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3. Juli

3. Juli

Der 3. Juli ist der 184. Tag des Gregorianischen Kalenders (der 185. in Schaltjahren) - somit bleiben noch 181 Tage bis zum Jahresende.

Ereignisse


- 987 - Mit der Wahl von Hugo Capet zum König von Frankreich ist die Herrschaft der Karolinger über das westfränkische Reich beendet
- 1234 - Dominikus, Begründer des Dominikanerordens, wird durch Papst Gregor IX. heiliggesprochen.
- 1655 - Das Bistum Leitmeritz wird errichtet.
- 1863 - In Gettysburg (Pennsylvania) geht die entscheidende Schlacht im Amerikanischen Bürgerkrieg mit einem Sieg für die Nordstaaten zu Ende.
- 1866 - Preußens Sieg unter Graf von Moltke in der Schlacht von Königgrätz entscheidet den preußisch-österreichischen Bruderkrieg.
- 1869 - Gleichberechtigung der Konfessionen im Norddeutschen Bund
- 1880 - Thomas Edison gründet das Magazin Science.
- 1886 - Carl Benz macht in Mannheim die erste Probefahrt mit seinem "Fahrzeug mit Gasmotorantrieb".
- 1890 - Idaho wird 43. Bundesstaat der USA.
- 1905 - Nach monatelanger Debatte stimmt die französische Nationalversammlung mit 341 zu 233 Stimmen für ein Gesetzesvorhaben zur Trennung von Kirche und Staat.
- 1919 - Durch die Weimarer Nationalversammlung werden die Farben schwarz, rot und gold, die Farben der Revolution von 1848 zu den Reichsfarben bestimmt.
- 1921 - Der Zeppelin LZ 120 "Bodensee" wird, wie von den Alliierten gefordert, als Reparation an Italien überführt.
- 1935 - Der VW Käfer wird der Öffentlichkeit vorgestellt.
- 1951 - Kambodscha wird Mitglied in der UNESCO.
- 1953 - Der Österreicher Hermann Buhl besteigt als erster Mensch der Welt den 8125 Meter hohen Himalaya-Gipfel Nanga Parbat
- 1962 - Algerien erklärt seine Unabhängigkeit von Frankreich.
- 1971 - Jim Morrison, Sänger und Songschreiber der Rockgruppe „The Doors”, wird in der Badewanne seiner Pariser Wohnung tot aufgefunden.
- 1973 - Die erste Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE) wird eröffnet.
- 1976 - Mit der Operation Entebbe befreit ein israelisches Kommando 105 Geiseln auf dem Flughafen von Entebbe (Uganda).
- 1979 - Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und Elfenbeinküste
- 1979 - Der Deutsche Bundestag beschließt, bei Mord und Völkermord die Verjährung endgültig aufzuheben. Damit sollen später entdeckte NS-Verbrecher noch verfolgt werden können.
- 1985 - Italien. Francesco Cossiga wird neuer Staatspräsident.
- 1992 - Estland. Die neue Verfassung tritt in Kraft
- 1995 - Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und Ukraine
- 1995 - In Miami werden die beiden Mörder der deutschen Touristin Barbara Meller-Jensen zu lebenslanger Haft verurteilt. Sie hatten die Berlinerin am 2. April 1993 bei einem Raubüberfall vorsätzlich mit dem Auto überfahren
- 1996 - Konkordat zwischen dem Heiligen Stuhl und Sachsen
- 2002 - Steve Fossett gelingt in dreizehneinhalb Tagen die erste erfolgreiche Solo- Weltumrundung mit einem Ballon.
- 2002 - Italien. Innenminister Claudio Scajola tritt zurück.
- 2003 - Die US-Regierung setzt eine Belohnung von 25 Millionen Dollar für Hinweise aus, die zur Gefangennahme des gestürzten irakischen Präsidenten Saddam Hussein führen
- 2004 - Nach einem Treffen des UN-Generalsekretärs Kofi Annan mit dem sudanesischen Präsidenten Omar el Baschir sagt die Führung in Khartum einer Entwaffnung der Janjawid-Milizen in der Krisenregion Darfur zu
- 2005 - Albanien. Parlamentswahlen finden statt.

Katastrophen


- 1970 - Barcelona, Spanien. Eine britische Comet der Dan-Air stürzte ins Mittelmeer. Körper oder Wrackteile wurden nie gefunden. Alle 112 Personen an Bord sind verschwunden und wahrscheinlich tot.
- 1973 - Bei einer Flugshow in Paris stürzte eine Tu-144 ab. Dabei wurden die sechsköpfige Besatzung sowie acht Personen am Boden getötet.
- 1988 - Persischer Golf, Straße von Hormuz ein Airbus A300 der Fluggesellschaft Iran Air wird versehentlich durch das US-amerikanische Kriegsschiff USS Vincennes (CG-49) abgeschossen. 290 Tote.
- 2001 - Irkutsk, Russland. Eine Tupolew Tu-154 der Vladivostok Avia stürzte beim 3. Landeanflugversuch ab. Alle 145 Menschen an Bord starben.

Sport


- Einträge im Bereich Formel 1 siehe Formel 1.
- Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden s. u. der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.
- 1921 Zum ersten Mal wird das ISTAF in Berlin veranstaltet
- 2005 - Roger Federer gewann zum dritten Mal hintereinander Wimbledon im Endspiel gegen Andy Roddick.

Geboren


- 1442 - Go-Tsuchimikado, 103. Kaiser Japans
- 1676 - Leopold I. (Anhalt-Dessau), Fürst von Anhalt-Dessau
- 1683 - Edwad Young, englischer Dichter
- 1728 - Robert Adam, britischer Baumeister
- 1778 - Carl Ludwig Engel, deutsch-finnischer Architekt und Maler
- 1789 - Friedrich Overbeck, deutscher Maler
- 1814 - John Brinckman, plattdeutscher Schriftsteller
- 1818 - Johann Ludwig Hinrichs, Mitbegründer der deutschen Baptistengemeinden
- 1821 - Ferdinand Kürnberger, österreichischer Schriftsteller
- 1848 - Lothar von Trotha, deutscher General der Infanterie
- 1854 - Leoš Janáček, tschechischer Komponist
- 1863 - Ciro Luis Urriola, Staatspräsident von Panama
- 1875 - Ferdinand Sauerbruch, deutscher Chirurg
- 1880 - Heinrich Droste, deutscher Verleger
- 1882 - Dirk Lotsy, niederländischer Fußballspieler
- 1883 - Franz Kafka, tschechischer Schriftsteller
- 1886 - Raymond A. Spruance, US-amerikanischer Admiral der US-Navy
- 1893 - Mississippi John Hurt, US-amerikanischer Blues-Sänger und Gitarrist
- 1893 - Sándor Bortnyik, ungarischer Maler
- 1896 - Rudolf Heberle, Emigrant in den USA, Soziologe
- 1897 - Jesse Douglas, US-amerikanischer Mathematiker
- 1901 - Ruth Crawford Seeger, US-amerikanische Komponistin
- 1902 - Otto A. Friedrich, deutscher Unternehmer
- 1903 - Wolfgang Haußmann, deutscher Politiker
- 1906 - Hilde Körber, österreichische Schauspielerin
- 1909 - Stavros Niarchos, griechischer Reeder
- 1913 - Dorothy Kilgallen, US-amerikanische Schauspielerin, Reporterin und Fernsehmoderatorin
- 1922 - Helmut Schoeck, österreichischer Soziologe
- 1924 - Peter Sandloff, deutscher Filmkomponist
- 1927 - Ken Russell, britischer Regisseur und Filmemacher
- 1930 - Carlos Kleiber, argentinisch-österreichischer Dirigent
- 1932 - Alexander Schalck-Golodkowski, DDR-Politiker und Wirtschaftsfunktionär
- 1934 - Berthold Graf Schenk von Stauffenberg, deutscher Offizier
- 1934 - Manfred Bieler, deutscher Schriftsteller
- 1936 - Leo Wilden, deutscher Fußballspieler
- 1937 - Tom Stoppard, britischer Dramatiker
- 1939 - Brigitte Fassbaender, deutsche Opern-Sängerin
- 1939 - László Kovács (Politiker), ungarischer Politiker und Außenminister
- 1940 - Fontella Bass, US-amerikanische Sängerin
- 1940 - Jerzy Buzek, polnischer Politiker
- 1940 - Peer Raben, deutscher Komponist
- 1943 - Judith Durham, australische Sängerin
- 1944 - Michel Polnareff, französischer Sänger und Songschreiber
- 1946 - Helmut Lamp, deutscher Politiker und MdB
- 1946 - Johnny Lee, US-amerikanischer Musiker
- 1946 - Leszek Miller, polnischer Politiker, Ministerpräsident
- 1947 - Rob Rensenbrink, niederländischer Fußballspieler
- 1948 - Paul Barrère, US-amerikanischer Musiker und Sänger
- 1948 - Peter Ruzicka, deutscher Komponist und Intendant
- 1949 - Johnnie Wilder, US-amerikanischer Sänger
- 1950 - James Hahn, US-amerikanischer Politiker
- [[1950]] - [[Jan Zajíc
, Student
- 1951 - Jean-Claude Duvalier, haitischer Politiker und Diktator
- 1955 - Manfred Grund, deutscher Politiker und MdB
- 1955 - Mike Corby, britischer Musiker
- 1954 - Herbert Hainer, deutscher Top-Manager
- 1957 - Laura Branigan, US-amerikanische Popsängerin
- 1958 - Aaron Tippin, US-amerikanischer Country-Sänger und Songwriter
- 1958 - Lisa De Leeuw, US-amerikanische Pornodarstellerin
- 1959 - Janusz Józefowicz, polnischer Choreograph, Regisseur und Schauspieler
- 1960 - Vince Clarke, britischer Songschreiber und Musiker
- 1962 - Tom Cruise, US-amerikanischer Schauspieler und Produzent
- 1964 - Antje Hermenau, Sprecherin der grünen Bundestagsfraktion
- 1965 - Hans Dorfner, ehemaliger deutscher Fußballspieler
- 1966 - Daniel Plaza, spanischer Leichtathlet und Olympiasieger
- 1970 - Audra McDonald, US-amerikanische Sängerin
- 1974 - Gabor Schablitzki, Musiker
- 1978 - Kim Kirchen, luxemburgischer Radrennfahrer
- 1979 - Ludivine Sagnier, französische Filmschauspielerin
- 1980 - Roland Mark Schoeman, südafrikanischer Schwimmer
- 1980 - Birgit Thumm, deutsche Volleyballspielerin
- 1986 - Sascha Dum, deutscher Fußballspieler

Gestorben


- 1592 - Francesco Bassano, italienischer Maler
- 1640 - Giuseppe Cesari, italienischer Maler
- 1642 - Maria von Medici, Frau des französischen Königs Heinrich IV.
- 1710 - Wolf von Lindenau, deutscher Rittergutsbesitzer und Amtshauptmann
- 1778 - Anna Maria Mozart, Mutter von Wolfgang Amadeus Mozart
- 1784 - Torben Olof Bergman, schwedischer Chemiker
- 1792 - Ferdinand von Braunschweig, preußischer Generalfeldmarschall
- 1851 - Juliana Blasius, deutsche Räuberbraut des Johannes Bückler
- 1904 - Theodor Herzl, österreichischer Schriftsteller, Publizist, Journalist und Politiker
- 1911 - Ernst Witt, deutscher Mathematiker
- 1918 - Mehmed V., Sultan des Osmanischen Reiches
- 1918 - Prinz Hendrik der Niederlande, Vater von Königin Juliana
- 1933 - Franz Wilhelm Seiwert, deutscher Maler und Bildhauer
- 1935 - André Citroën, französischer Automobilkonstrukteur
- 1941 - Gottfried Krüger, Ehrenbürger von Wittenberg, Mediziner und Heimatforscher
- 1951 - Kobuk, von Helmut Qualtinger erfundener fiktiver Schriftsteller
- 1952 - Wilhelm Schmidtbonn, deutscher Schriftsteller
- 1959 - Johan Bojer, norwegischer Schriftsteller
- 1969 - Brian Jones, britischer Musiker (The Rolling Stones)
- 1969 - Hermann Grabner, österreichischer Komponist
- 1971 - James Douglas Morrison, US-amerikanischer Rock'n'Roll-Sänger und Lyriker
- 1973 - Laurens Hammond, US-amerikanischer Geschäftsmann und Erfinder der Hammondorgel
- 1976 - Eugen Huth, deutscher Politiker
- 1977 - Alexander Melentjewitsch Wolkow, russischer Schriftsteller, Mathematikprofessor
- 1982 - Annibale Bugnini, italienischer katholischer Geistlicher
- 1988 - Fritz Wiessner, deutsch- amerikanischer Bergsteiger
- 1991 - Ernst Witt, deutscher Mathematiker
- 1993 - Curly Joe DeRita, US-amerikanischer Komiker
- 1995 - Georg Richter, deutscher Sportler
- 1997 - Johnny Copeland, US-amerikanischer Bluesmusiker
- 1999 - Herta Heuwer, deutsche Erfinderin der Currywurst mit der pikanten Chillup-Sauce
- 2001 - Mordecai Richler, kanadischer Schriftsteller
- 2004 - Andrijan Grigorjewitsch Nikolajew, sowjetischer Kosmonaut
- 2004 - Lorenz Betzing, DDR-Spion
- 2005 - Pierre Michelot, französischer Jazzmusiker

Feier- und Gedenktage


- Fest des Hl. Apostels Thomas

Siehe auch

:2. Juli - 4. Juli :3. Juni - 3. August :Historische Jahrestage - Zeitskala :Wikipedia:Glaskugel - Wikipedia:Formatvorlage Tag 0703 ja:7月3日 ko:7월 3일 simple:July 3 th:3 กรกฎาคม

Gregorianischer Kalender

Der gregorianische Kalender, benannt nach Papst Gregor XIII., ist der heute in den meisten Teilen der Welt gültige Kalender.

Gregorianische Kalenderreform

Kalender Das erste Konzil von Nizäa bestimmte im Jahre 325, dass das Osterfest immer am ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond nach Frühlings-Anfang (bezogen auf Jerusalem) gefeiert werden sollte. Das astronomische Ereignis des Primar-Äquinoktiums (Frühlings-Tagundnachtgleiche der nördlichen Hälfte unseres Planeten) fand im Konzilsjahr 325 am 21. März statt, und die julianische Schalttagsregelung wurde damals noch nicht als verbesserungsbedürftig erkannt. Der damals gültige julianische Kalender ging von einem mittleren Sonnenjahr von 365,25 Tagen aus und glich die Differenz (bezogen auf 365 Tage) von annähernd 6 Stunden alle vier Jahre durch die Einfügung eines Schalttags aus. Gegenüber dem vom tatsächlichen Gang der Himmelsmechanik astronomisch vorgegebenen Sonnenjahr, das im Jahre 2000 auf 365,242190517 Tage bestimmt wurde -also etwa 365 Tage, 5 Stunden, 48 Minuten und 45,25 Sekunden- war das Jahr des julianischen Kalenders also etwas mehr als 11 Minuten zu lang. Bis ins 16. Jahrhundert, zur Zeit Papst Gregors XIII., hatte sich dieser Fehler so ausgewirkt, dass das Primar-Äquinoktium im Jahr 1582 schon am 11. März stattfand. Diese Verschiebung des Kalenders war jedoch schon längere Zeit vorher offenkundig geworden. Seit dem 14. Jahrhundert wurden immer wieder Vorschläge für eine Kalenderreform unterbreitet – u. a. durch Nikolaus von Kues, Regiomontanus und Nikolaus Kopernikus. Diese waren aber stets abgelehnt worden. Gleichwohl bildeten Kopernikus' Werk De Revolutionibus Orbium Coelestium (»Von den Umdrehungen der Himmelskörper«) sowie die prutenischen Tafeln von Erasmus Reinhold die Basis für die schließlich von Papst Gregor XIII. dekretierte Reform. Um die Frühlings-Tagundnachtgleiche wieder mit dem 21. März in Übereinstimmung zu bringen und Ostern wieder am richtigen Tage feiern zu können, folgte der Papst dem Vorschlag des Mediziners und Hobby-Astronomen Aloisius Lilius und bestimmte, dass im Jahre 1582 zehn Tage übersprungen werden sollten. Daher folgte in einigen römisch-katholischen Ländern auf den 4. Oktober gleich der 15. Oktober – die Abfolge der Wochentage blieb dabei jedoch unverändert. Damit fand das Primar-Äquinoktium dort im Folgejahr 1583 wieder am 21. März statt; die Zeitrechnung innerhalb des Christentums war jedoch nicht mehr einheitlich. Damit war die Ausgangslage, wie sie zur Zeit des Konzils bestand, wieder ungefähr hergestellt. Um ein erneutes Abrücken des 21. März vom Zeitpunkt des Primar-Äquinoktiums für alle Zukunft zu vermeiden, legte der neue gregorianische Kalender die Dauer des mittleren Sonnenjahrs auf 365,2425 statt wie bisher auf 365,25 Tage fest. Diese Verkürzung erfolgte dadurch, dass – abweichend von der Schaltregel des julianischen Kalenders – die Jahre keinen Schalttag haben, deren Zahl zwar ohne Rest durch 100, nicht aber durch 400 geteilt werden kann. Weil bis zur ersten Anwendung dieser neuen Ausnahmeregel im Jahre 1700 noch 117 Jahre vergingen, hat sich der Kalender gegenüber dem astronomischen Ereignis des Primar-Äquinoktiums im Durchschnitt wieder um 1 Tag verrückt. Seither pendelt es zwischen dem 19. und 21. März.

Die Schaltregeln


- Nach der grundsätzlich weiterhin gültigen Julianischen Schaltregel weisen Jahre, deren Zahlen durch 4 dividiert natürliche Zahlen ergeben, im Februar einen 29. Tag (“Schalttag“) auf und umfassen dadurch als Schaltjahre 366 Tage.
- Die Gregorianische Schaltregel bestimmt hiervon drei Ausnahmen : Keine Schaltjahre sind diejenigen Säkular-Jahre (Jahre, deren Zahl am Ende zwei Nullen aufweist), deren Zahl durch 400 dividiert keine natürliche Zahl ergibt.(Deshalb waren die Jahre 1700, 1800 und 1900 keine Schaltjahre, und auch die Jahre 2100, 2200 und 2300 werden keine Schaltjahre sein.) oder:
- Ist die Jahreszahl durch 4 teilbar, aber nicht durch 100, dann ist es ein Schaltjahr mit 366 Tagen. Beispiele: 1980, 1972, 1720.
- Ist die Jahreszahl durch 100 teilbar, aber nicht durch 400, dann ist das Jahr ein gewöhnliches Gemeinjahr und hat nur 365 Tage, z. B. in den Jahren 1700, 1800 und 1900 oder ferner 2100.
- Ist die Jahreszahl durch 400 teilbar, ist das Jahr ein Schaltjahr. Die Jahre 1600 und 2000 waren – in Übereinstimmung mit der Julianischen Schaltregel – Schaltjahre zu 366 Tagen.

Einführung des gregorianischen Kalenders in verschiedenen Ländern

Nur wenige Länder wie Spanien oder Portugal übernahmen den gregorianischen Kalender tatsächlich am 4./15. Oktober 1582. Die meisten römisch-katholischen Länder Europas folgten in den nächsten Jahren, während die protestantischen Länder den neuen Kalender, weil vom Papst dekretiert, zunächst ablehnten. Beispielsweise führten ihn die meisten katholischen Kantone der Schweiz 1584 ein, das Wallis jedoch erst 1655. Dort folgte damals auf den 28. Februar der 11. März. Die evangelischen Territorien des Deutschen Reichs übernahmen den gregorianischen Kalender erst 1700. Auf den 18. Februar folgte dort unmittelbar der 1. März 1700. Zuvor mussten beispielsweise Verträge zwischen katholischen und protestantischen Fürsten mit beiden Daten versehen werden, etwa als 5./15. Oktober 1582. Um die Jahreswende differierten die Jahreszahlen zwischen den Gebieten des alten und neuen Kalenders. Aus dieser Zeit stammt der Ausdruck »zwischen den Jahren« für die Tage nach Weihnachten. Die reformierten Orte der Schweiz folgten ein Jahr später, allerdings mit drei Ausnahmen: Der protestantische Halbkanton Appenzell Ausserrhoden und die protestantischen Teile von Glarus und Graubünden. Der offizielle Übergang zum neuen Kalender sollte dort bis 1812 dauern; der alte Kalender blieb aber noch länger in der Bevölkerung lebendig. Die Appenzeller Silvesterkläuse werden noch immer am 31. Dezember nach dem julianischen Kalender (13. Januar nach dem gregorianischen Kalender) gefeiert. In England (und auch in den späteren USA) wurde der gregorianische Kalender erst in der Nacht vom 2. September auf den 14. September 1752 eingeführt. Die orthodoxen Länder Osteuropas behielten den julianischen Kalender noch bis Anfang des 20. Jahrhunderts bei. Da die Jahre 1700, 1800 und 1900 in Russland Schaltjahre gewesen sind, machte die Abweichung vom gregorianischen Kalender dort mittlerweile 13 Tage aus. Die russische Oktoberrevolution 1917 fiel deshalb nach dem gregorianischen Kalender auf den 7. November. An diesem Tag wurde die Revolution denn auch bis zum Ende der Sowjetunion gefeiert, nachdem Russland 1918 die neue Kalenderrechnung eingeführt hatte. Einige orthodoxe Kirchen (z. B. in Russland und Serbien) begehen ihre feststehenden Feste weiterhin nach dem julianischen Kalender. Ihr Weihnachten (25. Dezember) fällt darum derzeit auf den 7. Januar (greg.). Andere orthodoxe Kirchen (z. B. in Griechenland und Bulgarien) verwenden hierfür den so genannten neo-julianischen Kalender, der bis zum Jahr 2799 dem gregorianischen Kalender entsprechen wird. Alle orthodoxen Kirchen berechnen Ostern und die anderen beweglichen Feste nach dem julianischen Frühlingsanfang sowie nach dem metonischen Vollmond; das Fest fällt daher nur gelegentlich mit dem Osterdatum der westlichen Kirchen zusammen; meist ist es eine, vier, oder fünf Wochen später als im Westen. Als bisher letzter Staat übernahm 1927 die Türkei den gregorianischen Kalender; dort hatte bis dahin der islamische Kalender gegolten. Die nicht zeitgleiche Einführung des gregorianischen Kalenders in den verschiedenen Ländern sorgte für Verwirrung, aber auch für interessante Paradoxa: So sind sowohl William Shakespeare als auch Miguel de Cervantes am 23. April 1616 gestorben, obwohl Shakespeare Cervantes um 11 Tage überlebt hat. Auch die Feiern des Geburtstags von George Washington wurden verschiedentlich am 11. und am 22. Februar ausgerichtet, bis zu einer bundesgesetzlichen Feiertagsregelung.

Charakteristika

Die Regeln des gregorianischen Kalenders führen zu einer durchschnittlichen Länge des Kalenderjahres von 365,2425 Tagen. Das sogenannte tropische Jahr – der zwischen zwei aufeinanderfolgenden Primar-Äquinoktien (Frühlings-Tag-Nachtgleichen) liegende Zeitraum – ist gegenwärtig im Mittel 365,24219879 mittlere Sonnentage lang. Danach ist also auch der gregorianische Kalender im Verhältnis zur astronomischen Wirklichkeit etwas zu lang, nämlich 0,000301 Tage (= 26 Sekunden) pro Jahr. Das bedeutet, dass nach rund 3320 Jahren das Primar-Äquinoktium wieder einen ganzen Tag früher eintreten würde. Sofern bis dahin die christliche Jahreszählung beibehalten wird, würde es sich anbieten, in allen durch 3200 teilbaren Jahren den Schalttag wiederum entfallen zu lassen, wenn auch zu jener Zeit noch die Bindung des Primar-Äquinoktiums an den 21. März gewünscht wird. Der gregorianische Kalender hat eine Periode von 400 Jahren: Nach dieser Zeit wiederholen sich nicht nur der Ablauf der Schalttage und damit die Tages- und Monatszählung, sondern auch die zugehörigen Wochentage. 400 Jahre enthalten nämlich 400×365 + 97 Tage, also 146097 Tage; das sind genau 20871 Wochen; es geht also nach 400 Jahren mit demselben Wochentag weiter. Infolge dieser Periodizität kann ein bestimmtes Datum (Tag und Monat oder nur Tag) nicht gleich häufig auf alle Wochentage fallen. Ausgerechnet der 13. eines beliebigen Monats fällt öfter (nämlich 688mal in 400 Jahren) auf einen Freitag als auf andere Wochentage (Donnerstag und Samstag: 684mal, Montag und Dienstag: 685mal, Sonntag und Mittwoch: 687mal).

Siehe auch


- Julianischer Kalender, Osterdatum
- Umrechnung zwischen julianischem Datum und gregorianischem Kalender, Wochentagsberechnung
- Zeitrechnung, Kalender, Jüdischer Kalender, Christlicher Kalender, Islamischer Kalender, Chinesischer Kalender, v. u. Z., v. d. Z., v. d. Chr., n. d. Chr., v. Chr., n. u. Z., n. d. Z., n. Chr.

Wikipedia-Links zum Themenkomplex Kalender und Zeit

Weblinks


- [http://personal.ecu.edu/MCCARTYR/inter-grav-text.html Papst Gregor XIII: Inter Gravissimas – Die päpstliche Bulle, mit der der gregorianische Kalender verordnet wurde]
- [http://www.fh-friedberg.de/users/boergens/marken/beispiele/kalender.htm Briefmarke: Sondermarke zur Vollendung der ersten Periode des gregorianischen Kalenders]
- [http://www.kalenderlexikon.de 1. deutsches Online-Kalenderlexikon] Kategorie:Kalender als:Gregorianischer Kalender ja:グレゴリオ暦 ko:그레고리력 ms:Kalendar Gregorian simple:Gregorian calendar th:ปฏิทินเกรกอเรียน

Schaltjahr

Ein Kalender hatte historisch den Zweck, den Beginn der Jahreszeiten Jahr für Jahr auf das gleiche Datum fallen zu lassen, um den Zeitpunkt zum Beispiel von Festen oder wiederkehrenden Ereignissen bestimmen zu können. Ein tropisches Jahr, also der Zeitraum zwischen zwei Frühlings-Tagundnachtgleichen, dauert allerdings etwa 365 Tage und etwas weniger als 6 Stunden (365d 5:48:45.98, nicht konstant!), so dass eine einfache Zuordnung, die jedem Jahr die gleiche Anzahl Tage gibt, unmöglich ist, ohne dass sich gleichzeitig der Beginn der Jahreszeiten verschiebt. In den Kalendern der verschiedenen Kulturen gibt es deshalb Methoden, um die jeweilige Dauer des Jahres dem tropischen Jahr anzunähern. Der Beginn der Jahreszeiten kann beispielsweise auf dem gleichen Datum festgehalten werden, wenn in geeigneten Abständen ein Schaltjahr, ein Jahr mit einem zusätzlichen Tag, dem Schalttag, eingefügt wird. Eine einfache Methode ist, jedes Jahr mit einer glatt durch 4 teilbaren Jahreszahl zum Schaltjahr zu erheben. So wurde es im Julianischen Kalender eingeführt, in dem der Februar 29 statt 28 Tage hat. Genauere Kalender nähern das tropische Jahr besser an: Da etwas weniger als sechs Stunden pro Jahr auszugleichen sind, fällt der (Julianische) Schalttag manchmal aus (wie z. B. im Jahre 1900 im Gregorianischen Kalender).

Julianischer Kalender

46 v. Chr. benutzten die Römer einen Kalender mit zwölf Mondmonaten mit abwechselnd je 29 bzw. 30 Tagen, zusammen 354 Tage. Weil gerade Zahlen aber Unglück brachten, schlugen die Römer noch einen Tag drauf. Doch trotzdem waren es zum Sonnenjahr immer noch mehr als zehn Tage zu wenig. Zunächst verteilte Julius Caesar diese zehn Tage auf die verschiedenen Monate, die auf nun 30 bzw. 31 Tage anwuchsen. Nur der damals letzte Monat Februar ging als Unglücksmonat leer aus und blieb somit bei 29 beziehungsweise im Schaltjahr damals bei 30 Tagen. Dem Mythos, dass der Februar einen Tag verlor, weil Kaiser Augustus sich im August als Monatsbezeichnung verewigen wollte und dem Februar noch einen Tag wegnahm, da der August wie der Juli, der Monat seines Vorgängers Caesar, 31 Tage haben sollte, und weil eine gerade Zahl ja auch Unglück brachte, wird im Artikel zum Monat August widersprochen. Doch die Römer hatten eine winzige, aber auf die Jahrhunderte gesehen, wirkungsvolle Ungenauigkeit hinterlassen. 11 Minuten und 14 Sekunden pro Jahr schoss das damals julianische Jahr über das Ziel hinaus. Alle 128 Jahre wurde demnach ein Schaltjahr zu viel begonnen.

Gregorianischer Kalender

Von Papst Gregor XIII. wurde daher 1582 folgende Regelung eingeführt (Gregorianischer Kalender):
- Glatt durch 4 teilbare Jahre sind Schaltjahre.
- Glatt durch 100 teilbare Jahre sind jedoch keine Schaltjahre.
- Glatt durch 400 teilbare Jahre sind aber wieder Schaltjahre. So sind zum Beispiel die Säkularjahre 1800, 1900 und 2100 keine Schaltjahre, die Säkularjahre 2000 und 2400 hingegen schon. Damit dauert das Gregorianische Jahr 365,2425 Tage, und ist genauer als das Julianische Jahr. Seit dem Ersten Konzil von Nicäa im Jahr 325, bei dem der Frühlingsanfang auf den 21. März festgelegt wurde, betrug die aufgelaufene Differenz bereits 10 Tage, und so ließ Gregor auf den 4. Oktober gleich den 15. Oktober 1582 folgen, um diese Zeit auszugleichen. Nicht in allen Ländern erfolgte diese Umstellung am selben Tag. Besondere Schwierigkeiten gab es in Schweden, wo im Jahr 1712 zwei Schalttage eingefügt wurden und somit dieses Jahr einen 30. Februar hatte. Recht ungewöhnlich und wenig bekannt ist die Tatsache, dass nicht etwa der 29. Februar der Schalttag des Gregorianischen Kalenders ist. Vielmehr wird der 24. Februar verdoppelt: der 24. und der 25. Februar fallen nach römischer Zählweise, die auch bei der Einführung des Gregorianischen Kalenders noch üblich war, auf dasselbe Datum. Im Gemeinjahr heißt der 24. Februar „a. d. VI Kal. Mart.“ (sechster Tag vor dem März-Beginn); der doppelte Tag im Schaltjahr heißt ebenso. Da dieser Sechste (lat. „sextus“) doppelt („bis“) gezählt wird, heißen Schaltjahr bzw. -tag „bissextilis“ (lateinisch), „bissextile“ (english), „bisestile“ (italienisch) usw. Nach heutiger Zählung verschieben sich der 24. und die weiteren Tage im Februar um einen Tag; Bedeutung hat dies heute noch in der katholischen Kirche bei der Zählung der Kirchentage: kirchliche Feiertage und auch die Namenstage sind von dieser Regelung betroffen.

Orthodoxer Kirchenkalender

Das gregorianische Jahr ist rund 27 Sekunden zu lang. Als Ergebnis hinkt der gregorianische Kalender nach 1.600 Jahren um einen halben Tag hinterher. Deshalb schlug die griechisch-orthodoxe Kirche eine etwas kompliziertere Schaltregel vor: Abweichend vom gregorianischen Kalender sind die Jahrhunderte nur dann Schaltjahr, wenn sie durch 9 geteilt den Rest 2 oder 6 ergeben. Damit wäre das Jahr 2800 kein Schaltjahr, sondern erst das Jahr 2900. Die Abweichung zum Sonnenjahr beträgt beim orthodoxen Kirchenkalender nur noch knapp 3 Sekunden.

Französischer Revolutionskalender

In der Zeit, in der der Französische Revolutionskalender Gültigkeit hatte, waren die Jahre 3, 7 und 11 Schaltjahre. Die ursprüngliche Regelung des Kalenders war, dass der erste Tag jeden Jahres auf die Herbst-Tag-und-Nacht-Gleiche fallen und jedes vierte Jahr ein Schaltjahr sein solle. Diese Forderungen widersprechen sich jedoch, und so schlug Charles Rommes, der Autor des Kalendersystems, eine dem Gregorianischen Kalender ähnliche Regelung vor. Er stieß jedoch aus politischen Gründen damit auf Widerstand. Durch die kurze Gültigkeit des Revolutionskalenders wurden die Diskussionen jedoch obsolet.

Jüdischer Kalender

Im Jüdischen Kalender, einem nach dem Mond ausgerichteten Kalender, der durch komplizierte Regelungen dem Sonnenjahr angepasst wird, wird in allen Jahren, die bei einer Division durch 19 einen Rest von 0, 3, 6, 8, 11, 14, oder 17 haben, ein Schaltmonat eingefügt. Er wird als Adar II bezeichnet.

Islamischer Kalender

Im Islamischen Kalender ist die Bestimmung eines Schaltjahres äußerst schwierig. Nach einem gebräuchlichen System, das unter anderem im GNU Emacs verwendet wird, sind alle Jahre, die bei einer Division durch 30 einen Rest von 2, 5, 7, 10, 13, 16, 18, 21, 24, 26, oder 29 haben, Schaltjahre. Nach diesem System haben im Islamischen Kalender alle geradzahligen Monate 30 Tage und alle ungeradzahligen Monate 29 Tage. In Schaltjahren wird dem letzten ungeradzahligen Monat ein Tag hinzugefügt, so dass er dann 30 Tage hat.

Chinesischer Kalender

Schaltjahre im traditionellen, lunisolaren Chinesischen Kalender haben 13 Monate statt der üblichen zwölf; mit 383, 384 oder 385 Tagen statt 353, 354 oder 355 Tagen in normalen Jahren. Zur Berechnung zählt man die Anzahl der Neumonde zwischen dem elften Monat eines Jahres (dem Monat der Wintersonnenwende) und dem elften Monat des folgenden Jahres. Fallen in diesen Zeitraum 13 Neumonde, so wird ein Schaltmonat eingefügt. Der erste Monat, der keinen zhong qì enthält, erhält dieselbe Nummer wie der Vormonat mit einem Zusatz als Schaltmonat.

Azteken-Kalender

Im Azteken-Kalender werden am Ende eines jeden 52-Jahres-Zyklus 13 Tage eingeschaltet. Daraus ergibt sich ein durchschnittliche Jahreslänge von 365 Tagen und 6 Stunden. Das weicht vom tropischen Jahr mehr als 11 Minuten ab. Die Genauigkeit dieser Schaltjahresmethode ist mit dem Julianischen Kalender vergleichbar.

Atomzeit

Heute, im Zeitalter der Atomzeitmessung, muss gelegentlich eine Schaltsekunde eingefügt werden, um die Zeit der mittleren Sonnenzeit anzugleichen. ---- Siehe auch: Sommerzeit, Jahr, Gemeinjahr

Weblinks


- [http://www.nabkal.de/schalttag.html zur Historie des 24./25. Februar]
- [http://www.gnomon.ku-eichstaett.de/LAG/kalender.html Die Kalenderreform Julius Cäsars]
- [http://www.tondering.dk/claus/calendar.html FAQ about calendars (englisch, sehr umfangreich)]
- [http://www.schaltjahr.de Regel der Schaltjahre, Ausnahmen und Programmcode]
- [http://www.marco-burmeister.de/index_frameaufbau.html?helferlein_jahre Schaltjahrberechnung]
- [http://www.nabkal.de/umrechnung.html Umrechnungen von Kalenderdaten]
- [http://www.ortelius.de/kalender/greg_de.php Der Gregorianische Kalender]
- [http://www.kalendersysteme.de/deutsch/index.html Verschiedene Kalendersysteme] Kategorie:Kalender als:Schaltjahr ja:閏年 ko:윤년 simple:Leap year th:ปีอธิกสุรทิน


987

Ereignisse

Politik und Weltgeschehen


-

Geboren


-

Gestorben


- 21. Mai - Ludwig V. (Frankreich), König von Frankreich (
- 966 oder 967)
- 1. November - Harald Blauzahn, König von Dänemark und Norwegen (
- um 910) ko:987년

Hugo Capet

Hugo I. (
- um 940; † 24. Oktober 996 in Melun), im französischen auch Hugues Capet, war König von Frankreich von 987 bis 996 und Herzog von Franzien von 956 bis 996.

Leben

Hugo wurde als ältester Sohn von Hugo von Frankreich († 956) und dessen Gemahlin Hadwig von Sachsen geboren. Er folgte seinem Vater als Herzog von Franzien. Als mächtigster Herrscher im Westfrankenreich wurde er im Mai 987 zum König gewählt und am 3. Juli 987 in Noyon gekrönt. 970 vermählte er sich mit Adelheid von Aquitanien, die ihm einen Sohn, Robert, und drei Töchter schenkte. Robert wurde bereits am 30. Dezember 987 zum Mitkönig bestimmt. Hugo Capet wurde in St.-Denis begraben.

Nachfahren


- Robert II. (
- 27. März 972)
- Gisela (
- 975),
- Hadwig (
- 980)
- Adele (
- 985)

Weblinks


- [http://www.mittelalter-genealogie.de/mittelalter/koenige/frankreich/hugo_capet_koenig_von_frankreich_996.html genealogie-mittelalter.de] Kategorie:Mann Kategorie:König (Frankreich)Kategorie:RobertinerKategorie:Kapetinger Kategorie:Geboren 940 Kategorie:Gestorben 996 ja:ユーグ・カペー simple:Hugh Capet

Frankreich

Frankreich (franz.: La France) ist ein demokratischer, noch immer stark zentralistischer Einheitsstaat im Westen Europas. Es grenzt an Belgien, Luxemburg, Deutschland, die Schweiz, Italien, Monaco, Spanien, Andorra, an den Atlantik mit dem Ärmelkanal und an das Mittelmeer. Neben dem Territorium in Europa gehören zu Frankreich Überseegebiete in der Karibik (u. a. Saint-Martin, das eine Landgrenze mit dem niederländischen Sint Marteen aufweist), Südamerika (Französisch-Guayana, das Landgrenzen zu Brasilien und Surinam hat), vor der Küste Nordamerikas, im Indischen Ozean und in Ozeanien.

Geographie

Hauptartikel: Geographie Frankreichs Insgesamt hat das „französische Mutterland” in Europa eine Fläche von 543.965 km². Frankreichs Landschaftsbild prägen überwiegend Ebenen oder sanfte Hügel im Norden und Westen. Der Rest ist gebirgig, Hauptgebirge sind die Pyrenäen im Südwesten, das Zentralmassiv und die Alpen im Südosten. Der höchste Berg Frankreichs und höchster Berg Europas ist der Mont Blanc (4.808 Meter). Aufgrund seiner Form wird Frankreich auch als l'Hexagone (Sechseck) bezeichnet. Mit Abstand wichtigste und größte Stadt in Frankreich ist die Hauptstadt Paris mit rund 12 Millionen Einwohnern im Großraum Paris (Region Île-de-France). Die Großräume um Marseille, Lille und Lyon haben ebenfalls mehr als eine Million Einwohner. Siehe auch: Städte in Frankreich, Nationalparks in Frankreich

Geschichte

Nationalparks in Frankreich Hauptartikel: Geschichte Frankreichs Durch die Französische Revolution 1789 wurde die mehr als 1.200 Jahre währende Monarchie gestürzt. So begann eine Periode des Umbruchs, in der wechselnd republikanische, napoleonisch-imperiale und monarchistische Staatsformen herrschten. Seit der Niederlage Napoleons III. 1870 ist Frankreich endgültig Republik. Im Ersten und Zweiten Weltkrieg war Frankreich einer der Hauptgegner Deutschlands. Nach dem Zweiten Weltkrieg verlor Frankreich seine größten Kolonien, Vietnam und Algerien, nach kriegerischen Auseinandersetzungen. Seit 1958 (Fünfte Republik) hat der Präsident umfassende Exekutivgewalt. Beim europäischen Einigungsprozess spielt Frankreich heute gemeinsam mit Deutschland eine tragende Rolle.

Politik

Politisches System

Frankreich ist eine zentralistisch organisierte Demokratie mit einem semi-präsidentiellen Regierungssystem. In der Verfassung der V. Republik nimmt der direkt durchs Volk gewählte Staatspräsident eine starke Stellung ein. Er ernennt den Premierminister und das Kabinett, hat gegenüber Gesetzbeschlüssen des Parlaments ein Veto-Recht und kann die Nationalversammlung auflösen. Das Parlament besteht aus zwei Kammern, der Nationalversammlung (Assemblée Nationale) mit 577 vom Volk gewählten Abgeordneten und dem indirekt gewählten Senat mit 331 Mitgliedern. Siehe auch: Politisches System Frankreichs, französische Regierung, Francophonie, französische Präsidenten, französische Premierminister, Cohabitation, Finanzministerium

Aktuelle politische Lage

Finanzministerium Momentan stellt die Partei UMP unter Führung des früheren Wirtschaftsministers und aktuellen Innenministers Nicolas Sarkozy mit 363 Sitzen die absolute Mehrheit in der Nationalversammlung. Am 29. Mai 2005 wurde die neue EU-Verfassung mit 54,87% Gegenstimmen von der Bevölkerung abgelehnt. Darauf trat die Regierung des seit 2002 amtierenden Premierministers Jean-Pierre Raffarin zurück. Als neuer Premierminister wurde Dominique de Villepin eingesetzt. Seit dem 27. Oktober 2005 wird Frankreich von einer Welle gewalttätiger Ausschreitungen heimgesucht. Angefangen in der Pariser Banlieue, griffen die Unruhen inzwischen auf viele, über das gesamte Land verteilte, Großstädte wie Lille, Rouen, Nizza oder Marseille über. Auslöser war der Tod zweier Jugendlicher im Pariser Vorort Clichy-sous-Bois, welche sich vor der Polizei in einem Starkstromhaus verstecken wollten. Die Regierung hat zwischenzeitlich den Notstand ausgerufen und es somit den Präfekten der Départements ermöglicht, in besonders stark betroffenen Gebieten Ausgangssperren zu verhängen. Bisher haben die Ausschreitungen einem Menschen das Leben gekostet und viele Schwerverletzte hervorgebracht.

Außen- und Sicherheitspolitik

Frankreich war 1949 Gründungsmitglied des Nordatlantikvertrages (NATO) und erhielt militärischen Schutz durch die USA. Mit der Machtübernahme von de Gaulle 1958 änderten sich die Beziehungen zu den USA und zu der von den USA dominierten NATO. Unter de Gaulles Führung entwickelte sich Frankreich 1960 zu einer Atommacht und verfügte ab 1965 mit der Force de Frappe über Atomstreitkräfte, die zunächst 50 mit Atombomben (Kernwaffen) ausgestattete Flugzeuge in Dienst stellte. 1968 hatte Frankreich bereits 18 Abschussrampen für Mittelstreckenraketen aufgestellt, die 1970 und 1971 mit Atomsprengköpfen ausgestattet wurden. 1968 verlässt Frankreich den militärischen Teil der NATO, bleibt aber im politischen Teil des Bündnisses integriert. In den 1970er Jahren erweiterte Frankreich ihre Atommacht auch auf See. Vier Atom-U-Boote verfügten über jeweils 16 atomar bestückten Mittelstreckenraketen. In der aktuellen Außenpolitik bemüht sich Frankreich um ein gutes Verhältnis zu seinem Nachbarn Deutschland (siehe auch „Kerneuropa“) und steht mit diesem gemeinsam der Vormachtstellung der USA mit einer gewissen Skepsis gegenüber. Dies führte zu einem Austritt Frankreichs aus der militärischen Organisation der NATO und vielen Eigeninitiativen Frankreichs in weltpolitischen Entscheidungen. Hinzu kommt ein Engagement auch nach Ende der Kolonialherrschaften in Afrika, wo Frankreich bis heute in vielen Ländern die bestimmende Ordnungsmacht geblieben ist. Frankreich ist zudem ständiges Mitglied im UNO-Sicherheitsrat mit Vetorecht. Die Todesstrafe wurde in Frankreich 1981 abgeschafft. Siehe auch: Fremdenlegion, Gendarmerie Nationale

Administrative Gliederung

Frankreich ist in 26 Regionen aufgeteilt, welche sich ihrerseits in 100 Départements untergliedern. Zweiundzwanzig dieser Regionen befinden sich im europäischen Kernland (France métropolitaine), darunter auch die Mittelmeerinsel Korsika, welche allerdings als collectivité territoriale einen Sonderstatus hat. Die übrigen vier Regionen bestehen aus jeweils nur einem Département und werden daher Départements et régions d'outre-mer (D.R.O.M.) genannt (bis zur Verfassungsänderung 2003 Départements d'outre-mer, Abk. D.O.M.). Im Deutschen spricht man von Überseedépartements. Im Einzelnen handelt es sich dabei um Guadeloupe (971), Martinique (972), Französisch-Guayana (973) und La Réunion (974). Abgesehen davon gibt es
- die Départementskörperschaft (Collectivité départementale, Abk. C.D.) Mayotte (976)
- die Gebietskörperschaft (Collectivité territoriale, Abk. C.T.) Saint-Pierre und Miquelon (SPM)
- die vier Überseeterritorien (Territoires d'outre-mer, Abk. T.O.M.) Französisch Polynesien (P), Neukaledonien (NC), Wallis und Futuna (WF) und die Französischen Süd- und Antarktisgebiete (Terres australes et antarctiques françaises, T.A.A.F.)
- die Îles éparses und die Insel Clipperton Die D.R.O.M. sind wie das französische Kernland Teil der EU, für die T.O.M. gilt das nicht. Auch in Frankreich erlassene Gesetze gelten in den TOM nur, wenn dies ausdrücklich erwähnt ist. Siehe auch: Liste der französischen Regionen, Liste der französischen Départements (nach Regionen geordnet)

Demographie

Zum 1. Januar 2004 wurde die Bevölkerung, einschließlich der Menschen in den Überseegebieten, auf 61,9 Millionen geschätzt. Nach Deutschland nimmt Frankreich in der EU den zweiten Platz bei der Bevölkerungszahl ein. Innerhalb der EU hat Frankreich einen Bevölkerungsanteil von 13 %. Im Jahre 2003 kamen auf 792.600 Geburten 560.300 Sterbefälle, das entspricht einem Überschuss von 232.300 Personen. 2004 betrug die Geburtenrate 1,9. Am Stichtag 1. Januar 2004 waren 16,2 % der Bevölkerung älter als 65 Jahre, gegenüber 14,6 % im Jahre 1994. Im selben Zeitraum ist der Anteil der unter 20-Jährigen von 26,7 % auf 25,3 % gesunken. 2003 wurden 280.300 Ehen geschlossen, das sind 6.000 (-2,1 %) weniger als 2002, wobei das Durchschnittsalter bei den Männern 30,4 Jahre und bei den Frauen 28,3 Jahre betrug. Die Kindersterblichkeit beträgt zur Zeit 4,28 ‰. Der durchschnittliche männliche französische Staatsbürger hat eine Lebenserwartung von 76,7 Jahren, während die Frauen auf 83,8 Jahre kommen.

Ethnische Gruppen


- Franzosen
- Bretonen
- Basken
- Italiener (einschließlich Korsen)
- Elsässer/Alemannen, Rheinfranken/Franken
- Flamen (Niederfranken)
- 4,5 Millionen Araber
- Katalanen
- Flamen
- Polen
- andere Ausländer

Sprachen

Neben der (einzigen) Amtssprache Französisch gibt es zahlreiche Minderheitssprachen, über deren Sprecherzahlen aber keine auch nur halbwegs gesicherten Daten vorliegen:
- Bretonisch,
- Deutsch in den Dialekten
  - Elsässisch (Elsass)
  - Rheinfränkisch bzw. Lothringisch (nördliches und östliches Lothringen),
- Niederfränkisch bzw. Flämisch (Flandern, an der Grenze zu Belgien),
- Baskisch (in den zentralen und östlichen Pyrenäen),
- Katalanisch (im Roussillon),
- Korsisch,
- Italienisch (an der französischen Riviera),
- Okzitanisch (in Südfrankreich) mit dem Dialekt
  - Provenzalisch (nur noch wenige Sprecher)
- Polnisch Daneben existieren in Nordfrankreich mehrere enger mit dem Französischen verwandte romanische Oïl-Sprachen, die teilweise als französische Dialekte angesehen werden: Picard, Normannisch, Gallo, Poitevin-Saintongeais, Champanois und Morvandiau.

Religionen

Frankreich ist offiziell ein laizistischer Staat, das heißt, Staat und Religionsgemeinschaften sind vollkommen voneinander getrennt. Da von staatlicher Seite keine Daten über die Religionszugehörigkeit der Einwohner erhoben werden, beruhen alle Angaben über die konfessionelle Zusammensetzung der Bevölkerung auf Schätzungen oder den Angaben der Religionsgemeinschaften selbst und weichen deshalb oft erheblich voneinander ab, weshalb auch die folgenden Zahlen mit Vorsicht zu behandeln sind. 85 % der Franzosen sind katholisch (also etwa 51 Mio.) und etwa 8 % Muslime (etwa 4,8 Mio.). Daneben gibt es protestantische und jüdische Minderheiten, die zusammen etwa 3 % ausmachen. 4 % gehören keiner Religion an, Tendenz davon steigend. Das sind jedoch Schätzungen.

Bildungswesen

Wie in fast allen europäischen Staaten (Ausnahme: z. B. Deutschland) herrscht eine Bildungspflicht, die im Ggs. zur Schulpflicht auch durch Hausunterricht (Homeschooling) oder durch selbstständiges Lernen abgegolten werden kann. Die Zahl der unbeschulten Kinder und Jugendlichen wird gegenwärtig auf etwa 10.000 geschätzt. Der Staat bietet folgende Schulformen an: Lernen
- Vorschule: Maternelle
- Grundschule: école élémentaire
- weiterführende Schulen: collège (das mit dem brevet abgeschlossen wird), gefolgt von
  - lycée
  - lycée professionnel
  - oder CFA für Auszubildende in Betrieben
- Hochschulreife:
  - baccalauréat nach insgesamt 12 Schuljahren; nach elf Schuljahren wird je nach Schulzweig (naturwissenschaftlich, wirtschaftlich oder literarisch) schon ein Teil der Prüfungen bewältigt
  - baccalauréat professionnel nach 13 Schuljahren für Abgänger des lycée professionnel oder des CFA
- Studium (1. und 2. Jahr):
  - Normalweg: DEUG
  - Eliteweg: classe préparatoire (zur Vorbereitung auf Grande école)
- Studium (3. und 4. Jahr):
  - Normalweg: licence und maîtrise oder école d'ingenieur oder école de commerce
  - Eliteweg: Grande école (ENS, ENA etc.)
- Studium (5. Jahr):
  - DESS oder DEA. Letzteres dient auch zur Auswahl für eine eventuell sich anschließende Doktorarbeit (thèse) Im Zuge der europaweiten Harmonisierung der Studienabschlüsse im Rahmen des Bologna-Prozess wird auch an französischen Hochschulen das System LMD eingeführt. LMD bedeutet, dass nacheinander die Licence bzw. Bachelor (nach 3 Jahren), der Master (nach 5 Jahren) und das Doktorat (nach 8 Jahren) erworben werden können. Die bisherigen nationalen Diplome (DEUG, Maîtrise, DEA/DESS) werden an manchen Universitäten übergangsweise noch bescheinigt, fallen ab Ende 2006 aber weg. Siehe auch: Schulsystem in Frankreich, Liste der Bildungsminister von Frankreich, Liste der Universitäten in Frankreich, École Polytechnique (Paris), Kindergeld

Wirtschaft

Traditionell ist in Frankreich die Wirtschaftspolitik von vergleichsweise starken staatlichen Eingriffen gelenkt. Hier spielt die historische Rolle des Merkantilismus – im Speziellen des Colbertismus – im Land eine Rolle. Frankreich ist eine gelenkte Volkswirtschaft, die in den letzten Jahren zunehmend dereguliert und privatisiert wurde. Die Schlüsselindustrien, besonders Energiewirtschaft, sind bislang unter staatlicher Kontrolle; Frankreich ist ein bedeutender Produzent von Atomstrom, und Deutschland sein wichtigster Kunde. In Frankreich wird ca. 80 Prozent der Elektrizität mit Atomkraftwerken produziert. Damit hat Frankreich neben Litauen momentan (Anfang 2005) den höchsten Prozentsatz an Atomstromproduktion der Welt. (Siehe auch: Liste der Kernkraftanlagen) Wein steht in der französischen Ausfuhrliste an fünfter Stelle: nach Autos, Flugzeugen, pharmazeutischen Produkten und Elektronik. (Siehe auch: Weinbaugebiete in Frankreich)
- Tourismus (z. B. Logis de France) Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg im 1. Quartal 2004 um 0,8 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Im 4. Quartal 2003 waren es 0,6 Prozentpunkte. Die Erwerbstätigenstruktur hat sich gegenüber früher grundlegend gewandelt, so arbeiteten 2003 nur mehr 4 % der Erwerbstätigen in der Land- und Forstwirtschaft und Fischerei, in der Industrie waren es 24 %, wohingegen 72 % im Dienstleistungsbereich tätig waren. Deutschland ist der wichtigste Handelspartner Frankreichs (2003): Es exportiert 14,9 % seines Exportvolumens nach Deutschland, das seinerseits am Import mit 19,1 % beteiligt ist. Die Inflationsrate betrug 2,1 % (2004). Die Arbeitslosenzahl belief sich im Januar 2005 auf 10 %, das sind 2.716.000 Erwerbslose.

Die größten französischen Unternehmen 2003 (ohne Banken und Versicherungen)

# Total – Umsatz 104,7 Mrd. € – 11.000 Beschäftigte # Carrefour – Umsatz 70,5 Mrd. € – 419.000 Beschäftigte # PSA Peugeot Citroën – Umsatz 54,2 Mrd. € – 200.000 Beschäftigte # France Télécom – Umsatz 46,1 Mrd. € – 222.000 Beschäftigte # EDF – Umsatz 44,9 Mrd. € – 167.000 Beschäftigte # Suez – Umsatz 39,6 Mrd. € – 171.000 Beschäftigte # Les Mousquetaires – Umsatz 38,4 Mrd. € – 112.000 Beschäftigte # Renault – Umsatz 37,5 Mrd. € – 140.000 Beschäftigte # Publicis Groupe – Umsatz 32,2 Mrd. € – 35.000 Beschäftigte # Saint-Gobain – Umsatz 29,6 Mrd. € – 172.000 Beschäftigte # Groupe Auchan – Umsatz 28,7 Mrd. € – 156.000 Beschäftigte # Veolia Environnement – Umsatz 28,6 Mrd. € – 257.000 Beschäftigte # Centres Leclerc – Umsatz 27,2 Mrd. € – 84.000 Beschäftigte

Kultur

Frankreich leitet seinen Rang in Europa und der Welt auch aus den Eigenheiten seiner Kultur ab, die sich insbesondere über die Sprache definiert (Sprachschutz- und -pflegegesetzgebung). In der Medienpolitik wird die eigene Kultur und Sprache durch Quoten für Filme und Musik gefördert. Frankreich verfolgt in der Europäischen Union, der UNESCO und der WTO mit Nachdruck seine Konzeption der Verteidigung der kulturellen Vielfalt („diversité culturelle“): Kultur ist keine Ware, die schrankenlos frei gehandelt werden kann. Landesweite Pflege und Erhalt des reichen materiellen kulturellen Erbes wird als Aufgabe von nationalem Rang angesehen. Dieses Verständnis wird durch staatlich organisierte oder geförderte Maßnahmen, die zur Bildung eines nationalen kulturellen Bewusstseins beitragen, wirksam in die Öffentlichkeit transportiert. Im jährlichen Kulturkalender fest verankerte Tage des nationalen Erbes, der Musik oder des Kinos beispielsweise finden lebhaften Zuspruch in der Bevölkerung. Großzügig zugeschnittene kulturelle Veranstaltungen entsprechen dem Selbstverständnis Frankreichs als Kulturnation und von Paris als Kulturmetropole. Die Förderung eines kulturellen Profils der regionalen Zentren in der Provinz wird verstetigt. Siehe auch: Liste französischer Schriftsteller, Liste französischer Komponisten, Burgen und Schlösser in Frankreich

Nationalparks

Die heutigen Nationalparks haben eine Gesamtfläche von 992.000 ha. Die Kernbereiche, die rund 371.000 ha ausmachen, stehen unter strengem Schutz. Es gibt 30 regionale Naturparks, die eine Fläche von 5.020.000 ha haben.
- Naturreservat Cap Sizun
- Regionalpark Armorique
- Naturreservat Les Sept lles
- Naturreservat Cap Frehel
- Naturreservat Pointe d' Arcay
- Naturreservat Golfe du Morbihan
- Regionalpark Briere
- Naturreservat Baie de Bourgneuf
- Naturreservat St. Denis-du-Payre
- Naturreservat Baie de l' Aiguillon
- Naturreservat Banc d' Arguin
- Vogel-Naturreservat Marquenterre
- Naturreservat Vallee de La Grande Pierre et de Vitain
- Naturreservat Le Lac de La Foret d'Orient
- Pyrenäen -Nationalpark
- Regionalpark Vosges du Nord
- Regionalpark Volcans d'Auvergne
- Nationalpark Cevennen
- Naturreservat und Vogelschutzpark Villars-les-Dombes
- Regionalpark Pilat
- Regionalpark Vercors
- Naturreservat Aiguilles Rouges
- Naturreservat Marais du Bout du Lac d' Annecy
- Nationalpark Vanoise
- Nationalpark Ecrins
- Regionalpark Luberon
- Nationalpark Mercantour
- Naturreservat und Regionalpark Camargue
- Nationalpark Port-Cros
- Korsischer Regionalpark
- Scandola Naturreservat
- Korsischer Nationalpark

Sport

Die populärste Sportart Frankreichs ist der Fußball. Als identitätsstiftendes Band gerade zwischen den verschiedenen sozialen und ethnischen Gruppen Frankreichs gilt die französische Fußball-Nationalmannschaft, die so genannte équipe tricolore (siehe auch: Fußball in Frankreich). Aktuell stellt Lyon den französischen Fussballmeister. Weitere populäre Sportarten sind der Radsport (insbesondere im Juli, während der dreiwöchigen Tour de France), Rugby, Leichtathletik, Formel 1 (Großer Preis von Frankreich in Magny Cours) und Tennis (French Open in Paris). In Frankreich fanden bereits mehrmals Olympische Spiele statt: Sommerspiele 1900 und 1924 in Paris, Winterspiele in Chamonix 1924, Grenoble 1968 und Albertville 1992. Siehe auch: Skigebiete in Frankreich

Medien

Die wichtigsten französischen Printmedien sind die nationalen Tageszeitungen:
- Le Monde und Libération (linksorientiert, Druckauflage 2003 ca. 500.000 bzw. 200.000 Exemplare)
- Le Figaro (konservativ, Auflage: 450.000 Exemplare)
- Les Echos, La Tribune (Wirtschaft, 180.000 bzw. 125.000 Exemplare)
- L'Humanité (kommunistisch, 74.000 Exemplare)
- La Croix (katholisch, 114.000 Exemplare)
- L'Equipe (Sport, 485.000 Exemplare und damit die meistgelesene Zeitung überhaupt mit sieben Lesern pro Ausgabe) Die wichtigsten Nachrichtenmagazine in Frankreich:
- Le Nouvel Observateur (400.000 Exemplare)
- L'Express (400.000 Exemplare)
- Le Point (400.000 Exemplare)
- L'événement du Jeudi Größte Regionalzeitung ist die Ouest France mit einer Druckauflage von 900.000 Exemplaren. Bedeutend ist auch das jeweils mittwochs erscheinende Investigations- und Satireblatt Le Canard enchaîné mit einer Auflage von 550.000 Exemplaren.

Feiertage

Militär

Frankreich hat eine Berufsarmee mit 300.000 Soldaten.

Siehe auch


- Chronologie französischsprachiger Zeitungen und Zeitschriften
- Französische Küche
- Nachrichtendienste Frankreichs
- Liste bedeutender Franzosen
- Liste der Präsidenten Frankreichs
- Die schönsten Dörfer Frankreichs
- Weinbaugebiete in Frankreich

Literatur


- Alfred Pletsch: Länderkunde Frankreich. Darmstadt (Wissenschaftliche Buchgesellschaft), 2. Auflage 2003, ISBN 3534116917
- Wilfried Loth: Geschichte Frankreichs im 20. Jahrhundert. Frankfurt am Main, 1995 ISBN 3-596-10860-8
- Bernhard Schmidt, Jürgen Doll, Walther Fekl, Siegfried Loewe und Fritz Taubert: Frankreich-Lexikon. Schlüsselbegriffe zu Wirtschaft, Gesellschaft, Politik, Geschichte, Kultur, Presse- und Bildungswesen. 2. überarbeitete Auflage 2005, 1224 Seiten, ISBN 3-503-06184-3
- Ralf Nestmeyer: Französische Dichter und ihre Häuser. Insel Verlag, Frankfurt am Main 2005, ISBN 3-458-34793-3

Weblinks

20px Portal:Frankreich
- [http://www.diplomatie.gouv.fr/index.de.html Website des französischen Außenministeriums]
- [http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/laender/laender_ausgabe_html?type_id=14&land_id=46 Länder- und Reiseinformationen] des Auswärtigen Amtes
- [http://www.frankreich-forum.de/ Frankreich Forum]
- [http://www.lesvilles.de/ Lokalportal für alle französischen Regionen und Städte]
- [http://www.tu-dresden.de/sulcifra/romanistik/ Romanistik im Internet: Kultur, Literatur und Politik]
Kategorie:Staat !Frankreich Kategorie:Land in der EU Kategorie:Mittelmeer als:Frankreich fiu-vro:Prantsusmaa ja:フランス ko:프랑스 ms:Perancis simple:France th:ประเทศฝรั่งเศส zh-min-nan:Hoat-kok

Karolinger

Der Name Karolinger (nach Karl Martell) bezeichnet ein Herrschergeschlecht der Franken. Ahnherren der Karolinger sind Arnulf von Metz aus dem Geschlecht der Arnulfinger und Pippin der Ältere aus dem Geschlecht der Pippiniden. Die Karolinger herrschten bereits ab 639 mit Unterbrechungen im Frankenreich, jedoch nicht als Könige (die noch für mehr als ein Jahrhundert Merowinger waren), sondern als Hausmeier. Bis zur Mitte des achten Jahrhunderts konnten sie ihre Macht so weit ausbauen, dass kein merowingischer Schattenkönig mehr ernannt werden musste und schließlich mit Billigung des Papstes auch der eigentliche Königstitel übernommen werden konnte. Der berühmteste Vertreter der Dynastie, Karl der Große, herrschte ab 800 sogar als Kaiser. Als die ostfränkische Linie 911 mit Ludwig dem Kind ausstarb, folgten die Ottonen nach. Im Westfrankenreich waren noch bis 987 Karolinger an der Macht, dann wurden sie von den Kapetingern verdrängt. Die Stilepoche der Baukunst dieser Zeit, die eine Form der Vorromanik darstellt, wird "karolingischer Baustil" bezeichnet.

Herrscher

Karolingische Hausmeier


- Pippin der Ältere (624-640)
- Grimoald der Ältere (643-662)
- Pippin der Mittlere (687-714)
- Karl Martell (714-741)
- Karlmann (741-747)
- Pippin der Jüngere (741-751)

Karolingische Könige


- Pippin der Jüngere (751-768)
- Karlmann I. (768-771)
- Karl der Große (768-800)
- Karl der Jüngere (800-811)

Karolingische Kaiser


- Karl der Große (800-814)
- Ludwig der Fromme (813/814-840)
- Lothar I. (840-855)
- Ludwig II. von Italien (855-875)
- Karl II., der Kahle (875-877)
- Karl III., der Dicke (881-888)
- Arnulf von Kärnten (896)
- Ludwig III., der Blinde (901-905)

Könige des Ostfrankenreichs


- Ludwig II., der Deutsche (843-876)
- Ludwig III., der Jüngere (876-880/882)
- Karl III., der Dicke (876-887)
- Arnulf von Kärnten (887-899)
- Ludwig IV., das Kind (899-911)

Könige Italiens


- Karl der Große (774-814)
  - Pippin, Mitkönig (781-810)
- Bernhard (813-818)
- Lothar I. (818-855)
- Ludwig II. (844-875)
- Karl II., der Kahle (875-877)
- Karlmann (877-879)
- Karl III., der Dicke (879-887)

Könige von Lotharingen


- Lothar I. (843-855)
- Lothar II. (855-869)
- Zwentibold (895-900)

Könige des Westfrankenreichs


- Karl II., der Kahle (843-877)
- Ludwig II., der Stammler (877-879)
- Karl III., der Dicke (885-887)
- Karl III.,der Einfältige (898-923)
- Ludwig IV., der Überseeische (936-954)
- Lothar I. (954-986)
- Ludwig V., der Faule (986-987)

Könige von Aquitanien


- Ludwig der Fromme (781-814)
- Pippin I. (817-838)
- Pippin II. (838-848)
- Karl das Kind (848-866)

Könige von Niederburgund


- Ludwig III., der Blinde (887-905) (Buviniden)
- Hugo I. (905-947)
- Lothar II. (947-950)
- Karl (950-963)

Sonstige Herrscher


- Tassilo III., Herzog von Bayern (748-788)
- Karl, König der Provence
- Karlmann, König von Bayern (876-880)

Literatur


- Hans Hubert Anton, Fürstenspiegel und Herrscherethos in der Karolingerzeit, Bonn : Röhrscheid, 1968, 462 S.,(=Bonner historische Forschungen Bd. 32) Zugl.: Bonn, Univ., Diss., 1966
- Rosamond MacKitterick, The Frankish kings and culture in the Early Middle Ages, Aldershot : Variorum, 1995, ISBN 0-86078-458-4
- Rosamond MacKitterick, The Carolingians and the written word, Cambridge 1989, 290 S., ISBN 0-521-30539-X, 0-521-31565-4
- Walter Mohr, Die Karolingische Reichsidee, Münster 1962, 243 S.
- Arno Borst: Die karolingische Kalenderreform. Monumenta Germaniae Historica Band 46, Hahn, Hannover 1998, ISBN 3775254463
- Rudolf Schieffer: Die Karolinger, Stuttgart 2000, ISBN 3-17-016480-5
- Arno Borst: Der Streit um den karolingischen Kalender. Monumenta Germaniae Historica, Studien und Texte Band 36, Hahn, Hannover 2004, ISBN 3775257365

Siehe auch


- Stammliste der Karolinger
- Liste der römisch-deutschen Herrscher
- Liste der Herrscher Frankreichs
- Liste karolingischer Bauwerke

Weblinks


- [http://netzwerk.wisis.de/projekte/6.htm Der Aufstieg der Karolinger - SUSAS Netzwerk für Wissensweitergabe]
- [http://www.weyer-neustadt.de/content/DesktopDefault.aspx?tabid=25 Der Stammbaum der Karolinger, Pippiniden und Arnulfinger] Kategorie:Deutsche Geschichte (Heiliges Römisches Reich) Kategorie:AdelsgeschlechtKategorie:Fränkisches Reich ja:カロリング朝

Westfränkisches Reich

Das Westfrankenreich war ein fränkisches Übergangsreich in den Jahren von 840 bis 877. Es entstand durch den Vertrag von Verdun (843) und wurde (870) durch den Vertrag von Mersen erweitert. Es war der Vorläufer Frankreichs und der Nachfolger Neustriens. Durchgehend regierte Karl II. der Kahle dieses Reich. Mit dem Vertrag von Verdun wurde das Frankenreich in drei Teile aufgeteilt:
- Westfrankenreich, das spätere Frankreich
- Ostfrankenreich, das spätere Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation
- Das Mittelreich, (auch Lotharii Regnum) wurde zunächst 855 geteilt (Prümer Teilung), aber bald darauf zu einem Teil auf die beiden anderen Reiche aufgeteilt (Vertrag von Mersen 870, Vertrag von Ribemont 880), zum anderen Teil entstanden auf dessen Boden die neuen Königreiche Niederburgund, Hochburgund und Italien. Diese wiederum verschmolzen zunächst mit dem Heiligen Römischen Reich, um dann später doch an Frankreich zu fallen (Burgund), oder sich in selbständige Kleinstaaten zu verwandeln (Italien). Kategorie:Staat (historisch) Kategorie:Mittelalter Kategorie:Europäische Geschichte ja:西フランク王国

Dominikus

Dominikus (
- um 1170 in Caleruega bei Burgos (Altkastilien); † 6. August 1221 in Bologna, Italien) war der Gründer des Predigerordens der Dominikaner.

Kirchengeschichtliche Zeitumstände

Dominikus lebte im Hochmittelalter und war ein älterer Zeitgenosse von Franz von Assisi (
- 1181). Zu dieser Zeit stand das Papsttum auf der Höhe seiner Macht, die es unter Innozenz III. auf dem vierten Laterankonzil zeigte. Es war auch die Zeit der Kreuzzüge, während des Lebens von Dominikus fanden der dritte, vierte und fünfte Kreuzzug, sowie der Albigenserkreuzzug statt. Die Entwicklung der Städte und des Handels erforderten neue kirchliche Strukturen und die Bettelorden waren eine Antwort darauf. Die ersten Universitäten waren entstanden. In Norditalien und Südfrankreich hatten sich christliche Bewegungen außerhalb der Kirche entwickelt, die Waldenser und die Albigenser (Katharer). Als Reaktion darauf begann die Kirche einige Jahre nach dem Tod des Dominikus mit der Inquisition.

Leben

Dominikus wurde als Domingo de Guzmán als Sohn eines kastilischen Gutsherrn geboren. Die Familie gehörte zum Adel und stand der Kirche nahe: sein Bruder Antonio war Weltpriester, der sich in einem Spital in der Krankenpflege engagierte und sein Bruder Manes schloss sich den Dominikanern an. Die Mutter und der Bruder Manes wurden später seliggesprochen. Dominikus studierte in Valencia Theologie und Philosophie. Beeindruckt durch eine Hungersnot verkaufte er während des Studiums seine eigenen Bücher, um mit dem Erlös Notleidenden zu helfen. 1196 wurde er Kanonikus der Augustiner an der Kathedrale von Burgos und einige Jahre später Prior. In dieser Zeit führte er ein zurückgezogenes kontemplatives Leben. Im frühen 13. Jahrhundert reiste er mit seinem Bischof durch Südfrankreich, wo damals die Albigenserbewegung auf ihrem Höhepunkt war. Es fiel ihm auf, dass die Albigenser die Leute durch die Askese und das intellektuelle Niveau ihrer Leiter anzogen, die in starkem Kontrast zur Lebensweise und Ungebildetheit vieler katholischen Priester standen. Auch fiel ihm auf, dass die Albigenser dem einfachen Volk predigten, was in der katholischen Kirche damals nicht üblich war. Überzeugt, dass es bessere Mittel als Gewalt gibt, um Ketzerei zu bekämpfen, begann Dominikus in den Dörfern des Languedoc ebenfalls zu predigen. Anfänglich trug ihm das wenig Erfolg, dafür Beleidigungen, Drohungen und Steinwürfe ein. Bald erkannte er, dass die Predigt der Zisterzienser wegen deren prunkvollem Auftreten wenig Erfolg hatte. Er verband seine Predigt mit einem disziplinierten geistlichen Leben und intensivem Studium, um die bestmöglichen Argumente gegen die Ketzerei zu finden und engagierte sich in theologischen Disputationen mit den Katharern. Er gründete ein Frauenkloster, um einen Gegenpol zu den Frauenklöstern der Albigenser zu bilden, in denen viele, auch nicht-katharische Mädchen eine Ausbildung erhielten. Der Erzbischof von Toulouse stellte ihm eine Kirche und ein Haus für eine Mönchsgemeinschaft zur Verfügung. 1208 wurde der Zisterzienser Pierre de Castelneau, vermutlich auf Befehl von Raymond de Toulouse, ermordet, was für Frankreich und den Papst den Anstoß zum Albigenserkreuzzug gab, der während zwanzig Jahren den Languedoc verwüstete. Dominikus war seit 1204 mit Simon de Montfort befreundet und folgte dessen Armee, befasste sich jedoch in erster Linie damit, in den eroberten Orten zu predigen. Von 1212 bis 1215 wurde ihm drei Mal ein Bistum angeboten, aber Dominikus hatte keinen kirchlichen Ehrgeiz und lehnte jeweils ab. 1215 gründete er in Toulouse mit sechs anderen eine lokale Kongregation mit dem Zweck, die katholische Lehre zu verbreiten und Ketzerei zu bekämpfen. Im gleichen Jahr fand in Rom das vierte Laterankonzil statt, dessen zehnter Kanon eine Intensivierung von Predigt und Seelsorge fordert. Als Dominikus beim Papst Innozenz III. um eine Genehmigung zur Ordensgründung ersuchte, wurde dies abgelehnt, aber er wurde ermuntert eine bestehende Ordensregel zu übernehmen. Also nahm Dominikus die Regel der Augustiner-Kanoniker an, die er seinen Bedürfnissen anpasste. Er fügte die Regel der Armut hinzu, um die Argumente der Albigenser zurückzuweisen,