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| 3. Juni |
3. JuniDer 3. Juni ist der 154. Tag des Gregorianischen Kalenders (der 155. in Schaltjahren) - somit bleiben 211 Tage bis zum Jahresende.
Ereignisse
- 713 - Der byzantinische Kaiser Philippikos Bardanes wird durch Teile des Heeres gestürzt und geblendet.
- 1839 - Der chinesische Sonderkommissar Lin Zexu lässt 20.000 Kisten britischen Opiums vernichten und löst damit den 1. Opiumkrieg aus. In Taiwan wird daher heute an diesem Datum ein "Anti-Raucher-Tag" begangen.
- 1871 - Der Deutsche Reichstag stimmt der Eingliederung von Elsass und Lothringen ins Reich zu.
- 1873 - Durch einen Putsch wird Justo Rufino Barrios neuer Machthaber in Guatemala.
- 1919 - Auf der Friedenskonferenz von Versailles erkennen die Premierminister Großbritanniens, Frankreichs und Italiens Polens Recht auf eine unabhängige und vereinigte Republik mit freiem Zugang zur Ostsee an.
- 1947 - Der britische Vizekönig Mountbatten gibt den Plan zur Teilung Indiens bekannt, die mit der Gründung Pakistans zwei Monate später vollzogen wird.
- 1958 - Singapur verkündet seine Unabhängigkeit und ist nicht mehr britische Kolonie.
- 1961 - US-Präsident John F. Kennedy und der sowjetische Staatschef Nikita Chruschtschow treffen sich in Wien zu Gesprächen.
- 1972 - Das Transitabkommen zwischen den beiden deutschen Staaten - BRD und DDR - tritt in Kraft
- 1974 - Yitzhak Rabin wird neuer Ministerpräsident in Israel.
- 1983 - In einer Schule im Taunus werden 3 Kinder und 2 Erwachsene von einem Amokschützen erschossen. Er bringt sich im Anschluss an die Tat um.
- 1987 - Erster Staatsbesuch von Erich Honecker (DDR) in den Niederlanden
- 1989 - In West-Berlin demonstrieren mehrere Tausend Menschen per Fahrzeugkorso gegen das von Walter Momper (SPD) verhängte Tempolimit auf der AVUS.
- 1989 - Der iranische Ayatollah Ruhollah Chomeini stirbt im Alter von 86 Jahren.
- 1992 - Aserbaidschan wird Mitglied in der UNESCO.
- 1993 - Frankreich und Spanien erkennen die Souveränität Andorras an.
- 1995 - Auf Usedom wird die mit 508 m längste Brücke Kontinentaleuropas eröffnet.
- 1998 - Gründung der Organisation ATTAC.
- 1999 - Der Friedensplan der G8-Staaten wird von Serbien gebilligt.
- 2002 - Kanada. Finanzminister Paul Martin wird entlassen. Sein Nachfolger wird der ehemalige Vize-Premierminister John Manley.
Wirtschaft
Wissenschaft, Technik
- 1929 - Dem Zeppelin LZ 126/ZR-3 "USS Los Angeles" der US-Marine gelingt als erstem Luftschiff das Absetzen und die Aufnahme eines Flugzeuges in der Luft.
Kultur
- 1941 - Das Bühnenstück "Wilhelm Tell" von Friedrich Schiller wird nach einer "Führeranweisung" aus Bibliotheken und Schullehrplänen entfernt.
- 1947 - Uraufführung der Oper Les mamelles de Tirésias von Francis Poulenc an der Opéra-Comique in Paris.
- 1968 - Der durch Pop Art bekannt gewordene Künstler Andy Warhol wird in New York von der Frauenrechtlerin Valerie Solanas niedergeschossen.
Religion
- 535 - Agapet I. wird nach einer Sedisvakanz von 47 Tagen als Nachfolger von Papst Johannes II. inthronisiert.
Katastrophen
- 1962 - Beim Absturz einer französischen Boeing 707 in Paris sterben alle 130 Menschen an Bord.
- 1967 - Eine britische DC-4 auf einem Charterflug von Palma, Mallorca, stürzt beim Landeanflug ins Zentrum des Ortes Stockport, einem Vorort von Manchester. Das Flugzeug zerbricht, und die Treibstofftanks explodieren, örtliche Feuerwehr und Rettungsdienste sind hoffnungslos überfordert, so dass Personen mit z.B. gebrochenen Beinen hilflos in den Flammen umkommmen. 72 der 84 an Bord befindlichen Personen sterben.
- 1969 - Der Zerstörer "Frank E. Evans" (USA) sinkt im Südchinesischen Meer bei einem SEATO-Manöver nach der Kollision mit dem Flugzeugträger "Melbourne" (Australien). Von der 274 Mann starken Besatzung des Zerstörers sterben 74 Mann.
- 1998 - ICE-Unglück Eschede - Der ICE "Wilhelm Conrad Röntgen" entgleist aufgrund eines defekten Radreifens bei Eschede, wodurch 101 Menschen sterben.
Sport
- Einträge im Bereich Formel 1 siehe Formel 1.
- Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden s. u. der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.
Geboren
- 1423 - Ludwig XI., König von Frankreich
- 1540 - Karl II., Erzherzog von Innerösterreich
- 1591 - Julius Wilhelm Zincgref, deutscher Schriftsteller
- 1726 - James Hutton, schottischer Naturforscher und Geologe
- 1765 - Friederike Brun, dänische Schriftstellerin
- 1770 - Manuel Belgrano, argentinischer Anwalt, Politiker und General
- 1779 - Marie von Brühl, stammt aus einer aristokratischen Familie
- 1808 - Jefferson Davis, US-amerikanischer Politiker, Führer der Südstaaten im Sezessionskrieg
- 1817 - Pauline von Mallinckrodt, deutsche Ordensgründerin
- 1843 - Friedrich VIII. (Dänemark), König von Dänemark
- 1844 - Detlev von Liliencron, deutscher Lyriker
- 1852 - William Matthew Flinders Petrie, englischer Archäologe
- 1864 - Otto Erich Hartleben, deutscher Dramatiker, Lyriker und Erzähler
- 1865 - Georg V., König von Großbritannien
- 1873 - Otto Loewi, österreichisch-amerikanischer Physiologe, Nobelpreisträger
- 1877 - Raoul Dufy, französischer Maler
- 1879 - Raymond Pearl, US-amerikanischer Biologe und Genetiker
- 1887 - Olga Körner, Dienstmädchen, später Arbeiterin, organisierte Streik in Olbernhau
- 1890 - Paul Luchtenberg, deutscher Politiker, Kultusminister von Nordrhein-Westfalen
- 1894 - Herbert Boeckl, Maler und einer der Hauptvertreter der österreichischen Moderne
- 1895 - Zoltan Korda, US-amerikanischer Regisseur
- 1897 - Memphis Minnie, US-amerikanische Bluesmusikerin
- 1899 - Georg von Bekesy, ungarisch-US-amerikanischer Physiker und Physiologe, Nobelpreis für Medizin 1961
- 1900 - Frederick Ledebur, österreichischer Schauspieler
- 1906 - Josephine Baker, US-amerikanische Tänzerin, Sängerin und Schauspielerin
- 1909 - Ernst Eduard vom Rath, deutscher Diplomat und Botschaftssekretär in Paris
- 1909 - Ludwig Koch (Widerstandskämpfer), deutscher Gewerkschaftler
- 1910 - Paulette Goddard, US-amerikanische Schauspielerin
- 1921 - Eberhard Schlotter, Maler und Graphiker in Spanien und Deutschland
- 1922 - Alain Resnais, französischer Filmregisseur
- 1923 - Werner Danz, deutscher Politiker und MdB
- 1924 - Horst Sölle, war Minister für Außenhandel und Innerdeutschen Handel der DDR
- 1925 - Mindru Katz, israelischer Komponist
- 1925 - Gerhard Zwerenz, deutscher Schriftsteller
- 1925 - Tony Curtis, US-amerikanischer Theater- und Film- und Fernsehschauspieler
- 1925 - Werner H. Spross, Schweizer Unternehmer, Investor, Milliardär und Mäzen
- 1926 - Allen Ginsberg, US-amerikanischer Schriftsteller
- 1927 - Manfred Flegel, Minister der DDR
- 1927 - Oscar Schneider, Bundesminister für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau
- 1929 - Werner Arber, schweizer Mikrobiologe, Genetiker und Nobelpreisträger
- 1930 - Marion Zimmer Bradley, US-amerikanische Schriftstellerin
- 1931 - John Norman, US-amerikanischer Schriftsteller
- 1931 - Lindy Remigino, US-amerikanischer Leichtathlet
- 1941 - Monika Maron, deutsche Schriftstellerin
- 1942 - Curtis Mayfield, US-amerikanischer Soul-Musiker
- 1942 - Michael Bürsch, deutscher Politiker und MdB
- 1943 - Frieder Gadesmann, deutscher Theologe u. Schriftsteller
- 1943 - Michael Clarke, US-amerikanischer Musiker
- 1944 - Anita Harris, britische Sängerin
- 1945 - Gerda Eichhorn, deutsche Politikerin
- 1946 - Ian Hunter, britischer Songschreiber und Sänger
- 1947 - Mickey Finn, britischer Musiker
- 1949 - Philippe Djian, französischer Schriftsteller
- 1949 - Ulrich Kiesow, eigentlicher Schöpfer des deutschen Rollenspiels Das Schwarze Auge (DSA)
- 1950 - Marianne Bachmeier, Gastwirtin, erschoss Mörder ihrer Tochter in Lübecker Gerichtssaal
- 1950 - Florian Pilkington-Miksa, britischer Musiker
- 1950 - Suzi Quatro, US-amerikanische Rocksängerin
- 1951 - Deniece Williams, US-amerikanische Sängerin
- 1952 - Billy Powell, US-amerikanischer Musiker
- 1953 - Martin Bartenstein, österreichischer Bundesminister
- 1954 - Dan Hill, kanadischer Sänger und Songschreiber
- 1954 - Hans-Werner Senfft, deutscher Politiker und MdB
- 1958 - Thierry Noir, französischer Maler
- 1961 - Lawrence Lessig, Jura-Professor
- 1961 - Norbert Gstrein, österreichischer Schriftsteller
- 1964 - Doro Pesch, deutsche Sängerin
- 1965 - Thomas Ohrner, deutscher TV-Moderator und Schauspieler
- 1966 - Rudy Ratzinger, ist deutscher Disc Jockey und Industrial-Musiker
- 1967 - Sven Ottke, deutscher Sportler und Profiboxer
- 1968 - Serdar Somuncu, türkischer Schauspieler und Satiriker
- 1971 - Ariel und Gabriel(Humberto) Hernandez, Sänger und Tänzer der Gruppe No Mercy
- 1976 - Jens Kruppa, deutscher Schwimmer
- 1982 - Jelena Issinbajewa, russische Leichtathletin, Stabhochsprung
- 1986 - Rafael Nadal, spanischer Tennisspieler
- 1987 - Lalaine Vergara-Paras, US-amerikanische Schauspielerin
Gestorben
- 544 - Chlothilde von Burgund, Frau von Chlodwig I.
- 1394 - Anne von Böhmen, erste Königsgemahlin Richards II. von England
- 1411 - Leopold IV., Herzog von Österreich
- 1657 - William Harvey, englischer Arzt und Anatom, Wegbereiter der modernen Physiologie
- 1818 - Egwala Seyon, Kaiser von Äthiopien (1801-1818)
- 1822 - René-Just Haüy, französischer Mineraloge
- 1858 - Julius Reubke, Komponist
- 1875 - Georges Bizet, französischer Komponist
- 1877 - Ludwig von Köchel, österreichischer Musikwissenschaftler (Köchelverzeichnis)
- 1899 - Johann Strauß (Sohn), österreichischer Komponist (Walzerkönig)
- 1900 - Mary Kingsley, englische Ethnologin und Reiseschriftstellerin
- 1905 - Hudson Taylor, christlicher Missionar in China
- 1910 - Julius Wolff, deutscher Dichter und Schriftsteller
- 1918 - Ramón Maximiliano Valdés, Staatspräsident von Panama
- 1924 - Franz Kafka, tschechischer Schriftsteller
- 1925 - Camille Flammarion, französischer Astronom und Autor
- 1942 - Leo Katzenberger, deutsch-jüdischer Geschäftsmann
- 1946 - Michail Iwanowitsch Kalinin, sowjetischer Politiker
- 1957 - Wilhelm Hausenstein, deutscher Schriftsteller und Diplomat
- 1961 - Albert Stohr, war vom 17. Juli 1935 bis zu seinem Tode Bischof von Mainz
- 1963 - Johannes XXIII., Papst von 1958 bis 1963
- 1963 - Nazim Hikmet, türkischer Dichter und Dramatiker
- 1964 - Frans Eemil Sillanpää, finnischer Schriftsteller
- 1967 - Anton Eberhard, deutscher Politiker und MdB
- 1970 - Hjalmar Schacht, deutscher Politiker, Bankier, Minister und Reichsbankpräsident
- 1971 - Heinz Hopf, schweizerischer Mathematiker
- 1974 - Klara Maria Faßbinder, Aktivistin der deutschen Frauen- und Friedensbewegung
- 1975 - Eisaku Sato, 61. bis 63. japanischer Premierminister
- 1975 - Hermann Busch, deutscher Cellist
- 1975 - Hermann Runge, deutscher Politiker
- 1977 - Archibald Vivian Hill, britischer Physiologe und Nobelpreisträger
- 1977 - Roberto Rossellini, italienischer Filmregisseur
- 1979 - Arno Schmidt, deutscher Schriftsteller
- 1982 - Sergej Artenjewitsch Balassanjan, turkmenischer Komponist
- 1983 - Franz Joachim Behnisch, deutscher Schriftsteller
- 1985 - Karl Obermayr, Bayerischer Volksschauspieler
- 1989 - Ayatollah Ruhollah Khomeini, Revolutionsführer und religiöses Staatsoberhaupt des Iran
- 1991 - Katia Krafft, französische Vulkanologin
- 1991 - Maurice Krafft, französischer Vulkanologe
- 1991 - Sergiu Samarian, rumänischer Schachspieler, Schachschriftsteller und Bundestrainer des Deutschen Schachbundes
- 1995 - Paul Wandel, Minister für Volksbildung und Jugend der DDR
- 1997 - Marta Schanzenbach, deutsche Politikerin
- 1998 - Poul Bundgaard, dänischer Schauspieler und Sänger
- 2000 - Merton Howard Miller, US-amerikanischer Ökonom und Nobelpreisträger
- 2001 - Anthony Quinn, US-amerikanischer Filmschauspieler
- 2004 - Frances Shand Kydd, Mutter von Diana Spencer, Prinzessin von Wales ('Lady Di')
- 2004 - Thomas Forsberg, schwedischer Musiker
- 2004 - Victor George Reuther, US-Gewerkschaftführer
- 2004 - Harald Ganzinger, deutscher Informatiker
- 2005 - Leon Askin, österreichischer Schauspieler
- 2005 - Jon Idigoras, spanischer Politiker
Feier- und Gedenktage
- Kirchliche Gedenktage:
- Hl. Karl Lwanga und Gefährten, die Märtyrer von Uganda (katholisch, anglikanisch)
- Namenstage: Karl, Karoline, Klothilde
Siehe auch
- 2. Juni - 4. Juni
- 3. Mai - 3. Juli
- Juni - Historische Jahrestage - Zeitskala
- Wikipedia:Glaskugel - Wikipedia:Formatvorlage Tag
0603
ja:6月3日
ko:6월 3일
simple:June 3
th:3 มิถุนายน
Gregorianischer KalenderDer gregorianische Kalender, benannt nach Papst Gregor XIII., ist der heute in den meisten Teilen der Welt gültige Kalender.
Gregorianische Kalenderreform
Kalender
Das erste Konzil von Nizäa bestimmte im Jahre 325, dass das Osterfest immer am ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond nach Frühlings-Anfang (bezogen auf Jerusalem) gefeiert werden sollte. Das astronomische Ereignis des Primar-Äquinoktiums (Frühlings-Tagundnachtgleiche der nördlichen Hälfte unseres Planeten) fand im Konzilsjahr 325 am 21. März statt, und die julianische Schalttagsregelung wurde damals noch nicht als verbesserungsbedürftig erkannt. Der damals gültige julianische Kalender ging von einem mittleren Sonnenjahr von 365,25 Tagen aus und glich die Differenz (bezogen auf 365 Tage) von annähernd 6 Stunden alle vier Jahre durch die Einfügung eines Schalttags aus. Gegenüber dem vom tatsächlichen Gang der Himmelsmechanik astronomisch vorgegebenen Sonnenjahr, das im Jahre 2000 auf 365,242190517 Tage bestimmt wurde -also etwa 365 Tage, 5 Stunden, 48 Minuten und 45,25 Sekunden- war das Jahr des julianischen Kalenders also etwas mehr als 11 Minuten zu lang. Bis ins 16. Jahrhundert, zur Zeit Papst Gregors XIII., hatte sich dieser Fehler so ausgewirkt, dass das Primar-Äquinoktium im Jahr 1582 schon am 11. März stattfand.
Diese Verschiebung des Kalenders war jedoch schon längere Zeit vorher offenkundig geworden. Seit dem 14. Jahrhundert wurden immer wieder Vorschläge für eine Kalenderreform unterbreitet – u. a. durch Nikolaus von Kues, Regiomontanus und Nikolaus Kopernikus. Diese waren aber stets abgelehnt worden. Gleichwohl bildeten Kopernikus' Werk De Revolutionibus Orbium Coelestium (»Von den Umdrehungen der Himmelskörper«) sowie die prutenischen Tafeln von Erasmus Reinhold die Basis für die schließlich von Papst Gregor XIII. dekretierte Reform.
Um die Frühlings-Tagundnachtgleiche wieder mit dem 21. März in Übereinstimmung zu bringen und Ostern wieder am richtigen Tage feiern zu können, folgte der Papst dem Vorschlag des Mediziners und Hobby-Astronomen Aloisius Lilius und bestimmte, dass im Jahre 1582 zehn Tage übersprungen werden sollten. Daher folgte in einigen römisch-katholischen Ländern auf den 4. Oktober gleich der 15. Oktober – die Abfolge der Wochentage blieb dabei jedoch unverändert. Damit fand das Primar-Äquinoktium dort im Folgejahr 1583 wieder am 21. März statt; die Zeitrechnung innerhalb des Christentums war jedoch nicht mehr einheitlich. Damit war die Ausgangslage, wie sie zur Zeit des Konzils bestand, wieder ungefähr hergestellt.
Um ein erneutes Abrücken des 21. März vom Zeitpunkt des Primar-Äquinoktiums für alle Zukunft zu vermeiden, legte der neue gregorianische Kalender die Dauer des mittleren Sonnenjahrs auf 365,2425 statt wie bisher auf 365,25 Tage fest. Diese Verkürzung erfolgte dadurch, dass – abweichend von der Schaltregel des julianischen Kalenders – die Jahre keinen Schalttag haben, deren Zahl zwar ohne Rest durch 100, nicht aber durch 400 geteilt werden kann.
Weil bis zur ersten Anwendung dieser neuen Ausnahmeregel im Jahre 1700 noch 117 Jahre vergingen, hat sich der Kalender gegenüber dem astronomischen Ereignis des Primar-Äquinoktiums im Durchschnitt wieder um 1 Tag verrückt. Seither pendelt es zwischen dem 19. und 21. März.
Die Schaltregeln
- Nach der grundsätzlich weiterhin gültigen Julianischen Schaltregel weisen Jahre, deren Zahlen durch 4 dividiert natürliche Zahlen ergeben, im Februar einen 29. Tag (“Schalttag“) auf und umfassen dadurch als Schaltjahre 366 Tage.
- Die Gregorianische Schaltregel bestimmt hiervon drei Ausnahmen : Keine Schaltjahre sind diejenigen Säkular-Jahre (Jahre, deren Zahl am Ende zwei Nullen aufweist), deren Zahl durch 400 dividiert keine natürliche Zahl ergibt.(Deshalb waren die Jahre 1700, 1800 und 1900 keine Schaltjahre, und auch die Jahre 2100, 2200 und 2300 werden keine Schaltjahre sein.)
oder:
- Ist die Jahreszahl durch 4 teilbar, aber nicht durch 100, dann ist es ein Schaltjahr mit 366 Tagen. Beispiele: 1980, 1972, 1720.
- Ist die Jahreszahl durch 100 teilbar, aber nicht durch 400, dann ist das Jahr ein gewöhnliches Gemeinjahr und hat nur 365 Tage, z. B. in den Jahren 1700, 1800 und 1900 oder ferner 2100.
- Ist die Jahreszahl durch 400 teilbar, ist das Jahr ein Schaltjahr. Die Jahre 1600 und 2000 waren – in Übereinstimmung mit der Julianischen Schaltregel – Schaltjahre zu 366 Tagen.
Einführung des gregorianischen Kalenders in verschiedenen Ländern
Nur wenige Länder wie Spanien oder Portugal übernahmen den gregorianischen Kalender tatsächlich am 4./15. Oktober 1582. Die meisten römisch-katholischen Länder Europas folgten in den nächsten Jahren, während die protestantischen Länder den neuen Kalender, weil vom Papst dekretiert, zunächst ablehnten. Beispielsweise führten ihn die meisten katholischen Kantone der Schweiz 1584 ein, das Wallis jedoch erst 1655. Dort folgte damals auf den 28. Februar der 11. März. Die evangelischen Territorien des Deutschen Reichs übernahmen den gregorianischen Kalender erst 1700. Auf den 18. Februar folgte dort unmittelbar der 1. März 1700. Zuvor mussten beispielsweise Verträge zwischen katholischen und protestantischen Fürsten mit beiden Daten versehen werden, etwa als 5./15. Oktober 1582. Um die Jahreswende differierten die Jahreszahlen zwischen den Gebieten des alten und neuen Kalenders. Aus dieser Zeit stammt der Ausdruck »zwischen den Jahren« für die Tage nach Weihnachten. Die reformierten Orte der Schweiz folgten ein Jahr später, allerdings mit drei Ausnahmen: Der protestantische Halbkanton Appenzell Ausserrhoden und die protestantischen Teile von Glarus und Graubünden. Der offizielle Übergang zum neuen Kalender sollte dort bis 1812 dauern; der alte Kalender blieb aber noch länger in der Bevölkerung lebendig. Die Appenzeller Silvesterkläuse werden noch immer am 31. Dezember nach dem julianischen Kalender (13. Januar nach dem gregorianischen Kalender) gefeiert. In England (und auch in den späteren USA) wurde der gregorianische Kalender erst in der Nacht vom 2. September auf den 14. September 1752 eingeführt.
Die orthodoxen Länder Osteuropas behielten den julianischen Kalender noch bis Anfang des 20. Jahrhunderts bei. Da die Jahre 1700, 1800 und 1900 in Russland Schaltjahre gewesen sind, machte die Abweichung vom gregorianischen Kalender dort mittlerweile 13 Tage aus. Die russische Oktoberrevolution 1917 fiel deshalb nach dem gregorianischen Kalender auf den 7. November. An diesem Tag wurde die Revolution denn auch bis zum Ende der Sowjetunion gefeiert, nachdem Russland 1918 die neue Kalenderrechnung eingeführt hatte. Einige orthodoxe Kirchen (z. B. in Russland und Serbien) begehen ihre feststehenden Feste weiterhin nach dem julianischen Kalender. Ihr Weihnachten (25. Dezember) fällt darum derzeit auf den 7. Januar (greg.). Andere orthodoxe Kirchen (z. B. in Griechenland und Bulgarien) verwenden hierfür den so genannten neo-julianischen Kalender, der bis zum Jahr 2799 dem gregorianischen Kalender entsprechen wird. Alle orthodoxen Kirchen berechnen Ostern und die anderen beweglichen Feste nach dem julianischen Frühlingsanfang sowie nach dem metonischen Vollmond; das Fest fällt daher nur gelegentlich mit dem Osterdatum der westlichen Kirchen zusammen; meist ist es eine, vier, oder fünf Wochen später als im Westen.
Als bisher letzter Staat übernahm 1927 die Türkei den gregorianischen Kalender; dort hatte bis dahin der islamische Kalender gegolten. Die nicht zeitgleiche Einführung des gregorianischen Kalenders in den verschiedenen Ländern sorgte für Verwirrung, aber auch für interessante Paradoxa: So sind sowohl William Shakespeare als auch Miguel de Cervantes am 23. April 1616 gestorben, obwohl Shakespeare Cervantes um 11 Tage überlebt hat. Auch die Feiern des Geburtstags von George Washington wurden verschiedentlich am 11. und am 22. Februar ausgerichtet, bis zu einer bundesgesetzlichen Feiertagsregelung.
Charakteristika
Die Regeln des gregorianischen Kalenders führen zu einer durchschnittlichen Länge des Kalenderjahres von 365,2425 Tagen.
Das sogenannte tropische Jahr – der zwischen zwei aufeinanderfolgenden Primar-Äquinoktien (Frühlings-Tag-Nachtgleichen) liegende Zeitraum – ist gegenwärtig im Mittel 365,24219879 mittlere Sonnentage lang. Danach ist also auch der gregorianische Kalender im Verhältnis zur astronomischen Wirklichkeit etwas zu lang, nämlich 0,000301 Tage (= 26 Sekunden) pro Jahr. Das bedeutet, dass nach rund 3320 Jahren das Primar-Äquinoktium wieder einen ganzen Tag früher eintreten würde. Sofern bis dahin die christliche Jahreszählung beibehalten wird, würde es sich anbieten, in allen durch 3200 teilbaren Jahren den Schalttag wiederum entfallen zu lassen, wenn auch zu jener Zeit noch die Bindung des Primar-Äquinoktiums an den 21. März gewünscht wird.
Der gregorianische Kalender hat eine Periode von 400 Jahren: Nach dieser Zeit wiederholen sich nicht nur der Ablauf der Schalttage und damit die Tages- und Monatszählung, sondern auch die zugehörigen Wochentage. 400 Jahre enthalten nämlich 400×365 + 97 Tage, also 146097 Tage; das sind genau 20871 Wochen; es geht also nach 400 Jahren mit demselben Wochentag weiter. Infolge dieser Periodizität kann ein bestimmtes Datum (Tag und Monat oder nur Tag) nicht gleich häufig auf alle Wochentage fallen. Ausgerechnet der 13. eines beliebigen Monats fällt öfter (nämlich 688mal in 400 Jahren) auf einen Freitag als auf andere Wochentage (Donnerstag und Samstag: 684mal, Montag und Dienstag: 685mal, Sonntag und Mittwoch: 687mal).
Siehe auch
- Julianischer Kalender, Osterdatum
- Umrechnung zwischen julianischem Datum und gregorianischem Kalender, Wochentagsberechnung
- Zeitrechnung, Kalender, Jüdischer Kalender, Christlicher Kalender, Islamischer Kalender, Chinesischer Kalender, v. u. Z., v. d. Z., v. d. Chr., n. d. Chr., v. Chr., n. u. Z., n. d. Z., n. Chr.
Wikipedia-Links zum Themenkomplex Kalender und Zeit
Weblinks
- [http://personal.ecu.edu/MCCARTYR/inter-grav-text.html Papst Gregor XIII: Inter Gravissimas – Die päpstliche Bulle, mit der der gregorianische Kalender verordnet wurde]
- [http://www.fh-friedberg.de/users/boergens/marken/beispiele/kalender.htm Briefmarke: Sondermarke zur Vollendung der ersten Periode des gregorianischen Kalenders]
- [http://www.kalenderlexikon.de 1. deutsches Online-Kalenderlexikon]
Kategorie:Kalender
als:Gregorianischer Kalender
ja:グレゴリオ暦
ko:그레고리력
ms:Kalendar Gregorian
simple:Gregorian calendar
th:ปฏิทินเกรกอเรียน
713
Politik und Weltgeschehen
- 3. Juni - Der byzantinische Kaiser Philippikos Bardanes wird durch Teile des Heeres gestürzt und geblendet. Nachfolger wird Anastasios II.
- Aelfwald wird König von East Anglia. Er ist Nachfolger von Aldwulf.
- Nach dem Tod des vierten Imam, Ali Zain al-Abidin kommt es unter den Schiiten zu einer Spaltung: Die Zaiditen ("Fünfer-Schiiten") wählen Zaid ibn Ali zu ihrem Imam, während die Ismailiten ("Siebenr-Schiiten") sich für Muhammad al-Baqir entscheiden.
- um 713 Theuderich IV., merowingischer (Schatten)könig der Franken († 737)
- 1. März - Suitbert, angelsächsischer Missionar im Rheinland ( - um 637)
- Ali Zain al-Abidin, 4. Imam der Schiiten ( - 658)
ko:713년
Philippikos Bardanes
Philippikos Bardanes war ein armenischer Schiffskapitän, der mit der Kaiserwürde, die ihm 711 mit der Revolution gegen Justinian II. zufiel, völlig überfordert war. Er wurde nur zwei Jahre später, am 3. Juni 713 durch Teile des Heeres gestürzt und geblendet.
Kirchenpolitisch bekannte sich Philippikos zum Monotheletismus. Er hob durch ein kaiserliches Edikt die Bestimmungen des VI. ökumenischen Konzils auf, das diese Lehre als Häresie verurteilt hatte, und ließ im Kaiserpalast Darstellungen dieses Konzils entfernen. Das führte zu Konflikten mit dem Papst in Rom. Der Name des "irrgläubigen" Kaisers wurde dort weder im Kirchengebet erwähnt noch durfte er auf Münzen geprägt werden.
Literatur
- Frank Thiess: Die griechischen Kaiser - Die Geburt Europas. Wien 1992
Weblinks
Kategorie:Mann
Kategorie:Kaiser (Byzanz)
Kategorie:8. Jahrhundert
ja:フィリピコス・バルダネス
1839
- 12. Januar: Niederlage der peruanischen Flotte im Peruanisch-Bolivianischen Konföderationskrieg
- 20. Januar: Niederlage der bolivianischen Armee, Ende der Konföderation Peru-Bolivien und des Peruanisch-Bolivianischen Konföderationskrieges
- 18. März: Der Kaiser von China untersagt ausländischen Handelsgesellschaften, Opium nach China zu importieren
- 13. April: Guatemala. Austritt aus der Zentralamerikanischen Föderation
- 19. April: Belgien wird völkerrechtlich anerkannt (siehe Londoner Protokoll)
- Gründung des Erzbistum Addis Abeba
Technik und Wissenschaft
- 31. Dezember: Betriebsaufnahme der 1. deutschen Pferdeomnibuslinie zwischen Hamburg und dem dänisch-holsteinischen Altona
- Entdeckung der Vulkanisation durch Charles Goodyear
Kultur
- 8. Januar: Uraufführung der Oper Romilda von Ferdinand Hiller am Teatro alla Scala di Milano in Mailand
- 8. Februar: Uraufführung der romantichen Oper Die Genueserin von Peter Joseph von Lindpaintner am Theater am Kärntnertor in Wien
- 9. März: Uraufführung der Oper Il Bravo von Saverio Mercadante am Teatro alla Scala di Milano in Mailand
- 21. März: Felix Mendelssohn Bartholdy dirigiert die postume Uraufführung von Franz Schuberts Große Sinfonie C-Dur im Gewandhaus zu Leipzig
- 15. April: Uraufführung der komischen Oper Les Treize von Fromental Halévy an der Opéra-Comique in Paris
- 20. Mai: Uraufführung der Oper Die Regenbrüder von Ignaz Lachner in Stuttgart
- 20. September: Uraufführung der komischen Oper Caramo oder Das Fischerstechen von Albert Lortzing am Stadttheater in Leipzig
- 1. Januar: Ouida, englische Schriftstellerin
- 4. Januar: Carl Humann, deutscher Ingenieur, Architekt und Archäologe († 1896)
- 8. Januar: Hans Guido von Bülow, deutscher Komponist, Pianist, Dirigent und Kapellmeister († 1894)
- 9. Januar: John Knowles Paine, US-amerikanischer Komponist († 1906)
- 19. Januar: Paul Cézanne, französischer Maler († 1906)
- 2. Februar: Wolfgang Helbig, deutscher Archäologe († 1915)
- 11. Februar: Josiah Willard Gibbs, US-amerikanischer Physiker († 1903)
- 14. Februar: Hermann Hankel, deutscher Mathematiker († 1873)
- 15. Februar: Hieronymous Georg Zeuthen, dänischer Professor der Mathematik († 1920)
- 19. Februar: Friedrich Althoff, preußischer Kulturpolitiker
- 8. März: James Mason Crafts, US-amerikanischer Chemiker († 1906)
- 9. März: Maria Zanders, Kulturstifterin († 1904)
- 10. März: Joaquin Miller, US-amerikanischer Schriftsteller († 1913)
- 16. März: Sully Prudhomme, französischer Dichter († 1907)
- 17. März: Joseph Rheinberger, liechtensteinischer Komponist († 1901)
- 21. März: Modest Mussorgski, russischer Komponist († 1881)
- 23. März: Julius von Hann, Mathematiker, Meteorologe († 1921)
- 25. März: Marianne Hainisch, österreichische Begründerin und Führerin der Frauenbewegung
- 12. April: Nikolai Michailowitsch Prschewalski, russischer Forschungsreisender († 1888)
- 18. April: Henry Kendall, australischer Schriftsteller († 1882)
- 20. April: Carol I., Fürst und König von Rumänien († 1914)
- 25. April: Ernst Faber, deutscher Sinologe und Missionar († 1899)
- 1. Mai: Adolf Guyer-Zeller, Schweizer Unternehmer († 1899)
- 5. Mai: Henry Nettleship, englischer klassischer Philologe († 1893)
- 13. Mai: Franz Michael Felder, († 1869)
- 6. Juni: Julius Petersen, dänischer Mathematiker († 1910)
- 9. Juni: Paul Sorauer, Botaniker
- 18. Juni: Oskar Becker, († 1868)
- 21. Juni: Joaquim Maria Machado de Assis, brasilianischer Autor († 1908)
- 21. Juni: Machado de Assis, brasilianischer Autor von Romanen († 1908)
- 27. Juni: George Mary Searle, US-amerikanischer Astronom und Geistlicher († 1918)
- 8. Juli: John D. Rockefeller, US-amerikanischer Unternehmer († 1937)
- 11. Juli: Julius Euting, Bibliothekar († 1913)
- 14. Juli: Alexander Linnemann, deutscher Architekt, Glasmaler und Kunstgewerbler († 1902)
- 17. Juli: Friedrich Gernsheim, deutscher Pianist, Dirigent und Komponist († 1916)
- 25. Juli: Francis Garnier, französischer Forschungsreisender († 1871)
- 8. August: Otto Finsch, deutscher Forschungsreisender († 1917)
- 28. August: Maximilian Steiner, österreichischer Schauspieler und Theaterdirektor († 1880)
- 2. September: Bernhard Naunyn, deutscher Internist und Krebsforscher († 1925)
- 7. September: Gustav Mützel, deutscher Maler
- 10. September: Charles Peirce, Mathematiker, Philosoph und Logiker († 1914)
- 2. Oktober: Hans Thoma, Maler und Graphiker († 1924)
- 7. Oktober: Justus Knecht, katholischer Theologe und Schriftsteller († 1921)
- 8. Oktober: Johannes Otzen, deutscher Architekt († 1911)
- 10. Oktober: Francisco Giner de los Ríos, spanischer Philosoph und Pädagoge († 1915)
- 21. Oktober: Georg von Siemens, deutscher Bankier († 1901)
- 30. Oktober: Alfred Sisley, französischer Maler des Impressionismus († 1899)
- 15. November: Emmy von Rhoden, deutsche Schriftstellerin († 1885)
- 18. November: August Kundt, deutscher Physiker († 1894)
- 19. November: Ludwig Anzengruber, österreichischer Dramatiker und Erzähler († 1889)
- 5. Dezember: George Armstrong Custer, Kavalleriegeneral im amerikanischen Bürgerkriegs († 1876)
- 18. Dezember: Théodule Ribot, französischer Psychologe und Philosoph († 1916)
- Almon B. Strowger, US-amerikanischer Erfinder (†1902)
- 4. Januar: Jean Augustin Franquelin, französischer Kunstmaler ( - 1798)
- 8. Januar: Christian Jacob Wagenseil, Schriftsteller, Aufklärer und Publizist ( - 1756)
- 12. Januar: Joseph Anton Koch, österreichischer Maler ( - 1768)
- 26. Januar: Stephen Van Rensselaer III., US-amerikanischer Politiker, General, Großgrundbesitzer und Philantroph ( - 1764)
- 14. Februar: Gottlieb Friedrich Wagner, erster frei gewählter Schultheiß in Maichingen; schwäbischer Mundartdichter ( - 1744)
- 16. Februar: Ludwig Berger, deutscher Komponist, Pianist und Klavierpädagoge ( - 1777)
- 24. Februar: Roch-Amboise-Auguste Bébian, erster Beherrscher der Gebärdensprache, ohne selbst behindert zu sein ( - 1789)
- 19. März: Johann Stephan Schütze, deutscher Schriftsteller, gehörte zum Goethekreis ( - 1771)
- 17. April: Johanna Schopenhauer, deutsche Schriftstellerin und Mutter des Philosophen Arthur Schopenhauer ( - 1766)
- 21. Mai: Johann Christoph Friedrich Guts Muths, deutscher Pädagoge und Mitbegründer des Turnens ( - 1759)
- 25. Mai: Karl Joseph von Riccabona, Bischof von Passau ( - 1761)
- 8. Juni: Fernando Sor, spanischer Gitarrist und Komponist ( - 1778)
- 23. Juni: Hester Stanhope, US-amerikanische Abenteurerin ( - 1776)
- 1. Juli: Mahmud II., 1808 bis 1839 Sultan des Osmanischen Reiches ( - 1785)
- 28. August: François Régis de La Bourdonnaye, comte de La Bretèche, war französischer Minister ( - 1767)
- 28. August: William Smith, Englischer Ingenieur und Geologe ( - 1769)
- 9. September: Johannes Hegetschweiler, Schweizer Mediziner, Botaniker und Politiker ( - 1789)
- 20. September: Thomas Hardy, britischer Marineoffizier, Admiral ( - 1769)
- 28. September: William Dunlap, US-amerikanischer Maler und Schriftsteller ( - 1766)
- 29. September: Friedrich Mohs, deutscher Mineraloge ( - 1773)
- 3. Dezember: Friedrich VI. (Dänemark), war König von Dänemark von 1808 bis 1839 und von Norwegen ( - 1768)
- 6. Dezember: Christoph Wilhelm Zuckermandel, deutscher Schneider und Mathematiker ( - 1767)
- 21. Dezember: Andreas Dung-Lac, vietnamesischer katholischer Priester ( - um 1785)
ko:1839년
th:พ.ศ. 2382
Erster Opiumkrieg]
Im Ersten Opiumkrieg von 1839 bis 1842 zwang Großbritannien das Kaiserreich China der Qing-Dynastie zu einer Öffnung seiner Märkte und insbesondere zur Duldung des Opiumhandels.
Vorgeschichte
Opium
Seit dem ersten Auftreten europäischer Kaufleute vor den Küsten des Kaiserreich Chinas im 16. Jahrhundert hatte das Reich der Mitte den Handel mit westlichen Staaten vielfältigen Restriktionen unterworfen. Zuletzt war er nur noch über den Hafen von Kanton möglich. Die Europäer mußten dort in einer Art Ghetto leben und sich bei der Kommunikation mit den chinesischen Handelshäusern der Vermittlung durch Kaufleute der sog. Cohong-Gilde sowie vom Hof bestellter Handelsbeamter, sog. Hoppos, bedienen. Deren vielfältigen Schikanen, etwa administrativen Preisfestsetzungen, waren sie in aller Regel hilflos ausgeliefert.
Bis ca. 1820 war die bilaterale Handelsbilanz stets deutlich zugunsten der Chinesen ausgefallen, da die Europäer deren begehrten Exportartikeln wie Tee und Seide meist wenig entgegenzusetzen hatten. Die damit verbundenen Devisenabflüsse nach China führten in Europa zu einer spürbaren Silberverknappung, die wiederum fatale Auswirkungen auf die dortigen Volkswirtschaften hatte.
Zur Stabilisierung der Handelsbilanz begann Großbritannien mit einem verstärkten Export bengalischen Opiums nach China mit dem Zweck, die Chinesen vom Rauschgift abhängig zu machen und so die chinesische Wirtschaft handlungsunfähig zu machen. Allein zwischen 1821 und 1837 verfünffachte sich die umgeschlagene Menge. Nicht zuletzt aus tiefer Besorgnis um die Volksgesundheit bemühte sich Kaiser Daoguang jahrelang nachdrücklich, aber mit mäßigem Erfolg um eine Eindämmung des Opiumhandels: Die britischen Wirtschaftsinteressen wurden weiterhin mit dem äußerst massiven Einsatz von Opium gegen die chinesische Bevölkerung durchgesetzt.
Anlass
Daoguang]
1838 entsandte der Kaiser daher schließlich den Spitzenbeamten Lin Zexu als Sonderkommissar nach Kanton. Gegen die chinesischen Konsumenten und Zwischenhändler hatte seine auf einer Mischung aus Aufklärung und Repressalien aufbauende Kampagne noch relativ viel Erfolg: Bis Mitte Juli 1839 waren über 1.600 Chinesen verhaftet sowie 73.000 kg Opium und 70.000 Opiumpfeifen beschlagnahmt.
Aufgrund ihrer wirtschaftlichen Interessen zeigten sich die ausländischen Händler wenig kooperativ und forcierten die illegale Opiumeinfuhr nach China massiv weiter. Die Situation eskalierte, als Lin am 24. März 1839 350 in den Opiumhandel verwickelte Ausländer in ihren Faktoreien internieren ließ. Nur so gelang es ihm, die Herausgabe von 20.000 Kisten (=1,4 Mio. kg) Opium vom englischen Superintendenten für den Handel Charles Elliot zu erreichen, um die chinesische Bevölkerung vor weiterer Drogenabhängigkeit zu beschützen. Das Opium ließ er am 3. Juni 1839 in der Nähe von Humen ins Meer spülen.
Verlauf
Trotz energischer Intervention der überwiegend britischen Opiumhändler und der Ostindienkompanie sah das britische Unterhaus von einer förmlichen Kriegserklärung an China ab. Es bewilligte lediglich die Entsendung eines Flottenverbands, der vom Kaiser „Genugtuung und Wiedergutmachung“ fordern und gegebenenfalls chinesisches Eigentum als Pfand nehmen sollte.
britische Unterhaus
Im Sommer 1839 stach Admiral George Elliot mit 16 Kriegsschiffen, 540 Kanonen und 4.000 Mann Besatzung in See. Währenddessen besetzte sein Vetter, Superintendent Charles Elliot, Hongkong Island als Operationsbasis. Im Zuge dessen wurde ein Chinese von betrunkenen britischen Matrosen ermordet. England weigerte sich jedoch, die Täter an die chinesische Justiz auszuliefern und stellte sie in Kanton vor ein britisches Gericht. Im Juni 1840 traf die britische Flotte in China ein, wo sie nach Scharmützeln mit chinesischen Kriegsdschunken jeweils durch Zurücklassen einiger Schiffe nacheinander die Mündungen des Perlflusses (Hongkong), des Yangzi (Ningbo und Zhoushan) und schließlich des Beihai (Tianjin) sicherte.
Im Januar 1841 schloß Charles Elliot mit dem Generalgouverneur von Tianjin, Qishan, ein Abkommen, in dem sich die Chinesen zur Abtretung Hongkongs, zur Zahlung einer Kriegsentschädigung von 6 Mio. Silberdollar sowie zur Gewährung direkter Kontakte der Europäer zur Qing-Regierung verpflichteten. Das Abkommen stieß bei Kaiser Daoguang wie beim britischen Premierminister Palmerston gleichermaßen auf Ablehnung. Letzterer ersetzte daraufhin Charles Elliot durch Sir Henry Pottinger und beauftragte diesen mit der Fortsetzung des Krieges.
Henry Pottinger]
Ende August 1841 eroberte Pottingers Flotte die Städte Xiamen, Ningbo und Zhoushan und blockierte mehrere wichtige Wasserwege. Nach Eintreffen von Verstärkungstruppen aus Indien fielen im Sommer 1842 Shanghai und Zhenjiang. Ein Verhandlungsangebot Chinas wurde ausgeschlagen, vielmehr drangen die Briten im August bis Nanking vor. Am 29. August 1842 endete der Krieg mit dem Vertrag von Nanking, dem ersten der sog. Ungleichen Verträge. Er verpflichtete die Chinesen u. a. zur Öffnung der Handelshäfen Kanton, Xiamen, Fuzhou, Shanghai und Ningbo für Ausländer, zur Duldung weitgehend unbeschränkten Handels, zur Abtretung Hongkongs sowie zu Reparationszahlungen.
Folgen
Der Erste Opiumkrieg läutete den Niedergang Chinas von der einst unumschränkten Hegemonialmacht Asiens zu einem halbkolonialen De-fakto-Protektorat westlicher Mächte ein, das es um die Wende zum 20. Jahrhundert sein sollte. Das seit Menschengedenken währende Bewußtsein der eigenen Überlegenheit gegenüber den „Barbaren“ (Sinozentrismus) wurde nicht zuletzt durch die Leichtigkeit, mit der die britischen Truppen China besiegten, nachhaltig erschüttert. Beeinträchtigt wurde insbesondere auch die Reputation der mandschurisch-fremdherrschaftlichen Qing-Dynastie, was - neben dem weiterhin erzwungenen Import von Rauschgift durch die Briten - zu erheblicher innenpolitischer Instabilität führte und möglicherweise auch zum Taiping-Aufstand und anderen Unruhen beitrug.
Gleichzeitig trat China durch die erzwungene Öffnung seiner Märkte und seiner Gesellschaft unfreiwillig aus seiner selbstgewählten Isolation heraus und fand langfristig Anschluss an die Entwicklungen der Moderne. Nicht umsonst beginnt daher nach der chinesischen Geschichtsschreibung mit dem Ersten Opiumkrieg die "Neuere Geschichte" Chinas.
Verweise
Opiumkriege | Erster Opiumkrieg (1839-1842) | Zweiter Opiumkrieg (1856-1860) | Vertrag von Nanking | Hongkong | Britische Ostindien-Kompanie | Ungleiche Verträge | Der Opiumkrieg (Film)
Literatur
- Wolfram Eberhardt, Geschichte Chinas, Stuttgart 1971
- John King Fairbank, Geschichte des modernen China 1800-1985, München, 2. Aufl. 1989, ISBN 3-423-04497-7
- Jacques Gernet, Die chinesische Welt, Frankfurt 1997, ISBN 3-518-38005-2
- Jonathan D. Spence, Chinas Weg in die Moderne, München 2001, ISBN 3-446-16284-4
Opiumkrieg, 1.
Opiumkrieg, 1.]
Opiumkrieg, 1.]
Opiumkrieg, 1.
Opiumkrieg, 1.]
ja:阿片戦争
Taiwan
Dieser Artikel sollte zusammengeführt werden mit Republik China. Der Inhalt hier ist umfangreicher, das Lemma Republik China passender. Das Lemma Taiwan kann Inhalten über die Insel und die Geschichte vorbehalten bleiben, wie in anderen WIKI Projekten.
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Taiwan () ist eine Insel im Pazifik östlich vor der Küste der Volksrepublik China.
Taiwan ist auch ein chinesischer Staat, der sich offiziell Republik China () nennt, im Westen früher manchmal auch als National-China oder Formosa (nach „Ilha formosa“, portugiesisch für „schöne Insel“) bezeichnet wurde. International wird die (de facto) unabhängige Insel
allerdings nur von wenigen Regierungen als Staat anerkannt.
Die Volksrepublik China betrachtet Taiwan als "abtrünnige" Provinz. Jedoch gelangte die Insel seit der Errichtung der diktatorischen Volksrepublik 1949 nie unter deren Herrschaftseinfluss. 1957 versuchte die kommunistische Führung in Peking eine militärische Offensive gegen die der Küste vorgelagerte Insel Kinmen (金门岛). Diese Insel, im Westen meistens Quemoy genannt, bildet zusammen mit einigen kleinen Nachbarinseln den Kreis Kinmen (金门县) der Provinz Fujian und blieb nach dem Bürgerkrieg aber von Truppen der Republik China besetzt. Zum Bereich der Hauptinsel Taiwan gehörte diese Insel zuvor aber nicht. Auch heute unterliegt sie daher einer Sonderverwaltung und ist kein Bestandteil Taiwans, wohl aber der Republik China. Nach diplomatischer Intervention der UdSSR wurden die Angriffe der Festlandchinesen wieder eingestellt. Im eigenen Selbstverständnis ist Taiwan die fortbestehende Republik China, die 1912 gegründet wurde. Die heutige Republik China ist jedoch weitgehend unter dem Namen Taiwan bekannt, da die Insel Taiwan nahezu das gesamte Territorium umfasst. Die Autonomiebestrebungen zum Status Quo in der taiwanesischen Bevölkerung sind in den letzten Jahren - nicht zuletzt wegen des Anschlusses Hongkongs an China - immer stärker geworden. Das beigetragen haben auch die massiven Einschüchterungsversuche der Regierung der VR China vor den Parlamentswahlen in Taiwan. Die USA gelten als Schutzmacht des Landes.
Die Bezeichnung der gesamten Insel als "Taiwan" kam erst gegen 1885 auf; früher wurde der Name Taiwan (wörtlich „Terrassenbucht“) nur für eine Bucht in der Nähe des heutigen Tainan im Süden verwendet, an der die Holländer 1623 das Fort Zeelandia errichtet hatten.
Die Chinesen, die für die Insel im Laufe der Geschichte verschiedene Bezeichnungen hatten, übernahmen in der Folge allmählich diesen Namen für die ganze Insel.
Im Frieden von Shimonoseki musste China nach dem verlorenen chinesisch-japanischen Krieg von 1894/95 Formosa und die Pescadoren an Japan abtreten, wodurch Taiwan dem japanischen Kaiserreich bis 1945 als Provinz angegliedert wurde. Für das damalige auf Expansion bedachte Japan bedeutete die Annexion Taiwans eine strategische Verbesserung der Ausgangslage bei der Vorbereitung weiterer Annexionen auf dem Festland Chinas und in Südostasien.
Die Rohstoffe der Insel wurden damals im großen Stil ausgebeutet. Bei der Exploration von Tropenhölzern entstand unter anderem die berühmte Schmalspurbahn auf den Berg Alischan, die heute als Touristenattraktion in etwa vier Stunden Fahrzeit und durch etliche Tunnels von Chiayi bis zu den bewaldeten Gipfeln des Alischan über 2.250 Höhenmeter überwindet.
Aufstände der Urbevölkerung gegen die japanischen Besatzer wurden ähnlich den anderen Kolonialmächten blutig niedergeschlagen. Auf der Fahrt von Puli zur Tarokoschlucht über den höchsten Pass der Insel (3.200 m) kann man heute die Gedenkstätte an die Massaker besichtigen.
Geographie
Taiwan hat eine Fläche von 35.900 km². An der längsten Stelle ist die Insel 377 km lang, die maximale Breite beträgt 142 km. Die Insel wird von China durch die Straße von Taiwan getrennt und von den Philippinen durch die Straße von Luzon. Östlich begrenzt das Philippinenbecken Taiwan.
Philippinenbecken
Die Republik China auf Taiwan umfasst noch die Pescadoren (Penghu), die Matsu-Inseln (Mazu) und Quemoy (Jinmen) sowie einige weitere kleine Inseln.
Sie wird ähnlich Japan von häufigen Erdbeben heimgesucht, was besondere Sicherheitsstandards bei Gebäuden erfordert.
Klima
Der Wendekreis des Krebses, der die Klimagrenze zwischen Tropen und Subtropen markiert, durchläuft die Insel ziemlich genau an seiner höchsten Erhebung, dem Yu Shan mit 3.997 m Höhe. Im nördlichen Teil herrscht entsprechend ein subtropisches Klima, das Zentrum und der Süden sind unter Berücksichtigung des klimatischen Einflusses der jeweiligen Höhenlage vorherrschend tropisch. Aufgrund der hohen Gebirge findet sich auch in den Höhenlagen des südlichen Teils ein allerdings vorwiegend von tageszeitlichen Schwankungen geprägtes gemäßigtes Klima.
Im Winter weht ein kräftiger Monsun aus Nordosten, im Sommer ein starker Monsun aus Südwest, der starke Regenfälle mit sich bringt. Von Mai bis Oktober wird die Insel auch häufig von Taifunen heimgesucht. Im Februar kann es vereinzelt zu Schneefällen in Höhenlagen über 3.000 m kommen. Der bekannteste Ort hierfür ist im Bezirk Nantou der über eine Passstraße auf 3.275 m erreichbare Hehuanshan, was übersetzt Schneeberg bedeutet.
Geomorphologie
Den Westen der Insel bildet eine flache, von aus dem Gebirge kommenden Gerinnen durchzogene fruchtbare, heute stark besiedelte Ebene. In Richtung Osten steigt diese auf, bis zur zentralen Gebirgskette, die über 200 Gipfel mit mehr als 3.000 m Höhe aufweist. Die im Vergleich zu den Alpen meist schmalen Täler sind von steilansteigenden Hängen flankiert und teils bis auf über 2.000 m Höhe durch Terrassierung u. a. für Teeanbau und Viehhaltung landwirtschaftlich nutzbar gemacht.
Der Yu Shan ist mit 3.997 m ü. NN die höchste Erhebung der Insel. An der Ostküste befindet sich ein weiterer, etwas weniger hoher Gebirgszug.
Der Sonne-Mond-See auf 762 m ü. NN ist das größte Binnengewässer und wird durch seine Höhenlage als Speicherkraftwerk zur Erzeugung hydroelektrischer Energie genutzt.
Bevölkerung
Taiwan weist aufgrund seiner kleinen Fläche und des hierfür hohen Gebirgsanteils in seinen Siedlungsgebieten eine hohe Einwohnerdichte auf. Die städtische Bevölkerung konzentriert sich in der westlichen Ebene des Landes. Entsprechend hoch ist dort die Verstädterungsrate mit einer zunehmenden Konzentration auf die Agglomeration der Hauptstadt Taipei im Norden der Insel. Weitere Siedlungsschwerpunkte finden sich um Taichung und Tainan entlang der Westküste bis zur südlichen Hafenstadt und zweitgrößten Metropole Kaoshiung.
Der Großteil der Bevölkerung Taiwans ist chinesischer Abstammung, die in mehreren Migrationswellen vom Festland einwanderte und die einheimische Bevölkerung in das unzugängliche Bergland zurückdrängte. Heute werden von der Regierung der Republik China zwölf Ureinwohner-Völker Taiwans offiziell anerkannt, weitere zehn streben nach Anerkennung (Gesamtzahl 2004: 400.000). Ihre eigenständigen traditionellen Kulturen haben sich in den letzten Jahrzehnten z.T. weiterentwickelt, sind z.T. rekonstruiert worden und widerstehen zunehmend dem Assimilationsdruck der chinesischen Bevölkerungsmehrheit.
Volksgruppen
Heute leben in Taiwan ca. 23 Mio. Menschen. Die Bevölkerung besteht überwiegend aus Han-Chinesen; hinzu kommen gut 2% Angehörige der Ureinwohner-Völker.
Am Sonne-Mond-See können alte Bräuche, Tänze und Riten der Ureinwohner von Besuchern in zwei nachgebauten Dörfern in einem Völkerkunde-Freilichtmuseum als Touristenprogramm erlebt werden.
Ende des 17. Jahrhunderts bis ins 20. Jahrhundert begann eine massive Zuwanderung von Han-Chinesen aus der chinesischen Provinz Fujian. Im Jahr 1919 wurde die Bevölkerung auf ungefähr 3 Millionen Han-Chinesen, 100.000 Japaner und 120.000 Angehörige indigener Völker geschätzt.
Sprachen
Als Niederländer und Spanier im 17. Jahrhundert mit der Kolonisation begannen, lebten bereits geschätzte 25.000 Han-Chinesen auf der Insel, die Bevölkerungsmehrheit stellten jedoch austronesische indigene Völker dar (ca. 250.000). Die Sprachen der Ureinwohner Taiwans gehören der austronesischen Sprachfamilie an. Im Einzelnen sind dies: Rukai, Yami, Tsou, Saisiyat, Atayal, Paiwan, Bunun, Amis, Puyuma, Pazeh, Kanakanavu, Saaroa, Seediq und Kavalan. Heutzutage gehören nur etwa 2 % der taiwanischen Bevölkerung diesen Volksgruppen an, noch weniger sprechen die Ureinwohnersprachen, die daher vom Aussterben bedroht sind.
Religionen
Viele der Ureinwohner haben schon vor der chinesischen Zuwanderung von Portugiesen und Holländern den christlichen Glauben angenommen. Die Mehrzahl der chinesischen Bevölkerung ist buddhistisch, konfuzianisch oder taoistisch.
Städte
Die größte Stadt ist die Hauptstadt Taipei.
Siehe auch: Liste der Städte in Taiwan
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte Taiwans
Anfangs war die Insel von einer malaiisch-polynesischen Urbevölkerung besiedelt.
1590 entdeckten die Portugiesen die Insel. Aus dieser Zeit stammt der Name "Ilha Formosa" oder "Formosa", was soviel bedeutet wie "Schöne Insel" oder "Die Schöne".
1642-1662 kontrollierten die Niederländer die Insel.
Während die chinesische Ming-Dynastie (1368-1644) auf dem Festland untergeht, beherrschen japanische Piraten (Wokou) die Insel und nutzen sie als Stützpunkt.
1683 erobern die in China siegreichen Mandschu die Insel.
1895 muss China die Insel an Japan abtreten.
1912 wurde China vom Kaiserreich zur Republik; Taiwan sieht sich laut Verfassung, die noch aus dem Festland stammt, heute als Fortsetzung dieser Republik.
1945 kommt Taiwan unter die Verwaltung der Alliierten und wird ohne Volksabstimmung der Republik China als ein Teil ihres Staatsgebietes zugesprochen. Jedoch wurde mit dem Friedensvertrag von San Francisco 1952 bestimmt, dass für die Zukunft Taiwans das Selbstbestimmungsrecht der Taiwaner berücksichtigt werden müsse.
1949 zieht sich jedoch die Kuomintang (KMT) unter Chiang Kai-shek nach ihrer Niederlage im chinesischen Bürgerkrieg auf die Insel zurück und ruft dort 1950 erneut die Republik China aus. Die Republik China auf Taiwan nimmt danach noch bis 1971 den chinesischen Sitz im UN-Sicherheitsrat als ständiges Mitglied ein. Dieser wird seit dem Ausschluss der Republik China durch die Generalversammlung der Vereinten Nationen im Jahr 1971, durch die Volksrepublik China besetzt. Die Republik China gehörte 1945 zu den 51 Gründerstaaten der UNO.
Am 16. Dezember 1978 brachen die USA, die als "Schutzmacht des chinesischen Staates" fungierten, ihre offiziellen diplomatischen Beziehungen zur Republik China (Taiwan) ab. Dies geschah im Zuge der Annäherung der USA an die Volksrepublik China. Viele andere Staaten taten das Gleiche. Die Republik China wurde 1971 durch einen Beschluss der Generalversammlung aus der UNO ausgeschlossen, bevor die Volksrepublik China aufgenommen wurde und Taiwans Sitz im Sicherheitsrat übernahm.
Die Kuomintang regierte viele Jahre die Insel als autoritären Einparteienstaat. 1987 hebt die KMT das Kriegsrecht auf, die erste Oppositonspartei, die Demokratische Fortschrittspartei (DPP) entsteht und die lange unterdrückte "taiwanische" Kultur und Sprache dürfen wieder ausgeübt werden. Anfang der 1990er Jahre gibt die Kuomintang ihre Alleinherrschaft auf und die Demokratie wird eingeführt. 1992 werden erstmals freie Parlamentswahlen und 1996 direkte Präsidentschaftswahlen durchgeführt.
Seit 2000 ist mit Chen Shui-bian erstmals ein Kandidat der DPP (Demokratische Fortschrittspartei) Präsident. Er wurde 2004 knapp wiedergewählt.
Politik
- Hauptstadt: Taipei
- Präsident: Chen Shui-bian
Taiwan ist im Gegensatz zur Volksrepublik China seit einigen Jahren eine Demokratie, der Präsident und die Abgeordneten des Einkammer-Parlaments werden in freien, gleichen und geheimen Wahlen gewählt. Lange Zeit zuvor wurden die Mandate aus den „Provinzen“, die nun zur Volksrepublik China gehören, nicht neu vergeben, da dort keine neuen freien Wahlen veranstaltet werden konnten. Dies führte dazu, dass die Kuomintang Republik China (Taiwan etc.) praktisch als alleinige Partei regierte.
Verhältnis zur Volksrepublik China
Das Verhältnis Taiwans zur Volksrepublik China ist recht kompliziert. Nach chinesischer Sichtweise ist Taiwan eine abtrünnige Provinz und gehört gemäß ihrer Ein-China-Politik zur VRC. Am 14. März 2005 hat der Nationale Volkskongress Chinas fast einstimmig das umstrittene Anti-Abspaltungsgesetz abgesegnet, welches militärische Schritte gegen Taiwan vorsieht, sollte dieses sich formell unabhängig erklären. Die Pan-Green Coalition, die zur Zeit die Politik Taiwans beherrscht, strebt die Anerkennung als selbstständigen Staat an.
Taiwan vermeidet eine offizielle Unabhängigkeitserklärung. Ungeachtet dessen ist Taiwan zur Zeit de facto völlig unabhängig von der Volksrepublik und verfügt über eine selbstständige Regierung, die die volle Souveränität über Taiwan hat. Aus diesem Grunde und aus Rücksicht auf die guten Beziehungen zur Volksrepublik China wird Taiwan nur von 27 Staaten diplomatisch anerkannt. Sogar die Schutzmacht USA erkennt Taiwan offiziell nicht an. Das liegt hauptsächlich daran, dass jeder Staat, der offizielle, bilaterale Beziehungen mit der VRC unterhalten will, die Ein-China-Politik offiziell anerkennen muss.
Auch als Beruhigung der Volksrepublik China definierte Präsident Chen Shui-bian die Politik der fünf Neins (四不一沒有: four no's and one without). Solange Taiwan nicht akut militärisch von China bedroht wird, wird Taiwan:
- keine Unabhängigkeit erklären
- nicht den Namen des Staates ändern
- keinen Artikel in die Verfassung aufnehmen, der die Beziehungen zur VRC als „zwischenstaatliche Beziehungen“ bezeichnet
- kein Referendum über die Änderung des Status quo in der Frage Unabhängigkeit oder Wiedervereinigung abhalten
- die bestehenden taiwanesischen Richtlinien für die „Nationale Wiedervereinigung“ nicht ändern (sprich: Wiedervereinigung nur durch Verhandlungen mit der Volksrepublik China und unter demokratischen Voraussetzungen auf dem chinesischen Festland).
Diplomatische Beziehungen
Folgende 24 Staaten pflegen offizielle diplomatische Beziehungen mit Taiwan:
- Europa: Vatikanstadt
- Afrika: Burkina Faso, Gambia, Malawi, São Tomé und Príncipe, Swasiland, Tschad
- Amerika: Belize, Costa Rica, Dominikanische Republik, El Salvador, Haiti, Honduras, Nicaragua, Panama, Paraguay, St. Kitts und Nevis, St. Vincent und die Grenadinen
- Ozeanien: Kiribati, Marshallinseln, Nauru, Palau, Salomonen, Tuvalu.
Am 20. Januar 2005 nahm Grenada seine diplomatischen Beziehungen zur Volksrepublik China wieder auf und brach die seit 1989 bestehenden diplomatischen Beziehungen zu Taiwan ab.
Auch Senegal brach am 26. Oktober 2005 seine diplomatischen Beziehungen zu Taiwan ab und nahm nach 10-jähriger Unterbrechung seine diplomatischen Beziehungen zur Volksrepublik China wieder auf.
Die anderen Staaten haben offiziell keine diplomatischen Beziehungen, trotzdem wird der Kontakt aber durch sogenannte Taipei Wirtschafts- und Kulturbüros aufrechterhalten, ohne diesen Einrichtungen (mit Rücksicht auf die Volksrepublik China) den Status einer Botschaft zuzuordnen (siehe auch Ständige Vertretung).
Verwaltungsgliederung
Taiwan ist in 16 Bezirke und sieben bezirksfreie Städte gegliedert (siehe Tabelle), worunter Taipei und Kaohsiung als unmittelbar der Zentralregierung unterstellte Städte eine Sonderstellung einnehmen.
- Städte
Stand: 2004
- Bezirke
Stand: 2004
Infrastruktur
Ein Netz modernster Autobahnen verbindet die Ballungszentren untereinander. Ein Hochgeschwindigkeitszug zur Verbindung der großen Städte absolvierte am 11.6.2005 seine erste Testfahrt. Der Betriebsstart wurde mehrmals verschoben und ist neu auf den 31. Oktober 2006 angesetzt. Eine Ringstrecke der Bahn verläuft rund um die Insel, da eine Durchquerung der hohen Berge zu kostenintensiv wäre und die Ostküste wegen des Ostküstengebirges wenig bevölkert ist. Flughäfen verbinden die wichtigsten Ziele.
Wirtschaft
Taiwan hat ein kapitalistisches Wirtschaftssystem, welches stark von seinen Exporten abhängig ist. Das Land zählt zu den am stärksten deregulierten und privatisierten Volkswirtschaften der Welt. Der taiwanische Investitionsfluss in die VR China beträgt im Jahre 2002 an die 34 Mrd. Euro und übertrifft damit das aller anderen Länder. Taiwan ist der größte Produzent von Halbleiter-Anwendungen wie PC-Hauptplatinen, Notebooks und WLAN-Komponenten, die unter verschiedensten (konkurrierenden) Marken weltweit abgesetzt werden.
Kultur
Feiertage
Nationalfeiertag
Tag der (bürgerlichen) chinesischen Revolution, 10. Oktober, auch «Doppelzehnfest» genannt. Der Tag erinnert an den Aufstand von Wuchang (武昌), heute Stadtteil von Wuhan (武漢市), am 10. Oktober 1911, der schließlich zur Gründung der Republik China führte.
andere staatliche Feiertage
- 1. Januar - Gründungstag der Republik China 1912
- 28. Februar - Friedenstag, zur Erinnnerung an den Zwischenfall vom 28. Februar 1947
Feiertage nach dem Mondkalender
Die folgenden staatlichen Feiertage richten sich nach dem traditionellen Chinesischen Kalender:
- 4., 5. selten auch 6. April - Qingming bzw. Totenfest (2005: 5. April; 2006: 5. April)
- Januar oder Februar - Chinesisches Neujahrsfest oder Frühlingsfest, etwa 4 Tage frei (2005: 9. Februar; 2006: 29. Januar)
- Mai oder Juni - Drachenbootfest (2005: 11. Juni; 2006: 31. Mai)
- September oder Oktober - Mondfest; (2005: 18. September; 2006: 6. Oktober)
Zeitrechnung
Die offizielle Zählung der Jahre richtet sich in Taiwan nach dem Gründungstag der Republik China am 1. Januar 1912. So wird das Jahr 2005 (nach dem gregorianischen Kalender) als 94. Jahr der Republik China gezählt. Im Alltag und im Handel ist die westliche Jahreszählung ebenfalls gebräuchlich.
Weitere Themen
- Republik China
- Administrative Gliederung der Volksrepublik China
Literatur
- Weggel, Oskar: Die Geschichte Taiwans. Vom 17. Jahrhundert bis heute. Köln, Weimar, Wien: Böhlau, 1991, ISBN 3-412-02891-6
- Weiss,Walter: Taiwan. Das andere China. München: Welsermühl, 1987 ISBN 3-85339-197-4
Weblinks
- [http://www.gio.gov.tw/taiwan-website/abroad/de/index.html Offizielle Webseite Taiwans]
- [http://www.roc-taiwan.de/ Taipeh Vertretung in der Bundesrepublik Deutschland]
- [http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/laender/laender_ausgabe_html?land_id=198 Länder- und Reiseinformationen] des Auswärtigen Amtes
- [http://www.bertelsmann-transformation-index.de/131.0.html Bertelsmann Stiftung Transformations-Index Taiwan]
- [http://www.cia.gov/cia/publications/factbook/geos/tw.html CIA World Factbook zu Taiwan (engl.)]
- [http://www.cwb.gov.tw/V4e/index.htm Central Weather Bureau Taiwan]
- [http://www.taiwandesk.com Eine Sammlung von Nachrichten, Notizen und Skurrilitäten über Taiwans Menschen, Politik, Wirtschaft, Kultur, Umwelt und Wissenschaften]
- [http://www.cbs.org.tw/german/index.htm Radio Taiwan International deutsche Seite]
-
Taiwan, Republik China
Kategorie:Chinesische Provinz
Kategorie:Insel (China)
!
ja:台湾
ko:중화민국
ms:Taiwan
simple:Taiwan
th:สาธารณรัฐจีน
zh-min-nan:Tâi-oân
1871
- 11. März: Durch das Schulaufsichtsgesetz wird die kirchliche Schulinspektion im Deutschen Reich aufgehoben und diese der staatlichen Aufsicht unterstellt
- 8. bis 10. Oktober: Beim großen Brand in Chicago brennt fast die ganze Stadt nieder
- Die erste deutsche Freiwillige Feuerwehr, das „Freiwillige Lösch- und Rettungs-Corps“ Meißen, wird gegründet
- Auf Mauritius wird von der britischen Verwaltung ein Einwanderungsstopp für Inder verhängt
- Beginn einer wirtschaftlichen Blütezeit: Gründerjahre
- Der Ku Klux Klan wird das erste Mal verboten
Politik
- 18. Januar: König Wilhelm I. von Preußen wird im Spiegelsaal zu Versailles zum Kaiser ausgerufen: Gründung des Deutschen Reiches (Reichsgründung)
- 25. Januar: Paris wird beschossen
- 28. Januar: Paris kapituliert: Ende des Deutsch-Französischen Krieges
- 18. März: 28. Mai: erste sozialistische Revolution in Frankreich (siehe Pariser Kommune)
- 16. April: Die Reichsverfassung tritt in Kraft
- 10. Mai: Friedensverhandlungen zwischen Frankreich und Deutschland in Frankfurt am Main enden mit dem Frieden von Frankfurt
Kultur
- 11. April: Uraufführung der Oper Mirjam von August Klughardt in Weimar
- James McNeill Whistler malt sein berühmtestes Werk, Whistler's Mother
- Gründung der Hochschule für Kunst und Design Helsinki
- 2. Januar: Johann Gottfried Bischoff, Stammapostel der Neuapostolischen Kirche († 1960)
- 7. Januar: Émile Borel, französischer Mathematiker und Politiker († 1956)
- 19. Januar: Ludwig Maria Hugo, Bischof von Mainz († 1935)
- 4. Februar: Friedrich Ebert, erster Reichspräsident der Weimarer Republik († 1925)
- 7. Februar: Wilhelm Stenhammar, schwedischer Komponist, Pianist und Dirigent († 1927)
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