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| 29. August |
29. AugustDer 29. August ist der 241. Tag des Gregorianischen Kalenders (der 242. in Schaltjahren). Somit verbleiben noch 114 Tage bis zum Jahresende.
Ereignisse
- 1526 - In der Schlacht bei Mohács (Ungarn) siegen die Osmanen über das ungarische Heer.
- 1533 - Der gefangene Atahualpa, ein Herrscher des Inkareiches, wird in Cajamarca von Spaniern mit der Garotte erdrosselt
- 1622 - In der Schlacht bei Fleurus liefern sich die Truppen von Ernst von Mansfeld und Christian von Halberstadt sowie die spanischen Truppen unter General Córdoba ein verlustreiches Gefecht.
- 1756 - In Europa beginnt der Siebenjährige Krieg.
- 1778 - James Cook tritt die Rückreise nach Hawaii an, nachdem er als erster mit einem Schiff aus Westeuropa die Beringstraße erreicht hat.
- 1842 - Mit der Unterzeichnung des Vertrags von Nanking zwischen China und England wird der Erste Opiumkrieg beendet.
- 1882 - Landung britischer Truppen in Port Said; Beginn der Besetzung der Sueskanalzone
- 1900 - In Mailand wird der Anarchist Gaetano Bresci wegen seines tödlichen Attentats auf König Umberto I. verurteilt.
- 1944 - Der Slowakische Nationalaufstand beginnt.
- 1944 - Der ungarische Reichsverweser Miklós Horthy entlässt die nazifreundliche Regierung Sztójay und ernennt den ihm treuen General Géza Lakatos zum Ministerpräsidenten
- 1949 - Die Sowjetunion zündet ihre erste Atombombe.
- 1990 - Das Atom-Testgeländes bei Semipalatinsk, Kasachstan, wird geschlossen.
- 1995 - Ein Attentat auf Eduard Schewardnadse in Georgien scheitert.
Wirtschaft
- 1885 - Patentierung des Motorrads; erfunden von Gottlieb Daimler
- 1924 - Die Büchergilde Gutenberg wird vom Bildungsverband der deutschen Buchdrucker in Leipzig gegründet, um einfachen Leuten durch billige Bücher den Zugang zur Bildung und Kultur zu ermöglichen.
Wissenschaft und Technik
- 1970 - Die DC-10 absolviert ihren Jungfernflug.
Kultur
- 1775 - Uraufführung der Oper "L'incontro improviso" (Die unverhoffte Zusammenkunft) von Joseph Haydn in Esterház.
- 1787 - Uraufführung von Friedrich Schillers Drama "Don Carlos (Schiller)" in Hamburg
- 1861 - Uraufführung der Oper "Die Verschworenen oder Der häusliche Krieg" von Franz Schubert in Frankfurt am Main.
- 1952 - Premierenaufführung des Films "Casablanca" in Deutschland.
- 1966 - Die Beatles geben in San Francisco ihr letztes gemeinsames öffentliches Konzert.
Religion
- 1261 - Der gebürtige Franzose Jacques Pantaléon wird von einem nur siebenköpfigen Kardinalskollegium zum Nachfolger von Papst Alexander IV. gewählt und nimmt den Namen Urban IV. an. Er ist der letzte Papst, der nicht vorher Kardinal war.
Katastrophen
- 1996 - Spitzbergen, Norwegen. Eine russische Tupolew Tu-154 prallt gegen einen Berg. Alle 141 Menschen an Bord sterben.
- 1998 - Quito, Ecuador. Eine kubanische Tupolew Tu-154 schießt beim Start über die Landebahn hinaus und stürzt auf bewohntes Gebiet. Bei dem Unglück sterben 72 Menschen aus dem Flugzeug und 10 Anwohner. 18 Passagiere überleben.
- 2005 - Der Hurrikan Katrina trifft auf New Orleans/Louisiana und Mississippi und führt dort zu schweren Überschwemmungen. Tausende Menschen sterben.
Sport
- Ereignisse aus dem Bereich der Formel 1 siehe dort.
- Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden s. u. der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.
Geboren
Leichtathletik
Leichtathletik
Leichtathletik
Leichtathletik
Leichtathletik
- 1434 - Janus Pannonius, ungarischer Theologe und Lyriker († 1472)
- 1609 - Sassoferrato, italienischer Maler († 1685)
- 1619 - Jean-Baptiste Colbert, französischer Staatsmann und Begründer des Merkantilismus, Colbertismus († 1683)
- 1632 - John Locke, englischer Philosoph († 1704)
- 1756 - Friedrich Heinrich von Bellegarde, österreichischer Graf und Vizekönig von Lombardei-Venedig (1815-1816)
- 1767 - Antoine de Saint-Just, französischer Revolutionär
- 1776 - Georg Friedrich Treitschke, deutscher Librettist (Fidelio)
- 1780 - Jean Ingres, französischer Maler
- 1805 - Frederick Maurice, englischer Theologe († 1872)
- 1809 - Oliver Wendell Holmes, US-amerikanischer Arzt und Schriftsteller
- 1862 - Maurice Maeterlinck, belgischer Dichter
- 1862 - Andrew Fisher, australischer Premierminister 1908-1909, 1910-1913 und 1914-1915
- 1866 - Hermann Löns, deutscher Schriftsteller
- 1876 - Charles Kettering, US-amerikanischer Ingenieur, Wissenschaftler, Erfinder und Philosoph († 1958)
- 1881 - Edvin Kallstenius, schwedischer Komponist
- 1885 - Hans Jahn, deutscher Politiker der SPD, MdB
- 1888 - Gunichi Mikawa, japanischer Admiral
- 1898 - Preston Sturges, US-amerikanischer Drehbuchautor und Regisseur († 1959)
- 1903 - Ernst Kreuder, deutscher Schriftsteller
- 1904 - Werner Forßmann, deutscher Herzchirurg, Nobelpreis für Medizin 1956
- 1905 - Al Taliaferro, US-amerikanischer Comic-Zeichner (Donald Duck)
- 1905 - Hermann Berg, deutscher Politiker (FDP, DP), MdB
- 1906 - Ingo Braecklein, deutscher Bischof
- 1912 - S. Corinna Bille, schweizerische Schriftstellerin
- 1912 - Sohn Kee-chung, koreanischer Marathonläufer
- 1912 - Emil Schumacher, deutscher Künstler
- 1915 - Ingrid Bergman, schwedische Filmschauspielerin
- 1916 - George Montgomery, US-amerikanischer Schauspieler
- 1916 - Consuelo Velázquez, mexikanische Komponistin († 2005)
- 1920 - Charlie Parker, US-amerikanischer Musiker († 1955)
- 1923 - Richard Attenborough, britischer Schauspieler und Regisseur
- 1924 - Dinah Washington, US-amerikanische Sängerin
- 1928 - Adolf Bieringer, deutscher Politiker, CDU, MdB
- 1928 - Klaus Bölling, deutscher Journalist und Regierungssprecher von Helmut Schmidt
- 1928 - Aaron Victor Cicourel, amerikanischer Soziologe
- 1929 - Thom Gunn, britischer Lyriker
- 1933 - Arnold Koller, schweizerischer Politiker (CVP), Bundesrat 1987-1999
- 1934 - Horst Szymaniak, deutscher Fußballspieler
- 1936 - John McCain, US-amerikanischer Senator
- 1937 - James Florio, US-amerikanischer Gouverneur
- 1938 - Elliott Gould, US-amerikanischer Schauspieler (erster Ehemann von Barbra Streisand)
- 1938 - Robert Rubin, US-amerikanischer Finanzminister 1995-1999
- 1939 - Joel Schumacher, US-amerikanischer Regisseur
- 1940 - Til Erwig, deutscher Schauspieler
- 1941 - Christel Deichmann, deutsche Politikerin, SPD, MdB
- 1941 - Sibylle Bergemann, deutsche Fotografin
- 1942 - Gottfried John, deutscher Schauspieler
- 1942 - Cornelie Sonntag-Wolgast, deutsche Politikerin, SPD, MdB
- 1943 - Dick Halligan, US-amerikanischer Musiker
- 1945 - Chris Copping, britischer Musiker
- 1946 - Ingeburg Gehlen, Deutscher Kirchenvorstand St. Nikolai
- 1947 - Tony Eyers, britischer Musikproduzent
- 1947 - Dave Jenkins, US-amerikanischer Musiker und Sänger
- 1957 - Miki Malör, österreichische Theatermacherin
- 1958 - Michael Jackson, US-amerikanischer Musiker
- 1962 - Jutta Kleinschmidt, deutsche Profi-Marathon-Rallyefahrerin
- 1963 - Karl Markovics, österreichischer Schauspieler
- 1963 - Klaus Schüle, deutscher Politiker, CDU, MdL
- 1964 - Doris Ahnen, deutsche Politikerin SPD
- 1968 - Willi Landgraf, deutscher Fußballspieler
- 1971 - Oliver Berben, deutscher Filmproduzent (Sohn von Iris Berben)
- 1981 - Emilie Dequenne, belgische Schauspielerin
- 1983 - A+, eigentlich André Levins, US-amerikanischer Rapper
Gestorben
- 886 - Basileios I., Byzantinischer Kaiser
- 1395 - Albrecht III., Herzog von Österreich
- 1499 - Alesso Baldovinetti, italienischer Maler
- 1523 - Ulrich von Hutten, deutscher Humanist und Schriftsteller
- 1526 - Ludwig II., König von Ungarn und Böhmen
- 1533 - Atahualpa, letzter Inka-Herrscher im heutigen Peru
- 1761 - Louis Couperin, französischer Komponist, Organist und Geigenspieler
- 1797 - Joseph Wright, britischer Maler
- 1799 - Giovanni Angelo Conte Braschi, Papst von 1775 bis 1799
- 1799 - Pius VI., Papst von 1775 bis 1799
- 1816 - Johann Hieronymus Schröter, deutscher Jurist und hoher Beamter
- 1828 - Ludwig August Struve, deutscher Arzt
- 1862 - Francesco Carlini, italienischer Astronom und Geodät
- 1865 - Gustav Harkort, deutscher Unternehmer, Bankier und Eisenbahn-Pionier
- 1868 - Christian Friedrich Schönbein, deutsch-schweizerischer Chemiker
- 1873 - Hermann Hankel, deutscher Mathematiker
- 1875 - Gustave Lannes De Montebello, französischer General
- 1877 - Brigham Young, Mormonen-Führer, Gründer von Utah und der Stadt Salt Lake City
- 1904 - Murad V., Sultan des Osmanischen Reiches
- 1915 - Julius Payer, österreichisch-ungarischer Polar- und Alpenforscher
- 1917 - Albert Grey, 4. Earl Grey, britischer Politiker und Staatsmann
- 1918 - Max Dauthendey, deutscher Dichter und Maler
- 1920 - Gustav Jenner, deutscher Komponist
- 1920 - Léon-Adolphe Amette, Erzbischof von Paris und Kardinal
- 1922 - Vic Gonsalves, niederländischer Fußballspieler
- 1953 - Richard Euringer, nationalsozialistischer deutscher Schriftsteller
- 1957 - Willi Agatz, deutscher Politiker
- 1960 - Vicki Baum, österreichische Harfenistin und Schriftstellerin
- 1966 - Saiyid Qutb, Theoretiker der ägyptischen Muslimbruderschaft
- 1972 - Herta Ilk, deutsche Politikerin
- 1972 - Lale Andersen, deutsche Sängerin und Schauspielerin
- 1973 - Stringer Davis, englischer Schauspieler
- 1975 - Eamon de Valera, irischer Politiker, Premierminister und Staatspräsident
- 1976 - Jimmy Reed, US-amerikanischer Sänger
- 1980 - Franco Basaglia, italienischer Psychiater
- 1982 - Ingrid Bergman, schwedische Schauspielerin
- 1982 - Nahum Goldmann, Gründer und Präsident des Jüdischen Weltkongresses
- 1987 - Lee Marvin, US-amerikanischer Schauspieler
- 1992 - Félix Guattari, französischer Psychiater
- 1995 - Thomas Strittmatter, deutscher Schriftsteller
- 2002 - Lance Macklin, englischer Rennfahrer
- 2002 - Siegfried Pitschmann, deutscher Schriftsteller
- 2003 - Michel Constatin, französischer Filmschauspieler
- 2003 - Mohammed Baqir al-Hakim, schiitischer Geistlicher
- 2004 - Hans Vonk, niederländischer Dirigent
- 2005 - Jacques Dufilho, französischer Schauspieler
Feier- und Gedenktage
- Namenstag: Sabine
- Slowakische Republik: Tag des Slowakischen Nationalaufstandes
- Gedenktag der Enthauptung Johannes des Täufers
Siehe auch
- 28. August - 30. August
- 29. Juli - 29. September
- Historische Jahrestage - Zeitskala
- Wikipedia:Glaskugel - Wikipedia:Formatvorlage Tag
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Gregorianischer KalenderDer gregorianische Kalender, benannt nach Papst Gregor XIII., ist der heute in den meisten Teilen der Welt gültige Kalender.
Gregorianische Kalenderreform
Kalender
Das erste Konzil von Nizäa bestimmte im Jahre 325, dass das Osterfest immer am ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond nach Frühlings-Anfang (bezogen auf Jerusalem) gefeiert werden sollte. Das astronomische Ereignis des Primar-Äquinoktiums (Frühlings-Tagundnachtgleiche der nördlichen Hälfte unseres Planeten) fand im Konzilsjahr 325 am 21. März statt, und die julianische Schalttagsregelung wurde damals noch nicht als verbesserungsbedürftig erkannt. Der damals gültige julianische Kalender ging von einem mittleren Sonnenjahr von 365,25 Tagen aus und glich die Differenz (bezogen auf 365 Tage) von annähernd 6 Stunden alle vier Jahre durch die Einfügung eines Schalttags aus. Gegenüber dem vom tatsächlichen Gang der Himmelsmechanik astronomisch vorgegebenen Sonnenjahr, das im Jahre 2000 auf 365,242190517 Tage bestimmt wurde -also etwa 365 Tage, 5 Stunden, 48 Minuten und 45,25 Sekunden- war das Jahr des julianischen Kalenders also etwas mehr als 11 Minuten zu lang. Bis ins 16. Jahrhundert, zur Zeit Papst Gregors XIII., hatte sich dieser Fehler so ausgewirkt, dass das Primar-Äquinoktium im Jahr 1582 schon am 11. März stattfand.
Diese Verschiebung des Kalenders war jedoch schon längere Zeit vorher offenkundig geworden. Seit dem 14. Jahrhundert wurden immer wieder Vorschläge für eine Kalenderreform unterbreitet – u. a. durch Nikolaus von Kues, Regiomontanus und Nikolaus Kopernikus. Diese waren aber stets abgelehnt worden. Gleichwohl bildeten Kopernikus' Werk De Revolutionibus Orbium Coelestium (»Von den Umdrehungen der Himmelskörper«) sowie die prutenischen Tafeln von Erasmus Reinhold die Basis für die schließlich von Papst Gregor XIII. dekretierte Reform.
Um die Frühlings-Tagundnachtgleiche wieder mit dem 21. März in Übereinstimmung zu bringen und Ostern wieder am richtigen Tage feiern zu können, folgte der Papst dem Vorschlag des Mediziners und Hobby-Astronomen Aloisius Lilius und bestimmte, dass im Jahre 1582 zehn Tage übersprungen werden sollten. Daher folgte in einigen römisch-katholischen Ländern auf den 4. Oktober gleich der 15. Oktober – die Abfolge der Wochentage blieb dabei jedoch unverändert. Damit fand das Primar-Äquinoktium dort im Folgejahr 1583 wieder am 21. März statt; die Zeitrechnung innerhalb des Christentums war jedoch nicht mehr einheitlich. Damit war die Ausgangslage, wie sie zur Zeit des Konzils bestand, wieder ungefähr hergestellt.
Um ein erneutes Abrücken des 21. März vom Zeitpunkt des Primar-Äquinoktiums für alle Zukunft zu vermeiden, legte der neue gregorianische Kalender die Dauer des mittleren Sonnenjahrs auf 365,2425 statt wie bisher auf 365,25 Tage fest. Diese Verkürzung erfolgte dadurch, dass – abweichend von der Schaltregel des julianischen Kalenders – die Jahre keinen Schalttag haben, deren Zahl zwar ohne Rest durch 100, nicht aber durch 400 geteilt werden kann.
Weil bis zur ersten Anwendung dieser neuen Ausnahmeregel im Jahre 1700 noch 117 Jahre vergingen, hat sich der Kalender gegenüber dem astronomischen Ereignis des Primar-Äquinoktiums im Durchschnitt wieder um 1 Tag verrückt. Seither pendelt es zwischen dem 19. und 21. März.
Die Schaltregeln
- Nach der grundsätzlich weiterhin gültigen Julianischen Schaltregel weisen Jahre, deren Zahlen durch 4 dividiert natürliche Zahlen ergeben, im Februar einen 29. Tag (“Schalttag“) auf und umfassen dadurch als Schaltjahre 366 Tage.
- Die Gregorianische Schaltregel bestimmt hiervon drei Ausnahmen : Keine Schaltjahre sind diejenigen Säkular-Jahre (Jahre, deren Zahl am Ende zwei Nullen aufweist), deren Zahl durch 400 dividiert keine natürliche Zahl ergibt.(Deshalb waren die Jahre 1700, 1800 und 1900 keine Schaltjahre, und auch die Jahre 2100, 2200 und 2300 werden keine Schaltjahre sein.)
oder:
- Ist die Jahreszahl durch 4 teilbar, aber nicht durch 100, dann ist es ein Schaltjahr mit 366 Tagen. Beispiele: 1980, 1972, 1720.
- Ist die Jahreszahl durch 100 teilbar, aber nicht durch 400, dann ist das Jahr ein gewöhnliches Gemeinjahr und hat nur 365 Tage, z. B. in den Jahren 1700, 1800 und 1900 oder ferner 2100.
- Ist die Jahreszahl durch 400 teilbar, ist das Jahr ein Schaltjahr. Die Jahre 1600 und 2000 waren – in Übereinstimmung mit der Julianischen Schaltregel – Schaltjahre zu 366 Tagen.
Einführung des gregorianischen Kalenders in verschiedenen Ländern
Nur wenige Länder wie Spanien oder Portugal übernahmen den gregorianischen Kalender tatsächlich am 4./15. Oktober 1582. Die meisten römisch-katholischen Länder Europas folgten in den nächsten Jahren, während die protestantischen Länder den neuen Kalender, weil vom Papst dekretiert, zunächst ablehnten. Beispielsweise führten ihn die meisten katholischen Kantone der Schweiz 1584 ein, das Wallis jedoch erst 1655. Dort folgte damals auf den 28. Februar der 11. März. Die evangelischen Territorien des Deutschen Reichs übernahmen den gregorianischen Kalender erst 1700. Auf den 18. Februar folgte dort unmittelbar der 1. März 1700. Zuvor mussten beispielsweise Verträge zwischen katholischen und protestantischen Fürsten mit beiden Daten versehen werden, etwa als 5./15. Oktober 1582. Um die Jahreswende differierten die Jahreszahlen zwischen den Gebieten des alten und neuen Kalenders. Aus dieser Zeit stammt der Ausdruck »zwischen den Jahren« für die Tage nach Weihnachten. Die reformierten Orte der Schweiz folgten ein Jahr später, allerdings mit drei Ausnahmen: Der protestantische Halbkanton Appenzell Ausserrhoden und die protestantischen Teile von Glarus und Graubünden. Der offizielle Übergang zum neuen Kalender sollte dort bis 1812 dauern; der alte Kalender blieb aber noch länger in der Bevölkerung lebendig. Die Appenzeller Silvesterkläuse werden noch immer am 31. Dezember nach dem julianischen Kalender (13. Januar nach dem gregorianischen Kalender) gefeiert. In England (und auch in den späteren USA) wurde der gregorianische Kalender erst in der Nacht vom 2. September auf den 14. September 1752 eingeführt.
Die orthodoxen Länder Osteuropas behielten den julianischen Kalender noch bis Anfang des 20. Jahrhunderts bei. Da die Jahre 1700, 1800 und 1900 in Russland Schaltjahre gewesen sind, machte die Abweichung vom gregorianischen Kalender dort mittlerweile 13 Tage aus. Die russische Oktoberrevolution 1917 fiel deshalb nach dem gregorianischen Kalender auf den 7. November. An diesem Tag wurde die Revolution denn auch bis zum Ende der Sowjetunion gefeiert, nachdem Russland 1918 die neue Kalenderrechnung eingeführt hatte. Einige orthodoxe Kirchen (z. B. in Russland und Serbien) begehen ihre feststehenden Feste weiterhin nach dem julianischen Kalender. Ihr Weihnachten (25. Dezember) fällt darum derzeit auf den 7. Januar (greg.). Andere orthodoxe Kirchen (z. B. in Griechenland und Bulgarien) verwenden hierfür den so genannten neo-julianischen Kalender, der bis zum Jahr 2799 dem gregorianischen Kalender entsprechen wird. Alle orthodoxen Kirchen berechnen Ostern und die anderen beweglichen Feste nach dem julianischen Frühlingsanfang sowie nach dem metonischen Vollmond; das Fest fällt daher nur gelegentlich mit dem Osterdatum der westlichen Kirchen zusammen; meist ist es eine, vier, oder fünf Wochen später als im Westen.
Als bisher letzter Staat übernahm 1927 die Türkei den gregorianischen Kalender; dort hatte bis dahin der islamische Kalender gegolten. Die nicht zeitgleiche Einführung des gregorianischen Kalenders in den verschiedenen Ländern sorgte für Verwirrung, aber auch für interessante Paradoxa: So sind sowohl William Shakespeare als auch Miguel de Cervantes am 23. April 1616 gestorben, obwohl Shakespeare Cervantes um 11 Tage überlebt hat. Auch die Feiern des Geburtstags von George Washington wurden verschiedentlich am 11. und am 22. Februar ausgerichtet, bis zu einer bundesgesetzlichen Feiertagsregelung.
Charakteristika
Die Regeln des gregorianischen Kalenders führen zu einer durchschnittlichen Länge des Kalenderjahres von 365,2425 Tagen.
Das sogenannte tropische Jahr – der zwischen zwei aufeinanderfolgenden Primar-Äquinoktien (Frühlings-Tag-Nachtgleichen) liegende Zeitraum – ist gegenwärtig im Mittel 365,24219879 mittlere Sonnentage lang. Danach ist also auch der gregorianische Kalender im Verhältnis zur astronomischen Wirklichkeit etwas zu lang, nämlich 0,000301 Tage (= 26 Sekunden) pro Jahr. Das bedeutet, dass nach rund 3320 Jahren das Primar-Äquinoktium wieder einen ganzen Tag früher eintreten würde. Sofern bis dahin die christliche Jahreszählung beibehalten wird, würde es sich anbieten, in allen durch 3200 teilbaren Jahren den Schalttag wiederum entfallen zu lassen, wenn auch zu jener Zeit noch die Bindung des Primar-Äquinoktiums an den 21. März gewünscht wird.
Der gregorianische Kalender hat eine Periode von 400 Jahren: Nach dieser Zeit wiederholen sich nicht nur der Ablauf der Schalttage und damit die Tages- und Monatszählung, sondern auch die zugehörigen Wochentage. 400 Jahre enthalten nämlich 400×365 + 97 Tage, also 146097 Tage; das sind genau 20871 Wochen; es geht also nach 400 Jahren mit demselben Wochentag weiter. Infolge dieser Periodizität kann ein bestimmtes Datum (Tag und Monat oder nur Tag) nicht gleich häufig auf alle Wochentage fallen. Ausgerechnet der 13. eines beliebigen Monats fällt öfter (nämlich 688mal in 400 Jahren) auf einen Freitag als auf andere Wochentage (Donnerstag und Samstag: 684mal, Montag und Dienstag: 685mal, Sonntag und Mittwoch: 687mal).
Siehe auch
- Julianischer Kalender, Osterdatum
- Umrechnung zwischen julianischem Datum und gregorianischem Kalender, Wochentagsberechnung
- Zeitrechnung, Kalender, Jüdischer Kalender, Christlicher Kalender, Islamischer Kalender, Chinesischer Kalender, v. u. Z., v. d. Z., v. d. Chr., n. d. Chr., v. Chr., n. u. Z., n. d. Z., n. Chr.
Wikipedia-Links zum Themenkomplex Kalender und Zeit
Weblinks
- [http://personal.ecu.edu/MCCARTYR/inter-grav-text.html Papst Gregor XIII: Inter Gravissimas – Die päpstliche Bulle, mit der der gregorianische Kalender verordnet wurde]
- [http://www.fh-friedberg.de/users/boergens/marken/beispiele/kalender.htm Briefmarke: Sondermarke zur Vollendung der ersten Periode des gregorianischen Kalenders]
- [http://www.kalenderlexikon.de 1. deutsches Online-Kalenderlexikon]
Kategorie:Kalender
als:Gregorianischer Kalender
ja:グレゴリオ暦
ko:그레고리력
ms:Kalendar Gregorian
simple:Gregorian calendar
th:ปฏิทินเกรกอเรียน
1526
Politik und Weltgeschehen
- 2. Juli: Niederlage des Bauernführers Michael Gaismair in der Schlacht bei Radstadt im Salzburger Land; Ende des Bauernkrieges in Tirol
- 21. August: Alonso de Salazar entdeckt die Marshallinseln
- 29. August: Die Türken unter Süleyman dem Prächtigen siegen in der Schlacht bei Mohács über die Ungarn. Ludwig II., König von Ungarn und Böhmen, ertrinkt auf der Flucht. Durch Erbfolge beziehungsweise Wahl (in Böhmen) fallen die Königreiche an seinen Schwager Ferdinand I. aus dem Haus Habsburg
- Philipp Melanchthon gründet in Nürnberg das erste Gymnasium, das nach ihm benannte Philipp-Melanchthon-Gymnasium
- 25. Januar: Adolf I., Herzog von Schleswig-Holstein-Gottorf († 1586)
- 11. März: Heinrich Rantzau, Herr auf Breitenburg († 1904)
- 31. Juli: August I., von 1553 bis zu seinem Tod Kurfürst von Sachsen († 1586)
- Hans Vredeman de Vries, Maler
- 19. Mai: Go-Kashiwabara, 104. Kaiser von Japan ( - 1464)
- 4. August: Juan Sebastián Elcano, spanischer Seefahrer ( - 1476)
- 29. Dezember: Johannes Butzbach, deutscher Schriftsteller ( - 1478)
- Konrad Grebel: Er gilt als Mitbegründer der Täuferbewegung. ( - um 1498)
- um 1526: Pedro Alvares Cabral: portugiesischer Seefahrer, einer der Entdecker von Brasilien ( - um 1467)
ko:1526년
Schlacht bei Mohács (1526)
In der Schlacht von Mohács erlitt Ungarn unter König Ludwig II. und Pal Tomori gegen die Osmanen unter Süleyman I. am 29. August 1526 bei Mohács in Südungarn eine vernichtende Niederlage.
Die türkischen Osmanen hatten 1521 ihr Reich durch die Eroberung Belgrads in nordwestliche Richtung erweitert. Bereits 1526 folgte ein weiterer Feldzug, der sich gegen Ungarn richtete. Süleyman hatte von Ungarn Tribut gefordert, und als Ungarn die Zahlung verweigerte, marschierte er mit einer etwa 100.000 Mann starken Armee Richtung Norden, zu der allein 35.000 Reiter ("Sipahis") und 15.000 Janitscharen gehörten. Ludwig zog mit seinen etwa 25.000 Soldaten, ohne auf Verstärkung aus Kroatien und Siebenbürgen zu warten, von Buda aus Richtung Süden. Sein Heer umfasste etwa 4.000 schwer gepanzerte Reiter, meist zu den Banderien gehörend.
Banderien
Bei Mohács trafen Ungarn und Türken aufeinander. Aufgrund der zahlenmäßigen Überlegenheit des türkischen Heeres wollten die Ungarn in einer Wagenburg eine defensive Position einnehmen, doch die aus Adeligen bestehende, ungarische Reiterei bestand auf einen Angriff. Der schweren, ungarischen Reiterei gelang es, sich relativ problemlos durch die türkische Reiterei zu kämpfen. Nach einiger Zeit stießen die ungarischen Reiter auf eine türkische Wagenburg, die mit zahlreichen Kanonen bestückt war und von Janitscharen verteidigt wurde. Im Geschützfeuer wurden zahlreiche Ungarn getötet (erstes geschichtlich registriertes Artillerie-Sperrfeuer), und es setzte eine allgemeine Panik ein. Viele der fliehenden Ungarn wurden von türkischen Soldaten getötet, während andere auf der Flucht in einem kleinen, sumpfigen Fluss in der Nähe von Mohács ertranken. Unter den Ertrunkenen befand sich auch König Ludwig II.
Für Ungarn waren die Folgen der Niederlage verheerend:
Die Länder des kinderlosen Ludwig – Böhmen und Ungarn – fielen gemäß den Erbverträgen mit Maximilian I. an die Habsburger. Jedoch die ungarischen Stände, die keinen Fremden auf dem ungarischen Thron wollten, wählten Johann Zápolya zum Gegenkönig. Es begann ein verheerender Bürgerkrieg, der erst 1538 mit dem Frieden von Großwardein beendet wurde. Als Süleyman I. 1541 Buda besetzte, wurde Ungarn dreigeteilt. Die Mitte des Landes mit Buda und Pest war nun eine Provinz des Osmanischen Reichs, im Osten (Siebenbürgen) entstand ein Vasallenstaat unter osmanischer Herrschaft, nur der äußerste Westen und die heutige Slowakei standen unter der Herrschaft der ungarischen Könige aus dem Haus Habsburg. An den Grenzen herrschte ein permanenter Kleinkrieg. Die Osmanen hielten das Land über 150 Jahre besetzt, ehe es die Habsburger zurückerobern und in ihre Staaten eingliedern konnten.
Da durch den Tod von König Ludwig II. die ungarische Krone an das österreichische Herrscherhaus überging, war die Schlacht von Mohács die Geburtsstunde der österreichischen Donaumonarchie, die auch Ungarn umfasste.
Siehe auch: Liste von Kriegen, Liste von Schlachten, Liste der Schlachten von weltgeschichtlicher Bedeutung
Mohacs 1
Mohacs 1
Mohacs 1
Kategorie:1526
OsmanenOsmanisches Reich (auch Ottomanisches Reich, amtliche türkische Bezeichnung 1907 Memalik-i Osmanije), ist die Bezeichnung für das Reich der Dynastie der Osmanen vom 14. Jahrhundert bis 1923. In Europa wurde das Land auch damals als "Türkei" bzw. "Türkisches Reich" bezeichnet. Es war für mehrere Jahrhunderte die entscheidende Macht in Kleinasien und auf dem Balkan, zeitweise auch in Nordafrika und auf der Krim. Im Laufe des 18. und vor allem 19. Jahrhunderts wurde es in der Auseinandersetzung mit den europäischen Mächten auf Kleinasien zurückgedrängt und fand in der Türkei seinen Nachfolgestaat.
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Nachfolgestaat
[http://ccat.sas.upenn.edu/~rs143/ottoma.jpg gute Karte, die die territoriale Entwicklung des O.R vom frühen 14. Jhd bis ins frühe 16. Jhd dokumentiert (englisch) ]
Frühgeschichte
Die Überlieferungen über die Anfangszeit der Osmanen (Osmanlı, Osmanisches Reich = Devlet-i Âliye, Osmanlı Devleti) sind nur spärlich, wohl weil es sich um ein kleines unter vielen Fürstentümern handelte, die es nach der Zerschlagung des Seldschuken-Reiches (Selçuklu Devleti) in Kleinasien gab. Der Namensgeber Osman I. war zu Anfang des 14. Jahrhunderts der Herrscher über einen nomadischen Stamm - den Klan der Kynyk vom Stamm der Kayi bei Söğüt im nordwestlichen Anatolien, der turkmenischer Herkunft und islamischen Glaubens war. Osman starb 1326 und hinterließ seinem Sohn Orhan ein Fürstentum, das fast halb so groß wie die heutige Schweiz war. Er eroberte die byzantinische Stadt Bursa, die bis zur Eroberung Konstantinopels (heute İstanbul) die Grablege der Oberhäupter der Osmanen blieb.
Das Byzantinische Reich wurde massiv bedrängt und befand sich zu dieser Zeit im Niedergang, sodass die Eroberung der europäischen Seite des Marmarameers (Marmara Denizi) nicht schwer fiel, angefangen mit Gallipoli (Gelibolu) 1354. Auch in Kleinasien gab es im gleichen Jahr mit Ankara (griech. Angora) Zugewinne. Bei Orhans Tod 1360 war das Reich mehr als dreimal so groß wie beim Tode seines Vaters. Im folgenden Jahr gelang die Einnahme Adrianopels (Edirne), der zweitgrößten byzantinischen Stadt, es folgte der Übergriff auf Mazedonien (1371). 1389 gelang Murad I. in der Schlacht auf dem Amselfeld ein Sieg über die verbündeten christlichen Fürsten aus Serbien und Bosnien.
Wenn auch gleichzeitig in Kleinasien sowohl durch Krieg als auch durch Heirat Zugewinne stattfanden, war inzwischen der europäische Teil des Reiches der wichtigere geworden. So wurde ab 1385 die militärische Führung einem "Beylerbey von Rumelien" (Rumelien bezeichnete den europäischen Teil) und einem "Beylerbey von Anatolien" überantwortet, wobei ersterer den Oberbefehl hatte. Viele der charakteristischen Merkmale des Osmanischen Reiches hatten sich zu dieser Zeit schon herausgebildet. Aus den eroberten Gebieten wurden den Kriegern Pfründen – Timar genannt – gegeben; im Gegenzug mussten sie als Sipahis in der Kavallerie des Heeres dienen. Dieses System ähnelte zunächst dem europäischen Lehnswesen des Mittelalters, allerdings gab es auch große Unterschiede, so entwickelte sich beispielsweise keine Leibeigenschaft. Als stehendes Heer wurde die wichtige Infanterie von den Janitscharen (türk. Yeniçeri) gestellt, die vor allem aus der sogenannten Knabenlese auf dem Balkan und dem Kaukasus gewonnen, zum Islam bekehrt wurden und eine Ausbildung erhielten, die sie zu fähigen Instrumenten der Machtpolitik des Reiches machte.
Sultan Murad I., der auf dem Amselfeld durch einen Attentäter getötet worden war, folgte Bayezid I. (manchmal auch Beyazıt oder Bayazıt geschrieben) nach, der sich bald daran machte, Konstantinopel (Byzanz) zu erobern, was allerdings zu dieser Zeit noch nicht gelang; Byzanz wurde aber zu Tributzahlungen verpflichtet. 1396 mussten sich die Osmanen einem Kreuzfahrerheer unter Kaiser Sigismund stellen, das in der Schlacht von Nikopolis vernichtend geschlagen wurde.
Eine erste Existenzkrise musste das Osmanische Reich durchstehen, nachdem sein Heer in der Schlacht bei Ankara gegen Timur Lenk 1402 vernichtend geschlagen wurde und Bayezid in Gefangenschaft geriet. Der Tatare hatte innerhalb kurzer Zeit ein riesiges Reich von Nordindien über Georgien und Persien bis Anatolien erobert, das aber nach seinem Tod 1405 schnell zerfiel. Die Verwaltung der Gebiete des Osmanischen Reichs hatte er an die Söhne Bayezids, Süleyman (Rumelien), Mehmed (Zentralanatolien mit Amasya) und İsa (anatolischer Teil um Bursa) gegeben. Diese kämpften im Folgenden sowohl um die an Timur verloren gegangenen Gebiete als auch gegeneinander um die Vorherrschaft. In den Kämpfen zwischen den Brüdern wurde Süleyman von einem weiteren Bruder, Musa, 1410 geschlagen, dem wiederum Mehmed 1413 mit Unterstützung von Byzanz eine Niederlage beibrachte (siehe auch Osmanisches Interregnum). Mehmed stellte sich als Sultan des wiedervereinigten Reichs in den folgenden Jahren der Herausforderung, das Land zu konsolidieren und gleichzeitig die alte Größe wiederherzustellen.
Auch die Thronbesteigung Murads II. lief nicht reibungslos ab. Kurz vor Mehmeds Tod machte ein Mustafa als angeblicher Sohn Bayezids Ansprüche geltend. Wahrscheinlich war er ein echter Sohn, er wurde aber von Mehmed als "falscher Mustafa" diffamiert. Sowohl er als auch ein Bruder Murads (der auch als "kleiner Mustafa" (Küçük Mustafa) bezeichnet wird), der von Byzanz als Thronprätendent aufgebaut worden war, wurden hingerichtet. Bei dieser Gelegenheit musste wiederum ein Versuch der Belagerung Konstantinopels abgebrochen werden.
In Südosteuropa war Ungarn zum Hauptgegner geworden. 1440 konnte es die Einnahme der wichtigen Festung in Belgrad abwenden. Vor allem Johann Hunyadi gelangen immer wieder militärische Erfolge, obwohl seine und die Versuche des Papstes, ein Kreuzfahrerheer zur Vertreibung der Osmanen aus Europa zusammenzurufen, in West- und Mitteleuropa kaum Gehör fanden. Drei Jahre später konnte Hunyadi sogar nach Bulgarien vordringen. Auch die Albaner unter Skanderbeg führten einen Unabhängigkeitskampf gegen die Osmanen. Aufgrund der Situation schloss Murad 1444 in Szegedin einen zehnjährigen Friedensvertrag, der jedoch sogleich von Ungarn gebrochen wurde, um einen vom Papst initiierten Feldzug durchzuführen. Murad hatte gerade erst die Macht an seinen Sohn Mehmed abgegeben und sich zurückgezogen, trat nun aber wieder an die Spitze des Heers, das die Kreuzfahrer unter dem polnisch-ungarischen König Wladyslaw I. (Ungarn) in der Schlacht bei Warna vernichtend schlug. Abermals musste er 1446 die Macht für den unerfahrenen Nachfolger übernehmen, um einen Janitscharenaufstand niederzuschlagen, und fügte 1448 den Ungarn unter Hunyadi im Kosovo (nach 1389 die zweite Schlacht auf dem Amselfeld) eine schwere Niederlage zu.
Mehmed bestieg 1451 endgültig den Thron und bereitete sofort die Einnahme von Konstantinopel, dem "goldenen Apfel" (später trug Wien diese Bezeichnung), vor. Dieses Ereignis ist oft als Zäsur in der Geschichte verstanden worden, als Ende des Byzantinischen Reichs und Ende des Mittelalters. Tatsächlich hatte Byzanz jedoch zu dieser Zeit kaum noch Macht und beschränkte sich auf kaum mehr Gebiet als das der (wenn auch wichtigen) Stadt Konstantinopel. Byzanz war Mehmed aber auch ein Dorn im Auge, weil es mit Orhan einen osmanischen Thronprätendenten aufstellte. Im Fall des "falschen" Mustafa hatte ein ähnliches Verhalten zum Bürgerkrieg geführt. Konstantinopel fiel nach 54-tägiger Belagerung am 29. Mai 1453. Nach den für diese Zeit üblichen Plünderungen wurde die Stadt die neue Hauptstadt des osmanischen Reichs, und man versuchte, die alte Bevölkerung – wie Griechen und Juden – zum Bleiben zu bewegen und neue dort anzusiedeln. Die Hagia Sophia wurde zur Moschee Ayasofia. Als letztes Überbleibsel byzantinischer Staatlichkeit wurde 1460 das Kaiserreich Trapezunt unterworfen.
Auf dem Balkan taten die Osmanen sich schwerer. 1456 konnte Hunyadi die Eroberung Belgrads abwenden und sicherte die Unabhängigkeit Ungarns für die nächsten siebzig Jahre. Allerdings eroberte Mehmed bis 1459 die Peloponnes und den Rest Serbiens. 1470 kam Albanien, 1475 die Krim dazu.
1481 bestieg den Thron Bayezid II., unter dem sich der Expansionsdrang des Reichs abschwächte. Eine Rolle spielte dabei sein Bruder Cem, der vom Papst als Geisel gegen ihn eingesetzt wurde. Bayezid selbst wurde 1512 von seinem Sohn Selim abgesetzt und wohl vergiftet. Selim setzte vor allem im Osten die Eroberungsfeldzüge fort. 1514 gelang ein Sieg gegen die Safawiden in Persien, 1516 gegen Syrien. Schließlich wurde 1516/17 das Mameluken-Reich in Ägypten zerschlagen. Damit wurde das Osmanische Reich Hüter der heiligen Stätten des Islam und der in jeder Hinsicht wichtigste islamische Staat.
Süleyman der Prächtige
Die Ära von Süleyman I. (1520-1566) kann man als den Höhepunkt der Macht des Osmanischen Reichs betrachten. In der osmanischen und türkischen Geschichtsschreibung erhielt er wegen seines Gesetzbuches über die Landes- und Finanzverwaltung den Beinamen "Kanuni" (der Gesetzgebende), in Europa wird er "der Prächtige" genannt. Unter seiner Regentschaft fallen auch die architektonischen Meisterleistung von Mimar Sinan. Er gilt auch als einer der größten Kunstförderer unter den Osmansichen Herrschern. Durch viele Feldzüge erweiterte er das Reich Richtung Westen und Osten und Südosten.
1521 eroberte er innerhalb von nur 3 Wochen Belgrad. Die Festung galt damals als die stärkste auf dem Balkan. 1522 landete er mit seinen Truppen auf Rhodos und nahm die Festung im Dezember 1522 ein. Er lies die Verteidiger einfach aushungern, welche entkräftet aufgeben mussten. Vier Jahre später wurde in der Schlacht von Mohács, in der Ludwig II. getötet wurde, das Schicksal Ungarns besiegelt. Zwar zog das osmanische Heer noch vor Jahresende vorläufig ab, aber um die Thronnachfolge gab es einen Streit zwischen dem Habsburger Ferdinand I. und dem Ungarn Johann Zápolya, der die Osmanen um Hilfe ersuchte. Letztlich fiel das westliche Ungarn an Österreich, während Zápolya im Frieden von Großwardein als König Restungarns unter osmanischer Oberhoheit anerkannt wurde. Nach seinem Tod 1540 besetzte die Pforte das mittlere Drittel des einstigen Ungarns und ließ Zapolyas Sohn das Fürstentum Siebenbürgen.
Unterdessen nutzte Süleyman I. 1529 die Lage, um erstmals Wien zu belagern, was aber nicht von Erfolg gekrönt war. Nach nur 19 Tagen war Süleyman I., aufgrund eines zu frühen Wintereinbruchs, gezwungen die Belagerung abzubrechen. Dennoch wurde Österreich als Folge dieses Konflikts langfristig tributpflichtig. Durch drei Feldzüge gegen die Safawiden gelang es dem Osmanischen Reich den Osten Kleinasiens endgültig zu erobern. Auch an anderen Fronten gab es Expansionen: 1534 Mesopotamien mit Bagdad, 1534 Aserbaidschan, 1540 Teile Dalmatiens, 1547 große Teile des Jemen.
1566 brachen die Osmanischen Truppen erneut Richtung Wien auf um die österreichische Hauptstadt zu erobern. Süleyman I. starb kurz vor dem erreichen des Ziels. Auf dem Sterbebett befahl er seinen Generälen den geordneten Rückzug, um eine geregelte Thronnachfolge zu gewährleisten.
Die Zeit Süleymans leitete auch engere Beziehungen zu den europäischen Mächten ein. 1526 wurde die erste so genannte "Kapitulation" mit Frankreich unterzeichnet, die freien Handel vereinbarte und Frankreich die Gerichtsbarkeit über seine Untertanen auf dem Boden des Osmanischen Reichs übertrug.
Niedergang
1683 unternahm die Pforte nochmals einen Versuch, Wien zu erobern (siehe Zweite Türkenbelagerung). Was aber schon in der Blütezeit des Osmanischen Reiches 150 Jahre vorher nicht gelang, wurde nun im Feldzug Kara Mustafas gegen Jan III. Sobieski von Polen zum Desaster und zum Wendepunkt der Auseinandersetzung mit den europäischen Staaten. Nachdem in dieser Niederlage die militärischen Schwächen der Osmanen offenbar geworden waren, begann im folgenden Jahr eine vom Papst initiierte Heilige Allianz aus Habsburg, Venedig und Polen einen Angriff auf das Osmanische Reich an mehreren Fronten. In mehreren schweren Niederlagen bei Slankamen (1691), Mohács (1687) und Senta (1697) mussten im Frieden von Karlowitz der Verlust von Ungarn, Dalmatien, Podolien und der Peloponnes festgeschrieben werden. Als neuer Gegner an der Nordgrenze kam Russland ins Spiel. Ein wichtiges Ziel von Zar Peter I. war ein Zugang zum Schwarzen Meer, den er 1695 mit Asow bekam. 1699 musste das osmanische Reich Podolien an Polen-Litauen zurückgeben.
Die äußeren Schwierigkeiten zogen Probleme im Inneren nach sich. 1687 war Mehmed IV. wegen der militärischen Niederlagen abgesetzt worden. 1703 kam es zum blutigen "Vorfall von Edirne", in dem Aufständische den Scheichülislam Feyzullah Efendi ermordeten und Sultan Mustafa I. absetzten.
Obwohl das Osmanische Reich zunehmend in die Defensive geriet, war es noch immer militärisch sehr potent. 1711 schlug es das russische Heer vernichtend am Pruth und besetzte den Hafen Asow. Im Nachhinein ist unklar, warum dieser Sieg nicht weitergehend ausgenutzt wurde. Nachdem der moldauische Woiwode Dimitrie Cantemir zu Russland übergelaufen war, besetzten die Osmanen die Hospodaren-Ämter in Moldau und der Walachei bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts mit Griechen aus dem Phanar-Viertel in Konstantinopel, die schon lange Zeit als Übersetzer in der Politik eine wichtige Rolle gespielt hatten. In den Donaufürstentümern wird diese Epoche als Phanarioten-Herrschaft bezeichnet. Auch gegen Venedig war man erfolgreich und erlangte 1715 den Peloponnes zurück.
1736 begann Russland in einem Bündnis mit Österreich einen Krieg gegen das Osmanische Reich. Nach Anfangserfolgen ging 1739 auch dieser Krieg zugunsten der Osmanen aus, und durch den Frieden von Belgrad erhielten diese Nordserbien und die kleine Walachei zurück. Hierbei hatte auch eine Rolle gespielt, dass die Osmanen ihre Artillerie mit französischen Beratern wie Ahmed Pascha, dem Comte de Bonneval modernisiert hatten. Im ganzen war in den teuren und verlustreichen Kriegen der vergangenen drei Jahrzehnten keine wesentliche Änderung des Territoriums zu verzeichnen. Nach dem osmanisch-russischen Krieg folgte eine Friedensperiode von nie da gewesener Dauer.
Russisch-osmanische Kriege
In dem Krieg 1768 bis 1774 gegen Russland musste das Osmanische Reich endgültig erkennen, dass es seine Großmachtstellung verloren hatte. 1770 verlegte Russland seine Flotte aus der Ostsee ins Mittelmeer und vernichtete die vor Anker liegende osmanische Flotte. Im Frieden von Küçük Kaynarca mussten die Osmanen das Krim-Khanat in die Unabhängigkeit entlassen (es wurde aber schon nach wenigen Jahren eine russische Provinz); Teile des Nordkaukasus gingen an Russland, die Bukowina an Österreich.
Keine der beiden Seiten hatte die Absicht, es lange dabei zu belassen. Zarin Katharina II. entwarf ihr so genanntes "Griechisches Projekt", in dem das Byzantinische Reich als russischer Vasall wiederauferstehen sollte und die übrigen Teile des Osmanischen Reichs zwischen Österreich, Venedig und Russland aufgeteilt werden sollten, woran diese Alliierten jedoch wenig Interesse zeigten. 1783 annektierte Russland die Krim und begann mit deren wirtschaftlichem Aufbau. Vier Jahre später fand die berühmte Inspektionsreise mit Grigori Potjomkin (Potjomkinsche Dörfer) statt, eine offenbare Machtdemonstration. Die Osmanen, die ohnehin darauf aus waren, ihre Verluste aus dem vorigen Krieg rückgängig zu machen, erklärten im gleichen Jahr nach verschiedenen Streitigkeiten Russland den Krieg. Nach Anfangserfolgen der Schwarzmeerflotte mussten sie jedoch 1791 im Frieden von Jassy abermals Gebietsverluste hinnehmen, darunter Gebiete zwischen Dnjepr und Bug.
Reformen
Selim III. zog aus den Niederlagen seine Lehre und führte umfassende Reformen in der Verwaltung und im Militär durch. Parallel zu den Janitscharen versuchte er mit Hilfe europäischer Berater eine neue Truppe, die nizam-ı cedid, aufzubauen. Seine geplante allmähliche Überführung der Janitscharen in das neue Korps führte jedoch zu Aufständen, die 1807 in seiner Absetzung gipfelten. Es folgten dramatische Ereignisse. Sein Cousin Bayraktar Mustafa marschierte mit seinen Truppen in Konstantinopel ein und plante, Selim wieder als Sultan einzusetzen. Er kam jedoch zu spät, da Selim bereits erdrosselt worden war. Es blieb ihm also nur, den von den Janitscharen eingesetzten Mustafa IV. durch Mahmud II. zu ersetzen, der einer Ermordung nur knapp entkommen war. Mahmud setzte Bayraktar Mustafa als Großwesir ein und folgte einem Reformkurs, wobei er vermied, mit den Janitscharen direkt in Konflikt zu kommen. Schon im nächsten Jahr kam es wieder zu Aufständen. Um zu verhindern, dass er wieder zugunsten Mustafas gestürzt würde, ließ Mahmud seinen Bruder ermorden. Der in Bedrängnis geratene Großwesir sprengte sich in einem Pulvermagazin in die Luft.
Nationalismus
In Ägypten riss der Statthalter Muhammad Ali Pascha allmählich die Macht an sich und ließ die einflussreichen Mameluken-Emire systematisch liquidieren. Mit Hilfe von Reformen war Ägypten bald in vielerlei Hinsicht der Zentrale in Konstantinopel überlegen. Muhammad Ali begründete die Chediven-Dynastie, die erst Mitte des 20. Jahrhunderts ein Ende fand.
Ein das ganze 19. Jahrhundert durchziehendes Problem der Osmanen war der Nationalismus der von ihnen besetzten Staaten. Zunächst erhoben sich 1804 die Serben; bis 1830 erhielten sie eine weitgehende Autonomie. Auch die Phanariotenherrschaft in den Donaufürstentümern fand 1826 ihr Ende.
In den 1820er Jahren gewann die von einigen Europäern unterstützte Unabhängigkeitsbewegung in Griechenland an Dynamik. Ein besonderes osmanisches Problem in diesem Falle stellten die einflussreichen Griechen in der Verwaltung dar, die teilweise mit der Unabhängigkeitsbewegung sympathisierten. Im Krieg von 1826 war Mahmud gezwungen, die Truppen des gehassten Muhammad Ali Pascha von Ägypten zu Hilfe zu rufen. Trotzdem wurde das Osmanische Reich 1830 gezwungen, Griechenland in die Unabhängigkeit zu entlassen.
An diesem Beispiel zeigte sich, wie das Osmanische Reich immer mehr zum Spielball der europäischen Mächte wurde. Die so genannte "Orientalische Frage" wurde ein Dauerthema der Diplomatie. Russlands Interesse bestand in einem freien Zugang zum Mittelmeer über das Schwarze Meer und die Dardanellen. Auf dem Balkan brachte es sich als Schutzmacht der dortigen orthodoxen Christen ins Spiel. Österreich sowie England und Frankreich sahen die Gefahr der russischen Expansion und tendierten daher eher dazu, ein schwaches Osmanisches Reich aufrechtzuerhalten.
Das führte dazu, dass die Bündnisse sich je nach Situation neu zusammenfanden. Im Krimkrieg (1853-1856), der durch die russische Besetzung der Fürstentümer Walachei und Moldau ausgelöst wurde, kämpften England und Frankreich auf Seiten der Osmanen. Im Frieden von Paris ging ein Teil des 1812 von Russland gewonnenen südlichen Bessarabiens im Bereich der Donaumündung (etwa ein Viertel der Gesamtfläche) mit den Kreisen Cahul, Bolgrod und Ismail wieder zurück ans Fürstentum Moldau das ein autonomer Staat unter Oberhoheit der Pforte war und das Schwarze Meer wurde entmilitarisiert.
Tanzimat
Eine erneute Reformperiode (1838-1876) begann, die eng mit dem Namen der Großwesire Mustafa Reşid Pascha und später Ali Pascha und Fuad Pascha verknüpft ist. Die Maßnahmen wurden unter dem Namen "Tanzimat-ı Hayrire" (Heilsame Neuordnung) bekannt und fallen mit der Regierungszeit von Abdülmecid und Abdülaziz zusammen. Sie stellten die Nichtmuslime im Reich auf die gleiche Stufe wie die Muslime und führten ein neues Justizsystem ein, organisierten das Steuersystem neu und legten eine allgemeine Dienstpflicht in der Armee fest. Im Laufe der folgenden Jahrzehnte wurden auch die Steuerpachten abgeschafft.
Die wichtigsten Reformedikte waren in diesem Zusammenhang das "hatt-i sherif (imperialer Erlass) von Gülhane" (1839), das "hatt-i hümayun" (1856), sowie die Verfassung von 1876, in denen schrittweise und mit Einschränkungen (1839 lauten diese "im Rahmen der Scheriatgesetze") die Gleichheit und Gleichbehandlung aller Untertanen unabhängig von ihrer Religion eingeführt wurde.
Mit den von den Mächten eingeforderten Reformen gingen – auch bedingt durch die industrielle Rückständigkeit – zunehmend wirtschaftliche Probleme einher. In den "Kapitulationen" genannten Handelsverträgen wurde der Markt im Osmanischen Reich für die Europäer geöffnet, und die Einfuhrzölle lagen unter den Ausfuhrzöllen. Durch die mangelnde Wettbewerbsfähigkeit des osmanischen Handwerks wurde das Osmanische Reich zum Exporteur von Rohstoffen und Importeur von europäischen Waren.
Unterdessen fanden die Unruhen auf dem Balkan kein Ende. Nach einem Krieg gegen Serbien 1876 wurde in Konstantinopel eine internationale Konferenz einberufen, um die Zukunft des Balkan zu diskutieren. Um seine Reformbereitschaft zu demonstrieren, kündigte der durch einen Staatsstreich an die Macht gekommene Abdülhamid II. eine Verfassung an, die ein parlamentarisches System einführen würde. Eine wichtige Rolle bei deren Entwurf spielte der Großwesir Midhat Pascha.
Als Ergebnis der Konferenz fassten die Mächte Autonomie sowohl für zwei Provinzen auf bulgarischem Gebiet als auch für Bosnien und Herzegowina ins Auge. Als die Pforte dies ablehnte, erklärte Russland den Krieg, besetzte Edirne und rückte auf Konstantinopel vor. Da die anderen europäischen Mächte wiederum ihre Interessen bedroht sahen und ein europaweiter Krieg drohte, wurde 1878 der Berliner Kongress organisiert, dessen Hauptinitiator Bismarck war. Hier erhielten Serbien und Montenegro ihre Unabhängigkeit, und die schon vorher in Personalunion regierte Walachei mit der Moldau schlossen sich zu dem selbständigen Staat Rumänien zusammen.
Abdülhamid II.
Innenpolitisch machte Abdülhamid seine Regierungsreformen wieder rückgängig. Midhat Pascha wurde abgesetzt und das Parlament aufgelöst. Abdülhamids Regierungszeit wurde durch Despotie und Spitzelei geprägt, und als Sultan hatte er de facto die alleinige Macht. Finanziell geriet die Pforte nun vollends in die Abhängigkeit der europäischen Großmächte. Nachdem der Staatsbankrott erklärt worden war, übernahm die Dette publique einen Gutteil der Finanzverwaltung. Das europäische Kapital konnte ungehindert in den Staat eindringen. Seine Interessen konzentrierten sich auf die Rohstoffquellen im Irak, aber auch Großprojekte wie den Bau der Bagdadbahn. Dabei kam das Deutsche Reich zum Zuge, das spätestens seit dem Berliner Kongress zum guten Partner für das Osmanische Reich geworden war.
Am Anfang des 20. Jahrhunderts erstarkten wieder die inneren Oppositionskräfte, insbesondere die Bewegung der Jungtürken, die ihren Ausgangspunkt vor allem in Saloniki hatte. 1908 musste angesichts der Bedrohung durch aufständische Truppen die Verfassung wieder in Kraft gesetzt werden.
Jungtürken
Die Verwirrung machte sich Bulgarien zunutze, um zusammen mit Ostrumelien einen unabhängigen Staat zu gründen. Bosnien und Herzegowina wurden von Österreich-Ungarn annektiert (das faktisch bereits 1878 angegliedert worden war und nur noch nominell türkisch war). Die enormen Gebietsverluste legten die reaktionären Kräfte der Jungtürkischen Führung zur Last und versuchten 1909 einen Staatsstreich. Dessen Misslingen führte dazu, dass Abdülhamid durch seinen Bruder Mehmed V. (Mehmed Reşat) ersetzt wurde. Der Sultan hatte von da an im wesentlichen nur noch Repräsentationsfunktionen, während die Regierung vom Großwesir eingesetzt wurde. Dieser wiederum wurde unter wesentlichem Einfluss der Jungtürken ernannt. Durch eine veränderte Verfassung wurde ein parlamentarisches System etabliert.
Die Jungtürken verfolgten einen Reformkurs, der allerdings durch die angespannte außenpolitische Lage gehemmt war. Ein folgenschweres Element ihrer Politik war der türkische Nationalismus. So wurde etwa in den arabischen Provinzen die türkische Sprache als Amtssprache eingesetzt. In den nachfolgenden Kriegen verlor die Regierung so den Rückhalt der Bevölkerung in den nichttürkischen Gebieten.
Das Jahrzehnt der Jungtürken-Regierung war durch eine Reihe von schweren Kriegen geprägt. Zunächst ging 1911 Tripolis an Italien verloren, siehe :tr:Trablusgarp Savaşı (Türkisch). Im Ersten Balkankrieg schlossen Albanien, Bulgarien, Serbien, Griechenland und Montenegro 1912 den Balkanbund gegen das Osmanische Reich, das dadurch fast alle europäischen Besitzung einschließlich der Stadt Edirne verlor. Schon im nächsten Jahr griff Bulgarien seine ehemaligen Verbündeten an, die von den Osmanen unterstützt wurden. Nach der Niederlage Bulgariens wurde der Grenzverlauf so festgelegt, wie er noch heute zwischen Bulgarien und der Türkei verläuft.
Im 1914 beginnenden Ersten Weltkrieg versuchte man zunächst, sich in einer "bewaffneten Neutralität" aus den Kampfhandlungen herauszuhalten. Es war vielen klar, dass man sich an eine Großmacht anlehnen müsste, um militärisch überhaupt standhalten zu können. Traditionell hatte man oft mit dem Deutschen Reich kooperiert, aber auch mit den Entente-Mächten gab es enge Beziehungen und einen regen Handel. Auf Betreiben Enver Paschas kam es schließlich zu einem Kriegsbündnis mit Deutschland und Österreich-Ungarn, das allerdings im Kabinett umstritten war.
Am 24. April 1915 veranlasste die osmanische Regierung zur Unterdrückung eines armenischen bewaffneten Aufstandes die Verhaftung, Deportation und Ermordung armenischer Zivilisten in Konstantinopel und leitete damit die Ermordung von mindestens 600.000 Armeniern ein (andere Quellen gehen von bis zu 1,5 Millionen ermordeten Armeniern aus). Damit wurden zwei Drittel des auf dem Gebiet des Osmanischen Reiches seit Jahrtausenden lebenden christlichen Volkes umgebracht. Siehe den Artikel Völkermord an den Armeniern.
Die Folgen des Krieges waren katastrophal. In Arabien hatte man den britischen Kräften nichts entgegenzusetzen. Schon 1916 schüttelte der Emir von Mekka, Husain Ibn Ali die osmanische Oberhoheit ab und rief sich zum König von Arabien aus. Er wurde schließlich als König des Hedschas anerkannt, während der übrige Teil des Reichs gemäß dem Sykes-Picot-Abkommen in Interessensphären aufgeteilt wurde. Ein Teil Palästinas wurde 1917 in der Balfour-Deklaration als "nationale Heimstatt" für die Juden versprochen. Wegen der Oktoberrevolution in Russland schied dieses zwar mit dem Friedensvertrag von Brest-Litowsk aus dem Krieg aus, aber die Siegermächte besetzten im November 1918 einen Großteil des einstmaligen Osmanischen Reiches. Das Jungtürkische "Triumvirat" aus Kemal Pascha, Talat Pascha und Enver Pascha wurde entlassen und flüchtete. Nachdem im gleichen Jahr Mehmed V. gestorben war, rückte sein Bruder Mehmed VI. (Mehmed Vahideddin) nach, der aber den Siegermächten politisch völlig ausgeliefert war, und der nach Abschaffung des Sultanats im November 1922 Istanbul verließ.
Entstehung der modernen Türkei
Es entstand eine Widerstandsbewegung gegen das Besatzungsregime. Die herausragende Rolle spielte dabei der General Mustafa Kemal Pascha (später wurde Mustafa Kemal vom türkischen Parlament der Beinahme Atatürk ("Vater der Türken") verliehen). Schon bald bildete die kemalistische Bewegung in den nicht besetzten Gebieten eine Art Gegenregierung. Bei den im Dezember 1919 durchgeführten Wahlen errang die Befreiungsbewegung eine Zweidrittelmehrheit und zog nach Angora (heute Ankara) als Sitz um. Im April 1920 konstituierte sich hier die "Große Türkische Nationalversammlung". Die neue Regierung pflegte gute Beziehungen zum mittlerweile bolschewistischen Rußland und wurde von Frankreich, das das Mandat für das südliche Zentralanatolien hatte, faktisch anerkannt.
Der 1920 von der Pforte unterzeichnete Vertrag von Sèvres, der dem türkischen Staat die Souveränität aberkannte, wurde von Ankara nicht anerkannt. Es kam zum nationalen Befreiungskrieg. Bei der Gelegenheit wurden zunächst die griechischen Truppen vertrieben, dann auch der ganz überwiegende Teil der seit Jahrtausenden ansässigen griechischen Zivilbevölkerung in der sogenannten Kleinasiatischen Katastrophe v.a. in Smyrna (von da an dann türkisch İzmir) ermordet oder vertrieben.
Die Erfolge der Kemalisten sorgten für einen herben Prestigeverlust für die Regierung Sultan Mehmed VI. In den Verhandlungen um den Vertrag von Lausanne 1923 war diesmal eine Delegation der Kemalisten aus Ankara vertreten, was einer internationalen Anerkennung gleichkam. Am 23. Oktober 1923 wurde Ankara zur Hauptstadt erklärt und am 29. Oktober offiziell die Republik ausgerufen; Mustafa Kemal Pascha wurde Staatspräsident, Ismet Pascha, dem später aufgrund der Siege bei Inönü der Nachname "Inönü" verliehen werde sollte, Ministerpräsident der neu gegründeten Republik. Der letzte Sultan Mehmed VI. und alle Angehörigen der Dynastie Osman mussten das Land für immer verlassen.
Siehe auch
- Liste der Sultane des Osmanischen Reichs
- Geschichte der Türkei
- Türkenkriege
- Byzantinisches Reich
Literatur
- Bodo Guthmüller, Wilhelm Kühlmann (Hrsg.): Europa und die Türken in der Renaissance. Niemeyer, Tübingen 2000, ISBN 3-484-36554-4
- Steven W. Sowards: Moderne Geschichte des Balkans. Der Balkan im Zeitalter des Nationalismus, BoD 2004, ISBN 3-8334-0977-0
Weblinks
- [http://www.geocities.com/Paris/5276/osmanisches_reich.htm Geschichte des Osmanischen Reichs]
- [http://www.tuerkenbeute.de/kun/kun_leb/FrauenOsmanReich_de.php Frauen im Osmanischen Reich]
- [http://www.arte-tv.com/de/geschichte-gesellschaft/mit-offenen-karten/392,CmC=698878,CmPage=70.251900.259998.392,CmPart=com.arte-tv.www,CmStyle=98674,view=introduction.html DAS OSMANISCHE REICH 1/2 (auf "Karten" klicken)]
- [http://www.arte-tv.com/de/geschichte-gesellschaft/mit-offenen-karten/392,CmC=704620,CmPage=70.251900.259998.392,CmPart=com.arte-tv.www,CmStyle=98674,view=introduction.html DAS OSMANISCHE REICH 2/2 (auf "Karten" klicken)]
- [http://www.osmanischesreich.com Osmanisches Reich]
kategorie:Islam
Kategorie:Türkische Geschichte
Kategorie:Turkvolk
ja:オスマン帝国の君主
ko:오스만 제국
1533
Politik und Weltgeschehen
- Iwan IV. („der Schreckliche“), Großfürst von Moskau, wird erster russischer Zar
- Eroberung des Inka-Reiches durch spanische Truppen unter Führung von Francisco Pizarro
- Nachdem 1515 Markgraf Christoph I. von Baden das Land an seine drei Söhne aufgeteilt hatte, entstanden nach dem Tod von Markgraf Philipp nach Aufteilung seines Erbes die badischen Regentenstämme
- Ernestinische Linie (protestantisch) mit Markgraf Ernst I. von Baden-Durlach
- Bernhardinische Linie (katholisch) mit Markgraf Bernhard III. von Baden-Baden. Die Markgrafschaft Baden wurde erst 1771 nach Aussterben der „Bernhardinischen Linie“ wieder vereint
- Großbritannien löst sich von der Kirche in Rom
- Am 26. Juni Schwur der versammelten Bürgerschaft von Hannover unter ihrem „Worthalter“ Dietrich Arnsborch auf dem Marktplatz, damit Beginn der Reformation in Hannover
- 28. Januar: Paul Luther, Mediziner und Sohn Luthers († 1593)
- 28. Februar: Michel Eyquem de Montaigne († 1592)
- 10. März: Francesco III. Gonzaga, ältester Sohn des Herzogs Federico II († 1550)
- 24. April: Wilhelm I. (Oranien-Nassau) († 1584)
- 2. August: Theodor Zwinger, schweizerischer Gelehrter und Sohn des Kürschners Leonhard Zwinger († 1588)
- 7. September: Elisabeth I. von England († 1603)
- 27. September: Stephan Bathory, König von Polen und 1571 bis 1575 Fürst von Siebenbürgen. († 1586)
- 22. November: Alfonso II. d'Este, Herzog von Ferrara, Modena und Reggio ab 1559 († 1597)
- 13. Dezember: Erik XIV. (Schweden), König von Schweden von 1560 bis 1568 († 1577)
- Valentin Weigel, deutscher mystischer Schriftsteller († 1588)
- 10. April: Friedrich I. (Dänemark), Herzog von Schleswig-Holstein-Gottorf, König von Dänemark, Herzog von Schleswig und Holstein ( - 1471)
- 6. Juli: Ludovico Ariosto, italienischer Renaissancedichter ( - 1474)
- 29. August: Atahualpa, ein Herrscher des Inkareiches ( - nach 1500)
- Johann Eberlin von Günzburg, reformatorischer Theologe und Autor ( - um 1470)
- Muhammad XII., Sultan von Granada ( - 15. Jahrhundert)
- um 1533: Duarte Pacheco Pereira ( - um 1469), portugiesischer Seefahrer, Astronom und Geograf
ko:1533년
simple:1533
Atahualpa
Atahualpa ( - nach 1500; † 29. August 1533 in Cajamarca), der Name bedeutet "tapferer Truthahn", war der letzte Herrscher des Inkareiches. Er war der Sohn des Inkakönigs Huayna Cápac, dem Vollender des Inka-Imperiums, und der Tochter des letzten Fürsten Quito. Noch vor seinem Tod 1527 entschied Huayna Cápac, dass das Inkareich geteilt und von seinem Lieblingssohn Atahualpa sowie seinem ältesten Sohn Huáscar geführt werden sollte. Die Zweiteilung des Reiches führte zu schweren Auseinandersetzungen zwischen den beiden Brüdern. 1532 stürzte Atahualpa seinen Stiefbruder Huáscar in Cuzco und nahm ihn gefangen.
Im April 1532 landete Francisco Pizarro an der peruanischen Küste. Bereits einige Jahre davor wurden die Inka von neuartigen Krankheiten (Pocken und Masern) heimgesucht, die sich über Mittelamerika nach Süden ausbreiteten und tödlich verliefen. Pizarro fand kein starkes Reich vor, sondern einen Staat, der in einem Nachfolgekrieg zwischen den Brüdern Atahualpa und Huáscar verstrickt war. Dieser Bürgerkrieg erschütterte die Grundfesten des Reiches und die Unzufriedenheit der unterworfenen Völker beschleunigte den Zusammenbruch.
Atahualpa unterschätzte die Gefahr, die von der Ankunft der Spanier ausging, obwohl er sich durch Boten über die neuen Waffen (Gewehre, Kanonen, Rüstungen und Pferde) informiert hatte. Am 15. November 1532 wurden sie von Atahualpa in Cajamarca freundlich empfangen. Die etwa 150 Gefährten Pizarros nutzten die Situation, nahmen Atahualpa gefangen und richteten an seinen 20.000 Kriegern ein Blutbad an. Die Angriffe der Spanier trafen die Inka, die die Taktik des Hinterhaltes nicht kannten, unvorbereitet. Den Waffen aus Stahl hatten sie mit ihren Rüstungen aus Leder und Baumwolle nichts entgegenzusetzen. Sie kannten keine Pferde, auf denen die Angreifer ritten. Für sie waren es monströse Geschöpfe aus einer anderen Welt. Meist versuchten sie ohne jegliche Verteidigung zu fliehen.
Atahualpa wollte sich nach seiner Festnahme durch die Spanier freikaufen, indem er einen Raum mit Gold und Silber füllen ließ. Der Wert dieses Schatzes wird auf einen heutigen Gegenwert zwischen 25 und 45 Millionen Euro geschätzt. Atahualpa wurde als Marionette der Spanier im Amt belassen und behielt seine Befehlsgewalt weitgehend. So ließ er - ohne Kenntnis der Spanier - seinen Bruder, der in Cuzco in Gefangenschaft saß, umbringen. Atahualpa wurde - in Abwesenheit von Pizarro - wegen verschiedener Delikte veruteilt. Dabei wurde ihm auch die Tötung seines Bruders vorgeworfen. Er hätte auf dem Scheiterhaufen verbrannt werden sollen, ließ sich kurz zuvor von dem Dominikaner Vincente de Valverde taufen und wurde am 29. August 1533 durch Erdrosselung hingerichtet. Als Nachfolger wurde Häuptling Manco Cápac II. eingesetzt. Das führerlose Volk der Inka leistete immer weniger Widerstand, und die unterworfenen Stämme schlugen sich auf die Seite der Eroberer in der Hoffnung, dadurch eine Unhabhängigkeit zu erreichen. Am 15. November 1533 erreichte Pizarro die Hauptstadt Cuzco, die ihm ohne nennenswerten Widerstand übergeben wurde.
Die letzten Inka leisteten unter Túpac Amaru von der Bergfestung Vilcabamba aus noch bis 1572 Widerstand. Der Legende nach soll sich der fliehende Inka-Adel anschließend in die verborgene Stadt Paititi zurückgezogen haben.
Kategorie:Herrscher
Kategorie:Indianer
Kategorie:Mann
Kategorie:Inka-Reich
Kategorie:Gestorben 1533
nb:Atahualpa
Garotte
Eine Garrotte (auch Garotte, von spanisch garrote vil = schändlicher/niederträchtiger Stock) ist ein Hinrichtungsinstrument, bei dem der Verurteilte an einen Holzpfahl gefesselt wird. Die Garrotte wurde und wird aber auch als Folterinstrument verwendet.
Im Gegensatz zur Strangulation - durch Abschnüren der Halsschlagader - erfolgt bei der Garrotte ein Zusammenpressen der Luftröhre. Das Opfer wird erdrosselt, der Tod tritt langsam durch Ersticken ein. In frühen Versionen legte der Henker dem Opfer von hinten eine Schlinge um den Hals, die er mittels eines Stocks langsam zudrehte. Später wurde die Schlinge durch ein Metallband ersetzt, das lediglich zum Fixieren diente. Dem Opfer wurde von hinten eine Metallschraube ins Genick getrieben, wodurch der Tod in der Regel augenblicklich eintrat.
Bis 1974 wurden Todesurteile in Spanien durch die Garrotte vollstreckt und in den staatlich beeinflussten Medien konsequent darüber berichtet. Ihr letztes Opfer waren Puig Antich und der DDR-Flüchtling Georg Michael Welzel.
Auch ein mittelstarker Metalldraht, der an den beiden Enden mit jeweils etwa 10-15cm lange Holzstückchen versehen ist, wird als Garrotte bezeichnet. Die klassische Garotte wurde überwiegend von den Kriminellen im Frankreich des 19. und frühen 20. Jahrhunderts benutzt (etwa in Paris-Montmartre oder im Hafenviertel von Marseille). Mit der Garotte kann der Mörder in der Regel geräuschlos sein Opfer von hinten erdrosseln, ohne dass der Getötete laute Geräusche von sich geben kann.
Kategorie:Todesstrafe
Kategorie:Waffe
1622
Politik und Weltgeschehen
- 12. März: Papst Gregor XV. spricht Ignatius von Loyola, Franz Xaver, Theresa von Ávila, Isidor von Sevilla und Philipp Neri heilig
- 27. April: Schlacht bei Wiesloch: die vereinigten Heere Mansfelds und Georg Friedrichs von Baden-Durlach besiegen im Dreißigjährigen Krieg die Kaiserlichen unter Tilly
- 6. Mai: Schlacht bei Wimpfen. Zwischen den siegreichen Ligatruppen unter Tilly und González Hernandez de Córdoba und den pfälzischen Truppen unter Markgraf Georg Friedrich von Baden-Durlach
- 29. August: Schlacht bei Fleurus. In dieser Schlacht liefern sich die Truppen von Ernst von Mansfeld und Christian von Halberstadt sowie die spanischen Truppen unter General Córdoba ein verlustreiches Gefecht
- Gründung des Kapuzinerklosters Dinkelsbühl
- 14. Januar (vermutlich): Molière, eigentlich Jean-Baptiste Poquelin, französischer Schauspieler, Theaterdirektor und Dramatiker († 1673)
- Willem Kalf, niederländischer Maler († 1693)
- Berend Jacob Karpfanger, Kapitän des Konvoischiffes „Wappen von Hamburg“, das Hamburg gegen Piraten verteidigte († 1683)
- 8. März: Friedrich Ulrich Calixt, deutscher Theologe († 1701)
- 5. April: Vincenzo Viviani, Mathematiker und Physiker († 1703)
- 15. Oktober: Magnus Gabriel de la Gardie, schwedischer Graf, Reichsmarschall, Reichsdrost und Reichskanzler († 1686)
- 18. November: Karl X. Gustav von Schweden, König von Schweden von 1655 bis 1660 († 1660)
- 23. Januar: William Baffin, englischer Entdecker ( - 1584)
- 5. März: Ranuccio I. Farnese, Herzog von Parma und Piacenza ( - 1569)
- 15. April: Leandro Bassano, italienischer Maler ( - 1557)
- 24. April: Fidelis von Sigmaringen, Märtyrer ( - 1578)
- 9. Oktober: Johann der Jüngere, Herzog von Schleswig-Holstein-Sonderburg ( - 1545)
- 2. November: Jan Lohelius, Abt von Strahov und Erzbischof von Prag
- 28. Dezember: Franz von Sales, Bischof von Genf/Annecy, Ordensgründer, Kirchenlehrer ( - 1567)
- Sophie von Brandenburg, Kurfürstin von Sachsen ( - 1568)
ko:1622년
Schlacht bei FleurusEs gab mehrere Schlachten bei Fleurus, wobei drei diesen Namen tragen: die erste 1622 im Dreißigjährigen Krieg, die zweite 1690 zwischen Frankreich und alliierten Truppen, die dritte 1794 zwischen dem revolutionistischen Frankreich und den Alliierten.
Im Waterloo-Feldzug Napoléons fanden am 16. Juni 1815 zwei weitere Schlachten in der Nähe von Fleurus statt, die als Schlacht bei Ligny und als Schlacht bei Quatre-Bras in die Geschichte einging.
Schlacht von 1622
Die Schlacht bei Fleurus 1622 war ein bedeutendes Gefecht im Dreißigjährigen Krieg zwischen den Truppen von Christian von Halberstadt und Ernst von Mansfeld und den spanischen Truppen unter Gonzalo Fernández de Córdoba.
Mansfeld und Christian von Halberstadt waren auf dem Weg zum Entsatz von Bergen op Zoom. Bei Fleurus wurden sie am 29. August 1622 vom spanischen General Gonzalo Fernández de Córdoba gestellt. Es entbrannte eine für beide Seiten sehr verlustreiche Schlacht, in deren Verlauf Christian von Halberstadt den linken Arm verlor. Diesen ließ er durch eine silberne Prothese ersetzen. Trotz der schweren Verluste konnten etwa 6.000 Reiter aus Christians Truppe in Richtung Bergen op Zoom durchbrechen und schließlich die Aufhebung der Belagerung der Stadt erzwingen.
Schlacht von 1690
Am 1. Juli 1690 errangen französische Truppen unter François-Henri de Montmorency-Luxembourg einen großen Sieg über alliierte Truppen aus den Niederlanden, Deutschland, Spanien und Großbritannien unter dem Oberbefehl des Generals Fürsten von Waldeck. Frankreich verlor 3.000 Mann, die Verbündeten 9.000.
Schlacht von 1794
Die Schlacht bei Fleurus in der Zeit der französischen Revolution wurde von der französischen Revolutionsarmee unter Jean-Baptiste de Jourdan am 26. Juni 1794 gewonnen.
Die Österreicher und Verbündeten unter Feldmarschall | | |