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29. Oktober

29. Oktober

Der 29. Oktober ist der 302. Tag des Gregorianischen Kalenders (der 303. in Schaltjahren) - somit bleiben 63 Tage bis zum Jahresende.

Ereignisse


- 1268 - Mit der von Karl I. von Anjou geförderten Hinrichtung Konradins in Neapel endet die Herrschaft der Staufer.
- 1685 - Edikt von Potsdam
- 1886 - Nach Einweihung der Freiheitsstatue am Vortag kommt es in New York spontan zur ersten Konfettiparade.
- 1894 - Kaiser Wilhelm II. beruft den 75-jährigen Chlodwig zu Hohenlohe-Schillingsfürst zum Reichskanzler und preußischen Ministerpräsidenten.
- 1911 - Der amerikanische Verleger, Preisstifter und Schriftsteller Joseph Pulitzer (geb. 10.04.1847) stirbt in Charleston (South Carolina).
- 1918 - 1.Weltkrieg: Beginn des Zusammenbruchs der k.u.k.Armee.
- 1918 - Die Abspaltung der südslawischen Länder von Österreich-Ungarn stellt den ersten Schritt zur Gründung Jugoslawiens dar.
- 1918 - Die deutschen Soldaten der Hochseeflotte meutern. Folge ist die Novemberrevolution.
- 1923 - Der öffentliche Rundfunk in Deutschland beginnt um 20 Uhr mit einer Unterhaltungssendung der Radiostunde AG. Rundfunk
- 1923 - Ausrufung der Republik Türkei durch Kemal Atatürk.
- 1973 - In Istanbul wird die Bosporus-Hängebrücke eingeweiht. Sie verbindet mit einer Spannweite von 1074 Metern Europa und Asien.
- 1976 - Erich Honecker wird von der Volkskammer der DDR zum Staatsratsvorsitzenden gewählt.
- 1992 - Kulturabkommen zwischen Deutschland und Nicaragua. In Kraft seit dem 25. Januar 1999
- 1994 - Am Potsdamer Platz in Berlin beginnen die Bauarbeiten für das DaimlerChrysler Quartier und damit für einen neuen Berliner Stadtteil.
- 1997 - Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen verhängt Sanktionen gegen Angola.
- 2000 - In Kirgisistan wird Askar Akajew erneut als Staatspräsident bestätigt.
- 2001 - Das Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen zwischen Kroatien und der EU wird in Luxemburg unterzeichnet.
- 2002 - Bundeskanzler Gerhard Schröder stellt das Regierungsprogramm für die kommende Legislaturperiode vor.
- 2003 - Bundeskanzler Gerhard Schröder besucht Bratislava, Slowakei.
- 2004 - Unterzeichnnung der ersten Europäischen Verfassung in Rom

Wirtschaft


- 1929 - Deutsche Bank und Disconto-Gesellschaft, die zwei größten Kreditinstitute Deutschlands, fusionieren.
- 1964 - Die Republik Niger schließt mit Deutschland einen Vertrag über die Förderung von Kapitalanlagen.

Wissenschaft, Technik


- 1998 - John Herschel Glenn fliegt 77jährig mit der Raumfähre Discovery zum zweiten Mal ins All. Weltraummediziner erwarten sich dabei Aufschlüsse u.a. über den Alterungsprozess.

Kultur


- 1787 - Die Oper "Don Giovanni" von Wolfgang Amadeus Mozart wird in Prag uraufgeführt.
- 1808 - Uraufführung der komischen Oper "Jadis et aujourd'hui" von Rodolphe Kreutzer an der Opéra-Comique in Paris.
- 1835 - Uraufführung der Oper "The Siege of Rochelle" von Michael William Balfe im Drury Lane Theatre in London.
- 1887 - Uraufführung der Operette "Die sieben Schwaben" von Karl Millöcker am Theater an der Wien in Wien.
- 1932 - Uraufführung der Oper "Der Schmied von Gent" von Franz Schreker an der Deutschen Oper Berlin.
- 1946 - "La belle et la bête - Es war einmal" von Jean Cocteau, eine poetische Verfilmung des Märchens "Die Schöne und das Biest" von Jeanne Marie Leprince de Beaumont, wird in Frankreich uraufgeführt.
- 1949 - Die Oper "Die wundersame Schustersfrau" von Juan José Castro wird in Montevideo uraufgeführt.
- 1959 - In der Erstausgabe des Comic-Magazins "Pilote" erscheint die erste Folge von "Astérix le Gaulois".
- 1967 - Das Musical "Hair" von Galt MacDermot (Musik) und Gerome Ragni und James Rado (Text) wird im Public Theatre von New York City uraufgeführt.
- 2000 - Uraufführung der Oper "Bernarda Albas Haus" von Aribert Reimann an der Bayerischen Staatsoper in München.

Religion

Katastrophen


- 1900 - Bei einer Explosion in einer New Yorker Chemiefabrik kommen fast 200 Menschen ums Leben.
- 1998 - Heftige Regenfälle führen in vielen Teilen Deutschlands zu Überschwemmungen.

Sport


- Einträge im Bereich Formel 1 siehe Formel 1.
- Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden s. u. der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.

Geboren


- 1507 - Fernando Alvarez de Toledo, spanischer Politiker
- 1656 - Edmond Halley, britischer Astronom (Halleyscher Komet)
- 1740 - James Boswell, schottischer Schriftsteller
- 1762 - André Chénier, französischer Schriftsteller
- 1790 - Adolf Diesterweg, deutscher Pädagoge
- 1804 - Friedrich Hetzel, deutscher Bankier und Wohltäter
- 1811 - Louis Blanc, französischer, utopischer Sozialist und Gründer der Sozialdemokratie
- 1816 - Ferdinand II., König von Portugal aus dem Hause Sachsen-Coburg-Gotha
- 1827 - Marcellin Berthelot, französischer Chemiker und Politiker
- 1831 - Leopold Sonnemann, Journalist
- 1855 - Emil Doepler, deutscher Maler
- 1866 - Gustav Witt, deutscher Astronom
- 1872 - Hermann Haack, deutscher Kartograf
- 1878 - Alexander von Falkenhausen, deutscher General
- 1879 - Franz von Papen, deutscher Politiker
- 1880 - Otto Flake, deutscher Dichter
- 1880 - Abram Fjodorowitsch Joffe, sowjetischer Physiker
- 1882 - Jean Giraudoux, französischer Dramatiker
- 1890 - Alfredo Ottaviani, italienischer Kardinal
- 1890 - Hans Hube, deutscher Generaloberst der Wehrmacht
- 1890 - Claire Goll, deutsch-französische Dichterin
- 1891 - Rafael Leónidas Trujillo Molina, Diktator der Dominikanischen Republik
- 1897 - Joseph Goebbels, deutscher NSDAP-Politiker
- 1899 - Akim Tamiroff, russisch-amerikanischer Schauspieler
- 1906 - Franziska Bilek, deutsche Zeichnerin und Karikaturistin
- 1908 - Edmond Pidoux, Schweizer Schriftsteller
- 1910 - Sir Alfred Jules Ayer, britischer Philosoph
- 1912 - Bruno Cassinari, italienischer Maler
- 1917 - Eddie Constantine, US-amerikanischer Schauspieler, Schlagersänger
- 1920 - Baruj Benacerraf, US-amerikanischer Mediziner
- 1920 - Ernst Majonica, deutscher CDU-Politiker
- 1922 - Neal Hefti, US-amerikanischer Komponist
- 1922 - Alexandr Sinowjew, sowjetischer Schriftsteller
- 1923 - Carl Djerassi, österreichisch-US-amerikanischer Chemiker und „Vater der Pille“
- 1924 - Zbigniew Herbert, polnischer Schriftsteller
- 1925 - Zoot Sims, US-amerikanischer Jazzmusiker
- 1926 - Neçmettin Erbakan, Ministerpräsident der Türkei
- 1930 - Niki de Saint Phalle, französische Künstlerin
- 1930 - Puck Brouwer, ehemalige niederländische Leichtathletin und Olympionikin
- 1933 - John Andrews, kanadischer Architekt
- 1938 - Gerhard Neuser, deutscher Fußballspieler
- 1940 - Heinrich Mussinghoff, Bischof von Aachen
- 1942 - Ray Steinberg, US-amerikanischer Sänger
- 1944 - Denny Laine, britischer Musiker, Sänger und Songschreiber
- 1946 - Oliver Bendt, deutscher Sänger
- 1946 - Peter Green, britischer Musiker (Fleetwood Mac)
- 1947 - Kemal Kurt, Schriftsteller, Übersetzer und Photograph
- 1948 - Richard Dreyfuss, amerikanischer Filmschauspieler
- 1949 - Kate Jackson, US-amerikanische Schauspielerin (Drei Engel für Charlie)
- 1951 - David Paton, britischer Musiker, Sänger und Songschreiber
- 1952 - Arnell Carmichael, US-amerikanischer Musiker
- 1954 - Stephen Luscombe, britischer Musiker, Sänger und Songschreiber
- 1954 - Matthias Zschokke, Schweizer Schriftsteller
- 1958 - Nicolette Kressl, deutsche SPD-Politikerin, MdB seit 1994
- 1960 - Dieter Nuhr, Kabarettist und Comedian
- 1961 - Randy Jackson, US-amerikanischer Sänger (Jacksons)
- 1961 - Cornelia Oschkenat, deutsche Leichtathletin
- 1969 - Mirco Nontschew, deutscher Komiker
- 1970 - Edwin van der Sar, niederländischer Fußballspieler
- 1971 - Winona Ryder, amerikanische Filmschauspielerin
- 1973 - Robert Pirès, französischer Fußballspieler
- 1975 - Frank Baumann, deutscher Fußballspieler
- 1977 - Annemarie Warnkross, deutsche TV-Moderatorin (VIVA)
- 1977 - Gabriel Machemer, deutscher Aktionskünstler und Aufklärungsforscher
- 1981 - Amanda Beard, US-amerikanische Schwimmerin

Gestorben


- 1268 - Konradin von Hohenstaufen, Herzog von Schwaben und letzter Staufer
- 1618 - Walter Raleigh, englischer Seefahrer, Entdecker und Schriftsteller
- 1675 - Christian Hoburg, Theologe, mystischer Spiritualist
- 1757 - Sir Edward Vernon, englischer Admiral
- 1774 - August von Hallerstein, Deutscher Jesuit und China-Missionar
- 1783 - Jean Baptiste le Rond d'Alembert, französischer Mathematiker, Physiker und Philosoph der Aufklärung
- 1804 - George Morland, britischer Maler
- 1829 - Maria Anna Mozart, Schwester von Wolfgang Amadeus Mozart und die Tochter von Leopold Mozart
- 1853 - Pierre Zimmermann, französischer Klavierpädagoge und Komponist
- 1854 - Paul Wilhelm Eduard Sprenger, österreichischer Architekt
- 1872 - Pierre Charles Fournier Saint Amant, französischer Schahmeister
- 1873 - Johann I., König von Sachsen
- 1884 - Albert Dulk, deutscher Freidenker, Mitglied der Arbeiterbewegung und in der Stuttgarter Sozialdemokratie
- 1885 - George B. McClellan, Gouverneur von New Jersey
- 1911 - Joseph Pulitzer, US-amerikanischer Journalist und Herausgeber
- 1920 - Ernst Perabo, US-amerikanischer Pianist und Komponist
- 1921 - Wilhelm Erb, deutscher Neurologe und Professor
- 1924 - Frances Eliza Burnett, britische Autorin
- 1934 - Kurt Floericke, deutscher Naturwissenschaftler
- 1948 - Wesley C. Mitchell, amerikanischer Volkswirtschaftler
- 1949 - Georg Iwanowitsch Gurdjieff, Autor, Philosoph, Choreograph, Komponist
- 1950 - Gustav V., war König von Schweden von 1907 bis 1950
- 1951 - Robert Grant Aitken, US-amerikanischer Astronom
- 1954 - Hermann Ehlers, deutscher Politiker
- 1956 - Louis Rosier, französischer Formel 1- und Sportwagen-Rennfahrer
- 1957 - Louis B. Mayer, amerikanischer Filmproduzent
- 1963 - Adolphe Menjou, US-amerikanischer Filmschauspieler
- 1971 - Arne Wilhelm Kaurin Tiselius, schwedischer Chemiker
- 1971 - Duane Allman, US-amerikanischer Musiker (Allman Brothers)
- 1981 - Karl Joseph Leiprecht, Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart
- 1985 - Jewgeni Lifschitz, sowjetischer Physiker
- 1986 - Elisabeth Schwarzhaupt, deutsche Politikerin
- 1987 - Jakob Bräckle, deutscher Kunstmaler aus Biberach
- 1987 - Woodrow Charles Herman, US-amerikanischer Jazz-Musiker
- 1997 - Anton Szandor LaVey, gilt als der Gründer der amerikanischen Church of Satan
- 2003 - Franco Corelli, italienischer Sänger
- 2003 - Franco Bonisolli, italienischer Tenor
- 2004 - Alice Herzogin von Gloucester, britische Prinzessin
- 2004 - Edward Oliver LeBlanc, dominicanischer Politiker

Feier- und Gedenktage


- Nationalfeiertag in der Türkei (Tag der Republik von 1923)

Siehe auch


- 28. Oktober - 30. Oktober
- 29. September - 29. November
- Oktober - Historische Jahrestage - Zeitskala
- Wikipedia:Glaskugel - Wikipedia:Formatvorlage Tag 1029 ja:10月29日 ko:10월 29일 simple:October 29 th:29 ตุลาคม

Gregorianischer Kalender

Der gregorianische Kalender, benannt nach Papst Gregor XIII., ist der heute in den meisten Teilen der Welt gültige Kalender.

Gregorianische Kalenderreform

Kalender Das erste Konzil von Nizäa bestimmte im Jahre 325, dass das Osterfest immer am ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond nach Frühlings-Anfang (bezogen auf Jerusalem) gefeiert werden sollte. Das astronomische Ereignis des Primar-Äquinoktiums (Frühlings-Tagundnachtgleiche der nördlichen Hälfte unseres Planeten) fand im Konzilsjahr 325 am 21. März statt, und die julianische Schalttagsregelung wurde damals noch nicht als verbesserungsbedürftig erkannt. Der damals gültige julianische Kalender ging von einem mittleren Sonnenjahr von 365,25 Tagen aus und glich die Differenz (bezogen auf 365 Tage) von annähernd 6 Stunden alle vier Jahre durch die Einfügung eines Schalttags aus. Gegenüber dem vom tatsächlichen Gang der Himmelsmechanik astronomisch vorgegebenen Sonnenjahr, das im Jahre 2000 auf 365,242190517 Tage bestimmt wurde -also etwa 365 Tage, 5 Stunden, 48 Minuten und 45,25 Sekunden- war das Jahr des julianischen Kalenders also etwas mehr als 11 Minuten zu lang. Bis ins 16. Jahrhundert, zur Zeit Papst Gregors XIII., hatte sich dieser Fehler so ausgewirkt, dass das Primar-Äquinoktium im Jahr 1582 schon am 11. März stattfand. Diese Verschiebung des Kalenders war jedoch schon längere Zeit vorher offenkundig geworden. Seit dem 14. Jahrhundert wurden immer wieder Vorschläge für eine Kalenderreform unterbreitet – u. a. durch Nikolaus von Kues, Regiomontanus und Nikolaus Kopernikus. Diese waren aber stets abgelehnt worden. Gleichwohl bildeten Kopernikus' Werk De Revolutionibus Orbium Coelestium (»Von den Umdrehungen der Himmelskörper«) sowie die prutenischen Tafeln von Erasmus Reinhold die Basis für die schließlich von Papst Gregor XIII. dekretierte Reform. Um die Frühlings-Tagundnachtgleiche wieder mit dem 21. März in Übereinstimmung zu bringen und Ostern wieder am richtigen Tage feiern zu können, folgte der Papst dem Vorschlag des Mediziners und Hobby-Astronomen Aloisius Lilius und bestimmte, dass im Jahre 1582 zehn Tage übersprungen werden sollten. Daher folgte in einigen römisch-katholischen Ländern auf den 4. Oktober gleich der 15. Oktober – die Abfolge der Wochentage blieb dabei jedoch unverändert. Damit fand das Primar-Äquinoktium dort im Folgejahr 1583 wieder am 21. März statt; die Zeitrechnung innerhalb des Christentums war jedoch nicht mehr einheitlich. Damit war die Ausgangslage, wie sie zur Zeit des Konzils bestand, wieder ungefähr hergestellt. Um ein erneutes Abrücken des 21. März vom Zeitpunkt des Primar-Äquinoktiums für alle Zukunft zu vermeiden, legte der neue gregorianische Kalender die Dauer des mittleren Sonnenjahrs auf 365,2425 statt wie bisher auf 365,25 Tage fest. Diese Verkürzung erfolgte dadurch, dass – abweichend von der Schaltregel des julianischen Kalenders – die Jahre keinen Schalttag haben, deren Zahl zwar ohne Rest durch 100, nicht aber durch 400 geteilt werden kann. Weil bis zur ersten Anwendung dieser neuen Ausnahmeregel im Jahre 1700 noch 117 Jahre vergingen, hat sich der Kalender gegenüber dem astronomischen Ereignis des Primar-Äquinoktiums im Durchschnitt wieder um 1 Tag verrückt. Seither pendelt es zwischen dem 19. und 21. März.

Die Schaltregeln


- Nach der grundsätzlich weiterhin gültigen Julianischen Schaltregel weisen Jahre, deren Zahlen durch 4 dividiert natürliche Zahlen ergeben, im Februar einen 29. Tag (“Schalttag“) auf und umfassen dadurch als Schaltjahre 366 Tage.
- Die Gregorianische Schaltregel bestimmt hiervon drei Ausnahmen : Keine Schaltjahre sind diejenigen Säkular-Jahre (Jahre, deren Zahl am Ende zwei Nullen aufweist), deren Zahl durch 400 dividiert keine natürliche Zahl ergibt.(Deshalb waren die Jahre 1700, 1800 und 1900 keine Schaltjahre, und auch die Jahre 2100, 2200 und 2300 werden keine Schaltjahre sein.) oder:
- Ist die Jahreszahl durch 4 teilbar, aber nicht durch 100, dann ist es ein Schaltjahr mit 366 Tagen. Beispiele: 1980, 1972, 1720.
- Ist die Jahreszahl durch 100 teilbar, aber nicht durch 400, dann ist das Jahr ein gewöhnliches Gemeinjahr und hat nur 365 Tage, z. B. in den Jahren 1700, 1800 und 1900 oder ferner 2100.
- Ist die Jahreszahl durch 400 teilbar, ist das Jahr ein Schaltjahr. Die Jahre 1600 und 2000 waren – in Übereinstimmung mit der Julianischen Schaltregel – Schaltjahre zu 366 Tagen.

Einführung des gregorianischen Kalenders in verschiedenen Ländern

Nur wenige Länder wie Spanien oder Portugal übernahmen den gregorianischen Kalender tatsächlich am 4./15. Oktober 1582. Die meisten römisch-katholischen Länder Europas folgten in den nächsten Jahren, während die protestantischen Länder den neuen Kalender, weil vom Papst dekretiert, zunächst ablehnten. Beispielsweise führten ihn die meisten katholischen Kantone der Schweiz 1584 ein, das Wallis jedoch erst 1655. Dort folgte damals auf den 28. Februar der 11. März. Die evangelischen Territorien des Deutschen Reichs übernahmen den gregorianischen Kalender erst 1700. Auf den 18. Februar folgte dort unmittelbar der 1. März 1700. Zuvor mussten beispielsweise Verträge zwischen katholischen und protestantischen Fürsten mit beiden Daten versehen werden, etwa als 5./15. Oktober 1582. Um die Jahreswende differierten die Jahreszahlen zwischen den Gebieten des alten und neuen Kalenders. Aus dieser Zeit stammt der Ausdruck »zwischen den Jahren« für die Tage nach Weihnachten. Die reformierten Orte der Schweiz folgten ein Jahr später, allerdings mit drei Ausnahmen: Der protestantische Halbkanton Appenzell Ausserrhoden und die protestantischen Teile von Glarus und Graubünden. Der offizielle Übergang zum neuen Kalender sollte dort bis 1812 dauern; der alte Kalender blieb aber noch länger in der Bevölkerung lebendig. Die Appenzeller Silvesterkläuse werden noch immer am 31. Dezember nach dem julianischen Kalender (13. Januar nach dem gregorianischen Kalender) gefeiert. In England (und auch in den späteren USA) wurde der gregorianische Kalender erst in der Nacht vom 2. September auf den 14. September 1752 eingeführt. Die orthodoxen Länder Osteuropas behielten den julianischen Kalender noch bis Anfang des 20. Jahrhunderts bei. Da die Jahre 1700, 1800 und 1900 in Russland Schaltjahre gewesen sind, machte die Abweichung vom gregorianischen Kalender dort mittlerweile 13 Tage aus. Die russische Oktoberrevolution 1917 fiel deshalb nach dem gregorianischen Kalender auf den 7. November. An diesem Tag wurde die Revolution denn auch bis zum Ende der Sowjetunion gefeiert, nachdem Russland 1918 die neue Kalenderrechnung eingeführt hatte. Einige orthodoxe Kirchen (z. B. in Russland und Serbien) begehen ihre feststehenden Feste weiterhin nach dem julianischen Kalender. Ihr Weihnachten (25. Dezember) fällt darum derzeit auf den 7. Januar (greg.). Andere orthodoxe Kirchen (z. B. in Griechenland und Bulgarien) verwenden hierfür den so genannten neo-julianischen Kalender, der bis zum Jahr 2799 dem gregorianischen Kalender entsprechen wird. Alle orthodoxen Kirchen berechnen Ostern und die anderen beweglichen Feste nach dem julianischen Frühlingsanfang sowie nach dem metonischen Vollmond; das Fest fällt daher nur gelegentlich mit dem Osterdatum der westlichen Kirchen zusammen; meist ist es eine, vier, oder fünf Wochen später als im Westen. Als bisher letzter Staat übernahm 1927 die Türkei den gregorianischen Kalender; dort hatte bis dahin der islamische Kalender gegolten. Die nicht zeitgleiche Einführung des gregorianischen Kalenders in den verschiedenen Ländern sorgte für Verwirrung, aber auch für interessante Paradoxa: So sind sowohl William Shakespeare als auch Miguel de Cervantes am 23. April 1616 gestorben, obwohl Shakespeare Cervantes um 11 Tage überlebt hat. Auch die Feiern des Geburtstags von George Washington wurden verschiedentlich am 11. und am 22. Februar ausgerichtet, bis zu einer bundesgesetzlichen Feiertagsregelung.

Charakteristika

Die Regeln des gregorianischen Kalenders führen zu einer durchschnittlichen Länge des Kalenderjahres von 365,2425 Tagen. Das sogenannte tropische Jahr – der zwischen zwei aufeinanderfolgenden Primar-Äquinoktien (Frühlings-Tag-Nachtgleichen) liegende Zeitraum – ist gegenwärtig im Mittel 365,24219879 mittlere Sonnentage lang. Danach ist also auch der gregorianische Kalender im Verhältnis zur astronomischen Wirklichkeit etwas zu lang, nämlich 0,000301 Tage (= 26 Sekunden) pro Jahr. Das bedeutet, dass nach rund 3320 Jahren das Primar-Äquinoktium wieder einen ganzen Tag früher eintreten würde. Sofern bis dahin die christliche Jahreszählung beibehalten wird, würde es sich anbieten, in allen durch 3200 teilbaren Jahren den Schalttag wiederum entfallen zu lassen, wenn auch zu jener Zeit noch die Bindung des Primar-Äquinoktiums an den 21. März gewünscht wird. Der gregorianische Kalender hat eine Periode von 400 Jahren: Nach dieser Zeit wiederholen sich nicht nur der Ablauf der Schalttage und damit die Tages- und Monatszählung, sondern auch die zugehörigen Wochentage. 400 Jahre enthalten nämlich 400×365 + 97 Tage, also 146097 Tage; das sind genau 20871 Wochen; es geht also nach 400 Jahren mit demselben Wochentag weiter. Infolge dieser Periodizität kann ein bestimmtes Datum (Tag und Monat oder nur Tag) nicht gleich häufig auf alle Wochentage fallen. Ausgerechnet der 13. eines beliebigen Monats fällt öfter (nämlich 688mal in 400 Jahren) auf einen Freitag als auf andere Wochentage (Donnerstag und Samstag: 684mal, Montag und Dienstag: 685mal, Sonntag und Mittwoch: 687mal).

Siehe auch


- Julianischer Kalender, Osterdatum
- Umrechnung zwischen julianischem Datum und gregorianischem Kalender, Wochentagsberechnung
- Zeitrechnung, Kalender, Jüdischer Kalender, Christlicher Kalender, Islamischer Kalender, Chinesischer Kalender, v. u. Z., v. d. Z., v. d. Chr., n. d. Chr., v. Chr., n. u. Z., n. d. Z., n. Chr.

Wikipedia-Links zum Themenkomplex Kalender und Zeit

Weblinks


- [http://personal.ecu.edu/MCCARTYR/inter-grav-text.html Papst Gregor XIII: Inter Gravissimas – Die päpstliche Bulle, mit der der gregorianische Kalender verordnet wurde]
- [http://www.fh-friedberg.de/users/boergens/marken/beispiele/kalender.htm Briefmarke: Sondermarke zur Vollendung der ersten Periode des gregorianischen Kalenders]
- [http://www.kalenderlexikon.de 1. deutsches Online-Kalenderlexikon] Kategorie:Kalender als:Gregorianischer Kalender ja:グレゴリオ暦 ko:그레고리력 ms:Kalendar Gregorian simple:Gregorian calendar th:ปฏิทินเกรกอเรียน

1268

Ereignisse


- 23. August - Der letzte Staufer Konradin von Hohenstaufen verliert im Kampf um sein italienisches Erbe die Schlacht bei Tagliacozzo gegen Karl I. von Anjou.
- 29. Oktober - Konradin von Hohenstaufen wird nach einem Scheinprozess auf Befehl Karls von Anjou auf dem Marktplatz von Neapel hingerichtet: Ende der Kaiserdynastie der Staufer.
- Antiochia wird von den Mamluken erobert
- Erste urkundliche Erwähnung von Bodelshofen und Reichenbach an der Fils.
- Gabriel III. von Alexandria wird Papst der Koptischen Kirche.
- Der Brandenburgische Markgraf Otto IV. teilt die Oberlausitz in die Länder Bautzen und Görlitz.

Geboren


- Philipp IV. der Schöne, König von Frankreich
- Erik II. von Norwegen.

Gestorben


- 29. Oktober - Konradin von Hohenstaufen, Herzog von Schwaben und letzter Staufer (
- 1252) ko:1268년

Konradin von Hohenstaufen

Konradin von Hohenstaufen (
- 25. März 1252 auf der Burg Wolfstein bei Landshut; † 29. Oktober 1268 in Neapel hingerichtet) war seit 1254 Herzog von Schwaben, nannte sich König von Jerusalem, beanspruchte das Königreich Sizilien, und war letzter legitimer männlicher Erbe des Kaiserhauses der Staufer.

Leben

Der Kindkönig

Konradin, der Sohn des deutschen Königs Konrads IV., der zugleich legitimer König von Sizilien und Jerusalem war, sowie der Elisabeth von Bayern, wurde nach dem Tod seines Vaters am 21. Mai 1254 der Vormundschaft seines Onkels, des Herzogs Ludwig II. von Bayern unterstellt. Dieser setzte für den Zweijährigen die formelle Anerkennung als Herzog von Schwaben durch. Konradin war zugleich Titularkönig von Jerusalem. Sein italienisches Erbe wurde durch seinen dort anwesenden Onkel Manfred verwaltet, der sich allerdings 1258 selbst zum König von Sizilien krönen ließ. Papst Alexander IV. forderte überdies 1255 alle Lehensleute und Adeligen im Herzogtum Schwaben auf, sich von Konradin loszusagen, und verbot 1256 seine Wahl zum römisch-deutschen König. 1257 wurde Richard von Cornwall zum König gewählt. Herzog Ludwig von Bayern gab ihm seine Stimme unter dem Vorbehalt, dass Konradin das Herzogtum und das staufische Erbe behalten dürfe. 1262 begleitete er Konradin zur förmlichen Besitzergreifung nach Schwaben.

Konradin in Italien

Nachdem Manfred 1266 in der Schlacht bei Benevent gefallen war und sein Reich an den vom Papst begünstigten Karl I. von Anjou verloren hatte, zog Konradin 1267 auf Bitten der italienischen Stauferpartei, der Ghibellinen, selbst nach Italien, woraufhin ihn Papst Klemens IV. bannte. Aus Deutschland erhielt er nur wenig Hilfe, als einzige bedeutende deutsche Herren begleiteten ihn Herzog Ludwig II. von Bayern, Graf Rudolf von Habsburg und sein Stiefvater Graf Meinhard II. von Tirol-Görz bis Verona. Daneben bestand seine Begleitung aus Angehörigen des deutschen Niederadels und dem aus seiner Heimat vertriebenen Herzog Friedrich I. von Österreich-Baden. Sein hauptsächlicher Rückhalt waren die ghibellinischen Städte Mittelitaliens, allen voran Pisa, mit deren Hilfe es ihm gelang, Rom zu besetzen. Hier schloss sich ihm Heinrich von Kastilien an, ein Bruder des Königs Alfons X. von Kastilien.

Gefangennahme und Hinrichtung

Beim Versuch, die Sarazenen von Lucera (Apulien) zu erreichen, die zu seinen Gunsten rebelliert hatten, wurde sein Heer am 23. August 1268 in der Schlacht bei Tagliacozzo von den Truppen Karls von Anjou, der vom Papst mit Sizilien belehnt worden war, vernichtend geschlagen. Konradin entkam zwar zunächst der Gefangennahme, wurde aber bei Astura von Giovanni Frangipani aufgegriffen und an Karl von Anjou ausgeliefert. Dieser ließ Konradin nach einem Scheinprozess zusammen mit zehn bis fünfzehn Begleitern, darunter auch Friedrich I. von Baden, am 29. Oktober 1268 wie einen Verbrecher auf der Piazza del Mercato in Neapel öffentlich enthaupten und in ungeweihter Erde verscharren.

Nach Konradins Tod

Reaktionen auf die Hinrichtung

Die Mehrzahl der Zeitgenossen fassten diesen Umgang mit einem Königssohn als ungeheuerliches Verbrechen auf, "eine Überschreitung der Schranken, die den Völkern seit Jahrhunderten von Recht und Sitte gezogen worden waren" (Ferdinand Geldner). Besonders groß war das Entsetzen bei den italienischen Ghibellinen.

Bestattung

Die Gebeine Konradins und Friedrichs wurden später in der Kapelle "Santa Maria del Carmine" unter dem Hauptaltar beigesetzt. 1847 ließ der damalige Kronprinz und spätere König Maximilian II. von Bayern dort ein Denkmal von Bertel Thorvaldsen errichten, in dessen Sockel die Gebeine des letzten Staufers heute ruhen.

Das Ende der Staufer

Mit Konradin endete der letzte legitime Erbe des Kaisergeschlechts der Staufer im Mannesstamm. Überlebt wurde er lediglich von Enzio (um 1215-1272), einem unehelichen Sohn seines Großvaters Friedrich II., der jedoch bis zu seinem Tod in Bologna gefangen gehalten wurde. Kinder hatte er keine, denn er war zwar mit Sophie von Landsberg verheiratet gewesen, die Ehe war jedoch nicht vollzogen worden.

Bedeutung

Von Bedeutung ist Konradin für die Geschichte Bayerns, da er Herzog Ludwig II. für seine Heerfolge nach Italien Besitzungen in der Oberpfalz, um Sulzbach, in Südwestbayern und bayerisch Schwaben abtrat (Konradinische Schenkung). Nach 1270 trat in Deutschland ein falscher Konradin auf.

Literarisches Nachleben

Mit seinem tragischen Schicksal hat der letzte Staufer in besonderer Weise Schriftsteller und Dramatiker inspiriert. Über 100 Konradin-Dramen und Fragmente sind seit dem 18. Jahrhundert bekannt, weiterhin zahlreiche Gedichte, Oden und andere lyrische Arbeiten und Prosatexte. Zu den Dichtern und Autoren, die sich mit Konradin beschäftigt haben, gehören Friedrich Schiller, August Graf von Platen, Gustav Schwab, Conrad Ferdinand Meyer, Agnes Miegel, Theodor Körner, Ludwig Uhland und Konrad Weiß.

Literatur


- Chiusano, Italo: Konradin, der letzte Staufer. München, Beck, 1992.
- Geldner, Ferdinand: Konradin, das Opfer eines großen Traumes : Größe, Schuld und Tragik der Hohenstaufen. Bamberg, Meisenbach, 1970 (vol. 1-2).
- Hampe, Karl: Geschichte Konradins von Hohenstaufen. Leipzig, Koehler, 3. Auflage 1942.
- Migge, Walter: Die Staufer in der deutschen Literatur seit dem 18. Jahrhundert. In: Die Zeit der Staufer : Geschichte, Kunst, Kultur. Stuttgart, Württembergisches Landesmuseum, 1977 (Band III, Aufsätze, S. 275 - 290).
- Mühlberger, Josef: Konradin von Hohenstaufen. Der Letzte eines großen Geschlechts.Esslingen, Bechtle, 1982.
- Pfister, Kurt: Konradin. Der Untergang der Hohenstaufen. München, Hugendubel, 1941.
- Ullrich, Hans Uwe: Konradin von Hohenstaufen: Die Tragödie von Neapel. München, Universitas, 2004.
- Hans Schlosser: Corradino sfortunato?: Opfer der Machtpolitik? Zu Verurteilung und Hinrichtung des letzten Hohenstaufen in: "Panta rei". Studi dedicati a Manlio Bellomo a cura di O. Condorelli, vol. 4, Roma 2004, pp. 111 - 131. Kategorie:König (Jerusalem) Konradin von Hohenstaufen Konradin von Hohenstaufen Konradin von Hohenstaufen Konradin von Hohenstaufen Konradin von Hohenstaufen ja:コッラディーノ

Neapel

Neapel (v. griech.: nea polis = neue Stadt; ital. Napoli) ist nach Rom und Mailand die drittgrößte Stadt Italiens und die größte Stadt in Süditalien. Sie ist die Hauptstadt der Region Kampanien. Die Stadt selbst hat etwa 1 Million Einwohner (die Dunkelziffer der nicht registrierten Personen ist sehr hoch), zusammen mit den Vororten weist sie als Agglomeration etwa 4,4 Millionen Einwohner auf. Sie liegt auf halbem Weg zwischen dem Vesuv und einer anderen vulkanischen Gegend, den Campi Flegrei (Phlegräische Felder) am Golf von Neapel. Die Stadt hat einen internationalen Flughafen (Capodichino) und einen großen Seehafen. internationalen Flughafen]]

Geschichte

internationalen Flughafen internationalen Flughafen]Die Stadt wurde vermutlich durch Einwohner der griechischen Kolonie Cumae etwa im 8. Jahrhundert v. Chr. gegründet, einige Kilometer von der antiken Stadt Partenope entfernt. Aus diesem Grund wurde sie Neapolis (griech. neue Stadt) genannt. In den Gebäuden, Museen und auch in der Sprache sind bis heute Spuren von allen Perioden der Geschichte zu finden. Neapel hat zahlreiche Katakomben vorzuweisen: Die berühmteste ist die des dort San Gennaro genannten heiligen Januarius, dessen Wunder des sich verflüssigenden getrockneten Blutes auch heute noch die Welt beschäftigt. Die Reliquie wird im Dom von Neapel, San Lorenzo Maggiore, aufbewahrt. Dem Blutwunder kann man am ersten Maiwochenende und am 19. September beiwohnen. In der Festung Castel dell'Ovo wurde Romulus Augustulus, der letzte Kaiser des Römischen Reiches eingekerkert, nachdem er 476 abgesetzt worden war. Im 6. Jahrhundert wurde Neapel von den Byzantinern besetzt im Rahmen des Versuchs von Justinian, das Römische Reich wieder zu errichten. Im Jahr 1039 fiel Neapel in die Hand der Normannen und wurde Bestandteil des Königreichs von Sizilien. 1224 gründete Friedrich II. von Hohenstaufen die Universität von Neapel. 1266 wurde Neapel und das Königreich Sizilien vom Papst an Karl I. von Anjou übergeben, der die Hauptstadt von Palermo nach Neapel verlegte. 1284 wurde das Königreich in zwei Teile aufgetrennt, die beide den Anspruch erhoben, Königreich von Sizilien genannt zu werden. Die zwei Teile blieben getrennt bis zum Jahr 1816, wo sie zum "Königreich beider Sizilien" vereinigt wurden. Im 17. Jahrhundert war Neapel mit rund 300.000 Bewohnern die nach Paris zweitgrößte Stadt Europas. Im Oktober 1860 wurde mit einem Plebiszit das Ende des Königreichs Sizilien proklamiert und die Gründung des Staates Italien beschlossen. Siehe auch: Liste der Herrscher von Neapel

Musik

Aus Neapel stammt die weitverbreitete Neapolitanische Volksmusik.

Besonderheiten

Neapolitanische Volksmusik
- Neapel gilt als der Ursprungsort der Pizza. Die älteste Pizzeria existiert seit 1830 und heißt Antica Pizzeria Port'Alba.
- Seit Jahrhunderten ist die Stadt berühmt für die kostbaren Neapolitanischen Weihnachtskrippen, für deren traditionelle Herstellung es immer noch eine eigene Gasse mit Werkstätten in der Altstadt gibt (San Gregorio Armeno).
- Wie an vielen Orten Süditaliens existiert auch in Neapel eine Mafia-artige Organisation namens Camorra, die für Schwarzhandel und Straßenkriminalität verantwortlich gemacht wird. Verschiedene Familien sind in diesem Zusammenhang in letzter Zeit verstärkt in Bandenkriege mit vielen Todesopfern verstrickt.
- In Neapel wird ein spezifischer neapolitanischer Dialekt gesprochen.
- Zu den berühmtesten Neapolitanern zählen Giambattista Vico, Carlo Gesualdo und Enrico Caruso.
- Beim bekanntesten Fußball-Klub Neapels, dem SSC Napoli, spielte Diego Armando Maradona.
- Auffallend ist, dass Neapel keine eindeutige Stadtmitte besitzt, sondern nur kleine Zentren (Der Bahnhof, Dante Platz, das Nationalmuseum).

Söhne und Töchter der Stadt


- Martino Altomonte, Begründer der selbständigen Barockmalerei im österreichischen Raum
- Pietro Bardellino, italienischer Maler
- Giovanni Battista Basile, gilt gemeinhin als Europas erster großer Märchenerzähler
- Georg Basta, habsburger General
- Giambattista Vico, italienischer Geschichts- und Rechtsphilosoph
- Gian Lorenzo Bernini, italienischer Bildhauer und Architekt
- Bonifatius IX. (Papst), Papst
- Bonifatius V. (Papst), Papst vom 23. Dezember 619 bis zum 25. Oktober 625
- Giovanni Alfonso Borelli, italienischer Physiker und Astronom
- Fabio Cannavaro, italienischer Fußballspieler
- Michele Carafa, italienischer Komponist von Opern
- Vincenzo Carafa, italienischer Ordensgeneral
- Ferdinando Carulli, italienischer Komponist und Salon-Gitarrist
- Enrico Caruso, italienischer Opernsänger
- Scipione Cerreto, Komponist und Musiker
- Totò (Antonio De Curtis), italienischer Schauspieler
- Farinelli, italienischer Sänger (Kastrat) des 18. Jahrhunderts
- Ferdinand IV. (Neapel), König von Neapel, König beider Sizilien
- Maria Teresa de Filippis, italienische Rennfahrerin
- Franz I. (Sizilien), König von Sizilien und Neapel
- Franz II. (Sizilien), König von Sizilien und Neapel
- Carlo Gesualdo, italienischer Fürst und Komponist
- Gennaro Granito Pignatelli di Belmonte, Kardinal der römisch-katholischen Kirche
- Nicolo Grimaldi, napolitanischer Sänger (Sopran)
- Innozenz XII., Papst von 1691 bis 1700
- Johanna II. (Neapel), Königin von Neapel und Titularkönigin von Jerusalem
- Johannes XXIII. (Gegenpapst), Gegenpapst
- Luigi Lablache, italienischer Opernsänger (Bassist)
- Leonardo Leo, italienischer Komponist
- Ruggiero Leoncavallo, italienischer Komponist
- Francesco Mancini, Kapellmeister und Komponist
- Riccardo Muti, italienischer Meisterdirigent
- Carlo Pisacane, Guerrilakämpfer und Politiker
- Nicola Antonio Porpora, italienischer Komponist und Gesangslehrer
- Giambattista della Porta, neapolitanischer Arzt, Universalgelehrter und Dramatiker
- Carlo Rossi, Italien|italienisch-russischer Architekt
- Jacopo Sannazaro, italienischer Dichter
- Domenico Scarlatti, italienischer Komponist des Barock
- Roberto de Simone, italienischer Komponist, Theatermann, Autor, Opernregisseur, Musikwissenschaftler, Mythologe und Ethnologe
- Charles Piazzi Smyth, schottischer Astronom und Esoteriker
- Bud Spencer, italienischer Schauspieler
- Publius Papinius Statius, lateinischer Dichter
- Roberto Tucci, Kardinal der römisch-katholischen Kirche
- Urban VI. (Papst), von 1378 bis 1389 Papst
- Luigi Vanvitelli, italienischer Architekt
- Viktor Emanuel III., König von Italien und Kaiser von Äthiopien
- Massimo Troisi, italienischer Schauspieler
- Pino Daniele, Pop und Jazz/Blues Sänger

Literatur


- Dieter Richter: Neapel - Biographie einer Stadt, Berlin: Verlag Klaus Wagenbach, 2005 ISBN 380312509x
- Wagner, Horst-Günter: Großraum Neapel-Salerno. S. 150-153 in: Wagner, Horst-Günter: Mittelmeerraum, Darmstadt 2001, ISBN 3-534-12339-5.

Weblinks


- [http://www.compart-multimedia.com/virtuale/us/napoli/naples.htm Naples, Italy] Virtual reality movies and photo gallery
- [http://www.portanapoli.com/Neapel/neapel.html Tor zu Neapel]
- [http://www.thomasgransow.de/Neapel/Neapel_Inhalt.html thomasgransow.de]
- [http://astrid-kaiser.de/gallery/album56 Webfotos von Neapel] Kategorie:Hauptstadt in Italien Kategorie:Ionische Stadtgründung Kategorie:Weltkulturerbe Kategorie:Ort mit Seehafen ! ja:ナポリ ko:나폴리 simple:Naples

Staufer

Die Staufer (früher auch Hohenstaufen genannt) waren ein schwäbisches Adelsgeschlecht, das im 12. und 13. Jahrhundert mehrere deutsche Könige und Kaiser stellte. Der Name "Staufer" leitet sich von der Burg Stauf auf dem Hohenstaufen (am Nordrand der Schwäbischen Alb bei Göppingen) ab.

Geschichte der Staufer

Die Anfänge

Der erste namentlich bekannte Staufer trug den Namen Friedrich, den Leitnamen des Adelsgeschlechts. Von ihm ist lediglich bekannt, dass seine Schwester mit einem Grafen Berthold im Breisgau verheiratet war. Der Sohn dieses Friedrich mit dem gleichen Namen ist in Urkunden für die Mitte des 11. Jahrhunderts als Pfalzgraf in Schwaben genannt. Von dessen Sohn, wiederum ein Friedrich, ist bereits der Herrschaftssitz bekannt: eine Burg Büren, vermutlich das heutige Wäschenbeuren bei Göppingen. Bekannte Heiratsverbindungen aus dieser Staufer-Generation lassen darauf schließen, das die Staufer bereits in der Mitte des 11. Jahrhunderts zu den einflussreichsten Adelsfamilien des südwestdeutschen Raums zählten. Allerdings scheint der Landbesitz zu diesem Zeitpunkt noch gering gewesen zu sein. Vermutlich beschränkte er sich auf drei Kerngebiete um Büren und Lorch sowie im Elsass in und um Schlettstadt mit der Hochkönigsburg sowie bei Hagenau. Das erste exakt nachweisbare Datum der Familiengeschichte und zugleich eine wichtige Station für den Bedeutungszuwachs der Staufer ist das Jahr 1079, als Friedrich I. von Kaiser Heinrich IV. zum Herzog von Schwaben ernannt wurde und Heinrichs Tochter Agnes heiratete. Friedrich I. errichtete auch die Burg Stauf und stiftete das Kloster Lorch als Hauskloster der Familie. Er und seine Söhne Friedrich II. und Konrad weiteten den Grundbesitz der Familie wesentlich aus. Zugleich wurden die Staufer die wesentlichen Verbündeten des salischen Kaiserhauses im Südwesten des Reiches.

Aufstieg zum Königtum

Nach dem Aussterben der Salier 1125 erhoben Friedrich II. von Schwaben und der spätere Konrad III. als Söhne der letzten Salierin einen Anspruch auf die Königswürde. Zunächst wurde aber Lothar von Supplinburg in das Amt gewählt. Kurz darauf kam es zwischen dem neuen König und den Staufern zu Kämpfen um ehemaliges salisches Hausgut, das die Familie für sich beanspruchte. Die Staufer mussten sich letztendlich unterwerfen. Nachdem Lothar 1137 gestorben war, wurde aber 1138 mit Konrad III. ein Staufer zum deutschen König gewählt. Damit setzte er sich gegen den Welfen Heinrich den Stolzen durch, was den bereits bestehenden Konflikt zwischen beiden Familien verschärfte. Konrad unterhielt gute Beziehungen zu Byzanz, erreichte in Italien jedoch wenig und konnte auch keine Kaiserkrönung erreichen. Neben der sich weiter verschärfenden Auseinandersetzung mit den Welfen war Konrads Regierungszeit vor allem durch einen moderaten Ausbau der staufischen Hausmacht und das Knüpfen von Bündnissen mit zahlreichen Territorialherrschern geprägt. Dabei stießen die Staufer allerdings schnell an die von anderen Herrschaftsgebieten gesteckten territorialen Grenzen.

Friedrich I. Barbarossa

Byzanz Nach dem Tod Konrads 1152 wurde mit Friedrich I., genannt „Barbarossa“, ein König gewählt, dem man den Ausgleich zwischen den Welfen (mit denen er mütterlicherseits verwandt war) und Staufern zutraute. Tatsächlich kam es 1156 zu einer Einigung mit Heinrich dem Löwen, der nun Doppelherzog von Sachsen und Bayern war. Außerdem wurde den Welfen im Norden des Reiches eine faktisch eigenständige Interessenssphäre zugewiesen. Erst als der Welfe nicht mehr bereit war, die ambitionierte Italienpolitik seines Vetters Barbarossa ohne Gegenleistung zu unterstützen, kam es zum Bruch und 1180 zur Absetzung des mächtigen Welfenherzogs. Nutznießer war aber nicht Barbarossa selbst, sondern die Fürsten, die sich den zerschlagenen Herrschaftskomplex des Welfen aneigneten. Barbarossa scheiterte auch in großen Teilen mit seiner Restaurationspolitik in Italien (Stichwörter: honor imperii und sacrum imperium), wobei das so genannte alexandrinische Papstschisma seinen Teil beitrug, da sich der Kaiser gegen den von der Mehrheit des Kardinalskollegiums gewählten Papst Alexander III. stellte, der als kaiserfeindlich galt. In dem folgenden Machtkampf fand Alexander III. Unterstützung bei den nach Autonomie strebenden oberitalienischen Städten, die sich 1167 zum Lombardenbund zusammenschlossen. Barbarossa, der mehrere Gegenpäste erheben ließ, konnte seine Ziele (die auf eine Unterwerfung der Städte und eine stärkere Unabhängigkeit vom Papsttum hinausgelaufen wäre, wobei der Papst auf Rechte zu Gunsten des Kaisers hätte verzichten müssen) auch militärisch nicht durchsetzen, so dass er 1177 im Frieden von Venedig Alexander III. anerkannte und kurz darauf auch Frieden mit den Lombardenstädten schloss. Es gelang Friedrich jedoch, die Heirat seines zweitältesten Sohnes Heinrich mit der Normannenprinzessin Konstanze zu arrangieren. Auf dem Feld der Hausmachtspolitik gelangen Barbarossa einige Erfolge. So wurde die Pfalzgrafschaft bei Rhein staufisch (bis 1193) und im Elsass und in Schwaben (wo Friedrichs drittältester Sohn Friedrich V. von Schwaben regierte) wurde das staufische Hausgut zentralisiert verwaltet, wobei es Barbarossa sogar gelang, das welfische Hausgut in Schwaben käuflich von Welf VI. zu erwerben. 1190 verstarb der Kaiser jedoch auf einem Kreuzzug in Kleinasien.

Heinrich VI. und der Thronkampf

Friedrichs Sohn und Nachfolger Heinrich VI. betrieb eine Politik, die auf die Vereinigung des Imperiums mit dem süditalienischen Normannenreich hinauslief (Unio regni ad imperium). Nach einigen Rückschlägen konnte er dies auch im Jahre 1194 erreichen. Das staufische Imperium erstreckte sich damit von der Nord- und Ostsee bis nach Sizilien. Desweiteren erreichte er durch die Gefangennahme Richard Löwenherz' eine Lehnsabhängigkeit Englands. Doch hatte Heinrich nicht immer so viel Erfolg: So scheiterte beispielsweise der von ihm angedachte Erbreichsplan. Mit dem Tod Heinrichs 1197, der sich zudem aufgrund seiner Italienpolitik mit dem Papsttum überworfen hatte, entbrannte ein jahrelanger Thronkampf zwischen dem Staufer Philipp von Schwaben und dem Welfen Otto IV.. Nach dem Tod Philipps 1208 (durch die erste Ermordung eines deutschen Königs) und dem Beginn einer aggressiven Italienpolitik von Seiten Ottos, rief Papst Innozenz III., der vorher den Welfen unterstützt hatte, zur Wahl eines neuen Königs auf. Friedrich, der zum Zeitpunkt des Todes seines Vaters minderjährige Sohn Heinrichs VI., wurde 1211 von einem Kreis stauferfreundlicher Reichsfürsten gewählt. Heinrich VI. war der einzige Sohn Barbarossas, der seinerseits einen männlichen Nachkommen hatte. Er stellte damit eine deutliche Verengung des Stammbaums der staufischen Hauptlinie dar. Aufgrund seiner z.T. grausamen Vorgehensweise betreffend der Italienpolitik wird Heinrich VI. in der Geschichtsschreibung äußerst negativ geschildert.

Friedrich II. - stupor mundi

Friedrich II., von Zeitgenossen später stupor mundi (das Erstaunen der Welt) genannt, gilt als das Wunderwesen unter den römisch-deutschen Kaisern des Mittelalters. Er war hochgebildet, sprach mehrere Sprachen und zeigte sein Leben lang Interesse am Islam, was ihn nicht davon abhielt, christliche Häretiker mit aller Schärfe zu verfolgen. Aufgewachsen unter unsicheren Bedingungen in dem von ihm geliebten Königreich Sizilien, zog er 1212 nach Deutschland. Der staufische Südwesten fiel ihm schnell zu und Otto IV. musste sich nach Norden zurückziehen. Bezeichnenderweise fiel die Entscheidung zu Gunsten Friedrichs jedoch nicht in Deutschland, sondern in Frankreich, wo in der Schlacht von Bouvines, eine der wenigen Entscheidungsschlachten des Mittelalters, der mit dem englischen König verbündete Otto dem mit Friedrich verbündeten französischen König Philipp II. unterlag. Bald darauf verstarb Otto und Friedrich war damit uneingeschränkter römisch-deutscher König. Friedrich wurde 1220 auch zum Kaiser gekrönt, doch überließ er Deutschland seinem Sohn Heinrich und kümmerte sich selbst lieber um die Belange seines sizilianischen Reiches. Dort zentralisierte er die Verwaltung, nahm zahlreiche Reformen in Angriff und gründete auch die erste Staatsuniversität. Zudem bekämpfte er die Sarazenen auf Sizilien und gliederte sie, als sie unterlagen, seiner Leibwache ein. Mit dem Papsttum kam es zum Konflikt, als Friedrich nicht sofort zum versprochenen Kreuzzug aufbrach und auch die antikommunale Politik seines Großvaters Barbarossa aufnahm. Er wurde daraufhin von Papst Gregor IX. gebannt, reiste aber dennoch 1228 ins Heilige Land, wo er ohne Kampf, nur durch Diplomatie, einen Waffenstillstand erreichte und sich in Jerusalem selbst die Krone des Königreiches Jerusalem aufs Haupt setzte. Königreiches Jerusalem Wieder in Italien kam es zu Kämpfen mit päpstlichen Truppen, die in das Regnum eingefallen waren. Friedrich konnte sich jedoch behaupten und 1230 Frieden mit dem Papst schließen. Er wandte sich nun den Problemen in Deutschland zu, wo sein Sohn eigenmächtig gegen die Landesfürsten agiert hatte. Friedrich setzte ihn ab und musste gezwungenermaßen 1232 die Rechte der Landesfürsten vertraglich anerkennen (Statutum in favorem principum; ähnliche Zugeständnisse hatte er bereits den geistlichen Fürsten im Jahre 1213 gemacht), wobei er mehrere königliche Rechte aufgab. Konrad IV., Friedrichs zweitältester Sohn, wurde zum König gewählt und der Kaiser ging nun gegen die aufständischen lombardischen Städte vor. Zwar konnte er sie 1237 bei Cortenuova schlagen, doch wurde Friedrich kurz darauf erneut vom Papst gebannt, dem die Italienpolitik des Staufers nicht passte. Die folgenden Jahre waren geprägt von einem Kampf zwischen Imperium und Sacerdotium, bei dem beide Universalmächte nicht nur militärische, sondern zunehmend auch propagandistische Mittel einsetzten und sich gegenseitig schwere Vorwürfe machten. Friedrich wurde gar als Anti-Christ bezeichnet, während der Kaiser dem Papst vorwarf, nur reine Machtpolitik zu betreiben. Auch Gregors Nachfolger, eigentlich ein Ghibelline (ein in dieser Zeit aufkommender Begriff für die Kaisertreuen), führte die harte Linie fort. Papst Innozenz IV. entzog Friedrich gar 1245 die Kaiserwürde - ein einmaliger Vorfall, der in der vom Katholizismus beherrschten Welt überwiegend negativ aufgenommen wurde. Friedrich konnte sich dennoch behaupten, verstarb jedoch überraschend am 13. Dezember 1250. Der Kaiser starb als Gebannter, doch macht sein Testament deutlich, dass er sich eine Verständigung mit dem Papsttum von Herzen gewünscht hatte. Es ist auch bezeichnend, dass Friedrich II. nie einen Gegenpapst erhob. Friedrich II. war trotz all seiner Fähigkeiten aber kein moderner Renaissancefürst (wie ihn J. Burckhardt gerne sehen wollte), sondern ein den Idealen des universalen-christlichen Kaisertums zutiefst verpflichteter Monarch.

Das Ende der Staufer

Nach dem Tod Friedrichs II. brach die staufische Machtstellung zusammen, zuerst in Deutschland, wenig später auch in Italien. Konrad IV. verstarb 1254, der letzte männliche Staufer in direkter Linie, Konradin, endete 1268 in Neapel unter dem Henkerbeil. Die Staufer, die so weit emporgestiegen waren, erlitten einen tiefen Sturz und ein Ende, welches die Phantasie der Nachwelt beflügelte. Für Deutschland begann das Interregnum, für das universale Kaisertum bedeutete diese Entwicklung jedoch den letztendlichen Todesstoß, auch wenn es im Spätmittelalter zu zaghaften Restaurationsversuchen kam (siehe vor allem Heinrich VII.). Die Tragik der Staufer liegt darin begründet, dass sie versuchten mit teilweise relativ modernen Mitteln eine alte Idee (die des universalen Kaisertums, dessen Wurzeln bis in die Spätantike reichten) zu bewahren, dabei aber auf die Fragen der Zeit keine gültige Antwort fanden.

Bedeutende Staufer


- Konrad III., 1138-1152
- Friedrich I., König 1152-1190 Kaiser ab 1155
- Heinrich VI., 1190-1197 Kaiser ab 1191
- Philipp von Schwaben, 1198-1208
- Friedrich II., König 1212-1220, Kaiser 1220-1250
- Konrad IV., 1237-1254 Vor allem seit der Zeit des Humanismus bewegte das tragische Schicksal des letzten Staufers Konradin, der 1268 in Neapel hingerichtet wurde, nicht nur die Gelehrten. Nach dem so genannten Interregnum etablierten sich die Habsburger mit Rudolf von Habsburg als neue Königsdynastie.

Stammliste

Bis zum Herzogtum

# Friedrich († nach Juli 1027) 987 Graf, 1003 Graf im Sundergau ## ? Friedrich, 1053 Pfalzgraf von Schwaben, gründet Kloster Lorch ### Friedrich von Büren († wohl 1068) #### Adelheid, 1094 #### Ludwig († wohl 1103), 1094 Pfalzgraf von Schwaben, Mitgründer von St. Fides zu Schlettstadt #### Otto († 3. August 1100) 1083-1084 Bischof von Straßburg, Mitgründer von St. Fides zu Schlettstadt #### Friedrich I. von Staufen († 1105) 1079 Herzog von Schwaben ∞ 1086/1087 Agnes „von Waiblingen“, Tochter des Kaisers Heinrich IV. (Salier) - Nachkommen siehe unten #### Konrad, 1094 #### Walter, 1094 ### Adelheid, stiftet Kloster Langenau, ∞ Manegold der Ältere, Pfalzgraf von Schwaben 1070/1076 # Bertha ∞ Landolt, 992 Vogt der Reichenau (Zähringer)

Vom Herzogtum zum Kaisertitel

# Friedrich I. von Staufen († 1105) 1079 Herzog von Schwaben ∞ 1086/1087 Agnes „von Waiblingen“, Tochter des Kaisers Heinrich IV. (Salier) - Vorfahren siehe oben ## Heilika († wohl nach 1110), begraben im Kloster Ensdorf, ∞ Friedrich III. von Lengenfeld († 3. April 1119), begraben in Ensdorf ## Bertrada (Bertha) ∞ Graf Adalbert ## Friedrich II. der Einäugige (
- 1090, † 1147) Herzog von Schwaben 1105-1147, ∞ I um 1119/1121 Judith von Bayern, Tochter des Herzog Heinrich der Schwarze (Welfen), ∞ II um 1132/1133 Agnes von Saarbrücken, Tochter des Grafen Friedrich I im Saargau ### Friedrich (III.) I. Barbarossa († 1190) als Friedrich III. Herzog von Schwaben, deutscher König und Kaiser, Graf und König von Burgund, ∞ I Adela von Vohburg, Erbin des Egerlandes, Tochter des Diepold III. Markgraf von Vohburg und Cham, ∞ II Beatrix von Burgund, Erbin der Grafschaft Burgund (Franche-Comté) († 1184), Tochter des Grafen Reinald III. - Nachkommen siehe unten ### Bertha (Judith) († zwischen 18. Oktober 1194 und 25. März 1195) begraben in Clairlieu, ∞ vor 25. März 1139 Matthäus I. Herzog von Lothringen († 13. Mai 1176, begraben in Clairlieu (Matfride) ### Judith (Jutta) († 7. Juli 1191) begraben in Reinhardsbrunn, ∞ 1150 Ludwig II. der Eiserne Landgraf von Thüringen († 14. Oktober 1172 in Neuenburg, begraben in Reinhardsbrunn ### Konrad († 1195) 1156 Pfalzgraf bei Rhein, ∞ I NN von Sponheim, Tochter des Grafen Gottfried I., ∞ II Irmgard von Henneberg († 1197) Tochter des Grafen Berthold I., Burggraf von Würzburg #### Gottfried von Staufen († wohl 1187/1188) ∞ Agnes, die 1188 eine zweite Ehe eingeht ##### Friedrich von Staufen ##### ? Tochter #### Friedrich († 3. September vor 1189) #### Konrad († wohl 1186), begraben in Kloster Schönau #### Agnes, Erbin der Pfalzgrafschaft bei Rhein († 9. Mai 1204 in Stade) begraben in St. Marien in Stade, ∞ Ende 1183 auf Burg Stahleck Heinrich der Ältere († 28. April 1227 in Braunschweig), 1195-1212 Pfalzgraf bei Rhein, 1204 Vogt von Goslar, begraben im Braunschweiger Dom ### Liutgard († wohl nach 1156) ## Hildegardis ## Konrad III. (
- 1093, † 1152) Herzog von Franken 1116-1120, deutscher König 1138-1152, ∞ I um 1115 Gertrud von Komburg, Tochter der Grafen Heinrich von Rothenburg, ∞ II vor 1134 Gertrud von Sulzbach († 1146), Tochter des Grafen Berengar I.; außereheliche Verbindung mit Gerberga liberrimae conditionis ### TochterIsjaslaw II. Mstislawitsch († 13. November 1154 Großfürst von Kiew (Rurikiden) ### Bertha, wohl 1153 Äbtissin von Erstein ### Gertrud ### Heinrich-Berengar, März 1147 Mitkönig, gekrönt am 30. März 1147 in Aachen ### Friedrich IV. von Rothenburg († 1167) 1152/67 Herzog von Schwaben ### Sophia († nach 1135/1140), ∞ Konrad von Pfitzingen 1136/1141 ### Leopold ### Konstantin von Lochgarten, gründet 1144 Kloster Lochgarten ### Giselbert von Hotingen, Mitgründer 1144 von Kloster Lochgarten #### Petrissa († 1160/1165) ∞ Adeldegen, 1156 bischöflich bambergischer Ministerialer ### Ludmilla von Vellberg oder von Langenberg (vermutlich Langenburg), ∞ NN von Vellberg ## Giselhildis (Gisela) ## Heinrich († vor 1102) ## Beatrix, gründet 1146 Kloster Michelstein ## Kunigunde (Kunizza) ∞ Herzog Heinrich ## Sophia ∞ Graf Adalbert ## Fides (Gertrud), 1136-1182 bezeugt, stiftet 1157 Kloster St. Theodor in Bamberg, † als Nonne daselbst, ∞ Hermann von Stahleck († 2. Oktober 1156 in Ebrach) Graf von Bildhausen-Höchstadt-Stahleck, 1142-1143 Pfalzgraf von Lothringen (Pfalzgraf bei Rhein), begraben im Kloster Bildhausen.

Die kaiserliche Familie

# Friedrich I. Barbarossa († 1190) als Friedrich III. Herzog von Schwaben, deutscher König und Kaiser, Graf und König von Burgund, ∞ I Adela von Vohburg, Erbin des Egerlandes, Tochter des Diepold III. Markgraf von Vohburg und Cham, ∞ II Beatrix von Burgund, Erbin der Grafschaft Burgund (Franche-Comté) († 1184), Tochter des Grafen Reinald III. - Vorfahren siehe oben ## Beatrix (
- wohl 1160/1162, † vor Anfang 1174), begraben in Lorch ## Friedrich (
- 16. Juli 1164 in Pavia, † 28. November 1168/1170) 1167 Herzog von Schwaben, begraben in Lorch ## Heinrich VI. (
- 1165, † 1197) deutscher König und Kaiser, König von Sizilien, ∞ Konstanze von Sizilien (
- 1154, † 1198), Tochter des Königs Roger II. ### Friedrich II. (
- 1194, † 1250) deutscher König und Kaiser, König von Sizilien, König von Jerusalem, ∞ I 1209 Konstanze von Aragonien († 1222) Tochter des Königs Alfons II., ∞ II Jolande (Isabelle) de Brienne (
- 1211, † 1228), Königin von Jerusalem, Tochter des Johann von Brienne, ∞ III Bianca Lancia die Jüngere († 1233/1234), Tochter des NN und Bianca Lancia der Älteren, durch die Eheschließung wurden beider Kinder nachträglich legitimiert (legitimatio per matrimonium subsequens), ∞ IV 1235 Isabella von England (
- 1214, † 1241) Tochter des Königs Johann Ohneland #### Heinrich (VII.) (
- 1211, † 1242) König von Sizilien, Herzog von Schwaben, Rektor von Burgund, deutscher König, ∞ Margarete von Österreich († 1267) Tochter des Herzogs Leopold VI. ##### Heinrich († 1242/1245) ##### Friedrich († 1251) #### Tochter (
- November 1226, † August 1227) #### Konrad IV. (
- 1228, † 1254) deutscher König, Herzog von Schwaben, ∞ Elisabeth von Bayern († 1273) Tochter des Herzogs Otto II. ##### Konradin (
- 1252, enthauptet 1268) ##### Konradin (unehelich) (
- wohl 1252, gehängt 1269 in Lucera, ebenso wie seine unbekannte Mutter #### Costanza (Anna) (
- 1230/1232, † April 1307 als Nonne in Valencia), ∞ 1244 Johannes III. Dukas (Batatzes) Kaiser von Nicäa († 3. November 1254 in Nymphaion) #### Manfred (
- 1232 X 1266) Fürst von Tarent, König von Sizilien und Apulien, ∞ I Beatrice von Savoyen, Tochter des Grafen Amadeus IV., ∞ 1259 Helene Dukaina Angelina († 1271) Tochter des Michael II. Komnenos Dukas Nothos Angelos Archon von Epirus und Ätolien ##### Costanza (
- 1249, † 1301 in Barcelona), ∞ 13. Juli 1262 in Montpellier Peter III. der Große († 2. November 1285 in Villafranca del Penedes), 1276/1285 König von Aragonien, Graf von Barcelona, 1282/1285 König von Sizilien ##### Beatrice, 1286/1307 bezeugt, ∞ Manfred IV. († 1340) Markgraf von Saluzzo 1279 ##### Friedrich († nach 2. Juni 1312) ##### Heinrich (
- wohl 1262, † 31. Oktober 1318 im Gefängnis) ##### Enzio († vor 1301) ##### Flordelis († nach 27. Februar 1297) ##### Beatrice, unehelich, Mutter unbekannt, 1284 bezeugt, ∞ Ranieri della Gherardesca, Conte di Donoratico († 1325) #### Violanta (
- vor 1233, † nach Sommer 1264) ∞ 1245/46 Ricardo Graf von Caserta († nach 2. März 1265) #### Margareta (
- Ende 1237, † 8. August 1270 in Frankfurt am Main) ∞ zwischen 1254 und Juni 1255 Albrecht der Entartete († 20. November 1315 in Erfurt) Markgraf von Meißen, Landgraf von Thüringen #### Carlotus, 1242 Heinrich genannt (
- 18. Februar 1238, † zwischen Dezember 1253 und Januar 1254) #### Kind mit Initiale F (wohl Friedrich) (
- 1239/1240, † jung) #### Kind (
- kurz nach 1. Dezember 1241 in Foggia #### Friedrich von Pettorano (Mutter war die Tochter eines Grafen in Sizilien), flieht mit Frau und Kindern nach Spanien #### Enzio oder Enzo oder Enrico (Mutter: Adelheid) († 1272), Richter von Torre (der Nordwesten Sardiniens) , König von Sardinien ##### Adelheid († nach 1301), begraben in Alpirsbach, ∞ I NN, ∞ II Reinald von Urslingen 1279/1299, † 1300/1301 ##### Elena, 1235/72 bezeugt, ∞ Guelfo della Gherardesca, Conte di Donoratico († 1295) ##### Maddalena († nach 7. März 1272) ##### Costanza († nach 7. März 1272) ##### Enrico († nach 7. März 1272) #### Caterina da Marano (unehelich, Mutter unbekannt) († nach 1272) ∞ I NN, ∞ II Jacopo del Caretto Marchese di Savona († 1268) #### Friedrich (Federico) von Antiochia († 1256 in Foggia) 1244 Generalvikar der Marken, 1246 Generalvikar der Toskana, Podestà von Florenz, ∞ vor 1239 Margherita del Poli († nach 1246-49) Tochter des Giovanni, Senator der Stadt Rom ##### Corrado de Antiochia († nach 1301) 1258 Conte di Loreto, 1267 Conte di Alba Celano Laureto ed Abruzzo, Generalvikar der Marken, ∞ 1258 vor 8. Juli Beatrice Lancia († nach 1268) Tochter des Marchese Galvano ###### Federico († 22. Juli 1305 in Palermo ####### Corrado († wohl nach 1320) ###### Bartolomeo († 1311 in Palermo), 1305 Erzbischof von Palermo ###### Francesco († 1320 in Palermo]]), 1311 Erzbischof von Palermo ###### Costanza detta Antiochette, ∞ 30. September 1291 Bartolomeo I. della Scala († 7. oder 8. März 1304) Herr von Verona (Scaliger) ###### Imperatrice ∞ Federico della Scala († wohl 1349), Herr von Valpolicella ###### Giovanna († 29. Dezember 1351 in Verona), ∞ 1308 Cangrande I. della Scala († 1329) Herr von Verona, Belluno und Treviso (Scaliger) ###### Corrado († nach 1300) ##### Filippa († im Gefängnis 1273 vor 27. Oktober), ∞ 1258 Manfredo II. Marchese Maletta († nach 1282) #### Salvaggia († 1244) ∞ 23. Mai 1238 Ezzelino da Romano († 1259) Podestà von Verona #### Riccardo († zweite Hälfte 1249) Conte di Chieti, Generalvikar der Mark Ancona, Romagna und Herzogtum Spoleto #### Blanchefleur († 20. Juni 1279 in Montargis, Dominikanerin in Montargis, begraben daselbst #### Margherita de Suevia († 1297/98) ∞ Tommaso d'Aquino († 15. März 1279) Conte di Acerra, begraben in Santa Maria delle Monache in Capua #### Gerardo († vor 1255) ## Konrad (
- 1167, † 1191) als Friedrich V. Herzog von Schwaben ## Tochter (
- Oktober/November 1168, † Ende 1184) ## Otto I. (
- 1179, † 1200) Pfalzgraf von Burgund, ∞ Margareta von Blois († 1230) Pfalzgräfin von Burgund, Gräfin von Blois ### Johanna († 1205/1206) vermutlich begraben in St. Etienne in Besancon ### Beatrix († 7. Mai 1231) Erbin der Pfalzgrafschaft Burgund, begraben im Kloster Langheim, ∞ 21. Mai 1208 in Bamberg Otto I. von Andechs († 7. Mai 1234 in Besancon), 1205 Herzog von Meranien, 1211 als Otto II. Pfalzgraf von Burgund, 1228/1230 Markgraf in Istrien, begraben in Langheim ### Hugo (unehelich), 1203 ## Konrad († 1196) Herzog von Schwaben ## Rainald (
- wohl Oktober/November 1173, † klein) begraben in Lorch ## Wilhelm (
- wohl Juni/Juli 1176, † klein) begraben in Lorch ## Philipp von Schwaben († 1208) Herzog von Schwaben, deutscher König, ∞ 1197 Eirene (Marie) von Byzanz (
- 1181, † 1208) Tochter des Kaisers Isaak II. Angelos ### Maria (
- März/April 1196, † vor 1235), ∞ vor 22. August 1215 Heinrich II. Herzog von Niederlothringen und Brabant († 1. Februar 1248 in Löwen, begraben in Villers ### Rainald († klein), begraben in Lorch ### Beatrix (
- April/Juni 1198, † 11. August 1212 in Nordhausen) begraben in St. Blasii in Braunschweig, ∞ 22. Juli 1212 Otto IV. († 1218), deutscher König und Kaiser ### Kunigunde (
- Januar/März 1198, † 13. September 1248) begraben in St. Veit in Prag, ∞ 1228 Wenzel I. († 23. September 1253) König von Böhmen ### Beatrix (Elisabeth) (
- März/Mai 1205, † 5. November 1235 in Toro) ∞ 30. November 1219<