 1937 wird "Gesellschaft zur Vorbereitung des Deutschen Volkswagens mbH" gegründet. Daraus entstand dann der Volkswagen Konzern
- 1992 - Armenien tritt dem IWF bei.
Wissenschaft, Technik
- 2003 - München entscheidet sich als die erste Großstadt in Deutschland für die Ausrüstung der städtischen EDV mit Linux statt mit Windows.
Kultur
- 1608 - Uraufführung der Oper "Arianna" von Claudio Monteverdi in Mantua.
- 1904 - Die revidierte Fassung von Giacomo Puccinis Oper "Madame Butterfly" wird in Brescia uraufgeführt.
- 1905 - Uraufführung der Kinderoper "Der Schnee-Held" von César Cui in Jalta.
- 1920 - Uraufführung der Operette "Die blaue Mazur" von Franz Lehár am Theater an der Wien in Wien.
- 1934 - Uraufführung der Oper "Rolande et le mauvais garçon" von Henri Rabaud an der Grand Opéra Paris.
- 1938 - Uraufführung der Oper "Mathis der Maler" von Paul Hindemith am Stadttheater in Zürich.
Religion
- 2003 - Der erste Ökumenische Kirchentag, ein Laientreffen von Christen vor allem der beiden großen Konfessionen in Deutschland unter der Losung "Ihr sollt ein Segen sein", beginnt in Berlin.
Katastrophen
- 1977 - Ein Feuer im Beverly Hills Supper Club in Southgate, Kentucky fordert 165 Menschenleben.
- 1995 - Ein Erdbeben der Stärke 7,5 erschüttert die Stadt Neftegorsk auf Sachalin, Russland, ca. 2.000 Tote.
Sport
- Ereignisse aus dem Bereich der Formel 1 siehe dort.
- Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden s. u. der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.
- 1966 - Der TSV 1860 München wird deutscher Fußballmeister.
- 1997 - Borussia Dortmund gewinnt das Endspiel der UEFA Champions League in München mit 3:1 Toren gegen die italienische Mannschaft von Juventus Turin.
Geboren
- 1371 - Johann ohne Furcht, Herzog von Burgund
- 1660 - Georg I., König von Großbritannien
- 1669 - Graf von Saint Germain, angeblich Sohn des Fürsten Franz II. Rákóczi.
- 1710 - Thomas Arne, britischer Komponist
- 1735 - François-Christophe Kellermann, französischer General
- 1738 - Joseph-Ignace Guillotin, französischer Arzt und Politiker
- 1759 - William Pitt der Jüngere, Premierminister von Großbritannien
- 1779 - Thomas Moore, irischer Schriftsteller
- 1786 - Louis McLane, US-amerikanischer Außenminister
- 1789 - Bernhard Ingemann, dänischer Schriftsteller
- 1807 - Louis Agassiz, US-amerikanischer Zoologe und Geologe
- 1818 - Pierre Gustave Toutant Beauregard, General der Konföderierten
- 1836 - Alexander Mitscherlich (Chemiker), deutscher Chemiker
- 1840 - Hans Makart, österreichischer Maler und Dekorationskünstler
- 1841 - Giovanni Sgambati, Pianist
- 1853 - Carl Larsson, schwedischer Maler
- 1854 - Germán Riesco Errázuriz, chilenischer Politiker
- 1862 - Theodor Fischer, deutscher Architekt und Stadtplaner
- 1867 - Reimmichl, bürgerlich: Sebastian Rieger, Tiroler Volksdichter
- 1879 - Milutin Milanković, serbischer Astrophysiker
- 1879 - Henri-Pierre Roché, französischer Schriftsteller
- 1881 - Augustin Bea, Jesuit, römisch-katholischer Kardinal
- 1884 - Edvard Beneš, Mitbegründer, Außenminister und Präsident der Tschechoslowakei
- 1886 - Jakob Fischbacher, deutscher Politiker
- 1886 - Karl Aloys Schenzinger, deutscher Autor von Romanen und Sachbüchern
- 1888 - Jakob Fischbacher, deutscher Politiker der Bayernpartei
- 1888 - James Francis Thorpe, erfolgreicher Fünfkämpfer und Zehnkämpfer
- 1889 - Richard Réti, berühmter Schachspieler
- 1892 - Josef Dietrich, SS-Oberstgruppenführer und Generaloberst der Waffen-SS
- 1893 - Mina Witkojc, niedersorbische Dichterin und Publizistin
- 1900 - Heinrich Müller, Chef der Gestapo im Reichssicherheitshauptamt
- 1906 - Wolf Albach-Retty, österreichischer Schauspieler
- 1908 - Ian Fleming, britischer Schriftsteller (James-Bond-Romane)
- 1910 - T-Bone Walker, US-amerikanischer Musiker
- 1911 - Fritz Hochwälder, Dramatiker
- 1912 - Patrick White, australischer Schiftsteller
- 1912 - Verena Loewensberg, Malerin
- 1915 - Wolfgang Schneiderhan, deutscher Geiger
- 1917 - Papa John Creach, US-amerikanischer Musiker
- 1918 - Marie-Luise Jahn, war Mitglied der Weißen Rose
- 1921 - Heinz Günther Konsalik, deutscher Schriftsteller
- 1923 - György Ligeti, ungarischer Komponist
- 1924 - Alfonso Prinz zu Hohenlohe, deutscher Adliger
- 1925 - Bülent Ecevit, türkischer Politiker, Regierungschef und Premierminister
- 1925 - Dietrich Fischer-Dieskau, deutscher Kammersänger (Bariton)
- 1926 - Gerhard Beil, SED-Funktionär und Minister für Außenwirtschaft der DDR
- 1929 - Horst Frank, deutscher Schauspieler
- 1930 - Frank Drake, US-amerikanischer Astronom und Astrophysiker
- 1931 - Carroll Baker, US-amerikanische Schauspielerin
- 1936 - Cathy Carr, US-amerikanische Sängerin
- 1938 - Jerry West, US-amerikanischer Basketballspieler
- 1939 - Prince Buster, jamaikanischer Musiker und Songschreiber
- 1940 - Wilfried Baasner, deutscher Schauspieler
- 1940 - Maeve Binchy, irische Schriftstellerin und Kolumnistin
- 1943 - Tony Mansield, britischer Musiker
- 1944 - Billy Vera, US-amerikanischer Sänger
- 1944 - Gladys Knight, US-amerikanische Sängerin und Schauspielerin
- 1944 - Rudolph Giuliani, US-amerikanischer Politiker, Bürgermeister von New York City
- 1945 - John Fogerty, US-amerikanischer Musiker, Sänger und Songschreiber
- 1945 - Leo Pleysier, niederländischsprachiger Schriftsteller aus Belgien
- 1947 - Frangis Ali-Sade, aserbaidschanische Komponistin
- 1948 - Ray Laidlaw, britischer Musiker
- 1949 - Ernst Burgbacher, deutscher Politiker und Mitglied der FDP
- 1956 - Jerry Douglas, US-amerikanischer Country-Musiker
- 1959 - Steve Strange, britischer Sänger und Songschreiber
- 1963 - Valerie Dore, italienische Sängerin
- 1967 - Omar Pedrini, italienischer Musiker
- 1968 - Kronprinz Frederik, dänischer Kronprinz
- 1968 - Kylie Minogue, australische Sängerin und Schauspielerin
- 1969 - Eric Fish, deutscher Sänger und Musiker
- 1971 - Ekaterina Gordeeva, russische Eiskunstläuferin
- 1971 - Isabelle Carré, französische Filmschauspielerin
- 1972 - Boris Palmer, deutscher Politiker und MdL
- 1972 - Michael Boogerd, niederländischer Radrennfahrer
- 1974 - Hans Jörg Butt, deutscher Fußballspieler
Gestorben
Hans Jörg Butt
- 1505 - Ascagnio Sforza, Erzbischof von Eger, Kardinal
- 1551 - Johannes Aal, Schweizer Theologe, Komponist und Dramatiker
- 1747 - Luc de Clapiers, französischer Philosoph, Moralist und Schriftsteller
- 1750 - Sakuramachi, 115. Kaiser von Japan
- 1787 - Leopold Mozart, Salzburger Geiger, Musikpädagoge, Komponist
- 1805 - Luigi Boccherini, italienischer Komponist und Cellist
- 1833 - Friedrich Haeffner, schwedischer Komponist
- 1836 - Anton Reicha, tschechischer Komponist
- 1849 - Anne Brontë, britische Schriftstellerin
- 1869 - Ernst Wilhelm Hengstenberg, deutscher protestantischer Theologe
- 1872 - Sophie von Österreich, Tochter von König Maximilian I. von Bayern
- 1890 - Victor Ernst Nessler, deutscher Komponist
- 1902 - Adolf Kussmaul, deutscher Arzt und medizinischer Forscher
- 1905 - Balduin Möllhausen, deutscher Reisender und Schriftsteller
- 1905 - Friedrich Junge, deutscher Biologe
- 1910 - Emil Zuckerkandl, österreichischer Mediziner
- 1912 - Paul Emile Lecoq de Boisbaudran, französischer Chemiker
- 1916 - Albert Lavignac, französischer Musikwissenschaftler und Komponist
- 1916 - Iwan Franko, ukrainischer Dichter und Schriftsteller
- 1918 - Richard Aßmann, deutscher Meteorologe
- 1933 - Marga von Etzdorf, deutsche Fliegerin
- 1936 - Bertha Pappenheim, Frauenrechtlerin und Sozialarbeiterin
- 1936 - Karl Litzmann, deutscher General der Infanterie im Ersten Weltkrieg
- 1937 - Alfred Adler, österreichischer Allgemeinmediziner und Sozialmediziner; Begründer der Individualpsychologie
- 1938 - Diedrich Speckmann, deutscher Schriftsteller
- 1940 - Väinö I., Prinz und Landgraf zu Hessen sowie zwei Monate lang König von Finnland
- 1970 - Iuliu Hossu, Bischof von Fagaras und Kardinal
- 1971 - Audie Murphy, US-amerikanischer Filmschauspieler
- 1972 - Eduard VIII. König von Großbritannien
- 1974 - Hans Georg Wunderlich, deutscher Geologe
- 1976 - Steffan Danielsen, färöischer Maler
- 1981 - Mary Lou Williams, US-amerikanische Jazzpianistin
- 1989 - Erwin Welke, deutscher Politiker
- 1990 - Wilhelm Wagenfeld, deutscher Gebrauchs-Designer
- 2000 - Donald Watts Davies, Physiker
- 2001 - Tony Ashton, englischer Musiker
- 2003 - Alexander Heimann, Schweizer Krimiautor
- 2003 - Friedrich Baumschulte, deutscher Schauspieler
- 2003 - Ilya Prigogine, russisch-belgischer Chemiker, Nobelpreisträger
- 2004 - Jerzy Klempel, polnischer Handballspieler
- 2004 - Umberto Agnelli, italienischer Industrieller (Fiat)
Feier- und Gedenktage
- Nationalfeiertag in Aserbaidschan (Unabhängigkeitstag von 1918)
- Nationalfeiertag in Äthiopien (Tag der Revolution von 1991)
Siehe auch
- 27. Mai - 29. Mai
- 28. April - 28. Juni
- Historische Jahrestage - Zeitskala
- Wikipedia:Glaskugel - Wikipedia:Formatvorlage Tag
0528
ja:5月28日
ko:5월 28일
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th:28 พฤษภาคม
Gregorianischer KalenderDer gregorianische Kalender, benannt nach Papst Gregor XIII., ist der heute in den meisten Teilen der Welt gültige Kalender.
Gregorianische Kalenderreform
Kalender
Das erste Konzil von Nizäa bestimmte im Jahre 325, dass das Osterfest immer am ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond nach Frühlings-Anfang (bezogen auf Jerusalem) gefeiert werden sollte. Das astronomische Ereignis des Primar-Äquinoktiums (Frühlings-Tagundnachtgleiche der nördlichen Hälfte unseres Planeten) fand im Konzilsjahr 325 am 21. März statt, und die julianische Schalttagsregelung wurde damals noch nicht als verbesserungsbedürftig erkannt. Der damals gültige julianische Kalender ging von einem mittleren Sonnenjahr von 365,25 Tagen aus und glich die Differenz (bezogen auf 365 Tage) von annähernd 6 Stunden alle vier Jahre durch die Einfügung eines Schalttags aus. Gegenüber dem vom tatsächlichen Gang der Himmelsmechanik astronomisch vorgegebenen Sonnenjahr, das im Jahre 2000 auf 365,242190517 Tage bestimmt wurde -also etwa 365 Tage, 5 Stunden, 48 Minuten und 45,25 Sekunden- war das Jahr des julianischen Kalenders also etwas mehr als 11 Minuten zu lang. Bis ins 16. Jahrhundert, zur Zeit Papst Gregors XIII., hatte sich dieser Fehler so ausgewirkt, dass das Primar-Äquinoktium im Jahr 1582 schon am 11. März stattfand.
Diese Verschiebung des Kalenders war jedoch schon längere Zeit vorher offenkundig geworden. Seit dem 14. Jahrhundert wurden immer wieder Vorschläge für eine Kalenderreform unterbreitet – u. a. durch Nikolaus von Kues, Regiomontanus und Nikolaus Kopernikus. Diese waren aber stets abgelehnt worden. Gleichwohl bildeten Kopernikus' Werk De Revolutionibus Orbium Coelestium (»Von den Umdrehungen der Himmelskörper«) sowie die prutenischen Tafeln von Erasmus Reinhold die Basis für die schließlich von Papst Gregor XIII. dekretierte Reform.
Um die Frühlings-Tagundnachtgleiche wieder mit dem 21. März in Übereinstimmung zu bringen und Ostern wieder am richtigen Tage feiern zu können, folgte der Papst dem Vorschlag des Mediziners und Hobby-Astronomen Aloisius Lilius und bestimmte, dass im Jahre 1582 zehn Tage übersprungen werden sollten. Daher folgte in einigen römisch-katholischen Ländern auf den 4. Oktober gleich der 15. Oktober – die Abfolge der Wochentage blieb dabei jedoch unverändert. Damit fand das Primar-Äquinoktium dort im Folgejahr 1583 wieder am 21. März statt; die Zeitrechnung innerhalb des Christentums war jedoch nicht mehr einheitlich. Damit war die Ausgangslage, wie sie zur Zeit des Konzils bestand, wieder ungefähr hergestellt.
Um ein erneutes Abrücken des 21. März vom Zeitpunkt des Primar-Äquinoktiums für alle Zukunft zu vermeiden, legte der neue gregorianische Kalender die Dauer des mittleren Sonnenjahrs auf 365,2425 statt wie bisher auf 365,25 Tage fest. Diese Verkürzung erfolgte dadurch, dass – abweichend von der Schaltregel des julianischen Kalenders – die Jahre keinen Schalttag haben, deren Zahl zwar ohne Rest durch 100, nicht aber durch 400 geteilt werden kann.
Weil bis zur ersten Anwendung dieser neuen Ausnahmeregel im Jahre 1700 noch 117 Jahre vergingen, hat sich der Kalender gegenüber dem astronomischen Ereignis des Primar-Äquinoktiums im Durchschnitt wieder um 1 Tag verrückt. Seither pendelt es zwischen dem 19. und 21. März.
Die Schaltregeln
- Nach der grundsätzlich weiterhin gültigen Julianischen Schaltregel weisen Jahre, deren Zahlen durch 4 dividiert natürliche Zahlen ergeben, im Februar einen 29. Tag (“Schalttag“) auf und umfassen dadurch als Schaltjahre 366 Tage.
- Die Gregorianische Schaltregel bestimmt hiervon drei Ausnahmen : Keine Schaltjahre sind diejenigen Säkular-Jahre (Jahre, deren Zahl am Ende zwei Nullen aufweist), deren Zahl durch 400 dividiert keine natürliche Zahl ergibt.(Deshalb waren die Jahre 1700, 1800 und 1900 keine Schaltjahre, und auch die Jahre 2100, 2200 und 2300 werden keine Schaltjahre sein.)
oder:
- Ist die Jahreszahl durch 4 teilbar, aber nicht durch 100, dann ist es ein Schaltjahr mit 366 Tagen. Beispiele: 1980, 1972, 1720.
- Ist die Jahreszahl durch 100 teilbar, aber nicht durch 400, dann ist das Jahr ein gewöhnliches Gemeinjahr und hat nur 365 Tage, z. B. in den Jahren 1700, 1800 und 1900 oder ferner 2100.
- Ist die Jahreszahl durch 400 teilbar, ist das Jahr ein Schaltjahr. Die Jahre 1600 und 2000 waren – in Übereinstimmung mit der Julianischen Schaltregel – Schaltjahre zu 366 Tagen.
Einführung des gregorianischen Kalenders in verschiedenen Ländern
Nur wenige Länder wie Spanien oder Portugal übernahmen den gregorianischen Kalender tatsächlich am 4./15. Oktober 1582. Die meisten römisch-katholischen Länder Europas folgten in den nächsten Jahren, während die protestantischen Länder den neuen Kalender, weil vom Papst dekretiert, zunächst ablehnten. Beispielsweise führten ihn die meisten katholischen Kantone der Schweiz 1584 ein, das Wallis jedoch erst 1655. Dort folgte damals auf den 28. Februar der 11. März. Die evangelischen Territorien des Deutschen Reichs übernahmen den gregorianischen Kalender erst 1700. Auf den 18. Februar folgte dort unmittelbar der 1. März 1700. Zuvor mussten beispielsweise Verträge zwischen katholischen und protestantischen Fürsten mit beiden Daten versehen werden, etwa als 5./15. Oktober 1582. Um die Jahreswende differierten die Jahreszahlen zwischen den Gebieten des alten und neuen Kalenders. Aus dieser Zeit stammt der Ausdruck »zwischen den Jahren« für die Tage nach Weihnachten. Die reformierten Orte der Schweiz folgten ein Jahr später, allerdings mit drei Ausnahmen: Der protestantische Halbkanton Appenzell Ausserrhoden und die protestantischen Teile von Glarus und Graubünden. Der offizielle Übergang zum neuen Kalender sollte dort bis 1812 dauern; der alte Kalender blieb aber noch länger in der Bevölkerung lebendig. Die Appenzeller Silvesterkläuse werden noch immer am 31. Dezember nach dem julianischen Kalender (13. Januar nach dem gregorianischen Kalender) gefeiert. In England (und auch in den späteren USA) wurde der gregorianische Kalender erst in der Nacht vom 2. September auf den 14. September 1752 eingeführt.
Die orthodoxen Länder Osteuropas behielten den julianischen Kalender noch bis Anfang des 20. Jahrhunderts bei. Da die Jahre 1700, 1800 und 1900 in Russland Schaltjahre gewesen sind, machte die Abweichung vom gregorianischen Kalender dort mittlerweile 13 Tage aus. Die russische Oktoberrevolution 1917 fiel deshalb nach dem gregorianischen Kalender auf den 7. November. An diesem Tag wurde die Revolution denn auch bis zum Ende der Sowjetunion gefeiert, nachdem Russland 1918 die neue Kalenderrechnung eingeführt hatte. Einige orthodoxe Kirchen (z. B. in Russland und Serbien) begehen ihre feststehenden Feste weiterhin nach dem julianischen Kalender. Ihr Weihnachten (25. Dezember) fällt darum derzeit auf den 7. Januar (greg.). Andere orthodoxe Kirchen (z. B. in Griechenland und Bulgarien) verwenden hierfür den so genannten neo-julianischen Kalender, der bis zum Jahr 2799 dem gregorianischen Kalender entsprechen wird. Alle orthodoxen Kirchen berechnen Ostern und die anderen beweglichen Feste nach dem julianischen Frühlingsanfang sowie nach dem metonischen Vollmond; das Fest fällt daher nur gelegentlich mit dem Osterdatum der westlichen Kirchen zusammen; meist ist es eine, vier, oder fünf Wochen später als im Westen.
Als bisher letzter Staat übernahm 1927 die Türkei den gregorianischen Kalender; dort hatte bis dahin der islamische Kalender gegolten. Die nicht zeitgleiche Einführung des gregorianischen Kalenders in den verschiedenen Ländern sorgte für Verwirrung, aber auch für interessante Paradoxa: So sind sowohl William Shakespeare als auch Miguel de Cervantes am 23. April 1616 gestorben, obwohl Shakespeare Cervantes um 11 Tage überlebt hat. Auch die Feiern des Geburtstags von George Washington wurden verschiedentlich am 11. und am 22. Februar ausgerichtet, bis zu einer bundesgesetzlichen Feiertagsregelung.
Charakteristika
Die Regeln des gregorianischen Kalenders führen zu einer durchschnittlichen Länge des Kalenderjahres von 365,2425 Tagen.
Das sogenannte tropische Jahr – der zwischen zwei aufeinanderfolgenden Primar-Äquinoktien (Frühlings-Tag-Nachtgleichen) liegende Zeitraum – ist gegenwärtig im Mittel 365,24219879 mittlere Sonnentage lang. Danach ist also auch der gregorianische Kalender im Verhältnis zur astronomischen Wirklichkeit etwas zu lang, nämlich 0,000301 Tage (= 26 Sekunden) pro Jahr. Das bedeutet, dass nach rund 3320 Jahren das Primar-Äquinoktium wieder einen ganzen Tag früher eintreten würde. Sofern bis dahin die christliche Jahreszählung beibehalten wird, würde es sich anbieten, in allen durch 3200 teilbaren Jahren den Schalttag wiederum entfallen zu lassen, wenn auch zu jener Zeit noch die Bindung des Primar-Äquinoktiums an den 21. März gewünscht wird.
Der gregorianische Kalender hat eine Periode von 400 Jahren: Nach dieser Zeit wiederholen sich nicht nur der Ablauf der Schalttage und damit die Tages- und Monatszählung, sondern auch die zugehörigen Wochentage. 400 Jahre enthalten nämlich 400×365 + 97 Tage, also 146097 Tage; das sind genau 20871 Wochen; es geht also nach 400 Jahren mit demselben Wochentag weiter. Infolge dieser Periodizität kann ein bestimmtes Datum (Tag und Monat oder nur Tag) nicht gleich häufig auf alle Wochentage fallen. Ausgerechnet der 13. eines beliebigen Monats fällt öfter (nämlich 688mal in 400 Jahren) auf einen Freitag als auf andere Wochentage (Donnerstag und Samstag: 684mal, Montag und Dienstag: 685mal, Sonntag und Mittwoch: 687mal).
Siehe auch
- Julianischer Kalender, Osterdatum
- Umrechnung zwischen julianischem Datum und gregorianischem Kalender, Wochentagsberechnung
- Zeitrechnung, Kalender, Jüdischer Kalender, Christlicher Kalender, Islamischer Kalender, Chinesischer Kalender, v. u. Z., v. d. Z., v. d. Chr., n. d. Chr., v. Chr., n. u. Z., n. d. Z., n. Chr.
Wikipedia-Links zum Themenkomplex Kalender und Zeit
Weblinks
- [http://personal.ecu.edu/MCCARTYR/inter-grav-text.html Papst Gregor XIII: Inter Gravissimas – Die päpstliche Bulle, mit der der gregorianische Kalender verordnet wurde]
- [http://www.fh-friedberg.de/users/boergens/marken/beispiele/kalender.htm Briefmarke: Sondermarke zur Vollendung der ersten Periode des gregorianischen Kalenders]
- [http://www.kalenderlexikon.de 1. deutsches Online-Kalenderlexikon]
Kategorie:Kalender
als:Gregorianischer Kalender
ja:グレゴリオ暦
ko:그레고리력
ms:Kalendar Gregorian
simple:Gregorian calendar
th:ปฏิทินเกรกอเรียน
585 v. Chr.
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Das 6. Jahrhundert v. Chr. begann am 1. Januar 600 v. Chr. und endete am 31. Dezember 501 v. Chr..
Zeitalter/Epoche
Beinahe gleichzeitig entstehen einige der bedeutendsten Weltreligionen und Philosophien: Buddha in Indien/Nepal, Konfuzius in China und Pythagoras in Griechenland sind Zeitgenossen, vermutlich auch Laotse in China und möglicherweise sogar Zarathustra im Iran. In der babylonischen Gefangenschaft der Juden bildet sich der reine Monotheismus aus. Perserkönig Kyros der Große deklariert erstmals die Menschenrechte. Das Orakel von Delphi des Apollon profiliert sich als bedeutendste Weissagungsstätte.
Höhepunkt der (von Karl Jaspers so genannten) Achsenzeit.
In weiten Teilen Europas herrschte die keltische Hallstattkultur (8.-6. Jahrhundert v. Chr.). Die Ausstattung der Fürstengräber und -sitze dieser Zeit belegen weitreichende Handelsbeziehungen.
Die Kultur der Etrusker erlebte in der Toskana ihren Höhepunkt.
Kyros II. begründet das persische Großreich, das von seinen Nachfolgern Kambyses und Darius I. ausgebaut wird.
In China herrscht die kulturgeschichtlich wichtige Zhou-Dynastie (1066 - 256 v. Chr.).
Ereignisse/Entwicklungen
- 594 v. Chr. - Umfassende Verfassungsreform in Athen durch den Archon Solon mit der die Teilnahme des Volks an politischen Entscheindungen institutionalisiert wird.
- 587 / 586 v. Chr. - - Nebukadnezar II. erobert Jerusalem und verschleppt das jüdische Volk in die babylonische Gefangenschaft.
- 560 v. Chr. - Der griechische Politiker Peisistratos stürmt mit einer Schar bewaffneter Anhänger die Akropolis und lässt sich zum Tyrannen ausrufen.
- 546 v. Chr. - Untergang des lydischen Großreichs unter Krösus; siehe: Schlacht bei Pteria
- 543 v. Chr. - Beginn der buddhistischen Zeitrechnung (orientiert sich am Eingang Buddhas in das Nirvana; das Jahr ist eine Festlegung singhalesischer Mönche und unabhängig von den historischen Ereignissen: Todesjahr Buddhas ist wohl 483 v. Chr.)
- 539 v. Chr. - Der persische König Kyros II. erobert das Reich Babylonien
- 525 v. Chr. ö- die Etrusker erweitern ihren Machtbereich bis nach Kampanien
- 520 v. Chr. - Der Prophet Haggai ruft in Jerusalem zur Wiederaufnahme der Arbeit am Tempel auf.
- 515 v. Chr. - Einweihung des zweiten Tempels in Jerusalem
- 514 v. Chr - Ermordung des athenischen Tyrannen Hipparch durch die Tyrannenmörder Harmodios und Aristogeiton.
- 510 v. Chr. - Nach vorheriger Etrusker-Herrschaft wird Rom zur Republik.
- Solonische Reformen: Nach einer Krisenzeit im 7. und 6. Jahrhundert v. Chr. mit nicht durch Königstitel legitimierten Personen wird im Jahre 510 v. Chr. die Tyrannis in Athen gestürzt. Menschen wie Solon und Kleisthenes von Athen, dessen Reformen ins Jahr 508 v. Chr. fallen, begründen die Demokratie.
- 507 v. Chr. - Auf dem Kapitol in Rom wird der Jupitertempel geweiht.
Persönlichkeiten
- Solon, griechischer Staatsmann ( - 638 v. Chr., † 559 v. Chr.)
- Thales von Milet, griechischer Naturphilosoph ( - 624 v. Chr., † 546 v. Chr.)
- Anaximander, griechischer Naturphilosoph ( - 611 v. Chr., † 547 v. Chr.)
- Nebukadnezar II., König von Babylonien ( - 605 v. Chr., † 562 v. Chr.)
- Krösus, lydischer König ( - um 595 v. Chr., † um 546 v. Chr.)
- Anaximenes, griechischer Naturphilosoph ( - 585 v. Chr., † 525 v. Chr.)
- Anakreon, griechischer Dichter ( - um 580 v. Chr., † um 495 v. Chr.)
- Pythagoras von Samos, griechischer Philosoph und Wissenschaftler ( - um 580 v. Chr., † um 496 v. Chr.)
- Gautama Buddha ( - um 560 v. Chr., † 483 v. Chr.). Begründer des Buddhismus
- Konfuzius, chinesischer Philosoph ( - 551 v. Chr., † 479 v. Chr.)
- Epicharmos, griechischer Philosoph, Komödienschreiber und Arzt ( - um 540 v. Chr., † um 460 v. Chr.)
- Themistokles, griechischer Feldherr ( - um 525 v. Chr., † um 460 v. Chr.)
- Xerxes I., persischer König ( - um 519 v. Chr., † 465 v. Chr.)
- Kyros II., persischer König und Begründer des altpersischen Reiches († 529 v. Chr.)
- Darius I., persischer König und Neuorganisator des persischen Großreichs († 486 v. Chr.)
- Äsop, Begründer der Fabeln
- Sappho, griechische Dichterin
- Kleisthenes von Athen, griechischer Reformer und Begründer der Demokratie ( - um 570 v. Chr., † um 507 v. Chr.)
- Laotse (Lao Zi) Philosoph, Begründer des Daoismus
- Sun Zi Militärphilosoph, "Die Kunst des Krieges"
- Prophet Sacharja
- Polykrates
Erfindungen und Entdeckungen
- Dorischer Baustil
- Ionischer Baustil
00-06
ja:紀元前6世紀
ko:기원전 6세기
Sonnenfinsternis
Eine irdische Sonnenfinsternis oder eine Eklipse (griechisch έκλειψις, ékleipsis - wörtlich die Überlagerung; Verdeckung, Auslöschung, vergleiche Ellipse) tritt ein, wenn die Sonne durch den Mond ganz oder teilweise verdeckt wird.
Als "Sonnenfinsternis" wird sie vom irdischen Betrachter wahrgenommen. Im Gegensatz zur Mondfinsternis, bei der tatsächlich der Mond dunkel wird, leuchtet die Sonne natürlich weiter. Stattdessen liegt ein Teil der Erde im Schatten des Mondes, so dass man – analog zur Mondfinsternis – eigentlich korrekterweise von einer Erdfinsternis sprechen müsste.
__TOC__
Da die Erdbahn (Ekliptik) und die Mondbahn leicht gegeneinander geneigt sind, findet dieses Ereignis nur statt
- bei Neumond und
- wenn der Mond sich an einem Punkt befindet, an dem die Mondbahn die Ekliptik schneidet, ein so genannter Knotenpunkt.
MondbahnNur an den Punkten 2 und 3 kann eine Sonnenfinsternis entstehen, bei 1 und 4 eine Mondfinsternis. An allen anderen Positionen zieht der Mond über oder unter der Ekliptik vorbei. Entfernungen und Größenverhältnisse nicht maßstabsgerecht, der Winkel der Mondbahn zur Ekliptik ist zur Veranschaulichung vergrößert dargestellt.
Arten von Sonnenfinsternissen
Mondbahn
Je nach dem Grad der Bedeckung unterscheidet man vier prinzipielle Arten von Sonnenfinsternissen:
Totale Sonnenfinsternis (total eclipse)
Der Mond zieht genau vor der Sonne vorbei, so dass kurzfristig die Sonne völlig verdeckt ist. Dieser Typ ist für die Astronomie am interessantesten, hauptsächlich weil man dabei die Sonnenkorona beobachten kann, die sonst vom hellen Licht der Sonne überstrahlt wird. Außerdem kann bei Sternen, die dicht neben der Sonne stehen und während einer Finsternis sichtbar sind, die Ablenkung des Lichts durch Gravitation und Raumkrümmung durch die Sonne gemessen werden.
Ringförmige Sonnenfinsternis
Raumkrümmung
Sowohl die Umlaufbahn der Erde um die Sonne als auch die Umlaufbahn des Mondes um die Erde sind leicht elliptisch. Dadurch ändern sich die Entfernungen von Sonne und Mond zur Erde. Wenn der Mond besonders weit von der Erde entfernt ist und die Erde der Sonne nahe ist, ist die "Mondscheibe" nicht mehr groß genug, um die ganze "Sonnenscheibe" abzudecken. Wenn der Mond genau vor der Sonne vorbeizieht, erfolgt statt einer totalen Sonnenfinsternis eine ringförmige Finsternis, bei der der äußere Rand der Sonne sichtbar bleibt. Ringförmige Sonnenfinsternisse sind nur deshalb möglich, weil der Mond von der Erde aus ziemlich genau so groß erscheint wie die Sonne.
Hybride Sonnenfinsternis
Sie beginnt und endet stets als ringförmige Finsternis und erreicht im mittleren Teil des Verlaufs kurz Totalität. Hybride Sonnenfinsternisse sind recht selten, sie machen im langjährigen Kanon nur ca. 1 Prozent aller Fälle aus. Am 8. April 2005 ereignete sich eine derartige hybride Finsternis im östlichen Pazifik vor Costa Rica/Panama für ca. 30 Sekunden. Die nächste findet erst 2013 statt.
Partielle Sonnenfinsternis
Der Mond zieht nicht genau vor der Sonne vorbei, sondern etwas darüber oder darunter und verdeckt sie daher nur teilweise. Wenn nicht ein beträchtlicher Teil der Sonne bedeckt wird, bleibt die partielle Sonnenfinsternis in der Regel unbemerkt. Auch eine totale Sonnenfinsternis beginnt und endet mit einer teilweisen Verdeckung der Sonne.
Auswirkungen
Sekunde
Die Helligkeit des Himmels verringert sich während der Totalität auf etwa 1/100.000 bis 1/10.000 der Helligkeit des vollen Sonnenlichts, was etwa der 5 - 50fachen Helligkeit einer Vollmondnacht entspricht. Die Resthelligkeit besteht dabei zum einen aus der Helligkeit der Korona (mit ca. 10-6 allerdings vernachlässigbar), heller Protuberanzen sowie zum erheblichen Teil aus Licht, das außerhalb des Kernschattens in der Erdatmosphäre gestreut wird. Bei der Sonnenfinsternis von 1999 betrug die Resthelligkeit etwa 1/30.000 bis 1/10.000 des vollen Sonnenlichts. Die Berechnung dieser Resthelligkeit ist aufgrund der starken Abhängigkeit vom Wettergeschehen nur sehr begrenzt möglich.
Für menschliche Beobachter wird die Helligkeitsänderung erst kurz vor Beginn der totalen Phase deutlich erkennbar. Ab ca. 10 Minuten vor dem 2. Kontakt beginnt sich der klare Himmel merklich zu trüben, ab etwa 1 Minuten vor Totalitätsbeginn ist die zeitliche Änderung deutlich erkennbar. Etwa ab diesem Zeitpunkt ist bei freier Sicht und klarem oder leicht bewölktem Himmel auch die räumliche Helligkeitsänderung als herannahende dunkle "Wand" zu erkennen. Bei bedecktem Himmel fällt die Verfinsterung erst etwa 5 Minuten vor Totalitätsbeginn auf.
Diese Beobachtungen liefern einen einfachen Nachweis für das Weber-Fechner-Gesetz, dem zufolge unter anderem die Helligkeitswahrnehmung der meisten Tiere, einschließlich des Menschen, einer logarithmischen Beziehung folgt. Während die zeitliche Änderung der Beleuchtungsstärke etwa 40 Minuten vor Totalitätsbeginn am stärksten ist, wird die logarithmische Lichtkurve (siehe Abbildung) erst wenige Sekunden vor dem zweiten Kontakt am steilsten. Letzteres steht im Einklang zu der subjektiven Erfahrung zahlreicher Finsternisbeobachter.
Infolge der schmalen Sichelgestalt machen sich auch atmosphärische Lichtbrechungseffekte als so genannte „fliegende Schatten“ bemerkbar; die Ursache ist die gleiche wie beim Funkeln der Sterne. Durch veränderliche Dichteunterschiede in der Atmosphäre wird das Licht der Sonnensichel unterschiedlich abgelenkt und daher lokal gebündelt oder zerstreut; bei der vollen Sonnenscheibe heben sich die Verstärkungen und Abschwächungen unterschiedlicher Bereiche der Sonne weitgehend auf.
Während einer Sonnenfinsternis ist ein anormales Verhalten von Tieren zu beobachten, z.B. dass sie sich mitten am Tag schlafen legen. Physische Auswirkungen auf den Menschen sind nicht nachgewiesen.
Durch die lokale Abkühlung treten walzenförmige Winde auf.
Sonnenfinsternisse lösten in der Geschichte stets Katastrophenängste aus, sie wurden z.B. als Zeichen göttlicher Strafen angesehen.
Bekannt ist auch die romantische Beschreibung der Sonnenfinsternis vom 8. Juli 1842 von Adalbert Stifter (siehe Weblinks).
Heute übt eine Sonnenfinsternis eine große Faszination als Naturschauspiel aus.
Aufwändige Beobachtungskampagnen
- 30. Mai 1965: Start mehrerer Raketen in Charlestown, USA
- 20. Mai 1966: Start mehrerer Raketen in Karystos zur Beobachtung der an diesem Tag stattfindenden ringförmig-totalen Sonnenfinsternis
- 12. November 1966: Start von zwei Titus-Raketen in Las Palmas, Argentinien.
- 26. Februar 1979: Start mehrerer Forschungsraketen in Red Lake, Kanada
- 16. Februar 1980: Start von Forschungsraketen von der San-Marco-Plattform
Besondere Sonnenfinsternisse
Simultanes Auftreten einer Sonnenfinsternis und eines Planetentransits
Prinzipiell ist das simultane Auftreten einer Sonnenfinsternis und eines Planetentransits möglich. Allerdings sind derartige Ereignisse extrem selten. So werden erst am 5. Juli 6757 ein Merkurdurchgang und eine Sonnenfinsternis und am 5. April 15232 ein Venusdurchgang und eine Sonnenfinsternis gleichzeitig auftreten.
Am 4. Juni 1769 ereignete sich nur fünf Stunden nach Ende des Venustransits eine totale Sonnenfinsternis, die in Europa, den nördlichsten Teilen Nordamerikas und in Nordasien zumindest als partielle Sonnenfinsternis zu sehen war. Dies war der geringste zeitliche Abstand zwischen einem Planetentransit und einer Sonnenfinsternis in historischer Zeit.
Sonnenfinsternisse durch künstliche Erdsatelliten
Auch künstliche Erdsatelliten können in die Sichtlinie zwischen Erde und Sonne geraten. Allerdings sind solche Ereignisse schwer zu beobachten, da das Sichtbarkeitsgebiet sehr klein ist. Der Satellit wandert meist binnen 1 Sekunde vor der Sonne vorbei.
Wie bei einem Planetendurchgang ist keine Helligkeitsabnahme zu registrieren.
Andere Sonnenfinsternisse
Im ganzen Sonnensystem gibt es Sonnenfinsternisse, jedoch sind sie nirgends so ausgeprägt wie jene auf der Erde. Dies hängt mit dem Abstand des Mondes von der Erde, der Mondgröße und der Entfernung der Erde zur Sonne zusammen. Die seltene Kombination der letzten zwei Komponenten ist auf puren Zufall zurückzuführen.
Beobachtet wurden Sonnenfinsternisse durch die Marsmonde Deimos und Phobos
Listen spezieller Sonnenfinsternisse
Sonnenfinsternis-Termine
( - ) Dauer der zentralen Finsternis.
Liste der längsten Sonnenfinsternisse zwischen 1 und 3000
Totale Sonnenfinsternisse
Die längste totale Sonnenfinsternis im 21. Jahrhundert mit einer Dauer der totalen Phase von 6m39s findet am 22. Juli 2009 statt.
Theoretisch kann die totale Phase einer totalen Sonnenfinsternis 7m31s dauern.
Ringförmige Sonnenfinsternisse
Die längste Dauer einer ringförmigen Sonnenfinsternis im 21. Jahrhundert mit einer Dauer von 11m08s findet am 15. Januar 2010 statt.
Sonnenfinsternis am 11. August 1999
2010
2010
Am 11. August 1999 fand bislang letztmalig eine totale Sonnenfinsternis über Zentraleuropa statt. Sie wurde etwas östlich der Nordamerikanischen Ostküste als partielle Sonnenfinsternis sichtbar und bewegte sich mit ca. 1.600 km/h über den Atlantik hin an die Westspitze Englands – Landsend. Da war sie bereits als totale Finsternis sichtbar. Der Totalitätstreifen zog sich quer über Europa bis Rumänien, wo sie die längste Dauer der Totalität hatte – 2 Minuten und 23 Sekunden. Östlich von Indien im Golf von Bengalen endete bei Sonnenuntergang die Sonnenfinsternis. Da der Durchmesser der Sonne das Vierhundertfache des Durchmessers des Mondes beträgt, und der Abstand Erde-Mond an diesem Tag ebenfalls (und zufällig) ein Vierhundertstel der Entfernung Erde-Sonne betrug, kam es an diesem Tag und über Zentraleuropa zu einer "gerade-noch" totalen Abdeckung.
Als sich im Jahr 1999 die Medienberichte für die bevorstehende totale Sonnenfinsternis über Zentraleuropa mehrten, wurde oftmals mit der Ankündigung: "Eclipse 99" auf dieses Ereignis hingewiesen und es wurden entsprechende Erklärungen zur Entstehung aber auch Vorschauen auf das kommende Naturschauspiel gemacht.
Siehe auch
- Merkurtransit
- Venustransit
- Saros
- Verfinsterung, Okkultation
- Phobosdurchgang vom Mars
- Deimosdurchgang vom Mars
Weblinks
- [http://eclipse.astronomie.info/2005-10-03/ Ringförmige Sonnenfinsternis vom 3.10.2005]
- [http://calsky.com/?Solareclipse= Lokale Zeiten von Sonnenfinsternisse]
- [http://www.finsternisse.de/ Sonnen- und Mondfinsternisse]
- [http://timms.uni-tuebingen.de/List/List01.aspx?rpattern=UT_19990820_001_werner_0001 Vortrag von Prof. Dr. Werner an der Universität Tübingen zur (damals bevorstehenden) totalen Sonnenfinsternis am 11.08.1999]
- [http://www.deutsches-museum.de/ausstell/dauer/astro/sofi.htm Rückblick auf die Totale Sonnenfinsternis vom 11.08.1999 (www.deutsches-museum.de)]
- [http://www.deutsches-museum.de/ausstell/dauer/astro/sofi1.htm Zukünftige und historische Sonnenfinsternisse (www.deutsches-museum.de)]
- [http://sunearth.gsfc.nasa.gov/eclipse/solar.html Informationen zu Sonnenfinsternissen bei der NASA (nasa.gov)]
- [http://sunearth.gsfc.nasa.gov/eclipse/SEatlas/SEatlas3/SE2001-25T-1.GIF Weltkarte aller totalen Sonnenfinsternisse von 2001-2025 (nasa.gov)]
- [http://nicmosis.as.arizona.edu:8000/ECLIPSE_WEB/ECLIPSE_86/ECLIPSE_86.html Film + Fotos der bemerkswerten hybriden Sonnenfinsternis vom 3.10.1986 (arizona.edu)]
- [http://eclipse.astronomie.info/transit/venus/isstransit/isstransit.html Venus und die Raumstation ISS vor der Sonne (astronomie.info)]
- [http://www.astro.univie.ac.at/~sofi99/Geschichte/text1.htm Beschreibung der Sonnenfinsternis vom 8. Juli 1842 von Adalbert Stifter (univie.ac.at)]
- [http://www.strickling.net/astro.htm#Sonnenfinsternis Site, die sich u. A. ausführlich mit Fliegenden Schatten beschäftigt]
Kategorie:Himmelsmechanik
ja:日食
ko:일식
ms:Gerhana matahari
th:สุริยุปราคา
Meder
Die Meder waren ein antikes indoiranisches Volk. Sie lebten in Medien, im Westen des heutigen Irans.
Vorgeschichtliche Zeit
Vor deren Reichsgründung unterteilt F. W. König die Meder in zwei Stämme. Erstens das Reich Manda und zweitens das Mada-Parsa-Reich. Ein kaum greifbares Königreich Manna (Mannäer) im nördlichen Zagros-Gebirge, das ein Teilstamm der Skythen gegründet haben soll, wird nach König zum Ausgangspunkt der Wanderungen der Meder. Die eigentliche, langsame Wanderung der Meder in das Gebiet um Ekbatana wäre dann in einer Größenordnung von 10-15.000 Personen erfolgt und dürfte um 810 v. Chr. noch nicht abgeschlossen gewesen sein.
Herodot (I,101) unterteilt die Meder in die Stämme der Busen, Paretakener, Struchaten, Arizanter, Budier und Mager.
Geschichtliche Zeit
Meder-Reich (728 v. Chr. bis 550 v. Chr.)
Deiokes gilt als Gründer des Mederreiches mit der Hauptstadt Ekbatana. Phraortes verdrängte die Assyrer und einte die Stämme. 614 v. Chr. zerschlugen die Meder Assyrien und zerstörten Assur. 612 v. Chr. wird dann auch die alte Hauptstadt der Assyrer Ninive zerstört.
Die vorübergehende Herrschaft der Skythen, von denen die Meder angeblich die Reiterkriegsführung erlernten - die Meder wurden später berühmt für ihre Pferdezucht - wurde schließlich von Kyaxares II. beendet. Damit erreicht das medische Reich seine größte Ausdehnung. Ein Krieg gegen die Lyder wurde durch die von Thales von Milet vorhergesagte Sonnenfinsternis am 28. Mai 585 v. Chr. beendet. Beide Seiten wurden von dem Naturereignis derart erschreckt, dass sie Frieden schlossen.
550 v. Chr. verbündete sich der medische Adel mit den verbündeten Persern gegen Astyages, was schließlich zum Ende der Mederherrschaft führte. Das Mederreich wurde schließlich von Kyros II. erobert, der damit den Grundstein für das Perserreich legte. Die medische Aristokratie genoss später im Perserreich der Achämeniden viele Privilegien und wurde an der Verwaltung beteiligt.
In der größten Ausdehnung reichte das medische Reich von dem Fluss Halys in Anatolien bis nach Baktrien (Afghanistan) an den Fluss Oxus (Amudarja).
Die Nachfolger der Meder sind das heutige Volk der Kurden.
Herrscher der Meder
(Angaben der Regierungslänge nach Herodot)
- Deiokes, Daiaukku oder Dajaukku: 728 v. Chr. bis 715/714 v. Chr. (ziemlich sicher)
- Kyaxares I., Hwachschatara oder Uaksatar: 715/714 bis 675 v. Chr. - hat zusammen mit Deiokes 53 Jahre regiert.
- Phraortes, Chschathrita oder Kaschtarita: 675/674 v. Chr. bis 653 v. Chr. - hat 22 Jahre regiert
- Kyaxares II., Hwachschatara, Huvakhashatra oder Umakischtar: 652 v. Chr. - 612 v. Chr. - hat 40 Jahre regiert
- Arbaka, Arphaxad, Arbakes: 612 v. Chr. - 585 v. Chr. - hat 28 Jahre regiert (Skythe ?)
- Astyages, Stuwega oder Ischtuwegu: 585 v. Chr. - 550 v. Chr. (sicher) - hat 35 Jahre regiert
Siehe auch: Iranier, Liste antiker iranischer Volksstämme
Literatur
- Jahanshah Derakhshani: Die Arier in den nahöstlichen Quellen des 3. und 2. Jahrtausends v.Chr. 2. Auflage 1999 ISBN 964-90368-6-5
- König, F.W.: Älteste Geschichte der Meder und Perser. Der Alte Orient. Band 33. Heft ¾. Hinrichs´sche Buchandlung Leipzig. 1934.
Kategorie:Iranische Ethnie
Kategorie:Nahost
Kategorie:Meder
ja:メディア王国
1830
- 22. Januar/3. Februar: Londoner Protokoll: Loslösung Griechenlands vom Osmanenreich
- 8. April: Mexiko untersagt den USA die weitere Kolonisation von Texas
- 13. Mai: Ecuador wird unabhängige Republik
- 28. Mai: USA The Indian Removal Act
- 26. Juni: Wilhelm IV. neuer König von Großbritannien und Hannover
- 5. Juli: Frankreich annektiert den Berberstaat Algerien
- 27. Juli: Julirevolution in Frankreich
- 2. August: Frankreich. Sturz von König Karl X.
- 14. September: Venezuela wird selbständig
- 4. Oktober: Loslösung Belgiens von den Niederlanden
- 5. Dezember: Freiämtersturm in Schweizer Kanton Aargau
- Ausbruch der Schneiderrevolution in Berlin
- Charles Lyell veröffentlicht sein bahnbrechendes Werk „Principles of Geologie“
- In Gabrow bei Stettin entsteht die erste deutsche Schiffbauschule. Sie wird 1861 dem königlichen Gewerbeinstitut in Berlin angegliedert
- Frankreich besetzt Algier
- Novemberaufstand in Polen
Religion
- 6. April: die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage wird gegründet
Technik und Wissenschaft
- 15. September: Eröffnung der Eisenbahnstrecke Liverpool - Manchester
- 1. November: Auf der Insel Wangerooge wird der erste Leuchtturm mit Blinkfeuer an der deutschen Nordseeküste in Betrieb genommen
Kultur
- 20. Januar: Uraufführung der Operette Baron Luft von Conradin Kreutzer am Theater am Kärntnertor in Wien
- 28. Januar: Uraufführung der Oper Fra Diavolo oder Das Gasthaus von Terracina von Daniel-François-Esprit Auber am Théâtre Feydeau in Paris
- 11. März: Uraufführung der Oper I Capuleti e i Montecchi (Romeo und Julia) von Vincenzo Bellini am Teatro la Fenice in Venedig
- 23. April: Uraufführung der Oper Danilowa von Adolphe Adam an der Opéra-Comique in Paris
- 27. Mai: Uraufführung der komischen Oper Attendre et courir von Fromental Halévy an der Opéra-Comique in Paris
- 26. Juli: Uraufführung der Oper Les Trois Cathérine von Adolphe Adam am Théâtre des Nouveautés in Paris
- 21. August: Uraufführung der Oper Trois Jours en une heure von Adolphe Adam an der Opéra-Comique in Paris
- 13. Oktober: Uraufführung der Oper Der Gott und die Bajadere von Daniel-François-Esprit Auber an der Opéra-Comique in Paris
- 2. Dezember: Uraufführung der Oper Josephine ou Le Retour de Wagram von Adolphe Adam an der Opéra-Comique in Paris
- 5. Dezember: Uraufführung der Symphonie fantastique von Hector Berlioz in Paris
- 11. Dezember: Uraufführung der komischen Oper La Langue musicale von Fromental Halévy an der Opéra-Comique in Paris
- Eröffnung der ersten Pizzeria. (Pizzeria Port' Alba in Neapel)
- 6. Januar: Alfred Hegar, deutscher Arzt und Gynäkologe († 1914)
- 8. Januar: Hans Guido von Bülow, deutscher Pianist und Dirigent († 1894)
- 26. Januar: Karl Holub, böhmischer Waffentechniker († 1903)
- 17. Februar: Gerard Krefft, deutsch-australischer Zoologe und Paläontologe († 1881)
- 5. März: Étienne-Jules Marey, französischer Physiologe († 1905)
- 11. März: Eduard Dallmann, deutscher Entdecker und Polarforscher († 1896)
- 15. März: Élisée Reclus, französischer Geograph und Anarchist († 1905)
- 15. März: Paul Heyse, deutscher Schriftsteller und Literaturnobelpreisträger († 1914)
- 24. März: Robert Hamerling, österreichischer Schriftsteller († 1889)
- 9. April: Eadweard Muybridge, britischer Fotograf und Pionier der Fototechnik († 1904)
- 1. Mai: Guido Gezelle, flämischer Dichter († 1899)
- 4. Mai: Arnous de Rivière, französischer Schachspieler († 1905)
- 6. Mai: Abraham Jacobi, deutscher „Vater“ der Kinderheilkunde († 1919)
- 29. Mai: Louise Michel, französische Anarchistin
- 10. Juli: Camille Pissarro, französischer Maler († 1903)
- 14. Juli: Henry E. Bird, englischer Schachspieler († 1908)
- 20. Juli: Clements Markham, britischer Entdecker, Autor und Geograph († 1905)
- 10. August: Okubo Toshimichi, japanischer Innenminister der Meiji-Zeit († 1878)
- 15. August: Maria Lebstück, Offizierin und Freiheitskämpferin in Ungarn († 1892)
- 17. August: Richard Volkmann, deutscher Chirurg
- 18. August: Franz Joseph I., Kaiser von Österreich-Ungarn († 1916)
- 19. August: Lothar Meyer, deutscher Arzt und Chemiker († 1895)
- 31. August: Edmund Kretschmer, deutscher Komponist († 1908)
- 8. September: Frédéric Mistral, französischer Dichter und Linguist († 1914)
- 13. September: Marie von Ebner-Eschenbach, österreichische Schriftstellerin († 1916)
- 20. September: Yoshida Shōin, japanischer Intellektueller und Revolutionär († 1859)
- 25. September: Karl Klindworth, deutscher Komponist und Dirigent († 1916)
- 5. Oktober: Chester A. Arthur, 21. Präsident der USA († 1886)
- 7. Oktober: Antonio Luigi Gaudenzio Giuseppe Cremona, italienischer Mathematiker und Politiker († 1903)
- 13. Oktober: Georg Kruse, deutscher Schauspieler und Schriftsteller († 1908)
- 14. November: Conrad Bursian, deutscher Philologe und Archäologe († 1883)
- 22. November: Karl Christian Bruhns, deutscher Astronom († 1881)
- 25. November: Lina Morgenstern, deutsche Schriftstellerin, Frauenrechtlerin († 1909)
- 29. November: Jules Péan, französischer Chirurg († 1898)
- 10. Dezember: Emily Dickinson, US-amerikanische Dichterin
- 11. Dezember: Kamehameha V., König von Hawaii († 1872)
- 17. Dezember: Jules de Goncourt, französischer Schriftsteller († 1870)
- 7. Januar: Charlotte Johanna, Prinzessin von Spanien und Königin von Portugal ( - 1775)
- 7. Januar: Thomas Lawrence, britischer Maler ( - 1769)
- 14. Januar: Johann Georg Repsold, deutscher Feinmechaniker ( - 1770)
- 17. Januar: Wilhelm Waiblinger, Dichter und Schriftsteller ( - 1804)
- 19. Februar: Christian Gottfried Lorsch, Bürgermeister der Stadt Nürnberg ( - 1793)
- 2. März: Thomas Soemmering, war Arzt ( - 1755)
- 17. März: Laurent de Gouvion Saint-Cyr, Französischer Politiker und Militär ( - 1764)
- 21. März: Johann Rudolf Wyss, Schweizer Autor ( - 1782)
- 30. März: Ludwig I., Großherzog von Baden ( - 1763)
- 9. April: Friedrich Münter, deutscher evangelischer Theologe und Bischof in dänischen Diensten ( - 1761)
- 15. Mai: Dominique Joseph Vandamme, französischer General ( - 1770)
- 16. Mai: Jean Baptiste Joseph Fourier, französischer Mathematiker und Physiker ( - 1768)
- 4. Juni: Antonio José de Sucre, Südamerikanischer Freiheitsheld ( - 1795)
- 24. Juni: Georg IV., König von Großbritannien, Irland und Hannover ( - 1762)
- 4. Juli: Johann Friedrich Gottlieb Delbrück, preußischer Theologe und Erzieher am Königshof ( - 1768)
- 15. Juli: Gottlob Heinrich von Lindenau, königlich-sächsischer Kammerherr, Kreisoberforstmeister und Rittergutsbesitzer ( - 1755)
- 24. Juli: Carl Gustav Jochmann, deutscher Publizist ( - 1789)
- 2. August: Friedrich David Gräter, Begründer der wissenschaftlichen Nordistik in Deutschland ( - 1768)
- 23. August: Ferdinand Friedrich von Anhalt-Köthen, Fürst von Anhalt-Köthen ( - 1769)
- 4. Oktober: Johann David Ludwig Graf Yorck von Wartenburg, preußischer Feldmarschall ( - 1759)
- 4. Oktober: John Parker Boyd, US-amerikanischer Söldner und General ( - 1764)
- 18. November: Adam Weishaupt, Gründer des Ordens der Illuminaten ( - 1748)
- 1. Dezember: Pius VIII., Papst von 1829 bis 1830 ( - 1761)
- 17. Dezember: Simón Bolivar, bolivianischer Widerstandskämpfer und Politiker ( - 1783)
- 28. Dezember: Therese Krones, österreichische Schauspielerin ( - 1801)
ko:1830년
th:พ.ศ. 2373
Indianer Nordamerikas
Zu den Indianern Nordamerikas zählt man üblicherweise sämtliche Indianer nördlich von Mexiko. Ausgenommen sind die Ureinwohner Hawaiis, die Inuit, Unangan und Yupik in Alaska und der nordkanadischen Arktis, die sich genetisch und kulturell stark von den nordamerikanischen Indianern unterscheiden. Ebenfalls nicht zu den Indianern gezählt werden Mischvölker wie die Métis.
Eine Eigenart der nordamerikanischen Indianer ist, dass sich Völker derselben Sprachgruppe weder kulturell ähnlich, noch räumlich nah sein müssen.
Die nordamerikanischen Indianer-Völker unterscheiden sich kulturell erheblich. So gibt es zum einen demokratisch organisierte Stämme mit Ältestenrat, Stammesrat und Ratsfeuer wie beispielsweise die Irokesen, zum anderen monarchisch organisierte Stämme wie Wampanoag oder Powhatan.
Das Oberhaupt eines Stammes wird in den verschiedenen europäischen Sprachen, die mit den Indianern in Berührung kamen, unterschiedlich tituliert:
Chief (englisch), Sachem (französisch) oder Kazike (spanisch: cacique).
Im Deutschen übersetzt man diese Titel als „Häuptling“.
Geschichte
Besiedlung Nordamerikas
Hauptartikel: Besiedlung Amerikas
Die Erforschung der Besiedlung Nordamerikas ergibt ein recht einheitliches Bild; im Gegensatz zu Mittel- und Südamerika. Die Besiedlung erfolgte nach heutigem Wissensstand in drei, möglicherweise vier Einwanderungswellen:
Die erste Welle traf um etwa 12.000–11.000 v. Chr. von Asien her über eine Landbrücke bei der Beringstraße oder in Booten entlang der Küste ein. Die ältesten allgemein anerkannten archäologischen Spuren sind die der Clovis-Kultur, die etwa das genannte Alter hat. Sie finden sich im Südwesten der USA. Mit der zweiten Welle trafen die Vorfahren der Na-Dene-Indianer ein und mit der dritten jene der Inuit. Möglicherweise wanderten die Vorfahren der Algonkin in einer separaten Welle zwischen den Clovis und den Na-Dene nach Amerika. Einige Funde wie der des Kennewick-Mannes lassen vermuten, dass möglicherweise weitere Gruppen von Europa oder Ozeanien aus den Weg nach Amerika gefunden haben.
Gesichert ist, dass die Wikinger um 1000 n. Chr. in Neufundland (Kanada) eine Siedlung errichteten. Im 12. Jahrhundert dürfte der walisische Prinz Madoc mit einer Gruppe nach Nordamerika gesegelt sein und sich im Gebiet der heutigen US-Bundesstaaten Kentucky, Georgia und Tennessee niedergelassen haben. Möglicherweise hat diese Gruppe den Indianerstamm der Mandan gegründet.
Die ersten Siedler trafen auf Großwild wie Mammute, Mastodonten, Moschusochsen, Riesenfaultiere, Elche, Karibus und Bären. Sie jagten diese Tiere mit Harpunen, Wurfspießen und Speerschleudern. Weiter sammelten sie Beeren, Nüsse und Wildreis. Entlang der Küsten fingen sie Fische. Zwischen 13.000 und 9.000 v. Chr. wich das Eis zurück und hinterließ große Seen und Flüsse, die sich zur Fischerei anboten.
Vermutlich etwa um 8.000 v. Chr. starben etliche der Großwildtiere aus, ob aufgrund übermäßigen Jagens oder aufgrund der Klimaveränderung, ist nicht geklärt. Gleichzeitig ermöglichte das wärmere Klima Ackerbau, so dass in den folgenden Jahrtausenden etliche Indianervölker vom nomadischen Jäger- und Sammlertum zum sesshaften Ackerbau übergingen. Besonders im Südosten der heutigen USA entwickelten indianische Völker Hochkulturen.
Kolonialgeschichte
Nach der Reise von Christoph Kolumbus im Jahre 1492 nach Amerika wanderten immer mehr Europäer nach Amerika aus. Allein zwischen 1620 und 1770, also bis knapp vor der amerikanischen Unabhängigkeit, stieg die weiße Bevölkerung in den USA von 2.000 auf über 2,2 Millionen an. Dies führte zu Landstreitigkeiten zwischen Weißen und Indianern.
Pelzhandel
Der Pelzhandel zwischen Euro-Amerikanern und Indianern nimmt eine wichtige Rolle in der amerikanischen Kolonialgeschichte ein. Die europäischen Einwanderer hatten großen Bedarf an Pelzen für den heimischen Markt. Besonders Biberpelze waren für Kopfbedeckungen sehr begehrt. Die weißen Händler tauschten die Pelze bei den Indianern ein oder kauften sie weißen Fallenstellern ab. Oft stiessen die Fallensteller in bisher für die Einwanderer unbekanntes Gebieten vor und trugen so erheblich zur Erkundung Amerikas bei. Die Weißen waren an Handels-Koalitionen mit indianischen Stämmen nicht nur aus ökonomischen sondern auch aus politischen Gründen interessiert, brauchten sie doch diese Allianzen im Kampf um die koloniale Vormachtsstellung in Amerika. Für die Indianer brachte der Pelzhandel erhebliche Änderungen der Machtverteilung mit sich. Wer sich eine gute Position im Pelzhandel sichern, und damit europäische Güter wie zum Beispiel Feuerwaffen einhandeln konnte, war klar im Vorteil. Der Pelzhandel brach im 19. Jahrhundert zusammen. Gründe waren die Ausrottung der Pelztiere an vielen Orten Nordamerikas und die Änderung der Hutmode in Europa.
Neue Waffen
Pelzhandel
Die europäischen Einwanderer brachten nach 1492 verschiedene Kulturgüter mit sich, die das Leben der Indianer nachhaltig veränderten. Die Anwendung von Metallspitzen auf Speeren und Pfeilen führte zu ersten Kräfteverschiebungen unter den indianischen Nationen. Früher hatten sie Steinspitzen aus Granit oder anderen harten Steinen gebaut. Regelrechte Völkerwanderungen wurden jedoch durch die ungleichmäßige Einführung von Feuerwaffen entlang der nordamerikanischen Ostküste und von der Hudson Bay aus ausgelöst. Stämme, die zuerst Feuerwaffen erhielten, konnten benachbarte Stämme oft völlig aus ihren angestammten Gebieten vertreiben, was zu regelrechten Domino-Effekten führte. Später berühmt gewordene Stämme wie die Lakota oder die Cheyenne waren ursprünglich sesshafte Bewohner des östlichen Waldlandes, bevor mit Feuerwaffen ausgestattete Nachbarn sie verdrängten. Solange Vorderlader verwendet wurden, hatten Feuerwaffen vor allem einen psychologischen Vorteil und eine größere Reichweite als Pfeil und Bogen, waren jedoch Pfeil und Bogen in puncto Feuergeschwindigkeit stark unterlegen.
Noch 1866 erlangten größtenteils mit Pfeil und Bogen bewaffnete Lakota und Cheyenne entscheidende Siege gegen US-Truppen. Bereits im Folgejahr, als die US-Armee mit Repetiergewehren ausgestattet war, änderte sich dies schlagartig. Dem rücksichtslosen Einsatz von industriellen Tötungsmitteln gegen Männer, Frauen und Kinder wie Gebirgshaubitzen, Hotchkiss-Schnellfeuerkanonen, die 100 Schuss pro Minute abfeuerten, sowie Gatling-Kanonen, einer frühen Form des Maschinengewehrs, hatten die Indianer nichts entgegenzusetzen.
Pferde
Die frühen spanischen Einwanderer führten Pferde mit sich, die sich rasch in Nordamerika verbreiteten und von vielen Indianervölkern in ihre Kultur integriert wurden. Besonders für die nomadischen Völker der Plains wurden die Pferde zu einem zentralen Gut. Sie konnten die Travois und damit auch die Tipis der Prärieindianer erheblich vergrößern, waren mobiler und konnten sich in Gegenden ausbreiten, die früher unbewohnbar waren. So wurde ein großer Teil der Plains, das karge Grasland, erst nach Einführung des Pferdes besiedelt. Diese machten auch die vorher sehr mühsame Jagd auf die dort lebenden Bisons wesentlich einfacher. Ehemals kleine und schwache Stämme wie die Comanche, Lakota oder Cheyenne wurden zu erheblichen Machtfaktoren in den Plains.
Ausrottung durch Infektionskrankheiten
Die Indianer Amerikas wurden von den Europäern, die nach Amerika auswanderten, in oft blutigen und grausamen Auseinandersetzungen von ihrem Land verdrängt.
Daneben spielten viele bisher in Amerika nicht bekannte Infektionskrankheiten eine Rolle beim Rückgang der indigenen Bevölkerung. Teils wurden sie unbewusst oder doch unbeabsichtigt aus Europa eingeschleppt. Es gehört aber zu den schrecklichsten Kapiteln der Eroberung Amerikas durch die Europäer, dass diese teilweise Infektionen auch gezielt unter der Urbevölkerung verbreiteten, um zu töten. Dabei dürfte es sich vermutlich um den ersten Einsatz von biologischen Waffen handeln.
Indianerpolitik
Die Indianerpolitik der USA und Kanadas war gezeichnet vom Wunsch der weißen Siedler nach Land und der folglichen Unterwerfung der Indianer. Im Jahre 1763, noch vor der Gründung der USA, entstand durch den Proclamation Act erstmals ein separates Indianer-Territorium, das die Indianer im Wesentlichen von den europäischen Auswanderern trennte. Das Gesetz trennte das Land entlang der Wasserscheide der Appalachen: Der westliche Teil wurde den Indianern zugeschrieben, der östliche den Weißen.
Bis gegen Ende des 19. Jahrhunderts hatten die europäischen Einwanderer sämtliche Indianer unterworfen. Hierbei spielten verschiedene Faktoren eine Rolle und wurden unterschiedliche Mittel eingesetzt: Indianerkriege, Umsiedlung, übermäßig viele weiße Siedler, eingeschleppte Krankheiten, gebrochene Verträge und gezielte Ausrottung der Bisons als Lebensgrundlage vieler Indianer. Das Massaker von Wounded Knee im Jahre 1890 markiert den endgültigen Sieg über die Indianer; seitdem lebten sie in Reservationen und waren von den Lebensmittelrationen der Weißen abhängig. Mit dem Reservationsland blieben den Indianern diejenigen Gebiete, welche die Weißen zuletzt für sich beanspruchten, meist unwirtliche Flächen.
Auch nach der Unterwerfung der Indianer versuchten die Weißen, das so genannte „Indianerproblem“ zu beseitigen, auch weil die Lebensmittelrationen Geld kosteten. Verschiedene Versuche wie der General Allotment Act, der Indian Reorganization Act und die Termination scheiterten aber nacheinander. Erst mit dem Indian Self Determination Act von 1968 erhielten die Indianer einen Teil ihrer Rechte wieder zurück. Ihr Leben ist jedoch nach wie vor geprägt von Rassendiskriminierung und Armut.
Kanada verabschiedete 1867 mit dem Indian Act ein Gesetz, das die kanadischen Indianer künftig als Mündel der Regierung behandeln ließ. Als solche können sie nicht über sich selbst entscheiden, sind jedoch von jeglichen Steuern befreit.
Bis in die 1970er Jahre wurden indianische Kinder - in Kanada wie in den USA - früh aus ihren Familien gerissen und in meist kirchliche Internate gesteckt. Dort durften sie nicht ihre Stammessprache sprechen und mussten das Christentum annehmen. Später kamen seelische und körperliche Misshandlungen an die Öffentlichkeit. Junge indianische Frauen wurden teilweise unter Zwang sterilisiert.
In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts gelangten die Indianer zu einigen Rechten. So erhielten sie 1960 in Kanada das Wahlrecht auf Bundesebene. 1982 unterschrieb Kanada einen Verfassungsartikel, womit es die traditionellen Rechte der Indianer wie auch die in staatlichen Verträgen festgelegten Rechte anerkannte. Mehrere indianische Gruppierungen errangen anschließend dank diesem Artikel vor Gericht Siege.
Siehe auch: Geschichte der USA, Geschichte Kanadas
Indianischer Widerstand
1944 gründeten Indianer verschiedenster Indianervölker den National Congress of American Indians (NCAI), der als erste und einzige panindianische Widerstandsorganisation gilt. Bereits früher waren diverse andere indianische Organisationen entstanden, die allerdings nicht bei allen Stämmen Unterstützung fanden. Der NCAI wurde zum Zwecke des besseren Schutzes der indianischen Rechte gegründet. Er verstand es als seine Aufgabe, in der amerikanischen Bevölkerung Öffentlichkeitsarbeit zum besseren Verständnis der indianischen Kultur und Situation zu leisten und sich für die Bewahrung der traditionellen kulturellen Werte einzusetzen. Der NCAI setzte sich für das Ende der Termination und für das Erstarken der Stammesregierungen ein. Bereits Ende des Zweiten Weltkrieges hatte der NCAI Mitglieder aus beinahe allen Stämmen in seinen Reihen.
Mit den Jahren stieg die Unzufriedenheit insbesondere unter den jüngeren Mitgliedern. Viele Indianer waren enttäuscht über das langsame Vorgehen des Kongresses. So spalteten sich 1961 de | | |